Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Winter 1925/26 » Leises Winterleuchten
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Autor

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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

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94 cm

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367

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23.07.2005

Unbemerkt und still ging die Jahreswende am Rudel vorbei, der Januar hat gerade begonnen. Die letzten vier Wochen verliefen hauptsächlich ruhig und die Wölfe blieben dicht zusammen am Thear Mirrow. Kiba hatte sich zwar schon wenige Tage nach dem Kampf mit Phai wieder aufgerappelt, war aber noch einige Zeit schwach und unsicher auf den Pfoten gewesen. Der Heilungsprozess ihrer vielen Wunden geht langsam von statten, vor allem die Größeren brauchen Zeit. Die meisten der kleineren Wunden sind nun aber verheilt.
Dass auch eine ziemlich zerfledderte Akara am Tag von Kibas Kampf in das Tal zurück gekommen war, war eben so wenig am Rudel vorbei gegangen. Andraki und Yago erklärten dem Rudel, dass sie die ehemalige Leitwölfin wieder vertrieben hatten, weil sie eine Gefahr für das Rudel dargestellt hatte. Auf dem Weg hinaus aus dem Tal war die braune Wölfin dann jedoch zusammengebrochen und gestorben. Andraki hatte ihr die letzte Ehre erwiesen und bis in die Nacht Totenwache gehalten.
Ly, Mhairi und Seroka wurden schließlich doch im Rudel aufgenommen, wobei sich Ly tatsächlich als eine Rückkehrerin entpuppte, wie von Kiba und Jeanne bestätigt werden konnte. Und Mhairi fand ihre Tochter Ashlynn wieder. Während die Wochen verstrichen, schlossen sich noch drei weitere Wölfe dem Rudel an. Zuerst die junge Caylani, die sich als eine Freundin Teyrms vorstellte. Wenig später erreichte ein erwachsener Rüde namens Sirion das Tal und zu guter Letzt trat dem Rudel noch eine Jährlingswölfin namens Celethya bei.
Das Rudel hält sich nach wie vor am Thear Mirrow auf. Es liegt nach wie vor Schnee, dieser ist jedoch hart gefroren. Es schneit schon seit ein paar Tagen nicht mehr und es ist bitterkalt. Kein Problem jedoch für die Wölfe mit ihren dicken Pelzen. Ein neuer Morgen ist gerade heran gebrochen, die Wolken hängen tief und hüllen das Tal in leichten Nebel. Ganz schwach trifft das Sonnenlicht durch die nebeligen Wolken und tauchen alles in ein seltsam fahles Licht.


Tag | 3. Januar . morgens
Wetter | leichter Nebel, der direkt in die Wolken übergeht . fahles Licht . -19 °C

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
12.10.2013 18:06
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             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
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Konrad Wothe - konrad-wothe.de

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Delta

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6 Jahre

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Fähe

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89 cm

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289

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27.07.2005

Jeanne erhob sich mit einem kurzen Strecken ihrer Läufe, ließ den Blick dabei kurz über das Rudel wandern. Die letzten Wochen waren still gewesen, der Weißen jedoch war es nur Recht, nach dem Chaos, das Phai verursacht hatte. Noch immer schnürte ihr der Gedanke an die dunkle Wölfin die Kehle ein wenig zu, wenn sie daran dachte, was für ein Chaos sie über das Rudel hätte bringen können. Umso glücklicher war die Fähe darüber, dass es Kiba allmählich besser erging. Sie selbst konnte sich nur vorstellen, wie es in der silbernen Alpha aussehen musste, aber immerhin heilten ihre Wunden langsam ab. Sie alle waren nun sicher vorsichtiger geworden, jedoch konnte man es wohl nicht als Nachteil bezeichnen. Es war – den Erzählungen nach – also auch kein Wunder, dass niemand von ihnen wirklich erpicht darauf gewesen war, Akara wieder in diesem Rudel aufzunehmen. Jeanne selbst war überglücklich darüber, dass Kiba zu ihnen zurück gekommen war – und trotzdem hatte sie nie wirklich Groll gegen Akara gehegt. Somit konnte sie sich auch nur zu gut erklären, woher der leichte Stich in ihrem Inneren kam, als sie von dem Tod ihrer ehemaligen Anführerin gehört hatte. Sie hatte in den letzten Wochen oft darüber nachgedacht, was wohl geschehen wäre, hätten sie die Bunte erneut in ihren Reihen begrüßt. Wäre sie wirklich zu einer Gefahr für sie geworden – vor allem für Kiba? Sie war geschwächt gewesen... hätte Akara versucht, ihren Rang zurück zu fordern, hätte die Silberne dafür vielleicht sogar getötet? Fragen, auf die sie wohl nie eine Antwort finden würde – und vielleicht war es auch einfach besser so. Aber ein erneutes Mal fand Jeanne keinen Weg aus diesen Gedanken... sie versuchte also einfach glücklich darüber zu sein, dass Kiba mehr oder weniger wohlauf war und das Rudel vor einer weiteren Katastrophe bewahrt worden war.
Vorsichtig hob die weiße Fähe den Kopf, blickte durch den sachten Nebel zu den grauen Wolken, die über sie hinwegzogen. Sie hatte eines in diesem Tal gelernt, und zwar dass jeder Verlust auch neue Gewinne bedeutete. So waren nach Phais und Akaras Tod auch neue Wölfe zu ihnen gestoßen. Ashlynns Mutter hatte ihren Weg zu ihnen gefunden, und auch eine Freundin von Teyrm schien bei ihnen bleiben zu wollen. Dieser Gedanke ließ die Weiße Fähe lächeln, ehe sie leicht den Kopf schüttelte. Ein weiterer Neuzugang war Sirion, den zu diesem Zeitpunkt jedoch niemand von ihnen gekannt hatte. Auch er war noch immer bei ihnen, was Jeanne ein leichtes Gefühl von Glück verlieh. Sie mochte den Rüden, und so hoffte sie umso mehr als bei ihrer ersten Begegnung, dass er in diesem Rudel wirklich fand, was er gesucht hatte. Kurz noch ließ sie den dunklen Blick schweifen, ehe ihre Seelenspiegel den Melierten ausfindig gemacht hatten und sich die helle Wölfin in Bewegung setzte, direkt auf den besagten Rüden zu. Während des kurzen Weges zu ihm ließ sie noch einmal den Blick schweifen, ehe sie schließlich mit einem beinah zaghaften Lächeln bei Sirion zum stehen kam. Aufgeschlossen zuckten ihre Ohren durch die kühle Winterluft. Sie dachte kurz an das Gespräch zurück, welches sie geführt hatten, bevor sie zu den Spiegeln aufgebrochen waren.

Guten Morgen. Habe ich die zu viel versprochen, was das Rudel angeht?“

Fragend neigte sie den Kopf zur Seite, ehrliches Interesse schwang in ihrer Stimme mit. Sie war es Leid, dass Wölfe einfach immer wieder verschwanden.

12.10.2013 18:48
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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Monty Sloan - wolfpark.org

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2 Jahre

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Rüde

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92 cm

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183

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23.05.2006

Die letzten Wochen hatten immer wieder unerwünschte Bilder Toboes Träume heim gesucht. Die Angst um seine Mutter genau wie die Hilflosigkeit hatten ihn immer wieder aus dem Schlaf gerissen, ihn in manchen Momenten sogar ganz um den Schlaf gebracht. Immer wieder war er aufgestanden, um nachzusehen, ob seine mutter noch dort war, wo sie hingehörte. Aber auch der Anblick der schlafenden Fähe hatte manchmal nicht gereicht, um ihn zu beruhigen. Es war eine Spirale seiner Gedanken, und für den Moment fand er keinen Weg, sie zu umgehen. Sie hatten nun schon zwei Fähen in ihren Reihen gehabt, die hatten töten wollen. Der einen war es gelungen – und Kiba hatte darunter leiden müssen. Die zweite hatte es mit ihrem eigenen Leben bezahlt – und wieder war Kiba es, die weiter mit dieser Last leben musste. Der junge Rüde sorgte sich um die Silberne, wußte jedoch nicht, wie er seine Sorge deutlich machen sollte oder ihr helfen konnte, sich besser zu fühlen. Er suchte oft ihre Nähe, auch wenn er oft einfach nur still dalag, und es ihm reichte, sie in der Nähe zu wissen. Er wollte nicht, dass sie noch einmal so etwas durchmachen musste... sie hatte schon genug unter diesen ganzen Umständen gelitten. Aber was konnte man tun? Konnte man fremden Wölfen den Zutritt verbieten? Er konnte sich kaum vorstellen, dass seine Mutter so etwas zulassen würde – auch nach allem, was geschehen war. Umso besser erschien es dem jungen Rüden jedoch, dass Akara nun nicht mehr unter ihnen war... so konnte der Graue auch den ersten Schock verdauen, der unumgänglich gewesen war, als der Name der Bunten gefallen war. Gedanken, die er für einen Moment ablegen wollte. Die Sorge um seine geliebte Mutter ließen sich sicher nicht so einfach unterdrücken, das war sicher. Aber ein wenig Ablenkung schadete ihnen allen nicht. Und wenn Toboe sich bei etwas sicher war, dann dass Yago auf seine Mutter Acht geben würde. Und vielleicht konnte niemand sie so gut beschützen wie der schwarze Alpha.
Irgendwann erhob der graue Rüde sich langsam, reckte den Kopf mit geschlossenen Augen zum Himmel und betrachtete kurz den Platz, der von Nebel umgeben war. Seine Ziele waren schnell gesichtet, und so atmete er nur noch einmal die frische Winterluft ein, ehe er sich in Bewegung setzte. Mit federnden Schritten näherte er sich zuerst seinem besten Freund, ohne jedoch ein Geheimnis daraus zu machen. Näher bei ihm nahm Toboe einen kurzen Anlauf, sprang mit einem Satz über den Aschfarbenen Rüden, der auf dem Boden lag, und packte sich einen Moment später sein Ohr, woran er kurz zog und sich dann mit einem Grinsen schon wieder in Bewegung setzte. Teyrm würde wohl nicht entgehen, dass es eine Einladung zum mitkommen war. Er ließ die Rute durch die Luft schwingen, trabte dann mit einem munteren Blick weiter, bis das nächste Ziel zu erkennen war. Einen Atemzug hielt Toboe inne, ehe er sich mit einem weiteren Satz schneller auf die graue Fähe zu bewegte, die noch zu schlafen schien. In letzter Zeit hatte er sie so oft aufsuchen wollen... trotzdem war immer etwas dazwischen gekommen. Umso besser war nun die Chance. Erst kurz vor Farai kam er zum stehen, wirbelte dabei ein wenig festen Schnee auf und hob schließlich eine Pfote, mit der er der Silbernen gegen die Stirn stubste. Schlafen konnte sie wann anders!

12.10.2013 19:38
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Seroka

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Seroka wachte auf, als das Krähen eines Raben sie aus dem schönen Traum riss. Er handelte von ihrem neuen Rudel ihr und ihrer Familie, doch wollen wir nicht weiter darauf eingehen. Sie blickte in die Runde und entdeckte noch nicht viele ihrer Artgenossen. Es schien, als schliefen die anderen noch, tief und fest in ihren Träumen - oder auch Alpträumen - ihre Erinnerungen verarbeitend. Die Bunte konnte Jeanne entdecken, die sich gerade zu einem gräulichen Wolf gesellte. Jeanne hatte sich bereits bei ihr vorgestellt, wenn auch nur kurz. Doch der Rüde war ihr weiterhin fremd geblieben. Kurz darauf kam ein anderer Rüde hinzu, den sie ebenfalls noch nicht kannte und versuchte den schlafenden Grauen mit ein paar frechen Methoden zu wecken. Anschließend rannte dieser zu einem anderen Wolf. War das nicht Farai? Oder täuschte sie sich? Sie kannte noch nicht alle Wölfe, um ehrlich zu sein sogar fast gar keinen. Lediglich Ly, Mhairi, Kiba und Jeanne. Doch die junge Fähe traute sich einfach immer noch nicht, sich zu jemanden zu setzen und ein Gespräch zu beginnen. Sie war zwar immer freundlich und war auch überaus glücklich, wenn sich jemand dafür entschied, mit ihr zu reden und ein wenig Spaß zu haben, doch alleine auf jemanden zugehen, das war für sie die reine Hölle. Immer wieder machte sie kurz vor ihrem Ziel kehrt, weil ihr Herz einfach raste. Selbst bei Ly und Mhairi empfand sie diese kleine Angst, obgleich sie diese schon kannte. Es ist aber auch nicht gerade verwunderlich, wenn sie nach ein paar Wochen noch nicht vollkommen aus sich heraus kommt. Das ist, aus ihrer Sicht, recht normal. Sie will sich keine Unannehmlichkeiten bereiten, dennoch musste sie irgendwann einmal diesen Schritt von alleine wagen. Ohne jegliche Hilfe, geschweige denn Aufforderung. Seroka hatte sich nämlich noch nicht für ihre freche, kindliche Art entschuldigt, die sie am Tag des Kennenlernens des Rudels alle spüren hat lassen. Sie hat Ly angeschrien und somit ihre junge und unerfahrene Seite gezeigt. Noch heute schämte sie sich dafür und machte diese unerträgliche Art am ernannten Tag für ihre Schüchternheit im Rudel verantwortlich. Hätte sie doch nur ihr vorlautes Maul gehalten. Sie war doch sonst nie so, sie hat nie jemanden so angekeift. Die Bunte kannte normalerweise keinen Streit, da sie diesen abgrundtief hasste, schon immer. Doch wieso war sie dann so? Was hat sie dazu bewegt, so auszuflippen? Ly konnte nicht wissen, dass sie tatsächlich eine Weile lang ohne Rudel oder etwaige Bekanntschaften durch die große, weite Welt schlich.
Sie schüttelte ihren Kopf, als sich eine Schneemasse von einem Ast des Baumes löste und direkt auf ihren Dickschädel fallen ließ. Es wirkte schon fast wie ein Zeichen, dass sie endlich aufhören sollte, sich solche Gedanken zu machen. Sie sollte sich lediglich entschuldigen, mehr nicht! Sie seufzte und blickte gen Himmel, um besser nachdenken zu können. Schließlich stand sie auf, schüttelte sich den restlichen Schnee aus dem dichten Pelz und versuchte den Standort Lys auszumachen. Diesmal würde sie sich zusammenreißen und sich bei ihr entschuldigen. Das stand nun fest!

12.10.2013 21:37
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◊ Zwischen Tod und ewig Leben
muss es etwas Drittes geben ◊
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Kati H. - dawnthieves.de

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Fähe

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15.02.2010

Akara war tot.
Ein seltsames Gefühl hatte sich in Farai ausgebreitet, als sie die Nachricht erreicht hatte. Sie spürte Mitleid mit Andraki, die dieser Umstand besonders hart zu treffen schien. Weiterhin war sie besorgt um ihre Mama und um Yago auch ein wenig, wobei sie nicht genau sagen konnte, warum. Aber so etwas wie Trauer fand sie nicht in sich. Vielleicht lag es daran das sie Akara kaum kannte oder das der erste und einzige –richtige- Eindruck den sie von der bunten Fähe gewonnen hatte alles andere als positiv gewesen war. Alles, was Farai nach eingängiger Selbststudie verspürte war Bedauern. Dieses Leben, wie sie es jetzt kannte war so schön, das jeder der nicht mehr daran teilhaben durfte beklagt werden musste. In ihrem alten Leben war sie zwar gesund gehalten worden (nachdem man sie krank gemacht hatte), beschützt gewesen und sicher gehalten, aber es war ein Käfig indem die Sinne verkümmerten und der Stolz einging wie eine Pflanze im Schneesturm. Doch egal wie sehr diese neue Welt Farai glücklich machte, sie forderte auch. Vor allem zeigte das Schicksal Akaras, oder der Angriff durch Phai das es ganz schnell vorbei sein konnte. Leben war ein Geschenk, kein Zustand, den man hinnehmen musste. Aber dieses Geschenk musste man pflegen und gut darauf aufpassen, weil einem das Glück nicht einfach so in den Schoß fiel.
Wieder eine Lektion, die die kleine Fähe gelernt hatte.
Und zu noch einer Erkenntnis war sie gelangt: Winter war nicht ihre Jahreszeit. Der Schnee war am Anfang spannend und lustig gewesen, als er noch neu war. Doch nun schon seit Monaten auf diese weiße, kalte Landschaft zu blicken war an Eintönigkeit kaum zu überbieten. Wann es wohl wieder wärmer werden würde? Sie wusste es nicht und traute sich auch nicht, jemanden danach zu fragen.

Farai träumte.
Es war ausnahmsweise kein Alptraum. Die nahmen immer mehr ab, je länger sie nun schon im Rudel lebte. Ab und zu wurde sie von ihnen noch heimgesucht, doch es ängstigte Farai nicht mehr derartig wie damals, als Teyrm sie trösten musste.
In ihrem Traum war es Frühling, die Wiesen saftig und das Gras so hoch, das es einem Wolf locker über den Kopf wuchs. Die Halme wippten sanft im Wind und die Luft war voll von Insekten. Die Wiese wirkte in ihrem Traumzustand grotesk groß, so als bestünde das komplette Tal nur aus einer flachen, grünen Ebene. Farai rannte mit weiten Sprüngen durch das Gras. Sie beobachtete sich selbst, als sei sie ein Vogel am Himmel, der auf das eigene Selbst hinunterblickt. Neben und hinter ihr waren ebenfalls Wölfe. Sie liefen in die gleiche Richtung. Manchmal sah man ein Stück Fell durch die Lücken der Grashalme hindurch. Mal gehörte es Kiba, mal Saiyán, mal Aiyán. Mal Toboe und auch Yago, aber man sah nie einen vollständigen Körper, es konnte alles zu einem Wolf und doch zu keinem gehören. Das grün verschwamm mit dem goldenen gelb der Abendsonne und dem blau des Himmels zu einem wunderschönen Gemälde, und je schneller sie lief desto…
Etwas riss sie aus dem Schlaf. Es war so plötzlich, das die graue erst nicht erkannte voran es lag. Ihrem Naturell entsprechend sprang Farai erschrocken auf und blinzelte verwirrt in das Gesicht desjenigen, der sie aus ihrem Traum gerissen hatte. Ihre Körperhaltung schwankte dabei zwischen halb sitzender und akuter Fluchtbereitschaft. Nachdem die letzten Fetzen des Schlafes durch das Adrenalin verdrängt wurden und Farai klar sehen und denken konnte, entspannte sie sich sogleich, wenn auch nicht vollständig.

„Toboe…“

Seufzte sie überflüssigerweise. Ihre Rute wirbelte sachte ein bisschen Schnee und Dreck über den Boden, aber ihre Ohren wussten noch nicht so recht, ob sie sich hoben oder senken sollten. Kibas Sohn war sicherlich nicht in böser Absicht gekommen, aber was es mit diesem harschen Weckritual auf sich hatte verstand Farai nicht so ganz. Kurz glitt ihr Blick hinter Toboe. Teyrm war auch da, was sie aber eigentlich nicht wundern sollte. Die beiden Jungrüden sah man schließlich fast nur zusammen. Um so mehr fragte sich Farai, was sie nun ausgerechnet von ihr wollten.

13.10.2013 00:50
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All this passed
Without a scar
×××××××××××××


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Kati H. - dawnthieves.de

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05.04.2013

Der Winter lag noch immer auf dem Tal. Träge und müde wie der Nebel, der in der Form eines Phantoms durch die Wiesen webte. Sirion gähnte, streckte die Müdigkeit aus seinen Gliedern und offenbarte sich dem fahlen Licht des Tages, das nur gräulich durch die Himmelsdecke brach. Die ersten Wochen erging es ihm gut im Rudel, er fand zur Ruhe, legte etwas zu und selbst sein eigener Geist wurde frei von all dem Stress der Reise und den verknoteten Pakten von so manch fremden Wölfen. An Yago und Akando war er schließlich vorbeigekommen, hatte sich jedoch in dem Rudel bewährt, auch wenn er noch manchmal deren Augen mit prägender Vorsicht auf sich ruhen sah. Dieser kaleidoskopische Zirkus der vielen Augenpaaren riefen in ihm nicht wirklich Wehmut hervor - mehr etwas fremdes, aber warmes - denn in seinen alten Tagen blickte er nur in das Gespött aus ewigem Eis. Weiße, klare...nichtssagende Augen. Wie es wohl den anderen Wölfen dabei ging, wenn sie Kontakt zu seinen Iriden und gleichermaßen seiner Seele hatten? Er wollte nicht weiter darauf eingehen, ein wirklicher Denker war Sirion nicht und was sollte es ihn auch scheren, bis zumindest...

Die Stimme der Fähe klang deutlich, fröhlich und er erkannte sie gleichermaßen an ihren Schritten, die direkt auf ihn zukamen.

„Jeanne. “

Seit ihrem Ausflug zu den Spiegeln hatten sie öfters und offener miteinander gesprochen und der Jotafähe war es äußerst gut gelungen ihn hier aufzufangen und das Zuhause zu geben, nachdem er vielleicht immer gestrebt hatte. Es war offenkundig, dass er ihre Nähe schätzte und dennoch war er nicht der Typ von Rüde der sich an jeden Felsen in der Brandung hing. Mit wedelnder Rute kam er auf Jeanne zu und begrüßte sie mit einem Stupser in das warme Fell.

„Glaub mir. Ich bin noch in keine besseren Kreise geraten, das nimm mir bitte ab.“

Er lachte auf, setzte sich auf die Hinterhand und musterte den Körper der Fähe, die so sehr mit den kalten Farben des Winters konkurrierte und förmlich darin verschwand.

„Wie geht es dir heute?“

Manchmal sah er ihr Gesicht vor Augen, den Schmerz vor den Spiegeln – der Anblick durch ein verschwommenes Monokel in die Vergangenheit. Und doch,...und doch bezog er es nur auf heute. Dem Tag der so viel neues bringen konnte.

13.10.2013 17:45
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Sirius Neyteri

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Es war früh am Morgen, als die zweifarbige Fähe aus ihren Träumen gerissen wurde. Nein, es war kein Traum. Träume waren schön, doch dieser war grausam. Wie nannte man so etwas noch gleich? Alptraum? Genau, so war es. Sirius verbrachte ihr ganzes Leben im Tal der Verdammnis, welches nur wenig Sonnenlicht zuließ. Es war eigentlich nur ein toter, abgestorbener Wald - welcher immer von sanftem Nebel umgeben wurde. Das Phantom rappelte sich langsam auf, noch immer ziemlich ermüdet. Ihr Sichtfeld war verschwommen, sie konnte nicht viel erkennen. Einige Meter weiter bemerkte sie wie es heller wurde, ging jedoch weiter Geradeaus. Sirius lief schon eine Zeit lang in diesem völlig fremden Wald herum. Er war dunkel, von dichtem Nebel umzogen und dennoch kam genug helles Licht durch die hochgewachsenen Nadelbäume. Aber wie kam sie hier her? Tausende von Fragen schwirrten in ihrem Kopf umher und Weit und breit war keine Antwort in Sicht. Da Sirius Neyteri nun völlig wach war und ihr sicher nicht mehr zum Schlafen zumute war, beschloss die große Wölfin sich wieder auf den Weg zu machen. Alte Wolfspuren und ein fast verflogener Geruch in der Luft verriet ihr, dass sich noch andere Wölfe hier befanden. Eine Zeit irrte die Fremde in dem großen Wald herum und wünschte sich so manches Mal, sie wär so groß wie eine dieser Tannen, damit sie wenigstens ein einziges Mal schauen könnte, wo sie war und wo es lang ginge. Bis jetzt folgte Sirius nämlich nur den alten Spuren, welche fast schon verwischt schienen. Wieder drang die Müdigkeit in der Blauäugigen durch und ließ sie schwächer werden. Die Läufe, schwer wie Blei, ja sogar der Kopf wurde schwerer. Als die große Fähe vor sich eine große, steile Steinmauer erblickte, welche sich einige Blicke höher jedoch als eine Höhle entpuppte, dachte Sirius erst sie sei zu klein zum Passieren. Einige Denkzüge wurden benötigt, um es überhaupt in Erwägung zu ziehen, sich die Steilwand hinauf zu schleppen. Ein Blick in die Höhle genügte um fest zu stellen, dass der Weg nicht kurz sein würde. Ein Berg war eben ein Berg. Und Berge waren bekanntlich nicht klein. Der Eingang war um einiges Breiter als gedacht, wurde jedoch an einigen Stellen innen sehr schmal, sodass sich das Phantom manchmal sogar durchzwängen musste. Langsam dachte Sirus Neyteri darüber nach, in dieser Höhle zu übernachten, denn es kam ihr vor wie eine Ewigkeit die sie darin lief. Doch als sie beinahe beschloss zum Stehen zu kommen, erblickte das schwarz weiße Phantom das Ende, welches aus hellem Licht bestand und die Dunkelheit der Höhle erhellte. Draußen angekommen traute die Wölfin ihren Augen nicht - die Schönheit von diesem Tal war unbeschreiblich. Lange genug durchstreifte die Teils schwarze Fähe den toten Wald, mit ihrem einzigen Freund: Der Einsamkeit. Dieser Anblick war wunderschön - Sirius konnte über das ganze Tal blicken. Zu erst stich ein riesiger, klarer See heraus. Die Seelenspiegel bewegten sich weiter runter und sahen, wie sie sich in das Paradies stürzen könnte. Ein steiler Weg, welcher zu grün - grauen Bergwiesen führte. Das Phantom konnte nicht aufhören zu staunen, denn in ihrem Tal gab es so etwas nicht. Sirius heulte kurz und ziemlich laut auf, gab sich damit zu erknennen. Schließlich war der Geruch von anderen Wölfen hier mehr als deutlich. Langsam, aber sicher machte sich Sirius Neyteri auf den Weg nach Unten.

13.10.2013 23:31
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Caylani

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Die ozeanblauen Augen blinzelten in das fahle Licht des neuen Morgens und wanderte langsam über die Wölfe, die sich dicht beisammen am See befanden. Obwohl es hier fast genauso aussah, wie dort wo sie aufgewachsen war, war vieles so rein gar nicht wie in Yakutan. Besonders die Wölfe irritierten die junge Wölfin. Sie hatte von den Geschehnissen, die das Rudel beschäftigt hatten, kaum etwas mitbekommen. Immerhin war sie viel später dazu gestoßen, doch den Eindruck den sie bisher hatte, war doch trügerisch gewesen. Die Schönheit des Tals täuschte über die wahren Tragödien hinweg und manchmal keimte Furcht in der Grauen auf. Sollte dieses Revier doch nicht ihr neues Zuhause sein? Doch gab es keinen Ort, an den sie hingehen wollte. Außerdem war Teyrm hier und egal was auch passierte: sie würde den Aschefarbenen nicht mehr alleine lassen. Dies war ihr Abenteuer und was wäre sie denn für eine Abenteurerin, wenn sie die Rute einkniff und wieder nach Hause ging. Zumal das für sie als junge Wölfin eigentlich unmöglich war. Sie konnte noch nicht alleine Jagen und würde diese Reise mit Sicherheit nicht überleben. Das war bereits ein Punkt, über den sie resigniert gebrütet hatte, als sie so langsam aber sicher hinter dem großen Ganzen der verschiedenen Bruchstücke, die man ihr bisher erzählt hatte, gekommen war. Die Unsicherheit, die der Kampf der Leitwölfin und der Aufruhr wegen einer anderen, inzwischen verstorbenen Leitwölfin ,hinterlassen hatte war inzwischen nicht mehr so unerträglich. Sie hatte Zuflucht bei Teyrm gesucht und der hatte sie ein wenig trösten und ablenken können.
So konnte sich die schüchterne Jungwölfin langsam an ihr neues Zuhause gewöhnen und mit frischem Mut an diesem kalten Morgen wollte sie den ersten Schritt wagen. Es galt neue Bekanntschaften zu schließen. Den braunen Rüden Asran und Ash hatte sie bereits kennen gelernt. Das Rudel war aber viel größer. Die blaugrünen Augen blieben an einer jungen Wölfin hängen, die mit ihr neu zum Rudel gestoßen war. Leicht spitzte Caylani ihre Ohren. Noch wusste sie kaum etwas von den anderen Neulingen. Vielleicht hatten die ebenfalls spannende Dinge erlebt und hatten interessante Geschichten zu erzählen? Sie würde es nie erfahren, wenn sie ihr felliges Hinterteil nicht bewegte und es herausfand. Also hob die Melierte ihren Kopf, nahm die Rute von der Nase und streckte sich. Da auch schon andere Wölfe wach waren, konnte sie davon ausgehen, dass auch die Braune nicht mehr schlief. Dennoch schritt Caylani gemächlich hinüber, ein freundliches Lächeln im Gesicht und sachte die Rute schwenkend.

“Hallo.“

Ihre Stimme war ziemlich leise und unsicher. Schnell räusperte sich die Welpin. Nächster Versuch.

“Ähm, entschuldige, wie heißt du noch mal? Ich habe es nicht so mit Namen und das Rudel besteht aus so vielen Wölfen…“

Ach, verdammt. Hätte sie nicht eine andere Schwäche haben können?

“Ich bin Caylani.“

Als ob alle so vergesslich wären, wie sie selbst! Aber der Anfang war gemacht. Immerhin.

16.10.2013 12:35
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Asran

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Asran lag auf der Seite, die Läufe teils von sich gestreckt, teils eingeknickt, sein Blick war auf den Thear Mirrow gerichtet. Er war verhältnismäßig früh aufgewacht und hatte beobachten können, wie die Dunkelheit von dem fahlen Licht, welches sich zunehmend seinen Weg durch die dichte Wolkendecke gebahnt hatte, abgelöst wurde. Zeitgleich mit diesem Ereignis – so hatte es zumindest für ihn aus seiner Perspektive ausgesehen – war eine dichte Nebelwand geradewegs über den See auf das Rudel zugewandert und hatte es langsam aber sicher in seinen Bann gezogen. Tatsächlich war das aber wohl eine Illusion, die er derartig nur für sich selbst wahrgenommen hatte. In der Realität war Nebel das normalste der Welt und dieser war wohl nicht auf das Rudel zugewandert, sondern sie hatten sich, ohne wirklich darüber nachzudenken, direkt innerhalb des Nebels befunden. Auf ihn hatte diese Wahrnehmung beziehungsweise Vorstellung jedenfalls eine sehr beruhigende, gar ermüdende Wirkung gehabt. Wobei man die ermüdende Wirkung auch der Tageszeit zuschreiben konnte. Alles in allem, träge wie er zu dieser Zeit war, entschloss er sich also dazu sich vorerst nicht großartig aufzurichten und in seiner liegenden Position zu verweilen.
Würde man ihn nach seiner Meinung fragen, würde er einem wohl sagen, dass die vergangenen Wochen für ihn selber nicht sonderlich ungewöhnlich gewesen sind. Kiba war auf dem Weg der Besserung, weitere Wölfe hatten sich dem Rudel angeschlossen. Zu der verstorbenen Wölfin mit dem Namen „Akara“ konnte er sich nicht so richtig ein Bild machen, weshalb er dieses Ereignis bei seiner Beurteilung ob gewöhnlich oder ob nicht gänzlich wegließ. Vielleicht würde er zu einem späteren Zeitpunkt irgendwann einmal erfahren, was genau es mit ihr auf sich hatte, im Moment hielt er das aber für weniger wichtig. Und für jetzt? Da hatte er auch keine richtigen Planungen. Er konnte es sich gut vorstellen einige, weitere Stunden so zu verweilen, wie er es schon den ganzen Tag über getan hatte. Wobei.. zugegeben, der mittlerweile recht harte Schnee hatte an manchen Stellen eine recht unbequeme Note bekommen, falls man nicht auf einer ebenen Fläche lag. Andererseits würde er aber auch kaum abgeneigt reagieren, wenn sich jemand dazu entschließen sollte sich zu ihm zu gesellen.
Während er nun also langsam wieder in eine Art Halbschlaf geriet, drehten sich seine Lauscher gelegentlich in verschiedene Richtungen. Neben der Bewegung die bis hierhin ohnehin schon ins Rudel eingekehrt war würde er so hoffentlich frühzeitig bemerken, wenn sich jemand auf ihn zubewegen sollte.


[ frei anspielbar ]

16.10.2013 14:40
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I wanna break out


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Kati H. - dawnthieves.de

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05.06.2013

17 Tage müssten es nun sein die sie in diesem Tal verbrachte. Celethya hatte nach dem 6. Tag aufgehört zu zählen, doch wenn sie nun zurückdachte und wieder nachzählte, dann kam sie auf 17. Dennoch kam es ihr wie gestern vor als sie durch den Bergpass gegangen war und auf Toboe und Yacarú traf. Lebensfrohe Jungwölfe, deren unbeschwertes Verhalten die braune Fähe im Nachhinein ins Grübeln gebracht hatte. Ihr Leben schien so vielfältig zu sein, ihre Welt so bunt! Da konnte die graue Maus wohl kaum mithalten. Auch wenn sie versuchen würde die Beiden als ein Beispiel anzusehen und ihnen nacheifern, so könnte sie dies niemals mit ihrem Gewissen vereinbaren. Würde sie sich nicht selbst hintergehen? Als ob es richtig war sein wahres Ich zu verleugnen und vorzugeben jemand zu sein, der man doch eigentlich nicht war. So schnell dieser Gedanke in ihren Kopf erschienen war, so schnell war er wieder abgesprungen. Zerknüllt wie ein Blatt Papier und weggeworfen in den Mülleimer. Seitdem hatte sie nie wieder daran gedacht. Wahrscheinlich weil es viel mehr daran lag, dass sie weniger mit der Schneeschönheit und dem Ascheprinzen zu tun hatte und deswegen keine Chance zu hatte erneut auf absurde Gedanken zu kommen. Celethya war der neuen Gemeinschaft recht scheu entgegengetreten. Zu Anfang hatte sie geglaubt das Leben hier würde ihrer Heimat und ihrem Rudel ähneln, doch dem war nicht so.

Gerade deswegen fiel es ihr so schwer Fuß zu fassen in dieser neuen Umgebung. Noch hatte sie ihre Sache, sich hier vollkommen einzugewöhnen und als vollwertiges Mitglied akzeptiert zu werden, eher schlecht als gut gemacht. Sie konnte es sich selbst nicht erklären weshalb sie sich hier noch so fremd fühlte. Es fiel ihr schwer auf Wölfe zuzugehen und Freundschaften zu schließen. Ihr zögern und ihr Verhalten, dass sie sich stets im Hintergrund aufhielt, zeugte bei den meisten Wölfen für ein falsches Bild. Vermutlich hielten sie sie für eine arrogante Jungwölfin, die kein Interesse hatte mit den anderen in ein Gespräch zu kommen. Ein schweres Seufzen drang aus ihrem leichtgeöffneten Fang, als sie ihren Kopf leicht senkte und auf ihre Pfoten blickte. Wie eine Sphinx hatte sie sich auf den Boden gelegt und war zu einer stillen Beobachterin geworden. Wie jedes Mal … Sie war inmitten der Gemeinschaft und dennoch fühlte sie sich einsam und verloren. Doch während sie einige Wölfe aus dem Seitenwinkel beobachtete und mitbekam wie sie sich neckten und gemeinsam lachten, in diesen Augenblicken freute sie sich ebenfalls. Vielleicht war sie einfach nicht dazu bestimmt dieses Gefühl aktiv mitzuerleben, vielleicht war es ihre Bestimmung diese Gefühle bloß passiv kennenzulernen.

Celethyas Ohren zuckten als sie eine graue Gestalt bemerkte, die näher auf sie zu schritt und deren stärker werdender Duft sie verriet. Es war Caylani. Eine jüngere Fähe, die ebenfalls kurz vor ihr in dieses Tal gekommen war. Hätte sie dies nicht gewusst, hätte sie die Jüngere für eine Kiba-Tochter gehalten. Dieses graue Fell und die blauen Augen standen im Kontrast zueinander und doch harmonierten sie zusammen und ergaben ein wunderschönes Bild ab. Die Melierte war etwas überrascht, dass die Graue auf sie zugekommen war. Denn dies geschah ziemlich selten …

„Guten Morgen.“

Celethya hätte am liebsten das freundliche Lächeln und das belebte Wedeln der Rute gespiegelt. Einfach eine Geste aus sich heraus zu lassen die zeigte: Ich freu mich das du da bist! Doch nichts von all dem kam aus ihr heraus. Die melierte Fähe richtete sich auf und setzte sich auf ihre Hinterpfoten, die buschige Rute dabei eng um ihren Körper geschlungen und die Schwanzspitze deckte ihre Vorderpfoten zu.

„Ich bin Celethya, freut mich dich kennenzulernen. Mach dir darum keine Sorgen, Es ist sicher nicht einfach bei so einem großen Rudel den Überblick zu behalten, was die Namen anbelangt.“

Nicht jeder konnte so sein wie Celethya, die sich die Namen jeder Wölfe hatte einprägen lassen. Anders herum konnte Celethya nicht so sein wie die anderen …

17.10.2013 02:16
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I choose to believe
In the face of my doubts
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Teyrm hatte es wirklich verflucht. Er hatte versucht diesen dämlichen Streit beiseite zu legen, allerdings wusste er einfach nicht wie. Nach der gehörigen Gardinenpredigt von Yacáru, hatte er versucht sich bei Aiyán zu entschuldigen, aber er konnte Saiyán dabei einfach nicht aus seinem Gedächtnis wischen. Ai wäre vermutlich nicht einmal so schlimm gewesen, mit seinem Zwillingsbruder konnte der Aschfarbene aber einfach keinen Frieden finden. Die Wunden die geschlagen worden waren, fuhren einfach viel zu tief in seine Seele. Somit hatte sich Teyrm einfach damit begnügt, den Zwillingen aus dem Weg zu gehen, genug Abwechslung hatte es zum Glück gegeben. Oft hatte er Toboe dabei Gesellschaft geleistet, als er in seiner stummen Wache in Kibas Nähe gelegen hatte, als sein bester Freund hatte der Äscherne sich dafür Verantwortlich gefühlt ihm beistand zu leisten. Akara war tot, dies war eine weitere Neuigkeit, die der junge Rüde allerdings willig geschluckt hatte. Er hatte sowieso nie viel für die braune Fähe übrig gehabt, im Gegenteil, er hatte sie nie wirklich leiden können. Sie war ein wichtiger Ausschlagpunkt gewesen, wieso er das Rudel schlussendlich noch einmal verlassen hatte und darüber war er nie hinweg gekommen. Sie nun tot zu wissen war ein eigentümlich befreiendes Gefühl gewesen.

Noch ein weiterer Punkt hatte sich in seinem leben verändert. Caylani. Die Graue war urplötzlich aufgetaucht, als wäre es vollkommen selbstverständlich. Teyrm hatte solch eine Freunde eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr verspürt. Sie war ganz von selbst von ihrer Familie aufgebrochen um ihn zu suchen. Er hatte damals eine Weile bei ihrem Rudel gelebt und damals war sie noch ein Welpe gewesen. Dennoch hatten sie viel Zeit miteinander verbracht. So war es nun auch gewesen. Wenn er nicht bei Toboe war, so war er meistens bei Caylani und zeigte ihr sein Heimatland. Für den Augenblick schien alles perfekt zu sein, wäre Kiba nicht verletzt gewesen und der drückende Schatten der Zwillinge wie ein Damoklesschwert über ihnen gehangen hätte. Er fühlte sich dazu gedrängt Yacáru ebenfalls eine Entschuldigung entgegen zu bringen, doch dazu fehlten ihm ganz einfach die Worte, vielleicht sogar einfach der Mut. Es war deprimierend.

Plötzlich wurde dem Rüden die Luft aus den Lungen gedrückt, als eine vierbeinige Rumkugel mitten auf ihm landete. Autsch. Sobald er konnte versuchte er sich herum zu wenden, aber der toboeische Angreifer hatte bereits sein Ort gepackt und zog daran, ganz wie in alten Zeiten. Teyrm warf den Kopf herum und wollte seinerseits den Pelz seines silbernen Freundes packen, aber da war der Übeltäter bereits aufgesprungen und schlenderte davon, als wäre nichts gewesen. Der Äscherne schüttelte den dunklen Pelz aus und richtete sich auf. Er hatte die Einladung gleich verstanden, somit zögerte er keine Sekunde seinem besten Freund zu helfen. Als dieser sich Farai zu wandte und ihr eine gehörige Ladung Schnee ins Gesicht schippte, schmunzelte der Dunkle kurz. Farai. Sie war ebenfalls ein Lichtblick an seinem schwarzen Horizont. Drei Wölfe. Toboe, Farai, Caylani. Sie machten zur Zeit sein Leben aus.

“Ich bin dafür, dass wir ihn uns schnappen und ihm die Ohren lang ziehen, oder was meinst du?“, fragte er munter an die aufgeschreckte Farai gewandt.

Ihre Reaktion war zwar wie immer hektisch und furchtsam gewesen, doch es wurde besser. Die kleine Wölfin mit in ihre Runde einzubeziehen war sicherlich eine gute Idee. Und dem Übeltäter, er war einen raschen Blick zu Toboe, musste Einhalt geboten werden!

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
18.10.2013 17:27
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             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
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Das Lächeln auf den Lefzen der Fähe wurde noch ein wenig wärmer, als Sirion sie mit ihrem Namen begrüßte und auf sie zukam. Sie mochte diesen Rüden, und er machte nicht den Eindruck auf sie, als wolle er diesen Ort allzu schnell wieder verlassen. Trotz der Spiegel und der Bilder, die sicher auch ihn für einige Momente verwirrt hatte. So erwiderte die Weiße freundlich die Begrüßung des braunen Rüden mit einer kurzen Berührung ihrerseits, während ihre Rute ruhig durch die kühle Luft schwang. Es fühlte sich merkwürdig an, jedoch nicht falsch. Bei seinen Worten lachte die helle Fähe leise auf, betrachtete Sirion dabei mit zufriedener Miene.

Dann können wir uns ja in Zukunft auf dich verlassen.“

Sie erwiderte den Blick des braunen Rüden, ehe sie die dunklen Augen bei seiner Frage kurz über das Rudel schweifen ließ. Sie alle hatten eine harte Zeit hinter sich, ohne Frage. Aber nach jedem Regen folgte Sonnenschein, das hatte die Helle hier nur noch mehr gelernt. Für jeden Wolf, der einen verließ, gab es einen anderen, der die gerissenen Löcher ein wenig heilen konnte – auch wenn manche wohl nie wirklich zu schließen waren. Bei ihr war es auch nicht anders, und so richtete sie sich mit noch immer einem ruhigen Lächeln auf den Lefzen zu dem Mellierten herum. Shanaro war fort, und die Weiße konnte sich kaum vorstellen, dass der junge Rüde noch einmal zurück kommen würde... er hatte sich entschieden, die Welt zu erkunden. Und sie war groß genug, dass sich ihre Wege wohl nicht noch einmal kreuzen würden. Mit diesem Gedanken verblasste das Lächeln auf ihren Lefzen einen Moment.

Bisher kann ich nicht klagen. Es kommt endlich wieder Ruhe in das Rudel. Die letzten Wochen waren anstrengend und wir hatten sicher alle nicht wirklich Ruhe. Umso mehr können wir jetzt die ruhigen Tage genießen.“

Und das hatten sie sicher alle mehr als nötig... vor allem Kiba. Ein leises Seufzen verließ Jeannes Fang, das Lächeln behielt sie jedoch auf den Zügen.

Manchmal herrscht hier Chaos... da bin ich über jeden Tag froh, der ruhig vorüber geht.“

20.10.2013 14:47
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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Aiyán war wieder einmal nicht vollständig. Saiyán war wieder nirgendwo zu sehen. Genervt legte der schwarze Zwilling die Ohren nach hinten und beschloss umso entschiedener, ihn nicht darauf anzusprechen. Wenn er ihm so aus dem Weg ging, musste er versuchen, ihn damit in Ruhe zu lassen, dann würde er es vielleicht selbst merken … oder es gab im Augenblick wichtigeres für seinen Bruder. Aiyán machte das nervös, aber es eröffnete ihm auch ungeahnte Möglichkeiten, die er erst langsam als solche erkannte. Wenn Saiyán nicht bei ihm war, suchte er sich andere Gesprächspartner und kam stärker mit dem Rudel in Kontakt. Auch wenn er meistens der Meinung war, dass die anderen Wölfe zu doof, naiv und nervig waren, um sich gut mit ihnen zu verstehen. Sie waren halt alle nicht Sai. Aber es war ja auch nicht so, dass sein Bruder ihm richtig aus dem Weg ging. Nur hin und wieder mal. Heute wieder, wie damals, als er auch mit Ash gesprochen hatte. Der Schwarze sah sich ruhelos um und sah es schließlich ein, dass Sai nicht hier war. Und er würde ihn ganz sicher nicht suchen gehen. Stattdessen stand der Jungrüde auf, spazierte an Toboe vorbei, der gerade Farai in einen Schneewolf verwandelte, ignorierte die beiden relativ neuen Fähen, die das Rudel vor einem Monat aufgenommen hatte und machte schließlich in der Nähe des Sees halt, direkt neben Asran.

„Na?“, begrüßte er den Grauen unbestimmt, aber nicht unfreundlich.

Bei ihrem letzten Gespräch war er nicht nett zu ihm gewesen, das wusste er. Vielleicht konnte er den Eindruck wieder ein wenig ausgleichen, auch wenn die Bedingungen ähnlich waren wie beim letzten Mal. Kein Sai, nur ein genervter Ai. Aber er war überzeugt davon, dass er sich nun selbst besser unter Kontrolle hatte.

„Kennst du die Neuen schon?“

Er beobachtete ungeniert die braune Wölfin, die gerade massig Schnee abbekommen hatte und scheinbar verwirrt in der Gegend herum stand. Auf seinen Lefzen lag nun ein dünnes Grinsen. War bestimmt komisch, in so ein großes Rudel voller seltsamer Wölfe zu kommen. Und Kiba war ja nach dem Angriff auch nicht mehr die überfreundliche Mutter aller, die jeden Wolf aufnahm, egal wie er sich benahm. Dann war da noch Yago, der (in Aiyáns Augen zurecht) jeden Neuling mit Argusaugen beobachtete. Da war es sicher nicht mehr so einfach, hier Fuß zu fassen und sich heimisch zu fühlen. Nicht, dass der Schwarze die Neuen bemitleidete. Aber er hätte durchaus seine Freude daran, sie alle einmal selbst zu testen, wie sie sich so schlugen und ob sie dazu taugten, teil des Rudels zu sein.

„Hey du! Komm doch mal her“, forderte er die Braune auf, deren Namen er vergessen hatte. Irgendwas … Sero, Seko … nein, keine Chance. Asran warf er schließlich einen Blick zu. „Wie hieß sie denn?“

Der würde schon nichts dagegen haben, dass er da, wo Asran gerade noch gemütlich geruht hatte, ein kleines Dreiergespräch arrangierte. Vorausgesetzt die Braune kam rüber.


[Seroka ist gemeint ^^]

20.10.2013 20:06
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Ly

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Der erste Tag war zwar nicht gerade so, wie es sich Ly vorgestellt hatte, doch nachdem sie mit Akando nochmal gesprochen hatte, war es für sie einfacher mit der ganzen Sache umzugehen. Es war inzwischen einige Zeit vergangen, aber sie war immer noch nicht dazu gekommen sich das Revier ordentlich anzusehen, allerdings erfüllte es sie mit Freude, dass sie endlich wieder ihre ‚Heimat‘ gefunden hatte. An diesem eisigen Tag war sie mit Kaei unterwegs. Sie war sich noch nicht sicher, wie sie den Rüden einschätzen sollte, allerdings hätte er sich ihr sicher nicht angeschlossen, wenn er ihr nicht freundliche gesonnt war, nicht so, wie es bei den anfänglichen Schwierigkeiten der Fall war. Und es tat ihr gut, dass sie jemanden an ihrer Seite hatte, mit dem sie sich wenigstens ein bisschen verstand.

„Ich bin wirklich froh wieder hier zu sein, das kannst du mir aber glauben. Es hat viel zu lange gedauert und es hat sich einiges verändert.“

Sagte sie und zuckte sachte mit den Ohren. „Wie lange bist du schon hier?“ Fragte sie interessiert und trabte mit ihm in der Nähe des Bergpasses in Richtung der Quellen. Allerdings wurde ihre Aufmerksamkeit schnell von Kaei weggenommen, als sie ein Heulen wahrnahm. Sind etwa schon wieder neue Wölfe auf dem Weg ins Tal? Sie erinnert sich daran, als wäre es gestern gewesen, als sie vor einigen Wochen gejault hatte um sich anzukündigen. Allerdings war sie dabei diesen Tag zu verdrängen, denn es war wirklich der schlimmste und bedrückendste, den sie seit langem hatte.

„Sollen wir nachsehen gehen?“ Fragte sie Kaei direkt und war neugierig, wen sie dort erwarten konnten. Dass es nur eine Wölfin war, konnte sie bislang nicht erahnen, da der Wind in die falsche Richtung blies. Das Jaulen Heulen hatte sie allerdings deutlich erreicht und sie stupste Kaei nochmal an und trabte in die Richtung des Bergpasses. In den letzten Tagen war sie ziemlich gut gelaunt und auch Kaei, den sie nicht wirklich einschätzen konnte, war nicht im Stande diese zu zerstören.
Je näher sie der fremden Fähe kamen, desto mehr nahm sie die Witterung dieser auf und stapfte näher durch den Schnee. Ly liebte den Schnee, obwohl sie sich vom See mehr als nur fern hielt. Immer noch hatte sie panische Angst davor, dass das Eis wegbrechen könnte, auch wenn sie nicht darauf stand kamen diese Erinnerungen hoch und sie geriet in Panik, weswegen sie sich am liebsten gleich fern hielt. Wasser war ihr nicht mehr so geheuer, das einzige, was ihr noch gelblieben war, war der Schnee, der sich so eisig und wohlig unter ihren Pfoten anfühlte.

Ly konnte die fremde Fähe schon sehen und ihre Schritte verlangsamten sich, als sie nur noch einen kurzen Weg zu ihr überwinden mussten.

20.10.2013 21:22
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rising like a phoenix.*
it started out as a feeling
which then grew into a hope
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27.03.2011

Im Gegensatz jeglicher Erwartungen wohl hatten die zurückliegenden Geschehnisse die schüchterne Fähe noch ein wenig mehr aus sich herausgelockt. Natürlich hatten auch sie sowohl der Angriff Phais als auch der angeschlagene Zustand Akaras, die diesem schließlich auch erlegen war, für deutliche Verunsicherung gesorgt, doch letztenendes hatte ihr nicht nur Saiyán deutlich gemacht, dass niemandem geholfen war, wenn sie sich davon unterkriegen ließen. Ihre Mutter war zurück und mehr Sicherheit hätte ihr wohl nur wenig auf dieser Erde geben können. Ihre Ankunft in ihrem neuen Leben, in ihrer neuen Familie hatte ihr erstmals bewusst gemacht, wie stolz sie auf sich und das, was aus ihr geworden war, sein konnte. Sie war tatsächlich längst nicht mehr so schwach wie damals, als sie aufgebrochen war – aus ihr war eine junge Fähe geworden, die im Geist zwar stark sein konnte, doch die eigenen Ängste noch nicht ganz zu kontrollieren wusste. Nicht zuletzt deshalb beunruhigten sie die Neuankömmlinge sie nachwievor ein wenig, denn ganz traute sie der Ruhe nicht, die Cináed ihnen ließ. Nun war auch Mhairi hier – ließ er sie einfach so gewähren? Bisher hatte Ashlynn dieses Thema gemieden und sich ganz auf die Freude beschränkt, ihre Mutter wieder bei sich zu wissen. Sie war vielleicht das Stück gewesen, welches ihr zum Glück gefehlt hatte – das Glück, welches im Augenblick aber ziemlich trüb erschien. Doch auch das ließ die Bunte noch außer Acht. In erster Linie zählte es, wieder Gewohnheit in das Leben des Rudels zu bringen. Sich gleichzeitig auch noch mit den eigenen Problemen zu beschäftigen, überforderte sie schlicht.

Alles in allem also hatte Mhairis Auftauchen noch ein wenig mehr dazu beigetragen, dass die junge Wölfin etwas selbstbewusster wurde. Das aber bedeutete noch lange nicht, dass sie sich an jede Herausforderung herantraute. Die Angst des Verlustes hatte sich noch ein klein wenig mehr in ihr Herz gebrannt – doch nicht bloß durch einfache Abwendung. Seit dem Angriff auf Kiba war ihr eine weitere Gefahr nur schmerzlich bewusst geworden. Auch Akaras Tod hatte sie bedauert – mehr aber hatte sie sich Sorgen um Andraki gemacht, die dieser Verlust offenkundlich am härtesten getroffen hatte. Ihre Ohren schnippten, als sie den Blick zu der kleinen Gruppe um die Zimtfarbene hinüberwarf, die bei Akando und Kiba verharrte, ehe sie weiterging und sich bereits die nächsten Gestalten aus dem Nebel schälten. Doch sie zog einen kleinen Bogen um das Rudel vor – einer ganz bestimmten Witterung folgend, die ihre Rute zum Pendeln brachte. Es dauerte auch nicht lange, bis sie die gesuchte Fähe am Ufer des Sees erblickte. Der Morgen graute noch, sodass nicht wirklich viel Licht durch den Nebel fiel, sie aber dennoch weitere Gestalten einige Wolfslängen entfernt stehen sah, die sie aber nicht weiter interessierten. Sie beschleunigte den Schritt etwas, hüpfte schließlich an ihr vorbei, während sie gut gelaunt nach dem Lauscher der Fähe schnappte und schließlich den Fang zur Begrüßung in ihrem Fell verbarg.

„Mutter.“, erklang es hell. „Ist es nicht wunderschön, wie sich der Nebel zwischen den Bäumen sammelt?“

Eigentlich hatte sie etwas anderes sagen wollen, doch kaum hatte sie den Blick herumgeworfen, um über den See zu spähen, hatte sie nicht anders gekonnt, als für diesen Anblick zu schwärmen.

„Wie gefällt es dir bisher hier?“, brachte sie schließlich etwas besorgt hervor und spielte mit den Ohren. Eine weitere Frage, vor der sie sich bisher gedrückt hatte aus Angst, dass ihre Mutter ihr Paradies nicht als solches erkannte. „Ich weiß, dass es bei deiner Ankunft etwas chaotisch war, aber... Du kannst sie sicher verstehen, oder? Es ist bereits einiges passiert, seit ich hier bin. Damals, als Akara noch die Leitwölfin des Rudels war. Umso besorgniserregender war wohl ihr Zustand, als sie mit euch hier aufgetaucht ist. Sie hatte nicht wirklich viel Unterstützung aus den Reihen des Rudels.“ Sie warf einen kurzen Blick über die Schultern, ehe sie Mhairi wieder ansah. „Aber auch, wenn ich inzwischen ebenfalls glaube, dass Kiba die bessere Leitwölfin ist, glaube ich fest, dass sie nur das beste für das Rudel wollte.“

Es lag ihr viel daran, ihrer Mutter diese Sache verständlich zu erklären. Und die Beunruhigung um Akaras Erscheinen in besagtem Zustand. Mhairi hatte sie im Gegensatz zu ihr gesehen – Und Mhairi wusste durchaus, wie eine Leitwölfin eigentlich zu sein hatte.


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
20.10.2013 21:28
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Caylani

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Erleichterung durchflutete den jungen Körper, der sich nun auf die Hinterläufe nieder ließ. Was für ein Glück, dass man ihr ihre Schwäche nicht vorhielt. Auf den Morgengruß schwenkte die Rute der Jungwölfin ein wenig schneller hin und her, auch wenn das Gesicht der braunen Fähe unberührt blieb. Es war ein Anfang. Irgendwie.
Caylani legte sachte den Kopf schief und betrachtete nachdenklich das Gesicht der Wölfin. Obwohl kaum eine Gemütsregung aus ihrer Mimik zu lesen war, so konnte die Graue doch mit Bestimmtheit sagen, dass sie nicht unerwünscht war. Trumpf!

“Freut mich ebenso, Celethya.“

Innerlich hatte die Jungwölfin den Namen noch ein Mal wiederholt und tat sich beim Aussprechen sogar in ihren Gedanken ein wenig schwer. Dennoch formte sie den Klang des Namens so gut sie konnte nach. Sie hatte auch Teyrm auf die Reihe bekommen, da würde der Rest sicherlich auch zu machen sein!

“Du hast einen schönen Namen,“ bemerkte sie, ein wenig schüchtern. Die erste Hürde war wohl genommen, aber die Welpin hatte keine Ahnung, wie es nun weiter gehen sollte. Bei dem Aschfarbenen war das etwas anders gewesen. Der hatte gleich von sich aus viel erzählt. Zu fragen wie lange Celethya beim Rudel war, wäre vollkommen sinnlos: die Braune war sogar nach ihr eingetroffen. Zwei Neulinge unter sich… und ihr durfte doch nicht der Gesprächsstoff ausgehen.

“Kommst du von weit her?“ fragte sie interessiert und könnte das neugierige Funkeln in den meerblauen Augen nicht verbergen. Vielleicht brauchte die Fähe auch einfach nur ein bisschen Zeit um warm zu werden. Immerhin wusste Caylani von sich selbst auch, dass sie manchmal alles andere als aufgeschlossen war. Dazu war ihre Erziehung schlicht zu strickt gewesen. Ob das bei ihr auch der Fall gewesen sein mochte? Möglicherweise war dies der Grund, weswegen sie hier war und ein neues Leben begonnen hatte. Oh je, dann wäre sie direkt in das nächste Fettnäpfchen hinein gefallen.

“Du musst natürlich nichts erzählen.“

Obwohl sie dies schnell anfügte, so war sie doch der Länge nach hinein geplumpst. Kein Wunder das sie kaum Anschluss hatte, so schusselig wie sie sich benahm.

22.10.2013 18:37
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
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23.05.2006

Mit einem noch immer munteren Lächeln wartete der junge Rüde auf eine Reaktion der Grauen. Er hatte sicher Nichts böses gewollt, und so zuckte auch Toboe zusammen, als Farai plötzlich aufsprang, ein wenig so aussah, als hätte er ihr auf die schlimmste Art und Weise gedroht. Die Pfote, die Toboe noch immer erhoben hielt, sank langsam auf den Boden, während er die Gleichalte blinzelnd betrachtete. Okay, er hätte wissen müssen, dass sie so reagierte, es tat ihm also ein wenig Leid, dass er sie so erschrocken hatte, was er mit einem Lächeln auf den Lefzen versuchte, auch genau so klar zu machen. Er streckte kurz die Nase in ihre Richtung, als wolle er sie berühren, hielt jedoch vorher inne, um sie nicht noch mehr zu erschrecken. Ihr Blick glitt kurz an ihm vorbei, wobei der Graue froh darüber war, dass sie wenigstens ein wenig Freude zeigen konnte. Schließlich folgte er also dem Ziel ihrer Augen und betrachtete seinen Freund, der nun munter zu ihnen herüber kam und sich auch einen typischen Spruch nicht nehmen ließ. Toboe hob nur leicht den Kopf, blickte den Dunklen dabei herausfordernd an. Pff...

Was willst du Winzling schon tun?“

Der Graue spielte leicht mit den Ohren, sprang dann wieder auf die Läufe und streckte sich kurz, den blauen Blick damit wieder auf Farai legend, ihr ein aufmunterndes Lächeln zuwerfend. Es gab gerade Nichts, wofür sie sich fürchten brauchte.

Hör nicht auf ihn. Er kommt alleine nicht gegen mich an, deswegen will er sich mit dir zusammen tun, um sich zu rächen...“

Ein weiterer Blick galt seinem besten Freund, ein vielsagendes Grinsen auf den Lefzen. Er hoffte einfach, dass auch wenn die Angst um Kiba und weitere solche Geschehnisse noch immer in ihren Knochen saßen, sie einfach ein wenig abschalten konnten. Er war sicher nicht der einzige, den diese ganze Geschichte noch immer beschäftigte – immerhin war Farai auch ziemlich schnell zu seiner Mutter geeilt. Er schmunzelte.

Du gehörst jetzt quasi zur Familie, also müssen wir uns noch ein Einführungsritual für dich ausdenken!“

Er nickte kurz, sich selbst zustimmend, ehe sich die blauen Augen noch einmal auf Teyrm legten, der für ihn sowieso mehr ein Bruder war, als Saiyán es vermutlich je sein würde.

24.10.2013 14:19
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Yjakúma

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Was sollte sie noch machen? Einfach immer weiter laufen, bis plötzlich nichts mehr war? Bis ans Ende der Welt? Gab es überhaupt ein Ende? Soviel Yjakúma wusste, war das einzige Ende der Tod. Sofort überkam sie wieder diese unendliche Traurigkeit und die schmerzhafte Erkenntnis, dass sie ihre über alles geliebte Familie nie wieder sehen würde. Diese Narben hatte sich so tief in ihr Herz gekrallt und würden wohl nie verheilen.

Aber Yjakúma verdrängt diese traurigen Gedanken sofort wieder und widmete sich dem wunderschönen weißen Schnee. Ach, konnte Winter herrlich sein! Sie lief ein Stück und bremste dann schnell ab, sodass eine große Schneewolke aufgewühlt wurde. Yjakúma lief hindurch und versuchte die winzigen Schneekristalle mit den Pfoten und der Schnauze aufzufangen. Fröhlich quiekte sie herum. Aber alleine war es eben auch nur halb so lustig.

Da hörte sie plötzlich ein Geräusch. Sie konnte nicht zuordnen aus welcher Richtung es gekommen war oder was es war. Sie war zu sehr in ihre Spielerei vertieft gewesen. Aber jetzt waren ihre Sinne geschärft und sie versuchte angestrengt dieses Geräusch ausfindig zu machen.
Da sah sie hinter einem Gebüsch auf einmal braunes Fell aufblitzen.
~Uuhh! Ein Hase! Vielleicht kann ich jetzt endlich mal was fangen, ich sterbe schon fast vor Hunger~
Voller Vorfreude auf ihre Mahlzeit schlich sie sich näher an das braune Etwas, das ein Hase sein könnte, heran.
Doch als sie näher herankam merkte sie, dass es Etwas viel größeres war als ein Hase. Es war ein Wolf! Im ersten Moment war Yjakúma ein bisschen enttäuscht, weil sie jetzt doch nichts Essbares bekam, aber diese Enttäuschtheit wich kurz darauf der Freude, dass sie endlich wieder einmal einen Artgenossen sah.
Vorsichtig näherte sie sich dem fremden Wolf. Er sah ziemlich bedrohlich aus mit den ganzen Narben am Körper. Allerdings war die Fremde nicht viel größer als Yjakúma selbst, was sie ziemlich wunderte.
Langsam, ging Yjakúma auf die fremde Wölfin zu und stellte sich vor sie damit sie auch stehen blieb und sie nicht übersah.

„Hallo!“

Was sollte sie sagen? Mehr wie „Hallo“ wollte ihr nicht einfallen. Sie musste vermutlich urkomisch aussehen: Stellte sich einfach einer fremden Wölfin in den Weg und sagte nicht mehr als „Hallo“. Etwas mehr musste ihr schon noch einfallen.

„Ich heiße Yjakúma, und du?“

26.10.2013 12:39
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Seroka

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So sehr sich die Braune auch bemühte, sie konnte die weiße Wölfin nicht ausfindig machen. Ly konnte doch nicht schon wieder davon gelaufen sein? Während Seroka geschlafen hatte, hätte viel passieren können, ohne dass sie etwas mitbekam. Vielleicht war sie aber auch nur zu blind und konnte das weiße Fell nicht vom glitzernden Schnee unterscheiden. Ja, Seroka war schon immer ein kleiner Blindfisch, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sie ist tollpatschig, aber auch noch ein Jährling. Sie muss noch viel lernen bevor sie sich als nützlich erweisen könnte.
Weil sie Ly von diesem Standort nicht sehen konnte, lief sie ein wenig umher und hoffte somit auf bessere Chancen. Die Braune war noch immer etwas traurig, ihre Verwirrtheit der fliegenden Schneemasse wegen, ist nun komplett verschwunden. Sie hätte sich niemals so aufführen dürfen, wie es vor kurzem bei Ly der Fall war. Es ist zwar schon einige Zeit her, doch kriegt Seroka schnell ein schlechtes Gewissen, das sie dann auch nicht unbedingt sofort wieder los wird. Meist ist sie erst wieder glücklich, wenn sie sich entschuldigt und es wenigstens durch ein kleines Geschenk - oder ähnlichem - wieder gut gemacht hat. Manchmal erschlich sie jedoch dieses Gefühl, gar nicht erst beachtet zu werden, wenn sie sich entschuldigen möchte. Es ist fast so, als würde sie keiner mehr mögen, hat sie sich erst einmal daneben benommen. Trotzdem wollte sie sich entschuldigen, Ly war immer so nett und sie? Schnauzt sie an, als wäre sie ein frecher Welpe.
Plötzlich wurde sie aus ihren tristen Gedanken gerissen, als irgendjemand etwas in ihre Richtung rief. Sie blickte sich um und konnte zwei Rüden entdecken, die vermutlich miteinander redeten. Sie spürte ihr Herz klopfen, war sie doch immer so schüchtern Fremden gegenüber. Sie schüttelte kurz ihren Kopf, um sich von sämtlichen negativen Gedanken frei zu machen. Dennoch hatte sie die Rute zwischen die Hinterbeine geklemmt und ihre Ohren angelegt. Sie lief in halb geduckte Haltung zu den beiden. Bei ihnen angekommen, richtete sie sich teilweise wieder auf und fragte mit zittriger Stimme:

"Ähm... M-meinst du mi-mi-mich?"

Anhand der Mimik der beiden Rüden konnte sie eigentlich erkennen, dass sie eher weniger böser, als guter Absicht waren, behielt dennoch ihre Haltung bei. Mein weiß ja nie, was das Schicksal für einen parat hatte, außerdem gibt es auch hinterlistige Wesen auf dieser Welt. Diese beiden Wölfe kannte sie noch nicht, deshalb ging sie kein Risiko ein. Nun hatte sie sichtlich Angst, doch wovor eigentlich genau? War es die Angst, von den beiden ausgelacht zu werden? Oder aus dem Nichts heraus angegriffen zu werden? Scheinbar machte sich nun eine kleine Existenzangst bei der jungen Seroka bemerkbar.
Sie wusste nicht warum, doch konnte es erahnen: Sie kannte einfach gar keinen und hat auch noch einen schlechten Eindruck mit der Szene bei Ly hinterlassen. Dies konnte der Grund für ihre Ängste sein, die andere wahrscheinlich auf die Nerven gehen und ihren Platz im neuen Rudel gefährden könnten.

26.10.2013 22:23
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20.10.2013


Akira lief immer weiter und weiter, immer geradeaus ihrem unbekannten Ziel entgegen.

Sie sah zwar die Landschaft, die sie umgab, aber nahm sie dennoch nicht wirklich wahr. Bäumen und sonstigen Hindernissen wich sie natürlich aus, aber ansonsten hatte sie kein Auge für alles um sie herum. Wozu auch?

Sie hörte den alten, teilweise überfrorenen Schnee unter ihren Pfoten knirschen und spürte seine Kälte, aber es interessierte sie nicht. Ihr rechter Hinterlauf begann wiedereinmal zu schmerzen, aber auch das ignorierte sie. Das einzige, was sie im Kopf hatte, war ihre Aufgabe, die sie erfüllen musste, das unbekannte Ziel, dass sie finden musste. Und da es offensichtlich nicht hier war, musste sie laufen, immer weiter laufen.

Am liebsten wäre sie Tag und Nacht gelaufen ohne je anzuhalten, aber ihr lästiger Körper verlange hin und wieder nach Ruhe, und dann legte sie sich an Ort und Stelle hin und schlief eine Weile, bis sie wieder aufwachte und weiter lief. Und manchmal verlangte er nach Nahrung, und dann musste sie ihren Lauf unterbrechen und jagen.

Doch plötzlich nahm ihre Nase die Witterung einer anderen Fähe auf, und kurze Zeit später kam diese ihr auch ins Gesichtsfeld. Akira beschloss, sie zu ignorieren und hoffe, ebenfalls ignoriert zu werden. Sie hatte keine Lust, anderen Wölfen zu begegnen, die sie doch nur von ihrer Aufgabe abhalten würden.

Doch die fremde Fähe schien ihr diesen Gefallen offensichtlich nicht tun zu wollen. Sie stellte sich ihr sogar demonstrativ in den Weg!

Wollte sie Akira etwa angreifen? Zwar hatte Akira ihr keinen Anlass dazu gegeben, aber Cárân hatte ja anscheinend auch nur zum Spaß andere Wölfe angegriffen und gequält. Akira bereitete sich sicherheitshalber gedanklich bereits auf einen Kampf vor.

Doch die Fremde machte keine Anstalten, zum Angriff überzugehen, und Akira erkannte den freundlichen Ausdruck in ihrem. Und jetzt sprach diese Fähe sie zu allem Überfluss auch noch an.

Akiras Stimme war ausdruckslos, als sie kurz vor der fremden Fähe stehen blieb antwortete.

„Hallo.“

Akira betrachtete ihr Gegenüber genauer. Das Fell der Fremden wies eine ganz ähnliche Farbe auf wie das Akiras, aber es war nicht so eintönig, sondern wies ein Muster aus vielen verschiedenen Farbtönen auf, das vor allem ihre Gesichtszüge betonte. Am auffälligsten waren aber die blauen Augen. Akira hatte noch nie einen Wolf mit blauen Augen gesehen, aber sie wunderte sich nicht. Lamura hatte ihr erklärt, dass in anderen Gegenden die Wölfe auch anders aussahen. Vielleicht hatten in dieser Gegend alle Wölfe blaue Augen.

Yjakúma hieß diese andere Wölfin also. Ein Name, den Akira noch nie gehört hatte. Aber Namen waren für sie ohnehin nur eine willkürliche Bezeichnung, deren einziger Sinn es war, einen Wolf zu identifizieren.

„Ich heiße Akira.“

Die vernarbe Fähe überlegte kurz. Wo sie nun ohnehin so etwas wie ein Gespräch mit Yjakúma begonnen hatte, könnte sie die Gelegenheit nutzen, um vielleicht etwas mehr über die Gegend hier in Erfahrung zu bringen. Vielleicht wusste Yjakúma ja etwas, dass Akira bei ihrer Suche helfen könnte.

„Wohin bist du unterwegs?“

Akira verstand genug von anderen Wölfen, um zu wissen, dass es die Bereitschaft zu antworten nicht unbedingt erhöhte, wenn man alles, was man wissen wollte, auf einmal fragte. Daher wollte sie sicherheitshalber mit einer einfachen, harmlosen Frage beginnen.

Sie wusste auch, dass sie dabei eigentlich interessiert klingen sollte. Aber sie konnte nichts am ausdruckslosen, kalten Klang ihrer Stimme ändern. Sie nahm an, dass es daran lag, dass sie, wo andere Wölfe ihre Seele hatten, nur noch einen Trümmerhaufen besaß. Aber sie bedauerte es nicht, denn auch dazu hätte sie wohl einer halbwegs intakten Seele bedurft.

Und genau genommen interessierte es Akira auch kein bisschen, wo Yjakúma eigentlich hin wollte. Es sei denn natürlich, die Antwort würde ihr zufällig bei ihrer Suche helfen.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
27.10.2013 00:27
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