Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 42 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Frühling - 1926 » Neuanfang
Seiten (15): [1] 2 3 4 5 nächste » ... letzte »

Autor

Beitrag


I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

This isn't
happening
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Mitglied

Alter

7 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

102 cm

Beiträge

70

Beitritt

31.07.2006

14 Wochen sind ins Land gestrichen. Nachdem Ende Januar die Ranzzeit eingesetzt hatte und damit der Höhepunkt an Gereiztheit, Aufregung und weiteren hormonbedingten Launen erreicht war, hat sich die Stimmung allmählich wieder beruhigt und wurde mit dem nahenden Frühling sogar nahezu träge. Noch immer sind die Ränge unterhalb der Alphas nur zum Teil geklärt, da sich die meisten Anwärter mit ihren Ambitionen eher zurückgehalten haben. Nur Yacáru blieb unnachgiebig und verbissen genug, um einen deutlichen Eindruck zu hinterlassen. Unterstützt von den Leitwölfen Andraki und Akando ist sie mittlerweile bei den meisten als Beta anerkannt.
Die Ranz hinterließ allerdings auch noch ganz andere Spuren. Schon vor Beginn der Ranzzeit war öffentlich geworden, dass Jeanne und Sirion die Erlaubnis für Welpen bekommen hatten, doch als die Ranz dann da war, offenbarte sich dem Rudel (und wohl auch ihnen selbst) noch ein weiteres Pärchen: Akando und Yacáru. Während der Hitze gestattete es der Leitwolf keinem anderen Rüden, auch nur in die Nähe der weißen Wölfin zu kommen und verbrachte, wie Sirion und Jeanne, einige Zeit mit ihr abseits vom Rudel. Nach einer Woche lockerte sich die Atmosphäre langsam wieder und wurde entspannter. Die Temperaturen fingen an milder zu werden, die Sonne zeigte sich mit jedem Tag ein bisschen länger am Himmel.
Als der März in den April über ging, zeigte sich zwar weder bei Jeanne, noch bei Yacáru eine großartige, körperliche Veränderung, doch die ältere Weiße war bereits dabei nach einer geeigneten Stelle für eine Wurfhöhle zu suchen. Yacáru hielt sich eher bedeckt. Anfang April verzog sich Jeanne in ihren Bau und die Zweijährige war plötzlich auch verschwunden.
Am 3. April brachte Jeanne zwei Welpen zur Welt, einen Rüden und eine Fähe. Yacáru brachte am 5. April drei Welpen zur Welt, eine Fähe und zwei Rüden, wobei der letzte Rüde totgeboren wird.
Die Welpen sind jetzt 4 Wochen alt und dürfen heute zum ersten Mal die Höhle verlassen. Da die vergangenen Monate ruhig und Zwischenfall-los von statten gegangen sind, steht es den Wölfen frei, sich im Tal zu bewegen, wie sie möchten.


Tag | 30. April 1926 # Frühmorgen
Wetter | klarer rosabläulicher Himmel # Sonne noch hinter der Bergkette # 11 °C

(( Wie immer darf im alten Thread noch weitergespielt werden, NPs und CPs für die Zwischenzeit sind erwünscht ))


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

04.08.2015 11:55
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

93 cm

Beiträge

158

Beitritt

09.07.2006

Aiyán duckte sich tief hinter das Wurzelgeflecht eines vor Wochen umgestürzten Baumes, ein siegessicheres Funkeln in den blauen Augen. Die kleine Hirschkuh, die er vorhin gesehen hatte, hatte nicht nur eines, sondern zwei Kälber und er hatte gut daran getan, erstmal nach denen zu suchen. Auch wenn er zugeben musste, dass sie sie gut versteckt hatte, selbst ihr Geruch war kaum wahrnehmbar. Deshalb kamen die meisten Kälber auch durch und wurden groß. Aiyán beobachtete die Kleinen noch kurz, die bewegungslos und durch ihr geflecktes Fell getarnt im Laub des vorigen Herbstes in einer Kuhle kauerten, ließ den Blick einmal routiniert über die unmittelbare Umgebung wandern und spannte die Muskeln an. Dann verließ er seine Deckung wie ein Geschoss – wahrscheinlich hätte er auch zu den Kälbern schlendern können, die sich instinktiv weiterhin nicht bewegten – tötete erst das eine, dann unmittelbar das andere und stand schließlich etwas unzufrieden zwischen seiner Beute. Bei Hirschkälbern war die ganze Suche vorher das Spannende, aber er begeisterte sich dann doch eher für eine kleine Hetzjagd oder ein Gerangel. Vermutlich stand ihm das mit der Mutter demnächst bevor. Er leckte sich über die Nase, schnupperte an den kleinen Kälbern und hob das etwas kräftigere von beiden schließlich hoch. Neuerdings waren die Bedürfnisse des Rudels nach Fleisch ein bisschen gewachsen und es störte den Schwarzen überraschend wenig, seinen Teil beizutragen, indem er nicht mehr nur für sich jagte.

In zügigem Tempo kehrte er mit seiner Beute zum Rand des Rudelplatzes zurück, legte das langbeinige kleine Ding, das verlockend lecker schmeckte, auf den Boden und kehrte erstmal direkt wieder um, damit das andere nicht einer Füchsin zum Opfer fiel, die ebenfalls ein paar hungrige Mäuler zu stopfen hatte. Aber entweder hatte er einfach Glück, oder war schnell genug gewesen, als er die Stelle erneut erreichte, lag auch das andere Kalb noch dort, wo er es zurückgelassen hatte. Nur zwei schattengraue Krähen scheuchte er auf, als er es anhob. Er grummelte nicht einmal, ignorierte die schimpfenden Vögel einfach und machte sich zügig auf den Rückweg, um möglichst selbst auch noch etwas von seiner Beute zu haben. Allerdings folgte er diesmal nicht seiner eigenen Spur zurück. Yacárus Höhle lag etwas abseits und auch wenn sie ihn nie einen Blick auf die Welpen hatte werfen lassen, war er immer mal wieder vorbeigekommen und hatte etwas mitgebracht, mal einen Vogel, mal ein Eichhörnchen, mal auch nur eine Maus. Jedenfalls noch nie etwas so großes wie das Kalb jetzt, das seine Kiefermuskeln nun langsam etwas strapazierte, so dass er ganz froh war, als er es in Sichtweite der Höhle ablegen konnte. Ehe er sich dem Eingang jedoch weiter näherte, wuffte er dumpf, um sich anzukündigen – sicherheitshalber. Er war zwar noch nicht mit Yacáru aneinandergeraten, aber er konnte sich irgendwie trotzdem ganz gut vorstellen was passierte, wenn man sich nicht an ihre Regeln hielt.


[Achtung: editiert!]

04.08.2015 17:55
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

72 cm

Beiträge

95

Beitritt

15.02.2010

Farai rannte.
Es war warm und die Farben waren endlich wieder in die Welt zurückkehrt. Der Schnee war aus dem Tal verschwunden, aber auf dem Sactarum Ceres würde er nie verschwinden. So würde er immer daran erinnern, das dort Kiba und Yago schliefen. So wie der Schnee auf dem Berg nie verschwinden würde, so würde in ihrem Herzen immer eine kleine Stelle kalt bleiben. Doch jetzt war Frühling und jetzt war sie glücklich.
Die Äste knackten laut unter ihren Pfoten, als sie wie ein Pfeil durch das Dickicht preschte. Sie hatte kein Ziel, sie jagte auch nicht, sie wollte lediglich laufen, um den Rest des Winters aus ihrem Körper zu vertreiben. Es roch nach feuchter Erde und Schlüsselblumen, und der Nebel des Morgens hing dunstig zwischen den Bäumen.
Ein Eichhörnchen saß auf einem Ast und beobachtete neugierig und auch etwas verständnislos, wie sich die graue Fähe dort unten gebärdete.
An einer Lichtung warf sie sich ins nasse Gras und wälzte sich darin, bis sie der Geruch der Pflanzen komplett eingehüllt hatte. Sie blieb auf dem Rücken liegen und sah zum Himmel hinauf, dessen blasser Blauton langsam immer kräftiger wurde. Hier wollte sie liegen bleiben und auf die Sonne warten.
Eigentlich.
Der Wind trug eine seltsame Fährte heran. Sie war schwach und kaum wahrnehmbar, besonders bei den anderen, viel stärkeren Gerüchen die in der Luft hingen, aber dafür stach sie heraus wie ein Kaktus im Blumenbeet.
Die Welpenhöhlen waren zu weit entfernt, als das sie die Ursache sein konnten. Außerdem konnte Farai sich nicht vorstellen, das Welpen so streng riechen würden.
Sie rollte sich wieder auf den Bauch und lies den Blick die Baumgrenze entlang gleiten. Eine Amsel zwitscherte mit einem Rotkehlchen um die Wette, ansonsten war der Wald ruhig und schien erst langsam zu erwachen.
Diese Lichtung war herrlich, und eigentlich wollte sie hier nicht weg, aber diese unbekannte Fährte lies ihr keine Ruhe. Wenn ich ihr folge, entferne ich mich so weit vom Rudel wie noch nie, dachte sie und legte zweifelnd die Ohren an den Kopf. Sie könnte natürlich einfach zurückgehen und jemanden fragen, ob er sie begleiten will, aber...
Andraki würde niemanden fragen. Akando auch nicht. Und Yacáru erst recht nicht, und Yacáru war einen Kopf kleiner, dafür aber schon Beta. Und Mutter.
Farai stand auf und schüttelte sich die Grasreste aus dem Fell. Dann senkte sie ihren Kopf und begann der Fährte zu folgen. Ihr Entschluss stand fest. Umdrehen konnte sie immer noch.
Zwar war ihr Können in Sachen Fährten lesen deutlich besser wie noch vor einem Jahr, trotzdem lief sie manchmal in die falsche Richtung oder im Kreis, musste umkehren und wirkte manchmal wie eine Blinde im Labyrinth. Die Spur lotste sie immer tiefer in den Wald, bis die Bäume so dicht beieinander standen, das sie sich fast berührten. Das ohnehin schon schwache Licht hatte hier kaum Kraft. Grau schimmerte es durch die Zweige, während der Nebel noch so hoch stand, das Farai nicht über ihn hinweg sehen konnte. Sie hatte schon mit dem Gedanken gespielt, aufzugeben, da war die Fährte mit einem Schlag wieder da und lies sie auf eine weitere Lichtung hinzusteuern. Diese Lichtung war kaum heller als der Rest des Waldes, dafür bäumte sich in ihrer Mitte ein Hügel auf, der im milchigen Nebel aussah als schliefe dort ein zusammengekauerte Riese. Zaghaft näherte sich Farai und umrundete den Hügel, der fast schon die Ausmaße eines kleinen Berges einnahm. Der Geruch war hier fast greifbar. Sauer roch es. Nach Schweiß und Fell und....Blut?
Dann ein Geräusch, das die angespannte Stille zerriss. Farai zuckte zusammen. Es klang wie ein lautes Seufzen, nur viel dunkler, tiefer, als habe der Berg selbst zu ihr gesprochen.. Weiter lief sie um den Hügel. Weiter und immer weiter drehten sich Gras und Steine.
Und dann stand sie vor dem Höhleneingang.
Farais Herz schlug schneller. Sie hatte das Gefühl, nicht hier sein zu dürfen. Sie musste hier weg.
Unsicher musterte sie die Hügelhöhle, während sie langsam rückwärts ging. Etwas bedrohliches ging von diesem Ort aus.
Dann ertönte das Geräusch erneut.
Die Erde zitterte, und für einen kurzen Moment glaubte sie, der ganze Hügel würde auseinanderbrechen. Dann trat der Bär trat in das graue Zwielicht, blinzelnd und benommen, sein Fell an der Schulter war schwarz verfärbt und stank nach Tod.
Nein. Er schien Farai erst zu riechen bevor er sie wirklich sah, schnaubend schüttelte er den Kopf, stemmte sich auf die Hinterbeine und verschluckte das letzte bisschen Licht, was es noch auf der Lichtung gab. Nein. Nein. Nein. Als er das Maul aufriss und brüllte, war Farai bereits auf der Flucht. Zunächst stürmte sie gedankenlos in die erst beste Richtung. Nur weg, weg, weg. Hinter ihr brach donnernd der Wald auseinander. Sie wagte es nicht, sich umzudrehen. Trotz Panik und Chaos in ihrem Kopf schossen ihr plötzlich die Welpen in den Kopf. Die Höhlen! Steuerte sie gerade mitten darauf zu? Oder lagen sie doch weiter westlich? Egal. Farai ging auf Nummer sicher und schlug einen scharfen rechts Haken Richtung Osten. Hauptsache nicht zu den Höhlen.
Nicht zu den Höhlen.
Farai rannte.


Achtung: ebenfalls edit!

05.08.2015 01:00
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
_ SPHINX _
Carved in Stone I want to be
To endure my Destiny
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Alpha

Alter

5 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

84 cm

Beiträge

180

Beitritt

10.01.2009

Andraki lag auf einem alten, umgestürzten Baumstamm. Halb auf die Seite gedreht, ein Hinterlauf hing locker herunter, den Kopf auf die Vorderpfoten gebetet. Sie schlief nicht, döste nur ein wenig vor sich hin und öffnete die Augen nur halb, als sie entfernte Schritte und den Geruch von Blut vernahm. Stumm beobachtete sie, wie Aiyán - oder Saiyán? Nein, doch Ai - zwischen den Bäumen hervortrat, frische Beute im Maul. Wie er das tote Hirschkalb ablegte und wieder verschwand, ohne es angerührt zu haben. Ihre gelben Augen folgten ihm und kehrten dann zum Kadaver zurück.
War sie hungrig? Ja - aber nicht auf die Art, die mit einem vollen Magen gestillt werden konnte. Ihre Gedanken drifteten ab, während sie auf das tote Kalb starrte und darauf wartete, dass Aiyán wieder kam. Ein totes junges Leben, während es im Rudel vier neue davon gab. Vier - das war eine Zahl, die Andraki aufgrund ihrer Herkunft eine unbestimmte Angst einflößte. Vier Welpen wären in ihrer Heimat unvorstellbar gewesen. Vier Welpen hätten unweigerlich auf die eine oder andere Weise Leid und Verlust bedeutet. Aber Diemnar war nicht wie ihre Heimat, das wusste sie, das sagte sie sich immer wieder, und deshalb trat die Angst nie in den Vordergrund, sondern blieb nur eine leise, unterschwellige Sorge. Viel besser war es, von den vier Welpen als zwei und zwei zu denken. Zwei war eine gute Zahl, die perfekte Zahl für einen Wurf. Zweimal zwei Welpen fühlte sich bei Weitem nicht so bedrohlich an wie vier.
Andraki entschied, dass sie doch Hunger hatte, zumindest ein wenig. Aiyán war noch immer nicht zurück, also hatte er Pech gehabt, wenn er seine Beute später wiederhaben wollte. Wer es hatte, dem gehörte es. Die Zimtfarbene richtete sich auf und sprang vom Baum herab, trottete gemütlich zu der unbeachteten Beute und witterte. Der intensive Geruch von Fleisch und Blut machte ihr gleich noch mehr appetit, und sie begann, das getrocknete Blut aus dem Fell des toten Kalbs zu lecken und dann das Fell an Halsansatz und Schulter aufzureißen. Viel fraß sie nicht, denn so groß war ihr Hunger nach wie vor nicht, und so hob sie den Kadaver mit dem Fang hoch und trug ihn mit sich fort. Jeannes Höhle war nicht allzu weit entfernt und näher als Yacárus, also schlug sie diese Richtung ein. Die langen Beine des Hirschkalbs baumelten herab und die kleinen Hufe schliffen über die Erde, als Andraki sich dem Bau nährte. Ihre Augen suchten nach Sirion, der bestimmt hier irgendwo in der Nähe war.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
05.08.2015 12:00
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
fireproof
No matter how you try
You can't burn me
Bildnachweis
Sas R. - dawnthieves.de

Rang

Alpha

Alter

3 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

94 cm

Beiträge

154

Beitritt

25.06.2010

Aufgeregt tigerte der frischgebackene Vater vor dem Höhleneingang hin und her. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es heute endlich soweit – die Kleinen würden die ersten, tapsigen Schritte in die Welt hinaus wagen. Das war fast so etwas wie eine zweite Geburt, denn erst jetzt brach die Zeit an, in der man wirklich etwas mit ihnen anfangen konnte. Gesehen hatte er seine beiden Sprösslinge dagegen schon öfter, wenn auch nur in der dunklen Geborgenheit der Höhle und dicht an den Bauch ihrer Mutter gekuschelt. Die erwies sich zum Glück bislang als erfrischend unkompliziert und hatte zugelassen, dass er sich hin und wieder zu ihr in die Höhle quetschte, um den gemeinsamen Nachwuchs zu beschnuppern, vorsichtig zu berühren und sich zu vergewissern, dass sie wirklich echt waren. Nur vorhin hatte sie ihn notgedrungen hinausgeschmissen, weil der freudig erregte junge Vater den Welpen eher im Weg war und versehentlich den Höhleneingang blockiert hatte. Da das auch nicht in seinem Sinne war, wartete er jetzt eben draußen, steckte hin und wieder den Kopf in die Höhle und fragte sich, wer wohl zuerst das Näschen hinausstrecken würde. Ob seine kleine Tochter, die Yacáru wie aus dem Gesicht geschnitten war, wohl die Mutigere von beiden war? Oder war es der Knirps, der mehr nach ihm kam? Sein Sohn! Noch immer konnte er das plötzliche Vaterglück kaum fassen.
Er blickte sich erst um, als Aiyán sich mit einem leisen Wuffen ankündigte. Obwohl er den Zwillingen teilweise noch mit eher gemischten Gefühlen begegnete, begrüßte er ihn heute mit einem kurzen, aber enthusiastischen Wedeln der Rute. Heute konnte ihm Nichts und Niemand die gute Laune verderben. Und außerdem, wenn er ehrlich war … welche Vorbehalte er auch gegen Saiyán haben mochte, sein Bruder hatte sich nichts zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil – auch der junge Alpha hatte bemerkt, dass Aiyán hin und wieder eine Kleinigkeit für Yacáru vorbeigebracht hatte. Was er ihm trotz eines gelegentlichen Anflugs von Eifersucht als wohlwollenden Versuch anrechnete, sich mehr und vor allem positiver ins Rudelleben einzubringen. Auch dieses Mal hatte er Beute mitgebracht. Als hätte er geahnt, dass heute ein besonderer Tag war, hatte er gleich ein ganzes Kalb angeschleppt. Mit einem munteren Nicken bedeutete er ihm, dass er seinetwegen ruhig näher kommen konnte, ehe er sich wieder auf den Höhleneingang konzentrierte. Wie lange dauerte das denn noch?

05.08.2015 20:22
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Wanderer

Alter

4 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

66 cm

Beiträge

100

Beitritt

20.10.2013

Akira lag im Gras, aber sie schlief nicht. Sie grübelte über die seltsame Veränderung, die in den letzten Wochen mit ihr vorgegangen war, und die sie erst im Nachhinein in ihrem ganzen Umfang zu erfassen begann.
Alles hatte damit angefangen, dass sie mit anderen Wölfen gespielt hatte. Aber dabei war es nicht geblieben. Sie fühlte sich in letzter Zeit immer wieder so seltsam. Bisher hatte sie sich eigentlich gar nicht gefühlt und Geglaubt, zu echten Gefühlen gar nicht mehr in der Lage zu sein. Jetzt empfand sie immer häufiger so etwas wie Freude, ohne genau zu wissen warum. Was sie aber am meisten erstaunte, war, dass sie gar kein schlechtes Gewissen dabei hatte, sich zu freuen, obwohl doch ihre Familie tot war. Aber sie war zu dem Schluss gekommen, dass sie ihre Familie ohnehin erst nach ihrem Tod wiedersehen würde, und bis dahin konnte es noch einige Jahre dauern. Warum sollte sie also die Wartezeit nicht auch mit schönen Dingen verbringen?
Anscheinend war ihre Seele damals doch nicht völlig zerstört, sondern nur schwer verletzt worden. Und jetzt, nach so vielen Jahren, begannen die Verletzungen endlich zu verheilen, so wie Verletzungen ihres Körpers schon vor langer Zeit verheilt waren. Akira machte sich keine Hoffnungen, irgendwann wieder ein völlig normaler Wolf zu sein. Sie war sich sicher, dass ihre Seele genauso vernarbt und verkrüppelt bleiben würde, wie ihr Körper. Aber das machte ihr nichts aus. Irgendwie wäre es auch falsch, wenn alles an ihr vorbeigegangen wäre, ohne dauerhafte Spuren zu hinterlassen. Hauptsache, sie funktionierte irgendwie.
Plötzlich hatte sie den Eindruck, kurz vor einer wichtigen Erkenntnis
zu stehen. Doch so angestrengt sie auch überlegte, sie kam einfach nicht drauf.

Schließlich gab sie es auf, darüber nachzudenken, und wandte sich einem anderen Thema zu, dass das ganze Rudel in letzter Zeit beschäftigte: Die Welpen. Akira freute sich darüber, dass es nach Chiéras Verschwinden endlich wieder Welpen im Rudel gab. Aber ihre Freude war nicht ganz ungetrübt. Obwohl sie es selbst nicht wollte, mischte sich Eifersucht hinein, denn diese Welpen waren nicht ihre. Zwar hatte Akira noch nie eigene Welpen gehabt, aber für die Welpen, die sie adoptiert hatte, was sie fast wie eine Mutter gewesen. Die jetzt geborenen Welpen hatten ihre Mütter aber noch, und Akira würde so immer eine Fremde für sie bleiben. Einen kurzen Augenblick kam in ihr die Hoffnung auf, Jeanne oder Yacáru könnte etwas zustoßen, sodass sie die Welpen adoptieren könnte. Doch erschreckt vor ihrem eigenen Gedanken verdrängte sie ihn sofort wieder.
Auf einmal kam ihr die Vorstellung, selbst Welpen zu bekommen, gar nicht mehr so unmöglich vor. Vorausgesetzt natürlich, die Voraussetzungen stimmten. Und es fände sich ein Vater. Insgeheim verspürte sie zwar immer noch eine Art Zuneigung zu dem riesigen Tearl, doch dieser schien dieses Gefühl bisher nicht zu erwidern. Nun ja, für dieses Jahr war es ohnehin zu spät. Vielleicht ergab sich im nächsten Jahr eine Möglichkeit.
Bis dahin blieb ihr nur, die Mütter bei der Erziehung der Welpen zu unterstützen. So langsam müssten sie in das Alter kommen, in dem sie begannen, ihre Umwelt zu erkunden und zu lernen. Akira könnte ihnen mit ihrer Erfahrung sicherlich einiges beibringen.
Vorausgesetzt natürlich, die Mütter würden sie überhaupt in die Nähe ihrer Welpen lassen. Akira wusste selbst, dass sie nicht unbedingt wie ein Wolf wirkte, den eine Mutter zu ihren Welpen lassen würde. Sie fürchtete, abgewiesen zu werden.
Doch sie wollte es zumindest probieren. Also stand sie auf und lief zu Jeannes Wurfhöhle. Akira nahm an, dass die weiße Fähe eher bereit war, Akira zu vertrauen, als Yacáru, denn die war manchmal etwas eigenwillig.

Doch als sie sich dem Bau näherte, erkannte sie Andraki, die anscheinend gerade Jeanne Beute brachte. Na toll. Warum sollte sich Jeanne mit jemandem wie Akira abgeben, wenn die Alphafähe selbst sie unterstützte?
Nach einigem zögern entschied sie jedoch, dass es blöd wäre, jetzt unverrichteter Dinge wieder wegzugehen. Also nahm sie eine unterwürfige Haltung ein und näherte sich Andraki.

Hallo.

Auf einmal war sie sich sicher: Andraki würde sie wegschicken, damit Jeanne sich gar nicht erst mit ihr abgeben müsste. Am liebsten wäre sie gleich weggelaufen, ohne der Alpha überhaupt Zeit für eine Antwort zu lassen, doch sie zwang sich zu bleiben.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
05.08.2015 22:51
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Bildnachweis

Ceal

Rang

Alter

Geschlecht

Größe

Beiträge

Beitritt

Ein Seufzen kroch aus Ceals Fang und ging dann in ein großzügiges Gähnen über. Am liebsten hätte er sich ein tiefes Loch gegraben, um den Versuch zu starten, noch einmal zu schlafen, aber er hatte in letzter Zeit schlechte Träume, was bei dem eigentlich lustigen Vogel die Laune doch etwas absinken ließ – aber mehr dem Schlafmangel zu verschulden war, war der Melierte doch unglaublich müde und ruhig seither. Seine Kiefer klappten weit auf, als er zum zweiten Mal gähnte und sich dann den Pelz schüttelnd erhob. Die ganze Aufregung hier war an ihm natürlich nicht vorbei gegangen und nur zu gerne wollte er die kleinen Winzling-Fellknäuel auch mal sehen, aber sogar er war nicht so durchgeknallt, sich den Höhlen zu nähern. Aber er würde sie schon noch zu Gesicht bekommen, dessen war er sich sicher! Und das bald. Oh ja. Sehr, sehr bald.
Schon hellte sich Ceals Stimmung ein wenig auf, als er daran dachte und sich nach seiner besseren Hälfte umsah. Irgendwie hatte er ein Talent dafür entwickelt, seinen Bruder einfach mal ständig auf halber Strecke zu verlieren. Oder hatte er seinen Zwilling irgendwo verlegt? Eigentlich kein leichtes Unterfangen, wo Eeal genauso groß wie Ceal war. Und genauso alt. Ihr viertes Jahr schon. Die Zeit verging fast schon wie im Flug, so schien es jedenfalls. Und ein wenig neidisch war er schon auf die beiden Rüden, die nun Väter geworden waren. Er hätte auch gerne ein paar solcher Flauschkugeln, die er sein Eigen nennen könnte. So irgendwie in der Art halt. Sein Bruder war ja leider nicht so süß klein geblieben! Dann hätte er etwas, was er immerzu kuscheln könnte.
Kopfschüttelnd vertrieb er diese Gedanken ganz schnell. Er brauchte jemanden, den er nerven konnte, sonst würde er noch mehr komische Dinge denken. Das wäre nicht gut, sein Kopf war ja schon am Dampfen wie eine heiße Quelle! Fühlte sich für den Rüden jedenfalls so an, der seine Lefzen zu einem Grinsen verzog ob des seltsamen Vergleichs.
Ceal beschäftigte sich nun damit, seine Nase dicht über den Boden wandern zu lassen, in der Hoffnung, etwas vor die Schnauze zu bekommen, womit er das Knurren seines Magens beseitigen konnte. Allerdings war der tollpatschige Wolf kein besonders guter Jäger. Daran musste er noch ein wenig arbeiten. Eigentlich der perfekte Grund, Tearl aufzusuchen. Er betitelte den Requist ja nicht grundlos als Mentor. Nur finden musste man den Rüden mal wieder, wenn das nur mal so einfach wäre, wie es klang. Den Wolf zu finden, sorgte für mehr Strapazen als wenn er nach seinem Gegenstück Ausschau hielt. Aber er würde ihn schon noch finden.
Diesen Entschluss fassend, tappste der Bunte los, recht planlos zwar, aber Fleiß gehörte belohnt! Und er wollte etwas in den Magen bekommen!

„Ich find dich schon, Tearl, wart’s nur ab, ha!“, ertönte seine Stimme laute und deutlich, als er sich auf die Suche nach dem älteren Wolf machte. Vermutlich würde er aber einfach in irgendwen hineinlaufen und sich festquatschen. So war das halt mit ihm, er war eine Labertasche schlechthin, müde hin oder her!

06.08.2015 01:12
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |  
INSIDE OF ME
______________________

All we need is to believe
Someday we will find a way
Bildnachweis
Ria P. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

6 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

92 cm

Beiträge

83

Beitritt

04.12.2011

Es war viel passiert und irgendwie doch nicht. Kaei hatte bei sich selbst eine schleichende Veränderung bemerkt, bei der er selbst feststellte, dass er sie nicht mal schlimm fand. Mit Nùkûn hatte er gelegentlich gespielt, auch wenn seine Versuche immernoch eher holprig waren und er das am liebsten tat, wenn sie etwas weiter vom Rudel entfernt waren, damit niemand außer ihr sehen konnte, wie er sich vergeblich darum bemühte, nicht wie ein Idiot zu wirken, denn so kam er sich öfters vor, wenn sie ihm zeigte, wie er andere animieren sollte. Indem er den Oberkörper abknickte. Das war doch unbequem! Aber darum ging es jetzt nicht. Schon am Abend zuvor hatte er seine Gefährtin praktisch entführt und einen nächtlichen Spaziergang mit ihr unternommen, wo sie schließlich weit abseits des Rudels auf einem Stück Wiese Rast gemacht und die Sterne angesehn hatten. Es war irgendwie seltsam zwischen ihnen, nicht schlecht, aber eben doch anders als zu dem Zeitpunkt als sie hier angekommen waren. Das lag aber auch an dem Geständnis das sie sich gegenseitig offenbart hatten. Ihre Gefühle füreinander. Das war sicherlich ein wichtiger Schritt gewesen.

Auch für ihn. Das war in seinem Leben eigentlich niemals vorgesehn gewesen. Das stimmte ihn nachdenklich. Was wenn die Ka'al unrecht gehabt hatte? Hatte sie vielleicht doch nicht die Gabe, die Zukunft von Welpen zu sehen? Kaei runzelte die Stirn und vertrieb die Gedanken ärgerlich. Er durfte nicht am Stamm zweifeln! Außerdem hatte er nun wichtigeres zu tun! er wollte seine Gefährtin wecken, die noch seelenruhig dort schlummerte, wo er sie kurzzeitig zurückgelassen hatte, um ihnen einen Frühstückssnack zu organisieren. Die beiden fetten Kaninchen baumelten an den Hinterläufen aus seinem Maul und er legte sie in Reichweite ab, umrundete sein Buntauge dann allerdings, duckte sich etwas und stellte sich schließlich über sie. Er wollte ihr nicht wehtun, weswegen er sich eben nicht einfach fallen ließ sondern langsam seinen Körper absenkte, bis sein Oberkörper auf ihrem Brustkorb lag und er an ihren Ohren herumzuppeln konnte.

"Aufstehen, Buntauge...das Wetter ist herrlich..."

Seine Stimme war leise, etwas rau aber überraschend sanft und zärtlich.

HOME IS WHERE THE HEART IS
06.08.2015 14:39
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
Bildnachweis
Konrad Wothe - konrad-wothe.de

Rang

Delta

Alter

6 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

89 cm

Beiträge

289

Beitritt

27.07.2005

So oft hatte Jeanne sich gefragt, wie sich wirkliches Glück anfühlte. Und nun schien sie die Antwort darauf gefunden zu haben. Zuerst mit Sirion, dem sie sich näher fühlte als einem Wolf zuvor... und nun die beiden Fellbälle die es vermutlich nicht erwarten konnten die Dunkelheit der Höhle zu verlassen. Denen die Zeit nicht zu schnell herum gehen konnte. Ganz im Gegensatz zu ihr selbst. Die letzten Wochen waren an ihr vorbei gezogen, viel zu schnell – selbst wenn sie es kaum erwarten konnte, ihren Welpen die Welt zu zeigen. All die anderen Wölfe. Aber dieser Tag hatte kommen müssen, und Jeanne hielt einfach an dem Glauben fest, dass alles gut gehen würde. Was sollte auch passieren?
Prüfend glitt der dunkle Blick der Fähe zu ihren beiden Welpen, auf den Lefzen ein unendlich glückliches Lächeln. Es wurde Zeit. Sie fürchtete, die beiden sonst nicht mehr lange aufhalten zu können. Yavinja klebte an ihrem Bruder, was die Weiße nur noch ein wenig breiter lächeln ließ. Mit einer ruhigen Bewegung berührte sie beide Welpen sachte an der Stirn.

„Also los, ihr Beiden.“

Ihre Rute schwang kurz über den staubigen Boden, ehe Geräusche von draußen sie die Ohren aufstellen ließen und mit dem nächsten Atemzug erhob die helle Fähe sich, trat blinzelnd und geduckt aus der Höhle, um drei Wölfe davor zu sehen. Einen Moment zögern fiel ihr Blick zuerst auf Sirion, dem ein warmes Lächeln galt. Dann wandte sich die helle Fähe jedoch herum, trat zu den beiden Fähen, wobei ihr Körper automatisch angespannter wurde. Die Rute der Hellen zuckte leicht nervös durch die Luft, vor allem Akira wurde mit einem skeptischen Blick bedacht. Nicht, dass sie der Fähe zutraute, den Welpen etwas zu tun, aber ganz sicher fühlte sie sich nicht. Anders als bei Andraki, zu der sie nun trat, sie mit einem leisen Fiepen und wedelnder Rute gegen die Lefze stubste. Der Beute im Fang der dunkleren schenkte sie erst einmal keine Aufmerksamkeit, zu aufgeregt musste sie den dunklen Blick wieder herum wenden, trat damit zu Sirion, versteckte das Gesicht für einen Moment in seinem Halsfell, gab dabei ein leises, wohliges Brummen von sich. Noch einmal glitt ihr Blick prüfend zu den beiden Fähen, behielt vor allem Akira aus den Augenwinkeln im Blick, um ganz sicher zu gehen. Aber die größte Aufmerksamkeit galt dem Höhlenausgang. Unzählige Gedanken, Ängste. Aber alles begleitet von einem glücklich schlagenden Herzen, voller Euphorie und dem Gefühl, endlich all das Glück gefunden zu haben, das sie sich schon immer gewünscht hatte.

07.08.2015 20:37
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
I'LL RAISE MY VOICE LIKE A WEAPON
UNTIL THEY FALL TO THE GROUND
and down on your knees you just don't look so tall
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Beta

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

67 cm

Beiträge

150

Beitritt

28.09.2008

Das Leben schlägt manchmal ungeahnte Wege ein. Ja – wer hätte das gedacht. Seit vier Wochen waren ihre kleinen, hübschen, entzückenden Welpen nun auf der Welt und Yacáru betrachtete sie immer noch mit einem Ausdruck von Überraschung und Unglauben, wenn die beiden an ihren Bauch gepresst schliefen. Als könne sie sich gar nicht erklären, wie die beiden da plötzlich hingekommen waren. Manchmal schlägt das Leben ungeahnte Wege ein – und zwar im Laufschritt. Und sie liebte die beiden heiß und innig. Auch das überraschte sie, denn bis vor wenigen Wochen hatte sie noch gar nicht gewusst, dass sie gerne Mutter wäre. Eigentlich hatte sie es bis ganz zum Schluss nicht gewusst. Sie hatte auch gar keinen Gedanken daran verschwendet! Die Überlegung war ihr nie gekommen, und wen wunderte das, sie war ja auch gerade mal zwei Jahre alt. Aber dann … war auf einmal Ranz. Nicht nur das, sondern dazu ihr Lieblingswolf: charmant, nonchalant, ausgelassen und irgendwie noch toller, als sonst schon. Irgendwie hatte das alles und nichts verändert. Manche Veränderungen kamen einfach so, ohne dass man groß etwas dafür tat, während man andere mit viel Mühe durchsetzen musste. Sie hatte beides zeitgleich erfahren, denn nun war sie Mutter und Beta. In ihrem Kopf klang das fast absurd. Was hätte Ares wohl dazu gesagt? Vor einem halben Jahr noch sein nicht weg denkbares Anhängsel, kaum mit dem Rudel involviert und nun … Yacáru hatte in den letzten Tagen schon oft leise über diesen Werdegang gelacht.
Wie einfach und problemlos das in ihrem Kopf doch klang, dabei waren die vorangegangen Wochen für sie definitiv keine leichten gewesen. Es war nicht leicht: Es war anstrengend. Kräftezehrend. Zweifelweckend. Noch während sie verbissen daran arbeitete von jedem Rudelmitglied als Rangwolf akzeptiert zu werden, kam ihr oft der Gedanke, was für einen Unsinn sie da eigentlich angestellt hatten. Trächtig und doch eigentlich noch gar nicht bereit für Welpen. Wie sollte sie denn beides gleichzeitig meistern können? Und außerdem, war sie überhaupt schon zur Mutter geeignet? Sie war schließlich gerade erst dabei sich und andere zu überzeugen, dass sie Verantwortung auch für größere Wölfe tragen konnte, an die ganz Kleinen hatte sie da noch gar nicht gedacht. Taugte sie als Mutter und Beta? Beim Wind, was hatte sie sich da nur aufgehalst!
So ging das auf und ab, ein Taumel zwischen Freude, Entschlossenheit und Selbstzweifeln. Die einzigen, denen sie das ganz offen verraten hatte, waren Akando und Andraki. Ersterer war immerhin nicht nur der Vater ihrer Welpen, sondern wie Andraki auch Alpha. Und Letztere war so ziemlich die einzige, auf deren Ratschläge sie baute und zu der sie empor sah. Der Rest hatte nur an ihrem Verhalten erraten dürfen, dass sich Yacáru ab und zu ein wenig gestresst und überfordert gefühlt hatte. Bis zum Schluss hatte sie sich den anderen gegenüber eher vage verhalten, wenn es darum ging, ob sie nun Welpen erwartete, oder nicht. Etwas paranoid, dass jemand diesen Umstand jemand zu ihrem Nachteil ausnutzen könnte.
Als es so weit war, war sie deshalb – schwupp – mal einfach verschwunden. Die Welpen waren da und es hatte ihr gut getan. Ihre Aufgabe war es nun erst mal nur für die Kleinen da zu sein, nichts anderes. Der Rest konnte vorerst losgelassen werden. Der eine tote Welpe hatte ihr Seelenheil nur bedingt getrübt, Yacáru hatte instinktiv verstanden, dass so etwas passieren konnte und es sogar den Umständen entsprechend wahrscheinlich gewesen war, dass nicht alles glatt ging. Um so aufmerksamer und besorgter hütete sie nun natürlich Ayana und Yasharo. Aber die waren auch jetzt, vier Wochen später noch putzmunter – putzmunter genug um nun endlich die Welt draußen kennen zu lernen!
Yacáru machte kein großes Aufhebens darum, statt ihren beiden zu erlauben, mit nach draußen zu kommen, verbot sie es heute einfach nicht mehr. Während sie noch schliefen, rappelte sich die weiße, junge Wölfin auf und kroch beschwingt aus ihrem Bau heraus. Sie fand, dass sie ihren Lieblingswolf jetzt lange genug hatte zappeln lassen. Mit wedelnder Rute und angelegten Ohren lief sie gleich zu ihm hinüber, rieb sich unter seinem Kinn entlang und schleckte ihm über den Fang, bevor sie den anderen Gast ins Auge fasste. Da Aiyán vor ihrer Wurfhöhle weder ein unbekannter, noch ein ungebetener Gast war, wedelte sie auch ihm zu, blieb aber dicht bei Akando stehen. Sie lächelte anerkennend, ihm zeigend, dass sie nichts dagegen hatte, wenn er dabei war, während ihre Welpen zum ersten Mal aus der Höhle hinaus traten. Abgesehen davon, dass sie die Zwillinge eh mochte, hatte Ai sich ihr Vertrauen in ihn noch vergrößert, indem er tatkräftig zu ihrer Versorgung beigetragen hatte, während sie die meiste Zeit des Tages in der Wurfhöhle verbrachte.

Heute hast du dir aber mal richtig Mühe gegeben.“,

lobte sie verschmitzt.


And in my mind, in the faraway here and now, I've become in control somehow and I never lose my temper, because I will be the picture of of discipline, never messing up anything and I'll be a good respectable member. And it's funny how I imagined that I would be that person now, but it does not seem to have happened, maybe I've just forgotten  how  to  see that I am  not exactly the  person that I thought I'd be
Instead I am exactly the person that I want to be
07.08.2015 22:17
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Bildnachweis
Jessi S. - Dawnthieves

Rang

Welpe

Alter

6 Monate

Geschlecht

Fähe

Größe

63 cm

Beiträge

30

Beitritt

03.08.2015

Unzufrieden kaute die kleine Fähe am Ohr ihres Bruders herum. Halb auf ihm liegend war Yavinjas Blick zum Ausgang der Höhle geneigt, ohne dass sie von dem Kauohr abließ. Mama hatte versprochen, dass sie heute raus durften. Und jetzt lag sie nur so da. Jeder Versuch vor ihr die Höhle zu verlassen war gescheitert. Also musste sie nun an etwas herum kauen, gab dabei immer wieder ein leises Brummen von sich. Nicht fair. Absolut nicht fair! Sie hatte die Höhle immer wieder verlassen. Dann war Papa gekommen. Und sie mussten hier bleiben, obwohl von draußen so viele Gerüche zu ihnen kamen, sie heraus locken wollten. Sie riefen nach ihnen, das wusste Yavinja genau. Sie warteten auf sie. Also nicht nur auf sie, auf Finn bestimmt auch. Aber ihre Mama regte sich ja nicht, lag nur da und beobachtete sie.

Fiiiiiiiinnnnnn...“

Ein kläglicher Versuch. Ihr Bruder konnte sicher genauso wenig tun wie sie selbst. Aber einen Versuch war es wert! Sie jammert dem gleichalten also ins Ohr – ohne selbiges loszulassen. Sie wollte nicht mehr warten! Und dann... endlich! Ihre Mama erhob sich, berührte sie beide kurz und forderte sie dann auf, die Höhle zu verlassen! Augenblicklich stand die kleine Fähe auf den wackeligen Pfoten, die Rute schwang wild durch die Luft. Und schon war Mama Jeanne weg. Aber Yavinjas gute Laune war urplötzlich zurück, als wäre sie niemals halb umgekommen vor Langeweile.

Los Finn! Los los! Mach schon!“

Von einer Pfote auf die andere tänzelnd hopste der kleine Körper noch einmal zum Ohr ihres Bruders, zog daran und stellte sich dann in Richtung Höhlenausgang. Es war so weit! All die tollen Geschichten von Mama und Papa würden wahr werden! Jetzt konnten sie all die tollen Sachen sehen und mussten nie wieder in die dunkle Höhle zurück! Wenn ihr Bruder sich doch nur beeilen würde! Längst in die richtige Richtung gedreht warf Yavinja ihm noch einen Blick zu. Na gut. Ein wenig Angst hatte sie schon... sie wollte also nicht allein gehen.
Ein Moment noch und endlich hatte sich auch Finn aufgerappelt und war bei ihr. Das kleine Herz schlug unendlich schnell, und erst, als sie sich eng an den Körper ihres Bruders drücken konnte, setzte sich die kleine Fähe auf wackeligen Beinen in Bewegung. Das Licht kam näher... näher... und dann kitzelte es ihre Nase, ließ sie blinzeln. Und als die Augen sich daran gewöhnt hatten klappte der Welpin der Fang auf. Da waren Mama und Papa, dicht beieinander. Und noch zwei andere Wölfe, die sie nicht kannte. Eine davon hatte etwas im Maul, die andere sah komisch aus. Und... woa!

Finn! Guck Mal!“

So spannend die beiden Anderen auch waren, hier gab es noch viel mehr zu sehen, als sie erwartet hatte. Aufgeregt hopste sie mit den Vorderläufen hin und her, wollte sich ganz aus der Höhle bewegen und traute sich doch nicht ganz. Da war so viel... so viel was sie nicht kannte. All diese Gerüche, die Farben... Vollkommen überrollt von diesen Eindrücken ließ sie sich erst einmal auf die Hinterläufe sinken, den Fang noch immer offen stehend suchten die blauen Augen die Umgebung ab. Das alles konnten sie jetzt erkunden. Das war jetzt IHRE Welt. In ihrem Blick lag Abenteuerlust, während die wild über den Boden schwingende Rute Nervosität und überschäumende Freude gleichzeitig ausdrückte.

07.08.2015 22:22
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
I choose to believe
In the face of my doubts
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

91 cm

Beiträge

123

Beitritt

28.07.2006

Die Welt verlief gerne einmal in Bahnen, die der Aschfarbene wohl niemals verstehen würde. Welpen. Die letzten Welpen in diesem Rudel war Kibas Wurf gewesen… und der seiner Eltern. Nun war er gute zwei Jahre alt und so gesehenen bereits erwachsen. Nun gab es wieder Welpen und alles war irgendwie komisch. Nicht negativ komisch, aber vollkommen anders. Bei Jeanne hatte er es erwartete, doch als er auch von Yacárus Wurf hörte, hatte ihn diese Neuigkeit wahrlich überrascht. Dennoch hatte der junge Rüde sich trotz seiner Irritation schnell gefangen. Er hatte alles getan um den Familien zu helfen, Futter, Unterhaltung, Schutz. Teyrm war immer irgendwie dort gewesen, denn er mochte beide Fähen. Die kleine Weiße war zu einer wichtigen Freundin geworden, während Jeanne schon immer seine Aufpasserin gewesen war. Mentorin. Teyrm verband einen wichtigen Teil seiner Geschichte mit Jeanne und auch wenn er nirgends direkt zur Familie gehörte, mit niemandem blutsverwandt war, so war Jeanne immer für ihn da gewesen. Nun lag es an ihm, für beide da zu sein und ihnen so gut es in seiner Kraft lag zu helfen.
Nun, heute würde er sich um Yacis Wohlergehen kaum Sorgen machen, denn er erkannte Aiyán, der ein ganzes Kalb zum Welpenbau schleppte. Teyrm musste schmunzeln, es machte den Schwarzfang irgendwie ziemlich sympathisch. Generell war ziemlich viel los in der Nähe der Höhlen. Neugierig geworden schob sich der dunkle Rüde näher heran und hob witternd die Nase. War es etwa soweit? Bisher hatte kein Außenstehender einen Blick auf die Welpen werden dürfen. Er wusste lediglich wie viele es waren, doch bisher hatten die Kleinen den Schutz der Höhle nicht verlassen dürfen.

In der Nähe von Jeannes Bau ließ sich der Aschfarbene schließlich auf den Bauch sinken und lehnte den Kopf auf die Pfoten, den Eingang zur Höhle im Blick. Es hatten sich zahlreiche Wölfe in der Nähe versammelt, sodass nicht nur Freude, sondern auch Anspannung in der Luft lag. Teyrm jedoch war entspannt, neugierig. Er konnte es kaum erwarten die Kleinen zu sehen. Er erinnerte sich noch gut an den Tag, an dem sie die Höhle zum ersten Mal hatten verlassen dürfen. Es war alles so aufregend gewesen. Fremd und riesig, wie eine komplett neue Welt, eine Welt die nur ihm allein gehörte. Es war vermutlich einer dieser Tage, die man niemals in seinem Leben vergaß.
Tey konnte Jeanne erkennen. Sirion. Hinter den Hinterläufen der Weißen, meinte er eine kleine Gestalt zu erkennen, doch das Licht stand nicht gut genug um viel zu sehen. Aufgeregt hob der Jungspund den Kopf wieder ein wenig an. Die Rute fuhr über den Boden. Ja, er konnte es wirklich kaum erwarten die Kleinen Willkommen zu heißen.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
08.08.2015 10:34
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Welpe

Alter

6 Monate

Geschlecht

Rüde

Größe

72 cm

Beiträge

25

Beitritt

11.06.2015

In dieser Nacht träumte Yasharo. Vom Heldsein. Wie immer. Er rannte und seine Pfoten bewegten sich dabei, zuckten aufgeregt. Dann warf er sich mit vollem Schwung auf seinen Gegner und wuffte ihm herausfordernd entgegen. Seine Mama und seine Schwester waren bei ihm. Das wusste er, weil er ihre Körperwärme in seiner Nähe spürte. Sie feuerten ihn an, riefen ihm Mut zu. Doch dann machte seine Mutter plötzlich kehrt und entfernte sich. Der Graumelierte grummelte im Halbschlaf, bemerkte kaum, wie die Weiße sich erhob. Er rollte sich bloß enger zusammen, schob die Schnauze unter den Bauch der Cremefarbenen, die dicht neben ihm lag und versuchte, sich wieder zurück in seinen Traum zu dösen. Es klappte nicht. Also stellte er sich nur vor, er würde wieder einschlafen und die Geschichte weiter träumen. Das war fast wie schlafen, auch wenn sein Körper rasch erwachte, seine Ohren ihm ferne Laute zutrugen und ihm die Helligkeit des anbrechenden Tages vor den geschlossenen Lidern bewusst wurde.
Yasharos Verstand trödelte einfach noch ein wenig in seligem Dämmerschlaf herum, bis auch er endlich akzeptieren konnte, dass er wirklich wach war und der Versuch, weiter zu schlafen, erfolglos bleiben würde. Erst dann öffnete der junge Rüde schläfrig die Augen, starrte einige Herzschläge lang ohne bewussten Gedanken in cremefarbenes Fell, bis sich der kleine Kopf vom Boden hob und er sich mit einem herzhaften Gähnen als erstes nach seiner Mutter umschaute. Sie war nicht da...
Schlagartig vollkommen wach, klappte der Welpe die Kiefer wieder zu, riss den Kopf herum und sah über die Schulter zum Ausgang der Wurfhöhle. Licht fiel ein Stück weit herein und dahinter... dahinter sah er erst mal nicht viel, aber er wusste, dass es dort nach draußen ging! Bestimmt war seine Mama draußen! Wo sonst, wenn nicht hier?

Ayaaa...?

Ein erster, vorläufiger Test, ob seine Schwester bereits aufgewacht war und schon das gleiche erkannt hatte, wie er selbst, dann wurde seine Stimme drängender.

Ayaaaaaaaa!

Yasharo wartete nicht darauf, dass sie ihm antwortete, sondern rappelte sich eilig auf die Pfoten und wandte sich dem Licht zu. Nur um genau an dieser Stelle zu verharren. Natürlich traute er der Situation nicht ganz. Die letzten Tage hatte er vermehrt versucht, einmal den Kopf aus der Höhle zu strecken... oder wenigstens die Nasenspitze nach draußen zu schieben! Nur, um zu sehen, was es dort spannendes gab. Yacáru hatte ihn jedoch immer wieder davon abgehalten. Jetzt entdeckte er sie weit und breit nirgendwo, was in seinem Kopf eine fixe Idee entstehen ließ. Konnten sie dann also einen Versuch wagen? Nur mal kurz nachschauen, wie das so war, ohne Decke über dem Kopf?

08.08.2015 16:23
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Cause I'm here and never letting go
Set it all free
I can finally see, it's not just a dream
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Welpe

Alter

8 Monate

Geschlecht

Fähe

Größe

58 cm

Beiträge

25

Beitritt

12.06.2015

Als die große Wärme ging, riss es die kleine Fähe aus ihrem Schlaf. Aber nur so weit, dass sie ein Auge vorsichtig öffnete. Ihre Mama war aufgestanden. Doch sie vergaß es schon sofort wieder, als ihr Bruder sich an sie kuschelte und somit neue Wärme brachte. Sie versuchte weiter zu schlafen, benötigte sie doch noch ein wenig mehr Kraft für den Tag, damit sie ganz viel spielen konnten. Aber der Traumzustand wollte sich nicht wieder einstellen, wollte nicht zurückkehren, obwohl noch so viele Abenteuer an diesem Ort warteten. Stattdessen hörte sie die fragende Stimme ihres Bruder. Eines ihrer Ohren zuckte leicht in seine Richtung und sie öffnete ein Auge einen Spaltbreit. Vorsichtig nur, damit er sie nicht sofort anspringen konnte, wenn der Schlaf noch nicht gänzlich verflogen war. Doch er schien wirklich zu wollen das sie wach wurde, sonst wäre seine Stimme nicht so drängend gewesen. Sehr schwer nur schüttelte sie den Schlaf ab, indem sie den Kopf hob und den schnell hin und herbewegte, bevor sie aufstand und sich streckte. Erst da fiel Ayana richtig auf, das ihre Mama weg war. Sie sah sich aufmerksam um, aber wo sollte sie sich hier verstecken? Dann fiel ihr Blick auf das Licht, das so verheißungsvoll zu ihnen herein schien. Sie sah zu ihrem Bruder und setzte sich dann nachdenklich neben Yasharo. Normalerweise wurden sie immer zurückgerufen, wenn sie die Welt dort draußen begrüßen wollten. Doch dieses Mal war ihre Mutter nicht hier, um sie aufzuhalten. Die Cremefarbene legte leicht den Kopf schief, während sich ein Plan in ihrem Kopf entwickelte. Ihr kleiner Körper konnte die Freude darüber kaum verhehlen, pendelte ihre Rute doch aufgeregt hin und her.

„Du? Yash?“

Sie wartete auf keine Antwort. War viel zu aufgeregt, um überhaupt noch wirklich abwarten zu können.

„Mama ist nicht hier. Also kann sie uns auch nicht verbieten mal raus zu schauen und zu sehen, wie die Welt so ist.“

Sie zögerte noch einmal, doch ihr Körper war schneller als ihre Gedanken. Sie war schon aufgesprungen und sah ihren Bruder mit leuchtenden Augen an.

„Lass uns gehen!“

Damit tapste sie auch schon auf das Licht zu, dass alles für sie bereit hielt und bis vor kurzem noch so weit entfernt gewirkt hatte. Über die eigenen Pfoten stolpernd, purzelte sie aus der Höhle hinaus, die Ohren gespitzt, die Schnauze in die Luft gereckt, während ihre Rute aufgeregt hin und her schlug, als ob sie gleich abheben wollte. Dann sah sie Yacáru und Akando und senkte leicht schuldbewusst den Kopf.


Immer die Mutigen*

Doch soweit ich weiß

Sind die mit den guten Geschichten
08.08.2015 17:43
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

93 cm

Beiträge

158

Beitritt

09.07.2006

Aiyán wusste zwar nicht, was heute anstand, aber er spürte die Aufregung. Sie lag um den Bau herum in der Luft, war förmlich greifbar und hatte vor allem Akando schon voll erwischt. Der ansonsten so ruhige Leitwolf war plötzlich ganz schön unruhig und der Schwarze hätte ihn deshalb vielleicht ein bisschen aufgezogen. Aber irgendwie war es fast unmöglich, sich von der Unruhe nicht anstecken zu lassen. Ai spitzte die Ohren, sah gespannt von Akando zum Eingang der Höhle, dann hinunter auf die Beute zwischen seinen Zähnen und kam dann noch ein bisschen näher, ehe er sie ablegte. Mit angelegten Ohren und einem wuseligen Wedeln der Rute begrüßte er den Grauen kurz und hätte unter anderen Umständen genau jetzt wieder das Weite gesucht, aber erstens wollte er von dem Kalb hier zumindest eine kleine Keule abbekommen und zweitens galt es herauszufinden, was die Unruhe denn nun zu bedeuten hatte. Hatten Yacárus Zwerge etwa ihren ersten Auftritt? Ungeduldig fuhr er sich mit der Nase über's Vorderbein und nieste anschließend, so dass er das Auftauchen der Neumama direkt verpasste und den Kopf erst hob, als sie Akando gerade begrüßte. Im einen Moment waren die beiden Rüden noch zu zweit, im nächsten tauchte Yacáru wie aus dem Nichts auf – hätte er nicht gewusst, dass da der Bau war und Geräusche daraus verrieten, dass etwas in Bewegung kam, wäre er vielleicht ein bisschen erschrocken. So grinste er stattdessen fröhlich, sehr zufrieden mit seinem Timing und dem, was er vorzuweisen hatte.

„Bedeutet der aufgeregte Papawolf hier, dass heute unter freiem Himmel gegessen wird?“

Aus dem Bau hörte man auch gleich einen langgezogenen Ruf – allerdings offenbar nicht nach Mama oder Papa, nein. Das klang irgendwie eher nach Aiyán ... also zumindest ein bisschen. Nun mindestens genauso aufgeregt wie Akando legte sich der Schwarze spontan auf den Bauch, die Rute unaufhörlich über den Boden wischend und den Eingang des Baus erwartungsvoll beobachtend. Und dann tauchte eine kleine Mini-Yacáru auf, schneller als er sich darauf hätte vorbereiten können. Vor Überraschung machte er erstmal gar nichts, blieb liegen und vergaß glatt, dass er etwas echt leckeres direkt vor der Nase hatten, das er jetzt hätte fressen können. Das konnte warten. Da war eine Baby-Yacáru! Er wusste, dass es zwei Welpen waren und irgendwann vor ein paar Tagen hatte er auch die Namen erfahren, aber zu seiner Schande musste er gestehen, dass er sie wieder vergessen hatte. Einer war eine Mischung aus Yacáru und Akando gewesen und der andere hatte so geklungen, als hätten sie den Welpen nach ihm benannt, jedenfalls bildete er sich das ein. Das war dann wohl derjenige, der gerufen worden war. Aber ob die Kleine da vorn nun Yacando oder Aiyán der Zweite war, mussten ihm wohl die Eltern nochmal verraten. Erst mal reichte es ihm schon, das kleine Ding anzugucken und zu bestaunen.

08.08.2015 18:33
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Welpe

Alter

8 Monate

Geschlecht

Rüde

Größe

78 cm

Beiträge

37

Beitritt

04.08.2015

Erst machten sie alle so große Sprüche und jetzt mussten sie doch noch eine gefühlte Ewigkeit warten. Aber ganz offensichtlich hatte der junge Rüde damit weitaus weniger Probleme als seine aufgeregte Schwester. Er hatte den Umstand längst akzeptiert - ebenso wie sein Schicksal, Yavinja irgendwie bei Laune zu halten. Der Unterschied war allerdings, dass er letzteres gerne tat; das Warten allerdings konnte so langsam auch für ihn ein Ende haben. Aber immerhin würden sie heute rausdürfen. Das aufgeregte Kribbeln in seiner Magengegend überwog der Unzufriedenheit. Finnjar lag auf der Seite, halb von seiner Schwester bedeckt, die sein Ohr als ihr Eigentum entdeckt hatte und munter und nervös darauf herumkaute. Um herumzutollen hatte er im Augenblick keine wirkliche Lust, immerhin mussten sie genug Energie haben, um dem, was sie erwartete, entgegenzutreten. Hin und wieder zuckte das angekaute Ohr halbherzig protestierend zwischen den Welpenfängen der Welpin, doch mehr als ein zusätzliches Schieben der Pfoten, um in eine etwas bequemere Lage unter dem anderen Körper zu kommen, musste die Fähe gar nicht mehr erwarten. Finn wusste bereits, dass er sie nicht loswurde. Und seine Energie - denn zu gern nutzte er es dann doch als Grund, zu raufen - musste aufgesparrt werden. Geduld schien tatsächlich nur einer der beiden abbekommen zu haben, doch dafür war der Bunte auch noch mit einer stoischen Ruhe gesegnet, die Ungeduld seiner Schwester zu kompensieren. Wenn er denn wollte, verstand sich. Auch sein Blick lag aufmerksam auf ihrer Mutter, als könnte jeden Augenblick der Startschuss kommen. Yavinja beklagte sich erneut bei seinem Ohr und der kleine Rüde schielte etwas schräg zu ihr hinauf. Auf seinen Lefzen zeichnete sich ein neckisches Grinsen ab.

„Fünününününününü.“, äffte er ihre Klage gedehnt nach und schob sie von sich runter, indem er sich (unter leichter Mühe) auf den Bauch drehte und ihr liebevoll in die Seite knuffte.

Seine Art, ihr zu sagen, dass es gleich sicher soweit war. Und dann - tatsächlich! Jeanne richtete sich auf. Auch Yavinja stand augenblicklich auf den Pfoten; Finn jedoch blieb erst noch liegen, während seine Körpersprache deutlich zeigte, dass er voll konzentriert und aufmerksam war. Seine Rute begann zu wedeln, als auch er sich - unter lauten Aufrufen zur Eile von Yav - auf die Pfoten bewegte und an die Seite der aufgeregten Helleren trat. Das zeichnete sie aus. Sie waren ein Team und auch, wenn er jetzt einen leisen Anflug von Angst vor dem Unbekannten empfand, machte die Nähe seiner Schwester sie unbedeutend.

„Schnell!“, unterstützte er sie und gemeinsam schritten sie auf den Höhlenausgang zu.

Den ein oder anderen Blick hatten sie ja schon an den Körpern ihrer Eltern nach draußen werfen können. Zumindest hatte er da Bäume gesehen, wie sein Vater ihm erklärt hatte. Aber trotzdem hatte er kein wirkliches Bild von dem, was dort draußen auf sie wartete. Wahrscheinlich war das der Grund, warum sie gemeinsam erst einmal im Eingang ihres Schutzortes stehen blieben. Eindrücke. Erschlagend viele Eindrücke, die alle auf einmal auf sie niederprasselten. Etwas unschlüssig legte der junge Rüde die Ohren an und ließ den Blick schweifen, die Rute noch immer ein wenig unsicher pendelnd. Doch kaum hatten seine Seelenspiegel seine Mutter UND seinen Vater entdeckt, schien jegliche Unsicherheit wie weggeblasen. Sirion war eben nicht da gewesen und selbst wenn - er war kurz weg gewesen und das war genug Grund für den jungen Wolf, sich darüber zu freuen, ihn wiederzusehen. Wild wedelnd kläffte er seine Schwester auffordernd an und versuchte sich darin, im Welpenlaufschritt über den Platz zu streunen. Die beiden Wölfe neben ihren Eltern hatte er zwar registriert, doch noch waren sie nicht interessant für ihn. Angst hatte er keine - immerhin waren Sirion und Jeanne da. Aufgeregt und freudig winselnd stemmte er sich - angekommen - an den Vorderläufen seines Vaters nach oben, um - mehr schlecht als recht - seine Lefzen zu erreichen. Erst, als er ihn begrüßt hatte, wandte sich sein Blick mit drehenden Ohren und vorsichtig schnuppernder Nase in die Richtung der anderen beiden Wölfinnen. Keine von beiden war die, die sie bereits kennengelernt hatten. Ein wenig geduckt und aufgeregt und beschwichtigend wedelnd reckte er den Hals, ohne sich von Sirion und Jeanne wegzubewegen - die Nase immer weiter in besagte Richtung gestreckt. Und wo war eigentlich Yav? Es war immer ein schlechtes Zeichen, wenn man sie nicht hörte!


even if the sky is falling

hold my hand and help me stand
08.08.2015 20:18
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  

All this passed
Without a scar
×××××××××××××


Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

6 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

84 cm

Beiträge

56

Beitritt

05.04.2013

In den letzten Tagen und Nächten hatte er sich kaum von der Höhle entfernt, die Jeanne vor einigen Wochen gegraben hatte. Gejagt hatte er nur noch kleineres Getier und wenn sein eigener Hunger größer war als der von seiner Gefährtin, dann harrte er aus und war dankbar für die zahlreiche Hilfe der Rudelmitglieder.
Ungewöhnlich für ein Rudel gab es zwei Würfe und trotz seines Ranges konnte er auf helfende Pfoten vertrauen, die sich nicht nur aufgeregt in der Nähe von Yacárus Bau aufhielten. Er wusste, dass es bald so weit sein würde und der Rüde wartete nur noch auf ein Zeichen der Weißen. Sie hatten darüber gesprochen und selbst im dunklen Inneren der Höhle hatte er ausmachen können, dass seine Kinder (Seine Kinder!) immer größer und vor allem aktiver und sensibler wurden, was ihre Umwelt anging. Schon längst waren sie nicht mehr die blinden Flauschebälle, die dicht am Unterleib ihrer Mutter schliefen und zart fiepend ihren Hunger stillten. Sie waren so gesprächig, aufgeweckt und meine Güte – sie hatten bereits die größten Träume!

In den letzten Wechseln von Sonne und Mond hatte er kaum geschlafen. Wachend lag er in der Nähe der Höhle und döste, wobei seine innere Unruhe ihn bei jedem Geräusch den Kopf heben ließ. Ginge es nach ihm, dann hätte er die Welpen schon Tage vorher aus der Höhle pieken lassen, doch er vertraute auf die Instinkte ihrer Mutter und unterband seine eigene Aufregung.
Sirion streckte gähnend seinen Lauf und berührte dabei den toten Lemming, den er vor einigen Stunden erwischt hatte. Viel war es nicht, doch indem die Portionen immer kleiner wurden, gab er der Fähe eventuell ein Zeichen. Schließlich ging ihm langsam die Fantasie aus, wie er seinen Kleinen den singenden Vogel vor ihrer Höhle beschreiben sollte. Eine rote Feder hatte er ihnen mal mitbringen können, doch das hatte ihnen nicht gereicht, um Flügel zu verbildlichen.

Aufmerksam zuckten seine Ohren und der gräuliche Kopf erhob sich neugierig. Aus den Bäumen heraus konnte er den unverwechselbaren Pelz Andrakis ausmachen und zu seiner freudigen Überraschungen roch der Rüde Blut. Vorerst in seiner Position verharrend, strich seine Rute über den staubigen Boden. Die Dunkelheit löste sich gerade von dem Tal und seine hellen Augen blinzelnden durch das rötliche Licht in die Richtung der Zimtfarbenen. In ihrem Fang schleifte ein kräftiges Hirschkalb, das bereits den Appetit anderer Wölfe gestillt hatte, doch es trug noch mehr Fleisch an seinen Rippen, als Sirions Lemming.
Mit einem Blick über die Schulter versicherte er sich, dass sich keine Regung in der Höhle zeigte und der Rüde erhob sich schüttelnd aus seiner liegenden Position, bevor er in geduckter Haltung auf seine Alphafähe zutrottete. Seine damals in der Ranz gezeigte Dominanz hatte mittlerweile wieder abgenommen, denn seine Konzentration lag kaum noch auf seiner Zukunft, sondern vielmehr auf jener seiner Welpen. Vorerst musste er ihnen einen guten Vater bieten, um einen potentiellen Rangwolf zu verkörperlichen. Grüßend schwang seine Rute, doch die Anspannung in seinen Bewegungen war nicht zu überdecken.
Förmlich liebevoll leckte er Andraki über den blutigen Fang und erlaubte sich dann einen Blick auf das mitgebrachte – na hoffentlich! – Frühstück.

‚‚Ich jage wie ein Fuchs…‘‘, witzelte er über sich selbst amüsiert und stupste sie dankend in die Seite.

Lange blieben sie jedoch nicht alleine, als Akira in unterwürfiger Haltung zu Andraki tapste und das fröhliche Grinsen des Rüden zu einem freundlichen Lächeln formte. Ihre Haltung war begründet, doch sie trug unweigerlich zu einer stärkeren Anspannung Sirions bei. Die Fähe hatte ihm noch nie Probleme beschert, doch ihre immer noch aufgetragene Unsicherheit gab ihm ein Gefühl, das ihn in dieser Zeit wachsamer auf sie blicken ließ. Wölfe, die Angst zeigten konnten unberechenbar werden und das Fell des Roten sträubte sich ein wenig, während er seine Haltung versteifte. Er wollte zum Gruß etwas sagen, doch da echote die auffordernde Stimme seiner Liebsten und sie klang nicht danach, als würde sie nach ihm rufen.
Perplex richteten sich seine Ohren so aufrecht wie die Löffel eines Hasen und schwer schluckend trabte er zu der kleinen Kuhle zurück, wo er noch vor einigen Momenten gewacht hatte. Ein heller Pelz streckte sich aus dem Eingang und der Rüde sank neugierig seinen Kopf, um sich ja nicht die ersten Schritte seiner Welpen entgehen zu lassen. Denn er war sich jetzt ziemlich sicher – es war soweit! Langsam schwang seine Rute, bevor er seinen Kopf auf die Stirn der Weißen legte und ihr liebevoll über diese leckte.
Natürlich war Yavinja die Erste. Diesen Tag würde sie nicht verschlafen und doch war er verwundert, als diese sich von dem Anblick des Frühlings so in den Bann nehmen ließ, während er Bruder an ihr vorbeitorkelte – hach dieser Welpengang! – und auf seinen Vater zueilte. Es verschlug ihm vor Stolz die Sprache, als sein Sohn um ihn herumtanzte und an seine Lefzen wollte. Vor Wohlsein brummend nahm er erst eine niedrigere Haltung ein, bevor er sich auf den Boden plumpsen ließ und sich ruckartig auf den Rücken drehte. Yavinja – so erkannte er kopfüber - saß noch unsicher vor dem Höhleneingang.
Liebevoll kniff er Finn in die Brust und pfotete dann verspielt nach seinem Köpfchen, bevor er sich vor kindlichem Ansturm rettete und wieder auf seine vier Pfoten stieg. Sirion lief zwei Schritte, als er einen weiteren Neuankömmling roch und sich trotz der Anwesenheit seiner Kinder immer noch in einer ungewohnten Anspannung fand. Es war Terym und er verstand die Neugier und Freude des Rudels, doch ein beschützender Instinkt ließ seine weißen Augen immer wieder zu den Pelzen der anderen und ihre Regungen wandern.
Auffordernd sah er zu seiner Tochter, dann knabberte er sachte an dem Rückenfell Finnjars. Willkommen. Ja – so etwas in der Art wollte er sagen, doch dafür war er noch zu baff. Voller Stolz sah er verliebt zu der Mutter seiner Welpen; seiner wunderschönen Zwerge.

09.08.2015 05:33
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

92 cm

Beiträge

183

Beitritt

23.05.2006

Mehr und mehr kehrte wieder Alltag in das Leben im Tal ein. Der Gedanke an Kiba war weiterhin stets präsent, und auch der Blick zum Berg in der Mitte ihres Reviers jagte Toboe noch immer einen Schauer durch den Körper. Aber sie mussten weiter machen, und je mehr Zeit verstrich, desto einfacher fiel es dem Rüden – vor allem jetzt wo die Welpen das Rudel sicher auf andere Gedanken bringen würden. Sie hatten neu angefangen – und bisher schlugen sie sich in den Augen des Grauen ziemlich gut. Ein beruhigendes Gefühl. Und so waren die letzten Monate ruhig gewesen – was sich aber schon bald wieder ändern würde. Allerdings zog sich mit diesem Gedanken ein munteres Lächeln auf die Lefzen des grauen Rüden. Welpen, die das Rudel sicher ordentlich auf Trab halten würden. Und das sicher nicht nur, weil von zwei von ihnen Yacáru die Mutter war. Die Fähe, die sich jetzt zum Beta des Rudels hoch gearbeitet hatte. Und als nächstes sicher die Weltherrschaft anstrebte. Und es gab wenig Wölfe, denen Toboe zutraute, dieses Ziel zu erreichen. Yacáru gehörte definitiv dazu. Mit einem Lächeln schüttelte der graue Rüde den Kopf darüber, lenkte seine Gedanken dann wieder um. Die letzten Welpen lagen zwei Jahre zurück... eine Zeit in der sich so viel verändert hatte. Und jetzt konnten die Welpen von damals selbst das neue Leben begrüßen. Und Toboe selbst konnte es kaum erwarten!
Sein Weg hatte ihn in den frühen Morgenstunden ein wenig an den Rand des Rudels geführt. Er wollte sich ein wenig die Pfoten vertreten, bevor er sich zu einer der Höhlen begab, die ganz in der Nähe lagen. Der Gedanke an die Welpen, auch wenn es nicht seine eigenen waren, beflügelte den Rüden, brachte noch ein wenig mehr Licht in die Welt, die vor einigen Monaten noch so endlos trist gewirkt hatte. Es war gut so, wie es war. Nur er selbst brauchte noch eine Veränderung. Er hatte sein Ziel in den letzten Monaten nicht vergessen, hatte an sich gearbeitet und getestet. Yacáru hatte sich den Rang erarbeitet, der ihr gut stand, was bei ihm, auch wenn er sich dagegen wehrte, leise Zweifel geweckt hatte. War es richtig, was er vorhatte? Konnte er dieses Ziel erreichen? Gedanken, die er seit Wochen immer wieder durch kaute, und doch zum selben Ergebnis kam. Das war das, was er wollte. Und jetzt konnte er sich vollkommen auf dieses Ziel konzentrieren, alles dafür tun, um es zu erreichen. Und anscheinend stellte man ihn direkt auf die Probe.
Toboes Weg hatte sich inzwischen geändert, jetzt lenkten ihn seine Pfoten direkt auf Jeannes Höhle zu. Aus der Entfernung konnte er sehen, dass sich dort schon eine kleine Traube von Wölfen gebildet hatte, was seine Ohren aufmerksam durch die Luft schnippen ließ. Aber noch bevor er sein Tempo ein wenig erhöhen konnte, um schnell bei ihnen anzukommen, lenkte etwas anderes seine Aufmerksamkeit um. Ein schwarzer Pelz, der in die selbe Richtung wie er gewandt war. Er kannte seine Brüder, wusste also schon nach einer kurzen Witterung, dass er es hier nicht mit dem Bruder zu tun hatte, der sich in den letzten Wochen und Monaten immer besser mit ihm verstanden hatte. Saiyán... Die Gesellschaft dieses Wolfes stachen ihn noch immer irgendwo in seinem Inneren. Er war dem Schwarzen nicht bewusst aus dem Weg gegangen, hatte dafür aber auch nicht seine Nähe gesucht. Genauso wenig wie der dunkle Rüde selbst. Er wusste nicht, wo er seinen Bruder einordnen sollte, aber in einem war er sich sicher. Er ließ sich von ihm nicht mehr auf der Nase herum tanzen. Diese Zeiten waren vorbei. Auf der Höhe seines Bruders wurde der graue Rüde ein wenig langsamer, die sowieso leicht erhobene Rute hob sich noch ein wenig höher, der blaue Blick lag ernst auf seinem Gegenüber, ohne dass er stehen blieb. Sein Ziel war nach wie vor der Welpenbau... aber er konnte sich nicht vorstellen, dass diese Begegnung so schnell hinter ihnen lag.

09.08.2015 12:13
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  

I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

This isn't
happening
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Mitglied

Alter

7 Jahre

Geschlecht

Rüde

Größe

102 cm

Beiträge

70

Beitritt

31.07.2006

Tearl hatte sich eben noch hinter ein dichtes Gestrüpp geduckt, den stahlblauen Blick lauernd auf die Lichtung gerichtet. Er visierte einen hellbraunen Wolf an, der wie so oft zwar von seiner Nase, aber nicht von seinem Kopf Gebrauch machte. Der Riesenwolf versteckte sich nicht vor Ceal, um ihm zu entwischen – ganz im Gegenteil. Hin und wieder, da wollte er sich selbst auch ein Späßchen gestatten.
Am heutigen Tag hatte er zwischen dem Rudel deutlich mehr Aufregung gerochen und als Veteran konnte er sich denken, was das zu bedeuten hatte. Die kleinen Fellnasen, die diesen Frühling – was noch immer ein wenig befremdlich für ihn war – geboren worden waren, würden heute zum ersten Mal ihre Pfoten aus dem dunklen Bau hinausbewegen dürfen. Da hatte er lieber den Platz geräumt und das Feld denen überlassen, die es kaum noch erwarten konnten. Nicht, dass er Welpen nicht mochte, ganz im Gegenteil. Aber er würde die Kleinen noch früh genug kennenlernen dürfen.
Jetzt wartete der Requist, dass Ceal auf seine Augenhöhe kam, die Ohren starr nach vorne gerichtet, die Rute angespannt in die Waagerechte erhoben. Gleich konnte er … umpf.
Überrascht strauchelte Tearl einen Schritt zur Seite. Etwas war gegen seine massige Seite geprallt und zwar mit so schneller Wucht, dass es selbst den Hünen fast umgeworfen hätte. Aber auch nur fast. Der erste Impuls schrie natürlich ‚Eeal!‘ in seinem Kopf, aber dem zweiten war sofort klar, dass es nicht der Zwilling des anderen braunen Naseweis sein konnte, denn was ihn getroffen hatte war dafür zu leicht und zu klein. Eeal hätte durchaus die Kraft besessen, ihn im vollen Lauf getroffen umzuwerfen. Tearl ließ seine Deckung fallen und wandte den Kopf herum. Es war Farai, die da gegen ihn gerannt war – gehetzt wie ein Beutetier, vom Gestank der Angst umwabert. Der große Graue zog die Stirn kraus.

Alles in Ordnung? Was ist los?“

Wachsam hob er den Blick über sie hinweg, prüfend in den Wald hinein, bevor er ihn wieder auf die junge Wölfin richtete.


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

09.08.2015 13:58
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
Bildnachweis
Kati H. - dawnthieves.de

Rang

Mitglied

Alter

2 Jahre

Geschlecht

Fähe

Größe

72 cm

Beiträge

95

Beitritt

15.02.2010

Hilfe. HilfeHilfeHilfeHilfeHilfe
Der Wald wurde zu einem Korridor aus grünen und schwarzen Flecken, und bald erkannte Farai nur Hindernisse, wenn sie sich direkt vor ihr befanden. Einmal brach sie durch einen toten Brombeerstrauch. Die Äste flogen krachend auseinander und die Dornen krallten sich in ihrem Fell fest und zogen daran. Ein anderes mal konnte sie nur in letzter Minute einem Baumstamm ausweichen, ehe sie dagegen geprallt und sich vermutlich alle vier Läufe gebrochen hätte. Vielleicht war der Bär schon längst abgedreht, oder vielleicht brauchte er nur auszuholen um sie umzureißen. Farai konnte es nicht sagen.
Die Welt flog zu schnell an ihr vorüber, als dass sie es wagte einen Blick nach hinten zu verschwenden. Ihr eigentlicher Plan, den Bär von den Welpenhöhlen wegzulocken war wie ausradiert. Sie hatte überhaupt keine Ahnung mehr, wohin sie lief, alles was zählte war vorwärts. Schnell. Und nicht stürzten! Der Kopf nur noch ein leeres Blatt Papier, zu keinem rationalen Gedanken mehr fähig. Jeder Schritt wurde zu einem Stich mitten in die Lunge, trocken und brennend. Der Ahorn tauchte plötzlich wie ein grauer Fels vor ihr auf, sie bremste ab und schlug einen Haken nach rechts. Eine Welle aus Blättern und Dreck flog nach oben und prasselte gegen den Stamm. Jetzt war eine Reihe aus dünnen Sträuchern vor ihr, nicht zu dicht als das sie nicht durchgepasst hätte, aber so dicht das man nicht erkennen konnte was dahinter war. Ein weiterer Baum? Ein Fels? Ein steiler Abgrund? Es blieb ihr keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Sie kniff die Augen zusammen, legte ihre ganze Kraft in ihre Hinterläufe und sprang durch die hellgrüne Wand. Die dünnen Äste bogen sich unter ihrem Gewicht und die Blätter streiften wie eine riesige Hand ihren Rücken entlang. Im ersten Moment glaubte sie, sich verfangen zu haben, doch dann berührten ihre Pfoten die Erde, und sie stürmte weiter vorwärts. Die breiten Blätter vernebelten ihr immer noch die Sicht und fächerten nur langsam auseinander. Sie strampelte die niedergedrückten Äste von sich, sprang erneut und...
prallte gegen "etwas".
Farai hatte nicht damit gerechnet, dass das Hindernis so weich sein würde, als ihr Körper dagegen stieß. Trotzdem riss sie die Wucht des Aufpralls von den Pfoten. In einer einzigen Bewegung drehte sie sich einmal um sich selbst und krallte sich dann wieder in die Erde. Stillstand.
Gehetzt sah sie sich um. In ihren Ohren dröhnten immer noch die Geräusche von knackenden Ästen und raschelnden Blättern, und ihr Körper brachte nur noch schmerzende, rasselnde Atemzüge zustande. Ihr wurde schwindelig, der Wald teilte sich in zwei Bilder, die langsam auseinanderflossen. Farai musste sich konzentrieren und zwang sich dazu, sie wieder zusammen zu schieben. Im ersten Moment glaubte sie, Kiba vor sich zu sehen, aber nur weil ihre Augen die ersten, verlässlichen Informationen lieferten. Der Geruch verriet das es Tearl war, und seine Stimme zeigte keinerlei Zweifel daran. Statt ihm zu antworten, drehte Farai den Kopf und traute sich zum ersten Mal, über die Schulter zurück zu blicken. Die Wand aus grünem Gestrüpp lag hinter hier, man konnte deutlich die Stelle sehen, wo sie hindurch gebrochen war.

"Ist....sie weg?"

Ihre Stimme war nur noch ein atemloses Keuchen.
Einen Herzschlag später brach der Bär durch das Gebüsch.

09.08.2015 16:32
Zitat   |   Beitrag editieren   |   IP   |   Suchen   |  
Neues Thema Antworten
Seiten (15): [1] 2 3 4 5 nächste » ... letzte »
Diese Karte zeigt die momentanen Positionen aller Charaktere an. Mit Klick auf die Karte wird an die Stelle herangezoomt und man kann in der Nahansicht herumscrollen. Hält man den Kursor etwas länger über einen Charakter-Pin, wird der volle Name angezeigt. Klickt man in der Nahansicht auf eine Stelle in der Karte, wird der Charakter-Pin dorthin gesetzt.