Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
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Tears of Destiny » Rollenspiel » 3. Sommer - 1925 » Rückkehr ohne Wiederkehr
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Autor

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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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367

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23.07.2005

(( So, meine Freunde. Hier ist nun endlich der neue Plot. Ich wiederhole allerdings noch mal, was ich schon im Talk sagte. Dieser Plot soll vorerst für alle außer der Bergtruppe, Andraki und Akara zweitrangig sein. Ihr dürft natürlich schreiben, es ist aber erwünscht, dass ihr dem alten Plot und den Kammern momentan noch mehr Aufmerksamkeit zukommen lasst. Die sind meiner Meinung nach auch noch interessanter. Augenzwinkern

Kiba, Farai, Kain und Naìm sind in den Bergen,
Andraki und Yago bei der Friedensallee,
Akara auf dem Weg dort hin.

Das ganze restliche Rudel ist beim Waldsee versammelt. ))

Vier Wochen sind ins Land gezogen, seit das Rudel die Kammern besucht hat. Es ereigneten sich keine weiteren Vorfälle mehr, wie die Schreie, oder die Sache mit den umgeknickten Bäumen. Einzig die Stille im Tal hätte man als seltsam bezeichnen können. Der Gesang der Vögel scheint manchmal merkwürdig verhalten und leise. Das Wild hingegen zeigt sich schreckhafter als sonst, wodurch die letzten Jagden etwas beschwerlicher waren. Der Sommer hat zudem schnell Einzug gehalten. In den letzten Wochen hat es nur sehr wenig und schwach geregnet, die Temperaturen sind fast ein wenig zu hoch für das sonst so mäßige Klima in Diëmnar.
Beim Rudel selbst hat sich nach außen hin nicht viel getan. Bisher ist noch keiner der Neulinge wieder abgewandert. Akara verhält sich ihnen gegenüber sehr zurückhaltend, auf der einen Seite noch bemüht, wenn man auf sie zukommt, auf Anderer aber doch gleichgültig. Ein erfreuliches Ereignis hat es dennoch mit Teyrms Rückkehr gegeben, der junge Rüde weilt nach 2-monatiger Reise nun wieder bei den Tears of Destiny, die für ihn immer noch seine Familie sind.

In den Bergen veranlasste ein unglücklicher Zwischenfall, dass die kleine Truppe aus Wölfen dort immer noch zu Fünft ist. Kain zog sich durch die Rettungsaktion nach der Steinlawine eine mittelschwere Blutvergiftung zu, die seine Weiterreise bisher verhinderte. Der von Fieber geplagte Wolf wurde seit dem von Kiba, Yago, Farai und Naìm – der entschied dort zu bleiben, um zu helfen – so gut es ging umsorgt und ist nach vier Wochen wieder halbwegs gesund, aber noch recht schwach.

Am heutigen Morgen wird das Rudel im Tal feststellen, dass weder Andraki, noch Akara in der Nähe sind. Das die zwei ranghöchsten Fähen öfter auf Streifzüge gehen ist bekannt, dass aber beide gleichzeitig weg sind, ist doch etwas ungewöhnlich.
Andraki ist gerade in der Friedensallee angekommen, nachdem sie aus Vorsicht vor zwei Wochen nicht dort erschienen war.

Es sind 29 Tage seit Geröll der Berge II vergangen und 27 seit Stiller Frühsommer.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
19.06.2011 19:20
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_ SPHINX _
Carved in Stone I want to be
To endure my Destiny
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Monty Sloan - wolfpark.org

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Fähe

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84 cm

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180

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10.01.2009

Ihr Herz pochte schnell in ihrer Brust. Aufregung. Angst. Sehnsucht. Die Gefühle schienen sich wie Schlangen durch ihre Brust zu winden und ihr die Luft abschnüren zu wollen. Mit einem Ruck hielt sie inne und wandte sich auf dem Absatz um - aber ihre Augen fanden keinen Verfolger hinter sich. Keine Spur eines anderen Wolfes. Keine Fährte, die die ab und an aufkommende Brise zu ihr getragen hätte.
Da war niemand.
Andraki musterte prüfend die Umgebung, dann wandte sie sich zögerlich wieder nach vorn und setzte ihren Weg fort, jetzt unwillkürlich etwas schneller als zuvor. Da war kein Verfolger, sie konnte sich beruhigen. Ihr Herz war jedoch anderer Meinung und wollte einfach nicht im normalem Rhythmus schlagen. Zum wohl hundertsten Male glitten ihre Gedanken zu Akara, ihrer Alpha und Freundin. Sie hatte sich verändert, war reservierter geworden. Sie sprach kaum noch, vieles musste die Zimtfarbene ihr aus den Augen ablesen, was nicht immer einfach war. Andraki wusste immer weniger, was in ihrem Kopf vorging, und das verunsicherte sie.
Ein Geräusch ließ sie erneut herum zucken. Sie konnte nicht sagen, was sie da gehört hatt, nur, dass da etwas gewesen war. Ein Wolf? Fremder oder Rudelmitglied? Gar Akara?! Nein, Akara würde das Rudel nicht ohne Fürung zurück lassen. Bestimmt nicht. Aber sie wusste, genau diese Vorstellung war es, die ihr Herz so schmerzhaft schnell pochen ließ: die Angst, Akara könnte doch misstrauisch werden und ihr folgen. Heute. Jetzt. Sie hatte das letzte anberaumte Treffen mit Yago nicht umsonst ausfallen lassen, Akaras immer offensichtlichere Veränderung hatte das Risiko ins fast untragbare steigen lassen. Und sie wusste, sie sollte jetzt nicht hier sein, diesen Weg nicht gehen. Das Risiko war im Vergleich zu vor zwei Wochen nicht gesunken...
Aber sie musste einfach. Das Verlangen ihn zu sehen war einfach zu groß. Es hätte diese Treffen niemals geben dürfen, dann wäre sie sicherlich längst über sein Fortgehen hinweg. Aber so...
Andraki Ohren flippten, dann setzte sie sich wieder in Bewegung. Es würde alles gut gehen. Sogar der 'Ausflug' zu den Spiegelhöhlen war geglückt. Sie würde glücklich sein und anschließend wieder ein schlechtes Gewissen haben, aber sie würde auch genug Kraft gesammelt haben, um alles Weitere durchzustehen. Sie würde Akara zur Seite stehen und den Groll des Rudel und der neuen ertragen, nach Möglichkeit sogar für Akara abfangen. Und dann würde sie wieder hier entlang laufen um Yago zu treffen, wider besseren Wissens...
Die Zimtfarbene trat ins Freie und brachte die letzten hundert Wolfslängen schnell hinter sich. Rutenwedelnd drehte sie ihre Runde und konnte fühlen, wie endlich wieder ein Lächeln auf ihre Lefzen trat, als sie Yagos schwarze Gestalt am Hang erscheinen sah...

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
19.06.2011 21:56
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¯_ Herbstkind _¯
I’m one of God’s mistakes
(¯`.¸¸. Brudermörder .¸¸.´¯)
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5 Jahre ∞

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98 cm

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150

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29.08.2006

Yagos Nase hatte Andraki längst wahrgenommen, hatte ihren vertrauten und heute doch von Schlieren neuer Nervosität durchzogenen Geruch näher kommen lassen und brauchte die Augen nicht zu öffnen, um zu wissen, wann sie an ihrem Signalplatz stehen würde. Ihr letztes Treffen hatte die Zimtfarbene erneut ausfallen lassen und heute schien ihre Angst jedes vorherige Maß überstiegen zu haben. Was war in diesen vier Wochen geschehen, dass Andraki nun ihre Nervosität wie ein Leuchtfeuer vor sich her trug? Und ließ sie das lediglich bei ihm zu oder hatte auch jedes andere Rudelmitglied, insbesondere Akara, die Möglichkeit Andrakis Verrat in der Luft zu schmecken? Nun schlug der Schwarze doch schon die Augen auf, obgleich die Zimtfarbene noch nicht vor die Friedensallee getreten war. Er richtete sich halb auf und sog die warme Sommerluft tief ein. Außer dem heute beinahe unangenehm stechenden Geruch Andrakis trug der Wind keinen anderen Wolfsduft herbei. Allerdings hatten sie Westwind, all zu früh würden sie keinen Verfolger bemerken. Vermutlich sogar erst viel zu spät. Yago ließ sie von Andrakis Nervosität nicht anstecken, doch sie sorgte ihn und seine Aufmerksamkeit wuchs. Er wusste zu wenig von den Verhältnissen im Rudel, um die Zimtfarbene verstehen zu können, doch er vermutete, dass Druck und Schärfe des Regiments immer stärker wurden. Macht war eine bittersüße Droge und wenn man einmal von ihr abhängig wurde, brauchte man mehr und mehr. Wo in diesem Spiel befand sich Akara? Eine Frage, die vermutlich nicht einmal Andraki beantworten konnte. Oder vielleicht gerade sie nicht?
Andraki trat aus der Friedensallee und begann rutewedelnd ihre Kreise zu ziehen – dieses Mal lachte Yago nicht darüber, weder innerlich noch äußerlich. Zügig und doch nicht eilig wirkend lief er den Hang hinab, entdeckte das aufkommende Lächeln der Zimtfarbenen und verpasste doch den Moment, in dem er es hätte erwidern können. Ein Rutenschwenk war die Begrüßung, dann bahnte sich seine Sorge den Weg aus ihm heraus.

“Andraki, was ist passiert?“

20.06.2011 10:20
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Buntschatten
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Kati H. - dawnthieves.de

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04.09.2008

Schicksal streifte Zufall, ganz beiläufig und unscheinbar. Ein Tag wie jeder Andere. Akara war irgendwann zu einem Streifzug aufgebrochen, musste so dringend Abstand zwischen sich und die anderen Wölfe bringen, dass sie nahezu fluchtartig davon gelaufen war. Sie ließ eine klare Anweisung zurück, dass das Rudel beisammen bleiben sollte. Die Verantwortung blieb bei Leikuna, Cílyn und Jeanne. Andraki war wie sie auf einem Streifzug unterwegs, wie so oft. Die Leitwölfin dachte sich nichts dabei. Warum auch? Wenn sie einer Wölfin in diesem Rudel vertraute, dann ihrer Beta. Mit ihr wäre das Leben halbwegs erträglich gewesen, wenn sich Akara nicht mit der zunehmenden Sorge um das Rudel hätte herumschlagen müssen. Eine neue Leitung musste her, doch was sollte aus Siam werden?
Akaras Herz zog sich zusammen. In ihrer stillen Verzweiflung war sie völlig allein. Die Pflicht, die Wölfe hier zu beschützen und vor jeglichem Schaden zu bewahren, lastete schwer auf ihren Schultern. Sie hatte längst erkannt, dass sie in ihrer Aufgabe bereits versagt hatte, aufgeben konnte sie nicht. Vielleicht musste sie Andraki doch bitten, das Rudel zu leiten, zumindest vorläufig. Sie war so manches Mal nur wenige Atemzüge davon entfernt gewesen, es auszusprechen, ihr alles zu sagen und zu gehen. Ihr Versprechen ihrem kleinen Ziehsohn gegenüber gebrochen zu haben, würde sie bis ans Ende ihrer Tage verfolgen und zermürben, aber es wäre das Beste für alle.
Resignierend folgte sie einer vertraut fremden Spur, die sich zu jeder Zeit mehr erahnen ließ, als dass sie wirklich da war. Je hartnäckiger sie ihr folgte, desto wahrscheinlicher fand sie es selbst, dass sie einfach nur dahin lief, ohne Ziel. Was es auch war, es brachte sie zu ihr. Zu ihr und ihm.
Akara blieb stehen, als sie einen schwarzen Wolf ausmachen konnte. Sie hatte sich in den Felsen bewegt, in den Bergen. Für den Augenblick war sie verborgen. Eine Weile lag kein Erkennen in ihrem Blick. Ein Wanderer, der sich nicht angekündigt hatte, ein Feind, der sich an das Rudel heranschlich. Irgendetwas in seiner plötzlichen Bewegung ließ sie die Augen weiten. Yago. Ihr ehemaliger Leitrüde. Akara wusste, dass er nie einen solchen Rang inne gehabt hatte, aber für sie hatte er diese Position gehabt. Immer. Er war mit Kiba gegangen, obgleich sie ihn hier gut hätte gebrauchen können. Natürlich konnte sie die Beweggründe nachvollziehen. Ein starker Rüde in der Führungsspitze wäre sicher gut für die Gemeinschaft gewesen. Sie schüttelte den Kopf. Was fiel ihm ein? Er hätte eine Gottheit sein können und dennoch gab ihm nichts in dieser Welt das Recht, hier herumzuschleichen! Sie wollte gerade zu ihm aufschließen, als weiter vor ihm eine Gestalt auftauchte. Andraki! Wie? Hatte sie den Eindringling schon erspäht? Wie? Der Wind trug ihr beide Gerüche zu. Wie sollte ihre Beta ihn da bemerkt haben?
Stille umschloss sie, während sie Schritt für Schritt näher trat, lautlos und unsichtbar zwischen den Felsen und kleinen Büschen. Sie beobachtete die Szenerie, suchte aber nicht lange nach Drohung und Zorn. Diese beiden Wölfe begegneten sich, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt. Freundlich, sogar verabredet wirkte es! Sie erkannte ihre Freundin kaum wieder. Was ging hier vor? Akara merkte, wie jeder Gedanke, den sie faste, plötzlich wieder abbrach und in eine andere Richtung auswich, als fürchte sie sich, zu welchen Erkenntnissen sie kommen würde. Wie war das möglich? Kein Ruf, keine Ankündigung! Unwillig schüttelte die Leitwölfin den Kopf, inzwischen stehen geblieben und in den Felsen verharrend. Andraki musste gewusst haben, ihn zu treffen. Keinerlei Überraschung ließ sich aus ihrer Körpersprache ablesen. Wenn sie aber hier her kam, erwartend, Yago zu treffen, was bedeutete das? Wozu? Gab es überhaupt einen höheren Sinn dahinter? Wie war es dazu gekommen? Es konnte nicht das erste Mal sein. Yago musste bereits einmal hier gewesen sein. Oder mehrmals? Unbemerkt von allen. Oder nur von ihr? Komplott? Verrat? Aber wieso? Zugegeben, es konnte niemand wissen, dass sie im Begriff war, ihren Rang aufzugeben, aber was sollte das? Und wo war Kiba? Yago war doch nicht mit ihr fort gegangen, um sie dann zu verlassen?
Akara schluckte, setzte sich, duckte sich tief. Ein Fels nahm ihr die Sicht auf die Friedensallee. Sie klappte ihre Ohren zurück. Wenn es so einfach war, für Andraki und Yago, sich zu treffen, wer konnte dann überhaupt noch die Sicherheit von irgendjemandem garantieren? Siam!, schoss es ihr durch den Kopf und sie wollte zurück zum Rudel laufen, gegen Windmühlenfeinde kämpfen. Doch wie hätte sie sich begründen sollen? Der Verrat war in den Reihen ihres Rudels geboren worden. Jeanne würde nicht zulassen, dass dem Jungrüden etwas zustieß. Oder wusste sie gar davon? Sie musste doch eigentlich Kiba loyaler gegenüber sein, als ihr. Natürlich. In dieser Welt war das so. Vor ihr begann alles ins Wanken zu geraten. Sie wusste plötzlich nicht mehr, was sie glauben sollte. Worauf sollte sie vertrauen? Sie erhob sich langsam, unendlich langsam.
Dann lief sie, Pfote um Pfote voreinander setzend, bis sie irgendwann wieder auf seine Spur traf. Yagos Fährte. Sie folgte dieser, ohne Eile, ohne Gefühl und eine Weile sogar völlig gedankenleer. Erst langsam tröpfelte der Verrat gänzlich in ihr Bewusstsein, setzte sich fest, wie eine gierige Mücke, die Blut geleckt hatte, nur um im nächsten Augenblick festzustellen, dass eine andere Stelle besser schmecken könnte. Der Verrat hakte sich in ihr ein, löste sich wieder unter Zumischung von Gleichgültigkeit, um dann, der Mücke gleich, zurückzukehren, kaum dass sie verscheucht worden war. Es mussten mehrere Blutsauger sein, denn irgendwann gab Akara jegliche Gegenwehr auf und ließ sich schicksalsgefügig aufsaugen. Im Zustand zunehmender Leere verfolgte sie die Spur, die sie zu einer Vermutung leiten sollte. Einer beinahen Gewissheit, deren Wahrheit die Leitwölfin erst annehmen würde, wenn sie sie mit eigenen Augen erfasst hatte. Segen und Fluch.
Um sich abzulenken, versuchte sie an den Tag zurück zu denken, als sie den Pass durchquert hatte und in den Reihen des ansässigen Rudels ein neues Leben beginnen wollte. Sie suchte nach der Zuversicht und Hoffnung, die damals in ihr gewesen sein mussten und fand nichts, dass auch nur im Entferntesten an diese Gefühle erinnerte. Sie suchte nach Stolz und Stärke, zwischen all den Selbstzweifeln, haltloser Schuld und völliger Verzweiflung über das eigene Versagen. Sie war sich bis zu diesem Augenblick nicht einmal bewusst gewesen, wie groß ihre Lebensniederlage war und wie lange deren Anfang schon zurück lag.
Sie begann, als sie ihr Rudel an die Schatten verlor und statt ihrem Willen, ihrer Vernunft gehorchte. Diese begründete sich auf Regeln, die tiefer in ihr verankert waren, als alles andere. Die Flucht ins Leben war der erste, schwere Fehler, in einer Kette tausender, kleiner Unverzeihlichkeiten. Sie hatte an ihre Familie gedacht und in deren Interesse gehandelt, ohne dabei die Konsequenzen abzusehen, die ihr Handeln für sie selbst mit sich bringen würde. Sie hatte sich nicht gerettet, sie hatte den Grundstein ihrer vollständigen Vernichtung gelegt. Neugeboren in eine ihr völlig fremde Welt, von der sie nur aus Erzählungen wusste, aber nie wirklich an sie geglaubt hatte, versuchte sie auf Gesetze zu vertrauen, die wie Stimmen aus dem Jenseits zu ihr drangen. Das Leben endet nicht, ehe es vorbei ist, klang es in ihr nach. So war sie zu neuen Ufern aufgebrochen, in dem festen Glauben, eine Zukunft zu haben. Diese endete, unmöglich vorhersehbar, aber zweifellos gegenwärtig bekannt, als sie sich einem normalsterblichen Rudel anschloss. All das Streben ihres Clans endete mit ihr, mit ihrem Fall, wie sie glaubte, ohne zu wissen, dass ihre Geburt bereits mit dem Ende einherging. In dieser unbekannten, irdischen Weite wollte sie ihr Bemühen aufgeben und nicht länger um Perfektion eifern. Sie wollte sich anpassen, ohne zu merken, dass sie sich damit selbst aufgab. Für eine Wölfin ihrer Art, gab es nirgendwo mehr einen Platz.
Nie war ihr das Revier leerer erschienen, als bei diesem Streifzug, der sie an seinen Grenzen entlang trug. Dafür gab es eine einleuchtende und einfache Erklärung: Seit sie diesem Rudel angehörte, waren mehr als doppelt so viele Wölfe gegangen, als ihm angehörten. Und seit sie es leitete, waren noch weniger übrig. Es war merkwürdig, dass bei dieser Rechnung überhaupt noch ein Wolf geblieben war. Sie. Augenblicklich. Allein - nein, nicht allein, sie musste sich korrigieren, -einsam. Geliebt von einem der Jungwölfe, abgelehnt von den fünf, jetzt wieder sechs, Restlichen. Unterstützt von vier Wölfinnen, von denen sie ausgerechnet die verriet, der sie am meisten vertraut hatte. Mehr Rudelmitglieder waren da nicht mehr. Neulinge, ja. Fremde Gesichter, die in größerer Zahl gehen würden, als sie da waren. Doch was konnte sie schon erahnen? Vielleicht wusste das halbe Rudel um die vor ihr liegende Wahrheit, der sie sich Schritt für Schritt näherte. Um sich selbst endgültig als gescheitert zu betrachten.
Nach dem sie ihren Seelentod mit der Einkehr in dieses Tal besiegelt hatte, fügte sie sich. Akara passte sich an, an eine Welt, in die sie nicht gehörte. Dadurch hatte sie nicht nur sich selbst verloren, sondern sich noch dazu mit schlimmer Schuld beladen. Senedd war das Opfer und sein Tod das Resultat ihres mangelnden Durchsetzungsvermögens und ihrer Selbstaufgabe. Ein weiterer, verheerender Fehler, den sie begannen hatte, seit ihre Familie ermordet wurde, aber nicht ihr letzter. Als fände sie besonderes Vergnügen daran, etwas falsch anzugehen, ließ sie schließlich ihrer Wut freien Lauf und hinterging ihre Leitwölfin, die Mitschuld an diesem schrecklichen Mord trug. Sich ihr zu Stellen und sie ihres Ranges zu berauben war für Akara einfacher, als selbst zur Leitfähe aufzusteigen. Sie nahm diese Verantwortung jedoch auf sich, daran festhaltend, dass sie es schlimmer nicht machen konnte. Irrglaube, wie sich bald herausstellte. Sie hätte in ihrer sauber geordneten Welt vielleicht eine Chance gehabt, nicht aber im konfusen Chaos, in das sie gefallen war. Bald fühlte sie sich, wie eine Außerirdische, merkend, dass sie nichts richtig machen konnte und von niemandem verstanden wurde. Sie fühlte sich hineingezwungen, in die Aufnahmebereitschaft von Fremden, ertrug den Wechsel der Gesichter aber längst nicht mehr. Es gab keine Einheit, keinen Halt, keine Gemeinschaft in dem Rudel, dass sie führte. Und sie zerbrach. Langsam, aber unwiderruflich. Beginnend, im Gezänk mit den Jungtieren, denen gegenüber sie nicht streng sein konnte, wie sie es hätte sein müssen, aus Gründen mütterlicher Gefühle, fortgehend über schiefe Blicke, unausgesprochene Gedanken, Getuschel hinter ihrem Rücken und dem Mangel an Pflichtbewusstsein und Regelkenntnis der gesamten Wolfheit. Sie befand sich taumelnd im Fall, während sie sich gewahr wurde, dass sie langsam den Verstand verlor. Und diese Tatsache war es, die ihr letztlich in jeglicher Hinsicht das Genick brach. Zu wissen, dass ihr Verstand sie immer häufiger betrog. Als hätte ihr Leben sie nicht schon allem beraubt, dass ihr wichtig war, nein, es nahm ihr etwas, dass ihr jenseits von Beziehungen zu anderen Wölfen mehr als alles bedeutete: Ihren klaren, messerscharfen Verstand, der nach Weisheit strebte. Der Wahnsinn nahm ihr den letzten Rest ihrer Persönlichkeit, der noch geblieben war. Zurück blieb Chaos und Leere zugleich. Um die letzten Fetzen und Trümmer kämpfte sie noch, längst auf verlorenem Posten, wie sie wusste, aber nun mit einer neuen, bitteren Hoffnung. Segen und Fluch. Nicht für sich, sondern für die Wölfe, die sie ab diesem Tage nicht mehr leiten würde. Für sie war es zu spät. Augenblicklich hatte sie das Gefühl, das sie Wahrheit und Lüge nie wieder würde voneinander trennen können. Egal in welches Gesicht sie in Zukunft sehen würde, sie würde jeder Geste und jedem Wort den puren Verrat zuschreiben.
Kiba. Sie musste hier sein. Irgendwo. Und Yagos Fährte musste sie zu ihr führen. Akara rannte, wurde dabei immer schneller.

20.06.2011 11:55
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I choose to believe
In the face of my doubts
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.07.2006

Ende August. Beinahe murrend wurde dem Jährling klar, dass es bald schon wieder Herbst war und dann in nicht einmal allzu geraumer Zeit, wieder Winter. Er mochte den Winter nicht. Er konnte nicht genau sagen, woran es lag, hatte er doch gerade einmal einen davon erlebt und doch wusste Teyrm mit gewisser Bestimmtheit zu sagen, dass er den Sommer eindeutig dem Winter vor zog. Auch wenn dieser Gedanken allein schon vollkommen untauglich und sinnlos erschien. Es gab doch... nun wirklich Mal genügend andere Dinge, mit denen man sich irgendwie beschäftigen konnte anstatt über die Jahreszeit nach zu philosophieren, dass Problem dabei war nur, dass ihm gerade keine anderen einfielen. Und aufstehen und zu einem der Rudelmitglieder oder gar zu Tobs zu traben und ihn nach einer besseren Beschäftigung zu fragen, ne... darauf hatte er gerade keine Lust. Stattdessen robbte der aschenschwarze Wolf einfach nur einige Zentimeter vor und versenkte somit Pfoten und Vorderläufe sowie das lange Brustfell einfach Mal im seichten Wasser des Waldsees. Hier zwischen den Bäumen im Wald, war zumindest die Temperatur ein wenig angenehmer und stach nicht so auf Dunkles Fell, wie in offenem Gelände. Tatsächlich erschien ihm die Temperatur für einen solchen Augusttag angenehm entspannend. Wahrscheinlich machte ihn dieser Umstand auch so träge. Brillanter Gedanke, wirklich, brillant. Gähnend ließ der Rüde seinen Kopf auf die Pfoten sinken und versenkte somit auch seine Schnauze im kühlen Nass. Auch wenn man es selten sah, so war Teyrm tatsächlich einmal nachdenklich. Seit seiner Wiederkehr war nunmehr nicht viel Zeit vergangen und trotzdem hatte er seine Mutter seither nicht einmal gesehen. Er wusste nicht, ob seine Mutter überhaupt noch beim Rudel verweilte oder ob sie ihn einfach nicht sehen wollte oder es vielleicht auch gar nicht gemerkt hatte. Der Äscherne hatte es aber wenn er ehrlich zu sich selber war, nicht einmal versucht, sie zu finden. Immerhin hatte er es oft genug versucht, nicht wahr? Und immerhin war se es gewesen, die ihn, IHN, ihren leiblichen Sohn, wegen Senedd im Stich gelassen hatte. Das Problem dabei war nicht, dass er irgendwie eifersüchtig gewesen wäre, das Problem war ganz einfach, dass er sich damit abgefunden hatte. Er war alt genug um auf sich selbst aufzupassen und irgendwie klar zu kommen. Nein, wenn seine Mutter seine Hilfe und Nähe doch noch einmal haben wollte – und die konnte sie jederzeit bekommen – würde sie nun doch zu ihm kommen müssen.

Oh, diese Gedanken waren so nervig. Um sich selber abzukühlen und auf andere Gedanken zu kommen, richtete sich der junge Wolf schließlich auf und ließ sich mit einem leichten Sprung ganz ins Wasser fallen. Glitzernd stoben die Perlen um seinen schmalen Körper auf und schäumend trat das Wasser über die seichten Ufer des Waldsees benetzten dort vielleicht die Pfoten und Pelze der Anderen, der Äscherne konnte es nicht erkennen. Prustend hob er den Kopf aus dem Wasser ob schüttelte diesen ausgiebig.


[Im Wasser des Waldsees | Gern Anplaybar]

If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
20.06.2011 15:24
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Kenayo

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Kenayo wurde gesund. Nicht, dass er irgendwelche Verletzungen hätte. Seine Genesung bezog sich nicht auf physische Schmerzen oder Wunden sondern auf die Psychischen. Nun waren es schon wieder viele Monde her, dass er durch die Bergkette hindurch zu diesem Rudel gelangt ist. Es war beinahe das beste, was ihm in seinem Leben passiert ist. Es stand in den Sternen, wie viele Monde, oder vielleicht auch nur wie viele Tage er es noch alleine durchgestanden hätte. Nun war dies aber nicht mehr nötig. Jetzt war er zum Glück wieder unter Artgenossen, einzig nicht perfekt war, dass er Neuer war. Somit musste sich Kenayo damit zufrieden geben, dass die anderem ihn nicht so vertrauten, wie er es gewohnt war. Wie gerne würde der Schwarze wieder für seine Freunde verantwortlich sein. Für sie das Schöne, das Friedliche suchen. Doch hier gab es schon eine besetzte Spitze des Rudels. Kenayo hatte es in der letzten Zeit, die er mit diesem Rudel zusammen war geschafft, sich daran zu gewöhnen und nicht immerzu Akara zu provozieren. Dennoch musste man kein Hellseher sein, um seine Ansprüche zu entdecken, sie versteckten sich in so manch einer Bewegung von ihm und doch entsprach es nicht Kenayo diese zu aggressiv zu vertreten. Er zeigte mehr oder weniger offen seine Ziele und überließ es den Anderen ihm das Vertrauen zu schenken, auf dem er es gewohnt war, seine Macht zu stützen. Gleich zu Beginn hatte er gelernt, dass seine Ansprüche in Anwesenheit der Alphafähe nicht so deutlich sein sollten, dennoch könnte ihr sein Verhalten nicht entgangen sein, auch wenn sie häufig so passiv wirkte, dass man meinen könnte, dass ihr eigenes Rudel nicht mehr ihre volle Aufmerksamkeit genoss und erst recht nicht die Neuen, zu denen er gehörte.
Doch da war auch noch was anderes. Da waren diese Kammern hinter der Rudelhöhle, zu denen die Fähe sie alle geführt hatte. Das Bild, welches der Rüde dort gesehen hatte, ist ihm durch Mark und Bein gegangen. Es kam soweit, dass er schon an so manchen Tagen, die jetzt hinter ihm lag, daran gezweifelt hatte, ob er je wieder Alpha werden sollte. Was war, wenn er dann so wurde, wie er nie sein wollte? Sollte er sich auf ewig unter ordnen? Doch auch das entsprach nicht seinem Charakter. Das Bild konnte, durfte nicht Realität werden. Er würde dies verhindern, die Zukunft wird davon geprägt sein, dass er allen hilft und für sie da ist. Genau dafür hatte er in den letzten Tagen den Grundstein gelegt. Er hatte mit so manch einem Wolf des Rudels gesprochen und so manches erfahren und so manchen kennen gelernt.
An dem heutigen Tag war das gesamte Rudel an einem Waldsee. Halt nein, dies stimmte nicht, denn sowohl die Alphafähe als auch Andraki waren unterwegs. Es war eigentlich nichts besonderes, dass diese auf Streifzüge gingen, doch an diesem Tag war das Rudel ohne sie. So verhielt sich auch Kenayo ein wenig gewandelt. Er ist durch die Abwesenheit der ranghohen Fähen selber ein wenig dominanter geworden. Er zeigte sich selber, seine Natur, ohne sich zu verstecken. Kenayo saß beim Rudel, doch er wollte lieber etwas tun und so stand er auf. Er ging nun auf den Waldsee zu, warum wusste er auch nicht. Leicht überrascht stellte er fest, dass schon ein Wolf dort war. Es handelte sich um Teyrm, wie er wusste. Ein wenig Gesellschaft war immer gut und so ging er auf den Aschfarbenen zu. Gleichzeitig reifte in ihm ein Plan heran und so schlich er, sodass der Jungwolf ihn wahrscheinlich nicht mitbekam. Es war unwahrscheinlich, dass er ihn bemerken würde, war dieser doch fast vollständig im Wasser. Bei einem Erwachsenen würde er es wahrscheinlich machen, doch Kenayo hatte mal wieder Lust auf ein wenig Spielen und Raufen und als er beinahe das Wasser erreicht hatte, sprang er mit einem mächtigen Satz ab. Der Schwarze katapultierte sich zu dem anderem im Wasser und machte sich auf eine Rauferei bereit. Gleichzeitig mit seiner Landung fiepte er auch leicht. Er wollte nicht, dass Teyrm dachte, dass er auf einen ernsten Kampf, oder gar auf einen bösartigen Hinterhalt aus war. Er war auf Spaß aus und das zeigten auch seine Berührungen. Kenayo war zwar bestimmt, doch keinesfalls aggressiv oder bösartig.

20.06.2011 15:59
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10.01.2009

(Sry dass ich die Spiegelkammer vorgreifen muss, könnte für Yago ja aber auch durchaus wichtig sein, vielleicht. Und hab am Ende mal leicht seine Reaktion vorgegriffen, wie wir es mal besprochen hatten)


Sie hatte sich ein Lächeln als Begrüßung gewünscht, aber Yago war Yago und sein Lächeln selten. Der Rutenschlenker mochte von Freude künden, aber sein Mimik blieb neutral und wachsam wie immer. Da war es fast schon überraschend so viel Sorge in seiner Stimme zu hören, aber im Grunde hatte er auch allen Grund dazu gehabt sich zu sorgen, oder? Angesichts ihrer Panik vor den Kristallhöhlen bei ihrem letzten Treffen, der Gewissheit, dass sie Spiegel sie verraten würden - nur etwas anders als gedacht - und der Tatsache, dass sie ihn danach nicht hatten wissen lassen können, wie es ihr anschließend dort in Akaras Gegenwart ergangen war, war seine Sorge sogar angebracht. Aber galt diese Sorge in erster Linie Kibas Sicherheit, oder ihr? Die Zimtfarbene wünschte sich so sehr Letzteres.

"Nichts. Noch nicht, zumindest",

begann sie und ihr Lächeln verblasste. Wo sollte sie beginnen? Was sollte sie ihm erzählen?

Alles.

"Akara... verändert sich immer mehr. Sie verschließt sich, ist distanziert und unternimmt immer öfter eigene Kontrollläufe. Ich habe keine Ahnung, ob sie einen Verdacht gegen mich hegt oder etwas anderes der Grund ist - ich kann nicht mehr in ihr lesen, ihren Gedankengängen nicht mehr folgen. Und dann sieht sie mich manchmal so völlig unergründlich an und ich habe das Gefühl... ich weiß auch nicht. Vielleicht interpretiere ich da auch zuviel hinein vor Sorge, sie könnte uns auf die Schliche kommen."


Andraki hielt inne, schluckte. Sie hatte selbst gemerkt, wie ihre Stimme sich langsam höher zu schrauben begann und brach nun ab, um nicht hysterisch zu klingen. Sie wollte sich diese Blöße nicht geben. Es reichte, dass sie beim letzten Mal schon so aufgelöst gewesen war, dass sie um ihr Ansehen bei Yago fürchtete. Plötzlich traten ihr die Bilder der ersten Spiegelkammer wieder vor Augen - Bilder, die sie in der Tat verraten hätten, aber die doch etwas noch Schrecklicheres für sie bereit gehalten hatten als die bloße Entdeckung der Treffen durch Akara. Yago, wie er sie von sich wies. Wie er sie beschimpfte, sie eine falsche Schlange nannte, die ihre beste Freundin und Alpha verriet. Die keinen Anstand kannte, keine Ehre. Eine Lügnerin, eine Rabenwölfin. Yago, wie er sie zähnebleckend von sich jagte. Sie hatte vor den Bildern fliehen müssen und angesichts der Erkenntnis gezittert, dass Yago, der echte Yago, all das mitangesehen hatte. Sie hatte ihm nicht erklären wollen, warum das ihre größte Angst, sie hatte es auch gar nicht gekonnt, obgleich sie es verstanden hatte. Aber die Bilder hatten sie so gelähmt, dass sie eine ganze Weile kein Wort mehr heraus bekommen hatte...
Jetzt streiften ihre Augen die Seinen und suchten darin nach den Vorwürfel des Spiegelyagos. Immer wieder hatte sie sich gesagt, dass er sich gar nicht auf diese Treffen eingelassen hätte, wäre seine Meinung über sie tatsächlich so... schrecklich. Auch in diesem Augenblick versuchte sie sich damit zu beruhigen. Es fiel ihr nicht leicht.

"Versteh mich nicht falsch, sie bemüht sich immernoch sehr um das Rudel und dessen Schutz",

fuhr sie schließlich fort und unterstrich ihre ersten Worte mit einem kurzen Kopfschütteln.

"Aber manchmal scheint es so, als ob-"

Andraki stockte abrupt, als ihre Augen zu Yago zurück kehren wollten und neben seinem Gesicht im Hintergund etwas entdeckten, dass ihr Herz für einen Moment aussetzen ließ. Einen Lidschlag lang verengten sich ihre Augen etwas, fokussierten - und weiteten sich dann vor entsetzen.

"Nein...",

klang es flehentlich flüsternd von ihr, mehr vermochte ihr Stimme nicht her zu geben.

"Nein..."

Erst Yagos Bewegung riss sie aus ihrer Starre und ließ sie ihm folgen, eher eine unterbewusste Reaktion, arbeitete ihr Verstand doch schon an den schrecklichen Konsequenzen, die nun folgen mussten.

Ich bereue nichts
Sagt die Liebe mir
Bin die Sehnsucht, bin das Leid
Bin die große Einsamkeit
Doch ich bringe auch das Glück

Ohne mich, was wär?
Ohne mich, was wär?
20.06.2011 18:14
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Dem aschfarbenen Jungwolf war wohl aufgefallen, dass sowohl Akara als auch ihre treue Betafähe Andraki an diesem Tage beide nicht bei ihrem Rudel waren. Vielleicht war es auch gerade dieser Umstand, die den Rüden offener und freier handeln ließen. Er war der Leitwölfin bei seiner Rückkehr zwar neutral und respektvoll entgegen getreten, aber sein geist hatte sich unmöglich auf Annehmung einstellen können. Zu sehr sah er in dieser Fähe noch einen Verräter, die ihr einen wichtigen Bestandteil seiner Familie entrissen hatte und ihn beinah komatös und hilflos hatte dastehen lassen. Es gab nichts schlimmeres, als diese taube Hilflosigkeit die er damals gespürt hatte und die ihn letztendlich auch dazu getrieben hatte so fluchtartig zu verschwinden. Sein Herz pulsierte bei diesem Gedanken noch immer hilflos. Nun jedoch, wo eben jene Fähen nicht in der Nähe waren fühlte er sich freier und unbeobachteter, auch wenn er gemerkt hatte, dass der Leitwahn der Melierten nach seiner Rückkehr nachgelassen hatte und sie schier nicht mehr darauf aus war, alles zu kontrollieren, wie es vor seinem Weggang in seinen Augen der Fall gewesen war.

Die meisten anderen Wölfe, hatten die kühlen Schatten der Bäume anscheinend dem seichten Nass des Sees vorgezogen, denn er sah nur wenige von ihnen im nahen Kreis des Sees. Aber in jenen Augenblicken voller Ruhe, kümmerte es ihn sogar wenig. Es war ein Moment, in dem er einfach nur die Ruhe genießen konnte und der absoluten Gewissheit erliegen wollte, nach diesen zwei Monaten wieder zurück in seiner Heimat zu sein, hier bleiben zu dürfen und so schnell ganz sicher nicht wieder weg gehen zu wollen. Der Drang seinen Vater oder gar seine Geschwister zu suchen war vollständig erloschen und auch seine Mutter ließ den Jungwolf nicht mehr aus der Ruhe bringen. In seiner Selbstständigkeit war er gewachsen und so wusste Teyrm nun besser den je, was er wollte. Und genau jetzt wollte er lediglich diesen Einklang genießen und innerlich seine wunderbare Heimat feiern. Es war vielleicht viel passiert und es fehlten unendlich viele bekannte Gesichter, doch das alles änderte nichts an diesem essenziellen Gefühl. Kräftig paddelte er mit den großen Pfoten, deutliche Merkmale auf seinen Vater, durch das seichte Gewässer, welches der Waldsee inne hielt. Es kam selten vor, dass er beinahe so ruhig war und noch seltener, dass er alleine war, nur an den flinken Bewegungen und den immer wieder auf tosenden Wassermasen konnte man erkennen, wie der Rüde immer wieder spielartig den Kopf ins Gewässer schnappen ließ um nach kleinen Fischen zu haschen, die ihm durch die Pfoten schwammen.

Er war nicht der Typ, der sich erschreckte, dennoch kam der Angriff des schwarz-braunen Wolfes überraschen und er senkte unweigerlich den Kopf und seine Augen blinzelten tückisch, bis er die Andeutungen des Anderen realisierte. Reflexartig schoss er vor und schnappte spielerisch nach dem Fell des älteren Rüden, den er nur flüchtig kannte. Aber was kümmerten ihn hier gerade jetzt auch Formalitäten? Dieser Opi wollte eine Rauferei und die konnte er haben. Seine Pfoten stießen das Wasser von sich weg und auf den Rüden zu, sodass glitzernde Perlen durch die warme Luft flatterten wie Schwärme von Bienen. Der Jungwolf lachte auf und sprang dem Schwarzbraunen entgegen, versuchte sich mit den Vorderläufen auf dessen Schultern abzustützen und ihn gleichzeitig ein wenig weiter in Richtung Wasser zu manövrieren, er hatte nicht vor sein Gegenüber zu ertränken, sondern wollte sich lediglich einen Spaß daraus machen, den Älteren eine Schnauze voll Wasser fassen zu lassen.


[Im Waldsee | Kenayo ]

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22.06.2011 13:58
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Kenayo war sich sicher, dass der Schwarze gewiss nichts von seiner Überraschung zu früh mitbekommen hat. Dennoch wirkte er nicht besonders erschreckt, wahrscheinlich einfach auch weil es zu ihrer Natur gehörte. Normalerweise wurden sie als Räuber zwar nicht erschreckt, sondern überraschten, doch auch sie mussten sich so manches mal einer unerwarteten und häufig auch ungeliebten Situation stellen. Da der Jährling auch noch recht jung war, war dieser es sogar wahrscheinlich noch viel eher aus seiner Kindheit gewohnt, wurde doch meist mit den Geschwistern am meisten geübt. Gleichzeitig war er bestimmt nicht mehr so verspielt, da er ja eine Weile von zu Hause weg gewesen sein musste. Teyrm ist sogar nach ihm hierher gekehrt und doch war dies sein angestammtes Heim, soviel wusste Kenayo doch inzwischen. Was wusste wohl der Jährling über die Spiegel, den Kristall? Egal, selbst wenn Kenayo in fragen wollen würde, jetzt wäre nicht der richtige Zeitpunkt dafür.
Nun ging es darum, dass er in der Rangelei nicht von dem Jährling rein gelegt wurde. Er hatte den Vorteil, dass er um einiges größer war und auch schon mehr Erfahrung hatte. Jedoch wog das bei ihm längst nicht so schwer, wie bei so manch anderem, der viele Kämpfe schon ausgefochten hatte. So machte er sich nichts vor und wusste, dass es für ihn nicht einfach werden würde, dies eindeutig für sich zu entscheiden. Nachdem er den Schwarzen erreicht hatte, ließ er auch sein Fell schon wieder frei. Er ließ ein wenig Platz zwischen ihnen entstehen, jedoch nicht zu viel, sodass sich dies wieder auflöste. Statt gleich nach zusetzen, überließ er zunächst dem Jungen die Initiative. Wahrscheinlich war dies ein Fehler, da er dadurch seine wesentlich bessere Ausgangssituation sogar mit einem Verlust des besseren Platzes verlor. Er stand nun ein wenig weiter im Wasser als der kleinere, jedoch durch den Größenunterschied war dies nicht so dramatisch. Gleichzeitig bespritzte der Schwarze ihn. Um nicht in Verlegenheit zu kommen, hatte Kenayo in einer kurzen Pause Luft geholt und ist zum Gegenangriff übergegangen, indem er durch einen Sprung der Vorderhand spritzte. Diese Technik hatte den deutlichen Vorteil, dass er durch das Auftreffen beider Läufe viel Wasser auf einmal durch die Gegend spritzte und da er selber die Luft angehalten hatte, keine Probleme damit bekommen konnte. Jedoch war der Nachteil, dass dies recht lange dauert und er deswegen nicht besonders ausgetüftelt auf den Angriff des Anderen reagieren konnte. Dieser sprang ihm auf die Schultern und drängte ihn Richtung Wasser. Seine Absicht war offensichtlich, doch Kenayo wollte sie ihm nicht gestatten. Er ließ sich zwar zunächst ein, zwei Schritte zurückdrängen, doch dann hielt er dagegen. Der Jüngere war zwar kräftig, jedoch auch der schwarz-braune hatte seinen Horizont noch nicht überschritten und war noch im Vollbesitz seiner Kräfte. Zudem musste es für den anderen anstrengend sein, ihn zu drängen, da er mehr als ein Kopf größer war. So versuchte Kenayo den Spieß um zu drehen, indem er den anderen von sich runter zerren wollte. Dafür packte er ihn kräftig in der Flanke, gerade so, dass er gut daran ziehen konnte, jedoch gleichzeitig nur die Oberhaut in der Schnauze hatte und somit dem anderen keine folgenden Wunden verpassen würde. Somit während er sich dagegen stemmte, versuchte er ihn beiseite zu zerren und hatte vor, sobald er von ihm herunter war, wieder auf ihn zu zuspringen und seine Schnauze weiter von dem kühlen Nass entfernen zu können.


[Im Waldsee | Teyrm ]

23.06.2011 12:09
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Kade

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Der ewige Marsch, hatte sie fast um den Verstand gebracht! Doch endlich hatte sie eine Wasserquelle gefunden, der die Rettung für ihre kratzige Kehle war. In einem sanften Trab lief die schwarze Fähe ans Ufer. Mit ihren Läufen im angenehmen Nass seufzte sie zufrieden und senkte ihre Schnauze runter. Kurz beobachtete sie ihr dunkles Spiegelbild, bevor sie ihre Zunge ins Wasser tauchte und das Spiegelbild verschwamm. Wunderbar erfrischend fühlte es sich an, als die Flüssigkeit ihre Kehle runter glitt. Eine leichte Brise wehte um sie und ließ sie aufschauen. Ein unbekannter Duft wurde in ihre Richtung geweht.

Kades Ohren zuckten zur Seite, während sie sich nun ganz aufrichtete und ihren Kopf herum drehte. Wölfe, oder besser gesagt ein Rudel war hier in der Nähe. Kade merkte, wie ein Kloß sich in ihrem Hals gebildet hatte und das Schlucken ihr erschwerte. Mit kleinen Schritten lief die Fähe aus dem Fluss. Natürlich hatte sie mitbekommen, dass hier Wölfe waren, doch sie war sich jetzt, wo sie kurz vor ihnen stand, wieder unsicher, ob sie nicht doch umkehren sollte…

Leise schnaufend legte sie ihre Ohren an. Sie war genervt. Über sich selber. Im falschen Moment kam dieses dämliche Gefühl in ihr hoch. Angst und Unsicherheit. Genau dann, wenn sie es nicht brauchte. Sie konnte darauf auch gut verzichten! Ihre Läufe bewegten sich schon fast mechanisch. Eine Pfote vor die andere… Immer mehr Gerüche stiegen in ihre Nase. Ihre Ohren hatte sie aufmerksam gespitzt, während ihr Blick eine kleine Gruppe erblickte. Ihre Läufe blieben stehen. Sie richtete sich stolz auf, um mit ihrer kleinen Größe, doch noch irgendwie Groß zu wirken.


Alleine | In der Nähe des Waldsees

23.06.2011 14:04
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Anoki Navista [Abgegangen]

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Mühsam schleppte sich der junge, rundliche Wolf voran. Es schien ihm sichtlich schwer zu fallen, seinen massigen Leib zu bewegen. Pfote um Pfote wurde sein Gesichtsausdruck immer gequälter. Die lange, rosafarbene Zunge hing ihm weit aus der Schnauze.
Solch hohe Temperaturen war er nicht gewohnt, das war wirklich zum verrückt werden.
Also hatte er sich auf seine feine Spürnase verlassen, die ihm die Botschaft von Wasser versprach. Es durfte nicht mehr als zu weit sein, dann konnte er seine trockene Zunge, endlich in das erfrischende Wasser tauchen und seine kratzige Kehle befeuchten. Dann würde die Zunge, wenn sie denn in der Schnauze war, auch nicht mehr an seinem Gaumen pappen.
So schleppte sich Anoki mühsam weiter, die Ohren genervt angelegt, die Rute teilnahmslos nach unten hängend. Hier und da knackte lauthals ein Ast unter seinem Gewicht zusammen. Da der Kleine sich jedoch nicht auf der Jagd befand, gab er nichts darauf, unbemerkt und somit auch nur ansatzweise leise zu sein.
Seine schwarze Wolfsnase zuckte, es lagen mehrere Gerüche seiner neuen Rudelmitglieder in der Luft. Schnupper, schnupper. Das mussten Teyrm und Kenayo sein. Es lag jedoch noch eine weitere Fährte schwer in der Luft. Von einer ihm unbekannten Wölfin.
Misstrauisch formten sich sofort seine hellen Augen zu Schlitzen, und nun pirschte er erschöpft weiter – die Anderen hatten ihn wohlmöglich ohnehin schon bemerkt, so haltlos wie er davor herumgelatscht war.
Links von ihm befanden sich die beiden schwarzen Rüden – und der Waldsee. Links von ihm eine kleine Wölfin, ebenfalls schwarz, sie wirkte unsicher auf ihn, versuchte sich zu ihrer vollen Größe aufzurichten, was dem jungen Rüden ein Lächeln auf die Lefzen zauberte. Er kannte dieses Problem selbst nur so gut.
Ein kurzes Bruffen, in die Richtung aller drei Wölfe, und er schlenderte weiter in Richtung Waldsee. Er wollte hier niemanden zu Tode erschrecken, oder gar den Eindruck erwecken, dass er sich rücksichtslos an die Rudelmitglieder anschlich. Der Drang, etwas zu Trinken war einfach zu groß, als sich nun mit seinen Artgenossen zu unterhalten. Die Zunge hing ihm noch immer aus der Schnauze, und umso näher er dem verlockendem Wasser kam, umso impulsiver wurden seine Schritte, bis er sich schließlich achtlos auf das kühle Nass stürzte, sodass es nur so spritzte. Gierig nahm er mit seiner ausgetrockneten Zunge das Wasser auf.

[Im Waldsee bei Teyrm und Kenayo | leicht entfernt Kade]

23.06.2011 15:04
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28.07.2006

Sein Gegner war stark. Stärker als er mit Sicherheit. Größer und auch massiger, aber Teyrm hatte genug Mut und Kampfgeist um sich davon ganz sicher nicht unterkriegen zu lassen. Im Gegenteil waren diese Umstände wohl eher Kampfgeist für das hitzige Gemüt. Seine Pfoten drückten auf den Leib des Anderen, während sein heller Fang vorschoss und er mit blitzenden Augen am Fell des Rüden zog. Kenayo, so hieß dieser Raufbold hier bei ihm, der tatsächlich gewollt war mit einem Jungwolf wie ihm zu spielen. Das kam nicht unbedingt oft vor, die einzigen Wölfe des Rudels die je so wirklich mit ihm gespielt hatten, waren seine Eltern in der Welpenzeit gewesen und später vereinzelt Kiba oder Jeanne, Kiba, weil Toboe sein bester Freund war und Jeanne, weil sie die Jotawölfin des Rudels war und es eben ihre Aufgabe war, Rebellen wie ihn zu besänftigen und zu beschäftigen – selbst wenn dieses Unterfangen selten einfach war. Dieser Dunkelpelz hier jedoch übertraf sich mit seiner Spielaufforderung fast selbst, auch wenn ein Rüde wie Teyrm natürlich keine Schwierigkeiten hatte darauf einzugehen.
Als der Schwarz-Braune mit seiner Megatechnik auf einmal eine ganze Flutwelle hervor brachte, die dem Rüden das Wasser auf einmal bis zum Halse stehen ließ. Prustete der Aschfarbene ungehalten und schüttelte sich ausgiebig das erhobene Haupt.

“Hey!“

Bellte er grinsend, ehe er den Anderen gespielt böse anschaute und absichtlich das Schütteln in seine Richtung lenkte. Eigentlich war das ziemlich egal, da sie beide vollkommen durchnässt waren und doch nutzte er die Gelegenheit um Kenayo ein wenig weiter zu ärgern. Um einen besseren Punkt zu ergattern, sprang er schließlich wieder auf diesen zu und versuchte erneut ihn spielerisch weiter ins tiefere Gewässer zu bringen, jedoch lenkte ihn eine Bewegung am Rande des Sees kurzweilig ab, sodass der ältere Rüde die Möglichkeit hatte ihn zu packen und festzuhalten, was er eben auch tat. Noch immer frech grinsend blickte er zu diesem und ließ sich, nach einigen Momenten der Gegenwehr, herunter ziehen, wobei er erneut im tieferen Teil des kühlen Nasses landete. Kurz stob er den Kopf unter die Oberfläche des Wassers, ehe er ruckartig daraus hervor sprang und wie ein Wilder – oder Bescheuerter – um den Schwarzen herum schoss um vor diesem an den Rand des Gewässers zu kommen. Glitzernd stoben die Perlen um die rasenden Körper auf, als er, neben einer weiteren bekannten Gestalt zum stehen kam.

“Anoki!“ begrüßte er den orangen Rüden atemlos und lehnte den Kopf leicht schief, “spiel doch mit uns.“

Er lud ihn ohne zu zögern dazu ein und warf nur kurz noch einmal einen erwartungsvollen Blick zu Kenayo. Auch wenn es ihm für den ersten Augenblick missfallen war, dass Anoki hierhergekommen war um Toboe zu suchen, was immerhin SEIN bester Freund war, um das noch einmal klar zu stellen, konnte er den bekannten Wolf dennoch nicht ‚nicht mögen‘. Wieso auch? Sie hatten den Orangen damals kennen gelernt, als sie im jungen Alter bei Tearl gehaust hatten. Sie kannten sich somit bereits eine ganze Weile und sie hatten sich immer gut verstanden. Wieso hätte er das auch ändern sollen?

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24.06.2011 12:32
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29.08.2006

Erst nachdem Yago seine Frage gestellt hatte, wurde ihm bewusst, dass sich ihr letztes Treffen gerade wiederholte. Auch da war eine aufgelöste Andraki vor der Friedensallee gestanden und er war gekommen um sie zu beruhigen und ihr in etwa jene erste Frage zu stellen. Sein Körper war dabei etwas ramponierter gewesen und Andraki im Verhältnis – wenn er das nach so langer Zeit noch richtig beurteilen konnte – weniger panisch, als jetzt. Aber prinzipiell hatte sich offensichtlich nichts geändert. Auch nicht nach der Spiegelkammer, obwohl diese kein direkt besorgniserregendes Bild offenbart hatte. Lediglich ein Seltsames. Yago, der wütend und schimpfend Andraki verjagte. Allein die Verzerrung seines Charakters hatte der Schwarze als seltsam empfunden – War er jemals ernsthaft wütend? Würde er mit Vorwürfen um sich werfen? Was könnte ihn dazu bringen? – aber dass die Zimtfarbene genau dies am meisten fürchtete, hatte ihn noch viel mehr zum Nachdenken gebracht. Warum fürchtete Andraki eine Abweisung Yagos? Bedeutete ihr seine Meinung so viel? Im Prinzip war es die gleiche Frage, wie die nach dem Warum. Warum traf sie sich mit ihm? Doch keine der beiden Fragen, wollte Andraki ihm beantworten. Und Yago war müde geworden, sie zu stellen. Ganz abgesehen davon, schien es heute um etwas anderes zu gehen, es sei denn, Akara hätte auch bei diesem wenig entlarvenden Bild ihrer Beta Verdacht geschöpft. Dann wäre sie jedoch nun wohl kaum zu ihrem Treffen erschienen. Oder vielleicht gerade deshalb? Andraki ließ ihm keine Zeit mehr für weitere Spekulationen, sondern kam ohne Umschweife zum Kernproblem. Akaras Wandlung und möglicherweise Verdacht. Das klang gar nicht gut. Yago reagierte sofort.

“Du solltest nicht hier sein. Geh zurück zum Rudel. Und komm erst wieder zu unseren Treffen, wenn sich die Lage beruhigt hat.“

Schon wollte der Schwarze den Rückzug antreten, da stockte Andraki, starrte an ihm vorbei, die Augen vor Schreck weit aufgerissen. Als ihr erstes „Nein“ erklang, wirbelte Yago herum und entdeckte im gleichen Moment Akara. Ihr Umwenden, ihre hastigen Schritte. Zunächst verstand der Schwarze nicht – warum stürzte sie Akara nicht auf ihn oder auf Andraki? – doch dann erkannte er die Richtung, in die die Leitwölfin lief. Den Berg hinauf, seiner Spur folgend … zu Kiba. Im Gleichen Moment begannen sich Yagos Läufe automatisch zu bewegen. Er preschte los, Akara wie ein Beutetier in seinem Blick gefangenhaltend. Sie hatte einigen Vorsprung, der ganze, sanft abfallende Berghang lag zwischen ihr und Yago und Andraki. Doch der Schwarze ließ sich nicht beirren, in diesem Moment panisch, dass Akara vor ihm bei Kiba ankommen könnte. Was würde sie mit ihr tun können? Wollte sie sie töten? Über Sinn und Zweck machte er sich in diesem Moment keine Gedanken, sah nur den Verrat Andrakis in Kombination mit dem Aufenthalt Kibas und Yagos und die Wut, die in der Leitwölfin herrschen musste. Dass Andraki ihm folgte, merkte er erst, als er gezwungenermaßen langsamer werden musste – auch er konnte keinen Sprint den Berg hinauf dauerhaft durchhalten. Er musste in einen ausdauernden Trab fallen, so schnell wie möglich und doch langsam genug, um den ganzen Weg zu Kiba hinter sich bringen zu können.

26.06.2011 11:21
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04.09.2008

Akara schoss den Berghang entlang, schneller, noch schneller. Immer wieder musste sie inne halten, sich vergewissern, ob sie noch Yagos Fährte folgte, nur um dann, kurz zu Atem gekommen, weiter zu rennen. In ihren Gedanken fand sich keine Erklärung für die Eile, aber es konnte ihr gar nicht schnell genug gehen. Wie hatte ihr entgehen können, das Kiba und Yago das Revier gar nie durch den Pass verlassen hatten? Wieso war sie nicht schon an früheren Tagen hier im Gebirge umher gewandert? Wie hatte sie glauben können, Andraki vertrauen zu können? Und wieso hatte sie sich, nach Senedds Tod nicht einfach von diesem Rudel abgewandt?
Bei der letzten gedanklichen Frage stutzte sie. Sie war sicher, dass sie es heute Morgen noch gewusst hatte. Warum? Es wollte ihr nicht einfallen. Doch im nächsten Augenblick bremste sie und blieb stehen. Aufmerksam durchforstete sie die Luft nach einem unscheinbaren Geruch, der ihr eben in die Nase gekrochen war. Unschlüssig drehte sie sich zweimal im Kreis, sah zum Rudelplatz, der weit hinter ihr lag und nach vorne, wo sie Antworten erwartete. Ihr Blick fiel auf zwei Gestalten, die zwischen den Felsen auftauchten und verschwanden. Beinahe hätte sie sie übersehen. Yago und Andraki. Was wollten sie? Sie aufhalten? Sie hatte keinerlei Lust, sich irgendwelche Entschuldigungen anzuhören. Nur kurz hingen ihre Augen noch am Rudelplatz, dann rannte sie weiter. Das letzte, was sie wollte war, nun mit irgendwem zu diskutieren, oder überhaupt nur mit den Beiden zu reden.
Unbehagen ergriff Besitz von ihr und schlang sich um ihr Herz. Ein weiterer Gedanke versetzte ihr einen Stich, doch dann verfinsterte sich einfach nur ihr Blick und sie entschied, dass ihr einfach nur noch alles egal sein konnte.
Ihre Verfolger konnte sie nicht abschütteln, das wusste sie. Yago war schließlich kein Dummkopf und wusste bereits, wohin er laufen musste. Akara selbst hatte keine Ahnung, aber irgendwann hielt sie einfach nicht mehr an. Manchmal vermutete sie die Witterung der Fährte in der Luft, aber sicher sagen konnte sie es nicht. Sie lief auf gut Glück weiter.
Hier und da bestätigte sich ihre Richtung, dann wieder lief sie völlig blind dahin. Es war ihr so schrecklich egal! So… und dann entdeckte sie sie. Zeit hatte keine Rolle mehr gespielt, ebenso wenig wie die Strecke. Die Zunge hing ihr aus dem Fang, aber sie spürte die Erschöpfung erst, als sie stehen blieb, fünf Wolfslängen von der Leitwölfin entfernt. Sie sah ihr unverwandt direkt in die Augen, ausdruckslos. Viel hatte sich nie in ihrer Mimik geregt, doch nun war die Spur Freundlichkeit gänzlich verloren. Sie fühlte nicht besonders viel, als sie über die drei Fremden sah. Welch Hohn.

26.06.2011 13:22
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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23.05.2006

Gemütlich schwamm der graue Wolf durch das kühle Nass des Sees, die Nase in die Luft gestreckt. So machte ihm die Wärme nichts aus, und er konnte die Langeweile vertreiben, die mit diesem schwülen Wetter einhergezogen war. Er wußte nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er das Ufer wieder ansteuerte, und dort einen Wolf erkannte, der ihm vielleicht auch bei der Vertreibung besagter Langeweile helfen konnte. Ein Grinsen schlich sich auf Toboe Lefzen, als er sich mit einem Satz aus dem Wasser hievte, sich aber nicht schüttelte. Tropfend wie er nun war, bewegte er sich mit schnellen Schritten auf den grauen Rüden zu, blieb mit einem Vollbremsung bei Akando stehen und schüttelte sich genau in diesem Moment. So bekam der helle Rüde wenigstens auch eine kleine Abkühlung, eine unfreiwillige Dusche. Kaum hatte er sich des Großteil des Wassers entledigt, machte Toboe einen Satz zur Seite, damit Akando ihn so schnell nicht erreichen konnte. Stellenweise tropfte er noch immer, aber damit konnte der Graue leben. Grinsend lag sein Blick auf dem anderen Wolf, abwartend.

Na, schön abgekühlt?“

Damit konnte Akanado es wohl vergessen, hier faul in der Sonne herum zu liegen. Er hätte sich nicht so in der Nähe des Sees ausruhen sollen.
Kurz wandte Toboe den Blick ab, richtete ihn zu der Gruppe, die sich in ihrer Nähe befand. Kenayo, Anoki, Teyrm und ein Gesicht, welches er nicht kannte. Der Jungwolf stellte die Ohren auf. Schon wieder ein neuer Wolf. Er war gespannt, wie lange diese Wölfin bleiben würde. Aber ein Lächeln zog sich auf seine dunklen Lefzen, als er noch einmal zu Teyrm und Anoki blickte. Es musste Schicksal sein, dass diese zwei fast gleichzeitig wieder aufgetaucht waren. Den einen Wochenlang vermisst, und von beiden gedacht, sie nie wieder zu sehen, war er doppelt glücklich, dass sie nun beide hier waren. Schon alleine das machte ihn einfach viel munterer als zuvor. Aber er wandte sich wieder Akando zu, würde er noch früh genug Zeit finden, sich mit seinen anderen Freunden zu beschäftigen. Jetzt, wo sie gezwungen waren, hier zu bleiben. Selbst wenn Akara und Andraki es nicht für nötig hielten, hier zu sein. Aber das sollte ihm egal sein. Mit einem schnippenden Ohr grinste er Akanado breit entgegen, fragte sich in diesem Moment, ob der Helle sich rächen würde. Vorsichtshalber trat Toboe noch einen Schritt zurück, spannte die Muskeln und wartete auf eine Reaktion des grauen Rüden.

26.06.2011 13:41
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Every Time she closed her Eyes
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27.07.2005

Ruhig beobachtete Jeanne das Rudel, die kleinen Gruppen, die sich bildeten. Kenayo kämpfte mit Teyrm, Anoki gesellte sich zu ihnen. Zudem lag ein fremder Geruch in der Luft, und in einiger Entfernung konnte man dunkle Schemen erkennen. Die Ohren der weißen Fähe waren aufgestellt. Und doch lag Nervosität in ihrem Blick. Akara war fort, genau wie Andraki. Und wenn sie den Blick schweifen ließ, konnte sie weder Leikuna noch Cílyn irgendwo sehen. Und sie konnte sich nicht daran erinnern, dass die fremde Fähe sich angekündigt hatte. Oder... hatte sie selbst es vielleicht einfach überhört? Mit einem leichten Schütteln ihres Kopfes verjagte die Helle diesen Gedanken. Nur, weil die Rangwölfe nicht hier waren, bedeutete es nicht gleich das Schlimmste. So glitt ihr Blick weiter zu Akando, der nun von Toboe eine Dusche abbekam. Dieses Bild ließ ein Lächeln auf Jeannes Lefzen huschen. Seit Teyrm wieder da war, und zudem Anoki zu ihnen gestoßen war, war der Sohn Kibas wieder glücklicher geworden. Und nun schien er Akando als neuen Freund dazu gewonnen zu haben. Nur ein weiterer Grund, wieso sie alle weiter an das Gute glauben sollten. Sie mussten nur alle zusammenfinden, zusammenhalten und akzeptieren, dass Kiba sie nicht mehr leiten würde. Und nur dann bestand die Möglichkeit, dass dieses Rudel weiterleben würde. Und dennoch... die Abwesenheit Andrakis und Akaras wollte ihr nicht gefallen. Sie hatte lieber einen der beiden in der Nähe, schon allein, wenn eine Fremde sich ihnen näherte.
Mit einem tiefen Atemzug erhob sich die weiße Fähe schließlich, setzte sich ruhig in Bewegung. Sie würde sich um die Fremde kümmern, bis Akara oder Andraki wieder bei ihnen waren. So trabte Jeanne langsam vorwärts, richtete den Blick bei der Gruppe um Teyrm leicht zur Seite. Mit einem Nicken und einem Lächeln machte sie deutlich, dass sie sich der Fremden annehmen würde. Es dauerte nicht lang, bis sie die Jungwölfin mit dem schwarzen Pelz erreicht hatte. Auf den ersten Blick schien von ihr keine Gefahr auszugehen, so zog sich wieder ein warmes Lächeln auf die Lefzen der hellen Fähe.

Willkommen in Diëmnar. Mein Name ist Jeanne, ich bin die Jota des hier lebenden Rudels. Verrätst du mir deinen Namen?“

Den Kopf leicht zur Seite neigend betrachtete Jeanne die dunkle Fähe, das Lächeln blieb auf ihren Lefzen. Bis Akara wieder hier war, würde sie sich der Fremden annehmen. Eine willkommene Ablenkung für das Chaos ihrer Gedanken.

26.06.2011 14:22
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Kenayo

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Kenayo freute sich. Eigentlich war er zu alt für solche Raufereien, doch gleichzeitig war er noch nicht lange hier und erhoffte sich zusätzlich zu dem Spaß auch noch neue Freunde dadurch zu gewinnen. Sein Leben war wieder erfüllt und mit anderen zusammen, lauter potenzieller Freunde. Unter diesen waren besonders viele junge Wölfe, wie der mit dem er es zu tun hatte. Der Aschfarbene, mit welchem er gerade im Wasser tobte, schien nicht auf den Kopf gefallen. Zwar war er durch seine Jugendlichkeit noch nicht so kräftig, jedoch war sie Kenayo beinahe sicher, dass er in ein oder zwei Jahren wahrscheinlich nicht mehr wirklich im Vorteil gegenüber Teyrm sein würde. Doch sie waren noch nicht so weit, sie waren im Heute und da kannte er einfach schon mehr Tricks. So überraschte der Wasserschwall den Jüngeren deutlich, was dieser auch mit einem deutlichen Ausruf verkündete. Dies rief in dem Schwarz-braunen ein Lachen hervor, welches von dem sich Schüttelnden beendet wurde. Zwar waren sie beide schon so nass, dass der Unterschied unmerklich war, doch er musste einmal seine Atemwege frei schnauben. Sie konnten sich glücklich schätzen, dass es Sommer war. Wäre es kühler, würden sie bestimmt bald frieren. Jedoch so konnten sie einfach ihren Spaß haben und sogar noch die Abkühlung genießen. War das Leben doch einfach!
Kenayo gelang es auch den auf ihn gestützten Wolf von sich runter zu zerren. Doch war da nicht etwas? Nachdem dieser eine gewisse Gegenwehr geleistet hatte, ging es plötzlich ganz einfach, als ob dieser abgelenkt gewesen wäre. Hatte der Andere etwas entdeckt? Er würde es ihm bestimmt mitteilen, falls es etwas wichtiges war. Kenayo war zu vertieft, um sich umzuschauen. Später würde er noch genug Zeit dafür haben und so freute er sich nur darüber, dass es ihm gelungen war, seine Schnauze vor dem kühlen Nass zu erretten. Was für eine überquellende Freude doch in ihm steckte. Der Schwarze war sich sicher, dass er bestimmt glühen würde, wenn ihm dies möglich wäre. Auch so musste es offensichtlich sein, wie wohl er sich fühlte, hier im Spiel und hier in seinem neuen Zuhause in Diëmnar.
Gerade in dem Moment, wo Kenayo seine Position eindeutig sichern wollte, indem er sich auf den gefallenen Teyrm stürzen wollte, natürlich ohne ihn zu verletzen oder ertränken, hatte dieser sich auch schon wieder aufgerafft. Noch einen Augenblick zuvor hatte er im Nass gelegen und jetzt hatte er sich schon aufgemacht, um ans Ufer zu gelangen. Ganz kurz durchzuckte den Schwarzen die Frage, ob er etwas falsch gemacht hatte, doch dann viel ihm ein, wie einfach dieser sich herunterziehen lassen hat. Er wollte sich befreien und hatte sich wohl fast absichtlich fallen lassen. Zwar hatte er dafür bestimmt ein Schluck Wasser in Kauf nehmen müssen, doch als Kenayo sich umdrehte, erkannte er, dass sie nicht mehr alleine waren. Es waren zwar schon seit einer Weile ein paar anderen an den See herangekommen und Toboe war sogar auch mit Akando im Wasser, jedoch waren sie weit genug weg, als dass sie eine eigene Gruppe bildeten. Sein Spielpartner ist zu einem Wolf direkt bei ihnen am Ufer gerannt. Kenayo trabte ihm etwas langsamer hinterher und noch bevor Teyrm dies erwähnte, erinnerte sich Kenayo wieder an den Namen des etwas komisch aussehenden Wolfes. Anoki wirkte wirklich nicht, wie man sich einen Wolf vorstellte, und gleichzeitig schien er ein freundlicher Zeitgenosse zu sein. Mit ihm konnte man bestimmt Spaß haben. Jedoch kannte der Schwarze den Goldenen zu wenig, um sich da sicher zu sein.
Gerade als er sich dem neu hinzugekommenen vollständig zuwenden wollte, bemerkte Kenayo, dass noch jemand anderes in der Nähe war. Jemand ihm unbekanntes. Wer war diese Fähe? Sollten sie sich darum kümmern? Noch während der Schwarze ein wenig unentschlossen war, bemerkte er, wie sich Jeanne auf den Weg machte. Sie schaute auch noch kurz zu ihrer kleinen Gruppe. Sie schien sich um die Fremde kümmern zu wollen. Schön, so hatten sie ihre Ruhe und konnten friedlich weiter ihren Spaß haben.
Der Schwarze bemerkte dann, wie sein Spielpartner dem dazugekommenen eine Spielaufforderung machte. Doch dann schien ihm einzufallen, dass er wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden hatte und schenkte ihm ein Blick. Nicht, dass Kenayo gegen einen weiteren Spielgefährten etwas hatte und es erfreute ihn auch, dass Terym sich bei ihm Rückversicherte. So sagte Kenayo:

„Ich würde mich freuen, wenn du uns Gesellschaft leistest, Anoki.“

Inzwischen hatte Kenayo auch das Ufer erreicht und stand bei den anderen beiden Rüden.

26.06.2011 15:25
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Mit geschlossenen Augen und lang ausgestreckt döste er in der Nähe des Ufers. Er liebte die Sonne, wenn sie ihm auf den Pelz brannte und das Fell langsam aufheizte, bis es sich wohlig warm anfühlte. Ab und an zuckte ein Ohr, wenn der Lärm der spielenden Wölfe im Wasser besonders laut anschwoll, doch als Wolf konnte er die nervenden Geräusche beinahe vollständig ausblenden. Zufrieden seufzte er und reckte sich noch ein wenig mehr in die Länge. So ließ es sich aushalten – schade, dass die Sonne nicht jeden Tag so warm vom Himmel knallte.
Gerade, als er erwägte, ob er sich vielleicht zur Abwechslung mal auf die Seite drehen sollte, damit sein Pelz sich gleichmäßiger erhitzte, spritzte ein Schwall kalten Wassers auf ihn nieder. Widerlich war das! Ruckartig fuhr er hoch, nur um prompt in Toboes grinsendes Gesicht blicken zu müssen. Großartig, wirklich. Wenn er eines hasste, dann war das Regen, und diese unfreiwillige Dusche fühlte sich auch nicht sehr viel besser an. Zwar würde die Sonne ihn schon bald wieder trocknen, doch vorerst musste er mit dem feuchten Pelz leben. Es fühlte sich eklig an.
In einem halbherzigen Versuch schnappte er nach dem Ohr seines Freundes, erwischte ihn jedoch nicht, da dieser wohlweislich bereits zurückgesprungen war. Verdammt nochmal, scheinbar kannten sie sich mittlerweile zu gut und diese Nervensäge wusste, dass Ohren von jeher sein Lieblingsziel waren.

“Du Wildsau“, rief er stattdessen anklagend und schüttelte sich ausgiebig.

Wahrscheinlich hatte er sich das Fell extra lange vollsaugen lassen, nur um ihm anschließend die volle Ladung überkippen zu können. Nun ja, schön, dass wenigstens einer von ihnen Spaß hatte. Er streckte sich und gähnte, bevor er abermals Toboe anfunkelte. Der, noch immer grinsend, befand sich sicherheitshalber in Alarmbereitschaft und sah so aus, als würde er jeden Moment mit einem Angriff rechnen. Ha, er wusste also, was ihm nun blühen würde, wenn ihm das jetzt nicht viel zu anstrengend wäre...

“Ich sollte dir wirklich das Grinsen von der Visage wischen“, brummte er gutmütig und gähnte abermals.

26.06.2011 17:32
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Ihr Blick schweifte zu einer Gruppe von Wölfen. Obwohl die Jungwölfe zu ihr herüber sahen und sie eindringlich musterten, tat niemand den ersten Schritt auf sie zu. Stattdessen tollten sie miteinander rum, wie kleine Welpen. Das gegenseitige Ärgern und die Sticheleien der Jungtiere entlockte Kade unwillkürlich ein leises Kichern. Alle Sorgen und Ängste die sie vorher noch verspürt hatte, waren wie weggeblasen. Die glücklichen Gesichter und diese Lebensfreude, die von ihnen ausgestrahlt wurde, waren ansteckend. Wie ein unsichtbarer Schleier hatte er sich unbemerkt um Kade gelegt und sich an ihren Körper geschmiegt.
Ihr Lachen stoppte. Ohne den Kopf herum zudrehen, erblickten ihre hellblauen Augen einen weißen Fleck. Eine Fähe mit reinem weißem Fell und dunkelblauen Augen schritt zielstrebig auf die Schwarze zu. Ihr Gang war ruhig und langsam. Kade entschloss sich ihr einige Schritte entgegen zukommen. Selbstsicher und mit einem gemächlichen Lauf, schritt sie auf die Weiße zu. Ein sanftes Lächeln umspielte die Lefzen der Wölfin und entlockte auch gleichzeitig Kade eins. Die Schwarze blieb stehen und wartete, bis die Weiße vor ihr stehen blieb. Sie war um einen Kopf größer als sie selbst. Das herzerwärmende Lächeln blieb.

„Sei gegrüßt, Jeanne“, bellte Kade lächelnd. „Ich hoffe meine Präsenz stört euch nicht. Ich bin Kade.“

26.06.2011 17:50
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No Matter how hopeless
NO MATTER HOW FAR
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Grinsend ruhte der blaue Blick auf Akando, der deutlich klar machte, dass ihm diese Situation nicht gefiel. Kein bisschen. Um so besser für Toboe selbst. Schnell stand der helle auf den Pfoten, erschrocken von dem bösen Wasser, das ihn einfach so angegriffen hatte. Und leider ging auch sein Griff nach seinem Ohr ins Leere. Wie gut, dass Toboe mit einem Angriff gerechnet hatte. So grinste er nur noch breiter, ließ den hellen Wolf dabei nicht aus den Augen. Und dann musste sich der Jungwolf eine Beleidigung anhören, die ihn natürlich schwer traf, und konnte beobachten, wie Akando sich nun seinerseits schüttelte. Und trotz des sanften Weckens musste sich dieser faule Wolf auch noch strecken und gähnte ausgelassen. Er hatte genug geschlafen! Und die Wildsau hatte das gute Recht gehabt, ihn zu wecken.

Angst vor Wasser, kleines Wölfchen?“

Noch einen sicheren Schritt zurück tretend neigte Toboe den Kopf leicht nach oben, ließ seinen Körper angespannt, um nicht unvorbereitet angegriffen zu werden. Akando blickte ihn derweil vorwurfsvoll an, was in dem grauen Rüden aber nichts regte. Hey, immerhin hatte er dafür gesorgt, dass der Graue nicht den ganzen Tag verpennte, wenn er einfach faul herum lag. Automatisch stellten sich Toboe Ohren wieder auf, als sein Gegenüber zu sprechen begann. Der graue Jungwolf lachte nur auf, tänzelte ein wenig zur Seite. Sein blauer Blick ließ seinen Gegner dabei aber keinen Moment aus den Augen. Auch nicht als er Jeannes Blick auf sich spürte, wandte er sich um.

Dazu musst du mich erst mal kriegen. Und du siehst nicht so aus, als wärest du in der Verfassung, mich jetzt zu fangen. Aber... du kannst es gerne versuchen!“

Weiterhin grinsend machte er wieder einige Schritte zur Seite, ein leises Seufzen von sich gebend.

Oder willst du lieber wieder schlafen und faul die Sonne genießen?“

26.06.2011 17:57
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