Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 3. Herbst 1925 » Ruhelos
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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23.07.2005

Tage streichen ins Land und so schnell wie im Rudel erneut ein großer Umschwung stattgefunden hat, so rasch ändert sich auch die Jahreszeit. Die Temperaturen scheinen nun von Tag zu Tag weiter abzusinken, die Sonne entfernt sich langsam und von der Sommerhitze ist schon nach 4 Wochen nicht mehr viel übrig. Man kann dem Tal dabei zusehen, wie es mehr und mehr vom Herbst eingenommen wird. Die Blätter fangen an sich zu verfärben, das Wetter schwankt zwischen Regen, Wind und Sonne, ist für die Wölfe gleichzeitig aber viel angenehmer, als die heißen Tage von vor ein paar Wochen.
Die aufgehetzte Stimmung hat sich wieder etwas beruhigt und auch wenn wohl noch nicht alles Misstrauen beseitigt ist, gewöhnt man sich langsam aneinander.
Das Rudel ist über den vergangenen Tag vom Waldsee bis hin zum Tear Mirrow gewandert und hat sich im Morgengrauen am nordöstlichen Ufer niedergelassen. Nach wie vor gilt, dass sich kein Wolf allein zu weit vom Rudel entfernen soll, die Jungwölfe nicht ohne Begleitung eines Erwachsenen.
Es ist der 4. Oktober, es weht ein leichter Wind, eine hellgraue Wolkendecke schickt Nieselregen zur Erde herab.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
20.11.2011 16:39
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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Monty Sloan - wolfpark.org

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23.05.2006

Das Leben schien wieder gewohnte Wege zu gehen, so waren die letzten Wochen ereignislos vorbei gezogen. Keine merkwürdigen Schreie, keine weiteren, umgeknickten Bäume. Und auch Toboes Laune hatte wieder einen Höhepunkt erreicht, den er vor einigen Wochen noch so fern geglaubt hatte. Aber jetzt waren sowohl seine Mutter als auch sein Bruder im Geiste wieder da, und es schien fast so, als wäre alles, wie es sein sollte. Er hatte oft die Nähe seiner Mutter gesucht, trotz des merkwürdigen Gefühls. Sie war vielleicht nicht mehr ganz die Selbe, aber sie war noch immer Kiba – seine Mutter. Und welche Macht der Welt würde das schon ändern können? Und auch dies trügte die Laune des Wolfes nicht. Dazu war er einfach zu glücklich, Kiba wieder in seiner Nähe zu wissen. Genau wie Teyrm.
Nun ruhte das Rudel am Tear Mirrow, jedoch fühlte Toboe sich nicht fähig, still sitzen zu bleiben. Er lief umher, ohne Ziel, ohne wirkliche Idee, was er tun sollte. Zu gern wäre er noch einmal zu einer der Erdspalten hier in der Nähe gewandert, aber auch seine Mutter hielt es aufrecht, dass sie sich nicht mehr als nötig vom Rudel entfernen sollten. Und im Gegensatz zu Akara, nahm der graue Jungewolf es bei seiner Mutter ernst. Er spähte also bloß gelegentlich in die Richtung, in der er die Risse in der Erde vermutete, lenkte sich dann mit einem Blatt ab, welches vor seiner Nase von einem Baum fiel. Er schnappte danach, zuckte leicht mit den Ohren, als er es mit der Zunge wieder aus seinem Maul beförderte. Aber auch das wurde mit der Zeit langweilig, also wandte sich der Graue um, ließ den Blick kurz über das Rudel schweifen. Ihm war stark danach, eines der „neuen“ Mitglieder kennen zu lernen. Er hatte nicht viele Worte mit ihnen gewechselt, mit manch einem gar keines. Also war es an der Zeit, dies zu ändern. Seine Ohren schnippten, während er den blauen Blick schweifen ließ. Eine große Auswahl, er musste sich also nur entscheiden. Ein Grinsen schlich sich auf die Lefzen des Rüden, als ein grauer Pelz heraus stach. Naja... eigentlich stand Farai nur so, dass sie ihm als erstes in die Augen trat. Noch einmal zuckten seine Ohren, ehe er mit einigen Sätzen auf die graue Fähe zusprang. Ein breites Grinsen lag auf seinen Lefzen, als er sich einfach vor der Fähe auf die Hinterläufe sinken ließ, die blauen Augen auf sie gerichtet.

Hallo, Farai.“

Er neigte leicht den Kopf zur Begrüßung, seine Rute pendelte einen Moment über den laubigen Boden, ehe er erneut den Fang öffnete. Ihm fielen nur diese Standardfragen ein, die man neuen stellte. Er wollte aber lieber etwas Neues ausprobieren. Also musste er einen Moment nachdenken.

Magst du den Herbst?“

Keine wirklich tolle Frage, das musste er zugeben. Aber für den Anfang doch ganz okay, und der Rest würde sich dann von selbst ergeben.

20.11.2011 17:07
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             P a r a d i s e
Every Time she closed her Eyes
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Konrad Wothe - konrad-wothe.de

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27.07.2005

Mit ruhigen Schritten bewegte sich die weiße Wölfin auf das Rudel zu, ein leichtes Lächeln auf den Lefzen. Sie hatte sich ein wenig abseits ausgeruht, hatte die Blätter beobachtet und einen Moment die Stille genoßen. Nun rief sie doch die Gemeinschaft zurück, und ihr dunkler Blick suchte den Platz nach Shanaro ab. Sie erkannte ihn für den Moment nicht, jedoch lag sein Geruch in der Luft, und die Weiße war sicher, dass er ganz in der Nähe war. Kurz ruhte ihr Blick auf den Wölfen, die noch nicht allzu lang beim Rudel lebten, eine von ihnen – Farai, die hellgraue Wölfin – wurde nur einen Moment später von Toboe angesprochen, der sich vor sie setzte und mit ihr zu sprechen schien. Sie selbst blickte sich noch einmal um, als sie stehen blieb, nun den Kopf herum wandte und den Wolf anblickte, der ihr nun am nächsten stand. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lefzen, als sie Kenayo erkannte. Er war allein, und die Weiße fragte sich, ob er sich nun Gesellschaft wünschte. Sie nickte dem Schwarzen kurz zur Begrüßung zu, ehe sie leicht den Fang öffnete.

Kenayo, ganz allein?“

Die helle Wölfin neigte den Kopf leicht zur Seite, dachte noch einmal an den Moment, als Kiba, Yago und die anderen Wölfe das Rudel erreicht hatten. Milde gesagt hatte es Unstimmigkeiten zwischen diesem Wolf, der nun bei ihr stand, und ihrem neu ernannten Alphawolf gegeben. Und mit dieser Veränderung der Ränge rückte auch Akara in den meisten Köpfen wohl in weite Ferne. Wie viele von ihnen dachten wohl noch an die Wölfin, die sie vor einiger Zeit noch begleitet hatte, die ihr stets ihr Bestes gewollt hatte? Dieser Gedanke entlockte Jeanne ein leises Seufzen, sie selbst vermisste Akara. Für das Rudel war es womöglich besser, wenn Kiba an ihrer Spitze lief – dazu nun noch die Unterstützung Yagos an ihrer Seite – aber sie vermisste Akara als Freundin. Und sie hatte sich oft gefragt, ob sie die bunte Wölfin je wiedersehen würden. Ein kurzes Schütteln ihres Kopfes, mit dem sie diesen Gedanken zur Seite schob. Ihr dunkler Blick legte sich wieder auf die Augen des Rüden, das Lächeln kehrte in einer sanften Form zurück.

Wie geht es dir inzwischen, mit diesem Alphawechsel?“

20.11.2011 17:31
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rising like a phoenix.*
it started out as a feeling
which then grew into a hope
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Kati H. - dawnthieves.de

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27.03.2011

Er war nicht wieder aufgetaucht, doch Ashlynn hatte zugeben müssen, dass es ihr von Tag zu Tag nicht nur unwahrscheinlicher erschienen war, ihn hier in nächster Zeit wiederzusehen, sondern auch ein klein wenig fröhlicher. Sie hatte sich mit dem Gedanken angefreundet, an das zu denken, was sie ihm zu verdanken hatte und daran zu glauben, dass auch er den Ort finden würde, an den er gehörte, so, wie auch die Bunte ihn gefunden hatte – mit seiner Hilfe. Sie hatte gelernt, dass sie hier zu Hause war, hatte bemerkt, dass ein Abschied nicht immer etwas Schlechtes sein musste und ihr dieser letzte Abschied vielleicht dabei helfen würde, sich selbst zu finden; bei ihrer Suche nach dem Glück vielleicht sogar ein Stückchen weiter voranzukommen, obwohl ihr das Verschwinden Awâns anfangs mehr wie ein mächtiger Rückschlag vorgekommen war. Allerdings hatte ihr nicht nur der Rückblick auf das Gespräch mit Aiyán gezeigt, dass es normal war, dass Wölfe wieder verschwanden, einfach so, wortlos, sondern auch das Gespräch mit der neuen Alpha, die Ash inzwischen lieb gewonnen hatte, wenngleich sie nicht allzu viel miteinander zu tun gehabt hatten. Doch die Bunte glaubte an das Großzügige, von dem ihr berichtet wurde und die leichte Trauer, die über den Fortgang Akaras in ihr aufgestiegen und ohnehin von dem Verschwinden Awâns verdrängt worden war, war weit in den Hintergrund gerückt und dort verblasst. Eine neue Zeit hatte begonnen – Eine Zeit ohne Awân; eine Zeit mit einer neuen Alpha; eine Zeit, die nur besser werden konnte als alles zuvor.

Mit einer geschmeidigen Bewegung erhob sie sich aus dem nassen Laub und streckte sich, ehe sie ergebnislos den Pelz schüttelte, doch die Feuchtigkeit war dank dem sanften Nieselregen ohnehin nicht völlig herauszubekommen. Wie ein unsichtbarer Vorhang gingen die winzigen Tropfen zu Boden und waren wesentlich unangenehmer als richtiger Regen. Doch der Herbst war ins Land gezogen und mit den kürzeren, kühleren Tagen – gegen die sie nebenbei nicht wirklich viel einzuwenden hatte – wurde auch das Wetter wesentlich schlechter. Ein leises Seufzen entfuhr ihr, während ihr Blick über die verfärbten Blätter des Walddaches und schließlich zum Rudel wanderte, welches sich ganz in der Nähe befand, ehe sie mit langsamen Schritten zum Ufer des Sees hinübertrat und dort ein paar Schlucke nahm, ohne mit den Pfoten das Wasser zu berühren. Es war merkwürdig – vor ein paar Wochen noch hatte man es nicht lange in der Sonne ausgehalten, ohne sich im See abzukühlen und nun zeigte sie die Sonne kaum noch. Im Moment zeigte sich der Herbst mehr von den unangenehmeren Seiten.

Ihr grauer Blick hob sich und erspähte gar nicht mal mehr so weit entfernt den Teil der Bergkette, durch den Awân und sie einst das Tal betreten hatten. Sie waren dem Bergpass nach ihrer ersten Reise tief ins Revier hinein an der Seite von Akara stets näher gekommen, während der große, mächtige Berg in der Mitte ihres Paradieses die ganze Zeit über meist in ihren Rücken blieb. Sie bemühte sich, keine weiteren Gedanken an den schwarzen Rüden zu verschwenden, schloss die Augen und schnippte mit den Ohren, ehe sie sich umwandte und ihr Blick zu dem Teil des mächtigen Gipfels wanderte, den sie von dort aus sehen konnte. Der Berg; die Spiegel – Ihre Familie. Doch statt eines traurigen Ausdrucks legte sich Zufriedenheit in ihre Seelenspiegel. Ihre Familie war vergangen; sie hatte hier nun eine neue Familie und alles andere – ja, selbst Awân – war vergangen. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lefzen, während sie sich erneut schüttelte und sich schließlich nach etwas Gesellschaft umsah, dabei nicht die Anweisung vergessend, dass man sich stets zu zweit vom Rudel entfernen sollte, wenngleich ihr nicht wirklich klar war, worauf sie Lust hatte. Ihre Seelenspiegel wanderten über die Gestalten der anderen Wölfe und irgendwie erhoffte sie sich, den schwarzen Requisten zu erblicken. Dass es mit ihm meist spaßig war, hatte sich ja bereits herausgestellt.


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
20.11.2011 17:40
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¯_ Herbstkind _¯
I’m one of God’s mistakes
(¯`.¸¸. Brudermörder .¸¸.´¯)
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29.08.2006

Happy Birthday.
Er war wieder da, der Herbst. Brennend, feuerrot und flammend heiß. Überall züngelten die Blätter und grüßten mit jedem Rascheln den einsamen Schwarzen, der mit tief gesenktem Kopf in der Friedensallee lag. Gedankenfetzen jagten durch den zu großen Kopf und wurden immer wieder von herabfallenden Blättern unterbrochen, die von den ungewöhnlich rot glimmenden Augen verfolgten wurden. Wie immer konnte Yago seinem Schicksal nicht entkommen. In ihm flammte der Hass, verzehrte ihn und ließ kaum eine andere Überlegung zu. Er hasste so sehr, dass auch jedes andere Wesen und sei es noch so tot wie ein herabfallendes Blatt aus tiefstem Herzen gehasst wurde. Wie immer mied er das Rudel und nur ab und an schoss ihm der Gedanke durch den Kopf, dass ein Leitwolf sich nicht durch Hass auf seine Mitwölfe und dem daraus resultierenden Meiden des Rudels auszeichnen sollte. Und manchmal überlegte er dann sogar zu Kiba zu gehen und an ihrer Seite so etwas wie Präsenz zu beweisen, aber die Gedanken kamen selten und nur in Phasen, in denen er sich besser fühlte. Jetzt war keine solche Phase. Beinahe hätte er ein soeben neben ihm gelandetes Blatt unkontrolliert angeknurrt, merkte aber noch im letzten Moment, dass es lächerlich war. Vieles an seinem Verhalten war lächerlich. Aber er konnte nicht anders. Es brannte so viel Hass und Wut in ihm, loderte unkontrolliert durch seinen Körper und verzehrte jede Klarheit. Er kam von den Gedanken an seine Eltern nicht los, an ihre immer und immer wiederkehrenden Worte – Mörder, Geschwistermörder! – und den Hass, den sie ihm in jeder Sekunde seines Lebens bei ihnen entgegengeschleudert hatten; den sie ihm eingeimpft hatten, sodass er ihn heute als seinen treuesten Begleiter in sich trug. Er hasst sie, sich, die Welt und jede Sekunde, die sein Leben noch andauerte. Obwohl er in der Friedensallee lag, die ihm sonst so viel Ruhe schenkte und die ihm auch im letzten Herbst viel Frieden geschenkt hatte, hielt er es jetzt nicht mehr aus. Wie ein gehetztes Beutetier sprang er auf, lief ruhelos einige Schritte in die eine, änderte dann scheinbar seine Meinung und lief in eine andere Richtung weiter. Er wusste nicht, wohin er sollte, spürte den Hass in sich wüten und fürchtete, kurz vor einem Ausbruch zu stehen. Unruhig sprang sein Blick von einem rotgetränktem Baum zum nächsten, dann lief er mit unregelmäßigen und manchmal beinahe stolpernden Schritten nach Norden, verließ sie Friedensallee und schwenkte dann leicht nach Westen. Das war auch die Richtung, in der das Rudel lag, deshalb wollte er gerade wieder abdrehen, als er oberhalb des Weihers, schon zwischen den ersten Felsen der Gebirgskette eine vertraute Gestalt erkannte. Wie angewurzelt blieb er stehen, hoffte inständig, dass Leikuna ihn nicht gesehen hatte und fragte sich, was passieren würde, wenn sie nun zu ihm kam. Kurz nach dem Herbst, nach dem Tag, an dem Yago verbrannt und nur noch ein Häuflein Asche gewesen war, hatte er die kleine Weiße das erste Mal getroffen. Sie hatte ihm gut getan, aber sie war erst nach dem Herbst gekommen. Nun musste sich Yago fragen, wie er in diesem Zustand auf seine kleine Schwester reagieren würde. War auch sie nicht vor seinem Hass gefeit? Während all diese Gedanken durch den Kopf des Schwarzen schossen, hatte sich Leikuna nicht bewegt. Beinahe leblos harrte sie noch immer in der gleichen Pose aus – eine Pfote wie im leichten Schritt angehoben, den Kopf neugierig vorgestreckt, die Rute wie zum freudig Wedeln gehoben. Sie war zu weit weg, als dass Yago hätte erkennen können, ob ihr Brustkorb sich hob und senkte und wo ihre Augen hinblickten, dennoch rann ein eiskalter Schauer seinen Rücken hinab. Es wäre eine angenehme Abwechslung zu dem ewigen Brennen in ihm drin gewesen, aber Yago nahm ihn kaum wahr. Intensiv starrte er auf die Gestalt seiner kleinen Schwester und während die Momente vergingen und ein Herzschlag sich unbarmherzig an den nächsten reihte, blieb Leikuna vollkommen bewegungslos. Sicher war auch Yago starr, aber er wirkte nicht, als würde er gerade etwas Interessantes vor sich voll kindlicher Neugierde untersuchen. Bevor sein Kopf es ihnen befohlen hatte, begannen Yagos Läufe sich zu bewegen, erst zögerlich – noch ein Rest der Angst, Leikuna bei bester Gesundheit zu begegnen war geblieben – dann immer schneller und voll ansteigender Panik. Mittlerweile hätte sie ihn längst bemerken müssen, hätte den Kopf heben und ihm entgegenspringen sollen. Aber sie blieb regungslos. Mit eng an den Kopf gelegten Ohren erreichte der Schwarze seine kleine Schwester und konnte nicht fassen, was er dort sah. Ihr Fell war seltsam grau und bewegte sich nicht im Wind. Ihre Augen hatten ihren Glanz verloren und vom gleichen grauen Schleier überzogen. Als er sie verzweifelt an der Stirn berührte, prallte er entsetzt von der Kälte und Härte zurück. Vor ihm stand Leikuna, ihr Geruch war überall und ihre Gestalt unverkennbar, aber … aus Stein. Seine kleine Schwester war zu Stein geworden. Fassungslos starrte Yago auf die steinerne Leikuna. Das konnte nicht sein, so etwas gab es nicht. Wölfe wurden nicht einfach zu Stein und erst Recht nicht seine kleine Schwester. Irgendwann umkreiste er die Gestalt, berührte zögerlich die Läufe, die Rute und die Schultern, winselte irgendwann wie ein Welpe und wusste zum ersten Mal ins einem Leben nicht, was er tun sollte. Hilflos blieb er mit der Schnauze an ihrer Wange stehen und starrte auf den Punkt, den sie voller Neugierde gemustert haben musste. Dort war nichts. Doch Yago starrte und starrte, plötzlich vollkommen leer, ohne Gedanken, Hass, Wut oder irgendwelchen Gefühlen. Es war absurd.

“Leikuna …“,

flüsterte er ins Leere, schien nicht mal zu merken, dass er gesprochen hatte.

20.11.2011 18:45
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
cause we could be immortals

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Kati H. - dawnthieves.de

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06.12.2006

Der Herbst rief oft genug das Gemüt des Dunklen hinab in die Tiefen, in denen sich Saiyán nur noch zwischen den Wurzeln zusammen rollen und den Tag verstreichen lassen wollte. Es war unangenehm den Schleier zu beobachten, oder die Augen vor ihm zu verschließen, wenn das kurze Fell der Schnauze, der dichte Körperpelz jedoch kaum benässt wurde. Das graue Trübsal von Tal und Rudel war dabei weder aufmunternd, noch sonderlich abwechslungsreich, auch wenn Saiyán sich immer noch den Kopf über die neuen und alten Mitglieder hätte zerbrechen können. So schnell wie auch der Herbst in den Gefilden heimisch geworden war, schienen auch die neuen alten Rangwölfe aufgenommen worden zu sein: weder an Yago, noch an Kiba wurde noch rumgenörgelt, selbst Kenayo schien sich damit zufrieden zu geben sich mit Jeanne zu unterhalten, wie der Dunkelpelz die beiden kontrastreichen Fellkleider in einiger Entfernung ausmachen konnte. Die Schnauze schräg gelegt, wanderte der Blick jedoch schnell wieder voller Desinteresse zu den nächsten Anwesenden auf dem freien Platz, der mit Beginn des Sees endete. Zu seiner Verwunderung war dieser Wolf – sowohl äußerlich, als auch vom Geruch her – als Ashlynn einzuordnen, deren Namen er nun endlich behalten konnte. Wäre ja auch schlimm, wenn er die Zweifarbige jedes Mal, wenn sie sich sahen, erneut fragen musste, auch wenn er sich gerne damit einen Spaß erlaubte.
Mit einem genüsslichen Gähnen, blieb Saiyán zuerst ein Mal liegen und beobachtete die Fähe aus der Ferne, wie sie trank und sich die Gegend ansah. Fühlte sie sich unwohl? Unsicher? Von hier aus konnte Saiyán nicht viele Emotionen erkennen, die auf einen Hinweis auf ihre derzeitige Gefühlslage gegeben hätten. Schade. Dann müsste er es wohl oder übel riskieren sich in seiner trüben Stimmung verankern zu lassen von einem Gesprächspartner, der genau so wenig Lust auf die kühlen Jahreszeiten und all ihre Nachteile besaß. Auch wenn die Hoffnung ja noch blieb, dass zumindest die aufgeweckte Fähe sich nicht so leicht vom Wetter beeinflussen ließ. Genau deswegen streckte der Rüde auch alle Glieder von sich, den Pelz wenig enthusiastisch schüttelnd, bevor er mit knackenden Läufen die Distanz zu überwinden begann.

„Ey du.“

Es dauerte ein wenig, bis Saiyán wach genug war um den genauen Abstand zwischen Ashlynn und dem Wasser zu erkennen, daher traf der Versuch sie bei der Begrüßung ein Stückchen weiter vor zu schieben auch mit reichlicher Verzögerung ein und endete damit, dass er sie hinterher doch nur vorsichtig zwickte und neben ihr auf die Hinterhand sackte, als wollte er seine gerade eben beendete Tätigkeit des Faulenzens gleich wieder aufnehmen. Es brauchte eben seine Zeit, um wirklich wach zu werden. Aber zumindest bemerkte er das sanfte Lächeln auf ihren Zügen, das sogleich seine Vermutung bestärkte, hier von dem ganzen Grau abgelenkt zu werden.

„Du magst das Wetter?!

Fragte er ein wenig spöttisch und interpretierte ihren Blick hinauf damit wohl völlig falsch. Dabei lächelte sie doch die Wolkendecke über ihnen an! Mit einem weiteren Gähnen spähte Saiyán unauffällig in die Richtung, in die ihre Schnauze zuvor gedeutet hatte und erkannte in der Ferne den scheinbaren Wächter ihres Tales: die Gipfel des Berges im Mittelpunkt des Reviers. War es doch eher er gewesen, dem sie da so sehnsüchtig entgegen sah?
Fragend leckte sich der Rüde über die Schnauze und blieb – ganz anders als noch vor einigen Wochen – recht ruhig sitzen, seinen Nachbarn fragend ansehen. Machte sie sich etwa Gedanken um die ungewöhnlichen Geschehnisse, oder über den Besuch der Spiegel?


NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




20.11.2011 18:50
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Kenayo

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Kenayo hatte in der letzten Zeit genossen, wie die Aufregung wieder ein wenig schwand. Ja, er hatte einen großen Teil des Wirbels verursacht, und doch war er ihm ein wenig viel. Wahrscheinlich merkte man ihm die Geschehnisse auch noch an. Sowohl Yago als auch Akando hatten nicht so sehr zu einer Stimmungsverbesserung von ihm beigetragen. Jedoch diese Geschehnisse musste er wohl akzeptieren, um genauer zu sein, war es wohl so, dass er rein gar nichts daran ausrichten konnte. Doch inzwischen sah er in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. So hatte er die Unternehmung gesucht, die Gespräche gesucht. So wie er mit ein paar der Jungwölfen und Andraki zu der Friedensallee gegangen war, so ist er bei seinen Mitwölfen gewesen. Und doch könnte wahrscheinlich der aufmerksame Betrachter feststellen, dass er zumeist weniger Wölfe um sich hatte und das er auch so manches Mal - auch wenn dies nur im Verhältnis zu seinem vorherigen Verhalten und nicht zu dem der Meisten anderen galt - mehr zusah, als selber mit den anderen direkt zusammen zu sein. Dieses Verhalten hatte sich mit den Tagen aber auch wieder ein wenig gelegt und es schien so, als ob es nicht mehr viele Wochen dauern würde, bis sich alles wieder normalisiert haben würde. Im Gleichen Maße schien sich auch das restliche Rudel von der Aufregung zu erholen.
In diesem Moment beobachtete Kenayo wie sich das Rudel an diesem Herbsttag friedlich vor sich hinlebte. Zuvor hatte er noch ein wenig im Rudel sich bewegt, doch jetzt stand er peripher zu diesem und hatte somit eher die Rolle des Beobachters. Doch diese hielt nicht sonderlich lange an, denn schon bewegte sich eine Fähe auf ihn zu. Kenayo erkannte Jeanne und erwiderte ihr Nicken. Mit einem leichten Grinsen erwiderte er auf die rhetorische Frage der Weißen:

"Nun ja nicht mehr."

Während Kenayo nun nicht mehr das Rudel beobachtete, sondern mit seinen Seelenspiegeln zu der Fähe wanderte, bemerkte er ein leises Seufzen von ihr. Was hatte sie? Hatte er ihr etwas getan? Er konnte sich an nichts dergleichen entsinnen. Wahrscheinlich hatte es nichts mit ihm direkt zu tun, dies hoffte er zumindest. Gleichzeitig schien als die Fähe den Fang wieder aufmachte, das Thema auf den Punkt zu bringen. Dieses war ja wohl nur zum Seufzen, wohl für die meisten. Und doch fragte sie ihn nur, wie es ihm ging. Inzwischen lächelte sie ihn auch wieder an, und sah nicht mehr unglücklich in die Gegend rum.
So erwiderte er ihr freundliches Gesicht und sagte rund heraus:

"Es scheint dem Rudel gut zu gehen, mit den neuen Alphas. Mehr konnte man, ich, nicht hoffen."

Dies war seine ehrliche Meinung, und doch war er sich nicht sicher, ob die Weiße es verstehen würde. Und so sagte er auch nach einer kurzen Pause auch noch mehr:

"Die meisten scheinen zufrieden zu sein, und für den Moment scheint es wohl die beste Lösung. Und somit bin auch ich zufriedengestellt."

Dies stimmte zumindest zum größten Teil. Ja, er war glücklich, dass dies ein gutes Ende genommen hatte, zumindest bis jetzt. Doch er glaubte, dass sich in näherer Zukunft nichts daran ändern sollte. Und doch war es nicht die vollständige Wahrheit. Die Ereignisse jenen Tages hatten ihn gekränkt. Doch um nicht weiter darüber nachzudenken, fragte er:

"Und bist du mit der jetzigen Situation zufrieden?"

20.11.2011 20:41
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23.07.2005

Geistesabwesend glitten die hellen Augen der silbergrauen Fähe über den großen See, verfolgten, wie der Wind seine Oberfläche erzittern ließ und wie er auf dem Wasser sichtbar dahinflog. Ihre Ohren waren zurückgedreht und es war nicht schwer zu erkennen, dass ihr Kopf sorgenschwere Gedanken las, aber das interessierte Kiba Telay im Moment kaum. Hin und wieder wanderte ihr Blick nach Osten, in Richtung der Friedensallee und blieb irgendwo dort hängen. Die Requistin hatte das Rudel absichtlich so nah wie möglich an die Friedensallee heran geführt, weniger um sie selbst in kurzer Zeit erreichen zu können – auch wenn das ein netter Nebeneffekt war – mehr damit Yago sie in kurzer Zeit erreichen konnte. Sie wusste, dass der Herbst eine schwierige Jahreszeit für ihren Freund war und sie nahm es ihm auch nicht übel, dass er sich dem Rudel möglichst fern hielt, kaum dass die Blätter angefangen hatten ihre Farbe zu verändern. Es war schlichte Sorge, die an ihr nagte. Schwer genug, um sie ihre Zweifel und Schwierigkeiten mit der neu-alten Situation vergessen zu lassen. Was den Umgang mit dem Rudel anging, hatte sie in eine ebenso neu-alte Routine zurückgefunden, bei der sie nicht mehr so viel über das Für und Wieder nachgrübeln brauchte. Yagos Abwesenheit erklärte sie damit, dass es ihm nicht gut ging, versuchte ihm seine Ruhe zu geben, indem sie das Rudel anwies ihn nicht zu stören und warf ein besonders wachsames Auge auf Kenayo und Akando, denn sie hatte manchmal das Gefühl den Rang ihres Freundes mitverteidigen zu müssen, wo er es jetzt nicht konnte, oder wollte, oder beides zusammen. Trotzdem war es furchtbar zu wissen, dass es ihm wirklich nicht gut ging und sie ihm nicht helfen konnte. Dabei wünschte sie sich so, sie könnte irgendetwas tun, damit es ihm besser ging. Sie hatte es im letzten Herbst schon erlebt, doch dieses Mal beunruhigte sie das ungute Gefühl, dass es schlimmer war, als letztes Jahr. Besonders der manchmal aufflammende Gedanke, dass er damals kurz davor gestanden hatte, Diëmnar zu verlassen, drückte jedes Mal etwas in ihr zusammen und ängstigte sie einen Atemzug lang, aber Kiba vertraute darauf, dass er nicht gehen würde. Sie klammerte sich an dieses Vertrauen und fühlte sich trotzdem hilflos.
Eigentlich sollte Kiba sich auf das Rudel konzentrieren, die Fremden besser kennen lernen, sich um ihre Söhne und Farai kümmern, Yago würde schon wieder kommen, spätestens, wenn die Bäume keine Blätter mehr hatten. Aber sie konnte sich nur mühsam von den Gedanken an ihn trennen, oder von der Überlegung, ob sie nach ihm sehen sollte. Es war so seltsam ungewohnt sich umzusehen und ihn nicht zu entdecken.
Besonders heute pochte ein ungutes Gefühl gegen ihre Brust, kribbelte in ihren Pfoten und surrte in den Ohren. Die eisblauen Augen huschten herum, sahen kurz über das Rudel und stellten nichts außergewöhnliches fest. Aber auch das seltsam drückende Gefühl blieb und als es schließlich zu einem Kribbeln anschwoll, das Nacken und Rücken hinunter jagte und sich ihr Herz eine Sekunde lang so anfühlte, als hielte es jemand mit eisigen Klauen fest, war sie mit leicht gesträubtem Fell auf den Pfoten. Sie würde nach Yago sehen, sie musste.
Die Silbergraue setzte sich in Bewegung und steuerte Jeanne und Kenayo an, setzte ein Lächeln auf. Sie wusste nicht, ob es ihr so recht war, dass sie Kenayo auch mit dieser Aufgabe betrauen würde, aber dass der Rüde scharf auf den Rang ihres Freundes war, tat im Moment nichts zur Sache.

Hallo Jeanne, Kenayo. Dürfte ich euch darum bitten, das Rudel ein wenig im Auge zu behalten? Ich werde nach Yago sehen und später wieder zurück sein.“

Ohne großartig abzuwarten nickte sie den beiden freundlich zu und wandte sich ab. Bis sie aus der Sichtweite des Rudels war, ging Kiba noch recht ruhig, wenn auch zügig, verfiel aber schließlich in einen schnelleren Trab. Das Surren war jetzt weg und das Kribbeln in ihren Pfoten ebbte ab. Was war das nur gewesen? Noch während ihr dieser Gedanke durch den verwirrten Kopf schoss, schlug ihr Yagos Witterung über die näherkommenden Klippen entgegen, schneller als erwartet. Kibas Ohren drehten kurz hin und her, noch etwas mehr verwirrt, weil das nicht die Richtung der Friedensallee war. Sie änderte die Richtung und lief weiter nach Norden, um den Einschnitt ins Tal von oben zu umgehen, dort wurde auch die Witterung ihres Freundes stärker. Inzwischen wusste die Requistin nicht mehr, ob sie schneller, oder langsamer laufen sollte – was würde sie erwarten, wenn sie ihn erreichte? Auf der Höhe des Weihers drehte sie aus einem Impuls heraus den Kopf nach links zur Bergkette und eine schwarze Gestalt trat in ihr Blickfeld. Im Schritt innehaltend starrte sie hinauf, irgendetwas war seltsam. Yago – aber was tat er da? Er lief sich um etwas herum, das sich nicht regte ... und als Kiba sich wieder in Bewegung setzte, fiel ihr auch Leikunas Witterung auf. Erneut ergriff sie dieses ungute Gefühl und wurde drückend schwer. Das leise Winseln, das langsam an ihre Ohren drang, ließ ihr eiskalt werden und was sie sah, verschlug ihr den Atem. Yago stand neben einem Wolf, der zwar auch stand und den Kopf freundlich gehoben hatte, aber von ihm ging keinerlei Leben aus. Er war genau so grau und starr, wie die Felsen des Gebirges. Er hatte Leikunas Größe, ihre Gesichtszüge, aber ihre Augen waren tot und steinern, wie der ganze Rest. Überall war ihr Geruch, aber dieser Wolf aus Stein war nicht lebendig. Fassungslos und unfähig zu sprechen war Kiba wenige Meter vor ihnen stehen geblieben und starrte dieses Gebilde an. Dann sah sie sich nahezu unbewusst um, als wollte sie die echte Leikuna irgendwo hier in der Nähe entdecken, aber ihr Blick wurde wieder zurückgezogen, auf Yago und auf die steinerne Leikuna. Das konnte nicht sein, ihre Sinne mussten ihr einen Streich spielen, sie musste wieder so verrückt geworden sein, wie damals. Und während sie beide fixierte, wusste sie fast nicht mehr, welcher Anblick sie mehr erschreckte. Leikunas, oder Yagos.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
20.11.2011 23:49
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rising like a phoenix.*
it started out as a feeling
which then grew into a hope
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Erneut zuckten ihre Ohren, während sie die Rudelmitglieder beobachtete, die sich zusammengetan hatten. Jeanne hatte sich bei dem brauen Rüden niedergelassen, der mit Awân und ihr gemeinsam das Revier be- und dem Rudel beigetreten war. Die Bunte wusste nicht recht, wie ihr Bild von ihm verblieben war, nachdem er sich so gegen die alten neuen Alphas gestellt hatte und ihr wohnten noch immer die Zweifel inne, dass er es nun einfach akzeptiert hatte. Ein flaues Gefühl sagte ihr, dass es das noch lange nicht gewesen war und der Rüde sicherlich einen weiteren Moment nutzen würde, um sich einen der hohen Ränge zu erkämpfen. So etwas war nichts, was man einmal versuchte und sich dann abschrieb – man arbeitete darauf hin und tat alles, um ihn zu erlangen. Ihr Vater war doch das beste Beispiel gewesen. Doch gleichzeitig beruhigte es sie, dass auf der anderen Seite genug Wölfe waren, die dies verhindern würden. Akando hatte ihm gezeigt, wo sein Platz war und auch Saiyán hatte sich darum bemüht, den Rüden auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Sie hatte nichts gegen ihn, was vielleicht auch daran lag, dass er damals bei dem Besuch der Spiegel für sie dagewesen war, doch diese Auseinandersetzung hätten sie sich tatsächlich alle sparen können. Sie hätten dem Moment einfach die Magie belassen können – Die Wiedersehensfreude, die besonders den Söhnen Kibas nur zu deutlich ins Gesicht geschrieben gestanden hatte. Ja, selbst Saiyán hatte tatsächlich richtig froh ausgesehen, wenngleich bei Toboe relativ schnell die Ernüchterung eingesetzt hatte.

Sie ließ den Blick weiter schweifen, erkannte schließlich den Grauen bei der Fähe, die mit Kiba gekommen war und letztendlich erkannte sie auch den schwarzen Requisten, der auf sie zukam. Ihm galt ein gut gelauntes Lächeln auf seine Begrüßung hin, die wieder mal so charmant war wie eh und je. Ihre Rute pendelte erfreut hin und her, während sie ihn einen Augenblick musterte und den Blick schließlich wieder auf das Rudel richtete, als erwarte sie, sogleich seinen Bruder zu erblicken, von dem er ja immerhin kaum zu trennen war. Doch es gesellte sich keine weitere Gestalt zu ihnen und so richtete die Bunte ihre volle Aufmerksamkeit wieder auf den schwarzen Rüden neben sich.

„Ausgeschlafen?“, flüsterte sie sanft in seine Richtung mit einem neckischen Funkeln in den Seelenspiegeln.

Auch sie schüttelte sich erneut, ehe sie sich auf den Hinterläufen niederließ. Ihre Ohren zuckten, während sie schließlich seinen fragenden Blick erwiderte. Ob sie den Herbst mochte? Nachdenklich ließ sie den Blick erneut über die Wiese und den Wald schweifen, musterte die bunten Blätter, die sich sanft im Wind bewegten, doch irgendetwas fehlte. Etwas, was all das weniger trostlos, einfach erfreulicher erschienen ließ. Doch Ash hatte sich damit abgefunden, dass nun erst einmal eine längere, graue und kalte Zeit bevorstand. Und doch freute sie sich darauf. Es gab nun mal Orte, an denen nichts wirklich schlecht sein konnte.

„Ein bisschen Sonne würde nicht schaden, aber da müssen wir uns wohl bis zum Frühjahr gedulden, mh?“, entgegnete sie schließlich lächelnd.

Sie schwieg kurz, während ihr Blick über die Gestalt der Alpha wanderte, die mit Jeanne und Kenayo irgendetwas zu besprechen schien, ehe sie sich davon machte. Ash folgte ihr einen kurzen Moment neugierig mit dem Blick, ehe sie sich wieder an ihren Sohn wandte.

„Wie geht’s dir? Ich meine – jetzt, wo alles wieder so sein sollte wie früher?“


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
21.11.2011 14:30
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Jeanne blickte den Rüden ruhig an, war glücklich über das leichte Lächeln, welches Kenayo erwiderte. Seine Worte ließen sie leicht schmunzeln, wohl wahr. Aber die Weiße erwiderte Nichts, ließ den Blick nur weiter auf dem dunklen Rüden ruhen, wartete auf weitere Reaktionen des Rüden. Als er wieder sprach, schnippten die Ohren der Fähe kurz durch die Luft, ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite. Er hatte es selbst gesagt, dass das Wohl des Rudels für ihn an erster Stelle stand, und seine jetzigen Worte unterstrichen dies, auf eine... mehr oder weniger sehr neutrale Weise. Sie nickte ruhig, konnte seine Worte nur gut verstehen. Die „neuen“ Alphas. Für den Schwarzen waren Kiba sowieso Yago neu, für sie selbst war es nur neu, dass der dunkle Rüde nun Alpha war... auch wenn es vorher schon fast so gewesen war, als wäre er an Kibas Seite, hätte ihren Rang. Sie wartete jedoch noch einen kleinen Moment mit ihrer Antwort, da Kenayo nach einer kleinen Pause nun auch wieder zu Worten ansetzte. Ein Ohr neigte sich leicht nach hinten, dennoch wandte sie den Blick nicht von dem Rüden ab. Ihr Blick war leicht skeptisch, irgendetwas war komisch. Sie konnte nur nicht ganz genau definieren, was es war.

Und trotzdem wirkst du so, als würde dir das alles nicht gefallen.“

Ihre Stimme war leise, senkte sich fast zu einem Flüstern hinab. Lag es womöglich daran, dass Kiba und Yago auftauchten, und ohne weitere Umwege die Alphaposten belegten? Sie selbst hatte Kiba zuvor als Anführerin erlebt, wußte, dass ihr das Wohl des Rudels sehr am Herzen lag. Als Kenayo nun eine Frage an sie richtete, wandte sie den Blick kurz herum, ließ ihn über das Rudel schweifen, als sie erkannte, wie sich ein weiterer Wolf auf sie zu bewegte. Ihre Ohren schnippten noch einmal durch die frische Herbstluft, als Kiba mit einem Lächeln zu ihnen trat. Auch Jeanne lächelte der Wölfin zu, lauschte ihren Worten, ihrer Bitte, und nickte dann ihrerseits. Und schon im nächsten Moment war die Silberne wieder fort, bewegte sich vom Rudel weg. Jeannes dunkler Blick folgte ihr einige Momente, ehe sie sich mit einem tiefen Atemzug wieder an Kenayo wandte, seine Frage war noch immer offen. Sie hatte einige Momente gehabt, um über eine Antwort nachzudenken... und begann sie langsam zu sprechen.

Ich bin zufrieden, wie es ist. Ich mochte Akara, als Freundin, als Alpha. Aber dieses Rudel braucht Kiba, es ist nicht das Selbe ohne sie. In den Jahren, in denen ich nun bei diesem Rudel bin, habe ich Kiba sehr zu schätzen und respektieren gelernt. Bevor sie ging, und auch jetzt noch, glaube ich, dass es ihr um das Wohl des Rudels geht. Sie würde nichts tun, was dem Rudel schaden würde, wir können uns ganz sicher auf sie verlassen.“

Ein sanftes Lächeln auf den Lefzen neigte die Weiße den Kopf herum, blickte kurz über das Rudel, ehe sie sich wieder an Kenayo wandte. Manch einem konnte man es vielleicht nicht Recht machen... Aber auch die, die nicht zufrieden mit den „neuen“ Anführern waren, mussten sich nun wohl damit zufrieden heben. Wenigstens waren die letzten Wochen ereignislos an ihnen vorbei gezogen.

21.11.2011 15:15
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I choose to believe
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28.07.2006

Die Gedanken waren zu mancher Zeit lästige Zeitgenossen. Wenngleich sich der Wolf selbst geschworen hatte, so langsam mal damit aufzuhören soviel zu denken, verfolgten ihn die lästigen, kleinen Dinger inzwischen sogar wieder in den Schlaf hinein. Die Sonne kitzelte im nächsten Moment jedoch sowieso seine Sinne wach, sodass der Äscherne mit einem Murren den Kopf hob und sich wachsam umblickte. Das Rudel, so wie es sein sollte, gab es endlich wieder, seine Heimat war kein zersetzter Gedanke mehr, er war wieder so real und nah, wie das Gras zu seinen Pfoten. Gähnend blickte der junge Rüde hinaus auf die glitzernde Oberfläche des Tear Mirror. Kiba war wieder da und alles schien wieder halbwegs normal zu sein, jedenfalls wollte er dies gern glauben. Jedoch, so wie es Toboe bereits am ersten Tag gesagt hatte, so wirklich wie früher schien wohl nichts mehr werden zu wollen. Auch Teyrm hatte sich schlussendlich der Veränderung und diesem Glauben ergeben und zumindest versucht sich damit zu arrangieren.
Wenn er ehrlich war, klappte es sogar ganz gut. Er mochte den größten Teil der neuen Wölfe, noch konnte er gegen keinen – abgesehen von Saiyán – eine besondere Abneigung vorweisen. Und der Zwilling war ja sowieso eine Marke für sich, so schrecklich wie dieser sich inzwischen aufführte... dafür brauchte es beinah zwei Aiyáns... Aber der Rest der Wölfe. Sie waren in Ordnung. Der Jäger mochte Ashlynn und die graue Farai genauso wie er auch Kenayo und Akando in ihren Reihen akzeptierte, wobei ihm dabei der Rang vollkommen egal war.

Mit einem leichten Strecken der Glieder richtete sich der Nachtwolfmix schließlich auf und trabte mit zügigen Schritten in Richtung des großen Sees. Von allen Orten in diesem Tal, mochte er den massigen See am liebsten. Er liebte es wenn die Sonne ihre Strahlen auf der Wasseroberfläche warf und sich die glimmenden Funken in den Augen der anwesenden Wölfe verirrten, nur nicht heute, heut war es viel zu trist. Es kümmerte ihn nicht wirklich und während er sein eigenen Spiegelbild im kühlen Nass betrachtete begann er sogar ein wenig das herbstliche Wetter zu genießen. Inzwischen war er aufgewachsen und die sonderbare Fellfärbung hatte sich nur umso mehr verstärkt. Waren damals nur in seiner Schnauzenregion graue Flecken zu finden gewesen, so verteilten sich die grauen Färbungen nun über seinen gesamten Körper. Teyrm konnte nicht verneinen, dass er es mochte. Hatte er es doch schon immer genossen ein wenig einzigartig zu sein. Nun hatte er also quasi einen seltsamen Pelz und seltsam farblose Augen, beides passte. Im dumpfen Farbton der Seeoberfläche wirkten die Spiegel nur allzu schlammig, in Wirklichkeit fand sich jedoch nur der Hauch eines Farbtons in ihnen. Adalis Feuer hatte sich im Silber der Augen seines Vaters nur wenige Stellen erarbeitet. Doch inzwischen waren es nur noch seine Augen.
Mit einem Schmunzeln hob er den gesenkten Kopf wieder an. Gerade noch rechtzeitig um einen anderen Wolf am Wasser zu erkennen, der sich anscheinend abzuwenden schien. Rasch begann der Mischling in seinem Kopf nach einem passenden Namen zu dem hellen, leicht gestromten Pelz zu finden. Wenn er sich nicht vollkommen irrte, war dieser Wolf doch mit Kiba und Yago hierher gekommen, oder?
Ohne lange zu fackeln trabte der Rüde die wenigen Meter Entfernung zu dem so halb fremden hinüber.

“Hey“, begrüßte er lahm und grinste verschmitzt. Der... er wusste den Namen irgendwie immer noch nicht ... sollte jedenfalls nicht denken, dass er irgendwas Böses wollte.

“Ich glaub wir beide hatten noch nicht wirklich das Vergnügen. Obwohl wir wohl schon genug Zeit dazu hatten.“

Teyrm war niemals der Typ Wolf gewesen, der groß um den heißen Brei herum redete. Wenn er etwas zu sagen hatte, dann tat er dies auch und zwar ohne besonders viele Höflichkeiten oder dummes Geschwätz von sich zu geben.

“Ich bin jedenfalls Teyrm.“

Eine vollkommen lockere Vorstellung. Ein Gespräch mit diesem Wolf würde ihn vielleicht ein wenig aufwecken, konnte jedenfalls wohl kaum Schaden.

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
21.11.2011 15:41
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¯_ Herbstkind _¯
I’m one of God’s mistakes
(¯`.¸¸. Brudermörder .¸¸.´¯)
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Wie lange Yago an Leikunas steinerner Seite stand, sich nicht regte, nichts dachte, nur starrte und der Leere in sich lauschte, konnte der Schwarze nicht sagen. Es war auch egal. Zeit spielte für Steine keine Rolle. Sie waren ewig, unverwundbar, stärker als jedes Lebewesen und unantastbar. Ein Stein war ein Stein war Stein. Leikuna war Stein. Irgendwann hob er den Kopf und betrachtete ihre grauen Augen, die so leer und stumpf wirkten, wie er sich fühlte. Und gleichzeitig waren sie so detailliert, so eindeutig Leikunas Augen, dass sie es unmöglich nicht sein konnte. Yago hielt dem Blick nicht mehr stand, wandte den Kopf ab und bemerkte dabei, dass sich etwas in der Umgebung verändert hatte. Eine weitere Gestalt war hinzugekommen, Kiba stand wie aus dem Nichts nur wenige Meter von ihnen entfernt. Yagos überforderter Verstand und seine emotionale Leere ließen ihn zunächst nur starren, als würde er seine Mitalpha nicht erkennen. Schließlich blinzelte er zwei Mal, trat einen Schritt zur Seite und sagte zum ersten Mal in seinem Leben nur deshalb etwas, weil er sonst nicht wusste, was er tun sollte.

“Leikuna ist zu Stein geworden.“

Seine Stimme klang leer, aber auf eine andere Art als sonst. Noch leerer, verständnis- und emotionslos. Gleichzeitig wirkte es ganz so, als hätte er diese Tatsache bereits akzeptiert und würde an diesem Vorgang nicht zweifeln. Doch die Annahme, seine kleine Schwester wäre mal eben versteinert worden, war so absurd, dass Yagos auf Logik und Nachdenken basierender Verstand das unmöglich einfach so hinnehmen konnte. Es gab keine Möglichkeit, jemanden zu versteinern und es gab vor allem auch keinen Grund. Doch dann fiel ihm der Kristall ein und die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gab, Wünsche, Ängste und das Innere einfach so widerzuspiegeln und einen sinnvollen Grund hatten sie dafür bisher ebenfalls nicht gefunden. In diesem Tal bedurfte es keiner Möglichkeiten und Gründe für bestimmte Ereignisse. Yagos Verstand kapitulierte und begann den Prozess der Akzeptierung der Tatsache, dass Leikuna zu Stein geworden war. Und nun sickerten ganz langsam die Gefühle dazu. Eins nach dem anderen tröpfelte in das brennende Herz des Schwarzen und begann seine Brust zu zerreißen. Leikuna war fort. Sie stand zwar hier neben ihm, aber es war nur Stein, nur das Abbild ihrer Gestalt – es war nicht sie. Nicht die kleine Weiße, die ihm freudig entgegensprang und sein Gesicht ableckte, obwohl sich das niemand sonst traute. Nicht die fröhliche Schwester, die immer neue Fragen fand und neue Dinge, die Yago ihr beibringen musste. Nicht sein Schützling, dem er geschworen hatte, ihn vor allen Gefahren zu beschützen. Das Gesicht des Schwarzen verzerrte sich, als hätte er Schmerzen. Seine Atmung wurde unregelmäßig und hastig, während er versuchte, sich in den Griff zu bekommen. Doch schon begann auch der Hass zu züngeln, spie nun Vorwürfe und erinnerte ihn an die Tatsache, dass es seinen Schützlingen bisher selten gut ergangen war. Unkontrolliert hob er den Blick und sah Kiba erneut an, selbst aus dieser Entfernung musste sie jetzt das Rot in seinen Augen erkennen können. Trotz allem spürte er nicht das Verlangen, seinen Hass an ihr auszulassen, was tiefe Erleichterung in ihm auslöste, jedoch kaum zu seiner Beruhigung beitragen konnte. Sie ließ ihn nur wieder starren, auf den Punkt, den auch Leikuna neugierig musterte, und gab ihm die Möglichkeit des Innehaltens, bevor wohl die Gefühle, die Yago nicht kannte und nicht verstand, zu viel wurden. Plötzlich strahlte der Schwarze eine endlose Hilflosigkeit aus.

21.11.2011 18:48
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Kenayo

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Die Fähe sah ihn rund heraus an, anscheinend wirklich daran interessiert, wie er zu der ganzen Situation stand. Gleichzeitig schien sie sich aber auch an den Freundlichkeiten und seinem Humor zumindest ein wenig zu erfreuen. Auch wenn sie auf seinen Kommentar nichts erwidert hatte, so sah man ihr doch an, dass sie ihn nicht schlecht fand. Er war ja auch wahr, die konnte niemand leugnen. Gleichzeitig würde wohl ein griesgrämiger Zeitgenosse ihn nicht mit Wohlwollen aufnehmen.
Bevor sie ihr Gespräch weiterführen konnten, kam auch schon die Leitwölfin auf sie zu. Was Kiba wohl wollte? Wollte auch sie mit ihm und der Fähe einen Plausch halten. Doch schon gleich verwarf Kenayo diesen Gedanken, sah die Graue nicht gerade so aus, als wollte sie sich entspannen. Als sie ihnen nun offenbart hatte, was der Grund ihres Abstechers zu ihnen war, da neigte Kenayo leicht das Haupt zur Seite:

"Dies werde ich gerne tun, und ich denke Jeanne auch, oder?", fragte er die weiße Fähe mit einem Seitenblick.

Er glaubte nicht, das diese Frage nötig war und so war sie auch eher als rhetorische gemeint. Die Weiße Fähe hatte auch genickt, und somit war es eindeutig. Im folgenden beobachtete er auch wieder mehr das Rudel, wie bevor die Weiße zu ihm kam. Dennoch wirkte er nicht abwesend, bei ihrem Gespräch, sondern vielmehr war er sich der Weißen mehr als bewusst.
Nun kehrte ihr Gespräch wieder zu dem eigentlichen Thema zurück. Die Fähe hatte bevor Kiba gekommen war noch etwas gesagt, und darüber dachte er nun kurz nach. Er hatte die Vermutung, dass Jeanne recht gut den Anderen einschätzen konnte. Oder war es so offensichtlich, dass er nicht ganz zufrieden, nicht ganz glücklich war? Wie es wohl mit ihr selber stand. Die Fähe klang nicht so, als ob für sie alles nur schön war, wahrscheinlich war es dies für die wenigsten und so wartete er zunächst ab, was sie sagen würde, wie sie dazu stand. Ihm schien ihre Antwort so vielschichtig und doch klang sie in seinen Ohren regelrecht weise. Wahrscheinlich nicht mal doch sondern gerade deswegen. So dauerte es eine Weile, bis er wieder den Fang öffnete:

"Du magst wahrscheinlich damit Recht haben, dass nicht alles zu meinem vollsten Gefallen ist. Ein Großteil ist wahrscheinlich darin begründet, dass das alles so ungewohnt ist."

Wie war diese Worte doch waren, auch wenn die Fähe gar nicht wissen konnte, was alles dahinter steckte.
Doch langsam merkte er, was er an ihren Worten so merkwürdig gefunden hatte. Sie sprach die ganze Zeit von Kiba, nicht von Yago. So selten hörte er von Yago. Alle lobten Kiba, fast alle waren froh über diese Alphafähe, doch die wenigsten erwähnten den schwarzen Hünen überhaupt. Warum? Zuvor war dieser doch auch schon an Kibas Seite gewesen. Aus einem Impuls heraus fragte er die Weiße dies:

"Weißt du was ich merkwürdig finde? ... Häufig hört man hier im Rudel von Kiba, nun wo sie wieder da ist nur noch mehr. Doch die wenigsten verlieren Worte über Yago. Kaum einer redet über ihn."

Bei diesen Worten hatte er ehrlich fragend die Fähe angesehen und dabei spielte auch ein Großteil seiner Neugierde mit hinein. Dann bemerkte er, dass diese dies etwas merkwürdig finden konnte, und so kehrte sein Blick kurz zum Rudel zurück, bevor er sich wieder der Fähe zuwandte. Wahrscheinlich nahm diese das kurze wandern seiner Augen gar nicht wirklich war, hatte er doch nicht nur in diesem Moment seinen Blick auch auf dem Rudel gehabt.

21.11.2011 20:24
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27.07.2005

Es war Jeanne ein wenig leichter ums Herz geworden, als auch Kenayo Kibas Bitte so gut aufnahm. Auch allein hätte sie sie natürlich nicht abgeschlagen, aber es war ihr doch ein wenig wohler dabei, wenn sie ihr nicht ganz allein nachkommen musste. So hatte sie ihm nur dankbar zugenickt, folgte kurz seinem Blick über das Rudel. Es gab keinen Grund zur Unruhe, zumindest für den Moment nicht. So wandte sie den Blick nun wieder herum, musterte wieder den dunklen Rüden, der sich nun auch wieder an sie richtete. Jedoch schwieg Kenayo, ließ sich mit einer Antwort Zeit, in der Jeanne ihn nur still anblickte, abwartend. Als er dann Worte an sie richtete, stellten sich ihre Ohren aufmerksam auf, erst als er geendet hatte, nickte die weiße Wölfin, voller Verständnis. Dann schlich sich ein sanftes Lächeln auf ihre Lefzen, mit dem sie Kenayo noch immer musterte.

Man kann sich an Ungewohntes gewöhnen, man muss ihm nur die Chance dazu geben. Aber ich verstehe, was du meinst. Du bist sicher nicht allein mit dieser Ansicht, auch wenn du es vielleicht als einer der wenigen aussprichst. Kaum einer der Wölfe kannte weder Kiba, noch Yago. Es ist nur verständlich, wenn man ihnen misstraut.“

Noch einmal atmete die Weiße tief durch, erhielt das Lächeln jedoch aufrecht. Es war nur verständlich, wenn man nicht ganz vertrauen konnte, wenn zwei wildfremde Wölfe auftauchten, mit einem Mal die neuen Anführer des Rudels sein sollten. Da ließ wohl keinen Wolf auf dieser Welt das naturgegebene Misstrauen in Ruhe. Da konnten einem andere sagen, was sie wollten. Sie selbst hätte wahrscheinlich auch ihre Zweifel gehabt, wenn anstelle von Kiba und Yago zwei ihr fremde Wölfe aufgetaucht wären. Aber so... konnte sie sich nur vorstellen, was der Schwarze vor ihr über diese Situation dachte.
Ihre blauen Augen legten sich aufmerksam auf seine, als er erneut zu sprechen begann, sie mit seiner Frage ein wenig nachdenklich stimmte. Sie neigte leicht den Kopf, dachte einige Momente nach, wie sie ihre Gedanken nun in Worte fassen sollte.

Nunja... ich muss zugeben, er ist ein wenig... voller Geheimnisse. Ich kann nicht viel über ihn sagen, nur, dass er schon lange beim Rudel ist, und sich nie etwas hat zu Schulde kommen lassen, was mein Vertrauen in seine Fähigkeiten ankratzen könnte.“

Das Lächeln auf ihren Lefzen wurde ein weniger schiefer, verblasste jedoch nicht.

Ziemlich naiv, oder?“

21.11.2011 23:43
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Naìm Darwn [Abgegangen]

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Naìm betrachtete die Wasseroberfläche, die sich weit und nur durch den stetigen Nieselregen bewegt vor ihm erstreckte. Er spürte, wie die seichten Tropfen immer wieder in sein Fell sickerten, welches nun feucht an seinem eher massigen Körper klebte. Er hatte sich auf seine Hinterläufe niedergelassen und hing in seinen Gedanken. Dieses Tal war wirklich einzigartig. Er hatte nirgendwo solch eine Landschaft gesehen. Hinzu kam, dass die Hitze des Sommers für ihn etwas vollkommen neues gewesen war, so dass ihm das eher raue und unstetige Wetter, das sich nun über die Gegend legte, durchaus willkommen war. Nicht, dass er das Farbenspiel des Herbstes nicht schoneinmal gesehen hatte, aber es faszinierte ihn trotzdem. Der Kontrast der rot-goldenen Blätter zum Grau des Himmels und der nun wieder früher einkehrenden Dunkelheit hatte schon etwas für sich. Trotzdem war ihm gerade nicht danach, das Spektakel zu betrachten.
Der Weißliche versuchte sich vorzustellen, wie hier bald der Schnee fallen würde. Der Schnee, der alles zudeckte und vor dem Erfrieren schützte. Der alles gleich machte, ob eine Grasnarbe oder einen Fels, er macht keinen Unterschied. Aber konnte man dadurch auf ein Gefälle übersehen, übersehen, dass man nicht auf sicheren Pfaden wandelte. Er spürte, wie es in ihm selbst so ruhig war, wie es in Gegenzug um ihn herum windete. Die von Rot zu Orange und Violett changierenden Augen wanderten von der Ferne zu seinem Spiegelbild. Langsam aber sicher, sah er nur noch einen erwachsenen Rüden vor sich, denn der letzte Hauch der Jugend wich nun von ihm. Trotzdem waren seine Züge immernoch weich und freundlich. Trotzdem fühlte er sich selbst noch nicht so, als wäre er bereits mitten im Leben angekommen. Naìm atmete tief ein und erhob sich. Dann wandte er sich um und sah auf das Rudel, das ihm zwar eine angenehme Gesellschaft aber noch keine Heimat war, als sich von der anderen Seite Schritte näherten. Aber erst, als die Stimme des anderen Rüden an seine Ohren drang, blickte er zu diesem.
Kurz war der Ältere der beiden irritiert, was man ihm auch ansehen konnte, aber das lag nicht daran, dass Teyrm ihn ansprach, sondern daran, dass er ihn aus seinen Gedanken holte. Er lächelte kurz, der Schwärzliche hatte Recht, die beiden hatten nicht viel miteinander zu tun gehabt.

„Stimmt wohl.. Ich bin Naìm.

Kurz unschlüssig, in welche Richtung dieses Gespräch nun gehen sollte blickte er in das Gesicht seines Gegenübers. Die eher farblosen Augen waren ihm sympathisch, denn sie erinnerten ihn an etwas.

„Ich bin mit Farai, Kiba und den anderen angekommen..

Eine eher nutzlose Äußerung, aber trotzdem fiel ihm auf, in welcher Reihenfolge er die Wölfe nannte. Farai stand ihm da am nähsten, wegen Kiba war er überhaupt in dieses Revier gekommen und die anderen.. Naja, im Grunde hatte er selbst nicht viel mit der kleinen Grauen geredet. Er wusste selbst nicht wieso, mochte er ihre ungewöhnliche Art doch und vermisste ihre Gesellschaft manchmal. Trotzdem hatte er einfach ein bisschen Zeit für sich gebraucht, um seinem Seelenpuls zu lauschen und festzustellen, ob er hier bleiben wollte. Überraschenderweise zog es ihn noch nicht fort.

„Wo kommst Du her?“,

fragte er lapidar. Teyrm schien zumindest auch nicht zu irgendwelchen tiefgründigen Diskussionen aufgelegt zu sein. Er wirkte eher locker und an einem Plausch interessiert. Vielleicht war das mal die Gelegenheit, jemanden näher kennezulernen.

22.11.2011 14:03
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Kenayo

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Jeanne ließ ihn ausreden, und es schien so, als ob er in ihr einen guten Gesprächspartner gefunden hätte, und vor allem auch einen guten Zuhörer. Kenayo hatte das Gefühl, von ihr viel Verständnis zu bekommen und ganz spontan reifte in ihm die Feststellung, dass Jeanne gut Bescheid wusste und auch wahrscheinlich gut einen Rat einem geben konnte. Doch zunächst hörte er ihren Worten gut zu. Während die Weiße ihn noch immer musterte, erwiderte er freundlich ihren Blick. Wie viele der Rudelmitglieder hatten wohl schon hier gelebt, als die alte Führung noch hier gewesen war? Kenayo wusste nicht so genau, ob dies eine Rolle spielte und doch schon es interessant zu sein, diese Frage. Wahrscheinlich waren es einige und doch nicht die meisten. Nun hatten sie ja alle die Chance die alte und neue Rudelleitung kennen zu lernen. Dann fiel ihm ein, dass bei den beiden ja noch andere Wölfe gewesen waren. Über diese wusste er nicht viel, doch er nahm sich vor demnächst mal mit ihnen zu sprechen. Wer diese wohl waren?
Während die Weiße noch immer lächelte erwiderte er auf den vorderen Teil leise:

"Wahrscheinlich, und doch braucht es Zeit."

Es war Zeit vergangen und sie hatte nur Gutes getan und so war er der festen Überzeugung, dass noch mehr Zeit noch mehr Frieden bringen würde.
Bei dem anderen Thema, oder eher gesagt bei der zweiten Facette ihres Gespräches, schien sich die andere nicht ganz so sicher zu sein. Nicht das sich die friedliche Atmosphäre ihres Gespräches wesentlich verändern würde und doch war sie nicht mehr ganz so sicher. Er vermeinte in ihren Worten noch mehr zu hören und so sagte er:

"Und doch ist das einiges, was du sagen kannst."

Zwar war der Wolf wohl ein Geheimnis und doch schien er nicht unehrlich oder gr bösartig zu sein. Dies war doch schon einmal etwas wichtiges und das persönliche leben des Einzelnen war zwar auch wichtig, doch noch wichtiger war doch das Vertrauen, welches man einem anderen schenken können.
Als sie nun etwas schiefer noch hinzufügte, dass dies naiv wäre, musste er kurz Lachen. Dies erinnerte ihn einfach nur viel zu sehr an sein früheres Leben. Ihm fiel aber auf, dass die Fähe dies als Missbilligung aufnehmen könnte, und so schenkte er ihr einen entschuldigenden Blick. Dann sagte er:

"Eigentlich finde ich es gar nicht so naiv. Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich wahrscheinlich auch nicht wirklich so viel nachgefragt."

22.11.2011 14:45
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Cave of Mind
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23.07.2005

Die silbergraue Wölfin stand einfach da und starrte, nicht fähig sich zu bewegen, nicht fähig so schnell aufzunehmen, was sie sah, zu verarbeiten und zu verstehen. Der Anblick der Steinwölfin verstörte sie und zusammen mit Yagos zuerst so stumpfem Blick, fühlte sie sich wie in einem Albtraum gefangen. Eine solch bizarre, horrende Szene konnte nur ein Albtraum hervorbringen. Aber die Witterungen Leikunas und Yagos waren so schneidend intensiv, das drückende Pochen in ihrem Inneren so bohrend, dass es unmöglich nicht echt, oder nur ein Hirngespinst ihres Geistes sein konnte. Kibas Ohren zuckten kaum, als Yagos leere Stimme an ihre Ohren klang und seine Worte erreichten kaum ihr Gehör, drangen dafür aber tief in ihren Verstand ein, der genau so ratlos war und nicht wusste, wie er mit dieser Information umgehen sollte. Zuerst war da nichts, außer der Frage nach dem ‚Wie?’. Immer wieder, denn wie sollte das sein können, ein Wolf der zu Stein wurde? Andere Gedanken konnten sich zuerst nicht formen, nichts war fassbar. Nur dieses immer quälendere Gefühl in ihrer Brust, immer ziehender, immer brennender, während ihre eisblauen Augen sich auf Yago hefteten. Sie meinte jede kleinste Regung, die sich in seinem Gesicht veränderte und verzerrte sehen zu können, stechend scharf. Und es tat so furchtbar weh ihn so zu sehen. Das ‚Wie?’ wurde von einem stumm dröhnenden ‚Warum?’ ersetzt. Warum war Leikuna zu Stein geworden? Warum ausgerechnet sie? Leikuna gehörte zu den wenigen Wölfen, denen sie noch freiwillig einen Platz in ihrem Herzen eingeräumt hatte, eine so gutmütige, lebensfrohe Wölfin, die dem Rudel und vor allem Yago unglaublich gut getan hatte. Allein dafür hatte sie die Weiße sehr gemocht, sie war doch Yagos kleine Schwester und hatte auch für sie so viel getan. Sie hatte Kiba nicht verurteilt und auf ihre Söhne Acht gegeben, zum Wohle der Wölfe hatte sie sogar den Platz des Betas eingenommen, als sie fort waren. Kiba hätte am Liebsten den Kopf geschüttelt, nicht nur, dass die Wahrheit nicht wahr sein konnte und deshalb eine Lüge sein musste, sie dachte auch schon in der Vergangenheitsform an Leikuna, als wäre sie tot. Aber sie konnte nur weiter Yago ansehen, dessen Blick sie nun wie eine altbekannte Speerspitze durchbohrte. Er erschreckte sie nicht, dafür weckte er sie aus ihrer Starre. Langsam und fast automatisch setzten sich die Pfoten wieder voreinander, sie fürchtete sich nicht davor sich zu verbrennen. Kibas Blick glitt noch einmal ab zu der steinernen Leikuna, die sich immer noch nicht – natürlich nicht – regte und so grausam fröhlich aussah. Ihre Ohren klappten zurück. Sie war der Weißen ganz nah, aber von ihr ging keinerlei Wärme mehr aus.

Warum ...?,

flüsterte sie geschlagen, wohl wissend, dass es keine Antwort auf diese Frage gab. Ihre Augen konnten dem nicht länger standhalten, wanderten zurück zu Yago und er sah so elend und hilflos aus, dass Kiba zum ersten Mal das Gefühl hatte, ihn beschützen und vor allem Übel bewahren zu müssen, was eigentlich genau so bizarr und verdreht war. Die Requistin blieb bei ihm stehen, reckte vorsichtig die Schnauze nach vorne und schob ihren Kopf über seinen. Irgendwo war ihr ganz dumpf bewusst, dass diese Geste vielleicht genau die Falsche war, aber das dringende Bedürfnis ihn irgendwie zu trösten und festzuhalten und sich dabei wohl auch selbst ein wenig festzuhalten, war zu groß.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
23.11.2011 23:06
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
cause we could be immortals

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Kati H. - dawnthieves.de

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06.12.2006

Es war schön zu sehen, wie sich Ahlynns Mienenspiel veränderte, sobald sie Gesellschaft bekam. Kein Wunder, dass die Zweifarbige sich also gerne unter Wölfen aufhielt – ihre düsteren Gedanken, wenn es denn welche gewesen waren, schienen nun verschwunden. Das freute ihn, seltsamerweise. Vielleicht heiterte ihn das lächelnde Gesicht der Fähe genug auf, um den widerwärtigen Nieselregen zu vergraulen. Farbe anstatt Grau. Da halfen braune Pelzträger schließlich mehr als… farblose. Oder?

„Neee. Nich’ so ganz. Gibt ja jetzt keine Vögel mehr die einen wecken.“, murrte er – als wäre seine Stimme nicht Antwort genug auf ihre Frage – der Anderen entgegen.

Ja, daran musste es wohl liegen, warum sich der Dunkle gleich wieder hatte zusammenrollen können: es fehlte sowohl das Vogelgezwitscher, als auch die Sonne, wie die Braune in ihrem nächsten Satz ebenfalls ansprach. Na, kein Wunder, dass Wolf noch so verschlafen dreinblickte! Mit einem beinahe demonstrativen Gähnen, ließ sich Saiyán auf die Hinterhand sinken, nachdem er sich dem See abwandte, als könnte Ashlynns Blick in Richtung Rudel eine spannendere Aussicht bieten. Außer seiner Mutter, die in der Dunkelheit des Waldes verschwand – nachdem er ihr ein oder zwei Mal heimlich gefolgt war, konnte er jetzt mutmaßen, dass sie der Friedensalle einen Besuch abstatten wollte – und scheinbar so schnell nicht zurückkehren wollte, gab es wenig Interessantes zu sehen.
Mit schräg gelegter Schnauze wandte er sich daher wieder seiner ausgesuchten Gesellschaft zu.

„Dein erster Winter hier im Tal?“, mutmaßte er wahnsinnig intelligent und verzog die Lefzen zu einem geheimnisvollen Grinsen. „Die Gipfel sind voller Schnee. Da brauchts nur einen einzigen Sonnenstrahl, damit alles glänzt.“

Hachja, das würde sie ja hoffentlich bald mitbekommen!
Wenn keiner sie beobachtete, könnten sie nach dem ersten Schneefall auch mal versuchen den einzigen Eingang in das Tal aufzusuchen, von dem Wolf den gesamten Überblick über das Tal bekam. Aber das würde Saiyán ihr jetzt noch nicht verraten, hinterher machte sie sich noch allein auf den Weg. Wenn alles klappte und Aiyáns Tatze bis dahin abgeheilt war, konnten sie den Dunklen ebenfalls mitnehmen. Dann würde es vielleicht noch ein Mal doppelt so viel Spaß machen! Beinahe voller Vorfreude spielten die Ohren ein Stückchen nach vorne. Hoffentlich war die Ausgangssperre bis dahin wieder aufgehoben und es zeigten sich nicht noch mehrere dieser seltsamen Phänomene. Sonst würden die Älteren wohl noch mehr austicken. Mit einem skeptischen Kopfnicken schnaufte der Dunkle kurzer Pfote, bevor sich die Augen auf Ashlýnns heitere Laune wieder verengten

„Du sahst grade so aus…“, begann er, ließ jedoch schnell wieder ab und schüttelte als Überbrückung den Pelz.

Das klang ja sonst noch so, als mache er sich Sorgen. Dabei war er doch hier um sich selbst aufzuheitern und nicht runter ziehen zu lassen! Um seine eigenen Worte in Vergessenheit geraten zu lassen, schnappte er spielerisch in die Richtung der Zweifarbigen, fing allerdings nur feuchte Luft und ihr nächsten Worte auf, die ihn irritierten. Wieso sollte es ihm denn nicht gut gehen…? Seine Mutter zog – aus Saiyáns Sicht – einen Steinklotz ihrem Sohn vor und verschwand ziemlich oft spurlos. Yago hatte seinen Posten beibehalten und Andraki befand sich immer noch im Rudel, auch wenn sich die Sache mit ihr komischerweise kurz nach der Rückkehr der beiden Leittiere geregelt hatte.

„Bisher… wie immer.“ Was sollte er auch anderes Antworten? Aiyán und Kiba waren zurück. Toboe war immer noch da. Und er selbst? Naja, er kam langsam wieder in das alte Schme ader heilen Familie zurück. „Wenn nichts is’, kann sich auch nichts zeigen.“

Leise brummelnd winkelten sich die Lauscher ein Stückchen nach hinten an. Die letzten Worte waren an Yagos Rang gerichtet, da dieser bisher nicht viel hatte regeln müssen, als Jagden und die Harmonie des Rudels. Da gab es nicht viel dran zu meckern. Eben so wenig wie an Akando oder Kenayo, die sich beide als recht genügsame Gesellen erwiesen hatten. Vielleicht hatte das Gespräch mit dem zweiten der beiden Wölfe wirklich auf Wahrheiten basiert, dass es ihm nur um das Wohl des Rudels gegangen war. Hoffentlich.

„Du has’ dich eingelebt?“ Ein belustigtes Schnauben verlor sich aus seinem Fang, das schon fast als Hohn zu zählen war. „Schien ja kaum dein größtes Problem gewesen zu sein.“


NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




24.11.2011 16:00
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Akyla [Abgegangen]

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Nach und nach, so konnte man sich an alles gewöhnen. So hieß es nicht war? Die Stimmen der Natur, jede Faser wie sie hier vor kam... allmählich kam sich Akyla nicht mehr ganz so fremd vor. Dennoch fehlte ihr die Weiße bracht und die Kälte die es in ihrer Heimat gab. Wenigstens wurde es auch hier nun etwas kühler. Etwas abseits von allem hatte sich die Fähe nieder gelassen und blickte Stumm mit ihren Augen über den See. Fast schon melancholisch betratet sie ihn, als sei er etwas was sie an ihre Heimat erinnerte. Denn auch wenn sie sich an diese Gegend mit all ihrer Pracht gewöhnte so fehlte ihr ihre Heimat dennoch. Elegant legte sie eine Pfote über die andere und wanderte mit ihren klaren Augen zum Himmel wobei sie die kühle Herbstluft einatmete. Endlich schenkte ihr die Natur den Segen der Kühle... denn die Sommerhitze war nichts für sie gewesen. Der weißgraue Himmel schien ein Spiegelbild zu sein, ein Spiegelbild ihrer alten Heimat. Sie begrüßte den sachten Nieselregen... Herbst... bald würde sicherlich der Winter kommen, dann würde auch hier, so hoffte sie, alles in dem prachtvollen Weiß getaucht sein. Ihre Augen wanderten nun erneut herum womit sie damit begann die Rudelmitglieder zu überblicken. Ein solch großes Rudel... auch dies hatte es bei ihr nicht gegeben und noch immer befürchtete die das die Ruhe die zur Zeit herrschte nicht von Dauer war. Der Alphawecksel hatte einige Differenzen gebracht und auch wenn sie nicht mehr so lautstark ausgesprochen wurden, so gab es sie gewiss dennoch. Doch Akyla kannte die alte Alphafähe nur kaum, nicht mal ihren Namen hatte sie behalten. Das musste Akyla schon zu geben. Somit blieb es bei ihr aus sich ein Urteil zu bilden. Stumm und schweigend würde sie die Situation noch betrachten. Sollte es doch noch zu Streiterei kommen so würde sie dann immer noch entscheiden können. Doch in Moment schien alles Ruhig zu sein. Nun betrachtete die Fähe für einen Moment Kenyao, welcher sich mit Jeanne unterhielt. Sie hieß doch so nicht war? Ihr Blick wanderte weiter ehe sie gähnend den Kopf senkte und für einen Moment die Augen schloss. Sie gab sich dem hin was sie so oft tat, denn es beruhigte sie ungemein und sie mochte es einfach der Natur zu lauschen. Nein Akyla schlief nicht, nicht mal im Ansatz, ihre Ohren zuckten deutlich und drehten sich jedem Geräusch zu was sie erspähen konnten.
Es war das Gefühl von Frieden was sie überkam und was sie genoss. Eine Innere ruhe die sie selbst so oft ausstrahlte. Der Nieselregen verlieh diesen Tag für den ein oder anderen einen miesen Punkt, doch nicht für sie. Wasser bedeutete Leben, durch es gedeihen Pflanzen welche ihre Beutetiere zu sich nahmen, es gehörte somit in ihren Kreislauf, und das nicht nur über diesen Wege. Wasser bedeutete einfach Leben auch wenn es selbst ohne Wind so leblos wirkte. Leblos, und doch war nichts Leblos, selbst die Natur war im stetigen Wandel. Ob es so wohl auch in diesem Rudel war? Akyla öffnete wieder die Augen, ein solch großes Rudel, das es so einfach überleben konnte, gab es genug Nahrung für diese Anzahl an Jägern? Auch wunderte es sie das sich aus einem Rudel keine zwei gebildet hatten.

Doch all das war im Grunde genommen ohne Bedeutung, es lebte schließlich, also konnte es vielleicht auch überleben... wobei ihr dabei auch ein Spruch einviehl. >>Ich will nicht überleben, ich will leben<< So hieß er, im Grunde drehte es sich darum das man Leben wollte und nicht nur vor sich dahinvegetieren. Doch was war der große unterschied? Genoss man sein Leben oder nicht, doch doch, Akyla genoss ihr Leben für den Augenblick. Auch wenn sie sich zurück in ihre Heimat sehnte welche noch immer in ihren Herzen lag mit all jenen die sie geliebt hatte. Doch das leben war ein wandelnder Fluss, mit der stetigen Veränderung und so machte auch sie nun eine durch. Jeder machte nun einmal im laufe seines Lebens eine Veränderung durch. Sachte hob die Wölfin wieder den Kopf an und blickte auf die Bäume in der Ferne, sogar die Natur wandelte sich im laufe eines Tages. Das Leben stand nie still und selbst der Tod nicht.
Als ihre Augen nun den See in Betracht zogen sah sie Siam, welcher sich alleine beim See befand. Ein fades lächeln zog sich auf ihre Lefzen als sie sich nun erhob und elegant und langsam nun auf diesen Rüden zuschrit. Noch hatte sie nicht mit ihr gesprochen, also wollte sie nun die Zeit nutzen um dies nach zu hohlen, ein Stück mehr von diesem Rudel kennen lernen, eine weitere Seele verstehen. Ruhig wirkte ihre Bewegungen und sanft ihre Stimme.

“Hallo, Siam richtig? Dürfte ich dir Gesellschaft leisten?“

Fragte sie Freundlich, dem Rüden zu sagen das er so einsam Wirkte wollte sie nicht sagen. Musternd lagen ihre Augen auf den weißen Rüden welcher so viele Jahre jünger war als sie.

24.11.2011 19:55
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rising like a phoenix.*
it started out as a feeling
which then grew into a hope
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Kati H. - dawnthieves.de

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27.03.2011

Ihr Lächeln wurde ein Stückchen breiter, als sie seine Antwort vernahm und ein verständnisvolles Nicken zuwarf. Es war nicht nur so, dass zu den kühleren Jahreszeiten weder Sonne noch interessante Düfte dazu animierten, sich ein wenig umzusehen, sondern auch das Zwitschern der Vögel fehlte gewiss. Kein Geräusch, das einem sagte, dass man nicht allein auf der Welt war; dass dort noch andere Tiere waren, die man vielleicht etwas aus Spaß aufscheuchen konnte. Es war meist grau und farblos, kühl und noch nach nassem Laub, sodass man am liebsten direkt wieder die Nase im Fell vergraben und weiterdösen wollte. Der Nieselregen machte es auch nicht besser und in diesem Falle freute sich die Bunte sogar darauf, dass er endlich zu Schnee werden würde und somit doch wieder ein bisschen Abwechslung bieten würde. Schnee. Oben in den Bergen war er meist eine Gefahr gewesen. Dieses Jahr würde das erste Jahr werden, in dem sie den Winter in einem Tal verbrachte, fernab von ihrer eigentlichen Familie. Sie freute sich drauf. Sie holte Luft, um zu antworten, doch wie gerufen durchschnitt der karge, unfreundliche Ruf einer Krähe das Surren des Nieselregens und ließ Ash aufblicken. Die Silhouette des schwarzen Vogels bewegte sich krächzend über den See und die Fähe schnippte kurz mit den Ohren. Der Ruf des Vogels war genauso rau wie es das Wetter war. Vielleicht ein Grund, warum sich der Rest des gefiederten Volkes auf in eine schönere Umgebung machten und nur die Krähen und Raben zurückblieben. So kam sie schließlich vollkommen über ihre Antwort hinweg, nicht zuletzt, da Saiyán ihr zuvor kam. Sie nickte knapp, ehe sich ihr Blick wieder auf die Gruppe vor ihnen legte. Das Grinsen des Rüden schien auf sie übergegangen zu sein.

„Ja. Die letzten beiden Winter habe ich in den Bergen weit weg von hier verbracht. Ich kann es kaum erwarten.“ Sie wendete das Haupt wieder dem Schwarzen zu und neigte interessiert den Kopf. „Wirklich? Ich bin gespannt. In den Bergen war der Schnee mehr als Gefahr einzuschätzen, aber das weißt du sicherlich. Ich meine, als du mit Aiyán und deinem Onkel in den Bergen trainieren warst. Oder wart ihr nicht über den Winter dort?“

Sie lächelte. Sie interessierte sich noch immer sehr für den Trainingsausflug, den er einmal angeschnitten hatte. Ash erinnerte sich daran, dass auch ihre Brüder öfters mit ihrem Vater größere Streiftouren erledigt hatten, während sie mit den anderen Fähen des Rudels zurückgeblieben war. Der Aufbruch von zu Hause war – mit Ausnahme der kleineren Wanderungen an den Reviergrenzen entlang – die erste große Reise gewesen, die sie angetreten hatte. Sie musterte den schwarzen Requisten einen Augenblick, abschätzend, was er wohl gerade dachte, ehe sie seinen Blick auffing und fragend den Kopf neigte. Was hatte er denn für einen Grund, so dreinzusehen? Nur Müdigkeit? Na, die konnten sie doch sicherlich irgendwie vertreiben! Doch anscheinend hatte es einen anderen Grund, zumindest ließ der angefangene Satz darauf schließen, woraufhin sie aufmerksam die Ohren gestellt hatte. Doch wie sie ausgesehen hatte, erfuhr sie nicht, verengte darauf hin selbst spielerisch die Augen und zog ihm sachte am Fell. Die Frage danach, wie sie ausgesehen hatte, schenkte sie sich. Zum Schluss käme ohnehin nur so eine Antwort wie…. Na, wie für Saiyán eben typisch! Auch, wenn sie gestehen musste, dass der Anfang des Satzes mehr nach ernst geklungen hatte als nach irgendetwas Neckendem.

Es tat ihr Leid, dass Saiyán sich kein bisschen besser fühlte, nun, wo Kiba zurück war. So viele hatten Akara kritisiert, sodass nun doch all die ‚Probleme‘, die das Rudel mit ihr gehabt hatte, aus der Welt geschafft sein mussten. Musste man sich dann nicht auch besser fühlen? Doch sie spürte, dass sie dieses Thema besser nun beendete. Saiyán war kein Wolf, der über Gefühle sprach, das hatte sie bereits mitbekommen und so wäre jegliches Weiterdaraufeingehen sicherlich fehl am Platze. Doch eines interessierte sie wirklich.

„Sag mal.“, begann sie, den Kopf zögernd hin und her wendend. „Was ist eigentlich mit Yago? Ich meine – er war immer an Kibas Seite, hieß es, aber… Was ist wirklich seine Rolle? War er einfach nur da, oder gibt es von ihm auch Geschichten, wie es sie von deiner Mutter gibt?“

Im Gegensatz zu Kiba, hatte Ash mit ihm noch kein Wort gewechselt. Sie musste gestehen, dass er sie etwas einschüchterte, was nicht zuletzt an ihrer ohnehin ausgereiften… Vorsicht Rüden gegenüber liegen musste. Er wirkte für sie so unnahbar, so weit entfernt, dass sie jedes Mal den Mut verlor, wenn sie sich vornahm, mal ein paar Worte mit ihm zu wechseln, einfach, um ihn kennenzulernen. Doch je öfter sie es sich vornahm, desto schneller verlor sie auch immer wieder der Mut, sodass sie sich letztendlich gar nicht mehr nach einem Gespräch mit ihm sehnte – anders, als es bei Kiba gewesen war, wobei ihr Aiyán beigestanden hatte.

„Ja.“, kam es schließlich fröhlich von ihrer Seite auf seine Frage hin und ihr Blick wanderte wieder zu den anderen hinüber. „Es ist fast so, als wäre ich schon ewig bei euch. Ich bin angekommen, wenn du verstehst, was ich meine.“ - sie warf ihm einen kurzen Blick von der Seite her zu - „Auch, wenn ich noch lang‘ nicht behaupten kann, alle zu kennen. Aber das ist normal, denke ich, oder?“

Normal in einem Rudel voller Wanderer. Saiyán kannte sicherlich auch noch nicht alle. Besonders von der Gruppe nicht, die Kiba mit sich gebracht hatte, oder hatte Akara sie damals alle miteinander vertrieben? Gnaw. Sie wollte sich doch nicht mit der Vergangenheit beschäftigen! Also zurück zu dem anderen Anhaltspunkt, den sie eben noch gehabt hatte.

„Wo ist eigentlich dein Schatten? Hast du ihn abgehängt, weil du so schnell bist?“, scherzte sie in Gedanken an ihr damaliges Wettrennen. Damals war Aiyán auch nicht da gewesen, sah man sie sonst doch so oft zusammen.


komm mir nicht zu nah, sonst kann's gescheh'n
Einmal will ich hoch zur Sonne schweben und mich von mir selbst befreien
Einmal nur lass ich los, denn ich will fliegen wie der Phönix aus der Glut

dass wir beide lichterloh in flammen steh'n
24.11.2011 20:01
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