Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Winter 1925/26 » Licht im Licht
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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23.07.2005

Es ist der 6. Januar, drei Tage sind seit dem letzten Plot vergangen. Binnen dieser kurzen Zeit kam es im Tal plötzlich vermehrt zu kleineren und halbstarken Erdbeben, die das Rudel zunehmend in Unruhe versetzten. Alle paar Stunden ist wenigstens ein kleines, kurzes Rütteln zu spüren. Bisher wurde glücklicher Weise niemand verletzt und es blieb jedes Mal nur bei einem Schrecken. Dennoch sind die Wölfe verunsichert. Werden diese Erdrüttler auch wieder aufhören? Werden sie stärker werden? Andraki und Kiba hatten bereits vor ein paar Tagen darüber geredet, dass es ratsam wäre die große Spiegelkammer noch einmal aufzusuchen. Nun schien diese Überlegung noch dringlicher als zuvor. Andraki hatte dabei vorgeschlagen, dass nur Kiba und Yago als die Leitwölfe des Rudels den Berg aufsuchen sollten, so wie es damals bei den Requisten Brauch gewesen war. Das Rudel lagert nun so nah wie möglich am Sanctarum Ceres, aber dennoch nur ein kleines Stück weiter östlich, als vor drei Tagen. Die Leitwölfe wollten kein Risiko eingehen und das Rudel war im Falle eines stärkeren Bebens auf offener Fläche sicherer als im Wald zwischen lauter Bäumen und so nah an dem Gestein des Berges, von dem jederzeit Geröll hinabstürzen könnte.

Kiba und Yago sind vor knapp zwei Stunden aufgebrochen. Das Rudel lagert am südlichen Rand des Thear Mirrows. Im Tal ist es ganz still. Kaum ein Lüftchen weht, in der eisigen Kälte hat auch schon lange kein Vogel mehr gewagt zu singen.

Tearl, Eeal und Ceal treiben sich wie so oft nahe der Bergkette im Nebelwald herum. Unbemerkter Weise sogar recht nah am Höhleneingang zum Tal haben sie einen Hirsch erlegt und schlagen sich an ihm die Bäuche voll.


Tag | 6. Januar . Vormittag
Wetter | klares Wetter # Sonnenschein # kaum Wolken am Himmel # Stille # -12 °C

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
08.03.2014 15:58
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             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
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Konrad Wothe - konrad-wothe.de

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Delta

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Fähe

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89 cm

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27.07.2005

Weitere Tage waren verstrichen, in denen Jeanne geglaubt hatte, dass man ihnen in diesem Tal keinerlei Ruhe gönnte. Das erste, leichte Beben hatte sie aufschrecken lassen. Sie hatte schon Erdbeben erlebt, aber jedes Mal aufs Neue ließen sie ihr Herz um einige Takte schneller schlagen. Sie dachte an die aufgerissene Erde, die Risse, die tief hinab führten. Und nun war die Erde schon wieder in Bewegung, was der weißen Fähe ein wenig Bauchschmerzen machte. Es war nie ein gutes Zeichen, wenn Erde sich so bewegte. Jedoch hatte Jeanne auch ihre Zweifel daran, ob Kiba und Yago bei den Kristallen etwas finden würden, das ihnen helfen würde. Jedoch blieb ihnen wohl Nichts anderes als zu warten, sich den Kopf darüber zerbrechend, wie es nun weiter gehen würde. Für Leikuna hatten sie noch immer keine Lösung, und so sehr sich die Weiße auch dagegen wehrte, so langsam verließ sie die Hoffnung für die weiße Fähe. Ihr selbst fiel nichts mehr ein, was sie noch für sie hätten tun können.
So waren die letzten Tage außer der regelmäßigen Beben ruhig vorbei gegangen, zumindest für ihre Umwelt. Sie selbst hatte noch eine andere Unruhe gespürt, die Nichts mit der Gewalt der Natur in diesem Sinne zu tun hatte. In diesem Moment saß Jeanne ruhig beim Rudel, ließ den Blick immer wieder vom blauen Himmel zum See und über die Wölfe schweifen. Sie war alt genug, und dieses Gefühl, was sie in manchen Momenten verspürte, war ihr all zu bekannt. Auch wenn es noch abgemildert war, sodass die Weiße es noch verdrängen konnte. Solange sie ihre Gedanken ein wenig kontrollierte, was es auszuhalten, und vielleicht war es auch nur von kurzer Dauer... so Recht wußte sie trotz Allem nicht damit umzugehen. Und da sah sie die positive Seite der Erdbeben, sie musste sich nicht die ganze Zeit den Kopf über ihre Gefühlswelt zerbrechen. Die Weiße schloß ruhig die Augen, atmete einige Male die frische Winterluft ein, ehe sie sich langsam erhob, den dunklen Blick noch einmal über das Rudel schweifen ließ. Sie brauchte ein wenig Gesellschaft, allein schon, um ihre verworrenen Gedanken ein wenig zur Ruhe zu bringen.

08.03.2014 18:54
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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Monty Sloan - wolfpark.org

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23.05.2006

Die Ohren ein wenig an den Hinterkopf geneigt trat Toboe wieder in Sichtweite des Rudels, den leicht ziehenden Vorderlauf möglichst unauffällig entlastend. Genau wie die letzten Tage hatte er versucht, seine Jagd-Fähigkeiten ein wenig zu verbessern. Wobei sie wohl perfekt waren, wenn man vom Unterhaltungswert ausging. Akando hatte zumindest immer seinen Spaß gehabt, und auch sein schwarzer Bruder war schon in den Genuß gekommen. So hatte sich der Graue auch an diesem Morgen wieder in den Wald aufgemacht, die Gerüche des Rudels hatte er jedoch die ganze Zeit in der Nase gehabt. Kiba und Yago waren nicht bei ihnen, und da Toboe dem schwarzen Rüden vertraute, sorgte er sich für den Moment nicht um seine Mutter. Er war gespannt, was sie zu berichten hatten, und bis dahin hatte er sich die Zeit mit ein bisschen Training vertreiben wollen. Hatte wunderbar geklappt... bis er das Gleichgewicht kurz verloren hatte und falsch aufgetreten war. Das hatte er nun davon, einen Lauf, den er bei jedem Schritt spürte. Nichts Großes, und trotzdem hatte der Graue ein wenig Schwierigkeiten dabei, es ganz zu verbergen. Aber das war das Ende seiner Jagd gewesen, und bevor das Rudel erneut von einem Beben aufgeschreckt wurde, wollte er zurück sein. So atmete er erleichtert durch, als die ersten Pelze in sein Blickfeld traten. Man konnte die Verunsicherung beinah in der Luft schmecken, zumindest glaubte Toboe das. Vielleicht war es auch nur der fade Nachgeschmack der erneut missglückten Jagd. Er konnte sich ja nicht einmal erklären, woran es lag! Er hatte nie Probleme damit gehabt, sich einer größeren Beute entgegen zu stellen. Aber Kaninchen schienen einfach nicht seine Stärke zu sein.
In weiterer Nähe des Rudels blieb der Graue schließlich stehen, beobachtete die Wölfe, stellte dabei die Ohren wieder auf, um von seinem Lauf abzulenken, den er nur ganz leicht angehoben hatte. Er konnte ihm wohl einen Moment Pause gönnen. Dabei ließ er den Blick schweifen, und seine grauen Ohren zuckten leicht, als er die Fähe erkannte, der er nun am nächsten stand. Zuerst hatte er sie nicht bemerkt, zu sehr von dem Gedanken abgelenkt, sich Nichts anmerken zu lassen. Nun konnte er sie aber direkt ansehen, und ganz langsam zog sich ein beinah überfordertes Lächeln auf die Lefzen des Rüden. Eine schwierige Situation. Er hatte Andraki meistens gemieden, er wußte sie einfach nicht einzuschätzen. Sie hatte so viel mit Akara zu tun gehabt, und auch wenn diese Fähe nun tot war... Andraki war noch immer hier, und auch wenn sie wohl eher weniger etwas Schlechtes für das Rudel wollte, so konnte Toboe nicht unbedingt viel mit ihr anfangen. Ein leises Schnaufen. Trotzdem bemühte er sich in diesem Moment einfach, nicht darüber nachzudenken.

Noch niemand in Panik ausgebrochen?“

Der junge Rüde glaubte zu wissen, dass Andraki immer einen Blick auf die verschiedenen Wölfe hatte, vor allem mit den drei neuen, die zu ihnen gefunden hatten. Und so wäre ihr sicher nicht entgangen, wenn einer von ihnen sich merkwürdig verhalten hätte. Und mit den eher scherzhaft gemeinten Worten des Rüden wurde sein Lächeln ein wenig ehrlicher. Es war doch immerhin einen Versuch wert. Und die Erdbeben waren allemal ein Grund für das Rudel, zumindest ein wenig verunsichert zu sein.

08.03.2014 19:13
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_ SPHINX _
Carved in Stone I want to be
To endure my Destiny
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Monty Sloan - wolfpark.org

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10.01.2009

Das Gespräch mit Kiba über das Tal und seine Natur ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie konnte die gewechselten Worte wie ein leises Hintergrundgeräusch flüstern hören, lose Gesprächsfetzen, immer und immer wieder. Es hatte nicht aufgehört zu beben, und auch wenn der Boden oft nur leicht vibrierte, so schien doch jede einzelne Grollen der Erde die Vermutung zu bestätigen, zu der Kiba und sie gekommen waren. Sie konnte kaum ausdrücken wie froh sie war, dass die Alpha den Gedanken der Zimtfarbenen soviel Gehör und Glauben geschenkt hatte, dass sie ihren Vorschlag beherzigte und nun mit Yago zur Spiegelkammer aufgebrochen war, in der Hoffnung das Tal besänftigen zu können. So viele andere hätten ihre Worte als Aberglauben oder gar Wahnvorstellungen abgetan, aber nicht Kiba. Und selbst wenn sie sich geirrt haben sollte, so war Andraki doch sicher, dadurch nicht den Respekt ihrer Alpha zu verlieren.
Nun aber konnten sie derweil nichts anderes tun, als warten. Die Unruhe des Rudels war spürbar, was auf die Zimtfarbene den Effekt hatte, dass in ihrem Inneren völlige Ruhe einkehrte. Eine Ruhe, die nichts mit Entspannung zu tun hatte, sondern viel mehr ein tief gehende, gespanntes abwarten war. Als hätten sich alle ihre Gefühle weit ins Dunkel zurück gezogen und lauerten nun darauf, wer als erstes wieder hervorbrechen durfte. Andraki kannte diesen Zustand von früher. In ihrem Heimatrudel war es vor allem dann aufgetreten, wenn die Trockenzeit ihrem Ende zuging und alle sehnsüchtig auf den Regen warteten. Andererseits hatte sie inzwischen aber auch gelernt, dass dieser Effekt bei ihr nicht unbedingt eintrat, wenn es direkt um Yago ging. Aber Yago war nicht in Gefahr oder dergleichen - sie alle warteten hier lediglich auf Antworten, auf Offenbarungen.
Ihr wachsamer Blick glitt über das Rudel und verharrte ein wenig länger auf dem Sanctum Ceres, während sie da saß und kaum einen Muskel rührte. Ihre Aufmerksamkeit wurde schließlich von Toboe in Anspruch genommen. Es war ungewöhnlich, dass er sie direkt ansprach, aber umso mehr war es ihr willkommen.

"Nein, noch nicht",

erwiderte sie mit einem leichten Lächeln.

"Was ist passiert?"

Ihr war sein leichtes Humpeln nicht entgangen, aber da er seinen Lauf nicht völlig angezogen hatte und auch kein Blut zu sehen war, konnte es nicht allzu schlimm sein, und die Zimtfarbene klang weniger besorgt als vielmehr interessiert.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
09.03.2014 09:43
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I choose to believe
In the face of my doubts
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.07.2006

Brummend schob der Rüde die Schnauze unter die Pfoten. Die Beben gefielen ihm nicht. Die gesamte Stimmung im Rudel gefiel ihm nicht. Teyrm war viel zu feinfühlig um einfach alles zu ignorieren. Er wollte gar n nicht erst aufstehen. Kiba und Yago waren schon vor einiger Zeit aufgebrochen um zum Sanctum zu gehen, doch der Aschfarbene hatte sich einfach nicht aufraffen können. Naturgewalten waren einfach nicht sein Fall. Zu viele Wölfe hatte er schon an diese Willkür verloren, nun sperrte sich sein gesamtes Selbst gegen diesen Einfluss. Blinzelnd reckte er die Schnauze etwas vor, blinzelte in die grelle Sonne. Es nützt nichts. Er würde wohl oder übel irgendwann mal aufstehen müssen.

Seufzend schob sich der Rüde auf die Pfoten und streckte den steifen Körper durch. Scheiße verdammte. Untätigkeit mochte er im Grunde noch weniger als Naturgewalten. Unstet wanderte der helle Blick über das anwesende Rudel. Hier sollten sie sich sein, wenngleich der Zweifler sich dessen nicht ganz so sicher war. Vorerst hatte das Grollen zwar aufgehört, doch nach wie vor war er sich nicht sicher, ob es dabei bleiben würde. Das Tal stellte sich irgendwie quer, vermutlich versuchte es einfach, seine leidigen Bewohner loszuwerden. Wie hilflose Parasiten. Vielleicht waren sie genau das für Diemnar, Parasiten die sich unrechtmäßig hier eingenistet hatten. Schnaufend schob er die dunklen Gedanken beiseite und erhob sich stattdessen auf alle vier Pfoten. Soweit so gut, doch wo um alles in der Welt sollte er nun hin? Erneut ließ er den Blick ziellos schweifen, nur um sich dann relativ schnell wieder auf die Hinterläufe sinken zu lassen. Haha, toller Versuch. Teyrm verzog die Schnauze und wandte den Blick zum klaren Himmel. Selbst der schien sie irgendwie zu verspotten. Rasch schüttelte er den Kopf. Was war nur los mit ihm? Er verstand sich selbst kaum.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
09.03.2014 15:26
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
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09.07.2006

Aiyán war normalerweise niemand, der sich leicht aus der Ruhe bringen ließ. Er regte sich nicht bei jeder Kleinigkeit auf, so wie das viele Wölfe taten. Aber das, was in den letzten Tagen hier passiert war, galt auch eher nicht als Kleinigkeit. Die Erde schien von einer tiefen Unruhe erfasst worden zu sein und erzitterte immer wieder, so dass es schwer war, noch auf allen Vieren stehen zu bleiben. Anfangs hatte man sich über jedes einzelne beben gewundert, mit der Zeit aber hatten sich die Wölfe daran gewöhnt. Panik brachte ihnen nichts, denn sie konnten davor nicht weglaufen. Nur zum See hatte Aiyán Abstand genommen. Er war sich sicher, dass das Beben irgendwann das Eis brechen würde, nur damit direkt darauf die eisigen Wellen über die Ufer schwappten. Und von denen wollte er nicht erwischt werden. Inzwischen waren Kiba und Yago schon seit einer ganzen Weile unterwegs, in der Hoffnung, etwas in den Spiegeln herauszufinden. Und all das zusammen sorgte dafür, dass der sonst eher ruhige Aiyán unschlüssig und aufgerieben am Rand des Rudels saß und den Blick nach Norden zu den Bergen gerichtet hielt. Die schwarzen Ohren waren aufgestellt, um jeden fremden Laut aufzuschnappen. Aber da war nichts, kein Vogelzwitschern, kein knackender Schnee unter den Hufen eines Rehs. Es war absolut still.

Aiyán hatte ein ungutes Gefühl, ohne zu wissen, weshalb genau. Ob nun wegen der Beben, weil Kiba so gut wie allein in die Berge ging oder weil es so still war. Vielleicht auch alles zusammen. Er atmete bewusst ein und aus und straffte die Schultern etwas, so dass er noch aufrechter saß. Es war gefährlich, auch nur in die Nähe der Berge zu gehen, wenn die Erde sich so unruhig verhielt. Der Schnee auf den Gipfeln war da oben nicht angeklebt und wenn selbst die Spitzen der höchsten Berge erzitterten, würde früher oder später etwas davon abrutschen und ins Tal donnern. Dann wollte er seine Mutter definitiv in Sicherheit wissen. Aber was blieb ihm jetzt, außer abzuwarten? Ihm war nicht nach Ablenkung durch irgendein Gespräch.

09.03.2014 16:34
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◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
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Kati H. - dawnthieves.de

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Fähe

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15.02.2010

Der letzte Anfall war verdammt lange her. So lange, das Farai das Datum gar nicht mehr so genau wusste. Sie hatte sich oft gefragt, was der Auslöser sein mochte. Rückblickend vermutete sie, dass die Anfälle etwas mit Stress zu tun hatten.
Die erste Begegnung mit Yago und Kiba war so ein Moment gewesen. Das erste Mal Gewitter auch. In Zelle achtunddreißig waren die Anfälle zahlreicher, doch dort stand sie auch dauerhaft unter (Todes)Angst. Je länger sie beim Rudel war, je sicherer sie wurde in ihren Fähigkeiten und in ihrem Selbstvertrauen, desto weniger riss ihre Krankheit ungefragt die Kontrolle über ihren Körper an sich. Das war schön. Ein schönes Gefühl und so angenehm und beinahe „normal“, das Farai beinahe vergessen hatte, das sie krank war.
Dann kamen die Erdbeben.
Im Nachhinein wusste sie gar nicht, was zu erst kam. Ihre Panik, die Angst oder der unkontrollierte Sturz auf die Seite. Hatte die Erde sie auf die Seite geworfen oder ihr Tick? Der Boden unter ihren Pfoten wankte als bestünde er aus weichem Sand, doch als sie mit dem Kopf aufschlug war klar, dass er immer noch gefroren war. Farai hatte es nicht verstanden. Wie ein ertrinkender hatte sie mit den Pfoten gerudert, bis etwas warmes gegen ihre Schnauze stieß. Es war ein Fang, und er gehörte Ashlynn. Der jungen Fähe, die sie schon bei den Spiegelkammern beruhigt hatte. Ihr vertrauter Geruch entriss Farai aus den Fängen des Anfalls. Erschöpft war sie noch einige Atemzüge lang liegengeblieben, ausgestreckt wie ein abgestürzter Vogel. Die Erde hielt wieder still. Alles war danach so still. Der Wald schwieg, sogar der Wind war verschwunden.
Zwar sagten Ash und auch Tante Andraki, das solche Erschütterungen durchaus vorkamen und nicht zwingend etwas…Schlechtes bedeuten mussten…Doch es war keine Lappalie. Im ganzen Rudel war eine innere Unruhe zu spüren. Schon wieder kamen Neuankömmlinge in das Tal, aber Farai glaubte nicht das es etwas mit ihnen zu tun hatte. Mama…Kiba und Yago wollten eine Lösung bei den Spiegelkristallen im Berg suchen. Ein Umstand der Farai noch mehr beunruhigte als die Angst vor dem nächsten Beben. Sie verband nichts Gutes mit den Spiegeln. Ihr hatten die Bilder nichts gebracht, außer Schmerz und schlechter Erinnerungen.
Hoffentlich waren ihre Adoptiveltern möglichst bald wieder zurück. Ob mit oder ohne Ergebnisse. Völlig egal. Hauptsache bald wieder bei ihr.

Farai hatte sich etwas Abseits auf einem Hügel niedergelassen. Von hier aus hatte man einen unversperrten Blick auf den Berg, der für Kibas Vorfahren als heilig galt. Sie saß regungslos da und starrte auf diesen gigantischen, stummen Wächter, der sich trotzig vor ihr aufbaute und zurückzustarren schien. Die Sonne kitzelte in ihrem Gesicht, bis sie blinzeln und zur Seite blicken musste.
Und eine schwarze Gestalt im Schnee sitzen sah. Es war Aiyán, Kibas Sohn. Er saß genauso nachdenklich da wie Farai. Nachdenklich und ein wenig grimmig. Sie hatte das Verhältnis zwischen Kiba und ihren Söhnen nie ganz durchschauen können. Manchmal sah es so aus, als seien die Zwillinge gleichgültig gegenüber ihrer Mutter. Ob Aiyán aber nun ähnlich fühlte wie Farai in diesem Moment? Wie sie so dasaßen, nebeneinander, fast gleich sollte man meinen. Und doch trennte sie so vieles.
Kurz überlegte sie etwas zu sagen, traute sich dann aber doch nicht und drehte den Kopf wieder Richtung Sanctarum Ceres.

09.03.2014 20:27
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013

in den letzten drei Tagen hatte sich Akira eher am Rand des Rudels aufgehalten, zu dem sie ja nicht wirklich gehörte, und sich hauptsächlich um Chi gekümmert.
Eine wirkliche Antwort auf die Frage, in welche Richtung sie weiter wandern sollte, war ihr bisher noch nicht gekommen. Sie war sich jedoch mittlerweile sicher, dass sie nicht zurück gehen würde. Zwar würde sie sich gerne dafür entschuldigen, einfach ohne Abschied davongelaufen zu sein, doch sie war noch nie einfach umgekehrt. Umkehren wäre so etwas wie aufgeben, und aufgeben konnte Akira nicht.Sie hatte beschlossen, sobald sich eine Gelegenheit ergeben würde, das Tal genauer zu untersuchen. Vielleicht fand sie ja tatsächlich etwas, was ihr bei der Erfüllung ihrer Aufgabe weiterhelfen würde. Insbesondere der seltsame Berg in der Mitte des Tals, den sie in einiger Entfernung sehen konnte, faszinierte sie irgendwie. Sie wollte versuchen, darüber mehr in Erfahrung zu bringen.
Die Erdstöße beunruhigten sie allerdings, auch wenn sie versuchte, sich gegenüber Chi nichts anmerken zu lassen, um der Kleinen keine Angst zu machen. Zwar hatte Akira schon einmal davon gehört, dass die Erde sich gelegentlich schüttelte, wie ein Wolf, der nass geworden war. Doch bisher hatte sie das für eine Legende gehalten. Wie sollte sich ein Haufen tote Erde und Steine auch auch bewegen können, als wenn er ein Lebewesen wäre? Doch in den letzten Tagen hatte sie selbst erlebt, dass es sehr wohl möglich war. Sie wusste allerdings nicht, ob dieses Phänomen eine Bedrohung darstellte oder hier womöglich sogar normal war.
Akira entschied sich, einen der Wölfe des Rudels zu fragen, die ja schon länger hier lebten und sicherlich besser beurteilen konnten, was es mit den Erdbeben auf sich hatte.
Nach einem kurzen Blick auf Chi, um sich zu vergewissern, dass es der kleinen Fähe gut ging, erhob sie sich und näherte sich den anderen Wölfen. Doch wen sollte sie fragen? Bisher kannte sie nur die für eine Fähe erstaunlich große Alpha namens Kiba. Doch sie war nirgends zusehen, und nach dem, was Akira aus den Unterhaltungen der anderen Wölfe aufgeschnappt hatte, war sie wohl gerade aus irgendwelchen Gründen unterwegs zu eben jenem seltsamen Berg, der, wenn sie es richtig verstanden hatte, den ebenso seltsamen Namen Sanctarum Ceres trug.
Da sie die anderen Wölfe nicht kannte (nur mit der Beta Andraki hatte sie zumindest bei der Begrüßung ein paar Worte gewechselt), wäre ihr eigentlich jeder Gesprächspartner recht. Solange es nur nicht der weißäugige Kaei war. Dem wollte sie lieber nicht über den Weg laufen, insbesondere jetzt, wo die Alpha nicht da war und er womöglich eine Gelegenheit suchte, sich dafür zu rächen, dass Akira sich über ihn beschwert hatte.
Langsam schaute sie sich in der Runde um auf der Suche nach einem Wolf, der ihr mehr zu den Erdbeben sagen könnte.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
09.03.2014 22:08
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Ly

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Nachdem sie sich während des Aufeinandertreffens mit der Alpha eher im Hintergrund gehalten hatte und die Anspielungen Andrakis genau so verstanden hatte, wie sie gemeint waren, verdrängt sie diesen Tag so gut es ging. Mit der Beta hatte sie sich immer noch nicht wirklich ausgesprochen, doch offensichtlich waren sie beide der Meinung, dass das nicht nötig war und so lange sie ihr aus dem Weg gehen konnte war alles in Ordnung. Der Weiße hatte an diesem Tag genau das vertreten, was Ly eher bemängelte, weswegen sie sich der Fremden Fähe Sirius Neyteri mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte und mehr über sie wissen wollte.
Daher kam es nicht sehr überraschend, dass sie sich der Zweifarbigen zuwandte, da sie der Meinung war, dass sie sich recht gut verstanden hatten, trotz des griesgrämigen Weißen im Nacken. Es waren nur zwei Tage seit dem vergangen. Und die Beben, die das Tal prägten wurden mit jedem Tag deutlicher. Ly konnte sich nicht erklären, woher das kam und sie konnte das Gerede der anderen Wölfe darüber nicht mehr länger hören. Vermutungen, Ängste und sonstige Äußerungen zu diesem Thema wollte sie sich nicht länger antun und war schon kurz davor sich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung zu widmen… gut, sie hatte zwei. Das eine war das Jagen, die andere war die Liebe zum Tal. So wie sie das beobachtet hatte, waren die Fremden noch nicht dazu gekommen es sich genauer anzusehen, weswegen sie sich nach Sirius umsah, deren Gesellschaft sie sich am ehesten Vorstellen konnte. „Guten Morgen, Sirius. Hast du dir das Tal schon mal genauer angesehen?“, fragte sie und zuckte mit den Ohren. Gesellschaft würde ihr gut tun und auch wenn sie die Zweifarbige nicht gut kannte, kennen lernen konnte man sich immer noch. „Ich werde mich ein wenig außerhalb aufhalten, wenn du Lust hast, dann darfst du mich gerne begleiten.“, sprach die Weiße aus und nickte freundlich. Mit ihren Worten deutete sie an, dass sie bereit war ihr das Tal zu zeigen, wenn sie es wünschte und dass sie nicht zwingend alleine unterwegs sein wollte.

09.03.2014 23:51
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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Kati H. - dawnthieves.de

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09.07.2006

Es dauerte einige Zeit, bis er Farau bemerkte, die einige Meter entfernt von ihm ebenso regungslos im Schnee saß und durch ihre weiß-graue Färbung kaum auffiel. Erst als der Wind ihm ihren Geruch zutrug, drehte er den Kopf und sah sie von der Seite aus einen Moment lang an. Er hatte nie viel mit ihr zu tun gehabt und verstand das Verhältnis zwischen der jungen Wölfin und seiner Mutter nicht wirklich. Für ihn war Farai ein Zeichen dafür, dass Kibas Herz zu weich war. Ai hatte nichts gegen sie, aber er betrachtete sie eher mit verhaltenem Misstrauen denn mit offener Freundlichkeit. Aber so lange niemand von ihm verlangte, sie als seine Schwester zu bezeichnen, war ihm ihre Anwesenheit recht. Er atmete einmal tief ein und aus und richtete den Blick dann wieder nach vorn. Die Unruhe war dem Rudel förmlich anzusehen, es fehlte die Leichtigkeit der letzten Tage, die nach dem Angriff auf Kiba verflogen und dann erst zaghaft zurückgekehrt war. Die einzige Ausnahme in diesem Bild, das sich Aiyán bot, bildete ein humpelnder Toboe. Nun etwas abgelenkt vom Berg und der Umgebung, sah der Jungwolf genauer hin und versuchte zu erkennen, was sein grauer Bruder da trieb. Er konnte nicht erkennen, was mit seinem Lauf war, dafür war er zu weit weg. Aber er hörte seine Stimme und die Andrakis und es schien nicht so, als wäre da etwas ernstes im Busche. Toboe hätte er glatt zugetraut, wegen so einer Kleinigkeit den sterbenden Schwan zu spielen, aber vielleicht fand selbst er das in Anbetracht der Erdbeben etwas unangebracht. Sein schwarzer Bruder grinste trotzdem ein wenig. Bestimmt hatte er sich wieder im Jagen versucht und war so kläglich gescheitert wie beim letzten Mal. Er überlegte sogar kurz, seinen Wachtposten zu verlassen und nach unten zu gehen, um Tobs auf sein Missgeschick anzusprechen, aber das kam ihm nicht richtig vor. Stattdessen wanderte sein Blick wieder hinüber zu Farai.

„Wartest du auch darauf, dass sie wiederkommen?“, fragte er, obwohl er die Antwort schon kannte. „Komm her.“

Er schaffte es irgendwie, dass seine Worte nicht wie eine Anweisung, sondern wie eine Einladung klangen, während er mit einer Pfote in den Schnee neben sich tippte. Es fühlte sich besser an, zu zweit zu warten, als allein. Und allein war in diesem Fall gleichbedeutend mit einsam. Er suchte zwar nicht unbedingt nach einem Gespräch, aber vielleicht ergab sich hier und jetzt doch noch die Möglichkeit, etwas über die kleine Wölfin herauszufinden, die Kiba so liebte.

10.03.2014 21:00
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◊ Zwischen Tod und ewig Leben
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Kati H. - dawnthieves.de

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15.02.2010

Farai hatte nicht damit gerechnet, das er sie ansprechen würde. Aiyán wirkte weniger streitsüchtig wie sein Bruder, doch eine gewisse Unnahbarkeit teilten sich beide schwarze Rüden. Was war nur der Grund warum sie so reserviert und kalt wirkten? Yago war auch ein bisschen so, aber er war nicht ihr Vater und zudem viel älter. Farai konnte sich gut vorstellen, dass das Leben mit seinen gemeinen Stolpersteinen und Schicksalsfallen einen so werden lassen konnte. So…ernst.
Doch Ai und Sai waren beide fast genauso alt wie Farai. Und doch hatte sie das Gefühl noch erwachsen werden zu müssen, während Aiyán schon erwachsen war und nur noch…älter zu werden schien.
Was er wohl von mir denken muss, dachte die kleine graue Fähe. Vielleicht war er wenig begeistert davon dass sie sich so an Kiba klammerte. Könnte sie es ihm verübeln? Nein, wohl nicht. Trotz allem war sie seine Mutter. Nicht…ihre. Ein wenig betrübt senkte sich ihr Blick nach unten. Toboe und Andraki schoben sich in ihr Sichtfeld. Er war auch so anders als die Zwillinge. Offen, lieb und ein bisschen verrückt. Was war nur geschehen, das sie sich so unterschiedlich entwickelt haben?
Als Aiyán plötzlich sprach war sie für einen kurzen Moment tatsächlich erschrocken. Nicht nur weil sie nicht damit gerechnet hatte dass er sich direkt an sie wenden würde, seine Stimme wirkte in der Winterstille zudem unnatürlich laut.
Farai sah wieder auf, einen Ruck zu schnell um nicht erschrocken auszusehen. Er schaute sie direkt an und tat dann etwas, was sie noch weniger erwartet hätte: Eine Einladung, bei ihm zu sitzen.
Nervös fuhr ihre Zunge über die Nase. Mehr Überspungshandlung als Beschwichtigung.
Dann stand sie auf, näherte sich ihm langsam und setzte sich dorthin, wo er mit seiner Pfote hingedeutet hatte. So nah, das sich grade ihre Fellspitzen berühren konnten.

„Du doch auch, oder?“

Fragte sie den Rüden zurück und betrachtete ihn zurückhaltend. Im Grunde war ihre Gegenfrage überflüssig, doch sie verschleierte was Farai eigentlich wissen wollte: Machst du dir auch solche Sorgen wie ich? Seine blauen Augen erinnerten sie an Kiba. Aber sonst? Ganz anders. Alles.
Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er keine Sorge verspürte. Vielleicht war dies eine gute Gelegenheit, etwas mehr über den schwarzen Rüden zu erfahren…Der sie mehr an Yago erinnerte als an Kiba.

10.03.2014 23:19
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Sirius Neyteri

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Der Himmel war in ein wunderschönes, kühles Blau getränkt, welches von dem hellen Licht der Sonne angestrahlt wurde. Das Wetter war klar, kaum Wolken waren am Himmel zu finden - alles in einem ein schöner Vormittag, wobei das warme Sonnenlicht Sirius zur Abwechslung mal so richtig gut tat. Trotz der Kälte wärmte sie den dichten und weichen pelz der großen Wölfin - so lag sie da, im Schnee und ganz entspannt. Die letzten 3 Tage verliefen eigentlich ziemlich ruhig, wenn man von den immer mal vorkommenden Erdbeben absah - seit ihrer Ankunft in diesem Tal hatte das Phamtom eigentlich mit niemandem wirklich mehr gesprochen. Sie zog meist nur neugierige Blicke aufsich, aber das war ja zu erwarten. Dem weißen Rüden, dessen Namen sie immer noch nicht kannte, ist Sirius Neyteri nie aus dem Weg gegangen; manchmal starrte sie ihn sogar absichtlich eine Zeit lang an; die Blauäugige hatte ihn ja so kennen gelernt, dass er bei den kleinsten Sachen ziemlich impulsiv wurde und wer weiß? Vielleicht störte ihn das ja, diese 'Gestarre'. Doch dieser Morgen brachte die zweifarbige Fähe eher zum Faulenzen - die beiden Alphawölfe gingen laut erzählung zu irgendwelchen Kristallen, was das Phantom zum Grübeln brachte.

Aus dem Augenwinkel konnte Sirius sehen das eine schöne, weiße Fähe auf sie zu kam. Ly konnte sich bei Sirius Ankunft im Tal wenigstens benehmen, im Gegensatz zu dem Weißen - aber weiter wollte das Phantom auch nicht darüber nachdenken.
"Auch dir wünsche ich einen guten Morgen" -Brachte die Blauäugige hervor, wobei sie eine kleine Pause machte um über ihre Frage nachzudenken. In der kurzen Zeit wo die Zweifarbige im Tal war, hatte sie sich eigentlich nicht wirklich viel umgesehen. Auf das nette Angebot von der Weißen nickte die Große nur kurz und erhob sich, sodass ein paar Schneeflocken aufgewirbelt wurden. Kurz zuckte sie mit ihren großen Ohren hin und her, bevor sie Ly antwortete.
"Vielen Dank, sehr gern." Ein kurzes Lächeln kam über ihre Leftzen, bevor sie ein weiteres Mal ihre Stimme erhob. "Könnte ich dir vielleicht auch ein paar Fragen bezüglich des Tals und des Rudels hier stellen?"

11.03.2014 18:10
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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09.07.2006

Ein leicht amüsiertes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er merkte, dass er Farai erschreckt hatte, obwohl er nicht laut gesprochen hatte. Sie wirkte ein bisschen so, als sähe sie in ihm ein unberechenbares Ungeheuer, das im einen Augenblick ganz nett sein konnte, im nächsten aber fies zuschnappte. War vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Aber er sah sich nicht als Ungeheuer und ihm lag jetzt nichts daran, die kleine Wölfin zu verunsichern. Wahrscheinlich tat er das ohnehin schon ungewollt, aber dafür fühlte er sich nicht so wirklich verantwortlich. Er tat ihr ja schließlich nichts.
Als sie seiner Einladung nachkam und sich direkt neben ihn setzte, richtete er den Blick wieder nach vorn. Hätte er sie angesehen, hätten sich ihre Nasen berührt.

„Sie sind schon so lange weg ...“

Sein Zeitgefühl täuschte ihn, das ahnte er. Wenn man auf etwas sehnlichst wartete, zog die Zeit dahin wie ein träger Fluss im Sommer. Wahrscheinlich lag das alles noch im Rahmen und Kiba und Yago waren gerade einmal angekommen, schließlich war der Weg bei der Schneehöhe anstrengend und es dauerte länger, ihn zu bewältigen. Aber seine Unruhe wuchs mit jedem Moment, den sie nicht hier waren. Er staunte über sich selbst, dass er trotz allem noch hier saß und nicht wie ein aufgescheuchtes Kaninchen durch den Wald lief oder das Rudel ziellos umkreiste. Ehrlich gesagt war ihm sehr danach. Und wäre Farai nicht hier, hätte der dem Drang vielleicht demnächst nachgegeben. So aber riss er sich zusammen. Abwechselnd spannte und lockerte er seine Muskeln und atmete so, dass er genau spüren konnte, wie sich sein Brustkorb ausdehnte und wieder zusammenzog.

„Erzähl mir etwas“, bat er leise und ohne die kleine Fähe anzusehen. Seine Augen starrten ohne Fokus in Richtung der Berge. „Bitte.“

Eigentlich war ihm egal, was sie erzählte und worum es ging, Hauptsache sie beschäftigte seinen Geist für ein paar Augenblicke. Es konnte auch eine Welpengeschichte sein. Und wenn sie fertig war würde er irgendetwas erzählen und dann wieder sie, bis Kiba irgendwann als kleiner grauer Punkt auf der Ebene im Schnee zu sehen sein würde.

11.03.2014 22:51
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◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
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15.02.2010

Aiyáns leichtes Lächeln bemerkte Farai gar nicht. Für sie waren gewisse Schreckmomente mittlerweile alltäglich geworden. So bemerkte sie auch kaum noch, wenn sie bei ihren Gegenübern auf Verwunderung stieß. Sich erschrecken obwohl es nichts Schreckliches gab…Ja, das passte sehr gut zu ihr.
Es freute sie ein wenig, dass er sie zu sich gerufen hatte. Farai könnte verstehen, wenn er sie nicht mögen würde. Immerhin klammerte sie sich sehr an Kiba, die ja eigentlich drei Kinder hatte, strenggenommen. Aber dass sie nun bei ihm sitzen durfte, sei es nur um die Zeit zu überbrücken, das fand sie schön. Wieder so ein Gefühl, was sie an Yago erinnerte. Das Gefühl stummer Akzeptanz.
Was Ai als nächstes sagte klang mehr wie ein laut ausgesprochener Gedanke, mehr an sich selbst gewandt als an sie. Wie lange sie tatsächlich weg waren vermochte Farai nicht zu sagen. Die Zeit war etwas, was sie noch immer schwer in den Griff bekam. Zwar wusste sie jetzt ungefähr, wann die Sonne aufging, wann sie ihren höchsten Punkt erreichen würde und wann sie wieder unterging, aber ob Yago und Kiba nun eine halbe, eine ganze oder zwei Stunden fort waren lag außerhalb ihres Urteilsvermögens. Darum sagte sie nichts und betrachtete nur den Berg, als erwartete sie von ihm eine Antwort.
Was der schwarze Rüde als nächstes sagte kam so unerwartet, das Farai den Kopf drehte und ihn ansah. Ihre Ohren drehten sich nervös nach hinten. Nicht nur das sie nicht damit gerechnet hatte das ausgerechnet Aiyán sie um so etwas wie eine Geschichte bitten würde…Sie wurde noch nie darum gebeten etwas zu erzählen. Natürlich gab es die obligatorischen Fragen nach ihrer Herkunft, aber nachdem Farai so schmerzhafte Erfahrungen mit den verknüpften Erinnerungen gemacht hatte waren ihre Erklärungen in dieser Hinsicht sehr knapp bemessen. Meistens merkten andere Wölfe, dass sie nicht gerne darüber redete und wechselten aus Nachsicht das Thema. Normalerweise war sie es, die fragte. Die jede Geste und jedes Wort hinterfragen musste, weil sie es einfach nicht verstand. Die süchtig war nach den Lebensgeschichten der „richtigen“ Wölfe. Nein, jemanden wie Farai bat man nicht um eine Geschichte. Denn was sollte sie auch berichten? Sie fühlte sich immer noch wie ein Welpe dessen Leben vor wenigen Monaten begonnen hatte.
Doch Aiyán meinte es ernst und sie wollte ihn nicht enttäuschen. So lies sie erstmal ihre Vorderläufe nach vorne rutschten, bis sie in Sphinxstellung zum liegen kam. Den Moment des Positionswechsels nutzte sie um noch einige Atemzüge länger nachdenken zu können. Dann kam ihr eine Idee.
Und Farai erzählte.

"Es gab einmal eine kleine Fähe, die lebte im Himmel. Sie wurde dort geboren. Die Wolken waren ihre Eltern und gaben ihr ein Zuhause. Tagaus und Tagein gab es in ihrem Leben nur Wolken. Endlose, farblose…Weite.
Sie war dort sicher, sie wurde nie krank, hatte niemals Hunger. Aber es gab dort niemanden mit dem sie reden konnte. Um sie herum nur stumme, riesige, weiße Wächter.
Eines Tages war dort ein Riss in der Wolkendecke. Man konnte durch die Lücke auf die Erde hinab sehen. Alles glitzerte und strahlte in neuen, unbekannten Farben. Die kleine Fähe sah ihre Gelegenheit und…sie sprang.
Der Sturz schien unendlich lange zu dauern. Sie überschlug sich ganz oft, alles drehte sich…Bis sie nicht mehr wusste wo oben und unten war. Als sie den Boden endlich erreichte, war alles ganz still. Kein Vogel schrie, kein Wind lies die Blätter rascheln.
Die kleine Fähe dachte, sie wäre gestorben.
Etwas berührte ihr Fell. Noch nie hatte sie jemand berührt. Es fühlte sich warm und weich und freundlich an. Als sie die Augen öffnete und zaghaft den Kopf hob, sah sie vor sich ein Wolfspaar. Die Wölfin stand über ihr und schaute zusammen mit dem Rüden auf sie hinunter. So große, Imposante Wesen, die auch noch so aussahen wie sie. Erst hatte sie Angst vor ihnen, doch dann freute sie sich. Die Wolkenfähe freute sich, jemanden gefunden zu haben der so war wie sie.
Doch das Wolfspaar wollte weiterziehen. Eine kleine, gefallene Fähe die nichts von der Welt verstand konnten sie nicht gebrauchen. Aber das Wolkenkind lief ihnen einfach nach. Wo sollte sie auch sonst hin? Die große Wölfin hatte irgendwann ein einsehen, aber der Rüde war kalt und distanziert und wollte nichts mit dem ungebetenen Gast zu tun haben.
So lebten sie eine Zeit lang zusammen. In einer Mischung aus Akzeptanz und Abhängigkeit. Die kleine Fähe merkte schnell, dass sie noch viel lernen musste über Wölfe und ihre Gesetze und Regeln. Alles war so neu…
Eines Tages kam es zu einem Erdrutsch, und die Steine vergruben die kleine Fähe unter sich. Die Sonne, die Gerüche, der Wind…alles war plötzlich fort. Sie konnte sich nicht bewegen. Wieder nur Stille.
Dann hörte sie wie Pfoten über ihr die Erde wegrissen. Es war der Rüde, der bis dahin gewirkt hatte als sei ihm ihr Schicksal völlig egal. Voller Sorge grub er nach ihr, bis sie wieder frische Luft riechen konnte und schließlich frei war. Ab diesem Moment war der kleinen Fähe klar, das egal was geschehen würde, sie würde niemals mehr alleine und einsam sein. Die Welt war nicht einfach und es gab vieles, was ihr Angst machte…doch es gab dort jemanden der sie mochte. Darum wollte sie nie wieder zurück."


Sie hatte oft Pausen machen müssen, in denen die Bilder zu sehr drohten sie wieder gänzlich einzunehmen. Doch sie hatte es geschafft. Jetzt fühlte sich ihr Maul trocken an, sodass sie etwas Schnee neben sich aufleckte. Wann hatte sie das letzte Mal so lange am Stück geredet? Vielleicht noch nie. Zaghaft sah sie hinauf zu Ai. Ihr Herz klopfte schmerzhaft gegen die Rippen an. Es schmerzte ein bisschen, weil es das immer tat wenn sie an gewisse Sachen erinnert wurde. Und es schmerzte weil sie aufgeregt war, was er von ihrer ersten Geschichte halten mochte.

12.03.2014 22:34
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INSIDE OF ME
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All we need is to believe
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04.12.2011

Seitdem er mit Ly die Fremden zum Rudel gebracht hatte und dabei nen Rüffel von Kiba bekommen hatte, hasste er Akira und Sirius gleichermaßen und war ihnen aus dem Weg gegangen. Außerdem hatte er angefangen sich ausgiebig um sein kleines Buntauge zu kümmern. Er war aufmerksam und zuvorkommend gewesen, schmuste regelmäßig mit ihr und lauschte ihr wenn sie ihm etwas erzählte. Sie waren sogar 'spazieren gegangen'. Er hatte angefangen morgens für sie zu jagen, auch wenn es nur Mäuse oder Kaninchen waren aber es schien ihr zu gefallen und als die Erdbeben anfingen, erlaubte er ihr, sich auf seinen Rücken zu legen, damit die Vibrationen ihr nichts anhaben konnten. Er bemühte sich wirklich um sie. Auf andere reagierte er dafür aber größtenteils richtig biestig und sträubte das Nackenfell wann immer ihnen jemand zu nahe kam.

"Wie geht es dir jetzt, Núkûn? Brauchst du irgendwas?" Natürlich konnte er den grummeligen Unterton in seiner Stimme nicht verbergen oder entfernen aber das gehörte eben zu ihm und machte ihn aus.

Wahrscheinlich würde es sie erschrecken wenn er nicht mehr so grummelig wirken würde. Und er war ja auch immernoch ein Grumpel. Das würde sich wohl auch niemals ändern. Das ständige Beben ging ihm auf die Nerven und machte ihn reizbarer auch wenn er versuchte es nicht an seiner Gefährtin auszulassen denn sie konnte schließlich nichts dafür. Akira und Sirius auch nicht, aber bei denen war es ihm egal und gerade Sirius schien es darauf anzulegen dass ein Streit vom Zaun gebrochen wurde, denn sie starrte ihn immer wieder an und langsam fehlte nicht mehr viel um ihn dazu zu bringen sie anzugreifen. Dass er es nicht tat, lag nur am Respekt den er vor Andraki hatte. Kiba war wohl irgendwohin aufgebrochen und zusammen mit dem Schwarzen Rüden den Berg hoch gewandert, aber das blieb eher Nebensache für den Kwishin.

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13.03.2014 13:14
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Fest hatten sich die Krallen der jungen Fähe ins Erdreich geklammert, in der Hoffnung so etwas mehr Sicherheit zu erhaschen. Zu schnell hatte Caylani jedoch einsehen müssen, dass ihre Krallen nicht im geringsten denen der Samtpfoten ähnlich war, die ihr Heimatland mit ihrer Familie geteilt hatten. Die großen Raubkatzen hatten längere Krallen, die sie ausfahren und – zumindest in ihrer Fantasie – ins Erdreich rammen konnten. Denen würde die bebende Erde wohl nicht so viel Angst einjagen, wie der Grauen. Noch nie hatte sie soetwas erlebt und beim ersten Erdstoß war die Fähe erschrocken zusammen gezuckt. Das sich die Erde bewegte war ihr neu, war sie in ihrem unerfahrenen, jungen Leben mit solcherlei Dingen nie konfrontiert worden.
Nach dem ersten Schrecken hatte sich die Erde vorläufig wieder beruhigt, doch es war danach immer wieder zu neuen Erschütterungen gekommen und die angespannte Stimmung im Rudel tat noch ihr Übriges. Die Ohren angelehnt ließ die Melierte den Blick über die anderen Wölfe wandern, die meistens ebenso angespannte und ratlose Minen hatten, wie sie selber. Nur kam bei ihr noch die Furcht vor dem Unbekannten hinzu.
Als sie etwas aschfarbenes Fell, gar nicht weit von ihr entfernt, erspäht, war für die Jungwölfin der Beschluss klar. Agil schob sich der Körper der Welpin über den Boden, den sie kaum mehr verließ. Sie wagte schon nicht mehr, sich zur vollen Größe aufzurichten, denn bei einem heftigen Erdstoß konnte man durchaus das Gleichgewicht verlieren. Sicherer war es da auf dem Boden zu kauern und zu warten, bis es wieder aufhörte. Nun hatten sich in den letzten Tagen die Zeitspanne zwischen den Beben so weit verkürtzt, dass sich die Fähe gar nicht mehr erheben wollte und sie sich auch jetzt nur kriechend fort bewegte. So schnell sie es konnte, schob sie sich vorwärts, bis sie bei Teyrm angelangt war. Ohne irgendwelche Begrüßungsfloskeln schob sie gleich vertrauensvoll die Schnauze in seinen dunklen Pelz und schmiegte den Körper an den großen Rüden. Hier, in seiner Nähe und mit seinem Geruch in der Nase, fühlte sie sich sicherer als alleine. Sie musste ihrem Freund nicht erklären, dass sie sich fürchtete. Ihr pochendes Herz würde sie so oder so verraten.
Ein paar Sekunden verstrichen, in denen die Graue nichts sagte und nur abwartete, bis sich ihr Herzschlag ein wenig beruhigte. Die Anspannung blieb und auch die bohrende Frage danach, was das alles zu bedeuten hatte.

“Teyrm?“ erhob sie dann doch flüsternd ihre Stimme und blickte in die hellen Augen auf. Sie schluckte kurz, bevor sie fort fuhr. Hätte er gewusst, was hier los war, so hätte er es ihr schon längst erzählt, dessen war sich Caylani sicher. Außerdem kannte sie ihren Freund, er würde sonst nicht so ein Gesicht machen. Da die Leitwölfe jedoch nicht beim Rudel waren und Caylani nicht die Betatiere nicht mit ihren Fragen belästigen wollte – und sie zudem keine Traute hatte – hatte sie sich überlegt, ein anderes Rudelmitglied zu fragen. “Begleitest du mich zu Jeanne? Ich… möchte sie etwas fragen.“ Es war ein flehender Unterton in ihrer Stimme und auch die meerfarbenen Augen sahen den Älteren bittend an. Lass mich nicht alleine bat sie stumm in Gedanken und warf kurz einen Blick zu der Weißen, von der sie wusste, dass sie schon sehr lange das Rudel begleitete. Vielleicht konnte Jeanne ihnen weiter helfen. In jedem Fall würde es ihnen beiden gut tun, wenn sie Gesellschaft aufsuchten.

13.03.2014 14:52
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Toboes blaue Augen waren Andrakis Blick für einige Momente gefolgt. Der Berg, die Mitte ihrer Heimat. Ein weiterer, hoffnungsvoller Gedanke an seine Mutter und Yago. Ihm wurde ein wenig flau bei dem Gedanken, was sie dort erwarten würde, was sie zu berichten hatten. Seine Ohren lauschten aufmerksam, und als Andraki auf seine Frage antwortete, wandte er schließlich den Blick zu ihr herum. Bei ihren Worten bemühte auch der Graue um ein ehrlicheres Lächeln, selbst wenn es sich nicht ganz richtig anfühlte. Aber irgendwo mussten sie vielleicht neu anfangen. Und auch wenn der graue Rüde sich in der letzten Zeit wohl verändert hatte, so war er dennoch kein Wolf, der gerne Spannungen um sich herum hatte. Und zwischen Andraki und ihm gab es wohl genug davon. Ein tonloses Seufzen, ein kurzer Blick über das Rudel. Er hoffte für sie alle, dass Kiba und Yago bald zurück kamen, je länger diese Unsicherheit anhielt, desto mehr wurde sicher auch das Rudel unruhiger.
Bei Andrakis nächsten Worten zuckten die Ohren des Grauen kurz durch die kühle Luft und einen Moment blickte er die Zimtfarbene verwirrt an. Ein Herzschlag verging, ehe ihm wirklich bewußt wurde, dass sein Versuch, das schmerzende Bein nicht auffallen zu lassen, direkt nach wenigen Atemzügen gescheitert war. Bevor er der Dunklen jedoch antwortete, wog er leicht den Kopf zur Seite, überlegte unzählige Möglichkeiten, wie er ihr heldenhaft klar machen konnte, dass diese schwere Verletzung einer Heldentat entsprungen war. Aber ihm wäre vermutlich Nichts eingefallen, das Andraki ihm abgenommen hätte. Er seufzte.

Vermutlich die Strafe dafür, dass ich am Waldrand war.“

Seine Ohren zuckten erneut, ehe er sich langsam auf die Hinterläufe sinken ließ, so den Lauf noch ein wenig mehr entlasten konnte. So gefiel es ihm gleich schon viel besser. Ein Ohr leicht zurück geneigt wurde das Lächeln des Rüden wieder ein wenig schräger. Einfach die Wahrheit, das war doch ein Anfang.

Eine missglückte Jagd... eine von vielen...“ Das klang nicht besonders wölfisch, er schmunzelte also und hing noch ein leises „Kleintiere sind einfach nicht meine Stärke“ an.

15.03.2014 10:40
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Als Toboe seufzte, erwartete sie eigentlich keine ehrliche oder freundliche Antwort mehr. Für sie klang der Laut eher nach einem Auftakt für eine genervte Abfuhr á la 'Das geht dich nichts an' oder eines anderen, sinnverwandten Spruchs. Es hatte zwar schon eine ganze Weile keine Auseinandersetzungen zwischen ihr und Kibas Söhnen mehr gegeben - von dem Zwischenfall mit Akaras Rückkehr abgesehen - aber das lag hauptsächlich daran, dass sie einander eher aus dem Weg gingen. Die Differenzen waren nie richtig geklärt worden, und die aktuelle angespannte Stimmung schien ihr nun doch kein so geeigneter Zeitpunkt zu sein, damit anzufangen.
Doch der Marmorierte überraschte sie, als er schließlich antwortete. Zunächst sah sie ihn nur fragend an, aber der Marmorierte lieferte schon einen Moment später ein paar Details nach. Ah, ein Jagdunfall also. Einmal vertreten, einmal irgendwo hängen geblieben bei der Hatz - sowas passierte schnell mal.

"Es heißt oft, dass die Großwildjagd die höchste Kunst der Jagd ist. Vielleicht stimmt das, aber das heißt nciht, dass sie die schwierigste ist. Ich finde, dass die schwierigste Jagdform immernoch die Kleintierjagd ist, weil man da ganz auf sich allein gestellt ist. Niemand ist da, der einen Fehler ausgleichen kann."

Sie hoffte, dass er verstand, was sie ihm damit sagen wollte, ohne es direkt in Worte zu fassen.

"Wenn du mal Lust hast, kann ich dir ja vielleicht den einen oder anderen Trick zeigen, den du noch nicht kennst",

fügte sie nach einem kurzen Moment hinzu, und gab sich dabei alle Mühe es nach einem unverbindlichen Angebot klingen zu lassen.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
15.03.2014 12:05
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Toboe hatte seine Gründe gehabt, die Fähe neben sich zu meiden. Es löste ein drückendes Gefühl in seinem Inneren aus, wenn er daran dachte, was zwischen ihnen vorgefallen war, als Akara noch bei ihnen gewesen war. Er hatte ihre Methoden immer skeptisch betrachtete, hatte es nicht richtig gefunden, was sie getan hatten, wie sie entschieden hatten. Aber irgendwo war wohl auch der Graue... erwachsener geworden. Er sah Andraki noch immer skeptisch entgegen, aber irgendwo musste Kiba ihr ja vertrauen... und vielleicht konnte auch er sie aus einem anderen Licht sehen, wenn er ihr die Chance gab. Sie machte in diesem Moment nicht den Eindruck, als würde sie ihn am liebsten fortschicken.
Als sie zu sprechen begann, wandte der Rüde wieder den Kopf herum, ließ die Ohren leicht schnippen und verzog die Lefzen zu einem leichten Schmunzeln. Andraki war noch immer so, wie er sie kennen gelernt hatte – als Wölfin, die immer und überall passende Worte und Ratschläge parat hatte. Aber sie sah das immerhin genauso, wie er selbst. Er lachte leise auf.

Naja... selbst mit Akando oder Aiyán klappt es nicht so, wie es sollte.“ Eine kurze Pause, der blaue Blick glitt kurz auf den Schnee vor seinen Pfoten, ehe er wieder zu der Dunklen sah. „Das kommt davon, wenn man ewig über seine eigenen Pfoten stolpert. Akando zumindest hat immer seinen Spaß daran...“

Der Graue räusperte sich leicht, als würde er sich für das eben gesagte schämen. Trotzdem lächelte er sachte, ehe seine Ohren bei den folgenden Worten der Fähe leicht zuckten. Wie er eben noch gedacht hatte – er konnte lernen, sie in einem anderen Licht zu sehen, wenn er ihr die Chance gab. Und vielleicht konnte er mit ihrer Hilfe bald Akando davon überzeugen, dass er doch nicht allein aufgeschmissen war. Er nickte also, weiterhin lächelnd. Und seine Entscheidung hatte Nichts mehr von dem jungen Wolf, der sich damals gegen die Wölfe gestellt hatte, die seine Mutter ersetzen wollten.

Solange du damit rechnest, dass ich dich mindestens einmal in den Schnee werfen werde... Sehr gerne.“

Aiyán hatte es ja vor wenigen Tagen am eigenen Leib erfahren müssen.

15.03.2014 13:51
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09.07.2006

Er bemerkte ihren Blick aus den Augenwinkeln, sah aber nicht zu ihr herüber, um ihn zu erwidern. Dass sie sich über seine Bitte wunderte, konnte er sich vorstellen. Er war sonst nicht unbedingt der Wolf, den man mit so etwas in Verbindung bringen würde. Und wäre Sai hier, hätte er den Teufel getan, Farai um eine Geschichte zu bitten. Er fragte sich, ob deshalb ein Teil von ihm falsch war, weil er so klar zwischen seiner Rolle an Sais Seite und der als einzelner Wolf unterscheiden konnte. Aber es war ja nicht so, als würde er sich selbst belügen, wenn er mit seinem Bruder unterwegs war. Dann hätte er es tatsächlich innerlich abgelehnt, die kleine graue Fähe um etwas zu bitten, er hätte nicht stumm nach Norden starren wollen und sich stattdessen mit dem schwarzen Ebenbild die Zeit vertrieben, um nicht über Kibas Verbleib nachdenken zu müssen. Aber inzwischen hatte sich einiges verändert. Sie klebten nicht mehr zusammen wie ein Wolf und sein Schatten, ihre nach innen gekehrte Beziehung schien sich zu lockern und durchlässig zu werden. Ai selbst war sich dessen gar nicht so bewusst, er spürte nur, dass er für Sai nicht mehr der einzige Wolf war, der zählte. Und so komisch das auch in seinem Kopf klang, ihm ging es ähnlich. Er hatte sich Toboe in den letzten Tagen angenähert und knüpfte auch ringsum behutsam Beziehungen, die er ablehnen würde, wenn er und Sai mehr zusammen wären. Nach Toboe und Seroka war es nun scheinbar an der Zeit, Farai besser kennenzulernen.

Er war nicht wirklich überrascht, als sie sich neben ihm niederlegte und tatsächlich damit begann, eine Geschichte zu erzählen. Ihre Stimme war leise und wurde mit jedem Wort ruhiger, auch wenn sie nicht klang wie eine geübte Erzählerin. Ihm fiel es trotzdem leicht, sich auf den Inhalt der Geschichte zu konzentrieren, auch wenn er sehr aufrecht sitzen blieb und weiterhin nach Norden starrte. Vor seinem inneren Auge sah er Farais Wolkenwölfin und fragte sich, ob sie sich die Geschichte ausgedacht hatte, oder ob ihre Eltern sie ihr erzählt hatten. Er zum Beispiel sah sich nicht so richtig in der Lage, eine so fantastische Geschichte aus dem Pelz zu schütteln. Vielleicht war Farai einfach sehr einfallsreich und dachte sie sich aus, während sie sie erzählte. Aber als die Graue begann, ein Wolfspaar in die Geschichte einzubinden, senkte Aiyán den Blick, weg von den Bergen, hinab auf sie. Es war nur eine spontane Überlegung, nur ein fixer Gedanke, aber augenblicklich hörte er noch etwas besser zu als zuvor ohnehin schon. Und sein Verdacht erhärtete sich – dass das Paar aus der Geschichte Kiba und Yago waren. Und dass Farai ihm soeben erzählte, wie sie auf seine Mutter gestoßen war. Er wusste nichts darüber, außer dass Kiba sie eines Tages mitgebracht hatte. Ihm war klar dass Farai nicht aus den Wolken kam, um die Geschichte für so wahr zu halten war er nicht mehr jung genug. Aber dennoch klang es für ihn sehr danach, dass das ihre Geschichte war. Interessiert sah er ihr beim Reden zu und als sie endete und zu ihm aufsah, lächelte er ein wenig. Sie wirkte nahezu erschöpft und vielleicht war sie das sogar. Während er über das Ende nachdachte, ließ auch er von seiner aufrechten Haltung ab und rutschte mit den Vorderpfoten nach vorn, so dass er letztendlich neben Farai zum Liegen kam. Seine Läufe waren länger als ihre, sonst aber waren sie jetzt auf einer Höhe. Dann sah er wieder zu ihr.

„Das ist eine schöne Geschichte“, schloss er zuerst und lächelte wieder. „Und du bist die Wolkenfähe, die nicht heimkehren will.“

Er fragte gar nicht erst, er stellte es fest. Alles was mit einem Fragezeichen versehen blieb, waren die Einzelheiten der Geschichte. Welche waren wahr, welche ausgeschmückt? Er wusste, dass Farai mit Kiba und Yago eine Zeit lang vom Rudel getrennt gewesen war und in den Bergen hatte ausharren müssen, deshalb konnte er sich vorstellen, dass es den Steinschlag wirklich gegeben hatte. Nur die Wolken … sie verschleierten auch in der Geschichte Farais Herkunft. Forschend musterte er sie.

„Weißt du nicht, woher du wirklich kommst?“, erkundigte er sich und klang dabei so ernst, dass klar war, dass er sich nicht über sie lustig machte.

15.03.2014 18:20
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