Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 5. Winter 1926/27 » Nachtlichter
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I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

This isn't
happening
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Monty Sloan - wolfpark.org

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31.07.2006

Wie immer bleibt dem Rudel nichts Anderes übrig, als einfach weiter zu machen.
Auch mit Jeannes Verlust muss es lernen klarzukommen, vor allem die Welpen. Einige Zeit lang ist es wieder ungewöhnlich ruhig im Rudel, denn den sonst chaotischen und lebhaften Jungspunden steht nicht mehr der Sinn nach Abenteuern. Vor allem Sirion tut alles, um für Finnjar und Yavinja da zu sein und auch der Rest des Rudels versucht den Nachwuchs aufzumuntern, wo es nur kann.

Der Herbst geht und der Winter kommt. Wie schon im Jahr zuvor – oder besser, seit die Kristalle dort gefunden wurden – haben die Wölfe auch in diesem Jahr kein Interesse daran, in der Winterhöhle ihr Quartier aufzuschlagen. Man ist sich allerdings durchaus um ihren Nutzen bewusst, falls der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten sollte. Aus diesem Grund ist das Rudel an den Gebirgsbach gezogen, von wo aus die Höhle relativ schnell zu erreichen ist und durch die Bergkette östlich und dem Ausläufer westlich noch zusätzlich etwas Wetterschutz besteht.

Während der Winterpelz der Wölfe mehr an Fülle gewinnt, wird außerdem eine kleine Seltsamkeit auffällig: bei ein paar Wölfen scheint sich ihre Musterung leicht zu verändern.
Zuerst fällt es bei Toboe auf, bei dem im Nacken und an den Oberschenkeln mehr und mehr ein schmales Band dunkler Härchen deutlich wird, wo vorher nur graues und weißes Fell war.
Bei seinen Brüdern ist es genau das Gegenteil. Ein silberner Streifen bildet sich immer deutlicher aus dem Pelz seitlich des Kragens heraus, schlängelt sich am Hals entlang zu den Schultern, folgt dem Sattel und läuft dann auf dem Rücken zusammen. Eine sehr ungewöhnliche Stelle für bloßes Altersergrauen.
Man hätte es vielleicht auf ihre Gene schieben können, doch nicht nur bei Kibas Söhnen, sondern auch bei Teyrm wird hellgraues Fell an sehr spezifischen Stellen prominenter. Und wird das Fell an Yacárus Schläfen und hinterem Rücken etwas dunkler, oder ist das Dreck? Auch Akandos Abzeichen scheinen etwas stärker konturiert zu sein, oder nicht? Andrakis auch?
Es fällt vermutlich auch nicht jedem auf, da die neuen Abzeichen nicht von jetzt auf gleich einfach da sind, sondern der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt ist.

Was aber definitiv jedem an diesem Tag – oder besser Abend – auffällt ist etwas, das absolut unübersehbar ist: mit dem Auftauchen der ersten Sterne beginnt ein schwaches, weißes Nordlicht über den Himmel zu wabern.



Tag | 30. Dezember 1926 # Abend
Wetter | wenige Wolken, dunkelblauer Himmel, zum Horizont hin noch leicht rötlich # es liegt frischer Schnee und vereinzelt fallen ein paar Schneeflocken # der Gebirgsbach ist an schmaleren Stellen komplett zugefroren # -6 °C

Die Welpen sind 8 Monate alt.

27.09.2018 13:58
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013

Akira betrachtete nachdenklich den bereits stellenweise zugefrorenen Gebirgsbach. Ganz wohl war ihr nicht dabei, denn die Eisdecke war noch längst nicht tragfähig und stellte somit eine Gefahr für alle Wölfe dar, die versehentlich darauf gerieten. Insbesondere galt das natürlich für die Welpen, für die es der erste Winter war.
Glücklicherweise waren die Welpen mittlerweile 8 Monate alt und damit fast schon so groß wie erwachsene Wölfe. Sie fragte sich, ob es ein glücklicher Zufall war, dass Welpen im Frühjahr geboren wurden und somit bei Beginn des Winters schon relativ groß waren, oder ob die Natur es womöglich absichtlich so eingerichtet hatte.

Beim Thema Welpen wurde ihr wieder schmerzhaft bewusst, dass die Ranz immer näher rückte und sich alle ihre Pläne, selbst Mutter zu werden, zerschlagen hatten. Dass Tearl keinerlei Interesse an ihr hatte und sich das wohl auch nicht mehr ändern würde war mittlerweile sogar ihr klar geworden.
Und selbst wenn sie einen anderen Rüden für sich gewinnen könnte, würde Andraki sicherlich nicht einfach ihre Meinung ändern und ihr gestatten, Welpen zu haben.
Allzu viele Chancen würde sie nicht mehr haben, sie wusste ja nicht einmal, ob sie diesen Winter überleben würde. Jeannes Tod hatte nur zu deutlich gezeigt, wie schnell es gehen konnte. Nach allem, was Akira wusste, war die weiße Fähe einfach tot umgefallen, ohne dass sie vorher ersichtlich krank gewesen wäre.
Einen kurzen Moment lang ertappte sie sich sogar dabei, sich zu wünschen, Jeanne wäre einige Monate früher gestorben, sodass ihre Welpen eine Adoptivmutter gebraucht hätten. Doch sie schämte sich sofort dafür vor sich selbst, denn selbst nach ihren Maßstäben war es daneben, so zu denken.

Dennoch wäre die Gelegenheit natürlich günstig, in der Rangordnung aufzusteigen. Auch das hätte zwar den schalen Beigeschmack, von Jeannes Tod zu profitieren, aber es war nun mal ganz natürlich, dass nach dem Tod eines Wolfes die Rangordnung in Bewegung geriet. Nur war sie sich mittlerweile nicht mehr sicher, ob sie überhaupt noch auf eine höhere Position in der Rangordnung hoffen konnte, oder froh sein sollte, noch nicht zur Omega abgestiegen zu sein. Das seltsame war, dass es ihr eigentlich nicht einmal viel ausgemacht hätte, wenn dadurch ihre Chance auf Welpen nicht noch viel kleiner geworden wäre.

Und dann war da noch ihre Aufgabe. Sie hatte in letzter Zeit überhaupt nicht mehr daran gedacht. Vielleicht spielte sie auch gar keine Rolle mehr für sie. Vielleicht hatte sie sie sogar schon erfüllt, ohne es zu wissen? Sie bedauerte, den letzten Besuch bei den Kristallen nicht dafür genutzt zu haben, diese danach zu befragen. Sie wusste zwar nicht, ob die Kristalle ihr weiterhelfen könnten bei Problemen, die ja gar nicht das Tal betrafen, aber einen Versuch wäre es sicherlich wert. Doch jetzt im Winter war der Weg zum Sanctarum Ceres zu weit, da sie sich am äußersten Rand des Tales befanden. Aber sie würde es gleich im Frühjahr erledigen. Vorausgesetzt sie lebte so lange. Wenn nicht, hatte es sich natürlich ohnehin erledigt.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
03.10.2018 06:58
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• A deeper breath goes out •
the pulse is racing towards the line

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Tyáras eigenes Werk

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25.11.2014

Der Tod dieser weißen Fähe ging ihr nicht mehr aus dem Kopf, so oft sie sich auch mahnte, nicht all zu viele Gedanken daran zu verschwenden, schließlich hatte sie selbst genügend eigene Leiden. Der Verlust ihrer Mutter wog weit mehr als der einer Halb-Fremden. Was hatte sie schon gewusst über diese Jeanne? Nicht viel. Trotzdem .. wenn sie sich nicht selbst belügen wollte, musste sie sich eingestehen, dass die Fähe ihr ein wenig Leid tat. Vor allem einige ihrer Rudelgenossen schien ihr Ableben nahe zu gehen. Und wie es sich anfühlte, geliebte Wölfe zu verlieren, die einst so fester Teil des Selbstkonzeptes gewesen waren, wie das eigene Herz zum Körper gehört, das wusste sie nur zu gut. Die Grau-Weiße mit den dunklen Felleinflüssen verschnaufte deutlich und blickte im Liegen auf ihr Pfotenpaar. Es war kalt geworden. Wie sehr wünschte sie sich, noch einmal Wärme im Pelz ihrer geschätzten Mutter zu finden, etwa so wie in frühen Welpentagen. Aber das war absurd, denn sie war erwachsen und ihre Mutter längst nicht mehr Teil dieses Rudels. Und noch immer vermisste sie die ausreichende Anerkennung für ihr Erbe durch die Verbliebenen. Außer Toboe verstand sie doch niemand. Wenn man so wollte, stand Jeannes Tod sogar in Konkurrenz zu dem, was sie vom Rudel erwartet hätte: Dankbarkeit, Trauer und Mitgefühl für ihre Situation. Eventuell hatten die Wölfe sogar getrauert, wahrscheinlich sogar. Doch seitdem sie zurück war, war diese Trauer um Kiba bei den meisten schon verflogen und Alltagsbeschwerlichkeiten gewichen, oder neuer Trauer wie die um diese weiße Wölfin. Sie fühlte sich missverstanden, daran würde auch die Gesellschaft des Rudels nichts ändern. Im Grunde dachten sie doch alle nur an sich ...

Nach einiger Zeit bemerkte sie unweit des Gebirgsbaches die Anwesenheit Akiras. Die Wölfin schien sich dort schon eine gewisse Weile aufzuhalten und sich ebenso der Gedankenwelt hinzugeben. Die junge Fähe legte den Kopf etwas schief und schätzte ab. Konnte man vielleicht erkennen, um was es da gerade so ging in ihrem Kopf? Aber schon ihr Äußeres allein regte zu Spekulationen an. Ihr war diese Fähe schon früher aufgefallen und sie fragte sich, welche Verbindung sie früher zu ihr gehabt hatte. Hatte sie überhaupt eine gehabt? Manchmal kam es ihr so vor, als war sie Opfer einer weitgreifenden Amnesie geworden. Vielleicht lag das daran, dass sie geschätzt den Großteil ihrer geistigen Kapazität der Trauer ihrer Mutter und ihres eigenen Leids widmete. Wie dem auch war, diese Akira machte einen melancholischen Eindruck. Ob sie auch um diese Jeanne trauerte? In welcher Verbindung hatte sie zu der Weißen gestanden und würde sie ihr etwas darüber mitteilen? So wie die Fähe aussah, hatte sie schon einiges erlebt. Nachdem Tyára aufgestanden war und sich ihr langsam näherte, schlug sie einen großzügigen Bogen um die Fähe ein. Einerseits, damit sie nicht den Eindruck bekam, sie wollte ihr was, andererseits, um ihr eigenes Empfinden um Ekel und Ästhetik nicht ins Wanken zu bringen. Sicherlich verriet das ruckartige Bewegen ihrer Nasenspitze, dass sie sich durchaus Gedanken darüber machte, was die Gründe für ihre körperliche Vernachlässigung sein mochten. Aber sie würde ihr nicht die Flöhe aus dem Pelz picken. Doch sie konnte einem ja auch Leid tun. Nun, da sie den ersten gezielten Blick auf ihr Antlitz warf, fragte sie sich wieder, was die Fähe wohl hatte durchmachen müssen. Aber so sehr sie ihre grauen Zellen auch forderte, die Wissensbasis über Wölfin Akira anzuzapfen, es gelang ihnen nicht. Akira … leer. Sie musste also ganz von vorn anfangen, witterte sie doch die Chance, eine gefunden zu haben, die sich nicht in Ruhm und Glorreichtum suhlte wie gewisse andere Wölfe.

„Na?“, brachte sie dann heraus. Es widerstrebte ihr, der Fähe um den Hals zu fallen und ihr einen wunderschönen Tag ins Gesicht zu schreien. Die Fähe sah auch nicht so aus, als ob sie den hatte.

03.10.2018 20:49
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
cause we could be immortals

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Kati H. - dawnthieves.de

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06.12.2006

Das vertraute Knarzen unter den Tatzen gefiel ihm, auch wenn es auf ihrer kleinen Nahrungsmission sehr wahrscheinlich eher kontraproduktiv war. Saiyán hatte über den langen Sommer hinweg überhaupt nicht bemerkt, wie sehr er das kalte Wetter und die weiße Pracht vermisste. Ziemlich seltsam, wenn Wolf beachte, dass die weiße Jahreszeit eher nur Nachteile für das Rudel bereit hielt.

Semi-aufmerksam hielt er den Kopf gesenkt, die Nase gen Boden. Vorhin waren die Witterungen mehrere Geweihträger zwischen den Bäumen zu vernehmen gewesen: Auch sie widmeten sich mittlerweile wieder den Rinden, als dem schneebedeckten Gras. Das Gute daran war, dass sie ein einzelnes Tier, entfernt von der Gruppe auf Nahrungssuche auch zu dritt erledigen konnten. Zwar waren die Gerüche in der klaren Luft noch wahrzunehmen, doch sie schienen noch immer weiter entfernter. Das Requistenblut, ihr noch immer recht frischer Alpha und er, der hier eigentlich nichts zu suchen hatte, müssten wohl tatsächlich bis zu den südlichen Laubwäldern am Rand der Weideflächen folgen.
Dem Dunklen kam es nur recht, auch wenn sich ihr Ausflug dadurch ziehen würde. Er wollte Abstand zu seinem Ebenbild, dessen Innenleben er zu seinem Missfallen kaum mehr offen lesen konnte, und auch zu Ashlynn, die – so schwer es ihm auch fiel – sehr wahrscheinlich einer der Beweggründe für diese Sperre war. Doch darüber wollte er sich nicht weiterhin den Kopf zerbrechen. Er brauchte Ablenkung. Mehr Ablenkung als den Jahreszeitenwechsel, mehr Ablenkung als den Verlust eines Rudelmitglieds, dessen Abwesenheit er sich niemals hätte vorstellen können.

Auf der Spur der Geweihträger war Saiyán, selbstverständlich nach ein wenig Smalltalk zu Beginn des Abends mit seinen Begleitern, ein wenig ausgeschert um den Suchradius zu erweitern. Nun, als er sich sicher war wohin sie gehen müssten, blieb er stehen und hob den Kopf an. Die beiden Graupelze waren näher als er dachte, sogar in Hörweite.

„Möchtest du deine Brut mit Kleingetier hungern lassen, damit sie selbst jagen, oder wollen wir an den Rand der Weideflächen?“, hob er die Stimme an und entschloss sich im selben Atemzug zu warten, ob die beiden aufschlossen.
Natürlich war er Saiyán. Natürlich schnickte er die Schnauze bei der Frage hoch. Und natürlich belief sich seine zweite Botschaft auf die Forderung, das Kleingetier Kleingetier sein zu lassen und sich lieber der größeren Beute zu widmen.


NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




04.10.2018 12:23
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wolkenlos...
IST FAST WIE FLIEGEN. FREI & OHNE SORGEN.
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Sas R. - dawnthieves.de

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15.09.2015

„Aidan beweg dich! Wolf, du bist ja langsamer als diese neugierigen Welpen!“, schimpfte Caspar mit ihrer Sopranstimme und geriet dabei richtig in Fahrt. Über den Herbst hinweg hatte sie viel zu viel Zeit mit Yasharo und Aiyana verbracht, damit auch zwangsläufig mit den Jeannewelpen, die weiterhin mit ihrer Trauer zu kämpfen hatten. Auch wenn die Engelsgeduld die selbsternannte größte Stärke der kleinen Elfe war, so war sie nun doch froh mit einem gleichaltrigen Wolf am Gebirgsbach herum tollen zu können. „Aidan! Komm schon! Wenn wir uns nicht beeilen, finden wir unseren neuen Opa-Wolf nicht mehr wieder!“, meckerte sie, viel zu aufgeweckt-fröhlich, um wirklich ernst zu motzen.

Wie sie es überhaupt hinbekommen hatte, dass Aidan tatsächlich mit ihr kam und sie nicht alleine durch den Schnee tanzen musste, war ihr noch immer ein Rätsel – doch dieses nahm sie liebend gerne dafür in Kauf, dass der Wolf in Schwarz sie begleitete. Immerhin hatten sie beinahe gleichzeitig dieses Tal betreten – da müssten sie auch gemeinsam etwas erleben!

Aufgeregt, den frischen Pulverschnee aufwirbelnd, drehte sie kurzzeitig um, umrundete den dunklen Begleiter und passte sich dessen Geschwindigkeit an.

„Du wolltest doch mitkommen, dich mehr am Rudelleben beteidigen, Anschluss finden, neue Freunde kennen lernen...“, zählte sie all die neualten Vorsätze auf, die Caspar selbst für Aidan in Stein meißelte, damit dieser aus seiner grimmigen Rolle heraus kam.

Nunja, in wie weit Aidan selbst damit einverstanden war, blieb ebenso unbeantwortet wie die Frage darauf, wieso – bei allen Engeln – er überhaupt mitgekommen war. Doch diese Fragen sollten nicht Cas' Problem sein, auch wenn sie sich selbst dazu zwang tief durchzuatmen und ruhiger zu werden, damit sie den Rabenwolf nicht sofort wieder verschreckte. Stattdessen nutzte sie ihre Energie lieber dafür, die Spur von Aiyán, der kurz zuvor eben hier langgelaufen sein müsste, zu verfolgen. Noch so ein schwarzer grimmiger Wolf, der augenscheinlich perfekt zu Aidan passen würde, wenn die beiden sich erst einmal näher kennenlernten. Zwar wäre Saiyán, der bis vor wenigen Mondwechseln noch grimmiger als sein Bruder war, ihre erste Wahl gewesen – doch Aiyán machte seinem Bruder in letzter Zeit große Konkurrenz.

„Ich bin mal gespannt, ob er uns bemerkt, oder ob wie ihn tatsächlich überraschen werden.“, murmelte sie mit verschwörerisch gesenktem Kopf.

...bin dem Himmel so nah.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
WIE DER VOGEL DEM HIMMEL ENTGEGEN.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
LASS' MIR DEN HORIZONT NICHT NEHMEN.

ICH FLIEGE SO HOCH.
UNTER MIR DIE WELT ZERRINNT.
ICH FLIEGE SO HOCH.
GLEICH DEN ENGELN, GESCHWIND.

SIE HABEN MICH ERHÖRT.
ENGELSRUFER


04.10.2018 12:44
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Heshima

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Winter. Den hatte Heshima noch nie wirklich gemocht. Sie war seit jeher ein Frühlings-, ein Sommer-, ja, sogar vielleicht auch noch ein Herbstkind, wenn sich alle Blätter bunt färbten, aber ein Winterkind war sie nie gewesen. Zwar mochte sie die weiße Pracht, die alles übertönende Ruhe, wenn sich nicht gerade Raben in unmittelbarer Nähe um das karge Futter stritten, aber die mit dem Winter kommende Kälte, die in ihre sehnigen Glieder kroch, traf selbst bei der sonst so lebensfrohen Fähe, die auch den schlimmsten Gegebenheiten etwas Schönes abgewinnen konnte, auf tiefe Ablehnung.


Schnaubend setzte Heshima ihren Weg fort und weißer Rauch begann ihr Gesicht mit jedem Ausatmen einzuhüllen und ihre sonst tiefschwarzen Barthaare mit einem weißen Schleier zu bedecken. Hatte die Ergraute anfangs die Höhle aufgesucht, um ein wenig Schutz vor der Kälte zu finden, hatte sie schon kurz nach ihrem Betreten gespürt, dass eine eisige Luft durch den Gang strömte und ihren Plan, sich über Nacht hier niederzulassen, bis die Temperaturen am nächsten Tag zumindest ein wenig milder wurden und sich der dichte Nebel, der sie seit einiger Zeit begleitet hatte aufzulösen begann, verworfen. Wieso sie schließlich immer tiefer, im stoischen Gleichschritt ihren Weg in die Höhle fortsetzte, hätte Heshima weder zu diesem Zeitpunkt noch zu einem späteren benennen können. Vermutlich befürchtete sie, dass sich etwas in dem dichten Nebel befand, welcher so plötzlich um sie herum geherrscht hatte und sie trotzdem weder verwundert war, noch hatte sie es sofort bemerkt, auf das sie nicht vorbereitet gewesen wäre. Ein riesiges Ungetüm, vielleicht ein zehn Wölfe großer Bär mit wildem Blick und messerscharfen Klauen an den Pranken, bereit ihr Leben inmitten dieses Nebels zu beenden. Jetzt wirst du albern, huschte es durch den Kopf der Fähe, während sie behutsam ihren Weg durch die immer schmaler werdenden Gänge fortsetzte; ihre Glieder schon deutlich steifer geworden durch die nagende Kälte.


Plötzlich blieb Heshima abrupt stehen und unter ihren Pfoten sprangen einige, kleinere Kieselsteine mit einem klirrenden Hall weg und purzelten hinab in das Tal, dessen Anblick der Fähe kurzzeitig den Atem raubte. Noch nie, in all den Jahren ihrer Streifzüge hatte es ihr jemals wirklich die Sprache verschlagen, auch wenn sich vor ihren orangegoldenen Seelenspiegeln durchaus die ein oder andere Schönheit offenbart hatte. Doch irgendetwas war dieses Mal anders und das, obwohl sie aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit nicht mehr alle Einzelheiten wahrnehmen konnte und manches schemenhaft verhüllt blieb und nur sacht das fahle Licht des Nordlichtes auf es schien, breitete sich in ihr ein zaghaftes Gefühl von Geborgenheit und Wärme aus, als wäre sie am Ende einer langen Reise endlich zu Hause angekommen. Da Heshima aber von Interpretationen allgemein nicht viel hielt und es vorzog, Dinge so anzunehmen, wie sie waren ohne sich in Bewertungen zu verstricken, kam sie schnell wieder von diesem Gedanken ab und setzte sich mit einem wolligen Schütteln, der die Kälte aus ihrem Pelz vertrieb erneut in Bewegung. Immerhin hatte sie etwas gerochen, was ihr vertrauter war als dieser Anblick – Artgenossen, zaghaft begleitet von einer undeutlichen Fährte Geweihträger. Vermutlich waren sie auf der Jagd. Oder hatten vielleicht schon Erfolg gehabt. Natürlich war der Ergrauten bewusst, dass es riskant war, sich einem fremden Rudel in einem ihr völlig unbekannten Revier zu nähern, gar in dieses vorzudringen, doch für diese Nacht hatte sie erstmal keine andere Wahl. Vermutlich auch nicht für diesen Winter, der auch Wölfe in einer besseren körperlichen Verfassung als sie es war, vor große Herausforderungen stellte. Erst recht, wenn sie ganz auf sich allein gestellt waren. Und Heshima machte sich da auch nichts vor – Sie konnte ein paar Mäuse unter der Schneedecke erbeuten, vielleicht auch einen alten Hasen und wenn sie richtig viel Glück hatte, einen unachtsamen Eichelhäher oder etwas Ähnliches; aber Großwild, da musste sie passen. Vielleicht war es nun wirklich an der Zeit, die einsamen Wanderungen als Teil ihrer Vergangenheit abzuschließen und im Herbst ihres Lebens Teil eines Rudels zu werden. Also hielt sie sich ran, vorsichtig und behutsam zwar und konzentriert auf ihre Umgebung, aber trotzdem ihre Schritte beschleunigend um den Geruch deutlicher in die schwarze Nase zu bekommen. Heshima zog also dichter in den Wald, dessen Äste unter dem ersten Schnee knarzten und lies die Höhle hinter sich ohne einen weiteren Gedanken an das, was hinter ihr lag, zu verschwenden.

04.10.2018 16:20
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.02.2016

War es nicht seltsam? Er verbrachte das erste Mal in seinem Leben den Winter in diesem Tal, welches vermeintlich seine Heimat war. Das erste Mal sah er es in weiß und grau getaucht, atmete seine eisige Luft - und dabei erschien es ihm vertrauter als je. Er hatte gar nicht gemerkt, wie seine Schritte sich verlangsamten und er fast stehen blieb, während sein Blick den Himmel streifte, über den Schleier des Lichts wehten. Nur die Berge nahmen ihm die Illusion, dass er durch die endlosen kargen Weiten der Tundra streifte. Er fühlte sich fast, als wäre er wieder der Halbwüchsige, der seinen ersten Winter auf Wanderschaft erlebte und seinen Mentor nach den komischen Lichtern fragte Nur, dass er jetzt, zwei Jahre später, nicht einem erfahrenen und älteren Rüden folgte, sondern einer jüngeren Fähe, die wieder irgendwelche Flusen im Kopf hatte und ihnen unbedingt nachjagen musste. Ihr schrilles Gepiepse drang wie durch eine Dicke Nebelwand zu ihm durch, doch eigentlich war er dankbar für die Unterbrechung aus seinen unnützen sentimentalen Träumereien.

"Ich wollte eigentlich keinen weiteren Pflegefall adoptieren.", antwortete er skeptisch.

Aber ein kleines geduldiges Lächeln spielte trotzdem um seine Lefzen. Er konnte nicht anders, als zuzugeben, dass dieser spezielle Pflegefall und Wirbelwind in Einem ihm doch ans Herz gewachsen war. Und wie er sich für diesen Gedanken schelten wollte! Wie er sich einreden wollte, dass er das nie hätte zulassen sollen. Doch seine Vernunft hatte letzten Endes doch gesiegt - solange er seine Vorsicht nicht fallen ließ ( und wann tat er das schon? ) war daran nichts Falsches. Er schnaubte laut und kniff die Augen zusammen, als Caspar schneewirbelnd um ihn herumtänzelte, sodass sein dicker dunkler Pelz mit einer feinen Silberschicht versehen wurde.

"Jaaaaah...", begann er und verdrehte die Augen. "Meine Träume werden wahr!"

Nun gut, ein bisschen fehlte es ihm schon manchmal am Anschluss, das hatte sie schon richtig beobachtet. Doch es hatte schon seine Gründe, weswegen man sich seine Freunde sehr durchdacht aussuchen sollte. Aber vielleicht verstanden Caspar und er auch einfach grundlegend verschiedene Dinge unter dem Begriff "Freundschaft". Aidan war sich nicht mal sicher ob er je in seinem Leben Freunde gehabt hatte. Alle Wölfe die er kannte, waren entweder mehr als das gewesen : Familie und Lehrer und Retter, den er mehr schon verehrt hatte, als alles andere. Und der Rest war nie auch nur in die Nähe davon gekommen, war im Strudel der Zeit verblasst. Nun gut, jetzt wo er darüber nachdachte, vielleicht waren die Schlittenhunde damals auch so etwas wie Freunde gewesen - doch ihr Tod hatte ihn kaum berührt. Schnell riss er sich von dem Gedanken weg und fixierte wieder Caspar, die sich mit einer Fährte auseinanderzusetzen schien. Froh, nicht weiter über dieses etwas deprimierende Thema nachdenken zu müssen schloss er sich ihr an und warf ihr dann einen fragenden Blick zu, als es in seinem Kopf Klick machte.

"Mir war nicht bewusst, dass Aiyan spontan gleich zwei Generationen gezeugt hat." Dann gluckste er düster. "Vielleicht fällt der Opa ja von Schrecken tot um."

So wie Jeanne es angeblich getan hatte. Er fühlte sich fast schlecht für den Witz, aber auch nur wegen der Welpen, die sie zurückgelassen hatte. Das ganze war ihm sowieso milde suspekt gewesen - so alt war Jeanne ja offensichtlich nicht gewesen, wenn sie dieses Jahr Welpen bekommen hatte. Sein Blick suchte nun den von Caspar und auch er duckte sich ein wenig, seine Rute schwankte seicht von links nach rechts und wirbelte feinen Glitzerschnee in die Luft. Für einen Hinterhalt war er auf jeden Fall zu haben.



when i wake up i'm afraid
somebody else might take my place

Thought I was safe beneath the smoke
But even under cover I still choke
04.10.2018 18:45
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INSIDE OF ME
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All we need is to believe
Someday we will find a way
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04.12.2011

Seit sie weg war, fühlte er sich wie ein Blatt im Sturm. Verloren, ohne Richtung und ohne Möglichkeit sich irgendwo festzuhalten. Zur Ruhe zu kommen. Ihr Fortgang hatte ihn auf eine Art und Weise zerrissen, die er nie für möglich gehalten hätte. Und dann….dann war Jeanne gestorben. Einfach so. Er war wirklich niemand, der allzu schnell Bindungen aufbaute aber nun waren gleich 2 Bindungen verloren gegangen. Wölfe, die er sehr geschätzt hatte. Mit Jeanne war eine Freundin gestorben. Ein Wolf, dessen Worte er geschätzt hatte. Deren Worten er vertraut hatte. Respekt hatte er ihr im Tod wie im Leben gezollt. Dabei hatte sie nicht viel dazu tun müssen. Wie sehr hatte ihn aber der Weggang von seinem Buntauge hatte praktisch sein Leben in einen Scherbenhaufen zerschlagen und er hatte nach Jeannes Tod die Einsamkeit gesucht und sich vom Rudel etwas mehr zurückgezogen. Er war nie gut darin gewesen, mit Gefühlen umzugehen. Auch jetzt nicht.

Ziellos fühlte er sich, während er durch die Gegend wanderte, in der das Rudel nun über den Winter lagerte. Winter – eigentlich seine Lieblingszeit. Schnee und Kälte hatte er so sehr vermisst, weil es ihn an zuhause erinnerte aber jetzt war es einfach nur schmerzhaft. Er war bereit gewesen, dieses Tal als sein Zuhause zu akzeptieren, weil das Buntauge hatte hier bleiben wollen. Er hatte sich dafür entschieden, um ihretwillen sich zu ändern. Er war schon in Gedanken dabei gewesen, eine Familie mit ihr zu gründen. Er hatte….die Alphas um Erlaubnis fragen wollen. Und jetzt….jetzt hatte sie ihm das Herz herausgerissen. Und es mit sich genommen. Niemals hatte er sich vorstellen können, solch einen Schmerz zu empfinden.

Dabei war sie nie vorgesehen gewesen. Die Sternsucher hatten ihm die Zukunft als Krieger vorhergesagt. Nicht als ein solcher, der eine Familie gründete. Und selbst wenn...sie war ein Tieflandwolf gewesen. Ein BUNTAUGE. Und trotzdem hatte er das für sie hinter sich gelassen.

Wie gerne hätte er Welpen mit ihr großgezogen. Aber die Gedanken wollte er langsam loslassen, obwohl das nicht leicht war, wenn man wusste, dass die Ranz näher kam. Er hätte gern Welpen gehabt, kleine Rüden, die seinen Zweitnamen forttrugen, damit sein Zweig des Stammes nie in Vergessenheit geriet. Das würde wohl nun doch nie passieren.

In einigem Abstand war er schon eine ganze Weile der Gruppe um Akando gefolgt. Nicht nah genug um dazu zu gehören, aber auch nicht weit genug weg, um nicht doch bei Aufforderung dazu stoßen zu können, denn auch ihm war der Geruch der Hirsche aufgefallen.

HOME IS WHERE THE HEART IS
04.10.2018 20:10
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Während Aidan nach ihrer Schneeattacke endlich zur Besinnung kam – yey, das müsste sie sich aufjedenfall merken! - schüttelte Caspar ihrerseits den hellen Pelz und befreite ihn von den seichten Schneekristallen. Sie liebte diese Jahreszeit, immerhin erinnerte sie sie an zuhause. Schöne Zuhausegefühle, ohne Bevormundung und nervige Schikane.

„Aiyán wird kein Pflegefall sein. Bei dir hat es doch auch geklappt, dass du endlich dein Schnäuzchen aufmachst und mit mir sprichst.“, beteuerte sie wohlwollend ohne zu bemerken, dass der Rabenpelz überhaupt nicht das Halbblut damit betitelte. „Wir müssen ihm nur ein wenig gut zureden, dann wird er bestimmt aufblühen. Du kennst ihn doch von früher, oder nicht? Als Welpen werdet ihr doch sogar miteinander gespielt haben? Das wäre doch zu schön.“

Zum Einen skeptisch, zum Anderen jedoch schnell wieder recht verträumt, sann sie über den Gedanken nach, dass sowohl Rabenwolf, als auch Opa-Wolf in die Pfoten fielen. Und tatsächlich war dies so absurd, dass selbst Cas belustigt kichern musste. Sie wollten bei kleinen Schritten bleiben, im besten Fall so besonnen wie Jeanne es immer gewesen war: Mit Gemach kamen sie auch zum Ziel.

Natürlich war Cas ein wenig naiv, doch so naiv Aidans untypischen Ausruf für Bares zu nehmen, wäre sie dann auch nicht. „Hast du niemals davon geträumt, dass du deine Wurffreunde wieder triffst? Immerhin werdet ihr viel Zeit miteinander verbracht haben.“, fragte sie zögerlich und nun ihrerseits untypisch ernst, die Lauscher angewinkelt, den Blick hoch zum schwarzen Gesicht.

Soweit sie wusste, mussten damals relativ viele Welpen durch das Tal gestreift sein. Alleine schon Aidan, Teyrm, Tobs, Sai und Ai, sowie Tyara waren ihr bekannt. Wenig später müsste sogar Yaci dazu gekommen sein, auch wenn Aidan und sie sich kaum getroffen haben könnten, so wie die beiden von ihren An- und Abreisen berichteten. Doch alleine schon zu sechst gab es viel zu erleben. Konnte sich der Rabenwolf an nichts davon erinnern? Während der leichte Pulverschnee durch Aidan aufgewirbelt wurde, lief ein Schauer über den hellen Elfenkörper, den kitzelnden Flocken zum Trotz.
Seinen letzten Kommentar versuchte sie erst zu übergehen, verstand den Hinweis in Richtung Jeannes Ableben sowieso nicht, auch wenn Cas wahrscheinlich ritterlich eine riesige Diskussion über geschmacklose Witze angeleiert hätte. „...weil wegen grau und so.“, murmelte sie nur als Erklärung für ihren neuen Aiyán-Titel und verschluckte dabei die Hälfte der Wörter. Mist. Wenn Aidan bereits so sachlich reagierte, müsste sie sich wohl einen neuen Namen für den Schwarzen ausdenken.

...bin dem Himmel so nah.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
WIE DER VOGEL DEM HIMMEL ENTGEGEN.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
LASS' MIR DEN HORIZONT NICHT NEHMEN.

ICH FLIEGE SO HOCH.
UNTER MIR DIE WELT ZERRINNT.
ICH FLIEGE SO HOCH.
GLEICH DEN ENGELN, GESCHWIND.

SIE HABEN MICH ERHÖRT.
ENGELSRUFER


05.10.2018 14:01
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Akira wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Tyára sie ansprach. Mechanisch erwiderte sie in ihrer typischen kalten Stimme:

"Na?"

Augenblicklich ärgerte sie sich über sich selbst. Tyára wollte ganz offensichtlich ein Gespräch beginnen, und wenn sie sich so abweisend verhielt, würde das nie funktionieren. Dabei war die graue Fähe ihr doch eigentlich irgendwie sympathisch. Etwas freundlicher fuhr sie daher fort:

„Ich mache mir Gedanken über den Bach. Ich hoffe, die Welpen sind vernünftig genug, nicht das Eis zu betreten.“

Das war natürlich nur die halbe Wahrheit – wenn überhaupt. Am liebsten hätte sie Tyára stattdessen gefragt, was sie von Welpen hielt und ob sie womöglich auch selbst welche haben wollte. Aber die Frage wäre wohl zu persönlich gewesen, zumal Tyára wie sie wusste ungern über ihre Vergangenheit redete. Insbesondere woher die Narbe an ihrer Kehle stammte, die ihr auch die raue Stimme beschert hatte, hatte die Graue noch nicht verraten. Akira konnte das nicht so ganz nachvollziehen, denn sie hätte zu jeder ihrer zahlreichen Narben sagen können, woher sie stammte. Wobei es andererseits doch zumindest eine Sache gab, über die selbst sie nicht gerne reden würde, weil sie ihr äußerst peinlich war. Vielleicht war es bei Tyára ja irgendwie ähnlich?

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
06.10.2018 14:32
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Jeannes Verlust hatte sie alle getroffen, in erster Linie deshalb, weil es so unerwartet gekommen war. Es ging nach wie vor nur schwer in seinen Kopf, wie ein Wolf, der immer kerngesund gewirkt hatte, plötzlich tot umfallen konnte. Und doch war es so und sie alle hatten damit irgendwie zurechtkommen müssen. Anstatt sich in Grübelei und Melancholie zu verlieren, stürzte er sich wie immer in die Aufgaben und Herausforderungen, die damit nun auf sie zukamen. Er konnte und wollte Jeannes Welpen nicht die Eltern ersetzen, zumal es keine Babies mehr waren und sie noch immer Sirion hatten. Aber er bezog sie ein so gut er konnte, behandelte alle gleich und bevorzugte auch seine eigenen Sprösslinge ihnen gegenüber nicht.

Es war kalt geworden in letzter Zeit. Auch die Beute wurde langsam knapper, wie es typisch für den Winter war, während die Welpen immer größer wurden und ihnen schier die Haare von den Köpfen fraßen. Aufs Geratewohl hatte er sich zwei kräftige Wölfe geschnappt in der Hoffnung, vielleicht einen der Geweihträger zu erlegen. Es versprach eine klare Nacht zu werden und so schritten sie kräftig aus. Wenigstens würde ihnen bald warm werden. Auf Saiyáns Kommentar hin drehte er lediglich den Kopf und hob vielsagend eine Braue.

„Für Kleintiere braucht man Finesse, dafür hätte ich wohl kaum ausgerechnet dich mitgenommen“, zog er ihn gutmütig auf.

Im Grunde wären dafür auch Tearl und er selbst eher die Falschen. Keiner von ihnen war besonders wendig, stattdessen bestachen sie eher durch pure Kraft und Masse. Inzwischen waren sie nicht mehr allzu weit von der Senke mit der Höhle entfernt, in der er damals Savas aufgegriffen hatte. Ursprünglich hatte er Neenhs Wald nach Süden hin durchqueren und sehen wollen, ob auf den Wiesen gerade irgendeine Herde weidete. Wenn ihnen unterwegs bereits ein Reh vor den Fang sprang, umso besser. Eine leichte Witterung veranlasste ihn jedoch dazu, die Stirn zu runzeln und abrupt anzuhalten. Prüfend hob er die Nase in den Wind, doch der Geruch war so schnell verflogen, wie er gekommen war. Bis auf Kaei, der ihnen schon seit geraumer Zeit folgte, fiel ihm vorerst nichts weiter auf. Er wandte sich um.

„Kaei.“


Mit einem Nicken bedeutete er ihm, zu ihnen zu stoßen. Er war jetzt schon lange genug hinter ihnen hergeschlichen wie ein Ausgestoßener, der sich nicht so recht dazu traute. Dabei war er doch sonst nicht so schüchtern.

06.10.2018 20:55
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• A deeper breath goes out •
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Als die selbstbewusst scheinende Fähe mit demselben Laut Antwort gab, den sie eben ihr gegenüber geäußert hatte, wurde sie stutzig. War das Kritik? Empfand sie es als unangemessen, wenn ein niedriger-rangigeres Rudelmitglied einem Höher-Rangigem ein einfaches Na zuwarf? Dann war jetzt wohl der Zeitpunkt gekommen, den sicheren Rückzug anzutreten. Doch bevor sie so weit schritt, kam von der bis eben ganz stillen Fähe mehr. In diesem Moment musste die junge Wölfin ihre Aufmerksamkeit erst einmal um 180° lenken. Bach? Welpen? Wie passte das jetzt?! Dann aber wurde ihr nach und nach klar, worauf sie anspielte. Die Kiba-Tochter sah auf den Bach, der vom aufkommenden Winter bereits im eisigen Griff gehalten wurde. Welpen … Bach .. Ertrinken. Was für eine gruslige Vorstellung. Sie sah bereits vor dem geistigen Auge das Bild eines ertrunkenen Miniwolfs … wie er da klebte, unter der Eisdecke und sie ansah mit traurigen Augen … so ähnlich, wie … Sie musste aufhören daran zu denken. Die Fähe streckte sich einmal und versuchte für einen Moment diesen grusligen Gedanken abzuschütteln. Akira fragte, ob die Welpen vernünftig genug waren … Wenn sie so daran dachte, wie sie es früher gehandhabt hatten. Oh nein! Niemals wären sie das gewesen. Von Saiyán und Aiyán konnte man das heute nicht erwarten … vernünftig sein. Konnte man den kleinen Knöpfen wohl auch kaum verübeln. So eine kleine Rutschpartie auf dem Eis war einfach zu verlockend. Umso wichtiger, dass ihre Eltern auf sie Acht gaben … und sie nicht aus den … Augen … Verdammt, es gelang ihr nicht, auch nur einen Moment nicht an ihre Familie zu denken. Melancholisch und leise tönte es aus ihrer halb geöffneten Schnauze, während sie abwesend auf den Bach blickte.

„Niemals … nicht … dieses Rudel … hat Unglücke genug … erlebt.“

Im besten Fall dachte ihr Gegenüber in diesem Moment nur an Jeanne. Im schlechtesten durchschaute sie sie und ihren anhaltende Schmerz um Kibas und Silences Verlust. Für einen kurzen Moment sah sie auf aus ihren traurigen Augen. Immerhin konnte sie nun jeden Wolf verstehen, der jemanden verloren hatte … oder gleich den Großteil seiner Familie. Und zu denen gehörte Akira, wie sie inzwischen wusste. Machte sie das nicht gewissermaßen interessant? Das klang sicherlich zynisch, aber doch, irgendwie war es so. Diese vernarbte Wölfin, die doch einmal geäußert hatte, sie fand Gefallen an ihrer verkrüppelten, rauen Stimme, die strahlte eine ungeahnte Faszination auf sie aus – nicht physisch, beileibe nicht. Aber ihr Charakter und ihre Vergangenheit. Sie betrachtete sie ausgiebigst. Diese Fähe hatte andere Wölfe auf dem Gewissen. Wäre sie zu ihr nicht bereits so freundlich gewesen, hätte sie womöglich Angst haben müssen. Sie hatte nicht den Mut zu fragen, wie gut sie Akando kannte. Sie war höchst unsicher, wie sich die Antwort auf ihr Befinden ausgewirkt hätte.
Viel mehr verlangte ein unbestimmtes Inneres in ihr, diese bemerkenswerte Fähe noch einmal auf das zu stoßen, was sie ihr mitgegeben hatte .. sie hatte sich gerächt, hatte ihre Familie gesühnt. Dafür hatte sie höchste Anerkennung verdient. Sie fragte sich, ob sie – trotz, dass sie selbst es eher zu bereuen schien – eine gewisse Vorbildfunktion für sie einnahm.

„Lass uns nicht daran denken“, mahnte sie nebenher, zielte aber in Wahrheit darauf ab, das Thema dorthin zu lenken, wo es ihr passte. Tyára sah auf den Boden, ihr nicht direkt ins Gesicht. Es half ihr den Mut zusammenzukratzen, sie zu fragen, den sie sonst nicht gehabt hätte.
„Akira! Hm …“ Wie sollt sie nur anfangen? „Du meintest du … du hättest damals … deine Familie gerächt.“ Ihre Ohren klappten kurz auseinander. Akira hatte es als ,Mord' bezeichnet. Für sie war es mehr so etwas wie rückwirkende Notwehr, aber darüber zu diskutieren brachte nichts.
„Der Moment … nachdem das geschah ...“ Sie versuchte es sich ganz genau bildlich vorzustellen, wie sie, die damals noch etwas jüngere Akira, über den blutigen Leibern tronte.
„Wie … ich meine … wie war das, für dich? Was … was hast du gespürt?“

Jetzt sah sie sie für einen Moment eindringlich an. Im Grunde hatten ihr diese Fragen lange im Schädel herumgegeistert. Sie hatte nur nicht die Gelegenheit gehabt, sie das zu fragen, damals wurden sie gestört … was hatte noch mal gestört? Es hatte angefangen zu hageln? Nee. Sie hatte ein unangenehmes Jucken im Nacken verspürt? Fast. Es war ihr ungeliebter Bruder Aiyán gewesen, der sie davon abgehalten hatte, die interessanten Felder von Akiras Ich freizulegen, um sich für etwas zu begeistern, dass ihr nicht gut tun konnte, fast so, wie eine packende Droge, die sie nicht mehr ins Leben entließ.

06.10.2018 23:53
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Kati H. - dawnthieves.de

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Tyáras Reaktion überraschte Akira. Sicherlich war die Vorstellung, dass Welpen im Eis einbrechen könnten, schrecklich, aber für Tyára schien der bloße Gedanke daran so entsetzlich zu sein, dass sie plötzlich ganz abwesend wirkte. Hatte sie womöglich schon einmal erlebt, wie ein Welpe ertrunken war, und Akira hatte sie unabsichtlich daran erinnert?

"Entschuldige bitte, ich wollte nicht ... naja, du hast recht, wir sollten wohl lieber nicht daran denken."

Sie war froh, dass Tyára von sich aus das Thema wechselte. Noch weit lieber wäre es ihr gewesen, zu erfahren, was genau hinter der Reaktion der Grauen steckte, aber ihr war klar, dass es keine gute Idee wäre, danach zu fragen.

Das Thema, dass Tyára stattdessen ansprach, war allerdings wiederum für Akira äußerst unangenehm. Sie war zwar der Ansicht, dass sie kein Recht dazu hatte, ihre Vergangenheit zu verheimlichen, aber in letzter Zeit war es ihr gelungen, nicht mehr allzu häufig daran zu denken und es hatte ihr gut getan. Aber andererseits hatte sie natürlich auch kein Recht dazu, ihre Schuld einfach zu verdrängen, nur damit es ihr gut ging. Wahrscheinlich hatte sie es als Mörderin überhaupt kein Recht darauf, dass es ihr gut ging.

"Ich habe nicht viel gespürt. Ich habe damals geglaubt, dass ich gar nichts mehr fühlen kann, dass der Teil von mir, der fühlen konnte, zusammen mit meiner Familie gestorben ist. Ich habe wohl so etwas wie Hass gespürt, aber selbst das kam mir nicht als richtiges Gefühl vor. Es ist schwer zu beschreiben. Hauptsächlich sah ich es als meine Pflicht an, die ich erfüllen musste, auch wenn ich wusste, dass es falsch war, zu töten."

Akira machte eine Pause und ihr Blick schweifte von Tyára wieder auf den halb gefrorenen Bach und diesen Entlang in die Ferne, dann wieder zurück.

"Als ich es dann getan hatte, spürte ich Zufriedenheit. Ich hatte meine Aufgabe erfüllt, und ich war mir sicher, dass ich jetzt sterben würde und endlich meine Mutter und meine Geschwister wiedersehen würde. Und ich wunderte mich, warum ich noch nicht tot war. Dann sah ich die Welpen und mir wurde langsam klar, was ich getan hatte."

Erneut schwieg Akira und schaute Tyára fragend an. Hatte sie die Frage genügend beantwortet? Sie war sich nicht sicher, ob jemand anderes überhaupt auch nur ansatzweise nachvollziehen konnte, was in ihr vorgegangen war. Das konnte sie ja nicht einmal selbst wirklich.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
12.10.2018 01:02
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I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

This isn't
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31.07.2006

Der Winter war seine Jahreszeit. Das vertraute, weiße Kleid des Tals war wie eine Decke, die sich beruhigend über seine Seele legte. Das mochte in seinem Kopf vielleicht ein bisschen melodramatisch klingen, aber Schnee gab ihm die Gelassenheit und Ruhe, die er über die lauteren Monate so vermisste. Wenn alles um ihn herum in so vielen grellen Farben erstrahlte und die vielen Details in der Landschaft die Augen anstrengten. Im Winter war alles leiser, klarer, einfacher. So zu denken, lag ihm als Requisten aber auch einfach im Blut. Vielleicht lag es auch ein bisschen am Alter. Der Winter war gleichzeitig auch immer die Erinnerung, dass wieder ein Jahr vergangen war. Sieben waren nun rum und dies sein achter Winter. Mit der Zahl fühlte er sich alt, doch zum Glück war sein Körper immer noch so kräftig, wie eh und je. Zumindest kam es ihm so vor, auch wenn ihm durchaus bewusst war, dass er mit seinem Ich vor einem halben Leben nicht mehr mithalten könnte. Trotzdem war er froh, es weit hinter sich gelassen zu haben.
Er war immerhin noch fit genug, um auf Großwildjagt zu gehen. Und bisher hatte er sich auch noch keine Alter-Wolf-Sprüche von Saiyán anhören müssen, der ein bisschen Kreuz und Quer in ihrer Nähe herumstöberte und fast ein bisschen so aussah, als würde er eigentlich nach Kleintier unter der Schneedecke Ausschau halten, statt nach Fährten von Geweihträgern zu suchen.
Irgendwann kam er wieder näher an sie heran und Tearl schnaubte etwas belustigt, als der junge Rüde es so klingen ließ, als wären er und Akando diejenigen, die bloß kleine Nager jagen wollten. Dass er dabei Akandos Nachwuchs als Brut bezeichnete, fand er frech, aber der Leitwolf konterte bloß schlagfertig, ohne sich provozieren zu lassen. Im Grunde war ihnen vermutlich allen lange genug bewusst, dass es das Wort „Anstand“ nicht in Saiyáns Wörterbuch gab.

Im selben Moment, als Akando sich nach ihrem schleichenden Verfolger Kaei umblickte, fiel auch Tearl noch ein weiterer Geruch auf, aus der entgegengesetzten Richtung. Dort, wo die Senke mit der Höhle war. Seine Ohren drehten sich aufmerksam nach vorne und er meinte eine Bewegung zwischen den Bäumen ausmachen zu können.

„Da vorne scheint auch noch jemand zu sein.“


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

14.10.2018 14:49
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28.02.2016

Aidan seuftzte theatralisch auf, doch als er Caspar anblickte konnte er ein kleines Lächeln nicht unterdrücken.

"Hatte ich denn wirklich eine Wahl? Ich glaube nicht, dass dich ein Wolf auf dieser großen weiten Welt erfolgreich ignorieren könnte."

Gewiss, es gab Wölfe mit Nerven aus Stahl und endloser Geduld. Doch Caspar war nun mal eine unaufhaltsame geballte Kraft des Nervens. Im Moment schien sie aus irgendeinem Grund darauf versessen zu sein, spezifisch Aiyan zum Blühen zu nerven. Und er sollte mitkommen, weil er und Aiyan sich von früher kannten? Oder einfach weil er Caspar als leichte Beute für ein Abenteuer in die Pfoten gefallen war? Er wusste nicht, wie genau sich Caspar die Welpenzeit von Aidans Generation ausmalte und ehrlich gesagt hatte er auch wenig Lust, ihr auf die Sprünge zu helfen. Er half sich selbst sogar ungern dabei. Wenn er sich mal dabei ertappte, an die alten Welpentage zu denken, so war es meistens in Verbindung zu seiner Familie. Die Zwillinge waren eh früh davongezogen und selbst wenn sie zuvor manchmal Zeit gemeinsam verbracht hatten, so hüllten schwere Rauchschwaden des Vergessens und des Verlustes diese Erinnerungen ein. Er erinnerte sich eher faktisch an sie, als alles andere.

"Ja, ich erinnere mich. Aber diese Erinnerungen fallen wenig ins Gewicht."

Sie waren Erinnerungen aus einem anderen Leben, einem Leben, welches er in einer tiefen Höhle vergraben hatte und immer wieder vergeblich versuchte zuzuscharren. Langsam musste er aber wohl einsehen, dass dies unmöglich war. Schlimmer noch, es wurde immer weniger notwendig, nun, da er nicht mehr an der Seite seines Mentors lebte. Wenn ihm solche Gedanken kamen, fühlte er sich immer schuldig - als würde er nur aus bequemer Fahrlässigkeit sich Ausreden suchen.

"Nein.", antwortete er leise, auf ihre zweite Frage. "Als ich zurückkam hatte ich erwartet meine Schwester vorzufinden. Meine Eltern."

Stattdessen hatte er Teyrm gefunden. Und obwohl er nicht von bösem Blut sprechen konnte, war da doch eine Distanz so weit wie die Tundra zwischen ihnen und er wusste nicht, wie er sie überbrücken konnte - ob es überhaupt möglich war. Er war nicht darauf vorbereitet gewesen. Aber machte es einen Unterschied? Wäre zwischen ihm und seiner Schwester nicht auch eine ähnliche Barriere gewesen? Was hätte er seiner Mutter sagen können? Dem Vater entgegen treten? Die Gedanken bissen sich in ihn ein, so stark wie das letzte Mal vielleicht im vor über einem halben Jahr. Deswegen hasste er solche Fragen. Doch ein Blick auf das ernste Gesicht Caspars genügte, dass er ihr nicht böse sein konnte. Trotzdem, es war besser das Thema blieb begraben. Schon allein seine Erwartung als er hierhin zurückgekehrt war - es war ein Gemisch aus Furcht und Hoffnung gewesen, welches sich dann in die Leere ergossen hatte. Denn nichts war so gewesen, wie er es gedacht hatte.

Ihr Murmel erhaschte er gerade noch so und ihm ging das Licht endlich auf. Natürlich hatte er auch gemerkt, wie der Fellwechsel in den Zwillingen neue helle Haare gebracht hatte. Es stand ihnen sogar ziemlich gut.

"Bist halt einfach zu kreativ für mich.", lachte er leise.



when i wake up i'm afraid
somebody else might take my place

Thought I was safe beneath the smoke
But even under cover I still choke
15.10.2018 22:21
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03.08.2015

Der erste Schnee hatte unzählige Emotionen in Yavinja geweckt, die auch noch immer in ihr kreisten. Der Herbst, mit den Farben ihres Pelzes, war gewichen. Und jetzt tauchte der Schnee alles in ein reines, klares Weiß. Es war kalt, an den Pfoten, der Nase, im Fang. Weiß war kalt, nicht so warm wie der Pelz ihrer Mutter. Dieser Gedanke hatte sich immer wieder in ihrem Verstand verbissen, nur mit Mühe hatte sie ihn ablegen können, als der Schnee höher geworden war. Sie hätte das alles so gern zusammen mit ihrer Mutter erlebt, sich mit ihr durch den Schnee gerollt. Auch Sirion und Finnjar konnten sie nicht darüber hinweg trösten, auch wenn sie sich seit dem Tod ihrer Mutter nur noch mehr an die beiden Rüden gehalten hatte. Aber es ging weiter, irgendwie. Mehr und mehr erlaubte die junge Fähe sich, nicht nur an ihre Mutter zu denken. Sie hätte nicht gewollt, dass sie sich nur in die dunkle Höhle ihrer Gedanken verzog. Also machte sie weiter. Auch wenn sie in manchen Momenten einfach mit sich und ihrer Welt allein sein wollte.
Wie auch heute. Nach einem ausgiebigen Ausflug durch das verschneite Tal – wenn auch immer in der Nähe des Rudels – hatte sich die junge Wölfin schlussendlich unter einem kleinen Busch zusammen gerollt, die Nase unter der Rute versteckt und hatte einfach ihre Gedanken schweifen lassen, bis sie schließlich eingeschlafen war. Ihr Schlaf war traumlos, und so erwachte sie erst, als der abend sie schon in Dunkelheit hüllte. Zuerst erschien Yavinja Nichts anders, sie streckte sich, stand auf und schüttelte den Schnee aus ihrem bunten Pelz. Es dauerte einige Momente, bis die bläulichen Augen zum Abendhimmel wanderten – und einen Moment verwirrt drein blickten. Einige weitere Atemzüge, dann schwang die Rute der Fähe etwas nervös durch die kühle Luft. Sie kannte am Himmel nur die Sterne, die Sonne, den Mond. Die Wolken, die diese manchmal hinter sich versteckten. Aber das war Nichts davon. Wolken sahen nicht so komisch aus, leuchteten nicht wie das Licht am Himmel. Es war noch kein Wolf in Panik ausgebrochen, es konnte also Nichts schlimmes sein. Trotzdem verlieh es Yavinja eine gewisse Unruhe, die sie den Blick suchend schweifen lassen ließ. Sirion war in diesem Moment nicht zu sehen. Aber ein anderer, weißer Pelz versprach Hilfe. Yacáru war ganz in der Nähe – und sie wusste bestimmt, was diese Lichter waren. Yavinja schüttelte also noch einmal ihren Pelz, ehe sie mit zielsicheren Sätzen auf die ältere Wölfin zuhielt. Kaum hatte sie sie erreicht, stubste sie ihr mit der Nase an die Lefze, ließ die Rute begrüßend durch die Luft schwingen. Für mehr hatte sie kaum Zeit, das, was da am Himmel vor sich ging, machte sie viel zu unruhig.

Yacáru... was ist das?“

Zögerlich neigte sie die Nase mit einem Deuten zum Himmel, versuchte dabei aber die blauen Augen auf die Fähe gerichtet zu lassen. Dafür war sie viel zu neugierig.

16.10.2018 09:53
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I'LL RAISE MY VOICE LIKE A WEAPON
UNTIL THEY FALL TO THE GROUND
and down on your knees you just don't look so tall
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28.09.2008

Als sie die Himmelslichter an diesem Abend bemerkte, war Yacáru auf eine höhere Stelle in den Felsen am Gebirgsbach geklettert. Von dort aus betrachtete sie das Schauspiel, das mit jeder Minute in der die Nacht dunkler wurde an Intensität dazugewann. Da war ein Knäul an Gefühlen in ihrer Brust, die sie nicht in Worte fassen konnte. Sie fühlte sich gleichzeitig sehr klein und irgendwie auch … nicht alt, aber älter. Der vergangene Jungwolf reckte die Schnauze aus ihrem Herzen, doch der erwachsene Wolf, die Mutter, der Beta – sie waren nur allzu präsent in ihrem Kopf. Sie fühlte sich daran erinnert, wie lange es her war, dass sie diese Lichter das letzte Mal gesehen hatte und wie viel sich seitdem verändert hatte. Alles, jeder, sie selbst. Zuerst hatte ihr Herz einen Sprung gemacht, in kindlicher Erwartung, was es vielleicht bedeuten mochte. Ob das Wiederkehren der weißen Lichter bedeutete, dass auch sie wiederkamen. Was würde dann geschehen?
Von ihrem Felsen aus hatte Yacáru einen Blick auf die Spitze des großen Berges, die sowieso alles überragte. Er lag so ruhig und totenstill da wie immer. Von ihm ging kein Licht aus. Und schließlich fragte sie sich, ob das Licht überhaupt eine Bedeutung hatte. Abseits von Erinnerung. Vielleicht Mahnung. Vielleicht ein Gruß.

Als Yavinja zu ihr hinaufkam, erwiderte sie ihre Berührung, indem sie ihr kurz über die Nase leckte. Die Welpen waren so schnell so groß geworden, dass es ihr glatt irrational vorkam, sie immer noch als solche zu bezeichnen. Wenn sie neben ihr standen und Yacáru wieder einmal bewusstwurde, dass sie nicht mehr zu ihnen hinter schauen musste, dann ging ihr einerseits das Herz auf vor Liebe und Stolz und andererseits schmerzte es auch ein bisschen vor Wehmut. Dass Yavinja nicht ihre leibliche Tochter war, spielte dabei keine große Rolle.
Immerhin, Yavinjas Worte erinnerten Yacáru wieder daran, dass sie trotz ihrer körperlichen Größe noch sehr jung waren. Die Weiße lächelte und richtete ihren Blick wieder auf die wabernden Lichter am nächtlichen Himmel.

„Du kennst doch bestimmt die Geschichte von Kiba und Yago, unseren Leitwölfen vor Andraki und Akando, oder?“

Yasharo und Ayana hatte sie die Geschichte jedenfalls erzählt.


And in my mind, in the faraway here and now, I've become in control somehow and I never lose my temper, because I will be the picture of of discipline, never messing up anything and I'll be a good respectable member. And it's funny how I imagined that I would be that person now, but it does not seem to have happened, maybe I've just forgotten  how  to  see that I am  not exactly the  person that I thought I'd be
Instead I am exactly the person that I want to be
19.10.2018 14:23
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
cause we could be immortals

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06.12.2006

Hm. Wäre er näher an seinen beiden Begleitern gewesen, so hätte er es sich vielleicht verkniffen: Doch nun wo er sogar ziemlich freiwillig an einem normalen und langweiligen Rudelleben, inklusive aller gewünschten noch langweiligeren Interaktionen teilnahm, schien es nur passend über den frechen Kommentar von Akando zu schmunzeln und die Lauscher zu spitzen, anstatt sie missbilligend anzulegen. Tatsächlich wäre das Halbblut für kleine Mäusejagden mehr als ungeeignet, nicht zuletzt weil er diese viel lieber selbst verspeiste, als sie irgendeinem jagdfaulen Hund abzugeben. Nunja, wobei sie lieber einen einen Wolf hätten mitnehmen sollen, der sich nicht bewegen wollte, anstatt einem der es womöglich in den nächsten paar Stunden nicht mehr konnte. Mit einem Seitenblick auf den grauen Requisten neben dem Leitwolf verband Saiyán seine Gedanken mit einem absicherndem Blick. Noch wirkte Tearl motiviert und einsatzbereit.

Während Akando sich bewegte und in Richtung Kaei sah, der nun doch näher kam als üblich, wollte Saiyán sich gerade wieder abwenden und weiter in Richtung der Weideflächen laufen. Er war ziemlich froh darüber gewesen, dass der Weiße sich bisher bedeckt gehalten hatte. Doch anstatt dem Geruch des Wildes als zentrale Note mischte sich nun ein anderer Geruch mit der klaren Luft. Unbekannt, so schnell aufgetaucht, als wäre er urplötzlich aus dem Erdboden aufgetaucht. Irritiert zog der dunkle Rüde den Nasenrücken kraus, als wollte er seinen Sinnen nicht trauen. Irgendwo dort vorne wartete ein Wolf auf sie.

Während sich die Lauscher spitzten, um vielleicht erste verräterische Geräusche wahrzunehmen, entdeckte auch Tearl den fremden Geruch. Ein weiterer Kommentar dazu war nicht mehr nötig, nun hieß es wohl warten oder entgegenkommen. Da sie Akando ausnahmsweise direkt bei sich hatten, entschied sich Saiyán vorerst darauf zu warten, dass die drei Rudelwölfe ihn einholten, bevor er auch nur einen Schritt näher in Richtung Unbekannt machte.


NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




21.10.2018 22:24
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wolkenlos...
IST FAST WIE FLIEGEN. FREI & OHNE SORGEN.
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15.09.2015

Ob er wirklich eine Wahl gehabt hätte? Nicht? Caspars Brust wölbte sich ein wenig, der schleichende Bordergang richtete sich auf. In gewisser Weise sah sie Aidans Worte als kleines Kompliment an, auch wenn dieser sie gewiss nicht so hatte meinen wollen. Es tat erstaunlich gut zu hören, dass sie etwas bewirkte, auch wenn es noch so klein war – und so ein wohliges Gefühl konnte doch schließlich nur ein Kompliment auslösen, oder nicht? In ihrer kleinen, ziemlich selbstzufriedenen Gedankenwelt blieb Caspar so lange versunken, dass sie ihre Neugierde über Aidans Herkunftsfamilie und -freunde sogar ausblendete, bis dieser sich fasste und nun seine Gedankenstränge versuchte in Worte zu fassen. Nach einem kurzen Moment der Irritation folgten einige Stiche des Schuldbewusstseins, bevor Cas sich wieder ganz auf ihren Begleiter einlassen konnte. Fragend sah sie zu ihm auf: Wie lange war sie versunken gewesen in ihrem Selbstlob? Dachte er bereits die ganze Zeit währenddessen über sich selbst nach...? Doch wie es bereits zu erwarten war, gab kein Detail in Aidans Maske seine Gefühle zu diesem Thema wieder, sodass Caspar nur raten konnte.

„Würdest du dich denn gerne erinnern? An die Zeit bevor du das Tal verlassen hast?“, hakte sie vorsichtig nach, auch wenn es bei diesem Thema wohl kaum genügend Vorsicht geben könnte.

Sie konnte sich ausmalen was es hieß, auf der Suche nach jemanden in ein neues Revier zu kommen und es enttäuscht wieder verlassen zu müssen, weil dieser jemand nicht mehr da war. Sie hatte lange genug nach Yaci gesucht, ohne überhaupt zu wissen wohin sie musste. Doch Aidan hatte gewusst wo alle auf ihn warteten, hatte sich bewusst Zeit genommen und dann gemerkt, dass die Zeit überhaupt nicht mehr ausreichte, um alle anderen noch anzutreffen.

„Teyrm war doch noch hier. Und der scheint tatsächlich gar nicht so übel zu sein.“, versuchte sie sich an einem aufmunterndem Zuspruch, auch wenn ein Familienmitglied nicht zwei andere kompensieren konnte. „Weißt du denn, ob deine Eltern und deine Schwester wie du das Tal verlassen haben, oder ob sie verstorben sind?, gab sie es schlussendlich auf die Situation zu kippen und ließ sich auf die dunkle Wolke ein, in der Aidan vielleicht gerade schweben wollte, wenn er es brauchte.

...bin dem Himmel so nah.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
WIE DER VOGEL DEM HIMMEL ENTGEGEN.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
LASS' MIR DEN HORIZONT NICHT NEHMEN.

ICH FLIEGE SO HOCH.
UNTER MIR DIE WELT ZERRINNT.
ICH FLIEGE SO HOCH.
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ENGELSRUFER


23.10.2018 09:39
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07.06.2018


Er hatte sich schon lange eingestanden, dass die Umstände mehr als komisch waren. Mehr als zwei Monate hatten sie nun am Rand des Gebirges gehaust und wenn er ehrlich zu sich war, erkannte er keinen der Wölfe wieder, mit denen er einst in Amdir gelebt hatte. Vielleicht war es nur die Kraft seiner eigenen Vorstellung, die Tatsache, dass nichts mehr so war wie unter Tyreses Herrschaft. Doch vor allem seine Eltern waren seltsam abwesend. Und Fael konnte noch nicht einschätzen, ob es gut oder schlecht war, dass er und sein Bruder Gin mehr oder minder auf sich alleingestellt waren.
Fael hatte bereits vor einem Monat begonnen es seinen Eltern gleich zu tun und sich zurückzuziehen. Er fühlte sich ohnehin allein, doch auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden machte ihn überraschend glücklich. Nach wie vor liebte er den Wasserfall und streunte vor allem dort gern herum. Auch GIn mied er dabei. Fael fühlte sich durch ihn irgendwie an die Sache mit Yanthan und dem Ohr erinnert. Sein Fell sträubte sich bei dem Gedanken daran unkontrollierbar.

Fael schüttelte den Kopf, um die Gedanken abzustreifen. Er war unfassbar groß geworden, in den letzten zwei Monaten. Seinem Vater konnte er nun das Wasser reichen, auch wenn er noch längst nicht so stolz auf den vier Pfoten daherschritt, wie Murdoch. Noch immer war er schlaksig, doch er vertraute darauf, dass sich alles schon irgendwie fügen würde.

Der Geruch, der ihm in die Nase stieg, war wölfischen Ursprungs. Der Eisprinz duckte sich ins Unterholz, wo er dank seiner Farbe auffallen würde, hätte er nicht den Mittag damit verbracht sich in Naturfarben zu schmücken, indem er sich nach einem unfreiwilligen Bad in Waldboden gesuhlt hatte. In der Ferne erkannte er einen Wolf, eine Fähe, die ihren Weg ziemlich zielstrebig suchte. Erst folgte ihr nur sein Blick, doch als er sie kaum noch zwischen dem Gehölz ausmachen konnte, setzte er sich in Bewegung.
Er war gut darin geworden sich lautlos fortzubewegen, was ihm nur manches Mal noch durch seine schlaksigen Beine erschwert wurde. Heute glückte es ihm jedoch. Die Fähe setzte ihren Weg zum Gestein fort, bis sie plötzlich in diesem verschwand. Fael staunte nicht schlecht und beeilte sich hinterher zu kommen, bevor er die Fährte verlor.

25.10.2018 08:56
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