Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Winter 1925/26 » Tränendämmerung
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I'm not here
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Der Abend des 9. Januars dämmert in tiefroten Farben und die ferne Wintersonne ist bereits hinter die Bergkette gesunken. Kaum mehr als nur 3 Tage sind vergangen und doch scheint die Zeit zäher dahin zu fließen, als jemals zuvor. Noch in der Nacht jenen Tages, als sich Kiba Telay und Yago für das Rudel opferten, war ein merkwürdiges Schauspiel am Himmel zu sehen gewesen. Mit den ersten Sternen hatte sich ein helles Licht über das Nachtgewölbe gezogen, langsam tanzend und wabernd. Polarlichter waren in Diëmnar zwar immer schon selten gewesen und zeigten sich nur hier und da in manch einem Winter, aber sie waren nichts einzigartiges. Was dieses wandernde Nordlicht besonders machte, war seine Farblosigkeit. Es war nicht grün, nicht türkis oder rötlich, sondern weiß und erinnerte entfernt an den Strahl aus der Bergspitze. Zunächst schien es nicht verschwinden zu wollen und war auch während der nächsten Sonnenstunden noch zu erahnen, in der kommenden Nacht wieder hell, am folgenden Tag ein leichtes Schimmern. Jeder Tag war völlig wolkenklar und hatte die Intensität des Polarlichts stufenweise verringert. Heute war es nicht mehr zu sehen gewesen und wird in der Nacht nur noch schwach leuchten.

Auch das Licht Leikunas ist wieder zum Leben erwacht, obgleich sein Schein vom Strahl der Tragödie nahezu ausgelöscht wurde. Viele Rudelmitglieder verschlossen lieber die Augen vor diesem eindeutigen Zeichen, dass Kibas und Yagos Opfer nicht umsonst sein und das Tal von nun an auf dem Weg der Heilung sein würde. Das Ereignis hatte ein paar von ihnen so sehr verstört, dass sie es vorgezogen hatten, Diëmnar zu verlassen. Sirius Neyteri verschwand als Erste, gefolgt von Seroka und Yjakúma. Auch Asran und Ly verließen das Rudel, da ihnen der Gedanke nicht gefiel, sich einer anderen Rudelleitung unterzuordnen.
Dafür hatten sich die braunen Zwillinge entschieden zu bleiben. Tearl, der hünenhafte und Kiba so schmerzlich ähnlich sehende Requist hatte vorerst darum gebeten, alleine seine alte Heimat abzuwandern, um sich seiner selbst klar zu werden und eine Entscheidung zu treffen und erst jetzt steuert er wieder auf das Rudel zu. Aiyán und Saiyán sind hingegen vor einem Tag wieder zurückgekommen.

Die drei Tage sind still, fast stumm vergangen und die Wölfe, die trauerten hatten sich entweder zerstreut, oder waren trostsuchend zusammen gerückt. In großer Runde hat man bisher noch nicht besprochen, wie die Zukunft des Rudels nun aussehen soll, wer es führen, wer die neuen Alphas und wer das Rudel unterstützen wird. Die meisten hatten es wohl als unangebracht angesehen. Allerdings hat es auch noch niemand für nötig gehalten, ein offenes Wort gegen Akando und Andraki zu erheben, die das Verschwinden von Kiba und Yago automatisch zu den Ranghöchsten des Rudels gemacht hat.


Tag | 9. Januar # Frühabend
Wetter | wolkenklarer, tiefroter Abendhimmel # leichter Wind # -4 °C


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

31.07.2014 20:29
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23.05.2006

I wake up, it's a bad dream
No one on my side
I was fighting
But I just feel too tired
To be fighting
Guess I'm not the fighting kind


Immer wieder waren es Träume gewesen, die den grauen Rüden aus seinem Schlaf gerissen hatten. Mal waren sie gut gewesen – leider jedoch nicht immer. Oft genug war er mit panisch schlagendem Herzen aufgewacht, nur um fest zu stellen, dass kein Traum so schmerzhaft sein konnte, wie die Realität, die ihn in diesen Momenten erwartete. Auch nach drei Tagen war Kiba nicht zurück, und die Hoffnung, dass sie bald wieder bei ihnen sein würde, rückte weiter in die Ferne. Auch wenn Toboe diese Hoffnung nie ganz fallen lassen würde. Er würde warten – und irgendwann würden sie zurück kommen.
Das weiße Licht am Himmel hatte der junge Rüde jeden Abend beobachtet, hatte versucht, daraus zu lesen, irgendeinen Hinweis zu finden. Aber es schien vergebens, und schon an diesem Abend war es beinah verblasst, kaum noch zu erkennen. Aber auch daraus versuchte Toboe etwas zu lesen, irgendetwas, was das Rudel aufmuntern konnte, ihnen über die Trauer hinweg half. Einige Wölfe waren nach diesem Abschied verschwunden, und wie schon damals als Akara die Leitung übernommen hatte, kochte eine leise Angst in dem Rüden hoch. Kiba war nicht mehr da, die, die sie alle immer zusammen gehalten hatte. Dieses Glied fehlte nun – was würde also aus dem Rudel werden? Er hatte keine Kritik an der neuen Führung von Akando und Andraki gehört, er selbst hielt sie beide für die beste Wahl. Aber wie sahen das die anderen wirklich? Toboe sorgte sich, dass noch mehr Wölfe verschwinden würden, dass ihre Familie zerbrach. Für einige Zeit hatte er sogar geglaubt, dass seine Brüder den anderen gefolgt waren, dass sie das Tal verlassen hatten. Noch einmal. Aber sie waren zurück gekehrt, und auch wenn es kein Geheimnis war, dass Saiyan und er wohl keine besten Freunde werden würde, so hatte sein Herz bei ihrer Rückkehr doch vor Freude einige Takte schneller geschlagen. Es war ein gutes Gefühl gewesen, wo er geglaubt hatte, nicht all zu schnell dieses Gefühl zu verspüren. Und dann ging es von seinen Brüdern aus. Ein leises Seufzen verließ seien Fang mit diesem Gedanken.
Seine Welt stand auf dem Kopf, war vollkommen aus den Rudern gerissen. Und er versuchte irgendwie taumelnd Halt zu finden. Und doch, trotz allem, gab er sich nicht der Trauer hin. Jeden Abend, wenn die Sonne langsam in Richtung Horizont sank, ließ er sich am Rande des Rudels nieder, hob den Fang um Himmel und heulte in der Hoffnung, Yago und seine Mutter würden ihn hören. Irgendwie. Toboe freute sich über jeden Wolf, der sich zu ihm gesellte, freute sich über jede Ablenkung. So auch in diesen Momenten, in denen er seiner Trauer Platz machte. Er war immer beim Rudel geblieben, hatte sich nur für kleine Spaziergänge von ihnen entfernt – meist jedoch in Begleitung. Auch an diesem Tag hatten ihn seine Pfoten kurz zum Grenzfluss getragen, schneller als gewohnt war er jedoch zurück gekommen, um zu sehen, wie die Lichter am Himmel an diesem Abend aussahen. Dass ihr Licht verblasste machte ihn nicht glücklicher, aber er freute sich über das kleinen Flackern, so lang er es noch sehen konnte. Es half ihm ein wenig dabei, sich seiner Gedanken klarer zu werde, abzuschalten, wo es keinerlei Ruhe zu geben schien.
Neben dem Gedanken an seine Mutter und den schwarzen Rüden gab es noch so viel anderes, worüber sich der Graue den Kopf zerbrach. Andraki und Akando würden wohl die neue Leitung des Rudels übernehmen... aber was war mit den anderen Rängen? Es verursachte ein flaues Gefühl in seiner Magengegend, dass sein Kopf sich beinah von allein einen neuen Gedanken gefasst hatte. Er wollte das Rudel zusammen halten, für jeden von ihnen da sein und Verantwortung übernehmen. Und mit diesem Gedanken kam er kaum umhin, sich selbst in diesem Moment mit seinem Jungwolfdasein zu vergleichen. Ein Unterschied, von dem er selbst nie geglaubt hätte, dass er diesen Weg gehen würde. War er also geeignet dafür, solch einen Rang zu bestreiten? Eine Frage, die er sich selbst schwer beantworten konnte, und die, dessen Meinung ihn dazu am meisten interessiert hatte, war unerreichbar, womit er Zurück im Hier und Jetzt war, wo ihm dieser Gedanke wider ins Herz schnitt. Es gab nur wenig Wölfe, denen er diese Gedanken anvertrauen würde. So suchten die blauen Augen einen von ihnen, der schnell gefunden war. Aber noch bevor er sich in Bewegung setzte, hob er den Fang zu einem Heulen, schloß dabei die Augen und sandte seinen Gruß in die Richtung der blassen Lichter. Diesen Abend dauerte es jedoch nicht lang, bis es wieder still um den Rüden würde. Er hielt noch kurz inne, ehe er sich in Bewegung setzte, zielgenau auf seinen grauen Freund zu. Akando... er würde seine ehrliche Meinung sagen, egal zu welchem Thema. Auf den Rüden war Verlass, das wußte Toboe. Und so kam er bei ihm zum stehen, ein schräges, müdes Lächeln auf den Lefzen und nicht sicher, wie er nun beginnen sollte. Und war es überhaupt richtig, jetzt, in dieser Trauerphase, in der er selbst sich noch befand, genau wie das Rudel, dieses Thema übrhaupt anzusprechen? Akando würde es wohl nicht schwer fallen, die Verzweiflung in den blauen Augen des Rüden zu erkennen.

31.07.2014 21:32
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Obwohl der Graue mit Zeichen und Vorahnungen normalerweise recht wenig am Hut hatte, wurde selbst er das Gefühl nicht los, dass es mit diesem Licht am Himmel etwas Besonderes auf sich hatte. Es war anders und erinnerte ihn in seiner Farblosigkeit an den dunklen Kristall, in dem der Lichtwolf als blasses Flackern hauste. Beinahe war es so, als hinge der Geist Kibas und Yagos noch immer über dem Tal, nur um mit jedem Tag mehr zu verblassen, bis es sie schließlich allein zurückließ. Ein schwacher Nachhall einer vergangenen Zeit. Ein Mal hatte er gemeinsam mit Toboe das Licht angeheult. Nicht weil er glaubte, dass seine verlorenen Alphas ihn hören konnten, sondern einzig und allein aus Solidarität seinem Freund gegenüber. Noch immer fand er keine Worte für das, was geschehen war. Er konnte einfach nur da sein und gemeinsam mit Andraki dafür sorgen, dass es irgendwie weiterging.
Seine Ohren zuckten, als Toboe auch heute sein trauriges Lied anstimmte. Er konnte nur ahnen, dass das blasser werdende Licht seinem Freund insgeheim zu schaffen machte. Es hatte etwas von einem neuerlichen Abschied – einem letzten, endgültigen. Ihre Blicke begegneten sich, als der Silbergraue sich plötzlich umdrehte und geradewegs auf ihn zukam.

“Spuck’s schon aus“, ermunterte er ihn leise, als sein Freund schließlich schweigend vor ihm stehenblieb.

Jeder Idiot konnte erkennen, dass ihm etwas auf dem Herzen lag. Toboe wirkte unsicher wie ein Welpe, der zum ersten Mal die Welt außerhalb der Höhle erkundete und sie düsterer und kälter als erwartet vorfand. Er schluckte den Kloß herunter, der sich bei diesem jämmerlichen Anblick auch in seiner Kehle bilden wollte, und bemühte sich stattdessen um ein aufmunterndes Lächeln. Es gelang, wenn auch etwas schief.

03.08.2014 13:48
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23.05.2006

Auf dem Weg zu seinem grauen Freund wandte Toboe den Blick noch einmal nach oben, betrachtete die schwachen Lichter. Er wollte nicht darüber nachdenken, dass er sie vielleicht zum letzten Mal an diesem Abend sah. Aber mit jedem Abend, an dem ihr Licht weiter verblasst war, hatte ihn dieser Gedanke mehr beschlichen, ließ ihn verzweifeln. Und so warf sein Kopf sich auf unendliche Ideen, versuchte irgendwie Licht in die Welt zu bringen. Eine schwierige Aufgabe, wenn man in jedem Moment durch ein Rudel mit traurigen Gesichtern trat. Umso wohler war es ihm bei Akandos Anblick, dessen Lächeln zwar ein wenig schräg war, und dennoch genug Ehrlichkeit in sich trug, dass es auch die orangen Augen erreichte. Somit richtete der graue Rüde den Blick auf seinen Freund, während die Ohren in der kalten Winterluft hin und her gedreht wurden. Seine Worte ließen den Grauen trocken schlucken, ehe sich sein blauer Blick noch einmal zum dunkler werdenden Himmel wandte.

Sie verblassen.“

Er war nie ein Wolf gewesen, der viele Schwierigkeiten damit gehabt hatte, die richtigen Worte zu finden. Aber genau in diesem Moment versagte sein Denken, als hätte er bei Null anfangen müssen. Alles auf Anfang. Die Erwähnung der Lichter, viel mehr beiläufig als ernst darüber nachgedacht, verschaffte ihm nur einen Moment Zeit. Er erwähnte Nichts, was nicht jeder andere sehen konnte, aber ihm hatten diese Worte die ganze Zeit auf der Zunge gelesen. Und es passte ihm perfekt, sich vor einer Antwort seines Gegenübers zu drücken. Schwachsinn, das wußte er selbst. Aber wie sollte er ihm sagen, was ihm auf dem Herzen lag? Das war Nichts, was einfach so aus einem heraus sprudelte – zumindest nicht bei ihm. Und keine Entscheidung, die mit einem Mal getroffen war. Das blaue Augenpaar legte sich wieder auf Akando, noch immer unsicher, ob r den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Vielleicht war das auch einfach ein kindisches Hirngespinst? Davon hatte er in seinem Leben oft genug welche gehabt.

Ich hab' mir überlegt, wie ich euch unterstützen kann... Dich und Andraki.“

Der Anfang war geschafft – der unschwere Part. Er musste sich selbst vermutlich in die Pfote beißen, bevor er wirklich sagen konnte, was ihm durch den Kopf ging. Und eben diese Pfoten traten nervös auf der Stelle. Oh ja, mit solch einem Verhalten kam sein Anliegen ziemlich verlässlich an, das war sicher. Zuerst fiel sein Blick nach diesen Worten auf den Schnee vor seinen Pfoten, ehe er hilfesuchend zum Himmel blickte und sich dann doch wieder an Akando wandte. Ein schwieriger Moment, und einige Momente schwieg der Graue, bis er schließlich wie aus dem Nichts den dunklen Pelz schüttelte, die Pfoten zum Stillstand brachte und seinen Freund mit festem Blick ansah, den Kopf ein wenig angehoben. Er fühlte sich wie ein Welpe, und diese Zeit war lägst vorbei. Und er wußte nicht einmal, wieso er so nervös war, wieso ihm ein Stein auf der Zunge lag.

Ich... naja... Ich will etwas für das Rudel tun. Und... ich habe überlegt ob ich...“ Es waren nur Worte, und dennoch kam Nichts so über seine Lefzen, wie er es wollte. Der graue Rüde holte noch einmal tief Luft, wobei sein Körper sich automatisch anspannte. Er hatte in den letzten Tagen so viel darüber nachgedacht, hatte versucht sich selbst einzuschätzen, ohne Erfolg. Er hoffte also auf die Hilfe seines Freundes. Dennoch war seine Stimme kaum mehr als ein leises Flüstern.

Glaubst du, ich könnte... einen Rang... Ich... Also...“

Ein leises Brummen verließ seinen Fang, unzufrieden, verzweifelt. Aber vielleicht hatte Akando genug verstanden und konnte ihm das alles irgendwie erleichtern.

03.08.2014 14:25
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05.06.2013

Drei Tage waren sie nun schon fort. Die trübe Stimmung konnte durch nichts verbessert werden. Da konnten selbst die neuen Witzbolde nichts dran ändern. Und wenn sie es nicht schafften, dann waren Celethyas Chancen schon gleich null. Sie hatte keine aufmunternden Worte parat. Die letzten tröstenden Worte hatte sie an Toboe gerichtet, als sie auf dem Berg waren. Das war ihr erster und bisher letzter Versuch gewesen jemanden leichter ums Herz werden zu lassen. Sie war mit solchen Dingen nicht vertraut, war ein vollkommender Amateur was so eine Gefühlsduselei anging. Die Melierte seufzte schwer, stieß weiße Wölkchen aus ihrem Fang. Sie war zum Ufer des Tear Mirrow gelaufen, hatte sich auf den Bauch sinken lassen und den Kopf auf ihre Läufe gelegt. Die Rute deckte ihre Hinterläufe zu, während ihre vorderen Pfoten von sanften Wellen umspielt wurden. Es war ein ruhiger Abend. Zu ruhig für Celethya. Als sie hier angekommen war, war sie begeistert von der Lebendigkeit die hier geherrscht hatte. Nun schien diese Erinnerung in einen Raum eingesperrt zu sein, zu dem sie den Schlüssel nicht hatte. Irgendwer würde die Tür wieder aufschließen, nur wusste sie nicht wann es so weit sein würde.

Die goldorangenen Augen der Fähe waren auf die schimmernde Wasseroberfläche gerichtet. Ihr Blick jedoch schien durch das kühle Nass zugehen, verschwand irgendwo. Zum ersten Mal seit dem sie hier war, war sie so tief in Gedanken versunken, dass sie es sogar geschafft hatte ihre Umwelt komplett auszublenden. Sonst würden die schwarzumrahmten Ohren aufmerksam nachhinten zucken, um zu erahnen was gerade hinter ihrem Rücken so vor sich ging, doch in den letzten Tage hatte sie diese Vorsichtsmaßnahme immer mehr und mehr abgelegt, sodass sie heute vollkommen ungeschützt und angreifbar war.

03.08.2014 21:32
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25.06.2010

Also war es doch das geheimnisvolle, schwindende Licht, dass dermaßen auf Toboes Stimmung drückte. Ein wenig hilflos wanderten seine Augen über den roten Abendhimmel, bis sie schließlich an einem schwachen Schimmer hängenblieben. Kein Zweifel, bald schon würde es verblassen und die Welt ein bisschen dunkler zurücklassen. Er räusperte sich unbeholfen und setzte schon zu einer Erwiderung an – irgendeiner – doch die Worte wollten seinen Fang nicht verlassen. Tobs war zu ihm gekommen, weil er Trost brauchte, aber was hätte er ihm schon sagen sollen? Dass es nur ein Naturphänomen war, das nichts mit Kiba und Yago zu tun hatte? Ein Teil von ihm glaubte ja selbst nicht daran. Dass sie keinen Lichtschimmer am Himmel brauchten, um sich ihrer zu erinnern? Mit solchen schwülstigen Worthülsen war niemandem geholfen.

“Komm, wir …“

Er hatte ihm gerade einen Streifzug vorschlagen wollen, irgendetwas, um seinen Freund ein wenig abzulenken, da ergriff Tobs erneut das Wort. Überrascht hob er die Brauen, dann stahl sich erneut ein Lächeln auf seine Lefzen. Ein breiteres diesmal, das von Herzen kam. Er wollte ihm sagen, dass er gar nichts Besonderes zu tun brauchte, dass er einfach nur da sein musste. Dass jeder auf seine Weise half – in Toboes Fall war es schlicht seine Freundschaft und unverbrüchliche Loyalität. Stattdessen mustere er den Grauen lediglich neugierig und neigte abwartend ein Ohr zur Seite. Irgendetwas lag Tobs noch auf dem Herzen, das merkte man ganz deutlich. Dieses Gestammel. So nervös kannte man ihn normalerweise gar nicht. Als die Worte schließlich draußen waren, hätte er am liebsten laut aufgelacht vor Erleichterung und Überraschung gleichermaßen. Das war es also? Er konnte sich gerade noch rechtzeitig auf die Zunge beißen, um seinen Freund nicht zu kränken. Dass Tobs allmählich Ambitionen entwickelte, kam unerwartet, aber es gefiel ihm. Er hatte sich bislang ohnehin viel zu sehr auf der Nase herumtanzen lassen, vor allem von seinen Geschwistern. Dass er nun scheinbar in seine Pfotenstapfen treten wollte, machte ihn glatt ein bisschen stolz. Aber irgendetwas musste er dazu jetzt wohl sagen, denn Tobs wartete gespannt und gerade zu ängstlich auf eine Antwort. Nach kurzem Zögern entschied er sich zu schonungsloser Ehrlichkeit.


“Wenn ich es geschafft hab‘, lernst du es auch“, war sein Urteil. “Aber du brauchst mehr Selbstbewusstsein. Mehr Biss.“

So unsicher, wie er momentan wirkte, war er normalerweise nicht, das war auch Akando klar. Toboes Verhalten war gleichermaßen den letzten Tagen wie auch der Angst vor einer glatten Zurückweisung geschuldet. Es brauchte Mut, offen über seine Träume und Wünsche zu sprechen. Toboe hatte diesen Mut, aber er war auch sanft und friedfertig. Das waren Eigenschaften, die er an ihm schätzte, Wölfe wie Kaei würden sie dagegen eher als Schwäche auslegen. Genau für solche Kandidaten brauchte er mehr … nun ja, Biss eben. Gespannt musterte er seinen Freund, innerlich wohl fast genauso aufgeregt wie er. Würde er sich davon abschrecken lassen, oder hatte er im Gegenteil seinen Ehrgeiz angespornt?

03.08.2014 22:29
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23.05.2006

Akandos Erwiderung hatte Toboes Ohren licht nach hinten wandern lassen, aber er hatte weiter gesprochen, zumal sein Freund selbst gestockt hatte. Er plauderte also mehr schlecht als recht herum, konzentrierte sich zunehmend darauf, seine Pfoten auf dem Boden zu halten. Bei dem Lächeln seines Gegenübers schnappte er angestrengt nach Luft, während er genau jede Regung im Gesicht des Grauen beobachtete. Seine Kehle war ungewöhnlich trocken, aber vermutlich konnte kein Wasser der Welt ihm in diesem Moment helfen. Aber vorerst schwieg Akando, und auch als Toboe selbst geendet hatte, in diesem Moment unfähig den Blick des anderen Rüden zu deuten, herrschte einige Momente Stille. Der Fang des Grauen öffnete sich leicht, ohne dass ein Laut über seine Lefzen kam. Es waren nur wenige Herzschläge, in denen er Akando voller Erwartungen – und vermutlich auch leichter Panik – anblickte. Aber es kam ihm vor, als stünde er hier seit Tagen, auf irgendeine Regung wartend. Aber er blieb weiter still, auch als ihm ein Stein vom Herzen fiel, als Akando endlich reagierte.
Mehr Selbstbewusstsein, mehr Biss. Mehr von allem. Einen Moment war Toboe danach, hysterisch zu lachen. Eine Antwort, die er erwartet hatte, irgendwie. Aber seine Nerven lagen blank, waren zum zerreißen gespannt. Aber anstatt auf die Worte seines Freundes zu antworten holte der junge Rüde tief Luft, schloß einige Momente die Augen. Das hatte alles keinen Sinn in seinem Zustand, er musste sich beruhigen. Irgendwie. Ein Auge öffnend schielte er zum Himmel, ehe er auch das zweite aufschlug und letztendlich wieder Akando anblickte. Beruhigen, denken. Der Graue schnaufte, rang sich dann aber schließlich zu einem Nicken durch. Das schuldete er seinem Freund noch.

Jaa... Ja, das habe ich mir gedacht. Genau das habe ich erwartet.“

Es war ja nicht so, dass ihm dieser Gedanke mit einem Mal gekommen war. Er war in den letzten Tagen seine Zuflucht gewesen. Er atmete noch einmal durch, ließ den Blick dann kurz schweifen und richtete sich beinah verschwörerisch wieder auf den anderen Wolf.

Das ist der Plan.“

Der, den er sich zurecht gelegt hatte. Der Grund, wieso vermutlich Akando der beste Ansprechpartner dafür war. Dieser Plan musste nur umgesetzt werden, und der Graue war zuversichtlich, dass er genug an sich arbeiten konnte. Wenn Akando es geschafft hatte, konnte auch er das schaffen.

04.08.2014 13:23
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Akira hatte sich hingelegt und die Augen geschlossen, als ob sie schlafen oder dösen würde. Doch in Wirklichkeit dachte sie nach, wie so oft in den letzten Tagen.
Sie merkte, dass die meisten Wölfe des Rudels immer noch über den Verlust der beiden Alphas trauerten, doch sie selbst teilte die Trauer nicht. Sie hatte Kiba und Yago schließlich gekannt. Außerdem war sie bislang davon ausgegangen, dass sie nach dem frühen Tod ihrer Familie ohnehin nicht mehr in der Lage war, über irgendetwas anderes Trauer zu empfinden. Allerdings war sie sich nach dem gestrigen Gespräch mit dem neuen Alpha Akando nicht mehr ganz so sicher, ob sie wirklich so gefühllos war, wie sie selbst immer geglaubt hatte.
Da sie die übrigen Rudelmitglieder in dieser Trauer nicht stören wollte, hatte sie sich weiterhin eher am Rande des Rudels aufgehalten, wenn sie auch mittlerweile etwas mehr Kontakt zu den anderen Wölfen hatte, als in ihren ersten Tagen im Rudel.
Momentan überlegte sie, ob die beiden neuen Alphas sich auf ihren Posten behaupten würden. Von den übrigen Fähen des Rudels war ihrer Ansicht nach keine eine ernstzunehmende Konkurrenz für Andraki. Bei den Rüden käme allerdings neben Akando auch Kaei prinzipiell als Alpha infrage, was sie etwas beunruhigte. Sie war nach der unschönen Begrüßung noch immer schlecht auf den unheimlichen weißen Rüden zu sprechen, und fürchtete, er würde, sollte er jemals Alpha werden, seine schlechte Laune an ihr und womöglich auch an Chi auslassen.
Dann war da noch der erstaunlich riesiege Rüde namens Tearl, der Kiba so ähnlich sah und vermutlich auch mit ihr verwandt war. Sie hatte ihn nur kurz gesehen und seinen Namen aufgeschnappt, bevor er sich erst einmal wieder zurückgezogen hatte. Er käme vielleicht auch als möglicher Alpha in Frage, falls er sich entschließen sollte, zu bleiben. Auch wenn sie Akando vertraute, wäre das vielleicht gar nicht so schlecht, denn Tearl hätte sicher keine Probleme, Kaei bei Bedarf in die Schranken zu weisen. Bei Akando war sie sich da nicht ganz so sicher.
Aber egal ob er Alpha werden sollte oder nicht, Akira nahm sich vor, auf jeden Fall noch einmal mit Tearl zu reden. Sie wusste nicht, warum, aber irgendwie faszinierte sie der große Rüde. Vielleicht war es das ungewohnte Aussehen oder einfach nur die Größe. Wenn sie sich richtig erinnere, war der grausame Möder Cárân ungefähr genauso groß gewesen, und auch seine beiden Söhne hatten später etwa diese Größe erreicht. Sonst hatte sie aber noch keinen so großen Wolf gesehen.
Womöglich war es aber auch der Frühling, der langsam bevorstand und ihr Interesse an stattlichen Rüden weckte? Akira verwarf diesen Gedanken sofort wieder. Das letzte mal wäre es fast in einer Katastrophe geendet, als sie diesbezüglich ihrem Instinkt gefolgt war und sich mit einem Rüden eingelassen hatte. Ganz davon abgesehen, dass solch ein schöner starker Rüde ohnehin kein Interesse an einer kleinen, kaputten Fähe wie ihr zeigen würde.
Akira öffnete die Augen, stand auf und schüttelte sich, um diese Gedanken zu vertreiben. Dann blickte sie sich um.
Chi war nirgends zu sehen, aber Akira machte sich keine Sorgen. Die Kleine war alt genug, um alleine im Rudel umherzustreifen und die anderen Wölfe kennen zu lernen. Und mittlerweile sah Chi zumindest in Akiras Augen nicht mehr ganz so schwach aus, sodass sie nicht mehr befürchten musste, dass ihre Adoptivtochter einfach tot umfallen würde. Denn Akira hatte zwischenzeitlich beschlossen, Chi zu adoptieren, wie sie es damals mit den kleinen Nachtwölfen gemacht hatte.
Akira blickte zum Berg auf. Das seltsame weiße Leuchten, dass sich in den letzten Nächten über dem Gipfel gezeigt hatte, war wieder zu sehen, aber schon deutlich schwächer, als anfangs. Bald würde es ganz verschwunden sein. Akira fand das beruhigend, denn sie nahm an, dass dies ein Zeichen dafür war, dass langsam wieder Normalität einkehrte in diesem Tal, in dem sich so viele seltsame Dinge ereignet hatten.
Die kaputte Fähe seufzte leise, dann setzte sie sich langsam in Bewegung. Sie hatte kein bestimmtes Ziel, sondern wollte sich nur kurz im Rudel umschauen. Sie hatte nicht vor, sich den Trauernden aufzudrängen, aber falls einer von ihnen mit ihr reden wollte, würde sie nichts dagegen haben, auch wenn sie bezweifelte, dass sie die richtigen Worte finden würde.
Währenddessen blieb sie aufmerksam. Falls Chi nach ihr rufen sollte, würde sie sofort zur Stelle sein.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
06.08.2014 00:40
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Schwer zu sagen, was in diesem Moment in Toboes Kopf vorgehen mochte. Der Graue konnte nicht einschätzen, ob er seine Worte positiv aufnahm oder er eher enttäuscht war. Auch als er schließlich nickte und zugab, dass ihm diese Gedanken selbst schon gekommen waren, wurde er nicht unbedingt schlauer aus Tobs. Nachdenklich spielte er mit den Ohren und musterte ihn dabei unschlüssig, als warte er noch auf etwas Anderes. Er hatte auf mehr Entschlossenheit gehofft, mehr Elan. Ein Zeichen dafür, dass seine Worte auf fruchtbaren Boden gefallen waren und sein Freund die Herausforderung annahm. Erst als Toboe deutlich gefasster weitersprach, entspannte er sich wieder und nickte. Ein Plan war etwas anderes als ein Traum. Ein Plan war kein bloßes Wunschdenken, sondern etwas, auf das man kontinuierlich hinarbeitete. Vielleicht hatte Tobs das nötige Potential also doch, das würde sich bald zeigen. Er hoffte es.

“Du wirst langsam erwachsen“, stellte er mit breitem Grinsen fest. “Seit wann hast du diesen Plan?“

Er hatte bislang nicht einmal geahnt, dass Tobs Ambitionen entwickelt hatte. Hätte er als Freund nicht etwas bemerken müssen? Eine Veränderung, die in dem Grauen vorging? Er war sich nicht sicher, zumal in den letzten Tagen ohnehin Ausnahmezustand herrschte. Er deutete es als gutes Zeichen – nicht nur er hatte allmählich genug vom tatenlosen Herumsitzen und Trübsal blasen. Auch Tobs richtete seine Gedanken langsam wieder auf die Zukunft. Wenn Kiba hier wäre, wäre sie vermutlich stolz auf ihn.

06.08.2014 13:39
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Every Time she closed her Eyes
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27.07.2005

Es waren traurige Tage gewesen. Jeanne hatte oft an die Tage gedacht, in denen Akara Kiba besiegt hatte, ihren Rang eingenommen hatte. Es war der weißen Fähe ähnlich gegangen, auch wenn sie sich irgendwie damit arrangiert hatte. Sie wußte, es musste weiter gehen. So auch jetzt... und trotzdem war es anders. Kiba und Yago waren in diesem Kristall... so unerreichbar. Aber die Weiße war froh darum, dass es in diesem Moment wirklich so aussah, als ob Andraki und Akando die neuen Alphas sein würden, in ihren Augen gab es wenig würdige Nachfolger... auch wenn ihr Blick in dieser Hinsicht getrübt war, durch die Trauer, die wie ein Schleier über ihr lag. Mit einem Mal war alles anders... und auch die Lichter, die jeden Abend über ihren Köpfen getanzt hatten, konnten ihre Laune kaum heben.
Dennoch, in diesem Moment genoß sie ihren Anblick, beobachtete still das weiße Schimmern über ihr, während sie immer wieder den Blick zu dem Wolf an ihrer Seite wandte. In den letzten zwei Tagen hatte sie sich schwer getan, auf Jemanden zu zugehen. Immer wieder hatte sie es versucht, und hatte doch keine anderen Gedanken fassen können als die beiden Wölfe hinter dem blauen Kristall. Aber an diesem Tag hatte sie sich zu einem der Neuankömmlinge gewagt, der für sie nicht mehr ganz so neu war. Sie erinnerte sich an Ceal und Eeal, als sie damals zu ihnen gekommen waren. Die beiden braunen Welpen, die das Rudel auf Trab gehalten hatten. Sie waren so groß geworden, und trotzdem hatte sie noch immer das fröhliche Gemüt, welches sie damals ausgezeichnet hatte. Und was konnten sie besser in Zeiten wie diesen gebrauchen? Einfach Jemanden, der Kiba und Yago kannte – sie aber nicht in diesem Ausmaß erlebt hatte. Und Jeanne selbst hatte das Thema kurz angesprochen, hatte es aber nicht noch einmal vertieft. Sie alle sprachen genug darüber, und auch wenn die beiden Alphas jede Widmung, jeden Gedanken verdient hatten, so waren sie es doch, die weiter machen mussten. Irgendwie. Und es interessierte die Weiße Fähe, was die drei Rüden erlebt hatten. Wie sie aufgewachsen waren. Jedes Detail.

Ich hätte nicht geglaubt, euch noch einmal wiederzusehen. Und dazu noch so groß.“

Mit einem müden Lächeln legten sich die dunklen Augen auf den bunten Rüden, wog dabei leicht den Kopf zur Seite.

06.08.2014 19:58
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23.05.2006

Es funktioierte. Je mehr Toboe sich darum bemühte, sich zu beruhigen, desto besser gelang es. Immer wieder atmete er tief ein, und er war sich sicher, dass auch die ruhige Reaktion seines Freundes seinen Teil dazu beitrug. Es hatte sich wieder gezeigt, dass Akando in jedem Fall der richtige Gesprächspartner war – egal, was ihm auf dem Herzen lag. Sogar mit solch einer Idee, solch einem Plan. Der graue Rüde hätte ihm gesagt, wenn er seine Zweifel hatte, dessen war sich Toboe sicher. Umso beruhigender war es nun, dass eben keine solche Kritik kam, keine Zweifel an seinem Plan. Bei den Worten seines Gegenübers zog sich ein schwaches Lächeln auf die dunklen Lefzen, beinah ein wenig eingeschüchtert. Er erinnerte sich an die Zeit seines Lebens, als er Nichts mehr gewollt hatte, als erwachsen zu sein, gleichgestellt mit den anderen erwachsenen Wölfen. Und nun stand er hier, hatte einen Plan für seine Zukunft. Und es fühlte sich so... irreal an. Seine Rute schwang jedoch dankbar durch die Luft, hielt erst wieder inne, als Akando weiter sprach, eine Frage an ihn wandte. Seit wann... Nachdenklich richteten sich die blauen Augen auf den Schnee vor sich, ehe er das Augenpaar wieder fest auf seinen Freund richtete.

Schon länger... aber irgendwie... ich weiß nicht.“

Da war es wieder, die Unsicherheit. Er wollte es ablegen, aber für diesen Moment schien es unmöglich. Der Graue biß fest die Fänge aufeinander, setzte alles daran, Sicherheit in seine Stimme zu legen. Das war doch nicht so schwierig.

Ich wußte nie, ob es das Richtige ist, ob das wirklich MEIN Weg sein soll. Ich habe viel darüber nachgedacht, besonders in den letzten Tagen. Aber jetzt... jetzt bin ich mir sicher.“ Mehr und mehr kehrte seine Stimme zum gewohnten Ton zurück, das Zittern war kaum noch heraus zu hören. Er brauchte keine Angst haben, und Akando wußte um seine Unsicherheit und Zweifel. „Kannst du mir helfen?“

Nicht dabei, ein Rangwolf zu werden... viel mehr bei dem, was der Graue kritisiert hatte. Dass er mehr Biss brauchte. Vielleicht wußte auch Akando keine Hilfe und er musste das allein bestehen. Aber ein Versuch war es wert, wenn es auch nur ein kleiner Strohhalm war, nach dem er greifen konnte.

06.08.2014 20:15
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Mhairi

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Traurig lauschte Mhairi Toboes all abendliches Geheul. Drei Tage war es her, dass das Rudel die beiden Alphawölfe verloren hatte und seitdem leuchteten die Lichter am Himmel. Doch mit jeder Nacht wurden sie schwächer, das konnte auch der mal einstimmige, mal mehrstimmige Gesang nicht verhindern, den Toboe anstimmte. Mhairi hatte sich dem grauen Jungwolf nicht angeschlossen. Weder heute noch an einen der vorherigen Abende. Sie würde sich vorkommen wie eine Heuchlerin. Denn obwohl Toboe einmal zu Ashlynn und ihr gekommen war, war es wirklich allzu weit hergeholt zu behaupten, die beiden würden sich sonderlich gut kennen. Und genau das selbe hatte auch für Kiba und Yago zugetroffen. Mhairi traf der Verlust der beiden nicht so schwer und ihre trüben Gedanken der letzten Tage beschäftigten sich hauptsächlich mit Ashlynn und der Zukunft des Rudels.
Sie hatte bereits bei ihrer Ankunft mit den Betas zu tun gehabt, doch das alles hatte unter keinen besonders guten Stern gestanden und Mhairi war sich unsicher, wie es das ganze ausgehen würde, sollten die beiden Alphas werden. Nicht, dass die Silberbraune irgendwelche objektiven Einwände dagegen hatte... aber würde es Dauer gut gehen? Und wenn nicht, was würde dann aus ihrer Tochter? Ash hatte gezeigt, dass sie auf ihren eigenen vier Pfoten stand, das war nicht ihre Sorge. Aber nur ungern wollte sie Ash zurücklassen, wo sie sie endlich wiedergefunden hatte. Akira schien ihre Sorgen diesbezüglich nicht zu teilen, was Mhairi etwas beruhigt hatte. Gegenüber ihrer Tochter wollte sie solche Bedenken nicht äußern und Akira war eine durchaus sympathische Fähe, die sie in den letzten Tagen immer wieder aufgesucht hatte, wenn sie das Gefühl hatte ihre Tochter brauchte einen Moment für sich allein oder mit anderen Trauernden. Als Neuankömmling traf Akira die ganze Geschichte ebenfalls nicht so schwer wie andere, langjährige Rudelmitglieder.

Als Toboes Stimme erstarb ließ sie eine seltsame Leere zurück und wie von selbst suchte Mhairis Blick nach den schwachen Leuchten am abendroten Himmel. Es war noch da... noch. Die Silbergraue hoffte, dass mit dem Leuchten auch langsam der Schmerz über den Verlust verblassen würde... aber solche Wunden brauchten mehr Zeit zum heilen als ein paar Tage... Wochen, Monate schon eher, vielleicht sogar Jahre.
Ansonsten war es eigentlich ein schöner Abend. Wolkenloser Himmel nur leichter Wind und auch die Temperatur war nicht zu kalt für einen Tag im Winter. Ein Spaziergang würde sich durchaus anbieten und dann könnte Mhairi auch der noch immer gedrückten Stimmung entgehen. Aber..., dachte sie und wie von selbst viel ihr Blick auf ihre Tochter. Nein, vielleicht wurde sie heute noch gebraucht. Sie wollte sich nicht zu weit entfernen. Also verlagerte sie mit einen Seufzen ihr Gewicht und ließ ihren Blick auf der Suche nach Ablenkung von der trüben Stimmung über das Rudel schweifen.

08.08.2014 21:23
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Eeal

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Es war eine düstere Zeit gewesen – gefühlt düster, war wohl besser wenn man davon sprach wie die Stimmung im übrig gebliebenen Rudel gewesen war. Es war drückend, beklemmend und auch wenn er und sein Bruder Ceal versucht hatten hier und da jemanden aufzumuntern, so war es manches Mal tatsächlich auch für sie beide schwierig gewesen. Eeal hatte oft an die Begegnung mit dem Geisterwolf gedacht, aber auch kreisten seine Gedanken sehr oft um Tearl. Ob es ihm gut ging? Ob er ohne ihn und Ceal zu recht kam da draußen? Ob er zurückkommen würde? Manches Mal waren ihm die Fragen zu viel geworden und er hatte sich auf den Weg gemacht die Gegend zu erkunden. Sie waren ja schon sehr lange nicht mehr hier gewesen und der Zahn der Zeit hatte eben doch nicht stillschweigend darüber nachgedacht wieso die V.I.P.-Zwillinge des Tals nicht mehr beim Rudel anwesend waren. Manches Mal hatte er sich zu Toboe gesellt. Manches Mal war der Braune einfach zu den Kristallen gelaufen um für seinen Teil mit den beiden Kristallwölfen zu sprechen - alleine um Alices Wegen, die er nach wie vor nicht vergessen hatte. Aber auch solche Momente hatten nichts daran geändert, dass das beklemmende Gefühl wie ein eisiger Wind um ihre Schnauzen wehte.

Heute allerdings hatte er beschlossen früher von seinem Spaziergang zurück zu kehren und den Abend mit Ceal zu verbringen in der Hoffnung dass ihr Dreimanngruppen-Alpha bald zurückkehren würde. Gerade schlug er die Richtung ein, in der er mit seinem Zwilling die meiste Zeit verbrachte seit sie wieder beim Rudel waren als er ein bekanntes Gesicht entdeckte. Auch wenn es schon eine Weile her war, seit die beiden Zwillinge die weiße Fähe das letzte Mal gesehen hatten war dem Braunen ihr Name mehr als nur bekannt. Eeals Herz schlug wild in seiner Brust, denn Erinnerungen kamen in ihm hoch. Jeannes dunkle Augen spendeten ihm gerade Trost auch wenn er diesen nicht nötig gehabt hatte. Die Energie in ihm kam zurück als er näher zu den beiden Wölfen trat.

“Na guck mal wen wir da haben? Wenn das nicht Jeanne ist!“,

rief er freudig aus, während seine Rute im Takt hin und herwedelte. Eeal Strahlte über beide Backen und setzte sich langsam in Bewegung um sie einmal zu umrunden. Man musste die Weiße eben doch mustern. Hatte sich ja auch verändern können in der Zwischenzeit, nicht wahr?

“…aber wieso hättest du denn nicht geglaubt uns noch mal wiederzusehen? Glaubst du etwa wir hätten unsere Jeanne vergessen und wären nie, nie, niemals nie wieder zurück gekommen? Ohh…Ceal hör dir das an! Ach so und nun ja, wir sind eben die Größten, weißt du doch…die größten Clowns der Aller Zeiten!“

Schlechte Ohren hatte er logischerweise noch nie besessen von daher hatte er ihre Worte auch schon beim Näherkommen vernommen und ließ es sich anschließend auch nicht nehmen dazu etwas zu sagen.

10.08.2014 20:17
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28.07.2006

Die letzten Tage waren wohl für sie alle nicht leicht gewesen. Doch trotz allem konnte sich der dunkle Jüngling nur ansatzweise vorstellen, was für ein Chaos besonders im Herzen seines besten Freundes vorgehen musste. Für Teyrm war es eine ganz andere Art des Abschied Nehmens gewesen, seine Familie zu verlieren. Er wusste zumindest halbwegs, dass sie irgendwo dort draußen waren, vielleicht nicht, ob es ihnen gut ging, aber er wusste, dass sie vermutlich irgendwo waren und lebten. Doch Toboe? Der Silberne hatte eine ganz andere Gewissheit erhalten. Seine Mutter war zwar noch hier, aber gleichzeitig so unerreichbar fern, als lägen tausend Welten zwischen ihnen. Es tat dem Aschfarbenen beinahe körperlich weh, den Silberling so leiden zu sehen, so hilflos zu sehen. Jede freie Sekunde – sofern es sein Freund wollte – verbrachte er daher in der Nähe Toboes, er wollte ihn nicht allein lassen. Nichts jetzt. Nie mehr.
Doch gleichzeitig wusste Teyrm auch, dass er seinem besten Freund nicht immer am Pelz kleben konnte. Und so bemühte er sich, zumindest jetzt, in diesem Moment, seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten. Was allerdings gar nicht mal so einfach war. Die Zwillinge waren zurück, wobei es davon ja jetzt zwei gab, allerdings bedachten seine Gedanken in diesem Moment nur die gemochten beiden. Jedenfalls befanden sich Eeal und Ceal gerade allerdings in der Nähe von Jeanne und der Äscherne war sich nicht ganz sicher, ob er die Fürsorge der Jotawölfin gerade jetzt ertragen konnte. Also lieber ein anderes Ziel wählen.

Ziellos trieben ihn seine Pfoten voran, in Richtung See, ohne das der Dunkle wirklich etwas dazu beisteuern konnte. Erst als ihm eine kauernde Gestalt am Wasser auffiel, schien sein Gehirn aus dem Autopilot Modus zu erwachsen. Ein zweiter Blick verriet ihm schließlich, dass es sich um Celethya handelte. Sogleich korrigierte der junge Rüde seine Schritte und hielt auf die Wildfarbene zu, die ihn allerdings gar nicht so recht zu bemerken schien. Irritiert neigte er das maskierte Haupt leicht seitwärts. Er räusperte sich.

“Hey“, drang es freundlich aber durchdringend aus seinem Fang, während er die Braune aufmerksam musterte, “Stör ich dich?“

So verloren wie sie hier gesessen hatte, konnte er sie wohl nur bei ihren eigenen Gedankengängen gestört haben. Und dennoch – er wollte der Fähe ganz sicher nicht zu nahe treten, oder sie gar nerven. Seine Rute schenkte sachte hin und her, während er auf eine Reaktion Celethyas wartete. Egal wie diese auch ausfallen mochte.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
11.08.2014 21:09
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20.10.2013

Akira schlenderte weiter ziellos umher, als sie plötzlich in einiger Entfernung Mhairi sah. Sie hatte sich in den vergangenen Tagen schon mehrfach mit der Fähe mit der auffälligen, aber schönen Fellfärbung geredet. Auch sie war rechlativ neu im Rudel und trauerte daher ebenso wie Akira nicht so sehr um die beiden Alphas, wie die übrigen Rudelmitglieder.
Akira wunderte sich insgeheim, wie gut sie sich mit Mhairi verstand. Schließlich waren sie beide schon äußerlich völlig unterschiedlich: Während Mhairi in Akiras Augen eine große, wunderschöne Fähe war, sah man Akira schon äußerlich an, wie kaputt sie innerlich war. Aber Mhairi schien sich seltsamerweise daran ebenso wenig zu stören, wie an Akiras kalter Art, die kaum eine Gefühlsregung vermuten ließ. Das einzige, was die beiden zu verbinden schien, war die Mutterliebe. Für sie schien ihre Tochter Ashlynn genauso wichtig zu sein, wie Chi für Akira. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen war ihr Mhairi irgendwie sympathisch, und anscheinend beruhte dies auf Gegenseitigkeit.
Akira entschied, dass es nicht verkehrt wäre, erneut mit Mhairi zu plaudern und sich so die Zeit zu vertreiben, bis entweder Chi sie brauchte oder die anderen Wölfe ihre Traurigkeit überwunden hatten. Sie lief auf sie zu, und als sie sie erreichte, rief sie:

"Hallo Mhairi! Wie geht es dir?"

Sie versuchte, dabei freundlich zu klingen und zu lächeln, was ihr aber nur ansatzweise gelang. Nun ja, immerhin besser, als noch vor einigen Tagen.Ihr kam der große Rüde wieder in den Sinn, und so frage sie:

"Was hältst du eigentlich von Tearl? Glaubst du, er bleibt hier im Rudel?"

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13.08.2014 22:13
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25.06.2010

Akando nickte ihm aufmunternd zu. In Anbetracht der Umstände wirkte Tobs jetzt regelrecht entschlossen. Das war ein guter Anfang, wie er fand. Die Bitte seines Freundes ließ ihn hingegen zögern. So gern er ihm auch geholfen hätte, er wusste nicht wie. Selbstbewusstsein war nichts, das man einem Anderen einfach so einflößen konnte. Es kam von innen heraus. Es gab keinen Trick, keine Anleitung. Der Graue hatte noch nie darüber nachgedacht, doch soweit er das beurteilen konnte, musste man einfach nur an sich selbst glauben. Von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt sein, so dass man sich seinen Mitwölfen zumindest gewachsen, wenn nicht sogar in manchen Dingen überlegen fühlte. Der Rest kam dann von ganz allein.

“Ich weiß nicht“, gab er ehrlich zu. “Ich fürchte, da musst du allein durch. Ein dickes Fell hast du ja schon“, er grinste schief. “Den Rest lernst du auch noch. Lass‘ dir von keinem einreden, dass du nicht das Zeug dazu hättest. Ich erinnere dich dran, wenn du’s vergisst.“

Mehr konnte er nicht für ihn tun. Er war nicht naiv – er wusste, dass manche Wölfe sich niemals Respekt verschaffen konnten und ein Rang dementsprechend undenkbar war. Trotzdem hoffte er, dass sein Freund nicht zu diesen Wölfen gehörte. Trotz oder vielleicht gerade wegen der schweren Zeiten hatte Tobs immerhin erkannt, dass es sich lohnte, für das Rudel und das Tal zu kämpfen. Und ein kleiner, egoistischer Teil in ihm verlangte nicht nur nach einem Beta, auf den er sich bedingungslos verlassen konnte, sondern einem, den er auch mochte und als Freund schätzte.

14.08.2014 13:00
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23.05.2006

Toboe ließ sich mit einem leisen Seufzen auf die Hinterläufe sinken, versuchte so noch ein wenig mehr Ruhe in seinen aufgewühlten Geist zu bringen. Auch das Zögern seines Freundes brachte ihn nicht aus der Bahn, in diesem Moment hätte Akando wohl kaum etwas sagen können, was ihn von seinem Plan hätte abbringen können. So wartete er still auf eine Reaktion des Grauen, wog den graue Kopf ein wenig zur Seite, als Akando zu einer Antwort ansetzte. Er lauschte aufmerksam seinen Worten, neigte die Ohren dabei leicht an den Hinterkopf und nickte dennoch schließlich. Was hätte er für eine andere Antwort erwarten sollen? Aber vermutlich tat Akando mehr für ihn, als im wirklich bewußt war. Er musste sich an sich arbeiten, das war klar. Er würde sehen, wohin ihn dieser Weg führte, ob es doch nicht dieser Weg war, den er gehen sollte. Und ebenso sicher war er sich, dass er sich auf Akando an seiner Seite verlassen konnte. Auf wen sonst, wenn nicht auf ihn?

Danke.“

Ein dankbares Lächeln legte sich auf die Lefzen des grauen Rüden, und auch in den blauen Augen, die auf seinem Gegenüber ruhten, lag Dank.

Ich werde mein Bestes geben.“

Das war ein Versprechen – etwas, was Toboe sich mehr zu Herzen nahm als vieles Anderes. Und das nicht nur, während noch die letzten Lichter über ihrem Kopf leuchteten. Vor wenigen Tagen hatte ein neues Leben begonnen. Der Verlust seiner Mutter zog nach wie vor an seinen Kräften, versuchte ihn in die Knie zu zwingen. Aber er kämpfte dagegen an, stellte sich dagegen. Sie war nicht verloren. Unerreichbar für diesen Moment – aber er glaubte fest daran, dass das Tal schnell zur Ruhe kommen würde. Und bis dahin musste sie alle ihr Bestes geben.

Aber genug von mir, wie sieht es bei dir aus?“

Der graue Rüde grinste seinem Freund entgegen, ließ den Blick dann scheinbar suchend schweifen. Und tatsächlich suchten die blauen Augen nach Yacáru.

17.08.2014 16:48
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09.07.2006

Aiyán hatte keinen Blick übrig gehabt für das Licht über dem Berg und sah auch jetzt nicht mehr dorthin zurück, wo Kiba und Yago ruhten. Der Berg - das Tal! - hatte sie alle bestohlen und entschuldigte sich jetzt mit ein bisschen Licht dafür. Großartig. Er war kein Wolf, der wehmütig seinen Blick auf den Dingen verlor, die vergangen waren. Die Trauer war nicht gekommen, obwohl er sie erwartet hatte und das beunruhigte ihn untergründig. Es hatte nur diesen einen, kurzen Moment gegeben, in dem er mit Toboe im Wald gewesen war. Da war die Wut beinahe fort gewesen und er sehr schwach und viel zu verletzlich für seinen Geschmack. Es war leichter, wütend zu sein. Toboes Lied versuchte nun die Trauer zurückzulocken, doch Aiyán sträubte sich dagegen. Er lag im Schnee, starrte hinüber zum See und behielt die Gestalt seines grauen Bruders fast manisch im Blick. Als sich Akando dazugesellte und Toboes Lied verklang, biss der Schwarze die Zähne aufeinander und zwang sich dazu, wegzusehen. Er war nicht wütend auf Toboe, der von den drei Brüdern wohl am besten mit der Trauer umging – am gesündesten für sich selbst und alle anderen jedenfalls. Er war auch nicht wütend auf Akando, der einfach nur tat, was er tun musste und sich kümmerte. Aiyáns Wut richtete sich gegen das Tal selbst, gegen die widerlich fröhlichen Neuankömmlinge und gegen Leikuna. Vor allem Leikuna. Wie von selbst suchte sich sein Blick einen neuen Fokus und blieb auf ihr hängen. Vor allem Leikuna.

Er stand auf, schüttelte sich kurz um den Schnee am Bauch loszuwerden und ging dann langsam in ihre Richtung. Er hatte keine Ahnung, was er wollte, denn irgendwo war ihm klar, dass er nicht einfach zu ihr gehen und ihr vorwerfen konnte, dass sie wieder da war. Aiyán mochte ein direkter und wenig empathischer Wolf sein, aber er blieb gleichzeitig ein Realist, auch wenn seine Wut ihn im Augenblick für vieles blind machte. Er wollte nur nicht länger hier herumsitzen und nichts weiter tun, als Leikuna zu beobachten. Vielleicht konnte sie ihn ja überzeugen, dass sie es verdient hatte, wieder hier bei ihnen zu sein, während Kiba in einem gottverdammten Kristall in diesem gottverdammten Berg steckte.
Der Schwarze hielt Abstand und umrundete Leikuna einmal langsam, ehe er näher trat und sich vor ihr auf die Hinterläufe sinken ließ. Zuerst starrte er nur, dann legte er den Kopf zur Seite und holte schließlich Luft.

„Ich konnte dir noch gar nicht dazu gratulieren, dass du wieder zurück bist.“ Seine Stimme vibrierte. „Glückwunsch.“

17.08.2014 19:51
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Mhairi

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Wie ganz von selbst fiel Mhairis Blick auf eine braune Fähe, mit der sie in den letzten Tagen häufig zusammengesessen und geredet hatte. Akira war neu im Rudel und hatte ebenfalls wenig mit den alten Alphawölfen zu tun gehabt wie Mhairi, obwohl diese doch schon etwas länger im Rudel war. Wie dem auch sei: Bei ihnen beiden hielt sich die Trauer in Grenzen und so war es ganz natürlich gekommen, dass sie häufig gemeinsam anzutreffen gewesen waren. Mit leichten erstaunen stellte, die Silbergraue fest, dass dieses mal ihr Schützling Chi nicht an der Seite ihrer Ersatzmutter war. Dennoch erwiderte sie das Lächeln, dass Akira ihr zur Begrüßung schenkte. Vielleicht war es nicht so breit und deutlich wie bei manch anderen Wolf, doch Mhairi konnte es dennoch entdecken.

„Hallo Akira. Kann nicht klagen... und dir? Und wo steckt Chi?“.

Als der Name des großen Rüden fiel, suchten ihre Augen ganz von selbst das ungewöhnlich gemusterte Fell des Grauen. Sie kannte ihn nicht. Hatte ihn lediglich ein paar mal gesehen. Das einzige was sie von ihm wusste war, dass er nach der Nachricht über die Geschehnisse für einige Tage verschwunden war, bevor er zum Rudel zurückkam. Ähnlich wie die beiden schwarzen Zwillinge.

„Ich hab mit ihm noch kein einziges Wort gewechselt und kenne ihn daher nicht. Stattlich sieht er aus... aber das verrät noch nicht viel über seinen Charakter. Aber ich denke schon, dass er bleiben wird. Und was ist mir dir? Hast du ihn schon näher kennen gelernt?“.

17.08.2014 22:38
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20.10.2013

Akira freute sich, dass Mhairi ihr Lächeln erwiderte. Ohne, dass es ihr bewusst war, begann ihre Rute leicht zu wedeln.

"Mir geht es ..." Sie zögerte kurz. "Nun, es ist irgendwie seltsam. Bevor ich hier ankam, habe ich mich überhaupt nicht gefühlt. Ich dachte, ich könnte gar keine Gefühle haben. Aber als ich Chi getrfoffen habe, war ich irgendwie glücklich, wann immer sie in der nähe war. Gestern habe ich mich mit Akando unterhalten, über meine Vergangenheit und so. Und jetzt, ja, ich glaube es geht mir gut. Auch wenn es irgendwie ungewohnt ist."

Warum erzählte sie Mhairi das alles? Es würde sie sicherlich nicht interessieren, vermutlich würde sie es nicht einmal verstehen.

"Chi schaut sich etwas im Rudel um. Ich denke, es ist in Ordnung, wenn sie auch mal ein bisschen alleine unterwegs ist, jetzt wo es ihr wieder besser geht. Die Erdbeben haben ja aufgehört, und auch sonst ist es ruhig, auch wenn die Frage, wer Alpha wird, noch nicht geklärt sind. Und sie weiß, dass ich jederzeit sofort für sie da bin, wenn sie mich braucht."

Welpen mussten auch ihren Freiraum haben, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Akira wusste selbst nicht, woher sie wusste, wie man Welpen erziehen musste, aber aus irgend einem Grund hatte sie keine Zweifel daran, dass sie es trotz ihrer sonstigen Gefühllosigkeit konnte. Außerdem hatte es ja schon einmal gut geklappt.
Ja, stattlich, das Wort passte eindeutig zu Tearl, auch wenn sie sonst selbst nichts von ihm wusste.

"Ich habe auch noch nicht mit ihm geredet. Ich habe ihn nur kurz gesehen, aber irgendwie ... gefällt er mir. Ich würde mich freuen, wenn er bleibt, ich würde gerne noch mit ihm reden. Ich hoffe nur, dass es zu keinem Kampf kommt, wenn er womöglich einen Rang beansprucht."

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18.08.2014 16:19
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