Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Herbst - 1926 » Wirrer Regenschleier
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I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

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31.07.2006

Mit einem kurzweiligen Rätsel und einem Taleingang mehr flogen die nächsten Wochen dahin.
Tearl, Aidan, Saiyán und Akira fanden bei ihrem Besuch im Sanctarum Ceres heraus, dass der Schädel, den sie gefunden hatten, zu einem unangenehmen und äußerst hässlichen Biest gehörte, das offensichtlich vor vielen Jahrhunderten im Tal heimisch gewesen war. Ebenso bestätigte sich die Vermutung, dass am Fundort des Schädels zu damaliger Zeit ein Sumpf gewesen war. Die Entdeckung wurde mehr mit mehr oder weniger Interesse aufgenommen, denn alle waren sich recht einig damit, dass es nicht mehr als ein Relikt aus alter Zeit war. Der Sumpf war ausgetrocknet und verschwunden. Ein paar entdeckungsfreudige Wölfe fanden an der matschigen Stelle hier und da noch ein paar Knochen, aber alles davon war uralt. Sie mussten sich keine Gedanken darüber machen, dass es möglicherweise doch noch lebende Exemplare im Tal gab.
Auch die neue Höhle mitten in Neenhs Wald wurde genauer erkundet, ohne dass sich dabei außergewöhnliches herausstellte. Ausnahmsweise mal keine neuen Kristalle oder Spiegel, einfach nur ein unspektakulärer, wenn auch ziemlich langer und ziemlich dunkler Durchgang nach draußen in den Nebelwald.

Während sich Savas dazu entschied in Diëmnar zu bleiben, musste das Rudel in diesem Sommer noch zwei schmerzhafte Verluste hinnehmen. Noch am Ende des selben Tages, als der neue Taleingang entdeckt wurde, fiel auf, dass kein Wolf Leikuna gesehen oder von ihr gehört hatte. Rufe durch das Tal blieben unbeantwortet. Die einzige Fährte, die sie von ihr fanden verlief sich am Ufer des Grenzflusses. Obwohl mehrere Wölfe den Grenzfluss und seine Ausläufer komplett abliefen fand sich keine weitere Spur von ihr. Nie mehr.
Die allgemeine Stimmung im Rudel war danach für einige Zeit … Seltsam. Nach all den Gerüchten, Gedanken und Vorbehalten über Leikunas Verbindung zu dem was mit Kiba und Yago passiert war; ihre wiedergewonnene Freiheit dank ihrem Opfer, hinterließ ihr Verschwinden bei den meisten einen wenigstens bitteren Geschmack. Offene oder verborgene Wut über vermeintliche Undankbarkeit; verteidigendes Verständnis für ein ungewolltes und undankbares Schicksal; stumme Befürchtungen über ihren Verbleib; Unbehagen bei denen, die noch zu neu im Rudel waren.

Im Spätsommer dann ein Abschied, den man entweder hatte kommen sehen, oder von dem man völlig unerwartet getroffen wurde. Farai verließ das Rudel um selbstständige Erfahrungen zu sammeln, um an sich selbst zu wachsen und zu lernen los zu lassen. Dinge zu denen sie sich in Diëmnar nicht mehr fähig fühlte, wo sie jeder Grashalm ständig an ihre Zieheltern und ihren Verlust erinnerte. Sie wollte zurückkehren, wenn sie mit sich selbst endlich im Reinen sein würde.

Aber, wie das Leben auch ohne Kiba und Yago einfach weiter ging, lief die Zeit auch jetzt unbeirrt immer weiter geradeaus, ohne Rücksicht auf das Kommen und Gehen Einzelner.
Die Welpen wuchsen um die Wette und sind jetzt mit gerademal einem halben Jahr schon nahezu ausgewachsen. Nur der schlaksige Körperbau, die noch nicht ganz ausgereifte Motorik und das fluffige Fell unterscheiden sie noch von den Eltern. Und vom noch tief verankerten Welpenverstand, der so gar nicht zu ihrem schon zu erwachsenen Äußeren passen wollte, ganz zu schweigen.
Der Oktober war zwar nicht kalt, dafür aber ziemlich nass gewesen. Das Tal erstrahlt jetzt in seinen schönsten Farben, alle Blätter sind bunt und hängen zum Großteil noch an den Bäumen.
Das Rudel lagert zurzeit direkt auf der Lichtung um die Senke, in der sich die neugefundene Höhle befindet, denn bisher war es immer noch ein Ort, der den Halbwüchsigen genug Abwechslung bietet. Dank des vielen Regens steht dort drin mittlerweile knöchelhoch Wasser. Seit kurzem ist es ihnen auch erlaubt, sich frei außer Sichtweite von Eltern und Aufpassern zu bewegen, solange sie in Rufweite bleiben und, wenn gefordert, in weniger als 5 Minuten wieder bei einem Elternteil sein können. Bisher hat das gut geklappt. Doch obwohl es zurzeit fast überall im Tal Matschflächen gibt, übt die ehemalige Sumpffläche weiter im Westen noch immer einen irrationalen Reiz auf die Jungtiere aus.


Tag | 26. Oktober 1926 . Mittagszeit
Wetter | Regen . wolkenverhangener Himmel . kaum Wind . 8 °C
Die Welpen sind 6 Monate alt


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

15.05.2017 20:42
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Savas Evvinr

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Seit langem fühlte sich Savas wieder so, als hätte er Kontrolle über sein Schicksal und seine Gedanken erlangt. Er hatte sich entschieden in diesem fremden Tal zu bleiben, und auch wenn dessen Bewohner zunächst überwiegend skeptisch schienen, so war er zumindest akzeptiert - das reichte dem Rüden im Augenblick mehr als genug. Nicht nur das er erneut Stabilität in seinen Alltag gebracht hatte, diese neugewonnene Sicherheit bot ihm viel Zeit um über sich selbst nachzudenken, aber auch über das Leben und seine Mitwölfe. Der angespannte Hüne den man in einer Höhle fand (wie sonderlich das doch klingt!) gab sich seiner Umgebung bereits etwas lockerer und offener als er es in den vielen Monaten als Einzelgänger je getan hatte. Was wohl nicht besonders verwunderlich war. Vermutlich würde jeder Wolf wohl etwas asozial werden, wenn er längere Zeit alleine leben müsste. Savas war selten Artgenossen begegnet, und wenn er es tat dann waren diese ihm meistens nicht gut gesinnt.

Der Regen begoss das Land, und den Rüden der dösend auf ihm lag. Sein Kopf seitwärtsgelegt, öffnete er hin und wieder die Augen um bewusst die Regentropfen zu genießen die seine Fellspitzen kitzelten, während er beobachtete wie eben diese vom Himmel hinabregneten. Ihn störte die Nässe zunächst nicht, auch wenn er sich liebend gerne in seine Höhle (sie war nur in seinem Kopf seine Höhle) gelegt hätte, würde der Wasserpegel in ihr nicht stetig steigen.

Als der Rüde so langsam aus seiner Ruhephase wieder aufwachte, begann auch sein Kopf wieder zu denken und der Schwarze rappelte sich langsam auf. Seinem Körper entkamen Laute wie von brechenden Zweigen, als er sich ausgiebig streckte und die weißen Zähne für ein breites Gähnen entblößte. Er schüttelte den Regen aus seinem Fell und sah sich nach einem etwas trockeneren Platz um. Dabei entdeckte er ein Stück halbwegs trockenen Grund, unter einer dieser sonderlich rötlichen Bäume. Savas setzte sich direkt darunter und begann seine Blicke durch das Rudel zu werfen. Er hielt nach den jungen Welpen ausschau die seit kurzem bereits das Tal auf eigene Faust erkundeten. Er erinnerte sich unweigerlich an das Ritual welches in seinem Stamm abgehalten wurde sobald ein Rüde genau ein Jahr alt wurde. Mit sieben weiteren gleichjährigen Rüden mussten sie den "Pass der Krähen" durchqueren, ein etwa 200 Meilen langer Pass der als Bestandsprobe für starke und disziplinierte Anwärter des männlichen Geschlechts galt. Demnach wurde man ein vollwertiger Rüde wenn man den Pass voller Gefahren besiegt hatte, und durfte demnach auch nur dann selbst eine Familie gründe. Von den sieben Anwärtern kamen nur fünf wieder heil nach Hause. Einer verstarb unter dem kalten Mantel des strömenden Flusses welchen sie nicht weit von ihrer Ausgangsposition durchqueren mussten und ein weiterer viel den Abhang des Passes hinab in seinen sicheren Tod. Die Gesichter der trauernden Familien, und auch die Scham in den Augen ihrer Väter hatte sich in Savas Gehirn gebrannt. Es war wohl das erste mal als der Rüde die Prinzipien und Gewohnheiten seines Stammes hinterfragte.

Der Rüde blinzelte als ein Regentropfen ihm in die Augen tropfte. Er konnte nur hoffen, dass die Kleinen dieses Rudels einfach nur Welpe sein durften.

17.05.2017 15:14
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04.12.2011

Die Erkundung der Untergrundhöhle hatte – abgesehen von einem (nicht vielköpfigen) Wolf nichts wirklich spannendes für ihn bereit gehalten. Er war sich nicht sicher ob die Entdeckung gut war oder nicht, aber es stand ihm sowieso nicht zu, darüber zu urteilen.

Die Zeit zog an ihm vorbei und er konnte fast sehen, wie schnell die Welpen immer größer wurde. Noch immer war es seltsam ‚farbige‘ Welpen mit ‚farbigen‘ Augen beim aufwachsen zu sehen. Zugleich fragte er sich immer mal wieder, welche Augenfarben Welpen haben würden, falls er je die Chance bekam, eine Familie mit seinem Buntauge zu gründen. Bisher war er zu keinem Ergebnis gekommen – aber ganz gleich, welche es sein mochten, er würde jeden Welpen lieben, den sie in die Welt setzen würde. Allerdings kam er seit ein paar Tagen nicht mehr wirklich dazu, sich darüber Gedanken zu machen, denn das Wetter war wirklich abartig. Das ständige Tropfen auf seinen Kopf nervte ihn zusehends und es schien keinerlei Besserung in Sicht.

Es nervte ihn dermaßen, dass er die letzte Zeit konsequent am Waldrand hin und her gewandert war, hatte sich die trockensten Flecken gesucht und gehofft, es würde aufhören zu regnen. Da konnten die roten Bäume so strahlen wie sie wollten – es reichte doch nun, oder nicht?! Solche Regenwände waren ihm während seiner Wanderungen außerhalb von Sentari nur 3 mal begegnet. Und jetzt. Er konnte nur darauf verzichten. Wenn es wenigstens Schnee wäre. Aber nein, es musste ja REGEN sein.

Er hatte zuletzt weniger auf seine Umgebung geachtet, sondern war in Gedanken versunken gewesen, warum das Buntauge momentan lieber allein etwas unternahm – bei diesem verfluchten Sauwetter! - anstatt bei ihm zu sein. Deswegen bemerkte er den anderen Rüden erst, als er ihm – versehentlich – auf die Rute trat. Kaei war aus dem Wald gekommen, weswegen der dunklere Rüde ihn wohl nicht hatte sehen können. Aber hätte er ihn nicht hören müssen, so aufgeweicht wie der Boden war?

“Entschuldige, hab nicht auf den Weg geachtet“

brummte er leise und musterte den Anderen aufmerksam. Na wenn das mal nicht der ‚vielköpfige Monster‘wolf war.

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17.05.2017 22:10
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28.07.2006

Der bewölkte Himmel sandte unbekümmert Regen auf das Land und hinterließ riesige Flächen von Matsch, die einen großen Reiz auf die Welpen ausübte. Welpen waren sie zwar noch immer, hatten aber schon eine beträchtliche Größe. Dicke Tropfen klatschten auf Teyrms ohnehin schon nasses Fell und er musste niesen, als ihm einer direkt auf die Nase fiel. In den vergangenen Wochen hatte das Rudel nicht nur den Verlust von Leikuna verkraften müssen, was besonders Nathanael sehr traf, sondern auch den von Farai. Während diese freiwillig ging, um die Welt zu entdecken, war Leikunas Verschwinden ein Rätsel, dass dem Rudel Sorgen bereitete. Teyrm hatte sie nie besonders gut gekannt und doch glaubte der Rüde nicht, dass sie gutwillig ihren Bruder alleine lassen würde. Irgendwas musste passiert sein.
Während er ungestützt vor dem Nass auf dem Boden saß und die Welpen beobachtete, mischte sich Traurigkeit in sein Misstrauen über Leikunas Verschwinden, als er über Farai nachdachte. Er konnte ihren Grund zwar durchaus nachvollziehen, war aber dennoch nicht glücklich über ihren Entschluss. Er mochte die aufgeschlossene Fähe, sie waren gute Freunde. Umso mehr hoffte Teyrm, dass sie so bald wie möglich zurückkehrte. Oder das sie überhaupt wiederkam.
Je älter der Ergraute wurde, desto verwirrender und rätselhafter wurde die Welt und desto realer und unvorhersehbar die Verluste.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
19.05.2017 21:44
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27.07.2005

Es hörte nicht auf. Jeanne hatte nun den Großteil ihres Lebens an diesem Ort verbracht – und die Wölfe, die in dieser Zeit gekommen und gegangen waren, konnte sie schon beinahe nicht mehr zählen. Zu viele Gesichter, die sie vermutlich all zu schnell nicht wieder sehen würde. Und wieder traf es Leikuna. Die Fähe, die einst versteinert worden war, dank Yago und Kibas Opfer weiterleben durfte... und nun war sie schon wieder verschwunden. Es schien, als wolle man ihnen keine Ruhe gönnen. Als müsste auf jede Ruhe ein Sturm folgen. Und auch Farai... sie verstand die Gründe der jungen Fähe nur zu gut – auch wenn es für sie selbst nie eine Option sein würde, diesen Ort, ihre Heimat, zu verlassen. Aber auch dieser Abschied ließ der weißen Fähe das Herz ein wenig schwerer werden. So sehr sie es sich auch vornehm – kein Abschied wurde leichter... vor allem dann, wenn es keinen gab, wie bei Leikuna. Aber was blieb ihnen übrig? Irgendwie mussten sie sich durch beißen.
Immerhin schien der Herbst sie trösten zu wollen, mit all den Farben, die das Tal bedeckten. Und auch ihre Welpen spendeten genug Trost, um wenigstens über diese zwei Verluste hinwegsehen zu können. Auch wenn sie äußerlich nur noch wenig von den kleinen Fellkugeln hatten, mit denen sie sich eine Höhle geteilt hatte. Aber so schwermütig es Jeanne auch werden ließ, sie schaute den Beiden gern beim Wachsen zu, wie sich ihre Charaktere festigten und sie mehr und mehr zeigen wollten, was in ihnen steckte.
Und dann war da natürlich noch Sirion, neben dem sie nun lag. Die Welpen waren nicht in Sichtweite, aber die helle Wölfin konnte sich denken, wo sie sich herum trieben. Trotzdem blieb sie angespannt, hatte die Schnauze im warmen Brustfell ihres Gefährten versteckt, die dunklen Augen geschlossen.

Ich hoffe, sie stellen Nichts an.“

Ihre Stimme war nur ein leises Flüstern im Fell ihres Gefährten. Finnjar und Yavinja hatten noch so viel Unsinn im Kopf, Jeanne konnte sich kaum vorstellen, dass sie irgendwo saßen und bloß Blume und Steine beobachteten. Aber sie sollten sich ausleben, sie sollten Welpen sein und notfalls ihre eigenen Lektionen lernen. Sie würden noch früh genug von alldem miterleben, was ihre Mutter so mit Sorge erfüllte.

20.05.2017 17:26
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Savas Evvinr

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Savas hörte hinter sich die leisen Schritte eines Wolfes, doch bevor er den Ursprung dieses Geräusches ausmachen konnte spürte er bereits leichten Druck auf seiner Rute. Etwas irritiert drehte der Rüde ruckartig seinen Kopf zur Seite, sodass er den weißen Rüden hinter sich ausmachen konnte und musterte ihn zunächst von Kopf bis zur Schwanzspitze. Mit diesem männlichen Exemplar hatte er bisher noch nicht das Vergnügen. Um ehrlich zu sein konnte Savas sich nicht erinnern mit ihm auch nur ein einziges Wort gewechselt zu haben. An den Namen des Weißes jedoch, konnte er sich sehr gut erinnern - Kaei. Die hohe Aufmerksamkeit die er seinem Gegenüber bei einem Gespräch schenkte, verschaffte ihm den Vorteil sich vieles aus seiner Umwelt einprägen zu können. Dazu gehörten auch Namen.

"Kaei. Was lässt deine Gedanken denn so rasen, dass du nicht mehr geradeaus sehen kannst?"

Obwohl man es sehr wohl so auffassen konnte, so war Savas Stichelei nicht so bissig gemeint wie es in fremden Ohren vielleicht klang. Es schwang etwas Amüsiertheit in seinen Worten mit und wäre der Rüde nicht gerade erst aus einem Schläfchen erwacht, hätte er vielleicht darüber lachen können. Im Moment jedoch überwiegte eine gewisse Neugier. Nicht das Savas jemals die Art von Wolf war der mit seiner Nase in fremden Angelegenheiten herumschnüffelte, doch er hatte den Weißen bisher als überaus fokussierten Wolf beobachtet - nicht als einen tollpatschigen Wolf der anderen auf der Schwanzspitze herumpatzte.

Gemächlich positionierte sich der Schwarze so um, dass er seinem Gegenüber ohne Probleme direkt in die Augen sehen konnte. Blieb dabei aber sitzen.

"Tut mir leid, ich hoffe ich trete dir nicht zu nahe. Naja - du bist mir auch sehr nahe getreten." Nachdem die letzten Worte aus seinen Letzten hervorgekommen waren, konnte sich der Rüde ein schmunzeln nicht verkneifen.

21.05.2017 14:41
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All this passed
Without a scar
×××××××××××××


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Kati H. - dawnthieves.de

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05.04.2013

Ein leises seufzen entwich dem geschlossenen Fang. Sirion musste ständig an die Welpen denken, die nun irgendwo herumliefen und ihre Freiheit genossen. Sicher, er gönnte es Finnjar und Yavinja das sie endlich ohne ihre Eltern umher streifen durften, doch kam er nicht darum sich sorgen um seine Welpen zu machen. Wer wusste denn schon auf welche Gefahren sie treffen würden und noch viel wichtiger war, wie sie sich entschieden wenn sie auf etwas stießen das sie bisher noch nicht kannten. So viele Gefahren warteten noch auf die beide da draußen, von denen sie jedoch keine Ahnung hatten. Umso besser fand er es Jeanne bei sich zu haben, dessen Gegenwart ihm ein gutes Gefühl gab. In ihrer nähe fühlte er sich immer besser, fast schon vollkommen.

Jeannes Stimme kitzelte Sirion ein wenig in seinem Fell und er konnte sich ein leises Japsen nicht verkneifen. Ihre Nähe tat im gut. Sie, ihre Welpen und das Rudel waren sein ein und alles. Er hatte einen Ort gefunden an dem er glücklich war, trotz der Verluste die das Rudel in der letzten Zeit hatte hinnehmen müssen. Sie alle hatten nach den verschollenen gesucht, aber nichts gefunden. Eigentlich war Sirion auch froh darüber, der Gedanke das sie einfach das Rudel verlassen hatten und nicht umgekommen waren beruhigte ihn.

"Du kennst doch unsere beiden. Jetzt wo sie herumlaufen dürfen wie sie wollen wäre ich überrascht wenn sie nichts anstellen würden. Den beiden wird schon nichts passieren, sie passen ja gegenseitig auf sich auf."

Seine Worte waren voller Zuversicht. Wenn er sich einer Sache auf dieser Welt sicher war, dann der Tatsache das seine Welpen auf sich aufpassen würden, komme was wolle. Der rüde sah auf das weiße Fell seiner Gefährtin. Er hatte das Gefühl das da noch etwas war. Das sie noch etwas bekümmerte. Sein Maul öffnete sich und er fragte die Fähe leise.

"Was beschäftigt dich Jeanne?"

27.05.2017 20:11
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• A deeper breath goes out •
the pulse is racing towards the line

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Tyáras eigenes Werk

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25.11.2014

Die letzten Wochen und Monate hatte sie sich wie ein Schatten durch das Rudel bewegt. Sie verschwand und kam, je nach Stand der Sonne, doch hielt sie sich fest an die Anderen und achtete darauf, kein weiteres Mal den Anschluss zu verlieren – zumindest nicht völlig. Und ebenso, wie sie auf weichen Pfoten durch das Revier gestriffen war, schlich sie nun in die Nähe eines anderen Wolfs – Teyrm. Gewiss bemerkte er sie, es war schließlich auch nicht ihr Ansinnen sich anzuschleichen. Doch konnte ihr leises Erscheinen als vorsichtige Annäherung verstanden werden. Sie wollte keine Konstrukte einreißen, deren Trümmer sie am Ende erschlugen. Sie wusste nicht, in welchem Licht sie die Augen eines Teyrms inzwischen sahen, mit welcher Nase er ihren Geruch aufnahm und ob er in ihr auch die Verräterin sah, wie es einige andere tun mochten oder aber die Erbin derer, die dem Rudel und all seinen Anhängseln den A- Verzeihung, den Kopf gerettet hatten. Doch sie nahm Abstand von einer grundsätzlichen Debatte über den Sinn und Unsinn dieses Tuns oder gar den ihrer Wiederkehr. Sie hatte mitbekommen, dass zwei Wölfe des Rudels verschwunden waren. Die Stimmung schien darunter zu leiden, also war erst recht Vorsicht angebracht. Insgeheim kroch der Gedanke durch Tyáras Hirn, sie mochten es ähnlich gehandhabt haben, wie sie damals, vor allem im Falle Farais, der angekündigt hatte, auf die Suche nach seinem Selbst zu gehen. Hätte es in ihrer Macht gestanden, hätte sie den Armen aufgehalten. Sie wusste nur zu gut, was das bedeutete und dass der Weg zur Selbstfindung auch mit einschloss, sich am Ende zu verlieren. Aber es war wohl so, dass jeder selbst die Steine seines Lebenswegs finden musste, die am Ende das große ganze Mosaik ergaben. Hoffentlich ergab es ein schönes Bild. Sie zumindest war sich dessen noch nicht sicher.

Vorsichtig schlich sie im großen Halbkreis um den Wolf, senkte den Kopf und wagte einen zögerlichen Blick in die Miene des Gleichaltrigen. Sie wollte sich nicht damit brüsten, andere wirklich lesen zu können, doch fragte man sie nach einer Deutung, so tippte sie auf die selbe Betrübtheit, wie sie in diesen Tagen in einigen Gesichtern stand. Doch gab es nicht auch ebenso Grund zur Freude? Die Welpen waren bisher alle durchgekommen, hatten Fortschritte erzielt und waren drauf und dran richtige Wölfe zu werden! Am liebsten hätte sie jedem Einzelnen von ihnen geraten, nicht die Fehler zu tun, die sie begangen hatte.

„Du?“, tönte es leise und vorsichtig. Sie wusste nicht, ob es richtig gewesen wäre Gesten der Unterwerfung zu zeigen. Eigentlich widerstrebte es ihr, denn er war weder älter noch sonst irgendwie von Natur aus hochwertiger, etwa weil er ein Kerl war – auch wenn einige Rüden auf ihrer Reise offenbar eben jenem Irrglauben anheim gefallen waren. Arme Wichte. Aber das würde sie Teyrm nicht unterstellen. Sie versuchte ihm auf einer Augenhöhe zu begeben, wofür sie zunächst einmal wieder den Kopf hob und in eine standfeste Position überging.

„An was denkst du?“

Oh, klar, typische Fähenfrage. Aber damit speiste er sie nicht ab. Sie war sicher, sie würde merken, wenn er etwas vorschob, um sie rasch wieder abzuwimmeln. Wenn er wirklich keinen Austausch mit ihr wollte, so sollte er das klar ausdrücken. Sie war schließlich nicht schwer von Verstand und es lag ihr auch nicht wirklich viel daran, eine Beziehung zu diesem Wolf aufzubauen – oder neu aufzubauen.

09.06.2017 21:51
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27.07.2005

Bei den Worten ihres Gefährten ließ Jeanne den dunklen Blick leicht zur Seite schweifen, ohne jedoch den Kopf zu bewegen. So zuversichtlich seine Stimme auch klingen mochte – es tröstete die weiße Fähe nur wenig. Natürlich passten die beiden auf sich auf, trotzdem gab es genügend Gefahren, denen sie sehr wahrscheinlich noch nicht gewachsen waren. Zudem glaubte sie, dass die zwei sich genauso gegenseitig auf irgendwelche Ideen bringen konnten, wie aufeinander aufzupassen. Sie blinzelte, schloss dann einen Moment die dunklen Augen.

Dann vertraue ich einfach Mal darauf, dass sie nichts schlimmes anstellen...“

Ihren Worten folgte ein leises schnaufen in das rötliche Fell des Rüden. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie sich je daran gewöhnen würde, dass ihre Welpen allein unterwegs waren. Automatisch musste sie an Kibas Welpen denken, an die, die noch bei ihnen waren. Sie hatten es auch bis hierher geschafft, wieso also sollte es bei Finnjar und Yavinja anders sein? Mit einem trockenen Schlucken versuchte sie die Gedanken an Kibas Welpen zu unterdrücken, die dieses Alter nie erreicht hatten. Und wäre Leikuna nicht einfach verschwunden, dann hätte sie sich vielleicht mit dem Gedanken an Frieden in diesem Tal beruhigen können. Aber so...
Sirion entging es jedenfalls nicht, dass sie noch etwas beschäftigte. Jeannes Ohren zuckten ruhig bei seiner Frage, ehe sie langsam den Kopf anhob, den blauen Blick über das Rudel schweifen ließ und sich dann mit einem beinahe lautlosen Seufzen zu dem Rüden herum wandte, ein müdes Lächeln auf den Lefzen.

Ich hatte gehofft, dass Ruhe einkehrt... und ich weiß nicht, ob Leikunas Verschwinden diesen Frieden wirklich stören sollte... oder ob sie einfach ihren Weg gegangen ist.“

Kurz fiel ihr Blick auf ihre Pfoten, auf das inzwischen kaum noch von dem weiß unterscheidbaren Grau der einen.

10.06.2017 11:07
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04.12.2011

Während er bei den ersten Worten des Dunklen, noch nicht so recht wusste, was er sagen sollte, so verlockten ihn die letzten Worte zu einem Schmunzeln. Humor schien der andere wenigstens zu haben. Trotzdem hielt er seine Worte, die ihm schmerzhaft in die Zunge stachen, vage und ungenau. Er kannte den anderen schließlich noch nicht, und da musste er ihm nicht sein Herz und seine Lebensgeschichte vor die Pfoten werfen. Vielleicht irgendwann, wenn Savas mal länger hier wäre. Er fand jenen nämlich irgendwie...sympathisch.

“Dies und das“

brummte der Geisterkrieger und streckte sich, ehe er ein paar Schritte neben den anderen machte und sich ebenfalls hinsetzte. Es war egal wo er sich hinsetzen würde, sein Po wäre nachher sicherlich genauso dunkel wie der Pelz seines Gesprächspartners. Und das alles nur, weil da oben irgendwer gedacht hatte „Oh hey, denen gehts noch nicht schlecht genug, die brauchen auch noch dauerhaften Regen!“ Na vielen Dank auch.

“Ich hoffe, du nimmst es mir nicht Übel – aber in mir herrscht noch eine gewisse Enttäuschung darüber, dass du kein vielköpfiger Monsterwolf bist“

Seine eigenen Worte entlockten ihm ein zahniges Grinsen, er nahm sich selbst ebenso auf die Pfote, wie sein Gegenüber – eine Art von Humor, die er erst führte, seit er hier angekommen war. Also so richtig angekommen – mit Herz und Kopf.

“Vielleicht hättest du dann Caspar so erschreckt, dass sie dauerhaft ihre Zunge verschluckt hätte“

Er konnte die Elfe immernoch nicht leiden, was hauptsächlich ihrer schrillen Stimme und ihrem...nervigen Verhalten geschuldet war. Vielleicht konnte sie ja nett sein, nur bisher hatte sie seine Nerven eher negativ strapaziert und dem konnte er rein gar nichts abgewinnen.

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10.06.2017 18:19
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.02.2016

Hatte er die Hoffnung gehegt, es würde besser werden,
mit der Zeit? Dass seine Verdachte sich einfach legen würden?
Doch seine Zweifel waren wie ein Juckreiz und wenn man sich ständig kratzte wo es juckte, so hörte es nie auf zu jucken, zumindest bis man blutete. Mit solch optimistischen Gedanken begrüßte Aidan den Tag.

Ehrlich gesagt hätte es ihn wahrscheinlich auch nicht mehr viel gejuckt, wäre Leikuna nicht so komisch verschwunden. Eine Wölfin, die verdammt nochmal angeblick versteinert gewesen war. Es ärgerte ihn, sie nie danach richtig befragt zu haben. Es hatte auch nicht geholfen, wie polarisierend dieses Verschwinden auf das Rudle gewirkt hatte. Er hatte so einiges Gemunkel gehört, aber auch nie etwas konkretes und da er die Stimmung nicht hatte verschlimmern wollen, hatte er schlau den Mund gehalten und nicht nachgeharkt. Aber es war nun mal komisch und selbst wenn im Moment alles wie Friede, Freude, Eierkuchen und normal erschien, so hieß das noch lange nicht, dass davor alles mit korrekten Dingen ablief.
Aber Aidan hatte gelernt, damit zu leben. Er bewegte sich mittlerweile mit mehr Finesse in der Gemeinschaft und obwohl er nie von seiner Vorsicht abließ ( und von seiner Queste nach der Wahrheit ), so hatte er sich doch eingelebt und sich gewissermaßen angepasst, auch wenn ihm einige Dinge immer noch schwer fielen.

Im Moment stakste er mit langen Läufen durch das knöcheltiefe Wasser auf der Lichtung vor der neuen Höhle und ließ sich etwas berieseln. Prüfend schnüffelte er in die Luft und beäugte den Himmel misstrauisch, roch aber nur Regen...Wölfe...Wald, das übliche Zeugs. Er unterdrückte ein Seufzen.
Gewissermaßen fehlte ihm die große weite Welt. Doch er wusste, dass die Welt leer war, wenn man alleine war. Wieso sonst hockten sie alle in diesem Tal herum? Aus Spaß gewiss nicht. Es war sicher hier, so viel gab er zu.
Sein Blick foglte kurz den Zacken des Gebirges welches sie umzingelte und er konnte nicht anders, als an Ténshi zu denken. Das war wohl auch Teil seiner komischen, etwas melancholichen Stimmung. Er hatte behauptet, Wasser sei sein Element gewesen. Leben gebend, Leben nehmend, eine Kraft, die immer ihren Weg fand, weich und formbar schien, aber eigentlich selber sogar Stein verformte. Er hatte sich hier wohl gefangen gefüht und irgendwie verstand Aidan es, doch gleichzeitig verspürte er nicht das Bedürfnis, je wieder wegzugehen. Endstation Diemnar. Hätte er vor zwei Jahren im Herbst gedacht,
er würde so bald wieder da sein? Je wieder zurückkehren? Er war so alt gewesen, wie die Welpen hier jetzt... Augenblicklick unterband Aidan jedlichen Versuch, Vergleiche zwischen der heutigen Rasselbande und sich selbst damals zu ziehen. Ebenso verbot es sich Aidan erneut, zu seuftzen, und schüttelte stattdessen den bereits etwas nassen Pelz gründlich aus, sodass Wassertropfen beladen mit all den schweren Gedanken in alle Richtungen davonstoben.

Ein paar Schritte weiter und das Blätterdach des Waldrandes schützte ihn so halb vor dem Regenschleier. Er war eigentlich ganz froh, dass das Rudel hier runtergekommen war. Er mochte das kräftige Rot der Bäume hier im Herbst, wo doch vor zwei Jahren sie ihm noch gruselig und unangenehm vorgekommen waren. Er wusste auch genau wieso und seine Kehle verengte sich selbst heute leicht dabei, selbst jetzt wo er alles genau unter Kontrolle hatte. Doch es half, dass das Rot der Bäume ihn nun mehr an Blut erinnerte, als an Feuer. Blut im Schnee, statt Flammen in der Nacht. Blut im Schnee, erinnerte sich Aidan, um sich zu beruhigen und versank in den Anblick der Blätter, die unter dem Schlag der Tropfen zitterten und wippten.



when i wake up i'm afraid
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13.06.2017 00:07
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Kati H. - dawnthieves.de

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Akira hatte bereits ab dem Zeitpunkt, als sie feststellten, dass Leikunas Fährte im Grenzfluss endete, angenommen, dass die weiße Fähe ertrunken oder sonst ums Leben gekommen war. Der Fluss hatte ihre Leiche dann wohl in den Waldsee gespült, wo sie nicht gefunden werden konnte. Und dass man nie wieder etwas von ihr sah oder hörte, sprach für diese Vermutung.
Akira bedauerte dies zwar, empfand aber keine wirkliche Trauer deswegen. Es war nun mal so, das Wölfe starben, und so gut hatte sie Leikuna nun auch nicht gekannt. Vor allem aber hatte der Tod ihrer Familie damals vermutlich alles, was Akira in ihrem Leben an Trauer zur Verfügung gestanden hatte, aufgebraucht.
Doch die vernarbte Fähe verstand, dass es den anderen anders ging. Was sie jedoch nicht nachvollziehen konnte, war, dass einige Wölfe eher Ärger als Trauer zeigten, als nähmen sie Leikuna ihr Verschwinden übel.
Besonders hart hatte es jedoch Nathanael getroffen, der, wie er erst später zugegeben hatte, Leikunas Bruder war. Der Rüde hatte es schließlich im Tal nicht mehr ausgehalten und das Rudel auf der Suche nach seiner Schwester verlassen. Akira hoffte, dass er sich irgendwann mit Leikunas Tod abfinden würde, bevor er sein ganzes Leben mit einer hoffnungslosen Suche verschwendete oder er womöglich den Verstand verlor und endete, wie sie.
Später hatte auch Farai das Rudel verlassen, jedoch aus ganz anderen Gründen. Akira bedauerte auch das, war die graue Fähe ihr doch irgendwie sympathisch vorgekommen, doch letztendlich war auch das normal. Wölfe kamen und gingen.

Akira dachte jetzt jedoch über ganz andere Dinge nach. Ihr war im Laufe des Sommers schmerzlich klar geworden, dass ihre Chancen, Tearl davon zu überzeugen, sich als Vater für ihre zukünftigen Welpen zur Verfügung zu stellen, eher gegen Null gingen. Zu unsympathisch war sie dem riesigen Rüden und ehrlich gesagt beruhte das mittlerweile auch ein bisschen auf Gegenseitigkeit. Das Problem war nur, dass es sonst keinen Rüden gab, der verlässlich genug war, um als Vater in Frage zu kommen, und stark genug, um dieses Recht auch gegenüber den Alphas durchzusetzen, der aber dennoch keine andere Fähe hatte, die er Akira vorziehen würde.
Aber wie sollte sie sonst zu Welpen kommen? Sollte sie es einfach riskieren, auch ohne den Segen der Alphas Nachwuchs in die Welt zu setzen? Würden Andraki und Akando wirklich eine Mutter mit ihren Welpen aus dem Rudel verbannen? Aber wenn sie ihre Pflichten ernst nahmen, mussten sie genau das tun, wollten sie nicht Gefahr laufen, unglaubwürdig zu werden. Und Akira durfte nicht riskieren, dass es ihr erging wie ihrer Mutter, die alleine nicht in der Lage gewesen war, ihre Welpen zu beschützen.
Sie musste sich etwas anderes überlegen, denn der Sommer war zu Ende gegangen, und nach dem Herbst würden unweigerlich der Winter und schließlich der Frühling folgen. Und wer wusste, ob sie überhaupt einen weiteren Frühling erleben würde?
Aber vielleicht hatte sie auch einfach keine Welpen verdient. Zwei mal hatte ihr das Schicksal ihr die Gelegenheit gegeben, und zweimal hatte sie zwar vielleicht nicht total versagt, aber sich am Ende doch nicht so verhalten, wie eine Mutter sich hätte verhalten müssen. Warum sollte sie überhaupt eine dritte Chance verdient haben?

Aber es brachte doch nichts, trüben Gedanken nachzuhängen. Dadurch wurde es auch nicht besser. Akira schaute sich um und entdeckte Aidan, der in einiger Entfernung durch das Wasser watete. Sie hatte noch nicht vergessen, wie der Rüde am Tag, an dem sie den seltsamen Schädel gefunden hatten, versucht hatte, sich bei Saiyán beliebt zu machen, indem er sie ausgrenzte. Doch er hatte eine zweite Chance verdient, und außerdem war Akira noch am ehesten nach Gesellschaft eines Wolfes, der ebenfalls die mysteriöse Geschichte, die sich um Leikuna rankte, nicht mitbekommen hatte und deshalb wahrscheinlich von ihrem Verschwinden nicht so sehr betroffen war, wie manch anderes Rudelmitglied.

Also erhob sich die Fähe von dem halbwegs trockenen Plätzchen unter einem Baum am Rande der Lichtung und begab sich nach kurzem Zögern ebenfalls ins Wasser, um Aidan Gesellschaft zu leisten.

"Hallo Aidan."

Sie zögerte kurz, weil sie nicht wusste, wie sie am geschicktesten ein Gespräch beginnen sollte.

"Ziemlich nass in letzter Zeit."

Na toll. Von allen Möglichkeiten war das wohl die albernste. Sie ärgerte sich darüber, aber Konversation war nun mal nicht gerade ihre Stärke.

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13.06.2017 02:08
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28.02.2016

Das leise Plätschern und Glucksen des Wassers unter Pfoten verriet, dass sich jemand ihm näherte. Sein Ohr verriet, dass er sich dessen bewusst war, doch er drehte sich erst um, als der Klang der Schritte verstummt war. Es überraschte ihn tatsächlich, Akira vor sich stehen zu sehen. Sie hatte ihm die Aktion aus dem Sommer mit dem Schädel wohl übel genommen und ehrlich gesagt ärgerte sich Aidan auch ziemlich über sein Verhalten. Schließlich hatte er nicht mal wirklich zum Sanctarum Ceres gehen wollen und hatte sich ziemlich Hals über Kopf in die Situation gestürzt, sich verrechnet und eher bezahlt als irgendeinen Gewinn gemacht. Er war für mögliche Kontaktaufnahme seitens der Fähe offen gewesen, hatte aber irgendwann akzeptiert, dass sie es wohl als eine Art Verrat gesehen hatte.

Seine Mimik regte sich kaum auf ihre zögerliche Begrüßung und ungelenken Start in die Konversation, das Einzige was einem wohl auffallen konnte, war die Vorsicht, mit der er sie betrachtete, mit der er seine Worte abwog.

"Wasser ist nass.", antwortete er trocken, aber nicht gehässig. Doch seine Lefze kräuselte sich nur kurz als Zeichen seiner Wertschätzung der Komik der Situation.

Die Ablenkung war ihm willkommen und wenn das seine Chance war, eine in etwas falsche Bahnen geratene Beziehung wieder hinzurenken, so würde er sie nutzen. Seine Miene wurde etwas weniger reserviert und er spitzte die Ohren nun nach vorne, sich mehr auf die Fähe konzentrierend. Er sah ihre Unsicherheit und irgendetwas dahinter, schwere Gedanken vielleicht? Die Neugier in ihm war jedoch nu gemäßigt. Er gab sich einen kleinen Tritt in den Hintern, um gleich das aus dem Weg zu räumen, was zwischen ihnen waberte.

"Es tut mir leid, dass ich dich damals versucht habe niederzutreten, nur um meine eigene Lage zu verbessern.", seine Stimme war auf geschäftliche Art kühl, aber gleichzeitig voller Ernst, ebenso wie sein Blick, der fest den der Fähe fixierte. "Es war eine sehr kindische Aktion in die ich mich habe provozieren lassen."

Und es tat kein bisschen weh, das zuzugeben. Die Worte fielen leicht von seinen Lefzen. Die besten Lügen sind die, die zu 90% aus nebensächlicher Wahrheit bestehen. Der Kern darf dann aus den restlichen Zehn bestehen. Damit gibt man vielleicht Schwäche zu, aber nicht die Schwachstelle direkt. Das er sich hatte provozieren lassen, war ja auch kein Staatsgeheimnis, sondern ziemlich offensichtlich gewesen. Ein schwaches Lächeln schwamm wieder auf seinen Lefzen, scheinbar fragend und unsicher. Schimmerndes Öl auf reinem Wasser, gar nicht mal eine Maske, sondern ein Werkzeug. Selbst wenn sie seine unehrlich ehrliche Entschuldigung auftrank, so würde es sie nicht vergiften, wieso sollte er sich also schlecht dabei fühlen? Die Aktion damals tat ihm tatsächlich leid, nur halt aus anderen Gründen. Er schämte sich dafür, aber eher weil sie unnötig gewesen war, weil sie aus einem Kontrollverlust entstanden war und ihn das Vertrauen eines Wolfes gekostet hatte. Hatte ihm Ténshi nicht engebläut, Vertrauen wäre teure Ware? Selbstbeherrschung und der kühle Kopf das A und O? Seitdem hatte er daraus gelernt.



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13.06.2017 15:03
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Savas Evvinr

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Savas brummte als Antwort nur auf Kaeis nichtssagende Antwort. Es störte ihn nicht, das der Weiße nicht mit ihm über seine hypothetischen Probleme reden wollte - er nahm es nicht persönlich. Immerhin war er immer noch "der Fremde", und das würde ihm wohl solange anhaften bis ein Neuer ihm diesen Rang abstreiten würde. Aber ein Monsterwolf war er in der Tat nicht.

"Ja, ich schätze ein vierköpfiger Monsterwolf wäre aufregender als ein alter, grauer Wolf der seinen Mittagsschlaf gehalten hat."

Der Schwarze öffnete seinen Fang und lachte, doch als der Weiße die Bemerkung über Caspar loswurde, musste er doch etwas schmunzeln und verstummte für einen Augenblick.

"Sind wir doch froh, dass nicht alle so sind wie wir." entgegnete der Rüde etwas kühler als vorhin, doch seine Stimme blieb weiterhin sanft.

Wie wir? Naja - dieser ruhige, berechnende Typ von Wolf. Die Art von Wolf die zu viel denkt, analysiert und nichts dem Zufall überlässt. Nicht so wie Caspar - die Art von Wolf die sich dem Leben hingeben kann, jeden Moment auf ihre Weise lebt. Man könnte meinen mit einer Welt voller Chaoten und naiven Träumern würde diese im schnellen Tempo untergehen - aber was wäre eine Welt voller Pessimisten die niemals vom Boden abheben. Es wäre sehr langweilig und irgendwie auch traurig. So stellte Savas sich das vor, und bei den Gedanken müsste er lächeln, obwohl er im Moment selbst nicht wusste welche Art von Wolf er inzwischen geworden ist.

Savas hatte das Gefühl dem Weißen auf gewisse Weise sehr ähnlich zu sein, oder vielleicht erinnerte ihn der Rüde auch sehr an seine Vergangenheit und an das Leben welches er geführt hatte. Er würde gerne mehr aus ihm herauspressen, denn auch wenn die Beiden Jäger inzwischen gut miteinander reden konnten, so wusste er kaum etwas über ihn.

"Hast du Lust auf einen Spaziergang? Vielleicht finden wir ja noch einen Monsterwolf mit dem wir Caspar erschrecken könnten?"

13.06.2017 20:20
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_ SPHINX _
Carved in Stone I want to be
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10.01.2009

Es war einer dieser Tage, den man am besten verschlief in der Hoffnung, dass der nächste besser wurde. Aber während man sich in der Gluthitze der Wüstensonne besser ausruhte, musste man in während eines Regenschauers aktiv sein und die Kühle nutzen - solche Gewohnheiten, auch wenn längst nicht mehr angebracht, ließen sich nur schwer ablegen, und so fand Andraki keine Ruhe. Sie dachte an Farai, sie dachte an Leikuna, aber vor allem erinnerte sie jedes rote Blatt an Yago. So ein Tag war es.
Leikunas Verschwinde hätte gemischte Gefühle in ihr ausgelöst. War sie einfach nur gegangen, ohne es jemandem zu sagen? Hatte sie ihre Spuren absichtlich verwischt? Oder hatte das Tal sie wieder zu sich geholt, aus Gründen, die sie nicht einmal annähernd erahnen konnte? Der Spiegelsaal hätte darauf vielleicht eine Antwort liefern können, aber sie hatte ihn bislang nicht aufgesucht. Sie fürchtete die dritte Möglichkeit, dass Leikuna irgendetwas zugestoßen und sie im Fluss ertrunken war. Da ließ sie sich selbst lieber in dem Glauben, dass ihre einstige Freundin ohne ein Wort des Abschieds gegangen war, um anderswo wieder glücklich zu werden. Die Zimtfarbene wünschte es ihr, auch wenn sie enttäuscht bei dem Gedanken war, Leikuna hätte sich nicht einmal ihr anvertraut. Aber auch diese Enttäuschung hielt sich in Grenzen, wie Andraki sich mit leisem Schrecken und Scham selbst eingestehen musste. Das Band, dass sie einst als Freundinnen verbunden hatte, war zuletzt sehr dünn gewesen, falls es überhaupt noch wirklich da gewesen war. Und vielleicht war das der Grund, warum Leikuna nichts gesagt hatte. Vielleicht auch, warum sie fort war. Sie musste sich unendlich allein gefühlt haben, so allein wie Andraki sich jetzt fühlte, da auch Farai fort war. Der Abschied war ihr schwerer gefallen als sie nach außen hin gezeigt hatte, denn sie hatte Farai nicht mit einem Gefühl der Schuld in die Welt entlassen wollen. Aber mit Farai war ihre letzte Vertraute gegangen, mit der sie zu einem gewissen Grad ihre Erinnerungen und Gefühle für Yago hatte teilen können. Jemanden, der sich genauso schmerzlich erinnerte wie sie. Sie hatten einander Trost spenden können, und nun waren sie jeder für sich mit dem Loch in ihrem Herzen allein, dass Yagos Namen trug. Andraki betete zu den Ahnengeistern, dass Farai damit besser zurecht kam als sie selbst es tat.
Ihr rastloser Geist lenkte ihre Schritte zielstrebig und doch gleichzeitig ziellos durch das lagernde Rudel. Sie nickte Jeanne und Sirion zu, als sie an ihnen vorbei kam, ebenso Akira und Aidan sowie Kaei und Savas, bevor sie auf einen Findling sprang und sich auf dieser leicht erhöhten Position niederlegte. Lange würde sie hier gewiss nicht verweilen, es juckte schon wieder in ihren Pfoten, kaum dass sie sich niedergelassen hatte. Ihr Blick wanderte über das Rudel und blieb doch einmal mehr am Rot der Blätter hängen.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
16.06.2017 13:03
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All this passed
Without a scar
×××××××××××××


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Kati H. - dawnthieves.de

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05.04.2013

Sirion seufzte. Er mochte es nicht wenn Jeanne so war. Seine Gefährtin kam ihm so bekümmert und abwesend vor. Am liebsten wollte er dies einfach ändern, doch wusste er nicht einmal ansatzweiße wie. Auch deswegen, weil ihre Sorgen sich mit seinen deckten. Finnjar und Yavinja waren für ihn das wichtigste auf dieser Welt, zusammen mit Jeanne. Wenn einem der drei etwas passieren würde, könnte sich der Wolf das niemals verzeihen. Er wollte sich selbst mit seinen eigenen Worten beruhigen, doch hatte ihn die Fähe, ob absichtlich oder nicht, zum Nachdenken angeregt. Sirion seufzte und suchte mit seinem Blick die eisblauen Augen seines Gegenübers.

"Ich könnte es mir niemals verzeihen wenn den beiden, oder aber dir etwas zustößt. Am liebsten würde ich für den Rest meines Lebens nur noch auf euch drei aufpassen und sichergehen das euch nichts passiert. Wir müssen unseren Welpen vertrauen das sie, wenn es drauf ankommt, sich richtig entscheiden und sich nicht zu sehr in irgendwelche Dummheiten hineinreiten."

Sirion seufzte und blickte auf ein paar Bäume in der Nähe. Wo die beiden waren und was sie anstellten wusste er nicht. Ebenso wenig ob es ihnen gut ging. Die Ohren des Rüden zuckten als seine Gefährtin weitersprach. Der Blick der hellen Augen heftete sich auf den Kopf der Fähe. Er musste erst einmal selbst über die gefallenen Worte nachdenken. Bevor er antworten konnte. Wohin Leikuna verschwunden war wusste niemand. Es wurde weder ihr toter Körper gefunden, noch irgendeine andere Spur von ihr. Eine Fährte, ein wenig Fell. Jeder Wolf im Rudel wäre vermutlich glücklich über ein Anzeichen gewesen das die Wölfin noch lebte und ihrer eigenen Wege gegangen ist. Doch es ist Garnichts gefunden worden. Gar nichts war allerdings immer noch besser als ein lebloser Körper.
Nun da ihre beiden Welpen allein umherziehen duften konnte es für die Eltern auch ein wenig ruhiger werden. Schließlich wurden sie jetzt nicht ständig von ihnen geweckt und irgendwo hin geschliffen, nicht das dies Sirion großartig gestört hatte. Doch hatte er auch nichts gegen ein wenig ruhe.

"Ich hoffe einfach das sie ihrer Wege gegangen ist und glücklich wird." antwortete der Rüde leise und nachdenklich.

Der Blick des Wolfes fand sich wieder auf dem weißen Fell vor ihm. Sirion folgte dem Blick seiner Gefährtin, herunter auf die Pfoten. Nach einem kurzen Augenblick stupste er Jeanne an der Brust an und sah ihr in die Augen.

16.06.2017 22:03
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I'LL RAISE MY VOICE LIKE A WEAPON
UNTIL THEY FALL TO THE GROUND
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28.09.2008

Yacáru hatte gedankenverloren ein paar Runden in der Senke gedreht, sich unter dem kleinen – im Moment etwas stärkeren – Wasserfall durchgeschlängelt und sich mutwillig das Fell durchtränken lassen. Es regnete eh, da konnte sie auch gleich ganz pitschnass sein. Es störte sie nicht großartig, als arktischer Wolf wurde ihr eh nie kalt. Sie hatte festgestellt, dass es ganz angenehm war sich einen Strom Wasser auf den Rücken prasseln zu lassen.
Hauptsächlich hatte die Weiße einfach Bewegungsdrang und fand Gefallen daran dabei durch knöchelhohes Wasser zu plantschen. Ihre Gedanken ließ sie dabei einfach treiben, mal zu ihren Welpen, mit der kurzen, aber doch relativ unbesorgten Hoffnung dass sie sich einen weiteren Tag an die Regeln hielten, dann mal zu Farai, wo immer sie jetzt sein möge und mal zu Leikuna. Mittlerweile fragte sie sich nicht mehr, wo sie hin verschwunden sein mochte. Sie hatte ihre Befürchtung. Und diese war düster genug.
Schließlich hatte Yacáru genug vom Wasserrunden drehen und sprang leichtfüßig die Felsen zum oberen Rand der Senke hinauf. Hier schüttelte sich die triefnasse Wölfin einmal kräftig und zwar bevor sie überprüfte, wer dabei in ihrer Nähe stand. Wie war das noch mal? Sie waren eh alle nass. Und ob zu dem Wasser vom Himmel nun noch Wasser von der Seite dazu kam … Auch egal.
Die nächstbesten Wölfe entpuppten sich als Kaei und ‚Neuling‘ Savas. Sie hörte gerade noch, dass es wieder einmal um Monsterwölfe und Caspars irrationaler Angst vor ihnen ging.

„Pfff,“ schnaubte Yacáru mit einem Prusten. „Also eigentlich würde es schon reichen, wenn sich einer diesen Moormonsterschädel auf den Kopf setzen und damit vor Caspar rumspringen würde, um sie vermutlich halb zu Tode zu erschrecken.“


And in my mind, in the faraway here and now, I've become in control somehow and I never lose my temper, because I will be the picture of of discipline, never messing up anything and I'll be a good respectable member. And it's funny how I imagined that I would be that person now, but it does not seem to have happened, maybe I've just forgotten  how  to  see that I am  not exactly the  person that I thought I'd be
Instead I am exactly the person that I want to be
21.06.2017 16:19
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INSIDE OF ME
______________________

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04.12.2011

Alles wäre vermutlich aufregender als hier im Schlamm zu sitzen und sich begießen zu lassen. Kaei merkte sich gedanklich vor, dass Savas offensichtlich Humor hatte – und zwar solchen, den Kaei schätzen lernen könnte.
Auf lange Sicht. Ob nun Monsterwolf oder nicht, sie beide waren anders. Kühler, berechnender. Anders erzogen. Kaei musterte den Dunklen neugierig, ohne die altbekannte Feindseligkeit die er früher an den Tag gelegt hätte. Auch sein Misstrauen Savas gegenüber hatte er abgelegt, nachdem dieser sich als harmlos herausgestellt hatte. Bei ihm hatte er irgendwie weniger Bedenken als bei Sirius Neyteri damals. Die Fähe mit der kalten Stimme hätte er am liebsten zerrissen, aber dann war sie von selbst verschwunden, was ihm nur recht war.

“Ein vierköpfiger Monsterwolf wäre sicherlich spannender als ein paar verschlammte Wölfe ohne Aussicht auf ein trockenes Plätzchen“

stimmte er ihm irgendwie zu und streckte sich leicht. Sein Hintern juckte, weil ihm der Schlamm das Fell verklebte, aber er weigerte sich, sich zu kratzen. Das waren niedere Bedürfnisse. Allerdings wäre es vermutlich ein niederes, gehässiges Bedürfnis Caspar so sehr zu erschreckend, dass sie sich vor Schreck nass machte.

Ein wenig kam er sich bei diesen Gedanken vor, wie ein neckischer Jungwolf, der seine Grenzen austestete. Andererseits – besser spät als nie, denn solcherlei hatte es in seiner Jungwolfzeit nicht gegeben, es hatte sich für angehende Krieger nicht geschickt, sich ungehobelt und frech zu benehmen. Sie hatten Analyse, Kampfkunst und Geduld gelernt – gut Geduld war heutzutage nicht mehr seine Stärke, seit er das Buntauge kannte.

“Wir können gern versuchen, einen zu finden. Wer weiß, was der Regen alles zu Tage fördert. Wenn es so weiter regnet, werden wir alle zu Moormonstern. Und wenn ich hier weiter sitzen bleibe, bin ich der erste“

witzelte er und drehte dann den Kopf als Yacáru auftauchte und ihren Teil dazu beitrug. Unterschiedlicher konnten Geschwister wohl nicht sein. Während Caspar einfach nur nervig war, konnte Yacáru sich den nötigen Respekt selbst einfordern.

“Und du sagst das….weil? Willst du dich freiwillig melden? Der Schädel würde vermutlich ihre Vorstellung für immer zebrechen lassen, dass du perfekt bist, so als große Schwester<“

Er hatte natürlich nichts dagegen, falls sie sich tatsächlich dafür freiwillig melden würde, denn dann könnte er am Rand stehen und sich eins lachen, während Caspar sich nass machte, bevor sie anfing zu schimpfen, weil sie ihre eigene Schwester als Übeltäter entlarvte. Ganz so schlimm kam ihm die Ältere der Schwestern nun nicht mehr vor – im Gegenteil, ihre jetzige Beteiligung an der ganzen Sache machte sie für ihn sympathisch und es wäre schade, wenn das einfach so wieder abflauen würde.

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22.06.2017 00:35
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20.10.2013

Akira wusste nicht, wie sie auf Aidans lakonische Antwort auf ihren zugegebenermaßen recht kläglichen Versuch, ein Gespräch anzufangen,reagieren sollte, also ließ sie nur ein leises, vielsagendes Grummeln hören und schwieg ansonsten.
Glücklicherweise ließ es der Rüde nicht dabei bewenden, sondern redete dann doch weiter. Und zu Akiras Erstaunen sprach er genau das Thema an, dass seit der Geschichte mit dem Schädel im Sumpf groß und dunkel zwischen ihnen stand.
Mit einem müden Lächeln antwortete sie:

"Nun ja, ich denke, es ist normal, dass man, wenn man neu in ein Rudel kommt, versucht, Anschluss zu finden. Und da kann man vermutlich leicht in Versuchung geraten, das zu erreichen, indem man sich zusammen mit den anderen gegen eine Außenseiterin wie mich richtet. Man sollte allerdings darauf achten, an wem man sich ein Beispiel nimmt."

Sie schaute sich um, konnte aber keinen der beiden schwarzen Zwillinge in der Nähe ausmachen um in dessen Richtung zu deuten. Dennoch hoffte sie, dass Aidan verstand, wen sie meinte.
Nach kurzem Zögern setzte sie schließlich hinzu:

"Ich habe mich selbst auch kindisch benommen. Vielleicht sollten wir die Sache einfach vergessen?"

Akira schaute den Rüden fragend an, rechnete aber insgeheim bereits mit einer Zustimmung. Wenn Aidan nicht wirklich daran gelegen wäre, die Sache zu bereinigen, hätte er sich schließlich wohl kaum von sich aus entschuldigt.

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22.06.2017 19:35
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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09.07.2006

Herbst. Regen. Wind. Matsch. Röhrende Hirsche an jeder Ecke. Aiyán hatte wenig übrig für die schönen Seiten dieser Jahreszeit. Nicht dass ihn die Nässe und die herankriechende Kälte stören würde, aber abgewinnen konnte er dem Ganzen auch nichts. Er mochte den Winter und auch den Frühling, aber der Herbst war einfach der Herbst. Ein ungemütlicher, unruhiger Vorbote von Schnee und Eis. Die Jagd war nicht so einfach wie im Schnee, in dem ihre Beute nicht davonlaufen konnte. Gleichzeitig aber trieb ihn eine innere Unruhe dazu an, mehr zu fressen als im Sommer und das machte seinen Alltag irgendwie anstrengend. Parallel dazu wuchs seit einigen Wochen auch seine generelle Unzufriedenheit, was natürlich überhaupt rein gar nichts mit Farais Abschied zu tun hatte. Er war ja nicht sentimental oder so. Er war Aiyán Tendes. Und Aiyán Tendes zuckelte gerade sentimental, unzufrieden und äußerst nass durch den an die Lichtung angrenzenden Wald, um seine innere Unruhe etwas zu besänftigen. Dafür würde ihm schon ein unvorsichtiges Hörnchen genügen, aber im Augenblick ließ sich nicht einmal eine Maus blicken. Nicht verwunderlich, so nah beim Rudel.

Mit düsterer Miene begann er eine Richtung einzuschlagen, die ihn von der Lichtung weg führte – hätte die Sonne heute geschienen, hätte sie in seinem Rücken gestanden. Am Fluss konnte er vielleicht ein paar Fische erhaschen, die zu dieser Zeit irgendwie alle dämlich nah ans Ufer kamen. Kein Wunder dass alle Bären so fett waren, die hatten keine Mühe bei der Jagd.

30.06.2017 23:00
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