Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
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Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Jagdtraining | 20. Februar 1926 | Andraki, Aiyán, Farai & Caylani


Es ist rote Abenddämmerung und vier Wölfe schleichen am Waldrand herum. Andraki hat Caylani und Farai auf eine Lehrstunde im Jagen mitgenommen und sich dafür Aiyán als Verstärkung ausgesucht. Die Blicke der schnellen Läufer sind auf die Bergwiese gerichtet, wo in einiger Ferne eine Bisonherde grast. In kurzem Abstand dazu straksen auch ein paar Rehe umher, die den vermeintlichen Schutz der großen Gehörnten ausnutzen wollen.
Hier und da sind auf der Wiese schon kleine Grasflächen freigelegt worden, sonst überzieht nach wie vor eine pappige Schneemasse die Bergwiesen.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
29.09.2015 13:25
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_ SPHINX _
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To endure my Destiny
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10.01.2009

Andraki stand geduckt im Schutz der Baumstämme und spähte durch das kahle Geflecht aus Zweigen und jungen Stämmen des Unterholzes, noch einige Wolfslängen vom Waldrand entfernt. Näher wollte sie noch nicht an das offene Gelände heran gehen, weil es kein Laub gab, das sie vor den Augen ihrer Beute verbergen konnte. Sie wollte sich jedoch Zeit lassen können, immerhin ging es bei dieser Jagd nicht nur darum ein paar Bäuche zu füllen, sondern auch Farai und Caylani zu unterweisen. Witternd prüfte sie die Gerüche in der Luft, die eine leichte Brise ihnen ab und an entgegen wehte, dann wandte sie sich an die beiden Jungfähen.

"Also, da wären wir - potenzielle Beute haben wir schonmal aufgestöbert. Seht euch die Szenerie an und sagt mir, was ihr dazu denkt. Lasst euch ruhig Zeit, solange wir leise sind, werden sie uns so schnell nicht bemerken. Und habt keine scheu, es gibt nichts Falsches oder Dummes zu sagen. Ihr habt ja schon bei einigen Jagden zugesehen und wisst bestimmt schon ein paar Dinge, auf die es zu achten gilt",

forderte sie die beiden mit halblauter Stimme auf. Ein Blick galt Aiyán, dem sie es freistellte, ob er sich bei dieser Beobachtungsaufgabe beteiligen wollte oder nicht. Sie selbst hatte die Situation bereits erfasst und sich eine Jagsstrategie zurecht gelegt. Das war schlicht eine Frage der Erfahrung.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
30.09.2015 21:21
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◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
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15.02.2010

Farais Herz schlug schnell im Takt ihrer Schritte. Dies war nicht ihre erste Jagd, und doch war heute anders als die anderen Male. Aufregung und Vorfreude stiegen in ihr auf und ab wie die Wellen eines schnellen Flusses.
Heute würden sie jagen. Nicht nur zusehen dürfen und am Ende erst dazukommen wenn alles vorbei war. Ihr Blick flog kurz zu Caylani. Die Fähe war jünger als Farai, aber einen halben Kopf größer und zudem....ein Wolf. Ein Wolf unter Wölfen. Ich bin eine Fremde unter Vertrauten. Im Besitz aller Werkzeuge, die mich zu einem perfekten Raubtier machen, und doch ohne Ahnung, wie ich sie gebrauchen soll, dachte sie betrübt und war gleichzeitig froh, das auch Aiyan mitgekommen war.
Andraki hatte sie zielstrebig zu der Herde Hornträger geführt, und je näher sie kamen, desto mehr bemühte sich Farai geduckt und leise zu laufen. Sie war die letzte ihres kleinen Trupps, achtete aber am meisten auf Andraki und versuchte insgeheim, die Bewegungen ihrer Tante zu kopieren.
Irgendwann hielten sie an und versammelten sich unter einem schattigen Platz, wo man die Herden gut einsehen konnte. Es waren zwei verschiedene Arten von Tieren, vermutete Farai. Die einen massig, groß und plump wirkend, die anderen grazil und schlank. Farai wusste, wie sie sich bewegten, wenn sie rannten, das hatte sie bereits gesehen. Sie zuckten mit den Ohren, und scharrten mit den Hufen über den Schnee, um das Gras darunter freizulegen. Ihre Bewegungen und ihr warmer Geruch lösten dasselbe Kribbeln in Farai aus, das sie immer Unterdrücken musste, wenn der Rest des Rudels losstürmte. Nachdem Andraki ihre Frage gestellt hatte, überlegte sie einen kurzen Moment und versuchte sich daran zu erinnern, was sie bisher immer bei Jagden beobachten konnte.

"Ich...würde eines der Rehe nehmen. Wir sind nur zu viert, deshalb könnte ein Bison schwierig werden, selbst ein verletztes."

Dann war sie aber auch schon am Ende mit ihrem Wolfslatein. Das man ein schwaches oder krankes Tier aussuchte oder ein altes, das hatte sie bereits gelernt, nur sahen die Rehe für sie alle gleich stark und wachsam aus. Vieles sah man erst, wenn man sie hetzte, hatte sie sich sagen lassen. Von weitem hatte sie nie erkennen können, warum das Rudel jenes Tier getötet hatte und dafür ein anderes verschont blieb.

01.10.2015 00:18
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Aufmerksam und gleichzeitig angespannt spielten die dunkel gerahmten Ohren in der wärmer werdenden Luft. Heute war sie bereits mit einem Kribbeln im Bauch wach geworden, hatte die Spannung der Veränderung förmlich anfassen können und jetzt stand sie hier, um gemeinsam mit Farai an einer Jagdlektion teilzunehmen. Nicht irgendeiner, wie die Alpha sehr schnell deutlich machte, sie beide sollten zeigen, was sie aus ihren Beobachtungen gelernt hatten und das dann auch erstmalig anwenden.
Den ganzen Weg hatte sich die Heranwachsende eher bedeckt gehalten, versucht sich so viele Eindrücke aus dem Gedächtnis zurück zu rufen und hatte immer wieder zu Farai hinüber gesehen, ihr aufmunternde Blicke schenkend. Heute war ein großer Tag und sie würden ihr Bestes geben. Das diese Lektion von Andraki persönlich gegeben wurde, stimmte sie etwas nervös, denn so erhielt die Alpha sofort Kenntnisse von ihrem Wissensstand. Auch die Anwesenheit eines der Zwillinge verunsicherte sie ein bisschen. Aber das lag wohl mehr daran, dass sie die beiden noch immer nicht gut genug kannte. Ash hatte ihr vor bereits längerer Zeit den Hinweis gegeben, das die beiden Schwarzfänge meistens nur so täten als wären sie fies, im Grunde ihres Herzens aber durchaus nette Wölfe sein konnten. Der gutgemeinte Ratschlag der Bunten hatte bei der schüchternen Fähe jedoch nicht ganz ausgereicht, um sich an die Zwillinge näher als das übliche Maß heran zu wagen, doch gänzlich ausschließen wollte sie auch nichts. Sie war gewillt sie besser kennen zu lernen – nur warum musste das nun auf einer Jagd sein?
Als Andraki die Gruppe anhielt, schloss die Graumelierte zu der Alpha auf, um ihre Worte deutlich aufzunehmen und ließ nachdenklich den Blick schweifen. Es gab zwei unterschiedliche Beutetiere, die beide ihre Vor- und Nachteile hatten. Während ihr meerblaues Augenmerk noch zwischen beiden Gruppierungen herum wanderte, hatte bereits Farai einen Vorschlag in die entstandene Stille geworfen.

“Ich schließe mich dem an. Ein Reh wird zu viert einfacher sein und ich denke das Risiko ist dort geringer. Die Bisons sind viel stärker und uns kräftemäßig und in Anzahl weit überlegen.“

Sie riskierte nur einen kurzen Seitenblick in Richtung der Zimtfarbenen und auch Aiyán, ehe sie sich wieder auf das Wild konzentrierte und beobachtete. Sie versuchte sich wieder an ihre bisherigen Beobachtungen zu erinnern, bei denen ein Muster immer wieder kehrte: das Rudel hatte immer ein Tier von der Gruppe isoliert und dieses eine schließlich gemeinsam gejagt.

“Wir müssen versuchen ein Tier von der Gruppe zu trennen. Aber wie erkennt man zwischen all den vielen Rehen eines, das schwächer, krank oder verletzt ist? Von so weit weg sehen sie alle irgendwie gleich aus.“

Ihr Atem tanzte als feine Rauchwölkchen durch die Luft, als sie ausatmete und zwischen all den vielen Tieren, die sich auch bewegten und nicht still hielten, das beste Ziel zu finden.

“Ich… ich glaube… ich glaube ich habe eines entdeckt, das links etwas hinkt… jetzt ist es aber wieder verschwunden.“

Ein wenig enttäuscht wandte Caylani nun den Blick gänzlich ab und blickte hilfesuchend in die Runde. Das ganze war schwieriger als es aussah.

01.10.2015 12:57
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09.07.2006

Aiyán mochte diese Art der konzentrierten, ruhigen Anspannung, die er eigentlich nur verspürte, wenn es Beute zu erlegen galt. Vom Moment des Anschleichens bis zum Reißen des Tieres schien sein Körper vollkommen autonom zu funktionieren, ohne dass er dabei über etwas anderes nachdenken konnte als den nächsten Sprung, den folgenden Richtungswechsel und das Vorausahnen der Bewegungen des Beutetieres. Es gab Wölfe im Rudel, die am liebsten gemeinsam mit anderen jagten, weil dabei größere Mengen Fleisch anfielen und es ein faszinierendes Ereignis war, wenn alle zusammen funktionierten. Und es gab Wölfe wie ihn, die sich lieber allein auf den Weg machten. Er konnte gar nicht so genau sagen, warum er das bevorzugte, vielleicht weil er sich am liebsten ausschließlich auf sich selbst verließ. Mit Sai zusammen war es auch anders gewesen als mit anderen Rudelmitgliedern, sie hatten das Jagen gemeinsam gelernt und konnten einander einschätzen, als wären sie ein Wolf in zwei Körpern. Nichtsdestotrotz jagte er mit dem Rudel, wenn es darum ging, gezielt Nahrung für alle zu beschaffen. Oder wenn Andraki ihn unerwartet dazu einlud, bei einer Jagdübung mit Caylani und Farai behilflich zu sein.

Inzwischen hatten sie das Ende der Fährte erreicht, der sie gefolgt waren. Vor ihnen lag eine baumlose, größtenteils schneebedeckte Fläche und mittendrin arbeiteten sich Bisons und einige Rehe durch die weiße Decke. Während Andraki die Lehrstunde mit leiser Stimme eröffnete, beobachtete er weiterhin konzentriert die ungleiche Konstellation aus Beutetieren. Bei den Bisons waren noch keine Kälber zu entdecken, nur ein paar Einjährige bewegten sich zwischen den massigen Leibern ihrer Familie. Drei der Rehe aber waren verräterisch rund und kurz bevor Caylani es aussprach, entdeckte auch er einen unregelmäßig laufenden Bock. Dass die großen Hornträger nichts für sie waren, erkannten beide Fähen erfreulicherweise ziemlich schnell.

„Indem wir geduldig sind, ihnen zuschauen, sie kennenlernen. Unterschätzt sie nicht, das sind keine gedankenlosen Dinger, die alle das Gleiche tun, wenn sie uns sehen.“

Er warf einen Ich-mache-eine-bedeutungsvolle-Pause-Blick in die Runde und betrachtete dann wieder ihre künftige Beute.

„Und nur weil wir beschlossen haben, die Bisons in Ruhe zu lassen, wissen die das nicht gleich. Die alten, erfahrenen, die wissen das. Aber die jüngeren werden schnell nervös und kaum dass ihr euch verseht, wollen sie sich verteidigen, obwohl ihr euch gar nicht für sie interessiert. Also … beobachtet nicht nur die Rehe, sondern schaut euch auch die Großen an“, riet er abschließend.

01.10.2015 16:56
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10.01.2009

Andraki ließ zunächst nicht erkennen, was sie zu den Aussagen der Jungtiere dachte, damit sie sich nicht anhand ihrer Reaktionen in eine bestimmte Richtung gelenkt fühlten. Zum Lernen gehörte es auch, Fehler zu machen, aber wenn diese Fehler nicht ausgesprochen und damit aufgedeckt wurden, zeigten sie sich später in der Praxis, was viel gefährlicher war. Farai und Caylani waren jedoch beide besonnen genug, die großen Bisons als potenzielle Beute zu verwerfen, und Aiyan steuerte sogleich ein paar wichtige Hinweise mit bei. Das war ein guter Unterrichtsstart, Andraki war zufrieden.

"Gut so, die Bisons sind in der Tat keine geeignete Beute für uns, zumindest nicht für uns vier. Mit einer größeren Gruppe aus erfahrenen Jägern wäre das machbar, aber solange wir leichtere Beute zur Wahl haben, nehmen wir lieber die. Denkt immer daran, bei der Jagd geht man immer den Weg des geringsten Widerstandes. Es geht nicht um Heldentaten, sondern darum das Rudel satt zu bekommen. Wenn ihr mit euren Handlungen das Rudel zwingt, euch bei einem scheinbar heldenhaften Angriff auf ein gefährlicheres Ziel zu unterstützen, werdet ihr nicht gefeiert werden, wenn sich anschließend herausstellt, dass ein anderes Rudelmitglied bei der Aktion niedergetrampelt wurde. Euer bester Freund zum Beispiel."

Die Zimtfarbene zeichnete absichtlich ein abschreckendes Bild für die beiden Jungfähen. Es war besser, wenn sie mit mehr Vorsicht in die ersten jagdversuche gingen und scheiterten, als furchtlos voran zu preschen und in eine katastrophe für sich oder andere hinein zu geraten. Gleichzeitig fiel ihr auf, dass sie fast dieselben Worte benutzte wie dereinst ihre große Schwester Silarni bei ihrem eigenen Jagdunterricht. Geschichte wiederholte sich, und Kreise schlossen sich. Immer wieder.

"Kranke oder geschwächte Beute erkennt man nur selten an offensichtlichen Verletzungen, daher ist gute Beobachtung wichtig, da hat Aiyán ganz recht. Verlasst euch aber auch auf eure Nase! Man kann schon von Weitem riechen, ob es in einer Herde ein krankes oder altes Tier gibt - deshalb habe ich uns diese Herde aufspüren lassen. Die veränderte Witterung hat mir verraten, dass sich hier eine Jagdübung lohnen könnte. Es ist aber auch so, dass man nicht immer von Vornherein ein Beutetier auswählen kann. Auch wenn man zuvor ein krankes Tier gewittert hat, erkennt man die geeignete Beute meist erst, wenn die Hetzjagd schon beginnt. Was für euch so aussieht, als würden alle Jäger sich schon vor der Jagd stumm auf ein Tier einigen, ist tatsächlich meistens eine unabgesprochene Abstimmung erst während der Jagd. Wenn man eine Herde aufscheucht, weiß man vorher nie, wie die einzelnen Tiere reagieren und in welche Richtung sie fliehen, auch wenn man versuchen kann, das zu beeinflussen. Aber wenn zum Beispiel unser hinkender Bock hier - gut gesehen übrigens, Caylani - Schutz inmitten der Bisonherde sucht, hilft es uns nichts, uns vorher auf ihn als Ziel geeinigt zu haben. Die vermeintlich leichte Beute birgt plötzlich ein zu großes Risiko, also wird sie als Beute verworfen. Da ist es dann leichter, das gesunde Beutetier zu erwischen, dass sich vor Schreck selbst vom Rest seiner Herde separiert hat. Bei der Jagd kommt es nicht darauf an, die Beute schnell zu erwischen - es nennt sich Hetzjagd, weil wir uns unsere Ausdauer und Anzahl zunutze machen und abwechselnd die Beute so lange treiben, bis sie erschöpft ist oder stolpert. Das kann auch über eine lange Strecke so gehen",

fuhr sie fort und erweiterte damit die Lektion von der Auswahl der Beute gleich auf wichtige Gebote während der Jagd.

"Es ist nicht wichtig, dass ihr diejenigen seid, die die Beute zu Fall bringt - wichtig ist allein, dass sie fällt. Jedes Mitglied eines Jagdtrupps verrichtet die gleiche, wichtige Aufgabe, macht euch das bewusst. Bei der Jagd gibt es kein 'Ich', nur ein 'Wir'."

Und wieder hörte sie in ihrem Kopf die gleichen Worte, gesprochen mit der Stimme ihrer Schwester. Sie erinnerte sich daran, wie eindringlich Silarni sie dabei angesehen hatte, und wie mulmig ihr dabei geworden war. Plötzlich hatte sie sich nicht mehr bereit gefühlt für das, was beim Beobachten so einfach und klar ausgesehen hatte. Die erste Jagd war dann auch erfolglos verlaufen, aber Silarni hatte trotzdem voller Stolz Mutter und Vater davon berichtet. Andraki hatte damals nicht ganz verstanden, woher dieser Stolz kam, wo sie doch keine Beute gemacht hatten. Jetzt verstand sie - sie waren damals alle heil nach Hause gekommen.

"In Ordnung, bevor wir die Aufgabenverteilung durchsprechen, habt ihr noch Fragen?" Und mit einem Blick zu Aiyán: "Oder Anmerkungen?"

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08.10.2015 12:46
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15.02.2010

Farai bemühte sich, aufmerksam zu zuhören. Sie ärgerte sich ein bisschen darüber, das Caylani den lahmenden zuerst Bock bemerkt hatte, sie hingegen nicht. Bei weiterer, genauerer Betrachtung fiel er ihr dann aber doch auf. Das war...beruhigend. Farai konnte nicht genau sagen wieso, aber es war es war gut zu wissen, dass sie bei ihrer ersten Jagd nicht während des Hetzens ein Opfer aussuchen mussten. Jetzt hatte sie ein Ziel. Eine Beute, auf die sie sich fokussieren konnte. Ihr Blick heftete sich an den Rehbock und folgte seinen Bewegungen, und er hob den Kopf und witterte nervös. Aber der Wind stand günstig für sie, und so spielte er nur nervös mit den Ohren und fraß dann weiter.
Die Bisons dagegen wirkten wie gemächliche, lebende Felsen, die sich wie eine einzige, dunkle Masse durch über die Ebene schoben. Wenn ich so riesig wäre, würde ich auch nicht permanent angst haben. Die Bisons waren selbstsicher, aber die Rehe hatten nichts außer ihre langen Läufe und ihrer Geschwindigkeit. Wenn sie zwischen den Bisons verschwinden sollten, hatten sie womöglich ein Problem, falls sie sich angegriffen fühlten, wie Ai sagte. Für sie sah ein Bison aber wie dass andere aus, manche waren kräftiger, manche etwas kleiner, aber für Farai war es nicht ersichtlich, welche von ihnen Probleme machen könnten.
Sie legte die Ohren an und betrachtete die Herde mit wachsender Unruhe, während Andraki wieder das Wort ergriff. Die Informationen waren so wichtig wie zahlreich, und es wurde immer schwieriger, sich trotz der inneren Aufregung alles merken zu können. Also mussten sie doch erst während der Hetzjagd eine Entscheidung treffen, mist. Das erhöhte den Druck wieder etwas. Farai hatte Angst, nicht die Richtige Entscheidung zu treffen. Um die angesprochenen Heldentaten ging es ihr gar nicht. Sie wollte kein Held sein, sie wollte einfach nur keinen großen Fehler machen, sich selbst im Weg stehen oder womöglich noch andere in Gefahr bringen.
Auf Andrakis Frage hin überlegte sie kurz und schüttelte dann den Kopf. Sie war immer noch nervös, und die Aufregung wirbelte ihre Gedanken durcheinander. Wenn ich erstmal eine Aufgabe habe, auf die ich mich konzentrieren kann, wird es besser. Das war schon immer so...

11.10.2015 18:49
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Caylanis Blick wanderte konzentriert von einem Gesicht zum nächsten, darauf bedacht auch alles mitzubekommen und aufzunehmen. Sie wollte dazu lernen, dafür war sie hier. Als Aiyán riet, die Beute kennen zu lernen, runzelte sich kurz ihre Stirn. Das Verhalten der Herden war dem eines Rudels schon ähnlich, aber ihr Verhalten als Beute- und Fluchttiere vollkommen anders als das eines Jägers. Dennoch beschloss sie da nicht weiter nachzufragen, denn es ging um das Beobachten und nicht gedankenlose Losstürmen – so verlockend dies andererseits auch sein mochte. Sie nickte zum Zeichen das sie verstanden hatte. Sie durften nicht drauf los rennen, sondern mussten sich zuerst ein Bild von der Situation machen, die Beute beobachten und noch während der Jagd die Umgebung im Blick behalten. Das war eine ganze Menge.
Ihr Augenmerk lag nun wieder kurz bei Andraki, die sich bis dahin noch nicht weiter geäußert hatte. Auch ihre Mine ließ nicht auf ihre Gedanken oder ihre Meinung zurück schließen, was ihre Rutenspitze unruhig zucken ließ. Erst als die Alpha wieder das Wort an sie richtete und die Jungwölfin den zufriedenen Unterton hörte, entspannte sie sich ein wenig – jedoch nur für den ersten Moment. Die Vorstellung, das jemand niedergetrampelt wurde ließ sie hart schlucken. Sie wollte sich dieses Szenario nicht ausmalen, daher nickte sie nur stumm. Keine Heldentaten. Das Rudel nicht gefährden. Das war das letzte, was sie wollte. Daher war ihr diese Lektion besonders wichtig.
Den Hinweis das sie sich auf ihre Nase verlassen sollte, setzte sie sogleich um. Ihr war schon die ganze Zeit über ein seltsamer Geruch aufgefallen, den sie aber nicht recht hatte eindeuten können. Jetzt wo sie sich vermehrt darauf konzentrierte und witterte, konnte sie ausmachen, das von den Hornträgern der Geruch zu ihnen herüber kam. Aufmerksam spitzten sich die Ohren noch ein wenig mehr, während sie die Herden mit ihren Augen abtastete. Andrakis weitere Anweisungen un Erklärungen ließen ihre Aufmerksamkeit jedoch schnell wieder zurück wandern. Das Lob freute sie und sachte fuhr ihre Rute kurz durch die Luft. Dennoch durfte sie sich nicht darauf ausruhen, das war ihr bewusst.

“Wie kann man sich während der laufenden Jagd mit den anderen auf eine andere Beute verständigen und einigen, wenn bereits alle los stürmen und die Herde auseinander prescht? Angenommen gleich zwei Jäger entdecken eine einfachere Beute – welche von beiden wird dann gejagd?“

Obwohl sie sich dümmlich fühlte, wollte sie ihre Fragen doch lieber im Vorfeld los werden als dann später das Nachsehen zu haben.

“Ich meine… zwischen den vielen flüchtenden Tieren wird es schwer Sichtkontakt zu behalten und vielleicht entgeht dem einen oder anderen auch, dass sich das Ziel geändert hat. Was…“

Sie brach ab, denn die Vorstellung, wie ein Wolf niedergetrampelt wurde kehrte zurück und ließ sie erneut trocken schlucken. Irgendwie erschien ihr das alles, was sonst immer so einfach und klar durchdacht gewirkt hatte so rein gar nicht mehr klar und Zweifel kamen auf. Konnte sie wirklich eine solch anspruchsvolle Aufgabe übernehmen? Was war, wenn sie nicht sah, wenn sich die anderen auf eine andere Beute einigten und alleine weiter hetzte? Was war, wenn sie durch ihr Versagen und ihre Fehler jemanden in Gefahr brachte? Sie dachte an die großen, schweren Hufe und Angst wand sich ihre Läufe hinauf, die sich plötzlich viel schwerer anfühlten.

28.10.2015 12:15
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09.07.2006

Ai hörte Andraki tatsächlich ganz gern zu, obwohl er nicht beabsichtige, hier noch großartig etwas Neues zu lernen. Es wäre auch nicht besonders erbaulich, wenn die Fähe ihm – einem mittlerweile zweijährigen, erfahrenen Rüden – noch etwas über die Jagd beibringen konnte. Aber sie konnte ihm durchaus beibringen, wie man solches Wissen an eher planlose Jungwölfe weitergab, denn da hätte er allein nun ziemlich ratlos dagestanden. Und wer wusste es schon, vielleicht musste er das eines Tages mal machen. Andraki sparte nicht gerade an Düsternis und Dramatik, obwohl er bezweifelte, dass Farai und Caylani die typischen Heldenwölfe waren, die unbedingt jeden beeindrucken wollten. Das hätte Mitsah eher Sai und ihm eintrichtern sollen. Belustigt schwieg er diesmal und hielt den Blick stattdessen weiter auf die Wiederkäuer gerichtet.

Er selbst hätte wohl bedeutend weniger gesagt und stattdessen versucht, Caylani und Farai einfach mitzunehmen – Lernen durch eigenes Handeln, quasi. Nun da er als Zuhörer dabei war, klang aber alles was Andraki sagte enorm wichtig und er hätte nicht sagen können, was sie sich hätte sparen können. Mitsah hatte ihnen auch einiges vorher erzählt, aber daran erinnerte er sich kaum noch, das aktive Jagen hatte wohl letzten Endes alle Theorie überlagert. Wenn es los ging, wusste jede Faser seines Körpers, was sie zu leisten hatte, darüber musste er nicht mehr explizit nachdenken. Irgendwie hatte er gedacht, das wäre für jeden Wolf so, auch für die mit wenig Erfahrung. Er betrachtete die beiden silbergrauen Fähen kurz, aber sie wirkten definitiv nicht gelangweilt, also hatte er da scheinbar ein wenig falsch gelegen. Caylani hatte schließlich sogar noch eine Frage, bei der er kurz nachdenken musste, ein Ohr dabei zurückdrehend. Auch das waren Dinge, die für ihn schwer zu beschreiben waren, die er verinnerlicht hatte und nach Gefühl ausführte, aber nicht so recht benennen konnte, wie es funktionierte. Also überließ er es noch einmal Andraki, Caylani eine ausführliche Antwort zu liefern.

Farai warf er schließlich noch ein aufmunterndes Grinsen zu, denn die hatte Andraki erfolgreich eingeschüchtert mit ihrer Gruselformulierung vom totgetrampelten Freund. Und Angst war in seinen Augen nichts, was sie hier jetzt unbedingt gebrauchen konnten, immerhin waren Caylani und Farai keine übermütigen, selbstbewussten Schnellzünder.

„Eins noch von mir. Habt Respekt vor denen, aber keine Angst.“

Auch wenn Andraki das insgesamt vielleicht ein bisschen anders sah, aber so richtige Angst, panische Angst, die brachte sie hier überhaupt nicht weiter. Wenn Farai kurz vor den Bisons einfach erstarrte und sich nicht mehr bewegte, fand das hier viel schneller ein unerwünschtes Ende, als sie gucken konnten.

20.11.2015 21:35
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