Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
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Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Winter 1925/26 » Roter Schnee
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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23.07.2005

(( Wenn irgendwas nicht passt, oder nicht klar ist, einfach schreien. ^^ ))

Der Winter hat Einzug in das Tal gehalten, weder so regnerisch und warm wie im letzten Jahr, noch so stürmisch und verheerend, wie im Gründungsjahr der Tears of Destiny. Ein guter Grund für das Rudel, diesen Winter erstmals im Tal zu verbringen und nicht zur Rudelhöhle in der nordöstlichen Bergkette zu wandern. Dass dort auch ein Höhlengang zu Kristallkammern führt, spielte vermutlich ebenso mit in die Entscheidung – die meisten haben wohl vorerst wahrlich genug von den bizarren Spiegeln gehabt. Zudem war es dem Rudel dank des Spiegelsaals gelungen heraus zu finden, dass die Kristalle selbst Schuld an der Versteinerung Leikunas sein mussten. Im Saal hatten sie gesehen, wie die weiße Wölfin an der Stelle, wo sie nun schon viele Wochen als Statue ruht, ein kleines, aufragendes Kristallgebilde entdeckt und mit der Nase berührt hatte. Der Kristall zerfiel daraufhin zu Staub und die arme Leikuna wurde von der Nasenspitze bis zur Schwanzspitze in Stein verwandelt. Kein Wunder also, dass sich das Rudel nun lieber von dieser unerklärlichen Macht fern hält. Obwohl sie jetzt wissen, was mit der Betawölfin passiert ist, herrscht weiter Ratlosigkeit darüber, was sie nun dagegen tun können.
Die Wochen zogen jedoch so friedlich und ruhig dahin, dass die Ereignisse für einige langsam in den Hintergrund rücken. Das Leben geht weiter und neue seltsame Vorkommnisse blieben bisher glücklicher Weise aus. Seit Mitte November ist das Tal komplett in Weiß gehüllt und es auch weiterhin immer mal wieder. Das Rudel hat sein Lager an der nordwestlichen Seite des Thear Mirrows aufgeschlagen.
Kiba Telay ist mit Phai in den angrenzenden Daiesh-Wald gegangen, nachdem letztere die Leitwölfin um ein privates Gespräch gebeten hat.


Tag | Ende November . mittags
Wetter | leicht bewölkt . sanfter Schneefall . kaum Wind . -10 °C

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
03.01.2013 18:25
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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Monty Sloan - wolfpark.org

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23.05.2006

Mit den Ohren zuckend patschte Toboe kurz mit einer Pfote nach dem Schnee, den blauen Blick dabei auf den weißen Teppich gerichtet. Er mochte den Schnee, und ein wenig lenkte er von den trüben Gedanken ab, die immer wieder aus seinem Inneren hinauf stiegen. Sie wußten, was mit Leikuna geschehen war, wie sie versteinert wurde. Aber wirklich glücklich darüber schien niemand zu sein – und so auch nicht der graue Rüde. Sie kannten das Problem, aber eine Lösung schien noch immer nicht in Aussicht. Und wenn Leikuna von einem Stück der Kristalle versteinert worden war, wie sollten sie sich schützen? Unter dem Schnee konnten noch mehr von diesen Splittern verstreut sein – und er konnte sich kaum vorstellen, dass sich die Stücke ihre Opfer aussuchten, das ging dann doch wohl ein wenig zu weit. Der junge Wolf seufzte leise, verdrehte leicht die Ohren im kalten Wind. Aber es war nun schon Zeit vergangen, und seitdem hatte es keine Zwischenfälle gegeben. War es also nur ein einmaliger Spuck gewesen? Waren sie jetzt sicher und mussten nur noch eine Lösung für Leikuna finden? Es schien, als würden sie für jede geklärte Frage unzählige andere hinzu bekommen. Aber er zweifelte stark daran, dass einer von ihnen das Ganze vergessen konnte – auch wenn man es vielleicht nicht jedem ansah.
Mit einem leisen Brummen schüttelte der graue Rüde den Schnee aus seinem Pelz, ließ den hellen Blick dann kurz zum Himmel schweifen, jedoch nur für einen Moment, ehe er sich aus der kalten Masse erhob, und mit sich mit ruhigen Bewegungen vorwärts bewegte, dabei immer wieder kleine Schneehaufen mit der Pfote vor sich in den Schnee warf, dabei die Lefzen von eine sachten Lächeln umrundet. Ja, das brauchten sie jetzt. Ablenkung, selbst wenn es einfach nur der Schnee war, mit dem sie sich ein wenig beschäftigen konnten. Und Gesellschaft, die man sonst eher selten hatte. Dieser Gedanke ließ den Grauen für einen Moment inne halten, als er ein seltenes Bild aus den Augenwinkeln wahrnahm. Ashlynn lag allein im Schnee – ohne ein schwarzes Anhängsel, welches zu seiner Familie gehörte. Toboes Nase zuckte kurz, ehe er mit ausgelassenen Schritten die Richtung änderte, mit ebenso ruhigen Schritten nun auf Ashlynn zu trat. In kurzer Entfernung blieb er stehen, spielte mit den Ohren im sachten Wind – noch immer lächelnd – und warf der Fähe mit einer kurzen Bewegung seiner Pfote eine kleine Menge Schnee zu, ehe er eben diesen erneut aus seinem Pelz schüttelte. Einfach Mal den Kopf ein wenig frei bekommen, bevor man sich aus Angst vor den Kristallen in irgendeiner Höhle versteckte.

03.01.2013 23:21
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rising like a phoenix.*
it started out as a feeling
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Kati H. - dawnthieves.de

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Fähe

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27.03.2011

Auch, wenn mittlerweile zwei Monate ins Land gezogen waren, lagen die Bilder, die die Kristalle ihnen gezeigt hatten, der Bunten noch immer schwer im Magen. Natürlich war all das längst nicht mehr so präsent wie die ersten Wochen nach ihrem Ausflug in die Höhle, doch ein flaues Gefühl blieb, sobald ihre Gedanken in jene Richtung schweiften. Heimweh hatte sich nach dem Blick in die Seelenspiegel ihrer Mutter wieder in ihr Herz geschlichen; Heimweh, welches man eigentlich gar nicht Heimweh nennen konnte. Sie sehnte sich nicht nach einem Ort – sie war zu Hause angekommen, das hatte sie längst herausgefunden. Doch es fehlte etwas – besser gesagt jemand – den dieser Ort hier und keiner der Wölfe je ersetzen konnte. Und auch, wenn sie wusste, dass es träumerisch, ja gar irrsinnig war, an dieser blinden, kindlichen Hoffnung festzuhalten, dass auch dieses Teil zu ihrem Glück irgendwann gefunden werden würde, so konnte sie sich nicht davon abhalten. Vor zwei Monaten noch war es ein inneres Schreien gewesen, inzwischen aber längst wieder abgeklungen und vergleichbar mit dem Winseln eines Welpen tief in ihrem Inneren. Es brachte nichts, daran festzuhalten, immerhin hatte sie hier doch all den Rest gefunden, den sie brauchte. Doch ihre Mutter war nur ein Gedanke am Rande gewesen, der sie begleitet hatte. Viel mehr im Mittelpunkt hatten all die Geschehnisse gestanden, für die sie mittlerweile zwar eine ‚Begründung‘ hatten, allerdings blieb eine Lösung weiterhin fern. Nach den Bildern Leikunas Versteinerung war sie nur noch mehr gepackt worden von der Ehrfurcht, die sie den Spiegeln gegenüber empfand und im Nachhinein konnten sie sich glücklich schätzen, dass ihnen nicht das Gleiche wiederfahren war wie der weißen Fähe. Immerhin hatten sie im Höhleninneren auch auf bloßem Kristall gestanden. Somit war aber auch die Suche nach einer Lösung für die helle Wölfin in den Hintergrund gerückt, der Mut und die Hoffnung hatten einen gehörigen Dämpfer verpasst bekommen. Man suchte, hielt die Augen offen und schenkte der Wiederbelebung der Wölfin zwar mal einen Gedanken, doch längst hatte sich zumindest Ash widerwillig damit zufrieden gegeben, dass sie wohl machtlos waren. Eine bittere, aber unabdingbare Wahrheit.

Glücklicher Weise hatten sie die Kristalle aber auch noch vor ein weiteres Problem gestellt. Zu einem Geheimniswahrer hatten sie sie gemacht, wobei Ashlynn mit dieser Aufgabe deutlich überfordert war. Sie wusste nicht, was das, was sie gesehen hatte, zu bedeuten hatte, warum ausgerechnet sie es gesehen hatte und wie sie nun mit dieser Information umgehen sollte. Vielleicht war es gänzlich unwichtig, einfach nicht zu beachten und doch belastete es sie auf seine Weise. Bisher hatte sie niemandem gegenüber auch nur ein Wort darüber verloren. Sie versuchte, sich einzureden, dass es keine Bedeutung hatte, dennoch kamen ihre Gedanken nicht von dem Bild los, welches unmissverständlich klar gemacht hatte, dass Andraki etwas zu verbergen hatte. Doch selbst wenn – was hatte sie damit zu tun? War es nicht die Sache der Zimtfarbenen? Ash schob es beiseite, wie so oft und doch machte sie dieses Geheimnis unglaublich schwer.

Der erste Schnee allerdings hatte ihre Laune wieder gehoben. Und auch jetzt, wo der Schnee bereits ein ständiger und langfristiger Begleiter geworden war, schaffte er es, sie von ihren tristen Gedanken abzulenken. Sie hatte einen kurzen Rundgang gemacht, ehe sie sich doch dazu entschlossen hatte, sich nicht allzu weit vom Seeufer entfernt niederzulassen. Eine Zeitlang hatte sie lediglich stumm das sanfte Rieseln des Schnees beobachtet, insgeheim Ausschau nach Saiyán gehalten, dessen Gesellschaft zu einer immer wichtigeren Sache für sie wurde und auch Kiba und Phai dabei beobachtet, wie sie sich in den Wald zurückgezogen hatten. Und schließlich hatte sie sich auf die Seite fallen lassen und begonnen zu dösen – zumindest, bis der Schnee ihr verriet, dass sich ein Wolf genährt hatte. Langsam schlug sie die Augen auf, nachdem ihre Nase ihr längst verraten hatte, dass es der graue Bruder unter den Halbrequisten war, dessen Blick offensichtlich auf ihr lag. Ihre Ohren drehten sich, doch sie sah ihm mit einem Lächeln entgegen, ehe sie genau deuten konnte, was das Lächeln auf seinen Lefzen zu sagen hatte.

„Ich warne dich. Wehe, du tust -“

Doch da hatte er es schon getan. Ash hatte sich aufgesetzt, doch um der geahnten Attacke auszuweichen, hatte es dann doch nicht gereicht. Ihre Ohren legten sich zurück und auf ihre Lefzen schlich sich ein Ausdruck, der deutlich zeigte, dass der Graue damit nicht so einfach davon kommen würde.

„Na warte!“, warf sie ihm deutlich amüsiert entgegen, während sie aufsprang und ohne sich den Schnee aus dem Pelz zu schütteln, ein paar Sätze auf ihn zu machte. Gerade so, dass sie vor ihm Bremsen musste, natürlich extra scharf, um möglichst viel Schnee in seine Richtung zu befördern.


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
04.01.2013 00:38
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Asran

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Nachdem der Rüde sich in der Nähe des Rudels einfach auf die Seite hatte fallen lassen war er mittlerweile in eine Art Halbschlaf verfallen. Die goldgelben Seelenspiegel nur einen kleinen Spalt geöffnet schien er nichts weiter zu tun als die Schneeflocken dabei zu beobachten wie sie langsam zum Boden rieselten und sich dort verankerten. Wind herrschte kaum, demnach wurde auch so gut wie gar kein Schnee wieder aufgewirbelt. Zumindest.. nicht durch natürlich Einflüsse. Asran's Ohren schnippten als er der festen Überzeugung war die Geräusche tollender Rudelmitglieder gehört zu haben. Sein Kopf neigte sich etwas nach vorn, die Augen folgten der Ausrichtung der Lauscher und nur wenige Sekunden danach ertappte der Graue sich selbst dabei, wie sich ein Lächeln über seine Lefzen zog. Genau das, was er dort bei den Zweien zu Gesicht bekam, war es, was für ihn der Inbegriff des Winters und auch des Schnees war. Diese Jahreszeit und ihre Begebenheiten brachten Freude, Spaß und einfach eine gute Stimmung mit sich. Und dabei konnte man es sogar noch außen vor lassen, dass der Rüde den Winter ohnehin liebte. Natürlich konnte man auch einfach behaupten das es gar nicht an der klimatischen Veränderung lag. Die letzten zwei Monate waren im Allgemeinen sehr ruhig und entspannt verlaufen, bedachte man doch was die Tears of Destiny kurz bevor Asran zu ihnen gestoßen war hatten durchmachen müssen. Er selbst konnte das jedenfalls nicht genau nachvollziehen. Er kannte die versteinerte Wölfin nicht, war nicht dabei gewesen und hatte einfach keinen großartigen Bezug zu ihr. Es war ihm gar nicht möglich zu empfinden, was das Rudel empfand, dennoch versuchte er zu verstehen und allein das, so dachte er zumindest, war schon recht viel Wert. Da kam es doch einfach mal ganz gelegen das sich alles allmählich wieder etwas aufzulockern schien und das am heutigen Tage irgendwie etwas magisches in der Luft lag. Etwas magisches dass – verbunden mit dem Anblick der zwei bereits spielenden Wölfe – auch in ihm selbst das Bedürfnis entfachte sich ein wenig Gesellschaft zu suchen.
Die verschiedenen Wölfe und Gesichter im Rudel hatte er sich mittlerweile schon gut eingeprägt. Er konnte ungefähr zuordnen, wer viel Zeit mit wem verbrachte und somit auch ein engeres Band zu den einzelnen Mitgliedern hatte. Wirklich genau ins Detail gehen konnte er dabei allerdings nicht. Über die Beziehungen und Verhaltensweisen von den anderen, von denen ihm fast alle im Grunde genommen noch recht fremd waren, wollte er einfach nicht urteilen solange er sich noch kein eigenes Bild machen konnte. Bis auf Jeanne war da ja noch niemand gewesen, mit dem er etwas mehr Zeit verbracht hatte, etwas mehr Worte gewechselt hatte. Für den Anfang war ihm das aber auch ausreichend gewesen. Er mochte die Fähe und es ehrte ihm, dass sie ihm schon das ein oder andere anvertraut hatte, obwohl man sich kaum kannte. Nun galt es aber mal neue Bekanntschaften, vielleicht sogar Freundschaften zu knüpfen.

Asran wandte seine Blicke von den zwei Spielenden ab, rappelte sich auf und schüttelte sich den Schnee aus dem Fell. Dann wanderte er mit seinen Augen über das Rudel. Jeder, den er auf die Schnelle erfassen konnte, hatte irgendwie jemanden der ungefähr in seiner Nähe war und... Huch? Das Köpfchen des grauen Rüden legte sich etwas schief. Da war doch der gute Freund von dem anderen schwarzen Wolf mit den coelinblauen Augen, der sonst immer mit der bunten Fähe unterwegs war, die im Moment in das besagte Spiel verwickelt war. Nur.. warum war er denn alleine? Wenn er sich genau erinnerte waren die zwei gleich aussehenden Rüden, wenn sie nicht sogar Geschwister waren – Asran wusste das immerhin nicht ohne danach zu fragen, Zufälle konnte es überall geben – fast immer beisammen gewesen. Merkwürdig, aber auch nicht weiter schlimm. Für ihn selbst bedeutete das einfach nur das sich da wohl jemand anzubieten schien der das Verlangen nach Gesellschaft stillen konnte. Außerdem wurde es langsam sowieso mal Zeit das man sich mit allen etwas enger vertraut machte. Ohne also länger auf sich warten zu lassen trottete der Graue in die Richtung des dort alleine befindlichen schwarzen Rüden. Als er noch ungefähr einen guten halben Meter von ihm entfernt war, blieb er stehen. Da er sich von hinten näherte wollte er es vermeiden ihn aus dem Schlaf zu reißen, ihn gar zu erschrecken.

“Na, wo hast du denn deinen Freund gelassen?“, ertönte seine freundliche und klare Stimme aus der unmittelbaren Nähe.

Wenn seine Vermutung falsch war das sich das Bedürfnis nach etwas Gesellschaft auf Gegenseitigkeit beruhte konnte der noch recht fremde Rüde immer noch Widerspruch einlegen. Andererseits war Asran nun halt da und seine Stimme, sein Auftreten war mehr als einladend.

04.01.2013 17:05
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Kenayo

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Noch immer war die Suche nach einer Lösung für Leikuna nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Jedoch so häufig er auch darüber nachdachte, fiel Kenayo keine ein, und so wie es schien, erging es den anderen auch nicht anders. Was brachte es einem, dass Problem genau zu kennen, wenn man dennoch keine Lösung fand? Die Kristalle im Berg hatten ihnen zwar die Ursache verraten, doch schien es noch immer genauso unmöglich, dass Leikuna wieder einen Atemzug nehmen wird, dass sie wieder unter ihnen weilen wird, wie zuvor. Der Rüde wollte sich damit nicht zufrieden geben, wollte kein Rudelmitglied einfach so aufgeben. Diese Möglichkeit kam ihm wie ein Verrat am Rudel vor, wie ein Verrat an der weißen Fähe. Bei seinen Gedanken war er auch noch auf eine ganz andere Frage gekommen: Hatten diese Kristalle - oder der Kristall? - einen eigenen Willen? Könnte es sein, dass sie so magisch sind, dass sie nicht nur spiegelten und wohl auch versteinerten, sondern aus einem eigenen Impuls heraus handelten? Oder könnte es vielleicht sogar sein, dass es irgend eine Macht gibt, welche die Kristalle beherrscht?
All diese Fragen konnte er nicht beantworten, so gerne er es auch tun würde. Könnte irgendwer in diesem Rudel ihm dabei weiterhelfen? Andere wussten mehr über dieses Tal, mehr über dieses Rudel, auch wenn er schon vieles gehört hatte, vieles kennen gelernt hatte, konnte es doch nicht alles sein. Der Schwarzbraune war ja noch nicht einmal einen Sonnenlauf hier in diesem ganz besonderen Tal, bei diesem Rudel, seiner neuen Familie.
Als er nun so in seine Gedanken vertieft innerhalb des Rudels im Schnee lag, bemerkte er plötzlich eine Bewegung in seiner Nähe. Nicht das dies verwunderlich wäre, war er doch inmitten seiner Freunde. Als er nun näher hin sah, entdeckte er Ashlynn mit Toboe. Es erfreute ihn den beiden beim Spielen zuzusehen, und er überlegte kurz, ob er hinzustoßen sollte und um dem Spiel beizuwohnen. Jedoch dann dachte er sich, dass er die beiden nicht stören wollte. So gab er dem Impuls nicht nach, vertiefte sich aber auch nicht wieder in seine Gedanken.
Zunächst hatte er genug gegrübelt, nun galt es das Hier und jetzt erst einmal wieder zu genießen und so überlegte er sich, wessen Gesellschaft er aufsuchen wollte. Um dies herauszufinden, stand er gemächlich auf, und sah sich um. Da entdeckte er, wie ein erst kürzlich zu ihnen gestoßener Rüde auf Aiyán zuging. Kurzerhand entschloss er sich, sich zu diesen beiden zu gesellen und so lenkte er seine Schritte in deren Richtung. Er wollte es nachholen, dass er mit Asran bis jetzt noch nicht sonderlich viel zu tun gehabt hatte, erschien ihm dieser doch als ein freundlicher Zeitgenosse, soweit er es bis jetzt beurteilen konnte.
Als er nun die beiden erreicht hatte, nickte er freundlich, und sagte:

"Hallo Asran. - Hallo Aiyán. Darf ich mich zu euch gesellen?"

Ein wenig besonders war es schon, dass Aiyán ohne seinen Bruder war, schien dieser doch auch nicht mit Ashlynn zusammen zu sein. Ihm persönlich fiel es ja nicht so schwer, die beiden auseinander zu halten, auch wenn sie sich recht ähnlich sahen, fand er doch, dass sie im Detail gänzlich verschieden waren.

04.01.2013 19:20
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             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
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Konrad Wothe - konrad-wothe.de

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27.07.2005

Während in manchen Momenten sachten Wind über das Fell der weißen Fähe strich, die eingerollt im Schnee lag, verdrehte Jeanne leicht die Ohren, lauschte den Geräuschen um sie herum. Sie genoß die Ruhe, dass sie das Rudel in ihrer Nähe wußte, und vielleicht einen Moment nicht darum fürchten musste. Sie hatte sich oft dabei erwischt, wie eine innere Unruhe sie ergriffen hatte, wie immer wider Bilder vor ihrem inneren Auge auftauchten. Es schien so simpel, der Grund für Leikunas Versteinerung. Eine Lösung schien dafür jedoch unauffindbar. Es war ein nahezu grausamer Gedanke, den Jeanne am liebsten in jedem Moment wieder verdrängt hätte. Doch er ließ sich nicht verjagen, es war zu allgegenwärtig, dass es so schien, als gäbe es keine Heilung für Leikuna, als müssten sie nun einfach damit leben, dass eines der Rudelmitglieder nun nur noch aus Stein unter ihnen weilen würde. Die helle Wölfin schluckte bei diesem Gedanken, versteckte die Nase nur noch weiter im eigenen Fell, als könne sie so ihren Gedanken entkommen, in dem sie sich vor ihnen versteckte. Umso mehr sie diese ganzen Gedanken durcheinander brachten, desto mehr konnte sie nun diese Stille genießen, den Moment für sich allein nutzen. So blickte die Weiße auch nur kurz Kiba und Phai hinterher, erschien es für sie doch nicht ungewöhnlich, dass diese beiden sich unterhielten - schnell hatte sie die Gedanken also wieder umgewandt.
Erst einige Momente später regte sich die Wölfin wieder, als sie sich langsam erhob, kurz den Kopf Richtung Himmel streckte und die blauen Augen einen Moment schweifen ließ, zu den kleinen Gruppen blickte, die sich bildeten. Das ruhige Lächeln, welches auf den Lefzen der hellen Wölfin ruhte, verblasste jedoch schon im nächsten Moment. Die Stille, die sie eben noch genossen hatte, schien ihr mit einem Mal entgegen zu schreien, mit diesem Anblick des Rudels. Sie war es gewohnt, dass Wölfe kamen, und kurze Zeit darauf wieder verschwanden. Selbst mit denen, von denen niemand wußte, was mit ihnen geschehen war, konnte die Weiße inzwischen umgehen. Aber wenn ein Wolf verschwand, der einen so lang begleitet hatte, der einem so wichtig geworden war, wie ein eigener Sohn – selbst wen er sich von ihr verabschiedet hatte. Und so fiel der dunkle Blick der Fähe ins Leere, sie fand nicht den schwarzen Wolf, nach dem sie in diesem Moment gesucht hatte. Shanaro war gegangen, er wollte die Welt erkunden. Und so sehr sich die Weiße auch für den jungen Wolf gefreut hatte, dass er gehen konnte, wohin er wollte, so zerriss es ihr dennoch das Herz. Er war gegangen, und genau wie bei Shaiya damals war es unsicher, ob sich ihre Wege je wieder kreuzen würden. Jeanne hoffte darauf, und dann würde ihr kleiner Sohn sicher viel zu erzählen haben. Sie freute sich auf seine Geschichten, und der Gedanke daran war ein kleiner Trost, dass er in diesem Moment nicht bei ihr war. Mit einem leisen Seufzen verjagte sie diese Gedanken schon im nächsten Moment, genau wie bei Leikuna brachte es Nichts, sich darüber Gedanken zu machen. So setzte sich die Weiße langsam in Bewegung, warf einen kurzen Blick zu der Pfote, die langsam ergraute, und bei jedem Schritt aufs Neue im Schnee versank, ehe sie den Kopf wieder hob, sich umsah, um ein wenig Ablenkung zu finden. Aus den Augenwinkeln konnte sie Toboe und Ashlynn sehen, und ein wenig weiter weg waren Aiyán, Asran und Kenayo. Ihr Blick blieb jedoch an einem weißen Wolf hängen, der in diesem Moment allein war. So atmete die weiße Wölfin die frische Winterluft ein, schloß noch einen Moment die Augen, ehe sie sich ruhig auf den Wolf zu bewegte, der sie nun auch schon eine Weile begleitete. Sie überlegte einen Moment, versuchte sich an den Namen des Wolfes zu erinnern, den man oft bei Nûkún gesehen hatte, und sie glaubte, sich zu erinnern, auch wenn sie noch nicht viel mit diesem Wolf zu tun gehabt hatte. Bei ihm angekommen neigte die Weiße leicht den Kopf, ein sachtes Lächeln auf den Lefzen.

Hallo. Kaei, richtig?“

Ruhig musterte sie den Rüden mit den hellen Augen, ließ den Blick dann noch einmal umher schweifen, betrachtete den festen Teppich aus reinem Weiß, ehe sich die blauen Augen wieder auf den Rüden richteten.

Genießt du deinen ersten Winter in diesem Tal?“

05.01.2013 11:55
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INSIDE OF ME
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All we need is to believe
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Ria P. - dawnthieves.de

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04.12.2011

Manchmal, ja manchmal mochte man wirklich denken, man sei nirgends wirklich zuhause. Manchmal hatte selbst er dieses Gefühl. Seit den Spiegelkammern war einiges an Zeit verstrichen. Zeit, die einen verändern mochte. Kaei saß nun draußen, im Schnee und etwas abseits des Rudels. Mittlerweile waren er und sein Anhängsel schon eine Weile hier und so wie die Kleine Braune sich einlebte, so einsam begann er sich zu fühlen. Nun... vielleicht nicht einsam aber er hatte festgestellt, dass die Dinge von denen er gedacht hatte, dass sie seine Aufgabe wären, nicht mehr wichtig waren. In einer Gemeinschaft aus nur 2 Wölfen, gab es eine Aufgabenteilung. Es gab ihn, den Führer und es gab die Braune als die Folgende. Aber hier, hier im Rudel war er nicht länger der Führer, denn das waren der schwarze und die Silbergraue und es gab so viele Folgende, dass auch er nun ein solches Wesen geworden war. Aber hatte er schon eine Wahl? Melancholie hatte sich den Weißen gegriffen und ihn eingehüllt.

Er saß abseits und betrachtete die Umgebung, in Gedanken versunken und die weißen Seelenspiegel in unbestimmte Fernen und Abgründe gerichtet. Konnte man die Zeit nicht zurückdrehen? Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er eine Stimme vernahm. Weiblich. Er drehte den Kopf leicht und musterte die Weiße aus dem Augenwinkel. Eine Weile verging im Schweigen.

"Mhh, ja. Und du?"

Er drehte seinen großen Kopf ganz zu ihr hin und maß sie mit einem undeutbaren Blick. Früher hätte er nicht reagiert aber wie schon bemerkt, die Zeit veränderte einen. Kaei seufzte tief und schloss für einen Moment fast resigniert die Augen. Er war hier her gekommen um Nùkûn loszuwerden, um sie an einen Ort zu bringen wo sie sicher sei, doch nun war er hiergeblieben denn er hatte es nicht ertragen sie zu verlassen. Was machte sie denn mit ihm? Es war doch nicht sein Lebensziel eine unbedeutende Braune zu beschützen. Sein Weg beschrieb ihm ein größeres Ziel aber hatte die Zeit, der Wandel der Welt nicht allgemein das Ziel der Sentari-Wölfe verändert? War das vorherbestimmt? Kaei fühlte sich einmal mehr wie eine Feder im Wind.

Schnee. Er fühlte sich kalt unter seinen Pfoten an und der weiße Rüde legte die Ohren leicht zurück. Ein schmerzliches Gefühl kniff sein Herz und er versuchte sich abzulenken, indem er wieder zu der weißen -wie hieß sie noch? Juna? Jenna?- sprach

"Wenn es noch Nebliger wäre, und der Schnee höher läge, dann wäre es fast wie daheim... Es ist ein wenig ungewohnt an einem Ort zu sein, der so viel...Veränderung in sich trägt. Aber mhh...ja ich glaube ich genieße es..."

Woah. das waren mehr Worte als er in all der Zeit die er nun schon hier war, zusammenhängend von sich gegeben hatte. Und alles für eine Wölfin deren Namen er nicht mal kannte...

HOME IS WHERE THE HEART IS
05.01.2013 15:43
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To the impossible Dream
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23.05.2006

Toboe hatte den Blick noch einmal herum gewandt, bevor er Ashlynn erreicht hatte. Kurz hatten die blauen Augen nach der Gestalt seiner Mutter gesucht, die sich mit der schwarzen Wölfin namens Phai ein wenig entfernte. Es war nicht ungewöhnlich, Toboe ließ sich davon also nicht beunruhigen. Schnell war dieser Gedanke also vergessen und der junge Rüde konzentrierte sich auf die Fähe, die in diesem Moment auf ihn aufmerksam wurde, sein Lächeln erwiderte. Und als er dann zu dem geplanten Angriff überging, drohte ihm die Zweifarbige noch – jedoch war es für sie zu spät, um noch wirklich ausweichen zu können. Mit einem triumphierendem Grinsen wog der Graue leicht den Kopf, hatte er sein Ziel doch erreicht. Er ließ die Rute durch die Luft schwingen, trat von einer Pfote auf die andere, dabei beobachtend, wie Ashlynn nun aufrecht stand, sich ein leicht zu deutender Ausdruck auf die Züge der Fähe schlichen. Automatisch spannte sich der Graue an, festigte den Stand, um jeder Attacke Stand halten zu können. Die Zweifarbige verstärkte diesen Ausdruck auf ihrem Gesicht nur mit ihren nächsten Worten, die Toboe nur kurz mit den Ohren schnippen ließen. Er war gespannt, wie sie sich nun rächen wollte, beobachtete also aufmerksam ihre Bewegung. Als sie nun direkt auf ihn zusprang, wollte er einfach zurück treten, damit sie ins Leere sprang, jedoch schien ihr Plan ein anderer, und so erwischte den jungen Rüden – trotz des Schrittes, den er zurück getreten war – eine Ladung Schnee anstatt dass er von Ashlynn mitgerissen wurde. Die feinen Flocken verfingen sich in seinem grauen Pelz, sodass er sich erneut schüttelte, noch immer das muntere Grinsen auf den Lefzen. Er konnte mit einer Ladung Schnee im Gesicht leben. Dennoch verließ ein leises Schnaufen seinen Fang, ehe er mit der Zunge über eine seiner Lefzen fuhr.

Das ist deine Rache? Da musst du dir schon etwas besseres überlegen.“

Toboe hielt nicht lange inne, schon mit dem nächsten Atemzug setzte er wieder an Ashlynn vorbei, warf ihr jedoch noch einen herausfordernden Blick zu. Mit schnellen Sprüngen hielt er nun auf den See zu, der von einer dicken Eisschicht bedeckt war. Den letzten Winter hatten sie oben in der Höhle verbracht, umso besser gefiel dem Grauen nun, was er hier sah. Und der zugefrorene See gehörte definitiv zu den Highlights. Nur kurz warf er den Blick zurück, musterte kurz die bräunliche Fähe. Er dachte in diesem Moment nicht an seinen Bruder, der sonst immer an Ashlynn klebte. Er hatte Nichts gegen diese Fähe -–aber ihm war selten nach der Gesellschaft seines Bruders. So konnte er diesen Moment nutzen, in dem der bekannte Geruch Saiyáns nicht in der Luft schwebte.
Noch ein Sprung und schon hatte er die Eisdecke erreicht, jedoch stoppte er nicht, sondern beförderte sich mit einem weiteren, großen Schritt auf die kalte, glatte Fläche. Er bedachte nicht den Schwung, mit dem er unmöglich auf Eis hätte bremsen können, und so wurde der eigentlich sichere Sprung bei der Landung zu einer Rutschpartie, die aus Ashlynns Sicht sicher sehr amüsant wirken durfte. Die Ohren angelegt versuchte der Graue zu stoppen, bewegte sich im ersten Moment jedoch auch nicht, als er aufgehört hatte, nach vorn zu schlittern. Das hätte er sicher besser planen sollen...

05.01.2013 17:03
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Kati H. - dawnthieves.de

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27.03.2011

Ganz so gut wie sie sich eben gezeigt hatte, schien Toboe ihre Absicht nicht lesen zu können, was allerdings dazu führte, dass sie fürs erste Quitt waren. Doch die Bunte bezweifelte, dass dieses kleine Spiel bereits nach dem ersten Rückschlag beendet wäre. Sie vergaß ganz, sich darüber zu wundern, dass Toboe freiwillig ihre Nähe gesucht hatte, denn noch immer hatte sie das Gefühl, dass irgendetwas zwischen ihnen stand - dass dieses ‚Etwas‘ den Namen ‚Saiyán‘ trug, wollte sie weiterhin nicht wahrhaben. Doch inzwischen hatte sie sich geschworen, sich aus den Familienangelegenheiten der Familie herauszuhalten, obschon es ihr noch immer missfiel, dass es Toboe in ihren Augen ähnlich wie ihr selbst damals gehen musste. Wobei er sich weitaus tapferer zeigte, als es ihr damals möglich gewesen war. Nicht zuletzt, weil er Teyrm hatte, Teyrm und andere Wölfe des Rudels, so wie sie, obwohl sie mehr oder minder zwischen den Fronten stand, die beide Seiten nicht so hart wahrzunehmen schienen, wie sie als Außenstehende, der sie im Grunde gänzlich egal sein konnten. Waren sie aber nicht, dennoch musste sie zumindest nach außen so tun, als würde sie ihre Schnauze aus diesen Angelegenheiten heraushalten, so schwer es ihr auch fiel. Wenigstens in diesem Moment aber verschwendete sie keinen Gedanken an die eigentümliche Beziehung der drei Brüder – dazu hätte es weitaus wichtigeres, persönlicheres gegeben, was sie beschäftigt hätte. Aber nicht jetzt, denn dieses Spiel hier wartete noch immer auf einen Gewinner. Der Gegenschlag ging zumindest nicht daneben, obschon der Graue versuchte, ihm zu entgehen. Als hätte Ashlynn damit gerechnet, hatte sie von Anfang an zu einer anderen Taktik gegriffen, was jedoch doch mehr Intuition gewesen war.

„Also mir hat es gereicht.“, entgegnete sie mit einem Grinsen auf den Lefzen auf die provozierenden Worte des Jünglings.

Ha, so einfach war sie nicht gestrickt! Sie ahnte, was er vor hatte, ahnte, dass er es so wirken lassen wollte, als wäre sie an der Reihe, um Unaufmerksamkeit heraufzubeschwören, doch so leicht konnte er sie nicht an der Nase herumführen. Allerdings war sein nächster Zug schwerer zu durchblicken als der zuvor. Sie blinzelte, schnippte kurz mit den Ohren und setzte ihm einen Herzschlag später schon nach in die Richtung, die er vorgab. Anders als Toboe allerdings bemerkte sie noch rechtzeitig, wo das Ufer endete und die Eisfläche begann. Sie schaffte es gerade noch so, zu bremsen, rutschte kurz mit den Vorderläufen aus und zog sich schließlich auf das feste Terrain zurück – ganz so geheuer war ihr das Eis nämlich nicht. Sie hob den Blick und was sie sah, entlockte ihr unweigerlich ein klares Lachen. Okay, das war besser als jede Ladung Schnee, die sie ihm hätte verpassen können.

„Und jetzt, du Held?“ Mit erhobenem Kopf und leicht angehobener Rute trabte sie kurz am Ufer entlang, ohne Toboe aus dem Auge zu lassen. „Jetzt bin ich gespannt, wie du dort wieder runter und an mir vorbei kommen willst.“

Sie konnte nur hoffen, dass das Eis den Jungwolf aushielt. Allmählich machte auch sie die ersten, vorsichtigen Schritte auf dem Eis, allerdings war sie sich der Stabilität noch nicht ganz so sicher. Aber wenn es Toboe aushielt, würde wohl auch sie nicht einbrechen.


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
05.01.2013 20:39
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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09.07.2006

Aiyán hatte weder mit Schnee noch mit sinkenden Temperaturen ein Problem. Er hatte sich zusammengerollt und ließ die Flocken auf sein schwarzes Fell rieseln, bis man ihn kaum noch würde sehen können. Im Augenblick war ihm nicht so nach Gesellschaft und er hätte wohl geschlafen, wenn er nicht gerade dabei gewesen wäre, in Gedanken noch mal in die Höhle voller Kristallspiegel zurückzukehren. Seitdem hatte sich wenig verändert. Zwar hatten sie noch erfahren, wie Leikuna zu ihrem unglücklichen Ende gekommen war (das war es nämlich in Aiyáns Augen – ein Ende. Aber er sprach es lieber nicht aus, alle anderen hielten noch zu fest an ihrer Hoffnung). Doch hatten ihnen die Kristalle nicht verraten, wie man die Wölfin retten konnte. Wahrscheinlich gab es keinen Weg mehr zurück und sie würde für immer als Monument dastehen, bis eine Generation kam, die nicht wusste, dass die Figur eins ein Wolf voller Leben gewesen war. Und dann wäre sie nur noch ein stummer Zeuge ihrer Zeit, namenlos und vergessen. Arme Leikuna. Als Aiyán die warme Atemluft ausstieß, wirbelten die Flocken vor seiner Nase für Augenblicke etwas wilder durcheinander, ehe sie sich davor auf die Erde senkten. Nur kurz schenkte er ihnen Beachtung, dann schloss er die coelinblauen Seelenspiegel wieder und setzte seine Ruhepause fort. Seit er zurück beim Rudel war, konnte er sich solche Auszeiten viel öfter gönnen als allein mit Sai. Einerseits vermisste er die pausenlose Aktivität, andererseits war er jetzt nicht ganz undankbar für die Untätigkeit, für die ihn niemand bestrafte. Es mussten nicht immer Wettläufe und Jagden sein, die Höhepunkte im Verlauf der Zeit darstellten. Hatte sich Sai deshalb über ihn lustig gemacht, er sei träge und fett geworden und würde Toboe nacheifern? Ohne die Augen zu öffnen huschte ein stilles Grinsen über die Lefzen des Jungwolfs. Er war wirklich gemütlich geworden, wie das Dickerchen. Das gerade Lärm machen musste und sich an Ashlynn versuchte, wie er bei einem missmutigen Blick durch einen Spalt zwischen den Augenlidern feststellte. Bewegte er sich etwa freiwillig, während er herumlag? Ertappt öffnete der Rüde nun beide Augen zur Gänze und beobachtete Toboe und Ashlynn aus einigen Metern Entfernung. Wo war eigentlich Sai, wenn man ihn brauchte? Aiyán hätte sich liebend gern daran beteiligt, seinem dicklichen Bruder die braun-weiße Fähe wegzunehmen, indem sie ihn ausstachen. Er sah schon vor sich, wie sie den Grauen mit dem Maul voran in eine Schneewehe drückten. Wenig hoffnungsvoll hob er den Kopf und ließ den Blick suchend über den Platz gleiten, aber Saiyán war nirgends zu sehen. Merkwürdig. Und leider der vorfristige Untergang seiner Mobbingpläne gegen Toboe. Alleine machte das nicht einmal halb so viel Spaß.

Als er den Kopf gerade wieder auf die Vorderpfote betten und die Augen schließen wollte, registrierte er eine Bewegung links von sich. Gelassen wandte er sich ihr zu und blickte einem grauen Rüden ins Gesicht, den er zwar schon einige Male gesehen hatte, aber Worte hatten sie bisher keine gewechselt. Er stellte die Ohren auf, blieb aber entspannt liegen – man musste ja nicht gleich alles überstürzen. Der war weder eine Gefahr, noch ein Mobbingopfer, noch jemand, dem man übermäßigen Respekt zollen musste. Einfach ein Rudelwolf, nichts besonderes. Aiyán gähnte und hob dann zumindest den Kopf an. Freund? Er blinzelte, ganz so als wüsste er überhaupt nicht, wovon der Graue sprach.

„Meinst du Saiyán? Der ist erstens mein Bruder und zweitens – hab ich keine Ahnung.“

Er gähnte erneut und ließ den Blick noch mal suchend über die Umgebung gleiten. Sein Ebenbild aber sah er nirgendwo. Immerhin war Ashlynn hier, also konnte er nicht mit ihr unterwegs sein, was ihn ansatzweise beruhigte. Trotzdem war es ungewöhnlich. Sai hatte doch sonst immer Hummeln im Hintern. Vielleicht jagte er allein irgendwo in der Nähe oder prügelte sich mit Teyrm. Da wäre er aber lieber dabei ... gut, es brachte nichts, darüber zu philosophieren. Wenn er es genau wissen wollte, musste er ihn wohl oder übel suchen. Da nun aber auch noch Kenayo ankam, um sich an der Gesellschaft des schwarzen Jungrüden zu erfreuen, konnte dieser die anderen beiden nicht einfach stehen lassen. War die Abwesenheit von Sai gleich eine Einladung, ihn anzuquatschen? Er legte ein Ohr an und richtete sich dann doch gemächlich auf, bis er sitzend im Schnee hockte.

„Immer zu. Traut ihr euch nicht, wenn Sai dabei ist?“

Er grinste den älteren Wolf frech an und ging in die Hocke, um sich die Schneeflocken aus dem Pelz zu schütteln, die sich schon beinahe zu einer weißen Decke verdichtet hatten.

06.01.2013 01:11
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Dialya

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Dialya stockte und blickte einen Moment gen Himmel. Die ersten, noch ganz zarten Schneeflocken fielen langsam zu Boden, benetzten die kalte Erde unter ihren mächtigen Pfoten und verhüllten die Landschaft allmählich mit einer weißen, eisigen Decke. Ein sanftes Lächeln schimmerte auf ihren Zügen und einen Augenblick lang genoss sie das Schauspiel der tanzenden Flocken, die sich federleicht auf ihrem Pelz niederließen. Fast hätte sie leise kichern müssen und dem Drang nachgeben, schnellen Schrittes den ersten Schnee dieses Jahres zu begrüßen und sich einfach nur ausgelassen in ihm zu wälzen, bis die Kälte ihre Haut sanft einlullte. Doch nichts dergleichen tat die Silberweiße. Nachdem sie ein paar der tanzenden Kristalle nachgeblickt hatte, bis diese sich auf dem Boden inmitten all ihrer Brüder und Schwestern verloren, setzte sie sich erneut in Bewegung; den smaragdenen Blick wieder nach vorne gerichtet und aus dem Augenwinkel ihre Weggefährten beobachtend. Jetzt waren sie schon eine geraume Zeit miteinander gewandert und dennoch wusste die Fähe so gut, wie gar nichts über sie. Was jedoch nicht das Verschulden der anderen Wölfe gewesen war, sondern sie sich selbst zu schreiben musste. Es fiel ihr nach wie vor unendlich schwer andere in ihre kleine Welt eintauchen zu lassen und einmal mehr sehnte sie sich zurück zu ihren beiden Brüdern; wie kindlich und manches Mal bescheuert sie doch sein konnten. Ein mildes, beinahe schon bemitleidendes Lächeln umspielte ihre Lefzen, als sie sanften Schrittes die mittlerweile ein paar Wolfslängen entfernten Gefährten wieder einzuholen gedachte. Manchmal, ohne es wirklich zu merken, versank sie in ihren Gedanken und begann zu trödeln. Nur für wenige Wimpernschläge zwar, doch was dann um sie herum geschah, bekam die junge Fähe in solchen Momenten einfach nicht mehr wirklich mit.
Ein paar kräftige Schübe der Hinterhand und dank den langen, raumgreifenden Schritten ihrer Vorderläufe später, hatte sie jedoch wieder aufgeschlossen und die Ohren schräg zur Seite gekippt. Ihr war es mitunter ein wenig unangenehm, trat sie durch ihre eigene Persönlichkeit aus einer bestehenden Struktur heraus. Immerhin sah sie diesen Zusammenschluss Wildfremder schon ein wenig als Rudel. Zwar äußerst klein und kaum miteinander bekannt und trotzdem ein Verbund. Es gab sogar eine Rudelführung; sofern man das denn so nennen konnte. Doch Dialya wusste, bis auf die Tatsache, dass man ein bestimmtes Tal aufsuchte, rein gar nichts darüber, wohin die Reise gehen sollte. Aber im Grunde war es der Morgengrau auch egal. Wenn man nur lange genug lief, würde man schon irgendwo ankommen und, wenn es einem dort nicht gefiel, konnte man weiterziehen.
Noch immer mit sich und ihren Gedanken beschäftigt, ließ sie ihre Seelenspiegel prüfend über den bunt zusammengestellten Haufen wandern. Jeder von ihnen hatte seine eigene Geschichte und seine eigene Zukunft. Auch, wenn sie wahrscheinlich nichts über ihre Aussichten wissen konnten, lediglich Vermutungen anstellen, so war Dialya erpicht darauf, wenigstens ihre Träume und Sehnsüchte, Wünsche und der Grund dieser herauszufinden. Innerlich zwar bis aufs Äußerste gespannt, ließ sie sich nach außen nichts anmerken. Da schimmerten nach wie vor ein ruhiger, distanzierter Blick auf den anderen Wölfen und eine vornehme, aber reservierte Haltung durchzuckte ihren stämmigen Körper.

„Was glaubt ihr, was uns erwarten wird in diesem Tal?“,

sanft drang ihre Stimme an die Ohren der beiden Wölfe, an welche sie ihr Wort gerichtet hatte. Ihre Rute pendelte dabei beruhigend und gutmütig; signalisierte Yadour und Mhairi, dass sie einfach Lust hatte, mehr als nur die Namen der Beiden zu erfahren, selbst wenn sie dieses Smalltalken wohl erst noch lernen musste. Es fiel ihr unglaublich schwer einfach so irgendein Gespräch zu beginnen. Nicht, dass sie Angst hatte auf Fremde zu zugehen; aber sie verstand den Sinn hinter ein paar völlig abstrus hervorgebrachter Worte nicht. Wahrscheinlich war sie schlicht nur zu isoliert und behütet aufgewachsen. Fremde Wölfe streiften ihr Geburtsrudel nämlich nie.

06.01.2013 10:44
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Asran

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Ebenso wie Asran bereits alle Gesichter kannte, so kannte er eigentlich auch bereits alle Namen. Wobei man bei dem Ersteren sagen konnte das Gerüche natürlich über Bilder gingen. Der Nachteil an dem Ganzen war halt nur, dass er durch seinen minderen Kontakt zu den anderen Rudelmitgliedern viel zu wenige der Namen auch den entsprechenden Gesichtern zuordnen konnte. Neben Kiba, Yago und Jeanne waren da nur noch eine Pfotevoll anderer Wölfe, mit denen er zwar bisher kaum bis gar nichts zu tun gehabt hatte, bei denen er aber auf Anhieb wusste welcher Name zu ihnen gehörte. Das ihm der Name des schwarzen Rüden vor ihm in diesem Moment verwehrt blieb, geschweige denn das er der Bruder des anderen schwarzen Rüden mit den coelinblauen Augen war, lag also viel weniger an der Ähnlichkeit der beiden, sondern viel mehr daran, das man einfach noch nicht die Möglichkeit dazu gehabt hatte sich genauer kennenzulernen. Unterscheiden konnte er die zwei aber auf jeden Fall, auf welche Art und Weise auch immer. Nach einer knappen Antwort seines gegenübers wusste Asran nun auch wenigstens das die zwei definitiv Brüder waren.
Zu seinem Glück, um zumindest nicht ganz auf seiner Ratlosigkeit sitzen zu bleiben, konnte er im Schnee das leise stapfen eines weiteren Rudelmitglieds vernehmen. ~ Kenayo, wie sich bei einem kurzen Blick aus dem Augenwinkel in die besagte Richtung herausstellte. Er war einer derjenigen bei denen Asran nicht weiter grübeln musste, wenn es um den Namen ging. Dieser hatte sich in Verbindung mit seinem Antlitz bereits gefestigt. Nachdem jener dann nach wenigen Sekunden auch schon in der unmittelbaren Nähe von ihm und.. Aiyán war, wie sich kurz darauf herausstellte, schaffte er es sogar das Wort fast noch früher als der jüngere zu erheben, der von dem Grauen weitaus vorher angesprochen wurde. Na gut, bei seinen trägen Bewegungen – man konnte gar meinen das er zur Zeit einen recht faulen Eindruck hinterließ – war das ja auch nicht anders zu erwarten gewesen. Nach wie vor mit einer freundlichen Miene wandte sich sein Kopf also nun dem neu dazugekommenem Rüden zu.

“Oh, hallo Kenayo. Von mir aus kannst du gern bleiben. Unser Faulpelzchen hier allerdings..“, aus dem Augenwinkel deutete Asran knapp auf Aiyán „..scheint sich heute etwas mehr Zeit für alles zu nehmen.“

Nun, wenn das da Aiyán war dann musste sein Bruder wohl Saiyán sein. Aber das war für jetzt auch nicht weiter relevant.
Hach, ein wenig Sarkasmus – welcher deutlich genug aus seiner Stimme herauszuhören war – schadete doch niemals, nicht? Und selbst wenn der Jüngere das nicht so auffassen würde konnte das hier bestimmt noch amüsant werden. Immerhin machte er sich, nachdem nun bereits zwei Wölfe nach seiner Gesellschaft anfragten, auch mal die Mühe eine angemessenere Haltung anzunehmen. Dieses Mal ließ sogar seine Antwort nicht so lange auf sich warten, träge Bewegungen blieben aus.

„Ich für meinen Teil wollte euch einfach nicht dabei stören, wenn ihr euch gegenseitig die Lefzen leckt. Da kommt das Wort Freund doch ganz gelegen, findest du nicht?“

Gut, diese Bemerkung hatte schon fast etwas arrogantes an sich, vielleicht sogar etwas überflüssiges. Asran hatte sich aber so schwer daran getan sich diese Aussage zu verkneifen. Wie dem auch sei, bevor er noch unfreundlicher wirken würde als er es auch trotz des Sarkasmus ohnehin schon tun könnte, harkte er etwas verzögert zu seinen ersten Worten noch etwas nach.

„Nein, nein, Spaß bei Seite. Ich hielt es nur für richtig jeden mal etwas genauer kennenzulernen. Das schließt dich natürlich mit ein, Aiyán. Und dich natürlich auch Kenayo. Unabhängig davon wer sich bei euch befindet und wer nicht. Der Zeitpunkt war heute einfach nur recht gelegen.“

Freundlich war sein auftreten nach wie vor und auch seine Wortwahl schien jetzt wieder etwas passender zu sein. Ehrlich gesagt hatte er aber auch ein kleines Problem mit der Verhaltensweise des schwarzen Rüden mit den coelinblauen Augen gehabt. Da fand er seine anfängliche Wortwahl trotz des sarkastischen Untertons mehr als gerechtfertigt.

06.01.2013 14:37
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25.06.2010

Glücklicherweise hatte sich nichts Seltsames mehr ereignet, nachdem sie die Kristallhöhlen verlassen hatten. Leikunas Versteinerung, so absonderlich und beunruhigend das Ganze auch sein mochte, konnte er als eines jener Dinge im Leben akzeptieren, auf die ein gewöhnlicher Wolf keinen Einfluss hatte. Dazu zählte er alles, was nicht leicht zu erfassen war: der Verlauf der Jahreszeiten, Geburt, Tod oder auch Schicksal. Dinge eben, über die er sich im Normalfall keine Gedanken machte, weil er sowieso nichts daran ändern konnte. Dieses zugegebenermaßen simple Weltbild half ihm dabei, sich nicht verrückt zu machen, sondern einfach zu leben. Er für seinen Teil würde sich jedenfalls von den Kristallen fernhalten und sie schon gar nicht berühren, dann sollte eigentlich nichts passieren.
Er gähnte – in letzter Zeit kämpfte er öfter mit der Langeweile, denn zur Abwechslung war zumindest dem Anschein nach alles ruhig und friedlich. Ein bisschen zu ruhig vielleicht, für seinen Geschmack, und so rappelte er sich auf und schüttelte sich schwungvoll den Schnee vom Pelz.
Ursprünglich hatte er ja vorgehabt, sich die Beine ein bisschen zu vertreten, aber ein kleinerer Tumult am See weckte rasch seine Neugier. Gleich deutlich munterer näherte er sich den spielenden Wölfen. Es waren Toboe und Ashlynn, die sich gegenseitig mit Schnee bewarfen und deren Spiel allmählich wilder wurde. Ein schiefes Grinsen schlich sich auf seine Lefzen, während er sie beobachtete – der gute alte Toboe, plüschig und ungeschickt wie immer turnte er da herum und ließ sich von einer zierlichen Fähe schlagen.

“Wie ein Storch im Salat“, kommentierte er nicht ohne eine gewisse Schadenfreude, als der Jungwolf, wie hätte es auch anders sein können, auf dem Eis strandete.

Ja, so war Toboe eben. Als Grobmotoriker passierte ihm sowas ja auch nicht zum ersten Mal. Wenn man nur mal an seinen grandiosen Jagderfolg von damals dachte, und er hatte das Kaninchen sogar noch erwischt! So etwas sah man kein zweites Mal im Leben. Er mochte Toboe, ehrlich, aber manchmal fragte er sich, ob der Jungwolf wohl ein paar Meilen geradeaus gehen konnte, ohne spektakulär in eine Felsspalte zu stürzen, sich zu überschlagen oder wenigstens gegen einen Baum zu prallen.

06.01.2013 23:53
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10.01.2009

Andraki war rastlos. Sie stapfte durch den Schnee, lautlos das kalte Weiß verfluchend. Sie mochte schon Regen nicht - jedenfalls nicht diesen häufigen Regen - und gefrorener Regen war da keinesfalls besser, im Gegenteil. Wasser mochte zwar den Boden aufweichen, aber es floss größtenteils ab und blieb nur stehen, wo Erdlöcher und Senken waren. Schnee blieb einfach auf allem liegen und ebnete den Boden ein, verwandelte Löcher und Senken in weiße Fallen, stapelte sich und erschwerte das Laufen... Es war ihr unverständlich, wie man Gefallen an diesem Wetter finden konnte. Oder gar an dieser Jahreszeit. Dies war jetzt ihr zweiter Winter in diesem Tal, und irgendwie hatte sie nach dem ersten gehofft, es würde kein weiterer folgen. Aber das war wohl eine vergebliche Hoffnung, genauso wie die Welpen-
Die Zimtfarbene verzog fast schmerzlich die Miene und verfluchte ihre Gedanken, die einen Bogen zu genau den Themen geschlagen hatten, die sie zu verdrängen versuchte. Andraki musste sich jedoch eingestehen, dass ihr das nicht gut gelang. Bald war Ranz, das war eine Tatsache, und diese Gedanke und die Erinnerung an die Welpenspiegelbilder kreisten unerlässlich umeinander und ließen sie nicht zur Ruhe kommen. In ihrer Heimat hätte sie alles daran gesetzt Alpha zu werden, um an ihren erwählten Alpharüden heran zu kommen. Das wäre zwar gewiss auch nicht einfach, aber der Fall wäre zumindest klar gewesen. Hier jedoch wusste sie nicht, was sie tun konnte, um ihren Wunsch doch noch wahr werden zu lassen. Falls es überhaupt etwas gab, was sie tun konnte...
Sie hätte sich leichter ablenken können, wenn sie etwas zu tun gehabt hätte. Aber das Rudel ruhte, und auch wenn Kiba und Yago gerade woanders waren, war die Aufsicht über die Rudelmitglieder keine Arbeit, die sie in irgendeiner Weise forderte. Mal abgesehen davon, dass Toboe schon wieder nur Unfug im Kopf hatte. Der Jungwolf schlitterte auf dem zugefrorenen See herum, und die Geister mochten ihm - und auch ihr - gnädig sein, dass er nicht einbrach. Andraki hielt in ihrem Gang inne und beobachtete das Geschehen aufmerksam. Ihre suchende Augen fanden schnell ihren Mitbeta, der noch näher am See war als sie und somit schneller zu Hilfe eilen konnte, aber es war vermutlich trotzdem keine schlechte Idee, etwas näher heran zu gehen. Die Zimtfarbene seufzte genervt und setzt sich dann in Bewegung in Richtung des Sees.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
07.01.2013 18:45
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I choose to believe
In the face of my doubts
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28.07.2006

Zwei Monate waren vergangen, seit sie auf diesem riesigen Berg in dieser riesigen Spiegelhalle gewesen waren. Seitdem hatte Teyrm nur mit einem einzigen Wolf über das dort erlebte gesprochen, mit Toboe. Der Graue war der einzige Wolf gewesen, dem er so etwas anvertraut hätte. Sein bester Freund, das größte Bindeglied, welches er zu diesem Rudel überhaupt hatte. Doch nun verschwendete er kaum mehr Gedanken an das dort erlebte. Der Winter hatte endlich Einzug erhalten, was den Aschfarbenen übermäßig gefreut hatte.

Schon seit Tagen tollte er ausgelassen durch den Schnee und seine gute Laune schien kaum mehr zu bremsen. Kein Wolf des Rudels war von dieser Euphorie verschont und somit waren vermutlich einige schon in Abwehrhaltung gegangen, wann immer der überschwängliche Teyrm vorbei gehuscht war.
Gerade hatte er einen seiner ruhigen Momente. Er lag im seichten Schnee und stob mit der Schnauze immer wieder kleine Schneehäufchen auf, während sich weicher Neuschnee auf seinen Pelz absetzte. Die hellen Augen waren wohlig geschlossen, die Ohren aufmerksam aufgerichtet. Es hatte keinen wirklichen Grund, warum der Rüde in einer solch guten Stimmung war. Eigentlich hatte sich wenig bis gar nichts verändert. Leikuna war versteinert wie immer und obgleich sie inzwischen wussten woran es lag, konnten sie doch rein gar nichts dagegen tun. Daher hatte der Jüngling den Gedanken weit in seinen Hinterkopf verdrängt und stattdessen mit glücklichen Momenten der letzten Tage ersetzt.
Leicht öffneten sich nun die seltsam gemischte Seelenspiegel und das maskierte Haupt wandte sich etwas zur Seite. Er suchte nach einem neuen Opfer, welches er mit seiner gesammelten Energie tyrannisieren konnte. Und tatsächlich viel ihm ein etwas anderer weißer Fleck nicht unweit entfernt von ihm auf. Der Wolf hatte ihm den Rücken zugewandt und somit hatte Teyrm keine Ahnung um wen genau es sich handelte, doch eigentlich war ihm dies auch herzlich egal.

Flink kam er auf seine vier Pfoten und setzte mit weiten Sprüngen über die noch weitestgehend unberührte Schneedecke. Schneebrocken schossen hinter dem Jungwolf in die Höhe, während er sein Ziel nicht aus den Augen ließ und schließlich – nicht ohne eine gehörige Schneelawine zu entfachen – neben ihr zu stoppen. Frech schüttelte sich der aschfarbene Pelz, was weiteren Schnee auf sein wehrloses Opfer sprühte, ehe er den Kopf sanft neigte um das Gesicht des Wolfes zu betrachten – und zu erschrecken.

“Oh, Yacáru!“

Rief er peinlich berührt aus und ein betretener Ausdruck legte sich auf die maskierten Züge. Na ganz toll. Er hatte sich genau den Wolf ausgesucht, vor welchem er sich eigentlich am allerwenigsten zum Trottel machen wollte. Er wusste doch, wie wenig sie dies mochte.

“Tut mir echt leid.“

Fuhr er in vorsichtigem Tonfall fort und hoffte inständig, dass er nicht gleich ein Donnerwetter lostreten würde. Oh Mist.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
07.01.2013 21:50
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             P a r a d i s e
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27.07.2005

Mit ruhigem Blick musterte die weiße Fähe den Rüden, dessen Fell beinah die selbe Farbe trug wie ihrer. Er sah sie nicht direkt an, auch nicht, als sie neben ihm zum stehen kam, betrachtete sie nur aus den Augenwinkeln. Und auch die Antwort, die sie auf ihre Frage bekam, war eher kühl, nicht wirklich aussagekräftig. Und dann wandte sich der Helle doch herum, womit Jeanne das Lächeln auf den Lefzen ein wenig wärmer werden ließ. Bevor sie jedoch zu einer Antwort ansetzte, auch wenn es für sie ein wenig so geklungen hatte, als interessierte es den Wolf nicht wirklich sonderlich, wandte sie den Blick herum, betrachtete noch einmal die weiße Decke. Sie mochte den Winter, genauso wie den Sommer. So hatte doch jede Jahreszeit ihre Vorteile. Sie nickte also kurz, konnte mit den abgewandten Augen nicht sehen, dass Kaei die Augen schloß, nur das Seufzen drang an die Ohren der weißen Fähe. Jedoch ließ sie sich nicht beirren, öffnete im nächsten Moment den Fang, um dem Weißen zu antworten.

Ich habe hier schon einige Winter erlebt, und ich genieße sie jedes Mal wieder – genau wie die Sommer.“

Ruhig atmete die Weiße die kühle Luft ein, ließ einen Moment die Ohren verdreht, als sie einen Moment an ihren ersten Winter in diesem Tal dachte, den Schneesturm, der damals gewütet hatte. Aber nicht jeder Winter war so gefährlich – genauso wie nicht jeder Herbst unzähmbare Fluten über sie brachte. Das waren Schattenseiten der Jahreszeiten, und Jeanne war über jeden Tag, der ohne eine Katastrophe zu Ende ging, glücklich. Sie hatten ihre Ruhe verdient, nach all den Unglücken, der Trauer und dem Leid. Aus den Augenwinkeln erkannte die helle Fähe, wie Kaei die Ohren zurück neigte, betrachtete ihn so einen Moment, ehe er zu sprechen begann und sie die dunklen Augen wieder auf ihr Gegenüber wandte, ein leichtes Nicken folgte, als der Helle geendet hatte. Mit seinen Worten hatten sie sich kurz vorgestellt, wie es wäre, wenn noch mehr Schnee fallen würde... jedoch war der Winter noch nicht herum – und wer wußte schon, was er noch zu bieten hatte? Sie lächelte.

Lag dort, wo du herkommst, immer so viel Schnee? Du wirst dich schnell daran gewöhnen, glaub mir. Der Frühling hier ist wunderschön.“ Die Ohren der Fähe schnippten noch einmal durch die kalte Winterluft, eine kurze Pause, ehe sie noch eine Frage anfügte. „Du bist mit Nûkún hier angekommen, oder? Kennt ihr euch schon lange?“

08.01.2013 00:07
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23.05.2006

Toboe vertraute der ganzen Sache nicht wirklich. Selbst, dass seine Pfoten in diesem Moment still auf dem Eis standen, nahm dem jungen Wolf nicht das Misstrauen. Er verdrehte leicht die Ohren, spannte seinen ganzen Körper an, um nicht im wahrsten Sinne noch tiefer zu sinken. Noch bevor Ashlynns Stimme – mit dem dazu gehörigen Lachen – erklang, biß der Graue die Fänge schon einmal fest aufeinander, aber er hoffte nicht einmal mehr, dass sie einfach verschwand. Dazu hatte sie ja auch keinen Grund – und er musste nun sehen, wie er sich am besten aus dieser Situation befreite. Hmpf. Er schnaufte leise, hielt im nächsten Moment jedoch kurz die Luft an, da er glaubte, die kurze Bewegung hätte ihm ein wenig Halt genommen. Er versuchte nur leicht den Kopf zu drehen, um zu sehen, was die Fähe am Ufer tat, ob sie sich selbst auf das Eis wagte.

Ich muss nicht an dir vorbei – ich fühle mich hier gerade eigentlich ganz sicher.“

Zweifel daran waren wohl kaum übersehbar, so spannte er sich noch immer an, verdrehte leicht die Ohren und rührte sich einfach kein Stück mehr. Jede Bewegung war nur eine Gefahr – und der Sturz auf das Eis wäre sicher auch nicht gerade ein Windhauch im Fell. Und dann wagte die Zweifarbige es doch, die Pfoten auf das Eis zu setzen. Zwar zögernd und vorsichtig, aber es war ja auch nicht jeder so wie er, der sich einfach ins Abenteuer schmiß – und dafür mit den Konsequenzen leben musste. Es wäre auch alles nicht ganz so tragisch gewesen, wäre nicht ein weitere Wolf in seinem Blickfeld erschien, der unverkennbar amüsiert war. Wo Toboe ein Missgeschick passierte, war dieser Wolf nicht weit. Aber immerhin rollte Teyrm sich nicht lachend durch den Schnee, diesen konnte er jedoch aus seiner Position überhaupt nicht sehen. Vielleicht hatte er Glück, und sein bester Freund lag noch herum, wie eine Kugel, träumte von Kaninchen, die er jagen konnte. Aber Akando war da, und die Worte des Älteren ließen Toboe kurz die Augen verengen.

Keine Sorge, wenn du dich traust, kann ich dir gerne zeigen, wie man so cool ist.“

Er nickte, vorsichtig und langsam. Mit versucht bösem Blick musterte er den grauen Freund, ließ den blauen Blick dann kurz wieder zu Ashlynn wandern, ehe er versuchte, sich ein wenig aufrechter hinzustellen, ohne sich dabei so anspannen zu müssen. Bisher klappte das doch alles wunderbar!

08.01.2013 14:44
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INSIDE OF ME
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All we need is to believe
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04.12.2011

Sein Blick glitt wieder zu der weißen Wölfin neben ihm und er konnte nicht anders als zu schmunzeln. Doch das verging ihm rasch wieder und ihre Fragen stimmten ihn nachdenklich. War er mit der Braunen hergekommen oder sie mit ihm? Er wusste nicht genau was er der Weißen antworten sollte. Zumal er immernoch nicht wusste, wie sie nun denn eigentlich hieß, denn sie hatte seine Frage einfach übergangen. Er maß sie nochmal mit einem Blick, von Kopf bis Rutenspitze

"Du wirkst aber nicht, als wärst du schon sehr alt..."

Seine Zunge glitt fast zufrieden über diese Spitze über seine Lefzen und er konnte ein brummendes, leises Gelächter einfach nicht zurückhalten. Himmel, wann hatte er zuletzt gelacht? Es musste Ewigkeiten her sein. Er schüttelte den großen Kopf und bewegte den Schnee vor sich mit einer Pfote hin und her, türmte einen Haufen auf und zerschlug ihn wieder. Die Worte, die er schließlich an die Fähe richtete, waren nachdenklich und er gab wahrscheinlich mehr Preis als sein Anhängsel je erfahren hatte.

"Frühling....Durch meine Reise weiß ich, dass die Welt dann grün wird, aber dort wo ich geboren wurde, war die Welt immer weiß. Wenn kein Schnee lag, so gab es immernoch den Nebel der alles in sich einschloss, undurchdringlich." Er schüttelte sich, kurz um den ansetzenden Schnee abzuschütteln. "Ja, ich und sie, sind zusammen gekommen. Mhh...kennen...das...das ist nun etwas über ein Jahr her, glaube ich. Sie hat sich an mich gehängt, kurz nachdem ich meinen Stamm verlassen habe. Eigentlich hätte ich allein reisen müssen aber ich wurde sie nicht mehr los. Und dann...kein Rudel auf unserem Weg wollte sie aufnehmen, bis jetzt. Ich..... es ist schwierig. Ich wollte sie nur bis zum Rand des Tals bringen und dann wieder gehen aber jetzt wo ich hier bin, ist es mir nicht mehr erlaubt, das Rudel zu verlassen. So will es das Gesetz meines Stammes."

Er schnaufte auf und stieß seine Nase in den Schnee um seinen Kopf zu kühlen, denn ihm wurde grad bewusst, was für einen Müll er da eigentlich redete. Das ging doch echt keinen etwas an. Er streckte sich langsam aus, legte sich hin und betrachtete seine Gesprächspartnerin dann von unten herauf.

"Entschuldige meine Frage, aber wie war noch dein Name?"

Hatte sie sich ihm überhaupt jemals vorgestellt? Er konnte sich nicht erinnern. Sein Blick glitt über die Wölfe dieses Rudels und das lockere Beisammen-sein war so fremd für ihn. In Sentari hatte alles eine viel strengere Struktur gegeben. Niemand war irgendwohin gegangen ohne einen Grund zu haben. Es gab Plätze die nur den Fähen vorbehalten gewesen waren. Orte nur für Jährlinge, nur für Rüden und nur für den Rat und auch einen Ort für das Orakel. Hier gab es den Rang des Orakels wohl nicht und so ungewöhnlich er selbst dies fand, so normal schien es außerhalb von Sentari zu sein, denn außer an seinem Geburtsort war ihm später nie wieder ein Orakel begegnet. Wie eigenartig diese Welt doch sein konnte.

HOME IS WHERE THE HEART IS
08.01.2013 15:46
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Kenayo

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Es dauerte nicht lange, bis sich Asran ihm kurz zuwandte. Dass er allzu aufdringlich war, dies konnte sich Kenayo nicht vorstellen, zumal die anderen auch einfach sagen könnten, dass sie ihre Ruhe haben wollten. Jedoch hatten die beiden auch gerade erst mit ihrem wohl sehr offenen Gespräch begonnen. Somit erwiderte er den freundlichen Blick des neben ihm stehenden Rüdens und hörte seinen Worten wohlwollend zu. Als es dann aber um die Betitelung für den Jüngeren ging, da musste er leicht grinsen, kommentierte die Aussage aber nicht. Wenn er es für nötig halten würde, würde Aiyán dies schon selber erledigen. Es schien ja auch im Moment passend zu sein, schien er doch nur widerwillig aus seinem Dösen herauszukommen. Auch wenn dies nicht allzu stark war, als dass man wirklich den Eindruck hätte, dass man ihn stören würde in seiner Ruhe.Der andere hatte schon damit Recht, dass es vielmehr so wirkte, als ob der Jungwolf fiel zu faul dazu war, Haltung anzunehmen. Es war außerdem eindeutig, dass der Andere es nicht bösartig meinte. Dies konnte man auch ziemlich sicher sagen, ohne ihn näher zu kennen.
Stattdessen, wandte sich Kenayo wieder Aiyán zu, der auf die Vorherige Frage von Asran antwortete, woran er zugegebener Weise auch nicht ganz uninteressiert war. Jedoch stellte sich heraus, dass er auch nichts von dem Verbleib von seinem Bruder wusste. Apropos Bruder - es war ja nicht so, als ob Saiyán sein einziger wäre, war doch der lebende Beweis direkt hinter ihnen, und so konnte er es sich nicht verkneifen, auch einen Kommentar abzugeben, womit er auch Asran ein wenig die Familienverhältnisse erklären wollte.

"Wie wohl genauso auch Toboe."

Dabei blickte er ganz kurz in Richtung der beiden Jungwölfe - damit Asran auch wusste, wen er meinte. Denn dieser dritte Rüde fiel ein wenig aus der Reihe neben seinen zwei schwarzen Brüdern.
Gleichzeitig wusste Kenayo natürlich auch, dass die zwei Schwarzen zu ihrem Bruder nicht das beste Verhalten hatten. Jedoch wollte er darüber eigentlich nichts sagen, und das war auch nicht in seiner Aussage und der Tonfall mit inbegriffen, war diese doch völlig nüchtern, und sachlich gewesen.
Jedoch bei der nächsten Aussage von Asran musste er zweimal nachdenken, welche Motivation dahinter steckte. Wollte er wirklich freundlich zu dem Jungwolf sein? Doch nach der vorherigen freundlich-scherzhaften Neckerei, entschloss sich Kenayo dafür, zu glauben, dass der andere es nicht gewiss nicht bösartig war. Vielmehr meinte er es bestimmt humorvoll. Im ersten Moment hatte er sich ganz leicht, jedoch nicht wirklich sichtbar, angespannt, hatte er doch nicht gewusst, was noch kommen würde. Nun löste sich diese leichte Verspannung genauso schnell, gab es doch offensichtlich keinen Grund. Besonders da die Jüngeren doch auch eher auf Spaß ausgelegt waren.
Wie um dies zu zeigen, kam von diesem auch schon eine nicht ganz ernst gemeinte Aussage, welche natürlich von Kenayo sogleich kommentiert wurde. Um seiner Antwort die Würze zu nehmen, grinste er selber genauso frech zurück:

"Soll ich dich das nächste Mal etwa nur wieder ansprechen, wenn Saiyán auch dabei ist?"

Nun hörte er aber den Worten von Asran zu und diese waren nun ohne jeglichen Unterton und doppelten Boden. Und er konnte einfach nur zustimmen, was er mit einem zustimmenden Nicken bekundete.

08.01.2013 21:33
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Mhairi

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Vergnügt setzte die Melierte eine Pfote vor die andere, betrachtete dabei aufmerksam, wie sich die kleinen Eiskristalle immer wieder an ihr Pelz schmiegten und doch ständig den Rückzug antreten mussten. Sie mochte Schnee, solange es sich nicht um einen Schneesturm handelte. Solche Phänomene machten ihr nicht direkt Angst, allerdings flößten sie ihr durchaus Respekt ein, was nicht zuletzt daran lag, dass man gegen die Natur schlichtweg nichts ausrichten konnte. Man musste sich einfach ihrem Willen beugen. Und Mhairi würde sich selbst nicht unbedingt als jemand bezeichnen, der einfach so mal klein beigab. Natürlich hatte sie kein Problem, sich unterzuordnen, aber Diskussionen wurden auf irgendeine Art und Weise doch durchaus von ihr genossen. Sie hob den Blick und verharrte für wenige Herzschläge auf jedem einzelnen Antlitz ihrer Begleiter. Komischer Zufall, dass sie hier nun als kleines „Rudel“ unterwegs waren, obwohl sie sich doch nicht kannten, abgesehen von Namen und sonstigen, belanglosen Dingen. Die Melierte hätte sich im Traum nicht vorgestellt, in einer Gruppe aus praktisch Fremden durch die Welt zu ziehen und doch war es zur Realität geworden. Zur angenehmen Wirklichkeit, es gestaltete sich gleich viel schöner, die Suche gemeinsam fortzuführen, wenngleich der Rest vielleicht nicht unbedingt nach jemand direkt suchte. Eine weitere glückliche Fügung sollte ihr in Form von Ly zuteilwerden – die Fähe kannte sich scheinbar aus in der Gegend und wusste um ein nettes Plätzchen Bescheid. Vielleicht zogen sie zufällig an Ashlynn vorbei … ? Es würde sie nur zu brennend interessieren, ob ihre Tochter ihr Glück endlich gefunden hatte. Noch dazu wollte sie unbedingt wieder ein bisschen Zeit mit ihrem Spross verbringen, nun da ihr Gefährte und ihre Söhne weg waren. Vielleicht wirkte es auf den ersten Blick egoistisch – jetzt, wo die anderen weg waren, schien ihre Tochter plötzlich wieder interessant – allerdings hatte genau jene es gebraucht, endlich einmal selbst auf den Läufen zu stehen. Weit weg von Cinéad, der sie immer wieder in die Ausgangsposition gebracht hatte, welche – zugegeben – keine besonders gute war. Mhairi war sich sicher, beinahe schon wie ein mütterlicher Instinkt, dass sich die Fähe weiterentwickelt hatte. Vorausgesetzt, sie hatte nicht den Tod gefunden … aber den Gedanken wollte sie gar nicht erst weiter spinnen. Sie verblieb lieber in ihrer kindlich naiven Hoffnung, ihre Tochter schon noch zu finden. Und wenn es tausende Kilometer waren – die Melierte würde sie finden. Die sanfte Stimme Dialyas drang an ihr Ohr. Kurz flackerte Verwunderung in den Bernsteinspiegeln auf. Sie hatte die Silberne als eher ruhige Zeitgenossin „kennengelernt“, mehr als ihr Name war ihr auch schon nicht mehr bekannt, daher verwunderte es direkt, dass ausgerechnet sie um ein Gespräch bemüht war. Aber vielleicht war dies nun die Möglichkeit, ein bisschen über die Beweggründe der anderen zu erfahren. Ein sanftes Lächeln wischte die Verwunderung beiseite.

"Hoffentlich ein schönes Plätzchen.", feixte Mhairi und zwinkerte der Fähe zu. "Nein, also um ehrlich zu sein habe ich mir noch keine Gedanken darum gemacht, was uns erwarten wird. Ich lasse das auch viel lieber auf mich zukommen, anstatt alle möglichen Szenarien abzuwägen und durchzugehen. Ich will nur Ashlynn finden, dann bin ich schon glücklich."

Sie hatte kein Problem damit, direkt anzubringen, dass sie auf der Suche nach ihrer Tochter war, wenngleich sie diese nicht gleich als das bezeichnet hatte. Wen es wirklich interessierte, der würde dann ohnehin nachfragen, ansonsten würde sie das nicht weiter ausführen. Aufmerksam lagen die Seelenspiegel auf dem Antlitz Dialyas, das sanfte Lächeln hielt sich konstant.

"Und wie sieht’s mit dir aus?"

09.01.2013 21:21
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