Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
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Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Winter 1925/26 » Vorboten des Frühlings
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I'm not here
HOW TO
Disappear
completely

This isn't
happening
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31.07.2006

Die Zeit läuft unbarmherzig weiter, wie immer. Der Winter geht in seine zweite Hälfte und reißt die Wölfe mit sich, ohne dass sie sich groß dagegen wehren können. Manch einer versucht sich vielleicht immer noch dagegen zu sträuben, den Alltag ohne Kiba und Yago zur Gewohnheit werden zu lassen, aber selbst dem, der elend sein will, fällt es mittlerweile schwer sich darauf zu konzentrieren. Schrittweise hat sich innerhalb der letzten Wochen etwas Unruhe in den erwachsenen Wölfen breit gemacht, die ausnahmsweise mal nicht von lauernden Gefahren oder Unglücken ausgeht. Einige verspüren einen gesteigerten Drang nach Bewegung und Aktivität und können kaum still sitzen, wollen laufen, raufen, oder lassen sich teilweise erstaunlich leicht zum Spielen auffordern. Auch das Bedürfnis nach Gesellschaft hat bei vielen zugenommen, wobei manch einer womöglich unter den besonders aufgedrehten Exemplaren leidet und schneller die Geduld verliert. In dieser etwas aufgeregteren Zeit scheint auch den Rangwölfen wichtiger zu sein als sonst, die eigene Position im Rudel zu verdeutlichen. Sie sind besonders wachsam und können sich nicht zu viel Nachsicht leisten, verspüren aber womöglich auch viel weniger Willen dazu. Der Grad zwischen verspielter und gereizter Stimmung, ist ungewöhnlich schwankend.
Das Rudel ist über die vergangenen Wochen immer weiter nach Südwesten gerückt und rastet nun bei den Quellen. Das Wasser ist hier durch die stetige Bewegung nicht gefroren.

Akando und Andraki sind unlängst als neue Alphas des Rudels akzeptiert und niemand hat Absichten gezeigt, einem der beiden ihren Platz streitig zu machen. Die Ränge des Betas und Gammas sind aber nach wie vor nicht eindeutig belegt. Es hat mittlerweile die Runde gemacht, dass Leikuna und Toboe ein Auge auf die oberen Plätze werfen, ebenso ist unübersehbar, dass Yacáru angefangen hat, Dominanz gegenüber den ranglosen Fähen zu zeigen.


Tag | 26. Januar 1926 # Mittag
Wetter | bewölkt # windstill # -8 °C # über die vereiste Schneeschicht im Tal hat sich vorgestern 15 Zentimeter pulveriger Neuschnee gezogen


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

19.02.2015 02:18
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27.07.2005

Eine aufgeregte Unruhe hatte Jeanne ergriffen, ließ sie nicht inne halten. Das Rudel ruhte an den Quellen, manch ein Wolf lag in der neu gefallenen Schneeschicht, andere wanderten umher. So wie sie in diesem Moment. Jeannes Herz schlug vergnügt in ihrer Brust, trieb sie weiter an. Sie lief nie weit weg, das Rudel blieb immer in ihrem Sichtfeld, aber wenn die weiße Fähe inne hielt, blieb sie nie lang an einem Ort. Immer wieder änderte sie die Richtung, verfiel in einen schnellen Trab, ehe sie mit gemütlichen Schritten über die Schneedecke lief – nur um dann wieder an Tempo zu gewinnen. Es erschien ihr wie eine Ewigkeit, als sie das erste Mal in der Nähe des Rudels zum stehen kam. Jeanne hechelte, schüttelte kurz den weißen Pelz und ließ sich dann einen Moment auf die Hinterläufe sinken, die Ohren im kühlen Wind hin und her drehend. Sie hätte schwer in Worte fassen können, was in ihrem Inneren vor sich ging, aber sie fühlte sich einfach befreit von... allem. Irgendwo anders mit den Gedanken. Nachdem die Lichter am Himmel verschwunden waren, hatte sich die weiße Fähe oft dabei erwischt, wie ihr Blick prüfend zum Himmel geglitten war. Wie sie still nach weiteren Lichtern gesucht hatte. Aber es war keines mehr aufgetaucht, und auch die Besuche bei Kibas und Yagos Ruhestätte hatte sich nicht verändert. Alles lag noch immer still da, strahlte dennoch irgendwie eine innere Wärme aus. Das Bild der beiden hatte etwas beruhigendes, auch wenn der Gedanke an ihr Opfer noch immer ein wenig wie die Kälte in der Lunge stach. Aber sie mussten nach vorn sehen, und mit jedem Tag, den es voran ging, schien das Rudel sich mehr zu fassen. Und Jeanne war sich sicher, dass Andraki und Akando ihren großen Teil dazu beigetragen hatten.
Ein leises Seufzen drang aus dem Fang der weißen, als sie erneut ihren Körper schüttelte, all diese Gedanken damit zur Seite drängen wollte. Es war genug gegrübelt, davon wurde es auch nicht besser. Mit einem Satz war die helle Fähe wieder auf den Pfoten, ließ den dunklen Blick über die Wölfe schweifen, ehe sich ein munteres Lächeln auf ihre Lefzen zog, mit dem sie sich wieder in Bewegung setzte. Noch etwas ganz anderes wühlte sie in diesen Tagen auf, verlieh ihr immer mehr Unruhe, wobei es ein solch sanftes Gefühl war. Aber es ließ ihre Augen automatisch nach einem Wolf suchen, der auf der weißen Schneedecke nicht schwer auszumachen war. Der rote Pelz war schnell ausgemacht, und ohne noch einen Moment zu zögern setzte Jeanne sich in Bewegung, lief mit leichtfüßigen Schritten über den Schnee und bremste erst abrupt ab, als Sirion erreicht war. Sie wirbelte Schnee auf, ließ ihm jedoch nicht viel Zeit zum reagieren. Mit einem Satz war sie über den liegenden Wolf gesprungen, hielt an seiner Seite kurz inne, um mit wild schwingender Rute kurz an seinem Ohr zu ziehen, ehe sie schon wieder einen Satz zurück gesprungen war. Sie spürte das wilde Schlagen ihres Herzens, gab sich dem für diesen Moment hin und blickte dem Rüden herausfordernd entgegen, ein munteres Lächeln auf den Lefzen.

19.02.2015 03:41
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04.12.2011

Es war seltsam. Bisher hatte er sich immer kontrollieren können in dieser Zeit, aber das hatte sicher auch daran gelegen, dass er das Buntauge nicht an seiner Seite gehabt hatte. Er stöberte mit der Nase im Schnee, drehte ein Ohr in die Richtung seiner Gefährtin aber ihre Nähe würde er erst später suchen, denn vorher hatte er noch etwas zu erledigen. Langsam richtete sich der Weiße auf und orientierte sich kurz, erspähte dann aber den Wolf mit dem er reden wollte. Entspannt setzte er sich in Bewegung und steuerte die Fähe schließlich konkret an. Er war sich keinesfalls sicher, ob es in diesem Rudel wie in seinem eigenen funktionierte, aber wahrscheinlich tat es das nicht. Diese Lebensweise war ihm sehr fremd aber vielleicht konnte sie ihm mehr darüber erzählen.

"Sei gegrüßt, Andraki"

begrüßte er die Fähe, die nach Kiba's Abgang ihren Platz an der Spitze des Rudels eingenommen hatte. Und Kaei war sogar froh darum, dass es ausgerechnet Andraki gewesen war. Er hatte sich in der Zeit in der er nun hier war, schon ein unscharfes Bild über die Wölfe zusammenpuzzeln können und Andraki war neben Jeanne die einzige Fähe, die er für fähig genug hielt, Kiba eine würdige Nachfolgerin zu sein. Das galt allerdings nicht für Akando, den er nach wie vor für einen aufgeblasenen Vollpfosten hielt. Allerdings behielt er diese Gedanken stets für sich, man musste ja schließlich keine Streits vom Zaun brechen.

"Hast du gerade Zeit, für ein Gespräch?"

Bisher hatten sie eigentlich so gut wie gar nichts miteinander zu tun gehabt, aber vielleicht sollte er das nun ändern. Er neigte den Kopf vor ihr, respektvoll. Denn obgleich sie -seiner Meinung nach- so einen aufgeblasenen Trottel an ihrer Seite hatte, würde sie das schon irgendwie hinkriegen und auf seine Unterstützung konnte sie immer zählen.

HOME IS WHERE THE HEART IS
19.02.2015 12:06
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10.01.2009

Die Ranz war für Andraki immer eine... schicksalhafte Zeit gewesen. Welpen waren in ihrem Heimatrudel gleichsam auch Omen für das bevorstehende Jahr gewesen. Als sie Jährling war und den Betas der erste Wurf erlaubt wurde, war alles aufregend gewesen - und danach war es nie wieder gewesen, wie es sein sollte. Die Totgeburt das Jahr danach, die den Anfang vom Ende eingeläutet hatte. Mit drei Jahren war sie allein gewesen. Kurz vor ihrem vierten Frühling war sie in das Tal gekommen. Und jetzt war sie Alpha. Schicksalwendungen, wohin sie auch sah. Sie hatte dabei genausowenig im Sinn gehabt, jemals Welpen zu haben, wie Alpha zu werden. Natürlich hatte sie manchmal darüber nachgedacht, aber eher unter dem Aspekt, die großzügige Erlaubnis dafür von ihren Alphas zu bekommen, anstatt alleiniges Anrecht darauf zu haben. Sie erinnerte sich nur zu gut daran, wie diese Hoffnung in ihr gewachsen war, als sie unter Akara zur Beta geworden und ihre Gefühle für Yago entdeckt hatte. Wie diese Hoffnung zerschlagen wurde, als er mit Kiba ins Exil ging, und wie sie neu und stärker aufflammte, als beide zurückkehrten.
Aber Yago war für sie verloren.
Dieser Gedanke, gepaart mit ihren Instinkten, verursachte Andraki immer wieder Qualen. Die Zimtfarbene sah sich zunehmend mit unberechenbaren Gefühlsausbrüchen konfrontiert und hatte bisweilen arge Mühen, sie unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder ließ sie irgendetwas unerwartet an Yago denken und an die Welpen, die sie nie haben würde und die sie nur im Kristallspiegel besuchen konnte, und dann zog sich ihr Innerstes vor Trauer und Schmerz krampfhaft zusammen. Manchmal versuchten ihre Instinkte, ihre Gedanken bezüglich eines Welpenvaters in andere Bahnen zu lenken, aber sie wies sie voller Abscheu von sich. Das lag jedoch nicht an den Kandidaten, die sie überhaupt in Erwägung gezogen hätte, sondern vielmehr an dem Gefühl des Verrats an Yago. Ein Stimmchen in ihr flüsterte, dass Yago sich gar nicht verraten fühlen konnte, immerhin liebte er Kiba und nicht sie, und hatte er nicht selbst eine gewisse Hoffnung auf Welpen für das Rudel ausgedrückt, im Traum? Sie war sich dessen nicht ganz sicher, ihr Traum war bereits mit dem Aufwachen in Bruchstücke zerfallen, und sie konnte ihn nicht wieder vollkommen Zusammenfügen in ihren Erinnerungen. Aber so oder so schob sie auch dieses Stimmchen von weit von sich. Der Schmerz war zu stark, die Wunden noch zu frisch. Sie war noch nicht bereit, würde es vielleicht nie sein. Das war einer der Gründe, warum sie Jeanne die Erlaubnis für Welpen gegeben hatte, denn dahingehend stimmte sie mit Yago überein: Welpen würden dem Rudel gut tun.

Heute hatte der Seelenschmerz sie bisher verschont, und Andraki gab sich Mühe, keine Gedanken an Yago aufkommen zu lassen und sich entsprechend abzulenken. Der Schnee bot ausgelassene Beschäftigungsmöglichkeiten, obgleich die Zimtfarbene eigentlich kein Freund der Kälte war. Trotzdem übte er einen gewissen Reiz auf sie aus, und so wühlte sie sich mit dem Gesicht voran durch das pulverige Weiß und wälzte sich immer wieder darin. Als sie jemanden Nahen hörte, beeilte sie sich jedoch, wieder auf die Beine zu kommen. Sie hob die Rute hoch an, aber als Kaei ihr Respekt zollte, ließ sie sie zur Begrüßung leicht pendeln.

"Kaei",

erwiderte sie seinen Gruß mit einem Lächeln.

"Habe ich. Was gibt es?"

Sie ließ den Blick schweifen, insbesondere in die Richtung, in der der Pas in weiter ferne lag. Von dort musste irgendwann demnächst die Besucher auftauchen, die sich vor einer Weile angekündigt hatten, und die sie und Akando zu sich zum Rudel gerufen hatten. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis fremde Wölfe das Tal betraten, da war sie sich sicher gewesen - und hatte Recht behalten. Blieb nur zu hoffen, dass diese drei verträglich waren, andernfalls würde die Zimtfarbene nicht zögern, sie wieder fortzuschicken. Das Rudel konnte wahrlich keinen neuen Ärger gebrauchen.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
20.02.2015 10:03
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04.12.2011

Sie hatte Zeit für ihn. Das verleitete ihn zu einem Lächeln, das jedoch ehrlich und ein wenig unsicher war. Es ging um etwas für ihn sehr ernstes und er wusste nicht wie er das vor ihr in Worte fassen sollte. Er drehte kurz die Ohren nach hinten ehe er sich vor ihr verneigte. Dann drehte er ihr halb seine Kehle zu. Etwas das er nie zuvor bei irgendwem getan hatte.

"Ich ... ich bin mein Leben lang auf einen Augenblick wie diesen vorbereitet worden. Ich lege mein Leben, meinen Atem, all meine Kraft in deine Pfoten Andraki-Ka'al. Ich werde dir bis zu meinem letzten Atemzug dienen."

Er blieb auf der Seite liegen, nachdem er geendet hatte, denn er hatte sich auf die Seite sinken lassen und betrachtete ihre Läufe, denn es stand ihm nicht zu in ihr Gesicht zu schauen, solange sie ihm nicht erlaubte, aufzustehen und sie anzuschauen. Das war sicherlich befremdlich für sie und auch ihm selbst kam das jetzt wo er es ausgesprochen hatte, irgendwie seltsam vor. Es war, als gehörten diese Worte zu seinem alten Selbst, denn die Zeit hier hatte ihn verändert. Núkûn hatte ihn verändert. Nie zuvor hatte er Liebe für einen bunten Wolf empfunden. Nie zuvor solchen Respekt wie für Jeanne und Andraki.

"Entschuldige, Andraki-Ka'al wenn meine Worte dir seltsam erscheinen"

Er nutzte die respektvolle Anrede, die in seinem Stamm den Höchsten der Hohen gebührte denn das war sie doch. Sie führte dieses Rudel und sie verdiente diese Anrede. Trotzdem zögerte einen Moment, ehe er weitersprach. Nun deutlich unsicherer. Etwas das ihm selbst nicht ganz passte aber die Lebensweise hier widersprach einfach allem, was man ihm beigebracht hatte.

"Sagt mir, was ist das für eine Unruhe die in der Luft liegt?"

Sowas hatte es zuhause nie gegeben. Im Stamm gab es nur Scheinkämpfe für diejenigen die zum Krieger bestimmt waren, aber nicht, um herauszufinden wer wo im Stamm stehen würde. Im Stamm bekam jeder die Stelle im Rudel, die ihm zum Zeitpunkt der Geburt bestimmt worden war.

HOME IS WHERE THE HEART IS
20.02.2015 13:11
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10.01.2009

Sie hatte nichts Konkretes von Kaeis Anfrage nach einem Gespräch erwartet, aber was folgte, überraschte sie dennoch ungemein. Zum Einen hatte sie nie gesehen, dass der Weiße sich so sehr unterwarf, dass er sich fast schon auf den Rücken legte - nicht einmal gegenüber Kiba und Yago. Zum Anderen hätte sie nie erwartet, dass ein Wolf ihr mit seinem Leben Gefolgschaft schwor. Seinen Worten lag etwas Ritualisiertes inne, sowohl in Wortwahl als auch im Tonfall. Ohne Zweifel war es ein Schwur, denn er schon als Welpe auswendig gelernt und vielleicht auch beobachtet hatte, wie andere ihn vor seinen Alphas leisteten. So befremdlich es in ihren Ohren auch klang, seltsam fand sie es wiederum nicht. Sie wusste, wie es war, aus einem fremden Land mit fremden Sitten und Ansichten zu kommen und sich den überraschten und stirnrunzelnden Blicken anderer Wölfe ausgesetzt zu sehen. Bei ihrer Ankunft hatte sie Kiba gefragt, wann die Rangkämpfe für ihre Eingliederung ausgetragen werden würden. Natürlich nur unter den gewöhnlichen Rudelmitgliedern, auf höhere Ränge hatte schließlich kein Fremdling Anspruch. Aber zu lernen, dass soetwas hier gar nicht für Neulinge stattfand, hatte sie schockiert.
Entsprechend schnell verflog die anfängliche Überraschung von ihrer Miene, und sie schwieg, bis sie sicher war, dass Kaeis Part in diesem Ritual vorerst beendet war. Sie wünschte sich nur, sie wüsste, welche Worte und Gesten er von ihr erwartete, um seinen Sitten gerecht zu werden. Für sie war es eine Frage des Respekts, anderer Wölfe Heimatsitten zu achten, wenn es möglich war. So musste sie allerdings improvisieren.
Andraki senkte den Kopf zu ihm herab und strich mit der Nase kurz über seine Vorderläufe, Kehle und Fang.

"Nicht so seltsam, wie du glaubst. Ich nehme deine Aufopferung an, Kaei Avéyu, und danke dir dafür. Mögest du ein Beschützer für das Rudel sein, wie du es für Núkûn bist. Erhebe dich."

Sie konnte nur hoffen, dass ihre Wortwahl für sein Befinden angemessen gewesen war. Gewiss konnte sie ohne das Wissen um seine Herkunft und die dortigen Sitten seinen Vorstellungen nicht vollends entsprechen, aber mehr als das wusste sie ihm schlicht nicht zu geben.

"Was genau meinst du?",

hakte sie auf seine Frage hin nach. Gewiss meinte er nicht den Ruf der Fremden, und alt genug um eine Ranz als solche zu erkennen war er nun auch bei Weitem.

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Ohne mich, was wär?
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20.02.2015 13:49
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All this passed
Without a scar
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05.04.2013

Er hatte sie kaum aus den Augen gelassen. Vor allem auch nach seinem Gespräch mit Akando war sein Verhalten offensichtlicher geworden und er hatte nach außen hin gezeigt, was er anstrebte. Es war nicht nur Jeanne, sondern auch ein nennenswerter Platz in der Rudelhierarchie. Ob er sich dadurch den Alphas dankbar zeigen oder Jeanne als zukünftiger Vater ihrer Welpen auch etwas bieten wollte? Nach seinem gescheiterten Versuch vor einigen Jahren hatte Sirion diesen Gedanken aufgegeben. Er war kein Alphatier und somit auch nicht dazu gedacht Nachwuchs zu zeugen, doch das Rudel brauchte Welpen. Eine Tatsache, die beiden äußerst gelegen kam.
Der Rote hatte bereits seit einigen Tagen angedeutet, dass ihn diese Jahreszeit veränderte und er nach mehr als nur einem Spiel aus war. Aufforderungen dazu hatte er toleriert, doch stets darauf geachtet, dass man bei ihm nicht zu weit ging. Mit erhobener Rute war er durch den Schnee getrabt und hatte die weiße Fähe immer wieder ausfindig gemacht, die seine innere Anspannung zu lockern verstand. Auch Nûkún gewährte er einiges, doch ranglosen Rüden gegenüber gab er sich dominanter als sonst; bei anderen Wölfen verlor er sogar schnell die Geduld und gab ihnen das dann auch zu wissen.

Sirions roter Körper versank fast im Schnee, welcher seine innere Euphorie abkühlte. Die Ohren waren seit dem fremden Ruf aufmerksam in die Richtung des Bergpasses gestellt, immer leicht zuckend und auf weitere Geräusche wartend. Etwas in ihm zog ihn dorthin, doch er würde gewiss später nach den Fremden sehen, wenn Akando und Andraki sich ihnen genähert hatten.
Warmer Atem verließ seinen Fang und bevor er sich nach einer bewegenden Silhouette im frischen Schnee umsehen konnte, warf sich eisiges Weiß über seinen Rücken. Schüttelnd wollte er sich den Fang lecken, als durch die dünne Schneewand die weiße Wölfin sprang und sich wild über ihn begab. Sie war schnell, ha! Spielerisch knurrte er auf, neigte den Kopf und schnappte nach ihrem Fang, bevor Sirion aufsprang und sie dabei mit seiner Seite streifte. Freude keimte in ihm auf und schnell war das Gefühl der inneren Unruhe wieder frisch in ihm entfacht. Ihre Aufforderung ließ er nicht lange warten.
Der Mongole schob den Kopf unter die weiche Schneedecke und wirbelte den weißen Frost mit seiner Schnauze auf, bevor er auf Jeanne zusprang und sich mit seinen Pfoten um ihren Nacken warf. Seine Zähne suchten nach ihren Ohren und die buschige Rute unterstrich seine Zuneigung mit eifrigem Wedeln, bevor er sich wieder von ihr abwarf und sich mit kleinen Sprüngen durch den Schnee von ihr entfernte. Angespannt verharrte er, die Rute aufrecht gehalten, das Nackenhaar leicht gesträubt.

‚‚Du wirst immer frecher, weißt du das?‘‘

, grinste er ihr entgegen. Dann ein Zucken in seiner Haltung – sollte sie nur kommen.

22.02.2015 09:37
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
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09.07.2006

Die letzten Wochen waren schnell vergangen und irgendwie hatte das gesamte Rudel für sich zum Alltag zurückgefunden. Nach den ersten Tagen, in denen Trauer, Wut und Haltlosigkeit bei Aiyán dominiert hatten, folgten ruhigere Tage und schließlich ergriff auch ihn dieses seltsame Kribbeln, das ihn nie lange stillsitzen ließ. Da er ohnehin gern in Bewegung war, steigerte sich dieses Verlangen umso mehr, so dass er nur noch selten irgendwo liegend oder sitzend anzutreffen war. Es kam ihm deshalb ganz gelegen, dass das Rudel seinen Mittelpunkt auflöste und langsam nach Südwesten zog.
Auch wenn erst vor kurzem neuer Schnee gefallen war, meinte der Schwarze wittern zu können, dass der Winter seinem Ende entgegen sah. An den Quellen war das Wasser nicht einmal gefroren – etwas, was ihn nach Wochen des Fressens von Schnee und Aufbrechens kleiner Pfützen am Rand des Sees, fast schon in Ekstase versetzte. Deshalb ruhte sich Aiyán auch nicht aus, sondern tappte seit ihrem Eintreffen hier immer wieder durch den kleinen Quellfluss, schnappte nach dem Wasser und allem, was darin mitgespült wurde. Auch wenn hier keine Fische herumschwammen, richtete er sich immer wieder scheinbar grundlos auf die Hinterbeine auf und ließ die Vorderpfoten dann mit viel Schwung zurück ins Bachbett klatschen, so dass das Wasser zu den Seiten spritzte und er nach den Tropfen schnappen konnte.

Als er kurz den Kopf hob und schnaufend Luft holte, konnte er Kaei bei Andraki sehen und eine wildgewordene Jeanne, die Sirion auf die Nerven ging. Ein Grinsen breitete sich auf seinen Lefzen aus, dann drehte er sich abrupt herum, drückte die Pfoten in den durchweichten Boden und preschte einige Meter weit durchs Wasser, stoppte dann ebenso plötzlich und patschte mit dem rechten Lauf spielerisch auf die Oberfläche. Gott wie hatte er das vermisst. Eis war auch lustig, aber irgendwann wurde das einfach langweilig.

22.02.2015 12:21
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27.07.2005

Jeanne ließ Sirion nicht aus den Augen, stand mit wedelnder Rute nur da und betrachtete den bunten Rüden, der nicht lang brauchte, um zu reagieren. Nur für wenige Herzschläge wandte die helle Fähe den Blick herum, richtete die Aufmerksamkeit kurz zum Bergpass. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, dass Fremde hierher gefunden hatten... umso gespannter war sie auf die Wölfe, die sich angekündigt hatten. Für einen Atemzug richtete sie sich zu Andraki, ehe Sirion ihre Aufmerksamkeit schon wieder ganz automatisch auf ihn lenkte.
Das leise Knurren des Rüden ließ ihr Lächeln noch einmal ein wenig breiter werden, ehe auch er schon auf den Pfoten war, kurz noch ein wenig Schnee aufwühlte und ihr dann entgegen sprang. Die Weiße knuff kurz die dunklen Augen zusammen, schüttelte den Kopf - wich jedoch auch nicht zurück, als der Rote plötzlich direkt bei ihr war, sie förmlich umklammerte, auf ihr Spiel einging und sachte nach ihrem Ohr packte. Nun war es an der Hellen, ein leises Brummen von sich zu geben, womit sie sachte am Brustfell ihres Gegenübers zog. Nur ein Moment verging, ehe er schon wieder von ihr abließ, schon im nächsten Moment einige Sätze entfernt war, in denen Jeanne noch den Schnee von seinen Pfoten aus dem Pelz schüttelte. Seine Worte ließen sie ihre Ohren leicht verdrehen, gab dann ein leises Schnaufen von sich, ehe sie nicht mehr lang zögerte – sich nun wieder zu Sirion begab. Jedoch in einem gemütlichen Tempo. Auch wenn ihr viel zu schnell schlagendes Herz sie antreiben wollte, hielt sie sich einen Moment zurück. Die Rute schwang herausfordernd durch die Luft, und ohne bei Sirion inne zu halten, fuhr sie mit der Nase durch rötliche Halsfell.

Dann pass auf, dass ich dir nicht bald ganz auf der Nase rum tanze.“

Nur ein kurzer Herzschlag, ehe sie sachte nach seinem Fell schnappte, kurz daran zog und mit dem nächsten Herzschlag weiter gesprungen war, ein warmes Lächeln auf den Lefzen, ein auffordernder Ausdruck in den dunklen Augen.

24.02.2015 22:45
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04.12.2011

Ja genau, wie meinte er das eigentlich? Er hob den Kopf, nachdem sie ihm so bedeutet hatte, dass sie seinen Schwur annahm und respektierte. Das ließ ihn wieder daran denken, dass sein Respekt vor ihr eindeutig nicht unbegründet war. Er ließ den Blick über das Rudel schweifen. Sie schienen alle auf die ein oder andere Weise angespannt zu sein. Als läge irgendwas in der Luft. Aber er kannte diese Zeit nicht. Jedenfalls nicht so.

"Es wirkt, als würden sie alle irgendwie unter Druck stehen, als würde das ganze Rudel sich neu ordnen wollen."

Er setzte sich auf, hielt aber den Kopf gesenkt, die Ohren gespitzt. Er selbst hatte diese Anspannung nicht. Zumindest fühlte es sich nicht so an. Das ganze erschien ihm fremd, ja fast Widernatürlich. Aber vielleicht war das hier einfach so? Fragend blickte er zu seiner Alpha hin, ehe er mit der rechten Pfote über den Boden kratzte und so den Schnee hin und her schob.

"Sowas gab es bei mir zuhause nicht. Alles was vorherbestimmt. Jeder bekam seine Aufgabe in dem Moment, wo er aus seiner Mutter in die helle Welt kam und den ersten Atemzug tat. Jeder bekam seinen Gefährten vorherbestimmt, wenn man dazu erwählt war, den Stamm mit Welpen zu ehren. Sowas wie ... moment wie nennt man das....Rangkämpfe? sowas gibt es im Stamm nicht. Die einzige Kämpfe die ich kenne sind die Übungskämpfe der Krieger in der Ausbildung..."

Es kam ihm alles ungewöhnlich vor, aber genauso hatte er sich gefühlt als er zum ersten Mal bunten Wölfen mit bunten Augen begegnet war. Er hatte erst gedacht, dass ihn die Stammesgötter ins Verderben gestoßen hätten, weil er irgendwas falsch gemacht hatte. Damals hatte er Núkûn wie einen Teufel fortgejagt und versucht sie zu beißen, damit sie ihn nicht verfluchen könnte. Er hatte sie vertreiben wollen - aber sie war immer wieder zurückgekommen und hatte seine Nerven irgendwann einfach aufgerieben und nun - nun konnte er sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Er lebte inmitten bunter Wölfe mit bunten Augen und er hatte sich jemandem unterworfen. So wie es ihm vom ersten Atemzug her vorbestimmt war - und doch hatte das alles einen fremden Beigeschmackt, als wäre es nicht mehr für ihn bestimmt - sondern für das schattenhafte Ich, das er gleich wie eine sich häutende Schlange hinter sich ließ.

HOME IS WHERE THE HEART IS
25.02.2015 10:57
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10.01.2009

Kaei schien nicht so recht zu wissen, wie er auf ihre Gegenfrage antworten und seine eigene neu formulieren sollte. Während er dann schließlich sprach, legte die Zimtfarbene den Kopf leicht schief, war aber gleichzeitig weiterhin bemüht, ihre Verwunderung über die Sitten seines Heimatrudels - seine Stammes, wie er es nannte - nicht allzu deutlich zu zeigen.

"Du hast es im Grunde schon richtig erkannt - das Rudel ordnet sich neu. Akando und ich sind zwar mit unseren Ansprüchen auf den Alpharang auf keine nennenswerte Gegenwehr gestoßen, aber die anderen höheren Ränge sind immernoch unbesetzt. Und anders als in deiner Heimat ist hier niemandes Aufgabe und Rang vorherbestimmt. Daher zeigen jene Wölfe, die sich selbst als geeignet für einen bestimmten Rang und damit einer bestimmten Aufgabe halten, jetzt gegenüber den anderen Rudelmitgliedern offen ihren Anspruch. Die höheren Ränge bekommt aber niemand einfach geschenkt - man braucht Durchsetzungsvermögen, um sich Respekt zu verschaffen und auf diesem Rang auch akzeptiert zu werden. Daher die gespannte Atmosphäre, nicht jeder mag sich sofort jemandem unterordnen, dem er sich zuvor nicht unterwerfen musste. Und machmal muss ein Ranganwärter dann mit besonderem Nachdruck seinen Anspruch durchsetzen. Dass diese Neuordnung gerade jetzt stattfindet, hängt einerseits gewiss mit Kibas und Yagos Fortsein zusammen, aber auch mit der Ranz. Die Ranz ist... immer eine recht aufregende Zeit."

Sie hoffte, dass er ihren Ausführungen folgen konnte, immerhin mochte das für jemanden, der nur Vorherbestimmung kannte, nicht so leicht zu verstehen sein.

"Das muss auf dich recht chaotisch wirken, nehme ich an. Aber so ist am Ende gewährleistet, dass nur solche Wölfe einen hohen Rang einnehmen, die letztendlich Rückhalt im Rudel genießen - und das Vertrauen der Alphas. Ohne unsere Zustimmung wird niemand Beta oder Gamma werden, den wir als dafür vollkommen ungeeignet empfinden."

Letztendlich entstand so eine starke Rudelführung und damit ein stabiles Rudel - zumindest hoffte sie das. Unter Akara hatte sich leider gezeigt, dass auch eine Rudelsitze, die zusammen hielt, scheitern konnte, wenn sie wenig Akzeptanz im Rudel fand.

"Gab es bei euren Kriegern denn keine Hierarchie, die dadurch entstand, dass jemand alle anderen besiegen konnte? Genoss so jemand nicht besonderes Ansehen unter den restlichen Kämpfern?"

Mit so einer Analogie mochte es Kaei vielleicht leichter fallen zu verstehen, was aktuell im Rudel geschah.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
25.02.2015 18:10
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.## H O M E L E S S ##.
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WOLLTE FÜR DICH BESSER SEIN.
EIN BESSERES ICH SEIN.

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04.12.2011

So wirklich Normalität hatte nicht einkehren wollen, auch wenn sich so langsam einige mit dem Gedanken daran ohne Kiba und Yago leben zu müssen, scheinbar einigermaßen hatten abfinden können. Nùkûn hatte immer wieder versucht den anderen ein wenig Hoffnung zu schenken, auch wenn die Versuche meistens wohl nicht wirklich mit Erfolg gekrönt war. Dennoch war das Rudel ein wenig aktiver geworden. Nicht nur, dass sie weiter gezogen waren, als hatten sie etwas hinter sich lassen wollen, nein, irgendwie waren sogar einige der älteren Wölfe etwas verspielter geworden, teilweise jedoch auch aggressiver und immer mehr Rangkämpfe machten die Runde. Aber das war ja nichts weiter schlimmes hatte Nùkûn inzwischen gelernt. Das war normal und gehörte dazu, wenn sich ein Rudel neu ordnete. Das hatte die Fähe inzwischen gelernt und irgendwie fand sie das ganze sogar ziemlich interessant, hatte sie doch in ihren fünf Lebensjahren so etwas doch noch nie wirklich erlebt. Und die Bunte war neugierig, sogar sehr neugierig und fragte so bei allen Dingen, die ihr irgendwie eigenartig erschienen, immer wieder nach. Vielleicht nervte sie damit auch einige der anderen Rudelwölfe, aber vielleicht wussten sie, dass die Fähe nicht eher Ruhe geben würde, ehe ihr Wissensdurst gestillt war.

Ein leichtes Lächeln lag auf den Lefzen der kleinen Fähe. Auch wenn die Sonne nicht schien, hatte sie heute besonders gute Laune. Sie hatte mitbekommen, dass Sirion immer mehr Zeit mit Jeanne verbrachte. Und sie freute sich für ihn wirklich sehr. Nach dem Spiel vor ein paar Wochen, hatten sie sich wirklich super verstanden und sie gönnte dem Rüden sein Glück. Nùkûn war wirklich glücklich, wenn es den anderen im Rudel auch gut ging. Den Morgen hatte sie in der Nähe der Quellen verbracht. Hier war es schön warm gewesen, nachdem Kaei verschwunden war. Sie war sich nicht ganz sicher gewesen, was ihn beschäftigte, aber es musste etwas Wichtiges gewesen sein, sonst hätte er sich wohl nicht an Andraki gewandt. Im Augenwinkel sah sie ihn immer wieder, aber sie ließ ihm seinen Freiraum, auch wenn sie sich im Moment nichts schöneres vorstellen können, als ihn an ihrer Seite zu haben. Denn während alle anderen scheinbar aktiver wurden, fühlte sich die Fähe zu ihrem Gefährten nur noch mehr angezogen. Doch anders konnte sie dieses Gefühl auch nicht beschreiben.

Aus ihren Gedanken riss sie ein Schwall an Wasser, der sich über ihr ergoss. Sie sprang auf und schüttelte sich das Fell. Ein Glück war das Wasser nicht allzu kalt. Dennoch hatte Nùkûn gerade eigentlich keine Dusche nehmen wollen.

“Na toll. Ich wollte doch bis zum nächsten Winter nicht mehr duschen!“

Brach es aus ihr heraus. Sie meinte das natürlich nur scherzhaft, eigentlich war Nùkûn eine sehr saubere Fähe, aber diese Dusche kam wirklich ein wenig unerwartet. Sie schüttelte sich noch ein zweites Mal, ehe sie den Täter in ihrer Nähe erblickte. Es war ein schwarzer Rüde, doch sie konnte ihn nicht wirklich zuordnen. Aber es musste einer der beiden Zwillinge sein, sie hatte nur keine Ahnung welcher der beiden. Dafür hatte sie bisher viel zu wenig mit den beiden zu tun gehabt. Sie schaute zu ihm hinüber.

“Hey, duda. Danke für die Dusche!“

Ein Lächeln lag in ihrem Gesicht. Sie war nicht böse, aber vielleicht würden sie ja spielen können? Vielleicht würde er ja auf sie eingehen? Vielleicht würde sie ja endlich ein paar mehr Kontakte hier im Rudel knüpfen können? Sie hoffte es jedenfalls, denn mit Abweisung konnte die aufgedrehte Fähe immer noch nicht wirklich umgehen.


26.02.2015 13:58
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I wanna break out


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05.06.2013

Bei allen Göttern! Diese Unruhe im Rudel war kaum auszuhalten. Celethya hatte aufgehört die Tage zu zählen, die seit Kibas und Yagos … nun ja, nach der Sache im Berg … vergangen waren. Es lag jedenfalls genug Zeit dazwischen, dass der Alltag des Rudels sich zu normalisieren schien. Die Trauer war immer noch nicht ganz verschwunden, doch immerhin lag sie nicht mehr allzu deutlich in der Luft. Stattdessen herrschte eine gewisse Spannung, die sich mit dem Fang greifen ließ. Einige Wölfe fingen an die Muskeln spielen zu lassen, um andere nach und nach unterzuordnen. Noch war nichts passiert, doch die Wildfarbene würde eine Eskalation der Gewalt nicht ausschließen. Schließlich war da auch noch die Ranz im Spiel … Die melierte Wölfin hatte sich bisher ziemlich bedeckt gehalten, sprang nicht sonderlich aus der Reihe, sondern beobachtete nur interessiert wohin sich das Ganze entwickeln würde. Sie hatte jedenfalls nicht vor irgendeinen Rang zu belegen. Schließlich blieb ihr nur noch ein Jahr in diesem Rudel, dann würde sie sich wieder auf dem Weg zu ihrer Heimat machen müssen. Mit niemandem hatte sie bisher darüber gesprochen. Keine einzige Seele wusste davon und – aus einem unerklärlichen Grund – wollte Celethya auch nicht, dass irgendwer davon wusste.

Die junge Wölfin schnippte mit den Ohren und zwang sich auf andere Gedanken zu kommen. Ein Jahr war verdammt lang, da musste sie sich doch nicht jetzt schon darüber Gedanken machen! Jaja. Morgen, morgen, nur nicht heute … Die Wildfarbene ließ sich mit einem Seufzen auf die Seite fallen. Ihr Körper schmiegte sich an den weißen Schnee, versank fast in der weißen Unschuld. Langsam legten sich die Augenlider über die goldorangen Seelenspiegel und tief atmete Celethya die kühle Luft ein.

26.02.2015 16:29
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I choose to believe
In the face of my doubts
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28.07.2006

Unruhe. Sie schien allgegenwärtig und auch Teyrm hatte sich schon vor einer Weile nicht mehr dagegen wehren können. Sein ganzer Körper fühlte sich verspannt und wachsam an, er schien alles viel deutlicher Wahrzunehmen und merkte schnell, dass seine Stimmung immer wieder schnell kippte. Er konnte es sich selbst kaum erklären. Die Rangordnung war immer noch ein Thema, doch der Aschfarbene hatte relativ schnell klar gemacht, dass er keinen hohen Rang anstrebte. Dafür fühlte er sich einfach noch nicht bereit. Er wollte helfen und da sein, jedoch nicht unbedingt Verantwortung übernehmen. Das hatte ihn lächeln lassen. Seine Eltern waren beide Rangwölfe gewesen… wie sehr war er noch Yosós Sohn, wenn er von sich aus Verantwortung ablehnte? Es war irritierend kontrovers und hatte ihn so einige durchdachte Stunden gebracht, die alle zu nichts geführt hatten.

Auch jetzt dachte er wieder, auch wenn seine Pfoten nicht stillhalten wollen. Dicht hielt sich der Aschfarbene am Bachbett auf, welches nicht mehr ganz so gefroren war, wie noch vor kurzer Zeit. Der Winter schien sich langsam dem Ende zu neigen und Teyrm war dem nicht Böse. Es war genug Trauer und Kälte gewesen, sie brauchten alle etwas Licht und Sonne. Hoffnung.
Ohne genau darüber nachzudenken, nahm der Dunkle an Tempo auf und schon bald rauschten seine Pfoten über den pulvrigen Neuschnee, der in hohen Wolken aufstob. Von plötzlicher Euphorie gepackt, warf er den Kopf in den Nacken, schnappte sinnlos in die Luft und machte einen weiten Satz, ehe er wieder nach vorn schaute. Und dabei fast das Hindernis übersah, welches sich da vor ihm auftat. Schlitternd machte der Jungwolf einen Schwenker und stemmte die Vorderläufe in den Schnee um seinen Spurt auszubremsen. Schnee trieb ihm ins Gesicht und vermutlich auch Nùkûn und Aiyán, doch zumindest hatte er keinen der beiden Wölfe umgerannt. Hechelnd drehte sich Teyrm zu ihnen um.

“Hey.“

Keine besonders vielsagende Begrüßung. Auch wusste er, dass seine Beziehung mit Aiyán nicht unbedingt die günstigste war, aber das war ihm in diesem Moment egal. Toboe hatte es schließlich auch hinbekommen, mit seinem schwarzen Bruder irgendwie wieder grün zu werden, vielleicht war es da auch für Teyrm an der Zeit, alte Kriegsbeile zu begraben. Nur vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, doch daran dachte der Aschfarbene nicht im Geringsten.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
28.02.2015 10:18
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
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09.07.2006

Klar hatte er gesehen, dass ein paar Wölfe in der Nähe des Bächleins standen und lagen, aber er hieß ja nicht Toboe oder Madame Freundlich-zu-allen Leikuna. Rücksicht und Höflichkeit war was für die, nicht für ihn. Außerdem hatten so schon die besten Unterhaltungen begonnen, ihm unsympathische Wölfe waren von seiner groben Art eher beleidigt und gingen weg. Oder beschwerten sich und das war ihm erst recht egal. Und tatsächlich, als er gebremst hatte und das Plätschern des Wassers seine normale Lautstärke wiederfand, hörte er so etwas wie eine Beschwerde neben sich. Der Geruch hatte ihm da längst verraten, dass es Nùkûn war. Auch wenn es nicht so klang, als wäre sie wirklich pikiert, zuckten seine Ohren und er wandte sich ihr zu, weil auch der letzte Wassertropfen seinen Weg zurück in den Bach gefunden hatte. Nichts mehr, wonach man schnappen konnte. Er musterte den bunten Zwerg mit den verschiedenfarbigen Augen eingehend.

„Pech gehabt“, gab er in einer Manier zurück, die eher an seinen Bruder erinnerte. Nùkûn war komisch, sie erinnerte ihn an einen Jungwolf, obwohl sie definitiv keiner war. Außerdem klebte sie die ganze Zeit an ihrem Rudelgespenst, mit dem sie hier angekommen war. Das reichte eigentlich schon aus, um sich ins Abseits zu katapultieren. Für ihn blieb sie irgendwie nicht greifbar, auch wenn sie jetzt lächelte. Seine Lefzen zuckten und seine Rute pendelte leicht hin und her.

„Trocknet wieder …“

Und genau in dem Moment sah er aus dem Augenwinkel Teyrm auf sie zupreschen. Er stockte und beendete nicht, was er sagen wollte, wandte nur den Kopf herum und starrte den Grauen an. Ungewollt hob sich seine Rute und obwohl sein Impuls war, zur Seite zu springen, blieb er wo er war. Und tatsächlich bremste Teyrm in letzter Sekunde ab und rauschte an ihnen vorbei. Aber nicht ohne sie mit ordentlich Schnee zu pudern, der in seinem und Nùkûns nassen Fell sofort kleben blieb und sie wie Schneewölfe aussehen ließ. Aiyán blinzelte und schnaubte, dann drehte er sich langsam um … und schnappte aus der Kalten blitzartig nach Teyrms Rute, verfehlte sie aber knapp. Egal, dass Teyrm und er sich eigentlich nicht sonderlich mochten und Nùkûn ein komischer kleiner Wolf und Gespensterbegleiter war. Ein bisschen Toben hatte noch niemandem geschadet.


28.02.2015 23:35
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Dastan

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Ein stets wachsamer Blick glitt über die wunderschöne, weiße Landschaft dieses so unheimlich großen Tals. Es war kühl, doch schließlich war es noch Winter. Sie waren einige Zeit schweigend gelaufen, jeder versunken in seine eigenen Gedanken, die Pfoten trittsicher aufsetzend, die Ruten pendelnd. Sie waren wie drei Schatten, die sich aus dem Wald erhoben und auf die Ebene zusteuerten, lautlos und unaufhaltsam. Dastan kam mittlerweile ganz gut mit dem weißen Rüden, Nathanael, klar - suchte in letzter Zeit jedoch mehr die Nähe seiner grauen Weggefährtin. Zudem verspürte er des Öfteren den Drang, einfach abrupt loszurennen und nicht mehr stehen zu bleiben. Doch irgendwie ahnte er, warum - schließlich war dies nicht sein erster, anstehender Frühling. Während er eine Pfote vor die Andere setzte, blickte der Orangeäugige kurz zurück. In der Ferne sah er noch wage die Bergwiesen und den Bergpass, den sie vor geraumer Zeit durchquert hatten. Letztendlich trieb es die Drei in ein Tal, welches Tyára irgendwie bekannt vorkam, weshalb sich Dastan für sie ankündigte. Er weilte damals nicht lange bei dem grausamen Rudel, jedoch sprach es sich schnell rum, was damals mit der Grauen passierte. Ein schrecklicher Gedanke, der ein ebenso schreckliches Gefühl mit sich brachte, welches Dastan sich gleich abzuschütteln versuchte. So witterte er, und es drangen viele verschiedene Wolfsfährten in seine Nüstern - es musste ein größeres Rudel gewesen sein - und so setzte er sich wieder in Bewegung, noch immer schweigend, denn er wusste nicht, was er erzählen sollte und ob er etwas erzählen sollte.

Es würde nicht mehr lange dauern, da würden sie das sesshafte Rudel erreichen. Dastan fragte sich, ob Tyára finden würde, was sie seit geraumer Zeit hier herzog. Es machte ihn neugierig, behielt seine Fragen jedoch für sich und wartete ab, bis er Rudelwölfe zu Gesicht bekommen würde. So hoffte er auch inständig, dass die Wölfe in diesem Tal keine Tyrannen waren und die Drei ebenso nach ihrem langen Weg, den sie auf sich genommen haben, nicht verjagen würden. So schielte der große Rüde kurz zu der Grauen, eher er sich neben ihr einreihte.

02.03.2015 18:34
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013

Akira hasste den Frühling. Einerseits vertrieb er den Winter, der trotz Kälte und Schwierigkeiten bei der Jagd ihre lieblingsjahreszeit war, denn er war farblos, kalt und irgendwie tot, was irgendwie zu ihrer Seele zu passen schien. Andererseits kam mit dem Beginn des Frühlings die Ranzzeit, die Akiras ihrer Ansicht nach eigentlich kaum noch vorhandenen Gefühle durcheinander brachte, was sie sehr beunruhigte. Und manchmal brachte sie der Frühling bisweilen auf gefährliche Ideen, die sie nur schwer unter Kontrolle halten konnte. Einmal hatte sie dem Drang nachgegeben; das durfte nie wieder passieren.

Dazu kam, dass sie ihre Freundin Mhairi vermisste, die das Rudel verlassen hatte, und vor allem ihre Adoptivtochter, die kleine Chi. Akira hatte sie davon überzeugen wollen, zumindest bis zum Sommer im Rudel zu bleiben, doch ihr Wunsch, mehr von der Welt zu sehen, war stärker. Wo die beiden jetzt wohl sein mochten? Akira machte sich große Sorgen, auch wenn sie Chi bei Mhairi in besten Pfoten wusste. Die Kleine war zwar vom Alter her eigentlich reif für solch eine Reise, aber sie war immer noch körperlich und auch geistig deutlich hinter dem Stand eines normalen Jugwolfs ihres Alters zurück und wirkte auf Akira noch immer wie ein kleiner, hilfloser Welpe. Wie sollte sie eine solche Wanderung überstehen?
Akira grübelte ob es nicht doch besser gewesen wäre, die beiden zu begleiten. Doch der Traum, in dem ihre Mutter sie angewiesen hatte, im Tal zu bleiben, hatte eine deutliche Sprache gesprochen. Schließlich gab es da noch ihre mysteriöse Aufgabe, die sie angeblich ohne es zu merken schon begonnen hatte, zu erfüllen.
Aber war es richtig, diesen Träumen zu folgen? Was, wenn gar nciht ihre tote Mutter zu ihr sprach, sondern es nur eine Art Wahnsinn war, der sie befallen hatte, ohne dass sie es gemerkt hätte? Nein, das konnte nicht sein, dann wäre ihr ganzes Leben falsch gewesen, nur eine Reihe von Handlungen einer Fähe, die durch den Tod ihrer Mutter den Verstand verloren hatte. Und außerdem war Mahiri als Mutter vermutlich sogar noch besser, als Akira mit ihrer seltsamen Art es je hätte sein können.

Um sich abzulenken war sie auf die Jagd gegangen und hatte einige Kaninchen erbeutet; nun war sie zwar satt, aber die Gedanken waren geblieben.

Sie schaute sich im Rudel um, um auf andere Gedanken zu kommen, und ihr Blick fiel auf Sirion und Jeanne. Offensichtlich war zwischen den beiden mehr als nur Freundschaft. Im Frühjahr war auch wieder Zeit für Welpen. Sie hoffte, dass es dieses Jahr welche geben würde, sei es nun von diesem Paar oder einem anderen. Sie würde den Eltern dann ihre Unterstützung anbieten. Sie liebte Welpen. Plötzlich kam ihr der Gedanken, wie schön es wäre, selbst welche zu haben. Aber sie verdrängte ihn wieder. Das würde nie passieren. Das durfte nie passieren.

Während sie so in trübe Gedanken versunken durch den Schnee lief ohne so recht darauf zu achten, wo sie hintrat, stolperte sie plötzlich über etwas Pelziges, das irgendwie nach Celethya roch. Als sie sich schnell wieder aufgerappelt hatte, stellte sie erschreckt fest, dass das hauptsächlich daran lag, dass es sich tatsächlich um Celethya handelte. Wie peinlich!

"Oh, Entschuldigung! Das war keine Absicht! Ich habe dir doch nicht weh getan? Hast du geschlafen? Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt!"

Hoffentlich würde die vor ihr im Schnee liegende Fähe diese grobe Unvorsichtigkeit nicht übel nehmen. Obwohl, andererseits war Akira selbst der Ansicht, dass sie es verdient hatte, kräftig gebissen zu werden. Wie konnte sie nur so dämlich sein, vor lauter Grübeln nicht aufzupassen, wo sie hin lief? Daran war sicherlich wieder der schreckliche Frühling schuld. Sie nahm sich vor, sich nicht zu wehren, wenn Celethya verdientermaßen ihre Wut an ihr auslassen würde. Jedenfalls nicht mehr, als unbedingt nötig.

Sicherheitshalber zog sie ihre Rute ein und nahm eine leicht unterwürfige Haltung an, wie sie sie sonst nur den Alphas, Jeanne und seit dem Rangordnungskampf auch Yacáru zukommen ließ.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
03.03.2015 00:44
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INSIDE OF ME
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All we need is to believe
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04.12.2011

Rudel die sich neu ordneten. Ranz...was zum Teufel war das? Skeptisch und deutlich verwirrt neigte er den Kopf und betrachtete Andraki von der Seite, die wohl auch etwas verwirrt schien. Ob sie die Lebensweise des Stammes wohl nachvollziehen konnte? Naja wahrscheinlich ging es ihr da so wie ihm, wenn er die Lebensweise DIESES Rudels hier verstehen wollte. Es war wohl ein andauernder Lernprozess. Er zuckte mit den Ohren als sie ihm zu erklären versuchte, wie das mit dem neu ordnen funktionierte, aber es erschloss sich ihm nicht wirklich.

"Wie kann ein Rudel funktionieren wenn es sich immer wieder neu ordnen muss?"

fragte er und scharrte mit den Pfoten, spürte kurz einen Blick auf sich und drehte den Kopf. Nùkûn. Allerdings schien sie schon Beschäftigung gefunden zu haben und so konnte er sich wieder ganz mit Andraki unterhalten. Er ließ sich ihre Worte durch den Kopf gehen, dachte darüber nach. Das ergab einfach keinen Sinn.

"Aber wenn jeder von Geburt an, seine Aufgabe und seinen Rang hat, dann muss man nicht kämpfen. Das Rudel lernt Harmonie und Stärke durch Zusammenhalt und Gleichsein.!"

und doch stand er als Krieger hier vor ihr, hatte geschworen ihr bis zu seinem letzten Atemzug zu dienen. Weil es immer so war. Weil die Krieger seines Stammes darin ihre Daseinsberechtigung fanden und weil sie dazu erzogen und ausgebildet wurden.

"Nein. Die Stammeskrieger bleiben nur selten beim Stamm, nur wenn der Ka'al es vorhersagt. Alle anderen verlassen den Stamm wenn die Ausbildung beendet ist. Um der Welt zu dienen. Um Harmonie und Gleichsein, um...mhh um ja die Lebensweise des Stammes an andere weiterzugeben..."

versuchte er ihr zu erklären. Kurz warf er wieder einen Blick auf Nùkûn und die zwei dunklen Rüden. Diese schienen älter zu sein als er damals gewesen war als er den Stamm verlassen hatte. Wenn auch nicht viel.

HOME IS WHERE THE HEART IS
04.03.2015 16:33
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_ SPHINX _
Carved in Stone I want to be
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10.01.2009

Kaeis Fragen waren für sie nicht leicht zu beantworten. Wenn sie ehrlich war, hatte sie nie viel darüber nachgedacht, WARUM es so funktionierte - es funktionierte eben. Es war nicht immer einfach, das wusste sie selbst nur zu gut, aber sie wusste auch nicht zu sagen, wie man es besser machen könnte. Die Vorstellung eines Rudels, in dem jeder immer an seinem Platz blieb, klang jedoch für sie nur im ersten Moment harmonisch. Je länger sie darüber nachdachte, desto weniger sagte ihr diese Idee jedoch zu.

"Wie kann ein Rudel funktionieren, in dem jeder seinen Platz zugewiesen bekommt, bevor überhaupt ersichtlich ist, für welche Aufgaben er sich eignet?",

gab sie als Gegenfrage schließlich zurück.

"Verstehe ich das richtig, dass ein einzelner Wolf - der Ka'al? - für jeden Welpen bestimmt, welche Rolle er im Rudel einmal übernehmen soll? Wie kann er das entscheiden, wenn er das Wesen der Welpen nicht kennt? Wenn er nicht weiß, welcher Welpe einmal charakterstark genug sein wird, um einen hohen Rang ausfüllen zu können, und welcher Welpe einmal die Weitsicht und Intuition haben wird, um Jagdführer zu sein?"

Sie gab sich Mühe, ihre Worte neutral und nicht als Vorwurf vorzubringen, aber so ganz konnte sie die Skepsis aus ihrer Stimme nicht vertreiben.

"Nach meiner Erfahrung resultieren Zusammenhalt und Stärke eines Rudels nicht durch Vorherbestimmung oder gar Gleichsein. Wir sind nicht alle gleich, Kaei - jeder hat seine persönlichen Stärken und Schwächen, und jeder verändert sich mit der Zeit durch die Erfahrungen, die er macht. Stärke und Zusammenhalt erlangt ein Rudel durch Respekt und Vertrauen untereinander. Respekt davor, dass ein anderes Rudelmitglied etwas besser kann als man selbst oder schlicht mehr Selbstvertrauen besitzt. Und Vertrauen darin, dass jeder seine Fähigkeiten zum Wohle des Rudels einsetzt und nicht nur für sich selbst. Ein Wolf, der einen hohen Rang nur aus Selbstgefallen anstrebt, wird niemals genug Achtung im Rudel erlangen um diesen Platz auch einnehmen zu können. Die wenigsten Auseinandersetzungen um Ränge werden durch Kämpfe entschieden, denn es geht nicht einfach um körperliche Stärke..."

Sie hätte noch viel mehr dazu sagen können, aber vermutlich waren ihre Ausführungen schon einen Schritt zu weit und nach Kaeis Verständnis vielleicht auch etwas zu sehr durcheinander. Es war nur eben nicht einfach möglich, nur einen Aspekt zu betrachten ohne die anderen, denn letztendlich gab es viele Einflussfaktoren, die sich auf die Rangordnung auswirkten. Andraki stockte innerlich kurz, als ein Erinnerungsfetzen an ihrem geistigen Auge vorbei zog und ob der aktuellen Gespräches in ein neues Licht getaucht wurde.

"Hmm... ich denke, ich begreife jetzt, weshalb es dir neulich so schwer fiel dich Akando unterzuordnen. Du musstest soetwas in deinem Rudel nie tun, weil nie jemand auf die Idee käme, seinen zugewiesenen Platz zu verlassen - und weißt hier nun gar nicht, was wir von dir erwarten, nicht wahr?"

Das würde natürlich so einiges erklären, aber leichter würde es dadurch für Kaei eher nicht werden. Er würde schnell lernen müssen, um im Rudel zu bestehen - aber wenn ihre Vermutung stimmte, und davon war fast auszugehen, dann konnte wenigstens endlich begonnen werden dieses Problem zu beheben. Seltsam war in diesem Zusammenhang nur, dass der Weiße ihr eben mit seiner ritualisierten Unterwerfung bewiesen hatte, dass er zumindest grundlegende Kenntnisse darin hatte, wie man sich unterordnete...

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Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
05.03.2015 11:36
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Caylani

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Die traurige Stimmung im Rudel schien sich nach und nach zu geben, was auch der Jungwölfin sichtlich gut tat. Sie hatte nicht den selben Verlust zu beklagen und dennoch lag die Schwermut auch auf ihrem Gemüt. Erleichtert, dass es langsam wieder bergauf zu gehen schien, hatte sich Caylani darum bemüht, neue Kontakte zu knüpfen. Es war ihr am Anfang noch schwer gefallen, doch mit der allgemein besseren Stimmung fiel es ihr zunehmend leichter. Es schien, als würde nach der Trauer nun eine Zeit des Raufens und Spielens angebrochen, die ihre jugendliche Seele heraus lockte. Seit sie hergekommen war, hatte sie dazu kaum die Gelegenheit gehabt und das gesteigerte Bedürfnis an Bewegung bei den anderen war für sie ein Grund mehr, aus der Reserve zu kommen. Die Gelegenheit schien ideal.
Die Jungwölfin senkte den schlanken Kopf nach unten zu ihren Pfoten, wo sie einen Eiszapfen abgelegt hatte. Das Eis hatte sie versehentlich von einem der Bäume abgerssen, als sie sich neugierig gegen die Äste gelehnt hatte. Sie hatte gedacht, dort im Geäst ein Tier gesehen zu haben, doch als sie ihre Nase in die Richtung gereckt hatte, war dort nichts mehr gewesen. Vielleicht hatte sie sich auch getäuscht. Der harbfallende Zapfen war sowieso eine bessere Ablenkung gewesen. Sie hatte das Stück im Maul herum getragen, knackend an dessen einem Ende herum gekaut oder einfach daran geleckt. Es fühlte sich seltsam an, wenn ihre Zunge darüber schabte und auch der Geschmack war ein anderer als der von Schnee oder Quellwasser.
Doch alleine hielt das Interesse auch nicht zu lange an und überhaupt war der Wölfin nach Gesellschaft. Mit ihren Zähnen hob sie den Eiszapfen wieder auf und trabte so – den Kopf leicht schief gelegt – durch den weichen Pulverschnee, der unter ihren Pfoten leicht knirschende Geräusche von sich gab.
Inzwischen ohne zu zögern hielt die Welpin auf jene weiße Fähe zu, die aus dem Stein gekommen war. Noch immer fiel es der jungen Fähe schwer, sich dieses Szenario vorzustellen und trotzdem konnte sie kaum ihr Interesse und irgendwie auch Sympathie für Leikuna verbergen. Bei der Älteren angekommen wedelte Caylani einladend mit der Rute und ein aufforderndes Winseln erklang aus ihrer Kehle. Wussten Steinwölfe denn überhaupt, wie man mit Eis spielte? Sie würde es herausfinden.

05.03.2015 14:33
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