Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

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Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Autor

Beitrag

Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 1





Die Reise zog sich, erschwert durch die verletzte Alphawölfin, hin und so erreichten die Wölfe die Berge erst weit nach Mitternacht. Durch den Regen, der mittlerweile zwar fast verloschen war, es nieselte nur noch, waren die Felsen rutschig, die Dunkelheit machte den Aufstieg noch viel gefährlicher. Die Nacht war eisig kalt und man merkte stark, dass sich der Winter über dem Tal ausbreitete.
Die Wölfe hatten die Höhle so gut wie erreicht, es waren nur noch wenige Meter, bis die zwei Birken zu sehen sein würden, welche die Anhöhe bewachten, wo der Wasserfall neben dem Plateau in die tiefe rauschte.




Kiba Telay


Erschöpft und mittlerweile endlos müde humpelte Kiba Telay hinter ihrem Rudel her. Ja, das war auch mal etwas Neues, wenn man sonst stets vorne lief. Ihr Fell war klatschnass und sie hatte das Gefühl, bereits bis auf die Knochen durchnässt zu sein. Hinzu kam ihr stark schmerzender Vorderlauf, mit dem sie nicht mal mehr auftreten konnte. Die Ohren standen schief, als würden sie vom Wasser herunter gezogen. Trotzdem versuchte sie den Kopf möglichst erhoben zu halten und nicht ganz so jämmerlich aus zu sehen. Das passte ihr nämlich gar nicht. Außerdem war Kiba ja auch nicht allein, Adali war die ganze Reise über bei ihr geblieben und dafür war sie ihrer Freundin sehr dankbar. Auch wenn sie kaum ein Wort gewechselt und sich die Kräfte gespart hatten. Sie hatten ja auch gar nicht sprechen müssen. Direkt hinter ihnen – sie waren also nicht die Allerletzten – lief Akara Chitaru, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Rudel von hinten im Auge zu behalten. Die Graubraune hatte bisher auch nicht gesprochen, jeder brauchte seine Kräfte für den Aufstieg. Derweil waren sie immerhin auch schon einige Stunden unterwegs.
Die silbergraue Leitwölfin schnippte leicht mit den Ohren, als wolle sie versuchen, das Wasser von sich zu schütteln. Ganz hatte der Regen aber noch nicht aufgehört. Es nieselte leicht und still, wenn man sich genau darauf konzentrierte, konnte man jeden winzigen Tropfen einzeln auf den Pelz fallen spüren. Die eisblauen Augen der Requistin wanderten derweil ein wenig herum, sie liefen direkt neben dem Gebirgsbach her, der typische Weg nach oben. Mit einem stummen Schmerz im Herzen beobachtete sie das rauschende Wasser, wenn die Dunkelheit durch ein leichtes Glitzern verdrängt wurde. Hier war es damals geschehen. Hier irgendwo war sie mit der toten Alice aus dem Bach geschleudert worden.
Mühselig jede Erhebung mit bloß drei gefügigen Beinen erklimmend, wusste Kiba, dass sie bald an der Höhle angekommen sein würden. Rechts neben ihnen floss das Wasser in eine Senkung, neben der sich eine kleine, grade Felsenfläche befand. Die Silbergraue blieb stehen, starrte ein paar Momente in die Finsternis. Sie spürte noch praktisch die Panik und den Schmerz, als sie Alice endlich gepackt hatte und sie über einen winzigen Wasserfall direkt hier auf die Felsen stürzten. Die kleine Braune war zu diesem Zeitpunkt wohl schon tot gewesen. Stumm schloss Kiba die Augen und nickte kurz, wie zum stummen Totengruß. Dann setzte sie sich wieder in Bewegung, den Blick nach vorne gerichtet.
Sie hätte das Rudel selbst nicht besser nach oben führen können und sie war Yago zutiefst dankbar, dass er diese Aufgabe übernommen hatte. Er bewies stummes Vertrauen, auf das sie sich verlassen konnte. Und sie vertraute ihm, obwohl sie vor noch nicht allzu langer Zeit darum bangen musste, dass der Schwarze überhaupt im Tal blieb. Aber er hatte sein Wort gehalten.


28.12.2008 20:03




Maav


Es war eine lange Zeit vergangen, seit Maav das letzte Mal den Geruch von anderen Wölfen gewittert hatte. Nun befand er sich schon mehrere Tage in dem fremden Revier, streifte entlang eines großen Sees durch die Bäume und Wiesen, nur langsam voran kommend, durch den Regen, der mal schwach mal kräftiger, fast wie Hagel auf ihn hinab donnerte.
Sein Heulen war ohne Antwort im grauen Schleier des fallenden Wassers verklungen und es fiel ihm schwer noch daran zu glauben, dass dieses Revier überhaupt bewohnt war. Aber wahrscheinlich hatten die Besitzer, wo auch immer sie waren, ebenfalls Schutz gesucht, wahrscheinlich auch vor dem gewaltigen Ruck der vor kurzem die Erde erfasst hatte. Maav war noch weit entfernt gewesen, doch selbst er hatte es unter seinen Pfoten die Erde beben spüren. Er war erfreut gewesen, als er den Geruch des fremden Rudels wahrgenommen hatte, ergriff ihn doch in letzter Zeit immer wieder der Wunsch wieder Teil eines Rudels zu sein, nicht mehr alleine von Tal zu Tal zu ziehen, ohne Ziel, ohne Halt, ohne Jemanden der ihn vermissen würde. Seit er Wuk und die Wölfe der Mondfinsternis verlassen hatte, weil er es nicht mehr ausgehalten hatte dort zu sein, in der Nähe seines geliebten Gefährten Skir, zu dem er doch keine Verbindung mehr hatte, der ihn doch hasste, obwohl Maav sich nach wie vor danach sehnte zu ihm zurück zu kehren. Doch sie waren sich zu fremd geworden, verfolgten unterschiedliche Lebenswege, es war ihnen nicht mehr bestimmt zusammen zu sein.
Das alles ging Maav durch den Kopf während er durch den Regen trottete und auf einmal stand er einem Wolf gegenüber, ein weißer Rüde, recht klein geraten, doch kräftig und mit bernsteinfarbenen Augen. Vorsichtig trat Maav Näher, er war schon lange nicht mehr so aufmüpfig sobald er einem Fremden begegnete wie früher.

"Seit gegrüßt Fremder.", begrüßte er ihn höflich.

Sein Blick glitt über den kleinen Körper, der trotz allem nicht schmächtig war sondern muskulös und erahnen ließ, dass der Andere kein schlechter Kämpfer war. Die ganze Haltung sprach von Stolz und ließ ihn sich vorsichtig Nähern, bis er schließlich außer Sprungweite des Anderen stehen blieb.

"Mein Name ist Maav, ich bin auf der Suche nach den Wölfen, die hier leben. Gehört Ihr zu dem Rudel, dass dieses Tal bewohnt?"

Er hatte sich angewöhnt höflich und zurück haltend zu sein, wenn er Fremden begegnete, seine Haltung blieb neutral und strahlte beinahe so etwas wie Gleichgültig aus, auch wenn er alles andere als Gleichgültig war.


28.12.2008 21:39




Shiyu Aderian


Shiyu hob abrupt den Kopf, als er die Stimme eines Wolfes vernahm, der sich in seiner Nähe aufhielt. Er starrte ihn an, als wäre es eine unbegreifliche Frechheit, dass man ihn überhaupt angesprochen hatte. Mürrisch und arrogant musterte er den Fremden. Wieder so ein räudiger Köter! Die Augen des Weißen verengten sich drohend. Wieso kam dieser Trottel eigentlich ausgerechnet zu ihm? Wimmelte es hier nicht von flohverseuchten Viechern? Warum war er als erster zu entdecken gewesen?

„Maav? Armer Irrer. Deine Eltern müssen dich verabscheut haben. Maav… Maav…“

Er ließ sich noch einmal mal den Namen auf der Zunge zergehen, während er den Fremden in Unkenntnis über sich und das Rudel ließ. Was sollte überhaupt diese übertriebene Höflichkeit?

“Dein freundliches Gerede kannst du dir sparen, von Schleimereien lasse ich mich nicht beirren. Die Wölfe die hier leben, sind völlig übergeschnappt. Sie werden dich sicher fressen, wenn sie dich erwischen. Nur Kämpfer wie ich können hier überleben!“

Elegant riss er den Kopf hoch, um zu demonstrieren, was für ein toller Kerl er war. Ein Halbgott. Teil einer perfekten Rasse. Während er gedanklich über seine Herkunft sinnierte, fiel ihm ein, dass er sie diesem Maav unbedingt noch auf die Nase binden musste.

“Mein Name ist Shiyu Aderian, Sohn des Aderianclans. Adliges Blut, wenn du wie die Mistviecher hier noch nie davon gehört hast.“

Er sah ihn abfällig an und verdrehte genervt die Augen.

“Also, Maav…. Maav wie Made, oder so ähnlich. Das Rudel bewegt sich in diese Richtung…“

Shiyu machte eine lässige Kopfbewegung und verwies den Neuen an die Leitung des Rudels. Finden musste er sie schon allein, der weiße Krieger hatte nicht vor, sich schon wieder unter die Irren zu mischen. Ihm ging das Wetter auf die Nerven, dass Erdbeben, das nicht lange zurück lag und das dumme Getue der bekloppten Wölfe, die sich schleimerisch um die verletzte Alpha kümmerten.


29.12.2008 00:17




Maav


Maavs Blick ruhte weiterhin auf dem jüngeren Rüden, ohne dass eine sonderlich große Regung in seinen grauen Augen zu lesen war. Der Weiße schien eingebildet und arrogant, doch Maav ließ sich davon nicht stören, erwiderte einfach spöttisch:

"Ja, ich glaube meine Eltern haben mich gehasst, zumindest konnte ich sie nie sonderlich Leiden. Aber ich habe das Gefühl, auch deine waren nicht sonderlich begeistert von dir, oder haben dir zumindest kein vernünftige Erziehung zukommen lassen, wenn du so eingebildet und überheblich geworden bist."

Wenn der Weiße auf Höflichkeiten verzichten wollte, hatte Maav kein Problem damit, er war amüsiert von dem jungen Rüden, der wirkte als würde er jeden beleidigen, einfach um der Herausforderung willen.

"Das, junger Rüde, war keine Schleimerei, sondern Höflichkeit, aber scheinbar hast du auch diese Feinheiten des Benehmens nie gelernt."

Die nächsten Worte ließen Maav aufhorchen, Aderianclan... Er hatte bereits von ihnen gehört, nur Gerüchte, doch was er gehört hatte war nichts gutes gewesen, sie schienen eine besessene Familie zu sein, besessen von dem Wunsch besonders zu sein.

"Adeliges Blut? Das ich nicht Lache. Das Blut spielt keine Rolle, Blut ist bedeutungslos, ebenso wie deine Herkunft oder dein Rang. Was zählt ist das was du leisten kannst und nicht das, was dir zugefallen ist."

Trotz seiner Überheblichkeit hatte der weiße Rüde sein Interesse geweckt. Er wirkte verbittert, aber er hatte sich auch seinen Kampeswillen erhalten, so schien es. Auf jeden Fall war er ein ungewöhnlicher Wolf, eine Persönlichkeit der man nur selten begegnete.


29.12.2008 22:26




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian hob sein Haupt und sah Maav an. Seine Eltern hatten ihn wirklich nicht leiden können? Ein geschickter Treffer ins Schwarze! In Gedanken beglückwünschte sich der weiße Rüde selbst. Er grinste hämisch und ließ sein Gegenüber in aller Ruhe palavern. Triumphierend ließ er sich dann in aller Ausgiebigkeit dazu herab, ihm zu antworten.

“Höflichkeit ist nichts als Schleimerei. Du verstellst dich einem Fremden gegenüber und gibst vor, ein feiner Kerl zu sein. Du siehst jemanden und du magst ihn nicht, bleibst aber Freundlich. Was ist das? Höflichkeit? Dass ich nicht lache. Durch die Falschheit, die du ihm vorspielst, verarscht du ihn doch bloß. Was soll daran bitte zu den guten Manieren gehören?“

Für Shiyu gab es keine ehrliche Freundlichkeit. Es gab nur gespielte, falsche, gelogene Freundlichkeit. Und niemand würde ihn jemals vom Gegenteil überzeugen können, da war er ganz sicher. Die Welt unterlag gewissen Regeln, über die er alles wusste.

“Wir erlangten unseren Ruhm nicht durch unser Blut, Klugscheißer. Wir sind Krieger, im Kampf so perfekt wie im Jagen. Fehler werden ausgemerzt, wann immer sie auftreten. Schwache Jungtiere werden getötet. So züchtet man die Schwäche aus einer Rasse heraus. Die Schwäche, die du und jeder Wolf hier in sich trägt. Wenn viele hundert Generationen vorüber gezogen sind, dann gelangt man irgendwann zu einer vollkommenen Rasse. Ein Clan unbesiegbarer, mächtiger Kämpfer. Weißt du, wie viele Jahrhunderte es uns gab? Wie viel Wissen wir sammelten, wie oft die Gesichter unserer Leittiere sich veränderten? Kannst du dir vorstellen, wie groß die Geduld sein muss, wenn man weiß, dass das eigene Leben nicht zur Vollkommenheit führen kann, nach der man strebt? Die einzige Möglichkeit, die bleibt ist, dem Nachwuchs alles Wichtige mit auf den Weg zu geben.“

Eigentlich hatte ein nerviger Fremder überhaupt nicht verdient, dies alles zu hören.

“Verzeih also, wenn ich mich gegenüber Ungeziefer wie dir als etwas Besseres fühle. Es ist eben so.“


Leisten konnte er nun wirklich viel. Als Jäger konnte er dem Rudel dienen, als Beschützer. Er wäre wirklich eine große Bereicherung gewesen, hätte man ihm in seiner Familie etwas über Herzlichkeit beigebracht. Aber er interessierte sich nur für sich selbst.


30.12.2008 02:47




Maav


Maav lauschte dem Rüden aufmerksam, was er erzählte unterschied sich so sehr von dem was er dachte, dass er sich von dem Weißen gleichzeitig fasziniert und abgestoßen fühlte. Sein Hochmut war etwas, was Verwirrung in ihm hervor rief, er hatte nur selten Wölfe getroffen, die so sehr von sich überzeugt waren und die meisten von diesen hatten in Wirklichkeit keine Ahnung gehabt, waren Schwach gewesen. Doch der Weiße wirkte, als wüsste er wovon er sprach, er wirkte wie jemand der Jagen konnte, der Kämpfen konnte.

"Vielleicht hast du Recht und Höflichkeit ist nichts als Schleimerei, aber besser höflich bleiben, bis ich meinen Gegenüber einzuschätzen weiß, weiß ob ich mehr mit ihm zu tun haben möchte oder seine Gegenwart meide."

Ein leichtes Grinsen lag auf seinen Lefzen, als sich sein Blick in die bernsteinfarbenen Augen Shiyus bohrte. Den Regen hatte er vergessen, er war nicht mehr von Bedeutung, störte ihn nicht mehr seit er den interessanten weißen Rüden getroffen hatte, mit seinen kontroversen Ansichten, der ihn gleichzeitig faszinierte und abstieß.

"Du zum Beispiel. Du bist so gefangen im Stolz deines Clans, den du trotz all deinem Stolz verlassen hast, so überzeugt von dir selbst, willst das dich andere respektieren, dich anbeten, ohne je etwas bewiesen zu haben, ohne je bewiesen zu haben, ob all die großen Reden die du schwingst der Wahrheit entsprechen. Du schaust auf die Anderen herab, ohne zu wissen, wozu sie fähig sind. Du bist offensichtlich ein unglaublich unhöfliches Arschloch, aber ich mag dich."

Maav hatte sich inzwischen hingesetzt und die Rute dich um den Körper gelegt, ein Grinsen noch immer auf den Lefzen. Früher wäre es jetzt schon längst zum Kampf gekommen, dessen war er sich sicher. Er hätte dem frechen Weißen gezeigt, dass er sich mit dem falschen Angelegt hatte, auch wenn dieser ohne Zweifel stark war und er sich nicht mal sicher sein konnte ihn zu besiegen, doch die Zeit hatte ihn ruhiger gemacht, wie er schon oft festgestellt hatte.


30.12.2008 12:11




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian sah sein Gegenüber vernichtend an und stolzierte ein paar Schritte davon. Fehlte ihm gerade noch, dass er wegen Maav den Anschluss verlor und eventuell die Witterung, wenn der Regen wieder stärker wurde. Dann hätte er nach dem Abschaum rufen müssen, oder sie tagelang suchen. Wie gut, dass Kiba Telay verletzt war und deshalb hinter der Gruppe lief. So konnte er schnell aufholen. Während Maav dummes Zeug vom Einschätzen anderer Wölfe von sich gab, lief Shiyu einfach in dem Wissen davon, dass der Trottel ihm schon folgen würde. Nach dem er den Redeschwall beendet hatte, drehte der weiße, kleine Rüde lediglich den Kopf zu ihm. Ich mag dich, hatte der doch nicht tatsächlich gerade von sich gegeben? Shiyu fletschte die Zähne und knurrte, als hätte man eine widerliche Beleidigung ausgesprochen, ehe er die Worte einfach komplett ignorierte und sich daran machte, den Idioten aufzuklären, wieso er es hier aushalten musste, mit solchen wie ihm und dem Ungeziefer vom gleichen Schlag hier im Rudel.

“Verlassen? Dass ich nicht lache. Kein vernünftiger Wolf würde seinen Familienclan mit adligem Blut verlassen, um hier im Dreck zu leben, mit gewöhnlichem Getier wie dir! In der Bruderschaft gibt es viele Clans. Der Stärkste gewinnt und damit geht die Geduld von vielen hundert Jahren vorbei. Die Ausdauer, dass Training, die Mühe, das Wissen, eine adlige Familie stirbt, weil sich ein anderer Clan besser im Kampf geübt hat. Und damit bin ich der letzte, meiner Rasse, verflucht dazu, mir dein dummes Geschwätz anzuhören und hier in diesem hässlichen Land zu leben, mit verblödeten Wölfen, einer unfähigen Leitfähe, ekligen Matsch – und Froschwölfen, welchen, die nach Fisch riechen, solche die Blind und Taub sind und sich durchfüttern lassen. Es ist abstoßend!“

Mit diesen Worten wandte er sich ab und lief davon ungeachtet der Tatsache, dass er nach wie vor davon überzeugt war, dass Maav ihm folgen würde. Es interessierte ihn nicht. Sollte er doch der sein, der den Neuen zum Rudel führte. Sollte dieser Penner doch Teil der Verlierer werden, denn dazu war er geboren worden. Und der einzige Wolf hier, an dem Shiyu wirklich Interesse hatte, dass war die kleine Welpin, mit reinweißem Fell. Sein Clan war tot, aber sie hätte eine Tochter sein können. Nicht seine, aber die eines Anderen.


30.12.2008 13:49




Shaí


Shaí trabte lässig zwischen den Bäumen dem Rudel nach. Er hatte keine Lust, direkt im Rudel zu gehen. Wozu auch. Den Kopf hoch erhoben schritt er durch die Landschaft. Er lauschte den wunderschönen Geräuschen der Natur. Der Schwarze hatte gar nicht bemerkt, dass er stehen geblieben war. Doch die Natur verzauberte ihn immer wieder. Als er weitertrabte, ruhte sein Blick jedoch nicht mehr auf den Bäumen und den bunten Vögeln, sondern auf der Alpha. Er erinnerte sich noch gut an den kleinen Welpen, den er gerettet hatte. Ähm... wie hieß er noch gleich?? Doch das alles waren Gedanken, die ihn einfach forttrugen... dies alles hatte er mitten am Tag gesehen, nun jedoch fiel das Tuch der Dunkelheit über das Gebirge. Der Rüde seufzte erleichtert auf. Nun wurde er nahezu unsichtbar. Leise prasselte der Regen auf sein schwarzes Fell, dass an Schwärze noch zusetzte. Aber... wie hieß jetzt dieser Kleine...

o.O.(Toboe.)

Er hatte sich den Namen irgendwie gemerkt. Vielleicht hatte der Kleine soviel Eindruck auf ihn gemacht, dass er sich den Namen behalten hatte... seine Gedanken schweiften wieder ab in die Ferne. Er nahm nur noch dsa Zwitschern der Vögel um ihn war. Doch dann ruhte sein Blick wieder auf der Wölfin. War sie etwa verletzt? Seine Lefzen verzogen sich zu einem spöttischem Lächeln. Und warum ging sie hinter ihrem Rudel?! Hatte sie sich etwa bei dem Beben verletzt? Er schnappte kurz nach ein paar Regentropfen.

o.O.(Nun, das hätte dir genauso geschehen können, du Blödmann. Außerdem urteile nicht zu schnell über die Alpha. Vielleicht ist ihr ja etwas schlimmes passiert...)

er spuckte kurz aus. Wie er es hasste, wenn sein 'gutes Gewissen' auf ihn einsprach... er verabscheute es. Irgendwie passte es nicht zu ihm, doch schon oft hatte ihn sein Gewissen gerettet. Vor Taten... seine Augen verfinsterten sich. Dennoch war er immer noch hübsch anzusehen. Sein Fell glänzte weich und seine dunkelblauen Augen strahlten. Doch sie waren kühl und distanziert. Vielleicht sollte er sich irgendjemandem anschließen? Nun ging er gemächlich neben dem Rudel her. Sie konnten ihn vielleicht riechen, doch sehen nicht. Seine Schritte gingen im Einklang der Anderen, aber paralell. Etwa fünfzehn oder zwanzig Meter trenten ihn und den ihm am nähesten Wolf. Sein Blick huschte über das Rudel. Manchen sah man etwas wie... Furcht an. Ihm fiel ein Wolf auf. Seine Schritte verlangsamten sich, doch er konnte sich nicht dazu durchringen, zu den anderen Wölfen zu gehen. Seine Ohren schnippten etwas nervös, doch seine Augen waren immer noch kalt. Und tief... tiefer als der Ozean. Er reckte den Kopf noch ein wenig höher und setzte sich wieder in Bewegung. Vielleicht, wenn sie dort angekommen waren, wo die Alpha hinwollte, würde er sich vorstellen. Ersteinmal natürlich ihr selbst. Er wusste, dass er ihr Kind gerettet hatte. Er dachte kurz nach, dann ging er zu der Alpha und kam ein paar Meter von ihr entfernt zum Stehen. Ihm entging nicht, dass hinter ihr noch ein Wolf stand, doch er beachtete nur die Fähe vor ihm.

"Seid Ihr die Alpha dieses Rudels?"

fragte er in kühlem Ton, doch er war nicht so kühl, wie sonst. Seine Augen huschten über die Fähe. Sie war sehr erschöpft. Was sollte er tun? Der Regen nervte.

o.O.(Hilf ihr doch, du Depp!!)

er gab sich einen Ruck, schließlich war das ja nicht irgendein Wolf. Sondern die Alpha. Ihr konnte er helfen. Er ging langsam auf sie zu. Ein charmantes Lächeln umspielte seine Lefzen.

"Darf ich mich Euch vorstellen? Mann nennt mich Shaí. Lasst mich Euch helfen... bitte."

er schaute sie ernst an und ging dann mit langen Schritten auf sie zu. Er verspottete sie nun nicht mehr, sie tat ihm zu sehr leid. Hoffentlich würden sich die Schmerzen irgendwann legen. Denn die Wölfin hatte Schmerzen. Sie konnte ja kaum noch ihr eigenes Gewicht tragen! Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er auf die Graue zu und stützte sie. Hinter ihnen war dieser andere Wolf. Nein, eine Wölfin. Er nahm ihre Witterung auf. Doch da die andere Wölfin, die Anführerin, direkt neben ihm stand, wandte er sich um und nickte kurz. Die Fähe war graubraun. Sein schönes Gesicht war etwas distanziert, doch er ließ einen sehr leichten Ausdruck von Sorge durch seine ansonsten harte Miene durchdringen, als sein Blick wieder auf der Silbergrauen ruhte.


30.12.2008 16:44




Kiba Telay


Kiba Telay humpelte weiter, manchmal waren die Umrisse der Felsen im Regen zu erkennen, glänzten vom Wasser. Viel eher aber musste sie aufpassen, nicht aus zu rutschen. Und das, wo sie sich nur mit drei Läufen abfangen könnte. Aber die Silbergraue blieb tapfer, schnippte die Ohren nach hinten, um die Ohrmuscheln besser vor dem Regen zu schützen. Ihr eisblauer Blick wandte sich leicht zurück, als wollte sie prüfen, ob wirklich nur noch Akara hinter ihnen lief, da blieb ihr fast das Herz stehen, als ein schwarzer Wolf durch die Dunkelheit direkt auf sie zu kam. Leicht stolpernd hielt sie wieder inne, meinte erschrocken erst Geister vor sich zu sehen. Dieses leichte Silber an seiner Schnauze, die blauen Augen ... Silence. Kiba schüttelte innerlich den Kopf. Das war irrsinnig. Dieser Ort überflutete sie mit Erinnerung, aber ihr schwarzer Gefährte würde nicht mehr wieder kommen. Nie mehr. Und dieser Wolf hatte auch viel zu dunkle Augen, in der Finsternis der Nacht ließ sich nur durch ihren leichten Schimmer erahnen, dass sie blau waren. Und auch der Geruch. Der Geruch ...? Jetzt war sie doch irritiert. Etwas an ihm roch bekannt, es war nicht der Wolf selbst, bloß eine Witterung, die an ihm haftete. Genug, er hatte sie etwas gefragt, die Leitwölfin konnte nicht einfach so rumstehen und den Rüden anschauen, als seie er ein Phantom, oder dergleichen.

Ja, mein Name ist Kiba Telay.“

Das der Schwarze dann aber einfach so zu ihr herüber trat und sie stützte, damit hatte sie nicht gerechnet. Fast ein wenig irritiert, drehten sich ihre Ohren leicht. Ihr Tal hatte schon viele Fremde gesehen, aber die Wenigsten waren so zuvorkommend gewesen. Und Heute waren gleich Drei angekommen. Korrianke, der irgendwo weiter vorne laufen musste, hinter ihr Akara Chitaru und jetzt dieser Shaí, wie er sich grade vorgestellt hatte.
Kiba Telay besann sich auf ein leichtes Lächeln und nickte dem Wolf zu.

Das ist sehr lieb, danke.“


Sie kam sich ein wenig vor wie eine alte Wölfin, die von allen Seiten Hilfe annehmen musste und angeboten bekam, dabei war sie bloß erschöpft von der langen Wanderung und den Schmerzen in ihrem gebrochenen Lauf. Noch immer irritierte sie der schwache Geruch in seinem Pelz. Jetzt, wo er direkt neben ihr stand, konnte er diesen viel besser aufnehmen. Wen hatte er getroffen?

Wir sind die Tears of Destiny und grade auf dem Weg zu unserem Winterquartier. Eine Höhle, die wir gleich erreicht haben dürften. Was sind deine Absichten, Shaí?“


30.12.2008 20:16




Toboe Tearlay


Munter tappte der junge Rüde umher. Das Fell durchnässt, aber der Blick aufmerksam nach vorn gerichtet. Es durfte nicht mehr all zu weit sein. Auch wenn er nun allein war. Mit jedem Schritt hielt der Graue auch Ausschau nach Teyrm und Naíra, aber keiner der beiden war in der Nähe. Es ging ihm nicht gut dabei, dass er sie allein gelassen hatte. Aber der Geruch des Rudels war in seine Nase gestiegen, und jetzt drängte ihn sein Bauch in eben diese Richtung. Das würde wohl das einzig richtige sein. Die beiden würden schon klar kommen, vor allem Teyrm. Er kannte seinen besten Freund. Der ließ sich nicht unterkriegen. Toboe gähnte kurz auf, während er mit federnden Schritten voran trabte. Er musste sich den Schmerz, der nach seinem kleinen Sturz durch seine Pfote gezuckt war, eingebildet haben. Immerhin war nun alles wieder gut, und er war voller Tatendrang.
Kurz erinnerte er sich an den Schwarzen, de rihn gerettet hatte. Woa, war das ein Held! Er verdiente einen Preis dafür! Aber.. kurz nachdem er ihn gerettet hatte, war Toboe ja schon wieder auf eigenen Pfoten unterwegs. Shaí hatte ihn nur kurz getragen, dann hatte es der Rüde nicht mehr ausgehalten, nicht selbst laufen zu dürfen. Nein, das war wirklich eine Qual gewesen mit dem Geruch des Rudels, der seine Nase umspielte. Aber jetzt war er ja bald da! Der stolze Abenteurer kehrte allein zurück. Haha! Er freute sich schon auf das Gesicht seiner Mutter, wenn ihr Sohn, der seiner Meinung nach um das dreifache gewachsen war, plötzlich vor ihr stand. Mit einem breiten Grinsen auf den Lefzen. Ja.. darauf freute er sich am meisten. Und er zweifelte nicht daran, dass sie sich freuen würde. Nein, nicht eine Sekunde. Dazu freute er sich viel zu sehr. Mit jugendhaften Sprüngen eilte er also voran, folgte mit einigen, etwas größeren Schlänkern der Fährte, die ihm zu seinem Ziel führen würde. Er würde sich garantiert nicht ankündigen, dann wäre ja die ganze Überraschung hinweg. Wie warme Luft. Und dann.. traf auch wieder Shaís Geruch seine Nase. Hah! Er hatte das Rudel also vor ihm erreicht. Dann konnte er seiner Mutter gleich von der Heldentat des Wolfes berichten! Wunderbar! Urplötzlich raste der Graue los, preschte durch den Regen wie ein gebissenes Tier. Die Zunge hing aus seinem Fang heraus, während der Regen ihm gnadenlos ins Gesicht prasselte. Und.. da waren sie! Durch den Regen konnte er schemenhaft die Umrisse einiger Wölfe erkennen. Haha! So shcnell ihn seine Pfoten tragen konnten hastete er nun auf die Gruppe von Wölfen zu. Und noch immer verließ kein Ton seine Kehle. Wenn sie ihn nicht rochen, würden sie ihn wohl erst hören wenn es schon zu spät war.
Er erkannte von weitem die Wölfe, die dem Rudel folgten. Und darunter.. er erkannte das graue Fell sofort. Und bei seiner Mutter waren noch zwei schwarze Wölfe, die er jetzt aber erst nicht zuordnen wollte. Und jetzt, wo seine Mutter nour noch so eine kurze Strecke von ihm entfernt war, konnte er dem Drang nicht widerstehen, doch einen Ton von sich zu geben. Ein leises Wuffen entfloh seiner Kehle, während er weiter auf die Grau zuraste. Sie bewegten sich nicht wirklich schnell, und so hatte der Graue sie ohne Probleme mit riesigen Sprüngen eingeholt. Er rannte ihnen entgegen, gab nun alle möglichen Geräusche von sich. Und er blieb nicht stehen, preschte weiter auf das Rudel zu. Jetzt war er wirklich wieder hier. Er war wieder zu Hause. Da, wo er hingehörte!


30.12.2008 23:45




Maav


Tatsächlich folgte Maav dem weißen Rüden auch wenn er wusste, dass der Weiße das als Beweis seiner Schwäche werten könnte. Aber er konnte einfach nicht anders, zu sehr war er fasziniert von der arroganten und doch auf eine seltsame Weise ehrlichen Art des Neuen. Das Knurren nahm er gelassen und mit einem leichten grinsen auf den Lefzen hin, soso der Weiße den sonst scheinbar alles kalt ließ schien mit so etwas wirklich nicht zu Recht zu kommen. Er hatte inzwischen aufgeholt und lief neben dem Weißen her, mal näher mal auf Abstand zu ihm, einfach um ihn ein wenig zu verwirren.

"Warum bist du dann hier? Müsstest du nicht fähig sein alleine zu überleben, ohne ihre Hilfe und wenn du so stolz bist auf deinen Clan, lass ihn wieder aufleben. Wenn ich, deiner Meinung nach ja ein minderwertiger Wolf, es geschafft hat so lange alleine durch die Lande zu ziehen ohne ein Rudel zu brauchen warum tust du es nicht?"

Er war sich bewusst, dass er Shiyu provozierte, doch irgendwie machte ihm dieses Streitgespräch zu viel Spaß um es jetzt auf sich beruhen zu lassen. Der Jüngere war erfrischend anders. Anders, ja. Auch ziemlich eingebildet und unfreundlich, aber er wirkte auf eine seltsame Weise so, als könnte er nicht anders als zu beleidigen und zurück zu weisen. Was auch immer es war, es hatte Maavs Interesse geweckt und sein Blick huschte immer wieder zu dem Weißen mit den bernsteinfarbenen Augen während er langsam neben ihm her trabte, vorbei an nassen Wiesen und Bäumen, die ihre Blätter schon lange verloren hatten, nun nur noch kahle Gerippe waren in denen sich hier und da ein Vogel erspähen ließ, der dem schlechten Wetter trotze wie sie und sich weigerte sich von den Launen des nahenden Winters in den Süden vertreiben zu lassen. Er würde ausharren so wie sie, sich mit aller Kraft gegen die Kälte wehren und darum kämpfen die kalten Tage zu überleben, jeden Morgen aufs Neue, unermüdlich, darauf wartend, dass der Frühling kommen würde und sie von der Kälte, dem Regen, dem unwirtlichen Wetter zu erlösen und die müden Knochen zu wärmen.


31.12.2008 14:48




Korrianke


Der Anstieg zur Höhle machte Korrianke keine Schwierigkeiten. Gelassen folgte er der Gruppe, lief eher am Ende, um ab und zu einen Blick auf die verletzte Alphafähe zu werfen. Er sorgte sich um sie, denn sie trug große Verantwortung für das Rudel, welches auf einen Anführer angewiesen war. Gut, dass Kiba Telay über offenbar äußerst loyale Lakaien oder aber Freunde verfügte. Er konnte die Beziehung zwischen ihr und Adali noch nicht einschätzen. Nebenbei hielt er nach Akara und Leikuna ausschau, denn ihm stand der Sinn nach Gesellschaft. Sein scharfer Blick durchbrach die Dunkelheit die sie umfing ohne größere Schwierigkeiten, nur der Regen verschleierte seine Sicht. Kiba hatte inzwischen jemanden, der eingreifen konnte, falls sie in Gefahr geriet, also zog er sein Lauftempo etwas an und schloss zu Akara auf.

"Ich grüße dich."

Sprach er mit ruhiger Stimme. Ein Lächeln galt seiner neu gewonnenen Freundin, auch auf sie wollte er stets ein Auge haben, auch wenn sie sicher keinen Schutz wollte. Die Wölfin machte einen sehr selbstständigen Eindruck.

"Ich bin recht gespannt auf das Winterquartier. Der Wasserfall muss beeindruckend sein."

Sagte er und blickte den steinigen Anstieg hinauf. Bald schon würde es tiefster Winter sein, die Steine und Felsen hier würden zur tödlichen Falle, spiegelglatt und scharfkantig.

"Ich kann es kaum erwarten, den ersten Schnee fallen zu sehen. Weiß und rein wird er in zarten Flocken zu Boden fallen. Alles wird still, jedes Geräusch wird gedämpft und weltfremd, Frieden kehrt ein in einen Lebensraum, der sonst von allerlei Geshcöpfen bevölkert so quirlig und lebendig ist wie das Leben selbst. Ich mag diese Stille, sie lässt mehr Raum für Gedanken und für Nähe."

Er sprach mehr zu sich selbst als zu Akara und trotzdem waren diese Worte auch für die bestimmt. Er teilte gern seine Gedanken und Gefühle mit ihr, obwohl er sich nicht sicher war, ob sie ihn verstehen konnte.


31.12.2008 15:02




Shaí


Interessiert spitzte Shaí die Ohren. Sein schwarzes Fell glänzte und seine dunkelblauen Augen blitzten.

"Es freut mich, Euch kennen gelernt zu haben, Kiba.
Meine Absichten... wollt Ihr diese wirklich wissen?"


meinte er leise lachen. Doch er erwartete auf seine Frage keine Antwort. Das charismatische Lachen verhallte, und er wandte seinen schönen Kopf ein wenig Kiba zu, sie hatte graues, beinahe silbernes Fell und sah hübsch aus, wenn auch ziemlich erschöpft. Er vermutete, dass ihr Bein verstaucht- oder sogar gebrochen war.

"Nun, ich werde es Euch gerne dalegen, da Ihr die Alpha seid und obendrein mir vertrauenswürdig erscheint.
Ich kam hier an... nun, vielmehr mehrere Meilen weg von Eurem Rudel. Ich lief ein wenig umher, war nicht mehr ganz so kraftvoll, doch konnte mir immer noch Fressen besorgen- doch ich schweife ab, Entschuldigt... nun... ich traf auf einen weiteren Wolf. Allein war er. Er trug den Namen Merlin. Er gehörte nicht wirklich Eurem Rudel an- sofern ich ihn verstand. Auf jeden Fall führte er mich in die Nähe Eures Rudels, den Tears of Destiny. Interessanter Name, nebenbei gesagt...",
noch ein leise Lachen, "...doch lieber fahre ich mit meiner Geschichte fort. Merlin, der Rüde, brachte mich also in die Nähe, ich nahm schon Witterungen auf. Dann bebte plötzlich alles. Mir war es vertraut, ich komme aus einem Land, dass oft durch diese Beben erschüttert wird. Durch eines dieser Beben starb mein Vater Talib-Madey. Aber das spielt im Moment keine große Rolle. Ihr wart ja auch dort, in der Nähe. Ich nehme daher an, dass Eure Verletzung daher kommt. Ich hörte nur einen Schrei... Auf jeden Fall kam ich gerade noch rechtzeitig um Euren... um einen Welpen zu retten.

Und jetzt... lass ich mich vom Wind tragen. Mal sehen, wohin ich getrieben werden. Erstbeinmal hatte er mich an Eure Schulter geheftet. Mal sehen, was die Zukunft bringt..."


Der schwarze Wolf ließ seine letzten Worte in dem Regen verklingen. Sein Fell glänzte vom Regen, seine Augen jedoch blitzten vergnügt.

"Ja, ich denke, das sind meine Absichten. Bisher."

er blickte sie an und seine dunkelblauen Augen waren offen. Keine Spur von Überheblichkeit oder sonst irgendeiner anderen abschätzenden Art. Seine Augen ruhten kurz auf ihrem Bein, dann half er ihr weiter, Schritt um Schritt kamen sie dem Winterquatier näher. Kiba war zwar ein wenig größer als er, aber nicht stärker- vorallem jetzt nicht, wo sie verletzt war. Deswegen hatte der ebenfalls große, schwarze Rüde kein Problem, das halbe Gewicht der Fähe mitzutragen. Plötzlich hörte er ein leises Wuffen. Er wandte sich um, immer noch weitergehend nahm er den Geruch des kleinen Toboe wahr. Er lächelte. Woran lag es, dass er anscheinend alle Mitglieder dieser Familie mochte? Zuerst Toboe, dann Kiba... seltsam. Er lächelte den kleinen Rüden freundlich an.

"Kiba, Euer Sohn..."

mehr Worte bedurfte es in dieser Situation einfach nicht.

Die beiden hatten sihc doch lange Zeit nicht gesehen, oder? Er zwinkerte dem Braungrauen zu.


02.01.2009 16:34




Leikuna


Leikuna hatte es irgendwie überstanden. Die Erde hatte sich aufgerissen, versucht die Wölfe zu verschlingen, und beinahe wäre ihr Kiba zum Opfer gefallen.
Seit dem hatte sich Leikuna erst Recht in Yagos Nähe gehalten, war ihm wie ein stiller Schatten gefolgt, zittert, vor Angst und Ehrfurcht den Launen der Erde gegenüber.
Leikuna hatte seitdem kaum mehr ein Wort gesprochen, war nur still hinter Yago gelaufen, hatte sich nutzlos gefühlt und sich immer wieder umgesehen. Nach Akara und Korrianke, die zwei Wölfe mit den schönen Augen, und nach all den Wölfen die viel länger dazu gehörten als sie selbst, und die sie doch noch längst nicht kannte.

Nun lief sie noch immer bei Yago, inzwischen mehr neben als hinter ihm, und sah immer wieder zu ihm auf, und dann wieder über die Umgebung in die er sie führte. Der Regen war nicht mehr so stark, aber sie war ja auch schon völlig durchnässt, es brauchte also kaum noch zusätzliche Nässe um ihr das Leben zu erschweren.
Mit vorsichtigen Schritten ging es vorwärts, der rutschige Stein unter ihren Pfoten weckte nicht unbedingt Leikunas Vertrauen, und endlich sah sie wieder zu Yago auf, die gelben Augen waren noch immer vom Schrecken der letzten Stunden gezeichnet.

"Yago? Ist das immer so?"

er würde verstehen was sie meinte, ihr Blick, geradezu nach Verneinung flehend, lies auch kaum Interpretationsspielraum...


04.01.2009 13:01




Adali


Die schwarze Fähe blieb einen Augenblick ruhig stehen, als sie den bekannten Bergpfad erreicht hatten. Ein mit Argwohn geschmückter Blick wanderte die schroffen Felsen hinauf. Selbst hier oben nahm das Schicksal keinerlei Rücksicht auf dieses Rudel. Aber dieses Mal würde es zu keiner Tragödie kommen. Erleichtert hatte sie fest gestellt, dass weder jemand aus dem Rudel gestorben, noch – bis auf Kiba – stark verletzt worden war. Adali war ihrer grauen Freundin sehr selten von der Seite gewichen, hielt sich jetzt nur ein wenig verdeckt, um die Alpha nicht beim Aufstieg zu behindern. Sie hatte es mit ihrem verletzten Lauf schon schwer genug. Es musste auch für sie ein seltsames Gefühl sein, wieder hierher zurück zu kehren. An diesem Ort hatte das Schicksal ein zweites Mal heftig zu geschlagen und unzählige Leben gefordert – den größten Verlust hatte wohl wieder ihre Freundin zu verzeichnen. Der nachdenkliche Blick aus den erloschenen bernsteinfarbenen Augen wanderte zurück zu ihrer Freundin, die sich nun mit einem schwarzen Wanderer unterhielt. Was sie nicht ahnte war, dass auch sie genau wie die Requistin beinahe auf ein Trugbild herein gefallen wäre. Das Ausmaß ihrer Sehnsucht. Wäre dieser Rüde wirklich Silence gewesen... sie musste sich beherrschen, sich nicht hoffnungsvoll nach Yosó umzusehen. Sie wusste, dass er nicht mehr hier war. Er hatte das Rudel wohl verlassen und sie vergessen. Seine Spuren hatten sich irgendwo im Wald verloren, wurden gerade vom Regen fort gespült.

.oO(Egal wo immer du bist, ich werde dich für immer lieben.)

Innerlich seufzte sie, wandte sich dann um. Sie wollte ihre Freundin nicht einengen oder zu sehr belagern. Die Graue war unglaublich stark und erfüllt von einem festen Willen. Von ihr konnte sie sich selber mal eine Scheibe abschneiden. Es war schwer. Es war so unglaublich schwer, die alte Gewohnheit und alles was damals war los zu lassen. Nur zu gerne würde sie dorthin zurück kehren oder sich in ihre eigene Welt zurück ziehen, sich verstecken oder verbarrikadieren um für immer in der Zeit stehen zu bleiben. Doch es ging weiter und sie musste jetzt leben. In der Realität, so schmerzhaft sie auch war. Wenn sie doch nur ihre Wunden heilen lassen könnte. Ihr Blick suchte ihren kleinen Ziehsohn Senedd, doch auch dieser hatte sich wohl zurück gezogen. Vielleicht kam er später wieder zu ihr.

.oO(Ich bin nicht allein. Dieses Rudel ist mein zu Hause.)


05.01.2009 13:42




Shitéryu


« Wo Ziele fehlen, irrt der Wille umher... »

Ist dies mein Weg, der mir vorher bestimmt ist oder den ich ganz alleine gewählt habe? Ist es der Weg, den ich gehen sollte oder dieser, der zu mir gefunden hat?

Die hellen Augen des Schneeweißen hingen an den regenschweren Wolken, die sich langsam verzogen und immer weniger ihre Tränen fallen ließen und blickten einen Augenblick der Stille nur in den Himmelsgarten. Shitéryu war verwirrt, bis auf das Tiefste seiner Seele. Zorro hatte ihm etwas geschenkt, was er nicht benennen konnte, aber seit dem Beben, welches die Erde erschüttert hatte, hatte er den Dunklen nicht mehr gesehen. Ein wenig biss er sich auf die Lefzen. Er hätte sich von seinem Freund nicht trennen dürfen. Das Beben hatte die Erde gespalten und so war er zur Seite gesprungen, war von der Seite Zorros gewichen. Wenn ihm nun etwas zu gestoßen war...
Die Seelentore wanderten das Rudel hinauf und wieder hinab, doch seit sie den Bergpfad betreten hatten, hatte er kaum mehr eine Übersicht. Es war zu uneben und die Wölfe liefen nicht geordnet, sondern so, wie sie es schafften. Ein wenig runzelte er die Stirn. War da etwas? Nein, er hatte sich diesen Schatten wohl nur eingebildet.

Wie kommt es, dass ich so sehr an ihm hänge? – Er ist dein Freund.

Sachte schüttelte der Weiße den Kopf, wollte sich abwenden, als ihm eine strahlend weiße Fähe ins Auge fiel. Er, als Geist, kannte kaum eine Seele dieses Rudels und so wunderte es ihn nur zweitrangig, dass er die Helle nicht erkannte. Interessiert ließ er den Blick über die Wölfin wandern. Trotz ihres makellosen Fells – bis auf eine dunkle Pfote – schien sie nicht so geisterhaft wie er. Im Gegenteil.

Wie macht sie das?

Ein seltsames Gefühl beschlich ihn, ein verhaltenes Interesse und Neugierde, doch längst nicht so einfältig und vielleicht auch aufdringlich. Beherrscht und ruhig trat er auf die Weiße zu und neigte leicht den Kopf, um sie besser betrachten zu können. Seine Miene war ruhig und mit einem Schleier von Melancholie behaucht. Seine Erscheinung mochte seltsam aber einzigartig zugleich sein. Nur: was sagte man in einer solchen Situation? En ein ‚Hallo.’ Kam ihm zu stümperhaft und herkömmlich vor, ein ‚Ich grüße dich.’ zu formal. Einfach zu schweigen wäre auch nicht angebracht und lieferte weder eine Erklärung für seine Anwesenheit, noch für seinen Blick. Vorsichtig entschied er sich für etwas völlig anderes.

Das Ziel ist gewiss bald erreicht.

Eine bloße Feststellung, die ihm trotzdem nicht gerade gefiel. Das Reden war nicht ganz seine Stärke und auf jemanden zu gehen konnte er auch nicht so ganz. Er versuchte es, nicht ganz so unbedacht und naiv wirken zu lassen, indem er den Kopf ein wenig anhob, als könne er so besser sehen. In Wahrheit versuchte er aus ihrer Gestik zu lesen, ob sie von ihm wie über einen Dummkopf dachte.

« Es braucht den ersten Schritt, um weiter zu kommen, ob kurz oder lang ... nur so kommen wir zum Ziel.... »


06.01.2009 10:13




Jeanne


Ruhig schritt die Weiße vor sich hin, den Kopf leicht zu Boden gerichtet. Sie wirkte fast schon abwesend in ihren Gedanken versunken. Und dabei achtete sie doch darauf, was in ihrer Umgebung passierte. Sie lief nicht direkt beim Rudel, eher ein bisschen abseits. Wenn sie so den Kopf hob, hatte sie alles etwas besser im Blick. So konnte sie besser auf die jüngeren aufpassen. Und das war jetzt das Wichtigste. Sie musste auf Shanaro und Felino aufpassen, und eigentlich auch Tsu. Langsam machte sie sich Sorgen. Die kleine Welpin war noch immer nicht wieder da, und ebenso war Cílyn noch immer verschlossen. Aber.. sie würden schon wieder auftauchen, eigentlich hatte sie daran keine Zweifel. Die Braune passe sich gut auf die Welpin auf, und bald waren beide unversehrt wieder hier. Die Weiße hob den Kopf, ließ den Blick kurz zu den beiden Welpen schweifen. Sie waren in der Nähe, sodass sie sie im Blick hatte. Sie durfte die beiden nicht aus den Augen lassen, sie durften nicht verloren gehen. Sie hätte sich wahrscheinlich ewig Vorwürfe gemacht. Und doch lief sie lieber hier, neben dem Rudel, wo sie ungestört war. Es war einfach besser so. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Gedanken kurz zu Danley abdrifteten. Wie gern hätte sie ihn nun bei sich gehabt, ihn an ihrer Seite gespürt. Aber.. das würde nie wieder so sein. Und das wußte sie. Und irgendwie.. hatte sie es auch schon akzeptiert, auch wenn der Schmerz noch tief in ihr verankert war. Sie musste damit weiter leben, ob es nun weh tat oder nicht. Mit einem leisen Seufzen wandte sie den Blick wieder nach vorn, als ihr plötzlich ein bekannter Geruch in die Nase stieg. Ein wenig verwirrt drehte sie nun doch den Kopf etwas zurück, um besser etwas erkennen zu können. Aber sie lief zu weit vorne, sie konnte die letzten des Rudels nicht erkennen. Aber.. dieser so bekannte Geruch. Das konnte eigentlich nur ein einziger Wolf sein. Er war also wieder da. Ein ruhiges Lächeln legte sich auf die Lefzen der Weißen. Toboe..
Ganz automatisch blickte sie zur Seite, als ein weißer Schatten plötzlich bei ihr stand. Sie musste zugeben, sie hatte sich ein wenig erschrocken, sie hatte nicht registriert, dass der Rüde neben sie getreten war. Aber sie versuchte sich diesen Schrecken nicht anmerken zu lassen. Nachdem das Lächeln Jeannes einen Moment verblasst war, zog es sich nun wieder über ihre Züge. Warm lächelte sie den Weißen an, lauschte ruhig seinen Worten. Ja, bald würden sie da sein. Sie kannte den Weg, weit war es nicht mehr. Sie nickte dem Weißen zu.

“Ja, es dauert nicht mehr lang. Wir müssten gleich da sein.“

Jeanne überlegte. Sie kannte diesen Rüden nicht. Oder hatte sie ihn vielleicht gesehen und es nur wieder vergessen? Unmerklich schüttelte die zierliche Fähe den Kopf, nein bestimmt nicht. Kurz sah sie wieder in das Getümmel des Rudels, um nach den Welpen zu sehen, ehe sie sich wieder dem Fremden zuwandte. Sie kannte ihn wirklich nicht.

“Darf ich dich nach deinem Namen fragen, Fremder? Ich glaube ich habe dich hier noch nie gesehen. Mein Name ist Jeanne. Ich bin schon eine ganze Weile bei diesem Rudel.“

Und noch immer zierte dieses ruhige Lächeln ihre Lefzen, dass nicht auf ihre wirkliche Verfassung schließen ließ. Erst hatte sie allein sein wollen, aber nun.. wo dies nicht mehr der Fall war, glaubte sie irgendwie schon, dass Gesellschaft gar nicht schaden würde. Wenn sie mit jemandem sprach, konnte sie nicht so viel nachdenken. Und das hatte gewiß seine Vorteile.


06.01.2009 11:27




Teyrm


Vorsichtig hob der Rüde den Kopf an. Es war schon eine Weile her seit er sich der Erde unter seinen Pfoten wieder sicher fühlte, inzwischen war allerdings auch wieder das vertraute Gefühl von Verbundenheit zurückgekehrt. Zumindest fast. Die Umgebung war irgendwie verwüstet. Ja, gar nicht mal wenig sogar. Aber so oder so. Er mochte sie auch so. Das aschfarbene Fell mischte sich mit der aufgewirbelten Erde, gab ihm sogar eine etwas dunklere Farbe, einen leichten Braunton. Sein versteck war echt gut gewesen. Allerdings auch so gut, dass jetzt alle weg waren.
Super. Ganz toll.
Aber die würden sich auch schon irgendwie finden.

"Toboe!"

Seine eigene Stimme hallte in den feinen Ohren wieder, wurde von Fels und Wasser reflektiert von den breiteren Rissen in der Erde in Echo verwandelt. Nichts. Zwar seine eigene, wohlklingende Stimme, aber keine Antwort seines besten Freundes. Und lauter wollte er nun wirklich nicht rufen, ganz so weit war das Rudel nämlich auch nicht mehr entfernt und so ein dummer Auftritt war nicht in seinem Wunsche. Aber wenn Toboe hier nirgends war, wo war er dann? Der Aschfarbene senkte den Kopf, seuftze einmal tief. Er war nicht tot, das wusste er, spürte er in seinem Herzen, er hätte es gespürt, ganz sicher. Und Naíra doch auch nicht, nein...

"TOBOE.... Naíra."

Noch einmal rief er, erneut hallte es, erneut die Stille danach.
Das war doch echt zum verrückt werden. Er wandte den Kopf zum Himmel, betrachtete einen Moment die Nacht, ehe er sich ohne zu zögern in Bewegung setzte. Wenn Toboe nicht hier in der Nähe war, war er wahrscheinlich schon ohne ihn zum Rudel gegangen. Dieser Depp. Wie konnte er nur ihren wunderbaren Auftritt als strahlende Helden kaputt machen?

"Sag allen hier ich bin unterwegs
es gibt so viel mehr noch zu sehn.

Und Toboe ist weg, ich bin unterwegs
doch allein ist es nichts mehr."


Hm, nein, selbst singen machte gerade keinen Spaß mehr.
Wurde Zeit das er seinen besten Freund langsam wieder fand. Und Naíra. Er war doch irgendwie für die beiden verantwortlich! Aber für das Erdbeben und das sie nun weg waren konnte er ja eigentlich auch nichts. Aber Schuldgefühle hatte er doch. Doch das waren seine. Die Ohren zuckten einmal, als er den Kopf zwischen den Felsen hervor streckte und die Witterung des Rudels plötzlich ganz in der Nähe ausmachte. In diesem Teil des Landes kannte er sich echt nicht aus, war wohl noch zu klein gewesen.
Und tatsächlich, da raste die kleine Pelzkugel wie ein Irrer auf Kiba zu, umtänzelte sie und zwei schwarze Wölfe. Und bei dem Anblick des Einen, bekam er Lust es seinem Freund gleich zu tun. Seine Mutter. Adali. Ein freudiges Glimmen trat in die Augen des jungen Rüden. Sie lebte, es ging ihr gut. Das Glücksgefühl in seinem Innern war berrauschend. Wie ein Regenbogen zog es sich durch sein gesamtes Inneres. Nicht zählte mehr, kein hunger, keine Angst, keine versteckten Schuldgefühle.
Hier war er.
Hier war sie.
Er war wieder Zuhause.
Und er bewegte sich wie von selbst, trat aus seinem Versteck und rannte, so wie Toboe zuvor, dem kleinen Knäuel am Ende des Rudels entgegen.

oO"Denn ich weiß genau, dass wir uns
Bald wiederseh’n,
egal wie weit entfernt wir auch sind. "Oo



Dachte er in einem warmen Singsang.

"Toboe du Idiot, wo warst du?! Ich hab dich wie ein Irrer gesucht."

Er zog seinem Freund freundschaftlich eins mit der Pfote über, nachdem er schlitternd gestoppt war. Dann richtete sich der junge Wolf zu voller Größe auf. Legte den Kopf leicht zur Seite. Der verlorene Sohn war zurück gekehrt. Und doch konnte er nicht ernst bleiben, Freunde brannte in seinem Organismus wie Feuer. Und der Sohn, der in den letzten Monaten um einiges gewachsen war, wirbelte in einem einfachen Sprung einmal um die eigene Achse.

"Hallo Mutter. Hallo Kiba. Lange nicht gesehen."

Seine Ohren zuckten, er versuchte ernst zu bleiben, doch gelang es dem Aschfarbenen nicht. Zu sehr freute es ihn seine Mutter zu sehen, seine Alphafähe. Er war wieder Zuhause. Das größte aller guten Gaben.


06.01.2009 17:18




Draco


Es war stockfinster und eiskalt. Es nieselte leich. Draco schüttelte sein Fell, um von den Regentropfen frei zu kommen. Er hatte bis jetzt geschlafen. Er ist gestern nacht ins Tal gekommen und hatte den ganzen Tag verschlafen. Er war jedoch immer noch müde und er frohr leicht. Er wusste, das bald der Winter einzug ins Tal halten würde. Er stand auf, gähnte ausgelassen, streckte sich und schüttelte sich noch einmal. Das Tal schien wi tot. Er war sich sicher, ein Rudel gerochen zu haben. Er war lange gereist.

oO(ist es hier in der Nacht immer so, das man denkt hier lebt nichts?)Oo

Er stand nun in der Dunkelheit und wusste nicht so recht, was er tun sollte. Er entschied sich einfach zu laufen. Irgendjemanden musste er ja begegnen. Er lief an vielen dunklen Bäumen vorbei. Als er bei dem einen ankam, hatte er ein komisches Gefühl.

oO(Was war das? Es hört sich so an, als ist hier jemand)Oo

Er ging näher an den Baum heran und seine Vermutung stimmte. Da lag ein kleines Fellknäul. Er schritt noch näher ran, um es genau zu untersuchen. Er konnte zwar nicht genau erkennen, doch er sah, dass das Knäul braun war. Er stupste es sanft it der Nase an um zu überprüfen, ob das kleine Wesen noch lebte.

" Hey kleiner Freund, geht es dir gut?"

Er schaute das Wesen mit seinen Augen an, um zu sehen, ob es verletzt war. Er muste lächeln, wusste aber nicht sorecht warum. Er ging ein paar schritte zurück und legte sich dort hin. Er wollte das Fellknäul nicht erschrecken, wenn er sich zu nahe dorthin legt. Er legte den Kopf auf die Pfoten und beobachtete es.


06.01.2009 17:57

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
01.09.2010 20:58
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23.07.2005

Seite 2




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian lief einfach weiter, als würde Maav nicht existieren. Der einzige Unterschied zum allein sein war, dass er Worte hörte, die dafür sorgten, dass sich sein Fell sträubte und ihn bis aufs Blut reizten. Es hatte wohl etwas damit zu tun, dass der komische, fremde Rüde nicht ganz so dumm war, wie viele seiner bisherigen Wortgefechtgegner. Die Fragen waren durchaus berechtigt und sie hätten ihn nicht so sehr aus der Fassung gebracht, wenn der Idiot nicht gesagt hätte, dass er ihn mochte. So gesehen konnte Maav also nicht gerade klug sein, eher musste er hirnverbrannt und dumm sein.

“Natürlich kann ich ohne Hilfe überleben, aber darum geht es ja wohl kaum!“

Fauchte er aufgebracht, ehe er seine Stimme soweit senkte, dass man nur ein beständiges, unzufriedenes, ja geradezu schmollendes Grollen hören konnte. Mit einem herrischen Brummen taxierte er Maav erneut, der zwischenzeitlich neben ihm ging.

“Ich hab keine Lust, mich mit irgendwelchem Ungeziefer zu paaren. Unser Nachwuchs wäre ebenfalls verseucht und meine Enkel und Urenkel ebenso. Jahrhunderte… so uneigennützig bin ich nicht. Ich hab keine Lust den gleichen Dreck anzufangen, wie meine Vorfahren. Wer weiß, was aus diesem Familienband werden würde. Vielleicht kämen sie auf die glorreiche Idee, sich mit dem normalen Pöbel der hier herumläuft zu paaren, wenn ich gestorben bin, habe ich keine Kontrolle mehr darüber… also verzichte ich lieber auf nervige Plagen und eine zickige, dumme Wölfin, die sich darauf einlässt.“

Kurz dachte er an Yacaru. Er wollte, dass die Kleine besser war, als der Abfall, der hier herumlief und zu dem Maav gehörte. Aber sie würde nicht Teil des Clans sein. Ihr Blut war unrein und nur ihr Aussehen glich dem der Aderian. Soviel Oberflächlichkeit konnte Shiyu nicht aufbringen, dass er dabei über die inneren Werte, die bei ihm Stammbaum und Lebensweise ausmachten, hinweg gesehen hätte.

“Dass ich hier bin, ändert nichts daran, dass ich nicht genauso gut allein herum ziehen könnte. Aber wozu? Nach was soll ich suchen? Nach Wölfen, die mir gleichen? Nach adligem Blut? Es wäre eine Wanderung ohne Ziel, ein Leben, ohne Sinn und selbst wenn dass hier Dreck ist, sind sie doch wenigstens ein bisschen brauchbar, um sich mit ihnen, oder solchen Trotteln wie dir, zu unterhalten.“


Er verdrehte die Augen.

“Du weißt nicht, was ich hier schon an ekligen Dingen gesehen habe! Als ich noch bei meiner Familie war, hätte ich mir nie vorstellen können, wie erbärmlich der Rest unserer Rasse ist. Schau dich an… wobei, du kannst mir da wahrscheinlich eher nicht folgen.“

Shiyu grinste dämonisch und musterte sein Anhängsel abwertend.


07.01.2009 14:37




Shitéryu


« Eine bessere Zukunft fängt damit an, sie zu wollen... »

Eine Zukunft, eine Heimat, ein Leben. Konnte er diese Dinge hier finden, hier bei diesem Rudel, welches ihm noch immer so fremd war? Er war ein Geist, der unsichtbar für die meisten verborgen blieb, der wie der Wind nur dann bemerkt wurde, wenn er sich rührte. So wunderte es den Hellen nicht im geringsten, als die Fähe ihn nach seinem Namen fragte. Ein Name, sein Name, der genauso viel wie der Nebel über ihn aussagte. Als wäre er ein eigenständiges Wesen, welches nur durch eine Bezeichnung vollkommen wurde. Die klaren Augen waren unverändert freundlich auf die Wölfin gerichtet, dann blickte er in die Richtung in der sie gingen.

Mein Name ist Shitéryu.

Eine schlichte Antwort, er beließ es lieber dabei, wollte er ihr keinen Vorwurf machen, dass sie ihn noch nicht bemerkt hatte. Das erging ihm jedes Mal so. Bis auf die Alphawölfe, die seine Anwesenheit erfahren mussten und ein paar wenigen Ausnahmen nahm selten jemand von ihm Notiz.

Ich bin lange dem Rudel nur im Hintergrund gefolgt und versuche gerade erstmalig mich ein wenig mehr hinein zu finden. Das Reden fällt mir nicht gerade leicht...


Was er sich von dieser Aussage erhoffte war ihm selber nicht ganz deutlich. Mitleid brauchte er nicht und jemanden, der ihn bei der Pfote nahm auch nicht. Zorro hatte ihm einen kleinen Anstoß gegeben und auch wenn er sich nach der friedlichen Zweisamkeit mit dem Rüden sehnte, so war ihm die jetzige Gesellschaft auch nicht unrecht.

Wie lange lebst du denn bereits in diesem Rudelverband, Jeanne?

Mit einem leicht entschuldigenden Ausdruck auf dem Gesicht für eine solch dümmliche, belanglose Frage blickte er sie kurz von der Seite an und nahm Jeanne nun ein wenig näher in Augenschein. Sie war ihm in der Tat ein Rätsel.

Wie macht sie das nur?

« Fürchte dich nicht vor der Verwirrung außer dir, aber vor der Verwirrung in dir... »


07.01.2009 15:26




Maav


"Also ich bin schon ein paar weißen, etwas zu klein geratenen Wölfen begegnet.",, erwiderte Maav spöttisch, nicht wissend ob er sich von dem Verhalten des Rüden jetzt angegriffen, beleidigt oder einfach nur amüsiert fühlen sollte.

"Dann erläutere doch einmal was an mir minderwertig ist oh großer Blaublütler."

Es war schwer zu glauben, dass ein einzelner Wolf so eingebildet und festgefahren, so fixiert auf seine Herkunft sein konnte. Es schien als würde Shiyu durch die Welt reisen und einfach alles und jeden mit seiner alten Heimat, seinem alten Rudel vergleichen. Ein wenig Mitleid verspürte er mit dem weißen Rüden, auch wenn ihm der Haufen an Beleidigungen langsam doch auf die Nerven ging. Und irgendwie war da noch immer das seltsame Gefühl neben dem Mitleid auch Sympathie für den Jüngeren zu empfinden. Trotz seines Verhaltens und seines ganzen Gehabes wirkte er einfach nur wie ein verbitterter, alter Wolf, auch wenn er noch jung war und Maav fragte sich, was ihn so sehr hatte verbittern lassen.

"Immerhin habe ich schon so einiges zu Stande gebracht, ich habe das Gefühl du hast dein Leben lang nur gemeckert."


07.01.2009 21:50




Ián


Eine gewisse Leichtigkeit hatte den jungen Rüden erfasst. Sie machte es ihm einfach, zu laufen, ohne längere Pausen. Es war Zeit gewesen, für einen Anfang, einen von vielen, zu vielen. Er wusste nicht, wie viele er noch brauchen würde. Aber er würde sie sich nehmen, bis es gut war. Bis er in den Hauptteil des Lebens übergehen konnte. Er wartete Sehnsüchtig darauf, nach dem höchsten Punkt im Leben. Nach vollkommenem Glück. Aber Vorfreude war okay, er hatte sich daran gewöhnt. An das Kribbeln, in seinen Läufen, wenn er sich aufmachte, auf zu einem neuen Leben, einem neuen Abenteuer. Er hatte sich sogar an das Gefühl der Enttäuschung gewöhnt, dass eintrat, wenn er nichts spürte, keine Spannung mehr, aber auch keine Erfüllung, immer dann, wenn er nicht fand, was er suchte. Es verging schnell, immer dann, wenn er weiterzog. Und deswegen verweilte er nie lange. Er ließ sich nicht von Enttäuschung beherrschen, sondern von Spannung.
Iàn war schon wieder auf dem Weg in ein neues Leben. Es war nicht mehr weit, seit mehreren Stunden verfolgte er die Fährte von einem Rudel. Es hatte schon ewig gedauert, bis er den Eingang zu diesem Kessel gefunden hatte, tagelang war er an der Bergkette entlang gewandert, bis er den kleinen Pass gefunden hatte. Die Schönheit des Tals hatte ihn überwältigt und er hatte einen Tag gerastet. Als er weiter wandern wollte hatte ein Erdbeben ihn überrascht und er war mit viel Glück unverletzt geblieben. Es war ein unglaubliches Gefühl gewesen, das Beben der Erde und das Rasen seines Herzens. Das Prickeln in jeder Faser seines Körpers. In diesem Moment war es ganz deutlich gewesen, ganz klar: Er lebte.
Jetzt war er wieder auf dem Weg. Sie waren sehr nah, es war schon fast so, als könnte er ihre Stimmen hören, ganz leise, wie ein Flüstern im Wind. Die fremden Gerüche und seine Gier nach Veränderung trieb ihn schneller voran, ließ ihn fast rennen. Und doch blieben seine Bewegungen sehr kontrolliert, anmutig. Ohne dass er es überhaupt registrierte, oder beabsichtigte. Langsam hob er die Schnauze in den Wind. Er war hier. Ganz nah bei ihnen. Er hatte nicht vorgehabt sich anzukündigen, aber er wusste, dass das Rudel groß war. Er wollte sein Leben nicht beenden, wo es doch gerade erst angefangen hatte. Er heulte, seinen eigenen Gesang, mit seiner eigenen Stimme. Nur ohne Charakter. Er rief:

„Ich bin hier."

Er lachte und beschleunigte die Schritte erneut. Sie waren ganz Nahe, fast da. Und plötzlich, wie wenn Nebel aufriss, tauchten sie auf. Er verfiel in einen Trab. Ein neues Leben. Wie wunder, wunderbar. Er hatte den Charakter von Shateí übernommen, der Alpha seines letzten Rudels. Er hatte ihm gefallen, sehr, sehr gefallen. Und so trat er nun mit gesenktem Haupt und doch stolzer Haltung auf die fremden Wölfe zu. Er blickte sie an, wusste nicht so recht, mit wem er zu erst sprechen sollte.

„Mein Name ist Iàn."

Seine Stimme war angenehm tief und ruhig. Es machte fast Spaß ihm zuzuhören. Sein Blick lag aufmerksam auf den Unbekannten.

„Ich habe euch endlich eingeholt."

Er lächelte. Ganz leicht, aber es war da. Welche Lust zu Leben, welche Lust. Die Erwartung, die Spannung kribbelte in seinem ganzen Körper. Was würde aus ihm werden? Und würde er hier endlich Leben können? Und zwar nicht nur den Anfang.


08.01.2009 00:14




Kiba Telay


Unter leiser Anstrengung humpelte Kiba Telay weiter, nun gestützt von dem fremden, schwarzen Rüden, der sich als Shaí vorgestellt hatte. Ein wenig besser kam sie so wirklich voran, musste die Silbergraue so nicht dermaßen stark um ihr Gleichgewicht kämpfen. Sie war erschöpft, aber sicher nicht die Einzige, der es so ging. Kurz warf Kiba noch einen Blick zu Adali, die ganz in Gedanken versunken schien. Sie kannte diesen Blick. Leise seufzend wandte die Leitwölfin ihren Kopf wieder zu Shaí herum, der damit begonnen hatte, sehr ausführlich seinen Weg hier her zu beschreiben. Merlin hatte er getroffen. Ja, jener graue Rüde mit den grünen Augen hielt sich schon ein wenig länger beim Rudel auf, war aber noch nie wirklich hervor getreten. Er war einer von vielen Anderen, die sich nicht wirklich darum bemühten, Fuß unter den Wölfen zu fassen. Aber als der Schwarze dann zu der Stelle kam, wo er einen Welpen gerettet hatte, wurde sie hellhöriger. „Euren“? Hatte er das wirklich sagen wollen? Und da war ja immer noch dieser Geruch ... diese schwache, aber bekannte Witterung ... Er sagte es schon wieder! Kiba sah Shaí mit einem etwas verwirrten Ausdruck an, wollte grade nachhaken, wie der Welpe denn hieß und wo er war, als sich die vertraute Witterung verstärkte. Hinter ihr.
Rasch ließ die Silbergraue von ihrer Stütze ab, um sich umdrehen zu können. Sie stolperte leicht, nicht sicher, ob das nun an ihrer Verletzung lag, oder an der Verwirrung, die sich schlagartig in Aufregung verwandelte.

Toboe!“,

hauchte sie etwas atemlos in den Nieselregen. Da stand ihr kleiner Sohn, ihr Toboe Tear! Mit einem leichten Winseln begann ihre Rute hin und her zu schlenkern, die wehe Pfote war vergessen. Eine Lawine der Freude fing an sich in ihr zu lösen, während sich Kiba noch in der Starre der Fassungslosigkeit befand und ihren verloren geglaubten Sohn musterte, der so unglaublich groß geworden war. Grade wollte sie auf ihn zuspringen, begrüßen und abschlecken, da wetzte ein zweiter Welpe hinter den Felsen hervor und zog ihrem Sohn eins mit der Pfote über. Die Lawine löste sich komplett.

Teyrm!“

Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf ihrem erschöpften Gesicht aus und ließ sie sofort um Einiges jünger erscheinen. Ihre eisblauen Augen huschten flüchtig zu Adali, dann hinkte sie hastig auf die jungen Wölfe zu. Wieder winselnd fuhr sie mit der Zunge über Toboes Kopf und Rücken, stupste ihn an und fuhr mit der Schnauze durch sein Fell. Auch Teyrm bekam etwas von der wilden Begrüßung ab, wollte Kiba aber doch Platz für seine Mutter lassen. So eine Euphorie hatte sie schon lange nicht mehr ergriffen. Das Auftauchen der Zwei, die sie bereits für tot gehalten hatte, zog se mit einem Ruck aus dem Loch, vor dem sie sich eben noch zu retten versuchte. Fast stiegen ihr Tränen in die Augen und sie hielt inne, aber eher gezwungen durch den Schmerz daran erinnert, dass sie eine gebrochene Pfote hatte. Ihre Rute wedelte aber noch immer.

Oh, mein Junge! Wo wart ihr nur? Ich habe nicht mehr daran geglaubt, euch lebend wieder zu sehen!“

Kiba Telay schleckte ihrem Sohn wieder über die Schnauze.
Aus der Nähe konnte sie ein Heulen hören, ein Wolf, der ihnen ein „Ich bin hier!“ zurief. Mit gespitzten Ohren sah die Leitwölfin in jene Richtung, aus der der Ruf gekommen war und sah noch einen jungen Rüden, etwa in dem selben Alter, wie Toboe und Teyrm. Ob die Zwei ihn kannten? Es haftete kein bekannter Geruch an ihm, aber auch dieser gräuliche Jungrüde wirkte fröhlich, tat er doch kund sich darüber zu freuen, dass er das Rudel eingeholt hatte.

Hallo Iàn, mein Name ist Kiba Telay, Leitwölfin der Tears of Destiny.“

Die Silbergraue lächelte ihm warm zu und richtete die hellen Augen wieder auf die Wiederkehrer.

Ein Freund von euch?“


08.01.2009 13:40




Yago


Yago war gelaufen, wie er es versprochen hatte. Manchmal – eher selten – hatte er den Kopf gedreht, um zu schauen, ob alle mitkamen, die meiste Zeit aber war er stumm seinen Weg zur Berghöhle gegangen und erwartete, dass alle ihm folgten. Leikuna lief schräg hinter ihm, was ihn beruhigt. In seiner Nähe war sie am sichersten und würde auch nicht verloren gehen können. Dass sie schwieg ließ wohl darauf schließen, dass ihr das Erdbeben oder die gesamte Situation zusetzte, aber er hatte nicht den Kopf dafür, sich damit nun auseinanderzusetzen. Es reicht gerade so um zu laufen, immer weiter zu laufen. Und ab und an an Kiba und ihren schwer zugerichteten Lauf zu denken. Mittlerweile war es nicht nur stockfinster sondern der Weg wurde immer steiler, die Felsbrocken unter den Pfoten immer scharfkantiger und alles immer rutschiger. Sein Blick ruhte immer wieder auf Leikuna, dass sie nicht fiel oder ausrutschte, um die anderen müssten sich die Wölfe hinter ihnen kümmern. Er hoffte, sich auf Wölfe wie den weißen Neuen – dessen Name er immer noch nicht kannte – oder Akara verlassen zu können. Zum Glück hatten sie die Höhle bald erreicht. Standen dort vorne nicht schon die Birken? Und zwischen dem leisen Tropfen des Nieselregens war auch das Rauschen des Wasserfalls zu hören. Wieder mal wanderte sein Blick zu Leikuna die jetzt mit großen, noch immer erschrocken wirkenden Augen zu ihm aufsah. Ihre Frage ließ ihn zögern, was sie doch auffällig ungenau für die Weiße. Zunächst antwortete er also nicht darauf sondern deutete mit der Schnauze nach vorne in die Dunkelheit.

“Bleib dicht bei mir, am besten direkt hinter mir. Dort vorne ist die Höhle, zuvor müssen wir aber an dem Abgrund vorbei.“

Sie hatten genug Abgründe, in die jemand beinahe gefallen wäre. Leikuna auch noch hinaufzuziehen, würde stark an seinen Kräften zehren. Mehr an den inneren, als an den äußeren. Gedanklich widmete er sich wieder ihrer Frage und entschloss sich, zunächst das zu sagen, was sie hören wollte.

“Nein.“

Er verlangsamte seine Schritte und spürte, wie die Steigung abnahm. Er konnte ganz deutlich zwei weiße Striche sehen, die die zwei Birken sein mussten. Mit einer Schnauzenbewegung deutete er Leikuna an, jetzt hinter ihm zu laufen.

“Der Regen wird aufhören, morgen wird die Sonne aufgehen und nur noch ein verletzter Lauf und ein kleiner Schrecken wird übrigbleiben. Du wirst den Regenbogen sehen. Er ist schön.“

Yago war kein Trösttalent.


08.01.2009 14:34




Adali


Ein wenig in Gedanken verloren stand die Schwarze einfach nur da, ließ den Rest des Nieselregens über ihr Fell laufen und schloss einen Augenblick die Augen. Bilder tanzten vor ihrer Netzhaut umher, Erinnerungsfetzen aus einem schier anderen Leben. Sie erinnerte sich gut an all die Dinge, die hier geschehen waren – die positiven als auch die negativen Dinge. Schicksalsschläge, passend zu dem Namen, den sie trugen. Es war ihr Leben, ihr Schicksal, ihre Heimat und zu Hause. Sie hatte es akzeptiert, sie konnte es nicht ändern. Dennoch fiel es ihr nicht leicht und die Last, die auf ihren allen Schultern ruhte, wog schwer.
Innerlich seufzend wollte sie weiter laufen, den Weg hinauf zur Rudelhöhle weiter fort setzen, als sie ein Rufen hörte. Eine bekannte Stimme drang ihr durch den Regenschleier ans Ohr.

.oO(Du hast dich getäuscht... Sie sind alle fort.)

Wieder hörte sie ein Rufen und ein Schmerz jagte ihr durch den Körper. War das grausam. Eigentlich war die Schwarze in der Annahme, dass sie tot waren. Sie wollte es akzeptieren und nun... hörte sie stimmen?
Wie um es sich selber zu beweisen, dass sie nur einem jämmerlichen Trugbild, einem Wunsch nachhing, drahte sich Adali um und konnte hinter sich ein paar eisblaue und etwas aschefarbenes Fell erkennen.
Die Überraschung entlockte der Schwarzen ein verschmitztes Lächeln, welches sich so lange nicht hatte blicken lassen.

Teyrm!?

, flüsterte sie fassungslos. Träumte sie etwa? Nun war Kiba los gestürzt, trotz ihrer verletzten Pfote und als sich die Graue über ihren Sohn hermachte, um diesen zu begrüßen, konnte auch sie nicht mehr an sich halten. Mit wenigen Sätzen jagte sie das Stückchen hinab, welches sie von ihrem verloren und tot geglaubten Jungen trennte.

Teyrm!!

Mit aufgeregt schwenkender Rute und gespitzten Ohren wuschelte Adali ihrem größer gewordenen Sohn durch den Pelz, dass es diesen halb umriss.

Du lebst… Welch ein Glück.

Überwältigt vor Freude schmiegte sie ihren Kopf gegen den ihres Sohnes und konnte noch immer nicht glauben, wie ihr geschah.

Ich dachte, ich sehe dich nie mehr wieder...


08.01.2009 18:03




Shiyu Aderian


Shiyu sah Maav feindselig an, ehe sich das bitterböse Grinsen zurück auf seine Lefzen schlich. Für ihn war das Gespräch so gut wie erledigt, denn sein Weg führte genau zum Rudel, mit dem sich Maav dann herumschlagen durfte, so dass er wieder seine Ruhe hatte.

“Und wie viele dieser Wölfe waren dir im Kampf überlegen?“

Sein Fell sträubte sich, unter welchem sich starke Sehnen und kräftig trainierte Muskeln anspannten. Kaum merklich zuckten seine Lefzen, während er den älteren Rüden vernichtend ansah. Ihm schien nicht ganz einzuleuchten, wieso Maav ihm danach fragte, aus welchem Grund dieser minderwertig sei. Dass lag doch ganz offensichtlich auf der Pfote. Dazu musste er sich nur ansehen. Klar dass dieser Mistkäfer zu blöd war, um zu das Einfache zu erkennen.

“Alles an dir, von Kopf bis Pfote, von Schnauze bis Rute. Wie willst du etwas von dem verstehen, was ich dir erklärte, als normales, dreckiges Ungeziefer?“

Für Shiyu schien selbstverständlich zu sein, dass er dem Fußvolk hier überlegen war. An Vertrauen in sich selbst mangelte es ihm nicht. Er war einfach besser in allem, was einen Wolf ausmachte. Sein Sehvermögen war geübter, seine Ohren aufmerksamer, seine Nase empfindlicher, die Pfoten geboren, um schneller zu laufen, der Körper trainiert, um in jedem Kampf und bei jeder Jagd zu bestehen.

“Für mein Leben war es nicht vorgesehen, im Dreck zu leben, mit solchen Wölfen wie dir, da würdest du auch meckern!“


08.01.2009 20:00




Toboe Tear


Er rannte auf sie zu, wünschte sich jetzt schon bei ihnen zu sein. Jetzt sofort! Das Herz des Rüden raste wie wild, es kam nicht zur Ruhe, je mehr er sich ihnen näherte. Er wollte so schnell rennen, wie sein herz schlug, am liebsten hätte er sich überschlagen vor Freude. Und noch immer jaulte er ihnen entgegen, raste auf sie zu. Es war so wunderbar, hier zu sein, sie in der Nähe zu wissen. Seine Mutter, das Rudel.. sie alle! Er jaulte, lachte und grinste gleichzeitig. Aber er blieb stehen, als ein schwarzer Schatten auf ihn zu gerannt kam. Und dann bekam er auch schon eine über gebraten. Der Graue verzog das Gesicht, funkelte böse in die Richtung seines besten Freundes.

“Ich bin doch hier! Und ein Trottel bin ich auch nicht!“

Er lauschte seinen Worten und beobachtete dann, wie der Schwarze sich im Kreis drehte. Er zog eine Augenbraue hoch, wurde aber dann ganz schnell abgelenkt. Da war sie.. diese warme Stimme. Die Stimme seiner Mutter. Sie rief ihn, rief seinen Namen. Und ehe er sich versah, war die Graue bei ihm. Ruckartig fing seine Rute an wild umher zu schlagen, er stellte sich auf die Hinterpfoten, stand dann wieder auf allen Vieren und wiederholte dies ein paar Mal. Es war verrückt. Es war so verrückt! Er genoß die Begrüßung seiner Mutter, stubste sie immer wieder an. Es war so herrlich hier zu sein! Er fühlte, wie die Freude ihn immer wieder überrollte. Er war hier! Und selbst wenn er natürlich gewußt hatte, dass es seiner Mutter gut ging, freute er sich, als hätte er damit gerechnet, sie nie, nie wieder zu sehen. Er jaulte, er winselte und stubste sie immer weiter an. Auf ihre Worte hin wurden seine Augen groß, leuchteten vor Begeisterung. Er freute sich, seine Mutter so glücklich zu sehen. Er wollte das sie lächelte, alles schlechte vergaß. Shaí erkannte er in diesem Moment nicht, viel zu sehr war er auf die Graue fixiert.

“Mama! Es war so genial! Wir waren soo lange unterwegs und haben so viel gesehen! Wir haben gegen riesige Bären gekämpft! Wir sind durch reißende Flüsse geschwommen und mussten gegen wilde Tiere kämpfen! Teyrm wäre fast von einem Fuchs gebissen worden, aber ich habe ihn gerettet! Und dann.. dann haben wir Tearl getroffen und Eeál und Ceál! Und wir waren mit ihnen unterwegs und haben so viel Spaß zusammen gehabt! Es war wunderbar! Aber dann.. dann hat Teyrm Heimweh bekommen! Er wollte wieder nach Hause! Und ich ab gesagt dass das ok ist, das wir zurück gehen! Und jetzt sind wir hier! .. .. .. Aber ich wollte auch nach Hause, wenn cih ehrlich bin..“

Mit einem breiten Grinsen sah er zu seiner Mutter hoch, stubste sie noch einmal an. Natürlich war in seiner Geschichte nicht alles wahr, aber er musste ja etwas tolles zu erzählen haben. Er hatte gar nicht bemerkt, dass Adali auch aufgetaucht war. Er grinste ihr frech zu.

“Hey Teyrms Mama!“

Freudig wabbelte der Graue hin und her, freute sich einfach nur seines Lebens. Aber dann war da schon wieder eine fremde Stimme. Das fand er nun wiederrum doof, das sie nun jemand störte. Aber damit konnte er leben. Er hatte seiner Mutter später noch soo viel zu erzählen. Munter betrachtete er den Rüden, der dann auf sie zukam. Und auch wenn seine Mutter nicht mit ihm sprach, so fand er es doch toll, nach so langer Zeit wieder ihre Stimme zu hören. Er wuffte dem Fremden zu, wedelte noch immer wie besessen mit der Rute hin und her. Und auf die Frage seiner Mutter hin hob er den Kopf zu ihr, blinzelte ihr entgegen. Kennen?

“Nö, ich kenn den nicht. Du?“

Mit dem letzten Wort sah er kurz zu Teyrm, sah ihn fragend an. Er drehte den Kopf wieder zu Kiba, grinste sie an. Kurz streckte er die Läufe nach vorn, hob dann die Schnauze zum Himmel und lachte kräftig. Er war einfach überglücklich, hier zu sein! Er lachte und prustete zwischendrin ein paar Worte hervor.

“Ich find das sooo cool, wieder hier zu sein!“


08.01.2009 21:03




Shaí


Schweigend hatte der große Schwarze neben der Alpha gestanden. Nun begrüßte sie ihren Sohn und... einen weiteren Sohn! Ja, sicher war das auch ihr Sohn, dieser 'Teyrm'. Shaí blinzelte kurz. War es nicht immer so? Abgelenkt durch etwas anderes und im nächsten Augenblick war er verschwunden. Doch diesmal weigerte sich der Schwarze, auch nur einen Schritt zu tun. Shaís Ohren spitzten sich, seine Gednaken huschten fort. Ihn ging das nichts an, und das fand er auch gut so. Er hatte kein Interesse an diesen rührseligen Zusammentreffen. Immer wieder das gleiche. Fast hätte er die Augen spöttisch hochgerollt, leiß es im letzten Augenblick jedoch bleiben.

"Toboe, schön dich wieder zu sehen..."

sagte er in sehr leisem Ton, seine Stimme war nicht so hart wie sonst. Wie immer bei diesem Welpen. Toboe. Ein leise Lächeln schlich sich auf das hübsche Gesicht des jungen Rüden. Seine blauen Augen blitzten kurz auf, dann wandte er sich kurz um.

"Werte Kiba, ich möchte Euch wirklich ungern unterbrechen, doch für Euch wäre es vielleicht besser, erst einmal ins Trockene zu kommen, Euer Bein..."

sagte er mit einem charismatischem Lächeln auf den geschwungenen Lefzen. Er lächelte auch kurz Toboe an. Dann sah er wieder zur Alpha. War er nun unverschämt gewesen? Der Rüde wusste es nicht, doch er machte sich diesmal echte Sorgen um jemanden und er wollte nicht, dass ausgerechnet die Mutter seines ... des Welpens krepierte, den er gerade erst gerettet hatte.

oO(Beherrsch dich mal ein bisschen...)

(Maul...)
Ein spöttisches Lachen erklang in seinem Kopf


Er hasste es. Doch wieder zurück in die Gegenwart. Er schaute Kiba immer noch an, dann schlug er den Blick nieder. Vielleicht durfte man fremde Alphas nicht solange anstarren? Aber ihr Fell war so silbern...


08.01.2009 21:05




Teyrm


Die hellen Augen glühten vor Freude in einem fast sonnigen Ton auf. Die Rute des Wolfes peitschte wild hin und her, wirbelte Erde und Kies auf, doch es war egal, so verdammt egal. Er war hier, wo sie waren, er war hier, wo er hin gehörte. Gott wie hatte er nur weggehen können? Dies war seine Heimat, hier war er geboren worden, hatte zum ersten Mal die Augen aufgemacht, war gelaufen, hatte die ersten Welpenmonate verbracht, nur die ersten, doch hier lag seine Heimat, hier und nur hier. Es waren Familie, Freunde die ihn trieben, er schwebte auf einer watteweichen Wolke, nein hier hatte er keine Angst hinunter zu fallen und selbst dann war er sich sicher auf den Pfoten zu landen. Die wenigen schlechten Gefühle die er gehegt hatte, verschwanden im Nichts.
Kiba's Worte hallten in seinen Ohren wieder wie schreie, aus der Ferne, dabei waren sie so nah, so glocken hell und warm in seinen Ohren, doch es war ein unendlicher Traum. Er wollte nicht mehr erwachen, die Gefahr das dies alles nicht mehr da war, war zu groß, doch dies alles war nichtig, die Gedanken wie nervige Mücken in der Schwebe, unendlich klein, unendlich weit fort. Teyrm war Daheim, es gab keinen Zweifel der daran rütteln könnte. Freudig nahm er die Liebkosungen der Alphafähe hin, genoss einen Moment die Wärme die von ihr ausging, stieß ihr ein, zwei mal selbst die Schnauze freudig ins Fell, schleckte ihr über Wange und Stirn, wie einer altbekannten Freundin, hey, schließlich war sie fast so etwas wie seine Tante. Schnell jedoch zog er sich etwas zurück, schließlich war es Tob's Mutter und dazu eine Alpha, so ganz wollte er ihre Autorität nun wirklich nicht untergraben.
Sein Blick traf den seiner Mutter, die sich nun auch heran gewagt hatte. Er bemerkte ihre Verwunderung, dann ihre Freude und erneut fand sich der junge Rüde in einem Sturm von Liebkosungen wieder, mit dem Unterschied das er diesmal ebenso kräftig austeilte. Er stupste sie an, schmiegte sich an ihr Kehlfell, schleckte seiner Mutter wie wild über Gesicht, Kehle. Es war ein so gutes Geühl sie wieder zu sehen, sie alle, doch ganz besonders sie.

"Darum ist es ja denken und nicht wissen, nicht wahr? Ich bin froh wieder hier zu sein."

Er war erwachsener geworden, geistlich, man merkte es ihm an, manchmal. Auch wenn er noch immer dieser verdrehte Jungspund war, so waren seine Gedanken doch gewachsen und gediehen, hatten sich entwickelt, verstanden viel mehr, viel wesentlicher als früher. Manches Mal verstand er wohl mehr als er zugab, doch es war alles nebensächlich, er war Zuhause.
Seine Ohren zuckten herum, als er Toboe zuhörte. Bären`? Flüsse? Wilde Tiere? Der Graue hatte wirklich eine Lebhafte Phantasie. Und das mit dem Fuchs.. na warte. Das gab Rache! Mit einem frechen Grinsen wandte er sich zu seinem Freund herum, schnippte eigen mit den Ohren und hob den Kopf an.

"Ich glaub Tob ist einmal zuviel auf den Kopf gefallen. Das war alles ganz anders. Der Fuchs wollte mich tatsächlich angreifen, dann is Tob angerannt gekommen, ist aber tollpatschig wie er halt ist und wie wir halt alle Wissen über eine Wurzel gestolpert und hat sich mal eben so lang gelegt. Der Fuchs musste daraufhin sowas von Lachen, dass wir ganz einfach von dannen gehen konnten. Wahrscheinlich sieht der kleine Graue hier das jetzt als seine Heldentat an das er sich auf die Schnauze gelegt hat! Aber sogesehen ist es ja sogar eine."

Wie ein erfahrener Geschichtenerzähler nickte er seinem besten Freund einmal bekrätigend zu, ehe er mit keckem Grinsen weiter sprach.

"Tearl hat uns eine Menge beigebracht. Er ist verdammt gut drauf und kann eine Menge toller Tricks, das kann ich euch sagen! Eeál und Ceál sind Mistkerle, sie hatten nichts bessres zutun als uns den Lieben langen Tag auf den Arm zu nehmen, aber dennoch waren sie immer hilfsbereit und lustig. So haben wir ne Zeit lang in dieser Gemeinschaft gelebt, bis ich eines Tages Tob's gejammere von Heimweh satt hatte und meinte das wir vielleicht langsam nach Hause gehen könnten.
Aber echt schwach damit von dir abzulenken Tob"


Den letzten Satz wandte er an seinen Freund, ehe er diesen frech anstupste. Wessen Ausführungen nun echt waren, das zu entscheiden überließ er den Erwachsenen, er hatte besseres zutun.
Erst jetzt betrachtete er den ihm fremden Schwarzen, der Toboe allerdings zu kennen schien und dann auch den Grauen, der gerade erst dazu gestoßen war. Ob sie ihn kannten? Er lauschte Toboe's kurzen Worten, dann schüttelte auch Teyrm den Kopf.

"Nein, Iàn ist mir noch nie zuvor im Leben begegnet, aber mit einer Opfergabe von zehn Hasen, drei Rehen und einem Wildschwein, lässt sich bestimmt trotzdem ein gutes Wort einlegen."

Er zwinkerte dem Rüden frech zu. Hach, er hatte einfach fabelhafte Laune. Ein letztes Mal blickte er nun auch den schwarzen Rüden an, der sein Wort erhob, in einem seltsamen Ton, der dem Aschfarbenen irgendwie nicht so wirklich gefiel, dennoch verkniff er sich jedes Kommentar und schmiegte erneut den Kopf an seine Mutter.

"Wie ist es dir so ergangen?"

Fragte er ruhig, diesmal ganz ohne jegliche Witze.


08.01.2009 23:06




Maav


„Keiner.“, erwiderte Maav, während er noch immer neben Shiyu her trottete. “Und ich denke mir wir auch eine Weile keiner begegnen der das kann.“

Er fand es amüsant und zugleich auf eine seltsame Weise auch traurig, wie sehr sich der weiße, kleine Rüde allem und jedem überlegen fühlte. Amüsant, weil es die Gespräche zwar ziemlich einseitig, aber dennoch interessant gestaltete und traurig, weil er sich fragte, was das Leben für einen Sinn hatte, wenn man sich bereits für den Besten hielt. Sein ganzes Leben war er dem Ansporn gefolgt sich oder Anderen etwas zu beweisen. Wenn er als junger Wolf müde gewesen war hatte er sich trotz allem weiter gezwungen, einfach um den Anderen zu beweisen, dass er mindestens so gut war wie sie, wenn nicht gar besser. Sein ganzes Leben sah er als Herausforderung, der ständige Kampf darum, unter den Besten zu bleiben, nicht zu versagen. Was gab es für eine Motivation sich morgens zu erheben, wenn man bereits der Meinung war perfekt zu sein. Wonach strebte man? Wofür kämpfte man?

“Wenn man einen Sinn verloren hat, muss man sich einen neuen Suchen.“, erklärte er nur leise auf die letzten Worte des Rüden.

Er musste an Skir denken und die Zeit die sie zusammen verbracht hatten, wie sich sein Sinn langsam gewandelt hatte, weniger der Wille zu beweisen, dafür die Liebe zu dem Anderen und zu seinen Welpen. Doch er hatte schmerzhaft lernen müssen, dass der Beste zu sein vielleicht ein besserer Sinn im Leben war, als die Suche nach Liebe und einer heilen Familie. Er vermisste Skir und er vermisste seine Welpen, aber auf eine seltsame Weise war er auch froh ihnen nicht mehr über den Weg zu laufen.


09.01.2009 16:12




Leikuna


Leikuna sah noch immer zu Yago hinauf, folgte wortlos seiner Anweisung und hielt von da an den Blick auf den Untergrund gerichtet - das schien zur Zeit einfach die bessere Entscheidung zu sein...

Yagos Antwort beruhigte sie nicht wirklich, erst als das Nein kam fand sie ein wenig Beruhigung darin - aber kam es nicht viel zu spät?

Bemüht, sich davon nicht allzu sehr verängstigen zu lassen achtete die Weiße von nun an nur umso besser auf jeden ihrer Schritte - sie hatte ja keine Ahnung was kam, aber nachdem die Erde unter ihren Pfoten zerrissen war hielt sie es nun für besser, sie ersteinmal im Auge zu behalten.

Talent hin oder her, die Erinnerung an den Regenbogen brachte Leikunas Lächeln schlagartig zurück - das hatte sie ja ganz vergessen!
Natürlich, ein wunderschöner Wasserfall mit einem Regenbogen - und Morgen könnte sie ihn schon sehen...toll!

Und mit ihr Yago, Kiba, Akara und Korrianke, mit denen sie noch so viele Worte und Tage teilen wollte - und ein erster, guter Ansatz dafür wäre der Regenbogen.
Wenn nur erst Morgen käme...


10.01.2009 02:35




Nach Wiedererscheinen der zwei Jungwölfe lockerte sich die Stimmung wieder ein bisschen, zumindest bei der verletzten Alpha und ihrer Coniugo. Natürlich vernichtete das nicht die Erschöpfung, war aber doch ein kleiner Lichtblick in dieser dunklen Nacht. Iàn wurde natürlich freundlich im Rudel willkommen geheißen, auch ohne, dass er Teyrm und Toboe kannte. Kiba war natürlich sehr erstaunt darüber, wo und bei wem sich die Rudelsöhne herumgetrieben hatten. Aber es war schön zu hören, dass es Tearl und den Zwillingen gut ging.
Das Rudel ließ sich in der Höhle nieder, nach und nach kamen auch die Nachzügler zu ihnen, alle jene, die der Rudelfährte gefolgt waren. So wurden auch Bjarmi, der kleine Núvol, Kaya und Cáraya willkommen geheißen, Shiyu trotz großer Klappe in die Höhle gelassen und Maav begrüßt. Zu größter Überraschung tauchten auch Aiyán und Saiyán wieder auf, die ebenso stürmisch und freudig in Empfang genommen wurden, wie zuvor Toboe und Teyrm.
Eigentlich hatte man damit gerechnet, dass der Nieselregen bald wieder aufhören würde, doch jeden Tag zeigte sich das selbe Bild, ohne dass der Regen auch nur etwas nachließ. Selbst in der Höhle stieg das Wasser langsam über die Pfotenhöhe hinaus und es war alles andere als angenehm. So zogen sich die Wölfe langsam etwas weiter in die Höhle zurück. Ein paar Tage waren seit der Ankunft vergangen.




Kiba Telay


Mit leicht zurück gedrehten Ohren, als müsste sie ihre Lauscher auch in der Höhle vor fallendem Regen schützen, warf Kiba Telay einen Blick zum Höhleneingang, wo es immer noch regnete, regnete, regnete und einfach nicht trockener wurde. Es war fast wie damals, auch zu jener Zeit hatte es geregnet. Allerdings viel stärker, es war ein richtiges Unwetter gewesen. Doch auch die Jahreszeit passte. Die Silbergraue seufzte leise. Eigentlich sollte sie es gewöhnt sein, war sie mit diesem extremen Wetter schließlich aufgewachsen.
Ihre gebrochene Pfote schmerzte schon nicht mehr so, wie am Tag des Erdbebens, was aber wohl auch größtenteils daran lag, dass sie sie so wenig wie möglich bewegte. Die Leitwölfin trat mit ihr nicht auf und bemühte sich auch sonst sehr darum, dass ihr verletzter Lauf nichts berührte. Es musste ein wenig dämlich aussehen, wie sie immerzu mit gehobener Pfote stand oder saß, aber ihr blieb nichts anderes übrig. Sie konnte es ertragen, denn das Glück über die Wiederkehr von gleich Dreien ihrer Söhne, ließ sich nicht verscheuchen.
Kiba saß ganz automatisch in Yagos Nähe, wandte den Blick aber immer mal wieder prüfend über die Wölfe und suchte ihre Söhne zwischen ihnen. Hoffentlich hörte dieses Mistwetter bald auf, es war nicht sehr angenehm, immer im Nassen zu sitzen.


11.01.2009 14:32




Leikuna


Leikuna hatte inzwischen eine ziemlich große Abneigung gegen den Regen entwickelt. Im ewigen Regen gab es kaum Licht, und somit auch keinen Regenbogen für sie. Ausserdem gab es keinen trockenen Fleck mehr, ständig lief sie in einer Pfütze die sich Höhle nannte, und wenn das Wasser sich nicht sammelte, so war der Untergrund doch trotzdem feucht.
Dadurch dass auch sie sich fast ständig in Yagos Nähe aufhielt, war sie auch sehr oft in der Nähe ihrer Leitwölfin, und saß auch jetzt unweit von Kiba in der Höhle.
Es waren sehr viele Wölfe sehr plötzlich zum Rudel dazugekommen, und Leikuna wusste kaum wen sie zuerst beschnuppern sollte. Da waren die zwei Rüden mit den schönen blauen Augen, und dann nochmal zwei von denen einer ein interessantes Muster im Gesicht hatte.
Und dann noch die ganz neuen.
Und dieser komishe kleine weiße Giftzwerg. Ein seltsamer Vogel, mit dem die weiße nichts anfangen konnte, weil er einfach nie freundlich war. Als wäre er der einzige der ständig im Regen sitzen müsste.

Leikuna erhob sich und trat zu Akara Chitaru herüber, eine der Fähen mit so wunderschönen Augen.
Überhaupt waren sehr viele Wölfe hier mit schönen Augen gesegnet. Ob sie auch welche hatte?

"Hey"

meinte sie, und lächelte der Wölfin zu, während sie auf sie zu watete.

"Ich will Sonne"

merkte sie an, und sah kurz zum Höhlenausgang, vor dem sich noch immer ein dichter Regenschleier befand. Furchtbar. Nass und kalt.


11.01.2009 14:48




Andraki


Die Höhle wollte einfach nicht enden. Es war finster, kein kleiner Lichtstrahl verhalf Andrakis guter Nachtsicht zu einem kurzen Ende dieser Schwärze. Langsam, ganz langsam musste sie sich vortasten und folgte dem leichten Hauch, der beständig durch den Felstunnel zog und den Geruch von Wald und Wiese mit sich trug. Und von Regen. So sehr die Braune sich wünschte, endlich aus dieser Finsternis heraus zu sein, so sehr hoffte sie auch, dass es auf der anderen Seite nicht regnen würde, dass ihre Nase sie getäuscht hatte. Unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich sogar - aber etwas Hoffnung schadete ja schliesslich nicht.
Das Gefühl des Windhauches und die Gerüche drehten, trafen sie nun leicht seitlich, und Andraki wandte vorsichtig den Kopf so lange in die entsprechende Richtung, bis die Brise sie wieder genau von vorne traf. Der Kurs war neu bestimmt, Andraki trat vorsichtig weiter.
Je länger sie lief, umso größer wurden die Zweifel. Es war ganz einfach dumm gewesen, sich in dieses Dunkel zu wagen, auch wenn sie Schutz vor dem Wind gesucht und sie dort mit einem mal diese Gerüche aus dem Inneren wahrgenommen hatte, die es in einer normalen Höhle gar nicht geben durfte. Es konnte schliesslich kein Wald im Innern eines Gebirges existieren! Eigentlich hatte sie nur mal nachsehen wollen, sich vergewissern wollen, dass ihre Nase sie nicht täuschte. Und genauso, wie sie jetzt bei jedem weiteren Schritt mehr Zweifel plagten, genauso war mit jedem Tritt die Entschlossenheit gewachsen, dieser Sache auf den Grund zu gehen.
Mittlerweile glaubte sie sogar, dass die Gerüche stärker wurden. Andraki hoffte, dass sie sich das nicht nur einbildete.
Und dann wurde ihr ganz plötzlich bewusst, dass sie die Felswände sehen konnte. Die Braune blieb stehen und konzentrierte sich auf die Schemen, die sie zu erkennen glaubte. Ihr Herz schlug schneller. Wenn sie sich das nicht nur einbildete, kam sie tatsächlich dem Ausgang näher! Woher sonst konnte das schwache Licht kommen, dass ihr das Sehen hier drinnen ermöglichte? Andraki lief weiter und war schon bald sicher, dass es immer heller wurde. Schon konnte sie durch die Höhle laufen, ohne sich nur am Lufthauch orientieren zu müssen. Dann war dort eine Tunnelwindung, Andraki trat herum - und hatte den Ausgang vor sich.
Zuerst sah sie nur eine graue Wand, die sie nach einer Schrecksekunde als Regenwolken ekennen konnte. Erleichter trat sie vor und blieb am Höhlenende stehen. Vor ihr erstreckte sich ein gigantisches Tal, in dessen Mitte er hoher Berg thronte. Sein Gipfel war von Wolken verhüllt, auch die Bergketten in der Ferne waren nur schwer auszumachen. Unter ihr zogen sich ausgedehnte Wälder dahin, die Blätter herbstlich verfärbt. Im Süden endete das goldene Blätterdach plötzlich abgeschnitten, und ein rotes Blättermeer schloss sich übergangslos an. Die Braune etappte sich dabei, wie sie das Land vor sich mit offenem Fang anstarrte, und klappte ihn schnell wieder zu. Gtrübt wurde ihre Freude über diese Entdeckung nur durch den beständigen Regen. Er dämpfte alle Farben, aber vor allem war er kalt und nass. Andraki seufzte. Sie hasste Regen. Kurz überlegte sie, ob sie in der Höhle warten sollte, bis die Sonne wieder hervorkam. Es widerstrebte ihr zutiefst, sich jezt in die Nässe zu wagen, andererseits hatte sieauch genug von dieser Höhle und konnte es kaum abwarten, das Tal zu erkunden. Ob hier jemand lebte?
Andraki gab sich einen Ruck und sprang aus der Höhle, ihre Augen erspähten schnell einen schmalen Pfad, der hinunter ins Tal führte. Die Braune sprintete fast, kam immer wieder ins Rutschen und blieb nur deshalb auf den Beine, weil sie gar nicht erst versuchte zu Bremsen. Das hätte eh keinen Erfolg gehabt, wie sie wusste...

Das Tal war unglaublich. Seit Stunden durchstreifte sie es schon, hatte fast nebenher zwei Wühlmäuse gefangen und war dankbar für das dichte Blätterdach, dass ihr zumindest ein wenig Schutz vor dem Regen bot. Noch war sie auf niemanden gestoßen, der dieses Gebiet für sich beanspruchte, aber ab und an hatte sie geglaubt, eine Wolfsfährte gerochen zu haben. Seither war sie vorsichtiger geworden. Sie wollte nicht als Eindringling gelten aber auch noch nicht durch ein Heulen ihre Anwesenheit verraten - lieber wolle sie sicher gehen, ob hier jemand lebte und wenn ja, wie stark das Rudel war...
Plötzlich war sie da, die Fährte, zg sich quer über ihren Weg wie ein breites Band. Andraki hielt inne und witterte aufgeregt. Ein Rudel, ein großes Rudel, wenn sie sich nicht täuschte. Das war nicht gut - große Rudel brauchten selten noch weitere Mitglieder. Aber in der Braune war der Drang zu stark, sich endlich wieder in eine Gemeinschaft einzufügen, unter ihresgleichen zu sein. Sie hob den Kopf in den Nacken und heulte.

"Alphas dieses Revieres, als Wanderin bin ich in Frieden gekommen und habe eure Spur gefunden. Verzeiht mein Eindringen und erlaubt mir, mich euch vorstellen zu dürfen..."

Dann verharte sie unschlüssig auf der Stelle und wartete auf eine - hoffentlich positive - Reaktion...


11.01.2009 15:10




Korrianke


Korrianke machte der ständige Regen trübsinnig. Es sollte endlich winterlich werden. Eine weiße Schneedecke würde das Tal bedecken, wie Wolken, die auf die Erde niedergesunken waren und alles unter sich begruben, den ganzen Lärm und das trübe Grau, welches sich in Form eines Regenschleiers über die tiefliegenden Wälder gelegt hatte. Plitsch, platsch. Wann würde das endlich wieder aufhören? Selbst hier in der Höhle stand bereits das Wasser und obwohl sie von oben trocken waren, so waren die ständig nasskalten Pfoten doch mehr als unangenehm. Wenn die Höhle volllaufen würde, dann wär es aus mit dem Winterquartier und sie würden hier alle elendig ersaufen. Er seufzte tief, dann setzte er eine neutrale Mine auf. Er wollte niemand anderes mit seiner schlechten Laune herunterziehen, denn das Rudel hatte bereits genug Probleme. Er beschloss sich nach wie vor zu seinen bekannten Gesichtern zu gesellen und setzte sich zu Akara und Leikuna.

"Sonne."

Murmelte er.

"Sonne die sanft eine glitzerne Schneedecke bescheint und von dem blendenden weiß zurückgeworfen wird. Sonne, die sich in einer spiegelglatten, gefrorenen Seeoberfläche spiegelt und die Eiskristalle an den Felswänden erstrahlen lässt in tausend winterlich schönen Farben."

Verträumt starrte er zum Höhleneingang hinaus, wo der Regen unaufhörlich niederging.

"Hitze sagt mir nicht zu, aber dieser Regen ist wirklich recht unbehaglich."


11.01.2009 20:02





Kiba Telay


Einen kurzen Moment lang hatte Kibas heller Blick auf Leikuna gelegen, die sich auch durch Yago immer in ihrer Nähe befand. Die Weiße wirkte mehr noch wie ein junger, unerfahrener Wolf, obwohl sie längst aus diesem Alter heraus sein musste. Aber nichts, was ihre Gesellschaft unangenehm machte. Sie mochte die Weiße recht gerne. Sie hatte etwas Unschuldiges, Ehrliches an sich. Man sah ihr deutlich an, dass ihr der Regen nicht gefiel, aber wem tat er das schon? Sie konnte auch Korrianke darüber klagen hören. Hoffentlich ließ der Regen bald nach.
Die Silbergraue spitzte die Ohren, als aus der Ferne ein Heulen zu ihnen herüber drang, durch die dicken Höhlenwände ziemlich gedämpft. Aber ihre Ohren waren noch gut genug, um den Inhalt des Heulens heraus zu filtern. Ein wenig mühsam richtete sich Kiba auf und humpelte durch das pfotenhohe Wasser zum Höhleneingang. Schon regnete es ihr wieder direkt ins Gesicht, aber es wäre vollkommen sinnlos gewesen, in der Höhle zu antworten. Die eisblauen Augen leicht zusammen kneifend wandte sie sich in Richtung der zwei Birken, die den Pfad hinunter ins Tal markierten.

Sei gegrüßt, Fremde! Mein Name ist Kiba Telay, Leitwölfin der Tears of Destiny. Folge unserer Spur einfach weiter, bis zu einer Höhle im Gebirge, dort wirst du uns finden!“

Mit gespitzten Ohren verharrte sie noch einen Augenblick, dann hinkte sie schnell wieder in die zumindest etwas trockenere Höhle hinein und schüttelte den Pelz. So ein Sauwetter. Mit einem leichten Lächeln wandte sie den Kopf zu Akara, Leikuna und Korrianke.

Die Winter in diesem Tal sind wirklich wunderschön, leider aber auch genau so gefährlich. Trotzdem ist es meine liebste Jahreszeit.“

Sie ging ein paar Schritte weiter, blieb aber trotzdem noch in Eingangsnähe, bereit, die Fremde in Empfang zu nehmen.


11.01.2009 20:48




Akara Chitaru


Akara war aufmerksam am Ende der Gruppe gelaufen, um dafür zu sorgen, dass niemand zurück fiel. Sie passte sich dabei an Kibas Tempo an, den auch wenn sie ihr Leben der Gemeinschaft geschenkt hatte, war doch Kiba Telay der Mittelpunkt der selbigen. Sie wusste nicht, wie die Wölfe hier darüber dachten, sie für ihren Teil würde sich nicht lösen können, von den Regeln, die man ihr beigebracht hatte. Tag für Tag, beinahe ihr ganzes Leben lang. Obwohl sie langsam unterwegs gewesen waren, hatten auch sie irgendwann die Höhle erreicht. Sprösslinge des Rudels waren wieder aufgetaucht, soweit sie dass mitbekommen hatte. Aus der Begrüßung hatte sie sich in aller Höflichkeit völlig herausgehalten.
Während die Tage des Regens vergingen, hatte sie oft im Eingang der Höhle gesessen und den Blick schweifen lassen. An diesem Tag jedoch hielt sie sich in der Nähe der anderen Wölfe auf. Leikuna war zu ihr hinüber gekommen und hatte sie auf seltsame Art begrüßt und sogleich verkündet, wonach sie sich sehnte. Akara wusste, dass sie nicht verärgert sein durfte. Hier war es normal, so zu reden und nicht unhöflich. Noch immer erschien ihr vieles merkwürdig, aber sie wollte keinem Wolf hier die Regeln ihres Clans aufbinden, sondern sich so gut es ging anpassen, ohne sich dabei zu sehr zu verändern.

“Sei mir gegrüßt, Leikuna. Auf den Regen folgt früher oder später der Sonnenschein, wir müssen uns nur gedulden.“

Ihre Augen ruhten freundlich auf der viel jünger wirkenden Wölfin.

“Die Natur weiß immer sehr genau, was richtig ist. Auch für den Regen gibt es sicher einen Grund.“

Kaum hatte sie ausgesprochen gesellte sich Korrianke ebenfalls zu ihnen. Nickend begrüßte sie ihn und lauschte seiner kleinen Philosophie über den Sonnenschein. Akara selbst hatte nichts gegen den Regen, sie wartete einfach geduldig darauf, dass das Wetter wieder besser wurde, oder sich zumindest zum positiven veränderte.
Aufmerksam richteten sich ihre Ohren auf Kiba Telay, die sich an ihrem Gespräch beteiligte. Akara ertappte sich dabei, wie sie sich ein wenig geehrt fühlte, obwohl dies hier wohl nicht so angebracht war, wie in ihrem Heimatrudel.

“Der Regen treibt uns weiter in die Höhle und näher zusammen.“

Bemerkte sie, ohne sich viele Gedanken über ihre Worte zu machen. Sie sprach sie mit ihrer rauen, kühlen Stimme, in der trotz allem so viel Zuversicht und Gewissheit lagen, dass alles seine Richtigkeit hatte.


11.01.2009 21:12




Andraki


Aufmerksam beobachtete Andraki die Umgebung, ohne sich von der Stelle zu rühren. Ihre Erwartungen waren eindeutig, der Ablauf der nächsten Minuten war quasi vorprogrammiert: Sie wartete, während das Rudel - oder nur der bedeutende Teil davon - kommen würden, um sie zu mustern. Wenn sie Glück hatte, würden sie sich ebenfalls mit einem Heulen ankündigen. Wenn sie großes Glück hatte, würde man sie aufnehmen - oder zumindest friedlich von dannen ziehen lassen. Wenn sie andererseits Pech hatte, war sie bereits umstellt und wurde bereits aus einer gewissen Entfernung beobachtet. Daher stand sie aufrecht da, einer Statur gleich, und harrte, dass die Alphas den nächsten Schritt machten, wie es ihnen zustand.
Auf keinen Fall hatte sie mit einem Heulen gerechnet, in dem sie ganz einfach und sofort Wilkommen geheißen wurde. Andraki starrte irritiert in die Richtung, in die die Fährte führte, als könne sie den Rufer sehen können. War das ein Test? Wollte man ihre Reaktion beobachten? Sie wurde zur Rudelhöhle gerufen!
Instinktiv setzte sie sich in Bewegung und folgte der Fährte, während sie immernoch überlegte, ob sie die Nachricht vielleicht falsch verstanden hatte. Aber weder stellte man die Anweisung eines Alphas in Frage, noch ließ man ihn warten, und so eilte die Braune zur Rudelhöhle.

Der Geruch wurde immer intensiver, und Andraki schritt nur noch langsam voran, als sie sich den beiden Birken erreichte, die das Ende des Pfades markierten. Sie musste fast da sein. Und tatsächlich, kaum erreichte sie die jungen Bäume, konnte sie den Höhleneingang sehen. Und Gestalten, die sich bewegten. Andraki wagte sich noch ein paar Schritte weiter und nahm eine ruhige, neutrale Haltung an, als sie respektvollem Abstand stehen blieb.

"Ich bin deinem Ruf gefolgt, Kiba Telay, Alpha der Tears of Destiny. Mein Name ist Andraki",

tat sie ihre Ankunft kund und stellte sich vor. Gebannt sah sie auf den Höhleneingang, bereit sofort den Blickzu senken, sobald die Alpha ihren Ruf erhörte und heraus trat. Sie war nicht so aufgeregt, wie sie gedacht hatte - vermutlich lag das an der Vertrautheit der Situation. Dutzende Vorstellungen hatte sie schon gesehen und wusste, was man von ihr erwartet. Zudem war sie es gewohnt, Befehlen folge zu leisten und spürte auch jetzt Ruhe in sich einkehren...


11.01.2009 21:47

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
03.09.2010 13:53
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Fähe

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23.07.2005

Seite 3




Shiyu Aderian


Shiyu saß in der Höhle, soweit weg von den Anderen, wie ihm nur irgendwie möglich war. Sobald jemand es wagte, ihm zunahe zu kommen, stand er auf und verschwand in eine andere Ecke. Dabei war es ihm völlig egal, dass seine Ablehnung völlig offensichtlich war. In diesem Augenblick saß er irgendwo, entfernt von Kiba, die gerade einer neuen Wölfin Einlass gewährt hatte. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte sie für verrückt erklärt, aber da sie die Leitwölfin war, verspürte er nach wie vor ein kleines bisschen Respekt. Sie war eben nicht vom gleichen Schlag, wie der Rest der dummen Bande. In ihrer Nähe saß eine Gruppe merkwürdiger Wölfe, die er sich noch nie so ganz genau angesehen hatte. Sie waren alle drei neuer als er und wirkten auf ihre Art auch etwas souveräner, was natürlich nichts daran änderte, dass sie Dreck waren.
In seinem Kopf spukten noch die Worte von diesem Klugscheißer Maav herum. Diesen war er glücklicherweise losgeworden, als er sich der Leitwölfin vorstellen musste. Man solle nach einem neuen Sinn suchen und dergleichen. Dummes Geschwätz, das sich nur halbwegs gebildet anhörte, aber zu den auswendig gelernten Lehrsprüchen dieser Welt gehörte. Wahrscheinlich hatte noch nie jemand darüber nachgedacht, dass es für den ein oder anderen gar keinen neuen Sinn zu finden gab. Für Shiyu ohnehin nicht. Die Welt bestand nur aus Ungeziefer und das wenige adlige Blut, das unter ihnen verweilte, wusste sein Blut vor Fremden zu schützen. Der kleine, weiße Rüde war also dazu verdammt, sich mit diesem Pack hier abzugeben.
Als er merkte, dass er schon eine Weile nicht mehr den Ort gewechselt hatte, schlich er an den Felsen entlang, auf der Suche nach einem geeigneten, neuen Versteck. Er hätte dabei nicht gedacht, dass er dieses finden würde. Er war ein Stück gelaufen, ehe er einen wolfsgroßen Eingang entdeckte. Ob jemand davon wusste?
Neugierig steckte er seine Schnauze hinein und wagte sich dann ein paar Schritte nach vorne. Es war nicht nur eine Aussparung, es war ein Gang, der wohl irgendwohin führte. Shiyu ging der Sache auf die Spur – etwas Besseres hatte er ohnehin nicht zu tun – sonst langweilte er sich mit den Dreckwölfen noch zu Tode.
Irgendwann trat er aus dem Gang heraus, während sich vor ihm eine größere Höhle ausbreitete. So ganz wusste er nicht, was er hier nun tun sollte. Er bellte einfach mal aus Spaß und Tollerei in den Gang. Vielleicht erschreckte er damit ja jemanden, der sich dann fragte, woher seine Stimme kam und ihn womöglich für einen Geist hielt.


11.01.2009 21:53




Teyrm


Teyrm schwebte wie im siebten Himmel. Das Adrenalin das ihn durch seine Ankuft wie ein Schwall Energie durchflutete, war in der kleinen Höhle kaum unter Kontrolle zu bringen. Da war es nur normal das der junge Wolf seit ihrer Ankunft hier, kaum eine Minute still gehalten hatte, sondern von einem Wolf zum anderen getappt war, sie begrüßt und geneckt hatte, um dann gleich wieder zum nächsten zu gehen und ebenso haltlos zu sein. Es gab soviel Neues, soviel Fremdes, Schönes. Und Teyrm war ein Wolf, der sich diesem am Liebsten vollkommen ausgesetzt hätte. Doch dies ging nicht, hätte er sich diesen Wölfen vollkommen geöffnet, so wäre er zu weit gegangen und so erfahren war er, nicht über die gespannten Grenzen der Nähe zu gehen.
Seine Ohren zuckten, der Blick war zum Höhleneingang gerichtet, betrachtete in schierer Gelassenheit den Regen und genoss das Gefühl hier zu sein. Endlich, wie in Trance nahm er das ferne Heulen wahr. Nicht einmal alzu weit entfernt aber auch nicht Kilometer weit weg, eine anständige Distanz, könnte man meinen. Und sich bei solch einem Wetter durch ein fremdes Gebiet zu schlagen, nicht schlecht. Freudig sprang er auf, als er merkte das die Alphawölfin sich zum Ausgang bewegte um zu antworten. In jedem anderen Fall hätte er es lustig gefunden auf drei Beinen zu humpeln, doch bei Verletzungen war er vorsichtig, dort hörte der Spaß eben auf. Doch sah er mit Zufriedenheit die trotzdem aufrechte Würde und Freundlichkeit der Alpha, die nun die Fremde zur Höhle beorderte. Hätte jemand auch nur für eine Sekunde Kibas Fähigkeit angefechtet, Teyrm hätte sich ihm wohl sofort entgegen gestellt. Er vertraute der Fähe, respektierte sie vollkommen als Alpha und hätte sie - ganz ausgenommen davon das sie die Mutter seines besten Freundes war - wohl bedingungslos verteidigt. So war es eben. Der Aschfarbene mit der sonderbaren Zeichnung auf der Gesichtspartie huschte zum Höhlenausgang, nachdem Kiba Telay sich zurück in Richtung ihres Platzes bewegte. Er würde die Fremde schon in Empfang nehmen, Kiba zumindest den dummen Laufweg und den Regen ersparen.
Das Bisschen Zeit hielt er schon auch noch aus. Gedankenverloren pendelte seine Rute hin und her, während die Zeit verstrich. Ab und an huschte sein Blick über das Rudel, welches sich Unterhielt und aber auch Schwieg. Ein Sonderbarer Haufen, viele Neue, aber doch immer noch sein Geburtsrudel. Endlich, und es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, vernahm er in der Nähe der Höhle die Stimme der Fremden. Sie war also da, Andraki.
Freudig sprang Teyrm auf und trabte mit wedelnder Rute zu der silbergrauen Alphafähe.

"Ich mach das schon Tantchen. Ruh dich aus und schon deine Pfote. Ich bring die Fremde dann zu dir."

Seine Worte waren nicht Böse gemeint, nicht Spöttisch. Es war freundlich, hilfreich gemeint. Und sowas wie seine Tante war sie ja auch, schließlich war Tob wie ein Bruder für ihn.
Ohne eine Antwort abzuwarten sprang der Jungwolf schon wieder davon. Die Ohren aufgestellt, trat er nach draussen ins freie, die Pfoten platschten durch die Nässe die sich auf dem Boden sammelte, der Regen fiel sanft auf sein Fell. Es kümmerte den Wolf kein Stück. Er hatte Wind und Wetter draussen auf freier Ebene verbracht, hatte Wind und Wetter kennen gelernt. Da war so ein bisschen Regen wirklich mal gar nichts.
Sein Blick strich über eine braune Fähe. Älter als er. Ein paar Sommer. Erfahren genug nicht gleich zur Höhle zu kommen sondern erst Einlass zu gewähren. Durch den Regen hindurch schritt der Rüde auf sie zu, mit erhobenen Hauptes, jedoch nicht abweisend. Freundlich, frech, jung, so wie er eben war.

"Seid gegrüßt Andraki, du hast also den Weg zu unserer Höhle gefunden. Willkommen hier"

Seine Stimme glich erneut einem melodischen Singsang. Vor der Braunen blieb er stehen, hob den Kopf um ihr in die Augen zu sehen. Er war zwar noch ein Jungwolf, aber er gehörte zu diesem Rudel. Er hatte zwar nicht das Recht und den Rang hier jemanden ins Rudel zu integrieren, aber er konnte die verletzte Alpha zumindest entlasten, indem er die Fremde zu ihr brachte. Kein böser Hintergedanke, ein Weg seiner Langeweile zu entkommen, ja. Aber ebenso um zumindest ein bisschen zu helfen.


11.01.2009 22:16




Kiba Telay


Noch einmal kurz drehte Kiba den Kopf zu Akara und nickte ihr lächelnd zu. Sie war eine recht nüchterne Persönlichkeit, aber ihren Worten nach trotzdem mit der richtigen Meinung gesegnet. Sie hatte ein paar wunderbare, neue Mitglieder, die das Rudel gut ergänzen würden. Sie würden den Wölfen Hoffnung schenken, die ihnen so oft wieder entrissen wurde. Aber das gehörte einfach zum Schicksal.
Ruhig wandte sich ihr Blick zu Teyrm, der in den letzten Tagen sowieso wie auf Hummeln saß. Man konnte sich glatt fragen, von wen er das nur hatte, wo doch seine Eltern so ruhige Persönlichkeiten waren. Yosó ... sie schob den Gedanken beiseite. Der Welpe sprang also mit wedelnder Rute auf sie zu und wollte ihre Aufgabe übernehmen. Aber noch bevor Kiba irgend etwas dazu hätte sagen können, war er auch schon auf und davon in den Regen. Die Silbergraue öffnete die Schnauze, um den Jungrüden zurück zu rufen, schloss sie aber seufzend wieder, in dem Wissen, dass es sowieso sinnlos war. Sie war dem Kleinen nicht böse, aber sie blieb dennoch nicht stehen, sondern humpelte ihm hinterher. Sie hielt den Kopf dabei trotzdem aufrecht, verfluchte ihre Verletzung und versuchte nicht all zu würdelos dabei aus zu sehen. Trotz der offensichtlichen Schwäche setzte sie einen stolzen Blick auf. Paradoxerweise fiel ihr das nicht mal schwer, im Gegensatz zu den letzten Wochen, als sie allerdings noch körperlich vollkommen gesund gewesen war. Körperlich, wie gesagt ... Toboe, Teyrm, Aiyán, Saiyán … auch Yago, das ganze Rudel schenkte ihr Kraft. Es stand hinter ihr. Was konnte sie sich mehr wünschen?
Hinter Teyrm blieb sie stehen, hätte ihm normalerweise mit einer Pfote leicht gegen den Hinterkopf gepatscht, musste jetzt verständlicher Weise aber darauf verzichten. Mit einem freundlichen Lächeln sah sie der zimtfarbenen Fähe entgegen, die sich grade als Andraki vorgestellt hatte.

Willkommen Andraki. Verzeih’ den kleinen Frechdachs hier. Nenn’ mir doch dein Anliegen. Möchtest du einfach nur etwas ruhen, oder bist du auf der Suche nach einer Gemeinschaft?“


11.01.2009 23:02




Adali


Nachdenklich betrachtete die Dunkle den tristen Himmel, aus dem unaufhaltsam Regentropfen fielen. Ein Blick in Kibas Augen hatte ihr gesagt, dass ihre Freundin ab und an auch noch an den Sturm dachte. War es ihnen zu verübeln? Waren dabei so viele ums Leben gekommen und die schreckliche Tragödie um Alice... Adali ließ den Gedanken zusammen mit den Bildern an ihr vorbei ziehen, wandte den Blick zu ihrem zurück gekehrten Sohn. Wie groß er geworden war. Sie hatte ihn lange nicht gesehen und auch nicht damit gerechnet, dass sie ihm je wieder gegenüberstehen, seine neckische Stimme hören und sein Fell berühren würde. Aber er war – wie durch ein wunder – zurück gekehrt. Jetzt war er der Einzige, der ihr von ihrer Familie noch geblieben war. Natürlich gehörten Kiba, der Kleine Senedd und alle anderen des Rudels mit dazu, aber das war schon ein bisschen etwas anderes. Mit funkelnden Augen beobachtete die Schwarze, wie ihr Sohn herum wirbelte, so wie er es als Welpe immer getan hatte. Unverbesserlich. Aber wenn sie ehrlich sein wollte, verspürte sie nicht den Wunsch ihn zu ändern. Er war so, wie er war. Unverbesserlich, aber beständig. Als könnte nichts und niemand ihn aus der Bahn werfen. Ihr kleiner, großer Sohn war für sie zeitlos und das war es, was sie an ihm schätzte. Ein sachtes Lächeln zierte ihre Lefzen, während sie den Jüngling dabei beobachtete, wie er nach draußen in den Regen stürmte, um die Neue zu begrüßen. Belustigt sah sie, dass Kiba es ebenfalls aufgegeben hatte, den Wildfang zu zähmen und wollte ihr gerade etwas dazu sagen, ließ es aber bleiben. Auch wollte sie widersprechen, als die Graue sich mühsam erhob, um ihren Pflichten nach zu kommen und wollte sie überreden, dies ihr zu überlassen. Der stolze Blick hielt sie jedoch davon ab. Ihre Freundin war eine starke Persönlichkeit und würde es schon schaffen. Trotzdem gesellte sich Adali an den Höhleneingang, um helfen zu können, wenn sie gebraucht wurde. Ihre Augen ruhten wieder auf ihrem Sohn, mit dem sie gerne mehr zeit verbringen würde. Einige Monate mussten aufgearbeitet und Erfahrungen, Geschehnisse ausgetauscht werden. Kurz zog ein dunkler Schatten über ihr Gesicht. Auf die Frage, wie es ihr ergangen war, ebenso wie allen anderen Fragen, wie es den anderen ging und wo sie waren, war sie aus dem Weg gegangen. Sie wollte die Wiedersehensfreude nicht trüben, ebenso wenig wollte sie, dass er zu viel darüber nach dachte. Es reichte schon, wenn sie dies regelmäßig tat.

11.01.2009 23:29




Toboe Tear


Vollkommen ruhig lag der graue auf dem Rücken, hatte sich in Richtung Höhlenwand gelehnt. Er schlief seelenruhig, immerhin war es hier trocken und sicher. Was wollte man mehr? Seine Pfoten zuckten, und seine Ohren drehten sich in alle möglichen Richtungen. Das war doch ein tolles Leben! Seine Familie, ein ganzes Rudel und eine warme, trockene Höhle. Herrlich! Wie viel hatte er die letzten Tage geschlafen? Wahrscheinlich mehr als jeder andere in der Höhle. Aber damit konnte er leben, er ließ es sich nach dieser ganzen Wanderung einfach gut gehen. Aber etwas weckte ihn, Stimmen.
Leise grummelnd schlug der junge Rüde die hellen Augen auf, blinzelte zum Höhlen Ausgang. Seine Mutter und sein bester Freund machten sich einfach so aus dem Staub. Pah! Ohne ihn? Wäre er doch bloß nicht so müde.. dann wäre das alles kein Problem gewesen. Mit müden Knochen drehte sich Toboe nun doch auf die andere Seite, blieb noch einen Moment so liegen. Gleich war sein Pelz nicht mehr trocken.. gleich war er klitschnass. Aber er musste doch auf seine Mutter aufpassen! Vollkommen gelassen, als wäre er ein alter Rüde, erhob sich der Graue und schüttelte den Dreck aus seinem Fell. Das sie aber auch nicht liegen bleiben konnte! Da war sie schon mal verletzt und hörte trotzdem nicht auf Teyrms Rat. Er seufzte. Alles musste man ihr so oft sagen! Dickkopf. Ausgiebig gähnend setzte sich der Rüde nun in Bewegung, steuerte mit langsamen Schritten auf den Haufen von Wölfen zu. Erst bei seiner Mutter blieb er stehen und versteckte die Schnauze kurz im Fell ihrer Schulter. Er genoß in vollen Zügen diese Wärme, die seine Mutter ausstrahlte, die er so vermisst hatte.

“Ich hab dir doch gesagt das du auf dich aufpassen sollst! Leg dich wieder hin. Teyrm und ich machen das schon. Du bist verletzt und hast dich zu schonen. Also husch zurück in die Höhle!“

Seine Stimme klang ein kleines bisschen fordernd, aber gleichzeitig war wohl kaum die Sorge zu überhören. Wenn sie die Pfote nicht schonte, wurde das ganze vielleicht noch viel schlimmer. Noch immer in ihr Fell gekuschelt blinzelten die blauen Augen zu der Fremden. Freundlich lächelnd wedelte die Rute des Grauen hin und her.

“Hey! Wie geht’s dir? Recht nass hier oder?“

Nun richtete er sich an seinen besten Freund und grinste ihm frech zu.

“Erschreck die arme doch nicht.. Pass auf, sie rennt gleich vor dir weg.“

Er atmete noch einmal ruhig ein und wandte dne Blick schließlich wieder zu der Grauen, an deren Seite er noch immer stand.

“Wirklich Mama. Leg dich wieder hin.“


12.01.2009 08:48




Andraki


Kaum schien die erste Gestallt hinaustreten zu wollen, machte Andraki anstallten den Blick zu senken. Doch sie besann sich rechtzeitig, konnte sie ihren Augen doch kaum trauen. Da kam ein.. WELPE?! Augenblicklich fiel ihr die sonderbare Fellzeichnung im Gesicht auf, was sie aber nur kurz davon ablenkte, dass da ein Welpe kam, um sie zu begrüßen.
Wenn das kein Test war, dann war es eine Beleidigung!
Andraki musste sich arg zusammenreißen, um nicht verärgert das Gesicht zu verziehen. Sie erwiderte den Blick des Welpen, antwortete jedoch nicht. Sie war noch kein Mitglied des Rudels, jedwede Beschäftigung mit einem Welpen konnte als Gefährdung desselben angesehen werden. Und wenn dies ein Test war - wovon die Braune ausging - wäre es eine Beleidigung der Alphas, sich zuerst mit jemand anderem als ihnen zu befassen.
Aus der Höhle trat - humpelte - eine weitere Gestalt, und sie entsprach in Größe und Gebaren einem Alphatier. Jetzt senkte Andraki den Blick wirklich, nachdem sie der Alpha ganz kurz in die Augen gesehen hatte. Trotzdem fiel ihr sogleich das seltsame Fell der Fähe auf - in ihrem einstigen Rudel waren andere Felltöne als braun schon selten gewesen, dieser Blaustich hingegen wird geradezu exotisch! Andraki fragte sich kurz, wie weit sie eigentlich von zu Hause weg war. Sie war lange gewandert.
Die Stimme der Alpha war freundlich, was ungewohnt war. Zum Glück schwang in ihrem Tonfall deutlich das Wissen um ihren Stand mit, und zumindest das war beruhigend vertraut.

"Wenn ihr es gestattet, Hohe Alpha, würde ich mich euch gerne anschließen und unter Einsatz meines Lebens zum Wohle des Rudels beitragen",

antwortete sie und mühte sich um eine angemessene Balance aus Ernsthaftigkeit und Feierlichkeit dieser goldenen Formel.
Ein weiterer Welpe kam angesprungen und wagte es tatsächlich, seine Mutter bei einer solch wichtigen Angelegenheit zu stören! Andraki zwang sich, diesen Jungspund nicht zurecht zu weisen - in ihrem alten Rudel wäre eine solche Respektlosigkeit den ranghohen Eltern gegenüber undenkbar gewesen. Andraki bedachte auch ihn nur einen kurzen Moment mit ihrer Aufmerksamkeit, sah dann kurz zu der Alpha und senkte wieder respektvoll den Blick, ohne auf die Frage des Welpen einzugehen. Was hätte sie auch antworten sollen, selbst wenn sie gedurft hätte? Der Regen ließ sich schließlich kaum ignorieren, ließ ihr Fell wie angeklebt aussehen und tropfte ihr von Schnauze, Rute und Bauchfell. Regen war so... widerlich.


12.01.2009 09:38




Yago


Yago lag im Regen. Sein Fell war durch und durch durchnässt, von seinen zu großen Ohren tropfte das Wasser in sein Gesicht und in seine Nase wollte es auch laufen. Ab und an gab er deshalb ein leises Schnauben von sich, was ein wenig nach einem unruhigen Pferd klang. Da es jedoch sowieso niemand hörte, war es ihm egal. Er mochte die Höhle nicht sehr gerne, zudem jetzt, wo man nicht mal dort trocken war. Da konnte er gleich hier draußen liegen und wenigstens die Weite um sich herum spüren und nicht mit einem Haufen anderer Wölfe auf engen Raum gesperrt sein. Der Regen war natürlich lästig. Obwohl es nur nieselte, reichte es natürlich, wenn man nur lang genug hier lag, um keinen trockenen Fleck mehr an sich zu finden. Aber an diesen Umstand hatte er sich gewöhnt. Zumindest war es in der Höhle praktisch ungefährlich, so konnte er sowohl Kiba als auch Leikuna im Sicheren wissen, ohne die ganze Zeit auf sie achten zu müssen. Nur das steigende Wasser … das war besorgniserregend. Noch machte man sich nur die Pfoten nass, aber wenn es nicht aufhörte, würde es bald bis zu den Flanken reichen und nicht mehr lange, dann könnte man darin nicht mehr stehen. Damit wäre die Höhle unnütz und sie würden gerade wieder ins Tal wandern müssen. Besorgniserregend. Über viel mehr machte sich der Schwarze in der langen Zeit des Im-Regen-liegens nicht Gedanken … die meiste Zeit lag er stumm da und sah ihn den Regen.
Als ein Heulen erklang, hob er langsam den Kopf und blinzelte in dessen Richtung. Stand dort eine Wölfin? Er konnte es nicht genau erkennen. Im nächsten Moment rauschte eine schwarze Gestalt aus der Höhle und machte tatsächlich an dieser Stelle halt. Ihr hinterherhumpelnd folgte eine graue, die unverwechselbar Kiba sein musste. Wen hatte er auch sonst so zugerichtet? Worte erklangen, die er nicht verstehen konnte und zu guter letzt folgte eine zweite graue Gestalt. Yago zögerte nur kurz, dann erhob er sich und trat zu den vier Wölfen. Er musste ein wenig seltsam aussehen, überall tropfte es an ihm und wenn er sich nun schütteln würde, hätte das wahrscheinlich einen kurzen Sturzregen zur Folge. Er ließ es lieber bleiben. Gerade bat die Fremde um Aufnahme und Yago beschloss, sie nicht zu unterbrechen. So nahm er seine übliche Rolle an. Neben Kiba stehend, einem stummen Wächter gleich die Situation betrachtend und nebenher die Neue musternd. Sie schien durchaus respektvoll gegenüber Kiba, Toboe und Teyrm dagegen waren wohl weniger ihr Fall. Verständlich, wie Yago befand. Es waren zwei Welpen. Yago sparte sich jedes gedankliche Kommentar und genoss seine tiefe Ruhe, die nur vom Winter herrühren konnte.


12.01.2009 13:37




Ián


Iàns Anfangs enthusiastisches Verhalten war längst abgeklungen, war nicht mehr greifbar und selbst die Erinnerung an das schöne Gefühl war längst verflogen. Fast apathisch saß er mit fremden Wölfen in der Höhle. Er hatte keinen Antrieb sich zu erheben und auf sie zu zugehen. Das Wetter war schrecklich, er hasste Regen und er hasste Kälte. Er hasste es, im Wasser sitzen zu müssen, das war alles eine totale Scheiße. Unzufrieden wanderte sein Blick immer wieder durch die Höhle. Wo waren die Abenteuer, wo die intelligenten Wölfe, die sich mit ihm Unterhalten wollten? Keine da. Nur langsam begriff der Rüde, dass er vielleicht auch etwas tun müsste um Freunde zu finden. Eigentlich reichten ihm fürs Erste auch nur Bekannte. Langsam erhob er sich und sah durch die Höhle, sie war so voll und die Luft war schlecht, er fühlte sich nicht in der Lage, sich irgendwas gegenüber zu öffnen. Also lief er mit langsamen Schritten aus der Höhle in den Regen. Er zog den Kopf ein und sah sich missmutig um. Er sah einen Moment zum Himmel und seufzte. Wenn das nicht bald aufhörte würde das Tal volllaufen. Sie würden alle ertrinken, ohne irgend eine Chance, weil es keinen Ausgang kam. Aber so weit würde es sicher nicht kommen.
Mit eleganten, schwungvollen Schritten bewegte er sich von der Höhle weg, er brauchte Bewegung, Abwechslung. Er brauchte irgendwas, dass ihn veränderte. Er fühlte sich so furchtbar leer, der Charakter des Charmes passte nicht zu ihm, vielleicht auch, weil er zur Zeit nicht so gut gelaunt war. In Gedanken trabte er locker umher und wurde erst durch ein Bellen aus seinen Gedanken gerissen. Er spitzte die plüschigen Ohren und sah sich um. Woher kam das? Langsam und vorsichtig lief er in die Richtung, aus der das Bellen erklungen war. Er witterte einen Wolf. Mit wieder etwas schnelleren Schritten folgte er der Fährte die zu einem Loch führte. Misstrauisch sah er hinein.

„Hallooo?!"

Rief er in den Eingang des Tunnels. Er hörte ein leises Echo und lächelte. Gespannt kletterte er hinein und lief den schmalen Gang entlang, in dem er sich ducken musste, um hindurch zu kommen. Nervenkitzel. Genau das, was er jetzt brauchte. Schon bald sah er einen weißen Wolf vor sich stehen, er hatte ihn in den letzten Tagen öfter gesehen und wenn er sich recht entsinnte, war sein Name Shiyu gewesen. Der Graue wusste nicht wirklich was er jetzt sagen sollte, oder wie er sich verhalten wollte. Er hatte sich noch keinen neuen Charakter ausgedacht und sich auch noch keinen abgeschaut. Also sah er den Weißen einfach abwartend an. Ihm fiel auf, dass er sehr klein war. Ob er noch Jung war, so wie er selbst? Iàn beobachtete den Fremden schweigend und ohne irgend eine Reaktion. In seinem Gesicht war nichts zu lesen und doch wirkte er nicht wirklich verbittert, oder kalt. Er schien nur einfach etwas abwesend, unnahbar und distanziert. Adrenalin strömte durch seinen Körper und er fragte sich, was wohl als nächstes passieren würde.


12.01.2009 15:39




Shaí


Shaí saß in der Höhle. Seine Muskeln waren angespannt. Er wollte rennen. Weg. Von. Hier. Noch niemand hatte mit ihm geredet, was ja auch verständlich war. Er war so abweisend, dass selbst der Regen an ihm abperlen würde. Er starrte nach draußen. Viel mehr dort hin, wo das Licht herkam. Seine dunkelblauen Augen waren zu Schlitzen vereengt. Grimmig starrte er vor sich hin. Dann schloss er die Augen. Das leichte Prasseln, das vom Höhleneingang kam, beruhigte ihn irgendwie. Er seufzte leise. Sein schwarzes Fell verschmolz schon halb mit der Höhle. Shaí kannte das nicht. Der Rüde kannte das Leben in einem Bau nicht. Und er fand es jetzt auch nicht besonders prickelnd.

oO (Ich bin eingeengt. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Was-soll-ich-tun....?!)

seine Gedanken verstummten, wieder lauschte er einfach dem Regen. Seine Augen blitzten blau auf, das Blau des Regens? Ja wohl kaum. Er war stolz auf seine schönen Augen, er war stolz auf sein wunderschönes nachtschwarzes Fell, er war stolz auf sich selbst. Immer und jeder Zeit. Er rümpfte die Nase. Der Geruch von nassem Fell lag in der Luft. Er sah sich kurz zu den anderen Wölfen um. Verächtliches Schnauben drang aus seiner Kehle, jedoch nicht laut genug, als dass es die nächsten Wölfe gehört haben konnten. Sein Blick glitt über die Wölfe. Er runzelte die Stirn. Dann stand der Schwarze aprupt auf, und doch hatte es etwas elegantes, geschmeidiges, diese Bewegung. Er reckte die Schnauze, und streckte sich kurz, lange hatte er im Stillen verharrt, alnge hatte er ruhig da gesessen. Nun hatte er keine Lust mehr. Seine Augen ruhten kurz auf Toboe. Gerne würde er jetzt mit ihm ein paar Worte wechseln. Der Kleine, nun nicht mehr Welpe, sondern Jungwolf, war nett und Shaí mochte ihn.

oO(Du hast ihm das Leben gerettet, Shaí...)

kam es bedächtigt aus seinem Hinterkopf. Shaí grummelte. Irgendwie war er froh, dass Kiba von seiner Heldentat nichts wusste. Und Toboe hatte ihr anscheinend auch nichts wieter erzählt. Und doch, vielleicht wäre er dann glücklicher... der Rüde wusste es nicht. Seine Pfoten bewegten sich wie von selbst auf den Ausgang zu. Immer schneller, einfach an die frische Luft, einfach weg, von allem... dann stieß er auf zwei andere Wölfe. Kurz knurrte er verärgert auf, dann setzte er seinen Weg weiter fort, was kümmerten ihn denn fremde Wölfe? Es interessierte ihn einen Dreck. Mit großen Schritten kam er dem Ausgang näher, sein herz machte einen Sprung- Freiheit!


12.01.2009 18:51




Maav


Maav war freundlich begrüßt worden und ihm war erlaubt worden hier zu bleiben. Irgendwie wusste er nicht so ganz was er von den Wölfen hier halten sollte, doch sie schienen freundlich und so legte er sich einfach zurückhaltend in eine Ecke der Höhle und blickte sich um. Es schien ein bunt zusammengewürfelter Haufen zu sein und scheinbar war er nicht der einzige Neue der zum Rudel gestoßen war. Er entdeckte einige noch recht junge Wölfe bei der Alpha, wahrscheinlich ihre Söhne, zumindest ihrem Verhalten nach, denn ihre Worte konnte Maav nicht verstehen.
Es war eine ganze Weile her, dass er in Gesellschaft so vieler Wölfe gewesen war, um genau zu sein, seit er die Wölfe der Mondfinsternis verlassen hatte. In dieser Zeit war er zwar manchmal einzelnen Streunern wie ihm begegnet, aber ihre gemeinsame Reise dauerte meist nur kurze Zeit und sie waren oft schweigsam gewesen war, wie auch er sich zurück gehalten hatte. Sein Blick suchte Shiyu den weißen Rüden der ihn her gebracht hatte, doch dieser schien nicht mehr da zu sein. Maav war ein wenig enttäuscht, denn auch wenn der Andere ein Arschloch gewesen war, war es doch interessant gewesen mit ihm zu reden. So jedoch blieb er einfach liegen, er wollte nicht umbedingt mit einem der Anderen ein Gespräch beginnen, war noch zu fremd hier um einfach aufzustehen und zu irgendwem zu gehen und ihn anzusprechen. Er würde lieber erst einmal die Lage überblicken und dann vielleicht die Bekanntschaft eines der hier anwesenden Wölfe machen.


12.01.2009 19:38




Kiba Telay


Noch bevor Andraki zu einer Antwort kommen konnte, zischte schon ein zweiter Wirbelwind hinter ihr her und keine paar Sekunden später, stopfte sich eine Schnauze in ihr Fell. Kiba drehte leicht den Kopf, sah nur aus den Augenwinkeln zu ihrem Sohn, um sich nicht zu unhöflich von der Fremden ab zu wenden. Diese kleinen Quälgeister. Aber sie meinten es ja nur gut ... trotzdem, das hier war ihr Job. Da hatten kleine Welpen noch nicht mit zu mischen. Obwohl sie zugegeben gar nicht mehr so klein waren ... aber immer noch jung genug. Die Silbergraue stupste ihren Sohn kurz, aber doch recht kräftig in die Seite und lächelte ihm bestimmt zu.

Das ist wirklich sehr lieb von euch beiden, aber das hier sind meine Angelegenheiten. Ihr könntet zu deiner Mutter gehen, aber lasst mich bitte in Ruhe meinen Pflichten nachgehen.“

Bei den Worten „deiner Mutter“ wandte sie sich an Teyrm und nickte den Beiden zu, zwinkerte noch kurz.

Ich schaffe das schon.“

Anschließend hob sie den Kopf wieder und sah Andraki mit einem entschuldigendem Lächeln an, dass wohl so etwas wie „Kinder eben.“ aussagen dufte. Die Fähe hatte den beiden Jungwölfen nicht geantwortet, sondern nur ihr. Wahrscheinlich kam es ihr ein wenig seltsam vor, dass sich einfach so zwei Welpen zwischen sie drängten. Sie hatte nie unter einem harten Rudelleiter gelebt, ihr Vater war ein gutmütiger Wolf gewesen. Trotzdem hätte sie sich so etwas auch nicht gewagt. Nun ja, sie war allerdings auch kein Rüde. Was sollte es?

Wie schon Akara Chitaru, bat auch die Zimtfarbene sehr förmlich um eine Aufnahme im Rudel und versprach ihm sein Leben zu verschreiben. Erneut nickte Kiba.

Ich freue mich, auch dich in unseren Reihen begrüßen zu dürfen.“

Aus den Augenwinkeln nahm die Leitwölfin eine kurze Bewegung wahr, sie hatte gar nicht gemerkt, dass Yago in der Nähe gelegen hatte, allein draußen im Regen. Sie wandte den Kopf leicht zur Seite, als der große Rüde ganz natürlich neben sie trat. Ihm ein Lächeln schenkend, stupste sie den triefnassen Wolf kurz an und richtete die eisblauen Augen noch einmal auf Andraki.

Das hier ist Yago, Beta meines Rudels.“,

stellte sie den Schwarzen einfach mit vor, als der keinerlei Anstalten machte, etwas zu sagen und einfach nur stumm neben ihr stehen blieb.


12.01.2009 21:02




Akara Chitaru


Akara nickte Leikuna und Korrianke freundlich zu, um sich zu entschuldigen. Mit leisen Schritten folgte sie ihrer Leitwölfin, die sich mit dem Übermut der Jungwölfe herum schlagen musste, während sie ihren Pflichten nachging. Anstand schienen die Zöglinge des Rudels noch nicht erlernt zu haben. Sie war keine Mentorin und auch kein Elternteil, also hielt sie sich mit einer Äußerung zum Verhalten der Beiden zurück. Ihre Haltung war etwas gehobener, als bisher, die Rute und der Kopf nicht mehr leicht gesenkt. Sie wollte den Jungwölfen ihren Platz zuweißen, nicht wissend, ob diese den Wink verstehen würden. Es war ihre Art, sie sanft zu tadeln. Abgesehen davon gesellte sie sich mit dieser Haltung, von der sie wusste, dass sie ihr gutes Recht war, zu ihrer Leitwölfin, um ihre Zugehörigkeit zu demonstrieren. Sie sah sich als Teil der Gemeinschaft und war stolz, hier zu sein.
Während sie sich genähert hatte, konnte sie trotz des Regens dem Gespräch folgen, so dass sie bereits im Bilde war und es sogar wagte, Andraki einzuschätzen. Akara hatte gelernt, dem Schein des ersten Eindrucks nicht zu verfallen, dennoch glaubte sie, dass die neue Wölfin ihr sympathisch sein würde. Sie erkannte so manchen Zug in ihr, wie in einem Spiegelbild. Für Vergleiche war die Bekanntschaft bisher viel zu oberflächlich, so dass die große Wölfin sich in Gedanken ermahnte.
Als Kiba Yago vorgestellt hatte, trat sie mit zwei weit ausgeholten Schritten gänzlich an die Seite ihrer Alpha, um sich in aller Höflichkeit vor der Neuen zu veneigen. Im Anschluss richteten sich ihre Augen auf den schwarzen Rüden. Es war eine wortlose Begrüßung, achtvoll ausgeführt. Ehe sie zu Andraki zurück sah, suchte sie kurz den Blickkontakt zu Kiba, um sich das Recht zu sprechen einzuholen. Schließlich richtete sich ihre volle Aufmerksamkeit aber wieder auf die Fremde, den Jungwölfen durch Nichtachtung ihren Fehler aufzeigend.

“Ich grüße dich, graue Wanderin. Da ich deinen Namen bereits aufgeschnappt habe, wäre es unhöflich, dir den meinen vorzuenthalten. Ich bin Akara und vor wenigen Tagen mit der gleichen Absicht zum Rudel gestoßen, wie du.“

Mit einem abschließenden Nicken trat sie einen kleinen Schritt zurück.


12.01.2009 21:35




Yacáru


Yacáru hatte sich in den letzten Tagen – also genau genommen, seit sie angekommen war – noch kaum um das Rudel gekümmert. Zu erschöpft von der langen Wanderung, denn immerhin hatte sie ja schon eine ganze Strecke zurück gelegt gehabt, als sie noch nicht auf Ares getroffen war. Und man sollte auch bloß nicht denken, dass sie danach die ganze Zeit nur auf seinem Rücken gefaulenzt hatte, nein! Natürlich war sie irgendwann wieder selbst gelaufen, so klein war sie schließlich auch nicht mehr, als das ein Wolf, selbst ein starker Rüde, sie die ganze Zeit hätte tragen können. Und dann auch noch in einem glitschigen Gebirge! Wäh. Das Wetter gefiel ihr ganz und gar nicht. Es sollte endlich aufhören zu regnen, da machte nicht mal mehr das Nörgeln Spaß. Und außerdem nörgelte ja auch keiner mit ihr mit. Das Dallan seinen Mund hielt, daran hatte sich die Weiße ja schon gewöhnt. Zugegebener Maßen, da sie ja jetzt ziemlich fertig war, war ihr das sogar ganz recht. In der Höhle hatte sie sich ein trockenes Plätzchen gesucht, war immer mal wieder hinter Ares her gedackelt, wenn der versuchte vor ihr zu flüchten.
Grade in diesem Moment lag sie auch wieder in seiner Nähe, immerhin hatte die werte Alpha ihm ja aufgetragen, auf sie Acht zu geben. Das musste sie ihm natürlich auch immer wieder unter die Nase binden, damit er es auch ja nicht vergaß! Ach, irgendwie mochte sie ihren Dallan schon. Trotzdem blickten ihre dunkelblauen Augen grade sehr missmutig drein. Die Höhle lief voll! So langsam fand sich einfach kein trockenes Plätzchen mehr, echt ätzend. Die weiße Welpin richtete sich auf, schüttelte einmal kräftig den Pelz, nur um sich dann gleich zur Seite zu schmeißen, wo Ares lag. Ganz ohne Rücksicht ließ sie sich über den schwarzen Rüden plumpsen, blieb kurz halb auf ihm liegen und landeten dann auf der anderen Seite, wo sie nach seiner Schnauze pattete.

Aaaaares, das Wetter ist total doof. Sag’ doch mal was!“

Die Pfote weiterhin auf seiner Schnauze haltend, schnippte die Kleine kurz mit den Ohren, rappelte sich dann aber wieder hoch. So lag man ja halb im Wasser, eklig. Noch einmal musste sie sich schütteln, dann fiel ihre Aufmerksamkeit auf den weißen, kleinen Rüden, der schon mal zu ihr gekommen war. Irgendwie streunte der auch andauernd voll unruhig in der Höhle herum. Ohne auf noch eine Antwort von ihrem Dallan zu warten, hüpfte sie neugierig hinterher. Schließlich lief ihm auch ein fremder, grauer Jungwolf nach. Vielleicht hatte er was Interessantes entdeckt? Naja, eigentlich war einfach alles interessanter, als sich ständig über die nasse Höhle auf zu regen. Sie zischte um eine Ecke und musste mit einem „Huch?“ erkennen, dass die zwei Rüden verschwunden waren. Wie hatten sie das denn gemacht? Kurz wandte Yacáru ein paar Mal den Kopf hin und her, dann entdeckte sie plötzlich eine Nische in der Höhlenwand. Das war ja mal wirklich interessant! Mit schwenkender Rute trabte sie den Beiden hinterher und staunte nicht schlecht, als sie sich wirklich in einem Gang zu einer noch größeren Höhle befand.

Boah!“,

machte sie und lugte an Shiyu und dem Welpen vorbei, dessen Namen sie noch nicht kannte. Kurz kreisten ihre Ohren durch die Luft, dann entschied sie, dass sie vielleicht nicht einfach so hier herum stehen sollte. Wussten die Wölfe, dass es hier noch weiter ging? Und ... ihr fiel noch etwas auf. Es war trocken! Das musste sie den Anderen erzählen, dann brauchten sie endlich nicht mehr im Nassen sitzen!
Ohne noch irgendwas zu den zwei Wölfen zu sagen, machte die Weiße auf dem Absatz kehrt und huschte zurück in den nassen Teil der Höhle, der sofort wieder tiefe Abneigungen in ihr hervorrief. Aber wem sollte sie das jetzt sagen? Sie traute sich nicht, es einfach in die Runde zu posaunen, das war nicht ihr Recht. Und Dallan würde nur grummeln. Verflixt. Wo war die Alpha? Noch einmal rannte Yacáru quer durch die Höhle, bis sie am Einfang angekommen war. Mist. Die silbergraue Alpha schien grade in irgend ein wichtiges Gespräch vertieft, da durfte sie nicht stören. Hilflos sah sie sich kurz um, dann wandte sie sich einfach an die schwarze Wölfin, die da am Eingang (Adali) saß. Vielleicht hatte sie glück und wenn sie laut genug sprach – natürlich nicht auffällig – würde die Leitfähe auch hören, was sie Wichtiges zu berichten hatte.

Duu? Da hinten in der Höhle gibt es einen Teil, der noch ganz trocken ist! Da müssen wir die Wölfe hinschicken, hier ist es doch überall so nass!“


12.01.2009 21:50




Teyrm


Unruhig trippelte der aschfarbene Jungwolf vor der Fremden auf und ab, die ihn, fast schon verärgert anschwieg. Na sowas. Teyrm war ja nicht der erfahrene Rangwolf und doch, ein wenig Freundlichkeit hätte man ihm ja doch entgegen bringen können, mal eben 'Hallo' sagen oder so. Seine Ohren zuckten im Takt der inneren Melodie, dann wandte er sie plätzlich nach hinten, als Kiba neben ihm auftauchte. Es war ja so klar, dass sie natürlich nicht auf ihn hörte. Genauso ein Dickkopfwolf, wie Tob einer wahr. Aber sie hatte ja doch irgendwie mehr recht dazu hier zu sein, als er selbst und auch die Fremde schien das so zu sehen, denn mit Kiba sprach sie natürlich. Kse, wie unhöflich!
Und plötzlich war Toboe auch da, redete wie er selbst auf die Alphafähe ein, natürlich mit genauso geringem Erfolg. Frech stieß er seinen besten Freund einmal mit der Pfote an, als dieser das Wort an ihn wandte und lehnte den Kopf schief.

"Wenn dann verscheuchst du sie! Aber schau, sie mag ja nicht mal mit uns reden. "

Die letzten Worte presste er schon fast beleidigt aus seiner Schnauze. Dann blickte er erneut Kiba an, Teyrm erneut rumwirbelte, als ein schwarzer Wolf zu ihnen trat. Hm. Kannte er den nicht? Irgendwas dämmerte ihm bei diesem starren Beobachter. Er kannte ihn, ganz dunkel. Doch er kam nicht auf seinen Namen, und da er sich selbst auch nicht vorstellte... Mit einem vorsichtigen fast schon hilfesuchenden Blick, sah der junge Rüde Kiba an. Und tatsächlich wandte die Silbergraue kurz wieder das Wort an Tob und ihn. Tadelte sie, war aber nicht böse. Nunja, wenigstens etwas. Dabei war es wirklich nicht bös' gemeint gewesen!
Und endlich stellte sie auch den schwarzen Wolf vor, von dem der Aschfarbene doch so dunkel glaubte ihn irgendwie, zumindest flüchtig zu kennen. Der Beta. Yago. Wahrscheinlich wirklich nur flüchtig. Aber wenn er schon der Betawolf hier war... würde er sich seinen Namen wohl in Zukunft merken. Konnte sicherlich nützlich sein.
Und als wäre der Tadel von Kiba nicht genug gewesen, trat nun auch noch eine graue Fähe hinzu, die sie ebenso kaum beachtete, sie eigentlich vollkommen ignorierte. Grummelnd über das gemeine Verhalten der Grauen, trat Teyrm einen Schritt zurück, er kannte die Fähe nicht einmal und dennoch benahm sie sich ihnen gegenüber so. Wäre der Aschfarbene ein anderer Wolf gewesen, so hätte er sie nun wahrscheinlich mit Antiphatie gestraft, so jedoch mischte sich nur ein Hauch Bitterkeit in sein freudiges Gemüt. Sie hatten sich halt ein wenig falsch verhalten, na und? Es würde nicht lange dauern da würde alles wieder so sein wie zuvor, keiner würde sie mehr mit ignorieren Strafen. Doch für den Moment war es wohl wirklich besser, von hier zu verschwinden und den Erwachsenen die Sache zu überlassen.

"Okay, okay. Komm Tob, wir werden hier nicht mehr gebraucht. "

Er stieß seinen Freund kurz an, zog ihm kurz am Ohr und hetzte dann schon wieder den kurzen Weg zur Höhle empor, seiner Mutter entgegen die dort am Eingang saß. Hatte sie ihn beobachtet? Wahrscheinlich. Lange hatte die Schwarze ihren Sohn nicht gesehen, da genoss sie jetzt wahrscheinlich umso mehr ihn ausgiebig zu beobachten, zu analysieren zu was für einem Wolf er geworden war. Bei ihr war eine fremde, junge Fähe. Sie fiel ihm erst jetzt so richtig auf, dabei war sie mit ihrem weißen Fell und den blauen Augen gar nicht mal unscheinbar, ja irgendwie sogar ganz interessant. Und sie schien seiner Mutter gerade etwas mit zu teilen. Mit friedlich pendelnder Rute trat der Aschfarbene zu den beiden heran.

"Hi Mum, Kiba hat uns zu dir geschickt. Da unten konnten wir nichts mehr tun. Das machen die Erwachsenen nun selbst."

Die Bitterkeit schwang schon längst nicht mehr in seiner Stimme mit, das er dort unten wie Luft behandelt worden war, schien schon wieder fast vergessen. Es war einfach zu vergessen, wenn man etwas nicht für sonderlich wichtig hielt.

"Und Hallo äh... "

Er blickte die Weiße einen Moment lang fragend an. Dann, ganz einfach so, änderte er ganz einfach seine Taktik.

"Ich glaub ich kenn deinen Namen leider nicht. Mein Name ist Teyrm und ich bin in diesem Rudel geboren worden. Es beschämt mich deinen Namen nicht zu kennen. Magst du ihn mir sagen? Dann weiß ichs fürs nächste Mal."

Er legte den Kopf leicht schief, was ihm dieses freche, neckische Aussehen gab. So war er eben.


12.01.2009 22:38




Jeanne


Ruhig lag die Weiße an der Höhlenwand. Die dunklen Augen waren geschlossen. Sie hatte sich die letzten Tage ausgeruht, immer wieder. Sie fühlte sich so erschöpft.. Und sie wußte nicht wieso. Aber eigentlich.. war es ja auch egal. Sie war hier und konnte sich ausruhen. Und dabei konnte sie noch auf die Welpen aufpassen. Jetzt waren sie hier in der Höhle, also eigentlich sicher. Aber es war besser, immer aufmerksam zu sein. Sie hatte Shanaro schon einmal fast verloren. Das wollte sie nicht noch einmal riskieren. Automatisch schlug Jeanne die Augen auf, blinzelte durch die Höhle. Noch immer hörte man den Regen.
Langsam drehte die Weiße den Kopf in Richtung Höhlen Ausgang. Es war ja richtig etwas los. So viele rannten dorthin. Ein erneutes Seufzen verließ ihre Kehle. Sie wollte sich nicht dem Haufen anschließen, das war ihr viel zu viel Getümmel. Die Weiße hatte lieber für den Moment ihre Ruhe. Nun hob die Fähe doch den Kopf und sah sich in der Höhle um. Einige Wölfe hatten sich hier eingefunden.. Und trotzdem schien es herrlich ruhig zu bleiben. Die dunklen Augen blieben an einem Rüden hängen, der vor einigen Tagen zu dem Rudel gestoßen war. Er war allein, so wie sie. Ob er sich wohl noch nicht ins Rudel integriert fühlte? Es war so viel möglich.. Leicht den zierlichen Kopf schüttelnd erhob sich Jeanne, schüttelte kurz den weißen Pelz um ihn vom Schmutz zu befreien. Mit gewohnt ruhigen Schritten bewegte sie sich auf den Grauen zu. Sie vergaß, dass er vielleicht nicht gestört werden wollte.

“Magst du den Regen nicht, oder warum liegst du hier allein?“

Sie lächelte dem Grauen sanft entgegen. Es war keine provozierende Frage. Sie wollte ihn nicht angreifen oder sonst etwas. Und davon zeugte ihr Lächeln. Vielleicht sehnte sie sich einfach nur nach Unterhaltungen, um all dieses Negative zu verbannen.


13.01.2009 00:04




Jeanne


Mit einem Grinsen zuckte Toboe zusammen, als seine Mutter ihn anstubste. Na, wenigstens etwas. Aber was sie dann sagte, das passte ihm wieder rum gar nicht. Er verzog beleidigt das Gesicht. Da meinte man es gut, und wurde dann schon wieder weg geschickt. Was für ein schwarzer Tag! Nun blinzelte er aber erst einmal zu Teyrm, der nun auch etwas von sich gab. Er hatte Recht! Die neue schien nicht reden zu wollen. Er nickte bloß und warf der Fremden dann noch einen Blick zu. Na wenn sie nicht wollte, das konnte er nun mal nicht ändern. Sie redeten alle zu viel. Er wußte nicht wem er antworten sollte, auf wen er reagieren sollte! Tz, dann schwieg er halt weiter! Er schloß einfach mal aus Protest die hellen Augen, lauschte den Worten die noch gewechselt wurde. Es wurden ihm zu viele Wölfe, alles viel, viel zu unübersichtlich! Das war nie gut.
Wirklich erst, als er spürte wie sein bester Freund mal wieder an ihm herum spielte, schlug er ein Auge auf. Jaja.. sie sollten gehen. Schon klar. Toboe gähnte kurz auf, stubste seiner Mutter noch einmal gegen die Schulter.

“Ich passe ganz genau auf dich auf! Ich geh nicht mehr weg!“

Er sah nun einmal jeden anwesenden einzeln an, grinste jedem einmal zu. Er war eigentlich viel zu müde, um sich hier mit so vielen zu beschäftigen. Also folgte er Teyrm lieber wieder in die Höhle. War besser so, das war klar. Aber warum, das wußte er nicht. Im Schneckentempo folgte er dem Schwarzen, der schon mal voraus gelaufen war. Er ging zu seiner Mutter. Er selbst wandte sich noch einmal zu seiner um. Adali schickte Teyrm sicher nicht weg. Bestimmt nicht. Sie war ja nicht die Alpha und musste sich um die Neuankömmlinge kümmern. Er wußte ja wie es war.. aber hatte die nicht irgendwann anders auftauchen können? Gerade jetzt.. Ein paar Tage vorher hätte auch gereicht.
Mit schlendernden Schritten kam er nun bei den drei.. Moment! Woa! Er war so verpennt gewesen, dass er nicht mal das kleine weiße Wesen bemerkt hatte, dass bei Adali und seinem besten Freund saß.

“Hey Teyrms Mum!“

Er grinste der Schwarzen zu und blickte nun zu dem fremden Weißen Knäul. Wer war das denn?

“Na, du bist aber klein!“

Es war nicht mal böse gemeint, er wollte sie nicht ärgern. Also sah er kurz zu Teyrm, der sich vorstellte. Andere Wölfe, die jünger waren als er, und dazu um einiges kleiner, waren immer wieder so interessant! Er konnte ihnen so viel erzählen! Der Graue grinste, ließ sich einfach mal auf den Bauch fallen. Sie war wirklich um einiges kleiner.

“Ich bin Toboe. Und mir ist langweilig. Willst du etwas spielen?“

Er beugte sich vor und stubste die Kleine mit der Nase an. Ihm war wirklich langweilig bei diesem Wetter. Man durfte ja nicht mal zusehen, was die eigene Mutter da draußen so plante. Grinsend beobachtete er die weiße Fähe.


13.01.2009 00:33




Adali


Ein wenig amüsiert beobachtete die Mutter des Aschfarbenen, wie ihr Sohn von Kiba weg geschickt wurde. In der Tat war es ihre Aufgabe, aber sie selber sagte nichts. Teyrm und Toboe waren noch jung. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lefzen, als die beiden Jünglinge sich wirklich trollten und sich den Weg hinauf begaben. Aufmerksam beobachtete Adali, wie sich ihr Sprössling verhielt. Noch immer konnte sie es nicht glauben, dass er wieder zurück war und sie fürchtete ab und an noch immer, dass dies ein Wunschtraum war. Dann machten er und Toboe aber wieder Unsinn, was ihre Furcht zerstreute. Die beiden waren so munter und lebhaft. Die Schwarze war unglaublich froh, dass es ihnen so gut ging. Eine Stimme neben ihr ließ sie den Kopf senken. An ihrer Seite entdeckte sie die kleine Weiße, der sie ein warmes Lächeln schenkte. Yacáru hieß die kleine Fähe, die nun schon eine Weile beim Rudel lebte und aufgezogen wurde. Sie schien immer an dem mürrischen Ares zu hängen und ab und an hatte sie sich gefragt, was sie an dem Rüden fand. Er war zuverlässig, aber nicht der Sympathischste. Nun hoben sich ihre Augenbrauen interessiert und aufmerksam lauschte sie der Kleinen, was sie zu berichten hatte. Nur Dummköpfe lehnten vollkommen das Gerede von Jungtieren ab, sahen diese manche Dinge zuerst oder ganz anders als Erwachsene.

Einen anderen Teil der Höhle der noch trocken ist, sagst du?

Schnell ging die Fähe in Gedanken ihren zurecht gelegten Plan der Höhle durch, die nicht so weitläufig war, soweit sie wusste. Seltsam. Wenn sie es richtig in Erinnerung hatte, dann sah es überall so aus, als das die Wölfe mit den Pfoten im Wasser standen. Und den teil, den Yacáru gerade beschrieb kannte sie gar nicht. Aber unmöglich war nichts. Sie beschloss der Kleinen zu glauben, wandte sich aber vorerst ihrem Sohn und dessem bestem Freund zu, die gerade hinzu kamen.

Ihr kommt genau recht. Yacáru meint, sie hätte einen trockenen Teil in der Höhle gefunden. Habt ihr Lust uns zu begleiten?


13.01.2009 00:33




Andraki


Andrakis Augen huschten zu dem schwarzen Rüden, der sich stumm zu ihnen gesellte und erhaben neben der Alpha stand. Die Braune musterte ihn schnell und möglichst unaufdringlich und kam zu dem Schluss, dass sie einen Rangwolf vor sich hatte. Also senkte sie den Blick, um nicht provozierend auf ihn zu wirken.
Unterdessen richtete Kiba ein paar mahnende, wenn auch freundlich Worte an die beiden Welpen. Beide entfernten sich daraufhin mehr oder minder schmollend. Auch eine Dreistigkeit, die es in ihrem alten Rudel nicht gegeben hatte. Langsam fragte Andraki sich, wo sie hier hingeraten war.
Kiba hieß sie nun Willkommen, was das Herz der Braunen freudig hüpfen ließ. Die Zeit des einsamen Wanderns war endlich vorbei, hier hatte sie eine Gemeinschaft gefunden, die sie akzeptierte. Einziger Haken an der Sache war, dass sie wieder komplett von vorne anfangen musste - daheim hatte sie einen recht hohen Rang bekleidet und war mit allerlei Pflichten beschäftigt gewesen, und sie hatte dieses ausgefüllte Leben geliebt. Aber 'daheim' gab es nicht mehr, und so musste sie sich eben darum bemühen, sich hoch zu arbeiten und zu erkämpfen.
Die Alpha stellte ihr den schweigsamen Rüden vor. Hatte sie also Recht behalten, der Schwarze war in der Tat ein Rangwolf. Andraki nickte ihm respektvoll zu.

"Ich grüße dich, Beta Yago",

fügte sie ihrer Geste hinzu und sah ihm nur kurz in die Augen.
Dann erschien eine weitere Fähe und positionierte sich ebenfalls neben der Alpha. So wie sie da stand, schien sie ebenfalls eine Rangwölfin zu sein - umso mehr erstaunte und irritierte es die Braune, als die Fähe mit Namen Akara zugab, erst vor wenigen Tagen selbst zum Rudel gestoßen zu sein. Andraki mühte sich darum, ihr Missfallen zu verbergen und nickte Akara ebenfalls grüßend zu, ohne jedoch etwas zu sagen, um weder die Alpha noch den Betarüden ihres Standes herabzusetzen. Die Braune war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie sich hier würde einleben können. Sie verabscheute Unstrukturiertheit.
Andraki wandte sie wieder Kiba zu. Es gab da noch etwas, was sie wissen musste.

"Darf ich erfahren, wann die Einführungskämpfe stattfinden, um meinen Platz im Rudel zu bestimmen? Und sollte es bis dahin eine Aufgabe für mich geben, so bin ich bereit, sofort anzufangen."

Standardsache. Man kannte das ja...


13.01.2009 19:12




Yago


Yagos Interesse wurde zunehmend von den nicht ausgesprochenen Worten der anwesenden Wölfe eingenommen. Akara zum Beispiel gesellte sich zu ihnen und schien sich ein wenig aufplustern zu wollen. Nicht, dass Yago ihr das nicht zustehen würde, oder dass es in dieser Situation so falsch am Platze war … nur hatte sich hier selten jemand was daraus gemacht. Am meisten wohl noch er selbst. Hatte er doch die Angewohnheit gehabt, sich niemals zu unterwerfen … was hier nie jemanden gestört hatte. Er unterwarf sich auf seine Art. Ewige Treue. Und das eben nur jenen, die es wirklich verdient hatten. Jetzt jedenfalls schien Ranggehabe wieder sehr wichtig – wie gut dass er Beta war und sich das Unterwerfen sowieso sparen konnte. Ansonsten hatte er wohl die natürliche Ausstrahlung eines ranghohen Wolfes. Auch wenn es ihn nicht das kleinste bisschen gekümmert hätte, wenn er nun zusammengesunken vor dieser Neuen gesessen wäre. Respekt hätte er sich schon holen können, würde er danach verlangen. Sei’s drum, jedenfalls wurden die Welpen – oder Jungwölfe, jedenfalls zu jung – weggeschickt, was ihm ebenfalls irgendwie untypisch vorkam. Seit wann störte es sie denn, dass ein paar Halbstarke herumsprangen. Sie begrüßten hier ja nicht ihre Leitwölfin, sondern irgendeine fremde Streunerin, die sich eher auf dem Bauch kriechend bei ihnen einbetteln sollte. Aber Yago wäre nicht Yago, wenn ihn das kümmern würde. Lieber betrachtete er weiterhin schweigend die Situation und dachte sich seinen Teil dazu. Kiba übernahm das Vorstellen seiner Selbst, auch wenn er weder durch ein Nicken, noch durch sonst irgendeine Bewegung darauf aufmerksam machte, dass er der erwähnte Yago war. Allerdings müsste die Fremde schon sehr schwer von Begriff sein, um das nicht zu verstehen. Sie verstand es auch, zumindest ließ sich das aus ihrem Blick schließen. Respekt sprach daraus, was Yago langsam den Eindruck verlieh, dass plötzlich der Förmlichkeitswahn ausgebrochen war. Nicht, dass er kein Höflichkeitsliebhaber war und Respektlosigkeit verachtete … aber dieses Spektakel wegen einer unbekannten Fremden aufzuführen leuchtete ihm dann doch nicht ein. Als sie ihn dann ebenso respektvoll begrüßte, beschloss er doch noch wenigstens ein paar Worte zu sagen. Nicht, dass er Kiba blamierte, wenn er nichts sagte und damit vielleicht als stummer Beta hingestellt werden könnte. Welch Blamage! Er hatte gar nicht gewusst, dass er ironisch sein konnte.

“Auch ich grüße Euch, Andraki.“

Erst jetzt erwiderte er Kibas kurze Berührung an der Schnauze mit einem kurzen - und doch für einen einfachen Seitenblick zu langen - Blick in ihre Augen. Sich wieder Andraki zuwendend überlegte er schon, ob er Kiba und Akara nicht das Feld überlassen und sich lieber wieder an seinen ruhigen Regenplatz zurückziehen sollte. Dann jedoch fing die Neue wieder an zu sprechen und zauberte zum ersten Mal eine sichtbare Reaktion auf Yagos Gesicht. Ein Stirnrunzeln. Einführungskämpfe? Warum zur Hölle sollte man sich denn bekämpfen? Eins und eins konnte er zusammenzählen, es ging mit Sicherheit um die Ränge aber das ließ sich ganz einfach regeln. Sie beugte ihr Haupt vor Kiba, vor ihm, vor Akara und vielleicht vor … Jeanne nicht. Und wenn Jeanne darauf nicht reagierte – dann war die Rangverteilung ja klar. Und so weiter eben. Dafür musste man sich ja nicht gleich bekämpfen. Yago hasste Kämpfen. Aber eifrig schien sie ja. Wer war denn schon so scharf auf eine Aufgabe? Sie lagen lieber alle in der Höhle herum. Gab allerdings auch nichts zu tun. Yagos linkes Ohr schnippte leicht nach hinten.

“Hier gibt es keine Kämpfe.“

Wie bei so vielen Aussagen Yagos, hatte seine Stimme etwas Apodiktisches. So war es, so ist es und so würde es immer sein. Gleichzeitig schwang ein Unterton darin mit, der einem aufmerksamen Zuhörer verraten konnte, wie sehr der Schwarze jede Art von Gewalt verabscheute. Anmerken ließ er sich davon aber nichts, sondern stand nur ruhig wie immer neben Kiba.


13.01.2009 20:45




Leikuna


Leikuna sah lächelnd zu Korrianke herüber als er sich zu ihnen gesellte. Schnee..oh, jah, den hatte sie auch lange nicht gesehen. Aber auch der war ihr eigentlich schon wieder zu kalt...nur - der Regen war auch kalt - und deutlich nasser...

Auch Kiba begab sich zu ihnen, und auch ihr schenkte Leikuna ein freundliches Lächeln - zusehends spürte sie wie sie selbst sich formte, sich veränderte und festigte - es war so seltsam wie selbstverständlich.

"Schnee mag ja ganz hübsch sein, aber wenn ich vorher so viel Regen zu ertragen habe ist mir der Sommer doch deutlich lieber...Schatten gibt es immer, in den man sich vor der Hitze flüchten kann. Aber wo ist es warm wenn alles ringsum nass ist?"

fragte sie ins Blaue hinein, und sah sie drei nacheinander an. Eine Fremde hatte sich angekündigt, und war nun angekommen - als die zwei Jungwölfe aus der Höhle flitzten und Kiba hinterherhumpelte erkannte man verschwommen ihre Konturen im Grau des anhaltenden Regens, und Leikuna hob überrascht eine Braue als auch Akara sich erhob und der Leitwölfin folgte.
Die Weiße konnte sich keinen Reim machen warum sie das jetzt tat - aber es sprach auch nichts dagegen, und darum sagte sie nichts, setzte nur eine Pfote ins Wasser und sah zu Korrianke herüber, mit dem sie nun quasi 'allein' war. Noch immer konnte sie sich im Blau seiner Augen verlieren, dass ihr so fremd, so exotisch und vorallem wunderschön vorkam.

"Ich glaube die Anzahl der Wölfe hat sich beinahe verdoppelt seit ich hier bin..."

bemerkte sie, und sah sich um. es waren überall mehr oder weniger bekannte Gesichter, aber viele waren gerade erst angekommen. Andere wiederum fehlten. Ihr machte es nichts aus, solange Yago und Kiba nicht verschwanden war alles in Ordnung.
Sie sah wieder zum Höhlenausgang.

"Die brauchen ganz schön lange diesmal"

bemerkte sie, und schon kamen zumindest die Jungwölfe wieder herein, literweise Regen im Fell. Brrr, wie konnte man nur freiwillig so lange im Regen herumstehen?


13.01.2009 23:02

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
08.09.2010 16:12
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Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 4




Kiba Telay


Kiba Telay wandte den Kopf zur Seite, als plötzlich auch Akara neben ihr stand. Kurz mit einem Ohr schnippend, versuchte sie nicht zu zeigen, dass sie darüber ein wenig irritiert war. War es wirklich nötig, gleich so eine Front vor der Neuen auf zu bauen? Aber sie sagte nichts, sah nur wieder freundlich zu Andraki herüber. Als diese dann aber nach Einführungskämpfen fragte, wurde ihr Blick doch verwirrt. Kämpfe? Hier? Wozu sollte das gut sein? Die Silbergraue schüttelte kräftig den Kopf, selbst Yago antwortete dazu.

In meinem Rudel will ich keine Gewalt sehen. Wir sind friedliche Wölfe, die genau so friedlich miteinander umgehen.“

Der erste Satz klang wieder sehr bestimmt, der Zweite war ruhiger, drückte genau die Friedlichkeit aus, die ihre Worte aussagen sollten. Sie verabscheute Gewalt. Sich zu bekämpfen war nichts, was einen irgendwie weiter brachte. Deshalb war Kiba ganz froh, dass sie ihren Rang bisher noch nie verteidigen musste. Sie wusste auch nicht wirklich, was passieren würde, wenn sie irgendwann einmal herausgefordert werden sollte. Diese Frage hatte sich die Silbergraue nie gestellt; sie als Leitwölfin, das war einfach schon immer so gewesen, nach dem Ableben ihres Geburtsrudels. Nicht, dass sie sich fürchtete einen Kampf nicht zu bestehen ... sie war groß, um Einiges größer als andere Fähen und eigentlich kräftig. Es war eher, ob sie das überhaupt wollte. Und momentan würde sie mit ihrer gebrochenen Pfote sowieso alt aussehen. Aber, genug. Kiba ließ sich nach außen hin keinen ihrer Gedanken anmerken.

Aber wenn ich eine Aufgabe für dich haben sollte, lasse ich es dich wissen.“,

fügte sie noch lächelnd hinzu und richtete ihren Blick kurz zu Yago. Dann schnappten ihre Ohren aber ein leises Stimmchen aus dem Hintergrund auf. Ihr Blick wanderte weiter zu Adali, die am Höhleneingang saß und jetzt nicht nur von Teyrm und Toboe umgeben wurde, sondern auch von der kleinen Weißen, die sich an Ares gehängt hatte. Hatte Yacáru da grade etwas von einem trockenen Höhlenteil gesagt? Das wäre in der Tat interessant. Natürlich hatte sich die Silbergraue schon so gut es ging umgesehen, war sogar in den hinteren Gang gehumpelt, wo sie damals mit Alice und Silence ... auf jeden Fall war es auch dort bereits nass. Wovon konnte sie also sprechen?

Das sollten wir uns mal ansehen.“

Kiba nickte Andraki freundlich und auffordernd zu, berührte Yago im vorbeihumpeln leicht an der Schulter. Wenn diese Höhle wirklich noch einen trockenen Platz zu bieten hatte, wäre sie nur zu dankbar dafür.


14.01.2009 16:57




Shaí


Shaí stand nun draußen. Der Regen prasselte auf sein schwarzes Fell, und doch, ihm war nicht kalt. Die Tropfen rannen seinen Bauch hinunter, kein einziges Blinzeln. Die dunklen Augen waren fest auf die Berge gerichtet. Der Rüde atmete langsam und ruhig ein und aus, völlig entspannt stand er im Regen, während sich die anderen wie Kaninchen in den Bau flüchteten. Verächtlich spuckte der Große aus. Sie verkrochen sich, dabei waren sie Wölfe. Er reckte stolz das Haupt und starrte weiter auf die Berge, die ihn umgaben. Seine Miene war grimmig, nur diese Regung konnte man sehen, alles andere- wenn überhaupt- nur erahnen. Gequält seufzte der Rüde auf.

oO(Was für ein Scheiß. Jetzt sitz ich hier und habe nichts zu tun. Regen. Tropfen. Leise. Laut. Kalt. Warm .... . )

seine Gedanken flüchteten sich wieder in die Umgebung, er hörte einfach zu, seine Muskeln entspannten sich wieder. Der schwarze Prinz ging ein paar Schritte. Wandte sich nicht einmal um. Warum sollte er auch. Er hatte nichts mit diesem Rudel zu tun... er hatte lediglich das Leben des Alphasohns gerettet und die Alpha selbst mehr oder weniger heil zur Höhle gebracht. Doch irgendwie spielte das keine Rolle in Shaís Überlegungen. Die Familie der Alpha wurde einfach mit Respekt behandelt, so einfach war das. Und alle anderen... noch einmal spuckte er aus. Erbärmlich. Und doch wandte er sich genau in diesem Moment um, in diesem Moment der Ruhe und des Friedens, zumindest in einem Teil von ihm. Seine blauen Augen musterten die Höhle. Sie betrachteten sie eingehend. Der schwarze Wolf wusste nicht, was er tun sollte. Einerseits zog es ihn zurück in die Höhle- so ekelhaft sie auch war- denn dort waren Kiba Telay und ihr Sohn. Doch die andere Hälfte seiner Seele zerrte in die Entgegengesetzte Richtung, zu den gegenüberliegenden Bergen... Shaí knurrte. Warum musste er jetzt schon mit sich selbst ringen? Das alles hatte angefangen, als er zu diesem Rudel gestoßen war. Das Alles. Wieder verzog er grimmig die Miene. Dann wandte er sich schnell, aber geschmeidig und voller Würde um und ging wieder zur Höhle. Er starrte über die Schulter in den Regen. In seinen Augen sah man ... war es Trauer? Schmerz? Wut? Man konnte es nicht beschreiben, er sah einfach nur gequält aus. Für Shaí hieß die Rückkehr den Eintausch seiner Freiheit. Seine Freiheit. Ein mächtiges Wort, das den Schwarzen fast zum Stehen gebracht hätte. Doch er schüttelte nur leicht den Kopf und wandte sich dann um. Mit langsamen Schritten ging er den Höhlengang entlang. Nein, er schritt, mit einer Eleganz, die ihm nicht leicht nachzumachen war. Er erhob den Kopf, trotzig und stolz, als wollte er irgendjemandem zeigen, wie er sich durchsetzen könne. Seine Pfoten berührten trotz der langsamen Bewegung fast nicht den Boden. Seine dunkelblauen Augen waren nun rein, kein Gefühl spiegelte sich in ihnen wieder. Dann war er in der Höhle. Er sah sich um, seine scharfen Augen erblickten schnell Kiba. Der Rüde bewegte sich auf sie zu, dann lächelte er sie mit seinem charismatischen Lächeln an.

"Kiba, ich wollte Euch nur nach Eurem Wohlbefinden fragen und... ob Ihr mich aufnehmt in Eurem Rudel."

Er blickte der Silbergrauen direkt in die Augen. Damit hatte er nie Probleme gehabt, jemanden einfach anzuschauen. Seine Augen huschten kurz zu den anderen Wölfen um sie herum. Bestimmt war der Schwarze der Beta des Rudels. Doch weder sein Blick noch seine Körperhaltung verrieten etwas über seine Gedanken. Er beherrschte sich perfekt. Zumindest im Moment, denn er wollte bei Kiba einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Obwohl... vielleicht hatte er den schon gemacht, als er ihr hier hochgeholfen hatte, in dieses Lo... er stoppte siene Gedanken, er würde sich das hier nicht schwerer machen, als nötig. Er schaute dem Schwarzen kurz in die Augen, dann wandte er sich wieder Kiba zu. Er stand locker da und wartete auf die Antwort der Alpha.


14.01.2009 18:19




Akara Chitaru


Akara blieb aufrecht neben Kiba stehen, als die neue Wölfin ihre Frage vorbrachte. In ihre Mimik mischte sich nicht der geringste Hauch Skepsis und auch hinter der steinernen Maske wunderte sie sich nicht großartig. Die Freundlichkeit blieb in ihren Augen, mehr verrieten diese nicht. Ein bisschen amüsiert war sie. Früher wäre ihr die Erwähnung von Einführungskämpfen idiotisch vorgekommen, aber dennoch nicht befremdlich. Hier, an diesem Ort des Friedens hatte diese kriegerische Frage eine ganz andere Bedeutung. Sie war nicht einmal sicher, ob jemand hier wusste, dass es Rudel gab, die diese altmodische Art, die Ränge zu verteilen, nutzten. Es hatte etwas Traditionelles, was die große, braune Wölfin nicht unbedingt ablehnte. Zu ihrem Stamm hätte es nur nicht gepasst, dazu legten sie zuviel Wert auf Weisheit.
Es überraschte sie, das Yago noch vor Kiba das Wort erhob. In der Zeit, in der sie ihn kannte und beobachtet hatte – zugegeben, es waren nur wenige Tage und noch weniger Gelegenheiten – war sie zu dem Entschluss gekommen, dass er nicht mehr sprach, als zwingend erforderlich war. Jemand musste Andraki natürlich aufklären, aber die Leitwölfin hätte es im nächsten Atemzug selbst getan. Akara wunderte sich über sich selbst. Da war sie Wortkargheit gewohnt, hatte sich über die Redseligkeit hier gewundert, als sie ankam und befand nun schon schweigsame Wölfe als außergewöhnlich. Eine Weile hing ihr Blick interessiert an Yago, sich gedanklich mit der Frage auseinander setzend, in welcher Beziehung er und Kiba genau standen, dann jedoch lauschte sie ihrer Alpha. Die Güte der Wölfin schien keine Grenzen zu kennen, aber ob Andraki damit umzugehen wusste?
Akara selbst war das alles einerlei. Sie musste sich noch an so vieles gewöhnen und so manches lernen, dass sie die gleiche Lernfähigkeit auch in der Neuen vermutete. Wieso sollte man sich auch nicht auf andere Kulturen einlassen? Sie war da jedenfalls aufgeschlossen.
Während Kiba sich abwandte, verharrte sie noch, um die Möglichkeit zu erhaschen, Andraki näher kennen zu lernen, oder genauer einzuschätzen.


14.01.2009 19:09




Andraki


Standardsache. Man kannte das ja..
...nur nicht hier.
Andraki spürte, wie ihr der Fang ein Stück weit aufklappte vor Überraschung. Schnell schloss sie sie ihn wieder und schluckte, während ihr irritierter Blick auf dem Schwarzen lag, der zu ihr gesprochen hatte. Wie meinte er das, es würde keine Kämpfe geben? Das war ein furchtbar schlechter Scherz... nicht wahr? Ihr Blick huschte zu Kiba in der flüchtigen Hoffnung, dass die Alpha ihren Beta gleich zurecht weisen würde.
Aber nichts dergleichen. Als die Blaugraue sprach, bestätigte sie nur die Worte Yagos. Keine Kämpfe. Keine Gewalt. Für Andraki waren das zwei völlig verschiedene Dinge, Kampf war nicht gleich Kampf, und Rangkämpfe gehörten für sie nicht zu den Gewalttaten. Rangkämpfe gehörten zum Zusammenleben! Zur Ordnung und Struktur eines Rudels! Wie um alles in der Welt kamen diese Wölfe klar?! Wie gewährleisteten sie die Stabilität ihrer Gemeinschaft? Wie sicherten sie ihren Frieden? Die Braune glaubte, den Boden unter den Pfoten zu verlieren. Wie sollte sie selbst hier zurecht kommen...?
Andraki senkte den Blick und nickte nur, als Kiba geendet hatte, und blieb so stehen, als die Alpha sich abwandte und in die Höhle zurückkehrte. Mit einem Mal vermisste sie auf schmerzlichste Weise ihr altes Rudel. Dort hatte sie ihren Platz gehabt, und nun sah es so aus, als würde sie den hier niemals finden können. Die Braune fühlte den Regen deutlicher als zuvor auf sich herabregnen. Sie zögerte, war unsicher, ob ihr Missfallen sich unter diese Wölfe zu begeben, größer war als ihre Abscheu vor dem Regen. Dann trat sie langsam vor, um der Alpha in die Höhle zu folgen - schliesslich war es eine Aufforderung gewesen. Zumindest konnte man ihre Worte als Befehl auffassen, und damit war Andraki schon immer am Besten klar gekommen. Als sie an Akara vorbeikam, hob sie leicht den Blick und lächelte leicht - Kiba hatte Frieden befohlen, und die Braune wollte sich darum bemühen...


14.01.2009 19:48




Akara Chitaru


Akara verbarg die Verwirrung über das plötzliche Lächeln, dass Andraki ihr schenkte. Ein paar Augenblicke stand die große, selbstsichere Fähe einfach nur da, ohne sich zu rühren. Wieso brachte sie eine derartig gewöhnliche Geste so aus dem Konzept? Aus Höflichkeit lächelte auch sie und nickte der neuen Wölfin freundlich zu. Sie fühlte sich komisch, es war, als würde sie ihr Inneres ganz offensichtlich zur Schau stellen. Sie hatte bereits gelernt, dass die Wölfe hier ihre Emotionen selten verbargen, von Andraki hätte sie diese Offenheit nicht erwartet. Es war auf seltsame Weise überraschend, wo es hier doch so selbstverständlich war.
Gleich darauf fand Akara zu ihrer gewöhnlichen Mimik zurück, der es zwar am Lächeln fehlte, nicht aber an der Freundlichkeit, die sie allein durch ihre Augen zum Ausdruck brachte.

“Es mag anmaßend sein, aber ich freue mich, eine Wölfin kennen zu lernen, die wie ich erst noch lernen muss, mit den hier alltäglichen Bräuchen umzugehen.“

In Akaras Blick lag sehr viel Ruhe und Klarheit. Sie verbarg jegliche Neugierde, die man als unhöflich hätte empfinden können. Tatsächlich schien sie neben ihrer Welt und der von Kiba noch eine Dritte entdeckt zu haben, die sie zwar nie sehen würde, aber dennoch gerne mehr über sie erfahren wollte.

“Meine Gesellschaft stört dich doch nicht?“

Fragte sie, während sie an Andrakis Seite zurück zur Höhle lief, um der Leitwölfin zu folgen, die von einer Welpin über eine trockene Stelle informiert worden war.


14.01.2009 20:27




Maav


Maav starrte trübsinnig in den Regen bis eine weiße Wölfin zu ihm trat. Die Fähe wirkte noch recht jung, auch wenn Maav ahnte, dass sie schon lange kein Jungwolf mehr war. Ihr weißes Fell schien für die hier herrschenden derzeitigen Verhältnisse ziemlich sauber und hell. Sie schien recht groß, in etwa so groß wie er, aber überhaupt schienen die Wölfe hier im Durchschnitt größer als in der Gegend aus der er kam. Dort war er groß gewesen, doch hier schienen beinahe alle seine Größe zu teilen. Außer dem weißen Rüden Shiyu, der ihm immer noch nicht aus dem Kopf wollte. Doch er zwang sich sich auf die Fremde zu konzentrieren die sich zu ihm gesellt hatte. Sie schien keinesfalls unfreundlich und nachdem er sie eingehend betrachtet hatte antwortete er auch schließlich.

“Ich bin neu zum Rudel gestoßen und möchte mich erst einmal umschauen und das Leben hier beobachten, meine Schlüsse daraus ziehen und dann weiter sehen.“

Er musterte die Weiße noch einmal intensiv, bevor er seinen Blick auf den Boden richtete um nicht unhöflich zu wirken und sich vorstellte.

“Mein Name ist Maav und wie heißt ihr weiße Schönheit.“

Er hatte gelernt, dass es gut war anfangs höflich zu sein und Maav war gut darin Komplimente zu machen. Die Weiße wirkte schön, zumindest für ihn, auch wenn er keinerlei Interesse an ihr hegte, er hatte nie sonderlich Interesse an einem Gefährten oder Nachwuchs gehegt. Bis er Skir getroffen hatte, doch auch ihre Verbindung war nicht von Dauer gewesen, so sehr er den grauen Rüden auch geliebt hatte.


14.01.2009 20:50




Andraki


Kaum war das Lächeln erschienen, verschwand es auch schon wieder und machte einer halb betrübten Miene Platz. Der Verlauf ihrer Musterung - ein Begriff, der diesen Wölfen sicherlich ebenfalls unbekannt war - hatte sie erschüttert, und auch wenn sie sich um eine gute Miene zum bösen Spiel bemühte, war das innere Beben noch längst nicht überstanden. Zum ersten Mal mochte sie sich nicht ausmalen, wie ihre Zukunft aussehen würde. Bisher hatte sie immer eine klare Vorstellung davon gehabt - aber das hatte auch für ihre Weltanschauung gegolten. Es ängstigte sie irgendwie sogar, wie anders diese Wölfe dachten.
Andraki hatte kaum mitbekommen, dass Akara sie begleitete. Ihre Worte rissen die Braune aus ihrer Trübsal heraus. Das Loch in ihrem Inneren blieb.
Und dennoch ließen Akaras Worte sie aufhorchen. Hatte sie hier tatsächlich eine Leidensgenossin bei sich? Andraki mahnte sich zur Vernunft. Die andere Fähe wirkte lange nicht so unglücklich, wie die Braune sich fühlte. Trotzdem ließ sich der hoffende Tonfall in ihrer Stimme nicht verbergen, als sie antwortete.

"Das hier ist auch alles fremd für dich?"

Sie sprach leise, wollte nicht, dass ein Rangwolf sie hörte und sich oder das Rudel als beleidigt betrachtete.

"Nein... ist in Ordnung. Woher stammst du?"

Andrakis Worte waren ehrlich und direkt - nur bei offiziellen Grußformeln oder Anliegen an Rangwölfen wählte sie ihre Worte mit diplomatischer Bedachtheit.
Sie blieb stehen, als etwas vorraus sich ein anderer Wolf an die Alpha wandte, damit der Eindruck nicht entstand, sie wolle lauschen. Aufmerksam ließ sie ihren Blick einmal durch die Höhle und über die anwesenden Wölfe schweifen. Nur die Schwarzpelze boten einen halbwegs vertrauten Anblick, alle anderen Fellfarben verstärkten nur das gefühl der Fremdheit in ihr. Andraki unerdrückte ein Seufzen und wandte sich wieder Akara zu. Die Fähe stellte gerade ihr einziger Haltepunkt dar, und sie hoffte inständig, dass sie diesen Anker nicht gleich wieder verlor...


14.01.2009 20:52




Ares


Ares wusste nicht so recht zu sagen, ob er nicht bereute, das Beben derart glimpflich überstanden zu haben. Denn was darauf folgte, war die reine Hölle. Die kleine Welpin, auf die er aufpassen sollte, schien den lieben langen Tag nichts Anderes im Kopf zu haben, als ihn zu nerven und zu quälen. Sie war wie ein Schwarm Mücken, immer aktiv, immer dabei, irgendwas zu machen, zu reden, zu rufen, zu zerren, zu knabbern, anzustupsen, schlicht, sie fand immer einen Weg, ihn zu ärgern. Und das tat sie mit solch einer Wonne, dass der Schwarze, bei aller Ruhe, gerne mal den Rauch reingelassen hätte.

Aber das tat er nicht. Wieso nicht? Weil es schon genug Gezanke hier gab. Das Wetter war wirklich grausig, da musste er der Kleinen Recht geben, auch wenn er das nicht aussprach und das Wasser in der Höhle machte es nicht besser. Zwar störte er sich nicht an dem nassen Bauch, den er vom Liegen bekam, da die Alternative gewesen wäre, in der Höhle umherzuwandern und dabei irgendjemanden womöglich irgendwas nicht recht zu machen. Nicht, dass der plötzlich außergewöhnlich harmoniebedürftig war, aber er war auf jeden Fall im Moment ruhebedürftig und wollte selbst so viel als möglich tun, um diesem Bedürfnis nachzukommen.

Da war er aber wohl der Einzige. Immer mehr Wölfe kamen, plapperten, murrten, zankten und allmählich surrte ihm der Kopf davon. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, ging Yacáru nun wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und ihm auf die Nerven. Dass sie auf ihm herumkletterte, hatte er inzwischen zu akzeptieren gelernt. Es war irgendwie eine fremde Art von Berührung, die dem Rüden nichts ausmachte, wenn man einmal davon absah, dass er wirklich genervt war.
Als die Kleine seine Schnauze malträtierte, beschloss er, sie zu ignorieren. Das machte es meist schlimmer, aber am Ende half es doch, sie loszuwerden. Und in der Tat war Yacáru irgendwann wieder weg.

Für einen langen Moment schloss Ares die Augen. Was hatte man ihm da nur angetan? Grausam. Zwar beneidete er Kiba keinesfalls um ihre Aufgabe und hätte sich darum auch nicht gebeten, ihm die Arbeit mit der Welpin abzunehmen, aber er war wirklich der Falsche für den Job.
Dennoch lauschte er mit einem Ohr auf Yacárus Geplapper, denn er fühlte sich doch für sie verantwortlich. Irgendwann aber bemerkte er, dass es verstummt war.
Irritiert von dieser doch plötzlich fehlenden Stimme, auf welche er sich in diesem Wirrwarr konzentriert hatte, sah er auf. Er konnte das weiße Unheil nirgends sehen und musste zugeben, dass sich da doch etwas in ihm regte, das Unruhe gleichzusetzen war.

Aufmerksam sah er sich um, aber in dieser Vielzahl von Wölfen hatte es gar keinen Sinn, sie finden zu wollen. Schließlich aber hörte er ihre Stimme und fand sie bei einer schwarzen Fähe stehend, wie sie diese beplapperte. Es musste sich um Adali handeln, die Coniugo, soweit wusste Ares zumindest.
Seufzend ging Ares zu ihnen, stellte sich hinter die Kleine und meinte mit einer Spur von unglücklichem Ausdruck auf dem Gesicht zu der Fähe:

“Es tut mir Leid, wenn sie Euch belästigt hat.“

Er senkte den Kopf, und raunte Yacáru zu:

“Hab ich dir nicht gesagt, du sollst nicht so vorlaut sein? Komm!“

Er packte sie am Nackenfell und hob sie vom Boden auf. Es war mit einem Mal eine ganz vertraute Geste. Er konnte nicht leugnen, dass er sich für die Kleine irgendwie verantwortlich fühlte. Aber das war freilich nur ein absurdes Gefühl, hervorgerufen durch Kibas Anweisung, auf die Kleine aufzupassen.


14.01.2009 21:39




Yacáru


Als Adali ihre Aussage noch einmal hinterfragte, nickte die kleine Yacáru kräftig. Ja, hatte sie doch gesagt! Warum mussten diese Erwachsenen immer so langsam sein? Das war doch ganz einfach. Jetzt musste sie sich nur noch erheben, dann würde sie ihr folgen können. Und schon konnte man das ganze Rudel ins Trockene bringen! Die weiße Welpin machte einen kleinen Satz zur Seite, als da plötzlich zwei Rüden zu ihr und der Schwarzen kamen, die schon doppelt so groß waren wie sie. Aber auch noch längst nicht ausgewachsen. Leicht misstrauisch beäugte sie die Jungwölfe, filterte aus ihren Worten die Information „Mutter“ heraus. Aha. Der Schwarze war also der Sohn von Adali. Wenn sie ihn so genau anschaute ... der hatte echt eine komische Gesichtsmusterung! Yacáru neigte den Kopf leicht schief, um sich die Sache besser anschauen zu können. Dann wandte sich der Wolf an sie und begrüßte sie, sehr seltsam formuliert. Das klang ganz so, als wolle er die Erwachsenen bereits jetzt nachmachen. Nur ganz so elegant klappte das wohl noch nicht. Die kleine Wölfin mit den dunkelblauen Augen setzte ein Grinsen auf. Bevor sie zu einer Antwort kam, legte sich ihre Aufmerksamkeit aber auf den Zweiten. Er war im Gegensatz zu diesem Teyrm und Adali ganz grau, fast ein wenig so wie Kiba. Und da er Adali nur als „Teyrms Mum“ ansprach – Mum, was war das überhaupt für eine komische Bezeichnung? – ging sie davon aus, dass er nicht mit ihr verwandt war. Oder zumindest nicht ganz direkt. Vielleicht indirekt direkt. Wie auch immer. Jetzt wandte sich dieser Große auch ihr zu und schmiss sich ganz plötzlich vor ihre Pfoten. Die Weiße ging wieder einen Schritt zurück.

Äh?“

Wozu sollte das denn gut sein? Und hatte der grade gesagt „klein“? Wollte der sich über sie lustig machen? Empört machte sich Yacáru ein bisschen größer und funkelte den Wolf an. Toboe war also sein Name. Ob sie spielen wollte?

Hey. Ich bin Yacáru. Ich mag zwar klein sein, aber das hat ganz viele Vorteile, die ihr schon nicht mehr ausnutzen könnt, oh ja!“

Grinsend legte die Weiße den Kopf schief.

Du bist auch klein, aber auf eine andere Weise.“,

gluckste sie, verriet aber nicht, was sie damit meinte. Weiter ging sie auf die Frage, ob sie spielen wollte, nicht ein. Konnte sie auch gar nicht. Sie nickte Adali eifrig zu, als diese fragte, ob die jungen Rüden mit gucken kommen wollten. Das die Zwei dabei waren, war ihr zwar redlich egal, aber Hauptsache, man kam endlich in die Puschen.
Da ertönte auf einmal eine dunkle, selten gehörte, aber doch vertraute Stimme hinter ihr.

Hey!“

Da wurde sie einfach gepackt! Damit war sie jetzt aber mal so gar nicht einverstanden! Und was hieß hier vorlaut? Sie hatte doch gar nichts gemacht!

Lass mich runter, Dallan!“ Mit seinem Spitznamen musste sie unterstreichen, dass ihr das gar nicht passte. „Ich hab’ doch bloß ein Stück trockene Höhle gefunden, das muss ich doch den Wölfen zeigen! Wenn du so gerne im Nassen liegst, bitte.“

Sie zappelte kurz ein bisschen, damit er sie los ließ. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, dass sie auch die Aufmerksamkeit der Leitwölfin auf sich gezogen hatte. Mit jammernden Augen reckte sie die Schnauze, leider konnte Ares sie aber gar nicht richtig sehen.

Hörst du? Kiba will das auch sehen. Und Adali und Teyrm und Toboe auch! Und du kommst mit.“,

fügte sie zu und entschied einfach mal. Der Schwarze lag immer so weit weg von den Wölfen, sie musste ihn mal ein bisschen in die Gesellschaft locken. Hauptsache, er ließ sie auch wirklich los.


14.01.2009 22:15




Jeanne


Ohne auch nur einen Moment ihr warmes Lächeln zu verlieren betrachtete sie den Rüden. Nicht abschätzend, prüfend oder der gleichen. Sie sah ihn einfach nur an. Immerhin hatte sie ihn angesprochen, und ihre Höflichkeit hatte sie noch nicht verloren. Aber da es auch irgendwie unhöflich war, ihn die ganze Zeit anzusehen, sah sie, den Kopf ein kleines Stück zur Seite gedreht, auch immer wieder nach den Welpen. Immer wieder wollte sie sie sehen, sich vergewissern, dass sie noch da waren, und nicht womöglich die Höhle verlassen hatten. Wenn sie sie dann entdeckt hatte, wandte sie sich schließlich wieder dem Rüden zu. Als dieser sprach, legte sich wieder ihr gewohnt ruhiges Lächeln auf die Lefzen. Es war verständlich, dass er sich hier erst einmal umsehen wollte. Sie stimmte dem Grauen nur mit einem Nicken zu, da er kaum geendet erneut den Fang öffnete. Maav also. Sein Name blieb in ihrem Kopf, und auch das, was er dann sprach.
Jeanne biß die Fänge aufeinander, unmerklich. Der Graue brauchte nicht mit zu bekommen, was nun in in ihrem Kopf vorging. So leicht warf sie so ein Kompliment aus der Bahn. Dabei waren es einfache Worte.. Aber sie wußte einfach nicht damit um zu gehen. Was sollte sie dazu sagen, wie sollte sie sich verhalten? Sie wußte es nicht. Also schlug sie einen Moment die Augen zu, öffnete die dunklen aber recht schnell wieder und lächelte auf ein neues dem Grauen, Maav, zu.

“Mein Name ist Jeanne. Ich bin schon eine ganze Weile bei diesem Rudel. Also.. wenn du Fragen hast, ich helfe dir sehr gern weiter.“

Sein Kompliment verdrängte sie, es war wohl einfach besser so. Stattdessen behielt sie ihre ruhige Haltung, während die warmen Züge nicht aus ihrem Gesicht wichen. Sie würde helfen, wo sie nur konnte. Das war einfach die beste Möglichkeit, sich ab zu lenken.


14.01.2009 22:29




Ares


Zwei Dingen spielten gerade eine sehr große Rolle in Ares‘ Entscheidungsdiskussion. Zum einen die Tatsache, dass Yacáru mal wieder Unfug anstellte, wo sie keinen machen sollte und er dafür mehr oder weniger verantwortlich war. Das mochte man sehen, wie man wollte, genau genommen hätte er in der Höhle wohl nicht so aufmerksam sein brauchen, was hätte ihr auch passieren sollen?
Zum Zweiten aber wollte er nun schnell wieder weg. Weg aus dieser Gesellschaft, die ihm die Enge der Höhle erst wirklich bewusst machte und ihm so gar nicht gefiel. Er bemerkte die Unruhe, die von ihm Besitz ergreifen wollte und hatte seine Probleme, sie niederzukämpfen. Nach außen aber ließ er sich nichts anmerken.

Allerdings kam er nicht wirklich weit, denn Yacáru zappelte derart in seinem Maul, dass er Angst haben musste, die Kleine fallen zu lassen. Allein um das nicht riskieren zu müssen, setzte er sie wieder mit einem gewissen unzufriedenen Blick auf den nassen Boden. Ihr Reden ließ ihn unbeeindruckt, kümmerte ihn eigentlich weniger.
Als sie aber meinte, auch Kiba würde sich dafür interessieren, sah er auf und seufzte innerlich erneut. Als ob die Alpha nicht schon genug zu tun hätte.

Aber das war nicht seine Sache und der Schwarze trat, mit ausdruckslosem Gesicht, aber unverwandt schneller schlagendem Herzen einige Schritte zurück, um aus dem engeren Kreis der Wölfe zu sein. Die Nähe machte ihn unruhig, machte ihn nervös und das wollte er nicht dulden.
Obgleich Yacáru auf eine unergründliche Art und Weise ein scheinbar felsenfestes Naturgesetz gebrochen, umgangen, angesprungen und besiegt hatte, mit einer Leichtigkeit, wie sie meist nur Welpen zu Teil wird, schien das für die anderen Wölfe nicht zu gelten.

Von ihren Worten ließ er sich nicht beeindrucken. Was sie den anderen zeigen wollte, ging ihn wenig an. Überhaupt war er nur in der Höhle wegen der Kleinen. Im Moment hätte er lieber den Regen in Kauf genommen und die Dunkelheit und sogar noch ein Beben oder sonst was, um Gelegenheit zu finden, seine Gedanken zu ordnen. Aber dem war nun einmal nicht so.
Schweigend sah er die Kleine an, ehe sein Blick ins Nichts glitt.


14.01.2009 23:23




Yago


Schon kurz nachdem Yago gesprochen hatte, kam er sich dämlich vor. Kiba war – das wusste er – selbstverständlich der gleichen Meinung wie er und es wäre nicht nötig gewesen, sich in das Gespräch auf diese Art einzumischen. Die Graue bestätigte ihn auch sofort und erweckte damit noch mehr den Eindruck, dass sich Yago kurz nicht unter Kontrolle hatte. Er schüttelte innerlich den Kopf und atmete ruhig weiter, kein Grund um sich irgendwie aus der Ruhe bringen zu lassen. Außerdem war es sicher auch nicht schlecht, mal etwas Gewichtiges zu sagen. Legten ja gerade alle so viel Wert darauf. Die Situation wurde sowieso ziemlich schnell aufgelöst, als hinter ihnen in der Höhle einiges Geschrei ertönte. Yago verstand nicht ganz worum es ging, aber das Wort „trocken“ erweckte selbst seine Aufmerksamkeit. Stumm stimmte er der Leitwölfin zu und folgte ihrer Aufforderung sofort. Nur noch kurz verweilte sein Blick auf Andraki, um vielleicht noch eine mögliche Reaktion auf die direkte Ablehnung ihrer Kämpfe zu erhaschen, aber außer der kurzen Irritation bei seinen Worten und das offensichtliche Erstaunen, schien die Schwarze nichts mehr preisgeben zu wollen. So lief er wie so oft neben Kiba, viel langsamer als sonst, schließlich konnte die Graue kaum laufen. Ein schlechtes Gewissen weckte dieser Anblick noch immer. Selbstverständlich hatte er ihr das Leben gerettet, dennoch hätte es sicher auch eine elegantere Methode gegeben. Sie erreichten die Höhle und abgesehen von den nassen Pfoten, wurde es trocken. Jetzt fühlte sich Yago noch patschnasser, aber immerhin regnete es nicht weiter. Bevor sie sich aber mit dem trockenen Fleck – dem einzigen Grund, warum Yago mit in die Höhle gegangen war – beschäftigen konnten, kam ein schwarzer Rüde daher. Yago meinte, ihn bereits beim Erdbeben kurz gesehen zu haben, danach hatte er ihn aber vollkommen aus den Augen verloren. Sein Name war zu unwichtig gewesen, um ihn zu behalten. Jetzt hätte er ihn gerne gewusst, um dem Bild, das sich von dem Schwarzen zu formen begann, einen Titel zu verleihen. Wie immer fasste Yago schnell und präzise die Details an diesem Wolf auf. Ein Schleimerlächeln. Schleimerworte. Direkter Blick in Kibas Augen. Dieser Schwarze war irgendwie provozierend. Mit einer Schnelligkeit, die man von Yago durchaus gewohnt war, hatte er den Neuen in die Kategorie „unsympathisch“ gesteckt. Er schien prädestiniert dafür, auf den Nerven des Betas herumzutrampeln. Wie immer ließ sich der Schwarze von all diesen Gedanken nichts anmerken – wäre es anders, hätte er mit Sicherheit schon eine Menge Feinde, dachte er doch über recht viele Wölfe wenig nettes. Allerdings immer zu Recht. Nun denn, der Schwarze wollte also ins Rudel aufgenommen werden – dafür, dass er sich schon seit dem Erdbeben bei ihnen herumtrieb, reichlich spät. Und er erkundigte sich nach Kibas Befinden, was sich durch einen einfachen Blick erledigt hätte. Kiba war niemand, der Gefühle gerne verbarg, mal abgesehen von denen, die wirklich niemand etwas angingen. Kurz wunderte sich der Schwarze über seine so sicher festgestellten Gedanken, dann beließ er es beim stillen Beobachten des Schwarzen und ruhigem Stehen neben Kiba. Wie so oft hatte er etwas von einem steinernen Wächter.

15.01.2009 10:29




Maav


Die Weiße schien höflich und stets freundlich doch irgendetwas lag in ihrem warmen Lächeln was Maav ahnen ließ, dass nicht alles in Ordnung war, ebenso schien ihm ihre Reaktion auf seine Worte auf dasselbe zu deuten. Zögerlich setzte er sich auf und legte die Rute dicht um sich um es zumindest etwas wärmer zu haben. Irgendetwas in Jeannes Verhalten war ihm vertraut, doch er wusste es nicht, es kam ihm so bekannt vor, so offensichtlich, doch er konnte es trotzdem nicht zuordnen.


“Danke, ich komme darauf zurück wenn es von Nöten ist.“, erwiderte er knapp aber nicht unfreundlich.

Seine Aufmerksamkeit lag auf Jeanne und auch wenn die Änderungen in ihrer Haltung minimal waren, so schien es Maav doch mit einem Mal offensichtlich was mit der Anderen los war. So offensichtlich, dass er sich fragte ob er der Einzige war, der es mitbekommen hatte. Es erinnerte ihn an sich selbst und an viele andere Wölfe die er im Laufe seines Lebens gesehen hatte.

“Ich hoffe ich bin nicht unhöflich oder trete Euch zu Nahe, aber Ihr wirkt auf mich traurig Jeanne.“


16.01.2009 06:58




Jeanne


Es war ein elendiger Zwiespalt. Zum einen wollte die Weiße Gesellschaft, wollte mit jemandem reden. Nur um einen klaren Kopf zu bekommen und nicht immer wieder in ihren Gedanken zu versinken, die sie immer wieder verführerisch anlockten. Und auf der anderen Seite wollte Jeanne allein sein. Allein konnte sie weinen. Allein konnte sie allem Luft machen. Vor dem Rudel wollte sie nicht schwach wirken. Sie wollte stark sein. Auch wenn sie es nicht war. Aber sie entschied sich, zu bleiben. Beim Rudel. Für den Moment bei Maav. Es war einfach das beste was sie tun konnte, um ihren eigenen Willen. Und das wußte sie. Also lächelte sie dem Grauen weiter zu, als hätte sie etwas anderes getan. Aber wirklich überzeugend fand sich die weiße Fähe selbst nicht. Aber was hätte sie anderes tun sollen? Fliehen? Sie wollte nicht mehr feige sein. Schweigen? Wenn man nicht sprach, dachte man nur nach. Also war es egal was sie tat, es kam doch alles auf das Selbe hinaus.
Den Kopf ein wenig anhebend blinzelte sie den Grauen an, als dieser sich erhob. So war es gleich viel besser und sie musste nicht zu ihm herunter blicken. Seine Worte benickte Jeanne mit einem ruhigen Nicken. Es gab nichts weiter dazu zu sagen, auch wenn sie gewollt hätte. Mehr als ihm ihre Hilfe anbieten konnte sie nicht, Und darauf hoffen, dass er dieses Angebot ernst nahm. Seine nächsten Worte allerdings ließen ihre freundliche, sonst stets aufrechte Maske bröckeln. Das Lächeln wich von ihren Lefzen , sie wandte den Blick zu Boden. Er hatte Recht. Man merkte es ihr also doch mehr an, als sie für möglich gehalten hatte. Aber auch hier wußte die Weiße nicht weiter. Sie hatte über ihren Schmerz reden wollen, darüber das sie sich seit so langer Zeit einfach nur schlecht fühlte. Aber sie wollte niemanden mit ihren eigenen Problemen belasten. Vor allem niemand Fremdes, so wie Maav. Aber es war ebenso unhöflich, ihn auf eine Antwort warten zu lassen. Also hob sie erneut den Blick. Kein Lächeln zierte mehr ihre Lefzen. Sie würde ihn nicht belügen. Aber die ganze Wahrheit würde er auch nicht erfahren.

“Naja.. manch einer überwindet Verluste schnell. Andere knabbern eine ganze Weile daran herum. Und zwei Verluste sind noch schwerer zu tragen. Ich denke.. das ich traurig auf euch wirken mag, liegt daran das ich ein wenig nachdenklich bin. Es gibt so viel, was einem durch den Kopf geht. Und..“

Sie hielt inne, schüttelte leicht den Kopf.

“Tur mir Leid. Ich wollte dich nicht mit diesem Zeug nerven. Jeder muss selbst mit seinen kleinen Problemen klar kommen.“

Nun schlich sich wieder ein ruhiges Lächeln auf ihre Lefzen, während sie um Verzeihung bittend Maav betrachtete.
Jeder war selbst verantwortlich für sein Schicksal.. oder nicht..?


16.01.2009 20:39




Kiba Telay


Kaum hatte Kiba die Höhle betreten, konnte sie schon Shaí erkennen, den schwarzen Rüden, der fast zeitgleich mit Toboe angekommen war und ihr ganz selbstlos seine Hilfe angeboten hatte. Kurz blinzelnd legte auch sie ein Lächeln auf ihre Lefzen, zog aber leicht eine Augenbraue hoch, als er sie fragte, ob er im Rudel aufgenommen werden durfte. Ah? Sie hatte ihn bereits als einen Wolf angesehen, der sich dieser Gemeinschaft angeschlossen hatte. Schließlich war er seit diesen Tagen nicht mehr aus der Nähe des Rudels gewichen.

Shaí. Danke, es geht mir schon viel besser. Ob ich dich aufnehme? Also eigentlich sehe ich dich bereits als aufgenommen an, du befindest dich doch in unserer Gemeinschaft, oder nicht?“

Noch immer lächelte sie dem Schwarzen herzlich zu, sah dann aus den Augenwinkeln wieder Yago zu sich treten. Ja, eigentlich hatte sie grade keine Zeit, ein Gespräch mit Shaí an zu fangen. Hinter ihr waren auch Akara und Andraki, die zwar selbst ein kleines Gespräch begonnen hatten, – sie hörte allerdings nicht, was die Zwei sagten – aber folgten. Richtig, sie wollte sich das mit dem trockenen Teil der Höhle mal anschauen, von dem Yacáru gesprochen hatte.

Wir wollen uns ein wenig in der Höhle nach einem trockenen Platz umschauen. Wenn du magst, kannst du uns begleiten, ansonsten können wir gerne später das Gespräch weiter führen.“

Sie nickte dem Wolf zu und wandte sich kurz in Adalis Richtung, wo sie jetzt überraschender Weise auch Ares sehen konnte. Allerdings machte der keinen sehr begeisterten Eindruck. Gut, wann tat er das je? Er schien nicht sehr glücklich mit der Aufgabe, die sie ihm gegeben hatte, obwohl er sie sehr ernst nahm. Schade eigentlich. Aber die Silbergraue konnte wohl einem Wolf einfach nicht helfen, wenn er sich selbst nicht helfen wollte. Sie humpelte ein paar Schritte weiter in die Richtung, aus der Yacáru geschossen war. Hier roch sie mit einem Mal auch Shiyus Witterung und die des jungen, neuen Rüden Iàn. Aber sie sah doch niemanden? Ein wenig irritiert blieb die Leitwölfin stehen und sah sich um. Kein Wolf zu sehen. Wo waren dann die beiden? Ihr heller Blick glitt die Wände entlang, während sie sich wieder in Bewegung setzte. Hier gingen Shiyus und Iàns Fährten entlang. Huch? Kiba spitzte die Ohren und sah sich plötzlich einer kleinen Nische in der Felswand gegenüber. War die schon immer hier? Eigentlich eine dumme Frage, aber das war ihr nie zuvor aufgefallen ... langsam den Kopf herum drehend sah sie wieder zu Yago herüber, die Verwirrung doch ein wenig ins Gesicht geschrieben.

Ich glaube, wir haben Yacárus Mysteriöse Entdeckung auch gefunden. Das ist mir noch nie aufgefallen ...“

Sie streckte vorsichtig die Schnauze ein wenig nach vorne, um besser in die Nische hinein schauen zu können. Dort mussten auch schon Shiyu und Iàn sein.


16.01.2009 23:28




Akara Chitaru


Akara schenkte Andraki ihre volle Aufmerksamkeit, und beobachtete sie beiläufig, aus ewig alter Gewohnheit. Sich ohne Worte zu verstehen war Teil ihres Lebens gewesen. Es war eine Fähigkeit, die jeder Wolf erlernen musste, dabei hätte sie nicht gedacht, dass es außerhalb ihrer alten Gemeinschaft nicht funktionieren würde. Einen bekannten Wolf, den man sei langer Zeit kannte, vermochte man vielleicht einzuschätzen und zu verstehen, dagegen waren die Fremden hier ein Mysterium.

“Es ist anders, aber es ist weder besser, noch schlechter, verstehst du? Es ist nur nicht so, wie ich das Leben in einem Rudel kannte und dieses war nicht so, wie du es kanntest. Nie hätte ich gedacht, dass unsere Rasse so unterschiedlich leben kann.“

Sie freute sich, ein bisschen etwas von ihrem gesammelten Wissen weitergeben zu können. So kam es, dass die Worte einfach so aus ihr heraussprudelten, ganz anders, als sie es von sich kannte.

“Ehe ich hier her kam lebte ich in einer sehr strebsamen, geordneten Gemeinschaft, die sich frei durch die Länder bewegte. Wir waren überall Zuhause, solange wir zusammen waren. Jeder von uns war stets darum bemüht, in jeder erdenklichen Fähigkeit zu Perfektion zu gelangen. Weisheit, Jagd, Kampf, was immer für unser Leben wichtig ist. Und ehe du verwundert bist, wieso ich hier her kam… Ich kenne viel mehr Regeln als Freiheiten, denn mit ihnen bin ich aufgewachsen. Aber nie wurde ein Gesetz geschrieben, für denn Fall, dass das Rudel stirbt und nur ein Wolf übrig bleibt… Deshalb bin ich gezwungen, hier einen Neuanfang zu wagen. Es ist fremd und anders, aber wie ich schon sagte, bisher konnte ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob es nun besser ist, oder schlechter. Ich denke, dass ist auch nicht wichtig. Es ist schön hier und sehr herzlich. Manchmal gewöhnungsbedürftig, dann wieder befremdlich oder nicht zu verstehen. Aber ich werde lernen, mich einzufügen. Mein Leben gehört diesem Rudel, ich habe es in Kibas Pfoten gelegt. Ich zweifle nicht an der Richtigkeit dieser Entscheidung.“

Als sie Andraki wieder ansah, wusste sie nicht, ob sie zuviel gesagt hatte. Es wäre vielleicht besser gewesen, die Wölfin zu Wort kommen zu lassen.

“Aber erzähl mir doch von der Welt, in der du bisher gelebt hast.“


17.01.2009 14:57




Maav


Es war offensichtlich dass er mit seinen Worten ins Schwarze getroffen hatte. Die Art wie sich ihre Haltung veränderte sprach Bände und es tat ihm beinahe Leid sie überhaupt darauf angesprochen zu haben. Früher wäre es ihm wohl egal gewesen, wer nicht alleine klar kam verdiente es eh nicht zu Leben hatte er damals gedacht, doch er war älter geworden und nicht mehr ganz so hart zu sich und den Anderen. Seit er selbst den Schmerz des Verlustes kennen gelernt hatte war sein Mitleid mit anderen Wölfen die dasselbe durchmachten gewachsen und jetzt wo er wusste wie sie sich fühlten, wo er sich an seinen eigenen Verlust erinnert fühlte konnte er einfach nicht anders als zu versuchen zu helfen. Er trat Näher an Jeanne ohne bedrohlich zu wirken und legte ihr für einen Moment die Schnauze auf den Nacken wie um sie zu trösten.

“Man kann nicht immer alles alleine schaffen und man kann nicht immer so tun als wäre alles nur ein kleines Problem nur weil es dann leichter erscheint. Das macht einen kaputt und ehe man sich versieht sind die Probleme die man so lange ignoriert hat einem über den Kopf gewachsen.“

Er nahm wieder etwas Abstand, wollte er die Weiße doch nicht beunruhigen und blickte sie aufmerksam an, in seinen grauen Augen lag eine Mischung aus Mitleid und Besorgnis.

“Ich will Euch nicht vorschreiben, wie Ihr damit umgehen sollt. Das liegt mir fern, denn jeder muss seinen Weg finden. Ich möchte Euch nur meine Hilfe anbieten, auch wenn wir uns kaum kennen. Manchmal hilft es einfach zu reden.“


17.01.2009 14:59




Andraki


Sie lauschte Akara aufmerksam, obgleich ihr Blick immer wieder von der Graubraunen fortglitt und durch die Höhle schweifte. Es war keine Unhöflichkeit, eher ein Versuch, das Gehörte mit dem zu verbinden, was sie hier sah. Vielleicht in der Hoffnung, diese Wölfe dann besser zu verstehen und sich nicht mehr so völlig fehl am Platze zu fühlen.
Vergebens. Je länger sie Akara lauschte, umso enger schienen sie beide verbunden zu sein, obgleich die Andere nicht auf die gleiche Weise gelebt hatte wie Andraki. Aber die geschilderte Lebensweise wirkte dennoch vertrauter als das Hier und Jetzt. Dieses Rudel war... kein Rudel in Andrakis Augen.
Kurz blieb es still, als Akara endete. Die Braune war unschlüssig, wieviel sie dieser Fähe erzählen sollte, die sie eben erst kenen gelernt hatte. Aber Akara hatte ihr jetzt schon viel Persönliches erzählt, Andraki war ihr das Gleiche schuldig. Außerdem musste sie sich irgendwie mit diesem Wölfen vertraut machen, wenn sie ihre eigenen Prinzipien nicht verraten wollte. Mit irgendwem musste sie anfangen, und im Moment war ihr die Graubraune lieber als jeder andere hier.

"Meine Welt war... beständig. Zuverlässig. In meinem Rudel wusste jeder, wo sein Platz war. Was seine Aufgaben waren, wo seine Grenzen lagen. Es gab keine tagtägliche Routine, trotzdem war das Leben eines jeden geregelt genug, um Sicherheit zu bieten. Unser Revier war sehr groß, es gab nur wenig Beute und wenig Wasser, aber es machte uns auch niemand diese Heimat streitig. Manchmal war es sehr hart, aber unsere Alphas wusste für das Wohl des Rudels zu sorgen. Das Wohl des Rudels stand über allem. Das wusste jeder und lebte dafür. Deshalb hatte auch jeder seinen Platz in dieser Gemeinschaft."

Andraki hielt inne und ließ den Blick ein weiteres Mal wandern. Schon beim Reden hatte sie, wie auch beim Zuhören, immer wieder in die Runde gesehen und Vergleiche angestellt. Aber keine neue Erkenntnis hatte sich eingestellt.
Die Traurigkeit hatte sie nicht aus ihrer Stimme nehmen können.

"Ich war Gamma",

sagte sie leise, mehr zu sich selbst als zu Akara, und es klang wehmütig. Nicht, weil sie dem Rang als solcher hinterher trauerte, sondern weil es ihr Platz im Rudel gewesen war. Ihr Platz im Leben.
Doch Andraki war noch nicht soweit, über all diese Sorgen und Ängste zu reden, die sich eingestellt hatten. Dafür war ihr Akara einfach noch nicht bekannt genug. Noch nicht... vertraut genug.


17.01.2009 14:59




Jeanne


Jeanne wußte nicht, warum sie nicht einfach ging. In ihr machte sich wieder dieser Drang breit, allein zu sein. Allein war sie bisher immer mit all dem Schmerz klar gekommen, den sie zu tragen hatte. Aber sobald jemand in der Nähe war hatte sie das Gefühl, ihr Leid nicht offen zeigen zu dürfen, obwohl es doch so offensichtlich war. Aber.. sie wollte niemanden mit ihren Problemen nerven. Immerhin hatten die meisten ihre eigenen. Und etwas in ihr wehrte sich dagegen, weiter auf die zwei Verluste ein zu gehen. Es weckte nur wieder Erinnerungen, die noch mehr schmerzten. Aber die Weiße wollte Maav nicht anlügen, wenn er sie schon drauf ansprach.
Also lächelte sie weiter, versuchte sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Aber war es dafür nicht zu spät? Sie wartete auf eine mögliche Antwort, die jedoch ausblieb. Stattdessen zuckte sie zusammen, als der Graue auf sie zukam und sie seine Schnauze in ihrem Nackenfell spürte. Dieser fremde Rüde kam daher und.. brachte sie völlig durcheinander. Zuerst seine Worte, nun das. Sie war es nicht gewohnt, dass man so mir ihr umging.. außer Danley hatte sie niemand je so behandelt. Die weiße Fähe schluckte und kniff die Augen zusammen. Sie hörte seine Worte, fühlte sich dennoch nicht wirklich fähig, eine klare Antwort zu geben. Also blieb ihr Fang geschlossen. Es war eine so gut gemeinte Geste, diese tröstende Nähe. Und doch wünschte Jeanne sich, das er zurück trat. Es lag nicht an dem Grauen, nicht daran das sie ihn nicht mochte. Sie wußte einfach nicht damit um zu gehen. Und das verunsicherte sie. Und für einen Moment glaube sie Danley an ihrer Seite zu spüren. Für einige Herzschläge hallte seine Stimme in ihrem Kopf wieder. Die Fähe biß die Fänge aufeinander, senkte den Kopf als Maav wieder zurück trat. Auf seine Worte hob sie den Kopf, blickte den Grauen von unten herab an.

Danke Maav.. Vielleicht hast du Recht.“

Jeanne flüsterte leise, hatte sie doch das Gefühl, ihre Stimme nicht lauter aus ihrem Fang heraus zu bekommen. Sie wollte nicht, dass er die Tränen sah, mit denen sie inzwischen kämpfte. Sie atmetet tief ein, wandte den Kopf weg. Sie beobachtete die anderen, die den Worten der kleinen Welpin folgten. Ein trockener Teil der Höhle?

“Kommst du mit zu den anderen? Auch wenn der Regen eigentlich ganz schön ist?“

Ihre Stimme war leise, und doch hoffte sie das der Graue verstand. Nur kurz sahen die blauen Augen zu dem Rüden, ehe sie den Blick wieder abwandte. Sie wollte nicht das jemand sie so ansah.


17.01.2009 20:05




Maav


Maav lächelte leicht traurig nickte aber zurückhaltend, er wollte Jeanne zu nichts zwingen, wollte ihr nur seine Hilfe anbieten mehr nicht. Es war schwer mit Trauer umzugehen und jeder musste seinen eigenen Weg gehen, auch die weiße Wölfin, die so freundlich zu jedem Neuen war. Er erhob sich und schüttelte sich ehe er sich wieder an Jeanne wandte.

“Ja gehen wir.“

Eigentlich verspürte er keine große Lust sich jetzt mit den Anderen in den trockenen Teil der Höhle zu drängen, doch wie sollte er sich in das Rudel fügen wenn er seiner Abneigung gegen viele fremde Wölfe nachgab? Das konnte nicht funktionieren wenn er sich nicht dazu zwang auch die Anderen kennen zu lernen und sie nicht als potentielle Gegner zu sehen.

“Wie lange seit ihr schon in diesem Rudel?“, fragte er um das Gespräch nicht ganz verstummen zu lassen aber auf ein anderes Thema zu lenken.


19.01.2009 19:10

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
13.09.2010 20:41
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 5




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian sah sich in dem noch unbekannten Teil der Höhle um, in dem er umher streifte. Aus dem Tunnel hörte er Geräusche, unter anderem das Bellen eines Jungtiers, auf dass er nicht reagierte. Als er stehen blieb und lauschte, glaubte er, noch andere Bewegungen am anderen Ende des Gangs zu hören. Scheinbar kamen alle hinter ihm her. Er bereute, dieses Versteck nicht für sich behalten zu haben, um sich Abstand zu gönnen, ohne dabei in den Regen hinaus zu müssen. Dieser verfilzte nur wieder sein Fell und machte es schmutzig. Darauf konnte er verzichten.

“Ey, was stehst du da so dumm herum? Oder siehst du immer so hohl aus?“

Feindselig und gehässig wandte er sich an das erste und einzige Opfer, das bisher bei ihm angelangt war. Mit geübtem Blick musterte er den Jungwolf, stellte sich ihm stolz und arrogant gegenüber, um ihn mit seiner erhabenen, überlegenen Haltung dafür zu bestrafen, dass er lebte. Wie trostlos und langweilig sein Leben doch geworden war. Keine wirkliche Konkurrenz gab es in der Welt voller Ungeziefer. Sie waren die Raupen, er der Schmetterling. Oder alle waren Krähen, während er ein edler Adler war.

“Was fällt dir ein, mir deinen Namen zu verschweigen, du Trottel?“

Shiyu sah den Jüngling an, als wäre ihm dessen Anwesenheit gerade erst wieder in den Sinn gekommen. So unwichtig war er.


19.01.2009 20:01




Ián


Iàn beobachtete den, ihm völlig Fremden. Er war sehr schön, mit seinem weißen Fell und den hellen Augen. Aber er war klein. Aufmerksam beobachtete er Shiyu also, als dieser ihn plötzlich mit barscher Stimme ansprach. Die Ohren des Grauen zuckten leicht und er verzog das Gesicht. Hups. Einen Moment war er sprachlos und musste erst einmal wieder die Fassung erlangen.

„Ich weiß auch nicht. Ich glaube eigentlich nicht."  

Er lächelte ihn unbeholfen an, und legte den Kopf schräg. Der Rüde war ganz schön schroff, aber eigentlich fand Iàn das gar nicht schlimm, es war nicht Heuchlerisch, sondern sehr ehrlich. Es war bedeutungslos, weil er den Weißen nicht kannte und wirklich verletzten konnte er ihn somit nicht. Es war nur überraschend, so gemeine Worte aus dem Fang Shiyu's zu hören, obwohl er doch gar nichts getan hatte. Wahrscheinlich war der Kleine ein armer, verbitterter Wolf. Als ihn der Ältere nach seinem Namen fragte, wenn auch etwas unfreundlich, sah er auf. Er ignorierte die Beleidigungen einfach und meinte dann nur in einer ruhigen, gelassenen Stimmlage:

„Ich heiße Iàn. Und wie heißt du?"  

Er war nicht wirklich freundlich, musste aber so wirken, neben dem Verhalten des Weißen. Er sah sich um, das Lächeln war schon längst wieder verschwunden, sein Blick wanderte aufmerksam umher und glitt schlussendlich wieder zu Shiyu zurück. Weiter betrachtete er ihn, mit einem neutralen, distanzierten Blick. Er starrte ihn nicht an, wartete nur auf eine Reaktion, ahnte aber, dass es für den Weißen aufs Gleiche hinaus kommen würde. Er hörte Stimmen die näher kamen, seine Ohren zuckten leicht, aber er sagte nichts mehr. Das hatte er sich von Shateí abgeguckt. Nur dann etwas zu sagen, wenn es auch nötig war.


20.01.2009 17:55




Shaí


Shaí sah die Fähe amüsiert an. Ah, er war also schon aufgenommen worden? So anders war es in seinem Geburtstrudel gewesen. Nun, dort war aber auch wirklich alles anders gewesen. Andere Wölfe, andere Sitten, das traf wohl möglich zu, bei seinem Rudel gab es ... der Schwarze neigte leicht seinen Kopf und sah Kiba mit einem freundlichen Lächeln an. Gerne würde er mal wieder mit ihr sprechen, doch erst einmal sollte sie sich wieder hinlegen, deswegen wollte er sie jetzt auch nicht weiter aufhalten. Deshalb nickte er bloß, außerdem wollte er dem Schwarzen nicht seinen Job wegschnappen, er ähnelte tastächlich einem Wächter, einem tiefschwarzen Wächter. Shaí seufzte innerlich ein wenig, sicherlich hatte er es sich shcon mit ihm verscherzt. Nein, Shaí selbst wusste es nicht, doch man musste nicht allzu klug sein, um zu bemerken, dass Shaí ein assoziales Arschloch war, zumindest zu neunundneunzig Prozent der Wölfe. Kiba und Toboe waren ausgeschlossen- deswegne neunundneunzig, nicht hundert. Doch er wollte keinen weiteren Gedanken an den Beta- er war sich nun mehr als sicher, dass der Schwarze einer war- verschwenden, dennoch... er rang sich dazu durch, das Wort an ihn zu richten.

"Und wie ist dein Name?"

mit einem etwas gezwungenem Lächeln schaute er zum 'Wächter'. Er fragte nur, weil Kiba neben ihm stand. Irgendwie tat ihm ihr Einfluss- wenn er auch unbewusst war- gut. Der Schwarze brachte doch nun tatsächlich ein Lächeln zustande, dass nicht ganz so gekünstelt aussah, dennoch hatte er ihn nicht so angesprochen wie Kiba, nicht mit so viel Respekt, und doch, ein wenig höflicher als mit Ranggleichen, er wollte es nicht unbedingt verschwerzen- zumindest nicht vor Kiba. Außerdem schien der Rüde vor ihm ihr Freund zu sein. Freund oder Freund? Darüber wollte er besser nicht nachdenken, nicht jetzt, nicht hier. In seinem alten Rudel waren alle Betas Arschlöcher gewesen. Doch dieses Rudel schien so anders... vielleicht waren auch die Betas anders? Nicht so assozial und habgierig wie seine damals? Aber war seine Vergangenheit nicht im Grunde egal? Er starrte den Schwarzen immer noch an, war sich nun auch nicht mehr sicher, ob es gut gewesen war, zu fragen. Doch er reckte ein wenig den Kopf und ging ein wenig auf Kiba und dne Wächter zu, ein leichtes Lächeln umspielte seine Lefzen.

"Und ich würde gerne mit Euch sprechen."

Ein hübsches Lächeln trat auf seine sanft geschwungenen Lefzen, seine dunkelblauen Augen ruhten einen Moment auf der Silbergrauen, dann wandte er sich wieder dem Beta zu.


20.01.2009 20:15




Teyrm


Was war das für eine Frage? Natürlich wollten sie mitkommen. Frech streckte er einmal die Schnauze in das Fell seiner Mutter, schmiegte sich einen Moment an sie, ehe Teyrm wieder um sich herum wirbelte und zu der kleinen weißen Fähe und dem neu dazu gekommenen schwarzen Wolf blickte - und zu Toboe. Hum.. komische Gemeinschaft waren sie doch. Er beobachtete wie der Wolf Yacáru packte und mit sich nehmen wollte, wollte schon fast seine Meinung über diese unschöne Verhalten preis geben, als die Weiße schon selbst die Stimme erhob. Hey Hey, jemand der frei seine Meinung kund tat! Damit rutschte die Welpin in seiner Beliebtheitsskala doch glatt einen Punkt nach oben.
Stumm war er Tob einen feixenden Blick zu, die Worte der Weißen die an seinen Freund gerichtet waren noch in den Ohren. Eigentlich hätte er ihn ja verteidigt, aber in dem Fall, hatte er doch irgendwie keine Lust dazu. Während sich seine Ohren wieder zu dem schwarzen Wolf wendeten, der Yacáru gepackt hielt, die sich wie toll wehrte - ziemlich cool eigentlich, stupste er seinen Freund an und stützte sich mit den Vorderpfoten leicht an seinem Rücken ab.

"Weißt du, ich glaub mit der können wir noch Spaß haben..."

Flüsterte er dem Grauen verschwörerisch zu, so dass nur dieser es auch hören konnte. Die hellen Augen wandten sich wieder zu der kleinen Weißen um, die nun endlich von dem Rüden runter gelassen wurde. Sie sprach von Kiba, von Tob, Adali und auch ihm... aber doch. Kiba schien auch Interesse an diesem Vorhaben gefunden haben.
Wie jetzt?!
Erst schickte sie sie weg und dann kam sie schon wieder zu ihnen um irgendetwas zu erkunden? Würden Toboe und er dann vielleicht gleich wieder weggeschickt werden? Und die Weiße? Wa das dann schon wieder so eine ' Nur für Große' Aktion? Ohhhh, nein. Diesmal nicht, diesmal würde er ganz einfach da bleiben. Ausserdem waren die sonderbare graue Fähe und die Fremde ja gar nicht in der Nähe. Nur Yago. Der Beta. Und der schwieg soviel, dass Teyrm sich bisher nur wenig aus ihm machte. Würde schon okay gehen, wenn sie sich die Sache auch mal anguckten. Und zwar... vor allen anderen!
Mit einem Blick und einem Nicken in die Richtung seiner Mutter. Setzte er sich in Bewegung, trabte, wie selbt verständlich auf die Stelle in der Wand zu, die nun alle betrachteten. Aber wieso einfach nur davor stehen bleiben, wenn man genauso gut da rein gehen konnte?

"Ich schau mir das mal an!"

Sprach er stolz, wie ein Entdecker, der auf seiner nächsten großen Reise war. Und genau das war er in diesem Moment. Er würde schon heraus finden was da so tolles war. Mit einem letzten Blick zu seiner Mutter, Toboe, Yacáru, Kiba, ja sogar Yago und dem anderen schwarzen Wolf der da war, schlüpfte der junge, aschfarbene Welpe in den Spalt in der Höhlenwand. Ein Gang. Dünn und lang, ganz unverkennbar ein einfacher, steinernder Gang. Nichts besonderes. Nach wenigen Schritten blickte er sich noch einmal um, schaute noch einmal ganz kurz in die von Regen und Wölfen geflutete Höhle, ehe er sich eines besseres belehrte und seine Bewegungen beschleunigte. Sie konnten ihn einholen, wenn sie wollten, aber er wollte es vor ihnen sehen. Die Fährte von zwei weiteren Wölfen lag vor ihm, aber das war einerlei. Solang er sie von Tob sehen würde... diese neue Höhle oder was auch immer, war das ganze gewonnen. Und er konnte sich dann als Abenteurer und Entdecker feiern lassen. Ein echter Held eben. Ach, die Sache von eben würde dann ganz einfach vergessen sein. Und hey, alle sollten mitbekommen, das sie wieder da waren. Er war der Sohn von Yosó und Adali und Toboe der Sohn von Kiba Telay und Silence Tear. Sie waren wieder da, nach so lange Zeit. Sie sollten es einfach alle mitbekommen - Alle.


23.01.2009 14:30




Senedd


Das Leben war niemals geregelt gewesen.
Nicht seines.
Nicht Ihres.
Keines.
Stumm blickte der junge Wolf in den Regen hinaus. Es war schier eine Ewigkeit her, seit er das letzte Mal aufgestanden war. Er lag nur hier, einfach nur hier und sah in die triste, regnerische Welt hinaus, die vor seinen Augen jegliche Konturen verlor und einfach nur düsteren Schatten glichen. jene Schatten, die ihn heimsuchten, jenen Schatten die ihn trieben, die er so sehr fürchtete. Senedd hatte eigentlich keinerlei Gründe ängstlich zu sein. Dennoch setzte ihm diese Angst, die eigentlich nicht da sein sollte, mehr denn je zu. Denn sie hätte eben nicht da sein sollen. Und sie brach über den Schwarzen herein, wie ein Strudel, tobte und schlug über ihm zusammen, ertränkte sein Wesen, so das es sturmgepeitscht und leer, einfach vor ihm lag. Er hatte es nie wirklich entwickelt, er war immer ein... leeres Blatt Papier gewesen, das tat was man ihm sagte, das beschreibar und formbar war. Ein Blatt im Wind, ohne eigenen Willen. Hier. Hier hatte er begonnen eine Existenz aufzubauen. Ein Leben, ein Sinn, doch Angst, Angst wischte sie wie zuvor immer wieder fort. Es blieb nur der schützende, wärmende Abdruck Adali's zurück. Die da war. Für ihn. Doch er, nein er war verwaschen und leer wie zuvor.
Und er war Nichts.
Und sie waren Alles.

Eine vorsichtige Bewegung. Doch er stand auf. Müde streckte Senedd seine verkrampften Glieder, die Muskeln waren stumpf vom vielen Liegen, die Augen auf den Regen fixiert, erkannten Linien auf dem Boden, wo keine waren. Optische Illusion. Wieso war er keine Illusion? Es wäre das einfachste gewesen. Zu merken, dass man einfach gar nicht existierte, das man eine Illusion des Auges war, das man einfach entschwinden konnte. Weil man nicht da war.
Er war keine Illusion.
Die Welt war nicht einfach.
Sein Blick suchte Adali. Fand sie. Ihr Sohn war bei ihr. Ihr Leiblicher. Neu aufgetauchter Sohn. Sie hatte ihn wieder. Und Senedd freute sich für sie. Es war kein Hintergedanke, es war die Wahrheit, er freute sich für sie, auch wenn es ihm einen leichten Stich versetzte. Aber er wollte nicht stören, nicht jetzt. Sie hatte ihren Sohn wieder, Teyrm. Er war wieder da. Adali würde wieder glücklicher sein und er auch, denn sie war glücklicher.
Und so musste sich sein Blick einen anderen Punkt suchen, zu dem er gehen konnte. Die Alpha Kiba war ebenso beschäftigt, Jeanne war beschäftigt, sie alle redeten, waren glücklich. Er wollte auch glücklich sein. Wieso? Sein Blick fasste die graue Fähe. Akara Chitaru. Sie war nett zu ihm gewesen, zu ihr konnte er sicherlich gehen. Oder nicht? Neben der Grauen war die fremde, braune Fähe. Jene die neu zum Rudel gestoßen war, die von vielen Wölfen begrüßt worden war. Senedd hatte sie beobachtet. Wer war sie, dass sie so viele Wölfe begrüßten? Sollte er... sollte er hingehen? Begrüßen? Er zögerte. Gewissenhaft zögerte der schwarze Wolf. Er war nie der gewesen der gerne und schnell auf andere zuging. Und die beiden sprachen miteinander. Er wollte nicht stören. Aber er wollte auch reden. Und Akara war nett zu ihm gewesen. Der Entschluss war gefallen. Pfote vor Pfote setzend, ging der inzwischen fast zwei Jahre alte Wolf auf die beiden Fähen zu. Senkte einmal kurz, fast demütig, den Kopf zum Gruß.

"Ich hoffe ich störe nicht."

Murmelte er leise, jedoch vernehmbar. Er hob den Kopf wieder etwas an. Blickte erst Akara an, dann die Fremde. Er wollte nicht stören.


23.01.2009 14:53




Jeanne


Jeannes Blick haftete am Höhlen Ausgang, während sie sich schon ein wenig unbeholfen vorkam. Es war nicht gerade ein positives Gefühl mit Tränen in den Augen vor dem Grauen zu stehen. Sie wollt nicht, das jemand sie so sah, vor allem nicht jemand fremdes. Was für ein Bild musste Maav von ihr haben, wenn sie so leicht zum weinen zu bringen war? Aber es war einfach dieser Moment gewesen, diese Nähe die so plötzlich gekommen war. Es war nicht unangenehm gewesen, und die Schuld lag nicht bei dem Rüden. Er konnte nichts dafür, dass sie so sensibel reagierte. Niemand konnte etwas dafür.
Jeanne seufzte leise, kniff die Augen einige Augenblicke zusammen und sah dann wieder mit demselben Lächeln wie zuvor Maav an. Er hatte genug von ihrer schwachen Seite gesehen. Auf seine Worte hin nickte die Weiße, erhob sich langsam und blickte dennoch zu dem Grauen. Immerhin wollte sie dennoch nicht unhöflich wirken, auch wenn noch immer die Tränen in ihren dunklen Augen brannten. Sie hatte nicht darüber nachgedacht, das Maav vielleicht keine Lust hatte, sich in der Nähe des Rudels zu befinden. Immerhin war er neu, kannte wohl noch nicht all zu viele Wölfe hier. Aber auch für ihn, genau wie für sie selbst, war es wohl einfach besser, in Gesellschaft zu sein. Wie sollte er sich schließlich in das Rudel einleben, wenn er sich von den anderen distanzierte? Aber sie konnte ihm nun einmal keine Gedanken lesen, also ging sie davon aus, das der Graue aus freien Stücken mit zum Rudel kam. Auf seine Frage hin wandte sie den Blick zum besagten Rudel, langsam aber sicher versammelten sich immer mehr Wölfe bei Kiba. Wäre sie in einer anderen Situation gewesen, hätte sie sich nun ein Lachen wohl nicht verkneifen können. Es schien als wären sie alle Wasserscheu, so flohen sie doch sichtlich vor dem Regen. Schließlich wandte sie sich wieder an den Grauen, hatte sie doch nun genug Zeit gehabt über seine Frage nach zu denken.

“Ich glaube, inzwischen sind es etwas mehr als zwei Jahre, die ich in diesem Tal lebe. Ich kam durch einen Zufall hier her, und ich glaube es ist das beste was mir je passiert ist. Ich bin stolz ein Mitglied dieses Rudels zu sein. Ich denke du wirst mit der Zeit verstehen, was ich meine.“

Sie lächelte Maav noch einmal zu, bewegte sich dann in Richtung des Rudels.

“Und du? Möchtest du hier bleiben, oder wanderst du weiter?“


23.01.2009 15:02




Toboe Tear


Mit zur Seite geneigtem Kopf beobachtete der junge Rüde die weiße Fähe. So klein war er auch mal gewesen. Aber jetzt nicht mehr – jetzt gehörte er zu den Pseudo - Großen. Und da war er mächtig stolz drauf. Auch wenn noch niemand so wirklich wahrnahm, das er einer der Großen war. War aber eigentlich auch egal, irgendwann würden sie es schon merken. Und bis dahin würde er sein Leben in vollen Zügen genießen und die wirklich Großen ihre Sachen machen lassen. Er hatte damit ja noch nicht wirklich etwas am Hut. Und jetzt gerade galt seine Aufmerksamkeit dem weißen kleinen Tierchen vor sich, das doch glatt einen Schritt vor ihm zurück wich. Sah er den so Angst einflößend aus? Und dann plusterte sie sich auf. Wollte sie jetzt etwa größer sein als er? Naja, war ja auch nicht schwer. Immerhin lag Toboe Tear. Da überragte ihn sogar sein Freund, der neben ihm stand. Und in Wirklichkeit war er ja größer als der Schwarze. Nicht viel, aber er war größer. Ihre Worte brachten den Grauen automatisch zum grinsen. Hatte „klein sein“ Vorteile? Er kannte keine. Nur das man ständig verhätschelt wurde und alle einen als süß abstempelten. Wer klein war musste beschützt werden.. Waren kleinere also nicht irgendwie.. die besten Opfer? (.. ..<.> Opferrolle!) Also war es doch viiiiel besser groß zu sein!

“Also ich bin froh groß zu sein!“

Als sie dann weiter sprach, neigte sich sein Kopf noch ein wenig mehr zur Seite. Glaubte sie etwa, er hatte das nicht verstanden? Hah! Da hatte sie sich aber gewaltig geschnitten! Er hätte nun aufstehen können und demonstrieren, das er in jeder Hinsicht groß war. Aber er beließ es dabei auf dem Boden zu liegen. So konnte er die kleine auch viel besser beobachten. Und irgendwie war sie ja lustig.
Aber ehe er noch überhaupt wie reagieren konnte, war schon ein schwarzer Rüde bei ihnen aufgetaucht. Und er packte Yacáru im Genick und schleppte sie weg, was ihr hörbar nicht gefiel.
Und dann spürte er auch schon einen Druck auf seinem Rücken und ihm wurde etwas zu geflüstert. Spaß? Was hatte Teyrm den nu schon wieder im Kopf? Toboe schnaubte, sah dann zum Rudel herüber. Und da war Teyrm auch schon weg. Das hieß.. er lag nun einsam und verlassen da. Kurz blickte Toboe sich um, sprang dann ruckartig auf und sprang seinem Freund nach. Aber ehe er ihn erreicht atte.. war dieser schon verschwunden. Toboe drängelte sich, darauf achtend niemand anzustoßen, an allen Wölfen vorbei und blieb stumpf vor dem Spalt sitzen. Er war nicht so dreist und kletterte Teyrm hinter her. Auch wenn er die Nase interessiert vorstreckte.

“Teyrm du Trottel! Komm zurück, sonst kriegst du wieder eine auf den Deckel!“


23.01.2009 15:32




Kiba Telay


Kiba Telay nickte Shaí noch freundlich zu und wandte sich grade wieder dem Loch in der Höhlenwand zu, als ein schwarzer Schatten mit den Worten „Ich schau mir das mal an!“ an ihren Pfoten vorbei sauste. Die Silbergraue öffnete grade den Mund um etwas zu sagen und den Jungwolf zurück zu rufen, da seufzte sie schließlich nur resignierend. Es würde ihm schon nichts passieren. Shiyu und Iàn waren auch da drin. Nur ob das jetzt so für Sicherheit sprach ... Toboe war auch schon da. Doch anstatt gleich hinter seinem Freund her zu laufen, blieb ihr Sohn zu ihren Pfoten sitzen. Sie lächelte leicht und stupste den Grauen an, zuckte anschließend bloß mit den Schultern.

Na los, geh’ schon nach. Ich glaube, es ist keine schlechte Idee, wenn wir das Rudel an einen trockeneren Platz leiten können. Scheint ja ziemlich weit rein zu gehen ...“

Allerdings noch etwas misstrauisch lugte sie wieder durch den Spalt, der auf wundersame Weise ganz von Wasser unberührt zu sein schien. Die Leitwölfin wandte sich um, trat an Yago und Shaí vorbei ein wenig weiter in die Mitte ihrer Wölfe.

Hier ist tatsächlich noch ein trockener Höhlenteil. Kommt alle, wir werden uns das ansehen!“,

rief sie nicht übermäßig laut, aber doch laut genug, dass es jeder hören musste. Ein paar Sekunden nur verharrte sie noch, dann drehte sie sich wieder um. Ihr eisblauer Blick fiel auf Yago.

Komm mein Freund ... Es ist wirklich seltsam, dass hier gar kein Wasser ist. Was meinst du?“

In dem Wissen, dass der Schwarze ihr folgen würde, humpelte die große Wölfin auf den Spalt zu und drehte leicht die Ohren zurück, als sie durch das Loch ging. Sie wusste noch nicht genau, ob sie wirklich misstrauisch sein sollte, oder es als eine glückliche Fügung des Schicksals ansehen konnte. Jedenfalls war der Regen und die nasse Höhle inzwischen so unangenehm, dass sie selbst diese Entdeckung in Kauf nehmen wollte. Es würde schon nichts schlimm daran sein. Der Weg war lang, zuerst recht schmal, schien dann aber doch breiter zu werden. Wo er wohl hinführte? Das war wirklich verhext! Sie lebte hier schon ihr ganzes Leben lang, hatte jeden Winter, war er auch noch so verflucht, in dieser Höhle verbracht, aber diese Nische war er wirklich noch nie aufgefallen. Wie war sie wohl zustande gekommen? Vielleicht hatte Wasser den Stein weggedrückt und nur zum Vorschein gebracht, was schon immer da gewesen war? Es konnte wohl kaum so mir nichts dir nichts ein Gang auftauchen. Aber irgendwie wusste Kiba, dass sie die Antwort nie kennen würde. Woher auch? Es brachte nichts darüber nach zu denken. Sie blieb stehen und wandte den Blick hinter sich.


24.01.2009 18:07




Draco


Draco, der sich erst vor kurzem dem Rudel angeschlossen hatte, war noch etwas unsicher, wie er mit dem Rudel umgehen sollte. Er wusste, dass deis nun sein neues zu hause ist, doch er war ein wenig unsicher. Er lauschte in einer ruhigen Ecke dem Rudel. Dann hörte er Kiba, die Alphawölfin sagen: „Na los, geh’ schon nach. Ich glaube, es ist keine schlechte Idee, wenn wir das Rudel an einen trockeneren Platz leiten können. Scheint ja ziemlich weit rein zu gehen ...Hier ist tatsächlich noch ein trockener Höhlenteil. Kommt alle, wir werden uns das ansehen!“. Er tat, wie ihm geheißt und folgte der Wölfin. Er lief etwas abseits von den anderen, da er noch nicht die direkte Nähe suchte. Als Kiba stehen blieb und sich umsah, stand er auch still. Danach ließ Kiba ihren Blick nach hinten schweifen. In der Zeit, wo Draco beim Rudel war, hatte er nicht viel gesprochen. Er müsste erstmal vertrauen fassen, was ihm meist schwerfiel. Er hatte die ganzen Wölfe studiert, versucht ihren Charaackter zu erforschen. Er stnad hinter dem Rudel und beobachtete den Gang, der wirklich trocken schien. Scheinbar, dachte Kiba ber etwas nach. Shai, der opfenbar auch neu im Rudel war, spielte Dracos meinung nach den Beschützer von Kiba. Er wollte ihr bei alles helfen und zur Seite stehen. Dracos Weg hierher war nicht anstrengend, doch war er irgendwie leicht erschpft, obwohl er schon läbger in der Höhle verharrte.

24.01.2009 18:54




Yago


Yagos Blick lag weiterhin relativ desinteressiert auf dem schwarzen Rüden, den Kiba mittlerweile Shaí genannt hatte. Das Amüsement in dessen Blick, konnte er nicht ganz deuten. War hier gerade irgendetwas lustig oder war Shaí einfach einer von der Sorte, der aus jeder Situation das Gute ziehen konnte? Eher nicht, dafür wirkte er viel zu verschlagen, aber eigentlich war es Yago auch egal. Es war zu hoffen, dass er sich nicht all zu oft mit diesem Schwarzen herumschlagen musste. Als der sich an ihn wandte und seinen Namen erfahren wollte, hätte Yago ihn beinahe einfach ignoriert und so getan, als würde er sich viel zu sehr für den trockenen Teil der Höhle interessieren. Aber Yago war kein Wolf, der so leichtfertig offene Feindschaften säte und noch dazu Kiba unglücklich machte, also antwortete er brav, wenn auch deutlich desinteressiert.

“Man nennt mich Yago. Willkommen im Rudel, Shaí.“

Niemals würde man ihm Unhöflichkeit vorwerfen können. Weiterhin war Shaís Mienenspiel irgendwo provozierend, auch wenn Yago nicht darauf einging. Er sollte sich einfach von ihnen fernhalten, dann wäre alles friedlich. Doch der Schwarze schien andere Pläne zu haben. Er wollte mit Kiba sprechen? Merkte er nicht, dass es gerade wichtigeres zu tun gab? Sie hatten einen möglicherweise trockenen Platz gefunden – wenn er wirklich sicher war und alle Wölfe hineinpassen würden, wären sie endlich das schreckliche Wasser los. Yago sparte sich jeden Kommentar, hoffte aber stumm, dass sich Kiba nun nicht auf ein langes Gespräch einlassen würde. Er mochte Shaí nicht. In diesem Moment hatte sich der graue Sohn von Adali entschlossen, einfach schon mal voraus zu eilen. Sein Blick lag sofort in dem Gesicht der Grauen, aber sie schien nicht wirklich ängstlich. Auch Toboe – der andere Sohn – wurde nachgeschickt und schließlich holte Kiba gleich das ganze Rudel, bevor auch nur einer von ihnen die Schnauze durch den engen Durchgang gesteckt hatte. Naja … würde schon kein Monster auf der anderen Seite warten. Dass die Leitwölfin in diesem Trubel Shaís Bitte scheinbar ganz vergessen hatte, passte Yago dagegen ganz gut in den Kram, sodass er dem Schwarzen nur noch einen kurzen, ausdruckslosen Blick schenkte und dann Kibas Aufforderung folgte. Bevor er ihr antwortete, schlüpfte er in den Spalt und hielt dann wieder neben ihr inne. Ein langer Gang, wie ein Weg in den Berg. Wie konnte so etwas entstehen? Bedauerlicherweise gab es bis auf diesen Gang auch sonst nichts weiter. Das ganze Rudel hier hinein zu quetschen schien keine gute Idee.

“Der Weg muss ansteigen, anders kann man es nicht erklären. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir hier das ganze Rudel hineinbekommen. Der Weg ist schmal. Möglicherweise sollten wir ihm einfach folgen und auf eine größere Höhle hoffen?“

Er hielt inne und starrte angestrengter in die Dunkelheit. Gabelte sich dort vorne der Weg? Er war sich nicht sicher, sollte es jedoch der Fall sein, könnten sie schon ein Problem haben. Welchen Weg nehmen? Mit der Frage, warum nun eigentlich einfach ein Weg in den Berg vor ihnen lag beschäftigte er sich nicht weiter. Genauso wenig damit, warum hier kein Wasser war, obwohl es nicht sehr ansteigend aussah. Es war nun mal so.


24.01.2009 21:09




Shaí


Yago. Sehr interessant. Doch als Shaí spöttishc lächelte, wandte er sich von dem Rüden ab. Kein Streit. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht mit diesem Typen. Er schaute Kiba weiter fragend an, doch sie ignorierte ihn jetzt und antwortete nicht einmal auf seine Frage. Die Augen des Schwarzen weiteten sich ein wenig. Plötzlich schoss etwas Graues an sienen Pfoten vorbei. Dann kam auch Toboe. Doch der Sohn der Allpha blieb bei seiner Mutter stehen. Nach einem Nicken und ein paar Worten jedoch machte er sich auch auf den Weg. Shaí spannte seine Kiefermuskeln an. Immer noch hörte er die Stimme Yagos, so unsympathisch und desinteressiert, dass sich der Schwarze liebend gern umgedreht hätte und ihn zum Kampf aufgefordert hätte, doch so biss er einfach nur seine Zähne fest auf einander und starrte ebenso desinteressiert wie zuvor der Beta in die andere Richtung, er wollte keine offene Feindschaft, schon gar nicht gegen einen Beta. Warum hatte Kiba ihm nicht geantwortet?

oOSie hat gelächelt, das ist ja wohl Antwort genug, du Trottel...

Seine Gedanken. Er war dauernd abgelenkt worden von diesem hochnäsigen Wolf, das er gar nicht mehr in sich hineingehört hatte. Er seufzte resigniert, doch es war vielleicht die Wahrheit, nicht immer bedurfte es Worte um zu antworten. Shaí blickte wieder zuYago und lächelte ihn strahlend an. Keine Abwertungsgeste, nicht verächtlich, einfach total ehrlich. Denn in diesem Moment war er einfach froh. Dann trottete er hinter Kiba hinterher, immer noch den Kopf erhoben und ein leichtes Lächeln auf den Lefzen. Seine blauen Augen funkelten ein wenig. Er ging mit großen Schritten auf die Spalte zu, dann war er durch und sah sich um.


25.01.2009 17:31




Shanaro


Shanaro zog die feuchte Luft ein, war froh, dass das schreckliche Erdbeben nun vorbei war. Auch der Regen hatte schon beinahe aufgehört und der Jungwolf hatte sich von dem Schock erholt. Doch erst jetzt, nach mehreren Stunden verließ er zum ersten Mal die Seite von Jeanne. Er war die ganze Zeit neben ihr hergelaufen, denn bei ihr fühlte er sich immer sicher, nun aber schien die Gefahr wirklich vorbei zu sein und Shanaro wollte sowohl Jeanne, als auch sich selber ein wenig Zeit geben, sich während der Wanderschaft in der neuen Gegend umzusehen. Er schnüffelte überall herum, lauschte den vertrauten und fremdem Geräuschen der Umgebung. Die Dunkelheit behinderte ihn hierbei überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, er liebte die Nacht. Sie kamen ohnehin nicht sehr schnell voran, da Kiba verletzt war. Ja, die Erde hätte sie wirklich beinahe verschlungen, wäre Yago nicht da gewesen, um die Leitfähe zu retten. Shanaro warf der Silbergrauen einen besorgten Blick zu, machte jedoch keine Anstalten zu ihr hinzugehen, er würde sicherlich nur stören. Außerdem wäre er wohl eher eine Last, als eine Hilfe für sie, bei dem Betarüden war sie sicherlich schon bestens aufgehoben.
Als das Rudel die Höhle endlich erreichte, hatte der junge Schwarze auch kein Interesse daran, sofort hinein zu laufen, dafür fand er es draußen noch viel zu interessant. Sicherlich würde er den neuen Wohnort auch früher oder später inspizieren, doch vorerst galt seine Aufmerksamkeit dem tosenden Wasserfall, der sich in der Nähe der Höhle befand. Vorsichtig lief Shanaro auf diesen zu, er konnte riechen, dass es Wasser war, doch noch nie zuvor hatte er so lautes Wasser gehört. Er fand es schon ein wenig merkwürdig, aber je merkwürdiger die Dinge, desto interessanter waren sie.
Der Schwarze merkte jedoch schon bald, dass er nicht der Einzige war, der den Wasserfall begutachtete, Felino war auch anwesend. Es war der junge Rüde, der vorhin Jeannes Aufmerksamkeit beansprucht hatte. Doch im Moment hatte er nichts gegen den Jungwolf, er hatte ihm ja eigentlich nichts getan, also würde er auch nicht unfreundlich auf ihn reagieren. Mit schnellen Schritten lief Shanaro auf den Braunen zu und blieb dann vor ihm stehen.

“Hallo du! Wir haben uns ja eben schon gesehen, du bist Felino, nicht?“

Meinte der Rüde und blickte sein Gegenüber an. Wie er wohl darauf reagieren würde? Er hatte schließlich schon gleich am Anfang einen schlechten Eindruck gemacht. Aber wenn er nun so freundlich mit ihm sprach, dann konnte er doch nicht noch an die Sache von vorhin denken!
Gerade wollte Shanaro noch etwas sagen, als er auch schon Kibas Stimme vernahm. Sofort schnippten seine Ohren in ihre Richtung und er sah Felino auffordernd an.

“Komm, wir sollte auch reingehen, Kiba ruft“

Sagte er dann und wollte eigentlich selber noch draußen bleiben. Aber die Chance würde es sicherlich noch viele Male geben. Der Jungrüde drehte sich um und machte einige Schritte auf die Höhle zu, bevor er noch einmal stehen blieb und zu dem Braunen zurückblickte, er wartete auf ihn.


26.01.2009 18:15




Teyrm


Mit einem grinsen auf den Lefzen wandte sich der aschfarbene Jüngling noch einmal um, blickte auf den zurück gebliebenen Grauen zurück, der sich nicht traute sich ihm anzuschließen. Hah, er war halt der mutigere von den beiden und wenn Tob auch einen Zentimeter größer war als er selbst, war Mut und Tollkühnheit jawohl viel viel wichtiger. Wen kümmerte schon die Größe? Und insgesamt wuchsen sie ja beide noch ein Stück, da konnte sich also alles ändern.

"Du Feigling! Ich bekomm schon keinen Ärger, wir sollen ja hier rein. Na komm schon du Trantüte, oder willst du den Erwachsenen die ganzen Entdeckungen überlassen?!"

Die letzten Worte schwelten von ungebrochenem Ehrgeiz. Er wollte ganz offensichtlich diesen Fehltritt von eben wieder gut machen, wollte ihnen zeigen, das er gar nicht so ein dummer Welpe war, als den er da hingestellt worden war. Oh nein, ganz bestimmt nicht.
Ohne auf seinen Freund zu warten tappte der Aschfarbene weiter vorran. Er folgte ganz einfach den Spuren der beiden Rüden, die vor ihm hier entlang gekommen waren. Den einen wusste er nicht genau zu zuordnen, der andere war gehörte zu dem Jungwolf der mit ihnen angekommen war, Ián, den sie tatsächlich für einen Bekannten von Toboe und ihm gehalten hatten. War aber eben nicht so. Und ganz so cool wie Toboe oder aber auch Yacáru war ihm dieser Jungwolf nicht vor gekommen, eher steif und stacksig. Vielleicht würde er ihn irgendwie etwas lockerer bekommen. Ja, eigentlich war das ja sowas wie seine leichteste Übung. Lockeren Schritten lief er voran. Der enge Tunnel machte ihm nichts aus, tatsächlich war er gerade mal froh noch nicht ganz so groß und massiv wie manch erwachsener zu sein. Wie die kleine, weiße Welpen gesagt hatte, manchmal war es eben auch gut etwas kleiner zu sein, selbst Tob würde das nun einsehen müssen.
Es dauerte nicht lange da hatte er die Fährte gänzlich eingeholt. Locker ging er die letzten Schritte zu den beiden anderen Wölfen. Aha. Das war doch Shiyu. Irgendwie hatte er sich den Namen von dem kleinen Weißen behalten und Ián. Ián hatte er ja wenigstens schon etwas kennen gelernt, Shiyu eigentlich so gar nicht.

"Heyho! Wieso seid ihr einfach so abgehauen und habt nichts gesagt? Ein absolut unsoziales Verhalten. Ihr solltet euch schämen."

Belehrte er die beiden mit einem Grinsen auf den Lefzen. Ehe er sich neugierig umsah. Und warum standen sie jetz hier wie zwei so Salzsäulen?

"Und, wenigstens was gefunden?"

Die Neugier siegte.


27.01.2009 16:07




Akara Chitaru


Akara blickte noch immer zu der neuen Wölfin hinüber, während sie sich ihre Gedanken zu der Erzählung machte. Sie fand parallelen zu ihrem bisherigen Leben, dennoch klang es fremd in ihren Ohren. Ebenso der Rang. In ihrem Rudel gab es keine Namen für die Stellungen der Wölfe. Es gab die Leittiere und ihr Gefolge. Es gab Wölfe, die hinter den Alphas laufen durften und welche, die am Ende der Gruppe liefen.
Andraki erschien ihr geknickt und betrübt, aber Akara fehlte es an der nötigen Erfahrung, die sie für tröstende Worte gebraucht hätte. Solche Gefühle wie Leere oder Verlassenheit hatte es in ihrem Rudel nie gegeben. Sie selbst kannte sie erst, seit sie ihre Familie verloren hatte. Als Senedd sich zu ihnen gesellte, sah sie ihn freundlich an. Einen anderen Wolf hätte sie vielleicht weniger Freundlich begrüßt, aber der junge Rüde war ihr schon damals aufgefallen. Viel wusste sie nicht mit ihm anzufangen. Ihr war Schwäche nicht so wirklich bekannt, sie war verpönt, ohne dass sie verboten gewesen wäre. Akara fand nicht einmal für sich eine wirkliche Erklärung dafür. Aber Senedd war jung und wirkte noch jünger als er war. Für sie war er ein Mitglied des Rudels, das Schutz brauchte. Es gab keine Gefahr, also wusste sie nicht so genau, was sie davon halten sollte, aber es war so etwas wie ihre Pflicht, auf ihn acht zu geben. Dass sagte ihr Herz, auf dass sie in letzter Zeit öfter hören musste, als früher.

“Du störst uns nicht, Senedd. Dass hier ist Andraki, sie ist gerade neu zu uns gestoßen…“

Akara tauschte zwei kurze Blicke mit der Wölfin aus, um mit liebevoller Strenge zu untermauern, dass Senedd sie stören durfte, auch wenn sie keine Erklärung dafür hatte und um sich dafür zu entschuldigen, die Wölfin so vorschnell vorgestellt zu haben. Ob sie verstanden wurde und ob Andraki ein bisschen verstand, warum sie dem Rüden eher mütterlich gegenüber trat, wusste sie nicht. Sie war immerhin selbst von sich überrascht. Falsch konnte es nicht sein.

“Aber folgen wir doch Kiba… sie ruft nach uns.“

Akara machte eine Kopfbewegung zu dem kleinen Tunnel, in dem schon diverse Wölfe des Rudels verschwunden waren. Vorsichtig setzte sie ihre Pfoten voreinander und trat den Weg ins Trockene an.


27.01.2009 17:36




Andraki


Ihr Blick war halb nach Innen gekehrt, streifte Erinnerungen an vergangene, bessere Tage. Halb ruhte er auf diesen fremden Wölfen, die teilweise schon so fremdartig aussahen mit ihrem grauen, hellen Fell. Sie bemerkte kaum, dass Akara nichts auf ihre Geschichte erwiderte, aber den kleinen Teil, der das sehr wohl registrierte, störte das auch nicht weiter. Es brauchte nicht immer Worte, manchmal reichte Schweigen völlig aus. Je nach Situation war das manchmal sogar besser.
Ein wenig schreckte sie auf, als jemand hinzutrat und sprach. Die Braune sah den jungen Rüden an - sein Fell war dunkel, was ihn gleich ein wenig sympathischer machte, auch wenn darin jegliche Brauntöne fehlten.
Akara ergriff das Wort, während Andraki noch den jungen Rüden musste. Kurz wandte sie sich der Fähe zu, als ihr Name fiel - sie hätte sich durchaus selbst vorstellen können und hätte darauf auch bestanden, wenn dies eine andere Art von Rudel gewesen wäre. Ein Rudel, dessen Sitten vertrauter wären... Hier und jetzt jedoch nahm Andraki es einfach hin. Sie bemerkte den entschuldigenden Blick, den Akara ihr zu warf, dazu eine sanfte Bestimmtheit, die keinen Widerspruch duldete - oder zumindest sehr enttäuscht bei einer derartigen Äußerung wäre.

"Freut mich, dich kennen zu lernen, Senedd",

erwiderte sie und mühte sich darum, den bekümmerten Ausdruck von ihrem Gesicht zu verbannen. Anschließend nickte sie wieder Akara zu. Selbstverständlich würden sie der Alpha folgen, wenn sie rief! Das stand jawohl völlig außer Frage - wozu gab es sonst einen Alpha, wenn man dessen Anweisungen ignorieren konnte? Selbst dieses Rudel konnte nicht so.. so.. falsch sein!
Andraki setzte sich in Bewegung und sah dabei zwischen Akara und Senedd hin und her, um sicher zu gehen, dass sie auch wirklich mit ihr kamen...


27.01.2009 21:02




Maav


Maav musterte die anderen Wölfe mit einer gehörigen Portion Misstrauen als sie zum Rest des Rudels in den trockenen Teil der Höhle kamen. Es war Recht dunkel hier und er merkte wie er sich anspannte, einfach weil es die schlechten Sichtverhältnisse Feinden erlaubten aus dem Hinterhalt anzugreifen. Außer Kiba und ihrem Beta Yago die er beide nur flüchtig kennen gelernt hatte als sie ihn begrüßt hatten kannte er hier nur Shiyu und Shiyu war auch der Einzige außer Jeanne mit dem er schon mehr als zwei, drei Worte gewechselt hatte. Doch der Weiße schien belagert von Wölfen die Maav nicht kannte und er hatte keine große Lust sich dazu zu gesellen also blieb er bei Jeanne.

"Ich weiß es nicht.", erwiderte er gelassen und doch hörte man ihm die Anspannung an. "Vielleicht bleib ich länger, vielleicht verlasse ich das Rudel auch bald wieder. Mal sehen. Aber ich denke zumindest ein wenig bleibe ich noch."

Er schenkte der Fähe ein sanftes Lächeln und stupste sie leicht an, in der Hoffnung sie ein wenig aufmuntern zu können. Er ertrug es nicht, die Weiße so traurig zu sehen, aus irgendeinem Grund hatte er sie ins Herz geschlossen und wollte dass sie wieder ein wenig Freude am Leben fand. Niemand sollte so sehr Leiden müssen, niemand sollte auf ewig so traurig sein.


27.01.2009 21:02




Shiyu Aderian


Shiyu hatte dieses Pack so satt! Die Pestbeulen wurden nicht besser, nein, sie wurden schlimmer. Je länger er da war, desto dämlicher wurden die Wölfe. Fischwölfchen, Matschwölfin und Froschwolf waren nichts gewesen, gegen den Trottel von vor ein paar Tagen und den hier. Iàn.

“Deine Eltern haben dir wohl so einen kurzen, hässlichen Namen gegeben, weil du dir einen längeren nicht hättest merken können, Hohlkopf?!?“

Der kleine weiße Rüde baute sich vor dem Jungwolf auf, als müsse er diesem demonstrieren, dass er ein Halbgott war und etwas würdevoller behandelt werden musste. Aber hier in dieser elenden Dreckshöhle, bei diesen flohverseuchten Mistwölfen würde ihm seine Herkunft nichts helfen. Sie gab ihm lediglich die Sicherheit, etwas Besseres zu sein.

“Mein Name, dummer Wolf, ist Shiyu Aderian. Merk ihn dir, es ist der einzige, wichtige Name, den du in deinem ganzen Leben hören wirst…“

… denn die anderen, deren Namen wichtig gewesen wären, sind tot. Und hätten diese Ratten etwas von seinem Clan gewusst, dann hätten sie nach Training und Ratschlägen gefragt. Während er darüber nachdachte, was er nun, da das Objekt, mit dem er sich unterhielt, sich als stinklangweilig entpuppt hatte, tun wollte, kam die Leitwölfin durch den Tunnel. Shiyu sah sie nicht, er hörte nur ihre Schritte, sah sich aber nicht um. Sein Blick hing an dem Jungwolf.

“Zählst du, bevor du antwortest, gedanklich immer erst bis zehn?“

Fragte er verachtend, ohne dass sich ein wirklicher Sinn daraus ergab. Als wolle ihn jemand retten, tauchte ein Jungwolf auf, den er nicht kannte. Das war eines dieser Mistviecher, die hier plötzlich wieder aufgetaucht waren. Er kannte ihn nicht.

"Du hässliches Ding, hast du mich nicht bellen gehört? War das nicht laut genug? Bist du taub? Oder selten dämlich? Wahrscheinlich alles zusammen. Nerv mich nicht!"


29.01.2009 19:46




Ián


Iàn betrachtete den weißen Wolf, der zunehmend wütender zu werden schien. Der Graue verstand nicht so ganz, wieso. Vielleicht verstand Shiyu es ja selbst nicht ein Mal. Vielleicht war er verwirrt, dann konnte er einem Leid tun. Schimpfwörter schien er zu mögen, denn in jedem Satz verstreute er welche. Dem Grauen war das ziemlich egal. Der Weiße kannte ihn nicht, hatte keine Ahnung von ihm und seine Meinung konnte nichts verändern. Wahrscheinlich ärgerte er sich, dass er allein nichts auslösen konnte. Bestimmt. Iàn lächelte wieder.

„Naja, so dumm kann ich nicht sein, schließlich konnte ich mir deinen merken. Shiyu Aderian. Haben dir deine Eltern einen so langen Namen gegeben, damit du dich klüger fühlst?"

Seine Stimme war nicht irgendwie gemein, oder provozierend, so wie die von dem Weißen. Sie war ganz ruhig und neutral, beinahe freundlich, aber vielleicht provozierte genau dass den kleinen Wolf noch mehr. Shiyu fand seinen Namen also wichtig?

„Wieso sollte dein Name wichtiger sein als der, von anderen, Shiyu Aderian?"

Auch Iàn hörte die Wölfe näher kommen und sah langsam in deren Richtung. Es klang fast so, als wären es verdammt viele. Aber das war ja auch gut, er hätte auch keine Lust gehabt noch länger in der nassen Höhle zu sitzen. Als der Weiße ihn erneut ansprach lachte er leise auf. Vielleicht war dem Weißen auch einfach nur langweilig und er musste deswegen immer weiter sticheln und provozieren. Erst überlegte er auf die Frage überhaupt nicht zu antworten, entschied sich dann aber dagegen und richtete sich auf.

„Nein, eigentlich nicht, aber wenn es dich ärgert, kann ich es mir angewöhnen."  

Langsam zählte er im Kopf bis 15.

„Shiyu Aderian." 

Er grinste leicht und sah zu dem Wolf, der so eben zu ihnen in die Höhle getreten war. Der Graue schien noch sehr jung, ähnlich wie Iàn selbst. Auf seine Frage sah er nur kurz zu dem Griesgram neben sich, bevor er sich zu Teyrm zurückwandte.

„Tut mir Leid, der Miesepeter hier wollte sich lieber erst streiten."  

In diesem Moment bewies der kleine, weiße Wolf seine Grießgrämigkeit auch noch und Iàn sah Teyrm nur mit einem Blick à la "Siehst du" an. Er lächelte leicht und als der junge Rüde ihn fragte, ob er etwas gefunden hätte sah Iàn ihn nur fragend an.

„Ich finde eine trockene Höhle für den Anfang ganz gut."


31.01.2009 19:05

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
15.09.2010 15:52
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23.07.2005

Seite 6




Toboe Tear


Den Kopf zur Seite geneigt blinzelte der Graue seinem Freund nach, der ohne zu zögern vor gelaufen war. Er schmunzelte. Sollte er ihm wirklich nachgehen? Wer wußte schon, was dahinter wartete? Der junge Rüde schnüffelte in der Luft herum. Da waren noch zwei andere Wölfe. Deswegen war dieser Trottel also dorthin gelaufen. Na wunderbar! Immer musste man auf dieses Wesen aufpassen! Gerade wollte er sich umdrehen, irgendwem von der Heldentat seines Freundes erzählen, als er angestubst wurde. Perplex hob er den Blick zu dem lächelnden Gesicht seiner Mutter. Der Kopf des Grauen neigte sich zur Seite, nachdem Kiba geendet hatte. Er sollte wirklich hinterher gehen? War sie sich da so sicher? Ein wenig skeptisch blickte er wieder in den Spalt. Sollte er wirklich? Noch einmal wandte er sich Hilfe suchend nach seiner Mutter um, blickte dann kurz zu Yago. Tief durchatmend erhob sich der Graue, neigte den Kopf etwas nach vorn. Erneut schnüffelte er in der Luft herum.

“Ok Mama.. Ich sag dir wenn alles ok ist. Ich beschütze dich vor wilden Tieren!“

Füchsen zum Beispiel. Ja, die waren wirklich dreist die Tierchen. Er nickte, plusterte sich ein wenig auf und machte einige Schritte nach vorn, bis er in dem Spalt verschwunden war. Natürlich hatte er Teyrms Stimme gehört, aber er war zu sehr auf anderes konzentriert gewesen, um zu antworten. Das holte der junge Rüde jetzt nach.

“Du bist so unvernünftig! Stell dir vor hier wären jetzt wilde Bären, Füchse oder sonst was gewesen!“

Toboe schüttelte verständnislos den Kopf. Erst jetzt blickte er zu den anderen beiden.

“Hey!“

Kaum hatte er diese drei Buchstaben ausgesprochen, fuhr der Weiße seinen besten Freund an. Toboe neigte den Kopf zur Seite. Hä?

“Hast du schlecht geschlafen?“

Dann blickte der Rüde zu dem anderen Wolf. Der schien ja ein um einiges netter zu sein. Toboe grinste. Und dazu nicht wirklich älter als er selbst.

“Wie geht’s dir?“


01.02.2009 01:07





Nach und nach versammelte sich das ganze Rudel in dem doch recht schmalen Höhlengang. Man war ein wenig skeptisch, was sie wohl erwarten würde. Wenn der Gang endlos so weiter ging, würde es wirklich ziemlich eng für die Wölfe werden. Doch da tat sich recht schnell und ganz unerwartet eine Weggabelung vor ihnen auf. Und nach einer ersten Unruhe wurde es entschlossen: Das Rudel teilte sich auf. Kiba Telay beriet sich ein wenig mit Adali und Yago, teilten die Wölfe auf. Man würde in beiden Gängen einfach so lange weiter gehen, bis ein Raum entdeckt wurde, in dem das ganze Rudel genügend Platz fand. Dann sollte einer der Wölfe losgeschickt werden und dem Rest des Rudels hinterher laufen, um sie zu holen. Aber vielleicht hatte man auch Glück und die Gänge führten irgendwann wieder zueinander. Man würde es sehen.

Die Wölfe haben sich aufgeteilt und gehen nun schon seit einer halben Stunde getrennt weiter. Der Weg ist bisher bloß ein wenig breiter geworden, dafür aber weiterhin trocken.


Gruppe 1:
1. Kiba Telay
2. Yago
3. Akara Chitaru
4. Korrianke
5. Cílyn Nuray
6. Ares
7. Yacáru
8. Kaya Eruhen
9. Shitéryu
10. Leikuna
11. Iàn
12. Andraki
13. Daven

Gruppe 2:
1. Adali (Gruppenführer)
2. Shiyu Aderian
3. Maav
4. Aiyán Tendes
5. Saiyán Tendes
6. Jeanne
7. Shanaro
8. Merlin Ihein Cenedhril
9. Teyrm
10. Felino
11. Toboe
12. Shartán




Kiba Telay


Mit einem klein wenig mulmigen Gefühl humpelte Kiba weiterhin tapfer den Höhlengang entlang. Es war ihr nicht so ganz recht, dass sich das Rudel aufgeteilt hatte, aber so schien es wirklich die beste Lösung zu sein. Auch, weil sie alle auf so engem Raum liefen. Aufgeteilt war das vielleicht etwas angenehmer. Jetzt waren sie nicht mehr über 30 Wölfe auf einmal.
Ihr Blick wanderte kurz herum. Alle drei Söhne waren in der anderen Gruppe. Toboe, weil sie ihn bei Teyrm lassen wollte und der auf seine Mutter aufpassen musste – so hatte er das gesagt – und Aiyán und Saiyán ... ja, eine genaue Begründung hatte sie dafür eigentlich nicht. Es hatte sich so ergeben, vielleicht hatten die Zwillinge sich auch von selbst zu Adalis Gruppe gesellt. Im Gegensatz zu Toboe waren die zwei Schwarzen längst nicht mehr so anhänglich. Manchmal fragte sie sich, was ihnen unter Mitsahs Fittiche wohl alles passiert war und ob die Zwei es ihr übel nahmen, dass sie sie mit dem Gamma mitgeschickt hatte. Aber auch Jeanne war in der anderen Gruppe, sie würde auf die Welpen schon aufpassen. Unter den Wölfen um sie herum befanden sich nur zwei Welpen. Yacáru, die an Ares klebte wie eine Klette und Iàn. Der Jungrüde von dem sie nicht mehr wusste, als seinen Namen und das er nicht mit Toboe und Teyrm bekannt war. Vielleicht sollte sie das mal ändern, immerhin lief er recht unweit von ihr. Ein kurzer Blick zu Yago, an dessen Seite zu laufen schon völlig normal war, dann wandte sie sich zu Iàn um.

Hey Iàn. Wo kommst du eigentlich her? Wie kommt es, dass ein Jüngling wie du ohne seine Eltern unterwegs ist?“,

fragte die Silbergraue freundlich, aber auch vorsichtig. Es konnte alles möglich sein, aber am ehesten Vorzustellen war leider, dass er seine Eltern verloren hatte. Zumindest sie konnte sich nicht vorstellen, wie man einfach von seiner Familie davon laufen konnte. Aber auf alle beziehen konnte man das wohl nicht. Sie hatte ... ja bereits von Yago gehört, dass er keinen sehr guten Draht zu seinen Eltern gehabt hatte. Nein. Doch es war für sie, die so wundervolle Eltern gehabt hatte, so schwer nach zu vollziehen, wie Mutter und Vater schlecht zu ihren Kindern sein konnten. Welpen zu haben war doch so etwas Schönes.


01.02.2009 01:07




Teyrm


Unruhig blickte sich der junge Rüde in den Tunnel um, den sie nun entlang liefen. Nachdem er bei Ián und Shiyu angekommen war, war er nicht mehr groß dazu gekommen sich mit ihnen zu unterhalten und auch als Toboe dazu stieß, war die Situation eigentlich relativ. Nicht mal fünf Minuten nachdem sein bester Freund wieder an seiner Seite gestanden hatte, war auch das Rudel dazu gestoßen und Teyrm hatte nicht die Zeit gefunden Shiyu für sein bescheuertes Reden die Quittung zu geben. Alles in Alles fand er sowieso das der Weiße mit sich selbst einfach unzufrieden war und deswegen alle anderen mit dieser Art strafte, nur um irgendwie aufzufallen. Tja, Komplexe musste man haben.
Nun lief er bereits eine halbe Stunde in dieser Gruppe von Wölfen durch die Gänge und suchte nach irgend etwas, was ihnen zuvor verborgen geblieben war. Theatralisch seufzte der Wolf etwas, dann wandte er die Schnauze herum und stupste den grauen Jungwolf neben sich kurz an. Natürlich war er die letzte Zeit neben seinem besten Freund her gelaufen, nun jedoch hatte er irgendwie das Bedürfnis sich etwas mit seiner Mutter zu unterhalten.

"Ich bin mal vorn bei meiner Mutter."

Meinte er ruhig und zog einmal an Tob's Ohr. Er ließ es seinem Freund offen ob er mit kam. Eigentlich hatte er ja vor seine Mutter einige Dinge zu fragen, aber er hatte auch nichts dagegen wenn sein bester Freund dabei anwesend war. Schließlich konnte er diesem sowieso für nichts böse sein. Er war eben Tob. Dann quetschte er sich schon seitlich an den Wölfen vorbei um weiter nach vorn zu kommen. das kupferschwarze Fell seiner Mutter sprang ihm sofort ins Auge. Mit gewagt Weiten und schnell Sprüngen hoppste der Jungwolf an den restlichen Wölfen vorbei und kam direkt neben ihr zu stehen. Er hatte einige Dinge die es zu erfragen galt, dennoch hielt er erst einmal taktvoll die Schnauze. Ja man konnte es kaum glauben, doch Teyrm konnte entgegen seiner eigentlichen Art, relativ erwachsen und taktvoll sein. Wie auch jetzt, wo man ihm seine Jugend, abgesehen von seiner Größe wohl weniger anmerken konnte. Seine Gesichtszüge waren vorsichtig, weich jedoch ernst.

"Mutter?"

Fragte er schließlich, nachdem er eine Weile stumm neben ihr her gelaufen war und wandte den Blick aus den hellen Augen zu ihr. Kurzweilig fragte er sich, ob es ihr wohl schmerzte ihn anzusehen, schließlich hatte er die Augen seines Vaters geerbt, bis auf den orange-rötlichen Stich, der von Adali kam.

"Wonach suchen wir eigentlich?"

Fragte er schließlich und ließ von seinen eigentlich Absichten erst einmal ab. Er war sich nicht sicher ob dies der richtige Ort dafür war, schließlich hatte Adali in diesem Moment die Verantwortung für sie alle. Er drückte ihr zutraulich den Kopf ins Kehlfell, ohne zu stoppen oder gar auf seine Schritte zu achten. Der Aschfarbene war sich seiner Bewegungen und seiner Handlungen irgendwie sicherer denn je.


01.02.2009 21:33




Ián


Gelangweilt lief Iàn mit dem Rudel. Es war doch gerade spannend geworden, mit dem weißen Wolf. Der war aber in der anderen Gruppe. Also lief er wenig begeistert, wie ein trotziger Teenager in einer Gruppe von Fremden. Sogar die anderen Jungwölfe waren nicht hier, dass war unfair. Überhaupt glaubte er nicht, noch irgendwas zu finden, schließlich liefen sie jetzt schon seit Ewigkeiten und nichts passierte. Wahrscheinlich würden sie einfach nur ein Ausgang aus dem Tal finden. Aber da schienen die anderen gar nicht dran zu denken. Die waren anscheinend optimistisch. Irgendwie lag ihm die Rolle des Charmeur nicht. Er hatte keine Lust immer nur nett zu sein und sich bei allen einzuschleimen. Er hatte keine Lust kleine Worte in große zu packen, damit er intelligenter wirkte. Aber momentan hatte er noch Nichts gefunden, was ihn wirklich reizte. Also blieb er weiter in der Rolle Shateí's. Als die Alpha neben ihn trat sah der Graue auf und lächelte freundlich. Auf die Frage der Fähe schwieg er einige Momente. Nun, wie erklärte man das am Besten? Er atmete kurz tief ein.

„Unser Rudel war nicht wie dieses hier. Es bestand nur aus Familienmitglieder, wir waren nicht wirklich groß. Wir hatten unser eigenes, kleines Revier und alle waren glücklich. Ich mag meine Eltern sehr, aber ich wollte die Welt sehen, ich wollte die Berge sehen, andere Seen, andere Wölfe. Ich wollte andere Weltanschauungen, andere Denkweisen kennen lernen. Und jetzt bin ich hier."

Mit einem kleinen Schmunzeln betrachtete er die Graue. Womit sie wohl gerechnet hatte? Er hatte schon von vielen schlimmen Geschichten gehört. Mord, Tod, Rache. Ihm selbst war nie etwas Schlimmes widerfahren. Er fühlte sich gut, er war auf der Suche nach sich selbst. Er wollte erwachsen werden. Er hatte alles genau so gesagt, wie er es meinte. Mit offenem Blick betrachtete er Kiba. Sehr aufmerksam.

„Ich finde, dass du Toboe sehr gut erzogen hast, er scheint nett zu sein."

Erneut lächelte Iàn. Der Silberpelz den er imitierte hatte auch immer Komplimente gemacht. Er sah wieder den Gang entlang. Wo man hinsah, nur Stein. Vielleicht würden sie auch nie an ein Ende kommen. Das wäre irgendwie spannend.


01.02.2009 21:52




Draco


Kiba Telay hatte die Wölfe in zwei Gruppen eingeteilt, damit sie nach einer Höhle suchen konnten, die groß genug für alle Wölfe war. Draco war in der Gruppe, dessen Gruppenführer ein Wolf Namens Adali war. In der Gruppe waren auch ein paar Welpen. Draco trottete der Gruppe hinterher, er lag ein wenig weiter hinten. Sie gingen einen Gang entlang. Draco versuchte die Zeit zu schätzen, wie lange sie schon ergebnislos liefen. Er kam auf ungefähr eine halbe Stunde. Er blieb kurz stehen, blickte hinter sich und sah den leeren, dunklen Gang. Dann blickte er nach vorne und sah die Wölfe.

oOWelch ein Unterschied des Lebends...Oo

Er lief weiter, um nicht den anschluss zu den Wölfen zu verlieren. Allerdings blickte er ziemlich oft nach hinten, aber er wusste nicht warum.

oOOb die anderen schon etwas gefunden haben?Oo

Er seufzte einmal leise. Er kannte nur wenige Wölfe beim Namen, gar fast keine. Nur den Namen der Alphafähe und Namen, die er zufällig gehört hatte. Aber vorgestellt hatte sich bei ihm noch keiner. Er fand es nicht tragisch, er hatte sich ja auch eher unscheinbar verhalten.


01.02.2009 21:54




Senedd


Trostlos.
Senedd hatte den Kopf gesenkt, trabte unwissend hinter den Wölfen her. Vor seinen Augen tanzte hin und wieder das kupferschwarze Fell von Adali, doch er näherte sich nicht, bliebt auf schweigsam, kalter Distanz, als hätte sich mit dem Auftauchen ihres leiblichen Sohnes etwas geändert. Es hatte sich eigentlich nicht viel geändert, Adali hätte, und das wusste der schwarze Jungwolf ganz genau, ihn trotzdem mit offenen Pfoten emfangen, aber für Senedd hatte sich irgendwie doch etwas geändert. Etwas was er nicht zu bennen wusste. Es war keine Eifersucht, damit konnte der Schwarze wohl kaum etwas anfangen und gestattet so etwas zu fühlen war es ihm auch nicht, es war nur immer wieder der Drang, sie einfach nicht in ihrem Glück stören zu wollen und mit dem aufgeweckten Welpen an ihrer Seite, war sie sehr wahrscheinlich um einiges glücklicher als ihm. Ein ungeschriebenes Gesetz.
Ein Gedanke.
Ein Versuch.
Doch die Wirklichkeit war so viel leichter. Auch jetzt war der aschfarbene Sohn wieder an ihrer Seite. Senedd nahm es leicht hin, er war nicht traurig, freute sich im stummen für Adali, er selbst jedoch bleib frei von diesem Gefühl. Es war ihm immer noch nicht vergönnt so zu fühlen, dessen war er sich bewusst.
Sein Blick suchte Akara oder auch die neu dazu gestoßene Andraki, doch beide Fähen schienen in der anderen Gruppe zu sein, bei der Alphafähe. Der Schwarze ließ unweigerlich den Kopf sinken, dies würde wohl eine langweilige Wanderung werden, niemand den er würde beobachten können. Erst aus diesem Blickwinkel fielen ihm die weißen Pfoten vor ihm auf. Er hob den Kopf wieder etwas an um den Wolf zu betrachten, der nicht weit vor ihm lief. Er kannte diesen Weißen. Und es dauerte nicht lange bis ihm sein Name wieder einfiel. Shiyu. Shiyu Aderian. Er war dabei gewesen als er hier angekommen war, dann war er weg gewesen und nun war er da. Hier bei ihm in der Gruppe und lief vor ihm. Anders als bei Akara wagte er es allerdings dieses Mal nicht auf den Rüden zu zugehen, stattdessen blieb er ganz still und verhalten auf seiner Position, blickte ihn jedoch weiterhin an. Shiyu war nicht nett zu ihm gewesen. Hatte er ihm nicht gesagt er sollte ersaufen oder so? In seinem Kopf war die Erinnerung verschwommen und in weite Ferne gerückt. Er war vor Schreck in den Tümpel gefallen, das wusste er noch. Aber es schien so unsagbar fern. Alles, er war nun irgendwie schon lange hier. Aber verändert hatte sich kaum etwas wie es schien. Und auch der Weiße war also geblieben. Doch Sen konnte sich noch immer nicht erinnern was er mit ihm verband. So unsagbar fern.
So fern.
Den Blick wieder zu Boden gewand, trat er einen Schritt vor, nur um gleich wieder inne zu halten.

"Shiyu..."

Es war ein flüstern zu sich selbst, als wenn er sich dadurch besser erinnern konnte. Natürlich war das absolut unnütz. Er erinnerte sich trotzdem nicht besser und trotzdem war es sonderbar seinen Namen auszusprechen. Irgendwie anders. Irgendwie Fremd.
So Fremd.


01.02.2009 22:10




Jeanne


Ruhig lief die Weiße neben Maav her, während sie aufmerksam nach vorn blickte. Sie mochte den Rüden, er schien eine gute Seele zu haben. Auch wenn seine Berührungen sie völlig aus der Bahn geworfen hatten. Aber das nahm sie ihm keines Falles übel. Er konnte nichts dafür, das wußte sie. Inzwischen waren ihre Tränen versiegt, also konnte sie dem Grauen wieder unbeschwert anlächeln. Gerade hatten sie den Tunnel betreten, als sie auch schon in zwei Gruppen aufgeteilt worden waren. Sie war froh, dass der Graue bei ihr war, sie hatte die Unterhaltung mit ihm genoßen. Und dazu waren Felino, Shanaro und Toboe in ihrer Gruppe. Es hätte sie.. fast nicht besser treffen können. Sie seufzte leise bei diesem Gedanken. Nein, bloß nicht wieder in diesen Trist verfallen. Es war vergangen. Sie musste im Hier und Jetzt leben. Also wandte sie den dunklen Blick zu Maav um.

“Ich frage mich, was uns dort hinten alles erwartet.“

Sie grinste unwissend. Es interessierte sie wirklich. Selbst Kiba schien überrascht gewesen, also war es wohl für jeden eine neue Erfahrung. Aber das würden sie ja spätestens sehen, wenn sie angekommen waren. Jeanne richtete den Blick zur Seite. Natürlich hatte sie auch alle Welpen immer wieder beobachtet. Jedes einzelnen, auch die zwei schwarzen Söhne der Alphafähe. Jeder einzelne wurde immer wieder genau beobachtet. Aber nun ruhte ihr Blick auf Shanaro. Kurz blickte sie zu Maav.

“Ich möchte dir jemanden vorstellen Maav.“

Damit wandte sie sich wieder um, ihre dunklen Augen suchten nach dem schwarzen Welpen.

Shanaro? Möchtest du nicht ein wenig zu uns kommen?“

Ruhig lächelnd betrachtete sie den Schwarzen und blickte dann wieder zu dem Grauen neben sich. Trotz dieser Gesellschaft vermochte sie nicht das Bild zu vergessen, was ihr durch den Kopf spuckte. Ein grau-brauner Rüde, der mit einem sanften Lächen neben ihr her schritt. Danley..


01.02.2009 22:38




Toboe Tear


Munter, als wäre er der größte Entdecker, tappte der Graue vor sich hin. Neben ihm sein bester Freund, der zweitgrößte Entdecker. Er ließ sich einfach nichts von seiner Verunsicherung anmerken. Er war doch mutig. Er war Toboe, der Sohn Kibas! Der Alphafähe der Tears of Destiny! Da musste er doch Mut besitzen. Aber er war doch insgeheim froh darüber, dass sein Freund bei ihm war. Aber das würde der junge Rüde natürlich nicht zugeben. Hier war es dunkel, aber nicht nass. Er schmunzelte. Und dann wurde er angestubst, wurde aus seinen Gedanken gerissen. Er verzog das Gesicht, als der Schwarze verkündete, das er zu seiner Mutter gehen wollte. Hah! Als wenn er Angst ohne Teyrm gehabt hätte! Toboe doch nicht. Und dann wurde er schon wieder am Ohr gezogen und machte automatisch einen Satz nach vorn, dem Rüden nach. Aber sofort blieb er wieder stehen. Hah!

“Das hast du dir so gedacht Dickerchen! Wir sehen uns!“

Mit diesen Worten drehte sich der Graue um – und rannte einfach in die andere Richtung. Was Teyrm konnte, konnte Toboe schon lange! Immerhin war er ein ganzes Stück größer als sein Freund. Er grinste bei diesem Gedanken. Aber so watschelte er munter vor sich hin, an allen Wölfen vorbei, die ihm entgegen kamen.

“Hey Jeanne und Jeannes Freunde!“

Nur beiläufig sah er zu der weißen Fähe und dem grauen Rüden neben ihr? Der sollte bloß gut mit ihr umgehen! Sonst würde er nämlich Teyrm holen! Aber er trabte einfach mal weiter, bis er einen weißen Rüden erkannte, der hinter dem Rudel her ging. Hah! Teyrm war ganz vorne, und er ganz hinten. Das hatte der Schwarze nun davon! Toboe grinste und trat dem Weißen gegenüber.

“Hey du! Ich bin Toboe, der Sohn von Kiba. Wer bist du? Und warum bist du hier so alle?“


01.02.2009 22:57




Shiyu Aderian


Shiyu war außer sich. Wahrscheinlich wusste er selbst nicht warum und wenn er es ahnte, verdrängte er es lieber. Wütend stapfte er seiner Gruppe nach. Diese Höhle war eine einzige Katastrophe. Eng. Eng an eng gingen sie. Alle waren nah und alle waren hässlich, dumm und nervig. Und Shiyu Aderian war der arme, gestrafte, dumme Wolf, der sich mit ihnen abgeben musste. Wäre er doch lieber allein auf Entdeckungsreise gegangen. Dann wäre er sie los gewesen.
Er lief einfach mit, regte sich innerlich über die ganze Blödheit auf und wollte niemanden ansprechen. Dieser dämliche Jungwolf und dann noch das widerliche Pack von Jünglingen. Matschwölfchens Sohn, mit den komischen Flecken im Gesicht und der andere komische Vogel. Kibas Sohn.
Plötzlich fiel sein Name, nur im Flüsterton und Shiyu sah sich rasch nach demjenigen um, der es gewagt hatte, ihn anzusprechen. Grimmig betrachtete er den Fischwolf, kurz irritiert durch dessen komische Art. Aber was hieß da komisch? Der war ja immer so drauf. War beinahe in einer Pfütze ertrunken.

“Fischwölfchen, was willst du von mir?“

Brummte er, auch eher mit gedämpfter Stimme.

“Wieso hängst du nicht bei Matschwölfin rum? Mag sie dich nicht mehr?“

Fragte er gehässig. Suchte in den Reihen dieser Mistviecher nach Adali. Ach, wie ihn sein ganzes Leben anpisste, das er hier führen musste.

“Wieso bist du so dämlich?“


01.02.2009 22:57




Senedd


Fischwölfchen.
Senedd hob den Kopf, als Shiyu ihn ansprach, wenn er vorher klein ausgesehen hatte, dann sah der Schwarze jetzt gerade wohl mickrig aus, so scheu kam er sich vor. Er hatte dem kleinen, weißen Wolf nicht zu erwiedern, er erinnerte sich an die Dinge die vor einige Monaten passiert waren, jene die er schon wieder fast vedrängt hatte. Fischwölfchen. Das Wort rief etwas in ihm wach, doch er war sich nicht so richtig sicher, was genau. Nun senkte er einfach wieder den Kopf, legte ihn sogar leicht schief und schaute in die blitzenden Augen des weißen Wolfes. Was wollte er eigentlich? Senedd hatte ihn ja noch nicht einmal richtig angesprochen. Seine Unachsamkeit war es gewesen. Die Dummheit seine Schnauze nicht halten zu können. Und dann die Sache mit der Matschwölfin. Wen meinte er denn? Er kannte so eine Wölfin nicht, kannte den Namen nicht einmal. Wer war das? Und wie meinte er das von wegen ob sie ihn nicht mehr mochte?
So Sonderbar.
So Verwirrend.
Wirr schüttelte Sen den Kopf, während die nächsten Worte des Weißen an seine Ohren drangen. Jeder andere Wolf hätte sie einfach ignoriert oder irgend etwas mutiges geantwortet. Wie gesagt, jeder andere Wolf. Doch nicht Senedd. Der Schwarze macht sich noch kleiner, senkte den Kopf noch mehr, so das seine Schnauze fast den Boden berührte. Wieso. Ja wieso war er so? So Dumm. So Dämlich. So... fremd. Es war alles Fremd. Alles so anders oder auch einfach nur er.

"Ich.. ich weiß nicht. Ich wollte dich nicht stören. Tut mir leid."

Nuschelte er schließlich vorsichtig als Antwort. Sein Blick huschte schuldig zu Shiyu, fast demütig sah er nun schon aus, während er hinter dem Weißen herlief. Und doch konnte er ihm keine Antwort geben. Aber was erwartete er auch? Vielleicht kannte dieser Wolf die Antwort ja sogar besser als er. Verheimlichte sie ihm nur. Oder sagte er sie ihm und er verstand nur nicht?

"Sag du es mir..."

Bat er schließlich, ohne genau zu wissen was er da eigentlich sagte, zu wem er es sagte. Shiyu war für ihn ein Fremder, jedoch erfahrer Wolf, seine Größe war für den Jungwolf vollkommen irrelevant. Er war jetzt einfach nur da, vor ihm und er war so viel realer als er selbst es war. Er war sich nicht so fremd.
Nicht so.

"Sag mir wieso ich so Dämlich bin..."

Bat er noch einmal und hob den Kopf etwas an. Etwas unergründliches spiegelte sich in den bernsteinfarbenen Augen wieder, etwas so fernes. So hatte er sich lang nicht mehr gefühlt. So losgelößt von den Erfahrungen und Gedanken der letzten Woche, er war wieder ferner und selbst Adali würde ihm jetzt wohl nicht helfen können.


01.02.2009 23:15




Kiba Telay


Aufmerksam lauschte Kiba dem jungen Rüden, selbst noch ein Welpe wie Toboe, Aiyán und Saiyán und fühlte sich fast erleichtert, als Iàn sagte, dass kein Todesfall oder schlechter Umgang Schuld daran war, dass er sich nun allein hier befand. Ein kleiner Entdecker also? Er erinnerte ihn ein wenig an Tearl ... der war zwar bis zu jenem verhängnisvollen Tag immer brav beim Rudel geblieben, aber nun? Nun war er der große Abenteurer, irgendwo dort draußen, ständig auf Achse mit den Zwillingen Eeál und Ceál. Sie konnte sich keine komischere Truppe vorstellen, vor allem jetzt, wo sie noch so viel von Toboe und Teyrm erzählt bekommen hatte. Ein fröhliches Lächeln erschien auf ihren Lefzen und sie nickte Iàn freundlich zu.

Ich kenne da jemanden, der ist dir da ganz ähnlich.“

Als der Welpe dann seinen Sohn lobte, zog die Silbergraue leicht die Augenbrauen hoch. Achja? Ihr Lächeln verwandelte sich in ein leichtes Grinsen. Soso, er fand Toboe gut erzogen? ... Nun, sie konnte wirklich nicht über ihn klagen. Es war ein großes Geschenk des Schicksals, dass ihr Kleiner wieder beim Rudel war. Aber genau so groß war das Geschenk Saiyán und Aiyán wieder dabei zu haben.

Danke. Das will ich auch für ihn hoffen, dass er nett ist.“,

entgegnete sie gutmütig und wandte kurz den Blick wieder nach vorne. Der Gang schien immer noch kein Ende zu nehmen und veränderte sich auch nicht, so weit das Auge reichte. Wie lange sie wohl noch laufen würden? Obwohl sich das Laufen bei ihr sowieso auf Humpeln beschränkte. Da war man eben nicht ganz so schnell.

Und wie gefällt es dir bisher hier? Mal ganz von dieser düsteren Höhle abgesehen.“


01.02.2009 23:32




Adali


Mit leicht gerunzelter Stirn lief die Schwarze der Gruppe von Wölfen vorweg, in einem Tempo, in welchem das Rudel normalerweise auch weiter zog. Sie setzte ihre Schritte so, dass ihr jeder leicht folgen konnte, vor allen Dingen da sich in ihrer Gruppe viele Jungtiere befanden.
Die Ohren Adalis waren aufmerksam nach vorne gestellt und trotz dem Ungewissen, was sie in dem Durchgang praktisch hinter jeder Ecke erwarten konnte, ging sie ohne Scheu weiter. Bisher hatte der Weg nur ein par Knicke gemacht, war aber nach wie vor trocken, so dass bisher nicht damit zu rechnen war, das plötzlich eine Flutwelle über sie herein brechen würde.
Den Kopf ein wenig anhebend ließ sie beim Gehen den Blick zurück wandern, um sicher zu gehen, das wirklich alle ihr folgen konnten. Es war ein seltsames Gefühl für sie eine Gruppe alleine zu führen. Bisher hatte sie nur Kiba versucht zu unterstützen - mehr schlecht als recht natürlich, wofür sie sich schämte. Sie war eine schlechte Coniugo, ein mieses Vorbild und keine Stütze für niemanden. Unfähig. Das war sie.
Von ihren Gedanken ließ sich Adali jedoch nichts anmerken, sondern beobachtete mit aufmerksamen Blick, wie sich hinter ihr die Gruppe neu zusammen schloss. Toboe entschwand fast aus ihrem Blickfeld ans Ende der Gruppe, zu – soweit sie wusste – Jeanne und Maav. Die weiße Jotawölfin, die sich auch um die Jüngsten kümmerte und dies schon immer getan hatte, würde ein Auge auf den stürmischen Jungwolf haben. Das sich ihr Ziehsohn Senedd zu dem weißen Shiyu begab ließ sie die Stirn noch mehr runzeln und sie wollte hoffen, dass dies nicht in einem Desaster enden würde. Sie hatte gerade die Verantwortung für alle und war nicht erpicht darauf, unnötige Streitereien zu klären, nur weil der provokante Rüde nicht seine lose Zunge im Zaum halten konnte. Noch immer weckte der Kleine, der bereits nicht mehr so klein war, ihren Beschützerinstinkt als Mutter und sie war froh darum, dass ihr leiblicher Sohn ihn akzeptiert hatte. Sie hatte auch nichts anderes von ihm erwartet.
Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lefzen, als sich der Aschfarbene zu ihr aufschloss und sich schließlich an ihr Kehlfell schmiegte. Sanft strich sie mit der Zunge über seinen Kopf. Sie musste dies noch ausnutzen, solange ihr Sohn sie nicht überragte.

Wir wollen sehen, wohin uns dieser Weg hier führt und ob wir nicht einen trockenen Platz für das ganze Rudel finden können.

Sie lächelte Teyrm zu und war froh, dass er sich ihrer Gruppe angeschlossen hatte.


02.02.2009 09:59




Teyrm


Es war viel mehr als das er es spürte. Er spürte Adali's Zweifel, er spürte ihre verborgene Scheu. Ja, er wusste scheinbar instinktiv wie sich sich eigentlich zu fühlen schien, obgleich er vergleichbar lange weg gewesen war, hatte er das feine Gespür für seine Familie doch nie abgelegt. Und die Reue durchbrach ihn einen Moment lang wie einen Schlag. Er war gegangen, er war noch so klein gewesen doch er war gegangen und hatte seine Familie allein zurück gelassen, hatte Adali im Stich gelassen, die noch mehr verloren hatte. Die Schuld brannte einen Moment in ihm, doch verletzen konnte sie ihn nicht, nein das Feuer in seinem Inneren entfachte nur noch weiter, wandelte sich in Tatendrang und Zuversicht um, er wollte jetzt einfach alles besser machen, ALLES.
Während er die sanfte Berührung seiner Mutter genoss, blickte er sie von unten herauf unentwegt an. Ihre Worte waren wie ein Ablenkungsmanöver für ihn, auch wenn er selbst diese Worte gewählt hatte. Sämtliche Vorbehalte sich hier zurück zu halten, waren kurzwelig wieder fort. Er wollte sie so nicht sehen, nicht so verlassen. Der Aschfarbene stieß einen leichten Seufzer aus, das in dem Kupferschwarzen Fell seiner Mutter unterging, dann hob er den Blick an und sah ihr in die Augen.

"Du machst das alles noch immer so gut. Ich bin froh dich zu haben, Mum..."

Meinte er mit einem vorsichtigen, aber ernsten Lächeln. Der junge Rüde streckte sich etwas um ihr Schnauze und Wanken Liebkosen zu können, ehe er sich wieder zu seiner normalen Statur zurück wagte und nun einstimmig neben seiner Mutter herlief.

"Die ganze Zeit denke ich, es wäre irgendwie verdammt fatal gewesen so lange fort zu sein. Es ist so viel passiert und ich war nicht da. Ich hätte irgendwie für euch da sein sollen, aber ich war nicht da. Und jetzt ist alles so anders",

er wandte den Kopf wieder zu ihr herum.

"Ich würde gern behaupten ich würde diese Schuld fühlen. Aber ich tus nicht, Mutter. Ich hab auf dieser Reise so viel erlebt, so viel gelernt, ich glaube nicht das ich das hier je hätte lernen können. Und jetzt bin ich bereit für euch alle da zu sein."

Nun spiegelte sich ein fast flammender Glanz in den Augen, die denen seines Vaters so ähnlich schienen. Stolz flammte in seiner Brust auf, Freude und Zuversicht.

"Für dich da zu sein..."

Die Worte waren nicht mehr als ein Flüstern, doch er wusste das seine Mutter ihn hören wieder und wenn nicht akkustisch, dann doch zumindest in ihrem Herzen.


02.02.2009 10:58




Draco


Er lief, lauschte den Stimmen, sah sich um und bemerkte, wie etwas vor ihm stand. Er böioeb stehen, senkte den Kopf ein wenig und sah einen silbergrauer Jungwolf. “Hey du! Ich bin Toboe, der Sohn von Kiba. Wer bist du? Und warum bist du hier so allein?“ Draco schaute ein wenig verwirrt, sagte dann aber freundlich zu dem Jungwolf:

"Hallo Toboe Alphassohn, ich bin Draco. Ich bin hier allein, weil es so ist"

Er schaute den Jungwolf freundlich an, ging aber trotzdem langsam wieter, da er nicht den Anschluss verlieren wollte. Er sah zu dem Jungwolf neben ihm, blieb wieder stehen und sagte dann grinsend zu ihm:

"Und warum bist du hier hinten?"

Das musste er zu dem kleinen einfach sagen, er konnte es sich nicht verkneifen. Er sah den Jungwolf grinsend an. Er sah nach vorne um sich zu vergewissern, dass das Rudel noch in Sichweite war. Danach wandte er sich wieder dem kleinen Wolf zu. Draco sah ihn an und musterte ihn genau. In der Zeit, wo er die Wölfe beobachtet hatte, war er ihm natürlich nicht entgangen. Ein kleiner Wolf mit ner großen Klappe, könnte man dazu sagen. Immer mit einem anderen Jungwolf Nemans Teyrm zusammen, die gute Freund waren. Draco lächelte und sein Blick wechselte zwischen dem Jungwolf und dem Rudel hin und her.


02.02.2009 12:13




Toboe Tear


Zufrieden sprang der Graue neben dem fremden Rüden her, blickte dabei nicht nach vorn. Gelegentlich stolperte er, fing sich aber wieder um nicht auf die Nase zu fallen. Teyrm hatte es gut. Seine Mutter war bei ihm. Und seine eigene musste natürlich ganz woanders sein. Aber der Weiße schien auch nett zu sein, also konnte er sich nicht beklagen. Grinsend stellte der junge Wolf die Ohren auf, neigte den Kopf zur Seite und machte einen Satz nach vorn, als der Weiße antwortete.

“Aber du könntest doch zu uns kommen! Alleine hier hinten rum rennen ist doch doof, oder nicht?“

Toboe ließ sich zurück fallen, bis er wieder neben Draco lief. Der Rüde war wirklich nett, er grinste ja die ganze Zeit! Draco war um einiges größer als er, weswegen der Graue gelegentlich einige Sätze machen musste, um mit ihm mit zu halten. Aber er schaffte das schon! Immerhin war er Toboe. Und Toboes schafften alles! Auf die Frage hin, richtete er den Blick nach vorn, grinste vor sich hin.

“Mein bester Freund ist da vorne bei seiner Mutter, und ich will ihn ärgern. Und du sahst mir sympathisch aus, also leiste ich dir etwas Gesellschaft!“

Putz munter trabte Toboe neben dem Weißen her, sah aber auch, genau wie Draco, immer wieder zum Rudel.

“Weißt du, wie lange wir noch laufen müssen? Das wird irgendwie langweilig.“


02.02.2009 13:14




Draco


Der Jungwolf sprang neben ihm hin und her, um mit ihm mithalten zu können. “Aber du könntest doch zu uns kommen! Alleine hier hinten rum rennen ist doch doof, oder nicht?“fragte Toboe ihn. Draco sah ihn an und sagte im laufen:

"Kann schon sein... "

Er fand den kleinen Wolf nett. Ein kleiner Chaot. Er errinerte Draco an ihn, als er noch kleiner war. Toboe schaffte es wirklich, mit Draco schritt zu halten, obwohl Toboe etwas kleiner war. Draco lächelte wieder freundlich, er konnte es nicht mehr los werden. Auf Dracos frage hin, entgegnete ihm der Kleine “Mein bester Freund ist da vorne bei seiner Mutter, und ich will ihn ärgern. Und du sahst mir sympathisch aus, also leiste ich dir etwas Gesellschaft!“ Draco freute es, dann sagte er zu Toboe:

"Meinst du Teyrm? Ich habe euch oft zusammen gesehen."

Draco unterhielt sich gerne mit dem Jungwolf, er war nett, verspielt und abgedreht. Obwohl Draco älter war, war er auch manchmal so. “Weißt du, wie lange wir noch laufen müssen? Das wird irgendwie langweilig.“ fragte Toboe ihn. Draco schaute hinter sich, dann zu Toboe und wieder nach vorn.

"Leider weiß ich es nicht, aber ich hoffe es dauert nicht mehr so lang. Irgendwann müsste doch eine Höhle kommen, die groß genug für uns alle ist. Oder die anderen schicken einen Wolf zu uns, der uns verständigt Ich würde jetzt auch lieber etwas spielen, oder Jagen gehen, aber es ist nun mal so, wie es ist. Also abwarten und laufen."

Draco seufzte leise, aber er ging weiter, seine Ohren aufgestellt, ob er irgendetwas hören konnte, was wichtig ist. Ihn störte das laufen nicht, es war nur so langweilig. Genauso wie warten, warten war so langweilig. Aber er war froh, das er sich mit Toboe unterhalten konnte, denn alleine laufen, ohne mit jemandem zu reden, war auch langweilig. Draco setzte sein lächeln wieder auf und war froh. Er spürte ein Gefühl von Geborgenheit tief in sich, das ihm Gefiel.


02.02.2009 13:36




Andraki


Das Rudel hatte sich geteilt, und je eine Gruppe wanderte einen Gang entang, auf der Suche nach einer Stelle, an der alle Wölfe Platz hatten. Andraki fühlte sich noch immer nicht viel wohler, und nun wanderte sie schon wieder durch eine Höhle, die einfach nicht enden wollte. Se war nicht sicher, welche Situation sie bevorzugen sollte: die einsame Wanderung unter dem Gebirge zum Tal, oder dies hier, in Begleitung ihr völlig fremder Wölfe. Hatte sie sich zuvor nach Gesellschaft gesehnt, so war es jetzt fast zuviel des Guten.
Die Braune lief hinter Akara, die Fähe war noch immer ihr Ankerpunkt. Senedd hatte sie aus den Augen verloren, wahrscheinlich war er in der anderen Gruppe gelandet. Mehr Worte als die flüchtige Begrüßung hatten sie nicht gewechselt. Der Rüde war ihr komisch vorgekommen, obgleich sie nicht benennen konnte, was an ihm seltsam war. Es blieb bei diesem Gefühl, und vorerst hatte sie keine Gelegenheit, sich näher mit ihm zu befassen.
Obwohl...

"Akara? Dieser junge Rüde vorhin... Senedd. Wie ist er so? Er kam mir... ein wenig eigenartig vor, wenn du mir diese Bemerkung gestattest."

'..also eigenartiger als der ganze Rest, meine ich..'
,

dachte sie weiter, würde sich aber eher die Zunge abbeißen, als diese Worte auszusprechen. Vermutlich war ohnehin sie diejenige, die innerhalb dieses seltsamen Rudels die Seltsame war.
Andraki hoffte, dass Akara ihre Wortwahl nicht als Beleidigung auffasste. Sie wollte niemanden verprellen, erst recht nicht diese Wölfin oder gar die Alpha, die an der Spitze des Zuges lief.


02.02.2009 14:49




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian hatte nicht die geringste Lust, auf die dämliche Bitte einzugehen, die Fischwölfchen an ihn richtete. Warum er dämlich war? Für den Weißen war das ganz logisch. Erstens war Senedd dazu geboren und zweitens, hatte er sich dazu gemacht. Und wahrscheinlich konnte er in diesem Rudel nie etwas anderes sein.
Der kleine Rüde murrte unzufrieden und starrte den komischen Wolf verachtend an. Fischwölfchen hatte etwas furchtbar ätzendes an sich. Etwas, dass nichts mit seiner Herkunft zu tun hatte. Jedenfalls nicht im Sinne von Blutsverwandtschaft. Die Schuld lag nicht bei der Tatsache, dass er Ungeziefer war. Es war irgendetwas anderes.
Shiyu wusste nicht, dass er zu blöd war, die Situation wirklich zu erfassen. Aber dass hinderte ihn nicht daran, sich vollkommen überlegen zu fühlen.

“Weil… ähm…“

Die Findung der richtigen Worte schien den Horizont des Halbgottes zu überschreiten. Dass konnte er aber nicht auf sich sitzen lassen. Er musste eine Antwort finden. Hätte er doch lieber gar nicht erst versucht, die Sache zu erklären.

“Weil du dich dazu machst. Schau dich an, du benimmst dich nicht wie ein Wolf, sondern wie ein… ein Hase! Und dass ist dämlich. Nimm gefälligst Haltung an. So wie ich!“

Shiyu wuchs neben Senedd in die Höhe, machte sich groß, wirkte erhaben. Würde und Adel trug er zur Schau, ebenso wie Eitelkeit und Arroganz. Während er sich vor dem Jüngeren zur Schau stellte, fragte er sich, was er da eigentlich gerade machte. Hoffentlich sah ihm niemand zu. Man hätte ja meinen können, er versuche irgendetwas Sinnvolles zu tun. Obwohl es hier wahrscheinlich nicht als sinnvoll angesehen wurde, wenn er jemanden dazu anstiftete, wie er zu sein.


02.02.2009 16:46




Shanaro


Vorsichtig und doch interessiert schnüffelte der schwarze Jungwolf in der Höhle herum. Überall waren neue Gerüche, überall Unwissenheit, die darauf wartete, doch ihm entdeckt zu werden. Obwohl Shanaro seit dem Sommer nun schon ein ganzes Stück gewachsen war, war sein Geist noch immer der eines Welpen und genauso seine Neugier. Seine bersteinfarbenen Augen suchten alles ab, seine Schnauze ebenso.
Doch plötzlich teilten sich die Wege zu zwei Tunneln und Kiba beschloss, das Rudel zu teilen. Shanaro bedachte seine Gruppe mit einem ausführlichen Blick, sichtlich zufrieden, dass Jeanne bei ihm war. Während er weiter lief, blieb er immer in ihrer Nähe, beobachtete sie, während sie mit dem fremden Rüden sprach. Shanaro hatte seinen Namen schon aufgegabelt, aber wusste noch gar nichts über den Fremdling. Sein Misstrauen siegte in diesem Falle und er beschloss, die beiden nicht anzusprechen, vielleicht störte er ja auch.
Der Jungwolf blickte sie um, suchte Felino, mit dem er zuvor ein Gespräch begonnen hatte, welches durch Kibas Ruf jedoch unterbrochen wurde. In dieser Dunkelheit war es jedoch schwer, überhaupt irgendjemanden zu finden und so gab der Schwarze es schließlich auf und trottete brav der Gruppe hinterher, die von Adali geführt wurde.
Nach einer Weile vernahm er jedoch seinen Namen, jemand hatte ihn gerufen. Seine Ohren schnippten in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war und er wusste sofort, dass es Jeanne gewesen war. Seine Augen glänzten in der Dunkelheit, als er mit schnellen, federnden Schritten zu ihr aufschloss, wobei er Maav skeptisch musterte, septisch, aber nicht unfreundlich. Dann blickte er wieder die weiße an, sein Blick war fragend und seine Sinne verrieten ihm, dass die Anwesenheit dieses Rüden die Jotafähe ein wenig nervös machte. Wieso konnte er gar nicht verstehen, sie kannte den Rüden doch gar nicht! Schließlich beschloss er, selber diese merkwürdige Stimmung zu brechen.

“Hallo, ich bin Shanaro …“

Sagte er so höflich, wie er nur konnte, er wollte die Weiße immerhin nicht “blamieren“.
Dann wandte er sich wieder an Jeanne und warf ihr einen Blick zu, der deutlich die Frage „Was ist los?“ stellte.
Der Jungwolf hatte schon vorhin beobachtet, dass Jeanne mit Maav gesprochen hatte, doch über den Inhalt wusste er nichts. Sein Blick wanderte zu dem Grauen und schließlich wieder zu Jeanne.


02.02.2009 16:56




Leikuna


Leikuna hatte sich begeistert auf gemacht als Kiba sie alle zu sich gerufen hatte. Ein trockener Fleck war jetzt genau das Richtige, denn die Weiße hatte längst genug davon im Wasser zu sitzen und zu liegen.
Korrianke aufmunternd zulächelnd war sie zu Kiba getrabt, und war dem Rudel bis zu seiner Teilung neugierigen Blickes gefolgt.
Der Gang den sie gefunden hatten war furchtbar klein, wenn man mit sovielen Wölfen untergwegs war, aber sie wollte nicht jammern, und hatte stattdessen die neu dazugekommenen Wölfe gemustert, darunter ein sehr junger Rüde und eine Fähe, die seltsam...ja, seltsam...nunja, die einfach irgendwie kaum in das Bild des Rudels zu passen schien, ohne dass sie direkt verkrampft, angespannt oder anders wirken würde.
Nun lief Leikuna wieder recht weit vorne, bei Yago und Kiba, die sich soeben dem Jungrüden zuwand.
Leikuna lächelte nur, als sie seine Erklärung hörte - weshalb war sie eigentlich gegangen?
Wo kam sie überhaupt her?
Der Gedanke an Vergangenes hüllte ihren Geist ersteinmal in Finsternis, aus der immer wieder Bilder aufflammten, Bruchstücke eines Lebens, das sie nicht als das ihre identifizieren konnte...
Doch da klang, leise und von fern, ihr name...eine schöne Stimme war es, die ihn nannte, aber der Tonfall machte der Weißen Angst...er war herrisch, drohend und strafend, und etwas in Leikuna drängte sie, sich schnellstmöglich auf den Boden zu pressen...die Stimme verklang, und es dauerte zwei Momente, bis sie realisierte dass sie immer langsamer geworden und dann stehen geblieben war. Vor ihr liefen die hintersten Wölfe ihrer Gruppe, und mit leicht zitternden Läufen durchbrach sie ihre Starre, und lief sofort wie angestochen los, bloß weg von der drohenden Stimme, die sie so verängstigt hatte...


02.02.2009 17:49

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
30.10.2010 23:44
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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367

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23.07.2005

Seite 7




Yacáru


Nicht mehr mosernd, sondern jetzt ganz zufrieden mit sich und der Welt, tapste Yacáru munter neben Ares her. Natürlich gab es immer etwas zu meckern, zum Beispiel, dass die Höhle dunkel und eng war, dass soo viele Wölfe auf einem Haufen waren. Aber nun, wo sie sich so lange über den Regen aufgeregt hatte, verspürte sie einfach keine Lust mehr zu nörgeln. Außerdem wusste sie, dass sie ihren schwarzen Aufpasser damit tierisch nervte. Aber Dallan fühlte sich sowieso von alles und jedem genervt. Er war echt ein Miesepeter.
Yacáru pustete etwas Luft vor sich her und blickte dann zu Ares hoch. Einen Moment lang blickte sie ihn trotzig an, entweder als wollte sie ihn nachmachen, oder einfach seine düstere Miene revoltieren. Dann entschied sich die kleine Weiße aber dazu, einmal quer unter ihm durch zu laufen, bis sie sich zwischen seinen Vorderpfoten durchquetschte und dabei leicht hoch sprang, um ihn kurz am Kinn zu lecken. Das hatte er nun davon. Eigentlich sollte man das ja wohl als eine liebe, welpische Geste eines Jungtieres im Umgang mit einem Elternteil ansehen, aber Dallan war ja eh mit allem unzufrieden. Wie konnte man ihn bloß dazu bringen, mal ein bisschen netter drein zu schauen? Der Schwarze machte sich das Leben bloß selbst schwer, ja wohl. Yacáru zog einen Schmollmund.

Warum kannst du nicht mal fröhlich gucken? Oder zumindest freundlicher!“

Das war schließlich eine sehr berechtigte Frage. Sie kannte den Rüden nicht, wusste nicht, wie ihm das Leben mitgespielt hatte, aber Himmel, sie war eine Welpin! Die kleine Weiße konnte patu nicht verstehen, wie man bloß immer so finster dreinblicken konnte. Hey, immerhin hatte sie in ihrem kurzen Kinderleben auch nicht nur schöne Tage gehabt. Sie war furchtbar lange ganz allein gewesen! Seit sie ihre Eltern verlassen hatte, war sie eigentlich dauernd allein gewesen. Kurz war ihr Lotus begegnet, da, auf dieser Insel. Und dann war auch schon alles wieder weg gewesen, wie ein Traum. Ob es Lotus wohl wirklich gab? Es wäre furchtbar schade, wenn nicht. Danach hatte sie bloß Aryion getroffen, den schwarzen Eisprinzen aus dem Winterland. Den hatte sie nicht gemocht, ne. Das hatte sie innerlich schon mit sich abgeklärt, als sie Ares mit ihm verglichen hatte.
Die Kleine überlegte in ihrem Köpfchen noch ein wenig hin und her, wie man Ares wohl wenigstens ein klitzekleines Zucken seiner Lefzen entlocken konnte, da hörte sie hinter sich plötzlich wirres Pfotengetrommel. Kaum hatte sie den Kopf zurück gewandt, sah sie auch schon etwas großes Weißes auf sich zu walzen. Mit einem erschrockenen Quietschen schmiss sie sich zur Seite, um dem stürmischen Etwas zu entkommen und landete natürlich auf dem Bauch. Kurz ein wenig benommen fand sie, dass die Welt mit einem Mal so komisch wackelte. Und dann kam sie wieder zum Stillstand. Noch ein Erdbeben! Hörte das denn nie auf? Blinzelnd schüttelte die Kleine den Kopf und sprang wieder hoch. Das hatte niemand gesehen, oder? Gut. Jetzt besah sie sich erst mal genauer, was sie da über den Haufen gerannt hatte.

Heey du! Was rennst du hier wie angestochen rum? Der Gang ist schon schmal genug!“,

rief sie und wackelte ein paar schnelle Schritte hinter der Weißen her, damit diese sie nicht einfach ignorieren konnte.


02.02.2009 18:53




Leikuna


Leikuna stoppte, so schnell wie sie zuvor gelaufen war, als plötzlich ein Welpe vor ihr aus dem Weg sprang. Sie musste dabei in etwa genauso elegant aussehen wie die Welpin bei ihrer Landung, aber...ja, ähm, genau, das hatte sicher niemand gesehen.
Ähm...hoffentlich.
Unsicher wand sie sich zu dem weißen Fellball um, der ihr nachtrabte, und setzte sich langsam wieder in Bewegung, dabei die blauen Augen der kleinen Fähe beobachtend.

"Es tut mir Leid, ich wollte dich nicht erschrecken..mir...fiel nur gerade etwas ein, und ich wollte nicht so weit zurückfallen, weißt du?"

versuchte sie sich zu erklären, konnte sie doch selbst nicht so genau sagen, woher das Bild kam, das sie so verängstigt hatte.
Die Welpin noch einmal lächelnd musternd spitzte sie die Ohren.

"Wer bist du eigentlich? Ich heiße Leikuna"

stellte sie sich lächelnd vor, und wedelte freudig mit der Rute.
Sie hatte, so weit sie sich erinnern konnte, nie viel mit Welpen zu tun gehabt, und es war ein seltsam fremdes Gefühl einem so direkt gegenüberstehen...zu dürfen...
Bevor der Gedanke sich festigen konnte, hatte sie ihn schon mit einem Augenaufschlag beseitigt.


02.02.2009 22:33




Toboe Tear


Es war immer wieder aufs Neue lustig, mit fremden Gesicht in Kontakt zu treten, zu hören was sie so von bestimmtes Situationen dachten. Und so war es nun auch bei dem Weißen, mit dem er sich nun unterhielt. Auf die Erwähnung seines besten Freundes hin machte Toboe einen weiteren Satz nach vorn, sah zurück zu Draco und lief weiter neben ihm her. Ein breites Grinsen lag auf den Lefzen des jungen Rüden, während sein Kopf spielerisch hin und her schwenkte.

“Ja genau! Teyrm ist der beste Freund der Welt! Es gibt niemand besseren!“

Grinsend sah Toboe zurück zu dem Weißen, während seine Rute wild durch die Luft pendelte. Draco war unbekannt, er hatte noch nie mir ihm gesprochen. Und dennoch war er gar nicht mal so uninteressant. Er beobachtete den Weißen, wie er vor, zurück und wieder zu ihm selbst blickte. Er lauschte den Worten des Weißen, allerdings veränderte sich nicht an dem Grinsen in seinem Gesicht. Na, auch wenn sie alle noch eine Weile lang wandern mussten, so konnte das doch auch irgendwie Spaß machen. Man musste nur dafür sorgen, das man nicht in Langeweile verfiel. So war es doch immer gewesen. Kurz drifteten seine Gedanken zu den drei Wölfen ab, die für kurze Zeit Teyrm und seine Begleiter gewesen waren. Die drei hatten bestimmt nie Langeweile, da war sich der Graue sicher. Aber um wieder zurück zu dem Weißen zu kommen.. Toboe grinste, hob stolz den Kopf und plusterte sich ein wenig auf.

“Ich hoffe, aus unserer Gruppe wird jemand zurück geschickt. Ich würde mich vor drängeln, um zu beweisen, das ich ein großer Abenteurer bin! Und diese dunkle Höhle hinter uns is‘ verlockend!“

Noch einmal machte Toboe einen Sprung nach vorn, lief nun ein kleines Stück vor dem Weißen, den hellblauen Blick aber immernoch auf ihn gerichtet.


02.02.2009 22:52




Adali


Das Lächeln auf ihrem Gesicht drohte zu erfrieren und in tausend Scherben zu zerbrechen. Du machst das alles immer so gut. Oh nein. Gar nichts machte sie gut. Sie konnte nichts, aber auch gar nichts. Nicht ein Mal ihre eigene Familie hatte sie beschützen können. Nicht ihre kleine Tochter, ihre Jüngste war verschwunden, ebenso wie ihr ältester Sohn. Sie war allein, allein in einer Gesellschaft. Zumindest fühlte sie sich so. Natürlich war da Kiba, war da ihr Sohn, Senedd und das Rudel. Aber alle verstanden sie nicht, bis vielleicht auf Kiba, die noch mehr Verluste hatte hin nehmen müssen. Aber die Graue war stark, sie stand über solchen Dingen.
Aus dem Augenwinkel blickte Adali ihren Sohn an, der nun im gleichen Schritt neben ihr her lief. Er war noch so jung und verstand gleichsam wenig und doch mehr als sie vielleicht dachte. Er war reifer geworden, dennoch wusste er nichts von dem Haufen verkohlter Asche in ihrem Innern. Die verlorene Glut, das erloschene Feuer.
Dennoch schenkte sie ihm ein gutmütiges Lächeln.

Die Zeit verändert die Dinge, aber das hast du selber bereits fest gestellt. Ich bin in jedem Fall froh dich wieder zu haben.

Sie senkte den Kopf und fuhr über das aschefarbene Fell, genoss die Wärme und den vertrauten Geruch.

Auch wenn ich mir immerzu große Sorgen um dich gemacht habe. Heute sehe ich aber, dass es dir gut geht und auch dein Vater wäre stolz auf dich.

Mit einem Schimmern in den Augen betrachtete sie die hellen Teyrms, welche von der Helligkeit denen Yosós so unglaublich ähnlich waren. Nur der feurige Schimmer, den hatte er von ihr.

Geh nicht mehr fort, in Ordnung?


03.02.2009 11:39




Draco


Toboe erzählte ihm viel und Draco machte es Spaß ihm zuzuhören. Der kleine wurde ihm immer sympatischer, immer mehr konnte Draco seinen Charackter erahnen und sich mit ihm vergleichen. Das Fellknäul sprang vor ihm hin und her, dass viel er wieder zurpck und sprang dann wieder zu ihm nach vorn. “Ich hoffe, aus unserer Gruppe wird jemand zurück geschickt. Ich würde mich vor drängeln, um zu beweisen, das ich ein großer Abenteurer bin! Und diese dunkle Höhle hinter uns is‘ verlockend!“ sagte er dann. Das grinsen umspielte Dracos letzfen immer noch und dann sagte er:

"Nicht wenn ich schneller bin, aber du hast recht, die Höhle ist sicher nicht so klein, wie wir dachten, ich denke es gibt hier viel zu entdecken."

Der Jungwolf dachte genau wie Draco und das gefiehlt ihm sehr. Die Höhlen Wände waren kalt, da Draco öfter mal gegen diese Stoß. Er hatte zwar keine schwierigkeiten, sich im Dunklen zu orientieren, aber ab und zu prallte er eben gegen eine Wand. Sie waren immer noch dicht hinter dem Rudel. Draco seufzte, als ihm der Gedanke in den Kpf kam, noch länger laufen zu müssen. Er hatte keine Lust, aber er genoss die Unterhaltung mit dem kleinen Fellknäul sehr. Er sah den Kleinen beim laufen an und sagte:

"Erzähl mir doch ein bisschen ber euer Rudel"

Draco war interessiert, über den Tageablauf des Rudels, wie sie Leben, ob sie Feinde hatten, eben über alles was im Rudel geschiet.


03.02.2009 13:33




Akara Chitaru


Akara folgte der Leitwölfin und der Schar Wölfe, die ihrer Gruppe zugeteilt worden waren. Vor und hinter ihr liefen die Wölfe. Würde nun etwas geschehen, konnten sie sich kaum wehren. Es würde in einem schrecklichen Gezwänge und Gedränge enden. Aber es geschah nichts, so dass sie nur hoffen konnte, dass nicht wieder ein Erdbeben losbrach und sie alle hier in diesem Gang durchschüttelte.
Sie wandte den Kopf nach hinten zu Andraki, die ihr den Rücken freihielt. So in etwa hätte man es nennen können. Da sie die Wölfin ein bisschen kannte, war es ihr nicht unangenehm. Sie war fast froh darüber. Die Neue verleitete sie dazu, wieder über Senedd nachzudenken.

“Ich kenne ihn kaum. Er wirkt so ängstlich und unsicher. Es kommt mir immer so vor, als wäre es meine Pflicht und die eines jeden Anderen, ihn zu beschützen. Vielleicht wie einen Welpen. Es klingt anmaßend und ich hoffe, er wäre mir wegen dieser Beschreibung nicht böse. Aber so ist es, irgendwie. Woher sein Verhalten rührt, weiß ich selbst nicht.“

Er war in die andere Gruppe eingeteilt worden. Ein Zustand, der ihr nicht ganz gefallen wollte, aber gegen den sie sich auch nicht erwehrt hätte. Der junge Rüde hatte sich bisher am Leben gehalten, da würde ihm dies auch weiterhin gelingen.

“Wie war dein Eindruck von ihm? Er scheint sich davor zu fürchten, etwas Falsches zu tun. Bei unserer ersten Begegnung wusste er kaum etwas über seine Herkunft zu sagen. Nur das er da war, als gäbe es keinen Grund. Ich weiß auch nicht.“

Sie wandte den Kopf wieder nach vorne, um zu sehen, wohin sie lief. Hier in dieser Höhle war Vorsicht geboten.


03.02.2009 17:41




Toboe Tear


Den Blick nach hinten gerichtet, machte der junge Rüde kleine Sätze in die Luft, was wohl etwas von einem jungen Bock hatte. Er freut sich darauf, endlich das Ende dieses dummen Ganges zu erreichen. Er war nicht müde oder so, Quatsch. Aber er war es einfach Leid, nicht zu wissen, was dahin auf ihn wartete. Und zu dumm.. er war auch noch einer der letzten, die es sehen würden. Aber er wollte den Weißen nun nicht einfach so stehen lassen. Immerhin war er auch zu ihm gekommen. Toboe grinste breit,

“Du wärst nicht schneller als ich! Glaub mir, ehe du dich versiehst, wäre ich weg! Ich bin schön wenig! Perfekt für die Kurven.“

Toboe schnaubte fast schon vor Stolz, der eigentlich unberechtigt war. Natürlich wäre Draco schnell gewesen. Immerhin war er größer und hatte die längeren Beine. Aber er konnte ja ruhig mal ein bisschen übertreiben, das nahm ihm der Weiße bestimmt nicht übel. Nun drehte Toboe sich nach vorn, um nicht das Rudel zu verlieren. Er glaubte zwar nicht, das man sich hier verlaufen konnte.. aber es war wohl immer besser in der Nähe des Rudels zu sein. Nachher gab es hier wirklich Bären oder so etwas. Auf die Worte Dracos hin drehte sich der Graue jedoch wieder um, und wieder grinste er breit.

“Naja. Also das wichtigste ist wohl, das wir alle auf meine Mama hören müssen. Sie ist die beste Alpha der Welt! Direkt danach kommt Adali, die hast du vielleicht auch schon gesehen. Sie ist ein.. Con.. Von.. Conugi, glaub ich. Naja, sie kommt halt direkt nach meiner Mama. Und sonst.. was ist noch wichtig? Also alles kann ich dir ja noch nicht erzählen, ich bin ja selbst noch nicht alt. Und ich bin auch noch nicht lange wieder hier. Aber wenn du was genaues wissen willst – frag mich!“

Er grinste zu Draco, als wäre er der allwissendste Wolf der ganzen Welt. Einige Fragen würde er wohl beantworten können. Aber es gab auch Fragen, auf die er keine Antwort wußte. Entweder, weil er sie wirklich nicht wußte, oder weil die Frage zu denen gehörte, die er nicht beantworten wollte.


03.02.2009 22:22




Ares


Ares konnte nicht sagen, ob er erfreut darüber war, dass es nun mehr Platz in der Höhle, oder -um genauer zu sein- mehr Höhlen gab. Streng genommen dachte er darüber kaum nach. Seine Gedankenwelt war im Moment so eintönig und leer wie das Wetter und er fühlte sich mehr denn je ohne Seele.
Dass die Kleine daran nichts ändern konnte, fuchste sie freilich. Aber streng genommen hatte sie das schon und zwar in zweierlei Hinsicht.

Obgleich Ares sich einredete, dass seine Berührungsscheu, welche er Yacáru gegenüber abgelegt hatte, noch immer da war und nur gegen Welpen ausschaltete, wusste er doch insgeheim, dass er niemanden sonst an sich heranlassen wollte und war er auch noch so klein.
Dann aber verspürte er auch eine gewisse Verantwortung für sie, welche nichts mit der Aufgabe von Kiba zu tun hatte, sich um das Fellknäuel zu kümmern. Auch hier redete er sich erfolgreich ein, dass dem nicht so war. Aber tief in seinem Inneren wusste er es.

Als Yacáru ihn aber auf ihre direkte und freche Art fragte, warum er denn nicht freundlicher schaue, quittierte er dies nur mit einem Brummen, wie er eben gerne auf Fragen von ihr reagierte.
Es war eigenartig, denn er verspürte den unwiderstehlichen Drang, sie nicht einfach zu ignorieren, auf ihre Fragen zu antworten, wollte aber keine Antwort geben. Nicht etwa, weil er der Auffassung war, dass es sie nichts anging, sondern weil er glaubte, dass seine Antworten nichts für sie waren.
Und so hatte er sich angewöhnt zu Brummen. Und das tat er nun, als sie an ihm heraufhüpfte, ihn abschleckte. Er riss den Kopf hoch und brummte.

Aber wie es eben war, lange hatte er ihre Aufmerksamkeit nicht, denn in dem Moment sprang eine übermütige Fähe an ihnen vorbei. Ares' Instinkte funktionierten vorbildlich und er hatte keine Probleme, ihr auszuweichen. Aber Yacáru landete recht unsanft auf dem Boden. Allerdings brauchte die kleine Welpin in dieser Hinsicht keinerlei Hilfe. Sie hatte ihrer Empörung sogleich Kund getan und freundete sich auch schon mit der Fremden an.
Innerlich musste er den Kopf schütteln, aber auch mit den Schultern zucken.


03.02.2009 22:33




Teyrm


Er genoss die Berührung seiner Mutter. Genoss Wärme und Zuneigung, die er über Monate hinweg nicht hatte genießen können. In diesen Monaten war er daran zwar keinesfalls zugrunde gegangen, gefehlt hatte es ihm aber trotz Allem. Und jetzt war es etwas vollkommen bekanntes und doch so neu, so fremd und gleichauf wieder vertraut. Hätte er ein weiteres Mal entscheiden können ob er hier bliebe, im Wissen was geschehen würde, hätte er allerdings wahrscheinlich dennoch genauso gehandelt. Es war das Beste gewesen in jener Hinsicht, auch wenn ihm die Verluste ebenso Schmerzen bereiten, wie sie es der schwarzen Fähe vor ihm bereiten. Nun, nicht ganz, Adali versteckte sie und ging stillschweigend an ihnen Zugrunde. Und es war dieser Punkt, dieser Gedanke, das er mit daran Schuld war, der sein Handeln nun so sehr beeinflusste. Wäre er hier geblieben, hätte sie zumindest einen kleinen Trost gehabt, doch so hatte sie nicht einmal gewusst, das er noch am Leben war. Und nun war sie froh, allerdings nicht so froh, das sie noch etwas an ihrer Fassade ändern konnte und Teyrm war ratlos, wie er etwas ändern konnte. Natürlich konnte er da sein und würde es auch tun, doch die Zeiten die er fort war, konnte er ihr einfach nicht nehmen.
Er betrachtete sie die gesamte Zeit, während er neben ihr herlief und sie sprach. Er nahm ihre Worte über Veränderung war, ebenso die Worte die sie über seinen Vater sagte. Kurz zuckten seine Ohren, suchten in ihren Augen nach irgendeinem Zeichen und fand ihn auch. Er nahm das Flackern in ihren Feueraugen wahr und verinnerlichte es fast noch mehr, als ihre Worte. Zwar wusste der Aschfarbene, dass sie ebenso die Wahrheit sagte, doch dieses kleine Zeichen in ihren Augen, war fast wichtiger. Auch wenn Wichtigkeit wohl relativ war. Bei ihren weiteren Worten musste er schließlich Lächeln. Und drückte die Schnauze in das Kehlfell seiner Mutter.

"Ich glaube, hier werde ich momentan mehr gebraucht..."

Er wusste, sie würde verstehen was er meinte. Er wusste, sie würde wissen das er für sie da sein würde. Er wusste, es würde sie etwas stärken. Genauso wusste er aber auch, dass es ebenso wenig etwas rückgängig machen könnte, das es ebenso wenig den wirklichen Schmerz lindern konnte. Zuviel war verloren gegangen, jene Dinge, von denen der agile Jungwolf, momentan nicht einmal Ahnung hatte. Er hatte noch nie geliebt, wusste nicht viel darüber und hatte somit auch noch niemals einen geliebten Gefährten verloren. Und hätte er dies gewusst, so hätte er sie vielleicht besser verstehen können, doch so war er doch ein Gefangener seiner Jugend und würde ihr zumindest bei dieser Sache niemals helfen können. Nur eines schwor er sich insgeheim. Wenn ihm die Chance kommen würde, würde er sich ein letztes Mal auf die Reise begeben, bevor er auf Ewig hier bleiben würde. Er würde versuchen seinen Vater zu finden. Nicht für sich, obwohl er Yosó ebenso vermisste, nein, viel viel mehr für seine Mutter, die darunter so litt und es doch niemals zeigen würden.
Nach einer Weiße schließlich hob er den Kopf etwas an, neigte ihn leicht schief.

"Was gedenkst du jetzt zutun, Coniugo Adali?"

Das Lächeln auf seinen Lefzen war frech aber ebenso aufmunternt gemeint.


04.02.2009 00:01




Draco


“Du wärst nicht schneller als ich! Glaub mir, ehe du dich versiehst, wäre ich weg! Ich bin schön wenig! Perfekt für die Kurven.“ sagte ihm der Kleine. Draco grinste, er fand es amüsant. Dann sagte er:

"Und wie ich schneller wäre..."

Er hörte die Stimmen die in der Höhle ihren Weg suchten. Der Jungwolf sprang immer noch neben ihm her. Er erzählte ihm auch etwas über das Rudel.
Er sagte, dass sie alle auf den Alpha hören mussten. Das war ja auch logisch. Dirket danach wäre auf Adali zu hören, die Coniugofähe, die ihr Gruppe anführt. Der Wolf versprach sich bei dem Wort Coniugo und Draco lief ein lächeln über seine Leftzen. Dann überlegte der Kleine, was noch wichtig wäre, ihm viel nichts mehr ein. Dann sagte er aber noch, wenn Draco fragen häte, solle er sich an ihn Wenden.

"Ja, das werde ich tun."

Er schaute sich um, seufzte einmal und sagte dann:

"Oh mann, langsam habe ich echt keine Lust mehr zu laufen... Lieber Jagen oder spielen..."

Er war nicht erschöpft, doch er musste sich auch mal richtig auspowern. Er kontne nicht wirklich lange still sitzen, er musste sich meistens bewegen, als hätte ihn eine Hummel gestochen. Manchmal konnte er aber auch so ruhig sein, wie ein jagender Löwe. Er seufzte noch einmal, lächelte aber dabei.


04.02.2009 12:46




Andraki


Andraki lauschte den Ausführungen der Fähe vor ihr und verglich es automatisch mit den Eindrücken, die sie von dieser kurzen Begegnung erhalten hätte. Im Großen und Ganzen stimmte sie mit Akara überein, auch wenn die Graubraune, so wenig sie auch selbst wusste, das Bild doch etwas weiter komplettieren konnte.

"Nun.. er kam mir auch sehr unsicher vor. Scheu. Dazu passt aber wiederum nicht so ganz, dass er selbst zu uns gekommen ist."

Sie überlegte, ob es in dem jungen Rüden vielleicht eine innere Sehnsucht gab, die sich angesammelt hatte und ihn seine Scheu hatte überwinden lassen. Eine Sehnsucht nach... Gemeinschaft? Nähe? Woher sollte sie das auch nur ahnen können, ohne lediglich Klischees zu bedienen. Dafür kannte sie ihn viel zu wenig. Und auch egal, wie sie diese Gedanken in Worte zu packen versuchte, es klang in ihren Gedanken alles zu hochtrabend, umd Akara davon zu erzählen.

"Seine Haltung... sein Blick.. es wirkte, als wolle er sich entschuldigen."

Wofür auch immer. Wenn dem so war, dann würde Akara es wohl wissen, schließlich war Senedd zu ihr gekommen. Sie, Andraki, war ja nur zufällig auch bei der Fähe gewesen.

"Vielleicht hat er sein Gedächtnis verloren? Und konnte dir deshalb nichts über seine Herkunft erzählen?",

spekulierte sie. An dieser Stelle gestattete sie sich das einfach, es war ja nichts dabei. Sie erwartete auch nicht wirklich, dass Akara darauf weiter einging - hätte die Fähe mehr gewusst, sie hätte bestimmt nicht so getan, als wüsste sie nichts. Einfach darüber zu schweigen hätte ja vollkommen gereicht.
Andraki hob den Kopf und witterte intensiv. Aber soweit sie das sagen konnte, war da nichts Neues, kein Geruch, der irgendetwas darüber verraten hätte, was da vor ihnen lag. Soweit sie das sagen konnte, machten auch weder die Alpha noch der Beta Anstalten zu signalisieren, dass sie weiter voraus etwas entdeckt hätten...


04.02.2009 15:15




Toboe Tear


Noch immer lief der Graue ein Stück vor Draco, musste darauf achten nicht über seine eigenen Pfoten zu stolpern und letz endlich auf die Nase zu fliegen. Wäre nicht schön gewesen. Nein, ganz und gar nicht. Dann hätten die anderen ja wieder etwas zu lachen gehabt. Der Graue nickte, als Draco zustimmte, ihn zu fragen wenn er etwas wissen wollte. Wow, dann hatte er endlich auch mal eine Aufgabe! Dann musste es nicht immer so langweilig sein. Toboe gähnte fast wie auf Kommando. Diese Dunkelheit machte wirklich müde, aber er war ja tapfer. Also würde er es auch bis zum Ende aus halten. Kurz schüttelte der Rüde den Kopf. Dann wandte er sich zurück zu dem Weißen.

“Bist du etwas lauf-faul? Ist bestimmt nicht mehr weit! Das schaffst du!“

Aufmunternd grinste machte Toboe einen Satz zur Seite, drehte sich ruckartig um und lief nun rückwärts vor Draco her, noch immer breit grinsend.

“Sag mal.. warum bist du eigentlich hier? Hast du einen Grund dafür? Willst du wieder gehen, oder willst du hier bleiben?“

Rückwärts laufen ergab sich als schwer, aber irgendwie bewältigte der junge Rüde das schon. Jetzt musste er nur noch mehr auf seine Pfoten achten, warf immer wieder einen prüfenden Blick auf den Boden, um nicht hin zu fallen. Aber hey – das klappte doch ganz gut!


04.02.2009 19:49




Kaya Erúhen


Eng war es hier. Ganz furchtbar eng. Und überall war nur kalter Stein, kein Sand. Kaya wirkte zwar fröhlich, fühlte sich auch so, wie immer eben, doch sie bemerkte selber nicht wie schrecklich ihr die Wüste fehlte. Die Sonne. Die Wärme. Die endlose Weite.
Viele Wölfe umgaben sie, das gefiel der Wüstentochter. Sie hatte keinerlei Probleme damit, dass sie alle größer waren als sie und überhaupt ganz anders aussahen. Warum auch? Alle waren sie nett und hatten Kaya gern, oh ja! Ganz sicher. Etwas Anderes konnte die Fähe sich nicht vorstellen. Kaya mochte jeden, warum also sollte man sie nicht mögen?
Die Rute wedelte wild umher, schlug manchmal gegen die Höhlendecke, manchmal gegen Wolfskörper. Ihre Augen, ein Stück vom blauen Wüstenhimmel, suchten nach interessanten Dingen. Ihr Blick hüpfte hin und her, von einem Anblick zum Anderen, ebenso wie ihre großen Ohren sich stets neu ausrichteten, einige Gesprächsfetzen auffingen, die Kaya sogleich wieder vergaß, weil sie etwas Neues gehört hatte.
Kurz verharrte ihr Blick auf einem hübsch gefärbten Stein, sprang zur silbrigen Gestalt der netten Alpha, dann zu einem Schatten auf dem Boden, schließlich zu der Gestalt, die den Schatten warf, noch dunkler als dieser. So kam es jedenfalls Kaya vor.
Kurzentschlossen und spontan (wie auch sonst?) sprang sie los, im Zickzack um die verschiedenen Wölfe herum, bis sie den schwarzen Rüden erreicht hatte. Sie bremste ab, stolperte beinahe über ihre eigenen Pfoten und kam schließlich zur Ruhe. Nun ja, eher doch nicht...
Fröhlich wuffend hüpfte sie neben dem unbekannten, aber garantiert netten Rüden her.

„Halloho! Wer bist du? Wie heißt du? Magst du deinen Namen? Ich mag meinen Namen sehr, er passt nämlich ganz toll zu mir! Er hat nämlich eine Bedeutung, hat dein Name auch eine Bedeutung? Kleine Schwester Wüstenkind, das bedeutet mein Name und das passt wirklich gut, weil ich bin klein und ein Kind der Wüste. Nur bin ich nicht die Schwester von jedem, das ist nicht so passend, zumindest nicht für jeden, weil ich ja nicht mit jedem verwandt bin. Aber das wäre ich gerne, dann würde mein Name nämlich noch toller zu mir passen. Hast du Schwestern? Ich habe eine Schwester, sie ist ganz toll und irgendwann wird sie wieder aufwachen und wieder mit mir Fangen spielen.“


04.02.2009 20:11




Draco


Bist du etwas lauf-faul? Ist bestimmt nicht mehr weit! Das schaffst du!“ sagte der Kleine ermutigend zu ihm. Draco lachte und sagte:

"ich laufe eigentlich gerne, nur bin ich es langsam satt, ewig in dieser dunklen Höhle rumzulaufen, wo alles gleich aussieht. Und ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht schaffe."

Draco fand den Kleinen niedlich und er hatte ihn zum lachen gebracht, und zwar zum richtigen lachen. Seid dem er hier war, ging es ihm besser. “Sag mal.. warum bist du eigentlich hier? Hast du einen Grund dafür? Willst du wieder gehen, oder willst du hier bleiben?“ fragte Toboe ihn. Dracos lächeln verschwand von seinen Lippen. Er wurde etwas betrübt und sagte:

"Ja es gibt einen Grund...."

Um nicht als trauerkloß da zu stehen, lächelte er und sagte zu dem Kleinen scherzhaft:

"Aber natürlich nur, wenn du es mir erlaubst"

Und was für einen Grund es gab, er wollte nicht an diesen Grund denken, es war sein best gehütetes Geheimnis und er hatte es auf seiner langen Reise bisher niemanden erzählt. Seid dem er hier war, hatte er es verdrängt, doch nun musster er sich daran errinnern. Er war dem Kleinen deswegen nicht böse, nur ihm wurde bei dem Gedanken schlecht, ziemlich schlecht. Er spürte dieses Gefühl von Kälte wieder, diesen ekelhaften Gestank, diese lachenden Gesicher, er spürte den Schlag. Er blieb stehen, atmete tief durch. Er woltle diese Gefühle wieder los werden, wusste aber nicht wie. Am liebsten hätte er sich nun übergeben. Er atmete ruhig und langsam, sein Herz klopte gegen seine Rippen, es fühlte sich an, als würde es seinen Brustkorp zertrümmern. Er spürte den Hass, die Verzweiflung, alles kam hoch. Er atmete imemr noch ruhig um kein aufsehen zu eregen. Er ging langsam weiter, damit sich niemand sorgenmachte. Er versuchte zu lächeln, doch er spürte, dass es gequält aussah. Er sah Toboe in diesem Moment nicht an, nicht weil er böse war, sondern nur, damit er besser denken konnte, dass ging am besten, wenn er für ein paar Sekunden niemanden ansah. Dann endlich ging es ihm besser. Er atemte ruhig, verdrängte die Gefühle, wollte wieder glücklich sein. Er schüttelte den Kopf. Am liebsten hätte er af geschrien, wegeb dem Schjmerz, der sein Herz zeriss. Er atmete kontroliiert und ging langsam voran.


04.02.2009 20:23




Ián


Mit großen Schritten lief Iàn neben der Alpha her. Für sein Alter war er schon sehr sicher auf den Pfoten, wirkte beinahe elegant. Ihm selbst viel das nicht auf, weil es schon immer so gewesen war. Die einzige Eigenschaft, die sich niemals veränderte. Seine Bewegungen waren flüssig, nicht abgehackt. Die Ohren des Jungwolfes spitzten sich, als Kiba sprach. Sie kannte jemanden, der ihm ähnlich war? Wahrscheinlich eher nicht, weil er ja Nichts war. Oder immer etwas anderes. Oder es gab tatsächlich jemanden der dieses Problem auch hatte. Vielleicht.

„Ist er auch hier?"

Fragte er, beinahe beiläufig und sah sich im Gang um. Das Laufen war nicht mehr ganz so doof oder langweilig, denn er hatte ja jetzt eine Beschäftigung, jemand, der sich mit ihm unterhielt. Und dann auch noch die Alpha. Er fragte sich, wieso sie ausgerechnet ihn angesprochen hatte, aber er fragte nicht laut. Irgendwie war es ja doch nicht wichtig, sie hatte es einfach getan. Vielleicht weil er neu war und sie ihn kennen lernen wollte. Er wollte auch neue Wölfe kennen lernen. Deswegen war er hier.

„Ein bisschen laut und hektisch, so weit ich das bis jetzt einschätzen kann. Aber nett."

Ein Lächeln huschte über die Lefzen und er sah wieder zu der Fähe. Sie humpelte, besorgt betrachtete er ihr Bein. Ob sie schon immer so lief? Oder für immer so laufen musste? Als sie ihm eine weitere Frage stelle sah er auf. Einen Moment schwieg er. Musste erstmal überlegen, wie es ihm denn gefiel. Vor ein paar Momenten war ihm alles gegen den Strich gegangen, aber jetzt war es schon wieder gut und ganz am Anfang war er begeistert gewesen.

„Also jetzt gerade find ich es ganz gut hier!"

Meinte er und grinste. Er konnte die Frage nicht wirklich beantworten, weil sich sein Gemütszustand ja dauernd veränderte. Er seufzte. Ja, manchmal war das schon anstrengend. Aber wichtig. Er wollte eben alles ausprobieren.

„Darf ich... Darf ich fragen was mit deiner Pfote passiert ist?"

Fragte er vorsichtig. Shateí hatte das auch gemacht. Niemals aufdringlich sein und immer Fragen, ob es okay war. Eigentlich bescheuert. Wie der ganze Charakter des Silberfangs. Aber im Moment war das unwichtig, weil Iàn noch keinen Neuen hatte.


05.02.2009 11:43




Yago


Yago hatte sich stumm der Meinung Kibas angeschlossen. Blöde Situation mit den sich teilenden Wegen, dafür grandios um alle Nervensägen loszuwerden. Shaí wurde mal gerade eben in eine andere Gruppe gesteckt – herrlich. Gut, darum hatte sich Yago natürlich bemüht, als es um die Gruppeneinteilung ging. Schön unauffällig, so wie bei den anderen auch. Genauso wie Adali, die nervenden Welpen und anderen Gestalten, die noch besser in einem anderen Rudel untergebracht wären. So also hatten sie nun eine ganz angenehme Gruppe, abgesehen von Andraki, die zwar keines Wegs nervend oder sonderlich auffällig war, aber ihr Einstieg war ihm im Gedächtnis geblieben. Besonders, was sie ausgelöst hatte, dieses steife wir-achten-auf-unsere-Ränge … immerhin schien das jetzt wieder abgelegt zu sein. So trabte er also entspannt – auf seine Art entspannt, also für alle anderen wohl noch immer angespannt – neben Kiba und sah sich ab und an ein wenig um. Viel sah man nicht, was hauptsächlich an der Dunkelheit lag. Warum es nicht stockfinster war, konnte er sich selbst nicht ganz erklären – woher sollte hier Licht kommen? Ansonsten gab es nicht viel zum Anschauen, außer Stein schien dieser Berg nicht viel mehr zu enthalten. Leider wollte sich der Gang auch nicht zu einer größeren Höhle öffnen, der einzige Grund, warum sie hier überhaupt waren. Nur war alles herrlich trocken und das reichte dem Schwarzen vorerst. Dementsprechend war er für seine Verhältnisse gut gelaunt und hielt sich still im Hintergrund. Kiba, neben der er in etwa lief, sprach mit dem Neuen und Leikuna unterhielt sich weiter hinten mit irgendeinem Jungwolf. Gefahr schien es hier nicht zu geben, also war die Welt praktisch in Ordnung. Nur lange sollte sie das nicht bleiben. Etwas Kleines, Sandfarbenes stand plötzlich neben ihm und fing aus heiterem Himmel an, ihn mit Wörtern zu überhäufen. Tausend unwichtige Fragen kombiniert mit tausend unwichtigen Informationen prasselten in einem Tempo auf ihn nieder, das er am liebsten seinen Gehörsinn ausgeschaltete hätte. Was zum Teufel war das? Die Dunkelheit trug ihren Teil dazu bei, dass Yago ziemlich angestrengt neben sich starren musste, um schließlich zumindest zu dem Ergebnis zu kommen, dass er da einen Caniden vor sich hatte. Hätte ihm jemand erzählt, dass das ein Fuchs war – er hätte es geglaubt. Nur pflegten Füchse eigentlich, sich nicht in der Nähe von Wölfen aufzuhalten. Also doch ein Wolf, aber ein ziemlich verschobener. Und das offensichtlich nicht nur körperlich. Der Redefluss hatte vorerst aufgehört und jetzt war wohl zweifelsohne er an der Reihe, zu antworten. Es musste seltsam klingen, aber noch nie in all dieser Zeit war irgendjemand Fremdes zu ihm gekommen und hatte ein Gespräch mit ihm begonnen. Yago hatte darauf eigentlich auch immer verzichten können und auch jetzt sah die Situation nicht unbedingt anders aus. Besonders, weil dieser Fuchswolf definitiv zu viel redete. Nun gut, Unhöflichsein lag ihm fern.

“Mein Name ist Yago. Mit wem habe ich das Vergnügen?“

Ein enormes Vergnügen. So weit er sich noch entsinnen konnte, hatte sie zwar die Bedeutung ihres Namens gesagt, nicht aber den Namen selbst. Sie redete zu schnell und zu viel, so etwas machte ihn wahnsinnig. Selbst wenn er die Absicht gehabt hätte, auf alle Fragen der … Wölfin? … zu antworten, hatte er die Hälfte davon schon wieder vergessen. Die mit den Geschwistern hatte er sich gemerkt, hatte aber nicht vor, darauf zu antworten.

“Deine Schwester ist wohl tot?“

Etwas besseres fiel ihm nicht ein. Sensibel konnte man es nicht nennen, aber wenn diese kleine Wasauchimmer davon sprach, antwortete er eben. Ob er sie wohl irgendwie abschieben könnte? Er hatte nichts gegen Beschäftigung denn langweilig konnte das ewige Laufen in der Dunkelheit durch aus sein, aber … deshalb gleich eine hyperaktive Fuchsmutation angehängt zu bekommen, war dann auch wieder nicht sein Wunsch. Zudem gab es sowieso kein Thema, über das er sich nun mit ihr unterhalten konnte. Er hasste es, über Geschwister zu reden …


06.02.2009 16:48




Shaí


Shaí schritt langsam hinter den anderen her. Seien Miene war grimmig und nicht gerade erfreut. Sie waren in zwei Gruppen geteilt worden. Und er war natürlich nicht bei Kiba geblieben. Nie konnte er auch nur ein paar Worte wechseln, sie wurden immer sofort getrennt. Aber wra ja klar, sie war die Alpha. Alpha eines Rudels. Eines ganzen Rudels... Yago durfte natürlich bei ihr bleiben. Er schnaubte verächtlich und spuckte aus. Eigentlich hatte Yago ihm ja nichts getan, aber Shaí war in dieser Beziehung ... seltsam. Ja, so konnte man es bezeichnen.Er wollte nichts teilen. Aber man konnte es nicht mit Geiz gleichziehen. Es war schwer zu beschreiben, er war eifersüchtig, wenn jemand anderes etwas hatte, dass er sich die ganze Zeit wünschte aber nie bekam, weil es ihm jemand anders wegschnappte. Und dieser jemand war in Shaís Augen unglücklicherweise der Beta des Rudels. Manchmal war er wirklich ein wenig dumm. Zu sehr auf sich fixiert. Obwohl- manchmal? Immer! Jede Sekunde dachte er nur an sich selbst. Doch als er Toboe gerettet hatte, hatte er das erste Mal an etwas anderes gedacht. An Welpen. An eine Gefährtin. Kiba kam nicht in Frage. Nein, er liebte sie nicht... es war ein anderes Gefühö Er seufzte resigniert und lief weiter. Der Rüde wusste nicht, wo der Gang hinführte. Doch er genoss die Dunkelheit, die ihn umgab, sehr, er konnte sich perfekt mit ihr vermischen, verschmelzen. Vom anderen Ende des Ganges sah er nun auch nichts mehr. Kurz blieb er stehen und wandte seinen hübschen Kopf um. Nein, kein Lichfleck. Nichts. Ein schwarzes, gähnendes Loch. Loch? Alles war schwarz, da konnte man kein Loch drunter ausmachen. Shaí wandte sich wieder um und machte drei große Schritte, schon war er wieder bei der Gruppe. Konnten die nicht mal ein bisschen schneller gehen? So würde er ja noch einschlafen... er gähnte demonstrativ. Es war einfach nur langweilig! Er konnte nicht rennen, ja nicht einmal laufen und er konnte sich auch mit niemandem unterhalten. Er hatte keine Lust mehr! Ein leises Grollen stieg aus seiner Kehle. Nun, dann müsste er sich mal wieder an jemanden hängen. Er trabte lässig an den paar Nachzüglern vorbei, nicht ohne ihnen zuvor noch ein spöttisches Lächeln zu schenken, dann blieb er hinter zwei Wölfen stehen. Und der eine war- Toboe! Shaí schaute milde überrascht auf den Rücken des jungen Rüden.

"Schön, dich mal wieder zu sehen, Toboe."

sagte er mit freundlicher Stimme. Seine blauen Auge musterten den Rüden. Er war umeiniges größer geworden als bei ihrer letzten Begegnung. Nun, wenigstens kannte er einen unter diesen ganzen anderen Wölfen. Waren sie alle Rudelmitglieder? Für seinen Geschmack war das Rudel zu groß. Es waren so viele Wölfe hier... doch auch er war neu und hatte dazu beigetragen, also konnte er sich eigentlich nicht wirklich beschweren... Aber hatte er eine andere Wahl? Er hatte auch keine Lust mehr gehabt, zu wandern, und auch jetzt spürte er danach kein Verlangen, also musste er wohl mit diesem Rudel vorlieb nehmen.

oO(Und soo übel ist es doch gar nicht.)

Oh, da kam sie ja mal wieder, seine Stimme. Er seufzte innerlich, dann lächelte er Toboe wieder an, er hatte sich nichts anmerken lassen.


06.02.2009 23:04




Toboe Tear


Mit jedem Schritt wurde es schwerer, auf sein Gleichgewicht zu achten und nicht letz endlich auf dem Boden herum zu liegen. Und dabei musste er sich auf Draco, und genau gleichzeitig auf seine rückwärts gehenden Pfoten konzentrieren. Er lauschte seinen Worten mit aufgestellten Ohren, auch wenn er ihn nicht die ganze Zeit ansah. Er musste halt einfach aufpassen. Den Boden küssen war bestimmt nicht ganz so toll, wie es sich manch einer vorstellte.

“Ich wollte dich ja auch nur anfeuern. Ich hab selbst keine Lust mehr. Wird wirklich langweilig. Und Langeweile ist etwas ganz schlimmes.“

Nun hob der Graue doch kurz den Kopf, blinzelte den Weißen an. Er sah das also genau wie er selbst. Das dieses ständige durch die Höhle wandern einfach nur lästig war. Aber was sollte man machen? Zurück laufen brachte nichts – und nach vorn laufen.. da war bestimmt auch nicht mehr los als hier, hinter dem Rudel. Also lief er weiter rückwärts, um wenigstens ein wenig die Langeweile vergessen zu können. Gerade wollte der junge Rüde fragen, aus was für einem Grund Draco bleiben wollte, als er schon weiter sprach und Toboe mit seinen Worten ein leises Lachen entlockte.

“Hah! Natürlich erlaube ich es dir. Und wenn ich dir das erlaube, hat Mama damit bestimmt auch kein Problem.“

Weil er aber wieder auf seine Pfoten blickte, sah er nicht, wie Draco sich nun verhielt. Nachher lachte der Weiße sie noch aus, wenn Toboe sich mit dem Boden anfreundete. Und dann.. prallte der Graue plötzlich gegen etwas. Ruckartig blieb er stehen, drehte den Kopf nach hinten und erwartete, das da nun eine Wand war. Aber.. Shaí! Sofort begann die Rute des kleinen Welpen hin und her zu pendeln, während er noch immer mit dem Rücken zu dem Schwarzen stand.

“Hey Shaí! Wie geht’s dir? Findets du das Laufen auch so langweilig?“

Munter sah er wieder zu Draco, nickte in die Richtung des Neuankömmlings.

“Sieh mal Draco, das ist Shaí. Er hat mir neulich das Leben gerettet, als dieses Erdbeben war.“

Dann sah er wieder zu Shaí, nickte nun vorstellend in die Richtung Dracos.

“Das ist Draco. Ich rede die ganze Zeit mit ihm.“


07.02.2009 11:31




Draco


Ihm ging es schon wieder besser. Er sah auf den Kleinen herab, der mit seinen Pfoten beim rückqwärts laufen zu kämpfen hatte. Er hatte es zum Glück nicht bemerkt, wie es Draco gerade ging. Dann prallte der Kleine gegen etwas. Draco hatte den fremden QWolf schon bemerkt gehabt, doch Toboe anscheinend nicht. “Hey Shaí! Wie geht’s dir? Findets du das Laufen auch so langweilig?“ sprach der Kleine zu dem Fremden.

oO(Shaí also...)Oo

“Sieh mal Draco, das ist Shaí. Er hat mir neulich das Leben gerettet, als dieses Erdbeben war.“ sagte Toboe zu ihm. Draco musterte den schwarzen Wolf. “Das ist Draco. Ich rede die ganze Zeit mit ihm.“ sagte Toboe dann zu Shai. Draco nickte und sagte:

"Hallo Shaí"

Er wollte freundlich sein, auch wenn der fremde Wolf etwas komisch guckte. Er war auf jeden Fall hjünger als Draco, vielleicht so um die 2 Jahre rum. Als Toboe dieses Erdbeben erwähnte, wusste Draco da nichts von, er hatte gar kein gespürt, vielleicht war er dort noch nicht im Tal. Draco nickte noch einmal und sagte:


"Gut lasst uns weiter laufen, bevor wir den Anschluss verlieren, obwohl das nicht so schwer ist, diesen wieder zu finden"

Danach setzte sich der Weiße wieder langsam in bewegung, weiter in den dunklen Höhlengang entlang.


07.02.2009 11:41




Senedd


Der Kopf des jungen Rüden lehnte sich leicht zur Seite. Wie in Trance beobachtete er den weißen Rüden und wäre er ein wenig klüger und erfahrener gewesen, so viel mehr als ein verschrecktes Jungtier, so hätte er vielleicht das leichte Zögern bemerkt. Doch so, so sah er nicht wie Shiyu zögerte, so blickte er den Anderen nur an, gleichsam gefangen und beängstigt und doch nicht in der Lage sich zu lösen. Er hatte die diese unnütze Gabe sich nicht so schnell löse zu können, sein Geist strich immer wieder an die Grenzen und war doch nicht in der Lage sich zu verschließen, zu flüchten.
Und er fiel.
Und er kam immer wieder falsch auf.
Doch aufwachen, dass lag schon lange nicht mehr in seiner Macht. Vielleicht würde er eines Tages wieder eine eigene Existenz darbieten, doch jetzt war er nichts. Und selbst Adali, Akara und alle anderen würden ihm so schnell keine geben können. Er war nicht dazu geboren worden ein eigenständiger Wolf zu sein. Er war dazu verdammt worden der zu sein, der er jetzt war. Ein Niemand, ein nicht existierendes Wesen. Er kam nicht mit Gedanken klar, nicht mit Gefühlen, er war einerseits da und auf der anderen Seite so unsagbar fern von allem. Und er wartete nicht mehr auf die Erleuchtung. Doch vielleicht konnte Shiyu ihm helfen. Vielleicht konnte der Weiße ihm zumindest etwas sagen. Etwas zeigen. Ihm vor Augen führen warum er so dumm war. Vielleicht wusste er ja die Sachen, die er nicht erkannte. Shiyu war schlauer als er, jeder war schlauer als er, wie sollte es auch anders sein.
So beobachtete er den weißen Wolf, hörte seine Worte und verstand sie doch nicht gänzlich, nur den Teil, der wie eine Aufforderung, ein Befehl in seinen Ohren klang. Und so richtete sich der schwarze Jungwolf auf, versuchte auf seine eigene, vollkommen perplexe Art den Weißen zu imitieren und kam sich dabei noch dümmer war, als zuvor. Seine Ohren zuckten, die Haltung lag ihm nicht und so fiel er schon schnell wieder in sich zusammen. Senkte den Kopf und blickte aus den Bernsteinaugen demütig zu dem Weißen auf.

"Vielleicht bin ich eher dazu geboren als Hase zu leben..."

Murmelte er leise und wandte den Blick zu Boden. Die Schuldgefühle stiegen in ihm auf, doch wirklich etwas anfangen konnte er nicht mit ihnen. Er war nicht wie Shiyu. Er würde nie so sein.
Er war Nichts.
Und auch er konnte nichts daran ändern. Wenn er dies wollte, dann musste Senedd den Weißen wohl enttäuschen.

"Tut mir Leid."

Flüsterte er niedergeschlagen und wandte die Bernsteinaugen wieder Shiyu zu. Als wollte er sich seinen Worten, seiner Strafe stellen, als wartete er auf das Urteil dieses Wolfes, auf die Erkenntnis, dass er halt eben wirklich kein Wolf war und niemals wie einer sein würde. Sondern wirklich eher ein Hase. Nutzlos und unselbstständig.


07.02.2009 17:34

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 00:00
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 8




Maav


Maav ging neben Jeanne her, doch er lauschte der Fähe nur mit halbem Ohr. Er war angespannt und alles in ihm schrie danach, dass hier hinter jeder Ecke ein Feind lauern konnte, doch er ignorierte seine Instinkte so schwer es ihm auch fiel und hielt sich dicht bei Jeanne um sie im Notfall doch beschützen zu können. Er hatte zu lange unter fremden Wölfen gelebt, war umher gestreift und hatte stets aufpasen müssen, dass er nicht aus dem Hinterhalt angegriffen wurde wenn er ein fremdes Revier durch streifte oder in fremden Jagdgründen jagte weil er schon seit Wochen anderswo kein Beutetier mehr zu Gesicht bekommen hatte. Und so schnell ließen sich über Jahre angewöhnte Reflexe nicht abschalten. Trotzdem war er froh in den trockenen Teil der Höhle zu kommen. Gerade wenn es nass war merkte er sein Alter besonders, es schien als würde die kalte Nässe in seine Knochen kriechen und sich in ihnen fest setzen und sie Schmerzen lassen. Wahrscheinlich war es gut so, dass er endlich ein Rudel gefunden hatte wo er bleiben wollte, zumindest eine Weile. Er war alt, auch wenn er es ungern zugab und irgendwann würde er auch zu alt sein um alleine in der Wildnis zu überleben. Doch er hatte nicht vor hier zu bleiben wenn er abhängig wurde von den Jagdergebnissen der jungen Wölfe, wenn er sich nicht mehr selber ernähren konnte würde er das Rudel wieder verlassen und in die Wildnis ziehen seinen Tod zu suchen.

"Ich hoffe uns erwartet keine böse Überraschung.", erwiderte Maav auf die Worte der weißen Fähe.

Dann sah er sich aufmerksam um als sie ankündigte ihm jemanden vorstellen zu wollen. Ein leichtes Lächeln stahl sich auf seine Lefzen als er den jungen schwarzen Rüden sah. Er mochte Welpen, etwas was er von Skir übernommen hatte und er neigte leicht den Kopf als er den Schwarzen begrüßte.

"Sei gegrüßt Shanaro. Mein Name ist Maav."


07.02.2009 22:03




Shiyu Aderian


Shiyu war kleiner als Senedd, aber er sah auf ihn herab, so wie er auf alle herabsah. Kein Mitleid schlich sich in seinen Blick, kein Verständnis für die unglaubliche Schwäche dieses jungen Rüden. Natürlich war er als Hase geboren, als Versager. Aber nicht einmal dieses Ungeziefer hier konnte sich damit einfach so abfinden. Daran glaube der kleine, weiße Rüde nicht. Adlige würde man nicht aus ihnen machen können, nicht in den nächsten paar hundert Jahren. Dennoch würde man ihnen doch wohl anständiges Benehmen antrainieren können? Selbstverständlich wollten sie dies nicht. Sie wollten sein, wie sie waren. Senedd vielleicht nicht. Er hatte versucht aus der Erbärmlichkeit auszubrechen und war gescheitert. Dazu war er geboren. Und Shiyu war nicht einer dieser Wölfe, die dem ‚Kleinen’ nun Mut zugesprochen hätten, oder Verständnis zeigten.

“Nochmal!“

Gab er in Befehlsform von sich.

“Du bist ein Wolf und kein Hase. Du hast nicht die Wahl, also zeig der Welt, was du bist!“

Streng fuhr er ihn an und überging die Entschuldigung beinahe angewidert davon. Als wolle er sie nicht hören. Sie unterstrich doch nur, was sie beide wussten. Senedd war ein Nichts. Aber Shiyu sah in diesem ‚Nichts’ etwas anderes, als der Rüde selbst.

“Los, mach es mir nach. So bewegt sich ein Wolf. Ein Wolf der stolz auf das ist, was er ist!“

Er stolzierte weiter durch den Gang, behielt dabei Senedd im Auge, um ihn im Notfall gleich wieder anzuschnauzen, falls er sich weigerte.


07.02.2009 23:50




Jeanne


Jeanne störte sich gar nicht daran, das es hier ziemlich eng und dunkel war. Ein wenig unwohl war ihr schon, da niemand wußte, was sie erwartete, wenn sie das Ende dieses Ganges erreicht hatten. Aber sie zerbrach sich nicht den Kopf darüber, das würden sie immerhin schon noch früh genug erfahren. Und so lange sie Gesellschaft hatte, würde ihr sicher auch nicht langweilig werden. Auf die Worte des Rüden hin schüttelte sie Fähe den Kopf.

“Ich denke nicht, das dort etwas Schlechtes ist. Ich mache mir eher Sorgen um die andere Gruppe, wenn ihnen etwas passiert, können sie sich nur selbst helfen.“

Sie seufzte leise. Wenn jemand aus der anderen Gruppe etwas zustieß, hatten sie keine Möglichkeit zu helfen. Und dieser Gedanke setzte ihr schon ein wenig zu.. Aber darüber durfte sie nun nicht nachdenken, sie durfte nicht wieder in diesen Trott verfallen. Maav hatte schon eine Seite an ihr gesehen, die sie leiber für sich behielt. Also konzentrierte sich Jeanne nun auf das Jetzt und Hier. Den Blick von Maav noch einmal auf Shanaro richtend zog sich ein sanftes Lächeln auf die Lippen der Weißen, während sie den zierlichen Kopf zu dem Schwarzen senkte. Sanft stubste sie ihn an, hob den Kopf dann wieder als er sich Maav vorstellte. Und auch der Graue verriet seinen Namen. Erneut erleichtert seufzend sah Jeanne zwischen den Beiden hin und her.

“Du sahst so alleine aus, Shanaro. Ich dachte mir, Gesellschaft würde uns allen ein wenig gut tun.“

Mit diesen Worten ruhte ihr Blick auf dem Schwarzen. Sie wollte nicht, das er so allein hier herum lief. In ihr war doch eine Unsicherheit, die Skepsis dem gegenüber, was vielleicht niemand wußte. Niemand konnte ahnen, was sie dort hinten erwartete.

“Erkennst du schon etwas, Maav?“

Ruhig wandte sie sich wieder dem Grauen zu, an dessen Seite sie lief. Es war ein bedrückendes Gefühl. Aber sie wollte nicht darüber nachdenken..


08.02.2009 10:52




Korrianke


Mit besorgter Miene lief Korrianke am Ende der Gruppe, der er zugeteilt worden war. Die Situation hatte sich alles andere als befriedigend für ihn entwickelt. Er befand sich in einem engen, felsigen Gang, welcher finster und feucht war. Er wusste nicht genau, wonach die Wölfe suchten und wahrscheinlich wusste es keiner von ihnen besser als er. Hier drinnen war er fernab von der Weite und der Schönheit der Winterwelt, nach der er sich sehnte und er fragte sich mehrmals, warum es für ihn so wichtig war, bei diesem Rudel zu bleiben. Bisher hatte er doch wenige Verbindungen geknüpft. Er kannte eigentlich nur Akara Chitaru, die irgendwo weiter vorne lief und mit Leikuna hatte er ein wenig geplaudert, die wie eine Wilde durch die Wölfe hindurchgeschossen war und somit ebenfalls seinem Sichtfeld entschwunden war. Dann hatte er noch mit Ares Bekanntschaft gemacht, der ihn zu verabscheuen schien, ohne dass sie sich wirklich kannten und er hatte einige wenige Momente mit der Alphafähe Kiba Telay verbracht. Dennoch hielt ihn irgendetwas hier, es fühlte sich einfach so an, als würde er hier gebraucht, auch wenn er noch nicht wusste warum. Doch es war genau dieses Gefühl, dem Korrianke noch nie standhalten konnte. Er konnte seiner Bestimmung nicht den Rücken kehren.
Und so schritt er beständig hinter den anderen her und wartete geduldig darauf, dass ihm offenbart wurde, warum er hier war.

Ruhig lagen seine Augen auf den Wölfen vor ihm, sie hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt und er konnte alles, was sich unmittelbar vor ihm befand, einigermaßen deutlich erkennen. Nicht weit vor ihm, lief Yago, den er vom Namen her kannte, aber nicht von der Person. Neben ihm lief das kleine Wüstentier, welches an seinem ersten Tag bei diesem Rudel fast mit ihm und Kiba zusammengestoßen war, als er sich der Alpha vorgestellt hatte. Sie schien munter auf Yago einzuplappern, ein heiteres Wesen glühte in ihrer Seele. Gelangweilt von der Dunkelheit und der Stille, die seine Gedanken langsam einhüllte, beschleunigte Korrianke ein wenig und holte zu den beiden auf.

"Seid mir gegrüßt, ihr zwei. Ich bin Korrianke, ich glaube wir haben uns noch nicht so genau kennengelernt. Du bist Yago, oder?"

Sagte er an den Schwarzen gewand. Den Namen der Fähe hatte er schon am ersten Tag aufgeschnappt, der war Kaya, soweit er wusste, aber er fragte lieber nochmal nach.

"Und wer bist du, fröhliche kleine Lady?"

Freundlich und mit ruhigem Blick sah er vom einen zum anderen.


09.02.2009 12:33




Shaí


Shaí schaute Toboe lächelnd an, er hatte ihn also erkannt! Nur komisch, dass er dauernd rückwärts ging... hm, egal. Der Schwarze schaute nun auch zum weißen Rüden hinüber, der nun unmittelbar neben ihm herging. Ah ja, Draco also. Er hatte einen gekannt, der so ähnlich hieß, er war mit ihm ganz gut ausgekommen. Aber was interessierte der Weiße? Eigentlich nichts. Shaí blickte wieder zu dem Braungrauen Rüden. Er war viel größer und kräftiger als noch vor wenigen Wochen. Wirklich erstaunlich, wie schnell die Kleinen groß wurden... doch Draco war sicher schon viel älter. Auch älter als er selbst. Zwischen drei und vier Jahren, würde er schätzen. Shaí schaute geringschätzig in Dracos Augen, dann nickte er ihm knapp, aber nicht zu unfreundlich zu. Ja, er hatte Toboe gerettet, aber das mussten ja nicht gleich alle erfahren...

"Hey, Toboe, schön dich mal wieder zu sehen. Und hey auch an dich, Draco. Ja, das Laufen stielt einem den letzten Nerv. Ich meine... ich habe echt keine Lust mehr. Es ist so was von langweilig. Und die davorne können ihren Arsch anscheinend nicht bewegen, wenn ichs mal so sagen darf...!" sagte er und nickte unwirsch in Richtung der anderen, bevor er fortfuhr, "...und abghängen werden sie uns nicht, Draco. Außerdem werden wir sie ja eh wiederfinden, es geht ja immer nur geradeaus...sie können also nicht plötzlich weg sein."

Er schaute auf den Weißen hinab, dann ging er mit großen Schritten weiter. Wie konnte Toboe denn so laufen? Hm, vielleicht würde es ja die Langeweile etwas verscheuchen. Also drehte auch der große, schwarze Shaí um und ging neben Toboe rückwärts. Nun sahen sie beide direkt in Dracos Gesicht. Es war nicht so schwer wie gedacht, aber auch nicht leicht. Man musste eine gewisse Balance erhalten, dabei half einem aber die Rute sehr gut. Grinsend schaute Shaí zu Tobsi. Ja, diesen Spitznamen hatte er dem Jungwolf so eben gegeben. Er passte irgendwie.


09.02.2009 17:57




Cílyn Nuray


Der Regen machte alles schlimmer, alles. Und er erinnerte sie so schmerzlich daran, genau an jenen Moment, daran. Sie wollte sich nicht erinnern, war aber verdammt worden. Der Regen schien sie zu verfolgen, wie ein Fluch, ein verdammter Fluch. Sie war dazu verdammt immer an ihn erinnert zu werden, daran wie er starb, neben ihr entschlafen war, für immer fort.
Einige Tage waren vergangen, in denen sich das Rudel in der Höhle aufgehalten, die aber mit jeder Stunde ungemütlicher wurde, feuchter. Selbst hier, wo es trocken sein sollte, wurde sie verfolgt. Irgendwie hatten sie es alle geschafft sich hierher zu retten, meist unverletzt, Kiba hatte es wohl noch am schlimmsten getroffen. Sie hatte kaum gesprochen die Tage, die sie nun schon hier in der Höhle waren, war verschwiegen, alleine, in einer Ecke, um nicht aufzufallen und bloß nicht angesprochen zu werden. Sie wollte nicht reden, obwohl sie sich doch einst geschworen hatte, dass sie weiterleben musste, für sie beide. Doch während es regnete, und ihr Pelz sich mit Wasser vollgesogen hatte, sie ständig erinnert wurde, war sie leer und kalt. Es war ungewohnt, wo war ihre Lebensfreude? Nicht einmal laufen konnte sie hier, wo sie doch so gerne lief. Um ihr Herz zu spüren, um zu wissen, dass sie noch am Leben war, dass alles gut war.
Sie waren weit gegangen, schließlich -endlich- in einen trockenen Teil der Höhle gekommen. Hier konnte sie vorerst ihre trüben Gedanken vertreiben, auch wenn es Recht düster war, war es ihr doch tausend mal lieber, als dieser endlose Regen, der auf sie niederprasselte, wie Nadeln, und sie zerstachen.
Ihre Augen waren nach vorne gerichtet, während sie ging, was zumindest etwas war, wenn sie schon nicht laufen konnte, sprinten, über Wiesen und durch Wälder preschen, so wollte sie sich doch zumindest ein wenig bewegen. Das Rudel hatte sich inzwischen geteilt, die eine Hälfte hatte sich dem anderen Weg gewidmet, nachdem der Pfad sich in zwei Teile zu teilen schien. Wie als ob sie zwischen falschem, und richtigem Weg entscheiden musste, und sie würde alles darauf setzen, dass sie in den falschen gelaufen war... Der Regen hatte sie verdammt. Still lief sie zwischen den Wölfen her, war dabei knapp hinter Kiba und einem neuen Jungrüden, der Ian hieß, wie sie aus dem Gespräch der beiden vernommen hatte. Sie lauschte eigentlich nicht gerne, doch es war eng, und sie konnte nicht weit ausweichen, außerdem, dass musste sie zugeben, interessierte sie sich für die Gespräche der anderen, wo sie doch schon selbst niocht reden wollte. Obwohl sie es lieber tun sollte, reden würde sie wieder lockerer machen, sie vielleicht etwas befreien und vorallem ablenken. Doch wollte sie sich lieber nicht aufdrängen, erstmal nicht, solange der Regen noch an ihr haftete, der Schicksalhafte.


09.02.2009 21:20




Shanaro


Shanaro lief neben Jeanne und dem anderen Rüden vor, der sich schließlich als Maav vorstellte. Der Jungwolf wusste nicht, wieso, doch irgendwie war der Braune ihm schon sogleich sympathisch. Vielleicht war es die Art, wie er sprach, vielleicht auch einfach seine Erscheinung. Der Schwarze wusste es nicht und wunderte sich darüber, war er doch nicht jemand, der Fremde sogleich mit Begeisterung und Freundlichkeit begegnete. Er musterte Maav ein wenig genauer, schätze ihn schon ein wenig älter, als Jeanne. Er sah irgendwie … interessant aus, als hätte er bereits viel erlebt, als hätte er tolle Geschichte zu erzählen. Natürlich hätte er sich täuschen können, doch irgendwie hatte er doch das Gefühl, er würde sich nicht täuschen.
Als Die Jotafähe zu sprechen begann, wandte sich der Kopf des Jungwolfs sofort zu dieser um. Sie hatte Recht, mit dem was sie sagte, aber irgendwie auch nicht ganz. Er genoss natürlich die Gesellschaft, doch auch alleine war er nicht verloren, schließlich gab es in dieser merkwürdigen Höhle so viele Interessante Dinge, die er noch nicht entdeckt hatte. Doch die Gesellschaft von der Weißen war ihm wichtiger als alles, was es zu betrachten und beschnüffeln gab, wenn sie ihn rief, kam er natürlich.

“Ja, du hast Recht, Jeanne“

Sagte er also mit einem frechen und doch freundlichen Lächeln.
Nach einer kurzen Pause fügte er dann noch hinzu

“Wie lange müssen wir eigentlich noch gehen? Hat diese Höhle eigentlich auch ein Ende? Wenn ja, wo ist es dann?“

Wollte er dann wissen, ein wenig neugierig, aber auch ein wenig ungeduldig. Denn trotz der vielen neuen Dinge hier, hatte er doch keine Lust mehr, hier im Dunkeln herum zu tappen, ohne zu wissen, wohin der Weg sie wirklich führte. Er hatte keine Lust mehr zu gehen, sie waren schon die ganze Zeit unterwegs gewesen! Aber müde war er natürlich nicht, immerhin hätte er es nie eingesehen, er, Shanaro konnte doch nicht durch so einen kurzen Weg zur Erschöpfung getrieben werden! Wenn er jedoch ehrlich gewesen wäre, müsste er zugeben, dass der Erdbeben ihm doch zugesetzt hatte, wenngleich er, anders als Kiba unverletzt davon gekommen war.
Fast so, als wollte er sich ablenken trat er wieder an Maavs Seite und musterte ihn abermals neugierig, bevor er fragte

“Erzählst du mir eine spannende Geschichte? Etwas, was du mal erlebt hast? Es interessiert mich nämlich“

Meinte der Schwarze dann, ohne überhaupt zu wissen, ob er denn wirklich was zu erzählen hatte. Und wenn schon, vielleicht würde er sich auch etwas Spannendes ausdenken, oder vielleicht würde das Gespräch auch ganz anders enden, man konnte ja schließlich nie wissen. Shanaro ließ sich einfach mal überraschen. Fremde Wölfe, Fremde Orte und natürlich auch Fremde Worte.


10.02.2009 18:49




Kaya Erúhen


Kayas Rute wedelte noch heftiger, sie machte einen kleinen Hüpfer, entzückt über die Tatsache, dass sie einen so freundlichen Wolf gefunden hatte. Besonders viel redete dieser Yago zwar nicht, aber das war nicht weiter schlimm. Schließlich konnte sie so noch mehr sprechen. Was die Wüstentochter genauso glücklich wie gnadenlos ausnutzte.

„Ich heiße Kaya Erúhen! Hab ich doch gesagt, oder? Nicht? Ups, vergessen...“

Unbekümmert schüttelte sie den Kopf und sprach weiter.

„Kaya Erúhen heißt kleine Schwester Wüstenkind und deshalb finde ich meinen Namen toll, weil...
Aber das habe ich schon gesagt, oder? Ach egal.
Mein Name passt nämlich wirklich...
Wow, siehst du das tolle Muster da auf den Steinen?! Sieht ja lustig aus.“


Einen Moment lang starrte die junge Fähe verzückt die Wand an. Nach einigen Sekunden war ihr das Steinmuster nicht mehr interessant genug und sie wandte sich wieder Yago zu.

„Tot? Ja, so nennt man das glaube ich. Aber das kann sie ja nicht ewig sein, oder? Die ganze Zeit nur still im Wüstensand zu liegen, das ist doch furchtbar langweilig! Also ich könnte das nie, ich verstehe auch nicht, warum sie und der Rest von meiner Familie auf einmal so müde geworden sind, dass sie soooo lange schlafen! Es muss wegen diesen Großen gewesen sein, die haben so ausgesehen wie ihr hier alle. Wahrscheinlich haben sie so lange gespielt, bis sie einfach nicht mehr wach bleiben konnten. Naja, mir ist es nach einer Weile zu langweilig und verschlafen geworden, deshalb bin ich weggegangen.“

Während der kurzen Pause, die Kaya benötigte, um Luft zu holen, gesellte sich noch ein Rüde zu den beiden ungleichen Wesen. Die Halbwölfin bellte begeistert, schon hatte sie vergessen, was sie Yago noch erzählen wollte.

„Ich bin Kaya Erúhen! Und ja, ich bin fröhlich, weil nichtfröhlich sein ist ja doof, dann ist man ja stattdessen traurig. Ich weiß nicht genau, wie das ist, aber wenn meine Mama traurig war, hat sie immer so komisch ausgesehen und das mochte ich gar nicht.
Eine Lady? Bin ich eine Lady?“


Sie hätte ewig so weiterreden können. Aber dann entdeckte sie eine kleine Nische in der Wand, die Kaya natürlich sofort einer näheren Untersuchung unterziehen musste. Leider war es wirklich nur eine ganz normale Nische in der Wand, nichts Spannendes.


11.02.2009 17:44




Maav


Maav sagte nichts weiter zu dem Thema Gefahr. Denn ihm war die andere Gruppe reichlich egal wenn er ehrlich war. Er kannte keinen von ihnen mehr als flüchtig, obwohl das auch auf diese Gruppe zu traf. Doch hier war er dabei und er hatte für sich bereits beschlossen, dass er Jeanne mochte und den jungen Wolf, Shanaro, hatte er auch auf Anhieb ins Herz geschlossen, so war es nun mal wenn er Welpen begegnete.

“Nein ich kann noch nichts erkennen.“,, erklärte Maav, spähte aber nichts desto trotz gespannt in die Ferne.

Mit leichtem Lächeln wandte er sich dem schwarzen Jungwolf zu und stupste ihm leicht in die Flanke. Er fand es amüsant, wie ungeduldig der Junge schien, doch so war die Jugend nun mal und es war auch gut so. Oft waren die Alten zu langsam, zu festgefahren und es bedurfte erst junger Wölfe mit neuen Ansichten um frischen Wind herein zu bringen. Doch etwas Geduld schadete nicht.

“Hab Geduld junger Wolf.“, erklärte er von daher. “Wir werden schon sehen, was da auf uns zu kommt.“

Shanaro war das perfekte Beispiel für das blühende Leben eines jungen Welpen. Der noch neugierig war auf alles und jeden und die Welt erkunden wollte. Er lachte, als dieser ihn nach einer Geschichte fragte und nickte dann bedächtig.

“Ja warum nicht.“, erklärte er und dachte für einige Augenblicke über eine Geschichte nach, die es wert war sie dem Jungen zu erzählen. “Ich wurde in einem großen Rudel geboren, so groß wie dieser hier, vielleicht noch größer. Ich hatte fünf Geschwister. Jedoch starb meine große Schwester K'atini während der Geburt. Mein großer Bruder Akaanir war also der größte unter uns, dann kam ich, anschließend mein kleiner Bruder Shukur und meine kleine Schwester Runi. Aber bei unserer Geburt starb meine Mutter und wie es bei unserem Rudel Brauch war tötete mein Vater Runi als ihre Mörderin.“ Er hielt für einen Moment inne und besann sich seiner Vergangenheit ehe er fort fuhr. “Wir wurden liebevoll von den Fähen des Rudels groß gezogen und eigentlich ließ nichts zu Wünschen übrig, aber ich geriet immer wieder in Konflikt mit meinem Vater. Er verlangte immer wieder Dinge von den anderen Wölfen die er selbst nicht zu leisten bereit oder fähig war. Er schickte alle erwachsenen Wölfe zu Jagd, auch die Alten, wer sich nicht beteiligte bekam nichts ab und wer es nicht schaffte mit den Anderen Schritt zu halten, wurde zurück gelassen. Doch er beteiligte sich an keiner einzigen Jagd, er ließ sich immer das Futter bringen. Ich war damit nicht einverstanden, ebenso wenig wie Shukur und gemeinsam lehnten wir uns gegen unseren Vater auf, doch niemand sonst schien unsere Ansichten zu teilen und so verließen wir das Rudel als wie ein Jahr alt waren, denn wir wollten uns nicht mehr unserem Vater und seinen Zwängen unterordnen.“

Er stupste den Jungen erneut kurz und sanft an und erklärte dann ernst:“Denke selbst junger Wolf. Und lass dich nicht einschüchtern, nur weil du der Einzige bist, der für oder gegen etwas ist, wenn du wirklich von etwas überzeugt bist dann bleib stark. Beuge dich nicht den Massen und schaue nicht weg wo Not da ist. Kämpfe für das woran du glaubst aber vergiss dabei nicht auch Verständnis und Mitgefühl für die anders Denkend.“


12.02.2009 18:11




Shiayasa


Shiayasa lief durch den Wald. Sie war allein. Seit fünf Tagen streunte die junge Wölfin nun schon durch die Gegend- seit sie ihre Familie verloren hatte. Sie hatte ein paar Kaninchen jagen können, doch fehlte ihr Gesellschaft. Ihre Pfoten machten kaum Geräusche auf dem Waldboden. Es war früh am Morgen. Feuchter Nebel hing noch in der Luft und machte ihr braunes Fell klamm. Da witterte sie etwas- andere Wölfe? Shiyasa machte sich keine Hoffnungen mehr ihre Familie zu finden. Sicher war sie Meilen vom Berg der tausend Nebel entfernt.

.oO(Ich muss nachsehen wer sie sind, schließlich kann ich nicht ewig hier alleine herumlaufen.)Oo.

Sie folgte der Spur. Sie führte Richtung Osten. Vor einer großen Höhle blieb sie stehen. Darin waren Wölfe, soviel war klar.

.oO(Wohnen sie darin? Ist es klug sich in eine Höhle zu begeben, die womöglich voller großer, feindlicher Wölfe ist? Nein ist es nicht, aber schlimmer als weiter allein zu sein, kann es auch nicht sein.).oO

Vorsichtig betrat sie die Höhle. Ängstlich blickte sie zur Decke, aber sie war flach. Keine bösen Stalaktiten. Auch der Boden und die Decke waren eben. Die Höhle war drei Wolfslängen breit und auch sicherlich sechs Wolfslängen hoch. Leise schlich Shiyasa weiter. Nach einigen Schritten kam sie zu einer Gabelung. Sie sah in beide Gänge hinein. Die Gänge waren kaum zu unterscheiden. In beiden konnte sie nichts erkennen, aber in beiden roch sie Wölfe. Auf gut Glück betrat sie den linken Gang. Bald sah sie Schemen. Beim Näherkommen erkannte Shiyasa sie endlich- Wölfe!
Trotz ihres leisen Gangs, drehten sich einige Wölfe zu ihr um. Vorne stand ein junger schwarzer Rüde mit bernsteinfarbenen Augen.

“Seid gegrüßt.“, sagte Shiyasa ängstlich.


14.02.2009 13:19




Kiba Telay


Als Iàn fragte, ob der Wolf, den sie als ihm ähnlich bezeichnet hatte, auch beim Rudel war, schüttelte Kiba Telay den Kopf. Nein. Er würde auch nie wieder beim Rudel sein. Da hatte der Silbergraue Recht gehabt ... er gehörte hier nicht mehr hin.

Nein. Aber er zieht mit Begleitung in der Nähe dieses Tals herum.“

Sie lächelte trotzdem. Tearl ging es gut, sie brauchte sich um ihren alten Freund keine Sorgen machen. Er hatte schon immer gut auf sich selbst aufpassen können. Ob er wohl noch ab und an an Kirou dachte? Kiba selbst musste feststellen, dass ihr verstorbener Bruder nur noch sehr selten den Weg in ihre Gedanken fand und fast tat es ihr Leid. Aber seit dieser Todesnacht war so viel passiert ... Es war viele, viele Jahre her. 3 ½ mussten es sein. Damit gehörte dieser Vorfall kaum noch zu ihrem Leben.
Auf die weiteren Worte des jungen Rüdens hin, sah sich die Leitwölfin kurz um und musste Iàn innerlich zustimmen. Sie konnte erkennen, wie die kleine Halbwölfin auf Yago zugesprungen war und nun klang ihre Stimme fast ununterbrochen im Hintergrund. Armer Yago. Auch, wenn es die Kleine mit Sicherheit nur gut meinte.

Wir sind eben ein großes Rudel ...“

Lächelnd, wandte sie sich wieder zu Iàn herum. Als er aber eine Frage bezüglich ihrer verletzten Pfote stellte, verebbte es kurz.

Vor ein paar Tagen gab es hier ein starkes Erdbeben. So stark, dass es die Erde zu unseren Pfoten aufriss und mich fast verschluckt hätte. Yago konnte mir das Leben retten, aber mein Lauf hat leider doch etwas abbekommen ... Er wird schon wieder heilen.“

Damit war das Lächeln wieder da und nur kurz glitt ihr eisblauer Blick zu den Pfoten hinab, was sie aber schnell wieder sein lassen musste. Das Gleichgewicht auf drei Pfoten zu halten war doch ein wenig kompliziert. Manchmal spürte die Silbergraue noch ein Puckern, oder einen leichten Schmerz. Aber solange sie nicht auftrat, war immer noch alles gut.
Aus den Augenwinkeln fiel ihr die braune Fähe Cílyn Nuray auf. Sie hatte in den letzten Tagen oft bei Jeanne gesessen, diese war aber nun mitsamt einiger Welpen bei der anderen Gruppe.

Cílyn. Du siehst irgendwie nicht sehr glücklich aus.“

Jetzt, wo sie das Rudel – oder zumindest die Hälfte davon – mal so dicht bei sich hatte, wollte sie die Gelegenheit nutzen, um sich mal mit ein paar Mitgliedern zu unterhalten, die sie noch nicht so gut kannte. Als Leitwölfin musste man auch das von ihr verlangen. Sie musste gut für das Rudel sorgen können, dazu gehörte auch, dass es ihnen nicht nur physisch gut ging. Auch wenn sie wohl in den wenigsten Fällen wirklich etwas machen konnte ... vielleicht grade ihres Status wegen nicht.


15.02.2009 15:16




Senedd


Er verstand nicht und eigentlich wollte er auch gar nicht verstehen. Es war einfacher das Leben als Hase zu leben, einfach immer nur in den Ecken zu kauern und eben nicht wahrgenommen zu werden. Nun so wahrgenommen zu werden und zu versuchen etwas zu sein, war soviel schwieriger, als alles was er bisher getan hatte, er wollte das eigentlich gar nicht, es war doch einfacher, so viel einfacher, wieso beließt es Shiyu nicht dabei und lachte ihn einfach nur aus, wie er ihn bei ihrem ersten Treffen ausgelacht hatte. Aber stattdessen nahm er sich Zeit für ihn, wollte ihm etwas beibringen? Wieso macht er das? Er wusste es genauso gut wie der Schwarze selbst, das er niemals so sein würde wie den anderen Wölfe, niemals so wie Adali oder ihr Sohn, niemals so wie Shiyu selber. Er war dazu geboren dieses Leben zu leben, als Hase, oder Randfigut oder was auch immer. Aber nicht als das, was er nun gelehrt bekam, ganz bestimmt nicht.
Und doch richtete er sich auf, als Shiyu ihm den Befehl entgegen schleuderte. Er knickte fast unter seinen Worten ein, so hart trafen sie auf ihn und es war unausweichlich, dass er darauf gehorchen würde. Es war ein Befehl und er hatte aus seinem alten Leben schon viele solcher Befehle gehört, die meisten waren gleichsam gewesen, niemals hatte man ihn dazu aufgefordert wie ein Wolf zu laufen, bisher war das Hasenleben immer geduldet, ja sogar mehr gemocht worden, als alles andere was er getan hatte. Doch Shiyu wollte es anders und Sen würde gehorchen.
Musste gehorchen.
Es war ein unausgesprochener Drang, der in seinem Körper aufstieg. Und schließlich versuchte er sich erneut aufzurichten, Shiyu's Bewegung zu imitieren. Kein Hase mehr zu sein, sondern ein Wolf. Zu laufen wie ein Wolf, so auszusehen wie ein Wolf, er war kein Wolf, doch Shiyu wollte, das er zumindest wie einer aussah. Also tat er es, versuchte er es. Irgendwie. Es war nicht richtig, er fühlte sich furchbar fremd. Doch wenn der Weiße es so wollte, was sollte er dagegen tun?
Senedd wandte den Kopf herum, blickte in die klaren Bernsteinaugen des Rüden. Suchte etwas in seinem Blick, an dem er sich festhalten konnte.

"So... besser?"

Fragte er vorsichtig, während er instabil dahin stolperte, immer den Rudel nach, immer der Gruppe, noch immer im Versuch Shiyus Haltung zu imitieren. Irgendwie zumindest. Er wusste, er würde niemals so edel aussehen, wie es der kleine Wolf tat. Er würde niemals so sein wie der Weiße es gern hätte.
So war es.
So war er.
Und er war nicht in der Lage sie so zu ändern. Seine Ohren lehnten sich etwas zurück, seine Fragen drangen zurück ins Bewusstsein und diesmal schwieg er nicht, die Fragen die auf seiner Zunge brannten, konnte er unmöglich zurückhalten.

"Wieso... tust du das? Das ist... Nett von dir."

Beschämt senkte er den Kopf wieder etwas, versuchte aber noch immer Shiyus Befehle bei zu behalten und sich weiterhin so zu bewegen, wie es der Weiße ihm vor machte. Doch nun wartete er auf die Strafe, für seine Worte. Das sie nicht ausbleiben würde, das wusste er relativ genau.


15.02.2009 17:52




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian musterte den Jüngling neben sich. Es war so furchtbar erbärmlich, wofür er sich hergab. Dennoch verspürte er eine gewisse Genugtuung. Er hatte sich einen sehr braven, wehrlosen Schüler ausgesucht. Etwas, dass er sicher gut ausnutzen konnte. Man konnte ihm deshalb noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Er lehrte dem ‚Kleinen’ immerhin nur ein paar wichtige Lektionen, die dieser bitter nötig hatte.
Auf die Frage, ob es so besser sei, reagierte er nicht. Er sah nur mit strengem Blick zu, wie Fischwölfchen neben ihm herstolperte. Besser war es schon irgendwie, aber von gut war es noch sehr weit entfernt. Immerhin ein Anfang. Ein ganz amüsantes Spiel, für den Anfang. Als Senedd dann darauf hinwies, dass er nett war, hätte Shiyu ihn am liebsten zu Boden geworfen und ihm die Kehle durchgebissen. Es musste schlimm sein, mit so wenig Intelligenz gesegnet zu sein, wie dieser junge Rüde. Der Weiße seufzte innerlich und erklärte das Fischwölfchen für unrettbar verloren. Sich selbst musste er wohl einschließen, nach dem er sich auf seine nächste Lektion als Lehrer vorbereitete. Er hätte vieles erwidern können. Dass das alles schon lange jemand hätte tun sollen, oder dass er nicht nett war, sondern Senedd einfach nur gnadenlos dämlich und das er es nur aus Langeweile tat, aber was brachte ihm das? Nichts.

“So bin ich. Und jetzt schau genau zu.“

Shiyu Aderian nahm noch übertriebener als sonst seine einprogrammierte Haltung an. Geschmeidig setzte er jede Pfote vor die Andere. Kein stolpern, keine Unsicherheit, keine harten Bewegungen. Ein ruhiger, stetig fließender Fluss.

“Gleichmäßigkeit ist wichtig. Jede Pfote muss immer so vor die andere gesetzt werden, dass du dir des Bodens zu allen Zeiten gewahr bist. Jeder Ballen spürt die kalte Erde. Du setzt deine Pfoten sanft und leise auf, als wärst du ein Teil des Bodes. Er gibt dir Halt und Kraft, aber nur, wenn du richtig gehst.“

Versucht unauffällig sah er sich um, damit ihm niemand zu nahe kam, oder sie gar genauer beobachtete.

“Dein Körper muss wachsen, sich aufrichten, Haltung annehmen. Am Anfang musst du jedes Detail bewusst steuern, später funktioniert alles von alleine. Wenn du dich groß machst, musst du dich anspannen, aber du darfst deine Muskeln nicht zu sehr strapazieren. Dann schmerzen sie bald. Dein Körper sollte entspannt sein. Wenn du das kannst, fühlst du dich leicht. Und dann läufst du wie ein Wolf, fast schwebend, immer fest mit der Erde verbunden.“

Sein Blick blieb kalt und alles was er sagte glich einem Befehl. Einer Belehrung.


15.02.2009 18:56




Yacáru


Yacáru schnaubte leise, als sie die weiße Wölfin eingeholt hatte, die ihr doch ein wenig durch den Wind schien. Aber sie war ja nicht nachtragend, also verzieh sie ihr, dass sie halb über den Haufen gerannt wurde.

"Dir fiel grade was ein ... achso. Naja, ich bin Yacáru, freut mich!"

Die kleine, weiße Welpin warf einen Blick zurück, wo Ares lief und bloß vor sich hinbrummte. Na, immerhin gab er so mal ein Geräusch von sich. Wahrscheinlich würde er aber sonst nichts weiter sagen. Also musste sie das in die Hand nehmen.

"Das da ist übrigens Ares. Er redet fast nie, guckt immer so mürrisch drein, aaber ich mag ihn trotzdem.",

erklärte Yacáru und reckte den Kopf wieder zu Leikuna hoch. Vielleicht konnte sie für ihn ja mal ein paar Kontakte knüpfen ... obwohl sie sich irgendwo sicher war, dass er das gar nicht wollte. Dallan war schon ein schwieriger Wolf. Aber nicht böse. Ne, das war er nicht. Irgendwie gab er ja doch sehr pflichtbewusst auf sie Acht und war immer bei ihr. Ob er das nun ausschließlich deswegen tat, weil es ihm die Leitwölfin gesagt hatte, oder freiwillig, das wusste sie nicht. Sie wollte es vielleicht aber auch gar nicht wissen. Ihr war das schon irgendwo alles recht so, wie es war.
Und jetzt war diese Leikuna bestimmt mal eine abwechslungsreiche Gesellschaft, immerhin schien sie sich nicht so gegen das Reden zu sträuben, wie Ares.


17.02.2009 08:42




Caráya


Ein wenig seltsam war es schon. Es war so beklemmend eng und finster in der Höhle und noch dazu hatte sie Kaya aus den augen verloren, ebenso wie Yoúm, ihren einzigen verbliebenen Welpen. Immer wieder rief sie leise nach ihm aber es kam nie eine Antwort zurück. Sie war beinahe heiser als sie es aufgab. Nun hatte sie also auch ihn verloren. Nicht gut. Was sollte sie denn nun machen? was sollte sie tun....alleine an einem fremden Ort wie diesem? Sie blieb einfach stehen. Nervös blickte sie über die Schulter. vielleicht kam er ja doch zurück, wedelnd und mit einem frechen Ausdruck in den Augen um ihr etwas zu zeigen, ein kleines Tier oder einen Stein vielleicht. Ihr wäre egal was es war wenn er doch nur zurück kommen würde. Oh was gäbe sie nicht alles für die Rückkehr ihres Sohnes. Sie wollte seine Nase in ihrem Bauchfell spüren, wenn er sie zwickte, ja sogar das würde sie ertragen aber der Verlust ihres Welpen steigerte sich zu einem Tornado aus Schmerz der ihre Beine zittern ließ

"Yoúm.....


17.02.2009 11:51




Shitéryu


« Schon mancher akzeptiert die Kette in dem Glauben, an ihrem Ende befinde sich der Rettungsanker.... »

Es ist so seltsam ich zu sein. So fremd. Ich bin mir selber fremd. Was bin ich? Wer bin ich? Ich weiß es nicht, ich habe es vergessen. Habe ich es jemals gewusst oder war es nur eine Illusion aus Staub, der im leisesten Windhauch sich im Winde verlor.

Die weißen Pfoten schimmerten unheimlich trotz der Dunkelheit des schier endlosen Ganges und ließen den Hellen wie eine Lichtgestalt oder wie aus einem Traum wirken. Surreal. Ein Wesen, welches nicht existierte, ein Lebewesen, welches es eigentlich nicht gab. Dennoch fühlte er es. Das Herz in seiner Brust. Es schlug. Und mit jedem Schlag schmerzte es ein klein wenig mehr. Shitéryu konnte nicht genau sagen, woran dies lag. Seine eigene Schlussfolgerung war schlicht, dass er die Gesellschaft des Schwarzen vermisste, der verschwunden war. Er hatte ihn seit dem Beben nicht mehr gesehen. Ganz unbeteiligt war er dabei allerdings auch nicht gewesen. Immer mehr und mehr hatte er sich vom Rudel distanziert und die Einsamkeit gesucht. Allerdings hatte er feststellen müssen, dass sie ihn nicht weiterbrachte und nur noch melancholischer werden ließ. Jetzt war er ihnen gefolgt, im stillen Versuch es anders zu machen, etwas völlig Neues zu probieren.

Ist es der richtige Weg, den ich gewählt habe? Wohin wird er mich führen? Ich kann es nur heraus finden, wenn ich den Weg beschreite, bis es nicht mehr weiter gehen wird.

Sollte dieser Zeitpunkt schließlich erreicht sein, so würde er sich entscheiden müssen. Dieser Augenblick lag bisher aber noch in der Ferne, unerreichbar, wie das, wohin der Pfad dieser Höhle führte.
Die hellen Augen des Geistes blicken sich um, erkannte die Gesichter, konnte aber kaum einen Namen zuordnen und auch er war ein Fremder. Ein Fremder unter Fremden.
Nur ein Gesicht kannte er mit Gewissheit.
Die hellen Pfoten tänzelten anmutig über den dunklen, jedoch trockenen Boden. Die letzte Nässe war längst aus seinem reinen Pelz verschwunden und obwohl er das Gefühl der Himmelstränen auf der einen Seite vermisste, auf der anderen Seite sollte dies ihm den Weg zu einem Neuanfang ebnen.
Schnell hatte Shitéryu aufgeschlossen, die Augen auf das silbergraue Fell der Alphafähe gerichtet. Seine Anstalten konnten nur unterstützt werden, wenn er sich einen Anhaltspunkt suchte. Welcher wäre besser dazu geeignet, als die Alpha selber?
Natürlich erwartete er nichts, stellte weder Anforderungen, noch hegte er Hoffnungen.
Ein Versuch war es allerdings wert. Aus diesem Grund alleine hatte er das Alleinsein aufgegeben.

Kiba.

Seine leise, klare Stimme erklang nur kurz, als er sie begrüßte und ihr einen sanften Blick schenkte. Auch der braunen Fähe, sowie dem Rüden mit den grünen Augen schenkte er einen grüßenden Blick, sprach sie allerdings mangels Namen nicht an. Tief atmete Shitéryu die Höhlenluft ein, als sein Blick auf alle übrigen, wie einem Dunklen, der bei einer sehr kleinen Fähe – welche ein so überraschendes Aussehen hatte und ihm völlig unbekannt war – lief. Sie schienen in ein Gespräch vertieft, wie die meisten oder genauer alle aus seiner Gruppe. Nur er nicht. Bisher hatte der Geist, wie es sich für einen solchen gehörte, geschwiegen und war der Gruppe nur hinterher gelaufen. Ein wenig Überwindung hatte es ihn gekostet, dennoch wollte er jetzt noch keinen Rückzieher machen. Nicht, wo er erst am Anfang stand.

« Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muß man erst richtig anfangen.... »


18.02.2009 23:21




Jeanne


Darüber nachdenken hätte sie nur wieder dort hin gebracht, wo sie am Eingang der Höhle gewesen war. Und dort hin wollte sie nicht. Wenn sie allein war, war das etwas anderes. Aber jetzt waren Maav und Shanaro bei ihr. Sie musste stark sein, so schwer ihr dieses Vorhaben auch fiel. Sie unterdrückte diese einnehmenden Gedanken, die sie runter ziehen wollten. Und ihre Gesellschaft half ihnen dabei. Und das nicht gerade wenig.. Maav antwortete, und bestätigte was sie sich schon gedacht hatte. Fast schon vergnügt lauschte die Weißen den Worten der Beiden, die sich gut zu verstehen schienen. Der Graue erzählte aus seinem leben, von seinem Vater und seiner Vergangenheit. Fast abwesend wandte Jeanne den Kopf nach vorn, lauschte den Worten des Rüden. Er sprach von Vergangenem, als wäre es selbst verständlich. Er schien keine Scheu davor zu haben, sein inneres zu offenbaren. Bewundernswert. Starr sahen die dunklen Augen der Fähe nach vorn, auch als Maav geendet hatte, sah sie ihn nicht an. Die helle Fähe seufzte, entschloß sich dann doch zu Shanaro und dem Grauen zu blicken. Gerade wollte sie den Fang öffnen, als eine Stimme hinter ihr erklang. Verwirrt blinzelnd drehte Jeanne den Kopf zurück, musterte die Fremde. Sie kannte diese Wölfin nicht, was sie ein wenig stutzig machte. Und trotzdem legte sich ein sanftes Lächeln auf die dunklen Lefzen Jeannes. Sie blieb stehen und nickte der Braunen zu.

Hallo. Darf ich fragen, wer du bist? Ich kenne dich nicht, habe dich noch nie gesehen. Mein Name ist Jeanne, ich bin die Jota des Rudels, dessen einen Teil du hier vor dir siehst.

Sie lächelte noch immer freundlich, willkommen heißend.

“Wir sind gerade dabei, heraus zu finden was sich am Ende dieses Ganges befindet. Magst du uns begleiten?“


19.02.2009 18:38




Toboe Tear


Nun blickte Toboe munter zwischen den zwei Rüden hin und her, musterte erst Draco für einige Augenblicke, dann wandte er den hellen Blick zu Shaí. Je mehr sie waren, desto lustiger war es doch, also war der Schwarze herzlich Willkommen. Mit wild hin und her pendelnder Rute lauschte der junge Rüde den Worten des Schwarzen, der gerade zu ihnen gestoßen war. Er überlegte kurz, ehe er zu einer Antwort ansetzte.

“Und wenn sie einfach weglaufen? Weil geradeaus kann man ja auch schnell laufen. Aber ihr beide kriegt die bestimmt! Und dann sage ich ihnen die Meinung!“

Kurz schüttelte sich der Graue, sprang auf und setzte an, um weiter rückwärts zu laufen. So konnte er Draco und Shaí wenigstens ansehen und musste sich nicht immer zu ihnen drehen. Und kaum war er wenige Schritte gegangen, machte der Schwarze einfach mal mit. Nun liefen sie also zu zweit rückwärts, was Toboe ein breites Grinsen auf die Lefzen zauberte.

“Machst du das öfters, Shaí? Das sieht bei dir aus, als wenn du das richtig kannst!“

Damit wandte er sich Draco zu, der nun der einzige war, der noch normal lief – Vorwärts, wie es sich gehörte. Aber rückwärts war doch auch etwas. War mal etwas anderes. Er grinste dem weißen Rüden stolz zu, ja stolz. Diese Gesellschaft war wirklich wunderbar!

“Erzählt ihr mir etwas interessantes? Ich habe schon so viel von der Welt gesehen, aber ich möchte noch mehr erfahren!“


19.02.2009 18:51




Draco


Der kleine Wolf unterhielt sich ein wenig mit dem Schwarzen, der so wie Toboe nun auch rückwärts lief. Draco lief normal, sonst hatten sie ja nichts zum angucken, wenn sie rückwärts liefen. Toboe und Shaí erzählten, bis Toboe fragte “Erzählt ihr mir etwas interessantes? Ich habe schon so viel von der Welt gesehen, aber ich möchte noch mehr erfahren!“ Draco schmuenzelte und fragte ihn dann:

"Naja, kleiner Freund, es kommt darauf an, was du hören willst. Ich könnte dir viel erzählen, da ich viel rum gekommen bin, aber es muss dich natürlich auch interessieren. "

Er sah zu dem Schwarzen Wolf. Auf Draco schien dieser eteil und arrogant, aber auf Toboe anscheinend ganz anders. Naja, es konnte Draco ja auch egal sein, wie er über ihn dachte. Draco lief weiter nd überlegte sich, was er Toboe erzählen könnte, wenn dieser ein Thema gewählt hatte. Er könnte ihm von vielem erzählen, von gutem und vom schlechten in der Wellt. Aber was genau sollte er denn erzählen? Shaí könnte natürlich auch etwas erzählen, obwohl Draco eher vermutete, dass dieser eher der stillere Geselle war. Aber er könnte natürlich auch erzählen, wenn er es wollte. Draco grinste und lief vor den beiden her.


19.02.2009 19:04




Shanaro


Shanaro lief still neben Maav und Jeanne her, er genoss die Gesellschaft der beiden Wölfe, fühlte sich trotz dieser dunklen Höhle, die so viel Unwissenheit brachte, wohl. Dennoch wollte er doch so gern eine Pause machen. Natürlich nicht, weil er müde und erschöpft war, sondern weil diese ewige Wanderung einfach langweilig wurde.
Als der Graue Rüde ihm jedoch sagte, er sollte Geduld haben, blickte der Jungwolf diesen mit fragendem Blick an. Seine bersteinfarbenen Augen schienen sagen zu wollen, dass er noch nie etwas von Geduld gehört hätte. Nein, in der Tat war er kein besonders geduldiger Wolf, vielleicht änderte es sich ja noch mit dem Alter, vielleicht auch nicht. Schließlich sah er nicht wirklich ein, wozu Geduld in diesem Falle gut sein sollte. Es änderte doch ohnehin nichts an der Strecke, die sie noch zu überwinden hatten.


“Geduld“, sagte er deshalb, “Wozu ist Geduld jetzt gut? Es verkürzt nicht die Zeit, die wir noch gehen müssen, es verändert überhaupt gar nichts, außer meine eigenen Gedanken, wozu also sollte ich geduldig sein?“

Wollte Shanaro wissen und blickte fragend zu Maav, dann zu Jeanne und schließlich wieder zu Maav. Es klang naiv, doch eigentlich war es das nicht, denn auf irgendeine Weise fand der Schwarze doch, dass diese Frage sehr logisch klang. Er hatte doch Recht, oder nicht? Hilfesuchend wandte er sich abermals an die Jotafähe, als wollte er sich vergewissern, dass sie auch diese Meinung war.

Als Maav seine Geschichte erzählte, lauschte Shanaro mit großer Aufmerksamkeit und dachte über alles nach, was der alte Wolf zu sagen hatte. Das war seine Kindheit, die Erlebnisse seiner Kindheit und so viele Erfahrungen, wie er selber noch niemals gemacht hatte. Und doch war diese Geschichte wohl nur ein sehr kleiner Teil von dem, was er erlebt hatte. Wie lange würde es wohl dauern, wenn er all das erzählen würde, was er erlebt hatte? Sicherlich eine Ewigkeit. Jedes Wort, das der Rüde sprach, war Erfahrung und dieser Gedanke machte die Geschichte noch Mal interessanter. Doch wie grausam war es, den jüngsten Welpen als Mörder der Mutter zu Tode zu bringen? Das konnte sich der Jungwolf nicht erklären, hat der Letztgeborene Wirklich immer die Schuld, bei einem Todesfall der Mutter? Es war wohl schon von Anfang an klar, dass nach Ende der Geschichte viele Fragen seinerseits folgen würden. Er war eben neugierig, wie es ein junger Wolf auch sein sollte, versuchte alles zu hinterfragen, was es zu hinterfragen gab und ließ selten etwas aus. Schließlich beendete Maav seine Erzählung. Shanaro dachte einen Augenblick über alles nach, was er erzählt hatte, wirkte dabei so ernst, wie man es wohl kaum von einem solch jungen Wolf erwartet hätte. Schließlich, nach einer Weile folgten aber auch seine Fragen.

“Wieso tötete dein Vater den Runi, deine kleine Schwester? Ist sie wirklich Schuld an dem Tod deiner Mutter? Man kann es doch nicht beweisen, oder? Ist es nicht unfair, ein so junges Leben zu vernichten, oder seine Schuld überhaupt beweisen zu können?“

Meinte der junge Schwarze nachdenklich und sah Maav mit seinen glänzenden Augen an. Nach einer kurzen Pause und einer weiteren Weile des Überlegens setzte er noch mal zu einer nächsten Frage an.

“Und wieso war denn niemand auf eurer Seite, als ihr euch gegen euren Vater aufgelehnt habt? Es ging den doch allen nicht gut und sie hätten doch diese Chance nutzten können, um ihr Recht und ihr Wohl zu kämpfen“

Überlegte Shanaro, während er zu Boden blickte. Nachdem er zu Ende gesprochen hatte, hob er jedoch den Kopf und sah abwechselnd von Jeanne zu Maav.
Doch plötzlich wurde seine Aufmerksamkeit von etwas anderem Abgelenkt. Er hörte eine Stimme hinter sich, eine unbekannte Stimme. Er wollte zwar nicht behaupten, dass er die Stimme aller Wölfe des Rudels im Kopf hatte, doch von dieser Stimme konnte er schwören, dass er sie noch niemals gehört hatte. Mit einem wandte er sich der jungen, braunen Fähe zu, die den Weg in die Höhle gefunden hatte. Shanaro war ja selber noch keine Ewigkeit beim Rudel, doch diese junge Wölfin hatte er noch nie gesehen. Misstrauisch beäugte er sie, so wie er es immer bei Fremden tat. Noch bevor er etwas sagen konnte, hatte Jeanne auch schon das Wort ergriffen und vielleicht war es auch besser so. Wer weiß, was der Jungwolf gesagt hätte, sicherlich nichts, was besonders freundlich für diese doch recht ängstliche Wölfin war. Das sollte nicht heißen, dass der Schwarze böse war, er war eben misstrauisch und ziemlich unnahbar für Fremde, wobei Maav wohl eine Ausnahme darstellte.
Nachdem Jeanne gesprochen hatte, wusste Shanaro auch, dass Unhöflichkeit sicherlich nicht erwünscht war.

“Hallo, mein Name ist Shanaro und wie nennt man dich?“

Fragte er, nicht unhöflich, aber doch reserviert, wobei man sagen konnte, dass ein kühler Unterton mitschwang. Es war keine arrogante Kühle, wohl schon eher ignorante, aber er mochte es einfach nicht, wenn jemand anders seine Jeanne in Anspruch nahm.


20.02.2009 18:54

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 00:21
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Fähe

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Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 9




Shaí


Shaí schüttelte bedauernd den Kopf.

"Nein, eigentlich nicht, Toboe. Aber danke. Du machst es auch sehr gut!"

meinet er lächelnd und zwinkerte dem Sohn Kibas freundlich zu. Dann ging er weiter. Er hörte ein wenig Draco zu. Der Weiße schien freundlich zu sein. Vielleicht sollte er doch nicht so arrogant zu ihm sein? Nun spürte er auch den Blick des Rüdens deutlich. Doch er schaute Draco nicht an. Sollte er freundlich zu jemandem sein, der einen so anstarrte? Völlig unverhohlen? Shaís Ohren schnippten ein wenig umher. Es gab fast keine Geräusche hier. Wie langweilig. Wie gut konnte er Tobe verstehen. Nun begann Draco, zu sprechen. Eine intelligente Antwort, das musste der schwarze, große Rüde zugeben. Er musterte Draco kurz. Sehr kurz. Draco hatte es sicher nicht bemerkt, und wenn, war es auch nicht schlimm.

"Ich komme von sehr weit her. Das Land heißt Thailand. Es ist schön dort. Sehr heiß. Nun ja... es gibt dort viele schöne Blumen und andere Gewächse. Und tausende von Tieren. Es ist sehr schön, aber auch anstrengend, die Hitze ist manchmal unerträglich. Aber es ist nicht so, als würde es gar nicht regnen. Es regnet schon, und dann ist alles noch viel schöner. Grüner, lebendiger. Die Bäume sind manchmal ganz klein, aandere sind riesengroß. Es gibt so viele Kontraste in disem Land. Wölfe sind dort nicht sehr häufig. Zumindest begegneten mir nicht sehr viele. Du musst mal schauen, was du alles hören kannst, wenn du draußen in der Wildnis bist. Es ist ... fantastisch. Es gibt so viel, was du hören kannst. Vorallem in meinem Land. Aber hier ist es anders. Die Geräusche sind anders. Ist wohl in jedem Land unterschiedlich. was meinst du, Draco?"

meinte er plötzlich und wandte sich von Toboe ab und sah dem weißen Rüden direkt ins Gesicht. Er konnte den Weißen nicht einfach ausschließen. Er hätte es vielleicht gemacht, aber sei Gewissen hatte ihm mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Shaí schaute Draco abwartend an. Ober viel Erfahrung hatte mit Reisen? Mit fremden Kulturen und Ländern?


20.02.2009 22:03




Akara Chitaru


Akara hatte das Bild von Senedd vor Augen, wie er sich mit seiner unsicheren Haltung zu ihnen gewagt hatte. Auch damals, als sie angekommen war, war es nicht anders gewesen. Es hatte sie überrascht, dass er überhaupt auf sie zugetreten war. Es freute sie. Auch Andraki schien sich über seine Zutraulichkeit zu wundern.

“Vielleicht hat er sich einsam gefühlt?“

Mutmaßte sie, ohne jegliche Ahnung. Sie glaubte fest daran, dass niemand gerne allein sein wollte. Sie selbst wollte sich die Sinnlosigkeit ihrer Existenz ohne Rudel gar nicht ausmalen. Ihr wäre jeder Schritt unwichtig erschienen, während sie jetzt sehr zielstrebig ging.
Nach wie vor hörte sie der Wölfin neben sich zu, mit der sie sich ziemlich einig zu sein schien. Immer wieder nickte sie bestätigend, um kund zu tun, dass auch sie diese Meinung vertrat und mit Andraki teilte. Bei der Frage, ob er sein Gedächtnis verloren haben konnte, verfiel sie wieder in Grübeleien. Sie nahm alles Wissen, dass sie über den ‚Kleinen’ hatte zusammen und versuchte es miteinander zu verknüpfen.

“Nein ich denke nicht.“

Sie schüttelte den Kopf.

“Es war irgendwie anders. Als wäre seine Erinnerung verschwommen. Ein bisschen wusste er immerhin zu berichten, aber jeder Satz schien mehr Fragen aufzuwerfen, als Antworten bereit zuhalten.“

Es würde wohl am besten sein, sich noch einmal mit ihm zu unterhalten und ihm womöglich auch die Mutprobe abzunehmen, sich zu ihnen zu gesellen. Akara nahm sich vor, seinen Kontakt zu suchen, sobald sie wieder zusammen gefunden hatten. Noch waren die Gruppen immerhin getrennt und so genau wusste sie nicht, welchen Nutzen sie aus der Erkundung ziehen würden. Es war unangenehm eng.


25.02.2009 18:00




Yago


Korrianke wurde zu dem Zeitpunkt, als er sich im Laufen neben Yago und Kaya brachte, eine große Ehre zu Teil, auch wenn er davon nichts mitbekam. Yago freute sich ehrlich, ihn zu sehen. Nicht unbedingt, weil er Korrianke so mochte oder seine Gesellschaft sehr schätzte – sondern weil er ihm die Möglichkeit gab, Kaya auf ihn abzuschieben. Oder zumindest einfach den Mund zu halten und Korrianke reden zu lassen. Der weiße Rüde war einer von den wenigen Wölfen, über die Yago noch nichts Schlechtes gedacht hatte. Bis eben gerade hatte er nicht mal seinen Namen gewusst, was ihm aber schon in der Situation zuvor fast peinlich gewesen war. Nun also wusste er ihn endlich und hatte gleich noch dazu jemanden, der ihm diese Fuchsmutation vom Leibe halten konnte. Korrianke wurde eine weitere Ehre zu Teil, als er von Yago gedanklich in die Kategorie „eher sympathisch“ geschoben wurde … leider bekam er auch davon nichts mit. Vielleicht hätte ihn es ja gefreut. So aber bekam er nur ein knappes Nicken, keines Falls unfreundlich und eine kurze Antwort.

“Richtig. Es freut mich, endlich deinen Namen zu kennen. Du hast uns am Tag des Erdbebens sehr geholfen.“

Es war die Wahrheit, vielleicht war Yago ihm sogar ein wenig dankbar. Ihm und der braunen Fähe Akara, die selbstlos zur Stelle gewesen waren, als der Rest noch wie begossene Pudel im Regen herumgelegen waren. Selbst Yago wusste, dass solche Rudelmitglieder wertvoll waren. Bevor er aber zu lange solch anrührend dankbare Gedanken hegen konnte, klappte das Maul des kleinen Wolffuchses auch schon wieder auf und er musste sich für einen neuerlichen Wortschwall rüsten. Es ging um schlafen. Wenn er das jetzt gerade richtig verstanden hatte, hielt diese Kaya tatsächlich Tote für Schlafende. Vielleicht waren Füchse einfach dumm? Das konnte durchaus sein, Yago hatte bis jetzt noch nie mit einem gesprochen, aber was er so gesehen hatte schien eher auf weniger intelligente Wesen schließen.

“Wenn man tot ist, kann man nicht mehr aufwachen. Dann ist man nämlich tot.“

Seine Antwort klang ziemlich trocken und irgendwie kam er sich dämlich vor, einer erwachsenen Fähe – ob nun Wolf, Fuchs oder Hase – zu erklären, was Totsein war. Eigentlich wollte er sich viel lieber wieder abseilen und jetzt, da Kaya Korrianke hatte, könnte er das ja eigentlich tun … unauffällig huschten seine Augen auf der Suche nach einer guten Begründung abzuhauen umher.


02.03.2009 16:25




Korrianke


Erstaunt über die Quicklebendigkeit, die aus der kleinen Fähe sprudelte, blickte Korrianke sie an. Ah ja, Kaya Erúhen also, kleine Schwester Wüstenkind - das hatte er bereits aus dem Gespräch zwischen ihr und Yago herausgehört. Noch während sie plapperte, blickte er über ihren Kopf hinweg den schwarzen Rüden an, grinste und verdrehte kurz die Augen. Es lag trotz dieser Geste ein gütiger Ausdruck auf seinem Gesicht. Die kleine Fähe schien einfach maßlos Naiv und vorallem etwas unausgelastet zu sein.

"Eine Lady ist jede Fähe, die sich zu benehmen weiß, Kaya Erúhen. Kannst du dich benehmen? Dann bist du auch eine Lady."

Er lächelte sie an. Obwohl sie nervig war, schien sie ja dennoch guten Herzens zu sein. Wahrscheinlich würde ihr eine Trauermiene gar nicht stehen und wie genervt Yago auch sein mochte - denn er schien sich nach einer Fluchtmöglichkeit umzusehen - bestimmt würde auch er, wenn Kaya ersteinmal traurig war, den jetzigen Zustand zurückersehnen. Aber er hatte Recht - wenn man tot war, dann wacht man nicht wieder auf.

"Weißt du Kaya, es ist gut fröhlich zu sein, aber wenn etwas trauriges geschieht, dann ist es ebenso richtig zu trauern. Sonst frisst es einen irgendwann von innen auf, noch ehe man es bemerkt."

Anschließend wandte sich der Weiße vollends an Yago, der momentan noch bei ihnen weilte.

"Mich freut es auch, dich persönlich kennen zu lernen. Ich habe noch nicht viele Verbindungen knüpfen können, doch das Rudel fühlt sich für mich schon nach Heimat an. Jedoch ist man ein besseres Mitglied, wenn man seine Mitwölfe kennt, soviel ist sicher. Ein Außenseiter ist der Gemeinschaft keine Hilfe, nicht wahr?"

Er sah kurz zu Kaya, dann neigte er sich Yago zu und flüsterte.

"Was ist mit der Kleinen schief gelaufen, hm? Sie ist ja ziemlich verquer."

Dann lachte er leise und neigte sich unauffällig wieder von dem schwarzen Rüden weg. Er wollte die Fuchsfähe oder was es auch war, nicht kränken oder verunsichern, aber sich mitzuteilen war doch unterhaltsamer, als jeden Gedanken für sich allein zu behalten.


02.03.2009 20:02





Der Gang führte weiter und weiter, ohne dass er ein Ende nehmen wollte. Schließlich machte er aber bei beiden Gruppen an der selben Stelle einen Bogen in die entgegen gesetzte Richtung und das Rudel fand sich in einem seltsamen Raum wider. Die Decke war plötzlich viel höher, an den Wänden lag ein seltsamer, weißbläulicher Schimmer und drei Kammern öffneten sich auf der Innenseite des Raumes. In jeder Kammer wurde an den hintern Wänden eine kristallartige, spiegelnde Fläche sichtbar, die das Rudel noch in großes Erstaunen, vielleicht auch Entsetzen versetzen würde.



Kiba Telay


Die silbergraue Leitwölfin hatte sich nach noch ein paar weiteren Worten mit Iàn und teilweise auch Cílyn Nuray ein wenig zurück fallen lassen, bis sie bei Yago, Korrianke und Kaya Erúhen angekommen war. Die Stimme der aufgeweckten, redefreudigen Halbwölfin musste fast im ganzen Gang zu hören sein und so hatte sich Kiba entschlossen, ihren Freund ein wenig aus der Situation zu retten. Außerdem gab es wirklich einen Grund zur Ablenkung, der Gang ging plötzlich nicht mehr einfach nur schlicht grade aus und es wurde heller. Ob er endlich in einen größeren Raum führte? Oder etwa nach draußen und die ganze Wanderung war umsonst gewesen? Vorsichtig humpelte Kiba Telay an ihren Wölfen vorbei zur Spitze, um sich das Ganze genau anschauen zu können. Ein Blick zu Yago, ein Nicken, dann trat die silberne Wölfin aus dem Schatten des langen Ganges und ihr Blick fiel auf die schimmernden Höhlenwände. Nanu? Irritiert mit den Ohren zuckend musterte sie das weißbläuliche Licht und wandte kurz den Blick nach oben. Sie mussten hier wirklich in etwas viel Größerem sein … die Decke war nicht mehr ganz sichtbar, nur noch Schwärze über ihnen und leichte Schemen. Aber woher kam dieses Licht? Auch die Ausstrahlung, die dieser Platz umgab war … furchtbar befremdlich, seltsam. So unwirklich. Nur langsam setzte sie ihre drei lauftauglichen Pfoten wieder vorwärts, die Augen nach links gewandt, wo das Licht aus weiteren Eingängen in der Wand zu kommen schien. Wo waren sie hier nur gelandet? Vor dem ersten Eingang blieb die Silbergraue stehen, und sah plötzlich einen silbergrauen Wolf, einen Requisten an der gegenüberliegenden Wand. Erschrocken taumelte Kiba einen Schritt zurück und die Gestalt tat es ihr gleich. Verwirrt neigte sie den Kopf zur Seite. Das war sie selbst. Ihr Spiegelbild, dort in einer Kammer. Was war das nur? Etwas unsicher, gleichzeitig aber auch von Neugierde erfasst wandte sie den Kopf zu ihrem Rudel, hatte fast das Gefühl ein unechter Wind würde ihr kurz durch den Pelz fahren.

Hat jemand so etwas schon einmal gesehen?”,

fragte sie an die Wölfe gewandt und wusste nicht so recht, ob sie da nun wirklich hinein gehen sollte. Auch ihr Spiegelbild noch einmal an zu sehen, wirkte verlockend und gleichzeitig wusste sie auch hierbei nicht, ob sie es tun sollte. An der Wand konnte kein Wasser sein, sie hörte es nicht tropfen. Aber was gab es sonst, dass spiegeln konnte?


03.03.2009 15:16




Teyrm


Teyrm war ein Stück voraus gelaufen, nachdem seine Mutter so beharrlich geschwiegen hatte. Seine Pfoten trugen ihn selbst verständlich, auch wenn er bereits sein längerer Zeit ununterbrochen durch die Gegend wirbelte, lief und lief. Doch der junge Rüde war es inzwischen gewohnt zu laufen, schließlich hatte einige Monate seines Lebens nur davon gehandelt. Er erinnerte sich gerne an die Zeit zurück. An Tearl, die Zwillinge, die Zeit mit Toboe. Ja, sie waren ziemlich aneinander gewachsen. Fast wie richtige Brüder, jene, die er nicht mehr hatte. Es bekümmerte ihn wenig das sein Bruder weg war, er würde seinen weg schon gehen, viel mehr schmerzte ihn nach wie vor der Kummer seiner Mutter, über den sie allerdings noch immer beharrlich schwieg. Kurz wandte er den Kopf herum, suchte mit dem Blick beide. Erst den grauen Toboe, dann seine Mutter. Er lief die wenigen Meter, die er ihr voraus gelaufen war zurück und gesellte sich, wie selbstverständlich, an ihre Seite. Wenn sein Vater schon nicht hier war, so musste halt er an ihrer Seite bleiben.

“ Ich glaube wir haben den Gang hinter uns gelassen. Da hinten wird’s heller!”

Ließ er voller Enthusiasmus vernehmen. Wieder lief er vor nur um sofort wieder an die Seite seiner Mutter zurück zu kehren. Er wollte ihre Autorität nicht begraben.
Und dann blieb er stehen und blickte auf das Szenario vor sich, neben sich. Hell, gleißend hell, strahlend und fremd. Der Wolf, der ja doch schon einige Sachen auf seiner Wanderung erlebt hatte, öffnete den Fang etwas um zu sprechen, fand aber für den Moment die Worte nicht. Es war faszinierend. Fremdartig, Schön. Der Jungwolf hatte das anziehende Bedürfnis näher zu gehen, zu berühren, doch hielt er sich fast eisern an Adalis Seite.

“ Hell ist wohl untertrieben.”

Wisperte er, noch immer vollkommen perplex von diesem Schauspiel. Was war das? Wo waren sie hier? Hilfesuchend, diesmal wirklich seiner Jugend entsprechend suchte er nach den Augen seiner Mutter. Kannte sie das?

“Was ist das?”

Die Neugier in seiner Stimme überschattete alles. Unbehagen fühlte er nicht. Nur diese wundersame Anziehungskraft die von diesem fremdartigen Ort auf ihn auszugehen schien. Er wollte näher treten, es als erster sehen, dieses Geheimnis erkunden. Er und Toboe. Nur sie. Doch noch immer hielt er sich wacker. Wenn es etwas gefährliches war… er wollte zumindest die Antwort abwarten.


03.03.2009 17:22




Cílyn Nuray


Nach einigen Wortwechsels mit Kiba und Ián, hätte sich die Leitwöfin schließlich zurückfallen lassen. Cílyn Nuray sah ihr noch nach, dann nickte sie Ián freundlich zu. Was sollte sie denn reden, wenn es in Stille doch viel schöner war. Jedenfalls im Moment. Die Höhle warf Worte von den Wänden, das Echo wqar laut und sie mochte es nicht, wenn jemand der es nicht hören sollte etwas über sie erfuhr. Auch wenn sie ohnehin niemandem etwas erzählen wollte... Ach es war verwirrend. Diese Höhle machte sie verrückt. Sie wollte nach draußen, laufen, rennen, einfach Wolf sein. Sie zog die Stirn in falten, als der Gang in dem sie sich befanden plötzlich immer heller wurde. Mit jedem Schritt den sie sich näherten, konnte man mehr sehen, alles war in ein seltsames helles, bläuliches Licht getaucht. Doch nach Draußen kamen sie nicht, musste sie feststellen, als der Gang sich verbreitete und ihr Blick auf etwas sehr seltsames stieß. Sie kniff die Augen zusammen, um sie zu schützen vor dieser Helligkeit, die ungewöhnlich war, jetzt nach so langer Zeit in der Dunkelheit des Tunnels. Vor ihnen wurde der Weg wirklich viel breiter und ihre Stimmen erstarben leise in der Höhe der Decken. Sie waren so hoch, dass man sie kaum erkennen konnte. Sie befanden sich in einem riesigen unterirdischen Raum, einer Höhle, dessen ausmaße sie kaum begreifen mochte. Was war das? Verwundert spielten ihre Ohren unsicher hin und her, sie blickte zu Kiba, Ián und den anderen die genauso erstaunt schienen. Zumindestens die meisten. Sie mustere Kiba, die sich in eine Art Raum vorgewagt hatte, dann aber wieder einige Schritte zurück wankte. Was war dort...? Neugierig näherte sie sich auch, von einer unsichtbaren Macht angezogen. Dieses Licht, diese Aura zog sie wie magisch an. Sie musste sich einfach nähern. Und ihr gegenüber tauchte auf einmal ein anderer Wolf auf. Eine Braune Fähe. Überrascht hob sie den Kopf, und die andere tat es ihr nach. Nach Sekunden hatte sie begriffen, dass es sich um ihr Spiegelbild handeln musste. Sie blickte zur Seite.

"Ich habe keine Ahnung was das ist. Aber es ist... irgendwie merkwürdig."

Merkwürdig war das richtige Wort. Sie fühlte sich angezogen, aber gleichzeitig hatte sie ein sehr flaues Gefühl in der Magengegen, und dieses Gefühl rührte bestimmt nicht vom Hunger her. Sie war sich nicht sicher bei der Sache, es war eben merkwürdig. Und dennoch konnte sie kaum widerstehen. Sie biss sich leicht auf die Lefzen, bevor sie wieder vortrat, ebenso wie ihr Spiegelbild weiter vor ihr.


04.03.2009 09:57




Andraki


Andraki versank wieder in ihren Überlegungen, nachdem Akaravon ihrem ersten Treffen mit Sennedd etwas ehr berichtet hatte. Nur ein "Hmm.." gab sie von sich zum Zeichen, dass sie der Grauen zugehört hatte. Schweigen breitete sich aus, zumindest soweit es die beiden Fähen betraf. Um sich hörte die Braune noch die Gespräche der anderen Wölfe, teilweise recht leise Unterhaltungen, die dennoch durch Echos zu ihr getragen wurden. Verstehen konnte sie kaum mehr als den einen oder anderen Wort- oder Silbenfetzen, und sie versuchte auch nicht, die Satzfragmente zu rekonstruieren. Sie wollte nicht lauschen, obgleich sie schon neugierig war, was diese Wölfe sich zu sagen hatten.
Einmal sah sie kurz nach vorne und erhaschte den Blick des Betas, der sich gerade umsah. Kurz hielt sie Yagos Blick stand, dann senkte sie den Blick. Ganz sicher, dass er direkt zu ihr gesehen hatte, war sie allerdings nicht. Sicherlich hatte er nur einen Blick zurück geworfen um sich zu vergewissern, dass noch alle da waren.
Plötzlich geriet der Track ins stocken, vorne schienen die Wölfe stehen geblieben zu sein. Andraki hob den Blick und versuchte zu erkennen, was vor sich ging. Waren sie in eine Sackgasse geraten, mussten sie umkehren? Nein, da vorn schimmerte Licht, wenn auch recht schwach. Bläuliches Licht - hatten sie einen Ausgang entdeckt? Tageslicht bei Regenwetter schimmerte durchaus in einem leichten Blauton, wenn man aus der Dunkelheit kam. Warum aber hielten dann alle an?
Die Braune setzte sich in Bewegung und schlängelte sich an den Wölfen vor ihr vorbei, bis sie die Alpha, Yago und noch einen Wolf erreicht hatte, dessen Name ihr gerade nicht einfiel. Bestimmt hatte sie den Namen der Fähe schon gehört, als die Gruppen eingeteilt worden waren, gemerkt hatte sie ihn sich allerdings noch nicht. Wie sie zu ihrer Verwirrung schnell feststellen musste, war hier keinerlei Ausgang aus der Höhle in Sicht. Stattdessen leuchtete es aus einer Abzweigung hervor, in der die Alpha, der Beta und die andere Wölfin standen. Kurz zögerte die Zimtfarbene, dann trat sie zu den Dreien. An der Gegenüberliegenden Wand standen, in dieses bläuliche Licht getaucht, ebenfalls drei Wölfe, und auch ihnen gesellte sich gerade eine vierte Gestalt hinzu. Sie war so braun wie Andraki und erwiderte ihren wachsamen Blick. Moment mal! Andraki musterte die anderen Erscheinungen - und sie erkannte in allen jene drei Wölfe, bei denen sie gerade stand. Aber... wie war das möglich?!

"Ich wusste gar nicht, dass man sich in Eis spiegeln kann!",

entfuhr es ihr. Sie hatte nur einmal in ihrem Leben Eis gesehen, wusste, dass es sich dabei um kaltes, erstarrtes Wasser handelte und konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, sich darin gespiegelt zu haben. Die nächste Frage schloss sich sogleich in Gedanken an: Wie konnte Eis derart aufragen, dass es geradezu eine Wand bildete? Wasser, und das musste Eis ja vorher gewesen sein, bildete schließlich keine Mauer, sondern breitete sich stets flach auf dem Boden aus...
Andraki starrte auf die glatte, schimmernde Wand, die Ohren wachsam aufgestellt und der Blick misstrauisch. Sie wollte sich das näher ansehen, aber sie wollte die Entscheidung der Alpha abwarten. Wenn Kiba diese Höhle als gefährlich einstufte, würde sie keinen Schritt näher gehen. Die Wölfin, den sie nicht benennen konnte, trat vor und näherte sich dem.. Eis? Sie war nicht Alpha, aber für Andraki wirkte diese Bewegung dennoch wie ein Startsignal. Langsam trat sie ebenfalls auf ihr Spiegelbild zu - und stutzte, als sie bemerkte, dass ihr Abbild sich nicht so bewegte wie sie. Sicherlich, die Spiegel-Andraki bewegte sich vorwärts, doch sie lief geduckt, schlich geradezu. Je näher Andraki kam, desto tiefer kroch ihre Reflexion, mit an den Bauch klebender Rute. Und Wunden am Körper. Die Ohren waren zerfetzt, das Fell leicht filzig und stellenweise ausgerissen und verschorft. Andraki konnte dennoch nicht innehalten, erst dicht vor ihrem Selbst blieb sie stehen. Vorsichtig sah sie an ihrem echten Körper herab, aber da waren keine Verletzungen. Und doch schmerzte es, ihr Spiegelbild so zu sehen. Und dann öffnete es den Fang und sprach zu ihr.

~Es war ein Fehler, Andraki... ich hätte niemals bleiben sollen - DU hättest niemals bleiben sollen. Und jetzt ist es zu spät, wir können nicht gehen. Nicht mehr. Wir haben unser Leben an dieses Rudel gebunden, du und ich. Wir können nicht mehr gehen, dabei hätten wir niemals herkommen sollen! Wir beiden wussten es schon, als wir hier ankamen, du und ich. Sie sind ganz anders, so fremd.. so falsch. Ein falsches Rudel - keine Regeln, kaum eine Rangfolge, und niemand kennt seine Grenzen. Wie sollten wir hier auch leben können? Es musste ja so kommen, und wir beide wusste das, tief in unseren Herzen. Es gibt keinen Ersatz für das, was wir verloren haben...~

Andraki war erstarrte und begann, in sich zusammen zu sinken. Diese Stimme war ihre eigene - natürlich - aber sie war rau und voll Kummer und Schmerz. Gebrochen.
Das Spiegelbild schluchzte, dann zuckte es zusammen und sah sich hektisch um, auch an der echten Andraki vorbei. Und dort schien sie etwas zu entdecken, was sie zutiefst erschreckte.

~Sie sind hier! Wir müssen weg, wir dürfen nicht reden - ich darf es nicht! Vielleicht... vielleicht hast du noch eine Chance, vielleicht kannst du noch entkommen, wenn... wenn du deinen Schwur brichst. Wenn du schnell genug läufst, wenn... aber nein.. nein... das können wir nicht tun. Wir brechen unsere Eide nicht. Du wirst bleiben und es ertragen, so wie ich. Auch wenn du weißt, dass sie dich niemals akzeptieren werden. Niemals. Wir sind eben zu fremd, in allem. Allein schon im Denken. Für uns bleibt eben nur, was sie aus uns machen werden... Omegas...~

"Nein... nein..."
,

klang es, nur mehr ein heiseres Flüstern. Andraki war längst zu Boden gesunken, und nun schüttelte ein unterdrücktes Schluchzen ihren braunen Leib...


04.03.2009 14:51




Toboe Tear


Munter war der junge Rüde hin und her gesprungen, hatte immer wieder das Gespräch mit Draco und Shaí gesucht. Er hatte ihnen gelauscht, und unzählige Fragen gestellt.
Und nun standen sie alle, irgendwo waren sie stehen geblieben. Toboe stand irgendwo, er sah sich nicht um wer bei ihm war. Viel interessanter war dieses helle Leuchten, das vor ihm lag. Der Kopf des Rüden neigte sich zur Seite, während er immer etwas weiter vor schlich. Was war das bloß? Es leuchtete, alles war hell. Und in Toboe kochte die unglaubliche Neugier hoch. Teyrm stand vorne, noch immer eng bei seiner Mutter. Aber das war gerade unwichtig. Noch einige Schritte nach vorn machend stand der Graue schließlich neben seinem besten Freund, drehte den Kopf zu ihm und blinzelte.

“Sieht gut aus, oder?“

Den Kopf wieder nach vorn drehend schnippten die Ohren des Rüden durch die kühle Höhlenluft. Wirklich, wirklich interessant! Auffordernd und irgendwie wissend, dass er ihm folgen würde, grinste Toboe Teyrm zu. Ja, das war eine Aufforderung, ganz nach dem Motto „Ich weiß, dass du dahin willst!“ Also setzte sich der Graue in Bewegung, erst langsam dann sprang er los. Mit großen Augen, um auch ja keinen Augenblick zu verpassen, stürzte er in die Kammer. Und schon nach den ersten Metern geriet er ins Schwanken. Er hätte das nicht tun sollen. Er stolperte über seine eigenen Pfoten, versuchte Halt zu finden. Allerdings missglückte dieser Versuch eindeutig. Also schlug der Graue einen Purzelbaum, landete mit einem dumpfen Geräusch wieder auf dem Bauch. Er hob wankend den Kopf, schüttelte diesen einige male. Was für eine Bruchlandung. Toboe gähnte, neigte den Kopf zurück zu seinem besten Freund.

“Das kannst du nicht, du bist zu klein dafür!“

Toboe grinste breit, ließ die Rute einige male über den Boden pendeln. Er drehte sich nicht um, betrachtete nicht sein eigenes Spiegelbild. Also bemerkte er auch nicht, wie ganz langsam andere Bilder um seines herum entstanden.


04.03.2009 14:55




Jeanne


Es waren noch einige Minuten verstrichen, in denen die Weiße immer wieder prüfend zu Shanaro geblickt hatte. Sie konnte ihn einfach nicht aus den Augen lassen, nicht in solch einer dunklen Höhle. Zu groß war die Angst, dass sie ihn aus den Augen verlor und ihm etwas zustieß. Und auch Maav hatte sie immer wieder zugelächelt, seinen Erzählen für den Schwarzen zugehört. Es war ihr länger vorgekommen, als es eigentlich war. Und nun erhellte helles Licht den Gang, vor ihnen lag ein Raum, größer als die Höhle, durch die sie gerade gewandert waren.
Jeanne stand da, konnte die Augen nicht von diesem Leuchten abwenden. Sie stand recht nah bei Adali und Teyrm, wandte den Kopf jedoch immer wieder zu Shanaro herum. Und auch Maav sah sie an. Aber jetzt, jetzt ruhten die dunklen Augen auf diesem Leuchten, das aus der Kammer heraus strahlte. Toboe war der erste, der sich hinein traute. Und natürlich musste er gleich wieder scherzen. Jeanne atmete einmal tief ein, machte dann einige Schritte nach vorn. Nun konnte sie den Ursprung für das Leuchten erkennen. Sie blinzelte einige male, trat dann weiter vor. Eigentlich hatte sie nur zu Toboe gewollt, warum wußte sie selbst aber nicht. Vielleicht war es doch auch das ungewöhnliche Gefühl von Neugier? Jedenfalls trat Jeanne noch etwas vor, und blinzelte dann verwirrt an, was sie sah. Ihr Spiegelbild? Diese Wand.. schien keine Kälte ab zu setzen. Konnte es also Eis sein, in dem sie, und auch Toboe sich spiegelten? Die Weiße blinzelte erneut, machte dann einen Schritt zurück als sich weitere Bilder um ihr eigenes herum bildeten. Erschrocken drehte sie sich um, schaute die Wölfe hinter sich an. Aber direkt hinter ihr war niemand. Was war das also, was da..?
Jeanne trat noch einen weiteren Schritt zurück, als sie den Kopf wieder nach vorn drehte. Da war.. Jeannes Augen weiteten sich, während sie förmlich versteinerte. -Eine weiße Fähe stand mehr oder weniger vor ihr, die Lefzen und die Brust voller Blut. Ein hämisches Grinsen auf den Lefzen. Unter ihren Pfoten lag ein zitternder Körper, ebenfalls mit roter Flüssigkeit verschmiert. Die Augen der Fähe hatten die selbe Farbe wie ihre eigenen. Ein klares Blau, jedoch waren die Augen ihrer Mutter von Wahnsinn gezeichnet. Wahnsinnig, krank. Mochte man es nennen wie man wollte. Die Weiße schluckte, wollte zurück gehen, weglaufen. Egal was. Die Fähe wollte das alles nicht noch ein mal sehen. Aber sie konnte den Blick nicht abwenden, sie fühlte sich gezwungen, die tote Fähe an zu sehen. Während sie ihre Eltern beobachtete, machte sich ein ungutes Gefühl in der Weißen breit.

~ Sieh genau hin, meine Kleine. Sieh genau hin.. ~

Jeannes Herz raste. Ihre Mutter war seit Jahren tot, und doch schien ihre Stimme noch immer in ihrem Kopf fest zu sitzen. Ja, sie sah hin. Sie betrachtete den schlimmsten Tag ihres Lebens ein zweites Mal. Es war, als wäre sie wirklich wieder die junge Fähe, die zusehen musste, wie ihre Eltern kämpften. Ihr Fang formte Worte, Worte die sie nicht aussprechen konnte. Das Spiegelbild bewegte sich, ihre Mutter neigte den Kopf und drehte den weißen Rüden auf den Rücken. Jeannes Magen drehte sich um, während sie genau beobachtete, wie ihre Mutter sich an der Kehle ihres halb toten Gefährten zu schaffen machte. Die Weiße wollte vorspringen, die dort weg stoßen. Sie sollte aufhören! Das alles sollte aufhören. Sie wollte das nicht sehen, nicht eine Minute dieses Tages wollte sie noch einmal erleben. Jeanne kniff die Augen zusammen, drehte den Kopf weg. Tränen brannten in den Augen der Fähe, die sie nur mühevoll unterdrücken konnte. Und nun klang in ihrem Hinterkopf das Lachen der Fähe, die ihren Gefährten, den Vater ihrer Tochter, eiskalt auf dem Gewissen hatte.


04.03.2009 15:40




Shanaro


Shanaro war die ganze neben Jeanne und Maav hergelaufen, hatte plötzlich nicht mehr die Langeweile verspürt, über die er sich zuvor geärgert hatte, denn Maavs Erzählung war wirklich interessant gewesen. Natürlich hatte er dabei die Weiße noch immer im Auge behalten, aber auch die Neue, die sich als Shiyasa vorgestellt hatte. Man konnte nicht sagen, dass er sie nicht leiden konnte, aber wer Jeanne in Anspruch nahm, der hatte schon mal nicht besonders gute Karten bei Shanaro. Natürlich war es noch ein recht naiver Gedanke, doch wen kümmerte es? Er hatte seine Meinung und genau wie Maav ja eben gesagt hatte, würde er sie immer vertreten, wäre er auch der Einzige.
Doch plötzlich erlangte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Es wurde heller, ein schönes, hellblaues Licht schlich sich in die Dunkelheit der Höhle ein und der Jungwolf hob sein schönes Haupt aufmerksam. Seine Ohren schnippten sogleich nach vorn, die Antworten auf seine Fragen waren vorerst in den Hintergrund gestellt, doch er hatte sie nicht vergessen. Shiyasa jedoch beachtete er gar nicht mehr, stellte sich dicht neben Jeanne und hielt schließlich inne. Er beobachtete, wie Toboe hineinging und wollte folgen, doch als die Jotafähe sich ebenfalls in Bewegung setzte, ließ er ihr den Vortritt und setzte ihr vorsichtig nach. Was würde sie wohl dort drinnen erwarten, es sah nach einer Höhle aus, doch … Irgendwie schien da etwas nicht ganz normal zu sein. Als der Schwarze direkt am Höhleneingang stand, wusste er, was nicht stimmte. Die Wand, die war so hellblau … und schien durchsichtig zu sein. Was war es bloß? War dort drüben ein anderer Wolf? Oder anderen Wölfe? Er bewegte sich und der schwarze Wolf von drüben bewegte sich auch. Neugierig senkte er sein Haupt und auch der andere Wolf senkte sein Haupt. Verwirrt blickte er zu Jeanne, bemerkte, dass auch ihr ein anderer Wolf gegenüber stand. Und dann wusste er es, es waren Spiegelbilder.
Doch plötzlich änderte sich alles, er sah nicht mehr sich allein, er sah viele weiße Wölfe, nicht nur Jeanne. Doch jene weißen Wölfe hatten nicht den freundlichen Blick, den die Jotafähe ihm stets schenkte, ihre Augen strahlten Hass und Gewaltsamkeit aus. Shanaro erschauderte und er erinnerte sich an jene Ereignisse, die er so gerne vergessen hätte. In letzter Zeit hatte er fast gar nicht mehr an sie gedacht, doch nun wurden sie wieder mit aller Gewalt in sein Gedächtnis zurückgerufen. Er sah die Schlacht, das seine Rudel gegen das Fremde. Die anderen waren stärker, größer und mehr als die Wölfe seines eigenen Rudels. Und es war klar, welche Seite gewinnen würde. Dieser Gedanke war genau der, den er zu jenem Zeitpunkt auch geführt hatte und nun, so kam es ihm vor, spielte sich alles noch einmal ab. Er kauerte auf dem Boden, ohne es selber gemerkt zu haben, er sah aus seiner Wurfhöhle heraus und es schien ihm, als würde der metallische Geruch von Blut in der Luft liegen. Der Jungwolf hörte das Knurren, den Kampf und er sah, wie Bekannte und Freunde jaulend zu Boden gingen. Sie starben in Ehre, sie starben für die Überlebenden, also für ihn. Die meisten starben im Kampf, die anderen verbluteten hinterher und noch heute konnte Shanaro den Geruch der Verwesung nicht vergessen. Ein heiseres, lautes Jaulen entfloh seiner Kehle und er schloss verbittert die Augen. Sein Verstand drehte durch, er konnte sich all dies nicht erklären und wusste einfach nicht, wieso sich seine Vergangenheit so real noch einmal vor ihm abspielte.
Schnell wandte sich Shanaro ab, doch noch immer hallten die Geräusche des Kampfes ihn seinen sensiblen Ohren. Als er jedoch die Augen wieder aufschlug, merkte er jedoch, dass die Bilder verschwunden waren? Mutig drehte er sich wieder um und wieder sah er das Schauspiel und noch bevor er Zeit hatte, darüber nachzudenken, packte ihn auch schon wieder die Angst. Abermals wandte er sich ab und fand schließlich die Zeit zu stutzen. Wie konnte es sein, dass diese Höhle ihm seine Vergangenheit zeigte? Shanaro war viel zu verängstigt, zugleich jedoch auch verärgert, um darüber nachzudenken. Er fürchtete sich vor der Erinnerung, hasste sich jedoch selber für seine eigene Furcht, er wollte mutig sein und so wandte er sich ab und trat zu Jeanne, die so niedergeschlagen aussah wie er. In lauter Aufregung hatte er ihre Anwesenheit beinahe vergessen, aber nur beinahe! Wie könnte er sie auch vergessen!
Jaulend schmiegte sich der Schwarze an ihr weiches, weißes Fell, versuchte ein schaudern zu unterdrücken und brachte es fertig, ihr aufmunternd über das Gesicht zu schlecken, dennoch war nicht zu übersehen, wie verstört und verängstigt er war.

“Jeanne, was war das?“

Fragte er und wunderte sich darüber, dass seine Stimme nicht einmal zitterte. Er wirkte viel mutiger, als er in Wirklichkeit war.


05.03.2009 20:31




Yago


Yago hatte Glück gehabt. Mal wieder war Kiba wie aus dem Nichts aufgetaucht und hatte ihn mit irgendwelchen vollkommen unwichtig wichtigen Dingen von den anderen abkapseln können. Weg von dem quasselnden Fuchs. Das war eine Erleichterung gewesen, zog er doch die Stille allen Worten vor. Jetzt war er mit einem Haufen anderer Wölfe in einen engen Gang gesperrt und da war es ihm noch ein wenig wichtiger, zumindest einen Rest seiner Ruhe bewahren zu können. Diese Wolfsmutation hätte ihm die auf Kurz oder Land wohl geraubt. So aber hatte er wieder neben Kiba laufen und nach kurzer Zeit feststellen können, dass es tatsächlich etwas Ungewöhnliches zu sehen gab. Licht. Das war hier eher rar gewesen aber mit jedem Schritt tiefer in den Berg hinein wurde es ein wenig heller. Bläulich hell, ein Farbe die an Winter und Kälte erinnerte. Nicht unangenehm. Auch der Raum um sie herum war größer geworden, das beklemmende Gefühl der Enge war etwas zurückgewichen. Sein Blick folgte dem Wanderenden Kibas und blieb ebenso wie ihrer an dem seltsamen Höhleneingang hängen. Hell leuchtete es daraus hervor. Zögernd folgte er den humpelnden Schritten der Leitwölfin und hielt erneut neben ihr inne, den Blick auf das große leuchtende Etwas gerichtet. Kiba schien sich vor ihrem Spiegelbild zu erschrecken, Yago nahm es gelassen zur Kenntnis. Sein Blick erkundete erneut den Raum, aber viel zu sehen außer dem großen Leuchten gab es nicht. Er kräuselte leicht die Stirn. Jetzt trafen auch die ersten Rudelmitglieder auf sie, jeder schien erstaunt und zögerlich. Andraki schließlich fasste seine Gedanken in Worte – Eis, was sollte es sonst sein? Dass man sich in Eis spiegelte war nicht mal so ungewöhnlich, es kam nur auf die Lichtverhältnisse an. Wobei Yago zugeben musste, dass man sich in vor Licht nur so strotzendem Eis eher weniger gut spiegeln konnte. Andraki derweil traute sich als erste weiter in den Raum hinein und durchlief dabei eine seltsame Verwandlung. Zuerst verstand Yago gar nicht, was gerade vorging, dann erst sah er, dass das Spiegelbild und die reale Andraki nicht mehr überein stimmten. Die eine kroch vernarbt am Boden, die andere schüttelte sich schluchzend. Und ging irgendwann auch zu Boden. Yagos Ohren waren nach hinten gezuckt.

“Was geht hier vor?“

Etwas sagte ihm, dass es möglicherweise sehr intelligent wäre, lieber keinen Schritt weiter in den Raum hineinzugehen. Das Spiegelbild Kibas, Cylins und sein eigenes verhielten sich noch vollkommen normal, aber möglicherweise würde sich das ebenfalls ändern. Andraki sah zwar ziemlich fertig aus, aber augenscheinlich schien sie nicht in Gefahr zu sein und bedurfte damit auch keiner Hilfe. Yago rührte sich nicht vom Fleck.


06.03.2009 16:16




Teyrm


Teyrm schauderte vor Anspannung die ihm durch die Glieder schoss. Er brauchte seine ganze Konzentration um auch noch ja still neben Adali zu bleiben. Zu gerne wäre er vorn gerannt und hätte sich das Leuchten angesehen das aus den Wänden fiel. Diesen sonderbaren spiegelnden Wänden. Teyrm hatte so etwas noch nie gesehen umso mehr interessierte es den jungen Rüden, der doch so gerne alles kennen wollte. Aber als sein bester Freund dann schließlich an ihm vorbei stob und mit vollem Karacho vor dem Spiegel landete, war es auch bei ihm vorbei. Er warf der ebenso verwirrten Adali einen entschuldigenden Blick zu und setzte einen Schritt vor. Er hörte Toboes Worte und grinste.

“ Tob, damit verjagst du vielleicht Füchse, aber nicht dein Spiegelbild.”

Spottete er und blickte seinen Freund triumphierend an. Er beobachtete wie seltsam sie sich benahmen und lehnte den Kopf leicht schief. Was war denn? Warum sah nun auf einmal jeder so aus, als hätte er den Tod persönlich gesehen oder gar Schlimmeres? Die Ohren des aschfarbenen Rüden lehnten sich etwas zurück, dennoch trat er etwas näher und schüttelte sich im nächsten Moment. Was zum? Er sah an Toboe vorbei auf dessen Spiegelbild. Er selbst stand mit dem Rücken dazu, doch Teyrm blinzelte verwirrt. Sein Blick tanzte vom Toboe vor ihm, zum Spiegeltoboe. Was zum? Im Spiegel war der silberne Rüde nicht allein. Aber so vor ihm schon.

“ Ähh Tob?”

Fragte er verunsichert und trat an die Seite seines besten Freundes. Vorsichtig, diesmal nicht ganz so feste wie sonst knuffte er ihm in die Seite, als wollte er sich vergewissern das sein Freund auch real und da war. Und auch nicht so verängstigt wie die Anderen. Erneut ließ er den Blick gleiten, über Jeanne die eigentlich fast weinte, Shanaro der sich winselnd an seine Seite presste. Die Gruppe und schließlich Adali. Fast schon hilfesuchend blickte er sich zu seiner Mutter um. Und für den Moment vermisste er seinen Vater stärker, als jemals zuvor. Ja er wünschte der Schwarze wäre hier. Sicherlich hätte er gewusst was hier los war. Und er hätte sie alle beschützen können mit Adali an seiner Seite. Doch so wie allein wie sie nun war, bezweifelte der Rüde das sie dies nun konnte. Teyrm wandte den Blick zu Boden und atmete einmal durch. Wenn sein Vater nicht da war musste er einmal mehr stark sein. Er wollte es. Sicherer als zuvor hob der junge Wolf seinen Blick an und richtete ihn auf sein eigenes Spiegelbild. Wenn er heraus finden wollte was hier los war, sollte er am besten damit anfangen. Alle schienen sich vor den sonderbaren Spiegelbildern zu erschrecken. Und tatsächlich zuckte der Rüde zusammen. Der Mut der zuvor noch in seinen hellen Augen gebrannt hatte, verflog so rasch wie er gekommen war. Geschockt blickte er auf sein Spiegelbild und unweigerlich stellten sich sein Nackenfell auf. Die Blicke aus dem Spiegel bohrten sich in ihn wie Pfeile und ein dumpfes Winseln drang aus seiner Kehle, halb erstickt. Unwillkürlich lehnte der junge Wolf die Ohren zurück und blickte die bekannten Gesichter im Spiegel an. Wie finster ihre Gesichter waren. Wie hasserfüllt. Und Teyrm machte sich unwillkürlich klein. Kauerte sich zusammen. Rasch vor Angst ging sein Atem.

“ Das kann nicht sein…”

Murmelte er sich selber zu, während alles um ihn herum vergessen schien. Toboe, Adali, alle waren sie fort. Nur er und sein Spiegelbild blieben zurück. Voller Augen die ihn hasserfüllt musterten. Voller geöffneter Fänge die nach ihm haschten. Und purer Abweisung. Niemand wollte ihn mehr haben. Er war allein auf dieser Welt. Und sie hassten ihn.


07.03.2009 15:09




Kiba Telay


Noch während Kiba Telay zu den Wölfen ihrer Gruppe zurück blickte, traten auch schon Cílyn und Andraki nach vorne. Yago war längst wieder an ihre Seite getreten und erst die zimtfarbene, noch neue Wölfin betitelte die seltsame Materie mit einer Bezeichnung. Eis? Eis. Der Blick der Silbergrauen heftete sich wieder auf die spiegelnde Fläche. Eis klang logisch. Aber es ging überhaupt nichts Kaltes von dort aus und irgendwie … ja, es mochte Ähnlichkeit mit gefrorenem Wasser haben, aber irgendwie auch nicht. Nur ein „Hm.“ verließ Kibas Kehle und sie beobachtete, wie sich Andraki langsam der spiegelnden Fläche näherte. Moment mal? Plötzlich sehr verwirrt huschten die leuchtend blauen Augen der Silbergrauen hin und her. Die Bewegungen Andrakis stimmten plötzlich nicht mehr mit denen im Spiegel überein. Wie konnte das denn sein? Halluzinierte sie plötzlich? Auch ein paar Mal Blinzeln änderten diese Tatsache nicht. Mit leicht zurückgedrehten Ohren warf sie einen schnellen Blick zu Yago, der das Ganze aber mit einem ähnlichen Gesichtsausdruck bedachte, wie sie. Sie sah wieder nach vorne, mittlerweile hallten leise Stimmen durch die Kammer, die nach Andraki klangen. Was ging hier vor sich? Ja, der Schwarze neben ihr stellte die richtige Frage, aber sie kannte keine Antwort. Sie wusste nur, dass da eine geschundene, zimtfarbene Wölfin im Spiegel zu sehen war und die echte Wölfin vor ihr zusammen sackte. Das war das Signal für Kiba ein zu schreiten. Auch wenn etwas tief in ihr sagte, dass sie auf keinen Fall dort hineingehen sollte. Auf anderer Seite, bewegten sich ihre drei Läufe aber fast automatisch.
Die Leitwölfin steuerte vorsichtig auf Andraki zu, heftete den Blick auf sie und versuchte nicht auf ihr Spiegelbild zu achten. Ihr eigenes in den Augenwinkeln, wollte sie eigentlich auch nicht beachten, doch da ihr schemenhafte Gestalt auch allmählich seltsam vor kam, musste sie den Kopf heben … und erschrak fürchterlich. Vor ihr stand ein großer, hellgrauer Wolf, durch dessen Fell sich dunkelgraue, fast schwarze Strömungen zogen, ähnlich wie bei ihr. Augen von einem dunkleren Blauton sahen ihr kühl entgegen und Kiba spürte, wie sich ihr Herz zusammen zog. Sie blieb stehen, fast neben Andraki angekommen.

P-papa …?“,

flüsterte die Requistin ganz leise und spürte sich vor dem großen Rüden kleiner werden. Warum … warum sah er sie so an?

~ Sieh dich um Kiba. Schau es dir genau an. Erkennst du das wieder? ~

Der Wolf nickte mit dem Kopf hinter sich und ganz blass waren mit einem Mal weitere Gestalten hinter Kisháru zu erkennen. Ein Schauplatz tat sich auf, sieh sah ihr eigenes Rudel, die Wölfe, wie sie hin und her rannten, aufgeregtes, ängstliches, nein panisches Jaulen hallte in ihrem Kopf wider. Kibas Augen weiteten sich, während ihr Herz anfing immer schneller zu schlagen. Nein …
Sie konnte Adali erkennen, die sich rückwärts taumelnd dem Boden näher drückte, dann kamen zwei große, lange Gestalten in das Bild und stießen mit irgend etwas auf ihre Freundin nieder. Blut spritzte und ein grässliches Jaulen war zu hören. Nein!
Verstört stolperte Kiba einen Schritt nach hinten, hatte vor Schreck auch mit ihrer verletzten Pfote aufgesetzt und zuckte umso heftiger zusammen, fiel beinahe. Nein! NEIN! Nicht das! Die Wesen auf zwei Beinen zogen das lange Holz wieder aus dem Körper der Phönixwölfin, Blut tropfte von überall. Verschwommen nahm sie im Hintergrund weitere solcher Gestalten wahr, weitere ihrer Wölfe, die zu Boden gingen, mehr und mehr färbte sich der Spiegel vor ihr rot. Aber ihr Vater stand immer noch da und regte sich noch. Plötzlich konnte sie Yago hinter ihm erkennen und die Angst glitt ihr so eiskalt in den Nacken, dass sie anfing zu zittern. Er rannte, doch die Kreaturen verfolgten ihn, er stürzte … und wurde unter ihnen begraben.

Nein!“,

entfuhr es Kiba laut und sie kniff die Augen zusammen, wollte das nicht mehr sehen. Nein! Nicht wieder! Nicht ein zweites Mal! Warum, warum musste sie das sehen!? Warum!?

~ Du konntest sie nicht beschützen. Es ist wieder passiert und wieder sind alle außer dir tot. Du hast versagt. ~

Die Requistin senkte den Kopf tief, während noch ein brüchiges „Nein …“ ihre Kehle verließ. Ihre Läufe zitterten, sie stand auf allen vier Läufen, obwohl durch die verletzte Pfote ein schmerzhaftes Zucken ging. Doch anders fürchtete sie ebenso zu Boden gehen zu müssen, wie Andraki. Was passierte hier? Warum? Warum zeigte er ihr das!? Sie … sie hatte am Ende also wirklich versagt. Sie war unfähig … sie hatte es doch schon immer befürchtet!


07.03.2009 16:19




Yago


Es wäre sicher alles gut gegangen. Hätte Kiba sich nicht entschlossen, Andraki helfen zu müssen, obwohl die doch offensichtlich nur irgendwelche Probleme mit ihrem Spiegelbild hatte. Als die Graue also loslief, spürte Yago sofort, dass die Situation ihm entgleiten würde. Am liebsten hätte er Kiba einfach aufgehalten, aber er fand nicht schnell genug eine Möglichkeit. Also stand er weiterhin starr da und sah zu wie das Schicksal seinen Lauf nahm. Es kam, wie er erwartete hatte. Auch Kibas Spiegelbild schien sich entschieden zu haben, sich selbst zu langweilig zu finden. Es wandelte sich zu einem Wolf, der ihr erstaunlich ähnlich sah, aber weit aus älter, zudem ein Rüde. Yago war sofort klar, dass er dort entweder Kibas Vater oder Kibas Bruder vor sich sah. Jetzt entdeckte auch Kiba selbst, was aus ihrem Spiegelbild geworden war und klärte Yago auf, dass es ihr Vater war. Sie klang entsetzt. Sofort schaltete sich sein Beschützerinstinkt ein, doch noch hielt ihn das Wissen, diesem spiegelnden Eis nicht zu nahe zu kommen, an seinem Platz. Als nächstes geschahen hinter Kibas ater eine Menge Dinge, die Yago aus der Entfernung kaum erkennen konnte … doch der Tod hing über dieser Szene wie schwerer Nebel. Der Schrei Kibas brach jede Starre, schon war Yago losgesprungen, dem blauen Leuchten entgegen, als würde er es verjagen können. Mittlerweile war Kiba zusammengesunken, auch wenn sie sich noch immer auf den Pfoten hielt. Im Eis war weiterhin das Bild ihres Vaters und im Hintergrund – jetzt für Yago zu erkennen – mehrere tote Wölfe und Zweibeiner zu sehen. Schlitternd stoppte er neben Kiba, wollte den Kopf zu ihr hinabsenken, bevor er sein eigenes Spiegelbild sehen konnte und schaffte es natürlich trotzdem nicht. Er selbst war nicht mehr zu sehen, ein Herbstwald lag vor ihm, feuerrote Blätter segelten beständig hinab, alles war braun-rot-gold. Einen Herzschlag lang war er wie gelähmt, dann erzitterte sein Körper. Weit im Hintergrund des Bildes tauchte eine schwarze Gestalt auf, tobte, schrie, kratze, brüllte, fegte durch den Wald als wäre er der Teufel selbst. Die Gestalt war klein und undeutlich, trotzdem wusste Yago ganz genau, wer das war. Sein Atem ging gepresst und in schnellen Stößen. Endlich hatte er seinen Blick von dem Bild losgerissen und den Kopf zu Kiba gesenkt. Sein Körper schob sich vor das „Spiegelbild“ der Grauen, sodass sie es nicht mehr sehen konnte.

“Komm Kiba, wir gehen.“

Es war keine Bitte und nur noch am Grad einer Aufforderung. Viel eher ein sanfter Befehl, ausdrückend, dass er ihn durchsetzen würde. Nicht aus Respektlosigkeit und ebenso wenig als Beta und damit Untergebener Kibas … sondern als Freund. Seine Gedanken rasten immer wieder zu seinem Bild im Spiegel, die tobende Gestalt … ein Angstschauer erzitterte erneut seinen Körper. Der Gedanke an diese Zeit ließ ihm kaum Raum zum atmen. Wie ein Ertrinkender versuchte er etwas anderes zu finden, an dem er sich festklammern konnte um nicht hinabzusinken. Kibas Bild. Die sterbenden Wölfe, ihr Vater, der mit ihr zu sprechen schien. Was mochte das bedeuten? Hatte sie die Zukunft gesehen? Nein, das war Humbug. Sein Bild war schließlich nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit gewesen. Oder beides. Sein Bild war die Waffe, mit der man ihn zur Strecke bringen konnte.


09.03.2009 10:31




Leikuna


Leikuna lächelte der weißen Welpin noch immer munter zu, als sie ihr Ares vorstellte. Einen Blick zurückwerfend nickte Leikuna wie von selbst in dessen grobe Richtung, und tappte vorsichtig mit der Pfote nach Yacaru.

"Und warum guckt er immer so grummelig?"

fragte sie die Kleine, und hüpfte gut gelaunt weiter den anderen hinterher, darauf achtend etwa auf Höhe der Kleinen zu bleiben, ohne sie umzuwerfen.
Schließlich kam alles zum Stillstand, und Leikuna versuchte über die Wölfe hinwegzusehen was da war...Yago war da vorne, mit Kiba, und sie wurden blau angeleuchtet...blau? Das war seltsam, das musste sie sich näher ansehen! So oder ähnlich hatten die anderen auch entschieden, und auch Andraki setzte sich in Bewegung nach vorne.

"Komm, lass uns nachsehen!"

forderte sie die Welpin auf, und lief schon hinter der Zimtfähe her, in Richtung des Leuchtens.
Leikuna machte sich nicht die Mühe abzuwarten, drehte jedoch eine Runde um Yago, bevor sie sich dem leuchtenden Raum zuwand - etwas bläuliches sah ihr entgegen, und Andraki und eine Braune traten ein - Leikuna war viel zu fasziniert von dem blauen Spiegel, um zu bemerken was mit Andraki geschah - stattdessen erahnte sie sich selbst im Raum, und wollte auch schon hineinlaufen, als Kiba a ihr vorbeihumpelte - erst jetzt bemerkte sie Andrakis Veränderung, und deren zerschlagenes Bild im Spiegel - und sah so erschrocken wie fasziniert zu, wie auch Kiba von einem völlig falschen Bild praktisch zu Boden gezerrt wurde.
Immernoch völlig steif bemerkte sie Yago, der nun an ihr vorbeizog und zu Kiba gelangte. Perplex und intuitiv folgte sie ihm, drehte vor Kiba ab und erreichte Andraki. Leikuna hatte sich keine Mühe gemacht nicht in den Spiegel zu sehen, aber was sie sah war nichts als sie selbst - ganz allein, hoch auf einem Fels stehend, und auf ein Rudel herabsehend. Ihr Rudel.
Die Verantwortung hatte ihr die Verspieltheit genommen, und sie bemerkte das Zittern ihrer Läufe bei diesem verqueren Anblick. Wie könnte sie jemals in eine so unheimliche Situation geraten! Nie! Niemand wäre blöd genug sich ihr anzuschliessen. Oh nein! Sicher nicht!
Sie war Omega, und sie würde es immer bleiben, jawohl!
Gerdae wollte sie sich wieder Andraki zuwenden, als eine weitere schneeweiße Gestalt zu ihr auf den Hügel trat. Verletzt und mit vernarbtem Gesicht stand Gaia vor ihr, tief geduckt und verängstigt flüsterte sie ihr irgendetwas zu. Die Spiegel-Leikuna begann zu knurren, machte einen Schritt, dann einen Satz vor, und fiel über die hilflose Fähe her.
Blut verunzierte ihr Fell, unwirkliche Schmerzensschreie erfüllten plötzlich den Raum, und die Weiße stand wie gebannt vor ihrem Ebenbild, die gelben Augen vor Schreck weit aufgerissen.

"NEIN!"

Ohne jede Vorwarnung brüllte sie ihr Spiegelbild an, riss den Kopf zur Seite und sah Andraki neben sich am Boden. Unsanft biss sie in deren Nackenfell, und zerrte sie rücksichtslos vom Spiegel weg, sich weder umsehend noch nach vorne blickend - ihr einziges Ziel war hier raus zu gelangen, und Andraki musste mitkommen.
Erst als sie aus dem Raum heraus trat, Andraki losliess und ihr Fell auf der Zunge spürte, realisierte sie die letzten Minuten so richtig - und sah in etwa so entsetzt zu Andraki hinab, wie sie noch eben auf ihr Spiegelbild gesehen hatte.

"H-hab ich dir - äh - hab i-ich dir wehgetan?"

das leichte Zittern ihrer Läufe so erfolglos wie verzweifelt zu verbergen suchend stand sie vor ihr, und wusste ganz genau dass sie soeben ihrer beider Spiegelbilder ein Stück näher an die Wahrheit gebracht hatte...


09.03.2009 14:33




Ián


Iàn lief einfach immer weiter. Er fühlte sich etwas unwohl, weil die Rolle des Schmeichlers so gar nicht zu ihm passte. Es fiel ihm einfach schwer, die richtigen Worte zu finden, die, die den anderen Wölfen gefielen, weil er ihnen gar nicht unbedingt gefallen wollte. Also beobachtete er einfach die anderen Wölfe, sehr aufmerksam, sehr interessiert. Aber nichts schien ihn so wirklich zu packen, da war nichts, dass er sein wollte, oder nicht schon war. Und deswegen fühlte er sich so nach... Nichts. Er seufzte, beschleunigte die Schritte wieder etwas. Er dachte an Faromir. Sie waren sich so nah gewesen und er war abgehauen, einfach so, weil es einfach gewesen war. Viel zu einfach. Kurz hatte er ihn vermisst, aber im nächsten Moment hatte er sich erinnert, warum er fort gegangen war. Und nun lief er hier, mit diesem Rudel, ein neues Leben. Er konnte immer wieder anfangen. Jeder Ort, ein neuer Wolf. Es war so einfach, er war so frei. Absolute Freiheit. Er war an niemanden gebunden.
Plötzlich fühlte sich der Graue ausgesprochen gut, ein Lächeln zierte die grauen Lefzen und der Blick war gehoben. Er sprach nur ab und zu mit Kiba, wirkte jetzt aber deutlich aufgeweckter. Als es heller wurde spitzten sich seine Ohren und die gelb-grünen Augen untersuchten neugierig die Umgebung. Er wusste nicht, wo sie hinkommen würden, niemand hier wusste das. Es war ein Abenteuer, eine Überraschung für sie alle. Iàn malte sich Bilder aus. Ein weiteres Tal, eine riesige Höhle, mit einem Loch an der Decke, durch das Licht einfiel. Eine Ebene. Vielleicht waren sie auch einfach nur auf der anderen Seite des Tals. Er wusste es nicht. Er malte sich alles mögliche aus. Aber nichts davon kam dem gleich, was er sah. Er war neben Kiba zum Stehen gekommen und starrte auf diese riesige, glänzende, blaue Masse. Er achtete zu erst gar nicht auf sein Spiegelbild, viel mehr auf diese Wand im gesamten. Es war riesig und hell. Und wunderschön. Erst eine Bewegung ließ ihn auf das Spiegelbild sehen, er war aber nicht sehr erschrocken, eher fasziniert. Da waren sie. Sie alle. Starrten dieses Ding an, das so toll aussah, so einzigartig. So unglaublich. Er konnte nicht mehr tun, als es einfach nur anzusehen. Für Sekunden, oder Minuten, oder Stunden. Ein Kribbeln durchlief seinen Körper, weil das hier wirklich so unglaublich schön war. Sein Herz schlug schneller und der Graue begann beinahe zu Strahlen. Er hörte Kiba's Frage, aber er konnte nicht sprechen, sich nicht ein mal bewegen. Es überwältigte ihn, machte ihn sprachlos. Er sah im Augenwinkel, wie Andraki als Erste den Raum betrat, sich auf den Spiegel zu bewegte. Iàn realisierte schnell, dass das Spiegelbild sich veränderte. Es spielte verrückt. Tat nicht mehr das, was man von ihm erwartete. Die Augen des Jungwolfes weiteten sich und starrten gebannt auf die Szene. Aber es machte ihm keine Angst, überhaupt nicht. Immer noch war er fasziniert. Immer mehr Wölfe strömten in die Kammer und in der Höhle spielten sich ganze Geschichten ab. Stimmen vermischten sich und wurden lauter. Irgendwie war es beängstigend und wäre Iàn nicht so gebannt gewesen, von dieser Schönheit, hätte er vielleicht auch erkannt, was die Wölfe da sahen. Wie schrecklich das war. Aber er nahm nur das Gesamtbild war. Die Stimmen, die Bilder. Die große, blaue Masse. Und wie alles zu einem wurde. Zu einem Raum, der alles verändern konnte. Leikuna kam zurück, zerrte Andraki mit sich. Der Rüde trat erschrocken einen Schritt zurück, sah die beiden Fähen an.

„Hey! Was zum Teufel machst du da?"

Fragte er entsetzt, aber Leikuna ließ die Braune schon wieder los. Prüfend sah er die weiße Fähe an. Sie schien verängstigt. Was war denn mit ihr los? Langsam wanderte sein Blick zurück zu dem Spiegel und diesmal passte er besser auf. Sah sich die Szenen an. Er sah ein Monster, das wütete, er sah rote Blätter. Er sah tote Wölfe, Wölfe die töteten. Er sah schreckliche Bilder und auf der anderen Seite gebrochene Wölfe, die in sich zusammen fielen. Schluchzten und schrieen. Er hörte die Stimmen, die grausame Sachen sagten. Und plötzlich hatte das alles an Schönheit verloren. Beinahe enttäuscht sah er zu den zwei Fähen, die jetzt neben ihm waren. Alles war zerstört. Der Raum war nicht schön. Im Gegenteil, er machte alles kaputt. Er machte die Wölfe kaputt. Er machte ihnen Angst. Er machte sie traurig.

„Das ist... nicht normal."

Seine Stimme war zögerlich. Er war verwirrt, komplett verwirrt. Zuvor hatte er einfach nur die Schönheit genießen können. Jetzt war das vermischt mit dieser Grausamkeit. Es war nicht mehr wirklich schön. Aber auch nicht hässlich. Es war etwas Schönes, das schreckliche Dinge machte. Mit den Wölfen. Mit ihren Herzen. Er starrte auf sein Spiegelbild. Es rührte sich nicht. Wahrscheinlich musste man die Kammer betreten. Er schüttelte den Kopf, sah wieder zu Andraki und Leikuna.


09.03.2009 15:26




Andraki


Omegas. Das Wort hallte in ihrem Kopf mit unzähligen Echos wider, wollte und wollte nicht verstummen und gewann immer dann wieder an Stärke, wenn es schwächer zu werden schien. Die Braune wagte nicht aufzusehen, wollte ihr geschundenes Selbst nicht sehen. Vielleicht konnte sie sich davon überzeugen, dass sie gar nichts gesehen und gehört hatte, dass sie nur träumte. Ein Albtraum. Es musste einer sein! Sie befand sich gar nicht in dieser Höhle mit dem spiegelnden Eis! Warum nur waren dann diese Gefühle so verdammt intensiv, wie sie im Traum nicht sein durften?! Warum zitterte sie dann so, warum fühlte sich alles so real an, warum konnte sie sich nicht zum Erwachen zwingen? Die Antwort war so schrecklich wie ihr Spiegelbild es war und das, was es ihr erzählt hatte. Über ihre Zukunft. Zukunft! Sie würde Omega werden, unwürdig, geschunden und verachtet. Kein Teil der Gemeinschaft, vielmehr ein nichtsnutziges Anhängsel, ohne Sinn im Leben und ohne Aufgabe. Andraki spürte, wie sich in ihr ein Loch auftat, sie zu verschlingen drohte und nur Leere hinterließ. So musste sich ein Omega fühlen... leer. Die Braune schluchzte, die Tränen konnte sie nicht länger zurück halten.

~Nein! Nein, bitte nicht... nein!~

Die erschrockenen Schreie ihres Spiegelbildes ließen die Zimtfarbene entsetzt aufsehen. Ihrem Abbild hatte sich Kibas hinzugesellt, aber von den freundlichen Zügen, die die Alpha bei ihrer Begrüßung sie zur Schau getragen hatte, war nun nichts mehr zu sehen. Stattdessen zeigte sich Wut und Abscheu im Gesicht der Grauen. Sie sagte nichts, sondern bleckte die Zähne und biss auf die Spiegel-Andraki ein. Unwillkürlich zuckte die echte Fähe ebenfalls zusammen, als ihr Abbild schmerzlich aufjaulte. Und plötzlich wurde sie gewahr, dass da jemand tatsächlich bei ihr war. Die Braune wandte sich erschrocken in die Richtung, in die sich auf ihr Bild gewandt hatte, doch da war niemand, nur die nackte Höhlenwand. Verwirrt sah Andraki in die andere Richtung, und entdeckte die echte Kiba bei sich. In ihren gelben Augen zeichnete sich Entsetzen ab.

"Nein! Nein, bitte nicht...! Ich flehe Euch an, Kiba, Hohe Alpha, tut mir das nicht an! Ich schwöre, ich werde immer ein gutes Rudelmitglied sein, ich will Euch nie enttäuschen! Bitte, ich tue, was Ihr verlangt, aber bitte.. macht mich nicht zur Omega.. bitte...!"

Ihre Stimme verklang in einem neuerlichen Schluchzen, und die Zimtfarbene musste den Kopf senken und die Augen schließen. Am Rande registrierte sie, dass noch zwei Wölfe dazu kamen. Einen erkannte sie an der Stimme als Yago, was sie nicht gerade beruhigte - weder sein Auftauchen noch seine Worte.
Und dann war da jemand direkt bei ihr, und kurz darauf spürte sie Zähne in ihrem Nacken. Andraki hielt die Augen geschlossen, verkrampfte sich, winselte. Sie war überzeugt, dass das Geschehen im Spiegel nun Wahrheit werden wurde, dass die Alpha sie verachtete und strafte. Damit war es dann wohl besiegelt.. sie würde Omega werden...
Die Gestalt zog und zerrte an ihr, zwang sie damit auf die Beine. Um zumindest einem Teil des Schmerzes zu entgehen, stolperte die Braune so schnell ihr das möglich war mit der Gestalt mit, die sie noch immer für Kiba hielt. Endlich wurde sie losgelassen, und Andraki sackte an Ort und Stelle zusammen. Dann war da die Stimme eines Rüden, aber was er sagte, ergab keinen Sinn. Er wagte es doch nicht etwa wirklich, das Tun der Alpha in Frage zu stellen?! Narr, es würde ihn auch noch treffen! Und da erklang eine zweite Stimme - die einer Fähe, aber nicht die Kibas. Überrascht öffnete Andraki die Augen und sah auf. Direkt neben ihr stand eine helle Fähe und sah sie schuldbewusst an. Verwirrt erwiderte die Zimtfarbene ihren Blick und sah sich dann um. Sie hatte den Raum verlassen, ihr Spiegelbild war klein und fern und sah genauso verwirrt aus wie sie sich fühlte. Kiba und Yago befanden sich noch darin, machten jedoch gerade kehrt. Wer hatte sie dann...? Ihr Blick glitt zurück zu der Weißen. Erst jetzt sickerten die Worte zu ihr durch, die jene an sie gerichtet hatte.

"Ein.. e-ein wenig..",

erwiderte sie. Eigentlich war das eine Untertreibung, aber tatsächlich waren die größten Schmerzen seelischer Natur gewesen. Und waren es noch, nur schwach durch ihre Verwirrung gedämpft.

"W-Was ist passiert?"

Sie hatte aufgehört zu weinen, spürte aber noch die heiße Nässe auf ihren Wangen, die ihr das Fell verklebte...


09.03.2009 17:02

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 00:41
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Cave of Mind
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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 10




Kiba Telay


Der Silbergrauen war es unmöglich, sich von der Stelle zu rühren. Ihr Körper bebte, während sich selbst vor geschlossenem Auge immer wieder die selben Szenen wiederholten. Flackernd. Wechselnd. Mal waren es die Wölfe ihrer Familie, ihres alten Rudels, dann wieder die Wölfe ihres Rudels. Ihre Freunde. Ihre Kinder! Ein Wimmern verließ Kibas Kehle, während sie die Augen noch fester zusammen kniff. Und doch meinte sie, noch immer den Atem ihres Vaters vor sich zu hören und das Schreien der Wölfe. Es war da. Sie musste nur die Augen aufmachen und alles würde wieder da sein. Es war kein Traum, es war vor ihr! Was würde nur geschehen, wenn sie nach vorne trat und ihr Spiegelbild berührte …? Würde um sie herum dann alles in Scherben auseinander brechen? Die Leitwölfen spürte Tränen in ihren Augen brennen. Tränen, nach so langer Zeit. Aber sie wollte doch nicht mehr weinen, sie hatte doch versprochen stark zu sein und sich nie wieder so gehen zu lassen! Aber plötzlich war da etwas. Sie hörte ein Geräusch, spürte einen Windhauch und als sie die Augen erschrocken aufriss, stand Yago bei ihr. Aber auch er verharrte in Starre. Er musste sehen, was sie sah, immerhin hatte sie auch Andrakis Spiegelbild sehen können. Für was hielt er sie wohl nun? Doch als sie den Blick wandte, war dort, wo Yagos Spiegelbild hätte sein müssen ein feuerfarbener Wald. Sie konnte grade noch erkennen, wie ein schwarzes Wesen dort herumwütete, meinte dessen Schreie sich mit denen ihrer Wölfe vermischen zu hören, dann konnte sie nichts mehr sehen. Yago hatte sich vor sie und zwischen den Eisspiegel gedrängt. Irritiert zuckten die Ohren der Silbergrauen, sie fühlte sich mit dieser Situation grade völlig überfordert, wusste nicht was das sollte, wusste mit all den Bildern nichts an zu fangen, Informationen, Situationen im Überfluss, alles schwappte über. Eine Stimme von der Seite ließ sie zusammen zucken, jetzt wurde sie sich auch wieder gewahr, dass sie auf ihrer gebrochenen Pfote stand und das so furchtbar weh tat. Ihre eisblauen Augen wanderten zu Andraki und ihre Worte erschreckten sie umso mehr.

Nein! Nein! Ich will doch gar nicht, dass das wieder passiert, wirklich!“,

winselte sie ohne sich dessen bewusst zu sein, dass die Zimtfarbene etwas ganz anderes meinte. Erst bei den Worten Omega stutzte sie und ihr fiel auch wieder ein, dass Yago gesagt hatte, dass sie gehen würden. Sie war durcheinander. Der Schwarze hätte ihr in diesem Moment wohl alles befehlen können, Kiba hätte es einfach befolgt. Trotzdem, noch bevor sie reagieren konnte, ertönte schon wieder ein Schrei und auf einmal sah sie Leikuna, die nach Andraki schnappte und sie wegzerrte. Was zum Teufel war hier los?! Kiba drehte sich um, hinterher und ein so heftiges Schwanken durchzuckte ihren Körper, dass sie sich halb gegen Yago stützen musste, um nicht zur anderen Seite um zu kippen. Weg, weg, einfach nur weg, nicht mehr hin sehen.

Er lässt uns alle verrückt werden, wir müssen in das Maul eines Monsters gelaufen sein …“,

murmelte die Wölfin und widerstand dem Drang, wieder die Augen zu zu kneifen.


10.03.2009 18:44




Akara Chitaru


Akara stand in der Nähe von Yago, auf seiner Höhe, mit ähnlicher Einstellung wie der Rüde. Sie sah Andraki und sie wollte erst in Ruhe darüber nachdenken, ob es klug war, weiter zu gehen. Das Spiegelbild der Wölfin war gar kein wirkliches Spiegelbild. Es war, als würde Andraki träumen und dieser Traum war in der Realität sichtbar geworden. Die Wölfin schien sich selbst zu sehen, aber nicht, so wie sie gerade war. Akara kannte diesen Blickwinkel nur aus Träumen. Man stand sich gegenüber, fühlte sich selbst, sah sich aber nur zu. So ungefähr musste es sein. Und dann ging die Neue zu Boden.
Akara selbst reagierte nicht, stand nur weiter da und beobachtete dann Kiba und deren Geschichte, die dieser Wirklichkeit gewordene Traum offenbarte. Ob mehr als eine reale Illusion dahinter steckte? Verursachten diese merkwürdigen Spiegel nur psychischen Schmerz, oder auch Physischen? Einen kühlen Kopf bewahrend, verharrte sie, wo sie war, auch noch, als Yago ging. Zur Leitwölfin, die ihn sterben sah. Blut und Tod. Angst. Die Luft war erfüllt von Angst. Das war es, sie wusste es, ehe sie die Kammer wirklich betreten hatte. Doch was sollte sie schon tun, wenn sie nur zusah? Es tat ihr Leid um den Schrecken, den die Anderen sahen, aber sie fühlte sich kühl. Nüchtern. Sie hatte sehr genau gelernt, wie sie in solchen Situationen vorgehen musste. Feige war sie nicht, beinahe sogar neugierig. Sie wollte wissen, was der Spiegel ihr zeigen würde, also trat sie nach vorne, hinein. Hinein in das Maul eines Monsters, wie es Kibas Worte soeben beschrieben.
Akara trat auf den Spiegel zu und war erschrocken über ihre eigene Gleichgültigkeit. Die Anderen waren hinein getreten, weil sie helfen wollten. Sie kümmerte sich nicht darum. Jeder musste mit seiner Angst selbst fertig werden. Das klang grausam. Später würde sie sich um die restlichen Wölfe kümmern. Nicht jetzt. Jetzt wollte sie wissen, was der Spiegel ihr zu zeigen hatte, also blickte sie hinein.
Ihr Spiegelbild wirkte chaotisch, sie sah sich selbst nicht, sondern eine Geschichte. Eine Erinnerung. Es war nur schemenhaft, rührte sie kaum, obwohl es ihr Leben völlig durcheinander gebracht hatte. Sie sah ihre Familie sterben, einen Wolf nach dem Anderen. Sie wurden getötet, von diesen bösartigen Kriegern. Von einem Rudel, das sich einzig der Kunst des Kämpfens hingab und daraus die Hölle machte. Akara sah ihren Vater sterben, ihre Mutter, ihre Großeltern, ihre Geschwister. Sie sah ihr ehemaliges Rudel, wie es ein weiteres Mal vernichtet wurde. Es wirkte fern auf sie. Es ließ sie nicht zittern, es riss sie nicht von den Pfoten. Außerdem war es wie im Nebel verborgen, obwohl es nicht von einem weißen Schleier verdeckt wurde. Es war nicht so klar, wie das, was Andraki, Kiba, Leikuna und Yago gesehen hatten. Also sah sie genauer hin, konzentrierte sich. Die Konturen verliefen ineinander und plötzlich wurden alle Farben zu einem Wirrwarr, ehe sie sich wieder teilten und neu formatierten. Plötzlich stand sie sich selbst gegenüber. Einen Moment lang war es einfach nur ihr Spiegelbild, dann zerfloss es erneut. Dieses Mal nicht so stark. Sie konnte zusehen, wie sie sich zurückentwickelte. Aus einem nebligen Bild ihrer Selbst wurde eine jüngere Fähe, dann eine Jungwölfin und schließlich ein Welpe. Dann war das Spiegelbild plötzlich völlig klar. Lachend sprang der Welpe um sie herum. Es war so unfassbar lange her, seit sie sich so gesehen hatte. Es war in ihrer Erinnerung verblasst. Gleichzeitig wärmte sie der Anblick. Das Fellknäul, das sie selbst war, sprang um sie herum, so lebensfroh und heiter. Ein strahlendes Lächeln auf den Lefzen.
Akara sah sich in der Kammer um, verstand nicht, wieso sie sich selbst sah, als glücklichen Welpen. Warum hatten die anderen Wölfe nur Leid gesehen? Tod und Verderben? Wieso sah sie eine wunderschöne Erinnerung? Sie war verwirrt, sah dem tobenden Welpen noch ein paar Herzschläge lang zu, ehe sie sich abwandte und zu den Anderen hinüber schritt.

“Alles in Ordnung? Kann ich irgendwie helfen?“

Sie wandte sich an Kiba und Yago, ebenso wie an Leikuna und Andraki. Sie war wie immer. Ihre Augen blickten Freundlich umher, höflich distanziert. Nur in ihren Augen fand man Informationen über sie. Hilfsbereit gab sie sich, sogar besorgt. Wirklich, ehrlich, von ganzem Herzen besorgt. Und natürlich verwirrt. Nichts davon deutete auf Angst hin. Sie hatte keine Angst, hatte nichts Trauriges gesehen. Zuerst war da der Tod ihres Rudels, aber dieser erschütterte sie nicht. Sie hatte ihn gesehen und nicht vergessen. Es war schrecklich, aber es war vorbei. Warum fühlte sie sich zunehmend leer? Wieso konnte sie sich nicht mehr zu ihrem Spiegelbild umdrehen, um es beiläufig ein bisschen zu beobachten?


10.03.2009 19:50




Yago


Yago meinte hinter sich den Wald in Flammen zu spüren. Wie sie züngelnd an seinem Fell leckten, ihn in das Bild hineinziehen wollten, in wieder in die Hölle auf Erden schicken. Wie konnte dieses Eis – gerade noch so kalt gewesen, plötzlich brennend heiß sein? Die Wärme schien ihm das Fell zu versengen. Gerne wäre er etwas weggerückt, doch seine Pfoten zitterten so unkontrolliert, dass er fürchtete, sie würden ihm nicht gehorchen und er würde ebenso wie Andraki zu Boden stürzen. Apropos … die Zimtfarbene hatte mittlerweile Kiba und ihn bemerkt und starrte nun wie in einer anderen Welt die Grauen an. Dann begann sie zu flehen und Yagos Ohren zuckten zurück. Nicht zur Omega machen … scheinbar versetzte dieser Gedanke Andraki in Panik. Na die hatte ja Probleme. Beinahe wäre er wieder in seine gewohnt spöttische Gedankenrede abgerutscht, als er einen lauten Schrei hörte. Sein Kopf ruckte herum, er erkannte Leikuna, die vollkommen entsetzt vor ihrem ebenso gewandelten Spiegelbild stand. Es zeigte sie, wie sie gerade eine Fremde zerfleischte. Na … wenn das die Zukunft war, dann hatte er bald eine Aufgabe weniger. Doch Yagos Gedanken konnten noch so ironisch klingen, angesichts Leikunas Zustand wuchs die Sorge um sie. Sie schien völlig außer sich. Noch bevor er sich rühren konnte – was weiterhin schwierig war, schließlich zitterte er eher noch mehr als vorher – war die Weiße auf Andraki gestürzt und hatte sie wild aus der Höhle gezerrt. Draußen ließ sie sie verstört wieder los. Vollkommen eskaliert. Yago hatte innerhalb dieser wenigen Sekunden entschieden, bei Kiba zu bleiben, sie brauchte ihr jetzt eher. Ihr Blick war noch immer tief gesenkt, verstört, vollkommen am Ende. Ihre Antwort auf Andraki hatte keinerlei Sinn ergeben, schließlich war Andraki noch keine Omega gewesen. Yago war noch am Überlegen, ob es schau wäre, einfach nachzufragen – nicht aus Interesse, sondern um die Graue etwas abzulenken, aber schon wollte Kiba seine Bitte befolgen und kippte dabei gegen ihn. In diesem Moment konnte er erleichtert feststellen, dass trotz des heftigen Zitterns, seine Läufe standhielten. Auch wenn er kurz schwankte – jetzt mit Kiba zu Boden zu krachen hätte ihm gerade noch gefehlt. Mittlerweile war es hinter ihm so heiß geworden, dass er, kaum hatte er sein Gleichgewicht wieder, sofort losging, so schnell es ging, ohne Kiba hinter sich zu lassen. Am liebsten wäre er wie ein Irrer weggestürmt, wollte aber Kiba keines Falls alleine lassen. Akara stand wie aus dem Nichts bei ihnen und Yago sah sie kurz irritiert an. Sie schien vollkommen ruhig, vielleicht war sie noch nicht bei dem Spiegel gewesen? Dann war sie die einzig Schlaue in diesem Raum. Wenn Yago selbst nicht noch höllenheiß gewesen wäre und er nicht aufgewühlt von Kiba und Leikuna und verstört von seinem Herbstwald gewesen wäre, hätte er vielleicht das Flackern in Akaras Augen gesehen. So aber entging ihm zum ersten Mal eine versteckte Regung im Gemüt eines Wolfes. Das war ihm jetzt gerade aber auch vollkommen egal. Wild hechelnd, als hätte er einen schnellen Lauf hinter sich, setzte er sich sofort hin, kaum hatte er Leikuna, Andraki und Ian erreicht – ein sicherer Ort, kein Spiegelbild erreichte sie hier. Sein ganzer Körper zitterte weiterhin, auch wenn die Augen voller Ruhe waren – das konnten sie nicht verstecken. Ihm war furchtbar heiß, selbst das Hecheln wollte nicht helfen, sein ganzer Körper musste glühen. Hoffentlich spürte das Kiba nicht, auch wenn sie sich an ihn lehnte. Kurz wartete er noch, bis er sich sicher war, seine Stimme unter Kontrolle zu haben, dann sah er zu Akara.

“So weit in Ordnung. Wasser wäre gut, aber das lässt sich hier wohl nicht finden.“

Tatsächlich brachte ihm die Hitze und das wilde Hecheln ziemlichen Durst, aber auch darin war er geübt – er würde nicht verdursten. Zudem wurde es ganz allmählich kühler, endlich. Sein Blick huschte zu Kiba, vorsichtig senkte er den Kopf um ihr in die Augen sehen zu können.

“Alles okay?“

Eine eher dämliche Frage – niemand von ihnen außer Akara war okay, aber Yago war ehrlich besorgt. Allein das sagte schon genug.


11.03.2009 15:53




Toboe Tear


Mit der Rute hin und her wedelnd lag der junge Rüde am Boden, schenkte dem, was hinter ihm lag, noch immer keinerlei Beachtung. Immerhin war sein bester Freund im nächsten Moment schon bei ihm. Und natürlich verließ ein böses Kommentar die Kehle des Schwarzen. Haha! Das er auch immer wieder auf dieser Sache rum reiten musste. Irgendwann würde er schon sehen, was er davon hatte. Aber noch bevor der Graue irgendwie antworten konnte, musste er erst mal versuchen, den Blick seines Freundes zu deuten. Hä? Teyrm schien jedoch ebenso verwirrt. Aber wieso? Hatte er etwas im Gesicht? Was den?! Als Toboe dann geknufft wurde, stellten sich seine Ohren auf und er drehte den Kopf zur Seite.

“Was ist den Teyrm?“

Die blauen Augen wurden einen Moment geschlossen, wieder geöffnet und sahen dann doch zu dem Ding hinter sich. Und.. Toboe hielt den Atem an. Da.. da standen Teyrm, seine Mutter. Sie standen da, starrten weg. Was.. wieso? Sofort stand der Graue auf den Läufen, machte einen Schritt vor. Seine Nase berührte das kalte Ding vor ihm.

“Mama.. Teyrm..“

Die Rute des Rüden begann wieder hin und her zu pendeln, als wolle er sie aufmuntern. Ihre Blicke waren so leer. Leise wuffte der Graue, kratze mit einer Pfote auf dem Zeug herum. Er wollte zu ihnen, sie anstubsen. Sie mussten lächeln! Er wollte sie nicht so sehen. Aber.. was sollte er tun? Er konnte nicht zu ihnen. Sie fühlten sich so.. entfernt an. Aber wie konnte das sein? Das Herz des kleinen Rüden raste, während er nicht aufhörte, das Gestein mit seiner Pfote zu bearbeiten. Aber die beiden bewegten sich nicht. Toboe wich zurück, starrte ungläubig auf das, was er dort sah. Was.. war das? Wieso reagierten sie nicht?

“MAMA! TEYRM!“

Seine Stimme war heiser, panisch. Wieso beachteten sie ihn nicht? Was war mit ihnen los?! Toboe winselte, legte die Ohren an. Inzwischen hatte auch seine Rute aufgehört durch die Luft zu wedeln. Aber sie beachteten ihn nicht, sahen nur stumm auf den Boden. Und dann wandten sie sich ab. Sie gingen, ohne ihn auch nu an zu sehen. Wieder winselte der kleine Rüde.

~ Du kannst uns nicht helfen. Niemand kann uns helfen. ~

Der Graue zuckte zusammen, kniff die hellen Augen zusammen. Nein, nein, nein! Das Herz in seiner Brust raste panisch. Er wollte ihnen helfen! Toboe wimmerte, machte einen Schritt zurück. Er öffnete die Augen, als er gegen etwas stieß. Sofort drehte sich der Rüde um, blickte zu seinem am Boden liegendem Freund. Es war, als wäre das, was er dort eben gesehen hatte, Wirklichkeit geworden.

“Teyrm..“

Leise den Namen seines Freundes nuschelnd legte sich Toboe auf den Bauch. Er selbst zitterte. Für wenige Herzschläge glitt sein Blick zurück zu seinem Spiegelbild. Seine Mutter und sein bester Freund waren fort. Er hatte ihnen nicht helfen können. Ganz langsam schob Toboe die Schnauze zu der seines Freundes, stubste ihn an. Er wollte ihm helfen, für ihn da sein. Auch wenn er ihm nicht helfen konnte. Der Graue winselte, sah nun zu dem Spiegelbild seines Freundes. Finstere Gesichter sahen ihn an, unter anderem sein eigenes. Das von Teyrm Mutter. Seine Mutter. Und auch Yosó war dabei. Und alle sahen seinen Freund von Hass erfüllt an. Aber.. wieso? Erneut winselnd schob Toboe die Schnauze zurück zu seinem Freund. Noch immer raste sein Herz, schon allein aus diesem Grund wandte er den Blick nicht zu dem Bild von den anderen. Er hatte genug gesehen. Also schloß er die blauen Augen, stubste blind immer wieder den Schwarzen an. Er wollte ihm helfen.. immer wieder.


11.03.2009 21:23




Draco


Die ganze Zeit über hatte sich Draco mit Toboe und Shaí gesprochen und er musste zugeben, dass es gar nicht mal so langweilig gewesen war. Der Jungwolf, der Weiße wollte nicht sagen, dass er ihn mochte, aber immer empfand er für ihn Sympathie.
Doch nu erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit, denn je weiter sie in die Höhle hervordrangen, desto heller wurde es. Wie konnte es möglich sein, gab es doch kein Anzeichen darauf, dass sie sich bereits einem Ausgang näherten. Nein, es war mit Sicherheit nicht der Ausgang, dem sie gerade entgegen strebten, denn das fahle Licht, dass die rauen Wände der Höhlen in einer gespenstischen Aura erglimmen ließ wies eine helle, blaue Färbung auf und schloss damit das Tageslicht aus. Draco hielt kurz inne, bevor er weiter ging, nicht, dass ihn die Wogen der Angst bezwungen haben, nein, er wollte lediglich wittern, um sich zu vergewissern, worauf die Truppe überhaupt zulief. Er merkte sofort, dass etwas nicht stimmte, was dieses Gefühl in seinem Geiste hervorrief vermochte er nicht zu sagen, es war einfach sein Instinkt, der jedem Teil seines Körpers alarmierte und ihn zur Vorsicht warnte. Der Rüde war für jede Gefahr bereit und ging mit ausgeglichenen und furchtlosen Schritten auf den Ort zu, der diese mystische Spannung ausstrahlte.
Er sah Toboe und Shaí noch immer neben sich, als plötzlich ein Eingang sichtbar wurde. Nun kam aber auch Teyrm hinzu, Toboes bester Freund, sowie dieser ihm zuvor noch versichert hatte. Amüsiert beobachtete er, wie die beiden auf den Eingang zustürmten und schließlich im Inneren der Höhle verschwanden. Dracos Seelenspiegel verfolgten jede Bewegung der anderen Wölfe und so entging ihm auch nicht, wie Jeanne und Shanaro in dem Eingang verschwanden. Noch war er nicht so weit vorgetreten, dass der blaue Kristall in seine Sichtweite gelangt wäre, doch konnte er hören, dass die Rudelmitglieder die in der Nebenhöhle verschwunden waren sich fürchteten. Schnell trat er vor und sah in die Spiegelglatte Fläche, die auch Ursache für das bläuliche Schimmern war. Die Verwunderung machte sich in ihm breit, als er sah, dass sie Spiegelbilder nicht mit der Realität übereinstimmte. Wie konnte es möglich sein? Es war unmöglich Vorsichtig, aber immer noch ohne Furcht schritt auch Draco in die Höhle, wollte sich vergewissern, was hier wirklich vorging, was die anderen Wölfe dazu brachte, in Angst auszubrechen.
Schließlich trat er neben Toboe und Teyrm. Vor dem grauen, mit dem er zuvor gesprochen hatte, sah er, wie sich Kiba Telay und Teyrm fortbewegten. Aber wie konnte es sein, wenn die Leitfähe doch gar nicht hier war? Verwundert und entsetzt schüttelte der weiße Rüde sein Haupt, er sah gerade etwas, was nicht möglich war …
Als er zu Teyrm blickte, sah er Wölfe, manche bekannte, manche auch unbekannte, die scheinbar alle außer sich vor Wut waren. Sie blickten so böse und fingen sogar an zu schnappen, was hatte Teyrm getan? War es nur eine Sinnestäuschung? Draco konnte sich diese wundersamen und doch unheimlichen Phänomene nicht erklären, auch nicht, als er sich schließlich seinem eigenen Spiegelbild widmete. Er sah... sich, in einem kleinen Käfig. Und draußen herum brannte es. Sein Körper gefror ihm, er konnte sich nicht bewegen. Es kamen Menschen hinzu, die über ihn lachten. Ihm wurde blitzartig schlecht, als er das sah. Was geschah hier nur? Was sollte das alles? Er schrie einmal innerlich auf, dann ein zweites mal, stieß er ein

“NEIN”

hervor. Warum? Warum musste es so sein. Diese Bilder sollten verschwinden. Einfach weg gehen, ihn in ruhe lassen. Am liebsten wäre er in das Bild gesprungen. Ein eiskaltes Gefühl aus Hass, Frucht und Trauer durchlief seinen Körper. Das war es also, was die anderen gesehen hatte. Aber was genau war das? Die Vergangenheit, die Gedanken, die Zukunft, Die Furcht, der größte Hass? Es könnte alles sein, doch was war es genau? Draco atmete immer schneller, sein Herz schmetterte gegen seine Rippen. Was sollte er tun? Er konnte diesen Anblick nicht länger ertragen. Sein gesamter Körper war von einem Zittern überzogen. Er wusste nicht, was die anderen denken würden, war ihm allerdings auch egal. Er schritt ein paar Schritte zurück. Sahen es die anderen auch? Dann sah er, wie sich die Menschen entfernten, das Feuer ging aus, er lag immer noch im Käfig, das Bild verschwand. Er keuchte, als hätte er gerade ein Wettrennen gemacht. Er war so.. Erschöpft, wusste nicht warum. Es war einfach nur schrecklich gewesen. Er hatte hier keine besonders guten Freunde, niemand an den er sich hätte wenden können. Er verzog sich in eine Ecke, machte sich selbst zum Außenseiter der Gruppe. Er war sich sicher, dass auch niemand zu ihm kommen würde, um ihn auf zu heitern, dafür war er einfach noch nicht lange genug beim Rudel. Hatte sich auch noch nicht richtig Integriert.


12.03.2009 18:05




Jeanne


Mit rasendem Herzen behielt die Weiße den Blick abgewandt, sah nicht zurück zu dem Spiegel vor ihr. Es reichte, sie hatte genug gesehen. Mit Mühe schluckte die Fähe die Tränen herunter. Sie wollte nicht schon wieder weinen. Die Augen fest zusammen kneifend wandte sie sich nun ganz ab, blickte zu Shanaro. Er musste gesehen haben, was ihre Augen gesehen hatten. Aber.. verstehen würde er es vielleicht nicht. Und kaum ruhte ihr dunkler Blick auf dem Schwarzen, kam er auf sie zu, kuschelte sich an sie. Nur aus den Augenwinkeln hatte sie gesehen, was der Spiegel dem Schwarzen gezeigt hatte. Kämpfende Wölfe. Das Lachen im Kopf der Weißen verstummte, während sie ihre Schnauze sanft im Fell Shanaros versteckte. Sie wollte nicht noch einmal zu dem Spiegelbild blicken. Am liebsten hätte sie Shanaro und die anderen mit aus dieser Kammer geschoben. Denn auch zu ihrer linken fingen Teyrm und Toboe an zu wimmern. Schluckend neigte die Fähe den Kopf zu Shanaros Ohr, zupfte sanft daran.

“Ich weiß es nicht.. Aber wir sollten hier verschwinden. Geh vor, warte auf mich. Ich kümmere mich kurz um die anderen beiden..“

Sie versuchte ihre Stimme nicht zittrig klingen zu lassen. Aber.. ihr Körper bebte, und ihre Stimme schloß sich an. Möglichst ruhig schleckte sie ihm über die Schnauze. Dann wandte sie sich ab, darauf achtend nicht wieder in den Spiegel zu blicken. Wenn Shanaro vorging, würde sie ihm gleich folgen.. aber auch den anderen zwei galt ihre Sorge. Bei den beiden Freunden angekommen senkte sie die Schnauze, stubste erst Teyrm an, und dann Toboe, der direkt bei dem Schwarzen lag. Und noch immer hob sie den Kopf nicht zu ihren Spiegelbildern. Sie wollte nicht sehen, was die beiden gesehen hatten. Sie verschloß die Augen davor. Statt dessen schleckte sie Teyrm, der näher bei ihr lag, über den Kopf.

“Komm, geh zu deiner Mutter..“

Sanft lächelnd behielt sie den Kopf zu den beiden jungen Rüden geneigt. Es gefiel ihr nicht, dass jeder der vor diesem Spiegel stand, traurig, verzweifelt und am Boden zerstört wirkte. Alle hatten mit etwas zu kämpfen, und jeder konnte zusehen. Vielleicht hob Jeanne auch nicht den Kopf, um nichts zu sehen, was andere über sie sahen. Es war verwirrend. Und irgendwie wollte jeder Winkel ihres Körpers sie hier weg ziehen. Aber sie konnte nicht gehen, ohne die beiden Rüden zu ihren Pfoten in Sicherheit zu wissen.


14.03.2009 15:36




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian war einfach in die Kammer spaziert und hatte sich um nichts geschert. Weder um dass, was um ihn herum geschah, noch um Senedd, der etwas zurück geblieben war. Er stand einfach in diesem Raum und sah sich im Spiegel an. Er sah sich nicht. Er sah einfach gar nichts. Das Spiegelbild zeigte ihm den Raum, wie er wäre, wenn er selbst nicht da wäre. Es machte im Grunde keinen Unterschied. Abgesehen davon war die Kammer erfüllt von bösem, dämonischem Lachen. Nicht nur von einer Stimme, sondern von vielen. Manche kannte er, manche wusste er nicht zuzuordnen. Da war einfach nur dieses abgrundtief böse Lachen und er wusste, dass er gemeint war. Aber auch bei näherem Hinschauen tauchte nichts auf. Keine Geschichte, keine Bilder. Nur das Lachen. Er nahm es wahr, aber nicht in sich auf. Es rührte ihn kaum, konnte ihn gar nicht rühren. Es war so vertraut, so normal. Hier hatte er es beinahe vergessen. Das Lachen schwoll an, wurde lauter, dröhnte in seinen Ohren. Es gab keinen Ort der Ursache, kein Indiz darauf, wo es herkam. Keine Möglichkeit, es loszuwerden, oder abzustellen. Es war einfach da und er war ihm wehrlos ausgeliefert. So wie immer. Es war da und er war nicht da. Vielleicht weil er nicht da sein wollte? Shiyu begriff, dass es ihm noch nie gelegen hatte, sich selbst zu verstehen und auch dieses Mal fragte er nicht weiter. Er hasste dieses Lachen, er verfluchte es geradezu, aber davon hörte es nicht auf. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als es zu ertragen und zu versuchen, darunter nicht zusammen zuschrumpfen. Er wollte nicht kleiner und kleiner werden, hielt er sich doch für einen Halbgott mitten unter dem Ungeziefer. Hier gab es dieses offene Lachen nicht, hier gab es nur das stille Lachen. Es machte keinen Unterschied, er wusste, dass man ihn nicht ernst nahm und es war ihm egal. Alles war ihm egal. Dieses Lachen juckte ihn doch gar nicht. Selbst wenn er es immer gehört hätte, hätte er es nicht so wahrgenommen, wie die anderen hier ihre Ängste wahrnahmen.
Shiyu hob den Blick nicht, sah nur auf die Stelle im Spiegel, an der sein Spiegelbild nicht erschien. Er war nicht da und er sah nicht zu, was sie Anderen sahen. Er wollte nichts sehen und er wollte nichts hören. Er wollte nicht mal denken. Er fragte nicht, wieso sie hier waren, er schimpfte nicht über irgendjemanden und er rührte sich nicht. Das Gefühl von Übelkeit dass ihn erfüllte, drang nicht bis in sein Bewusstsein vor. Irgendwann wandte er sich einfach desinteressiert ab und schritt voran. Nicht zurück, nein, er schritt einfach weiter. ‚Jault doch nicht so rum, ihr Schwächlinge!’ Er sah wie Jeanne sich um die Jungtiere kümmerte. Ihm war noch nie in den Sinn gekommen, dass jeder Wolf von irgendeiner Form der Angst verfolgt wurde. Es war merkwürdig, weil es ihm die Sprache verschlagen hatte.


14.03.2009 15:56




Adali


Dieser seltsame Ort hatte eine fesselnde Ausstrahlung, fesselnd und abstoßend zugleich. Unruhig drehten sich die Ohren der Schwarzen hin und her, ihr Herz machte einen Satz, als würde es stolpern und schlug dann in einem ungewöhnlichen Rhythmus weiter. Kaum hatte sie die Frage an ihre Gruppe gestellt, ging auch alles schnell. Oder war sie nur zu gebannt von dem Schauspiel, dass sie sich nicht mehr rühren konnte? Ihr Sohn und Toboe näherten sich – unvorsichtig wie sie nun mal waren – diesem Gebilde und blieben erschrocken davor stehen. Jeanne stand ebenfalls da wie angewurzelt und starrte auf ihr Spiegelbild.
Da Adali noch verdeckt stand, verstand die Schwarze einen Augenblick nicht, was das alles zu bedeuten hatte. Schnellen Schrittes ließ die Coniugo die anderen Wölfe, die sich noch nicht näher getraut hatten stehen, ließ ihre Frage – die bereits vergessen schien – ebenfalls zurück und wandte sich nun an die anderen. Was hatte das alles zu bedeuten?
Vorsichtig trat Adali näher, bis auch sie sich in dieser fremden Umgebung spiegeln konnte. Doch im Gegensatz zu den anderen sah sie nur sich selber. Ihr eigenes Spiegelbild, ihre eigene Angst.
Die bernsteinfarbenen Augen kniffen sich zusammen, während ihre eigenen vor Schrecken und Entsetzen geweitet waren. Das glich schier einem Albtraum, was hier um sich herum passierte. Ihre Augen hefteten sich auf Jeanne, die sie schon so lange kannte, mit den Nerven am Ende.
Ihr Sohn, Toboe, Jeanne, alle, alle waren...
Inzwischen schlug das Herz der Phönixwölfin nur unregelmäßig, ein seltsamer Takt. Hier alle waren dem Wahnsinn so nahe und sie, sie stand nur mittendrin und konnte nichts tun.
Da ertönte plötzlich eine Stimme neben ihr. Eine Stimme, die ihr so vertraut war, trotz der Zeit, die zwischen ihnen lag. Es zerriss ihr schier das Herz, als sie in die kalten, leeren Augen blickte, nach denen sie sich so gesehnt hatte. Nun blickte der Schwarze sie ohne Regung an. Er schaute einfach nur, ohne Gefühl. Yosó.

~“Sieh’ gut hin, mein Schatz. Sieh dir gut alles an. Es ist alles deine Schuld, du hast sie dem Wahnsinn ausgeliefert und hast nichts getan. Nie hast du irgendwas getan.“~

Adali konnte nicht anders als seiner Anweisung zu folgen, blickte sich um, erkannte die seltsamen Spiegelungen, die nur Schrecken verbreiteten, grauenvolle Szenen darstellten und die Panik schürten. Und wieder ein Mal stand sie nur da und konnte nichts tun. Sie war machtlos, hilflos und unfähig. Keine Kraft füllte ihren Körper, ihr Stimme wäre nur ein zittriges Flüstern. Immer wieder versuchte Adali sich von diesem unheilvollen Bann zu lösen, wollte die Stimme erheben und die Gruppe zum Aufbruch bewegen. Sie mussten hier weg! Es war ihr klar. Aber sie konnte nichts tun! Es hatte ihr die Sprache verschlagen, sie gelähmt und wie angewurzelt stand die Fähe nur da. Wie sollte sie dieses Grauen ertragen, wie sollte sie damit fertig werden? Jeglicher Mut war lange von ihr gewichen, ihre Stärke hatte sie verlassen. Unfähig und schwach, ungeeignet. Wäre sie doch niemals hierher gekommen, dann wäre so vieles gewiss nicht passiert. Wie durch dichten Nebel sah sie die bekannten Gesichter, die Farben und Formen verschwommen vor ihren Augen und Tränen brannten in ihnen, heißer als Feuer. Ein Schauer rann über ihren Körper, der sich noch immer nicht regte und ihrem Willen nicht mehr gehorchen wollte. Gedämpft, als würde der Regen jener Sturmnacht ihre Ohren erfüllen, drangen die Geräusche nur schwach zu ihr durch.
Wie lange Adali in dieser Starre gefangen war, wusste sie nicht, wusste womöglich niemand. Auch nicht, wie und wann sie es schaffte, sie schließlich doch in Bewegung zu setzten. Sie kam erst halbwegs wieder zu sich, tauchte aus diesem Albtraum, der geisterhafte, kranke Realität war, auf, als ihre Schnauze sanft und zärtlich den Kopf ihres Sohnes berührte. Ihre Augen ruhten auf den blauen Jeannes, die ihrem Jungen einen Augenblick Trost und Sicherheit spendete. Adali hatte das Gefühl auch der Fähe ein Zeichen zu geben und strich ihr ebenso sanft über den Schnauzenrücken. Es gab keine Worte, kein Satz wollte sich in ihrem Kopf formulieren. Da war einfach nichts. Alles verschlungen vom Traum, der doch keiner war.


15.03.2009 11:47




Kaya Erúhen


„Wow!“

Der Anblick des gigantischen leuchtenden Raumes ließ Kaya die beiden Rüden komplett vergessen und verschlug ihr fast die Sprache. Aber nur fast.

„Boah, wie genial ist das denn?! Das Leuchten sieht toll aus! Es ist nicht so schön wie die Sonne, gibt es überhaupt etwas Schöneres als die Sonne? Ich glaube nicht.“

Die aufgeweckte Fähe sprach niemanden Bestimmtes an, sie quasselte einfach drauf los. Schließlich gab es hier ja genug Wölfe, die ihr zuhören konnten.

„Aber ich finde immer noch, dass es hier viel zu kalt ist, da, wo ich herkomme, war es immer schön warm, weil immer die Sonne da war. Warum gibt es hier eigentlich keine Sonne, versteckt sie sich? Warum versteckt sie sich?
Wow, hängt da Wasser an den Wänden?!“


Ohne zu zögern rannte Kaya näher zu diesem merkwürdigen Ding hin. Sie fiepste begeistert, als sie ihr eigenes Spiegelbild sah und sprang in die Luft.
Ihr wäre vermutlich schnell aufgefallen, dass mit ihrem Abbild etwas nicht stimmte, doch Kaya war so leicht abzulenken.
Ihr Blick fiel zur Seite, zum kriechenden Spiegelbild der stehenden braunen Fähe.

„Hääääh? Tun Spiegelbilder nicht immer genau dasselbe wie derjenige davor?“

Verständnislos blickte sie zwischen Spiegelbild und Wirklichkeit hin und her. Sehr seltsam. Und es wurde noch seltsamer.
Die naive Fähe sah so viele Dinge, die sie nicht verstand. Sie sah einen Wolf, der der Alphafähe sehr ähnlich sah und dahinter viele Wölfe die mit seltsamen Wesen...spielten. Oder etwa nicht? Es sah so ähnlich aus, aber irgendwie...falsch.
Einen wundersamen Wald sah Kaya, und darin etwas Schwarzes, dass sich sehr komisch benahm.
Eine weiße Fähe stand auf einem Hügel und griff einen anderen Wolf an. Es hatte Ähnlichkeit mit den Balgereien mit Kayas Geschwistern und war doch ganz anders.
Und noch einmal, Wölfe, die auf diese seltsame, überhaupt nicht spaßige Art spielten und dann ein Welpe.
Kayas Blick wanderte ruckartig hin und her, von einem seltsamen Spiegelbild zum anderen. Das Lächeln und Strahlen in ihrem Gesicht war beinahe vollständig verblasst. Etwas, dass bisher nur wenige Male in ihrem Leben vorgekommen war.
Eine Bewegung direkt vor ihr erregte Kayas Aufmerksamkeit.
Ihr eigenes Spiegelbild. Himmelblaue Augen starrten in Augen, die...nicht himmelblau waren. Da war überhaupt keine Farbe.
Der Schakalwolf im Spiegel und alles drumherum waren grau und farblos. Und dunkel. Viel zu dunkel.

„Wo ist die Sonne?“

Wisperte das Wüstenkind ganz leise.

‚Ja, wo ist die Sonne? Das frage ich mich auch.’

Kaya zuckte zusammen, als die Farblose antwortete.

‚Du solltest noch mehr Fragen stellen. Wo ist die Sonne? Wo ist die Wärme? Wo sind die Farben? Wo ist die Freude?
Es ist fort, Kaya. Alles, was diese Welt schön macht, ist verschwunden.
Alles.’


Sie hörte ein leises, ängstliches Winseln. Es dauerte eine Weile, bis Kaya bewusst wurde, dass es aus ihrer eigenen Schnauze stammte. Ein Laut, den sie noch niemals auf diese Art von sich gegeben hatte.
Ihre gesamte Haltung passte nicht zu ihr. Die großen Ohren hatte sie nach hinten gerichtet, die Rute war zwischen die Hinterbeine geklemmt, sie kauerte halb auf dem felsigen Boden und starrte vollkommen verängstigt auf das schreckliche Bild im hängenden Wasser, das ihr doch gerade noch so schön vorgekommen war.
Mit einem Aufschrei löste sie sich schließlich von dem Spiegel und rannte zu den Anderen, die wie sie von Angst und Schrecken überwältigt worden waren.
Mit zitternden Läufen blickte sie von einem zum anderen. Suchte nach dem, was im Spiegel gefehlt hatte.

„Wo ist die Sonne? Wo ist die Freude?“


15.03.2009 12:22




Romani


Ihr war kalt. Sie fror und das war nicht gerade das angenehmste Gefühl, aber Romani kam damit zurecht. Die schleichende Kälte und der Regen prophezeite nun mal einen harten Winter und bis zum Frühling dürfte es noch ein wenig hin sein, wenn ihre Sinne sie nicht täuschten. Das Gefühl der Zeit hatte sie längst verlassen: würde man den Erdfang fragen, so würde sie antworten, sie sei seit Ewigkeiten unterwegs. Was nicht ganz der Wahrheit entsprach, denn in der Tat dürfte sie die Spuren ihrer Familie wohl erst seit drei Wochen verloren haben. Tage der Trauer und Hoffnungslosigkeit gehörten der Vergangenheit an – seit einigen Tagen trieb Romani der Überlebenswille stetig nach vorne und die Sehnsucht nach ihren Liebsten wuchs heran. Und des Nachts konnte die eisige Angst noch so oft die klauenartigen Spinnenfinger nach ihr ausstrecken, am nächsten Tag trugen ihre Schritte sie fortwährend weiter.

Inzwischen musste sie wohl die längste Strecke ihres Lebens gelaufen sein, denn Romani vermochte sich beim besten Willen nicht daran erinnern zu können, jemals so weit von ihren dünnen Beinchen getragen worden zu sein. Ebenen, Steppen, Moore, Hügelfelder, sanfte Berge – in kürzester Zeit hatte sie so einiges an Terrain hinter sich gelassen. Das Furchtbarste aber wohl waren die hässlich kantigen Felsen eines Gebirges gewesen, in dessen Tal es sie getrieben hatte. Und auf einmal war der beständige, zarte Geruch der Artgenossen in der Luft gar nicht mehr so flüchtig gewesen. Sie hatte sie rasch aufgespürt, oder eher ihre Fährten ausgemacht. Ihrer Meinung nach waren es viele und es hatte gedauert, bis sie die genaue Anzahl der Mitglieder hatte einschätzen können. Wenn Romani sich nicht irrte, dürfte es ein gesundes Rudel sein.

Ohne sich großartig anzukündigen oder Gedanken an festgefahrene Traditionen zu verschwenden, hatte die Fähe alles daran gesetzt, so schnell wie möglich aufzuschließen. Zunächst dachte sie, ihr Geruchssinn müsse sie täuschen, als sie diesen schmalen Höhleneingang erreicht hatte, doch sie hatte nicht weiter gezögert. Vor allem wohl, weil sie aus diesem endlosen Regen raus wollte. Der Gang, der folgte, wirkte auf sie bedrückend, denn lange Zeit war kein Ende in Sicht. Irgendwann zweigte sie allerdings ab, nachdem sie sich entscheiden musste, welchem der zwei Wege an der Gablung sie einschlagen sollte, die sich da vor ihr auftaten. Anscheinend hatte sich das große Rudel getrennt, denn die Gerüche führten in beide steinigen Korridore. Romani hatte sich für den zweiten Gang entschieden. Und stieß nach langwierigen Minuten auf eine durchaus interessante Entdeckung.

Es war ein Chaos und Durcheinander, wie sie es selten gesehen hatte. Natürlich sah man keinen Krawall oder Rebellion, nein, da standen nur irritierte über verständnislose bis hin zu verängstigte mehrere Wölfe vor ihren Ebenbildern in einem Hohlraum. Vierzehn Seelen an der Zahl, die sie mit ihrer inneren Unruhe sogleich ansteckte. Um keinen Tumult zu veranstalten oder die komischen Gestalten bei dieser verdrehten Sache aufzuschrecken, zwang Romani sich zum Stillschweigen und befahl sich, vorerst am Eingang zu jenem Hohlraum mit den Spiegeln zu warten. Besser war es, die Szenerie geordnet zu überprüfen, ehe sie die nötigen Schritte einleitete und sich vorstellte. Nervosität stahl sich in sie hinein, während sie jeden einzelnen der Wölfe eingehend taxierte. Da waren einige alleine vor ihren Reflektionen, die alles andere als normal zu sein schienen, der ein oder andere kauerte abseits und wenn sie sich nicht irrte, beruhigten und trösteten sie sich gegenseitig woanders im Raum. Von ihrem Standpunkt aus sah sie nicht allzu viel von den Dingen, die die größere Hälfte des Rudels in den Ebenbildern erkannte, aber auch so beschlich sie das unangenehme Gefühl, dass die Bilder, die sie sahen, nicht die Schönsten waren.

Ihre abgerundeten Ohren spitzten sich unter all der Winselei und den sanften Worten und Romani wandte den Blick von den merkwürdigen Zerrbildern ab, um sich nach jemandem umzusehen, der teilweise ansprechbar zu sein schien. Sie verspürte nicht den Drang, näher in den Raum zu kommen und dasselbe Schicksal zu erfahren wie der zweite Teil des Rudels. Die Situation war ihr alles andere als geheuer.


15.03.2009 20:06




Leikuna


Irritiert sah Leikuna hinter sich, wo Yago mit Kiba vom Spiegel fortgingen. Sie sah die Bilder hinter ihnen icht mehr, was nicht dran lag dass sie nicht mehr da waren. Aber sie hatte kine Augen mehr dafür. Ein junger Rüde hatte sich zu ihnen gesellt, und ihr kam seine Frage in den Sinn, die gerade durch ihre Ohren gehuscht war. Sie hatte sie schon beinahe wieder vergessen gehabt.

"Äh..."

antwortete sie wahrheitsgemäß. Sie hatte keine Ahnung, aber auf jeden Fall waren sie weg von den Bildern, weg von der Angst, das war alles was zählte.
Ohne sich weiter um den Rüden zu kümmern duckte sie sich zu Andraki herab.

"D-das tut m-mir Leid...äh...i-ich dachte, äh, es ist besser wenn du, äh...da raus bist"

versuchte sie zu erklären, und sah sich vorsichtig nach Kiba und Yago um, die gerade angekommen waren. Und Akara...Leikuna hatte sie kaum bemerkt.

"Ähm..."

war wieder alles was sie vorbringen konnte, und ohne ihr Zittern beenden zu können lies sie sich nun neben Andraki sinken, und begann zögerlich ihren geschundenen Nacken zu putzen, immer wieder zu Yago aufsehend, der sich um Kiba kümmerte.
Immerhin waren sie draussen...als sie schon die nächste Stimme hörte, und eine kleine braune Wölfin vor den Spiegeln sah.

"Hey...komm da raus!"

rief sie ihr wie selbstverständlich zu, senkte im nächsten Moment die Schnauze, und sah scheu zu Kiba herüber. Wie kam sie dazu, einfach herumzukommandieren. Das stand ihr nicht zu.


16.03.2009 09:44




Teyrm


Er brauchte lange um sich von den Bildern zu lösen. Sie fingen ihn auf wie blutige Schatten und nahmen ihm die Sicht auf die Realität. Alles was er sah war nur Hass.
Hass… Hass… Hass!
Und es hallte in seinen Ohren wieder wie Gift, es durchflutete ihn und wollte ihn greifen. Für einen Moment lang wollte er sich aufrichten und sie anschreien, warum sie ihn hassten, aber er fand keine Kraft in seinen Pfoten und keinen Ton in seiner Stimme. Und so vergrub er schließlich die Schnauze unter seinen Pfoten, nur um sie nicht mehr zu sehen. Er wollte sie nicht mehr anheben, wenn es ginge, nie mehr. Und vielleicht traf ihn diese Konfrontation sosehr, weil er sonst so furchtlos war. Was war schon Angst in seinem Leben? Bisher hatte er sie seltener gefühlt als alle anderen Gefühle. Nicht einmal als er damals so weit fort von Zuhause gewesen war hatte er keine Angst gehabt weil Toboe bei ihm gewesen war. Und vor kurzem bei dem Erdbeben war er sich auch der Gegenwart des Rudels bewusst gewesen. Nun jedoch traf ihn die Angst wie ein Schlag und riss ihn von den Pfoten. Er wollte sie nicht haben. Keine Angst, kein Hass. Fremdkörper in seiner Welt.
Erst als er Toboe genau bei sich spürte, er immer wieder das feine Stupsen spürte und sein Name fiel, schon Teyrm die Pfote etwas zur Seite und lehnte sie an das Schulterblatt seines besten Freundes. Er war so froh. Es war besser wenn sie einander halt gaben, besser konnte dies niemand. Nicht einmal seine Mutter hatte ihm in diesem Leben einen solchen Halt gegeben wie es Toboe tat. Es war etwas vollkommen Anderes, wie der seiner Mutter, doch war es seine Nähe die er in diesem Moment wohl am meisten brauchte. Vielleicht konnte nur der Graue sich denken, was den aschfarbenen Jüngling am tiefsten erschüttert hatte. Es war nicht das Bild von seiner Mutter gewesen, nicht einmal das von Toboe selber. Nein. Es war etwas Anderes zu wissen das sein Vater noch irgendwo dort draußen in der Welt war und vielleicht irgendwann zurück kam. Doch er hatte die Augen dieses hassenden Yosós gesehen. Die Augen einen Vaters der ihn niemals sehen wollte, der vielleicht wegen ihm gegangen war. Und dies war grausam. Und nur Toboe der ebenfalls ohne Vater aufwuchs, konnte dies vielleicht wissen.
Erneut spürte er eine Berührung, doch dieses Mal war es nicht Toboe. Jeanne war zu ihnen getreten. Diese Jota die er so gerne geärgert hatte. Jetzt war ihm nicht danach sie zu ärgern. Tatsächlich drehte er sogar etwas die Schnauze in die Richtung der Weißen, blickte zu ihr empor, während sie einmal über seinen Kopf schlechte und dann wisperte, sie sollten zu seiner Mutter gehen.
Doch er fühlte sich noch immer nicht im Stande dazu. Tatsächlich kehrte erst wieder Kraft zurück, als er Adali bei sich fühlte. Seine Mutter war zu ihnen gekommen. Und vorsichtig, so vorsichtig als wäre er nicht sicher ob seine Pfoten nicht nachgeben würden , erhob sich der Aschfarbene und wandte sich mit einer einzigen Bewegung von seinem Spiegelbild ab. Sie hassten ihn nicht. Keiner der Wölfe würde ihn hassen. Doch ob Yosó ihn hasste, würde er vielleicht niemals wissen und doch würde er damit leben müssen. Selbst wenn sein Vater ihn hasste, er selber würde ihn immer lieben. Es änderte nichts an der Situation. Es änderte nichts in ihm. Nachdenklich lehnte er den Kopf gegen den Vorderlauf seiner Mutter. Ehe er den Blick über das Rudel gleiten ließ, nicht aber über die Spiegelbilder.

“Lass uns weiter gehen Mum.” Er blickte in die erloschenen Augen seiner Mutter und versuchte seine Stimme wieder ruhiger werden zu lassen. “Bitte.”

Er konnte doch nicht verhindern das seine Stimme ein wenig flehend klang. Doch das war egal. Sie musste von hier fort und zwar alle. Dies war kein Ort für sie. Dieser Ort glich dem Ende. Und er war noch nicht bereit seiner Angst ein weiteres Mal ins Antlitz zu blicken.

“ Wir können nicht hier bleiben. Es wird uns alle nur verrückt machen.”


16.03.2009 16:12




Kiba Telay


Zuerst hatte Kiba fast befürchtet, sich nicht rühren zu können, doch Yagos Losgehen zog sie mit sich. Um nichts in der Welt wollte sie allein bei den grausigen Spiegelbildern zurück bleiben. Ihnen zur Seite stand plötzlich Akara, die allerdings noch völlig normal wirkte. Hatte sie nichts gesehen? War sie eine so furchtlose Fähe? Kiba vermochte nicht einmal den Kopf herum zu drehen, um nach dem Bild der Graubraunen zu schauen. Nein, niemals. Dann hätte sie auch ihren Vater ... und dieses Zukunftsbild aus der Vergangenheit gesehen. Sie blieb dicht neben Yago, fast schutzsuchend, dadurch entging ihr aber auch nicht, dass der Schwarze selbst heftig zitterte. Zuerst hatte sie geglaubt, es wäre nur ihr eigenes Zittern, doch das konnte unmöglich sein.
Wieder bei Leikuna, Andraki und Iàn angekommen, ließ sich die Leitwölfin schnell auf die Hinterläufe sinken und hob die verletzte Pfote leicht an, damit sie den Boden nicht mehr berührte. So musste sie nicht mehr bangen, dass ihr die Läufe versagten. Ihr eisblauer, immer noch tief verwirrter und verstörter Blick wanderte zu Yago, als dieser sie fragte, ob alles okay war. In ihrem Gedankenwirrwarr hatte sie sogar fast vergessen, auf Akara ein zu gehen.

Ich ... Nein. Nein, das hier ist nicht in Ordnung.“

Ihre Augen wanderten über Akara, zu Andraki, Iàn, Leikuna und wieder zu Yago. Der Schwarze hechelte furchtbar stark. Sie alle zitterten, auf Andrakis Wangen zeichneten sich sogar noch Tränenspuren ab, was ihr furchtbar Leid tat, aber keiner von ihnen atmete so heftig, als seie er Meilen gerannt. Da schlich auch in Kibas Blick etwas besorgt Fragendes. Doch sie blieb still und fragte nicht laut. Die Silbergraue hatte nicht vergessen, weshalb Yago überhaupt noch da war und auf ihre Art versprochen zu schweigen. Es waren zu viele Wölfe um sie herum.
Leikuna riss sie wieder aus den Gedanken, die irgend wen anheischte, raus zu kommen. Was damit gemeint war, war offensichtlich. Während die weiße Wölfin schon beschämt ihren Kopf zurück zog, wandte Kiba ihren herum und konnte die fröhliche Mischlingswölfin bei den Spiegeln sehen. Aber jetzt war selbst sie nicht mehr fröhlich. Die Leitwölfin zuckte nervös mit den Ohren, wollte aber nicht mehr die spiegelnde Fläche ansehen.

Kaya!“,

rief auch sie mit einem bittenden Unterton und blickte wieder nach vorne. Weg von der Kammer. Langsam hatte sie ihr Zittern wieder unter Kontrolle und achtete auch irgendwo auf Yago, an dem sie noch immer halb lehnte.

Sie zeigen uns unsere Ängste ...“

Nur ganz leise verließ es ihre Kehle. Natürlich beschäftigte sie und wohl irgendwo auch jeden anderen, was zum Teufel hier passierte. Sie konnte sich das Warum nicht erklären, so sehr sie auch darüber nachdachte. Aber zwei Dinge hatte sie ausschließen können. Die Spiegel zeigten nicht die Vergangenheit, dass hätte weder mit ihrem, noch mit Andrakis Spiegelbild überein gestimmt. Allerdings konnte sie das bei den anderen nicht beurteilen ... Aber auch die Zukunft erschien ihr unpassend. Vielleicht war es aber auch nur die enorme Angst davor, wieder zu versagen. Das war es doch Angst. Angst, die sie wieder leicht zittern ließ. Sie hätten hier nicht herkommen sollen.


16.03.2009 17:46




Cílyn Nuray


Die Braune konnte sich das nicht erklären. Was war das bloß für ein Raum, was war das für ein… Spiegel? Sie schluckte hart, und obwohl dieses Gebilde, das aus Eis zu sein schien sie anzog, als ob es wollte, dass sie näher trat, blieb sie beständig und krallte sich beinahe schon am harten Boden fest. Sie wollte und sie wollte nicht. Andraki hatte sich vorgewagt, und auch Kiba. Es war verwirrend, was sollte sie tun? Sie wollte und sie wollte nicht… bis sie dieses Gefühl schließlich nicht mehr ertragen konnte und einige Schritte auf die ‚Spiegel’ zuschritt, doch mit jedem Schritt, den sie sich näherte spürte sie eine Veränderung in sich. Ihr Herz schien sich zusammen zu ziehen, und obwohl sie noch lange nicht so nah war wie Kiba und Andraki, sondern noch Abstand bewahrte, so wie Yago war sie plötzlich im Bann dieses Gebildes. Ihre so sanften Braunen Augen starrten in die unendlichen weiten des durchsichtig schimmernden Etwas, und plötzlich fing auch ihre Wahrnehmung zu verschwinden. Sie meinte erst nicht richtig sehen zu können, es war als ob ihr schwindelig wurde, alles wurde dunkel, sie wurde beinahe blind. Und auch die anderen waren verschwunden, niemand war da. Cílyn holte tief Luft, kniff die Augen eng zusammen, doch es tat sich nichts. Die anderen waren verschwunden. Da war niemand in dem Spiegel, niemand war hinter ihr, oder neben ihr der sich spiegelte, sie war vollkommen alleine. Niemand war da. Und diese Stille hallte in ihren Ohren wie ein schmerzvoller Schrei. Oder… war das etwa ein Schreien? Die rundlichen Ohren zuckten verwirrt hin und her, sie war wie blind, alles war so dunkel, so leer so schreiend ruhig.

- Du bist alleine. -

Sie erschrak als die Stimme plötzlich in ihren Gedanken zu ihr sprach. Sie kam von nirgendwo her sondern war in ihrem Kopf. Wie ging das?

- Du bist alleine…-

„Nein…“

Sie traute sich sogar etwas zu erwiedern, auch wenn ihre Stimme kaum das Hauchen wert gewesen war, man hätte sie ohnehin nicht hören würden. Doch die Stimme war in ihrem kopf, sie würde sie schon gehört haben. Und wie als Bestätigung sah sie auf einmal eine Regung in weiter Entfernung… und je angestrengter sie hinsah konnte sie erkennen, dass es sich um ihr altes Rudel handelte. Sie lebten…? Unwillig schüttelte die Braune den Kopf, schloss die Augen, als sie sah wie plötzlich einer nach dem anderen verschwand.

- Du bist alleine.

Sie kannte diese Stimme, sie kannte sie, doch sie wusste nicht wem sie gehörte… was war das nur? Und wo waren Kiba und die anderen hin? Ián und Yago? Sie waren doch gerade noch alle da gewesen… Und jetzt war da nur noch Dunkelheit um sie herum, und sie schien wie blind. Zitternd ließ sie sich auf ihre Hinterläufe nieder, nicht wissend, dass die anderen neben und hinter ihr waren. Und auch den anderen wäre es kaum möglich zu erkennen, dass die Braune gefangen war. Doch der Spiegel hielt sie gefangen, sie wagte es nicht den Blick abzuwenden, sie sah nur sich selbst. Sich selbst. Und sie war alleine und alles war dunkel, war taub für alles andere. Niemand war da. Sie war alleine.


19.03.2009 18:21




Moonsoo


Fern von allem was er kannte, lag der junge Rüde am Eingang der Höhle, das Gesicht unter den Pfoten vergraben. Angst, nein Panik stieg in ihm auf. Alles roch fremd, sogar der Boden zu seinen Pfoten fühlte sich anders an. Wo war das Gezwitscher der Paradiesvögel? wo das Grunzen der Waldpekaris? wo waren die riesigen Schmetterlinge? Er hob den Kopf ein wenig auf, während seine finsteren Augen versuchten die Dunkelheit der Höhle zu durchdringen. Hier roch es nach so vielen Wölfen. Vielleicht sollte er deren Spuren folgen? Vielleicht waren Mama und Papa und die anderen auch dort? Er war kindlich, naiv aber wer konnte es ihm denn verübeln? er war so fern von zuhause dass die Illusion sein einziger Halt war, in dieser für ihn fremden Welt.

Er rappelte sich auf, die Nase ins Dunkel reckend. Er MUSSTE da hinein und versuchen jemanden zu finden. Ansonsten würde er für immer allein sein. Zaghaft wagte er sich ins Dunkel hinein bis dieses den schwarzen vollständig verschluckt hatte.

Oh es dauerte so schrecklich lange bis er auf die Stimmenechos einer Gruppe Wölfe stieß. Sein Atem entwich ihm seufzend und stoßweise ehe er es wagte die Stimme zu erheben

Mama? Mama? Papa? Chol? Taik? Mama? seid ihr hier irgendwo? Mama? Paaapaaaa? Kang In? ist hier überhaupt jemand?

Er ließ sich auf dem Boden nieder, den Kopf auf die Pfoten gelegt. Ein Winseln entwich ihm während er vergeblich auf eine Antwort wartete


19.03.2009 19:51




Bjarmi


Bjarmi hatte sich die gesamte Zeit, in der das Rudel durch die Höhle gelaufen war, vor dem Regen, der Kälte und sehr wahrscheinlich auch vor dem Tod geflohen war, im Hintergrund aufgehalten. Er wollte mit niemanden sprechen, niemanden zu Nahe treten. Er war ein Fremder, fremd sich selbst, seiner eigenen Gedankenwelt und fremd den restlichen Wölfen, die an seiner Seite gelaufen waren. Sicherlich war der Rüde ihnen ein Rätsel, wie er sich selbst immer wieder ein Mythos und oft auch eine Qual war. Was hätte er denn auch schon sagen sollen? Über was sprechen, über was diskutieren, über was philosophieren? Belanglose Gespräche waren in seinen Bernsteinaugen Zeitverschwendung; sie dienten nichts und niemandem. Deswegen glich er die Tage, als das Rudel gewandert war und nach einem Ausweg suchte, einem fast schon gespenstigem Schatten, der sich nicht zeigen wollte, dessen Gegenwart aber, jedem bekannt war und auf jedem lastete.

Doch nun erschien Bjarmi dieser Umstand bedeutungslos. Nun waren die anderen Wölfe beschäftigt mit etwas, das wohl mehr Rätsel in sich barg, als alles, was ihn, den Sohn der Nordwinde hätte an Mystischem anhaften können. Er sah die Ängste der anderen, wann auch immer sein skeptischer, fast schon zynischer Blick zu dem Spiegel sah. Waren es wirklich die tiefen Urängste und Zweifel der Gefährten seines neuen Rudels? Wenn ja, so erschienen sie ihm belanglos, fast schon federleicht gegenüber den eignen, die er jedoch, so seltsam, wie es auf den ersten Blick erscheinen mochte, noch nicht schaute. Sein Geist haftete noch zu sehr an den Sorgen und Nöten der anderen Wölfe, denen er sich angeschlossenen hatte. Bjarmi sah vor allen Dingen eine Angst bei den übrigen Wölfen, egal ob Fähe oder Rüde aufkeimen: Die Panik des Alleinseins. Warum hatten sie davor Angst? Für den Rüden war dies keine Sorge. Er kannte diesen Umstand, er kannte die Einsamkeit, sie war sein stetiger Begleiter seit er sich entschlossen hatte, dem Nordwind zu folgen. Nein, davor brauchte man sich nicht zu scheuen. Nicht in Bjarmis Augen.

-Mein Sohn...-

Eine heißere, gewaltvolle und mächtige Stimme erklang in dem hohen Höhlenraum und Bjarmi hatte das Gefühl, seine Beine knickten weg. Wurden schwach, alt und krank; nicht mehr im Stande ihn zu tragen. Da war sie, seine bitterste und grauenvollste Angst. Intensiver, als jemals zuvor in seinem Leben.

-Mein Sohn.....Ich werde dich ziehen lassen....-

"Was?!", röchelte Bjarmi nur noch.

Mit einem Male war all seine Kraft, seine klaren Gedanken, sein Wesen, alles, was ihn ausmachte, wie ausgelöscht, wie nie dagewesen. Alles verschwamm ins Nichts. Es wurde nicht wirklich dunkel um ihn, aber er empfand sich selbst als wäre er sehr weit weg; nicht erreichbar für seine kranken und schwachen Läufe.

-Zieh! Geh, wohin auch immer du willst! Du bist frei! Ich entlasse dich aus deiner Pflicht...-

"Nein! Das kannst du nicht tun!", schrie der Rüde, doch in Wirklichkeit entkam kein Laut seinen Lefzen. Nur ein heißeres, klagvolles Wimmern.

Es war ihm, als spräche sein stets treuer Begleiter zu ihm, doch was er sagte, hallte in Bjarmis Ohren wie Messerstiche durch sein Trommelfell. Das konnte unmöglich der Wahrheit entsprechen! Dies war nicht der Nordwind! Er würde ihn nicht alleine lassen. Er würde ihn nicht aus der Pflicht nehmen. Das war unmöglich und es würde für den Rüden den Tod bedeuten. Wo sollte er hin? Was wäre seine Aufgabe, wenn er kein treuer, ergebener Diener mehr wäre? Er wäre hilflos. Er würde krank und schwach werden und bald darauf hätte ihn der Tod eingeholt. Nichts wäre mehr so, wie es einst gewesen.


19.03.2009 19:51




Shaí


Shaí starrte um sich her. Langsam wurde ihm die Sache aber wirklich zu bunt.Warum benahmen sich denn also so völlig daneben? Lag es an diesem komischen... Kristall oder was es war? Der schwarze, große Rüde ging ein paar Schritte auf das kalt schimmerte Glas zu. Er sah seine schönen, dunkelblauen Augen glitzern, sein schwarzes Fell schimmern. Seine Muskeln kamen bei diesem eigenartigen Schein noch besser zur Geltung. Hm. Die anderen hatten wirklich Probleme. Was war denn schlimm daran, sich so zu sehen, wie man war`? Dann sah Shaí genauer hin. Toboe. Erschrocken riss der Rüde die hübschen Augen auf. Nun stubste Tobsi seinen Freund an. Er sah ziemlich verzweifelt aus. Dann nahm er eine seltsame Bewegung wahr. Er wandt sich um und starrte mitten in ein Gesicht. Es war sein eigenes Gesicht. Und doch kam es ihm seltsam verzerrt und böse vor. Shaí wich misstrauisch einen Schritt zurück. Der Shaí im Spiegel, oder Kristall oder was das auch immer war starrte ihn an. Und doch war ihm der schwarze Wolf auf der anderen Seite völlig fremd. Fremd. Im Spiegel begann der schwarze Wolf auf und ab zu gehen. Übertrieben poste er herum, lächelte selbstgefällig und stolzierte weiter herum. Shaí konnte seine Augen nicht mehr vomn Spiegel abwenden. Es war seltsam. Konnte man sich von einem Moment zum anderen nicht mehr selber erkennen? Doch Shaí sah nur das, was die anderen um ihn herum die ganze Zeit sahen. Arrogant, selbstgefällig, egoistisch, eingebildet, höhnisch, herablassend, .... Man hätte ewig so weiter machen können. Er selbst hätte ewig so weiter machen können. Denn nun, endlich, verstand er, warum manche, nein, nicht manche, so viele, ihn nicht eines weiteren Blickes würdigten. Denn er war nicht nett. Er war selbst ziemlich abstoßend. Niedergeschlagen senkte Shaí die Lider. Nein, bei ihm hatte der Wolf gar nicht reden müssen, wie bei mehreren anderen hier im Kreis. Beim ihm hatte es gereicht, dass er genau das sah, was die anderen auch sagen. Langsam wich Shaí zurück. Er fühlte sich so, als hätte ihn jemand windelweiche geprügelt. Verwundet. Er ging mit kleinen Schritten auf Toboe und Teyrm zu. Er hörte die letzten Worte Teyrms und stupste Toboe vorsichtig an und sah ihn mit einem 'Alles-okay-bei-dir?' Blick an. Dann nickte er zustimmend zu Teyrms Worten.

"Ich bin der gleichen Meinung. Hier erlebt man seine schlimmsten Ängste."

oO.(War ich wirklich so blind? So gebelendet von meiner Schönheit, meiner Intelligenz? Wie konnte ich nur zu dem werden, was ich heute bin? Warum habe ich nichts gemerkt?)


Der Kristall hatte viele Fragen in Shaí aufgeworfen. Fragen, die ihn schon viel, viel früher hätten überkommen sollen.


20.03.2009 23:51




Taol Noon


Gewand, elegant und schnell lief er durch die Gegend...haha, von wegen, das klang vielleicht schön, aber stolpern würde bei dem Dunklen wohl eher passen. Also: Er stolperte wirr durch die Gegend, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben, wo er eigentlich war. Jaa, das klang schon mehr nach Taol. Stolpernd, beinbrechend und um ehrlich zu sein, auch ein wenig desorientiert, stürzte er nahezu umher, rutschte hier mal aus, sprang dort mal über etwas drüber, lief im Kreis herum und checkte erst an seinem Ausgangspunkt, dass er dort vielleicht schon mal gewesen sein könnte.
So war es ja eh schon eine Seltenheit, dass er mal einen Ort erlangte, den er nicht bereits ein zweites Mal sah, nämlich ein Massiv aus Fels, eine Art Höhle, so schien es ihm. Vorsichtig lugte der 2-Jährige durch das spröde Geflecht von ausgetrockneten Büschen hinüber zum Eingang, in dessen Rachen sich das endlose schwarze Etwas wiederfand. Und da rein gehen? Niemals, ohne ihn!

.oO(Das sieht aus, wie ein Drache, der nicht gefrühstückt hat...)

Wie kam er denn jetzt bitteschön darauf? Oh je, seine Fantasie ging wieder mit ihm durch. Taol kniff die Augen zusammen, um diese schreckliche Vorstellung aus seinem Gewissen zu schießen und sie irgendwo hin zu katapultieren, wo sie zumindest ihm keinen Schaden anrichten konnte. Unsicher, was er jetzt tun sollte, scharrte er nervös am Boden herum, unterließ dies jedoch sogleich wieder, da das Geräusch seiner Krallen auf dem kalten, teils gefrorenen Boden einfach nur bissig in seinen Ohren klang. Diese wieder rum hatte er eng an den schmalen Kopf angelegt.
Doch einigen vielen Momenten des unsicheren Auf-der-Stelle-Hin-und-Her-Tretens, entschloss er sich doch, sich die Höhle genauer an zu sehen und hüpfte zwischen den Büschen hervor, blieb aber dann gleich wieder stehen. Es gefiel ihm nicht, sich so etwas Unheimlichen sooo nah zu nähern. Nur wenige Meter trennten ihn von dem Eingang dieser öhm...na ja, Höhle halt. Grübelnd legte er den Kopf schief und spürte bereits, wie in ihm die Angst hochkroch. Da half nur eines! Reinstürmen und Augen zukneifen. Ohne Nachdenken, verstand sich!
Der Braune nahm Anlauf, ohne auf seine Umgebung zu achten und war schon im Begriff, einfach in das Dunkle hinein zu stürzen, wenn da nicht auf einmal etwas im Weg gewesen wäre, das er zuvor gar nicht richtig realisiert hatte. Etwas Kleines, schwarzes, plüschiges. Moment mal? Ein Welpe? Doch der Rüde war bereits zu sehr in Fahrt, als dass er hätte bremsen können und sprang etwas unelegant über das Fellknäuel hinweg.

“Holla!“

, kam es ihm noch hervor, ehe er nach dem Sprung scharf abbremste und erst mal Gleichgewicht suchte. So viel zu dem Thema, von wegen Augen zu und durch. Doch Taol dachte gar nicht mehr daran, sondern drehte sich sofort besorgt herum und senkte den Kopf zu der Miniausgabe.

“Tut mir leid, ich...ich hab dich gar nicht gesehen. Was tust du da auch?“

Er stupste ihn vorsichtig mit der Schnauze an. War der tot? Er stupste ihn noch einmal an. Er hatte rabenschwarzes Fell. Taol mochte diese Farbe. Bei ihm selbst gab es so etwas ja nur ganz selten. In seiner Familie gab es nur einen Fips, der solch eine Fellfarbe besaß und das war Moonsoo, sein kleiner Bruder, der allerdings verschwunden war...mhm, und warum sah er ihn so ähnlich?

“Sag mal, wie heißt du eigentlich?“

Der Winter musste sein Hirn ausgeschalten haben, ansonsten wäre Taol vielleicht darauf gekommen, dass er mal den Geruch abchecken könnte....aber das war halt Taol.


21.03.2009 08:54




Adali


Wie die Sekunden dahin pochten schlug auch ihr Herz in jenem Takt. Schnell und hastig, als wäre es auf der Flucht vor etwas. Etwas, vor dem sie niemals fliehen konnte. Der Wahrheit. Es stimmte. Sie konnte wieder nichts tun. Nichts. Die Worte klangen noch immer in ihren Ohren, hallten in ihrem Kopf wieder und schienen sich endlos an ihren Schädelwänden zu echoen. Schatz. Er hatte das Wort ausgespuckt und ihm einen Klang wie eine Krankheit oder ein Schimpfwort gegeben. Nichts war sie mehr, gar nichts.
Ihr Magen zog sich zu einem festen Klumpen zusammen und unsichtbare Drähte schnürten ihre Kehle schmerzhaft zu. Trotzdem ließ sich Adali nicht beirren, strich vorsichtig mit der Schnauze über den Kopf ihres Sohnes. Er konnte versuchen was er wollte, die Augen seiner Mutter konnte er nicht täuschen. Ihre Augen hier konnte kaum jemand täuschen. Also strich Adali auch Jeanne noch ein mal liebkosend über den Schnauzenrücken, in dem Versuch die Weiße ein wenig zu stützen. Auch Toboe erfuhr ein wenig von ihrer Wärme, aufmunternd drückte sie ihre Schnauze gegen die des besten Freundes ihres Sohnes.
Als Schritte auf dem blanken Boden erklangen, zuckten ihre Ohren wachsam nach vorne, die Augen nun zu misstrauischen Schlitzen verengt. Ein dunkler Schatten der sich näherte. Ein Grollen wollte in ihrer Brust heran wachsen, die Schnauze kräuselte sich warnend, das Nackenfell aufgestellt. War es ihr Albtraum, der Fleisch und Blut geworden war? Was auch immer es war, sollte sich jemand an ihrer Familie zu schaffen machen – wie selbstverständlich zählte die Fähe Jeanne und Toboe mit hinzu – würde schon sein Wunder erleben.
Adrenalin jagte durch die Venen der Schwarzen, die angespannt verharrte. Dieser merkwürdige Ort hier tat ihr nicht gut, sie verlor sich in etwas, was nicht zu ihr gehören wollte. Es war nicht die gleiche Flamme, deren Wärme sie schon lange nicht mehr vermisste, sondern dieser unumstößliche Instinkt zu beschützen.
Aber es war nur Shaí, der schwarze Rüde, der soweit sie wusste Toboe während des Erdbebens gerettet hatte. Weiter konnte sie ihn allerdings auch nicht wirklich einschätzen. Auf seine Worte runzelte Adali kurz die Stirn, als ihr nun deutlicher ins Bewusstsein kam, dass ihr Sohn an ihrem Lauf gesprochen hatte. Von hier verschwinden. Auf jeden Fall!
Noch ein mal strich sie über sein Fell, vermied aber den Blick in die hellen Augen.

Ja.

, murmelte sie nur leise in sein Ohr, hob dann den Kopf an und füllte ihre Lungen mit Luft.

Hört mir zu. Lasst euch nicht von diesem... Wahnsinn mit reißen, hört ihr? Wir gehen weiter.

In dem Versuch möglichst ruhig zu sprechen musste Adali fest stellen, dass ihr Innerstes so sehr schmerzte, dass es zu zerbersten drohte. Was konnte schon noch zerbrechen, außer ihre Verbindung zu ihrem Sohn? Du kannst nichts tun. Nein!
Sie mussten hier weg und zwar auf der Stelle.


21.03.2009 15:27

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 01:06
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Cave of Mind
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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 11




Toboe Tear


Noch immer leise winselnd berührte Toboe noch immer die Schnauze seines Freundes. Er kniff die hellen Augen fest zusammen, wollte das alles nicht mehr sehen. Was war das vor ihnen bloß, dass nahezu jeder, der sich dort drin sah, vollkommen am Boden zerstört war? Aber eigentlich wollte er es nicht wissen, er wollte bloß noch hier weg. Teyrm Berührung an der Schulter nahm der Graue wahr, zuckte jedoch kurz zusammen. Ganz langsam öffnete er die Augen, blinzelte den Schwarzen an. Und kaum hatte er den Fang geöffnet, um eine Frage zu stellen, wurde er auch schon angstubst. Sich ein wenig auf den Boden drückend wandte sich der blaue Blick auf Jeanne, die nun bei den Beiden stand. Auch sie sah nicht besser aus. Schließlich wurde die Weiße von Adali begrüßt, die nun auch zu ihnen gekommen war. Wie gut Teyrm es doch hatte, dass seine Mutter bei ihm in einer Gruppe war. Toboe schluckte, beobachtete dann, wie sein Freund aufstand und zu der Schwarzen ging. Er hatte kaum bemerkt, dass nun auch Shaí bei ihnen war. Der junge Rüde legte leicht die Ohren an, als der Schwarze zu ihm kam und ihn anstubste. Was hatte er gesehen? Nun, ganz vorsichtig stand der Graue auf, trat einen Schritt auf den Rüden zu und lehnte sich kurz an seine Seite. Vielleicht.. konnte er ja doch helfen. Einen Versuch war es wert. Noch immer mit angelegten Ohren trat Toboe von Shaís Seite, machte nun wenige Schritte auf seinen Freund und dessen Mutter zu. Er musste es zumindest versuchen. Bei Teyrm blieb er kurz stehen. Seine hellen Augen ruhten auf Draco. Auch der Weiße schien nicht gerade zufrieden, mit dem was er gesehen hatte. Leise wuffend trat er einen Schritt auf den Rüden zu, während seine Rute ein wenig hin und her pendelte. Er wollte niemanden hier allein lassen. Nicht, wenn er so am Ende wirkte. Für wenige Sekunden traf sein Blick die trüben Augen der weißen Jotafähe, ehe er zu Teyrm Mutter trat und diese anstubste. Ob sie die fremden Gerüche auch wahrnahm? Dann zog er seinem Freund sanft am Ohr. Er wollte sie alle nicht so nieder geschlagen sehen. Einige Momente schweiften seine Gedanken ab, zu der anderen Gruppe. Wie ging es wohl seiner Mutter? Zu gerne hätte der Graue nun nach ihr gerufen, wäre bei ihr gewesen. Ob sie wohl auch solch Angst hatte, wie die anderen? Kurz schüttelte er das graue Fell, ehe er noch weitere Schritte vortrat. Shaí hatte Teyrms Worten zugestimmt, und auch er selbst hielt es für die beste Möglichkeit. Mit kleinen Sätzen stand er nun von der kleinen Gruppe weg. Dort blieb er stehen und wandte den Kopf zurück. Er wollte sehen, wie es seiner Mutter ging. Aber er wollte auch nicht ohne die anderen weiter gehen. Die Rute des Jungrüden wedelte leicht hin und her, während er jeden der Anwesenden einmal anblickte.

“Na los. Lasst uns verschwinden.“


21.03.2009 15:35




Maav


Stumm war Maav den Anderen in die Höhle gefolgt, er war misstrauisch und fühlte eine Unruhe die es ihm unmöglich machte zwei Schritte zu gehen ohne sich aufmerksam umzusehen. Diese Höhle hatte etwas bedrohliches an sich und wenn er die Wahl hätte würde er jetzt lieber draußen im Regen liegen und darauf warten, dass die Wolken sich verzogen und die Sonne wieder zum Vorschein kam. Früher hätte er jede Art von Nichtstun abgelehnt, er hätte sogar einen Weg gesucht das Wetter zu beeinflussen, auch wenn er wusste, dass es unmöglich war.
Als die Anderen die kleine Höhle betraten hielt er sich davor, starrte misstrauisch in die Dunkelheit und hoffte sie würden hier keine böse Überraschung in der Finsternis finden. Er witterte nichts, aber irgendetwas ließ ihm das Nackenfell zu Berge stehen. Etwas hier stimmte nicht, da war etwas, was nicht so war wie es sein sollte.
Plötzlich hörte er Knurren und Winseln aus der Höhle, da waren viele fremde Stimmen und beinahe augenblicklich fuhr er herum und drängte sich in die Höhle. Eine Falle? Doch da war nur diese weiße Wand, fast wie Eis, aber es war nicht kälter geworden. Doch Maav konnte nicht nur seine Gefährten dort drin erkennen, sondern auch so viele fremde Wölfe, passend zu den fremden Stimmen die noch immer ertönten. Automatisch wich er einen Schritt zurück und sein Blick suchte Jeanne und Shanaro denen pure Angst auf den Zügen geschrieben stand und dann blickte er sich suchend nach Shiyu um, der ebenso Gleichgültig wirkte wie immer. Er wollte zu Jeanne und Shanaro eilen und ihnen beistehen, als plötzlich eine Bewegung in der weißen Oberfläche seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Ein ängstliches Knurren entrang sich ihm. Das konnte nicht sein. Das war unmöglich. Da waren seine Welpen, seine Kleinen. Gash und Ka'Gash die unzertrennlichen Zwillinge, die sich dicht an einander drängten. Da stand Wasuur seine kleine Fähe und neben ihr Abesh, Blut überströmt und das Gesicht in Fetzen gerissen. Der Anblick seines gepeinigten Welpen ließ Maav unwillkürlich aufwinseln. Und hinter ihnen stand Skir, sein Skir. Sie alle sahen ihn mit so viel Verachtung an. Abesh öffnete die Lefzen und entblößte blutiges Zahnfleisch und fehlende Zähne. Seine Stimme klang rau und Enttäuschung war das dominierenste Gefühl, gepaart mit Verachtung und Ablehnung.

“Du bist Schuld. Warum hast du uns nie gesucht? Warum hast du das zugelassen? Du hast dich nie um uns geschert, sonst wärst du zurück gekommen. Du hast zugelassen das sie mich töten. Und du bist einfach verschwunden, du bist nie zurück gekommen. Du bist das Letzte Vater.“

Maav winselte und versuchte zu seinen Söhnen zu kommen, doch da war nur dieser kalte Spiegel gegen den seine Schnauze immer und immer wieder stieß. Verzweifelt presste er sich immer wieder dagegen, doch er kam nicht durch.

“Nein... Nein... Ich habe es versucht! Ich wollte zurück kommen! Bitte glaubt mir! Ich habe euch gesucht. Fragt Skir, ich habe euch gesucht, ich wollte zu euch zurück kommen. Ich wollte euch nicht verlassen. Bitte hasst mich nicht!“

Er winselte erneut und presste sich fest zu Boden. Er wollte hindurch, wollte zu seinen Söhnen, seinem Gefährten, doch sie verachteten ihn. Er war denen die ihm am wichtigsten gewesen waren nichts mehr wert, sie verachteten und hassten ihn. Wahrscheinlich wünschten sie ihm den Tod. Dabei war die Zeit mit ihnen die schönste gewesen, er würde alles geben, sein ganzes erbärmliches Leben, was sowieso nichts mehr wert war, nur um einen Herzschlag lang noch einmal zu fühlen, was er damals gefühlt hatte. Zu lieben und geliebt zu werden wie er es damals hatte. Damals, mit Skir und ihren Welpen hatte das Leben ein Ziel gehabt, einen Sinn, etwas wofür es sich lohnte zu Leben, zu Kämpfen, so kitschig das auch klingen mochte. Er lebte nur noch aus reiner Gewohnheit, reinem Zwang, weil er nicht sterben wollte. Und in der Hoffnung einen seiner Welpen wieder zu sehen.
Er wäre hier ewig geblieben, mit den Schatten seiner Geliebten in der Hoffnung sie würden ihm verzeihen und in den Wahnsinn getrieben von ihrem Hass, den er mehr fürchtete als den Tod selbst. Erst einer der Anderen, der Nahe an ihm vorbei ging, ließ ihn den Blick vom Kristall abwenden, aus reinem Reflex schaute er wer da so Nahe an ihm vorbei ging. Er vernahm Adalis Worte und für einen Moment fragte er sich, warum sie gehen wollten, selbst das hier war besser als wieder zu gehen. Dann erinnerte er sich plötzlich an Jeanne und Shanaro die ziemlich verzweifelt gewirkt hatten und erhob sich zögernd mit zitternden Beinen.

“Da gehst du schon wieder.“, höhnten die Spiegel hinter ihm. “Verlässt uns wie du es immer getan hast. Wir waren dir nichts wert, niemand ist dir etwas wert. Wir hassen dich.“

Bei den letzten Worten zuckte Maav merklich zusammen und konnte nicht anders als sich noch einmal umzudrehen und in die von Hass verzerrten Gesichter zu sehen, in das entstellte Gesicht seines toten Sohnes.

“Es tut mir Leid...“, hauchte er tonlos.

Mit schweren Schritten verließ er die kleine Höhle, bis eine Wand zwischen ihm und den seltsamen Kristallen war wurde er von den höhnischen und hasserfüllten Worten seiner enttäuschten Liebsten verfolgt und er war sich sicher sie nie wieder vergessen zu können. Sie hassten ihn und mit ihrem Hass hatte er jede Chance verwirkt je glücklich zu sein.


21.03.2009 17:42




Felino


Er war den anderen gefolgt leise und lautlos, er fühlte sich nicht richtig wohl zwischen all den Fremden Wölfen. Sie alle hatten den kleinen Welpen kaum beachtet, aber das war Felino auch nicht wichtig, wichtig war ihm nur seine Ruhe, sein ganzer kleiner Welpenkörper strahlte wieder diese Ruhe und diese Gelassenheit aus, die der kleine so liebte, wenn er jetzt noch schwimmen könnte, dann wäre für ihn alles perfekt gewesen. Doch genau das war nicht möglich, denn um ihn war nirgends ein See, nicht mal annähernd ein kleiner Fluss nur die Höhle war um ihn herum und diese Fremden Wölfe, mit denen er immer tiefer in diese Höhle hineingegangen war. Später waren es zwei Gruppen gewesen und der kleine hatte sich einfach an Jeanne gehalten, die weiße Fähe, sie landeten in einem großen Raum. Der Raum war so groß das er sich auf einmal zwischen den vielen Fremden Wölfen vollkommen verloren vorkam. Er sah wie die anderen Wölfe Angst bekamen nur er wusste nicht wovor, denn er hatte gerade an die Decke gesehen, nun sah er an die Höhlenwand und erschrak, dort war sein Spiegelbild aber nicht nur sein Spiegelbild, nein auch Fremde Wölfe, nein es waren nicht Fremde, es waren die Wölfe dieses Rudels, zu dem er jetzt gehörte und dann sah er wie Erde sie überrollte, wie sie alle unter Steinen begraben wurden.

oO(Nein, was soll das? Was hat das zu bedeuten? Bitte verlasst mich nicht, ich will nicht wieder alleine sein…
Steine nehmt mir sie nicht weg, ich möchte wieder ein Rudel, ich hatte ein Rudel und ihr nehmt es mir wieder…)Oo


Felino begann zu winseln, zu fiepen, sein ganzer kleiner Körper begann zu erzittern, für ihn war das alles so wirklich, so klar, das er nichts mehr um sich herum wahrnahm außer dem Bild an der Wand, er konnte sich nicht vorstellen, das dies nur ein Traum war, ein Traum den er so klar vor seinen kleinen Augen sah, das er die Bilder vermutlich berühren konnte, wenn er die Pfote ausstreckte, aber dann waren es ja keine Bilder, nein dann waren es echte Wölfe und er hatte dann ja schon wieder alles verloren.
Er sah nun Feuer über den Wald in dem er jetzt lebte hereinbrechen, Feuer dem Wasser unterlege und doch auch sein Feind war, es verbrannte die anderen Wölfe, die welche die Steine überlebt hatten und sie ließen ihn alleine zurück.
Allein und verlassen, er war wieder allein, so wie er davor allein gewesen war.
Felino zitterte und sein kleiner Körper fiel zu Boden, er drückte sich richtig auf den Boden und winselt, wie ein kleiner Welpe, welcher er doch war.

oO (Warum muss ich so leiden? Warum tut mein Herz so weh? Warum mussten sie alle sterben? Warum nur? Was habe ich getan? Ich will das alles nicht mehr sehen…)Oo

Er schloss die Augen und drückte sich die Vorderpfoten auf seine Augen, er wollte nichts mehr hören, nichts mehr sehen, nichts mehr fühlen, er fiepte und jaulte, sah die Bilder hinter seinen geschlossen Augenlidern, sah sie zwei, dreimal sterben und wünschte sich einfach nur noch auch von Steinen überrollt zu werden, er hatte wieder alles verloren, so wie damals, deswegen wollte er nicht mehr Freundschaft mit irgendwem schließen, denn er würde sie ja doch wieder alle verlieren, seine neuen Freunde, so wie er auch schon seine Familie verloren hatte. Sie waren alle tot gewesen und er hatte alles mit ansehen müssen, nun verschwanden die Bilder in seinem kleinen Kopf und die Bilder seiner Familie tauchten auf, seiner toten Familie, seiner toten Eltern. Er fiepte abermals auf, vollkommen gefangen in den Bildern vor seinen geschlossenen Augenlidern, er bekam nichts mehr mit um sich herum, denn er war vollkommen in seiner Traurigkeit gefangen und er entkam ihr einfach nicht, fand einfach keinen Weg in die Wirklichkeit, denn dies war nun seine Wirklichkeit, nicht mehr die anderen Wölfe um ihn herum die auch Angst hatten, denn die hatte er verbrennen und unter Steinen begraben sehen. Sie waren also tot, also konnte auch keiner ihm mehr helfen, keiner war mehr bei ihm, er war wieder allein. Ein weiteres jaulen und ein weiteres fiepen drang aus seinem Fang.


21.03.2009 21:14




Ián


Iàn schwieg. Seine Augen verfolgten die Bilder von den Ängsten derer, die in der Höhle waren. Er war ganz still geworden. Seine Augen hafteten auf den grauenhaften Szenen, seine Ohren lauschten den Stimmen, die durcheinander durch den Raum hallten. Er sah nicht mehr zu Leikuna und Andraki, sie schienen sich beruhigt zu haben. Er realisierte auch nicht das Kiba sich wieder zu ihm gesellte. Wie gefangen starrte er den Spiegel an, beobachtete, wie eine kleine, aufgeweckte Fähe in sich zusammensackte und winselte. Sie fragte nach der Sonne und nach der Freude. Langsam erhob sich der Graue. Er sah an Kaya vorbei. Eine andere Wölfin hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Sie hatte sich hingesetzt, starrte auf ihr Spiegelbild. Sie war alleine. Langsam Schritt er in die Höhle, er hatte nicht wirklich Angst, war nur etwas aufgeregt, weil er nicht wusste, wovor er Angst haben könnte. Also sah er nur kurz zu seinem Spiegelbild, dass immer noch die gleichen Bewegungen machte. Es wurde nur etwas kälter. Er schüttelte den Kopf und lief gezielt auf Cylín zu. Vorsichtig setzte er sich neben sie. Er wollte sie nicht erschrecken. Langsam beugte er sich zu ihr rüber.

„Du bist nicht alleine. Ich bin hier."

Seine Stimme war leise, nur sie würde ihn hören können. Er sah zu seinem Spiegelbild. Es hatte sich immer noch nichts verändert. Da saß nur er. Und sah sich an. Seine Augen waren erschreckend, so leer, so unerfüllt, aber mehr war da nicht. Sein Fell war ein wenig zerzaust, nicht so wie jetzt. Aber das Bild machte ihm keine Angst, oder er verstand es noch einfach nicht. Langsam drehte er den Kopf zurück zu der Fähe.

„Es ist nicht die Wahrheit. Du bist nicht alleine!"

Jetzt sprach er etwas lauter. Als hatte er Angst, dass die Braune ihn nicht hören konnte. Ein weiterer Rüde betrat den Raum. Iàn hatte ihn noch nie zuvor gesehen, nie mit ihm gesprochen. Anfangs war er reglos, die Augen des Jungwolfs richteten sich auf das Spiegelbild des Fremden. Er wurde... nicht wirklich verlassen. Frei gelassen. Aber es sah nicht so aus, als würde dies dem Willen des Fremden entsprechen. Der Braune begann zu schreien. Iàn zuckte zusammen, sein Blick wanderte wieder zu seinem Spiegelbild, aber es war eingefroren, in der gleichen Position wie davor. Der Graue verstand es nicht, wandte den Blick wieder ab und zu dem Rüden. Er war ihm sehr Nahe.

„Hey!"

Rief er, etwas lauter. Mit der Pfote stieß er den Rüden an.

[/i]„Schau nicht hin." [/i]

Er wandte sich zu Cylín zurück. Sprach aber nun zu beiden.

„Lasst uns hier raus gehen. Okay? Wir verschwinden."

Er schielte noch mal zurück auf sein Spiegelbild. Es hatte sich nichts verändert. Er, mit den toten Augen. In der gleichen Position. Vielleicht war bei ihm irgendwas Defekt. Unschlüssig sah er zu Akara, die auch keine Angst zu haben schien.


22.03.2009 00:09




Maav


Maav hatte die Augen geschlossen während er sich an die Wand außerhalb der kleinen Höhle lehnte und versuchte die hasserfüllten Stimmen aus seinen Gedanken zu verbannen. Langsam ließ das Zittern in seinen Läufen nach, doch er lehnte sich weiterhin an die Wand an, traute er seinen Beinen doch noch nicht.
Er spürte das Adrenalin dass mit dem Blut von seinem rasenden Herzen durch seinen Organismus gepumpt wurde und der Drang zu fliehen, so schnell wie möglich so weit wie möglich von diesem Ort weg zu kommen war noch immer da. Doch Maav hatte sich im Griff und konzentrierte sich darauf seinen hektischen Atem zu beruhigen und seinen ganzen Körper langsam wieder in den Normalzustand zu zwingen. Doch so viel Erfahrung er auch damit hatte, er spürte noch immer die Nachwirkungen der plötzlichen Panik die ihn befallen hatte. Es war eine seltsame Art innere Unruhe die ihn noch eine Weile begleiten würde. Er wollte sich weiter von der Höhle entfernen und löste sich endlich von der Wand, als er von drinnen ein Jaulen und ein Fiepen vernahm. Eigentlich wäre es ihm egal gewesen und nichts hätte ihn dort hinein zurück gebracht, doch ein weiteres Jaulen ließ ihn klar erkennen, dass der Wolf der sich noch immer dort drin befand ein Welpe war. Er zögerte nur einen Moment, dann zwang er sich dazu umzudrehen.
Mit jedem Schritt den er auf die Höhle zu trat fühlte er wie sich sein Herzschlag beschleunigte, doch er achtete nicht darauf, er hatte schon lange gelernt seine Angst zu überwinden. Er zögerte nur kurz bevor er die Höhle betrat, die Augen zu Boden gesenkt um die Bilder nicht mehr sehen zu müssen, auch wenn er die laut höhnenden Stimmen nicht ignorieren konnte, die sofort einsetzen als er die Höhle betrat und in den Spiegeln erschien. oO(Sie hassen mich...), schoss es ihm durch den Kopf. oO(Konzentrier dich Dummkopf!), wies er sich dann selbst zu Recht.
Der Welpe war nicht mehr all zu jung, aber er war auch noch nicht älter als ein halbes Jahr und so konnte Maav ihn einfach am Nackenfell packen und halb aus der Höhle tragen, halb zerren. Mit rasendem Herzen kämpfte er sich Schritt um Schritt vorwärts bis er schließlich mit den Jungen aus der Sichtweite der Spiegel verschwand und die Stimmen verschwanden.
Diesmal fiel es ihm leichter sich zu beruhigen. Er kauerte sich neben den Welpen, der auf dem Boden lag und noch immer ziemlich ängstlich schien, vielleicht hatte er nicht bemerkt, dass er weg von den Spiegeln war.

“Hey kleiner Wolf.“, sagte er ruhig und sanft während er den Welpen zärtlich anstupste und besorgt an seinem Fell knabberte. “Fürchte dich nicht kleiner Wolf. Du bist in Sicherheit, dir kann niemand mehr was tun. Du brauchst keine Angst zu haben. Du bist weg von den Spiegeln. Beruhige dich kleiner Wolf.“

Es war ihm noch nie so leicht gefallen mit jungen Wölfen umzugehen wie seinem ehemaligen Gefährten, doch zumindest ein wenig Fürsorge schien er von ihm behalten zu haben, denn er vergaß seine eigene Angst ganz in der Panik des Welpen.


23.03.2009 17:41




Moonsoo


Er hatte sich noch nie so verlassen gefühlt wie jetzt. Wenn doch wenigstens Cholsoon hier wäre. oder Kang In. Aber es kam niemand aus dieser verflixten Höhle. Und es antwortete auch niemand. Zumindest nicht aus der Höhle heraus. Nein, die Stimme kam von draußen und hörte sich nicht gerade intelligent an. Eher wie von einem der mal auf den Kopf gefallen war.
Langsam hob er den Kopf und blickte in das Gesicht eines dunkelbraunen Wolfes der ihn reichlich bedeppert ansah.

"Ich warte."

Verdammt, er log schon wieder. Hatten ihn seine Eltern etwa deshalb allein gelassen? Möglich wars auf jeden Fall. Trotzig starrte er den anderen an, wartend auf irgendwas.

"Mein Name ist Moonsoo"

Er hatte wirklich Lust dem Großen in die Nase zu beißen. Andererseits roch dieser so wie seine Geschwister. Gehörte er demnach etwa zu seiner Familie? Oder hatte er sie getroffen?

"Du riechst wie Mama und Papa....


23.03.2009 18:57




Bjarmi


Bjarmi drohte geradezu zu ersticken unter der Last seiner Ängste und dem Gefühl des Todes, der scheinbar hönisch um ihn herumschlich und schon seine kalten Klauen nach ihm ausstreckte. Er zitterte am ganzen Leib und nur unter der größten Kraftanstregnung konnte er seine Beine dazu zwingen, nicht nachzugeben. Der Rüde fühlte sich schwach, krank und unendlich alt, je länger er in diesen Eisspiegel sah und mit seinen Ängsten, die gnadenlos an seinem klaren Verstand nagten, konfrontiert wurde.

Bjarmi schaffte es einfach nicht, seinen Blick abzuwenden, obwohl sein Instinkt, der verblassend aus der Ferne zu ihm sprach, ihn warnte, dass er wohlmöglich seinen Verstand verlieren würde, wenn er noch länger in die verzerrte Grimasse seiner Angst schaute.

oO(Ich kann nicht....Ich schaffe es einfach nicht....Es muss aufhören!)Oo

Seine Gedankenwelt raste, schrie, tobte und sein Herz hämmerte heftig gegen seine Brust, doch alles schien sich nur in einen endlosen Kreis zu verfangen. Er war starr, eingefroren und bewegungsunfähig. Und jetzt wurde der Rüde auch noch von einem unheilvollen Schwindel erfasst und erbarmungslos in die Tiefe gezogen. Bjarmi hatte das Gefühl, er würde fallen, alles um ihn herum verschwamm ins Nichts. Sein Gesicht - verzerrt. Seine Läufe - schwer von der Last. Sein Körper - angespannt. Alles an dem Wolf sprach nur eine Sprache, kannte nur eine Antwort: Angst!

Doch plötzlich riss ihn etwas aus seiner Schockstarre heraus. Ein Stupsen, eine Stimme, sie war fremd, aber warm und weniger bedrohlich als der blanke Wahnsinn, der sich in seinem Kopf abspielte. Vorsichtig und mit bereits verschwommen, doch noch nicht leeren Blick wand er seinen Kopf zu dem Jungrüden, der scheinbar mit ihm sprach. Bjarmis Lefzen waren zu einem verzerrten, schiefen Grinsen verzogen. Er schien geradezu das Bild geworden zu sein, welches ihn in den Eisspiegeln anstarrte und ihn nicht in Ruhe ließ. Unmerklich, das letzte Aufbäumen seiner in die Enge gedrängten Gedankenwelt, ging ein Zucken durch den angespannten Rüden und er wurde wieder 'er selbst'. Nun verstand Bjarmi auch, was der andere Wolf ihm sagte und er sah auch Cylìn, die genauso mit ihren Ängsten konfrontiert wurde, wie er selbst. Er war für diesen Moment wirklich nicht allein. Zumindest vorerst. Wie hatte er das nur glauben können?

"Du hast Recht. Verschwinden wir von hier..."

Die Idee klang einfach wundervoll in Bjarmis Ohren, der schon ein paar Pfotenlängen nach vorne setzte um den Ausgang, der so unendlich fern schien, endlich zu erreichen, bevor er sich noch einmal zu Iàn, der scheinbar überhaupt keine Angst zu haben schien, denn seine Körperhaltung verriet nicht im Geringsten ein solches Gefühl und Cylìn blickte und leise hinzufügte:

"...so schnell, wie möglich."

Bjarmi hatte nun weniger Panik, dass er hier mit seinen tief verborgenen Ängsten konfrontiert wurde, als vielmehr, dass sie alle drohten wahnsinnig zu werden.


24.03.2009 14:56




Kaya Erúhen


Keine Antwort.
Wo war sie hin, die Freude? Würde sie wiederkommen? Wenn Kaya sich in diesem Moment umsah, erschien es ihr nicht so. Aber was wäre eine Welt ohne Farben, Sonne und Freude?
Sie widerstand dem Drang, noch einmal in den Spiegel zu sehen. Trottete stattdessen verwirrt und verunsichert näher zu den Anderen. Ja, genau, sie trottete. Keine Hüpfer, keine tänzelnden Schritte, sondern ein schlurfendes, verunsichertes Trotten. Und das auch noch geduckt. Die schrecklichen Visionen, die der Spiegel zeigte, löste etwas in der jungen Fähe aus, dass ihr bisher unbekannt gewesen war.
Nie im Leben wäre sie darauf gekommen, dass es so ein furchtbares Gefühl geben könnte! Eines, das sich wie eine eiserne Faust ums Herz schloss, das einen zusammensinken ließ, zittern, weinen. Eines, das ein ganzes Rudel im Chaos versinken ließ.
Die blauen Augen blickten verständnislos von einem Wolf zum anderen. Die weiße Fähe dort, die Kaya gerade eben von dem Spiegel hatte verscheuchen wollen, wirkte zerknirscht, neben ihr kauerte die Braune, deren Spiegelbild als Erstes damit begonnen hatte, Verwirrung zu stiften.
Die junge Fähe drehte sich zu Kiba um, als sie ihre Stimme vernahm und lauschte mit großen Augen den leisen Worten.

„Ängste?“

Nun hatte das Gefühl einen Namen. Besser machte das die ganze Sache nicht.
Die kleine Fähe ließ den Kopf hängen und blinzelte zu den Anderen hoch.

„Ich wusste nie wirklich, was Angst ist. Ich habe sie irgendwann einmal gesehen. Glaube ich. Aber dann habe ich sie wohl nicht verstanden.“

Ihre Stimme klang unsicher. Kein Wunder, genau so fühlte sie sich ja auch.

„Ich mag Angst nicht.“

Ein erschrockenes Fiepsen verließ ihre Kehle. Da waren ja noch mehr Wölfe vor dem Spiegel! Noch mehr Schreckensbilder!

„Sie müssen da raus! Bitte, holt sie da raus!“

Ganz klein kauerte sich Kaya zusammen und legte sich eine Pfote über die Augen.
Nichts mehr sehen, diese grässliche Angst loswerden, die Freude wieder finden. Mehr wollte sie in diesem Augenblick nicht.


26.03.2009 18:42




Akara Chitaru


Akara sah von Yago zum Spiegel, als dieser erklärte, dass soweit alles in Ordnung war. Danach blickte sie ihn beschämt wieder an. Es fühlte sich nicht richtig an, die Ängste der Anderen in den sichtbar gewordenen Bildern auszuspionieren. Sie sah sich um, als suche sie wirklich nach einer Wasserquelle.

“Merkwürdig, dass uns nun fehlt, weshalb wir hier her geflohen sind.“

Die braune Wölfin folgte seinem Blick zur Leitfähe. Noch immer fühlte sich Akara wie eine Spionin, die Dinge sah, die sie nichts angingen. Am liebsten hätte sie alle ein bisschen aufgeheitert, aber dazu fehlten ihr die Worte. Nichts würde die Angst einfach so aus der Kammer treiben. Diese Spiegel hatten sie alle bloßgestellt und wie betäubt schien jeder in seiner eigenen Welt gefangen zu sein.

“Ián hat Recht, wir sollten weiter gehen. Welche Bilder auch immer uns gezeigt wurden, wir leben und wir sind eine Gemeinschaft. Zusammen lässt sich alles durchstehen und gemeinsam sorgen wir dafür, dass nichts davon wahr werden kann und die Vergangenheit Geschichte bleibt. Wir sind doch… eine Familie.“

Sie fand nicht für alle Spiegelalbträume Worte, versuchte das Ganze zusammenzufassen. Ihr Blick wanderte von einem Wolf zum Anderen. Um wieder ihre Angst ansehen zu können, musste sie sich zwingen, aber noch immer fehlte ihr das Verständnis für das, was sie sah. Es handelte sich wohl um etwas, was ihr nicht bewusst war. Ganz anders als bei den Anderen.
Akara sah zu Kiba und Yago, mit einer stummen Entschuldigung in den Augen. Sie war noch nicht lange beim Rudel, entschied sich aber, den ersten Schritt zu tun.

“Wir gehen weiter, los!“

Rief sie noch einmal mit Nachdruck, während sie sich in die nächste Kammer bewegte. Ihr kam nicht in den Sinn, dass es auch die Möglichkeit gegeben hätte, zurück zu gehen. Das wäre ziemlich absurd, wo sie doch nur wieder das trostlose Regenwetter und das steigende Wasser vor sich hätten.


26.03.2009 20:07




Cílyn Nuray


Dunkelheit und Leere umklammerte ihr einsames Herz. Und dabei hatte sie sich geschworen nie so zu werden, nie allein und verbittert. Und jetzt waren sie alle weg, nur sie war da, und diese erdrückende Dunkelheit, die sie festhielt. In diesem Kristall, in diesem Spiegel ihrer Seele. Oh ja, das hatte sie sofort bemerkt. Es war als ob sie in sich selbst blicken könnte, sie direkt in ihre Seele sah. Und genau das, machte ihr Angst. Sie wollte nicht so sein, wie sie es war, wie sie es in sich sah, und doch wusste sie ganz genau, dass es ihrer Selbst entsprach. Sie wusste es, und konnte doch nichts dagegen tun. Still saß sie da, tat nichts, starrte nur wie gebannt auf sich selbst, ihre Seele, die sich verzweifelt umsah, und nach den anderen suchte. Doch da war niemand. Sie bemerkte nicht, wie sich jemand zu ihr gesellte, sondern starrte stur gerade aus, gebannt und irgendwie auch schockiert über die Wahrheit, die sie soeben erkannte. Kurzatmig, zuckten ihre Ohren hin und her, als ob sie versuchte etwas zu hören, jemanden, der da war, wenn sie schon ihre Augen nicht abwenden konnte. Und… war da etwas? Wieder eine Stimme. Wollte sie ihr wieder sagen, dass sie alleine war? Sie wollte es nicht hören und schüttelte ganz leicht den Kopf, irgendwie willenlos. Und wieder. Sie war nicht allein? Was… Sie drehte leicht den Kopf, wandte die Augen aber immer noch nicht, von ihrer eigenen Kopie im Spiegel ab, die sich weiterhin nach vertrauten Gesichtern umsah, und doch niemanden fand.

„Leyran?“

Und dann schaffte sie es schließlich ihren Kopf ganz von dem Kristall abzuwenden. Da saß jemand neben ihr, ein Rüde. Leyran? Verwirrt blinzelte sie mehrmals hintereinander, bevor sie – schweren Herzens und unglaublich enttäuscht- erkannte, dass es nicht Leyran war. Fast hätte sie gelacht, er würde doch nicht hier sein. Dieser Raum, dieser Spiegel, dass alles machte sie wirr im Kopf, entfachte lang vergessene Träume und grub lang verdrängte Ängste aus. Es war unheimlich. Erst jetzt erkannte sie, dass es sich um Ián handelte, der da neben ihr war, und schon den nächsten Rüden ansprach. Die braune Fähe schluckte und stand dann auf, und obwohl sich ihre Beine etwas zittrig anfühlten, war es besser so. Einen Blick zurück in den Spiegel warf sie nicht, sondern achtete gut darauf nicht einmal in die Versuchung zu kommen noch einmal hineinzusehen. Sie sah zu dem anderen Rüden, der ihr noch fremd war, und dessen Namen sie noch nicht kannte. Glaubte sie. Dann nickte sie den beiden zu, die sich auch gefangen zu haben schienen… jedenfalls der Fremde, Ián schien dieser Raum kaum etwas auszumachen.

„Ja, lasst uns lieber gehen.“

Kaum hatte sie geendet, sprach auch schon Akara zu ihnen allen, und wieder nickte die Braune leicht. Sie hatten Recht, sie sollten lieber schnell von hier verschwinden. Denn hier war es kalt.


27.03.2009 14:08




Andraki


Nur langsam gelang es Andraki sich zu beruhigen und wieder klare Gedanken zu fassen. Noch immer hörte sie die Stimme ihres Spiegelbildes leise in ihrem Kopf, schreckliche Echos, die dieses furchtbare Gefühl in ihr nährten. Eine Mischung aus Leere, Verzweiflung und Entsetzen, und die grausame Gewissheit, dass es eines Tages genau so kommen würde, wie sie es gesehen hatte. Immer wieder wiederholte die Braune den feste Entschluss, sich nichts zu schulden kommen zu lassen, das den Rang eines Omegas verdiente. Innerlich wusste sie, dass die Willkür eines Alphas schon ausreichte, um sie auf diesen Platz zu bannen, und dennoch spendete ihr Vorhaben etwas Trost. Vielleicht konnte sie Kiba umstimmen und sie von ihrer Nützlichkeit überzeugen. Vielleicht war es noch nicht zu spät, vielleicht hatte die Alpha bis jetzt ja doch noch gar nicht vor, sie zum Omega zu machen. Irgendetwas dergleichen hatte die Blaugraue gesagt, als Leikuna sie, Andraki, aus der Höhle gezerrt hatte, aber so ganz hatte sie die Worte eben nicht verstanden. Wenn dem so war, musste sie von nun an mehr denn je darauf achten, jegliche Fehler zu vermeiden.
Kurz huschte ihr Blick zurück zu der Kammer. Es zog sie wie magisch an, sie MUSSTE einfach nocheinmal hinsehen und sich vergewissern, dass das, was sie glaubte gesehen und gehört zu haben, auch tatsächlich real gewesen war. Andraki war nicht sicher, ob es ihr lieber wäre zu glaube, sie hätte sich alles nur eingebildet - dann musste sie annehmen, dass etwas mit ihrem Kopf nicht stimmte, und das wiederum würde sie doch hervorragend als Omega qualifizieren... Schnell sah sie wieder weg, als ihre die blau schimmernde Wand in ihr Blickfeld geriet. Sie wollte es gar nicht wissen, entschied sie. Überhaupt sprach alles dafür, dass es echt gewesen war. Kiba und Yago gesellten sich zu ihnen, und zumindest die Alpha wirkte genauso verstört, wie die Zimtfarbene sich fühlte. Weder an Yago noch an Leikuna fiel ihr auf, dass auch die beiden etwas gesehen haben musste, dass sie sehr mitgenommen hatte - dafür war sie gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Auf Leikunas Worte hin nickte sie schließlich nur. Eigentlich hatte sie ihre Frage anders gemeint, daher war das Nicken auch eher eine Bestätigung für die Weiße, das Richtige getan zu haben.

"Schon gut.. und danke... ich weiß nicht, ob... ob ich allein da raus geschafft hätte...",

erwiderte sie und lächelte Leikuna dankbar an. es war ihr peinlich, diese Schwäche vor der Alpha und dem Beta zugeben zu müssen, aber dieses Gefühl war unbedeutend angesichts der aufkommenden Erleichterung darüber, dass ES vorbei war. Vorbei - hoffentlich für immer...
Neben ihr rief die Weiße jemandem zu, aus der Kammer zu kommen. Unwillkürlich sah Andraki auf und entdeckte eine Jungfähe vor der Spiegelwand, mit auffallend grazilem Körperbau. Unweit von ihr stand die Fähe, deren Bewegung in die Kammer Andraki dazu veranlasst hatte, ebenfalls hinein zu gehen. Sie wirkte wie erstarrt, und die Braune widerstand der Versuchung nachzusehen, ob ihr Spiegelbild ihr ebenfalls etwas Schreckliches zeigte. Stattdessen wandte die Zimtfarbene den Blick ab und versuchte sich auf die sanften Berührungen zu konzentrieren, mit denen Leikuna ihren etwas geschundenen Nacken bedachte. Neben ihr setzte sich der Rüde Ian in Bewegung, und die kurz darauf erklingenden Worte sagte ihr, das er sich der erstarrten Fähe zugewandt hatte, während Kiba nach der Jungfähe rief. Andraki sah auf, als sie die anschließenden Worte vernahm. Hatten sie wirklich alle ihre Ängste gesehen? das klang... irgendwie richtig. Wenn sie so darüber nachdachte, fürchtete sie sich in der Tat im Moment vor nichts mehr, als vor der Omegaposition in diesem Rudel und all den damit verbundenen Konsequenzen. Sie hatte hier ja noch niemanden, von dem sie fürchten musste, ih zu verlieren oder so. Alle ihre vormals Liebsten waren schon fort, damit hatte sie mittlerweile abgefunden.
Akaras Stimme ließ sie erneut aufsehen. Die graubraune Fähe wirkte am ruhigsten von allen - hatte sie die Willenkraft besessen, nicht in den Spiegel zu sehen? Die Braune hatte es nicht mitbekommen, aber es musste wohl so sein. Jedenfalls waren ihre Worte wie Balsam auf Andrakis geschundener Seele, sprach sie doch von genau dem Gegenteil dessen, was sie so fürchtete. Ein neues Rudel, eine neue Familie. Sie konnte nur zustimmend nicken - für eine Erwiderung fehlten ihr einfach die Worte.
Dann befahl Akara den Aufbruch. Allein ihr Tonfall bewirkte, dass Andraki sich erhob. Es war ein Befehl, und obwohl er nicht von einem Rangwolf kam, klammerte die Zimtfarbene sich dennoch daran. Ein Befehl versprach eine Aufgabe, eine Aufgabe verhieß Ordnung. Andraki sehnte sich in diesem Moment mehr als zuvor nach Ordnung...


28.03.2009 15:37




Yago


Nur wenige Sekunden lang lag Yagos Blick fast forschend auf der grauen Akara. Irgendetwas war falsch. Etwas stimmte nicht mit ihr, aber weiterhin wirbelten viel zu viele Gedanken in seinem Kopf herum, als dass er nun die Graue hätte erkunden können. Ihr Blick zu dem Spiegel, dann der Suchende, als würde sie für ihn tatsächlich nach einer Quelle Ausschau halten und schließlich die Bemerkung, de ihn nur kurz zum Nachdenken brachte. Tatsächlich, vor Wasser waren sie geflohen und jetzt hätte sich Yago am liebsten hineingestürzt, obwohl er nicht mal brennend im Herbst gerne badete. Er ging nicht weiter auf Akara ein, sandte ihr nur diesen ganz leicht irritierten Blick, für ein paar Herzschläge, nickte leicht und konzentrierte sich auf Kiba. Was auch immer mit Akara geschehen war, Hilfe hatte sie nicht so nötig wie die Leitwölfin. Diese schien noch immer außer sich, bemerkte, dass nichts in Ordnung war, womit sie zwar Recht hatte, aber vielleicht wäre in dieser Situation eine andere Reaktion angebracht gewesen. Eine Leitende, eine gradlinige, eine, die allen Rudelmitgliedern zeigte, dass sie zwar gerade einer schrecklichen Situation entkommen waren, jetzt aber wieder alles in Ordnung war. Doch Yago wusste schon lange, dass Kiba nicht immer zu solchen Reaktionen fähig war. Wie konnte man das auch von ihr verlangen? Und er wusste, wer dafür einspringen würde, wer leiten konnte, wenn es von ihm verlangt wurde – auch jetzt. Doch nicht sofort, nicht gleich, erst noch ein paar Atemzüge, noch ein paar Sekunden an Kiba angelehnt, oder andersherum. Leikunas unsichere Blicke trafen ihn immer wieder, ihre stockenden Worte, die nächste Unsicherheit, als die Fuchsmutation noch bei dem Spiegel war. Yago hätte seiner kleinen Schwester gerne geholfen, doch er fühlte sich nicht dazu fähig, ihr Sicherheit zu geben. Noch nicht. Noch ein paar Herzschläge … Kibas Worte rissen ihn aus der aufkeimenden Ruhe. Ängste? Der Sinn dieser Aussage schoss wie eine scharfe Nadel durch seine Brust. Es passte. Auf jeden einzelnen von ihnen. Auch auf ihn. Angst … vor dem Herbst, vor seinen Anfällen, vor dem Teufel in ihm, vor der rasenden Einsamkeit, vor dem Hass, vor dem Blut und der Wut. Angst, die bisher nur Kiba gekannt hatte und das nicht mal richtig. Nur ein Bruchstück davon. Wer hatte seinen Herbstwald gesehen? Plötzlich huschte sein Blick eilig von einem Wolf zum anderen. Wer wusste nun viel zu viel über ihn, wer hatte schon diesen Schimmer des Misstrauens in den Augen? Schwachsinn, jetzt galt es über den eigenen Schatten zu springen, Kiba zu helfen, dem Rudel zu helfen. Und außerdem waren die meisten entweder noch nicht bei dem Spiegel gewesen oder bereits davor zusammengebrochen … niemand hatte etwas gesehen. Kurz hing sein Blick an Akara, dann fingen einige Wölfe an, den Aufbruch zu fordern und die Graue stimmte darin ein. Ja, das war eine gute Entscheidung. Yago erhob sich ruckartig, achtete aber darauf, dass Kiba weiterhin gestützt blieb.

“Akara hat Recht, lasst uns weg von diesem Raum. Was dieses Eis uns gezeigt hat, waren wirre Hirngespinste, von denen wir uns nicht verstören lassen sollten.“

Seine Stimme klang, als wäre er überzeugt von dem, was er sagte. Sein Blick strahlte Sicherheit aus, seine Schritte waren fest und sicher gesetzt. Mit Kiba an seiner Seite schob er sich an die Spitze und stapfte tapfer in den dunklen Gang hinein – weg von dem Spiegel. Nur bei Leikuna hielt er kurz inne, fuhr ihr mit der Nase durch das kurze Fell an der Stirn und stupste sie mit der Pfote sanft gegen die Schulter. Vielleicht ließ wenigstens sie sich von seinen Worten überzeugen. Er lief relativ schnell – in Relation zu Kibas normalem Tempo als Verletzte – und irgendwann lag sein Blick fast besorgt in den Augen der Grauen.

“Wie geht es der Pfote?“

Und … wie ging es ihr? Wenn es stimmte, dass dieser Spiegel ihnen Ängste gezeigt hatte, dann war Kibas Angst sehr leicht zu durchschauen. Ihre Familie, ihr Rudel, ihre Freunde verlieren. Er war froh über diese Einfachheit und über seine Rolle als Beschützer, der genau diese Angst in Grenzen hielt oder es zumindest versuchte.


30.03.2009 13:31




Aiyán Tendes


Mit gesenktem Kopf trottete der schwarze, junge Wolf neben seinem Bruder her. Er war müde, ihm war immer noch ein wenig kalt, aber wenigstens hatten sie das Rudel endlich wieder gefunden. Ja, er hatte sich doch sehr gefreut, seine Mutter wieder zu sehen. Sie machte jetzt nicht mehr einen so unglücklichen Eindruck, wie damals. Auch wenn sie sich wohl ziemlich schlimm an der Pfote verletzt hatte, wie Aiyán erkennen musste, als Sai und er wieder auf das Rudel getroffen waren. Aber irgendwie war es schon seltsam und sehr ungewohnt, nun wieder zwischen all den Wölfen zu laufen. Die Meisten – na, genau genommen eigentlich alle, bis auf eine Pfote voll Ausnahmen – waren fremd und unbekannt. Im Prinzip war allerdings das egal. Schließlich hatte er seinen Zwillingsbruder; dass die Rudelmitglieder nicht konstant waren, brauchte ihn nicht scheren.
Saiyán und er liefen am Schluss der Truppe, es war sowieso niemand da, zu dem sie bisher hätten Kontakt suchen wollen. Kiba war in einer anderen Gruppe und zu Toboe und Teyrm hatte er noch nie sonderlichen Bezug gehabt, obgleich der Graue ebenso sein Bruder war, wie Sai. Nun ja, nicht ganz. Der war immerhin sein Zwilling.
Und doch spürte Aiyán bereits jetzt, wie das, was sie zusammen mit Mitsah und Pyry erlebt hatten, verblasste. Natürlich würde er nichts vergessen, wie könnte er auch, aber die Stimmungen, das „Feeling“, wie Saiyán und Pyry es wohl bezeichnet hätten, war weg. Sein Verstand war nicht mehr in Reimen gebildet und wahrscheinlich wäre er sich ziemlich doof vorgekommen, vor den anderen Wölfen poetische Verse von sich zu geben. Banausen hätten es eh nicht kapiert.
Ja, man konnte sich mit vielen Gedanken beschäftigen, wenn man einfach nur stumpf durch eine Höhle wanderte. Doch jetzt schien sich weiter vorne etwas zu tun und Aiyán spitzte etwas die Ohren. Es wurde heller ... breiter ... wow? Die Gruppe kam ins Stocken, als der schmale Gang plötzlich in eine Art Höhlenbauch führte. Tatsächlich, wenn er so darüber nachdachte, war es doch wie durch den Schlund eines Monsters zu wandern und dann im Magen an zu kommen. Hmh. Er schüttelte kurz unwirsch den Kopf. Und was machten sie jetzt hier? Der Schwarze reckte den Kopf ein wenig, um besser sehen zu können, verspürte aber noch nicht so das Bedürfnis, sich zu den anderen nach vorne zu drängen. Adalis Stimme wurde ausgemacht, ebenso Teyrms und Toboes. Sie klangen irritiert, es musste sich dort etwas befinden, was sie nicht verstanden. Nun doch ein wenig neugierig geworden warf er seinem Bruder einen Blick zu.

Was die wohl haben?“

Es schien unruhig zu werden. War da nicht ein Wimmern zu vernehmen? Und da! Ein Schrei! War das nicht Toboe gewesen? Irgendwas war da faul. Plötzlich drängte sich auch noch eine komplett fremde Wölfin
(Romani) an ihnen vorbei und der Welpe runzelte endgültig die Stirn. Was war denn nur auf einmal los? Aiyán fasste den Entschluss, der Sache auf den Grund zu gehen, knuffte Sai kurz in die Seite und setzte rasch hinter der Fremden her.

Wo kommst du denn auf einmal her?“,

fragte er, als er neben der Cremefarbenen angekommen war und stolperte fast. Jetzt war er ziemlich nah am Geschehen. Und jetzt wusste Aiyán auch, warum sich alle so komisch verhielten. Da war, da war ... ja was war es? Die blauen Augen des Jungrüden weiteten sich, während er erst mal das Geschehen und das bläuliche Ding betrachten musste, ohne zu verstehen, worum es sich handelte.


30.03.2009 19:20




Saiyán Tendes


Ja, sicher. Es war super, dass sie wieder beim Rudel waren. Aber Saiyáns Laune war wie fast immer in letzter Zeit im Keller. Schließlich tappten sie jetzt im Dunkeln hinter der Hälfte des Rudels her … und noch dazu hinter der Hälfte eines praktisch fremden Rudels. Wen kannte er davon schon groß? Adali, die langweilige Heulboje, Jeanne, die beschränkte Weiße und dann ein paar Geschwister oder zumindest ähnliches, die er noch nie leiden konnte. Wie sollte er sich da auch wohlfühlen? Wäre Aiyán nicht da, wäre er eh schon weg. Wobei … wenn er ehrlich zu sich war, was nicht oft vorkam, musste er sich eingestehen, dass es einfach nichts gab, wo er sonst hätte hingehen können. Mitsah hatte ihn weggeschickt. Und sonst? Nichts sonst. Also trabte er im Dunkeln hinter größtenteils unbekannten Wölfen hinterher und wünschte sich, jemand anderes zu sein. Oder zumindest mal in der anderen Gruppe zu sein. Da war immerhin seine Mutter. Nicht, dass er sich all zu viel aus ihr gemacht hätte … aber sie war nun mal seine Mutter. Und außerdem liebte sie ihn, das wusste er. Und … ja … das Gefühl geliebt zu werden war nicht zu verachten, auch wenn er das nie zugegeben hätte. Würde ihn Mitsah so sehen, wäre der große Graue sicher total wütend geworden. Er würde ihn als Schlappschwanz und Schwächling beschimpfen … aber das schlimme war ja, dass Saiyán das irgendwie egal geworden war. Früher war Ps Vater sein größtes Vorbild. Heute war er endlos weit weg und nicht in dieser trostlosen Situation gefangen. Manchmal versuchte Sai sich ein wenig hochzupuschen um nicht mit hängenden Ohren herumzuschleichen, aber lange war ihm das nie möglich. Es ging einfach nicht mehr. Dabei hatte er doch immer so sein wollen. Irgendwo auf dem Weg von Mitsah zurück zum Rudel hatte er sich verloren und bis jetzt nicht wiedergefunden. Leer.
Es wurde heller und erregte damit kurzzeitig Saiyáns Aufmerksamkeit. Tatsächlich sah es aber nicht wirklich nach einem Ausgang aus … irgendwie anders. Seltsam. Außerdem veranstaltete das Rudel vor ihnen eine kleine Party, die sich zwar laut aber irgendwie nicht fröhlich anhörte. Er spürte den Blick seines Zwillingsbruders, erwiderte ihn schulterzuckend und ein wenig mit dem „Die Verrückten drehen wieder kollektiv durch.“-Glitzern in den Augen, dann erkannte man einen Eingang an der linken Höhlenseite. Naja … eher ein Tor, ein großes. Dahinter war eine Art Kammer mit einem ziemlich großen, blauen Leuchtetwas, das um die Wette strahlte. Und eine Menge verstörte Gesichter. Na, sollten sich mal nicht so aufführen, gefährlich sah es hier ja nicht aus. Aiyán schien da der gleichen Meinung und sprach einfach so eine herumlungernde Fähe an, die aber tatsächlich vorher noch nicht da gewesen war. Vielleicht hatten sie sie aber auch nur nicht bemerkt. Er kannte ja eh keinen. Mürrisch tappte er hinter seinem Bruder her und schielte auf die braune Fähe, immerhin schien sie nicht genauso durchgedreht.

“Hergezaubert.“

Brummte er unwillig und wusste selbst nicht so genau, warum er böse auf die fremde Fähe war. Vielleicht, weil er tatsächlich annahm, dass sie schon zum Rudel gehörte und nur er und Ai sie wie so viele anderen noch nicht kannte. Und es nervte Sai gewaltig dass sein Rudel, jetzt plötzlich ein ganz anderes war. Mitsah hatte sie weggeschickt, vielleicht in der Annahme, dass sie schön wieder zu Hause sein würden, aber das hier war kein Zuhause mehr. Das war Fremde.


01.04.2009 13:40




Romani


Ihre Schritte waren leise, aber weniger bedacht gewählt, was sie wohl auch fürchterlich aus der Balance brachte, als sie von irgendwoher ein Wimmern hörte – oder hatte Romani sich das nur eingebildet? Sie war sich nicht sicher, aber diese gottverdammte Kälte, in die sie den umherirrenden Seelen gefolgt war, versprach ja auch nicht gerade die Realität. Was Romani in der Tat grässlich störte. Sie war ein Wesen, das auf Fakten und Wahrheiten zurück griff, also half ihr dieser Nebel, in dem sie innerlich tappte, nicht gerade weiter. Es wäre vermutlich besser, wenn sie ihre Eltern und Geschwister dabei hätte, aber wo sie die verloren hatte, konnte sie gerade nicht sagen. Kein vertrauter Geruch lag in der Luft, dessen ungeachtet wollte Romani sich erkundigen, ob jemand ihre Familie hier gesehen hatte. Unwahrscheinlich, allerdings besser als die Einsamkeit.

Der kalte Tunnel kam ihr blöde lang vor und wenn die junge Fähe nicht gewusst hätte, dass der Rückweg sehr viel Zeit beanspruchen würde, wäre sie wohl umgekehrt. Doch es konnte ja sein, dass sich hier bald das Ende des ewigen, steinernen Korridors anbahnte, in den es sie und die Gruppe zog. Ohne einen Blick auf die … Spiegel zu werfen war sie den Wölfen gefolgt – unauffällig, schweigsam. Aber selbst wenn sie geschrien hätte, hätte sie wohl Niemand wahrgenommen, schienen sie alle irgendwo in ihrem Wahnsinn und der Angst gefangen zu sein. Und hätte sie jemand bemerkt, wäre da wahrscheinlich nur ein irritierter Blick gewesen. Romani hatte das Gefühl, etwas sehr Privates entdeckt zu haben und ihr stand nicht der Sinn danach, sie alle zu stören.

Aber schließlich wurde es lichter und der Gang weitete sich, da kamen ihr zwei Gestalten entgegen. Sie hatte zuvor im Hintergrund den Worten einer unverkennbar tiefschwarzen Fähe gelauscht, doch nun wandte sich ihre Aufmerksamkeit auf einen ebenso dunklen Flecken Fell. Für einen Moment kräuselte sich die Stirn der Wölfin. Ihre Sinne klärten sich, befreiten sich von der keimenden Furcht und mit gespitzten Ohren musterte sie die zwei Rüden. Der Eine sah aus wie der Andere. Und der Eine, der fast hinfiel, schien halbwegs was von Höflichkeit gehört zu haben, während der Andere … nun, Romani sah ihn finster an. Ihr lag ein hässlicher Kommentar auf der Zunge, denn was fiel diesem Hund ein, sie so zu empfangen? Sie versuchte, sich einigermaßen im Zaum zu halten. Dennoch verengten sich ihre Augen und irgendwo fühlte sie, wie sich ihre Muskeln leicht anspannten.

„Lass deinen Frust nicht an mir aus, törichter Dunkelfang“, zischte sie missmutig. Die Verständnislosigkeit über sein Verhalten trieb ihr eine leise Wut ins Gesicht, ehe sie sich ein wenig entspannter an den ersten Schwarzen wandte.

„Halt ihn an der kurzen Leine, anscheinend kennt dein Bruder keine Höflichkeit.“ Bruder, etwas anderes konnte sie aus ihrer Ähnlichkeit nicht schließen. Ein wenig nervöser inklusive einem letzten, abschätzenden Blick fuhr Romani dann fort. Mit dem fein geschnittenen Kopf nickte sie auf das neue Etwas, das seltsame Tor mit dem Leuchten, das sich ihnen nach dem Spiegelraum offenbart hatte.

„Aber bei dem Wahnsinn hier wundert mich das nicht … wann geht’s hier raus, Jungs?“ Da war wieder die zarte Furcht, obwohl sie erahnen konnte, dass die beiden Brüder das ebenso wenig wussten wie sie selbst. Die waren ja nicht zum Spaß hier … oder doch?


01.04.2009 22:15




Kiba Telay


Aus den Augenwinkeln konnte Kiba Telay sehen, wie sich Iàn todesmutig in die Kammer begab und öffnete schon die Schnauze, um ihn davon ab zu halten. Doch sie ließ es bleiben und schloss den Fang wieder, als er sich einfach zu Cílyn bewegte und ihr vermutlich gut zuredete. Auch die Braune sah sehr unglücklich aus. Des Weiteren hatte sich der noch sehr neue Rüde Bjarmi in die Kammer begeben, es war sehr deutlich, dass auch er sich etwas sehr Unangenehmen gegenüber sah. Die Silbergraue selbst wollte es aber gar nicht mehr sehen, vor allem nicht ihr eigenes Spiegelbild und sah deshalb demonstrativ in die andere Richtung. Es war viel angenehmer Leikuna, Andraki oder Akara an zu sehen und sich dabei bei Yago abstützen zu können. Eines ihrer Ohren zuckte, Kaya Erúhen stand wieder bei ihnen, bettelte aber ängstlich, dass sie die anderen auch zurück holen sollten. In dem Moment erhob auch Akara das Wort und so musste sich Kiba erst ihr zuwenden. Und ihre Ansprache hallte noch für ein paar Herzschläge in ihrem Kopf nach. Eine Gemeinschaft, die zusammen alles durchstehen würde und dafür sorgte, dass Vergangenes vergangen bleiben würde. Eine Familie. Die Leitwölfin erinnerte sich nicht daran, dass jemals jemand außer ihr, und dann auch noch jemand so Neues, solche Worte ausgesprochen hatte. Sie konnte nicht anders, als darüber zu lächeln. Es war wie Balsam auf ihrer grade so durcheinander gewirbelten Seele.
Tatsächlich war nun auch Cílyn wieder zurück gekommen und stimmte den Worten des Aufbruchs zu. Auch Bjarmi und Iàn folgten. Kibas eisblauer Blick wanderte zu Yago, der Akaras Vorschlag ebenfalls seine Zustimmung gab und dann musste sie schnell aufstehen, weil sich der Schwarze neben ihr ebenfalls erhob. Hirngespinste. Ja, vermutlich hatte er recht. Natürlich. Es war einfach nur ein Albtraum gewesen. Ihr schlimmster Albtraum. Sicher. Nun war sie aufgewacht und brauchte sich nicht mehr vor ihm fürchten.
Die Silbergraue hielt mit ihrem Beta Schritt, trotz das sie ja noch humpelte, was er genau in diesem Moment ansprach. Auf seinen Blick hin musste sie leicht lächeln, sah kurz leicht nach unten zu ihrer Pfote und dann wieder den Rüden an.

Es geht schon. Sie tut grade ein bisschen weh, aber da bin ich selbst Schuld dran. Wird bald wieder besser.“

Im Großen und Ganzen traf diese Antwort auch auf ihren Gemütszustand zu. Das Gesehene tat noch ein bisschen weh, aber bald würde das wieder verschwunden sein. Der Spiegel war weg.
Ihr Blick blieb an seinen Augen hängen.

Und wie geht es dir?“,

fragte Kiba dann doch und richtete den Kopf nach ein paar weiteren Augenblicken nach vorne. Sie musste schließlich auch auf den Weg achten, um nicht zu stolpern. Vielleicht hätte sie Yago aber einfach weiter anschauen sollen, denn jetzt wurde ihr bewusst, dass da noch mehr war. Das blaue Leuchten hatte noch nicht aufgehört, wie ihr jetzt erst auffiel. Sie waren noch längst nicht in „Sicherheit“. Ihre Ohren drehten sich leicht zurück. Wenn das Rudel nicht den Weg zurück ging, den sie her gekommen waren, steuerten sie jetzt direkt auf eine weitere Kammer zu.

Da ist ja noch eine ...“

Sie drohte ein wenig langsamer zu werden, zwang sich aber selbst dann das Tempo bei zu behalten. Hirngespinste. Das waren nur Hirngespinste und sie konnten einfach vorbei gehen.


03.04.2009 20:21




Aiyán Tendes


Kurz warf Aiyán einen Blick zu seinem Bruder herüber, der hinter ihm hergekommen war und einen kurzen Kommentar von sich gab, dann wandte er sich wieder der Fremden zu. Und zwar ziemlich schnell. Zuerst klappte ihm halb der Fang auf und die Beige erntete einen verwirrten Gesichtsausdruck. Dann wandelte er sich, wurde wütender und die Schnauze schloss sich fest. Hatte sie grade seinen Sai beleidigt?!

Hey!“

Er holte tief Luft. Wie konnte sie es wagen?!

Als ob ich mir von einer dahergelaufenen Wölfin was von Höflichkeit erzählen lasse, die ihr scheinbar selbst ein Fremdwort ist!“

Das ging echt zu weit. Und dann auch noch als völlig Fremde, die einfach mal so in das Geschehen eines großen Rudels herein platzte! Der Schwarze hätte sich mit einem Mal richtig aufregen können. Auf ihre letzten Worte fielen ihm massenweise Drohungen ein, – Mitsah, das Training, inklusive Saiyáns und Pyrys Gesellschaft hatten irgendwo doch stark abgefärbt – die er ihr an den Kopf schmeißen könnte, doch er verkniff sie sich lieber. Vermutlich würde sein Zwillingsbruder das eh nicht auf sich sitzen lassen. Nein, nein, Saiyán doch nicht! Er funkelte die Fremde an und seine Rute zuckte leicht, nicht aber vor Freude. Ganz im Gegenteil. Und wenn sie es wirklich darauf anlegte, hah, die Beige hätte keine Chance gegen sie. Sie waren fast gleich groß, außerdem Rüden und – Ja, das Training hatte eindeutig abgefärbt.
Der Spiegel und das komische Leuchten waren in den Hintergrund gerückt, die anderen Wölfe ihm sowieso recht egal. Die waren genau genommen ebenso unbekannt wie die unverschämte Fremde hier. Gott, hoffentlich war das Rudel nicht zu so einem unterbelichteten Haufen voller Idioten verkommen!


03.04.2009 20:44




Yacáru


Weil er ein Dallan ist! Ich treibe ihm das noch aus.“,

hatte die kleine Welpin schelmisch grinsend geantwortet und Leikuna dann verschwörerisch zugezwinkert. Dann war die Weiße aber zu den anderen abgehauen, weil sich vorne irgendwie was getan hatte. Yacáru wurde aufgefordert mit zu kommen, statt dessen hatte sie sich aber wieder an Ares Seite begeben. Ihre Worte hatte die Ältere wahrscheinlich gar nicht mehr mitbekommen, aber das war jetzt egal. Ihr integrierter Gut & Böse-Peilsender hatte Alarm geschlagen. Da war etwas, dass ihr ganz und gar nicht gefiel. Vielleicht lag es daran, dass es plötzlich lauter wurde und ... waren das Schreie? Die Ohren der noch winzigen schneeweißen Welpin legten sich platt an den Hinterkopf und sie stierte zu Ares hoch.

Was haben die?“

Doch das Szenario ging weiter, sodass sich Yacáru weigerte weiter zu gehen. Erst mal beobachten. Sie standen ja eh schon ganz hinten. Da war etwas, dass ganz hellblau leuchtete, unnatürlich, und sie hatte es noch nie gesehen. Die Felswände schimmerten, als würde die Sonne Wasser auf sie reflektieren. Doch hier konnte es unmöglich Sonne geben! Schließlich gab es nicht mal draußen Sonne. Oder ... hatte sie sich hier versteckt!? Nein, das konnte nicht sein. Die Sonne schien ja gar nicht blau. Und diese Reflektionen bewegten sich nicht, waren ganz starr. Wölfe verschwanden in einem Durchgang an der gegenüberliegenden Wand, dem Licht entgegen. Die weiße Jungfähe konnte ihr eigenes Herz wild puckern hören. Warum gab ihr neues Rudel so komische Geräusche von sich!? Jammerten sie etwa? Da musste wirklich etwas sein, was absolut nicht gut war.
Ganz automatisch huschte Yacáru unter Ares hindurch und verkroch sich zwischen seinen Läufen. Ihre dunkelblauen Augen taxierten trotzdem noch ganz aufgeregt und genau das Geschehen. Sie durfte nichts verpassen! Da war die werte Alphawölfin und dieser ranghohe Rüde. Sie kamen grade wieder aus der Wand raus und sahen anders aus. Nicht so, wie sie hinein gegangen waren. Ihre Gesichter hatten einen Emotionswandel durchlebt. Die Weiße knurrte leicht, was sich etwas quietschig anhören musste. Kurz darauf strömten auch die anderen Wölfe wieder hinaus und in den Gang hinein. Sie alle waren verändert, irgendwas war mit ihnen im Licht passiert. Das machte ihr Angst. Und hörte sie nicht, wie die anderen nun von Angst redeten? Doch nun schienen sie sich zum Aufbruch bereit zu machen, ja das nahmen ihre Ohren dafür ganz deutlich auf. Nichts wie weg! Aber irgendwie ... wollte sie sich nicht wirklich von der Stelle rühren. Also blieb sie steif zwischen den Läufen des Schwarzen sitzen und ... saß einfach.


03.04.2009 20:58




Ares


Ares hatte sich die ganze Zeit in Yacárus Nähe aufgehalten, um dafür zu sorgen, dass der kleinen Fähe nichts geschah und um umgekehrt auch sicher zu stellen, dass sie niemanden behinderte. Es war dem Schwarzen ausgesprochen recht, eine Aufgabe zu haben, die seine Aufmerksamkeit forderte, ihm aber zugleich erlaubte, sich im Hintergrund aufzuhalten. So musste er nicht nachdenken, hatte aber auch keine Not daran, wider seine Gewohnheiten zu handeln.

Die kleine Weiße aber hielt ihn auch gut auf Trapp, da sie nun, da sie weiter in die Höhle vordrangen und irgendetwas geschehen zu sein schien, plötzlich fiepend zwischen seinen Läufen stand. Er hätte sie nun ohnehin zu sich genommen, da war ihm diese Reaktion recht.
Doch Ares, den keine derartige Neugierde befiel, beobachtete ruhig, wenn auch aufmerksam, wie die anderen Wölfe recht verstört aus der Kammer kamen. Auch er sah den Schimmer deutlich, der sie verfolgte und mehr erschien, als ob man den Mond dort drinnen eingesperrt hätte. Aber aus ihren Gesprächsfetzen konnte er kaum mehr verstehen, als bloße Verwirrung. Sie sprachen von Bildern, von Dingen, die ihnen gezeigt worden waren. Und von Angst.

Ja, von Angst, das hatte er deutlich mitbekommen, wenn es auch nicht den Anschein gehabt hatte. Es war lange her, dass der Schwarze Angst gehabt hatte, so lange. Er hatte sie einst abgelegt, zusammen mit allem Anderen, hatte sie zurückgelassen, nachdem er ihr begegnet war, nachdem er von ihr niedergestreckt worden war.
Nun war sie fort. Und was blieb, war die Leere.

Sah man dort wirklich seine Ängste? Und wenn ja, was würde er sehen? Würde er die Angst sehen, die ihn damals heimgesucht hatte? Aber seine Ängste waren einst wahr geworden, Fleisch … und Blut. Er erinnerte sich daran, was es gewesen war, doch er konnte darauf zurückblicken, ohne etwas zu empfinden. Also war diese Angst fort und eine andere gab es nicht. Was würde er sehen? Was wartete auf ihn in dieser Kammer?

So tief in Gedanken war Ares, dass er Yacárus Frage nicht hörte. Unwillkürlich machte er einen Schritt auf die Öffnung zu, zögernd doch wie gebannt das Licht anstarrend, das ihm entgegenstrahlte. Was würde er sehen? Was würde das Licht ihm zeigen?


04.04.2009 17:07




Saiyán Tendes


Das tat gut. Verdammt, das tat richtig-mega-super-geil gut. Verteidigt werden. Von seinem kleinen Bruder Ai. Naja … okay, er war exakt genauso groß und alt wie er, aber darum gings ja nicht. Kleiner Bruder Ai verteidigte großen, armen Bruder Sai. Hach. Eigentlich wäre Saiyán ja wütend geworden, weil die dumme Fremde ihn dumm von der Seite anmachte – in jedem Fall sehr dumm … aber … jetzt war er glücklich. Richtig glücklich, so wie er schon nicht mehr glücklich gewesen war, seit sie Mitsah und P verlassen hatten. Ai verteidigte ihn. Ai nahm ihn in Schutz vor der dummen Fähe. Saiyán hätte sich am liebsten noch ein wenig an dem Gedanken ergötzt, aber die Fähe forderte nun mal eine Reaktion. Aber zuerst ging ein Strahlelächeln an Ai. Eines, das er sehr selten zu sehen bekam. Aber jetzt schnell wieder wütend werden. Der Fremden eins reindrücken. Aber irgendwie wollte das nicht so klappen, schließlich war er so stolz darauf, dass Ai ihn so verteidigte. Vielleicht hatte er das früher auch gemacht, das wusste Sai nicht mehr, aber bei Mitsah und zusammen mit P hatte es so was nicht gegeben. Da war „Draufhauen“ die Devise gewesen – jeder gegen jeden und ja nicht zeigen, dass man sich ja eigentlich mochte. War irgendwie dämlich gewesen. Egal jetzt, Konzentration, Fähe anmachen.

“Komm mal runter. Plötzlich hier auftauchen und vorher keinen Mucks von sich gegeben kann schon mal magisch sein, nä? Und hör auf meinen Bruder, der hat’s nämlich mit Höflichkeit und so voll drauf. Schneid dir eine Scheibe von ihm ab.“

Er holte Luft und war von sich selbst erstaunt, wie wenig wütend er war. Eigentlich sollte er das ja nicht so durchgehen lassen. Und das mit der kurzen Leine war wirklich total daneben. Als müsse Ai ihn irgendwo halten. Jetzt schlich sich doch deutlicher Unmut in Sais Gesicht.

“Außerdem sollte man eher dich an einer kurzen Leine halten.“

zischte er und wollte eigentlich einen beleidigten Gesichtsausdruck aufsetzen, was ihm aber misslang. Die Verteidigung Ais klang ihm immer noch in den Ohren nach. Also zeigte er der Fähe nur abschätzig die Zähne und verzog dann den Mund um nicht lächeln zu müssen. Eigentlich war er gar nicht mehr böse auf die Fremde, seltsam. Dass er unter Liebes- und Glücksentzug litt, wusste er natürlich nicht und selbst wenn, würde er es nie zugeben, aber solche Momente konnten das seiner Umwelt durchaus zeigen.


04.04.2009 19:35

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 12:55
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Cave of Mind
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23.07.2005

Seite 12




Felino


Felino zitterte immer noch am ganzen Körper, wer hatte ihn da getragen. Erst jetzt wurde er sich die Anwesenheit der anderen Wölfe wieder bewusst. Er hatte Angst aber so sehr konnte ihn sein Körper und sein Gefühl nicht täuschen. Felino öffnete die Augen als Maav zu ihm sprach. Er verstand nicht wie es sein konnte, das dieser Wolf noch lebte, das alle anderen Wölfe um ihn herum noch lebten. Er hatte sie sterben gesehen, sie waren tot gewesen, genauso wie seine Familie, das Feuer hatte sie getötet, sie ihm weg genommen. Er schüttelte den Kopf und lauschte Maavs Worten, Spiegel konnte so furchterregend sein, Felino verstand gar nichts und deswegen meinte er zu Maav, immer noch ein wenig unsicher. Er würde Maav für einen Geist halten wenn dieser ihn nicht hierher getragen hätte:

"Du meinst nur wegen den Spiegel, dachte ich, dass ich wieder alleine bin...
Wie ist eigentlich dein Name?
Ich heiße Felino..."


Er versuchte aufzustehen, aber er war noch ziemlich unsicher auf den Beinen. Er sah zu den anderen Wölfen anscheind waren sie genauso verängstigt gewesen wie er. Feilino fragte sich, was sie wohl gesehen hatten. Er dachte kurz an das Feuer und wieder machte es ihm innerlich Angst, dass war auch der Grund warum er das Wasser liebte. Es war des Feuers Feind, es hatte ihn damals vor dem Feuer bewahrt. Felino vertrieb die Gedanken aus seinem Kopf um Maav zuzuhören.


04.04.2009 21:16




Romani


Hätte sie gewusst, wie oft dieser eine der beiden Rüden sie in seinen Gedanken “dumm“ nannte, wäre Romani aus der Haut gefahren. Gut, dass sie angeblich unhöflich sei – damit konnte sie leben. Aber wehe, man nannte sie dumm, blöd, dämlich, hirntot oder sonst was. Und überhaupt, bildete sie sich das nur ein oder schien der andere der Brüder gerade in eine Ekstase zu entfliehen und den ersten Schwarzen liebevoll anzusehen? Was auch immer. Hoffentlich war sie hier nicht auf ein Pack von geistig verwirrten Seelen gestoßen, denn ein hilfloses Rudel konnte sie jetzt so was von gar nicht gebrauchen, wo Romani doch selbst Unterstützung brauchte. Na schön, eventuell sollte sie sich auch ein bisschen freundlicher anstellen. Die Worte der beiden Wölfe taten ihr nicht minder weh, dessen ungeachtet verhielt sie sich ruhig und ihre irritiert Miene blieb bestehen. Ihr Umfeld war in den Hintergrund gerückt und ihre Welt konzentrierte sich gerade nur auf die beiden chaotischen Brüder.

„Das kann magisch sein, Hänfling? Ich sag dir mal was: Sowas wie Magie und Zauberei gibt es nicht, aber ich erwarte nicht, dass zwei Welpen wie ihr etwas von der wahren Welt versteht!“, keifte sie missmutig, die Augenbrauen fest zusammen gezogen.

Gott im Himmel, ihr Vater würde sie umbringen, wenn er sie so reden hörte. Beherrsch dich, befahl sie sich innerlich, und schüttelte schließlich sachte den Kopf. Was ließ sie sich von den zwei Kurzen aber auch so provozieren? Die waren doch nicht mal halb so alt wie sie … Romani sog scharf die kühle Luft ein und zwang sich zu einem deutlich seriöseren Auftreten. Wie lief so was eigentlich ab, wenn man zu einem fremden Rudel stieß? Müsste man nicht bei den Alphatieren vorsprechen? Die junge Fähe hatte keine Ahnung, doch um ehrlich zu sein hatte sie gerade nicht allzu viel Lust, sich wem vorzustellen und ihr Anliegen vorzutragen. Die ’Neue’ zu sein war nervig – würde sie wissen, dass die beiden Rüden die ganzen Neuankömmlinge leid waren, hätte sie sich vermutlich absichtlich fremd und unwissend angestellt, nur, um sie zu ärgern.

„Romani Terrafang ist mein Name und da, wo ich herkomme, empfängt man Fremde sehr viel höflicher.“

Um einen sich anbahnenden Streit zu unterbinden, neigte sie – überdeutlich widerwillig – den Kopf, um eine schwache Verneigung anzudeuten. Da die beiden Knirpse ihre Worte nach dem Ausweg ignoriert hatten, sprach sie die Sache noch einmal an:

„Könntet ihr mir bitte jetzt verraten, wann’s hier rausgeht?“


05.04.2009 16:06




Akara Chitaru


Akara sah zu den anderen Wölfen zurück, suchte Kibas Blickkontakt, als Einverständniserklärung, dass sie wirklich vorgehen durfte. Vielleicht war ‚dürfen’ falsch ausgedrückt. Denn trotz ihres sonst so sicheren, selbstbewussten Auftretens, hatten sie die Geschehnisse die sich in der ersten Kammer zugetragen hatten, verunsichert. Beim näher treten sah sie die zweite Kammer deutlicher, wie ein Abbild des ersten Raumes, in dem man ihnen ihre größten Ängste gezeigt hatte. Zuerst kam ihr nicht in den Sinn, dass hier etwas anderes zu sehen sein würde. Es schien derselbe Kristall zu sein.
Es war an ihr, weiter zu gehen und auszukundschaften, welch Grauen sich ihnen hier offenbaren würde. Mit langsamen Schritten trat sie auf den Kristall zu, obwohl sie, ohne zu wissen warum, keinesfalls sehen wollte, was sie in der vorherigen Kammer gesehen hatte. Ihr Herz fing an, schneller zu schlagen. Im Spiegel tauchte zuerst nichts auf. Nicht einmal ihr eigenes Gesicht. Wieder erschien ihr dieser Widerschein wie eine Lüge. Doch dann tauchte hinter ihr das Rudel auf. Kiba und Yago, so wie Andraki, Leikuna, Korrianke und die Anderen. Sie drehte sich um und blickte in die leere Kammer, um sich dann wieder anzusehen, was sie im Spiegel sah. Auch Adali und Senedd waren darin aufgetaucht und die Wölfe, die in der anderen Gruppe unterwegs waren.
Akara legte den Kopf schief, wusste nicht, was sie mit dem anfangen sollte, was sie sah. Ihr Herzschlag jedoch beruhigte sich und ihr wurde warm. Hier wurde ihr nichts Negatives gezeigt. Es war nicht wie ihre Gestalt in Welpenform. Das hier war einfach nur das Rudel, dem sie mit ihrem Leben dienen würde. Unschlüssig schnippte sie mit den Ohren.

“Ich glaube, es zeigt uns nun etwas anderes… etwas… Gutes.“

Sie wandte den Kopf zu dem Durchgang, hinter dem sie die Anderen sehen konnte. Unbemerkt hatte sich ein Lächeln auf ihre Lefzen gelegt.


05.04.2009 17:47




Ián


Iàn legte den Kopf schräg, als Cílyn ihn mit einem, ihm fremden, Namen ansprach. Er war sich nicht ganz sicher was genau er jetzt darauf antworten sollte, also schwieg er erst einmal und dachte an Shateí. Und was dieser wohl jetzt, in seiner Situation tun würde. Er wäre ein Gentleman. Und an dem Blick, mit dem die braune Fähe ihn ansah, erkannte er, dass sie nicht gerne darüber sprechen würde, dass es ihn nichts anging und das sie traurig war. Er erwiderte den Blick also einfach nur einige Momente, bevor er zu Bjarmia sah. Er senkte leicht den Kopf, deutete ein Nicken an und wand sich elegant herum. Wieder ganz in seinem Element, oder besser gesagt, im Element eines anderen, den er versuchte, zu kopieren. Er lächelte den Rüden an. Auch Cílyn stimmte ihm zu und so lief er einfach aus der Kammer hinaus, warf davor aber noch einmal einen Blick auf sein Spiegelbild. Es war immer noch unverändert. Er, wie eingefroren, mit leerem Blick. Iàn verstand es nicht, es machte ihn nicht verrückt vor Angst, ließ ihn nicht zu Boden gehen, aber es beunruhigte ihn, löste ein ungutes Gefühl in ihm aus. Er schüttelte leicht den Kopf und folgte Akara, Kiba und Yago. Sein Blick wandte sich aber freundlich an Bjarmi.

„Alles okay?"

Die Augen des Grauen lagen ruhig auf dem ihm fremden Wolf. Seine Stimme war leise, aber rau. Er sprach nicht wirklich so, noch etwas, was er sich angeeignet hatte. Von Shateí. Er war seine perfekte Kopie. Es störte ihn nicht, machte ihn nicht traurig, nur wütend, weil er sich den Falschen ausgesucht hatte. Er wäre gerne mal wieder jemand anders. Suchend sah er sich um. Niemand. Nichts. Er seufzte, sah aber auf als Akara sprach. Die Ohren spitzten sich und er lächelte erneut. Das war gut. Was Schönes konnten sie jetzt alle gebrauchen.


05.04.2009 22:04




Bjarmi


Bjarmi bemerkte mit sehr großem Wohlgefallen, dass sich das Rudel langsam wieder in Bewegung setzte und diesen schrecklichen Ort verlassen wollte. Er hatte das Gefühl, dass sich kaum einer, der anwesenden Wölfe der ureigensten Ängste hatte entziehen können. Jeder hatte seine persönliche und das grauenvollste daran: Jeder konnte die Angst eines jeden sehen. Zum Glück, oder eben aus purer Ironie kämpfte jeder für sich alleine und kaum einer interessierte sich groß für die Panik des vielleicht gleich neben ihm befindlichen Wolfes.

Kurz verengten sich die Augen des Rüden und auf seinen Zügen lag ein nachdenklicher Ausdruck. Ihm wurde bewusst, dass wenn man sich diesen Umstand näher besah, dass es wohl darauf hinauslief, dass jeder sich selbst der Nächste war. Doch sollte ein Rudel nicht dem anderen beistehen? Jedem einzelnen zur Seite sein, wenn es Schwierigkeiten gab? Leise seufzend spitze Bjarmi die Ohren, als Akara und dann Yago vom Aufbruch sprach. Gut, wenigstens jetzt schienen die Wölfe dieses Rudels zusammen zuhalten. Das war ein schönes Zeichen. Auch, als Bjarmi bemerkte, dass die graue, verletzte Fähe gestützt wurde, beruhigten sich seine wirren und beängstigenden Gedanken und verstummten schließlich ganz, als er von Ìan angesprochen wurde.

"Ja, alles wieder okay, aber wie geht es euch? Mein Name ist übrigens Bjarmi."

Seine Stimme hatte wieder die alte Ruhe gefunden, welche sie sonst immer zierte und mit langsamen Schritt lief er zwischen dem anderen Rüden und Cílyn. Es tat gut mal wieder in einer Gemeinschaft zu laufen. Die vielen Monate der Einsamkeit zerrten doch ganz schön am Gemüt, auch wenn Bjarmi sich das nie eingestehen wollte. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lefzen, als er merkte, dass sie nun endlich diese Kammer verlassen hatten. Er drehte sich nicht noch einmal um. Bjarmi hatte gelernt, dass es im Leben kein Zurück gab, ob nun im Kleinen oder im Großen.


08.04.2009 13:32




Korrianke


In Gedanken versunken war Korrianke hinter den anderen Wölfen zurückgeblieben. Er scherte sich kaum darum, dass er nichteinmal mehr die Gruppe sehen konnte, mit der er gewandert war, denn er bezweifelte, dass er sie in solch einem geraden, engen Gang irgendwie verlieren könnte. Die Dunkelheit, die ihn Umgab, die er nur dank seiner scharfen Wolfsaugen durchdringen konnte, hatte etwas tröstendes und kühles an sich. Hier gab es keine Schuld und keine Pflicht. Kurz seufzte der Weiße, ehe er sich entschloss nun bald zu den anderen aufzuholen. Rasch beschleunigte er seine Schritte, immer schneller ging sein Puls und sein Atem bis er rannte. Sein Sprint währte nicht sehr lange, da tauchte in der Ferne ein seltsames Licht vor ihm auf. Skeptisch wurde er langsamer, fiel in einen steten Trab. Schließlich konnte er die anderen Wölfe wieder vor sich sehen und verlangsamte seine Schritte noch ein bisschen mehr. Rechts von ihm öffnete sich eine Felskammer, aus der ein bläulicher Schimmer hervordrang. Am Ende des Raumes verlief eine glatte, kristallene Wand, der ein helles Leuchten entsprang. Von draußen her sah sie so wunderschön aus, dass sie ihn unwillkürlich an das Eis des Winters erinnerte - an zugefrorene Seen und Eiszapfen, die in gewundenen Formen von den Bäumen herunterhingen. Warum hatten sich die anderen davon abgewandt? Erst jetzt bemerkte er, dass Ares neben ihm in der Öffnung stand und ebenfalls das Ende des Raumes anstarrte. Sie waren nicht gerade die besten Freunde, das wusste er, aber dennoch schätzte er Ares nach wie vor vernünftig ein.

"Ares, was ist das für ein sonderbarer Ort?"

Er versuchte aus den Gesprächen der anderen herauszuhören, was hier vorgefallen war, doch er konnte nur Stichworte aufschnappen. Etwas dadrinnen in der Kammer hatte dem Rudel Angst eingejagt.

"Wovor fürchten sich die anderen?"

Er konnte sich nicht vorstellen, was in dem seltsamen Raum aus Stein und Fels, an der schönen eisartigen Kristallwand und ihrem inneren Leuchten angsteinflößend oder unheimlich sein könnte. Dieser Ort wirkte nach wie vor einladend auf ihn. Er fühlte sich nach dem Winter an, nach dem er sich sehnte. Er wünschte sich näher an die Wand heranzutreten und er spürte keine Furcht, dennoch war er neugierig, was Ares ihm darüber verraten konnte.


10.04.2009 10:57




Shiyasa


Hoffnung durchströmte Shiyasa. Die Fremden Wölfe hatten sie weder angegriffen noch vertrieben.
Schüchtern beantwortete sie Fragen der Jota und des schwarzen Wolfes.

“Man nennt mich Shiayasa. Ich würde gerne mit euch diese Höhle erkunden.“

Sie gesellte sich also zu den anderen Wölfen. Die waren gerade augenscheinlich nicht dabei die Höhle zu erforschen. Ein grauer Wolf beantworte anscheinend Fragen zu einer Geschichte- seiner Lebensgeschichte? Es klang so. Sie betrachte den Wolf. Aus seinen grauen Augen sprach die Weisheit einer großen Lebenserfahrung. Der graue Rüde, der sie nach ihren Namen gefragt hatte war wohl sogar jünger als sie selbst und auch kleiner. Er wich der Jota Jeanne nicht von der Seite. Aber ihr Welpe konnte er unmöglich sein, denn Jeanne war ein Polarwolf und Shanaros Fell war von einem tiefen schwarz. Shiayasa sah über ihre Schulter. Außer diesen drei Wölfen waren ungefähr zehn, nein elf Wölfe in der Höhle. Sie waren alle ganz unterschiedlichem Alter und Farbe. Als Gruppenführer meinte Shiyasa eine ältere, schwarze Fähe ausgemacht zu haben.

.oO(Warum schließen sich so viele Wölfe zusammen eine Höhle zu erkunden? Vielleicht sind sie ja ein Rudel. Wie nennt es sich?)Oo.

Nach einer Weile stellte sich jedoch heraus, dass diese Höhle es keineswegs eine gewöhnliche war.
Shiyasa folgte den anderen Wölfen um eine Biegung und betrat einen Raum mit Spiegelwänden. Anstatt das vor jedem Wolf ein Spiegelbild oder zumindest ein verzerrtes Spiegelbild zu sehen war, war vor jedem Wolf eine Szene zu sehen. Vor Shanaro sah sie Wölfe und Blut und vor der Jota töte eine Fähe einen Rüden.

.oO(Was ist das? Warum spiegeln diese Wände nicht einfach unser aussehen? Was spiegeln sie?).oO

Die Jota begann zu weinen. Shanaro wollte sie trösten traute sich aber nicht. Toboe und Teyrm standen nebeneinander. Vor Toboe war eine Szene, die das Rudel zeigte, wie alle ihn ignorierten. Shiyasa beobachtete wie er zum ging zu dem Spiegel und auf die Spiegelnase von Teyrm stubste, der doch einen halb Meter hinter ihm stand.
Shiyasa wusste nicht recht ob sie vor sich in den Spiegel schauen sollte. Offenbar machte es den anderen Wölfen Angst. Doch würde sie sich sicher ihr Leben lang fragen, was der Spiegel für sie angezeigt hätte. Sie schaute einfach hin. Und was sie sah, war so grausam, dass sie sofort aus dem Raum rannte.

.oO(Der Spiegel lügt, der Spiegel lügt, der Spiegel lügt. Meine Familie ist nicht tot. Ganz sicher nicht!Oo.

Vor dem Raum war der graue Wolf der vorhin erzählt hatte. Er tröste einen Welpen, der noch jünger war als sie. Er zitterte und hatte braunes Fell.

“Ganz schön unheimlich diese Spiegel, oder? Ich bin Shiyasa und wer seit ihr?“


10.04.2009 19:51




Ares


Ares verspürte einen gewissen Drang, sich diesem Kristall zu nähern. Es war nicht etwa eine Verzauberung dieses Phänomens, sondern die Neugierde, was er darin sehen könnte. Dass das im Grunde dasselbe sein konnte und er nur geschickt getäuscht wurde, hatte er beschlossen, zu ignorieren. Es spielte keine Rolle. Wenn dieses Ding wollte, dass er hineinsah, war ihm das recht, denn er wollte ja hinein sehen.
Wollte er das? Wirklich?

Die anderen waren bereits ein gutes Stück voraus, aber der Schwarze hatte es nicht eilig. Yácaru war zwischen seinen Läufen und machte zur Abwechslung einmal keinen Ärger und wenn Ares ehrlich war, nahm er nicht an, dass diese Höhle einen weiteren Ausgang hatte, immerhin führte sie ja in den Berg.

Noch ehe er aber darüber nachdenken konnte, was er nun tun sollte, trat jemand an seine Seite, der ihn aus seinen Gedanken riss und zwar so erfolgreich und abrupt, dass Ares innerlich zusammenschreckte, weil sie Anspannung einfach zu viel war. Es war nach wie vor nicht ratsam, sich ihm zu sehr zu nähern und obgleich die kleine Welpin darin eine krasse Ausnahme zu bilden pflegte, konnte er es niemandem sonst ernstlich empfehlen.
Es war freilich nicht so, dass Korrianke ihm ungebührlich nahe gekommen wäre. Aber es war ungewohnt, nach wie vor.

Auf die Frage des Rüden gelangte er wieder ins hier und jetzt. Was gab es dort, das das Rudel so verängstigte? Die Antwort war simpel.

“Angst“, erwiderte Ares tonlos. “Sie fürchten sich vor der Angst.“

Für einen Moment war der Bann gebrochen und Ares warf sich selbst vor, dass es unsinnig war, zu glauben, dieser Ort zeigte einem die größte Angst. Wie sollte ein bisschen Kristall das auch können?
Und trotzdem. Es konnte nicht schaden, es sich anzusehen, oder? Konnte es das? Es war nur Angst, es waren nur Bilder. Und Ares hatte seine Angst vor Jahren abgelegt. Was sollte es dort geben, dass ihm hätte schaden können?


12.04.2009 16:13




Leikuna


Leikuna hatte aufgehört Andrakis Nacken zu lecken, als Akara den Aufbruch bestimmt hatte. Es hatte sie nicht überrascht dass die Braune so einfach die Führung übernahm, und erst im zweiten Gedanken fiel es ihr auf. Aber warum auch nicht? Yago und Kiba hatten selbst offensichtlich Schaden genommen, die Alpha war immernoch verletzt. Sich leicht schüttelnd lächelte sie unsicher zu der Zimtfähe herunter.

"Ähm..."

begann sie, warf einen hektischen Blick zu Yago, und wand sich erneut an Andraki.

"Kein Problem. Nächstes Mal bin ich sanfter"

versprach sie zwinkernd, und spürte wie ein wärmendes Gefühl von Sicherheit ihren Rücken herunterwanderte. Yago war da, Kiba war da, Andraki war ihr nicht mehr böse. Das Wichtigste war also gegeben.
Den Blick zu Akara gleiten lassend sah sie sich noch einmal um, und folgte der Braunen dann, nachdem sie sich ein weiteres Mal vergewissert hatte das Yago und Kiba zurecht kamen. Nun, natürlich taten sie das...aber sicher war sicher.
Andraki aufmunternd zuwedelnd löste sie sich nun aus der Gruppe, und folgte Akara - die einen zweiten Raum entdeckt hatte, und ihn sorglos betrat. Leikuna war nicht mehr so unvorsichtig, und blieb ersteinmal am Eingang stehen, und beobachtete das Bild Akaras, in dem such sie auftauchte. Tatsächlich hatte die Spiegelszene diesmal nichts bedrohliches an sich, und Leikunas Neugier obsiegte.
Mit vorsichtigen Schritten, ganz so als könnte der Boden unter ihren Pfoten nachgeben, betrat sie den Raum, und ging langsam wedelnd auf das Blau zu. Sie selbst erschien im Spiegel, und ihr Bild verschwamm ein wenig - und hinter ihr wurde Yago deutlich zu erkennen, dunkel und mächtig, größer als er tatsächlich war. Überrascht wand sie den Kopf um - doch es stand kein Yago im Raum. Ihr gelber Blick wurde von dem Dunklen im Spiegel erwiedert, und eine seltsame, freudige Ruhe fand sich in ihr ein. Das Pendeln ihrer Rute blieb konstant, ein Lächeln zauberte sich auf die weißen Leftzen - schmal erwiedert von dem Hünen im Spiegel. Hinter dem Dunklen reihten sich nach und nach auch Kiba, Korrianke und Akara auf - Andraki stand etwas abseits dabei, und Leikuna näherte sich dem Bild noch etwas weiter, sodass der Spiegel Yago den Kopf senken musste um sie anzusehen. Sie wiederum reckte den Kopf nach oben, um den Schwarzen ihr gegenüber zu berühren - sie selbst war in dem Spiegel erloschen.
Einen Atemzug lang berührte sie die warme Spiegelfläche, schloß die Augen und glaubte Yagos Atem an ihrer Nase zu spüren - dann sah sie wieder auf, und wand sich mit einem seligen Lächeln vom Spiegel ab, zu Akara.

"Du hast Recht"

sagte sie, und merkte kaum wie leise sie sprach. Ein Blick zurück zum Spiegel, ein Lächeln - dann ging sie wieder in Richtung Rudel und Durchgang zurück. Am Raumausgang verharrte sie nocheinmal, warf noch einen Blick zurück - zurück zu Yago. Zurück zu den Anderen. Und kehrte dann zu ihnen zurück, als sie die Höhle gänzlich verlies, und mit tänzelndem Schritt zurück zum Rudel lief.

"Dieser Raum tut uns nichts"

bestätigte sie Akara ein weiteres Mal, und trat an Yagos Seite.


13.04.2009 18:25




Yago


Wie schon einmal vor gar nicht all zu langer Zeit begann sich die Hitze in Yago zu verflüchtigen. Wie damals die Kälte der Nacht, sogen nun der Stein und die Dunkelheit die Flammen aus seinem Körper und ließen ihn leer zurück. Leere. Immer wenn das Feuer ihn erfasste und erlosch, hinterließ es gähnende Leere, nur ein Häuflein Asche. Und manchmal war sich Yago nicht sicher, was er schlimmer fand. Die Flammen oder die Leere. Das Ausgehöltsein. Die Nichtexistenz. Er hatte noch immer Durst, aber auch das war zurückgegangen. Viel mehr wünschte er sich in die Friedensallee um dort langsam wieder zu finden, was das Feuer verbrannt hatte. Viel gab es nicht, aber ein bisschen. Und dieses Bisschen machte ihn aus und damit meinte er nicht nur oder gerade nicht sein von Hass getränktes Herz.
Kibas Antwort klang schon viel besser, als zuvor. Irgendwo meinte er Optimismus zu hören, Hoffnung, und es tat ihm gut. Ja, irgendwo sprang Kibas – zumindest teilweise – zuversichtlicher gewordener Blick auf ihn über. Es wird bald wieder besser werden. Sie waren dem Schrecken der Kammer entkommen und würden diesen Berg vielleicht bald schon verlassen. Etwas Neues würde sie erwarten, irgendetwas am Ende dieses Gangs und das Licht der Sonne würde alle bösen Gedanken vertreiben. Yago wäre nicht Yago, hätte er über diese rosa-rote Zukunftsvision nicht müde gelächelt, trotzdem war irgendwo die Hoffnung, dass es doch trotzdem so werden könnte. Dass doch tatsächlich ein Höhlenausgang auf sie warten musste und dass dort ganz sicher kein großer, schreckensbildererzeugende Spiegel sein konnte. Ein schwaches Lächeln stahl sich auf seine Lefzen und er nickte. Was davon echt war, konnte er selbst nicht sagen. Kibas Frage ließ das Lächeln kaum verblassen, er versuchte stark auszusehen.

“Gut.“

sagte er leise, während nur ein Funke in seinen Augen die Lüge hinter diesem Wort verriet. Wahrscheinlich hatte Kiba keine andere Antwort erwartet. Aber erhofft? Ihr Blick sagte ihm nichts und doch schien er schrecklich wissend. Egal. Was auch immer er sagte, er könnte sowieso nicht zusammenfassen, wie es ihm ging. Leer. Ausgebrannt. Aber die Worte würden ihr nichts sagen. Vielleicht so wie damals, in der Nacht an der Friedensallee. Nur wollte er unter keinen Umständen gerade in dieser Situation ihre Erinnerungen an die Geschehnisse von damals erwecken. Unter gar keinen Umständen. Er schwieg. Als sich Kibas Blick nach vorne wandte, folgte der seine ihrem und entdeckte gleichwohl das neue Schimmern. Alles in ihm zog sich zusammen. Kein Höllenteufel würde ihn dorthinein bekommen. Er würde hier stehen bleiben oder daran vorbeigehen, aber keine Pfote in diese Kammer setzen. Niemals.

“Höllenberg mit seinem Höllenspiegel. Wir sollten einfach daran vorbeigehen.“

Doch diese Meinung schienen die meisten nicht zu teilen. Akara stapfte einfach an ihnen vorbei – Yago war mittlerweile stehengeblieben – und stellte sich ohne jede Emotion vor den Spiegel. Wie schon zuvor war ihr Spiegelbild längst verschwunden und zeigte nun etwas ganz und gar nicht Böses. Es zeigte das Rudel. Sie alle und es sah friedlich aus, ein Idyll – ein Rudelidyll. Irgendwie war es schön. Gleichzeitig mit diesem Gedanken sprach auch Akara aus, dass dort nichts Schlimmes war. Egal. Yago würde keinen Schritt weiter gehen, warum sollte er auch? Die Bilder konnten noch so friedlich sein, sie offenbarten Dinge, die niemanden etwas angingen – da war sich Yago sicher, denn seiner Meinung nach, ging nichts von ihm irgendjemanden etwas an – also würde Yago auch nicht seinen Teil dazu beitragen, sich zu verraten. Leikuna tappte an ihm vorbei und am liebsten hätte er sich zurückgehalten. Dabei war sie doch sowieso wie ein offenes Blatt für jeden, egal was im Spiegel stehen würde, man wusste es doch eigentlich von ihr. Jedenfalls hatte er das gedacht. Jetzt aber wandelte sich ihr Spiegelbild stetig zu einem viel größeren, tief schwarzen Wolf, den Yago zunächst nicht erkannte. Doch je länger sein Blick auf diesem verharrte, desto deutlich wurde, dass kein anderer als er selbst dort zu sehen war. Er selbst mit seinen zu großen Ohren und Pfoten – hässlich sah er aus – und den orangeroten Augen. Lächelte er? Ja, tatsächlich, es sah seltsam fremd aus. Leikuna trat näher an ihn heran und ihm war, als würde sein Spiegelbild ihren Blick warm erwidern. Im Hintergrund waren weitere Wölfe, aber Yagos Blick lag starr auf ihm selbst. Wieder sah diese Szene so friedlich aus. So abstoßend er sich selbst auch finden mochte, dieses Bild, das sich ihm bot, war schön. Und Leikuna selbst schien ebenso erfüllt von Friedfertigkeit und Zufriedenheit. Sie hatte sich wieder umgedreht, kam nun zurück und ihr Anblick machte ihn glücklich. Sie sah aus wie ein Wolf, der voll auf mit sich und der Welt zufrieden war. Als sie bei ihm ankam und sich neben ihn stellte lag sein Blick fast so warm auf ihr, wie es ihm sein Spiegelbild vorgemacht hatte. Dann berührte er sie leicht an der Nase, blieb aber stumm. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte.


14.04.2009 10:07




Korrianke


Nachdem der Schwarze ihm geantwortet hatte, sah Korrianke den Rüden neben sich einen Moment lang verständnislos an. Was sollte das denn jetzt bitte heißen? Sie fürchten sich vor der Angst? Wie konnte man sich vor Angst fürchten? Sich fürchten und Angst haben war doch ein und dasselbe. Und dennoch konnte der Weiße die Unruhe spüren, welche in die anderen Wölfe eingedrungen war. Es gingen also unheimliche Dinge vor hier, in der von einem seltsamen Kristall erleuchteten Höhle.
Er stand einige Meter von Ares entfernt und rätselte noch immer, was dieser gemeint hatte, denn nochmal nachfragen wollte er nicht. Wahrscheinlich gab es für die hiesigen Phänomene ohnehin keine Erklärung. Er jedenfalls hatte noch nie einen Ort betreten, der von solch wundersamem Leuchten erfüllt gewesen war. Die spiegelglatte Kristallwand pulsierte förmlich und zog ihn an, erzeugte Neugierde. Schließlich beschloss er, dass er herausfinden würde, was Ares gemeint hatte und trat in den Raum aus Fels hinein. Langsam näherte er sich der kristallenen Wand, der glatten Fläche die bald sein Bild widerspiegelte. Noch waren seine Umrisse unklar und verschwommen, doch je näher er kam, desto schärfer wurde sein Abbild. Als er nur mehr wenige Meter vor dem Kristall stand, veränderte sich das Bild des weißen Rüdens, den er als sein Selbst erkannt hatte. Langsam wurden die Ränder des Bildes durchscheinend, das strahlend weiß verblasste, bis es nur noch Nebel war. Langsam löste sich die Gestalt im Spiegel auf und wurde vom Winde verweht, bis sie ganz und gar verschwunden war.
Korriankes Puls fing an schnell und unstet zu gehen, doch sein Atem blieb so ruhig wie sein Angesicht. Nur die blauen Augen weiteten sich ein wenig und starrten ungläubig geradeaus. Schließlich beruhigte sich sein Herzschlag wieder, seine Unruhe hatte nicht lange angedauert und der Rüde drehte sich erstaunt zu Ares um.

"Ich verstehe."

Sagte er mit einem bitteren Lächeln auf dem Gesicht. Selten hatte er von Dingen geträumt, wie jenen, die er nun in Wirklichkeit erfuhr.

"Das hast du mit Angst gemeint."

Er schüttelte den Kopf und sah Ares ins Gesicht. Sein Blick war ehrlich und zugleich erstaunt.

"Es zeigt einem also, wovor man sich fürchtet. Aber real ist es nicht, was man sieht. Es ist nur eine Illusion, wie ein Gedanke, ein Traum, der aus dem eignen Kopf heraus ins Freie geworfen wird."

Er durchquerte mit ruhigen Schritten den Raum, bis er wieder neben Ares stand. Kurz hielt er inne, dann ging er an dem schwarzen Rüden vorbei um den anderen zu folgen. Im vorbeigehen sprach er zu ihm.

"Gib der Neugier ruhig nach und sieh es dir an. Es ist nichts als eine Illusion. Vielleicht zeigt es nichteinmal eine mögliche Wahrheit. Es ist nur ein Gedanke, den man sehen kann."


16.04.2009 13:06




Andraki


Die Gruppe setzte sich in Bewegung, Andraki mit ihnen, hinter Kiba und Yago und nahe Leikunas. Nocheinmal huschte ihr Blick flüchtig zurück zu dem schimmernden Blau, sah jedoch sogleich wieder weg. Mittlerweile hatte sie sich wieder beruhigt, doch noch immer fühlte sie sich wie aufgewühlt, als ob ihr Innerstes noch immer zittern würde. Eine kleine Weile konzentrierte sich die Braune ganz auf ihren Körper, auf ihre Schritte, doch da war kein echtes Zittern mehr. Nur dieses seltsame Gefühl, als würde ihre Seele vibrieren. Andraki vermutete still für sich, dass das noch die Angst war, unterschwellig und noch nicht gänzlich verschwunden. Kein Wunder, was sie gesehen und gehört, ja was sie gefühlt hatte, war ihr schlimmster Alptraum gewesen. Wenn Kiba Recht hatte - und es gab keinen Grund, an der Sichtweise der Alpha zu zweifeln - hatten die anderen auch ihre persönlichen Albträume gesehen. Andraki sah zwischen den Wölfen hin und her. Waren sie auch noch so aufgewühlt, wie sie sich fühlte? Kamen sie auch nicht davon los, was sie gesehen hatten? Was hatten sie eigentlich gesehen? Andraki wusste es nicht, viel zu sehr hatte sie mit sich und ihrer Furcht zu tun gehabt. Dabei hätte sie doch stark sein müssen, hätte den anderen Halt geben müssen. In ihrem alten Rudel, in ihrer alten Position wäre ein solcher Zusammenbruch unverzeihlich gewesen. Aber sie war keine Gamma mehr, und bis sie selbst vor Angst in sich zusammen gesunken war, hatte es auch niemanden gegeben, für den sie hätte stark sein müssen. Und dann war es schon zu spät gewesen...
Ohne selbst etwas zu sagen, lauschte sie den knappen Wortwechelns der anderen. 'Hirngespinste' nannte Yago die Spiegelbilder. Der schwarze Beta wirkte fast so ruhig und gefasst wie Akara, die sich irgendwie gar nicht hatte schrecken lassen. Vermutlich hatte sie sich ihr Spiegelbild gar nicht erst angesehen, die Glückliche. Trotzdem.. es hatte sich so echt angefühlt. Hirngespinnste, Illusionen sollten nicht so... echt sein. Überhaupt, wenn es wirklich die eigenen Ängste gewesen waren, war daran gar nicht falsch, nichts eingebildet gewesen. Gefühle konnte man sich schließlich nicht einbilden.
Der Zug hielt wieder inne, und der Zimtfarbenen stellten sich die Nackenhaare auf, als von vorne bläuliches Licht gleißte. Kiba sprach aus, was Andraki sogleich fürchtete - vorraus war noch so eine Spiegelkammer. Erschrocken sah sie mit an, wie Akara und gleich danach Leikuna die Kammer betraten. Warum nur? Wollte Akara doch ihren Ängsten gegenüber treten, war Leikuna so naiv zu glauben, dass es diesmal leichter sein würde?! Doch beide kehrten mit einem Lächeln zurück und verkündeten, dass nichts Schlechtes dort drinnen auf sie warten würde. Aus Verwirrung wurde Skepsis, gemischt mit ein wenig aufkeimender Neugier. Wie von selbst setzten sich ihre Pfoten in Berwegung, hielten jedoch bei Leikuna inne. Misstrauisch spähte die Braune in die Kammer und wandte sich dann der Weißen neben sich zu.

"Würdest du.. mich begleiten? Dann kannst du mich im Notfall wieder heraus zerren",

sagte sie und grinste unsicher. Ihre letzten Worte waren durchaus ernst gemeint, nur hoffte sie, dass es dazu diesmal nicht kommen würde.
Wie um sich selbst Mut zu beweisen, wagte sie sich daraufhin bereits in die Spiegelkammer vor. Nur zögerlich trat sie auf das schimmernde Blau zu. Doch diesmal kam ihr kein Spiegelbild entgegen - diesmal traten gleich mehrere Wölfe auf sie zu. Sie alle waren lebensgroß, sie alle waren durchscheinend. Manche waren blasser als andere, aber keiner war fest und undurchsichtig. Doch sie alle waren bekannt, einige sogar vertraut. Da standen ihr Vater und ihre Mutter, gleich daneben Kiba. Ein kleines Stückchen dahinter versetzt konnte sie Yago und Adali erkennen, sowie ihre beiden Brüder und ihre Schwester. Malun war blasser als Drey, während Silarni noch am deutlichsten zu sehen war, wiederum aber nicht ganz so deutlich wie Artoq und Heruni, das Alphapaar im Vordergrund. In ihren Gesichtern zeigte sich Strenge, aber keine Bosheit. Silarni und Drey lächelten leicht, während Malun die Nase zu rümpfen schien. Andraki musste lächeln. Das alles war so vertraut. Und da, etwas abseits saß Madras. Er legte den Kopf schief und schmunzelte, und die Zimtfarbene konnte nicht anders, als zu grinsen. Und da, etwas näher zu Yago gerückt, waren Akara und Leikuna zu erkennen, so blass wie Adali und Malun. Bei ihnen stand Raik, ihr Freund aus Kindheitstagen. Andraki betrachtete sich die Szene und spürte einen Hauch von Traurigkeit in sich aufsteigen. Sie wusste, warum alle diese Abbilder transparent waren. Im Laufe der Zeit würden einige stärker hervortreten, während andere weiter verblassen würden. Nicht jetzt, aber später einmal. Der Gedanke war schön und schrecklich zu gleich.
Andraki seufzte, ihr Blick wanderte zu Madras zurück, dann stutzte sie. Dort, ein wenig hinter ihm und so blass, dass sie fast nicht zu erkennen war, stand sie selbst. Ganz nah bei ihm, aber vielleicht wusste der Spiegel-Madras nicht einmal, dass sie da war. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Andraki lächelte traurig. Das würde sie nun niemehr erfahren...


16.04.2009 14:03




Ares


Ares konnte nicht behaupten, dass er sich vor dem fürchtete, was er womöglich in dem Spiegel sehen würde. War das nicht absurd? Sich davor zu fürchten, seiner größten angst zu begegnen? Nein, das war es gewiss nicht. Aber es war absurd, sie in einem Spiegel zu sehen. Darin musste er Korrianke Recht geben. Es war nur eine Illusion.
Aber für jemanden, der das nicht wusste oder nicht damit rechnete, war es sicherlich erschreckend, sodass die Reaktion der anderen kaum verwunderlich sein dürfte.

Der Schwarze sah dem anderen Rüden zu, wie dieser sich dem Spiegel näherte, sich darin betrachtete. Selbst aus dieser Entfernung konnte Ares erkennen, was sich im Kristall zeigte, auch wenn er es nicht ganz verstand. Vielleicht hatte er aber auch nicht alle Einzelheiten bemerkt, immerhin stand er so, dass er sich selbst nicht spiegelte, oder das, was er sehen würde und somit sah er doch nicht so gut, was Korriankes Angst war.

Aber was würde der Schwarze sehen? Was würde er entdecken, wenn er in diesen Spiegel blickte? Vielleicht das, was ihm einst am meisten Angst bereitet hatte? Aber diese Angst gab es nicht mehr, s war also absurd. Was sollte er auch sehen?

Als der Weiße an ihm vorbeiging und meinte, er solle sich ruhig einmal den Kristall und seine Ängste ansehen, tat Ares ganz unabhängig ein paar Schritte auf den sonderbar magischen Spiegel zu. Dann aber blieb er stehen. Er konnte von hier aus kaum mehr als sein Spiegelbild sehen, die schwarze Gestalt, die gelben, leeren Augen.
Dann jedoch wandte er sich ab.

“Ich will meine Gedanken nicht sehen“, meinte er tonlos.

Dann wandte er sich der kleinen Yácaru zu und packte diese im Nackenfell, ehe er sie aufhob und mit sich trug. Sein Spiegelbild aber, der schwarze Wolf mit den gelben Augen, sah ihm noch eine Weile mit leerem Blick nach.


17.04.2009 20:10




Yacáru


Yacáru saß also weiter zwischen Ares Läufen und beobachtete mit angelegten Ohren die Meute. Halb wollte sie verstehen, was die anderen sagten, halb nicht. Sie hatte ein wenig Angst davor. Und als dann noch ein großer, weißer Rüde plötzlich bei ihnen stand, zuckte die Welpin zusammen. Sie war so auf das Geschehen fixiert gewesen, dass sie ihn gar nicht bemerkt hatte. Der sie aber allen Anschein nach ebenso wenig. Er sprach nur mit Ares und fragte ihn nach diesem sonderbaren Ort. Yacáru reckte den Kopf und schielte hoch, wo sie aber auch nur den Kiefer des Schwarzen sehen konnte. Ja, wovor fürchteten sich die anderen? Sie sollten lieber damit aufhören, ihr war das nämlich auch ziemlich unheimlich!
... Angst? Sie fürchteten sich vor der Angst? Das war doch nicht logisch, um sich vor Angst fürchten zu können, musste die Angst doch erst einmal durch irgendwas ausgelöst werden! Aber ... hatte sie nicht auch schon etwas Angst? Dabei war sie noch gar nicht in diesem Leuchten gewesen. Aber der weiße Rüde, er näherte sich und Yacáru wollte ihn fast wieder zurück rufen. Doch sie blieb still und starrte dem Wolf hinterher. Als er wieder kam, hatte sich auch er verändert. Nur ein bisschen, aber doch klar. Es zeigte also, wovor man sich fürchtete? Was denn? Illusion? Traum? Und dann sagte er auch noch, dass Ares sich das selbst anschauen sollte!

Ares, geh da nicht rein, du guckst immer schon unglücklich genug.“,

wisperte die weiße Welpin ihrem Aufpasser zu, als er sich tatsächlich dieser Kammer näherte. Dann wurde sie von ihm aber im Nacken gepackt und hochgehoben. Automatisch versteifte sich die Haltung der Kleinen, wollte Ares sie jetzt mit da hinein zerren? Ihre Ohren legten sich noch etwas platter an den Hinterkopf und ihre Augen wandten sich zur Seite. Ihr Blick traf auf eine riesige, glatte, bläuliche Fläche, die die Kammer erhellte und spiegelte. Das war es also. Glatter, durchsichtiger Stein. Ares und sie spiegelten sich, aber es sah komisch aus. Als würde das Bild verblassen, je länger sie dort hinsah. Plötzlich verstand sie, was der Weiße meinte und sah schnell wieder nach vorne. Wenn dieses Ding zeigte, wovor sie sich fürchtete, dann wollte sie es nicht sehen. Selbst wenn es nur Illusion, oder Traum war ... vielleicht auch beides. Sie wollte es nicht sehen.
Weiter vorne waren die Wölfe allerdings wieder stehen geblieben und Yacáru musste ganz unglücklich feststellen, dass da noch so ein Ding war. Oh nein.


18.04.2009 13:08




Aiyán Tendes


Aiyán hatte die Fremde immer noch mit bösen Blicken unter Beschuss, als er Sais Ausdruck von der Seite wahrnahm. Und da sein Bruder ihn nicht grade jeden Tag überglücklich anstrahlte, musste er ihm einfach den Kopf zudrehen. Huh? Doch Saiyán hatte ebenso schnell wieder nach vorne gesehen und befasste sich nun mit der doofen Fremden, während sich in ihm aber plötzlich ein gutes Gefühl breit machte. Wie lange hatte Saiyán schon nicht mehr gelächelt? Und jetzt hatte er ihn gleich so angestrahlt! Aiyán freute sich innerlich so sehr darüber, dass er einen Augenblick lang die Fremde total vergaß. Er sah seinen Bruder einen Moment selig an und wandte sich erst dann wieder der Beigen zu. Er war böse, ja. Das hatte sich nicht einfach so in Luft auf zu lösen. Und nach weiteren Worten der Fähe, war das auch gleich wieder deutlicher. Aiyán zog die Augenbrauen tief herunter.

Mir scheint eher, dass du keine Ahnung von der Welt hast!“

Er fühlte sich tief beleidigt und streckte den Kopf ein wenig höher. Pah! Als ob sie nichts von der Welt wussten! Saiyán und er hatten mit Sicherheit schon mehr erlebt, als manch anderer Jungwolf in diesem Alter. Als ob sie von nichts eine Ahnung hatten! Und außerdem, wenn sich das Fräulein mal umsah und sich dieses blaue Leuchten anschaute ... so ein bisschen magisch sah das ja schon aus, oder? Und ihr Name klang ziemlich dämlich. Terrafang, was sollte das denn sein? Aber er verkniff sich lieber ein Kommentar, erinnerte sich an das Lächeln seines Zwillingsbruders und wurde gleich wieder ruhiger.

Wer höflich empfangen werden will, muss höflich auftreten. Aiyán Tendes mein Name. Mein Bruder und ich sind Söhne der Leitwölfin.“

Ätsch! Na, wenn das keinen Eindruck machen musste ... es sich gleich mit den Kindern der Alpha zu verscherzen. Saiyán konnte sich selbst vorstellen, deshalb nannte er seinen Namen nicht, sondern stellte sich wieder direkt an seine Seite, sich kurz mit der Schulter an seine drückend.

Keine Ahnung.“,

antwortete er dann nur noch. Ihre angedeutete Verneigung war nicht grade überzeugend gewesen, aber immerhin ein Anfang. Vielleicht wurde die Beige ja jetzt etwas braver.



18.04.2009 13:34




Korrianke


Als er bemerkte, dass Ares sich hinter ihm seinerseits zum Weitergehen begab, hielt Korrianke inne und wartete, bis der Schwarze wieder neben ihm war. Es war ihm lieber, mit jemandem zusammen zu gehen, den er schon ein wenig besser kannte, ganz gleich, dass die beiden Rüden nie ein und dieselbe Meinung zu teilen schienen. Das kümmerte ihn nicht, es war kein Grund, jemanden zu verachten, er mochte Ares sogar eigentlich, auch wenn ihm nicht klar war, woher diese Zuneigung rührte. Vielleicht war es ja gerade ihre Verschiedenheit, welche den Rüden und eine eventuelle Freundschaft so interessant machten, doch der Weiße versprach sich nicht mehr davon, als einfach jemanden zum reden. Ares blieb ein undurchsichtiger Typ.
Langsam wanderten seine Augen vom Gesicht des Schwarzen zu der kleinen Welpin, die ihm aus dem Maul baumelte. Sie machte einen unglücklichen Eindruck und das konnte er gut verstehen. Obgleich ein Welpe ohnehin alles Neue in der Welt erforschen musste, so merkte sie wahrscheinlich umso mehr, wie ungewöhnlich und seltsam dieser Ort war. Es kam ihm natürlich vor, dass es sie erschreckte. Er neigte lächelt sein Haupt vor dir.

"Entschuldige, kleine Lady. Ich glaube wir haben uns noch nicht bekannt gemacht. Ich bin Korrianke und welchen Namen hat man dir gegeben?"

Er warf Ares einen kurzen, ehrlichen Blick zu. Er würde sich der kleinen Fähe nicht nähern und ihr kein Leid zufügen. Er wusste, dass Ares sie beschützte und das war gut so. Er wollte den Schwarzen nicht verärgern, indem er als Fremder an seinen Schützling herantrat.

"Versuch nicht, vor dir selbst davonzulaufen. Die Angst ist da, auch wenn du sie verleugnest."

Murmelte er Ares zu und grinste frech. Er meinte es nicht böse und überzeugen wollte er ihn auch nicht. Nur ein bisschen aufziehen, ein kleines Bisschen.

"Was sich wohl in der nächsten Kammer zeigen wird, was du nicht sehen willst?"


20.04.2009 10:28




Ares


Ares bemerkte durchaus, dass die kleine Weiße weniger in seinem Maul zappelte, als noch vor Kurzem, dass sie sich inzwischen an diesen Zustand gewöhnt hatte. Und er konnte auch nicht leugnen, dass es für ihn nicht mehr so außergewöhnlich und sonderbar war, einen Welpen im Maul zu tragen.
Aber er hatte auch festgestellt, dass diese Art eine gewisse Verbindung schaffte. Er konnte spüren, wenn sie Angst hatte und sie musste wohl spüren, wenn er unruhig wurde. Und dass Yacáru vor dem in der Höhle Angst hatte, hatte er durchaus gemerkt. Ein Grund mehr, es sich nicht anzusehen, wenn es auch nicht der Hauptgrund dafür war, dass er es nicht tat.

Als sie nun wieder zu Korrianke aufholten, konnte Ares nicht sagen, ob er sich an der Gesellschaft des anderen störte. Der Schwarze war kein geselliger Wolf, aber er ertrug die Gegenwart anderer mit Gleichmut. Manchmal besser, manchmal schlechter. Es störte ihn nicht, dass Korrianke scheinbar auf sie gewartet hatte, ja irgendwie musste er sich eingestehen, dass er zumindest Erleichterung dafür empfand, dass nicht etwa der Giftzwerg war, der sich wieder beim Rudel befand oder sonst jemand, dessen Nähe wesentlich unangenehmer war.

Auch lag das wohl daran, dass Korrianke trotz aller Direktheit zu wissen schien, wo die Grenze war. Es behagte Ares nicht, mit einem Welpen im Fang neben einem ausgewachsenen Rüden zu laufen, doch der Weiße zeigte immerhin deutlich, dass er dieses Unbehagen verstand und nicht daran dachte, es weiter zu schüren. So fiel es Ares nicht schwer, den anderen zu dulden.
Dennoch ließ er Yacáru zu Boden, als sie weit genug von der Kammer entfernt waren, auch weil sie gar nicht so leicht war und er durchaus auf Korriankes Worte antworten wollte.

Es passte ihm gar nicht, dass jemand versuchte, ihn zu durchschauen. Es gab ihm das Gefühl von Schwäche, aber auch das Gefühl, das jemand diese gezielt suchte und das machte ihn misstrauisch. Zwar bemerkte er durchaus, dass der Rüde in erster Linie ein wenig sticheln wollte, aber das machte es ja nicht besser.

Aber er konnte nicht leugnen, dass auch er eher ungern sah, dass es scheinbar noch ein Spiegelkabinett hier gab. Und in der Tat, dass er auch diesmal nicht mit Begeisterung hineinblicken würde, war durchaus richtig.

“Vermutlich etwas, das ich auch nicht sehen soll. Denn sonst gäbe es sicherlich eine andere Möglichkeit, es mir zu zeigen, als solche Hirngespinnste“, erwiderte er trocken.


20.04.2009 18:23




Shanaro


Mit einem verstörten Blick sah Shanaro zu Jeanne auf, fast als würde er eine Erklärung für jene schrecklichen Phänomene verlangen. Doch wusste er, dass sie ihm keine geben konnte, denn das was gerade passierte konnte sich kein normaler Wolf klar machen. Es war zugleich etwas Wundersames und Unheimliches nur schien die unheimliche Seite in diesem Fall zu triumphieren und ließ das Unglaubliche an den Ereignissen keine Bewunderung genießen. Doch all dies interessierte den jungen schwarzen Wolf momentan nicht, denn so lange Jeanne bei ihm war, fühlte er sich sicher und geborgen. Ihr weiches Fell spendete ihm Trost und ihre sanften Liebkosungen beruhigten ihn wie immer.
Schließlich erklang die melodische Stimme der Jotafähe, doch ihre Worte waren dieses Mal nicht das gewesen, was er erwartete hatte. Mit allen Sinnen verstand er den Sinn, der hinter ihnen verborgen war, doch es hob seine Laune nicht, dass sie ihm schon wieder von der Seite weichen wollte. Dennoch nahm Shanaro es hin, wusste er doch, dass es ihre Aufgabe war als Jotafähe, sich um die junge Wölfe des Rudels zu kümmern, so wie er es selber auch war. Kurz war der Schwarze der Weißen einen Blick zu, der die Bitte mit sich trug, sie solle sich beeilen.

“Du kommst aber gleich nach?“

Bestätigte er dann und konnte sich schon beinahe vorstellen, wie die Antwort aus ihrem Fang kommen würde. Nach kurzen zögern wandte sich der Jungwolf dann zum Gehen. Seine Pfoten bewegten sich beinahe lautlos über den steinigen Boden, doch sein Atem war deutlich zu hören und ihm schien, als wäre das Klopfen seines Herzens noch deutlich lauter. Sein Körper zitterte leicht, doch versuchte er trotzdem die überdeutliche Angst zu unterdrücken. Mit schnellen Schritten verließ er schließlich die Höhle und erst als er sie mit allen vier Pfoten verlassen hatte, wagte er einen kurzen Blick in das Innere. Er bemühte sich, seine Augen nicht auf den Kristallspiegel zu lenken und versuchte sich stattdessen für den Bruchteil der Sekunde auf Jeanne, Teyrm und Toboe zu konzentrieren, die nun beieinander standen. Doch seine Angst trieb ihn noch weiter von diesem unheimlichen Ort weg, bis er schließlich sogar Jeanne aus seinen Augen verlor. Hatte er nicht auf sie warten wollen? Es war seine Absicht gewesen, doch eine fremde Kraft schien ihn immer weiter von dem Höhleneingang fort zu jagen und schickte ihn stattdessen weiter zu einem nächsten Eingang. Verwundert sah Shanaro hinein und stellte mit Entsetzen fest, dass auch in dieser Höhle ein solcher Spiegel vorhanden war. Doch sobald sein Blick diesen traf erschienen die Konturen eines so wohlbekannten Wolfes darin, bis schließlich ein Bild entstand, das ebenso klar war, wie der Kristall selber. Shanaro wusste sofort, wer es war, es war unverkennbar, aber unglaublich, denn es war Jeanne. Doch wie konnte es sein, dass Jeanne schon hier war, und dann noch gefangen im Kristall?! War sie eben nicht noch in der anderen Höhle, in der er sich so gefürchtet hatte? Verwundert und verwirrt zugleich schüttelte Shanaro sein Haupt, sah kurz weg, nur um seinen Blick danach wieder auf Jeanne zu richten. Anfangs waren seine Schritte zögerlich, als er auf sie zulief, doch dann schien die Angst und die Skepsis ein wenig von ihm abzufallen und seine Schritte wurden größer und sicherer. Doch als der Jungwolf bei der weißen Fähe ankam, stellte er fest, dass sie noch immer in dem Kristall gefangen war. Sie machte Bewegungen, als würde sie ihn anstupsen, doch der Schwarze spürte keine Berührung, keine Wärme von ihr. Dennoch, die Wärme lag einzig und allein in ihrem Blick, es war wirklich Jeanne. Winselnd kratzte Shanaro den Kristall, als könne sie so die Fähe befreien, doch vergebens. Verzweifelt lief er vor dem Spiegel auf und ab, blieb jedoch nach kurzer Zeit vor der virtuellen Jeanne sitzen. Er hatte eingesehen, dass er ihr nicht helfen konnte. Vielleicht war sie ja gerade in der Kammer, in der er zuvor gewesen war und blickte ihn von dort aus an? Dann würde er jetzt bestimmt nur darauf warten müssen, bis auch sie den Weg hierher fand. Seine Rute wedelte ein wenig hin und her bei dem Gedanken, dass sie doch nicht gefangen war und ein erleichtertes Lächeln zierte seine Lefzen.


21.04.2009 21:39




Maav


Maav beobachtete besorgt den Wolf, nein eher noch den Welpen, der sich nicht wirklich aus der Umklammerung der Spiegel zu lösen schien. Er wirkte verwirrt, aber wer konnte es dem jungen Wolf auch verdenken, selbst Maav spürte immer noch ein Frösteln, Angst war es wenn er ehrlich war, doch er zog es vor sich selbst zu belügen um sich zumindest etwas Sicherheit zu geben, wenn es auch falsche war. Noch immer hielt er seinen Körper dich an den des Anderen, vielleicht half die Nähe ja dem Jungen, Felino hieß er scheinbar, aber auf jeden Fall half es ihm.

“Ja es waren die Spiegel Kleiner.“, beruhigend knabberte er ihm am Nackenfell. “Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen, jetzt sind wir von den Spiegeln weg. Mein Name ist Maav Felino.“

Ein anderer Wolf näherte sich. Zuerst wollte Maav ihn anknurren, Felino verteidigen und dem Fremden zu verstehen geben, dass er hier nicht erwünscht war. Doch der Wolf, der sich bei näherem Hinsehen als Fähe entpuppte war nur wenig älter als Felino und wirkte auch ein wenig fehl am Platz. So erstarb Maavs Knurren nach einigen Sekunden und er senkte leicht den Kopf um die Fremde Willkommen zu heißen und sich gleichzeitig für sein Knurren zu entschuldigen. Sein Nackenfell war noch immer aufgestellt, teils wegen den Spiegeln, aber auch teils wegen dem Misstrauen was in ihm erwacht war und er erwartete fast, dass noch irgendetwas anderes böses in der Höhle war.

“Ja, die Spiegel haben nicht zu unterschätzende Macht über uns.“, erwiderte er und spähte an der Fähe vorbei. “Sei gegrüßt Shiyasa. Ich bin Maav und das ist Felino.“

Bei diesen Worten stupste er den Jungwolf vorsichtig und zärtlich an, er hatte schon immer Welpen geliebt und beschützt. Er sah Shanaro an ihnen vorbeilaufen, der Schwarze schien nicht minder verstört als der Rest von ihnen und er blickte ihm nach, sah ihn in einer anderen Höhle verschwinden. Er war besorgt und stand auf, seine noch immer vom Adrenalin zitternden Läufe ignorierend. Sofort war sein Beschützerinstinkt erwacht und besiegte auch seine Angst, er konnte den jungen Schwarzen einfach nicht alleine in die Höhle lassen.

“Kommt, wir sollten nach Shanaro sehen. Begleitet ihr mich?“


24.04.2009 16:20




Jeanne


Stumm hielt die Weiße den Kopf weiter nach unten gerichtet, die dunklen Augen von Teyrm zu Toboe wandern lassend. Sie sollten mitkommen. Sie würde keinen Schritt weiter gehen, wenn sich nicht beide Rüden erhoben. Das war ihre Aufgabe. Und selbst.. wenn es nicht so gewesen wäre, hätte sie sich kein Stück bewegt. Adali war auch da, trat nun selbst zu ihr und berührte sie mit der Schnauze. Ein sanftes, tröstendes Lächeln lauschte auf die Lefzen der Weißen. Sie mussten sich alle Trost geben, zusammen halten. Nun stand auch Teyrm auf, schien sich dank seiner Mutter sicherer zu fühlen. Nun trat Shaí zu Toboe und auch der Graue stand auf. Sie sollten hier wirklich verschwinden. Und sie waren sich wohl auch alle einig.
Nun huschten die dunklen Augen zu Maav, der sich ebenfalls in die Kammer gewagt hatte. Ihre Augen ruhten nur auf dem Grauen, sie wollte nicht in den Spiegel blicken. Jeanne wollte den Rüden rufen, ihn davon abhalten noch näher an den Spiegel heran zu treten. Aber sie war zu spät und irgendwie fühlte sie sich unfähig, ihre Stimme zu erheben. Mit einem leisen Seufzen senkte sie wieder den Kopf, schloß die Augen und kniff die sie zusammen. Einige Augenblicke verharrte sie so, ehe sie vernahm, wie Maav die Kammer wieder verließ. Sofort schnellte der Kopf der Fähe nach oben. Die Worte, die sie gehört hatte, verdrängte sie. Es war Maavs Gelegenheit was seine.. Kinder ihm vorwarfen. Sie erwischte sich doch dabei, darüber nach zu denken. Ein kräftiges Kopfschütteln folgte. Nicht daran denken. Am besten überhaupt nicht an diese Kammer denken und das alles einfach hinter sich lassen.
Nun ruhte ihr dunkler Blick auf Shanaro, der sich mit einigen Worten an sie gerichtet, auf und davon machte. Einige Augenblicke schaute die Weiße dem Rüden nach. Ein kurzes Nicken, dann war der Schwarze auch schon verschwunden. Kurz schaute sie noch dorthin, wo der Schwarze eben verschwunden war.

“Ich gehe Shanaro nach.. wer weiß, was hier noch auf uns wartet..“

Mit einem sanften Lächeln wandte sie den Blick zu allen Anwesenden. Noch einmal tief durchatmend wandte sich schließlich auch die Weiße ab, um dem Schwarzen zu folgen. Nach wenigen Schritten blieb sie jedoch stehen und neigte leicht den Kopf zur Seite. Nach kurzem Zögern verschwand Shanaro scheinbar in einer weiteren Höhle. Misstrauisch biß die Weiße die Fänge aufeinander. Der Kleine hatte eben schon.. empfindlich auf den Spiegel reagiert. Und was war, wenn sich in dieser Höhle noch eines dieser merkwürdigen Dinge befand? Mit weiteren Schritten näherte sich Jeanne dem Eingang und blieb sofort stehen. Shanaro lief vor dieser spiegelnden Fläche auf und ab, schien auf etwas zu reagieren, was er dort sah. Sie behielt nur den Rüden im Auge, um nicht in den Spiegel blicken zu müssen. Fast übervorsichtig schritt die Fähe auf das Spiegelbild und den Schwarzen zu. Bei ihm angekommen blieb sie stehen, neigte den Kopf zu ihm und strich vorsichtig mit ihrer Zunge über seinen Schnauzenrücken. Unsicher hob sie nun doch leicht den Blick und blinzelte in den Spiegel. Die Weiße staunte nicht schlecht, als sie erkannte, was dort wider gespiegelt wurde. Sie lächelte, und ihre ganze Aufmerksamkeit lag anscheinend bei dem Schwarzen. Nun völlig unsicher neigte sich die Ohren der Weißen zurück. Was zeigte ihnen dieser Spiegel? Wieso war sie selbst zu sehen? Kurz die Fänge kräftig aufeinander beißend versuchte sich sie nichts anmerken zu lassen, als sie den Blick wieder auf den Schwarzen richtete. Inzwischen zierte auch wieder ein sanftes Lächeln ihre Lefzen, genau wie die ihres Spiegelbildes. Noch einmal stupste sie den Kleinen an, wandte dann den Kopf zur Seite, um diese Höhle ebenso zu verlassen. Die blauen Augen waren nach vorn gerichtet, als die bisherige Stille abrupt unterbrochen wurde. Eine sanfte und ruhige Stimme hallte in der Höhle wieder, ließ die Fähe sichtlich zusammen zucken. Diese Stimme hatte ihren Namen ausgesprochen, und dieser vertraute Klang..
Starr blickte sie Shanaro an, sah aber eher durch ihn hindurch. Diese sanfte Stimme war wie ein Schlag, der sie an jeder verletzlicher Stelle traf. Wie Pfeile, die sich in ihre Haut bohrten. Es war nun einige Zeit her, seit sie das letzte mal diese Stimme gehört hatte. Aber sie hatte sie erkannt.. Ganz, ganz langsam wandte die Weiße den Kopf zur Seite, den Fang leicht geöffnet. In dem Moment, in dem ihr Blick an einem Spiegelbild hängen blieb, begann ihr Herz in ihrer Brust wie wild zu schlagen. Ihr dunkler Blick traf ein paar gelb-grüner Augen, die sanft auf sie gerichtet waren. Er lächelte. Ein unglaublich ruhiges Lächeln lag auf den Lefzen des grau-braunen Rüden. Anders als bei ihr selbst. Und für den Moment war alles um sie herum vergessen. Shanaro, der an ihrer Seite stand, wurde nicht mehr wahr genommen. Es schien alles, als wäre es nicht da, als gäbe es nur dieses Bild. Ohne wirklich darauf zu achten, trat die Weiße einige Schrotte vor, bis sie fast das Spiegelbild berühren konnte.

“Danley..“

Das Lächeln des Rüden wurde breiter, wärmer. Vorsichtig hob Jeanne die Pfote, berührte den kühlen Spiegel, drückte zuerst locker dagegen. Es gab nicht nach, und auch das Bild vor ihren Augen blieb, wie es war. Aber der Blick des Rüden nahm nun etwas trauriges an, während sein Blick noch immer auf Jeanne ruhte. Ein Wimmern verließ die Kehle der Weißen, die nun auch die Schnauze an die kalte Wand vor ihr drückte. Ihre Krallen kratzten den Spiegel entlang, während sie sich fühlte, als wenn sie mit jeder verstreichenden Sekunde kleiner wurde. In sich zusammen sinkend hob sie den Blick in die Augen ihres toten Gefährten. Er hatte den Kopf zu ihr gesenkt, hatte leise begonnen zu summen. Jeanne wimmerte erneut, versuchte noch immer näher an das Spiegelbild heran zu kommen.

“Danley.. Bitte.. komm zurück.“

Nicht mehr als ein leises Flüstern, und doch.. schien er verstanden zu haben. Die Weiße hatte damit gerechnet, dass diese.. Bilder sie nicht verstanden, sie nicht sahen. Aber Danley schien.. fast real zu sein, er hatt den Kopf geschüttelt und trotzdem gelächelt. Nur seine Wärme.. schien so unsagbar weit fern. Tränen stiegen in die Augen der Fähe, die nun fester gegen den kalten Kristall drückte. Aber nichts geschah. Sie hatte schreien wollen, schreien, dass er zurück kommen sollte. Sie wollte ihn bei sich haben. Ihr Fang bildete stumme Bitten, Worte die sie nicht noch ein mal aussprechen wollte. Doch statt ihres Fanges öffnete sich seiner. Und die Worte, die er sprach, versetzten ihr mehr Schmerzen, als dass sie sie linderten.

~ Dein Leben ist so kostbar, auch ohne mich. Und du musst doch auf den kleinen Shanaro aufpassen. Lass dich nicht vom Schmerz ertränken, nur weil ich nicht mehr da bin. Es gibt doch trotzdem noch so viel Schönes auf der Welt. ~

Die dunklen Augen der Fähe weiteten sich, während inzwischen Tränen ihr weißes Fell benetzten. Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Seine Stimme schien so klar, so nah. Und dich war ihr klar, dass sie seine Wärme, seine Nähe, nie wieder so spüren würde, wie vor einigen Monaten. Es würde nie wieder so sein, wie damals. Nie wieder. Mit einer weiteren Bewegung, die einem Stupsen glich, neigte Danley den Kopf zu ihr und konnte sie doch nicht berühren, ihr nicht den Schmerz nehmen. Auch seine Worte änderten nichts daran. Unfähig sich zu bewegen starrte sie das Spiegelbild an, auf den Lefzen des Rüden lag wieder dieses sanfte Lächeln.
Mit bebendem Körper sackte die Weiße in sich zusammen, sie konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Es schien alles so leer, sinnlos. Durch die Worte Danleys wurde ihr nur immer schmerzlicher bewußt, dass er fort war. Tot.. Wieder ein leidvolles Winseln, wie das eines Welpen, der von seiner Mutter getrennt worden war.

Bitte.. geh nicht fort.. bitte..“

Die dunklen Augen zusammen kneifend drückte sich die Weiße auf den Boden, versuchte sich so klein zu machen wie möglich. Danleys Worte hallten in ihren Ohren wieder, immer und immer wieder. Am liebsten wäre sie einfach hier liegen geblieben, unter dem wachsamen Blick ihres toten Gefährten. Tränen rannen über ihre Wangen, tropften lautlos zu Boden. Niemand anderes schien mehr bei ihr zu stehen. Mit geschlossenen Augen versuchte sie einfach alles zu verdrängen. Aber wie sollte sie es verdrängen, wenn er vor ihr stand, und sie genau wußte, dass er sie ansah. Aber Danley war nicht real. Er war tot, und selbst sie konnte daran nichts ändern. Und das zerriß ihr mit jedem neuen Gedanken das Herz. Sie wollte bei ihm sein.


27.04.2009 14:53

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 13:09
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Cave of Mind
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23.07.2005

Seite 13




Kiba Telay


Auf Yagos knappe Antwort hin, zuckte Kiba nur leicht mit einem Ohr nach hinten und sah den Rüden noch mal ein paar Augenblicke an. Aber sie schwieg und erwiderte nichts. Sie wusste, was er wusste – dass sie ihm das nicht ganz abkaufte. Und so brachte es nichts, weiter darauf ein zu gehen. Sie wollte es auch gar nicht. Also sah die Wölfin wieder nach vorne, wo das bläuliche Schimmern sowieso wieder ihre Aufmerksamkeit anzog. Im Kopf ging die Leitwölfin noch ein paar Möglichkeiten durch, wie sie ganz einfach an dieser Kammer vorbei kamen, ohne dass sie einen Blick hinein werfen musste. Hier raus zu kommen, so schnell wie es ging, war jetzt nur noch ihr einziges Ziel. Doch dann konnte die Silbergraue schon mit Erschrecken erkennen, dass Akara bereits direkt auf die Kammer zusteuerte. Kiba wollte die Braungraue wieder zurück rufen, wusste aber gleichzeitig, dass sie nicht das Recht dazu hatte. Ihre Zähne drückten sich ein wenig auf ihre Lefzen, ihr war ganz und gar nicht Wohl bei dieser Sache. Das ließ sich nicht abstellen, Hirngespinste hin oder her. Yago war stehen geblieben, sie tat es ihm gleich. Mit seinen Worten zeigte er ihr, dass er ebenso wenig begeistert war, wie sie. Kurz nickend starrte sie auf die Öffnung, hinter der Akara verschwunden war und ihre Ohren spielten einen Moment nervös hin und her. Da war wieder diese Spiegelwand, was auch sonst? Sie wollte den Blick abwenden, um nicht wieder etwas Schlimmes zu sehen, als plötzlich Akaras Stimme erklang. Dieser Spiegel sollte etwas Gutes zeigen? Zögerlich wagte Kiba, ihren Blick zu schärfen und genauer hin zu sehen, was sich der Wölfin offenbarte. Und was sie sah, war das Rudel. Einfach nur das Rudel. Ihr Rudel. Sprachlos wanderten ihre hellen Augen über die Wölfe, als suchte sie irgendwo nach einem Anzeichen von Qual, oder Angst, wie die Gestalten in Andrakis Spiegelung gewesen waren. Doch nichts davon war zu erkennen.
Jetzt lief auch Leikuna an ihnen vorbei und Kiba sah ihr etwas beunruhigt hinterher. Glücklicher Weise stand Yago immer noch sehr dicht neben ihr, was ihren Argwohn wenigstens etwas milderte. Stumm betrachtete die Silbergraue, wie sich Leikunas Spiegelbild verformte, wuchs, dunkler wurde und schließlich den Wolf darstellte, der neben ihr stand. Sie erkannte ihn sofort und ganz automatisch wandte sich ihr Blick zur Seite, zu ihm. Der Rüde musterte sich selbst ganz starr und einen Moment fragte sich die Requistin, was er wohl denken mochte. Er regte sich nicht und langsam wandte Kiba ihren Blick wieder nach vorne, konnte sehen, wie die kleine, weiße Wölfin - für sie schien sie in diesem Augenblick wie ein Welpe - den Spiegelyago an der Schnauze berührte und einfach nur glücklich aussah. Es hatte etwas herzerwärmendes.
Leikuna kam zurück, bestätigte auch noch einmal, dass es in diesem Raum nichts Schlimmes mehr gab und wurde dann von Andraki gebeten, noch einmal zu den Spiegeln mit zu kommen. Unschlüssig wanderte Kibas Blick noch einmal zu Yago. Dort schienen wirklich keine bösen Illusionen mehr zu sein. Sollte sie sich noch einmal hinein wagen? Musste sie das überhaupt? Bei Andraki zeigte sich ebenfalls eine ganze Menge an Wölfen, sie sah auch sich selbst, allerdings neben Wölfen, die sie nicht kannte. Vielleicht ihre Familie? Kaum war dieser Gedanke in ihrem Kopf, spürte sie so etwas wie einen Stich in der Brust. Familie ... Ihre blauen Augen hefteten sich starr auf die Spiegelfläche. Langsam und zögerlich setzte sich die Silbergraue wieder in Bewegung, ließ dabei von ihrem schwarzen Freund ab, hinkte allein auf ihr Ebenbild zu. Was als nächstes passieren würde, spielte sich bereits in ihrem Kopf ab und war doch genau so überraschend.
Allmählich vervielfachte sich ihr Spiegelbild und vier Wölfe wurden sichtbar. Kiba blieb stumm und sah sie einfach nur an, bis sie nah genug am Spiegel stand und inne hielt. Ihr Vater, ihre Mutter, Kirou und Tearl. Ihre Familie schien nur durchsichtig, Tearl etwas deutlicher. Trotzdem schienen sie alle ein ganzes Stück von ihr entfernt zu sein, nicht wie der Spiegelyago, der praktisch direkt vor Leikuna gestanden hatte. Kiba konnte die vertrauten Gesichter ihrer verstorbenen Familie sehen, ihr Vater hatte jetzt nichts Bedrohliches mehr an sich. Sie alle lächelten und die Requistin schluckte schwer. Dann allerdings veränderte sich das Bild wieder, ihr Bruder, Tearl und ihre Eltern traten noch weiter in den Hintergrund und andere Wölfe kamen hervor. Mit einem Mal sah sie Silence Tear, ihre Welpen, Adali, Yosó, Shadow, Jeanne und all die, die ihr etwas Bedeuteten. Noch immer nicht fähig irgend etwas zu sagen, blieb Kibas Blick an Silence Tear hängen. Er war genau so blass, wie ihre Familie und sie alle standen in einem gewissen Abstand zu ihr. Als ihr Blick weiter wanderte, traf er plötzlich eine durchsichtige, braune, junge Wölfin mit leuchtenden, dunklen Augen. Mittelgroß, schlank und ein so ... fröhliches, liebes Gesicht. Die Silbergraue spürte, wie ihr einen Moment lang das Herz stehen blieb.

Alice ...“,

hauchte sie nur leise. Alice, ihre kleine Alice, der winzige Welpe von damals, für den sie fast gestorben wäre, ohne dass es etwas genützt hatte. Ihr wollten Tränen in die Augen steigen, doch sie schluckte sie runter. Nein, nicht mehr weinen. Sie sah glücklich aus. Sie war groß geworden. Ihrer kleinen Alice ging es gut.
Erst, als sie eine weitere Bewegung vor sich wahr nahm, konnte Kiba den Blick von der braunen Wölfin abwenden. Von der Wolfsschar, die sie sah, war keiner bis ganz nach vorne gekommen und nun teilte sich die Menge in der Mitte und ein weiterer, großer, schwarzer Wolf trat auf sie zu. Kam näher und näher, näher als die anderen und blieb erst stehen, als er direkt vor ihr stand. Nur ein paar Zentimeter entfernt. Sie sah in ein Paar bernsteinfarbener Augen, mit rötlichem Stich. Yago. Ein Yago, der sie mit der Ruhe ansah, um die er sich immer bemühte, und doch war es anders. Kiba konnte nicht sagen, was es war, aber es war nicht der Yago, wie er sich den anderen präsentierte. Stumm erwiderte sie den Blick des Wolfes und wusste weder, was sie sagen, noch was sie denken sollte. Sie sah ihn einfach nur an – dass die anderen Wölfe in ihrer Spiegelabbildung derweil verschwunden waren, merkte Kiba nicht einmal. Es war ein ... ganz komisches Gefühl.


04.05.2009 15:58




Toboe Tear


Toboe stand einfach da, blickte zu den Anderen zurück. Teyrm Adali, Shanaro und Jeanne wurden genau beobachtetet. Er wollte, dass die Gruppe zusammen blieb.. vor allem nach solch einem Erlebnis. Er konnte niemanden erkennen, der in irgendeiner Art und Weise fröhlich oder begeistert aussah. Und das alles hing mit dem zusammen, was sie dort im Spiegel gesehen hatten. Auch ihn hatte es verschreckt. Wie es den anderen wohl ging? Gerne hätte er gewußt, was sie dachten, wie sie fühlten. Der Graue seufzte. Shanaro war der Erste, der auf die Bitte der Jota reagierte. Und mit wenigen Schritten war er verschwunden – wie es schien in einer neuen Kammer. Noch so eine? Skeptisch wollte sich Toboe in Bewegung setzen, als auch schon Jeanne an ihm vorbei ging und dem Schwarzen folgte. Sollte er den beiden folgen, oder auf seinen Freund und dessen Mutter warten? Ein kurzer Blick zu der Schwarzen und ihrem Sohn.

“Kommt ihr auch? Ich gehe schon mal vor. Sonst verpasse ich noch etwas.

Ein kurzes Grinsen huschte über die Lefzen des jungen Rüden. Dann wandte er den Kopf wieder ab und setzte sich in Bewegung.
Mit schnellen Schritten war auch Toboe bei der zweiten Kammer. Er betrat sie jedoch nicht so unvorsichtig wie Shanaro zuvor. Er sah den Schwarzen, genau wie die weiße Jotawölfin. Aber etwas schien nicht zu stimmen – mal wieder. Ganz vorsichtig setzte der Graue wieder eine Pfote vor, trat nun auch in den Raum, der dem zuvor ziemlich ähnelte. Hmm.. vielleicht sahen sie hier wieder etwas, was sie so verschreckte? Er schielte etwas zur Seite, konnte Jeannes Spiegelbild bei Shanaro erkennen. Und bei Jeanne stand.. Die blauen Augen des Rüden weiteten sich etwas, als er erkannte, wer dort vor Jeanne im Spiegel zu sehen war. Wie.. wie war das möglich? Danley war doch tot? Wieso sah er ihn dort? Auch die Weiße bemerkte ihn nun. Er hatte zu ihr springen wollen, sie davon abhalten, in den Spiegel zu sehen. Zu spät. Ehe er vorschnellen konnte, hatte Jeanne das Spiegelbild erkannt. Und sofort wirkte sie ganz anders, als sie eigentlich war. Er verstand, was sie fühlte. Aber.. wie sollte er ihr helfen? Er wußte keine tröstenden Worte.. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sich auch ihm gegenüber Wölfe auf der kühlen Fläche befanden.
Seine Rute begann leicht hin und her zu pendeln, während die blauen Augen Teyrm und seine Mutter beobachteten. Sie lächelten ihm zu. Eine innere Wärme breitete sich in ihm aus. Automatisch zog sich auch ein Lächeln auf seine Lefzen. Und etwas im Hintergrund standen noch mehr Wölfe, die erst jetzt langsam scharf zu erkennen waren. Adali war zu erkennen, neben ihr stand auch Jeanne. Aber seine hellen Augen ruhten auf einem schwarzen Rüden, der ihn mit sanftem Blick anlächelte. Sein Vater war auch da.. Ohne es wirklich zu registrieren trat er einen Schritt auf den Spiegel zu, bis seine Nase ihn berührte. Alle Wölfe lächelten ihm entgegen, schienen glücklich. Sie waren alle klar zu erkennen, außer der Gestalt seines Vaters. Er wirkte.. verblast. Toboes Ohren wurden nach hinten gedreht und ein leises Winseln verließ seine Kehle. Sein Vater war tot, aber er sah ihn dort, wenn auch nicht so klar wie seine Mutter. Kurz schüttelte der Graue den Kopf, um ihn frei zu bekommen. Dann richtete sich der helle Blick zur Seite, weg von seinen Spiegelbildern. Er senkte den Kopf, stupste die am Boden liegende Jeanne an. Sie schien es schlimmer getroffen zu haben. Er seufzte und blickte dnan zu Shanaro. Vielleicht wußte der Schwarze, wie man sie tröstete?


07.05.2009 14:56




Yago


Der Blick Kibas traf ihn. Yago wusste genau, dass sie wusste, dass er wusste, dass … ach, so ein Quatsch. Sie wusste in diesem Moment einfach von allem, was in seinem Kopf vorging. Von fast allem. Umso froher war er, als sie den Blick abwandte, nach vorne zu der neuen Spiegelkammer und ihre ganze Haltung ihm verriet, dass sie von der Erscheinung ebenso wenig erfreut war wie er selbst. Auch wenn diese Meinung immer weniger Wölfe teilten. Andraki bat Leikuns mit ihr zu kommen und beide traten in die Kammer. Andrakis Bild ähnelte dem Akaras, auch wenn bei der Zimtfarbenen einige Wölfe im Spiegel erschienen, die Yago noch nie gesehen hatte und die eindeutig nicht zum Rudel gehörten. Aufgrund der Ähnlichkeit musste es ihre Familie sein. Yagos Aufmerksamkeit konnte es nicht lange halten, was auch daran lag, dass sich Kiba plötzlich von seiner Seite löste und … in die Kammer ging.

“Kiba, nicht!“

Aber er flüsterte nur, so leise, dass sie es nicht gehört hatte. Zwei, drei Gedankengänge später kam er dann auch darauf, dass es sowieso egal war. Alle, die in der Kammer waren, waren glücklich und keiner von ihnen hatte wirklich etwas dagegen, dass so viel von ihnen preisgegeben wurde. Also konnte er Kiba eigentlich getrost lassen, schließlich würde sie ja augenscheinlich nur glücklicher werden. Wie gut, dass sie ihn nicht gehört hatte. Mittlerweile stand er alleine da, fühlte sich aber deswegen trotzdem nicht gut. Noch immer wünschte er sich auf die Friedensallee, auch wenn das Bild von Leikuna mit dem Spiegelebenbild seiner Selbst warm in seinem Gedächtnis lag. Ausdruckslos und ebenso weitgehend gefühllos betrachtete er Kibas Spiegelverwandlung. Vier bekannte Wölfe standen ihr gegenüber, Wölfe, die sie schon im ersten Spiegel gesehen hatten. Ihre Familie – auch daran erkennbar, dass sie alle schrecklich blass aussahen. Zusätzlich zu diesen Gestalten, tauchte das Rudel auf, Kibas Welpen und auch Silence Tear. Sie waren ebenso blass wie die Familie, trotzdem löste der Anblick von Kibas totem Gefährten ein seltsames Gefühl in Yago aus. Welches er jedoch relativ schnell wieder vergaß, als aus den vielen Wölfen deutlich und groß ein schwarzer Wolf hervortat, der bis ganz nach vorne zu Kiba trat. Ein bekannter Wolf und einer, den er schon einmal so deutlich im Spiegel gesehen hatte. Hässlich und verunstaltet – er selbst. Sein Blick wollte vor seinem eigenen Anblick auf die andere Wölfe fliehen, aber diese waren verschwunden, nur er stand noch groß und schwarz vor Kiba. Seine Gedanken rotierten, er merkte nicht einmal, dass sich seine Läufe bewegten. Den Blick starr auf sein Spiegelbild vor der Leitwölfin gerichtet, kam er auf Kiba zu. Ein Stückchen versetzt neben ihr kam er schließlich zum Stehen, wandte erstmals den Blick von sich selbst auf Kiba, sein ganzes Gesicht zeigte Verblüffung. Offen und ehrlich.

“Kiba?“

Es klang dämlich, aber ihm fiel sonst nichts anderes ein, was er dazu sagen sollte. Wie er in Worte fassen sollte, was er dort sah und was für Fragen deswegen aufkamen. Er konnte sie nicht mal in seinen Gedanken fassen.
Er war so abgelenkt und verblüfft, dass er keine Sekunde auf sein eigenes Bild im Spiegel geachtet hatte. Yari stand dort, blass aber deutlich erkennbar, weiter hinter ihm einige Gestalten, die sich nicht erkennen ließen, weiter vorne noch fünf kleine Welpen, die tot übereinander lagen, fast daneben Leikuna, die zu ihm strahlte. Doch auch sie waren blass und ganz vorne stand groß und deutlich mit einem Lächeln auf den Lefzen Kiba.


11.05.2009 13:26




Maav


Maav erhob sich und folgte Jeanne und Toboe in Richtung der Spiegel. Es machte ihm Sorgen, dass Shanaro nicht schon wieder gekommen war und auch Jeanne und Toboe hatten kein Wort an die Gruppe gerichtet die noch vor der Höhle stand. Zögernd ging der Graue auf die zweite Höhle zu, in ihm flammte die Angst vor dem auf was ihn dort erwarten würde. Würden ihm wieder seine Kinder begegnen? Würde er wieder Skir sehen? Er wollte ihnen nicht wieder begegnen, nicht so. Er hatte das Gefühl es kein zweites Mal ertragen zu können wie sehr sie ihn hassten, wie sehr er als Vater, als Gefährte versagt hatte. Er grollte leise und sein Nackenfell hatte sich bereits aufgestellt, obwohl er noch immer wenige Schritte von der Höhle entfernt war. Er spürte wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wie erneut neues Adrenalin in seinen Körper geschüttet wurde. Er sog scharf den Atem ein und verfluchte sich dann selber für sein ängstliches Verhalten. Verdammt, er konnte doch nicht hier draußen stehen bleiben und am ganzen Leib zittern während die Jungwölfe bereits in der Höhle waren. Erneut grollte er und seine Pfoten bewegten sich als er sich endlich dem Höhleneingang näherte und eintrat. Er wollte sich nach Shanaro, Jeanne und Toboe umsehen doch eine Bewegung im Spiegel zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Für einen Moment wollte er einfach nicht hinsehen, doch seine Neugier besiegte die Angst und seine Instinkte und seine Augen suchten die Gestalt im Spiegel.
Unwillkürlich ließ der Graue ein Winseln vernehmen und ohne dass er seinen Blick von dem Spiegel nahm trat er Näher an die kalte Wand heran. 'Skir!', schoss es ihm durch den Kopf und ein erneutes Winseln drang aus seiner Kehle während er nun so Nahe stand, dass seine Nase beinahe den Spiegel berührte. Der dunkle Streifen auf der Nase, das weiße Fell in seinem Gesicht, die schwarzen und grauen Haare, die er so gut kannte. Doch er konnte ihn nicht wittern. Erneut winselte er, drängte sich gegen die kalte Wand des Spiegels, wünschte sich nichts mehr als zu ihm zu können, seine Wärme zu spüren und seinen Geruch wahr zu nehmen.

“Skir...“, seine Stimme war rau und voller Emotionen während er immer wieder den Spiegel anstupste, als hoffte er Skir würde reagieren und er würde seine Nase in seinem Fell spüren. “Skir, bitte... Bitte komm zurück.“

Ein Fiepen ertönte und der Grau merkte nicht einmal, dass es er war der fiepte. Sie hatten sich auseinander gelebt, waren nicht mehr füreinander da gewesen, waren nicht mehr eins wie früher. Wahrscheinlich hasste Skir ihn sogar. Aber er liebte ihn noch immer, vermisste den erfahrenen grauen Rüden an seiner Seite. Er wusste sie würden nie wieder dieselben Gefühle teilen wie früher, auch wenn Skir auf wundersame Weise hier auftauchen würde, das Band was sie verbunden hatte war zerstört, aber nichts desto trotz wünschte er sich nichts sehnlicher als ihn wieder zu sehen, wieder mit ihm reden zu können. Den warmen Körper seines Gefährten im Schlaf neben sich zu spüren. All das ließ sein Fiepen lauter werden während er immer wieder gegen den Spiegel stupste. Er hatte seine Rute eingeklemmt, seine Ohren waren leicht angelegt während er seinen ehemaligen Gefährten anbettelte zurück zu ihm kommen.

“Maav.“, erwiderte der Andere plötzlich auf sein Fiepen. “Was zwischen uns war ist vorbei Maav. Ich liebe dich aber wir können nicht mehr zusammen sein. Wir sind zu unterschiedlich, nie wieder wird und verbinden was einst war, so sehr wir uns auch danach sehnen. Wir haben uns zu sehr verändert Maav.“

Maav jaulte auf wie als wäre er verletzt worden und der Schmerz den er verspürte machte es schwer zu unterscheiden zwischen körperlichen und seelischen Schmerzen. Er wusste, dass das was sein Gefährte ihm sagte die Wahrheit sah. Sie hatten einen zweiten Versuch gehabt und sie hatten ihn versaut, aber dennoch war der Schmerz so tief, die Sehnsucht so verzweifelt, dass Maav sich einfach erneut an den Spiegel presste in dem Wunsch einfach in der Zeit zurück zu reisen, zurück in die glücklichen Tage vor dem Kampf. Als Skir und er noch unzertrennlich gewesen waren, als seine Söhne ihn noch geliebt hatten. Was auch immer sich verändert hatte, er wünschte sich einfach nur sehnlichst, alle Veränderungen rückgängig zu machen und in diesem Zustand zu verharren. Er wollte zurück in die Zeit in der er glücklich gewesen war.


11.05.2009 17:43




Leikuna


Leikuna war kaum neben Yago zum Stehen gekommen, hatte die Ruhe in sich klingen lassen und die Augen geschlossen, als plötzlich Andraki neben ihr auftauchte. Auf ihre Frage hin lachte die Weiße munter auf, und sprang gut gelaunt neben Andraki her, den Spiegeln entgegen.

"Klar doch"

meinte sie munter, und stand dicht neben der Zimtfähe während sich ihr unbekannte Wölfe mit Rudelmitgliedern im Spiegel mischten. Dicht neben Andrakis Bekannten tauchten auch ihre Bilder wieder auf, noch immer so nah und sichtbar wie eben schon. Leikuna lies den Blick über die Spiegelbilder der anderen schweifen, und verharrte bei denen von Kiba und Yago. Auch sie selbst tauchte auf, aber es waren auch sehr viele Wölfe dabei die sie nie gesehen hatte. Und ganz viele Welpen. Sie verstand nicht woher Yago so junge Welpen kennen konnte, wie sie da neben ihr im Spiegel lagen, aber es verwunderte sie auch nicht weiter - vielleicht hatte er ein früheres Rudel kurz nach den Geburten verlassen...
Fröhlich stupste sie Andraki an, und lächelte zu ihr hoch.

"Besser, nicht wahr?"

lächelnd lief sie wieder in Richtung Raumausgang, streckte den Kopf um die Ecke und sah zu den Anderen zurück, ohne wirklich Notiz von ihnen zu nehmen. Sie war bloß zu gut gelaunt um einfach nur stillzustehen.


13.05.2009 16:40




Andraki


Sie war dankbar dafür, dass Leikuna sie begleitet hatte, doch wie sich herausgestellt hatte, wäre das gar nicht nötig gewesen.
Lange betrachtete die Zimtfarbene die vielen Wölfe vor sich, Wölfe der Vergangenheit und Gegenwart - alle geachtet und respektiert, manche geliebt. So schön es war, diese Bilder zu sehen, so traurig war es gleichermaßen. Andraki seufzte leise, als Leikuna sie anstupste und fröhlich aus der Kammer verschwand, und wandte sich schließlich selbst zum Gehen. Ihr Blick fiel dabei auf Kiba und Yago, die nebeneinander vor dem Spiegel standen und ihrer beider Abbilder betrachteten. Die Braune runzelte die Stirn, konnte jedoch nicht sofort benennen, was sie an diesen Spiegelbildern so irritierte. Plötzlich ging ihr auf, dass die Spiegelbilder zwar die Davorstehenden zeigten - jedoch in umgekehrter Weise! Kiba sah Yago vor sich, und Yago sah Kiba. Andraki war über diese schlichte Erkenntnis so irritiert, dass sie erst nach einer kleinen Weile die anderen Gestalten bemerkte, die sich dem schwarzen Rüden präsentierten. Eine Fähe, tote Welpen. Die Braune legte bei diesen Anblick leicht die Ohren zurück. Aber da war auf Leikuna. Andraki erinnerte sich an das Spiegelbild, dass sich Leikuna gezeigt hatte, während sie bei ihr, Andraki, gewesen war: Yago, überwölfisch groß und beeindruckend. Andraki warf einen Blick zurück auf ihr eigenes Spiegelbild. Und sie glaubte zu begreifen, was diese Kammer einem jeden zeigte, der sie betrat. Hm, dann sahen Yago und Kiba sich also, weil... oh. Ja. Warum auch nicht? Der Schwarze war ein stattlicher Rüde von hohem Rang...
Etwas verlegen wandte die Zimtfarbene sich ab. Sie hatte mit einem Mal das Gefühl, die Alpha und den Beta zu stören, obwohl sie nach wie vor einen respektablen Abstand wahrte. Andraki folgte der vorrauseilenden Leikuna und blieb in dem Gang stehen, der von der Kammer fortführte. Ihre Augen gewöhnten sich schnell an das Dunkel, und sie glaubte, einen Hauch blauen Schimmers vorraus zu erkennen.

"Da könnte noch eine sein",

stellte sie fest, eigentlich mehr zu sich selbst gewandt, aber der Hall trug ihre Worte weiter...


13.05.2009 20:01




Akara Chitaru


Akara besah sich das Spiegelrudel, das ihr gegenüber stand. Es hatte nichts magisches, nichts Blasses. Da war kein Unterschied zu den Wölfen in der Kammer, außer dem, dass die Wölfe aus dem Kristall nicht berührt werden konnten. Es gelang der Wölfin nicht, zu ergründen, wie genau dieses Trugbild zustande kam. Zuvor hatte sie sich selbst gesehen, eine Erinnerung, die ihr hätte Angst machen sollte. Noch immer fand sie es seltsam. Doch was zeigte man ihr hier? Einen Augenblick glaubte sie, dass die Vergangenheit in der ersten Kammer und die Zukunft in der zweiten Kammer zu sehen war, ehe sie sich klar machte, dass die höllischen Vorstellungen, die die Anderen gesehen hatten, nichts mit der Realität zu tun hatten.
Neugierig beobachtete sie Kiba und Yago, obwohl sie sich immer noch wie eine Spionin fühlte. Den Kopf schief legend, nahm sie die Bilder im Spiegel in Augenschein. Es war, als würden die beiden ihre jeweils besten Freunde sehen. Oder so etwas in der Art? Akara sah zu ihrem Rudelbild zurück, das regungslos da stand. Das musste es sein!

“Ob es uns zeigt, was uns im Leben am wichtigsten ist?“

Fragte sie in die Runde, während sie zur Kenntnis nahm, dass Andraki eine weitere Kammer entdeckt hatte. Etwas beschämt darüber, dass sie mit ihren Worten einfach so herausgeplatzt war, schritt sie an Yago und Kiba vorbei zu der Fähe, die erst neu hinzu gestoßen war. Auch ihr Spiegelbild betrachtete sie ein paar Augenblicke.

“Wen zeigt das Bild?“

Es fühlte sich sehr merkwürdig an, eine Frage über etwas zu stellen, von dem man schon ein bisschen etwas wusste, oder gesehen hatte. In ihrem Spiegelbild existierte außer den Tears of Destiny nichts mehr. Sie waren Tod und hatten mit ihrem Sterben jegliche Bedeutung verloren. Es gab nichts mehr, was Akara für sie tun konnte, außer sie in Erinnerung zu behalten. Für sie war das Leben übergangslos weiter gegangen und wenn sie sich überhaupt je verloren gefühlt haben sollte, waren es wohl die Wochen der Wanderung. Ihre Vergangenheit hatte die Wölfin längst losgelassen.


13.05.2009 20:21




Leikuna


Leikuna hatte gerade erst aus der Kammer gelinst, als Andraki sich wieder zu ihr gesellte. Die Weiße quitierte das mit einem Wedeln, und horchte auf, als Andraki das Wort ergriff. Im Gegensatz zu der Braunen hatte Leikuna ganz und gar nicht das Gefühl gehabt zu stören, aber ihre Neugier trieb sie in Erwartung einer weiteren Höhle sofort aus dem Raum, der somit Kiba und Yago überlassen war.
Munter wedelnd und mit hochgerecktem Kopf tänzelte sie voran, die Erlebnisse der ersten Kammer waren dank der Zweiten ganz und gar aus ihrem Bewusstsein getilgt, und die Weiße zehrte noch immer von der Freude die Yagos Bild und seine Berührung in ihr geweckt hatten.
Leikuna erreichte nach kurzen Lauf tatsächlich eine dritte Kammer, und linste, wie zuvor aus der Kammer, nun hinein. Dasselbe Spiegelblau der anderen Kammern schien ihr entgegen, und mit einem Blick zurück zu Andraki und Akara und einem tänzelnden Schritt zur Seite lud sie die Zimtfarbene und die Braune zu sich.

"Wollen wir?"

fragte sie lächelnd, als die Fähen zu ihr aufgeschlossen hatten, und trat Seite an Seite mit ihnen durch den Eingang, und auf den Spiegel zu. Die sichere Selbstverständlichkeit die in ihrer Handlung lag war der Weißen selbst gar nicht aufgefallen.
Der Spiegel kam näher, und Leikuna erkannte sich selbst, sah wie sie verschwamm, und trat mit ihren Begleiterinnen noch weiter vor. Im nächsten Moment schon kniff sie die Augen zusammen, weil ein gleißender Lichtblitz die Höhle erhellt und ihr Spiegelbild ersetzt hatte. Anstatt einer Wölfin tanzte nun ein strahlendes Licht in der blauen Wand, das sich schimmernd wand und streckte, und ständig in Bewegung blieb. Leikuna hatte keine Ahnung was sich ihr da zeigte, aber im zweiten Augenblick tat es nicht einmal mehr in den Augen weh, und schien stattdessen Freude und Wärme zu versprühen. Leikunas Leftzen verzogen sich wie von selbst zu einem Lächeln, während sie sich zu Andraki und Akara wand.

"Was ist das?"

fragte sie, und lies den Blick von den Beiden und wieder zum Spiegel gleiten. Sie hatte keine Ahnung was das Licht darstellen sollte - aber tief in sich spürte sie dass ihr gefiel was sie sah...


14.05.2009 18:44




Andraki


Andraki wandte den Kopf um und lächelte Akara zu, als diese sich an sie wandte. Neugierig sah sie an der Fähe vorbei, um einen Blick auf deren Spiegelbild zu erhaschen. Ihr zeigten sich nur bekannte Gesichter, Wölfe dieses Rudels. Ganz sicher war die Zimtfarbene da zwar nicht, schließlich war sie gerade erst dazugestoßen, dennoch war ihr keines der Gesichter völlig fremd. Für einen Moment war die Braune irritiert, hatte Akara ihr doch erzählt, dass sie selbst auch aus einem anderen Rudel stammte. Musste es daher nicht noch Wölfe aus ihrem alten Rudel geben, die ihr wichtig waren? Vorrausgesetzt, sie hatte recht mit ihrer Theorie darüber, was dieser Spiegel zeigte.
Ich Blick huschte weiter zu den fernen Abbildern ihrer alten Familie, in die sich bereits die Rangwölfe dieses Rudel gemischt hatten, sowie auch Leikuna und Akara.

"Das war meine Familie - jene, die mir nahe standen in meinem Geburtsrudel. Und jetzt, da ich hier bin, kommen auch Wölfe dieses Rudels dazu",

erklärte sie und setzte sich in Bewegung, als sie Leikunas Ruf auffing. Die junge Fähe war vorraus gelaufen und war offenkundig schon sehr neugierig auf die nächste Kammer. Wie viele es davon wohl noch gab?
Andraki bedeutete Akara mit einem Nicken, mit ihr zu kommen, während sie darüber nachdachte, ob sie der anderen die Frage stellen sollte, die ihr auf der Zunge brannte.

"Entschuldige, falls ich dir damit zu nahe treten sollte, aber warum zeigt das blaue Eis niemanden aus deinem alten Rudel?"

Die Vermutung, dass Akara vielleicht keine guten Bekannschaften in ihrem Rudel gehabt hatte, wollte sie lieber nicht äußern. Sie wünschte es ihr nicht, fand aber auch keine andere Erklärung dafür.
Derweil hatten sie die dritte Kammer erreicht, und die Braune folgte Leikuna hin zum Spiegel. Im Gegensatz zu der Weißen hatte sie ihr Erlebnis aus dem ersten Spiegelraum nicht vergessen, und blieb daher etwas zögerlich und misstrauisch. Argwöhnisch beobachtete sie zunächst Leikunas Spiegelbild, das als solches eigentlich gar nicht zu bezeichnen war. Ein blendender Blitz ging hernieder, doch kein Donnern folgte, und vor der Weißen blieb das flackernde helle Licht erhalten und schien auf der Stelle zu tänzeln. Auf Leikunas Frage hin konnte sie nur den Kopf schüteln. Sie hatte keine Ahnung, was das sollte, und wandte sich daher ihrem eigenen Abbild zu. Zunächst konnte sie sich selbst auch nicht sehen, sondern nur eine steile Felsklippe, die hoch über einen gigantischen See ragte, dessen Ufer nicht zu sehen war. Andraki hatte das Meer nie gesehen, wusste aber von Seen, die im Sommer austrockneten und bei Regenfällen auf riesigen Flächen neu entstanden. Nur musste dieser See sehr tief sein, denn der Wind peitschte große Wellen gegen die Klippe, deren Gestein unten an der Wasserkante in einer langen Zunge in das Wasser hinein ragte. Oben am Steilhang lagerte ein Rudel. Zwar waren einzelne Gestalten zu erkennen, aber keiner der Wölfe war jemand Bekanntes zuzuordnen. Es war einfach ein Rudel, das an der Klippe lagerte, sicher vor den Wellen und dem Wind, denn direkt am Abgrund ragte ein Fels noch höher hinauf.
Und dann änderte sich die Perspektive plötzlich ein wenig, und Andraki klappte der Fang auf. Die Felsklippe hatte die Gestalt eines Wolfes - ein gigantischer Wolf, der am Ufer lag, die Pfoten ausgestreckt ins Wasser und den Kopf erhoben. Und auf seinem Rücken lagerte das Rudel...


14.05.2009 19:24




Akara Chitaru


Akara beobachtete Andraki neugierig und aufmerksam, vielleicht etwas aufdringlicher als bisher. Sie gingen hier durch die Kammern und tauschten Lebensgeschichten unfreiwillig aus. Lebensgeschichten und tief greifende Geheimnisse. Die großgewachsene Wölfin spürte dadurch, wie die Distanz zwischen ihr und den Anderen kleiner wurde. Andraki hatte plötzlich etwas Vertrautes an sich, als würden sie sich doch schon länger kennen. Und auch wenn sie Yago und Kiba ansah, kam es ihr vor, als würde sie ihnen schon seit langem folgen.
Etwas verdutzt stellte sie fest, wie sie sich gedanklich unter den Rüden stellte und wie sie für sich beschlossen hatte, dass es in diesem Rudel niemanden gab, der den gleichen Respekt von ihr genießen würde. Er war nicht der Leitwolf, in ihren Augen war er diesem aber gleichzusetzen.
Aufmerksam wandte sie sich wieder an die Wölfin, die erst vor sehr kurzer Zeit zu ihnen gestoßen war. Zeit schien keine Rolle mehr zu spielen. Sie lernten sich einfach kennen und überschritten dabei die Grenzen des Anstandes. Irgendwie fühlte es sich richtig an, die Mauern einzureißen.

“Ich weiß nicht so genau…“

Gab sie ehrlich zu. Sie war sich nicht bewusst, warum nur die Tears of Destiny zu sehen waren. Unterstützt von ihrer Vermutung, dass der Spiegel ihnen das wichtigste im Leben zeigte, versuchte sie zu ergründen, warum ihr Geburtsrudel nicht abgebildet war. Unterbewusst hatte sie längst eine Antwort gefunden, so dass es ihr nun, da sie ernsthaft darüber nachdachte, nicht schwer fiel, die Lösung zu finden.

“Sie sind tot. Sie gehören der Vergangenheit an und gehören zu den Erinnerungen, die mir zwar wichtig sind, die mein Leben aber nicht mehr bestimmen werden. Die Gegenwart ist dieses Rudel hier. Die Zukunft seit ihr.“

Sie lächelte, ohne sich dessen bewusst zu werden. Es schien beinahe nicht zu ihrem Gesicht zu passen, das für gewöhnlich Freude allein durch kaum merkliche Züge ausdrücke. Nicht aber durch eine deutliche Geste. Ihre Augen jedenfalls sahen auf die Wölfe, die sich in der Kammer befanden und sie wusste, dass sie die Frage wahrheitsgemäß und richtig beantwortet hatte. Es war nicht ihr Verstand gewesen, der ihr gesagt hatte, wie es war, sondern ihr Herz.
Losgelöst von der unheimlichen Begegnung mit ihrem ersten Spiegelbild wollte sie sogleich Leikuna folgen, als diese sie dazu aufforderte. Es war als würde sie auf Entdeckungsreise in sich selbst gehen. Gleichzeitig machten die Anderen diese Erfahrung mit ihr. Noch einen Blick auf Kiba und Yago werfend, denen sie noch etwas Zeit geben wollte, folgte sie der weißen Wölfin, ohne sich dabei von Andrakis Seite fortzubewegen. Neugierde mischte sich unter ihr sonst so ernstes Gemüht. Sie fühlte sich beinahe wie ein Welpe, der die Welt entdeckte, ohne etwas über sie zu wissen.
Fragend sah sie auf das, was ihre Freundinnen im Spiegel sahen, ohne es zu verstehen. Auch sie zeigte sich misstrauisch, nicht wissend, was auf sie zukommen würde. Dennoch wollte sie es erfahren, ganz gleich was es war. Ihre Augen richteten sich in ihrer ewigen Ruhe auf den Teil des Kristalls, der direkt vor ihr war. Und plötzlich tauchte es auf. Dass, was zu ihr gehörte. Sie wusste nicht, was sie sah, kannte die Bedeutung nicht. Bildlich war da ein kahler Baum, der aussah, als wäre es Winter. Doch um ihn herum deutete die ganze Landschaft auf Sommer hin. Dieser kahle, verästelte, große Baum war der Mittelpunkt des Bildes, alles umher schien nicht so wichtig zu sein. Dennoch fühlte Akara in ihrem Inneren die wärmende Sommersonne und in der Tiefe den toten, kalten Baum.


14.05.2009 19:56





Allmählich hatten sich auch die Wölfe der 2. Gruppe wieder gefasst und waren zögerlich in die zweite Kammer nachgetrottet.



Kiba Telay


Noch immer ganz und gar sprachlos starrte die silbergraue Fähe ihren Spiegelgegenüber an. Wüsste sie es nicht besser, sie hätte fast das Gefühl gehabt wirklich vor ihm zu stehen. Und so ... war es seltsam. Kiba hatte nicht mal gemerkt, dass ihr der Fang leicht offen stand. Die Schnauze wieder verschließend, zuckte eines ihrer Ohren nach hinten und sie neigte den Kopf leicht schief. Lächelte er? Die Requistin musterte den Wolf mit einem komischen Gefühl.
Als er dann plötzlich ihren Namen nannte, zuckte die Leitwölfin dann schließlich zusammen. Aber es war nicht der Spiegelyago gewesen. Ihr eisblauer Blick flog zur Seite, wo nun der echte Yago stand. Er war deutlich von der Spiegelgestalt zu unterscheiden. Denn sein Blick hatte etwas genau so Verwirrtes an sich, wie der ihre. Zunehmend fühlte sich Kiba überfordert mit dieser eigenartigen Situation, doch dem ganzen wurde noch die Krone aufgesetzt, als die Wölfin in Yagos eigentliches Spiegelbild sah und dort zuerst Leikuna, Yari und einen Haufen toter Welpen, makaber übereinander gelegt sah. Auf eine beklemmende Art und Weise wusste Kiba sofort, wer diese Welpen sein konnten. Doch damit konnte sie sich gar nicht lange genug befassen. Ihr Blick traf sich selbst. Da stand sie. Kiba Telay, in voller Lebensgröße. Genau so, wie vor ihr Yago stand. Von Außen musste dieses Bild wirklich sehr verquer wirken. Und jetzt wusste sie noch viel weniger, was sie sagen sollte. Etwas hilflos betrachtete sie den Schwarzen neben sich, sah dann wieder nach vorne, um praktisch noch einmal den selben Wolf zu erblicken.
Akaras Worte im Hintergrund, ließen dann auch noch ihr zweites Ohr nach hinten zucken. Am Wichtigsten. Ganz plötzlich kam in ihr das Gefühl auf, bei irgend etwas ertappt worden zu sein, dass die anderen etwas sahen, was sie nichts anging, was diesmal einfach viel zu viel offen legte. Aber gab es da überhaupt etwas offen zu legen? Sie ... sie hatte doch nichts zu verbergen.
Immer noch verwirrt wandte Kiba den Kopf herum und sah nur noch Akaras Rute verschwinden. Jetzt waren da nur noch sie hier. Yago, sie und ihre Doppelgänger.

Ähm ...“

Wieder betrachtete sie ihr Spiegelbild vor Yago und wusste einfach nicht, wohin mit ihrem Blick.

Sollen wir den anderen nachgehen?“,

fragte Kiba, versucht lächelnd. Das waren nicht wirklich die perfekten Worte für so eine Situation, aber die silbergraue Wölfin wusste sich nicht anders zu helfen. Immer noch fühlte sie sich ein wenig bloß gestellt und verspürte mehr und mehr den Drang, diese Kammer wieder zu verlassen. Sie war viel zu verwirrt, um sich jetzt damit auseinander zu setzen.


14.05.2009 23:06




Yacáru


Als Ares sie wieder auf dem Boden absetzte, wusste Yacáru im ersten Moment nicht, was ihr lieber gewesen war. Sie blieb trotzdem ganz dicht bei dem schwarzen Wolf, als könnte sie von der Kammer, an der sie grade vorbei waren, angefallen werden. Das der große, weiße Wolf sie nun von der Seite ansprach, war eigentlich sogar eine ganz willkommene Ablenkung. Sie reckte den Kopf etwas, um ihm in die Augen sehen zu können. Er hatte schöne, blaue Augen. Ihren fast ein wenig ähnlich, nur das die Augen der Welpin noch viel dunkler waren. Außerdem hatte sie nicht so einen lustigen, blauen Fleck auf der Schnauze, wie ihr grade auffiel. Die Ablenkung war besser, als sie es sich erhofft hatte. Das doofe Gefühl im Nacken war trotzdem noch nicht ganz weg und es gab ihr Mut, ab und an beim Laufen Ares’ Fell ganz leicht zu berühren.

Ich bin Yacáru, Blaunase.“,

antwortete sie ohne irgendwie frech zu wirken. Sie fand es nämlich wirklich sehr interessant, dass der Weiße so einen blauen Fleck hatte und lächelte sogar leicht. Aber das Korrianke dann gleich wieder weiter über Angst redete, und das Ares nicht vor ihr weglaufen sollte, störte ihre entspannter werdende Atmosphäre wieder etwas. Ihr Blick wandte sich erneut nach vorne und die Welpin wurde sich wieder gewahr, dass da ja noch eine Kammer war. Leikuna, Akara und die neue Fähe kamen grade aus ihr hervor, wirkten nun aber paradoxer Weise fast gut gelaunt und liefen freiwillig nach hinten, wo – oh Schreck! – noch so ein Raum zu sein schien. Das war ja unendlich! Ob das wirklich immer und immer so weiter ging? Vielleicht so weit, bis sie alle Gefühlsregungen durch hatten? Yacáru verzog missmutig das Gesicht, beschloss dann aber für sich, dass sie ja ganz gut gelaunt wirkten. Also musste es von jetzt an besser werden.

Wir gehen einfach dran vorbei und Leikuna und Akara hinterher!“,

beschloss die weiße Jungfähe laut und tapste dann mit großen Schritten vorwärts, demonstrativ am Eingang der zweiten Kammer vorbei, um nicht mal einen Blick in sie hinein werfen zu müssen.


14.05.2009 23:21




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian tat nicht mehr, als die Nase über die erste Kammer zu rümpfen und weiter zu gehen. Es lag ihm fern, sich gehen zu lassen, so wie manch anderer Wolf dies getan hatte. Das Lachen, das in seinen Ohren widerhallte, fraß sich tief in seine Seele. Doch aus welchem Grund sollte ihn diese Tatsache ängstigen? Es war nichts irreales daran, nichts, was sich vom Leben in der Wirklichkeit unterschied. Und es war fern und vielleicht nur sinnbildlich für etwas, dass niemand begreifen würde. Nicht einmal er selbst. Bilder hatte es keine gegeben. Kein nach außen getragenes Kopfkino, an dem sich die anderen Wölfe hätten laben können. In seinem Spiegel zeigte sich nichts.
Gleichgültig trat er in die zweite Kammer ein, darauf wartend, dass das Gelächter weiter ging, doch zu seiner Überraschung tat sich nichts. Er schritt voran, betrat stellte sich als erstes vor den Spiegel und sah nichts. Wieso sollte sich auch etwas darin zeigen? Zuvor hatte es auch keine Bilder gegeben. Während er aber lange hineinsah und wartete, schien sich aus einem falschen Nebel doch eine Gestalt hervorzutun. Aus dem verwunschenen Spiegel wurde eine Oberfläche, die der eines Sees glich. Und wenn er näher trat und hineinblickte, sah er nur sein eigenes Gesicht. Nur Shiyu war dort. Nichts, was ihn beunruhigt hätte. Gelangweilt wandte er sich ab, um in der dritten Kammer nach Antworten auf diese komischen Erscheinungen zu suchen.
Dass eine Gruppe von Wölfen irgendwo hinter ihm war, ignorierte er gekonnt. Der Rüde, der sich in Mitten dieser unfähigen Gemeinschaft für eine Art Halbgott hielt, scherte sich nicht um das Befinden der Anderen. Sie mussten mit sich, ihren Ängsten und dem Leben selbst klar kommen. Und selbst wenn sie sich gegenseitig stützten, würden sie einzeln doch zu schwach sein, um zu bestehen. Die einzige Spur, die das Lachen in ihm hinterlassen hatte, war sehr schlechte Laune.
Ruhelos betrat er die dritte Kammer, um hinter sich zu bringen, was diese merkwürdige Höhle mit ihm vorhatte. Soweit er richtig gesehen hatte, gab es nach diesem Spiegelteil keinen Weiteren mehr. Frustriert setzte er sich vor den Kristall und starrte auf eine struppige, matschbraune Ratte, die ihn nach allen Regeln der Kunst anfauchte. Sie war dreckig, kränklich und schien, wenn sie nicht einfach nur dämlich war, einem Wolf zu drohen, nicht bei Verstand zu sein. Vielleicht hatte sie Tollwut. Shiyu Aderian verstand nur nicht, wieso das Vieh genau vor ihm stand.


16.05.2009 15:41




Shanaro


Immer noch saß Shanaro mit wedelnder Rute vor dem Spiegelbild von Jeanne, wunderte sich lediglich darüber, weshalb sie nicht zu ihm hinüber kommen konnte. Hin und wieder noch scharrte er mit einer Pfote gegen den schönen blauen Kristall, doch wie immer erfolglos. Irritiert und doch ohne jegliche Angst lief er vor dem Spiegel auf und ab, versuchte sich dieses unerklärliche Phänomen zu erklären. Seine Verwunderung nahm noch mehr zu, als hinter ihm die Jotafähe schließlich auftauchte. Er fiepte zufrieden, als sie ihm über die Schnauze schleckte, blickte dann aber verwirrt zurück zum Spiegelbild von Jeanne, welches noch immer deutlich zu erkennen war. Einen Moment lang blickte er von der virtuellen Jeanne zu der realen, konnte gar nicht fassen, dass es sie plötzlich zweimal gab.

“Jeanne? Wie kannst du denn hier und gleichzeitig hinter dieser Wand sein?“

Shanaro legte seinen Kopf schief, während er möglichen Thesen für dieses merkwürdige Ereignis aufstellte, die jedoch keinen Sinn ergaben. Es war einfach etwas Unmögliches.
Doch noch bevor die Weiße ihm eine Antwort auf seine Frage gab, schien sie schon von etwas anderem abgelenkt worden zu sein. Verwundert folgte sein Blick dem ihren, bis sie in dem Spiegel einen grau-braunen Rüden sah. Der Jungwolf kannte diesen Wolf nicht, doch an der Mimik der Jotafähe konnte er ablesen, dass er von unschätzbarem Wert für sie war. Dann hörte sie ihre Stimme ertönen, sie schien einen Namen auszusprechen. Shanaro dachte nach. Er glaubte den Namen schon zuvor aus dem Fang Jeannes vernommen zu haben. Ja, er erinnerte sich an jenen Regetag, an dem er sie weinend auf dem Rudelplatz vorgefunden hatte. Sie war unendlich traurig gewesen, doch hatte er nie gewusst, aus welchem Grund. Konnte es sein, dass dieser Grund dieser Rüde war, der nun vor ihr im Kristall erschienen war? Ja, so musste es sein. Der schwarze Rüde sah Jeanne bedauernd an, wie sehr wünschte er sich doch, ihr helfen zu können! Doch er spürte, dass er ihr niemals über diese Trauer hinwegbringen könnte, denn das war ihr Kampf, sie selber musste es schaffen. Dennoch schritt er auf die Weiße zu, stieß sie winselnd an und versuchte sie von dem Bild abzulenken, doch es schien unmöglich, denn die Aufmerksamkeit der Fähe lag schon nicht mehr bei ihm, sondern bei dem grau-braunen Rüden.
Hilfesuchend blickte sich Shanaro um, erblickte in diesem Augenblick Maav und Toboe, die ebenfalls diese Höhle betreten hatten. Er wollte zu ihnen hinüber gehen, sie um Rat fragen, wie er Jeanne helfen könnte, doch er sah, dass Maav sich seinem Spiegelbild gegenüber genau so gequält und verzweifelt benahm, wie sie. Lediglich Toboe schien genau wie er selber weniger traurige Bilder zu sehen. Der graue Jungwolf schritt nun auf ihn und die Weiße zu, stupste sie an, genau so wie er es selber getan hatte. Wäre sie nicht in einer solchen Situation gewesen, so wäre der Schwarze wohl eifersüchtig gewesen, dass auch Toboe der Jotafähe so nahe stand, doch nun war er für jede Trost spendende Aktion dankbar, konnte er es doch nicht ertragen sie so zu sehen.
Als der andere Jungwolf ihn anblickte, sah er mit dem gleichen ratlosen, bekümmerten Blick zurück, wie er ihn zugeworfen bekam. Was sollte er denn nun tun?


17.05.2009 14:36




Jeanne


Die Welt um die herum war verschwommen, vollkommen unklar. Aber auch ohne den Kopf zu heben wußte sie, das Danley noch immer da war. Sie sah ihn vor dem geistigen Auge, hörte seine sanfte Stimme. Die Weiße war hin und her gerissen, sie wußte, dass er tot war. Sie wollte sich abwenden, weg gehen. Einfach nur verschwinden. Er war tot! Und sie konnte es nicht ändern. Und das sie nun hier lag, seinen Blick förmlich spürte, machte das Ganze auch nicht besser. Aber auf der anderen Seite.. so konnte sie ihn sehen, seine Stimme hören. Natürlich konnte er sie nicht berühren, sie konnte die Schnauze nicht in seinem Fell verstecken. Aber wenn sie die Augen schloß, glaubte sie seine Nähe zu spüren, als wen er ganz nah bei ihr wäre. Sie hörte Maav, wußte Shanaro bei sich. Und auch Toboe hatte sie wahr genommen. Aber sie konnte sich nicht regen, nicht aufstehen. Wenn sie aufstand und ging würde sie ihn vielleicht nie wieder sehen, nie wieder diese Nähe spüren, die sich nur in ihrem Kopf abspielte. Aber wenn sie liegen blieb und die Augen geschlossen hielt konnte sie ihn bei sich spüren, musste keine Angst haben, dass er fort ging. Sie reagierte nicht auf das Stupsen, das folgte. Ohne sich groß zu bewegen drückte sie sich auf den Boden. Es war der Weißen viel zu still. Die beiden jungen Rüden bei ihr sprachen nicht, nur Maav schien den Fang gelegentlich zu öffnen.
Irgendwann, es kam ihr wie Stunden vor, hob sie den Kopf. Ganz langsam, als könnte sie etwas falsch machen sah sie Shanaro an. Sie sah ihn einfach nur an. Sie musste unglaublich geschwächt und in sich zusammen gesunken wirken. Ihre Augen waren kaum geöffnet und noch immer mit Tränen gefüllt. Einige Herzschläge verstrichen, ehe sie den Blick zur anderen Seite wandte. Sie sah dem grauen Rüden die Sorge an. Und es tat ihr Leid, dass sich die zwei so um sie sorgten Es war egoistisch.. Dann wandte sie den dunklen Blick nach vorn, neigte den Kopf etwas nach unten. Er stand immer noch da. Er blieb bei ihr, ging nicht weg. Das hatte sie sich doch gewünscht. Danley lächelte ihr noch immer so unglaublich sanft entgegen. Er hatte den Kopf zu ihr gesenkt, sah ihr in die dunklen Augen. Sein Bild war nicht schärfer geworden, wirkte immer noch verblasst. Aber er war hier, und das zählte. Sie hob den Kopf ein wenig höher, als sie diesen warmen Glanz in den Augen des Rüden erkannte. Die Ohren der Fähe stellten sich auf, als er den Fang öffnete, tief durchatmete und die Augen schloß. Es waren nur wenige Augenblicke, als er die grün-gelben Augen wieder aufschlug und sie wieder mit diesem sanften Lächeln ansah.

~ Ich liebe dich. ~

Jeannes Augen weiteten sich, sie wollte aufspringen, gegen den Spiegel springen. Sie wollte zu ihm, wollte ihn nicht nur auf dieser dummen Wand sehen. Sie zitterte, während ein leises Wimmern von ihr zu vernehmen war. Sie konnte nicht aufstehen, fühlte die Last, die sich ihr auferlegt hatte. Seine Worte hallten in ihrem Kopf wieder, wollten nicht verklingen. Sollte sie seine Worte erwidern? Ihm antworten, dass sie das selbe.. fühlte? Konnte sie ihn lieben, wo sie ihn doch nie wieder so nah bei sich spüren würde? War das Liebe, dass sie so zerrissen auf dem Boden lag und nicht merkte, wie sie sich immer weiter in etwas hinein steigerte, was jeder sofort als falsch erkennen würde?

“Ich.. Danley..“

Wieder rannen ihr Tränen über die Wangen, während ihr Kopf zurück auf den Boden sank. Sie fühlte sich unglaublich müde. Müde vom Leben, müde vom hier sein. Natürlich liebte sie ihn. Sonst hätte sie nicht bei ihm sein wollen. Und wieder nahm sie sein leises Summen wahr, schloß die Augen. Es war, als wenn jede weitere Sekunde ihr Herz mehr und mehr entzweite. Am liebsten wäre sie nun eingeschlafen, hätte von ihm geträumt. Von einem Leben, das sie hätte haben können. Aber das ihr auf brutalste Weise entrissen worden war.
Sie hielt die Augen geschlossen, erkannte so nicht, dass dort noch andere Wölfe vor ihr waren. Hinter Danley stand eine Gruppe aus Wölfen. Ihr bekannten Wölfen. Das Rudel, in dem sie nun schon so lange lebte, das mehr und mehr zu ihrer Familie geworden war. Kiba war zu sehen. Bei ihr standen Toboe und Teyrm. Hätte sie hin gesehen, hätte sie auch ihre Eltern erkannt. Maav stand bei ihnen. Außerdem war Link bei ihnen. Aber vor allen anderen, Danley und ihr selbst am nächsten stand ein schwarzer, junger Rüde. Er wirkte besorgt, und trotzdem lächelte aufmunternd, aber Jeanne sah nicht hin. Und der, den sie dort gesehen hätte, stand neben ihr. Die Weße blieb jedoch in sich zusammen gesunken liegen, lauschte einfach dem Summen ihres toten Gefährten. Vielleicht blieb er jetzt für immer bei ihr?


17.05.2009 16:22




Shartán


Der Dunkle Rüde lief in einem mäßigen Wolfstrab, ruhig und unermüdlich. Es war viel Zeit vergangen, seitdem er das letzte Mal eine wölfische Stimme vernommen hatte, eigentlich viel zu lange, als dass ein Wolf hätte überleben können. Es war sein Glück, dass er den letzten Winter auf sich gestellt bestanden hatte, doch nun, da es wieder Winter wurde, drängte wieder das Bedürfnis nach einer sicheren Gemeinschaft, die ihm Schutz und genügend Mahlzeiten bieten konnte. Und dennoch, es war nicht einfach, sich wieder in einer Gesellschaft eingliedern zu müssen, zumal er damals so bittere Erfahrung machen musste, bei denen er teilweise natürlich selbst Schuld war.
Innerlich schnaubend lief Shartán weiter. Gemischte Gefühle kamen in ihm hoch, als er an die bevorstehende Begegnung mit den fremden Wölfen dachte. Es könnte so schön sein, wie es mit Shirái war, andererseits könnte es aber erneut so enden, wie in seinem Geburtsrudel. War es wirklich eine so gute Idee, den Spuren dieses Rudels zu folgen? Oder sollte er nicht lieber umkehren, bevor man ihn im Revier entdeckte? Nein, er stand zu dem, wozu er sich entschlossen hatte und beinahe unwillig lief der Dunkle weiter.
Nach einer Weile machte das Geräusch von tosendem Wasser den Rüden aufmerksam und zielstrebig lief er in die Richtung, aus der er einen Wasserfall vermutete. Und er hatte Recht behalten, denn kurz darauf erschien ihm das Wunderwerk der Natur vor den Augen und erleichtert trabte er darauf zu, um einige Schlucke des erfrischenden Nass zu trinken, um den Durst der langen Wanderung zu stillen. Plötzlich wandte er das Haupt ruckartig um, als er einen großen Höhleneingang aus den Augenwinkeln erblickte. Der Dunkle hob den Kopf und witterte in der Luft, ehe er die sensible Nase auf den Boden drückte, um die Spuren des Rudels zu sichern. Sie waren also in der Höhle. War es die Rudelhöhle? Was würde man sagen, wenn er ohne Erlaubnis in deren Unterschlupf eindrang?
Unschlüssig setzte Shartán sich auf den erdigen Boden und starrte den Höhleneingang eine Weile an, doch die Neugier siegte über seine Zurückhaltung und mit einem geschmeidigen Satz stand er wieder sicher auf seinen vier Pfoten. Lautlos schlich er sich näher an den Eingang und horchte bei jedem Schritt aufmerksam auf, ehe er unbemerkt hineinschlüpfte und in die dämmrige Dunkelheit verschwand.
Er roch viele verschiedene Wölfe, doch von jetzt an führten die Spuren in alle Richtungen. Ein wenig irritiert blieb der Vierjährige stehen, bis sich seine hellblauen Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Erst dann nahm er die Spur erneut auf und lief immer weiter in die Höhle hinein. Schließlich kam er zu einer Weggabelung, von der aus er aus beiden Richtungen Stimmen vernahm. Misstrauisch kräuselten sich seine schneeweißen Lefzen und seine Ohren schnippten Aufmerksam nach vorn. Mit einem Mal tauchte neben ihn plötzlich ein Hohlraum auf. Eine kleine Höhle? Wie viele Gänge und Höhlen gab es denn in dieser großen Höhle? Ein kurzer Blick hinein versicherte, dass dort, außer einem glatten, gläsernen Spiegel, nichts drin war. Doch die Stimmen, die er zuvor gehört hatte wurden lauter und vernehmlicher.
Während der Schwarze weiterlief, sträubten sich seine Nackenhaare angespannt und er zog seine Lefzen in kurzen Abständen immer wieder hoch. Was würde ihn erwarten? Ruhig und beherrscht schritt Shartán voran bis sich plötzlich wieder ein Hohlraum vor ihm erstreckte. Lautlos blieb er stehen und blickte hinein. Das war also das Rudel, dem er tagelang gefolgt war, aber irgendwie … Irgendwie hatte er sich das Rudel etwas größer vorgestellt. So waren es ja nur vereinzelte Wölfe, die scheinbar orientierungslos in der Höhle herumstreiften. Und er, was sollte er nun tun? Schließlich konnte er nicht einfach vor deren Gesichter auftauchen und so tun, als wäre nichts dabei, wenn man einfach in eine fremde Höhle hineinspazierte. Der Rüde ließ seinen Blick schweifen und sein Blick fiel auf eine weiße Fähe, neben der sich ein schwarzer und ein grauer Jungwolf befanden. Von seinem Standpunkt aus waren sie ihm am nahesten und es war ihm ohnehin lieber, sich nicht sogleich einem kräftigen Rüden zu stellen.
Vorsichtig, aber nicht unterwürfig schritt er in den Raum mit den merkwürdigen Glasspiegeln, in denen er beim näheren Hinsehen verschiedene Wölfe mit matten Farbkonturen sah. Was zur Hölle war das? Ruhig und kühl schritt er auf Jeanne zu, wie ein Schatten aus der Dunkelheit.

“Entschuldige …“

Erklang seine tiefe, abweisende Stimme und er blickte flüchtig zur Seite, als er plötzlich einen Grau-Braunen Wolf im Spiegel vor der Weißen sah. Verwirrt starrte er auf das Bild, dass weder räumlich noch zeitlich war und dennoch so real war, wie er selbst und die anderen Wölfe hier im Raum. Äußerlich schien er nicht die Fassung zu verlieren, doch innerlich war er vollkommen aufgewühlt. Er blickte in den Spiegel vor sich und es schien ihm den Atem zu verschlagen. Shirái?

.oO(Wie zum Teufel …?)

Schnell schaute er wieder zu der weißen Fähe, die so aufgelöst wirkte, dass er beinahe dachte, er hatte einen Fehler begangen, als er sie ansprach.

“Entschuldigung, aber …“

Setzte er wieder an, als seine Aufmerksamkeit wieder auf seine ehemalige Gefährtin im Spiegel gerichtet wurde. War sie es wirklich? War sie es, hier bei ihm?
Die Fähe in dem Kristall wedelte fröhlich mit der Rute und schien ihn anzuspringen, doch er spürte nichts. Sie schien ihn zu rufen, doch es war so unwirklich, dass er beinahe meinte zu träumen. Wie konnte das bloß sein, hatte er Halluzination? Als er die hübsche Fähe erneut ansah erfüllte ein stechender Schmerz sein Herz und er senkte wehmütig das Haupt, ganz so als würde er einer Toten gedenken. Doch Shirái war nicht tot, sie konnte einfach nicht tot sein.

.oO(Oh Shirái, wo bist du nur?)

Fragte er sich traurig, doch seine Mimik blieb ausdruckslos und er machte keine Anstalten sich zu bewegen. Entschlossen riss er schließlich seinen Kopf herum und starrte Jeanne erneut an. Das ging zu weit!

“Könntest du mir vielleicht erklären, was hier vorgeht??“

Sein Blick war kühl wie Eis, seine Stimme scharf wie der Nordwind.


17.05.2009 19:59




Toboe Tear


Mit besorgtem Blick beobachtete der junge Rüde die am Boden liegende, sah dann kurz wieder zu Shanaro. Er schien auch nicht wirklich zu wissen, was sie nun tun sollten. Aber was sollten sie auch tun? Jeanne wirkte vollkommen am Boden zerstört, schien sich immer weiter in diese Situation herein zu steigern. Der Graue biß die Fänge fest aufeinander, als der Schwarze seinen Blick erwiderte. Sie waren ratlos, während die Weiße gar nicht mehr reagieren zu schien. Er stupste sie wieder an, suchte nach ihrem Blick. Es kam ihm so unglaublich lang vor, als Jeanne endlich den Kopf hob und erst Shanaro anblickte, und dann zu ihm blickte, mit einem Ausdruck in den Augen, den er zuvor noch nie bei ihr gesehen hatte. Am liebsten hätte er sich vor sie gestellt, sodass sie Danley nicht mehr sehen konnte. Aber wäre das besser für sie gewesen? Toboe hielt den Kopf gesenkt, betrachtete nun auch den braun-grauen Rüden. Und seine Worte machten das Ganze auch kein bisschen besser. Wie gerne hätte er der Weißen nun gesagt, dass sie gehen sollte. Er wollte sie nicht mehr so sehen. Aber.. er verstand sie. Er sah noch immer seinen Vater vor sich, seinen Vater, der tot war. Er konnte nur zu gut verstehen, wie die Jotafähe sich fühlen musste. Dort jemanden zu sehen, der einen schon lange verlassen hatte, von dem man glaubte, ihn nie wieder zu sehen. Erst jetzt fiel dem Rüden auf, dass hinter Danley noch eine Gruppe von anderen Wölfen zu sehen war. Er erkannte sich selbst, wie er bei seiner Mutter stand und Jeanne zulächelte. Shanaro war auch bei ihnen. Sie lächelten alle der Fähe zu, die in der Realität zu seinen Pfoten lag und wie es schien, immer weiter in sich zusammen sank.

“Jeanne.. sieh mal..“

Er flüsterte der Fähe zu, ehe er den Kopf wieder zu Shanaro hob. Vor dem Schwarzen sah er Jeanne im Spiegel. Aber trotz allem schien auch Shanaro ratlos. Toboe seufzte leise, wandte den Kopf dann zu Maav. Toboe warf nur einen kurzen Blick zu dem, was der Rüde dort sah. Wichtiger war ihm nun Jeanne.

“Maav? Kannst du uns helfen? Wir.. wissen nicht, wie wir Jeanne helfen sollen..“

Sein Blick huschte nun zu dem Grauen, wandte sich aber schnell wieder Jeanne zu. Es verging noch einige Zeit, in der Toboe einfach bei Jeanne stand, sie immer wieder anstupste. Aber es brachte alles nichts.
Er reagierte blitzschnell, als jemand vollkommen fremdes auftauchte. Die Nackenhaare des Rüden stellten sich auf, er blieb jedoch stehen. Wer war das, und was wollte er von Jeanne? Sah er den nicht, dass sie.. beschäftigt war. Ein makaberer Gedanke, aber nunja. Aus den Augenwinkeln erkannte er eine weitere Fähe, die er einfach mal dem fremden zuordnete. Ein flüchtiger Blick zu Shanaro, dann hob der Graue den Kopf höher, um den Schwarzen direkt in die Augen zu blicken. Durfte er sich das Recht heraus nehmen, und diesem fremden seine Grenzen zeigen? Als Sohn der Alpha? Er sprach nicht gerade freundlich mit der am Boden liegenden, war er den wirklich so blind? Unbeholfen baute sich der junge Rüde zu seiner vollen Größe auf. Hah, er wusste, was seine Mutter in solch einer Reaktion getan hätte. Naja, wenigstens so ungefähr.

“Guten Tag, Fremder. Meinst du nicht, du könntest etwas freundlicher mit ihr reden?“ Ein kurzer, prüfender Seitenblick zu Jeanne. „Wer bist du, und was willst du? Dann sagen wir dir vielleicht auch, was hier vor sich geht.“

Auch, wenn er selbst nicht die geringste Ahnung hatte, was das alles sollte.


18.05.2009 10:41




Cílyn Nuray


Alles um sie herum geschah wie in Zeitlupe und gleichzeitig floss ihr die Zeit davon. Alles geschah innerhalb von Stunden und gleichzeitig in Sekundenbruchteilen. In ihr war nur dieser einzige Gedanke. Sie war eigentlich alleine. Und obwohl hier so viele Wölfe waren, kannte sie keinen. Niemanden, und war doch alleine. In der Masse ging sie unter, ohne groß Aufsehen zu erregen, stumm und leise. Ihre Läufe bewegten sich ohne, dass sie es wollte, oder sie gar darüber nachdachte. Sie folgte einfach den Anderen, blind. In ihrem Kopf spukte immer noch der Gedanke an das gesehene, alles was sie gesehen hatte; sie war alleine. Und es traf sie schwer, diese Erkenntnis, die sie nie hatte erkennen wollen. Sie war alleine, seit sie gegangen war. Bekannte hatte sie getroffen, mit Wölfen gesprochen, doch einen Freund, jemanden dem sie sich anvertrauen konnte; das hatte sie schon so lange nicht mehr...

Sie bemerkte er wo sie war, als es schon zu spät war. Ohne darauf geachtet zu haben, war sie Kiba und den anderen in eine Kammer gefolgt. Noch mal? Der Körper der Braunen spannte sich an. Sie wollte das alles nicht noch einmal sehen, sie wollte nicht noch einmal erkennen, dass sie wirklich niemanden hatte, der auf sie Acht gab. Niemanden. Sie war alleine. Doch etwas seltsames ging von diesen Kristallen aus, es war als könne sie sich nicht dagegen wehren. Ihr Körper bewegte sich gegen ihren Willen und auf einmal stand sie direkt vor dem Spiegel. Sie sah sich selbst, die braunen Augen, die beinahe geschockt aussahen. Dann allmählich begann sich das Spiegelbild zu verändern. Sie selbst verschwand darin, und in einiger Entfernung tauchten einige Gestalten auf, erst fremd und verzerrt, dann kamen sie ihr so bekannt vor. Es war ihr altes Rudel. Erst überkam sie unendliche Freude, dann traf sie der Schmerz. Sie wusste, dass der größte Teil gestorben war. Und dennoch freute es sie, sie alle nochmal zu sehen. Erst jetzt bemerkte, sie, dass es eine andere Kammer war, als die vorherige. Zum Glück. Aber was sollte das bedeuten? Das alles hier? Noch etwas verwirrt konnte sie sehen, wie sich das Spiegelbild veränderte, es ganz verschwommen wurde und sich ein Wolf aus der Masse heraus tat. Dieser dunkelbraune Rüde schritt direkt auf sie zu, im Inneren des Kristalls. Als er direkt vor ihr Stand sah sie direkt in seine silbernen Augen, und sie wusste nicht was sie fühlen sollte. Erleichterung? Freude? Trauer? Sie war zerrissen, innerlich gespalten. Ein Kloß saß in ihrem Hals, und machte sprechen unmöglich. Sie hatte sich geschworen nicht mehr zu trauern, weiter zu leben, seinet Willen. Und es gab Tage, wenn der Regen unaufhaltsam fiel, wo sie sich selbst dafür hasste. Doch diesen Hass spürte sie heute nicht. Es war ein warmes Gefühl, dass durch ihre Adern floß, und ihren klammen Körper wärmte. Es war als ob Leyran direkt vor ihr stehen würde, sie bildete sich sogar so etwas wie Wärme ein. Und doch wollte, sie dass es für immer so blieb. Wenigstens hier, in dieser Kammer war sie nicht alleine. Vorsichtig lehnte sie ihre Stirn an den Kristall, so wie es der braune Rüde im Inneren auch tat. Und wider Erwarten spürte sie keine Kälte, sondern der Spiegel war warm. Eine wohlige Wärme war es, und in diesem Moment erkannte sie es; Sie war nicht alleine. Er war immer da, bei ihr. Auch wenn sie noch so alleine war, er war da, immer nah. Auch wenn sie ihn nicht sehen konnte, nicht spüren konnte, so wie jetzt, so war er doch anwesend. In ihrem Herzen war er da, für immer und ewig, und das war es, was sie nie mehr in ihrem Leben alleine sein ließ. Auch wenn sie seine körperliche Wärme vielleicht nie wieder spüren würde, so würde er doch für sie da sein, in ihrem Herzen. Für immer und ewig. Sie hatte die Augen geschlossen und öffnete sie nun wieder, da sie spürte, wie die glatte Oberfläche, an der ihre Stirn lehnte, sich abkühlte. Die Braune trat einen Schritt zurück. Leyran hatte zuvor das selbe getan. Und sie wusste, dass deshalb der Spiegel kalt geworden war. Weil er sich einen Schritt von ihr entfernt hatte. Es war so klar. Und als sie in sein sanftes, fast schon freches Lächeln sah, wusste sie, dass sie gehen musste. Es war schön gewesen, ihn zu sehen, doch sein Körper war verfallen, und sie würde ihn nie mehr wieder sehen. Das hier war ein Abschied. Doch nur für kurze Zeit, und eigentlich war es gar kein Abschied. Denn er war doch immer da, bei ihr. In ihrem Herzen.
Die Braune neigte ihren Kopf liebevoll, lächelte ihr sanftestes Lächeln, bevor sie sich abwandte. Ihre Gefühle spielten verrückt, von einem Extrem zum nächsten. Aber jetzt war ihr warm, auch wenn ihr eigentlich kalt war. Ihre Läufe trugen sie in mäßigem Tempo aus der Kammer, und sie betrachtete auch niemanden von den Anderen, um deren Spiegelbilder zu sehen. Sie wollte sein Bild für immer in ihrem Herzen behalten, sein Lächeln, seine wunderschönen Augen. Seine wundervolle Liebe.

Fast schon fröhlich war sie aus der Kammer gelangt, und hatte die letzten Worte von Akara aufgeschnappt. Vorsichtig näherte sie sich Andraki, Laikuna und ihr, gesellte sich zu den frei Fähen, die schon auf dem Weg weiter waren - noch eine Kammer. Was sie darin erwarten konnte? Nach dem schwebendem Gefühl in ihr drin, nach der Freude der zweiten Kammer, wollte sie auch in die dritte gehen. Was auch immer sie dort sehen würde - sie wusste, sie war nicht alleine. Und das war es was zählte.

"Und doch bestimmt auch die Vergangenheit die Zukunft."

Sie sagte die Worte mehr zu sich selbst, als zu den anderen. Auch sie war nun in der Kammer... ihr Blick glitt zur Seite, wo Akara war, und sie betrachtete ihr Spiegelbild, um nicht in ihr eigenes sehen zu müssen, und so vielelicht zu erfahren was der Spiegel zeigte. Auch wenn sie die Andere nicht kannte. Ein toter Baum erhob sich vor ihr, kahl und irgendwie kalt. Die Braune war irritiert, und wusste nicht was es zu Bedeuten hatte. Ihre Augen huschten geschwind zu Andraki. Und auch dort war eine Landschaft zu sehen, Wasser und Felsen. Zeigte der Spiegel einem, den Ort den man am liebten mochte, oder am meisten verabscheute? Was sollte das? Mit einem Blick in das Spiegelbild von Leikuna löste sich auch diese Vermutung in Rauch auf. Etwas weißes, schimmerndes schwebte vor der Weißen her. Keine Landschaft, kein Ort. Cílyn Nuray schluckte, bevor auch sie in ihr eigenes Spiegelbild blickte. Und erst war da nichts, nur sie. Dann begann sich das Bild zu verändern - sie kannte es ja schon. Eine weite Ebene erschien Unendlich weit war es, man konnte bis zum Horizont blicken, während der Wind sachte über das Gras strich. Vielleicht zeigte der Kristall doch die Lieblingsorte? Doch sie erkannte diese weite Ebene nicht. Sie war noch nie dort gewesen, noch nie. Dann sah sie eine Gestalt, die wild und frei über das Gras lief. So schnell wie sie es immer tat, frei und ohne Zwang. Als ob es aus freiem Willen geschehen würde. Und dann sah sie ein Reh. Ein Reh, und es galoppierte so schnell es konnte, und doch ohne Zwang, von sich aus. Es war nicht auf der Flucht, sonder schien den Lauf zu genießen. Es steuerte genau auf sie zu und blieb direkt vor ihr stehen. Und Cílyn verspürte noch nicht mal so etwas wie Jagdinstinkt oder so, sondern etwas sehr beruhigendes. Das Tier, das Reh, war ihr so vertraut, und als sie sich in die Augen sahen, beide voll und braun, erkannte sie sich selbst.


18.05.2009 15:23




Korrianke


Als die kleine Welpin ihm geradewegs ins Gesicht blickte, erschien ein sanftes Lächeln auf Korriankes Gesicht. Jeder Welpe war doch ein wunderschönes, formbares Wunder des Lebens, welches ganz besonderer Aufmerksamkeit bedurfte. Es galt sie zu schützen und ihnen den rechten Weg zu weisen und in diesem Moment, wo ihre blauen Augen sich trafen, fühlte der Weiße sich mit dem jungen Wesen verbunden, dass doch eigentlich fast ein Fremder war. Yacáru war also ihr Name. Er wusste, dass Ares ein guter Beschützer für sie war, er konnte die Verbundenheit der beiden so stark spüren, dass sie beinahe in der Luft zu sehen war, Wie ein flimmerndes, silbernes Band, geflochten aus den Gedanken, die sie füreinander hegten. Er hielt seinen Abstand zu dem Welpen ein, während er mit der kleinen Fähe sprach und ging auf der anderen Seite von Ares, dessen Gegenwart sich für ihn inzwischen recht vertraut anfühlte.

“Gefällt sie dir, meine Nase?“

Fragte er grinsend und versuchte im Weitergehen mit den blauen Augen auf seine Nase zu schielen. Das musste in der Tat recht merkwürdig aussehen.

“Du weißt ja, immer der Nase nach.“

Scherzte er fröhlich. Ihn bedrückte dieser Ort nun weniger, da er gute Gesellschaft gefunden hatte. Die Enge und die Dunkelheit waren nun weniger bedrängend und obwohl der Kristall ihnen merkwürdige Dinge zeigte, so fand er sein schimmerndes Licht auf den kargen Wänden angenehm und schön. Es erinnerte ihn an das blaue Licht des Winters und an das Glänzen von glattem Eis. Es amüsierte ihn, dass Yacáru so ganz ohne irgendwelche welpische Neugier an der zweiten Kammer vorbeilaufen wollte. Selbst er hätte eigentlich wissen wollen, was sie zeigte. Der Welpe lief schnurstracks daran vorbei und verschwendete keinen Blick an die rätselhafte Kammer, doch Korrianke blieb stehen und tauschte einen Blick mit Ares.

“Wollen wir nicht zumindest nachsehen, was sie uns zeigt? Seid ihr denn gar nicht neugierig?“

Wenn sie schon mal hier waren, dann konnten sie doch wenigstens alles erkunden was sich ihnen bot, fand er. Es war doch eine Abwechslung vom Alltag, ein richtiges kleines Abenteuer. Und was schadeten ihnen Bilder, die sich an einer glatten, leuchtenden Wand spiegelten, wenn sie doch nur Illusionen darstellten? Er drehte sich zögerlich in den Eingang des Raumes hinein, die Augen noch immer auf Ares geheftet.


19.05.2009 11:19




Ares


Während die kleine Welpin und Korrianke sich unterhielten, war Ares tief in Gedanken versunken. Er fragte sich nichts Bestimmtest. Nichts jedenfalls, dass man wirklich in klare Worte hätte fassen können. Aber es beschäftigte ihn doch so Manches.
Diese Kristallkammern fand er ebenso seltsam wie die anderen. Doch machte er sich an sich nicht so viele Gedanken darüber. Für ihn gab es dort nichts, das er nicht kannte und obwohl er wusste, dass er womöglich manches sehen würde, was er nicht sehen, was er sich nicht eingestehen wollte, so bezweifelte er stark, dass dieses schimmernde Glas ihn zu irgendeiner Gemütsregung nötigen konnte.

Viel mehr aber störte es ihn, dass alle anderen scheinbar ebenso sehen konnte, was der Spiegel ihm zeigte. Das passte ihm gar nicht, im Gegenteil. Er fand, dass es niemanden etwas anging, was in seiner Gedankenwelt geschah und wollte dementsprechend nicht unbedingt gleich den nächsten Raum betreten.
Dieser hatte eine sehr sonderbare Wirkung auf die Fähen, die ihnen vorangegangen waren. Sie kehrten lachend und scherzend zurück. Seltsam. Aber nach wie vor schien das kein normales Kristall zu sein.

Yacáru beschloss indessen, nicht in diese Kammer zu gehen und das riss den Schwarzen aus seinen Gedanken. Kurz sah er von ihr zu Korrianke, um sich der Gegenwart wieder bewusst zu werden, ehe sein Blick knapp in die Kammer glitt. Aber mehr als das blaue Leuchten konnte er nicht erkennen.
Für gewöhnlich hätte er der weißen Welpin zugestimmt insofern, dass er es sich ersparen wollte, noch einmal etwas seines Innersten offen zu legen. Obgleich er bereits beim letzten Mal hatte sehen müssen, dass es dort scheinbar nicht viel gab.
Andererseits aber wollte er nicht den anderen nachlaufen. Es war ihm nach wie vor sehr unangenehm, bei so vielen Wölfen zu sein, wenn diese so dicht aufeinander waren. Yacáru bildete hier scheinbar ohnehin eine Ausnahme und selbst Korriankes Gesellschaft duldete der Schwarze inzwischen. Aber das bedeutete nicht, dass er sich an viele Artgenossen auf einem Haufen gewöhnt hatte.

Auch er blieb stehen, wie es der Rüde tat und blickte von der nächsten Kammern, oder viel mehr den Wölfen, die dort waren, zurück zu dem Weißen, der augenscheinlich lieber erkunden wollte.
Unschlüssig blickte er das Licht an. Was mochte diese Kammer bergen? Aber wenn sie die Fähen zum lachen gebracht hatte, würde es wahrscheinlich nicht so schlimm sein, dass es Yacáru beunruhigen musste.
Dann aber wandte er sich an Yacáru, ausdruckslos, sodass nicht zu erkennen war, was er dachte.

“Wenn du nicht nachsehen willst, werden wir hier auf Korrianke warten“, erklärte er.

Auf diese Art konnte er sich Zeit nehmen, bis die Fähen vor ihnen nicht mehr da waren und zugleich dem Weißen seinen Willen lassen.


19.05.2009 16:06

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 13:28
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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 14




Adali


Nach diesem verdammten Schreck, diesen Schock und dem Stich in ihrem herzen den man ihr versetzt hatte, hatte sie es wohl doch geschafft, die Gruppe zum weiter gehen zu bewegen. Noch immer fühlte sich Adali so schrecklich schwach. Schwach und unfähig. Sie hatte nur da stehen können und hatte mit ansehen müssen, wie sie alle... Das Bild der kalten Augen, die sich in ihre brannten, als würden sie aus weißen, Feuer bestehen und waren dabei jedoch so eisig, kälter als jeder Winter, den sie je mit erlebt hatte.
Hatte sie denn keine andere Wahl?
Noch immer plagte sich die Fähe mit diesen Gedanken, wälze sie hin und her, während sie langsam weiter ging. Ihr kam es mehr so vor, als würde sie schleichen. Diese Härte hatte sie stark getroffen und mehr Salz in die Wunde gestreut, die sich bisher noch nicht ein mal hatte schließen können. Sie musste ihn überwinden, den stechenden Schmerz. Wenn sie sich denn stellen würde. Aber sie kämpfte mittellos weiter, hatte Angst wieder zu verlieren. All die Tränen, die sie nie geweint hatte, waren fast wie Eisnadeln, wie seine Augen.
Adali schluckte, ein dicker Kloß steckte in ihrer Kehle, als ein ähnlicher Durchgang in Sicht kam, wie der, durch den sie vorhin in die erste Kammer gelangt waren.
Unsicherheit steckte neben der Angst in ihren Gliedern und trotzdem wagte sich die Schwarze vorwärts. Es prickelte ihr unter der Haut, ihre Muskeln in den Läufen spannten sich etwas an, als müsste sie in jeder Sekunde davon laufen. Angespannt stellte sich das Nackenfell auf.
Mit pochendem Herzen, welches in ihrer Brust leise wimmerte, trat Adali Schritt für Schritt näher, hielt einen Augenblick inne und trat dann ganz ein. Ganz für sich alleine. Sie wusste zwar, dass die anderen ihr folgen würden, dass auch Teyrm an ihrer Seite sein würde.
Trotzdem fühlte sie, dass sie in dieser Situation alleine war, dass sie...
Ihr Herz schien aus zu setzen, als sie erneut in die schneebedeckten Augen blickte, die sie aber jetzt mit dem selben Gesichtsausdruck anblickten, wie sie diese Spiegel in Erinnerung hatte. Offen und weit, frei und erfüllt von unglaublich viel Gefühl.
Gefühle, die ihr und ihrer kleinen Familie galten. Gefühle, die für manchen nicht immer offenkundig und für sie doch so greifbar nah waren, dass es jede Faser ihres Körpers auszufüllen schien.
Ein paar Takte setzte ihr Herzschlag aus, in denen die Fähe einfach nur da stand und das Spiegelbild, welches sich ihr jetzt offenbarte anstarrte. Die dunklen Lefzen waren zu einem warmen Lächeln verzogen und wie in Trance bewegte Adali sich auf die glatte Fassade zu. Ihre Augen hingen an den Seinen, hielten sich an diesem Anblick fest, sie konnte sich nicht daran satt sehen. So sehr hatte sie sich nach diesem Rüden gesehnt, hatte seine Stimme hören wollen, wollte sein Fell berühren, seine Wärme spüren. Jetzt stand er vor ihr und sie wusste: er war nicht real. Es war ein Traum und es schien doch zu echt. Leicht neigte Adali, noch immer fixiert auf das Spiegelbild des schwarzen Rüden, den Kopf nach vorne, als wollte sie ihn berühren, ihren Kopf an seine Brust schmiegen und spüren, dass er da war, sie nicht alleine ließ. Das sie zusammen gehörten.

.oO(„Ich werde dich immer lieben, was auch geschieht.“)


21.05.2009 01:35




Felino


Felino war in die zweite Kammer gegangen, nachdem sich sein kleines klopfendes Herz beruhigt hatte. Er schüttelte sich immer noch und hoffte, dass nicht in der nächste Kammer auch so was Schreckliches war. Der Gedanke daran ließ ihn vor der nächsten Kammer stehen bleiben. Mit gemischten Gefühlen, gleichzeitig Angst, aber auch Neugier, verharrte er vor der zweiten Kammer und ließ ein paar Rudelmitglieder vorgehen. Er schüttelte sie abermals, Angst durchflutete seinen Körper, als er leise Winsel Geräusche vernahm. Er erhob sich und wollte zurück gehen, aber als er zurück ging, trat er zufällig gegen einen kleinen Kieselstein und dieser flog vor seiner Nase weg, in die zweite Kammer hinein und der kleine Wolf spürte wie sein Spieltreib geweckt wurde und vergaß für kurze Zeit, das Graue, welches in der zweiten Kammer lauern könnte. Er sprang dem Kiesel hinter her und sofort, als er in der Kammer war und der Kiesel ein weiteres Mal durch seine Pfoten nach vorne hüpfte bemerkte der Kleine seinen Fehler. Sein Herz klopfte fröhlich und verspielt, er sah wie seine Schwester auf ihn zu kam, er rannte auf die Wand zu und dann bemerkte er das auch dies wieder eine Täuschung war, schließlich hatte er gesehen, wie sie verbrannt war. Er hatte immer versucht sie zu beschützen, doch vor Feuer hatte selbst er sie nicht beschützen können. Er rief den Namen seiner Schwester, aber keine Antwort kam:

„Midnight…“

Er fiepst, was war hier für eine böse Kraft, die ihn und all diese Wölfe so quälte, die ihn so sehr zu erdrücken schien und mit einem Mal begriff er, dass auch in dieser Kammer wieder Illusionen waren, welche seine Sinne täuschten, welche ihn zum Narren hielten. Er schüttelte den Kopf, aber die Bilder verschwanden einfach nicht von der Wand und wenn er den Kopf abwandte wurden die Bilder von den anderen Wänden wieder gespiegelt. Der kleine Rüde, fixierte deswegen kurzzeitig einen anderen Wolf, aber als dieser im Leid sein Gesicht verzerrte, musste auch er wieder seinen Kopf abwenden. Er erblickte Shanaro, der neben Jeanna stand, auch er schien, begriffen zu haben, dass dies Illusionen waren, er ging auf ihn zu und merkte, dann das Jeanna völlig im Spiegel versunken zu sein schien. Er stellte sich neben den schwarzen Rüden unschlüssig, was er tun konnte. Er kannte solche Dinge nicht und wusste deswegen auch nicht, wie er damit umgehen sollte oder wie er helfen konnte. Er wollte aber mit jemanden reden, deswegen wandte er sich an Shanaro und sprach zu ihm in einem ruhigen, aber schüchternen Ton:

„Ich habe Angst. Warum sind diese Kammer so Böse und zeigen uns das, was uns am meisten quält?! Ich verstehe das alles nicht.
Wen siehst du im Spiegel?“


Er hoffte das Shanaro mit ihm sprechen würde, das erste Mal als die beiden aufeinander getroffen waren, hatte er pure Abneigung ihm gegenüber gezeigt, warum hatte Felino nicht verstanden. Er sah ihn mit einem Hoffnungsvollen Blick an, er wollte einen Freund haben, nachdem er nun alles verloren hatte, wollte er endlich wieder einen Freund.


21.05.2009 19:14




Leikuna


Leikuna hatte der Unterhaltung zwischen Andraki und Akara gelauscht, während sie vorgetreten waren, und ihr fiel auf dass man sie dasselbe hätte fragen können. Aber...hatte sie je ein anderes Rudel gekannt? Eine leise Stimme in ihr bejahte, während ihr Gedächtnis ihr keine Antwort geben konnte. Vermutlich nicht. 'Die Zukunft seid ihr...' Akaras Worte lockten ein Lächeln auf Leikunas Leftzen. Der Satz gefiel ihr. Er gefiel ihr sehr gut.
Jetzt stand sie also vor ihrem tanzenden Licht, und betrachtet die Bilder der zwei anderen. Andrakis Küstenwolf und Akaras kahler Baum. Noch immer verstand sie nicht was ihr deer raum zeigte, nur soviel stand fest - Andrakis Bildnis war beeindruckend. Leikuna stieß die Zimtfarbene sanft an, und warf gleich darauf einen Blick zu Cìlyn, die sich zu ihnen in den Raum gesellt hatte.

"Was meinst du zeigt dieser Raum?"

fragte sie, da sie ob der Bilder nun umso neugieriger geworden war. Was dieser Spiegel wohl Yago und Kiba zeigen würde?
Ihr Blick fand zurück zu Cílyns Bild, sie sah das Reh näher kommen...das war ein schönes Tier, fraglos. Aber was hatte es mit der Wölfin zu tun?
Um Andraki herum tapsend trat sie nun an Akaras Seite, wobei ihr tanzendes Licht im Spiegel ihr, geradewegs durch die Bilder der anderen springend, folgte.

"Das sieht traurig aus"

meinte sie, während sie den Baum so betrachtete.

"Ein paar mehr Blätter würden ihm gut stehen"

meinte sie, und sah wieder zu Andraki herüber.

"Sind das wir?"


23.05.2009 13:27




Maav


Maavs Blick war abwesend, er betrachtete nur den Anderen denn trotz seiner Worte konnte er sich nicht von seinem Geliebten lösen. Es ging nicht, nicht jetzt wo er ihn endlich wieder gesehen hatte. Gott wie es schmerzte. Wie unglaublich doll es ihn schmerzte hier zu stehen und nicht zu Skir zu können, nicht durch den Spiegel zu seinem geliebten Rüden zu können. Erst Toboes Frage riss ihn aus der Starre, auch wenn er einige Momente brauchte um zu realisieren was der junge Wolf gesagt hatte. Verwirrt starrte er an ihm vorbei dann nickte er abwesend. Helfen... Aber wie? Er konnte sich selbst kaum von Skir lösen konnte selbst kaum die Augen abweisen von diesem wunderschönen grauen Wolf mit dem er die schönste Zeit seines Lebens verbracht hatte. Trotzdem trottete er zu Jeanne, Skir begleitete ihn auf der anderen Seite des Spiegels. Vorsichtig stupste er die weiße Fähe an und knabberte ihr durch das helle Fell. Wie sollte er ihr Helfen wenn er sich nicht mal selbst helfen konnte?

“Jeanne...?“ Seine Stimme war sanft und unruhig, doch dann nahm er sich zusammen. “Jeanne. Lass dich nicht von den Spiegeln unterkriegen. Hier sind Wölfe die dich brauchen. Komm schon. Steh auf und lass uns von hier verschwinden.“

Auch Felino betrat plötzlich die Höhle und Maav warf ihm einen kurzen Blick zu ehe er sich wieder an Jeanne wandte und versuchte sie aufzumuntern und zum aufstehen zu animieren. Doch schließlich, als er Felinos Worte hörte wandte er sich doch an den jungen Rüden und erklärte mit weicher Stimme was er sich inzwischen zusammen gereimt hatte.

“Sie zeigen uns die die uns am meisten bedeuten.“, erklärte er ruhig und warf einen Blick in die Runde, dann wandte er seinen Blick wieder auf die weiße Fähe am Boden.
Erst jetzt viel ihm auch der schwarze Rüde auf der den Raum betreten hatte. Hatte er schon etwas gesagt? Maav wusste es nicht, viel zu sehr war er mit dem Spiegel beschäftigt gewesen und so knurrte er nur leise warnend und veränderte seine Position leicht um den Schwarzen im Auge behalten zu können.


23.05.2009 16:11




Shanaro


Immer noch stand Shanaro regungslos neben Jeanne und Toboe und fühlte sich schuldig dafür, dass er der Fähe beim Leiden zusah und doch nichts unternahm. Er konnte nichts tun, dass wusste er und doch hatte er das Gefühl, als müsse er einen Weg finden, sie zu trösten. Doch wie sollte ein junger unerfahrener Wolf wie er es war Gefühle nachempfinden können, die in seinem Leben erst so selten zur Geltung kamen? Sicherlich kannte er die Trauer, doch seine junge Seele gliederte sich schnell in neue Lebensweisen ein und konnte Vergangenes bis auf flüchtige Erinnerungen verblassen lassen. Eine Wölfin, die schon so lange auf dieser Welt verweilt war, die schon sie vieles mehr erlebt hatte als Shanaro würde diese Leichtigkeit nicht mehr für sich nutzen können. Der Jungwolf konnte die Trauer der Jotafähe einerseits nachempfinden, andererseits konnte er sich jedoch auch nicht vorstellen, welch wehmütiges Ereignis eine solch tiefe Narbe in ihrem Herzen hinterlassen konnte.
Der Schwarze wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis sich Jeanne endlich ihm zuwandte. Hatte sein dürftiger Trost einen Sieg errungen? Konnte sie sich nun endlich von dem grauen Wolf in dem Kristall abwenden? Doch zu Shanaros Enttäuschung las er das Gegenteil in den Augen Jeannes ab. Sie waren leer, als würde ihre Seele hinter ihnen fehlen, als würde sie ihn gar nicht sehen. Ein kurzes Winseln verließ seine Kehle, als er diesen Blick erwiderte und augenblicklich sah er weg. Es war kein Zeichen dafür, dass er sie nicht ansehen wollte, diese Geste zeigte lediglich, wie schwer es dem Rüden fiel, seine wichtigste Bezugsperson so traurig zu sehen.
Mit einem Ruck wandte Shanaro den Kopf zur Seite, als Toboes Stimme erklang. Jeannes Blick hatte ihn so sehr gefangen, dass er die Anwesenheit des anderen Jungwolfes beinahe vergessen hatte. Nun wurde er sich dessen wieder bewusst und schnippte mit den Ohren in seine Richtung, um ihn zu hören. Nachdem der Graue geendet hatte, blickt er wieder zu der Weißen, doch sie schien kaum Notiz von den Worten genommen zu haben. Sie war zu sehr auf das Spiegelbild konzentriert … Scheinbar hatte der Alphassohn aber schon eine andere Idee. Er bediente sich einfach der Hilfe anderer Wölfe. Maav. Ja, an Maav hatte Shanaro auch schon gedacht. Er mochte den alten Wolf und er machte den Eindruck, als wäre er in der Lage zu helfen. So blickte nun auch er in dessen Richtung und hoffte auf seinen Erfolg. Obwohl er am liebsten selber den Durchbruch bei Jeanne erlangen wollte, war ihm dennoch wichtiger, dass die Fähe sich so schnell wie möglich wieder von der Trauer lösen konnte, sein eigener Erfolg blieb demnach zweitrangig. Maav bewegte sich auf sie zu, doch in diesem Augenblick wurde Shanaros Aufmerksamkeit von etwas anderem angezogen. Er witterte kurz und wusste es sogleich, ein fremder Wolf. Trotz dieser misslichen Situation hatte seine Wahrnehmung nicht gelitten, er spürte die fremde Anwesenheit genauso gut, wie er die Trauer der Jotafähe spürte. Doch keine Minute verging, da wandte sich sein Kopf auch schon wieder der Weißen zu, sie war ihm wichtiger als irgendein anderer Wolf, der ohne Vorwarnung in die Höhle vordrang. Als Shanaro sah, wie Maav die Fähe versuchte zu beschwichtigen, konnte er es nicht mehr mit ansehen. Geschickt zwängte er sich vor Jeanne und den Kristall und versuchte der Fähe die Sicht auf den Grauen Rüden zu verhindern.

“Jeanne … Blick nicht in die Vergangenheit zurück, davon hast du nichts. Siehe lieber auf das Leben, das noch vor dir steht, es wird dir viel mehr Glück bescheren“

Meinte der junge Rüde schließlich und wunderte sich selber über seine Worte. Sie klangen so viel erwachsener, als er war und er hatte sie gesprochen, ohne zu wissen, welche Geschichte der graue Wolf im Kristall mit sich trug.
Dann wandte er sein Haupt zu dem dunklen Rüden, der in die Höhle eingetreten war und bereits von Maav und Toboe begrüßt wurde – nicht besonders freundlich. Doch das hatte er sich wohl auch verdient, beruhte es doch auf Gegenseitigkeit.

“Könntest vielleicht nicht so unfreundlich sein, wenn du schon so dreist und unangekündigt in eine Fremde Gemeinschaft platzt?“

Meinte er dann zu dem Fremden gewandt, sichtlich gereizt über dessen Ton. Misstrauisch beäugte er ihn und stufte ihn schon mal vorläufig als unfreundlich ein. Er war ohnehin nicht gut auf Fremde zu sprechen und schon gar nicht, wenn sie sich so aufführten, wie dieser Wolf es tat.
Gerade in diesem Augenblick bemerkte Shanaro jedoch, dass Felino sich ihrer Gruppe genähert hatte. Es war der Rüde, um den sich zuvor Jeanne gesorgt hatte. Kurz musterte der Schwarze ihn, merkte jedoch, dass sein Ton freundlich war. Da er nun jetzt auch nicht vor der Jotafähe einen Streit mit diesem Rüden beginnen wollte, entschied er sich dafür, eine freundliche Entgegnung auszusprechen, obwohl ihm gerade gar nicht zum reden zumute war. Er beschloss also, das Gespräch auf später zu verschiebenEr hielt zwar noch immer nicht viel von dem Braunen, aber was nichts ist konnte ja noch werden.

"Lass uns lieber später darüber reden, Felino, momentan ist denk ich kein guter Zeitpunkt"

Meinte Shanaro, sein Ton war jedoch keinesfalls unfreundlich. Ein entschuldigender Blick folgte den Worte, bevor er sich wieder Shartán zuwandte. Im Moment gab es wichtigere Dinge.


26.05.2009 20:55




Yacáru


Yacáru blieb stehen und warf den Blick hinter sich. Unschlüssig zuckte sie mit der Nase, schielte ganz unauffällig zum Höhleneingang und den Spiegeln, die sich dort befanden. Da standen auch immer noch Kiba und Yago. Ob sie es als Ausrede benutzen könnte, dass da immerhin die zwei Ranghöchsten standen und, öhm, öhm ... die wollten sicher nicht gestört werden! Sie wusste schlicht und ergreifend nicht, was sie von diesen Dingern halten sollte. In ihrem noch so kurzen Leben, waren schon einige seltsame Dinge passiert, doch die hatte sie irgendwie nie so ganz registriert. Sie erinnerte sich an Lotus, die Wölfin war auch nicht normal gewesen. Und wie sie überhaupt auf die Insel gekommen war ... hm. Ehrlich gesagt erinnerte sich die kleine Wölfin nicht mehr, was ihr in diesem Moment plötzlich sehr seltsam vorkam. Sie runzelte leicht die Stirn, versuchte aber, sich jetzt nicht weiter mit dem Gedanken zu beschäftigen. Yacáru ließ sich erst mal auf die Hinterläufe sinken und blinzelte von Ares zu Korrianke.

Ähm ...“

Neugierig? Wieder ein leichtes Schielen zur Seite. Zugegeben, einen gewissen Reiz hatte es und der Welpe in ihr wollte sowieso irgendwo noch alles erkunden. Das war wirklich ein Hader! Nicht ganz überzeugt wirkend, trottete die Weiße wieder ein paar Schritte auf die zwei Rüden zu, letztendlich blieb sie vor Ares stehen und reckte den Kopf.

Ich gehe da nur rein, wenn du mitkommst.“,

erklärte sie also und setzte ein freches Grinsen auf. So konnte sie praktisch dem Schwarzen die Entscheidung lassen und musste sich, falls er denn wollte, wenigstens nicht allein dem Unbekannten stellen.


27.05.2009 21:51




Shartán


Ruhig und unbeirrt stand er vor der kleinen Gruppe, standhaft wie ein Felsen in der stürmischen Nacht. Es interessierte den Rüden nicht, was die anderen als unfreundlich bezeichneten, oder wie sie seinen Ton empfanden, er beäugte lediglich die um ihn versammelten Wölfe und wog seine Chancen im Falle eines Kampfes ab. Schlecht. Unscheinbar blickte er sich in der kleinen Höhle um, ortete den einzigen Ausweg, den es gab. Er durfte also nicht zu weit gehen, aber so weit wie möglich.
Ein kühler Blick fixierte den jungen Grauen, der ihn nicht gerade freundlich ansprach. Die blauen Augen verengten sich gereizt und die Lefzen des Älteren zuckten leicht. Er zeigte keine deutlichen Gesten der Aggression, doch wirklich zurückhaltend wirkte Shartán auch nicht. Lediglich der Instinkt, dass er in diesen Kreisen keine Autorität war, zügelte sein Handeln. Ohne ein Wort zu verlieren, musterte der Schwarze einen anderen, älteren Rüden, der sich ihnen genähert hatte, dann den kleinen Schwarzen, der eine freche Klappe hatte und anschließend wieder die weiße Fähe, die noch aufgelöster schien also zuvor. Nun bereute der Vierjährige es beinahe, die Höhle dieses Packs betreten zu haben, die anscheinend lediglich ein zusammen gewürfelter Haufen waren. Er ließ sich unverschämt lange Zeit für seine Antwort, doch nachdem er erneut in den klaren Kristall geschaut hatte, ließ er sich schließlich doch dazu hinab.

“Ich könnte, wenn ich wollte.“

Entgegnete er auf Toboes Frage und ignorierte gekonnt das Knurren des Älteren. Er hatte keine Lust, sich mit diesen Jährlingen herumzuplagen, die nur diesen arroganten Mut aufbrachten, weil sie sich im Schutz eines riesigen Rudels wussten. Es nervte ihn, sich von Jüngeren herumkommandieren zu lassen, nur weil er ein Außenstehender war, der deren Rudelleben nicht kannte. Verachtend blickte er den Grauen und anschließend dessen schwarzen Freund an und schnaubte innerlich.

“Und.“

Betonte er beinahe beiläufig.

“Unfreundlichkeit ist Ansichtssache!“

Mit diesen Worten wandte er sich endgültig von den Jungwölfen ab und wandte sich wieder der Weißen zu, die jedoch so verzweifelt und in sich zusammengesunken schien, dass sie scheinbar nicht in der Lage war, etwas zu sagen. So drehte sich Shartán herum und blickte Maav mit einem eisigen Blick an.

“Entschuldige die Störung, aber könntest du mir sagen, wo ich hier gelandet bin?“

Die Frage war ebenso kühl, wie sein Blick und auch die Floskeln der Höflichkeit nutzte der Rüde nur der Form halber, der Klang der Stimme jedoch verriet, ohne dass man es ihm nachweisen konnte, dass er es nicht so meinte, wie er es vorgab.


28.05.2009 13:22




Jeanne


Danleys Summen blieb in ihrem Kopf, diese Melodie hatte sich in ihr gefestigt, wollte nicht mehr verschwinden. Und jetzt hörte sie sie wieder und wieder. Sie erwischte sich dabei, wie sie einige male mit summte, zwar nur ganz leise, aber so hatte sie das Gefühl, dem Rüden noch ein bisschen näher zu sein. Und um ehrlich zu sein, wäre sie lieber mit dem Rüden allein gewesen. Sie mochte die Anwesenden alle gerne, gehörten sie doch zu ihrem Leben. Aber.. diesen Moment, sie wollte ihn allein ausleben. Toboe war der nächste, der sie anstupste und auf etwas aufmerksam machte. Sie wollte den Kopf nicht heben, nicht hinsehen. Sie wußte doch, was sie dort sehen würde. Dann war Maav da. Irgendwie wurde ihr alles zu viel, zu viele Wölfe, die alle mit ihr redeten, versuchten sie auf zu muntern. Sie hatte die Worte des Grauen gehört, wußte jedoch nicht so Recht, wie sie nun reagieren sollte. Es fühlte sich alles so sinnlos an. Egal was sie tun würde, sie würde nur weiter in dieses Loch fallen, in das kein Seil hinein reichen würde. Und doch, ganz langsam hob die Weiße den Kopf, wollte einen Hilfe suchenden Blick zu Danley werfen. Aber anstatt in die Augen ihres toten Gefährten zu blicken, stand nun ein schwarzer Rüde vor ihr, dem sie genau in die Augen blickte.

“Shanaro..“

Ihre Antwort war ein leises, kaum hörbares Flüstern. Sie wußte nichts zu antworten, auf alles, was die Anwesenden gesagt hatten. Maav hatte etwas gesagt, genau wie Toboe. Und auch auf Shanaros Worte wußte sie nicht zu erwidern.
Und dann war da noch jemand. Ein Wolf, den die Weiße nicht kannte. Auch er sprach sie an, aber Jeanne wandte den Blick ab. Es reichte schon, dass sie anderen sie so sahen. Da sollte nicht noch ein Fremder her kommen und sie als etwas sehen, was sie doch eigentlich nicht war. Außerdem wollte sie nicht dafür verantwortlich sein, dass alle Anwesenden plötzlich aggressiv wurden. Maav knurrte, und auch von Shanaro und Toboe war kaum etwas freundliches zu hören. Nun wagte sie doch einen Blick zu dem fremden, schwarzen Rüden. Aber trotz aller Worte, die nun weiter gesprochen wurden, blieb ihr Fang geschlossen und sie starrte wieder auf den Boden. Sie sollten leise sein. Wieso konnte der Fremde nicht wieder gehen? Als wolle sie vor dieser ganzen Situation fliehen, lehnte sich Jeanne vor und vergrub ihre Schnauze in dem schwarzen Fell des Rüden, der das Bild von ihrem toten Gefährten verdeckte. Einige Momente verharrte die Weiße so, abgeschirmt von den anderen.
Ohne das sie noch ein mal zu dem Spiegel sah, stand die Weiße schließlich auf. Langsam hob sie den Kopf, nahm das Gesicht aus dem schwarzen Fell. Noch ein kurzer Blick in die hellen Augen des Rüden, dann wandte sich die Fähe ab. Es wurde ihr alles zu viel, wo sie doch am liebsten ihre Ruhe gehabt hätte. Ein kurzer Blick galt Maav, etwas entschuldigendes lag in ihm. Er hatte versucht zu helfen, wo sie sich von niemandem hatte helfen lassen können. Dann ein kurzer Blick zu Toboe. Auch der junge Rüde hatte ihr bestes gewollt. Aber.. es half doch irgendwie nichts. Schließlich wandte sich die Fähe ab, schritt langsam auf den Ausgang zu. Sie fühlte sich unglaublich schwach, sie hatte das Gefühl, nicht laufen zu können. Aber sie schaffte es, irgendwie. Aber sie blieb noch ein mal stehen, sah an den Anwesenden vorbei. Ihr Blick fiel auf den Spiegel, in dem noch immer der sanft lächelnde Rüde stand. Jetzt fiel der Weißen auch der Rest des Spiegelbildes auf. Aber auch der Anblick ihrer Alpha, der Welpen und ihrer Eltern und Freunde konnte kein Lächeln auf ihre Lefzen zaubern. Sie fühlte sich leer. Mit einem tiefen Atemzug wandte sich Jeanne ab, blickte nicht zurück. Aber sie würde wieder kommen, auch wenn sich ihr Verstand dagegen wehrte. Sie musste ihn wieder sehen.


29.05.2009 14:17




Andraki


Andraki hatte nichts auf Akaras Antwort erwidert, sondern nur noch nach vorne - dem blaues Eis entegegen - gesehen und über die Worte der anderen Fähe nachgedacht. Ihr selbst ging es ja so ähnlich, nur nicht ganz. Die Spiegelbilder ihrer alten familie waren am verblassen gewesen, die des hiesigen Rudels im Erscheinen begriffen. Vielleicht, wenn sie in einem Jahr hierher zurück käme und sich in diesem Rudel integriert hätte, vielleicht würde sie in der zweiten Kammer dann niemanden mehr ihres alten Rudel sehen, und dafür umso kräftiger die Abbilder der Wölfe, die für sie jetzt an Bedeutung gewannen. Ja, vielleicht. Andraki nahm sich vor, sofern ihre Zukunft ihr das erlaubte, tatsächlich einem halben oder einem Jahr wieder hier her zu kommen und nachzusehen.
Jetzt jedoch rotierten ihre Gedanken um die neuen Spiegelbilder. Akaras toter Baum verwirrte sie nicht minder, als es Leikunas Licht und ihr eigenes Bild es getan hatten, und das Erscheinen von Cílyns Reh machte es nicht besser. Im Vergleich hierzu waren die Hintergründe der Spiegelbilder der anderen Kammern geradezu mühelos zu erraten gewesen, fand sie. Was sollte ihnen hier nur gezeigt werden? Auf Leikunas Vermutung hin lachte die Zimtfarbene auf.

"Wir?! Das ist doch lächerlich, Akara ist schließlich keine Pflanze, und Cílyn kein Reh. Du bist keine weiße Flamme, und ich bin keine Felsklippe, die ihr Rudel.. vor dem... Sturm... beschützt..."

Aus dem anfänglich belustigtem Tonfall wurde eine skeptische und schließlich unsichere Stimmlage. Das Grinsen dazu war verschwunden, und nachdenklich betrachtete die Braune ihr Spiegelbild. Sie konnte ihre Gedanken nichteinmal für sich in Worte fassen, aber da war dieses unbestimmte Gefühl, dass Leikuna gar nicht so falsch mit ihrer Vermutung lag. Ihr fiel auf, dass sie völlig instinktiv und selbstverständlich die Schutzfunktion des Klippenwolfes in das Bild hineininterpretiert hatte, dabei konnten viele andere Dinge dahinter stecken. Aber sie war sich bei ihrer Interpretationsvariante sicher gewesen, gerade zu - ha, welch Ironie - felsenfest von deren Richtigkeit überzeugt gewesen. Und sie hatte "ihr Rudel" gesagt, nicht "das Rudel"... immerhin waren die Wölfe auf dem Rücken des Klippenwolfes keinem ihr bekannten Rudel zuzuordnen.

"Ähm... glaubt ihr denn.. dass diese Bilder zu euch... passen?"

Sie fragte absichtlich nicht danach, ob diese Bilder tatsächich am Besten die Hinweinsehenden beschrieben. Andraki hatte noch stärker als zuvor das Gefühl, hier Einblick in Dinge zu erhalten, die sie nicht angingen. Unter Freunden mochte man derartige Geheimnisse vielleicht austauschen, aber sie war so neu in diesem Rudel, wie es nur irgendwie ging! Sie war gerade erst eingetroffen und aufgenomme worden!


30.05.2009 15:24




Toboe Tear


Die weiße Fähe, die noch immer am Boden lag reagierte, mehr oder weniger. Sie schien trotz der Bilder nicht glücklich. Aber das erkannte Toboe nur aus den Augenwinkeln, da die hellen Augen weiterhin auf dem fremden Rüden ruhten, der sehr unfreundlich hier aufgetaucht war. Und immer noch durchsuchte er seinen Kopf nach einer Lösung, was seine Mutter in solch einer Situation getan hätte. Wahrscheinlich hätte sie gelächelt und irgend etwas unglaublich liebenswürdiges gesagt. Und er stand nun da, die Nackenhaare aufgestellt und den Schwarzen nicht aus den Augen lassend. Aber wenigstens kümmerte sich Maav nun um Jeanne, versuchte sie auf zu muntern. So konnte er sich diesem Rüden widmen, der nun auch von Shanaro begrüßt wurde. Also war er nicht der einzige, der diesem Rüden skeptisch gegenüber war. Felino war auch da, bezeugte seine Angst. Aber damit konnten sie sich jetzt gerade nicht befassen! Shanaro hatte sich während dessen zwischen die Weiße und den Spiegel gestellt. Maav knurrte. Und alle Augen schienen auf dem fremden Schwarzen zu ruhen. Und für einige Momente trafen seine hellen Augen die des Rüden, der hier einfach so herein geplatzt kam. Und seine Worte machten die ganze Situation auch nicht besser. Der Graue ließ den Fremden nicht aus den Augen, spannte seinen Körper allerdings nicht mehr ganz so an. Sollte es zu einem Kampf kommen.. war er in der Unterzahl. Er selbst konnte wohl kaum etwas ausrichten, und auch Shanaro, Felino und vor allem Jeanne waren wohl eher.. naja. Kampfunfähig. Aber..! Sie waren zu fünft, und er alleine. Aber das waren alles nur wirre Gedanken, die er nur entwickelt hatte, weil mal nicht alles lief, wie es sein sollte.
Toboe richtete den Kopf zur Seite, als er erkannte, wie die Weiße aufstand. Im ersten Moment spannten sich seine Muskeln an, er blieb jedoch stehen. Sie wußte schon, was sie tat. Und sie würden ihr sicher gleich nachgehen, wenn diese Sache hier geklärt war.

“Ob Ansichtssache oder nicht! Es ist nicht gerade charmant, wenn man so hier auftaucht wie du, wenn dort jemand liegt, dem es offensichtlich schlecht geht! Und dann stellst du dich nicht ein mal vor! Das macht man einfach nicht!“

Das einzige, was Toboe zu seinen weiteren Worten zu sagen hatte. Damit wandte sich Toboe ab und sah wieder zu Shanaro, Felino und Maav.

“Komtm ihr mir zu Jeanne? Ich mach‘ mir Sorgen um sie.. ich finde, wir sollten bei ihr sein.“

Die Weiße hatte die Kammer verlassen, und mit einem kurzen Blick zum Spiegel erkannte er, dass auch Danley verschwunden war. Irgendwie wurde dem Grauen jetzt erst bewußt, wie sehr die Fähe den Rüden vermissen musste. In etwa so wie er.. seinen Vater. Nur auf eine andere Art und Weise. Mit diesem Gedanken drehte er den Kopf zu seinem eigenen Spiegelbild. Maavs Worte klangen in seinem Kopf wieder. „Sie zeigen uns die die uns am meisten bedeuten.“
Der Graue machte einen Schritt auf die klare Fläche zu und stupste mit der Nase gegen das Spiegelbild seines Vaters, der dicht bei seiner Mutter stand. Auch Teyrm bekam ein Lächeln, ehe er sich mit einem letzten Blick auf Silence Tear abwandte und in die Runde sah. Abwartend. Anders als Jeanne hatte er sich lange damit abgefunden, dass er seinen Vater nie wieder sehen würde. Die Weiße tat ihm Leid, dass sie so mit diesem Verlust zu kämpfen hatte. Er selbst hatte dies auf seiner kleinen Reise mehr und mehr verarbeitet. Teyrm hatte ihm unglaublich dabei geholfen. Und das Leben ging weiter. Vielleicht brauchte Jeanne nur jemanden, der ihr genau dieses Gefühl gab.


30.05.2009 16:15




Daven


Wasser? Er hätte es als etwas Seltsames beschrieben. Etwas Unwirkliches. Unheimliches. Diese glasklare Oberfläche an der sich die Welt in vielerlei Farben brach. Wirklich äußerst mysteriös. Aber da wo er herkam, nahm das unscheinbare Blau große Flächen ein. Riesige Landteile überflutet und doch schien sich niemand jemals daran gestört zu haben. Zweck sah er darin wenig. Es schmeckte nicht. Es linderte weder den schlimmsten Durst. Es tötet, wenn man zuviel davon trank. Erfahrungen. Erinnerungen. Damals.
Unwirsch schüttelte der Rüde den Kopf. Sein Pelz war noch feucht vom Regen, seine Pfoten leicht verschlammt, doch sein Wille blieb ungebrochen. Aber deswegen war er nicht hier! Obwohl? Was war das wo er sich befand? Eine Höhle, soweit wusste Daven noch zu resümieren. Ein Schutzwall der sich mehr und mehr zu einem großen Rätsel entpuppte. Hier waren sie lang gekommen. Abermals hielte der stattliche Rüde inne und schnupperte. Genau hier hatten ihre Ballen die Erde berührt. Hier an diesem tristen Ort pulsierte die Lebenslinie eines stattlichen Rudels. Familie.
Seine Gedanken erinnerten an ein Puzzelspiel, dessen einzelne Teile irgendwo im Laufe der Zeit verloren gegangen waren. Er puzzelte förmlich rückwärts und das mit einer nicht minder langsamen Geschwindigkeit. Und wenn er schon dabei war zu hinterfragen, blieb er an der Tatsache hängen, Fehler gemacht zu haben. Viele Fehlschnitte, die sein Leben brandmarkten. Viele Taten die einfach vergessen werden sollten. Und das Schlimmste von allen hatte ebenso eine Seite im Buch des Lebens gefunden.

Rawr, das war doch alles Mist. Dieser ganze Tag war einfach nur zum Wegwerfen und da konnte seine eingefleischte Ruhe auch nichts mehr an dem eingebrockten Misere ändern. Daven musste einfach diese vermaledeiten Wölfe finden, um wieder ein wenig Rahmen in sein chaotisch gewordenes Leben zu bringen. Jetzt, wo er Shateí und seine lieb gewordene Familie einfach hatte zurück gelassen, fraß sich ein unschönes Gefühl drohend und spottend durch seine Haut hindurch. Irgendwo würde es auf das pochende Herz treffen und dann, genau in diesem Moment musste er um Ishiras Willen dieses Pack endlich gefunden haben. War doch eigentlich nicht möglich, dass er sich in dieser Höhle verlaufen konnte, obwohl die eine Weggablung scheinbaren einen verlockenden Grad an Gefährlichkeit mit sich brachte.
Doch Daven war ja nicht dumm. Er hatte beide Gänge mit genügend Sinneseinsatz begutachtete und war dann einfach seinen Gefühlen gefolgt. Die trogen ja bekanntlich nie. Nur heute war sich der Sandfarbene da gar nicht mehr sicher. Wo war seine Haltung, wo war sein Stolz, während er allein durch die vehemente Dunkelheit trabte, auf der Suche nach Anschluss, auf der verzweifelten Flucht vor der immer präsenter werdenden Einsamkeit?

"Ihr wart aber einmal mehr!"

Seine Stimme klang merkwürdig dumpf, abgenutzt und tiefer als er sie in Erinnerung gehabt hatte. Das war nicht seltsam, sondern beruhigte den Hellen komischerweise mehr als der Anblick der Fremden. Ein kleines weißes Geschöpf, und zwei .. erm mehr stattlichere Rüden. Schwarz und Weiß. Gab es hier noch andere Kontraste? Oder blieben es die einzigen unscheinbaren Farben?
Daven trat näher, die Schnauze sagbar leicht angehoben und die Rute auf Halbmast. Kein Alpha, hörte er seine eigenen Gedanken lärmen. Aber wo waren die anderen schnellen Läufer hin verschwunden? Irgendwo in diesem unendlich wirkenden Gang? Und was taten diese drei einzelnen hier in der Dunkelheit? Fragend hielt Daven inne und blickte einige Herzschläge lang von einem zum anderen. Wirklich ein sehr reizvolles Empfangskomitee, obwohl er zweifelte dass sie auf ihn warteten.


30.05.2009 21:48




Akara Chitaru


Akara starrte eine Weile gedankenverloren auf das Bild, dass der Kristall ihr zeigte, als Leikuna zu ihr hinüber trat und anmerkte, dass der Baum traurig aussah. Grübelnd sah die Wölfin erneut auf die kahlen Äste, als hätte die junge Fähe ihr eine neue Sicht auf die Dinge verschafft. Traurig war nicht ganz, was sie empfand, wenn sie sich die Reflektion ansah. Aber von außen betrachtet, war dieser Baum tatsächlich trostlos.
Leikuna ließ die erste Vermutung verlauten, dass diese Bilder sie alle darstellte, auf eine absurde, verquere Weise.

“Als wären es Rätsel unserer Person…“

Murmelte sie, eher an sich selbst gewandt, als an die anderen. Ihr Blick glitt zu Cílyn hinüber, die als Reh durch die Kammer sprang. Obwohl ihre Augen dem Beutetier folgten, verspürte sie keinerlei Jagdtrieb. Sie sah keine Beute in diesem Gebilde, oder war sie nur zu sehr mit ihren Gedanken beschäftigt und den immer neuen Fragen, die in ihr aufkeimten? Sie sah zu Leikuna hinüber, als wäre sie des Rätsels Lösung.

“Was bedeutet dieses Licht?“

Abwechselnd musterte sie die Formen und Gestalten, die sie darstellen sollten.

“Ich sehe zusammenhangslose Bilder, wenn ich eure Spiegel ansehe, aber mein Baum, der scheint zweifellos zu mir zu gehören, auch wenn ich ihn nicht recht zu interpretieren weiß. Aber er fühlt sich nach mir an…“

Sie teilte den anderen nur ihre Gedanken mit, in der Hoffnung, dass diese gleiche Empfindungen hatten. Doch noch stand sie vor der großen Frage, wieso sie ein kahler Baum war und ob dies gut oder schlecht war. Die Antwort war wohl nicht mit bloßem Verstand zu erkennen und vielleicht scheiterte sie genau aus diesem Grund. Aber was wusste sie schon davon?


01.06.2009 19:20




Ián


Iàn trottete neben Bjarmi her. Inzwischen waren sie eher am Ende der Gruppe, aber das war okay. Der Graue war sowieso noch beschäftigt, mit seinen Gedanken. Er verstand nicht, was ihm die Kammer gezeigt hatte. Da war halt einfach nur er gewesen. Langsam schüttelte der Graue den Kopf und blinzelte einige Male, bevor er zu dem, ihm fremden, Rüden sah. Er lächelte.

„Mir geht es, überraschenderweise, hervorragend. Mich selbst scheint die Kammer nicht in Angst und Schrecken versetzt zu haben, vielleicht wehrte ich aber auch einfach nicht lange genug in ihr."

Die grünen Augen lagen auf Bjarmi. Er war diese verdammte, blöde Rolle ja so satt. Er war kein Charmeur. Und schon gar keiner, der so hochgestochen sprach, das hörte sich doch echt bescheuert an. Iàn war kurz davor, durchzudrehen. Er wäre gerne wütend geworden und trotzig, aber irgendwie war ihm dann doch nicht danach und er blieb einfach so, wie er war. Stimmungslos. In einer, nunja, Übergangsphase. Oder so.

„Bjarmi. Ein wahrlich besonderer Name. Hat er denn eine Bedeutung?"

Interessiert sah er den Rüden an. Immer Nachfragen. Das hatte Shateí auch immer gemacht.

„Mein Name ist Iàn. Freut mich, euch kennen zu lernen, Bjarmi."

Kurz wandte er den Blick nach vorne und blickte in eine weitere Kammer. Die Wölfe, die schon hinein gelaufen waren schienen dieses Mal jedoch nicht angsterfüllt oder traurig. Eher glücklich, oder überrascht. Er lächelte seinen unbekannten Begleiter an.

„Neugierig?"


02.06.2009 23:41




Leikuna


Leikuna sah Andraki verwundert an, lachte auf und shüttelte dann den Kopf. Nein, das war wirklich lächerlich. Ausser einer besonderen Wärme verband sie nichts mit dem tanzenden Licht - ausserdem war sie ein Wolf, und keine Lichtgestalt.

"Nein nein, das hab ich doch gar nicht gemeint! Ich meinte das Rudel auf dem Fels!"

erklärte sie, und sah Andraki mit hochgzogener Braue an. Dass die Zimtfarbene bei ihren Worten immer zögerlicher geworden war hatte sie wohl bemerkt...und sogar Akara zog die Möglichkeit in Betracht, dass der Spiegel sie selbst zeigte. Das war doch wirklich blödsinnig.
Die Weiße zog die Stirn kraus, als man sie auch noch nach einer Bedeutung ihres Bildes fragte. Woher sollte sie dass denn wissen? Zuerst wand sie sich jedoch an Andraki.

"Ähm...nein."

sagte sie, und klang dabei überzeugter, als sie es im nächsten Moment war.

"Ich hab keine Ahnung was das ist. Andrakis Idee mit der Flamme klingt ja gar nicht schlecht, aber es flackert ja nicht, sondern wechselt Ausrichtung und Form völlig mutwillig."

erklärte sie, und sah verwirrt zu den anderen beiden. Und Cílyn war ein Beutetier, oder was? Also man mochte sie ja naiv nennen, aber das war wirklich...welpisch. Sie war ein Wolf, und kein strahlendes Lichtgeflecht. Wirklich nicht.


03.06.2009 16:46




Cílyn Nuray


Starr sahen sich Cílyn und ihr "Spiegelbild"-Reh einige Momente ruhig an, dann begann das Tier im Kristall lebensfroh umher zu springen und fing an munter kleine Runden zu traben. Nur schwer konnte sie ihre Augen von diesem Szenario lösen, denn es war ihr so merkwürdig vertraut. Da war keine Furcht, keine Angst oder Unwohlsein. Sie mochte dieses Gefühl in dieser Kammer. Verwirrt musterte sie nochmals die Spiegelbilder der Anderen. Ob sie sich genauso seltsam fühlten? Sie lauschte den Worten zwischen Leikuna und Akara und wiegte dabei ihren Kopg hin und her, auf der Suche nach einer Lösung. Sind das wir? Das ist eine verdammt gute Frage. Cílyn konnte eins sagen - sie war mit Sicherheit kein Reh. Und kurz darauf antwortete auch schon Andraki und vertrat die selbe Meinung wie sie.

"Nein, das sind nicht wir, wie wir auf andere wirken und bestimmt auch nicht unsere äußere Erscheinung."

Das stand fest, aber das wusste die drei anderen Fähen bestimmt auch schon. Ihr Blick glitt zu Andraki herüber und ein unsicheres Lächeln erschien auf ihren Lefzen.

"Irgendwie ... schon."

Die Braune schloss die Augen, und sog tief die kühle Luft in dieser Kammer ein, bevor sie sich wieder "ihrem" reh zuwandte. Es war so beruhigend es zu sehen, als ob sie zusammengehören würden. Als ob sie sich schon ewig kannten und sie dieses Bild schon seit ihrer Geburt kennen würde.

"Dieses Bild kommt mir so vertraut vor. Meins auf jedenfall. Eure sind mir dagegen vollkommen fremd."

Bestätigte sie noch einmal, dass was Akara schon gesagt hatte. Auch für die waren die anderen Bilder, einfach nur andere Bilder, aber ihres ... war irgendwie ganz besonders für sie. Es gehörte ihr allein. Nur sie sah das darin, was sie eben darin sah - für andere war es war anderes. Fremdes. Als das Thema auf das Spiegelbild von Leikuna abschweifte musterte auch sie das weiße Flackernde Licht zum ersten Mal gründlich. Sie spürte kein Geborgenheit oder etwas, was sie bei ihrem Spiegelbild verspürte. Es war ein Bild, dass sie nicht weiter berührte. Und doch war es seltsam. Es war Gestaltlos, flackerte mal hier mal dorthin, war ständig in Bewegung. Alle Bilder waren etwas festes, außer das von Leikuna. Cílyn Nuray legte ihren Kopf nochmals schief.

"So stelle ich mir eine Seele vor."


05.06.2009 18:25




Andraki


Andraki lauschte den Antworten und ausgeprochenen Gedanken der anderen drei Fähen. Im Prinzip dachten sie alle das Gleiche, und irgendwie, wenn sie richtig in den Worten der anderen las, fühlte sie auch alle gleich in Bezug auf ihr eigenes Spiegelbild. Außer vielleicht Leikuna, die bekundete, sich nicht zu ihrem Licht zugehörig zu fühlen. Vielleicht wuste sie damit aber auch nur noch nichts anzufangen? Schließlich war ihr selbst das zunächst auch so gegangen, bis sie angefangen hatte in Erwägung zu ziehen, dass ihr Bild sie selbst darstellen könnte. Sie selbst, aber ganz anders. Und anders als in den anderen Räumen. Dort hatten sie... nut Teile von sich gesehen. Wenn sie davon ausging, dass im ersten Raum ihre Angst ihr entgegen getreten war, und im zweiten die, dir ihr wichtig waren... dann waren das nur Facetten gewesen. Hatten sie hier auch eine Facette vor sich? Denn zmindest ihre Angst oder etwas Ähnliches konnte sie in ihrem Felsenwolf-Bild nicht wiederfinden.

"Das können.. nicht direkt wir sein. Nicht gesamt. Also, ich meine, in den ersten beiden kammern haben wir nur Teile von uns gesehen: unsere Ängste und die, die uns wichtig snd, denke ich. das hier muss ein weiterer Teil von uns sein.. Dieses Bild kann uns nicht als Gesamtheit zeigen, ich finde zum Beispiel meine Angst nicht wieder. Und darum, denke ich, wenn wir das hier als Gesamtheit wären, würden wir... uns sehen. Also direkt uns, unser normales Spiegelbild",

führte sie aus, war aber nicht sicher, ob die anderen ihr würden folgen können. Ihre eigenen Gedanken waren schon recht wirr gewesen und hatten in erster Linie ein gewisses Verständnis als Gefühl übermittelt. Das nun in Worte zu fassen, war nicht so ganz einfach.

"Bliebe die Frage: Welchen Teil sehen wir jetzt? Ich versuche mal was. Angenommen, wir sehen unsern markantesten Charakterzug, dann sehe ich bei euch mal ganz spontan gesagt" - sie sah zu Leikunas tanzendem Licht, dann zu Akaras Baum und zu Cílyns Reh - "Freude... Einsamkeit... Sorglosigkeit, oder Ausgelassen heit..."

Ihr Blick glitt erst jetzt zu ihrem eigenen Spiegelbild zurück.

"Bei mir... wage ich kein Urteil, das wäre sicherlich durch mein Unterbewusstsein verfälscht...",

ergänzte sie etwas zögerlich und sah dann der reihe nach die anderen an, ihre Meinung erwartend.


06.06.2009 13:06




Akara Chitaru


Akara sah Andraki an und war fasziniert von deren Gedanken, die sie ihnen mitteilte. Es war schwer, ihre Angst, die sie nicht verstanden hatte, als einen Teil von sich zu sehen. Ihnen allen schien einzuleuchten, was sie in der zweiten Kammer gesehen hatten, aber für Akara blieben die Angst und der Baum ein Rätsel. Wenn auch im dritten Kristall ein Stück von ihrer Person abgebildet war, konnte sie sich nicht erklären, welches das sein sollte. Überhaupt gefiel ihr Andrakis Gedankengang, dass, wenn sie vollständig gezeigt würden, nur ihr Spiegelbild zu sehen war.
Aufmerksam verfolgte sie, was die zimtfarbene Wölfin in ihren Bildern sah. Einsamkeit? Akara legte den Kopf schief und nahm die Reflektionen der Anderen ebenfalls unter die Lupe.

“Ich sehe ein Licht und ich identifiziere es, mit etwas gutem. In diesem Felsen sehe ich Schutz und Aufopferung. Und das Reh zeigt mir Jugendlichkeit und Lebensfreude. Aber ich kann euch nicht sagen, was mein Baum mir zeigt. Wenn es Einsamkeit ist, verstehe ich mich nicht.“

Ihr Blick glitt über die drei Wölfinnen, die mit ihr im Raum standen und hing letztlich an Cílyn, die von ihrer Seele sprach. Skeptisch blickte sie wieder auf ihren kahlen Baum. Ihm war keine Schönheit abzugewinnen, dennoch empfand sie bei seinem Anblick nichts Negatives. Aber sie konnte es nicht deuten.

“Ich finde diese Höhle abenteuerlich! Sie führt uns so vieles vor Augen, dass wir sonst nie wahrnehmen. Meint ihr es gibt noch mehr über uns in Erfahrung zu bringen? Wollen wir nachsehen?“

Sie umrundete Leikuna, Andraki und Cílyn und spähte aus der Spiegelkammer hinaus.

“Vielleicht fügt sich dann alles zu einem Bild zusammen und wir verstehen, was wir hier sehen…“

Immerhin gab es zwei Wege, und irgendwo musste die andere Gruppe gelandet sein. Akara hoffte sogar, sie würden Ähnliches wie sie entdeckt haben, dass sich ihr noch eröffnen würde. Sie wollte zusammen mit dem Rudel, zu dem sie nun gehörte, mehr über sich lernen und natürlich über die Anderen. Es war ihr nicht mehr unangenehm, zu sehen, was sie sonst nie sehen durfte, eher empfand sie es aus befreiend und öffnend. Sie fühlte sich zugehörig, gerade zu diesen drei Wölfinnen, mit denen sie hier stand.


06.06.2009 13:43




Felino


Felino bekam nicht zuerst eine Antwort von Shanaro, den er angesprochen hatte, sondern von Maav. Felino sah sich in der Höhle noch einmal um und sah noch einmal Midnight auf sich zuspringen, seine kleine Schwester, die er immer versucht hatte zu beschützen, zuletzt hatte sie immer nur ihn beschützt. Felino drehte den Kopf wieder zu Shanaro, welcher sich ihm nun auch zugewandt hatte. Felino verstand nicht warum Shanaro jetzt nicht mit ihm sprechen wollte, aber er merkte das die Antwort von Shanaro keineswegs unfreundlich gewesen und gemeint war. Felino tapste zu Maav, als plötzlich ein Fremder Wolf erschien und recht unfreundlich anfing zu sprechen. Felino wollte sich nicht dazu äußern, er hoffte nur, dass dieser Wolf nicht angreifen würde. Felino wandte sich an Maav bevor der Fremde ein Wort an diesen richten konnte:

„Danke, für deine Antwort, Maav. Ich habe Angst, in diesen Höhlen, kann ich bei dir bleiben?“

Felino sah Maav an, zugleich ängstlich aber auch freundlich, nach seinen Worten sprach der Fremde und plötzlich verschwand Jeanna in der nächsten Höhle. Felino sah ihr nach und hörte kurz danach Toboes Worte. Er wandte seinen Kopf zu dem vorwiegend grauen Rüden und sah dann wieder Maav, den älteren Rüden an. Felino wollte nicht weitergehen, er hatte Angst, was ihn in der nächsten Höhle erwarten würde, aber wenn Maav dorthin gehen würde, würde der kleine Welpe ihm folgen.


06.06.2009 17:25

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 13:46
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Cave of Mind
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23.07.2005

Seite 15




Shitéryu


« Es gibt bittere Augenblicke in diesem Leben; die Hauptsache ist, damit fertig zu werden... »

Schritt um Schritt ging es voran, Schritt um Schritt dem Ungewissen entgegen. Es war nicht das Unbekannte, was den Hellen hatte zurück fallen lassen, sondern mehr seine Schwierigkeit im Umgang mit anderen Artgenossen. Es hatte mehr und mehr den Anschein, dass der Weiße den Anschluss verloren hatte. Nicht nur zu diesem Rudel - zu sich selber, seinem Leben und der gesamten Welt. Es kam ihm alles so fremd und seltsam vor. Manches Mal hatte er das Gefühl, dass er sich nicht selber erkennen konnte.
Es schien sich alles zu wiederholen, seine Vergangenheit war seine Gegenwart und seine Gegenwart seine Zukunft.
War es daher so leicht den Entschluss zu fassen, den vielen anderen Pfotenquartette zu folgen, um heraus zu finden, wer oder was er tatsächlich war? Ein Schatten seiner selbst, ein Geist, durchsichtig und unscheinbar. War das alles, was ihn ausmachte oder war da noch mehr?
Still war er ihnen einfach gefolgt. Stumm und resigniert.
Seine Anwesenheit war unerheblich, es spielte keine Rolle ob er da war oder nicht. Geisterwolf, verlorener Glanz.
Er hätte sich umdrehen und gehen können, hinaus in den strömenden Regen. Auf der Suche nach etwas, was er selber nicht recht benennen konnte, etwas, dass unter keinen Umständen zurück kommen würde, auf einem Weg, der selbst seinem Wanderer unbekannt blieb, einem Ziel, welches er längst aus den Augen verloren hatte und einem Schatten hinterher, der sein Freund gewesen war.
Nach dem Tod seiner Geschwister war sein Innerstes ein einziger Scherbenhaufen gewesen und bisher war Zorro der einzige Wolf gewesen, der nicht daran vorbei gegangen war.
Jetzt aber spielte selbst dies keine Rolle mehr.
Shitéryu hatte sie gesehen und es war wie ein Schlag gewesen. Härter als alle Schläge, die er bisher hatte einstecken müssen.

« Um seine Ängste zu besiegen, muss man sich ihnen ganz und gar ausliefern... »

Die Gruppe, der er unsichtbar folgte, war in einen Raum gelangt. Meterhohe Felswände und niemand wusste wo sie endeten. Einzig ein fahles Licht, gespenstisch und geheimnisvoll anziehend schenkte dem kühlen Raum einen Hauch Helligkeit. Wie die meisten anderen hatte Shitéryu gezögert, bevor er den ersten Raum betreten hatte.
Ein gewisses Maß an Interesse hatte ihn dann allerdings doch näher gelockt, obwohl die entsetzten Gesichter ihre Wirkung nicht verfehlten. Hin und her gerissen hatte sich der Weiße doch in den Raum gewagt, war Schritt für Schritt näher gekommen, bis auch er sich in der glatten Oberfläche hatte spiegeln können. Zuerst hatte er nur sich selber gesehen und sich gefragt was die anderen Wölfe nur so verängstigen konnte, hatte den Blick aus den graublauen Augen durch die Reihen schweifen lassen, sich wieder umgewandt und war erstarrt.
Noch immer hatte ihn sein eigenes Spiegelbild angestarrt, die bekannten Augen, in denen die Leere tanzte und kein Mond Licht schenkte. Nur stand er im Spiegel nicht mehr in dieser Höhle oder Kammer. Es war eine freie Ebene, leer, mit ein paar verdorrten Bäumen, die das Sichtfeld säumten, schwarze Gräser und einsame Vögel, Krähen und Raben, die krächzend über den Horizont zogen. Ihre Rufen hallten scharf wie Klauen durch seinen Kopf, wirkten zugleich aber sonderbar stumpf und weit entfernt, als läge eine gewisse Distanz zwischen ihnen. Das Fell seines Gegenübers, seines Spiegelbildes war so abgestumpft wie er sich mit einem Male fühlte, die Körperhaltung war zusammen gesunken und die Augen... die Seelenspiegel des Rüden hatte stets eine Gewisse Melancholie und Trauer zu verzeichnen, dieser Wolf allerdings schien mehr als nur gebrochen zu sein und den Lebenswillen verloren zu haben. Da fehlte eine bestimmtes Detail, etwas, was er noch besaß. Der Wolf in dieser einsamen, kargen Umgebung blickte ihn einen Augenblick mutlos an, bis er sich dann auf den Bonden nieder legte, die farblosen Augen noch immer auf die Seinen gerichtet und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Hoffnung. Es war die Hoffnung, die der Schwarze ihm geschenkt hatte, dass es anders sein konnte, dass er etwas verändern wollte und auch konnte. Eine Hoffnung, die seinem Spiegelbild fehlte. Lautlos schluckte Shitéryu, betrachtete den anderen Wolf, den er, wenn er gekonnt hätte, gerne aufgerichtet hätte. Leider war ihm dies nicht möglich und die Chance blieb ihm verwährt. Als die Gruppe nach einer Weile - die er nicht abschätzen konnte, denn sein Blick war einzig auf sein Spiegelbild fixiert gewesen - weiter zog, musste er schweren Herzens diesen Wolf alleine und zerbrochen zurück lassen.

« Wenn Tränen des Abschieds nach Freundschaft schmecken und vertraute Augen leise zu dir sprechen: wir sind füreinander da, beginnt das Neue mit einem Lächeln... »

Unterwegs fiel ihm auf, dass er immer wieder an den Weißen mit dem glanzlosen Fell denken musste, seine traurigen, leeren Augen ihm nicht mehr aus dem Kopf wollte, obwohl er einen solchen Blick von sich selber konnte. Dieser hoffnungsleere und zerstörte Wolf hielt sich an seinem Herzen fest, als könnte dies dazu beitragen, dass er nicht unterging. Dabei war er es längst.

Die zweite Kammer folgte, ein ähnliches Spiel. Langsam näherte sich der Helle dem Spiegel, insgeheim hoffend den zerbrochenen Wolf von eben wieder sehen zu können, hatte er sich doch Worte überlegt, die er an sein Spiegelbild richten wollte, ungeachtet dessen, ob es etwas bringen würde oder nicht.
Diese Begegnung hatte eine Kleinigkeit in ihm verändert. Es war dem Rüden bewusst geworden, dass er nicht so enden wollte, dass es nicht wert war so zerschmettert am Boden zu liegen. Er hatte gesehen, dass er noch Hoffnung hatte, die ihn aufrecht hielt. Diese Tatsache gab ihm den Mut und die Willenskraft weiter zu gehen, nicht aufzugeben und diese Erfahrung war es, die Shitéryu mit seinem Spiegelbild – auch wenn es noch so unsinnig war – teilen wollte. Ein schon merkwürdiges Gefühl und ein befremdlicher, außergewöhnlicher Wunsch.
Es war aber nicht sein Gesicht, eingefallen und hoffnungslos, welches ihn anblickte. Es waren dieses Mal zwei Wölfe, die ihn warm anlächelten. Zwei weiße Wölfe, wenn auch nicht so strahlend hell wie er selber. Shitéryu schluckte. Er kannte diese Gesichter.

Sháno...

Der große Rüde nickte leicht, lächelte ihn strahlend an.

Shérálýn...

Auch die kleine Schwester nickte und schwenkte erfreut die Rute.
Sie waren es wirklich, alle beide. Seine beiden Geschwister, die nicht mehr bei ihm waren, die er alleine gelassen hatte. Ein seltsames Gefühl schien den Hellen schier zu überwältigen. Eine ganze Weile war nun nach ihrem Tod vergangen und er hatte diesen Verlust nie wirklich verkraftet, es nicht verarbeitet. Plötzlich fühlte er sich so schwach, zittrig auf den Läufen, die ihn automatisch näher zu seinen Geschwistern führten. Sein älterer Zwillingsbruder machte ein kleines bisschen Platz, kaum merklich, so dass seine eigene Spiegelung zwischen den beiden erschien. Die Geschwister wieder zusammen, glücklich vereint.
Das vertraute Bild, welches er sich so sehr in der Realität wünschte, trieb dem sonst so beherrschten Rüden die Tränen in die Augen.

« Tränen toter Augen fließen stumm... »

Shitéryu wusste nicht, wie lange er bei seinem Bruder und seiner jüngeren Schwester gestanden und ihre Anwesenheit genossen hatte. Es war nicht wirklich so, aber dennoch konnte er tief in sich drin spüren, dass die beiden immer an seiner Seite waren. Sie hatten ihn nicht gänzlich verlassen und die Erinnerung an sie würde für immer in ihm weiter leben. Sie hatten diese Welt nicht vollkommen verlassen, sie lebten durch ihn weiter. In seinem Herzen, in dem er sie ewig bewahren würde.
Als die Gruppe weiter zog fiel es ihm dieses Mal noch schwerer, sich von dem Spiegelbild zu lösen, würde es doch erneut einen Abschied bedeuten.

.oO(„Wir warten auf dich, kleiner Bruder.

- „Komm mal wieder her, es wäre schön dich wieder zu sehen. So lange aber bleiben wir in deinem Herzen.“)

Ich danke euch...

Eine raue, belegte Stimme hatte seine kehle verlassen und schweren Herzens war er der Gruppe in die nächste Kammer gefolgt.

« Wenn ich nicht gehe, kann ich nicht zurückkommen... »

Die dritte Kammer. Lange Zeit hatte der Helle gezögert, in Gedanken noch immer bei seinen Liebsten. Nach so langer Zeit hatten sie sich auf ein mal wieder gegenüber gestanden – er zwischen ihnen. Obwohl ihre Abbildungen verschwommen und verzerrt gewesen waren und seine klar und fest, so hatte das Bild welches erschaffen worden war – die Geschwister wieder vereint – bestanden und etwas ganz eigenes erschaffen. Eine Erinnerung, die sich in ihm fest gebrannt hatte und in seinem Herzen wie eine einzelne, kleine Flamme schien. Sie vermochte die Traurigkeit nicht vollkommen zu vertreiben, aber da war immer noch das Versprechen und die Gewissheit, dass sie sich wieder sehen würden.
Während er noch so über das gerade Geschehene sinnierte, lauschte er unterbewusst einer Unterhaltung vierer Fähen, die interessiert ihre Spiegelbilder betrachteten und spekulierten, was diese Spiegelwand ihnen zeigte. Eine Weile lauschte der Rüde nur mit halbem Ohr, wurde dann aber neugieriger und verfolgte das Gespräch aufmerksamer, während auch er seinen Blick über die Bilder wandern ließ. Da war zum einen ein hübsches Reh, noch recht jung und munter, welches aus klugen, braunen Augen einem entgegen blickte; ein scheinbar abgestorbener Baum, der auf ihn ebenso trostlos und traurig wirkte, zugleich aber auch eine seltsam beruhigende, melancholische Wirkung auf ihn tat; ein stattlicher Wolf, ein Fels der einem Ansturm trotzte und wie eine schützende Pfote vor allen anderen stand; sowie ein tanzendes Licht, welches mit seinem warmen Glanz alle Finsternis verjagte und nur Helligkeit und ein angenehmes Gefühl hinterließ. Nachdenklich lagen die graublauen Augen auf den vier Bilder, die sich ihm boten, während er spekulierte, was sie zu bedeuten hatten.

Es gibt nichts auf der weiten Welt, was nicht in unseren Seelenlandschaften zu finden wäre.

Mit einem Male war Shitéryu näher an die kleine Gruppe heran getreten, den gedankenverlorenen Blick immer noch auf die Bilder geheftet, die mit seinem Auftauchen einen neuen Gefährten bekamen: Einen geheimnisvoll schimmernden Vollmond, der stetig über einem still daliegenden See schwebte.

« Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Lunas Zauberschein,
Und durchs Auge schleicht die Kühle
Sänftigend ins Herz hinein...
»


06.06.2009 23:38




Yago


Kibas Blick traf ihn voll der gleichen Verwirrung, wie sie in seinem eigenen Blick stehen musste. Yago wusste nichts anderes zu tun, als die graue Wölfin anzuschauen und ihre grenzenlose Verwirrung zu betrachten. Doch der Blickkontakt blieb nicht all zu lang bestehen, die Augen der Leitwölfin zuckten zur Seite, zu dem Spiegelbild des Schwarzen und erst jetzt wurde dieser sich bewusst, dass der Kristall natürlich auch bei ihm etwas zeigen musste. Doch im Blick der Grauen las er nur noch mehr Erstaunen und Unverständnis, sodass er fast Angst hatte, sich leicht zu drehen und das Bild im Spiegel zu betrachten. Früher oder später blieb ihm aber nichts anderes übrig, sodass er vorsichtig, als würde ihn das Spiegelbild anfallen können, den Kopf drehte. Was er sah, hatte bereits in Kibas Augen geschimmert. Kiba selbst, groß und lächelnd, wunderschön. Flüchtig nahm er Yari und Leikuna wahr, übersah die undeutlichen Gestalten, blieb mit seinen Gedanken nicht an den toten Welpen hängen. Kiba, groß, lächelnd, wunderschön. Was sollte das? Schon nahm sein Blick Reißaus vor dem Bild und vor Kibas Blick und suchte den Raum ab. Gerade verließen die anderen des Rudels die Kammer, hatten sie etwas gesagt? Hatten sie etwas gedacht? Er trat einen Schritt zurück, wollte sich umdrehen und verschwinden, Unwille und Ablehnung ließ sich plötzlich in seinem Gesicht erahnen, doch dann fiel sein Blick wieder auf Kiba, die dort stand und ihn ansah. Die Emotionen verflüchtigten sich aus seinem Gesicht. Plötzlich spukte das Wort fair in seinem Kopf herum. Fairness, fair sein. Wie unfair wäre er, wenn er nun mit einem Kopfschütteln und einem verächtlichen Blick den Raum verlassen würde? Wie tief würde diese scheinbar so zu ihm passende Handlung verletzen? Er war nicht unfair. Und auch wenn er nicht verstand, was er da sah und was das hieß, wollte er Kiba niemals verletzen. Denn er sah doch, was in ihr vorging. Es hatte etwas peinliches, wie sie hier standen, beide verblüfft und ohne zu verstehen und doch wissend, dass etwas unglaublich intimes preisgegeben worden war. Etwas, dass sie nicht mal selbst wussten? Er würde sie darin nicht alleine lassen.

“Ja, gehen wir auch.“

Er wandte sich um, wartete aber erneut auf Kiba, rannte nicht davon, auch wenn seine Pfoten ihn dazu trieben. Es mochte ja noch so nett und friedlich sein, was dieser Spiegel ihnen hier zeigte, sehen wollte er ihn trotzdem nicht mehr. Er hätte nie reingehen sollen. Hätte er? Vielleicht war es auch genau so richtig und gut. Vielleicht …

“Es ist gut.“

Er sah Kiba kurz an, wieder mit diesem leichten Lächeln, dem ehrlichen, wenn auch zögerlichen und unbeholfenem. Was er damit meinte, konnte sie sich selbst aussuchen, für ihn hieß es fürs erste, dass sie über das Gesehene nicht immer wieder stolpern, sondern es einfach so stehenlassen sollten. Und stumm und langsam die Meinung darüber reifen lassen.
Sie hatten die Kammer verlassen und erst jetzt sah der schwarze Rüde, dass dort noch ein weiterer Schimmer glomm und durch ein großes Tor angekündigt wurde, dass der Spuk noch nicht vorbei war. Noch ein Spiegel, noch einmal lauter wirrende Bilder und Dinge, die niemand sehen sollte.

“Nicht noch eine.“

Er klang müde. Erschöpft von den vorherigen Bildern und ohne Begeisterung für weitere. Diesmal würde er wirklich nicht hineingehen. Da könnte Kiba tausend Yagos im Spiegel sehen. So blieb er auch abrupt im Eingang stehen und betrachtete ohne echtes Interesse die Bilder der anderen. Leikuna tänzelte umher, im Spiegel ihr folgend ein leuchtendes Licht. Es sah schön aus. Weniger schön war Akaras ziemlich toter Baum oder Andrakis seltsame Klippen. Mit all dem konnte er nichts anfangen und wollte das auch nicht. Lieber zur Friedensallee, lieber allein mit der Stille sein.


08.06.2009 15:05




Leikuna


Leikuna sah zu Cìlyn zurück während sie der Braunen zuhörte. Unsicher warf sie wieder einen Blick zu ihrem Licht...eine Seele - aber war nicht jede Seele anders? Wenn also ihr Bild der Ausgangspunkt jeder Seele wäre...dann wäre sie...Leikuna setzte sich, ohne den Gedankengang fortzuführen. Eine Ahnung, ein leises Flüstern hatte sich wie eine gravierende Erkenntnis mit einem innerlichen Hammerschlag Gehör verschafft, und in Leikuna war Stille. Und dann zerbrach die absolute Gedankenlosigkeit. Dann - war - sie - - - was eigentlich? Spurenlos, Unbefleckt...ihre Gedanken ordneten sich von selbst, während Erkennen und Erkenntnis sich zugleich einen Weg bahnten. Dann war sie die Reinheit.
Unverwandt sah sie das tanzende Licht an, erhob sich dabei wieder, und brauchte einige Momente, bis die Wärme der Vertrautheit durch ihre Venen schoß.

"Du hast Recht..."

murmelte sie leise, und ohne den Blick von ihrem Licht abzuwenden, zu Cílyn, ohne zu überprüfen ob die Worte sie überhaupt erreichten.
Andrakis Worte jedoch liessen sie zweifeln - welcher Teil von ihr konnte so strahlend sein, wenn er nicht von solcher Größe war dass er alles andere überlagerte?

"Und wenn es ein Teil ist der wichtiger ist als die Anderen?"

fragte sie, nun wieder lauter, in die Runde. Andrakis Deutung von Freude und auch Akaras Worte gefielen ihr, wenngleich ihre eigene Deutung ihr schlüssiger vorkam - immerhin war sie wirklich nicht immer freudig, zumindest nicht zu einem dermaßen überwiegenden Teil.
Jetzt wollte sie jedoch auch den Anderen bei der Suche helfen, und lies den Blick nocheinmal über die Bilder der Anderen schweifen.

"Der Fels ist klar, der schützt das Rudel vor dem Meer. Er verkörpert Schutz und Sicherheit."

meinte sie, ohne einen Moment lang darüber nachgedacht zu haben und aus dem Bauch heraus.

"Das Reh ist sorglos und lebensfroh, ausserdem ist es unsere Beute und somit schutzlos, sodass es vor uns flüchten muss"

führte sie den Gedanken weiter, ohne ihn bewusst zu denken bevor sie ihn aussprach.

"Der Baum ist schwer. Er sieht so aus als wäre er tot, aber er stürzt nicht."

Ihr Blick glitt zu Akara herüber. Einsamkeit...nun, die Fähe war zumindest hier im Rudel nicht einsam. Nicht so richtig zumindest.

"Ich glaube...mein Licht ist eher...Reinheit."

es klang seltsam diese Worte aus ihrer Schnauze zu hören, wenngleich sie sich richtig anfühlten. Es war wie ein freches Lob, obwohl sie nicht wusste ob es gut war ein Spiegelbild vor sich zu haben das man selbst mit Reinheit verband. Zögernd wand sie sich um als ein Rüde zu ihnen trat, und ihr Blick fiel auch auf Yago, der vor der Kammer stand. Sie warf ihm ein Lächeln zu, bevor sie sich an den Weißen wand, und sein Spiegelbild in Augenschein nahm.

"Das sieht schön aus!"

beschloss sie im Angesicht des nächtlich beleuchteten Sees, aber anzufangen wusste sie damit nichts...


08.06.2009 18:13




Saiyán Tendes


Wie gut, dass sie weg war. Die dumme Fähe, die auf den noch dämlicheren Namen Romani Terrafang gehört hatte, hatte sich zum Glück ziemlich schnell wieder verkrümelt und Saiyan mit seinem Bruder alleine gelassen. Gut so. So konnte Sai ganz ungestört glücklich über sich und die Welt sein … und natürlich am meisten über Ai, der ihn so heldenmutig verteidigt hatte. Und auch später nicht aufgehört hatte, die dumme Fähe runterzumachen. Terrafang … pah. Da war ja Baum ein schönerer Name. Naja … Baum war an sich ein toller Name, schließlich hatte sein Zwillingsbruder mal so gehießen. So waren sie also wieder nur zu zweit in diese seltsame Leuchtkammer gegangen, in der alle so durchdrehten und hatten sich stumm ein praktisch identisches Schauspiel im Spiegel angesehen. Ein schwarzer Jungwolf lag blutend im Gras und hauchte seinen letzen Atem aus. Obwohl sie bei ihnen genau gleich ausgesehen hatten, hatte Sai sofort gesehen, dass vor ihm Aiyán lag und vor Aiyán er selbst. Es war wahrlich kein schöner Anblick gewesen, aber Sai hatte das relativ locker genommen – es war nur irgendein Spiegelbild und es sollte erstmal wer versuchen, Aiyán bluten zu lassen. Die Kammer hatten sie zum Glück schnell hinter sich gelassen, nur um in die nächste zu stolpern, die zudem nicht mal ein so abwechslungsreiches Bild zeigte. Schon wieder zwei identische Jungwölfe. Diesmal immerhin nicht blutend, sondern selig lächelnd. Naja … er sah Ai, Ai sah ihn, alt bekannt. Saiyán kam das alles ein wenig dumm vor.
Also stapfte er jetzt langsam wieder aus der Kammer hinaus, das war doch irgendwie langweilig. Sein Kopf drehte sich nach hinten, blickte in drei identische Gesichter und seufzte.

“Komm, Ai. Ich find die ganze Sache öde.“

Um sie herum wuselte wieder der Rest ihrer Gruppe und Sai fand die ganzen Wölfe einfach nervig. Er wollte viel lieber zu seiner Mama. Oder wenigstens zu irgendwem nettes – abgesehen von Ai – und nicht diesen ganzen Fremden und den anderen Grenzdebilen, die er noch kannte. Und der Spiegel da war zwar ganz lustig, aber langweilte ihn schon wieder und das erste Bild war auch einfach nur daneben gewesen. Die Freude über Ais Verteidigung hatte nicht lange angehalten.


08.06.2009 18:38




Korrianke


Wie er es bereits erwartet hatte, folgte auf seinen Vorschlag bezüglich der zweiten Kammer von Ares Seite eher spärliche Begeisterung. Neugierde schien keine grundsätzliche Eigenschaft des abweisenden Schwarzen zu sein und Korrianke wusste, dass es weder seine Aufgabe war, noch eine besonders gute Idee, zu versuchen in dem Rüden Entdeckerslust zu erwecken. Als er sich gerade abwenden und allein den felsigen Raum betreten wollte, ließen ihn leise Schritte auf dem Gang innehalten. Rasch trat er zurück und spähte auf den steinigen Flur hinaus, wo ein fremder Rüde auf ihr kleines Dreiergespann zukam. Aufmerksam trat er neben Ares und Yacáru, den unbekannten Wolf eingehend musternd. Sollte er feindliche Absichten hegen, so würde die Kraft der beiden Rüden sicherlich reichen, um den Wlpen hinter ihnen zu schützen. In der Zwischenzeit hatte sich der Rest ihrer Gruppe weiter von ihnen entfernt und sie waren allein mit dem Fremden, der ihnen entgegenkam.

"Wir grüßen dich."

Sagte er ruhig, während er das Gesicht des hellen Wolfes vor sich betrachtete. Es stach deutlich aus der Dunkelheit hervor, mit seinen leuchtenden, platinfarbenen Augen. So jedenfalls wirkte die Farbe auf den Weißen.

"Ja, wir sind keine Alleingänger. Wir sind nur ein wenig hinter unserem Rudel zurückgeblieben, nichts weiter. Sie können aber nicht sehr weit sein."

Er sprach noch immer ruhig. Ein weißes Ohr schnippte zurück und horchte in den Gang hinter sich, ob er die Schritte der anderen noch immer hören konnte, doch da war nur der Atem seiner Gefährten und seine eigene Stimme, die von den rauhen Wänden widerhallte.

"Was können wir für dich tun? Lass mich uns dir vorstellen, auf dass wir nicht mehr fremd voreinanderstehen: Mein Name ist Korrianke, diese beiden hier sind Ares und Yacáru."

Stellte er sich und die beiden anderen vor. Mit einer leichten Bewegung seines Fangs machte er deutlich, wen er mit welchem Namen gemeint hatte, ohne sich dabei abzuwenden oder seine Aufmerksamkeit vernachlässigte.


09.06.2009 12:48




Ares


Ares wartete tatsächlich nicht, jedenfalls nicht auf den Neuankömmling, den er, der Kammer, der Dunkelheit oder seiner Gedanken wegen kaum wahrgenommen hatte. In dieser Höhle gab es so viele Wölfe und die meisten kannte er kaum beim Namen, dass es gerade im Moment, da er so abwesend war, kaum verwunderlich erscheinen mochte, dass ihm der Neue nicht aufgefallen war.

Allerdings, und das hätte er unverhohlen gesagt, hätte man ihn denn soweit gebracht, war er über die Ankunft des Fremden keineswegs glücklich. Der braune Rüde konnte dafür freilich nichts, im Gegenteil. Er verhielt sich gebührlich, war weder aufdringlich noch frech –was nicht unbedingt selbstverständlich war in diesem Rudel- und gab keinerlei Anlass, an ihm Anstoß zu nehmen, bis auf den Umstand, dass er da war.
Auch hegte Ares freilich keinerlei feindselige Gedanken gegen ihn. Er verspürte nur einfach den Drang, Abstand zu gewinnen und tatsächlich so etwas wie Bedauern darüber, dass ihre schier harmonische Szene nun wieder zerstört zu sein schien.

Immerhin aber nahm der Fremde ihm vorerst die Aufgabe ab, die die kleine Welpin ihm unverfroren gestellt hatte. Er musste nun nicht mehr wählen, ob er sehen wollte, was da auf ihn warten mochte, oder nicht. Stattdessen beschäftigten sie sich vorerst mit dem Rüden.

Und, das war ein weiterer Vorteil, Korrianke übernahm das Sprechen. Den Schwarzen störte das nicht im Mindesten, im Gegenteil. Der andere machte seine Sache gut, das musste man ihm lassen. Er ersparte ihm das Sprechen, brachte ihn aber nicht in irgendwelche Situationen, die ihm nicht gefallen konnten.
So also musterte er den Braunen unverhohlen aus leeren Augen, ohne in Gedanken überhaupt groß anwesend zu sein. Er hatte sich bereits aus Reaktion vor Yacáru geschoben, sein größer Körper alleine war im Moment Schutz genug und davon einmal abgesehen brauchte seine Reaktion keine Gedanken, sodass er nicht davon ausgehen musste, dass sie in Gefahr war.

Viel mehr beschäftigte ihn nun doch der Spiegel. Was würde er wohl darin sehen? Dass er womöglich gewusst hätte, was man generell erblickte, hätte ihm keinesfalls weitergeholfen. Denn obwohl Ares selbst doch angenommen hätte, dass der Spiegel in diesem Fall vollkommen leer hätte sein müssen, war er doch nicht überzeugt davon. Aber ob seine Neugierde hier den Sieg davon getragen hätte, war und blieb wohl unbeantwortet.


09.06.2009 14:55




Kiba Telay


In Kibas Blick mischte sich ein Hauch von Erleichterung, als Yago schließlich zustimmte und sich dem Gehen zuwandte. Wahrscheinlich wusste sie grade zum ersten Mal, wie sich der Schwarze fühlte. Nämlich genau so wie sie. Verwirrt, verblüfft, vielleicht etwas peinlich berührt. Es war seltsam. Überfordernd.
Noch einmal zog es ihre Augen zu den Spiegeln, zu sich selbst und zu Yago, die beide da standen, groß, irgendwie erhaben. Irgendwie ... fast zusammengehörig. Die Silbergraue wandte den Kopf herum. Sie verspürte das dringende Bedürfnis diese Kammer schnell hinter sich zu lassen. Ihre drei Pfoten bewegten sich hinter Yago her, jetzt nicht mehr zurückschauend und doch das Gefühl habend, beobachtet zu werden. Auf die Worte ihres Freundes zuckte eines ihrer Ohren leicht und sie erwiderte sein Lächeln etwas durcheinander. Es war gut. Nun, sie wusste es nicht genau. Es war nicht schlecht, so viel stand fest. Und es fühlte sich auch nicht so an. Aber ... ach, sie wusste es nicht. Und doch kam es ihr so vor, als hätte sie es sehen müssen. Also war es richtig. Irgendwie.
Kaum das sie die nächsten Worte ihres Freundes hörte, hatte sie das neuerliche blaue Leuchten auch schon entdeckt. Ein Seufzen entglitt ihrer Kehle, sie reckte den Kopf um weiter in den Gang hinein schauen zu können. Yagos Aussage traf es perfekt. Wie viele denn noch? Nahm das denn gar kein Ende? Das war doch zum Verrückt werden, wo waren sie hier nur hinein geraten? Unwillkürlich stellte sich ihr die Frage, ob ihr altes Rudel diese Kristalle gekannt hatte. Sie war nun schon viele Jahre immer wieder in diese Höhle gekehrt, aber diesen Höhlenzweig hatte sie nie gesehen.
Ihre eisblauen Augen, der Farbe der Spiegel so ähnlich, richteten sich in die dritte Kammer, wo Kiba Akara, Leikuna, Cílyn, Andraki und Shitéryu erkennen konnte. Doch ihre Spiegelbilder waren jetzt ganz anders, als in den Kammern davor. Hatten sich vorher Bilder offenbart, auf denen immerzu Wölfe – Bekannte – gewesen waren, so sah sie jetzt fast fantastische Dinge. Vor Akara war ein toter, traurig wirkender Baum, bei Andraki eine riesige Klippe, ähnlich geformt wie ein Wolf, wie ein Schutzwall. Bei Cílyn sah sie ein Reh, vor Leikuna tanzte ein helles, schönes Licht hin und her. Sie kam zu dem Schluss, dass sie das Ganze noch mal verwirrender und unerklärlicher fand, als die restlichen Kammern. Wieder warf sie Yago einen Blick zu, welcher jetzt eher ziemlich unbegeistert wirkte. Es war verständlich. Auch sie ermüdeten die vielen Bilder, diese, diese ... ja, vielleicht mochte man es Magie nennen. Zumindest schien ihr hier nichts mehr natürlich. Trotzdem erfüllte sie eine gewisse Neugierde ... Was war das für eine Kammer? Warum zeigte sie solche absonderlichen Dinge? Sie entschied, dass eine Kammer mehr oder weniger jetzt auch nichts mehr ausmachte. Die Spiegel davor hatte sie gesehen, warum also nicht auch diese? Schlimmeres als in der ersten Kammer konnte ihr nicht gezeigt werden. Und ... auch nichts Intimeres mehr als der Spiegel mit Yago? Es war doch so, irgend etwas zeigten sie. Irgend etwas, was direkt mit ihnen zutun hatte. Ach, das war einfach zu viel. Sie sollte jetzt nicht mehr darüber nachdenken.
Langsam, doch ein wenig zögerlich setzte Kiba Telay ihre Pfoten in die Kammer, sah mit einem Lächeln, dass sie alle miteinander in ein Gespräch vertieft waren. Es war schön, es zeigte ihr ein Bild von Zusammenhalt, von ihrem Rudel, indem man sich für den anderen interessierte. Das sie nicht bloß ein zusammengewürfelter Haufen waren. Und dabei waren sowohl Akara, als auch Andraki noch sehr neu.

Was meint ihr? Was stellen die Bilder dar?“,

fragte sie freundlich und hoffte, die Gruppe nicht zu stören. Cílyns Reh erschien ihr ziemlich sonderbar, war es doch ein Beutetier. Aber sie kam nicht umher zu finden, dass es zu der Wölfin passte. Ebenso wie dieses weiße Leuchten bei Leikunas Spiegelbild.
Noch mit den anderen Bildern beschäftigt, merkte Kiba Telay gar nicht, wie sich ihr eigenes Abbild im Kristall veränderte, heller wurde. Doch der Hintergrund verdunkelte sich teilweise – langsam formte sich eine nächtliche Schneelandschaft, stark fallender Schnee , obwohl die Wolken nicht den ganzen Himmel verdeckten und Sterne freigaben. Eine Gestalt stand dort, groß, weiß und leuchtend. Den Kopf erhoben und die Schnauze doch gesenkt, ebenso wie den Blick. Sie schien auf eine seltsame Weise ebenso fast formlos, wie Leikunas Licht. Große Flügel wuchsen aus dem Rücken des Wesens, dass einem Wolf sehr ähnlich sah und irgendwie auch nicht. Es hatte kein Fell, nur Licht. Die Flügel waren tief gesenkt, berührten den Schnee und auch der Blick drückte Trauer aus. Trotzdem war sie nicht geduckt, war hoch aufgerichtet und trotze dem Schnee. Stark wie gebrochen.
Kiba wandte die Augen zum Kristall und als sie das Wesen erblickte, war sie zum wiederholten Male an diesem Tag einfach nur ... sprachlos.


09.06.2009 23:17




Yacáru


Noch bevor Ares irgendwie antwortete, oder langsam zu einer Entscheidung kam, erschien ein anderer, fremder Wolf im Gang der Höhle. Yacárus dunkelblaue Augen musterten den Graubraunen mit welpischer Neugierigkeit, ebenso wenig entging ihr aber, dass sich Korrianke und Ares vor sie schoben. Ey! Erstens versperrte ihr das die Sicht und Zweitens ... meinten die etwa, sie brauchte Schutz? Ihr würde schon nichts passieren. Im Notfall konnten sie den Fremden ja immer noch anfallen. Aber vielleicht sollte sie sich auch geschmeichelt fühlen, dass die Zwei sie so selbstlos beschützen wollten ... oder war es eher ein Instinkt, weil sie halt ein Welpe war? Hmpf. Unverfroren drängelte sich die kleine Weiße wieder zwischen den Pfoten von Ares hervor und sah zu dem anderen, großen Wolf hinauf, der ihnen mitteilte, dass sie mal mehr gewesen waren. Ja, das wusste sie! Aber erst einmal ließ sie Korrianke ausreden, der ihr auch gleich die eigene Vorstellung abnahm. Natürlich hätte sie das auch selbst gekonnt. Ares schwieg, aber das tat er ja die meiste Zeit. Und zu den Spiegeln sagte er auch nichts mehr. Na ja, gingen sie halt nicht mehr da rein! Lächelnd blickte sie in die sehr hellen Augen des Fremden.

Das Rudel hat sich ja auch geteilt! Zwei Gänge, zwei Hälften. Und unsere Gruppe ist schon weiter. Diese Zwei hier können sich einfach nicht einigen, ob sie in die Zauberkammern gehen wollen, oder nicht!“

Sie seufzte theatralisch und reckte den Kopf ganz nach oben, um ihrem Dallan ein freches Grinsen zu schenken. Auch wenn sie wusste, dass es Ares eh nicht stören würde. Da fiel ihr auf, Ares, sowie Korrianke hatten nun schon einen Spitznamen von ihr bekommen. Dallan und Blaunase. Eigentlich war das ganz spaßig. Ob sich dieser Unbekannte auch mit irgendwas betiteln ließ? Sowas wie ... Silberauge? Mal sehen, mal sehen.


10.06.2009 00:00




Daven


Einige Herzschläge lang zweifelte der Helle, dass sie überhaupt auf ihn reagieren würden. Vielleicht gingen sie einfach weiter, ohne Anteilnahme an den herannahenden Fremde –also ihn- zu nehmen. Doch scheinbar war seine aufkeimende Angst vollkommen fehl am Platze, denn da drehte sich schon der Weiße zu ihm um, oder besser wurde Daven einer hartnäckigen Musterung unterzogen. Ob er wohl bestehen würde und was der erste Eindruck bei dem stattlichen Rüden bewirken würde?
Aber die Begrüßung fiel trotz aller Skepsis sehr freundlich und .. na ja .. irgendwie einladend aus. Zumindest konnte er in den ruhig .. nein .. besonnen gesprochenen Worten keinerlei Anzeichen für Abscheu entdecken. Und dass sich die zwei stattlichen Rüde vor den Welpen schoben, war auch kein Grund sich großartig sorgen zu machen. Daven hatte es schon bei seinen ehemaligen Rudel bemerkt, dass die jüngere Generation, egal wie vertraut man mit ihnen war, automatisch in Schutz genommen wurde. War ja auch ganz logisch, denn sie waren schließlich die Zukunft des Rudels und dieses schien es, laut den Worten des Weißen wirklich zu geben.
Wieder spürte der Helle eine Welle von Erleichterung über sein aufgekratztes Gemüt schwappen und vertrieb ein wenig die Sorgen des sonst so sorgenfreien Jägers.

"Das beruhigt mich auf irgendeine bizarre Weise."

Tat es? Vielleicht. Daven folgte der kurzen Vorstellung und besah sich der einzelnen Wölfe genau. Sie waren wirklich einzigartig, was hatte er auch anderes erwartet. Und es verwunderte ihn genauso wenig, dass scheinbar nur Korrianke den Part des Wortführers übernahm, während sein schwarzpelziger Gefährte lieber das Schweigen vorzog. Solche Wölfe sollte es ja auch geben, er kannte da ja noch einen kleinen Sonnestrahl, der sich ebenso vehement geweigert hatte sein wirkliches Gedankengut Preis zu geben.

Also Daven gerade Luft für eine Antwort holte, kam ihm noch das kleine weiße Pelzbündel, das sich trotz aller Schutzmaßnahmen nach vorn gekämpft hatte zu Wort. Es war eine angenehme Art die Situation mundgerecht darzustellen und entrang dem Jäger ein leichtes Wolfslächeln, dass ein anderer vielleicht als Grinsen interpretiert hätte.

"Ich bin Daven und war seit einiger Zeit auf der Suche nach diesem Rudel. Nachdem mich eure Spuren in diese seltsame Höhle geführt haben, wunderte es mich nur, so wenige von euch anzutreffen."

Seine klaren Augen wanderten kurz zu dem Welpen, um ihr noch ein weiteres Nicken zu schenken, schließlich hatten seine Lauscher ihre Worte genauso vernommen, wie die des anderen Weißen. Aber dann gab es vorerst eigentlich nicht mehr viel zu sagen und seine Aufmerksamkeit glitt wieder zu Korrianke.

"Ich war eigentlich auf der Suche nach ein wenig Gesellschaft. Das ich ein Rudel in dieser Gegend treffe, ist natürlich ein glücklicher Zufall."


10.06.2009 11:16




Korrianke


Korrianke konnte nicht anders als über den Fremden zu schmunzeln, der sich hier auf eine so offene Art sich selbst und manch spontanen Gedanken präsentierte, während er andere Aspekte, die dem Weißen selbst sofort aufgefallen wären, erfolgreich ignorierte. Gedanklich jedoch korrigierte er sich selbst, denn Daven war nun nicht länger ein Fremder. Er kannte ihre Namen und nun kannten sie auch seinen. Lächelnd sah er zu der kleinen Welpin, die sich ihren Weg zwischen Ares Läufen hindurchgebahnt hatte und schüttelte ungläubig den Kopf darüber, dass Daven denjenigen Aspekt ausgelassen hatte in seiner Reaktion, der seine eigene Neugier längst aufs neue herausforderte, obwohl er ja schon um die Kammern wusste, im Gegensatz zu dem hellen Rüden, der ihm gegenüberstand. Nochmals glitten seine blauen Augen durch das Gesicht Davens und suchten nach einem Hinweis für den Grund, dass ihn die Umgebung hier so gar nicht zu verunsichern schien.

"Soweit ich weiß lebt das Rudel schon seit einiger Zeit in diesem Tal, deshalb ist es nicht weiter verwunderlich hier auf ein Rudel zu stoßen. Dennoch muss ich euch fragen, Daven, wart ihr schon einmal an diesem Ort?"

Seine Augen wanderten über die mit leichtem Schimmer belegten Felsen zurück in die Kammer, aus der ihm die bläulich glänzende Kristallwand einladend entgegen schien. Ein wenig bereute er, dass sie den Anschluss zu der Gruppe verloren hatten, gern hätte er nicht nur sein eigenes, sondern auch die Bilder der anderen im kristallenen Spiegel gesehen. Was ihm der Kristall wohl zeigen würde? Und was würde Ares darin sehen? Korrianke seufzte, weil ihm klar wurde, dass Ares ja eh nicht mit ihm hineingehen wollte, also versuchte er nicht mehr so hoffnungsvoll daran zu denken, dass der Schwarze seine Meinung ändern würde. Und Yacáru? Sie hatte bestimmt zuviel Angst.

"Hast du den ersten Raum gesehen, Daven? Dort wo man den schimmernden Kristall zum ersten Mal erblicken kann? Warst du drinnen und hast hineingesehen, in den Spiegel des Kristalls?"

Ja, er war wohl zu neugierig, aber das hier, was dieses Rudel, was diese Wölfe hier live erlebten, das war ein echtes Abenteuer und welcher Krieger, in dem eine fröhliche Seele hauste, liebte es nicht, das echte Abenteuer? Das war einfach seine Welt.


11.06.2009 11:42




Shanaro


Die Atmosphäre war angespannt und bedrückend zugleich. Jene Sekunden, die nicht mit dem Klang von Worten gefüllt waren, schienen sich wie ein dichter Nebel über die Gemeinschaft auszudehnen und die Augenblicke, in denen das Schweigen durchbrochen wurde, glichen einem scharfen schneidenden Wind, der den Nebel zeitweise verklingen ließ. Beide Phänomene kamen in unregelmäßigem Wechsel auf und füllten die feuchte Luft mit einer unangenehmen Stimmung. Der Erste, der nun die Phase des Nebels zerriss war der Neuankömmling, dessen Name noch immer nicht gefallen war. Seine Stimme bestand aus klirrender Kälte und einer unverschämten Unhöflichkeit. Sofort sträubte sich Shanaros Fell und seine bersteingelben Augen blitzten. Doch er besann sich, seine Stimme zu zügeln, genauso wie sein Temperament, das sich regelrecht in ihm aufbäumte und das Verlangen barg, diesen Rüden in seine Schranken zu weisen. Der Jungwolf aber wusste, dass seine Wut den Triumph des Schwarzen bedeuten könnte und dieser war ihm nicht vergönnt. Er sollte merken, dass seine provokante Art nicht immer den Effekt erzielte, wie es wohl vorgesehen war und dass er sogar den Tag erlebte, an dem sein Sarkasmus und seine Frechheit an einem Jungwolf scheiterte. Zu Shanaros Unzufriedenheit jedoch zeigte sich Toboe weiterhin gereizt und erfüllte wahrscheinlich gerade in diesem Akt den Wunsch von Shartán, der weiterhin seine kühle, ruhige Art aufrecht hielt.

“In der Tat ist es Ansichtssache, aber vielleicht begibst du dich dann nicht in eine Gemeinschaft, welche die Ansicht vertritt, dass du unfreundlich bist“

Meinte der schwarze Jungwolf schließlich. Dieses Mal war seine Stimme ruhig wie das Wasser einer tiefen Quelle, jedoch geschmückt mit blanker Verachtung und einem Blick voll unverschämter Frechheit und Trotz. Er erwartete nicht, den Fremdling auf einer so simplen Weise zu provozieren, doch auch wenn dieser es nicht zeigen würde, glaubte Shanaro doch, dass er von einem Jungwolf wie ihm niemals so etwas erwartet hätte.
Noch bevor Shartán jedoch antworten konnte, vernahm er nun die Stimme von Jeanne, die ihm immer noch zu Füßen lag. Sie sprach ein einzelnes Wort, leise klang ihre Stimme, zerbrechlich und gefüllt mit tiefer Trauer. Bei dieser sanften Melodie fiel Aufregung und Aggression wie eine Maske aus Porzellan von ihm ab und zerschellte klirrend am Boden. Der traurige Blick von der Jotafähe glich einem Pfeil, den man auf sein Herz zielte und hinterließ in ihm einen Schmerz, den keine Wunde hätte bewirken können. Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte der Jungwolf geglaubt, dass er so für jemanden empfinden konnte, dass er so leiden konnte, wenn jemand anders es tat. Dieser Tag jedoch war der Beweis dafür, dass er es konnte, doch es war nur jenen vorbehalten, die er liebte. Jeanne war ihm, seit ihrer ersten Begegnung wie eine Mutter gewesen und genau diese Stellung nahm sie in seinem Herzen ein. Mit einem leisen Winseln senkte er nun sein Haupt zu ihr hinunter und berührte sie sachte an der Schnauze, als könne somit ein Teil ihres Leides auf ihn übertragen werden. Als Jeanne ihren Fang in seinem Fell vergrub, waren Shartán und die Anderen nur noch ein leises Grummeln in seinem Hinterkopf. Seine volle Aufmerksamkeit galt nun jener Fähe, die sich seiner angenommen hatte, als er es am meisten brauchte. Nun war ihre Zeit der Not gekommen und Shanaro sah es als seine Aufgabe ihr ebenso Beistand zu leisten, wie sie es getan hatte. Der sanfte Körperkontakt füllte ihn zugleich mit Friede und tosenden Wellen von Trauer, dich sich von ihr auf ihn übertrugen. Kurz schloss der Jungwolf seine Augen, um diesen unwirklichen Moment mit vollem Bewusstsein zu erleben, ohne zu wissen, ob er ihn genießen oder verfluchen sollte. Dann öffnete er seinen Fang und sprach mit leiser Stimme

“Ich hab dich lieb, Jeanne“

Shanaro wusste nicht, wieso er es sagte, denn ob es ihr Trost spenden würde war zweifelhaft. Dennoch hatte er das Gefühl, dass es genau der richtige Moment war, denn schon im nächsten Augenblick stand die Fähe auch schon auf und steuerte auf den Ausgang zu, um diese Höhle der Trauer zu verlassen. Mit dieser Geste kam der junge Rüde wieder in die Wirklichkeit zurück und fand sich selber immer noch den gleichen Wölfen gegenüber, der Fremde, Toboe, Maav und Felino. Die Worte, die gefallen waren, während er sich mit Jeanne beschäftigt hatte, waren ihm entgangen, doch nun öffnete der graue Jungwolf seinen Fang.

“Du hast Recht, Toboe“

Meinte Shanaro, nachdem seine Stimme verklungen war und ohne den Fremden auch nur eines Blickes zu würdigen, folgte er der weißen Fähe. Erst als er bei ihr angekommen war, verlangsamte er seine Schritte wieder. Er verharrte in stummes Schweigen, doch Worte waren momentan nicht von Nöten.


11.06.2009 17:46




Cílyn Nuray


Sorglosigkeit? Oder Ausgelassenheit? Jugendlichkeit und Lebensfreude? Aber auch schutzlos und Beute. Was sah sie in ihrem Bild?
Jeder schien etwas unterschiedliches in den Bildern der anderen zu sehen, etwas was er persönlich mit den Dingen verband, etwas was man sich vorstellen konnte. Ihr Blick glitt ruhig zu Akara, die es wieder drängte raus zu kommen und vielleicht noch etwas anderes zu entdecken. Cílyn schwieg lieber. Sie wusste nicht was sie wollte, ob sie überhaupt noch mehr sehen wollte. Es war so konfus. Wie war es möglich, dass so etwas überhaupt zustande kam? Es ging nicht - es war einfach unbegreiflich. Und sie meinte, dass etwas tief in ihrem Innersten sich ab dem heutigen Tage verändert hatte. Die Aura, die diesen Raum, diese Höhle umgab, veränderte sie, und brachte sie das zu sehen, was ihnen sonst verschlossen blieb. Vielleicht war es sogar ein Wunder.

"Ich sehe bei Andraki Schutz und Geborgenheit, selbst im Angesicht des schlimmsten Sturmes. Bei Leikuna sehe ich reines, frohes Licht, das Trost spendet und niemals erlischt. Bei Akara sehe ich keine Einsamkeit ... eher Kraft, selbst allem Stand zu halten und selbst, wenn es kalt und trostlos erscheint, eine besondere Art von Ruhe auszustrahlen."

Sie lächelte leicht als sie geendet hatte und betrachtete nochmals alle Spiegelbilder. Erst war sie überrascht, als sich plötzlich eine andere Reflektion vor ihr festigte - dann bemerkte sie, dass noch jemand die Kammer betreten hatte. Der weiße Rüde Shitéryu. Sein Spiegelbild war ein tiefer See mit einem schimmerndem Vollmond, der sein Spiegelbild im Wasser hatte.

"Mit deinem Bild verbinde ich Ruhe, tiefe Ruhe ... aber auch Sicherheit und vielleicht auch etwas geheimnisvolles..."

Sie hatte gar nicht darauf geachtet, was sie von sich gegeben hatte und auch gar nicht gemerkt, dass sie sich dem Rüden genähert hatte, um sein Bild besser zu betrachten können und nun, da sie sich ihrer Worte bewusst wurde, sah sie erst Shitéryu direkt an und wandte sich dann leicht beschämt ab. Es war nicht ihr Recht gewesen schon über sein Bild zu 'urteilen'. Vielleicht wollte er es gar nicht. Doch anstelle sich weiter darüber Gedanken zu machen, beobachtete sie, wie sich ein weiteres Bild festigte. Kiba war auch in die Kammer getreten und ihr Bild war ... glänzend. Schützend und rein. Es war auch so hell, wie das Bild von Leikuna, und doch so ganz anders. Es war verschneit und zeugte von Kälte und doch schien die Gestalt, die sich in dieser wunderbaren Schneelandschaft befand wunderbar warm. Ihr Blick glitt zu Kiba, nachdem sie sich von deren Bild abgewandt hatte.

"Ich glaube es zeigt das von uns, was wir sonst nie sehen."


11.06.2009 20:28




Andraki


Andraki lauschte den Deutungen der anderen und schwieg dazu. Die einzelnen Theorien darüber, was die Bilder zu bedeuten hatten, wichen zwar voneinander ab, waren im Grunde jedoch ganz ähnlich. Die Zimtfarbene überlegte, inwiefern diese Tatsache vielleicht wichtig war. Vielleicht hatten sie ja alle Recht - und vielleicht irrten sie sich auch gewaltig. Letzteres erschien ihr zwar unwahrscheinlich, aber dieser ganze Raum, diese ganze Höhle war an sich schon unwahrscheinlich, allein schon in ihrer Existenz. Und trotzdem war sie hier, waren sie hier und starrten in schimmerndes Eis, das keines war.
Jemand gesellte sich zu ihnen, und Andraki wandte den Kopf um. Einen Namen konnte sie dem Rüden nicht zuordnen, obwohl sie ihn mit Sicherheit schon aufgeschnappt hatte, als die Gruppe eingeteilt worden waren. Was er jedoch sagte, brachte sie von ihren Namensgrübeleien ab und ließ sie die Stirn runzeln.

"'Seelenlandschaften'?",

wiederholte sie und besah sich dann sein Spiegelbild. Ein voller Mond schien über einem nächtlichen See. Die Szene war versprach Ruhe unf Frieden, aber ob dieser Frieden dauerhaft war oder nur die Ruhe vor einem Sturm, vermochte sie nicht zu sagen. Ihr Blick glitt zurück über die Bilder der anderen und blieb bei Leikunas hängen.

[/I]"Aber Leikunas Licht ist keine Landschaft"[/I],

stellte sie fest, und dachte über diesen Umstand nach.

"Aber vielleicht ist das auch nicht wichtig. Wenn diese Bilder unsere Seelen zeigen, können sie alles darstellen",

sinnierte sie und wandte sich abermals um, als Kiba die Kammer betrat. Andraki antwortete der Alpha nicht - höchstwahrscheinlich hatte sie ihre und die Worte des Rüden bereits mitbekommen. Stattdessen wanderte ihr Blick neugierig zu dem Bild der Alpha. Unwillkürlich duckte sie sich daraufhin langsam. Ihr altes Rudel hatte Götter veehrt, und auch wenn das Wesen im Eisspiegel nicht Andrakis Göttern glich, so wusste sie doch instinktiv etwas Überirdisches vor sich zu haben. Andraki senkte den Blick und verharrte in dieser ehrerbietenden Haltung. Es spielte keine Rolle, dass diese Erscheunung 'nur' in einem Spiegelbild zu sehen war - wenn diese Bilder wirklich die Seele zeigten, dann ruhte in Kiba eine Gottheit, oder zumindest ein gottähnliches Wesen.
Ewig hätte die Braune so verharrt, hätte Akaras Stimme sie nicht erreicht. Mittlerweile teilte sie die Neugier der Fähe, und so fing Andraki an sich rückwärts aus der Höhle zu bewegen. Dem göttlichen Wesen den Rücken zuzukehren, wäre ihr nicht im Traum eingefallen. Erst, als das blaue Glühen mehr und mehr verblasste und die Braune sich sicher war, dass aus dieser Entfernung keine Spiegelbilder mehr zu sehen sein würden, hob sie wieder den Blick und richtete sich auf. Andraki wandte sich zu Akara um, lächelte und nickte.

"Ich bin dafür",

bestätigte sie und wagte die ersten Schritte zurück in den Gang. In Gedanken war sie immernoch dabei, über die Bedeutung der Bilder nachzusinnen...


14.06.2009 22:05




Akara Chitaru


Akara blieb stehen, als ein weißer Rüde die Kammer betrat, um neugierig auch auf sein Spiegelbild einen Blick zu werfen. Wieder zeichnete sich im Kristall eine Landschaft ab. Ihre Ohren wandten sich Schritten zu, die ihrer Leitwölfin gehörten und sie erwartete, auch Yago zu vernehmen. Als sie sich jedoch umdrehte, sah sie, wie er im Eingang der Kammer stehen geblieben war.
Den weißen Rüden aufmerksam musternd, wandte sie sich ihm zu und behielt dabei auch sein Seelenbild im Auge.

“Dein Bild sieht verträumt und romantisch aus, ruhig, wie Cílyn sagte. Andererseits wirkt es dunkel und einsam, trotz des schimmernden Mondes. Was siehst du, wenn du es betrachtest?“

Sie war überrascht von sich und ihrer offenen, gesprächigen Art. Es war, als dürfen plötzlich die Grenzen der Distanz nach belieben überschritten werden. Als sie sich jedoch Kibas Bild ansah, wurde sie nachdenklicher. Unter all den Wölfinnen und dem weißen Rüden fühlte sie sich plötzlich als Teil der Gemeinschaft. Es gab keine Fremden mehr. Die Leitwölfin selbst wurde zu einer guten Freundin, so wie die anderen Anwesenden. Mit gemischten Gefühlen wandte sie sich ihr zu und konzentrierte sich auf das, was sie aus dem Seelenbild der Alpha zu lesen meinte:

“Tapferkeit…“

Murmelte sie das erste Schlagwort, dass ihr in den Sinn gekommen war. Danach überlegte sie erneut eine ganze Weile.

“Das Licht ist warm, warm in einer klirrend kalten Winternacht. Aber Finsternis gibt es keine, nicht wenn Schnee liegt und solange Sterne leuchten und schon gar nicht, wenn ein geflügelter Wolf die Nacht erhellt.“

Danach betrachtete sie Kiba und versuchte das Bild in deren Charakter zu interpretieren.

“Was fühlst du, wenn du ‚dich’ ansiehst?“

Fragte sie, mit gewohnter Mimik, aber freundlichen, sanften Augen. Aufmerksam ließ sie den Blick schweifen und betrachtete Cílyn, als würde es ihr auf diese Weise leichter fallen, deren Worte zu durchdenken. Wenn das Bild also von ihr zeigte, was sie sonst nie sah, was bedeutete dann der kahle Baum in der Sommersonne?

“Was ist, wenn kein Bild einzeln für sich einen Sinn gibt und man sie alle zusammen im Gesamten sehen muss?“

Sie überflog noch einmal alle Erscheinungen. Aus Sommer wurde Winter, aus Sonnenschein wurde Mondlicht und aus Tag wurde Nacht. Das Meer wurde zur Steppe, zur Tundra und zu einem See. Und durch die Landschaften tanzte ein reines Licht, sowie ein vergnügtes Reh. Doch welche Aussage sollte dieses Wechselspiel haben?
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie Andraki und ließ sich von deren Worten in die Gegenwart zurück reißen. Kurz zögerte sie noch, dachte beiläufig über das Verhalten der Wölfin nach und nickte ihr dann bestätigend zu. Sie würden gleich weiter gehen, doch noch wollte sie wissen, ob Kiba und der Rüde, dessen Namen sie nicht wusste, noch etwas Auflösendes beizutragen hatte, was vielleicht die Spiegelbilder erklärte.
Yago wirkte wie ein Spion, der ihre Seelen sehen konnte, seine eigene aber verborgen hielt. Akara sah zu ihm hinüber und überlegte, ob sie etwas sagen sollte, doch sie wollte nicht aufdringlich wirken. Sie wusste nicht mehr, ob es Neugierde war, oder ob sie jedem Wolf wünschte, diese Reise in sein eigenes Ich zu machen, um sich besser kennen zu lernen.


18.06.2009 18:31




Jeanne


Es war unglaublich still um die weiße Fähe, sie hörte nur ihre eigenen Schritte von den Wänden wieder hallen. Sie hörte nicht die Worte, die hinter ihr gesprochen wurden. Aber es wäre ihr auch egal gewesen. Was zählten diese Worte schon? Sie wollte allein sein, und am liebsten lange schlafen. Ihre Beine waren unbeschreiblich schwach, bei jedem weiteren Schritt hatte Jeanne das Gefühl, dass ihre Beine ihr Gewicht nicht tragen konnte. Jeden Moment rechnete die Weiße damit, dass sie zusammen brach, unter einem Tonnenschweren Gewicht aufgeben musste. Und wieder rannen Tränen über das weiße Fell der Wölfin, die eher wie ein Schatten ihrer selbst wirkte. Sie fühlte sich kraftlos und leer. Und doch wandte sie den Blick kurz zurück, um nach den anderen zu sehen. Sie hatten ihre Schwäche schon längst gesehen, es brachte also nichts, sich zu verstecken. Die dunklen Augen wandten sich ein Stück weiter zur Seite. Aber die Sicht auf den Spiegel war schon lange verdeckt, sie konnte nicht mehr das sanfte Lächeln sehen oder das vertraute, beruhigende Summen hören. Einige Herzschläge dachte sie darüber nach, zurück zu laufen, wieder bei ihm zu sein. Auch wenn sie seine Wärme so nicht spüren konnte. Aber für den Moment hörte sie auf ihren Verstand, drehte den Kopf wieder nach vorn. Sie durfte sich nicht so hängen lassen.. aber es schien alles so sinnlos.
Leise Schritte ließen sie den Kopf ein ganz kleines wenig zurück drehen. Und da war er schon. Jeanne hatte fest damit gerechnet, dass Shanaro der erste war, der bei ihr auftauchen würde. Und irgendwie auch der einzige, den sie nun bei sich haben wollte. Aber der junge Rüde schwieg, auch damit hatte sie irgendwie gerechnet. Was sollte er auch sagen? Und.. was sollte sie sagen? Sie fühlte sich nicht kräftig genug, um zu sprechen. Sie hatte das Gefühl, als hätten ihr die letzten paar Minuten die Kraft geraubt. Mit einem leisen Seufzen, den Kopf zu Boden gesenkt sah die Fähe also wieder nach vorn, sah nicht zurück zu den anderen.

“Ich fühle mich so leer..“

Mehr ein leises Nuscheln, Worte, die sie irgendwie an sich selbst gerichtet hatte. Und doch würde der Kleine sie gehört haben.


18.06.2009 21:11




Shanaro


Jeder Schritt hallte von den Wänden der Höhle zurück und drang lauter an die Ohren Shanaros, als sie in Wirklichkeit waren. Doch diese Geräusche hörte der junge Rüde nur im Hintergrund seiner Gedanken. Er war nicht mehr wie sonst auf seine Umwelt konzentriert, sondern viel mehr auf die Fähe, die neben ihm herlief. Kaum merklich war sie zum Mittelpunkt seines Lebens geworden und erst jetzt, wo er so einen Kummer bei ihrem Anblick verspürte, wurde er sich dessen bewusst. Immer weiter hatte sich die Jotafähe in seine Gefühlswelt hineinbewegt, immer mehr hatte sie sein Herz beansprucht und dies war der Zeitpunkt, an dem diese Zuneigung an die Öffentlichkeit sickerte.
Noch immer war das Schweigen zwischen Shanaro und Jeanne nicht gebrochen, doch Worte waren in diesem Falle gar nicht von Nöten. Es erschien dem schwarzen Jungwolf beinahe so, als könne er die Fähe auch ohne jegliche Laute verstehen. Ihre Mimik war genug, um ihr Ergehen zu zeigen, ihr Blick genug, um ihn leiden zu lassen. Sie tat es nicht mit Absicht, das wusste er gewiss, dennoch war es eine Qual, sie so zu sehen.
Die Ohren des jungen Rüden zuckten, als er die schwache Stimme der Weißen vernahm. Er hatte nicht erwartet, dass sie ihrerseits die Stille brechen würde, doch scheinbar hatte er damit falsch gelegen. Die Tatsache, dass sie sprach, war ein Trost für Shanaro, wenn auch nur ein geringer, denn die Worte die sie sprach trugen eine Bitterkeit, die er selber noch nie erlebt hatte. Ähnliche Ereignisse waren ihm ebenfalls widerfahren, doch ein so junger Wolf hatte nicht die Fähigkeiten, so tiefe Gefühle mit einem Geschehnis zu verbinden. Vielleicht wäre er in seinem jetzigen Alter dazu in der, nun, wo er Jeanne kannte, nun, wo er lieben konnte.

“Wegen … diesem Wolf im Kristall …?“

Fragte der Jungwolf vorsichtig und musterte die Jotafähe von der Seite. Er wusste, wie sie sich fühlte und dennoch wollte sie wissen, was es mit diesem Rüden auf sich hatte. Ein kurzes Winseln drang aus seiner Kehle und er überlegte angeregt, bevor er weiter sprach. Es konnte sehr verletzend sein, noch mal an Dinge erinnert zu werden, die einem ohnehin Kummer bereiteten, es konnte jedoch auch erlösend sein, jemanden etwas anzuvertrauen, was so quälend zu ertragen war. Vielleicht hatte Shanaro Glück und konnte Jeanne helfen? Aber wohlmöglich würde er auch Pech haben und sie noch mehr nieder schlagen. Sollte er sie nach dem Rüden fragen? Lange zögerte der Jungwolf, beschloss sich jedoch für die riskantere Variante.

“Jeanne … Wer war der Wolf im Kristall? Ich hörte dich öfters seinen Namen sagen … Was geschah mit ihm?“

Sprach er schließlich und blickte die Fähe beinahe ängstlich an. Hatte er etwas falsch getan? Würde sie ihm diese Frage beantworten wollen oder würde sie es als Last ansehen, über jene Ereignisse zu sprechen? Shanaro wusste es nicht, doch gesprochene Worte konnte er nicht rückgängig machen.
Während er angespannt auf eine Antwort wartete, lief er ganz dicht bei der Fähe, sein Körper berührte den ihren und trotz ihrer momentanen Schwäche, fühlte er Sicherheit in dieser einmaligen Berührung.


19.06.2009 23:06




Jeanne


Ihr Kopf war noch immer zu Boden gerichtet, die dunklen Augen fast geschlossen. Es war ihr so egal, wohin sie ging, in welche Richtung der Weg führte. Sie schritt einfach weiter, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wohin sie gingen. Sie hatte das Gefühl, unglaublich lang gegangen zu sein, als sie anhielt. Vorsichtig hob die Weiße den Kopf, blinzelte nach vorn. Aber sie konnte nicht auf das reagieren, was sie dort sah. Shanaro sprach sie an, und er sprach etwas an, was ihr gar nicht gefiel. Die Ohren wurden nach hinten geneigt, pressten sich nun eng an den zierlichen Kopf der Fähe. Die dunklen Augen schließend lauschte sie den Worten des Schwarzen, blickte ihn für einige Momente an, als er schwieg. Ihr Blick musste noch immer von unglaublicher Trauer zeugen. Aber sie konnte sich nicht zusammen reißen, nicht in solch einer Situation. Es ging nicht.. Jeanne schluckte hart, hob den Kopf dann noch ein kleines Stück an und starrte in die Ungewißheit, nach vorn.

“Er.. Danley war mein Gefährte..“

Die Stimme der Weißen war unglaublich leise, kaum mehr als ein gequältes Flüstern.

“An dem Tag, an dem Kiba dich zu Cílyn und mir gebracht hat.. während ich mit ihr und den anderen jagen war.. hat er versucht jemanden zu töten.. er war krank.. weißt du, was Tollwut ist, Shanaro? Genau weiß ich es selbst nicht.. aber diese Krankheit ändert das Wesen eines jeden Wolfes, der sie in sich trägt. Man wird vollkommen unberechenbar, greift die an, die einem lieb sind.. Meine Mutter starb daran..“

Sie verbot sich jeden weiteren Gedanken, jedes weitere Wort. Während sie gesprochen hatte, waren die Augen der Hellen zugefallen, als wolle sie nicht sehen, was um sie herum geschah. Erut schluckte Jeanne die Tränen herunter, die nun wieder in ihre Augen treten wollten. Sie musste sich zusammen reißen, für den einzigen, der ihr jetzt Trost spendete. Die anderen waren weit weg.. Nur Shanaro war da. Und ihr fiel nichts besseres ein, als rum zu jammern? Ein leises, kraftloses Seufzen, dann wandte sich die Weiße zurück zu dem jungen Rüden.

“Mitsah hat ihn getötet, bevor er mehr Schaden anrichten konnte.. das, was du eben im Spiegel gesehen hast, das.. war Danley bevor er starb. Seine warme Stimme, die leuchtenden Augen.. er.. wurde einfach aus meinem Leben gerissen. Ich werde nie wieder seine Wärme spüren.. nie wieder..“

Nun wandte sich ihr Blick wieder auf den Boden, die Ohren eng an den Kopf gelegt.

“Er ist für immer fort..“


20.06.2009 19:55




Shanaro


Die Stille zwischen den Worten schien sich auszudehnen und eine unglaublich große Zeitspanne auszufüllen. Die Schweigsamkeit der weißen Fähe ließ Shanaro vermuten, dass seine Frage unangenehm gewesen war. Er sah sie von der Seite her an und sah, wie sie die Seelenspiegel schloss und die Ohren anlegte. Ja, er hatte etwas Falsches getan, hätte er das Risiko doch nicht eingehen sollen? Missmutig beobachtete der Jungwolf, wie schwer es Jeanne fiel, seine Frage zu beantworten, er hatte es nur noch schlimmer gemacht! Und als die Fähe ihm in die Augen sah, konnte er es kaum ertragen. Die Trauer die in den dunklen Seelenspiegel glimmte war so überwältigend, dass Shanaro ein kurzes Winseln von sich gab und ihre Schnauze mit seiner berührte. Gerade schon wollte er seine Frage zurück nehmen, da antwortete sie auch schon, er hatte zu spät agiert.
Schweigsam und betroffen lauschte der Schwarze den ersten Worten, die über ihre Lefzen kamen. Lediglich ein leises flüstern war zu vernehmen, dennoch verstand er jedes Wort, was in diesem mithallte. Seine Ohren schnippten. An jenem Tag, an dem er kam? Das war noch nicht lange her. Weiter folgte er Jeannes Erzählung, schüttelte auf ihre Frage das Haupt. Er hatte schon von Tollwut gehört, doch noch nie sah er jemanden, der an dieser Krankheit gelitten hatte. Es musste etwas Grausames sein, wenn es die Macht hatte, ein Wesen dazu zu bringen anderen das Leben zu rauben.
Dann hielt die Jotafähe inne. Sie hatte die Augen geschlossen und Shanaro wusste, welch schmerzvolle Gedanken durch ihre Seele kreisten. Es musste unerträglich sein. Er drängte sie nicht zu weiter erzählen, sondern erließ ihr all die Zeit, die sie glaubte zu benötigen. Auch machte er keine Anstalten, weitere Fragen zu stellen, denn die einzige die er gestellt hatte, schien schon zu viel gewesen zu sein. Wieder überkamen ihn die Schuldgefühle, es nun er gewesen, der Jeanne indirekt dazu gezwungen hatte, vergangene Geschehnisse aus den Schatten ihrer Gedanken zu holen und sich mit jeden Wort mehr an jene zu denken.
Als sie weiter sprach, blickte Shanaro sie in Verwunderung an. Danley wurde von einem Mitglied des Rudels getötet … Er kannte Mitsah nicht wirklich, aber dennoch erinnerte er sich vage an einen Wolf, der diesen Namen trug. Kurz nachdem Shanaro dem Rudel beigetreten war, war dieser gegangen. Sie hatte nicht viel miteinander zu tun gehabt.
Als Jeanne mit ihrer Erzählung geendet hatte. blickte der Jungwolf sie betroffen an. Es musste wirklich eine schreckliche Trauer sein, die in ihr Platz genommen hatte.

“Das … tut mir Leid …“

Flüsterte Shanaro dann und schmiegte seinen Kopf an den ihren, als könne somit an Teil ihrer Trauer auf ihn übertragen werden. Natürlich, so dachte er, war die Anwesenheit eines Jungwolfes wie er es war nur ein geringer Trost, doch wollte er alles tun, was er konnte, um Jeanne wieder glücklich zu machen. Ihm fehlten jedoch die Worte. Was würde sie trösten nach so einem gravierenden Verlust? Vielleicht brauchte sie wen anders, der sie liebte … Shanaro liebte sie, zweifellos, doch Danley würde er sicherlich niemals ersetzen können, niemand wäre dazu in der Lage.

“Ja, er ist fort … aber in deinem Herzen soll er weiter Leben …!“


21.06.2009 10:03




Shitéryu


« Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten... »

Ein Lichtschein, voller Hoffnung. Voller Leben.

Das Licht tanzte durch den Raum, wenn sich die dazu gehörige Fähe bewegte und es schien, als würde es einen eigenen Flammenschein auf die Spiegelwand werfen und auch die anderen Bilder in sein warmes Licht tauchen.
Die blaugrauen Augen waren mehr auf die Bilder und die dazugehörigen Fähen gerichtet, als auf sein eigenes Spiegelbild, welches sich ebenfalls durch einen Lichtschein auszeichnete.
Einen Augenblick lag der ruhige Blick auf Akara und dem toten Baum, der voller Kraft und Stärke in dem ruhigen Bild stand. Kein Ast rührte sich und dennoch wirkte das Bild nicht leblos auf ihn.
Als die Weiße das Wort erhob, nickte Shitéryu zustimmend.

Als hätte er den schlimmsten Sturm überlebt und würde nur noch auf den nahenden Frühling warten.

Obwohl er keine Ahnung hatte, was dem Gespräch der Fähen voran gegangen war, so unternahm er doch einen Versuch sich einzubringen, auch seinen Platz in diesem Rudel zu finden. Sein eigenes Spiegelbild aus dem ersten Raum hatte ihn dazu animiert. Dieser traurige, einsame Wolf, ohne Hoffnung und Freunde – so wollte er nicht sein. Seine Hoffnung sollte noch nicht versiegen.
Schnell lenkte der Helle seine Aufmerksamkeit dem Bild des Wolfes zu, der das Rudel beschütze, dem Ansturm trotzte und in dieser Hinsicht dem Baum von Akara nicht unähnlich war. Dieser hingegen verkörperte für ihn allerdings mehr Schutz und Sicherheit, so wie die Weiße es erwähnt hatte. Der Baum hingegen ließ ihn auf einen unbeugsamen Willen und Standhaftigkeit schließen.
Als das Bild des wandelnden Lichtes zur Sprache kam, nickte der Rüde wieder.

Es könnte auch Liebe, Licht selber und Wärme bedeuten. Ein angenehmes Gefühl, welches selbst die triste Dunkelheit zu erhellen vermag.

« Wer das Licht bringen will, muß in die Dunkelheit gehen... »

Ist sie in der Lage, in die tiefsten Dunkelheiten einzutauchen und die Verzweiflung der einsamen Herzen zu vertreiben? Ihr Licht ist heller als alles, was ich zuvor gesehen habe und doch ist es so sanft. Es wärmt selbst die kälteste Seele.

Passend zu ihren Worten, wandte sich Shitéryu nun auch seinem eigenen Bild zu, betrachtete das still da liegende Gewässer und den silbrigen Mond, der sein geheimnisvolles Licht über die Landschaft scheinen ließ und sich im Spiegelsee reflektierte. Ein interessantes Bild und einen Augenblick hielt der Wanderer inne. Zu was sollte er sich mehr hingezogen fühlen: mehr zu dem See oder doch eher dem Mond? Es war eigentlich das Bild als solches, ein Schönes, trotzdem schienen sich seine Augen nicht entscheiden zu können.
Noch ein mal nickte er, halb allerdings, neigte ein wenig, nachdenklich, den Kopf.
Die Alphafähe tauchte auf und mit ihr ein weiteres Bild. Ein solches hatte der Weiße nie zuvor gesehen, die Tatsache außen vor gelassen, dass er nie zuvor solche Spiegelbilder gesehen hatte.
Fasziniert betrachtete Shitéryu das Bild Kibas, wandte dann den Blick der braunen Fähe zu, schenkte ihr einen sanften Blick, der weiter zu der Wölfin wanderte, die eine schützende Rolle im Spiegel einnahm. Mit ihrer Äußerung hatte sie nicht unrecht.

Ich sah das Bild als ganzes. Eine endlose Finsternis, eine unbekannte Umgebung – sei es in der Realität oder in einem Herzen – in der ein Licht schimmert.

Die ruhige Stimme erklärte leise seinen Gedankengang, seine Überlegung. Die Zimtfarbene machte Anstalten weiter zu gehen, Shitéryu selber verspürte bisher noch nicht den Wunsch dazu, sein Interesse galt ungebeugt den Bildern, die man deuten konnte wie man wollte. Es lag ganz im Betracht des Einzelnen. Daher wandte er sich noch, ehe sie gingen, an Akara. Kurz runzelte der Weiße die Stirn, dachte darüber nach, horchte in sich hinein.

Ich kann es nicht genau sagen. Es... passt... nein, es gehört zu mir. Das kann ich spüren.

Die ruhigen, nachdenklichen Augen musterten den See und den schimmernden Mond.

Aber mit deiner Mutmaßung hast du recht.

Ich fühle mich in der Tat einsam. Einsam und verloren. Melancholie ist meine Heimat. Du hast vollkommen Recht.

Noch ein mal ging der Rüde in seinen Gedanken das durch, was bisher schon Erwähnung fand, konnte sich allerdings dennoch keinen passenden Reim darauf machen. Ein Geheimnis, wie es wohl in jedem von ihnen eines gab.

« Die Mysterien der Welt schlummern in der Tiefe jeder Seele. Dort erwachen sie aber nur, wenn die Seele selbst entscheidend mitwirkt... »

23.06.2009 02:15




Aiyán Tendes


Die Wölfin war wieder weg. Aiyán wusste zwar nicht, was dieser Romani für eine Laus über die Leber gelaufen war, aber es war ihm auch egal. Sie hatte seinen Bruder beleidigt und damit eine Art Todsünde begangen. Wo auch immer sie sich hin verkrochen hatte, hoffentlich blieb sie dort. Der Schwarze hatte bloß noch die Schnauze gerümpft. (Doch sein Ärger war schnell wieder verflogen, als Saiyán und er die erste Kammer betreten hatten. Vor ihnen baute sich eine große, kristallene Wand auf, schimmerte wie blaues Eis und zeigte ... sie selbst. Und auch wieder nicht. Es hatte den Jungwolf ziemlich erschrocken, als ihm das Spiegelbild schon sehr schnell nicht mehr gehorcht hatte und zusammen gebrochen war. Blutend, sterbend. Aber das war nicht mehr er, das war sein Zwillingsbruder. Es war ein grauenvoller Anblick und vor Saiyán war das genaue Gegenstück zu sehen. Vor ihm lag er selbst blutend im Gras. Sai sah so aus, als würde ihn das nicht groß schocken und auch Aiyán fühlte sich von diesem Bild nur innerlich sehr verstört. So war es gut, dass die die Kammer schnell wieder verlassen hatten. Dieses Spiegelbild konnte nicht mehr als eine Illusion sein. Schließlich standen sie hier beide. Munter, gesund und unverletzt. Die Zukunft? Nein, Unsinn. Ihnen würde doch nicht beiden genau das Selbe passieren. Nein, nein, nein. (Also gingen sie in die zweite Kammer und auch hier tauschten ihre Gestalten sehr schnell den Platz und er hatte seinen Bruder vor sich. Dieses Mal aber nicht blutend, sondern fröhlich. Was genau ihnen das jetzt aber sagen sollte, das war Ai nicht so bewusst. Es war höchst seltsam und brachte den Schwarzen dazu, die Stirn zu runzeln. Einmal starben sie beide und das andere Mal saßen sie bloß rum. Komische Teile. Seufzend folgte Aiyán Saiyán und nickte kurz zu seinen Worten. Interessant war das wirklich nicht. Außerdem kam er sich komisch vor zwischen all den fremden Gesichtern ... gut, Adali und Jeanne kannte er. Aber anfangen konnte er mit ihnen nichts. Und das Bedürfnis dazu hatte er genau so wenig.
Den Kopf wendend stellte Aiyán fest, dass es - welch' Überraschung - noch eine dritte Kammer gab. Entnervt drehten sich die Ohren des Jungwolfes kurz zurück, dann zuckte er aber einfach mit den Schultern. Eine Kammer mehr, na und?

"Lass uns die Letzte auch noch anschauen, was anderes gibt es hier eh nicht zutun.",

meinte er zu seinem Bruder gewandt und steuerte wieder auf das blaue Leuchten zu. Er kam dabei an Shanaro und Jeanne vorbei, ohne sie wirklich zu beachten. Die Weiße sah deprimiert aus, aber mit Depressionen wollte er sich jetzt erst Recht nicht befassen. Misstrauisch steckte der Schwarze seinen Kopf durch den Eingang und starrte die Spiegelfläche an. Er erwartete, dass Aiyán jeden Moment zu Saiyán werden würde, wie in den Kammern davor. Aber erst einmal geschah nichts. Also trat er ein bisschen näher ... und dann veränderte sich sein Abbild tatsächlich auf ein Neues.
Ganz langsam legte Aiyán den Kopf schiefer und schiefer und man sah quasi, wie sich ganz viele Fragezeichen über seinem Kopf bildeten. Das da war nicht Saiyán. Und er war es auch nicht. Das war ... ein junger Baum? Hää?


30.06.2009 12:10

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 14:02
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Fähe

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94 cm

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23.07.2005

Seite 16




Yacáru


Der Fremde schien ganz nett zu sein, immerhin war er schonmal gesprächiger als Ares und sprach ganz ruhig. Yacáru wusste nicht genau, ob sie Ares in die "nett"-Kategorie einordnen konnte - eher nicht - aber trotzdem mochte sie den Schwarzen irgendwie ziemlich gerne. Denn 'nicht nett' musste ja nicht zwingend gleich 'böse' heißen. Nein, böse war Dallan auch nicht. Er war ... ein bisschen komisch, anders. Dallan eben.
Ihr Kopf wanderte zu Korrianke, der gleich wieder anfing von den blauen Höhlen zu reden. Die hatten ihn wohl echt in ihren Bann gezogen. Yacáru blieb da lieber noch vorsichtig. Sie wusste nicht, was sie mit den Spiegeldingern anfangen sollte. Als ihr plötzlich eine Idee kam, fing ihre Rute an munter hin und her zu pendeln.

"Du kannst sie dir ja mit Daven ansehen!", rasch huschte ihr Blick zu jenem. "Ares will da nämlich nicht rein. Aber Korri ist ganz begeistert, irgendwie."

Sie runzelte leicht die Stirn, was zum Ausdruck brachte, dass sie diese Begeisterung nicht ganz teilte. Aber Erwachsene konnten eben hin und wieder ziemlich komisch sein.
Vorsichtig warf sie einen Blick über die Schulter und konnte sehen, wie ein paar Wölfe ihrer Gruppe auch schon die dritte Kammer wieder verließen und weiter gingen. Also eigentlich behagte ihr der Gedanke, hier zurück gelassen zu werden, noch viel weniger!

"Aber beeilt euch endlich mal, sonst ist der Rest bald noch weg!",

drängelte die Welpin. Das sie Daven praktisch schon wie ein festes Rudelmitglied mit einbezogen hatte, fiel ihr dabei nicht auf. Immerhin war er ja nett und hatte auch sofort gesagt, wie er hieß ... im Gegensatz zu Ares, dessen Namen sie erst von der Alpha gesagt bekommen hatte.


06.06.2009 23:38




Daven


Sie waren zugänglicher als erwartet. Da musste er sich doch eingestehen, dass er anfänglich noch im Hader mit sich gewesen war, ob es wirklich eine gute Idee war einfach auf ein Rudel zu zulaufen? Sie hätten auch andere Möglichkeiten der Reaktionsgabe besessen, die weitaus schlechter für den Hellen ausgefallen wäre. Doch Gegensätzliches war passiert. Das Schicksal schenkte ihm ein wenig Zuversicht auf seinem harten Weg.
Korriankes Worte jedoch, schienen den Rüden einige Momente lang ins Grübeln zu schicken. Das dieses Rudel, welchem er einige Zeit gefolgt war, das Tal schon etwas länger bewohnen musste, ergab aus einer ganz logischen Schlussfolgerung heraus Sinn. Der Rest verwirrte den Großen etwas. Seine klaren Augen maßen den Weißen eingehend, bevor sie die Felswände mit Behutsamkeit abtasteten und gen des Raumes blickten, wo der blaue Kristall verlockend im Dunklen erstrahlte. Dieser Ort? Was genau was diese Höhle eigentlich. Für Daven ergaben diese Räumlichkeiten, diese sonderlichen Einbuchtungen in den Fels keinerlei Sinn. Das Wissen, um diese geheimnisvolle Atmosphäre blieb ihm scheinbar verborgen. Er hatte auch keinen Grund Unbehagen deswegen zu verspüren. Wovor auch? Die Wände konnten nur über ihnen zusammenstürzen. Aber das war doch schon.

"Ich verstehe nicht ganz. Ich kenne diesen Ort und seine Bedeutungen nicht. Sollte ich denn etwas über diese sonderbaren Kristallwände wissen?"

Abermals wandte sich seine Aufmerksamkeit an den Weißen, auch wenn vorher kurz der Welpe und der Schwarze mit Sorgsamkeit bedacht wurden. Sollte ihn denn etwas in seiner Ausgeglichenheit stören? Der ehemalige Alpha war es gewohnt die Ruhe in ‚Person’ zu sein. Warum sollte sich das ausgerechnet in einer dunklen Höhle ändern, vor allem dann, wenn er endlich Gesellschaft hatte?

"Ich hatte unwissentlich den ersten Raum betreten, als ich nach euch gesucht habe .. aber was sollte ich denn in diesem Spiegel sehen? Da war nichts?"

Davens Gedanken schienen sich im Kreis zu drehen? War das irgendeine besondere Magie? Irgendetwas überirdisches, dass sich diesen seltsamen Ort bemächtigte? Oder kam er sich nur so verwirrt vor, weil dieser komische Kristall keine Wirkung auf ihn hatte? Aber vielleicht verbarg sich die eigentliche Bedeutung auch vor dem Hellen, weil ihm einfach keine andere Möglichkeit blieb es zu verstehen, wenn er allein war?
Unwirsch schüttelte der Rüde den Kopf und schenkte dem Welpen ein sanftes Lächeln. Was auch immer diese Räume auf sich hatten, Daven sah in ihnen keinerlei Gefahr.

"Wenn er sich diesen Raum anschauen möchte, kann ich gern mit ihm da rein gehen."

Er warf einen fragenden Blick zu dem Weißen. Was er wohl davon hielt? Und warum wollte der Schwarze nicht in diesen Raum? Okay, langsam waren ihm diese ganzen Fragen zuviel. Er brauchte irgendwo klärende Worte, oder zumindest ein wenig Licht im Dunkeln, egal in welcher Art und Weise.


02.07.2009 19:59





Bjarmi lächelte Iàn freundlich zu, zog es dann aber lieber vor, sich etwas zurück zu ziehen und ließ sich nach hinten fallen, abseits der Wölfe.



Leikuna


Leikuna hört nur noch mit einem Ohr zu, während sie sich in der Betrachtung der vor ihnen liegenden Bilder verlor. Der Rüde der zu ihnen gestoßen war schien sich sehr viele Gedanken darum zu machen, und sie begann, statt seinem Bildnis ihn zu mustern. Schon wieder so ein Wolf mit diesen hübschen blauen Augen, stellte sie fest, und lies den Blick erst nach einigen Momenten zurück zum Spiegel schweifen, wo nun auch Kibas Bild zu sehen war.

"DAS ist auch hübsch"

meinte sie, und wand sich dann, Akara und Andraki folgend, zum Gehen, als ihre Augen sich an der leuchtenden Gestalt sattgesehen hatten. Weit kam sie jedoch nicht, denn am Eingang stand Yago. Und auf sein Bild war sie über alle Maßen gespannt.

"Zeig mir dein Bild!"

bat sie fröhlich, lief wedelnd einmal um ihn herum, und postierte sich, wie zuvor bei Andraki, zum Geleit neben ihm.

"Hast du mein Licht gesehen? Weißt du was es heißt?"

fragte sie munter weiter. Yago wusste meist eine Antwort, und sie wollte wissen ob seine Einschätzung sich mit der ihren deckte - oder vielleicht hatte er ja noch eine andere Idee?

"Kibas Bild ist auch schön. Hast du schonmal einen Wolf mit Flügeln gesehen?"

An Fragen würde es ihr nie mangeln...


05.07.2009 16:54




Ares


Ares beobachtete die Situation aus sicherer Entfernung. Körperlich freilich nicht. Er stand noch immer neben Korrianke und blickte dem fremden Rüden entgegen, während er Yácaru vor seinen Pfoten herumhüpfen spürte. Aber in Gedanken distanzierte er sich, lauschte der Sache wie ein Außenstehender.
Der Grund dafür war simpel; der Schwarze duldete die Situation, aber wo eben noch feine Anfänge von Vertrautheit zwischen dem Weißen und ihm hätten entstehen können, stand nun wieder die übliche Kälte, hervorgerufen durch den Fremden. Dieser hatte freilich nichts getan, um das zu verdienen. Aber dass Ares nun plötzlich umgänglicher geworden wäre, das wäre ihm doch selbst sehr suspekt gewesen.

Dass die kleine Welpin noch immer vor sich hinquengelte, überhörte der Schwarze großzügig. Allerdings musste er ihr recht geben, je länger sie hier standen und nichts taten außer reden, desto mehr mussten sie später wieder aufholen.
Und weil ihm das Gerede von diesen Kristallwänden allmählich wirklich zu anstrengend wurde, er aber ahnte, dass die Diskussion erneut losbrechen würde, wenn sie an der nächsten Kammer ankämen, brummte er nun tonlos:

“Ich gehe schon mal vor!“,

packte Yácaru im Genick und hob sie hoch, um sie mit sich zu tragen. Korrianke war kein Welpe mehr, sollte er doch weiter mit dem Rüden reden. Das war ihm egal und auch wenn es ihm störte, dem Fremden den Rücken zukehren zu müssen, so ließ sich das nun einmal nicht ändern.
Als er aber an der Kammer vorbeikam, hielt er unwillkürlich inne und aus einem Impuls heraus, den er selbst nicht erklären konnte, einem sonderbaren Wesenszug, einer Laune, wie immer man es nennen wollte, jedenfalls setzte er die kleine Welpin wortlos vor dem Eingang ab und trat hinein.

Drinnen war es so hell wie bereits in der vorherigen Kammer und der Kristall leuchtete vor seinen Augen wie ein lebendiger See aus Licht. Aber er sah dort kein Spiegelbild, wie zuvor noch. Da war nichts weiter. Der Raum war leer, nur das Licht brach sich in tausend Farben, wie in einem Regenbogen von zersprungenem Glas.
Der schwarze sah sich um, erblickte tausendfach die Spiegelungen der Spiegelungen und hielt dann doch inne, als er glaubte, etwas hinter sich im Spiegel zu sehen. Überrascht drehte er sich um, aber da war nichts, nur ein weiterer Kristall, der den Kristall hinter ihm spiegelte. Aber dieser Nebel blieb, sammelte sich und wurde fester. Erneut sah er sich um, musste aber feststellen, dass es sich wohl nur um ein Bild im Spiegel selbst handelte.
Wie eine Wolke nun tat sich der Schemen zusammen und nahm langsam die Gestalt eines Wolfes an, strahlend weiß und leuchtend, mehr unwirklich als echt.


07.07.2009 14:43




Maav


Jeanne und Shanaro verließen die Höhle, ließen ihn mit diesem grauen Fremden und er musterte ihn, eindeutig unfreundlich.

"Offensichtlich in einer Höhle.", erwiderte er kalt und drehte sich dann wieder um. Er hatte das Gefühl noch nicht von hier weg zu wollen. Hier war Skir, sein geliebter Gefährte und er wusste er würde ihn danach nie wieder sehen. Dafür hatte es zwischen ihnen zu viele Differenzen gegeben, zu viel Streit und sie hatten sich einfach auseinander gelebt, so sehr Maav sich auch nach dem Anderen sehnte, so sehr er ihn auch liebte. Leise winselte er und drehte sich erneut zum Spiegel um blickte in die vertrauten Züge, das grau, braune Fell, die liebevollen, warmen Augen. Er kannte diesen Wolf so gut wie keinen Anderen und wie so oft wünschte er sich nichts sehnlicher als wieder bei ihm zu sein, ihn bei sich zu spüren. Doch dazu war es endgültig zu spät und er sollte das auch endlich kapieren, so schwer es ihm auch fiel. Leise knurrte er, winselte unwillkürlich und kratzte an dem Spiegel. Ein plötzliches Geräusch ließ den Rüden herum fahren und seine Aufmerksamkeit auf einmal auf etwas anderes lenken als den Rüden vor ihm. Leise knurrte er und sah sich um, realisierte dann jedoch, dass es nur ein Stein gewesen war, der sich gelöst hatte und dadurch geklungen hatte als würde sich jemand nähern. Ebenso wie Skirs Abbild im Kristall nur eine Erinnerung war, nichts weiter. Er winselte noch einmal blickte hoffnungsvoll zu dem Spiegel, doch dann wandte er sich ab, drehte sich herum und machte sich auf die Suche nach den Anderen. Fort von den Erinnerungen die ihn trotz allem noch immer gefangen hielten und hinein ins Leben voller Schmerz, aber wie Skir ihm einmal gesagt hatte:'Das Leben muss weiter gehen und wenn nur um des Leben willen.'

“Natürlich kannst du bei mir bleiben.“, versicherte er Felino dem jungen Rüden und stupste ihn sanft an. “Komm, wir müssen weiter kleiner Wolf.“

Es dauerte nicht lange bis sie Jeanne, Toboe und Shanaro eingeholt hatten und Maav schweigend neben den Anderen her ging. Noch immer war er in Gedanken in der Höhle, bei Skir und er fragte sich, ober seinen Gefährten jemals würde vergessen können.


11.07.2009 15:14




Yago


Yago hatte sich hingesetzt. Es drückte gleichermaßen Müdigkeit und Entschlossenheit, keinen Schritt in die Kammer zu setzten aus. Nur kurz hatte sein Blick noch die Bilder der anderen im Spiegel betrachtet, dann war er an dem kalten Stein der Höhlenwände entlanggeglitten, um schließlich in der Dunkelheit zu verharren. Es war ihm kaum möglich, klare Gedanken zu fassen, alles wirbelte in seinem Kopf umher, so viel war schon geschehen. Das Gefühl des Verbrennens war längst erloschen und dessen Asche dafür ins kalte Wasser geworfen worden nur um darin in tausend Himmelsrichtungen zerstreut zu werden. Der tobende Wolf im Wald, Kibas ruhige Gestalt und dazu seine eigene gleich nebenan gaben eine unverträgliche Mischung ab, die Yago noch nicht hatte schlucken können. Und sollte er es doch irgendwann tun, fürchtete er, sie wieder erbrechen zu müssen. Ausspucken wollte er sie dennoch nicht. Sie schmeckte weniger schlecht, als man meinen könnte. So saß der große schwarze Wolf also fast etwas verloren wirkend im Höhleneingang, schmeckte seine Gedanken auf der Zunge und wünschte sich weit weit fort. Ihm entgingen die Gespräche in der Höhle, er bemerkte nicht einmal, dass sich die ersten Wölfe schon wieder umgewandt hatten und dabei waren, den Gang weiter zu gehen. Erst als seine leuchtende kleine Schwester auf ihn zugesprungen kam, blinzelte er einmal und betrachtete dann stumm, wie sie um ihn herumsprang und voller Begeisterung über diesen dritten Spiegel zu sein schien. Und sich wünschte, sein Bild zu sehen. Nun war in Yago sicher eine gewisse Neugierde, wenn ein Wolf vergaß, neugierig zu sein verlor er gleichermaßen einen Teil von sich selbst – aber sie war nicht stark genug um ihn deshalb vor allen anderen Wölfen in die Kammer zu treiben. Dafür waren ihm die beiden anderen Situationen zu vor noch zu stark im Gedächtnis.

“Es ist dein Licht, du bist wie es.“

Das war tatsächlich das Einzige, was Yago dazu einfiel. Für ihn war Leikuna genau das, ein leuchtendes, umherspringendes Licht, leicht und schnell. Die anderen Bilder und ihre Bedeutung blieben ihm verschlossen, aber er hatte auch nicht groß darauf geachtet.

“Nein, einen Wolf mit Flügeln habe ich noch nie gesehen.“

So etwas gab es auch nicht und zunächst verstand er nicht, was Leikuna meinte. Erst, als er seinen Blick von ihr in die Kammer gleiten ließ, sah er Kibas Bild, das tatsächlich schön war. Auch darauf konnte er sich keinen Reim machen, wollte sich aber ebenso nicht damit beschäftigen. Es galt, Leikuna zu erklären, warum er ihr nicht sein Bild zeigen konnte. Die schwierigste Frage zu letzt.

“Mein Bild wird nicht sehenswert sein und außer dir möchte es niemand sehen – auch ich nicht.“

Die Neugierde ließ sich leicht weglügen, auch wenn sie natürlich weiter lauerte. Es war zu hoffen, dass Leikuna nicht versuchen würde, ihn zu überreden – oder zumindest so lange dafür brauchte, bis die anderen fort waren.


13.07.2009 12:08




Korrianke


Während Daven sprach, blieben Korriankes blaue Augen auf den hinzugekommenen Rüden geheftet. Offensichtlich war ihm in der kristallenen Kammer nichts merkwürdigeres begegnet als ihre eigentliche Erscheinung selbst und diese Tatsache wunderte den Weißen. Jeder andere Wolf hatte dort etwas gesehen, was ihn geängstigt oder verunsichert hatte, etwas, was tief aus dem eigenen Innern zu stammen schien, warum also hatte Daven nichts gesehen? Vielleicht war er nur nicht dicht genug an die spiegelglatte Wand herangetreten, tat er diese verworrene Frage ab. Es half ja nichts zu spekulieren, er würde nur abermals nachfragen müssen, um die ganze Wahrheit zu hören und langsam fragte er sich, ob die Grenze der Offenheit des Fremden sich nicht bald auftun würde, wenn er sich nicht zurückhielt. Er beließ es bei dem bereits gefragten und bemühte sich stattdessen, die Fragen des Hellen zu beantworten.

"Nun, soweit ich es mitbekommen habe, sahen die Wölfe in der ersten Kammer etwas, dass sie verängstigt hat. Was genau dies jedoch war, weiß ich nicht, ebensowenig kenne ich die Funktion der Kammer oder den Grund dessen, was wir dort sehen. Ich bin lediglich neugierig, weil alles Neue den eigenen Horizont erweitert und warum soll ich mir das Wissen entgehen lassen, dass sich in diesen steinernen Hallen verbirgt?"

Als Ares seine Stimme erhob, um ihnen mitzuteilen, dass er vorweggehen würde, nickte Korrianke ihm in Einverständnis zu. Er konnte seine Haltung zwar schlecht nachemfpinden, akzeptierte sie aber dennoch. Der Schwarze trug die Welpin im Maul, während er sich von ihnen entfernte und fast hätte sich Korrianke bereits wieder von ihm abgewandt, als er sah, wie Ares innehielt. Mit Erstaunen beobachtete der Weiße, wie sein eben noch so entschlossener Weggefährte Yacáru im Eingang der Kammer absetzte und den Kristallraum betrat ohne weiter zu zögern. Woher kam denn jetzt dieser Sinneswandel? Rasch drehte er herum um Ares zu folgen, doch er wollte den Welpen nicht mit einem Rüden zurücklassen, den sie so wenig kannten. Ausmunternd stupste er Yacáru an.

"Kommst du jetzt mit hier hinein, damit ich dich nicht alleinlassen muss?"

Fragte er und trat einen Schritt vor, um anzudeuten, dass sie mit Daven allein oder so gar ganz allein sein würde, wenn sie jetzt nicht mitkam. Trotzdem lächelte er ihr mit sanftem Blick zu und nickte fröhlich in Richtung Ares.

"Na komm."


13.07.2009 12:46




Jeanne


An ihrer Haltung änderte sich nichts, sie wirkte unglaublich zerbrechlich. Sie fühlte sich zu Boden geschlagen und als hätte dann noch jemand auf die ein geschlagen. Sie stand einfach da, blickte den Boden an. Es war ein Fehler gewesen, Shanaro so viel zu erzählen. Sie spürte, wie sie selbst ihre Wunder weiter aufgerissen hatte. Es tat so weh, dass sie jeden Moment mehr glaubte, daran zu zerbrechen. Die dunklen Augen fast geschlossen wandte sie den Blick zur Seite, sah den Schwarzen neben sich an. Was sollte ihm den Leid tun? Er.. er konnte nichts dafür. Gerade wollte die den Fang öffnen, seine Worte wider legen, als er seinen Kopf an ihren schmiegte. Nun schloß Jeanne die Augen, versteckte, wie so oft an diesem Tag, ihr Gesicht in seinem dichten Fell. Langsam trockneten ihre Tränen, hinterließen aber ihre sichtbaren Spuren. Sie war so dankbar für seine Nähe. Und trotzdem füllte sie diese totale Leere aus. Sie hob den Kopf wieder und blickte in die Dunkelhit vor sich, als Shanaro erneut mit ihr sprach. In ihrem Herzen weiter leben lassen?

“Je mehr ich daran denke, desto mehr tut es weh.“

Langsam wandte die Weiße den Kopf wieder nach hinten, blickte Maav an, der nun zu ihnen gekommen war. Auch der Rüde schien nicht unbedingt der glücklichste zu sein. Jeanne seufzte, trat einen Schritt vor.

“Ich hätte nicht hier sein dürfen..“

Ein leises Flüstern und sie blickte wieder nach vorn. Es kam ihr alles wie ein riesen Fehler vor. Sie stand nun so, dass sie in die dritte Kammer hinein blicken konnte. Keine Pfote würde sie hinein setzen. Aber sie wollte auf die anderen warten. Auf alle, die ihr irgendwie Halt gaben.


15.07.2009 17:42




Yacáru


Daven gestand also, dass er keine Ahnung hatte, was er mit den Kristallwänden anfangen sollte. Damit waren sie dann wohl schon zu Zweit. Aber es schien so oder so niemand so besessen von diesen Dingern zu sein, wie Korrianke. Was sich der Weiße wohl von den Spiegeln versprach? Yacáru sah noch ein wenig zwischen den zwei Rüden hin und her, überlegte, ob sie noch irgend etwas sagen sollte, da erhob unerwartet jemand ganz anderes die Stimme. Mir einem erschrockenen "Huch!" spürte Yacáru, wie sie wieder mal den Boden unter den Füßen verlor und sie sich ganz ohne eigenes Zutun fortbewegte. Ares hatte sie ein weiteres Mal im Nacken gepackt und entschied einfach mal, dass sie mit ihm mit zu kommen hatte. Die kleine, weiße Welpin wehrte sich nicht, auch wenn sie sich ein wenig überrumpelt fühlte. Aber noch viel verblüffter war die Kleine dann, als Ares bei der Kammer, über die sie die gaaaaaanze Zeit diskutiert hatten, stehen blieb, sie absetzte und ... hinein ging! Ah! Das war doch zum Fellausraufen! Scheinbar litten sie alle an chronischer Unentschlossenheit. Und letztendlich taten sie dann genau das, was sie ja eigentlich nicht tun wollten. Diese Erwachsenen! Diese ... Rüden! Ja, daran musste es eindeutig liegen. Rüden! Wolf, war sie froh, dass sie eine Fähe war. Sie wusste immer, was sie wollte. Laut seufzend starrte Yacáru ihrem Ares erst einmal einfach hinterher. In der Kammer schien er dann ein wenig desorientiert. Und in den Spiegeln? War da überhaupt irgendwas? Sie kniff die dunkelblauen Augen leicht zusammen, trat zögerlich einen Schritt vor. Sie streckte den Kopf durch die Kammer und versuchte an dem Schwarzen vorbei zu sehen. War da nicht ein Bild? Doch, doch! Da war was!

"Ein Geist!",

erklärte Yacáru wissend, während ihr Oberkörper langsam, aber sicher immer weiter nach vorne kippte, weil sie so schräg stand. Natürlich hatte sie keine Ahnung, warum der weiße Wolf in Ares' Spiegel so komisch aussah ... folglich konnte er nur ein Geist sein!
Die nächste, unerwartete Sache, die dann statt fand, war Korriankes Stupser. Die weiße Welpin kippte nun endgültig nach vorne und konnte sich nur grade so mit den Pfoten vor einer unangenehmen Schnauzenlandung retten.

"Eh!"

Sich wieder aufrappelnd blickte Yacáru den Weißen empört an. Auf seine Worte hin blinzelte sie kurz und sah dann an ihm vorbei, zurück in den Gang.

"Und was ist mit Daven? Den hast du jetzt ganz allein gelassen, wie fies!"


16.07.2009 14:04




Shanaro


Shanaro musterte Jeanne, sie sah nicht gut aus, überhaupt nicht gut. Er wollte dafür sorgen, dass sie so schnell wie möglich diese Höhle des Schreckens verließen. Doch die einzige Möglichkeit war es, zurück zu gehen und die Absicht der Rudelteilung war es, einen geeigneten Platz zum einkehren zu finden. Sie mussten also weiter gehen. Was würde sie wohl noch erwarten? Shanaro war sich ziemlich sicher, dass die Weiße nicht mehr lange mitmachen würde, wenn die Höhle weiterhin solche Dinge zeigte.
Schließlich riss ihn Jeannes sachte Berührung wieder aus den Augen und der Jungwolf merkte, wie sie ihren Kopf in seinem Fell vergrub. Ruhig ließ er sie gewähren, blickte besorgt zu ihr hoch, denn so niedergeschlagen hatten sie die Fähe noch nie zuvor gesehen. Für ihn war sie immer die Starke gewesen, die ihn beschützt hat, ihn sogar vor dem Sturz in die Erde bewahrt hatte, als diese sich bewegt hatte. Sie war die Wölfin, der er am meisten vertraute, nahezu heldenhaft. Doch nun änderte sich seine Einstellung ein wenig und er sah, dass selbst die tapfersten Wölfe ihre schwachen Seiten hatten. Es machte ihn einerseits traurig zu sehen, wie schlecht es Jeanne ging, andererseits sah er es als Herausforderung, sie wieder in jene fröhliche Persönlichkeit zurück zu verwandeln, wie er sie kannte. War er dieser Aufgabe überhaupt gewachsen? Versuchen musste er es auf jeden Fall.
Nach einer Weile hörte er die weiße Fähe sprechen. Ihre Stimme klang noch immer leise und vor allem kraftlos. Aus besorgten Seelenspiegeln musterte er sie erneut und musste feststellen, dass er noch gar nichts erreicht hatte, um sie aufzuheitern. Insgeheim ärgerte ihn diese Tatsache, wenngleich er wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für Selbstverachtung war.

“Das glaub ich dir … aber du musst doch stark sein, Jeanne! Du bist doch immer stark gewesen!“

Meinte Shanaro und die Worte zeigten wieder deutlich seine welpische Naivität. Er kannte Jeanne nicht gut, war es doch noch nicht lange her, seit sie sich das erste Mal begegnet waren. Sie kannte nur die starken und mutigen Seiten der Fähe, doch in seiner unerfahrenen Selbstsicherheit glaubte er, schon durch dieses geringe Wissen ein eigenes Urteil fällen zu können. Wie falsch er mit diesem Glauben lag, das ahnte er nicht, es gehörte eben nicht zu seiner Natur, allzu selbstkritisch zu sein.
Bevor Jeanne noch etwas anderes sagen konnte, stieß jedoch Maav mit Felino zu ihnen. Der Schwarze musste eingestehen, dass er die Anwesenheit der beiden eher als störend empfand, obwohl er wusste, dass auch sie vielleicht ein Hilfe sein konnten. Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass sie die Jotafähe so viel in Anspruch nahmen, wie es nur ihm erlaubt war. Sein Gefühl für Neid war leider schon in diesem Alter sehr ausgeprägt. Trotz den unangenehmen Gedanken schenkte er den beiden Rüden ein höfliches Nicken. Als die Weiße wieder zu sprechen begann, waren sie jedoch ignoriert.

“Sag so was nicht …“

Meinte Shanaro traurig und ärgerte sich noch immer über seine eigene Unfähigkeit. Sie war die Wichtigste in seinem Leben und selbst für sie konnte er nichts tun. Zu was war er dann noch fähig? Der Ärger und die Verzweiflung stiegen beinahe proportional.


16.07.2009 21:12




Leikuna


Leikuna lachte ihrem großen Bruder entgegen, als er ihr antwortete. So hatte sie es noch nicht betrachtet - und vielleicht passte seine Deutung auch viel besser als ihre eigene, obwohl sie ihr als durchaus stimmig vorgekommen war. Ein paar Momente lang bewunderte sie noch Kibas Bildnis, dann wandte sie sich wieder Yago zu. Seine Antwort gefiel ihr nicht, konnte sie jedoch nicht entmutigen.

"In Ordnung! Du machst die Augen zu und ich führe dich rein!"

schlug sie grinsend vor, schnappte sich ein Stückchen Fell und zupfte vorsichtig daran, als könne sie ihn so hinter sich herziehen.

"Die anderen können ja auch weggucken - aber woher willst du wissen dass sie es nicht sehen wollen? Hast du es schon gesehen? Hast du gepfuscht?"

fragte sie, gespielt anschuldigend, und lachte dann wieder munter auf, umkreiste Yago halb, und stemmte dann die Vorderläufe von hinten gegen seinen Rücken, und machte Anstalten ihn hineinzuschieben.

"Komm schon! Bestimmt ist es schön!"

lockte sie ihn, trat wieder neben ihn, und pfotete nach ihm. Wie konnte er es nur nicht sehen wollen? Nun, die erste Kammer hatte vielleicht keiner von ihnen sehen wollen - diese jedoch war völlig harmlos, und zeigte eigentlich ausnahmslos hübsche und interessante Bilder. Sie wollte nicht quengeln, aber wenn er ihr keine Wahl lassen würde, musste sie auch auf dieses letzte Mittel zurückgreifen. Auffordernd wuselte sie nun um ihn herum, und machte den ersten Schritt in Richtung Kammer, bevor sie zu ihm zurück sah. Das konnte doch nicht so schwer sein ihn da hereinzulotsen!


17.07.2009 19:28




Yago


Yagos Blick hatte sich nicht wieder in die Kammer verirrt, sondern lag ruhig aber innerlich durchaus mit sich hadernd auf seiner kleinen adoptierten Schwester. Die schien erfüllt von all den mysteriös schönen Erlebnissen, die die letzten zwei Spiegel für sie bereitgehalten hatten und ließ sich auch kein bisschen von Yagos eher ablehnenden Worten abschrecken. Ihr Strahlelächeln glühte in der Dunkelheit und der schwarze Hüne spürte in jeder Faser seines Körpers, dass nicht er es sein wollte, der diese Freude von ihren Lefzen wischen würde. Ihr Vorschlag klang sinnig, auch wenn er natürlich vollkommen unsinnig war. Wäre ja noch schöner, wenn alle sahen, was für eine Seelenentblößung diesmal auf ihn wartete und nur er verschloss feige die Augen davor. Seine eigenen Gedanken trafen ihn hart in die Seite. Feige. Mit einem ziemlich bitteren Beigeschmack musste er sich eingestehen, dass er feige war. Mehr als das, eigentlich sogar unfair – er versteckte sich vor seinem eigenen Bild und betrachtete dafür die der anderen; auch wenn sie ihn eigentlich nicht interessierten. Nun hatte Yago nie mit außerordentlichem Mut geglänzt, zumindest nicht in seinen Augen. Ihm war es einfach stets egal gewesen – todesmutig hatte er sich in irgendeine Situation gebracht, in der er nur knapp dem Tod entronnen war, aber nicht, weil er so wahnsinnig mutig war, sondern weil es ihm schlicht und ergreifend schnuppe war, ob er nun starb oder nicht. Jetzt aber ging es um eine andere Art von Mut. Hier würde er sein Leben kaum lassen können, viel eher seine Seele. War er nun mutig oder nicht? Etwas verengt lag sein Blick in Leikunas funkelnden Augen.

“Ach Leikuna …“

Ihr Fellgezupfe hätte ihn beinahe zum Lächeln gebracht, doch momentan war er zu sehr damit beschäftigt, sich selbst zu überwinden. Er war Beta, er hatte eine Verantwortung vor dem Rudel, eine gewisse Vorbildfunktion, sollte ein fester Teil der Gemeinschaft sein und war nicht zu letzt ein guter Freund der Leitwölfin. Was er da gerade tat hatte einen Hauch von Verrat in sich. Einige Momente lang fragte sich Yago, zu was in die Tears of Destiny gemacht hatten – noch vor einem Jahr hätte er sich einen Dreck um solche Dinge geschert … und heute stand er da und wollte alles, aber ganz sicher nicht Leikuna oder Kiba hintergehen. Als seine weiße Schwester dann auch noch begann ihn von hinten anzuschieben, erhob er sich wie automatisch und setzte einen ersten, zögerlichen Schritt in die Kammer hinein. Jetzt, da die Entscheidung gefällt war, warf er einen tadelnden Blick zu Leikuna.

“Wenn es nichts Schönes ist, bin ich böse auf dich.“

Natürlich meinte er das scherzhaft und insgeheim erwartete er ein ebenso schönes Bild, wie bei allen anderen. Selbst das etwas schockierende Bild von Kiba in der zweiten Kammer war ja auf seine Art schön gewesen, also bereitete sich Yago auf eine Überraschung vor, ging aber mit keinem schlechten Gefühl auf das blaue Schimmern zu. Anders als bei den beiden Kammern zuvor, war nun sein Blick geradeaus auf sein Spiegelbild gerichtet, das ihn noch immer ruhig auf sich zulaufend zeigte. Tatsächlich herrschte Neugierde vor und fast kindlich gespannt wartete er darauf, dass sich das Bild im Spiegel verändern würde. Als es das schließlich tat, hatte er etwa die Mitte der Kammer erreicht und blieb dann dort – relativ weit vom Spiegel entfernt – stehen. Sein Blick verfinsterte sich. Sein Bild war nicht schön. Es zeigte tatsächlich ihn … zumindest annähernd. Einen schwarzen Wolf mit orange-rötlichen Augen und ein wenig zu großen Ohren, aber nicht unbedingt sofort als Yago zu erkennen. Was sicher auch daran lag, dass der Wolf am Boden kroch, die Ohren zurückgelegt, eines davon zerfetzt wie von heftigen Bissen. Die linke Flanke war ebenso bearbeitet worden, blutige Haut- und Fellfetzen hingen von ihr hinab. Der rechte Vorderlauf war unnatürlich abgewinkelt, auch an ihm sickerte Blut hinab und offensichtlich konnte der Spiegelwolf ihn nicht aufsetzen. Seine Augen waren verkrustet, als hätten sie sich entzündet, aus seinem Maul rann ein dünner Faden Blut. Insgesamt machte der Wolf einen mehr als erbärmlichen Eindruck, zudem – das fiel erst nach einiger Zeit des Hinschauens auf – war seine Hüfte ganz offensichtlich verkrüppelt … der gebückte Gang kam auch daher, dass sein Oberkörper von dem fehlerhaften Gelenk unnatürlich nach vorne gebogen wurde. Doch ein Detail stach heraus, was auch Yago nicht übersehen konnte. Der Wolf lächelte. Es war kein Strahlen wie bei Leikuna oder das offene Lachen eines Jungwolfs … sondern ein Lächeln, das endlose Freude ausdrückte. Ein tiefes, aus der Seele kommendes Lächeln mit einem Schimmer in den Augen, der von allem Guten in der Welt sprach.
Yago wandte den Kopf ab. Ruhig und bedächtig, als hätte er soeben nichts weiter Aufregendes erblickt, drehte er sich um und schritt wieder auf den Eingang zu. Ebenso schnell wie sein Bild erschienen war, löste es sich nun auch wieder auf. Er hatte den Blick zwar nicht gesenkt, sah aber keinen Wolf an, weder Leikuna, noch die anderen, die sich noch in der Kammer befanden. Schweigend und ohne jede Emotion verließ er den Spiegelraum und folgte den Wölfen, die bereits vorgegangen waren.


20.07.2009 18:25




Kiba Telay


Kiba Telays eisblaue Augen wanderten über das Bild, welches sich ihr offenbart hatte. Betrachteten die leuchtende Gestalt, sahen die Flügel aus Licht, den Schneesturm und den Nachthimmel. Es verursachte ein mulmiges Gefühl und sie wusste nicht wirklich, was sie darüber denken sollte. Die vorherigen Kammern waren so einfach und simpel gewesen – so dachte sie zumindest, dabei versuchten sich ihre Gedanken gar nicht mehr mit Kammer Zwei zu beschäftigen, die ihr ebenfalls so ein Rätsel war – im Gegensatz zu dieser hier.
Die Silbergraue riss ihren Blick vom Spiegel los und wandte sich zu Cílyn um, die das Wort an sie gerichtet hatte. Doch sie konnte nur ein Ohr zurück drehen und die Wölfin nachdenklich ansehen. Etwas, was man sonst nie von sich sah? Aus den Augenwinkeln fiel Kiba eine weitere Bewegung auf und als sie dieser folgte, fühlte sie sich noch viel mehr verwirrt. Andraki hatte eine fast schon abnormal unterwürfige Haltung angenommen, ihr zugewandt und den Blick doch gesenkt. Eine weitere Stimme erklang neben der silbergrauen Leitwölfin, dieses Mal war es Akara, die ebenso eigene Assoziationen zu den Spiegelbildern äußerte. Sie wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte, erst recht nicht, als sie die Graubraune völlig unvorbereitet fragte, was sie fühlte, wenn sie sich ansah. Sich selbst. Kibas blaue Augen wanderten langsam wieder zu ihrem Abbild herum.

Ich weiß es nicht.“,

antwortete sie schließlich. Wusste sie es wirklich nicht? Je länger sie ihr Bild betrachtete, desto vertrauter schien jede einzelne Schneeflocke zu werden und auch die Lichtgestalt. Für sich musste sie zugeben, dass sie sie an sich selbst erinnerte. Doch sie hatte etwas Einsames, Trauriges an sich. Sie wollte für sich behalten, was sie bei diesem Anblick fühlte. Akara allerdings schien längst abgelenkt und Kiba erinnerte sich wieder an Andrakis unterwürfige Haltung. Als ihr blauer Blick zu der Fähe huschte, konnte sie grade noch sehen, wie die Dunkelbraune rückwärts aus der Kammer ging ... oder eher kroch. Irritiert sah ihr die Leitwölfin nach, dann fiel ihr Blick auf Yago, der noch immer am Eingang stand und sich nicht bewegte. Einen Moment lang fragte sie sich, ob es ihr unangenehm sein sollte, dass ihr Freund dieses Spiegelbild sehen konnte. Sie fühlte sich schon wieder so entblößt, doch dieses Mal war sie damit allein. Denn Yago war zu weit weg, als das sich ein Spiegelbild von ihm hätte zeigen können.
Ein weiteres Mal wurden ihre Gedanken abgelenkt, als Leikuna – fröhlich wie immer – zu ihr herüber gesprungen kam, ihr Bild ganz schlicht und einfach als ‚schön’ bezeichnete und dann weiter zu Yago hüpfte. Und dann fing sie an, den Schwarzen zu scheuchen, ihn immer wieder auf zu fordern auch in die Kammer zu gehen und seine Spiegelabbildung preis zu geben. Kiba sah der Prozedur ein paar Atemzüge lang zu und wandte den Kopf dann zu Cílyn und Shitéryu, den einzigen Wölfen, die jetzt noch mit ihr in der Kammer waren. Sie verspürte wieder den Wunsch diese Kammern hinter sich zu lassen, nun aber entgültig. Die Silbergraue machte einen Schritt Richtung Ausgang, wandte sich von ihrem Spiegel ab und öffnete grade die Schnauze, um die Zwei freundlich auf zu fordern mit zu kommen, als ein Schatten langsam in die Kammer trat. Yago. Er hatte sich doch überreden lassen. Ohne weiter nach zu denken, folgte Kibas Blick dem Rüden, um dann sein Spiegelbild zu sehen.
Doch was sie dann sah ... Jeder Spiegel schien wohl zu beabsichtigen, mit jedem neuen Bild das Vorhergegangene in den Schatten zu stellen. Kiba wusste nicht, ob sie entsetzt sein sollte. Vor ihrem Freund stand ein Krüppel, ein Wolf der aussah, als wäre er jede Minute seines Lebens nur geschändet worden. Doch das Paradoxe, das bizarrste am ganzen Bild war dieses Lächeln. Voller Zufriedenheit, selig, als verbände er mit jeder Verletzung eine wunderschöne Erinnerung. Die Silbergraue war so verwirrt und gefangen von diesem absonderlichen Bild, sie merkte erst wieder, dass Yago schon wieder verschwunden war, als sich auch der Krüppelwolf wieder auflöste. Die Leitwölfin blinzelte, als hätte sie halluziniert, fasste sich wieder und nickte Shitéryu und Cílyn kurz zu, um sie zum Weitergehen auf zu fordern. Dann eilte die große Fähe – so schnell es ihr auf drei Läufen möglich war – hinter ihrem schwarzen Freund her. Recht fix sogar hatte sie ihn wieder eingeholt, wurde aber erst wieder langsamer, als sie direkt neben ihm lief. Einen Moment lang schwieg die 5-Jährige. Ihre Augen richteten sich auf Yago.

Ich verstehe dein Bild nicht.“

Die ehrliche Verwirrung schwang noch in ihrer Stimme mit.


20.07.2009 20:10




Shartán


Verständnislos starrte Shartán den grauen Rüden an, der ihm soeben eine unmögliche Antwort geliefert hatte. Da versuchte man es mal freundlich und bekam so etwas ins Gesicht geschleudert. War es etwa die Art, wie man mit einer völlig neutral gestellten Frage umging. Immer und immer wieder bewies sich, dass mit Freundlichkeit nichts zu erreichen war und so konnte man es dem Schwarzen auch nicht übel nehmen, als er zu dem wurde, was er noch heute war.

“So weit war ich auch schon, du Idiot.“

Entgegnete Shartán mit einer solchen Ruhe, dass es beinahe bedrohlich wirkte. Er ließ diese unfreundliche Anschuldigung gekonnt wie eine nüchterne Feststellung klingen und riskierte damit, den Älteren zu provozieren. Gegen einen Kampf hätte er nichts, wenn es denn ein Einzelkampf war. Doch er wusste, dass dies in einem fremden Rudel unmöglich war. Also hatte er sich so zu verhalten, dass er sich gerade so unterhalb der Grenze bewegen musste, dass man ihm nichts anschuldigen konnte. Es war sicher keine Schwierigkeit.
Wieder allein blickte der Rüde sich um. Die weiße Fähe, die in Trauer aufgelöst war, hatte sich mit dem Vorlauten Jungwolf verzogen. Der unfreundliche Alte und die anderen beiden Jungwölfe hatten sich netterweise von ihm abgewandt. Umso besser. Er hätte niemals gedacht, dass das Rudel so hirnrissig sein konnte, einen Fremden unbeaufsichtigt umherwandern zu lassen. Aber so hatte er ein wenig Zeit für sich, um sich ein wenig umzusehen und einige erste Eindrückte zu sammeln.
Die blauen Augen schweiften unwillkürlich wieder zu den kristallenen Spiegeln, worauf eine hübsche, graue Fähe vor seinen Augen auftauchte. Er wusste nicht genau, was es mit dem Bild auf sich hatte, doch er ahnte bereits, was diese Spiegel bewirkten. Sie ließen nicht nur ihn seine liebsten Erinnerungen sehen, sondern auch die anderen. Es brauchte keine Intelligenz, um zu wissen, dass die liebsten Personen meistens die schmerzhaftesten Erinnerungen brachten, was natürlich erklärte, warum die Weiße dort drüben so traurig war. Wenn man sie länger ansah … dann konnte sie einem doch ein wenig leid tun.
Rasch wandte Shartán seinen Blick von der glatten Scheibe ab. Die anderen mussten nicht unbedingt sehen, sie seine Vergangenheit aussah. Er konnte nun sogar teilweise nachempfinden, was die Fähe fühlen musste uns langsam bereute er sogar seine Unfreundlichkeit. Aber natürlich konnte er es nicht zugeben, niemals. Stattdessen wanderte er durch die geräumige Kammer, um sich ein wenig abzulenken. Er würde später entscheiden, was er tun wollte, oder nicht tun wollte, ob er bleiben würde, oder wieder ging.


20.07.2009 22:52




Leikuna


Leikuna sprang freudig neben Yago her, als sie ihn endlich überredet hatte. Das war doch gar nicht so schwer gewesen!

"Bestimmt ist es schön! Wir glauben es zeigt die Seele!"

In Gedanken malte sie sich bereits tausend schöne Yago Bilder aus, lief um ihn herum, voraus, wieder zurück, und war schon bald wieder als tänzelndes Licht im Spiegel zu erkennen. Als Yagos Bild sich formte, lief sie dicht an seiner Seite, und erstarrte, als sie den Spiegelwolf erkannte. Das Lächeln fiel ihr als erstes auf, noch bevor sie den Wolf erkannte zu dem es gehörte - und hatte sie sich eben noch über dieses Lächeln gefreut, so machte es ihr; auf den Leftzen von diesem geschundenen Wolf, der alles andere als ein Yago war; Angst. So irrsinnigg es war, drängte sie sich nun enger an ihren großen Bruder, wodurch auch das Licht näher zu dem Wolf huschte, und sich schutzsuchend an ihn schob. Ein unmerkliches Zittern stellte sich ein, und auch das Licht begann zu flimmern. Leikuna war froh als Yago sich abwand um zu gehen, und sie wich ihm nicht von der Seite, selbst als sie aus der Kammer herausgetreten waren. Die Weiße wagte nicht seinen Blick zu suchen - hatte er doch nun tatsächlich Grund gehabt ihr böse zu sein. Und sie konnte sich das Bild nicht erklären, wollte es aber auch gar nicht länger in ihrem Gedächtnis behalten. Das Lächeln, dieses paradoxe Lächeln und der zerschlagene Leib, es brannte sich immer tiefer in ihr Gedächtnis, obwohl sie es doch nur daraus haben wollte. Es machte ihr nach wie vor Angst, und hektisch sah sie sich um, als könne der Wolf aus dem Spiegel treten und ihnen folgen. Aber der Wolf war fort. Gegangen als Yago es getan hatte. Noch immer lief sie so dicht neben dem Schwarzen, als käme im nächsten Moment ein Monster aus der Wand dass sie verschlingen wollte - aber genau so fühlte sie sich auch. Yagos unbekümmerte Reaktion auf sein Bild hin half ihr dennoch, ebenso die Tatsache dass er nicht, wie er es spaßeshalber angedroht hatte, mit ihr schimpfte. Denn sein Bild war nicht schön gewesen. Kiba kam ihnen nach, und Leikuna sah stumm zu ihr herüber. Ob Yago sein Bild verstand? Sie selbst tat es jedenfalls auch nicht, und fühlte sich auch nicht berufen dazu noch etwas zu sagen. Dennoch, als wäre es eine Absicherung, reckte sie den Kopf um Yago zuzuflüstern.

"Sei nicht böse"


21.07.2009 00:23




Yago


Ein wenig dumpf hallten die Worte Leikunas in Yagos Kopf nach. “Wir glauben, es zeigt die Seele.“ Wie als würde ihm dieser Satz helfen können, klammerten sich seine Gedanken daran, wiederholten ihn unermüdlich und gestatteten keine Ausflüchte zu dem Bild des verkrüppelten Wolfes. Selbstbeherrschung war eine von Yagos Paradedisziplinen und jetzt bewies er mit Bravour, dass er trotz den Ereignissen noch immer ein Meister darin war. Keine Sekunde ließ er es zu, dass er über die Bedeutung seines Bildes nachdachte, gleichzeitig ließ er keine Emotion auf seinem Gesicht erscheinen – nun, strenggenommen war auch keine da – und ließ sich auch nicht von Leikuna ablenken, die dicht an ihn gedrängt neben ihm lief. Es störte ihn nicht, dass sie mittlerweile Akara und Andraki hinter sich gelassen hatten und nun die ersten waren, die den dunklen Gang erkundeten – es war ihm alles egal, nur weg von hier. Diese Faustregel galt eigentlich immer, weg von Problemen und Dingen, mit denen man sich ernsthaft auseinandersetzen musste. Er wünschte, den Krüppelwolf ebenso zurücklassen zu können, ahnte aber, dass ihm das kaum gelingen würde. Dennoch wollte er zunächst weg von allen und in stiller, ruhiger Einsamkeit sein, bevor er sich mit dem Bildnis … seiner Seele auseinandersetzen könnte. Er hoffte von Herzen, dass er bald fort könnte, vielleicht zur Friedensallee. Alleine, um all den Zorn hinausbrüllen zu können.
Doch vorerst wurde daraus nichts. Zum einen klebte Leikuna noch immer an seiner Seite, nun ganz frei von irgendeinem Lächeln – er hatte es also doch geschafft. Wut über sich selbst brauste auf wie ein Sturm und Yago war fast dankbar dafür. Ein bekanntes Gefühl, eines, das die Gedanken unterdrücken könnte. Willenlos ließ er sie zu und gestattete ihr, sein Inneres zu zerfleischen. Im nächsten Moment war Kiba an seiner Seite – er hatte sie nicht kommen gehört. Langsam wurde es zu viel … er spürte das Feuer, das wieder aufgelodert war und begann zu hecheln. Kibas Worte drangen dumpf zu ihm … sie verstand nicht. Im nächsten Augenblick fragte Leikuna, ob er böse auf sie sei – er hatte es ja angekündigt. Im Scherz … er war ein Narr. Unkontrolliert schlugen nun die Flammen in ihm hoch, leckten an seinen Augen und verrieten den rasenden Zorn in seinem Inneren. Er spürte immer deutlicher, dass er hier weg musste, dass seine Kontrolle schwand und dass ihn die Wut verbrennen würde.
Mit einem plötzlich, blitzschnellen Satz hatte er sich nach vorne, weg von Kiba und Leikuna katapultiert, drehte nun den Kopf zu ihnen, wusste, wie viel Hass in seinen Augen stand und antwortete mit gepresster, zitternder Stimme:

“Vergesst es.“

Dann hatte er sich umgedreht und war mit weiten Sätzen den dunklen Gang entlanggestürmt. Bald schon schluckte die Dunkelheit jedes Licht von den zurückliegenden Kammern und auch keine neuen erhellten den Stein. Er genoss die Schwärze und als er leicht die Schnauze anhob, spürte er einen kühlen Luftzug, der nichts mit der zwar kalten, aber leicht abgestanden Luft der Höhle zu tun hatte. Auch der Boden unter seinen Pfoten wurde immer steiler. Yago nahm dieser Veränderungen wahr und verarbeitete sie auch, doch in seinen Gedanken herrschte Hass und Wut und ließen sich nicht einmal verdrängen, als der Gang wirklich steil wurde, sodass er eher Felsbrocken hinaufspringen musste, als dass er sie hätte hinaufgehen können. Er war nicht einmal verblüfft, als sich plötzlich Licht über ihm abzeichnete und er schließlich na draußen trat. Eine weite, schier endlose Ebene breitete sich vor ihm aus, schneebedeckt und in Kälte gehüllt. Seine Augen und sein Körper nahmen dies alles wahr, aber seine Gedanken tobten und sein Kopf schrie nach Wut. Er rannte wieder los, spürte die Kälte um sich, stieß einen rasend wütenden Laut aus und biss dann wahllos in den Schnee hinein. Dann ließ er sich wie leblos in den Schnee fallen, schloss die Augen und genoss die endlose Stille und die Einsamkeit.


21.07.2009 20:01

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.10.2010 14:46
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Cave of Mind
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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 17




Leikuna


Leikuna war Yago gerne aus der Kammer gefolgt, weg von dem lächelnden, zerschalgenen Wolf, und erschrak nun, als er zwischen ihr und Kiba davonsprang. Der kleine Schreck dieser plötzlichen Bewegung war jedoch nichts im Vergleich zu dem, was Yagos Blick ihr antat. Wie angewurzelt stand sie im Gang, sah in seine Augen die sich randvoll mit Hass gefüllt hatten, hörte nur gedämpft seine Stimme, und sah mit dem gleichen Entsetzen hinter ihm her, als er davon jagte, sie mit sich, ihrer Angst und Kiba zurücklies, und ihr zugleich, stumm und doch mit dröhnender Stimme, ein Doch! an den Kopf zu schmettern schien. Er war längst ausser Sicht, aber noch immer schienen sie diese Augen anzusehen, sie mit ihrem Hass zu schlagen und sie mit ihrer Wut zu vergiften.
Sie glaubte Bisse zu spüren, obwohl Kiba neben ihr noch immer stand wo sie war, und ein leichtes Zittern stellte sich ein. Sie konnte es nicht verhindern, duckte sich leicht, so als könnte Yagos lächelnder Wolf im nächsten Moment aus den Schatten springen in denen er soeben verschwunden war, und über sie herfallen. Nur zögernd sah sie, von unten herab, zu Kiba herüber. Sie hatte ihn wütend gemacht, und seine Reaktion war so viel schrecklicher gewesen als alles, was sie erwartet hätte. Ihr Zittern wurde stärker, und schluckend wand sie sich ab, wollte auch der Grauen nicht länger in die Augen sehen. Ihr Körper erbebte immer stärker, und längst flackerten unklare Bilder die nicht zu ihr gehören konnten vor ihren Augen auf. Noch einmal hob sie kurz, vorsichtig die Augen in Richtung Kiba, schluckte dann und setzte sich erst zögernd, dann immer schneller laufend, in Bewegung, an Andraki und Akara vorbei, auch die Kammern hinter sich lassend, immer weiter zurück. Als sie die erste Kammer erreichte war das Zittern bereits so stark dass sie langsamer laufen musste, um nicht zu stürzen, aber ruhelos setzte sie ihren Weg fort, bis sie soviele Meter zwischen sich und die letzte Kammer gebracht hatte, dass das blaue Licht sie nicht mehr erreichen konnte. Keinen Schritt zuviel tuend lies sie sich am Rand des Ganges einfach fallen, zog die Läufe und die Rute an sich heran, verbarg den Kopf unter den Vorderpfoten, und begann, sehr stark zitternd, bitterlich zu weinen.
Sie hatte das doch alles nicht gewollt!


22.07.2009 00:18




Kiba Telay


Kiba hatte erst gar nicht bemerkt, dass auch Leikuna noch da war und keinen Schritt von Yagos Seite gewichen war. Doch grade in dem Moment, als sie es realisiert hatte - nämlich ob ihrer Worte - da sprang der Schwarze plötzlich so ruckartig nach vorne, dass die Silbergraue fast stolperte. Sie hatte sich zwar nicht mehr an ihn gestützt, aber der Schreck hatte ausgereicht. Augenblicklich blieb die Fähe stehen und Yagos Gebaren versetzte ihr einen tiefen Stich in das Herz. Nur wenige Sekunden war der Blick auf seine Augen frei gewesen, doch der Hass in ihnen ließ ihr ganz Klamm werden. Und wieder verstand sie nicht. Die zwei Worte ihres Freundes klangen noch so in ihren Ohren, als hätte er sie angeschrien. Dabei war er nun längst davon gerauscht und in der folgenden Dunkelheit verschwunden.
Die silbergrau-gestromte Wölfin wandte den Kopf zur Seite, spürte Leikunas Blick auf sich und wollte gleichzeitig sehen, wie sie sich nun fühlte. Doch die kleine, weiße Wölfin schien nicht nur verschreckt, viel mehr war sie am Boden zerstört und zitterte am ganzen Leib. Sekunden lang konnte Kiba sie nur ansehen, dann wandte sich auch Leikuna um und ging in die entgegen gesetzte Richtung, bis sie schließlich rannte. Stehengelassen brauchte die Leitwölfin noch ein paar Atemzüge, um das grade Geschehene ansatzweise zu verarbeiten. Langsam und unheilvoll stiegen die Erinnerungen an das vergangene Sommerende in ihr auf, Gedanken an die Nacht, in der Yago beinah ganz weggegangen wäre. Was auch immer nun ausgelöst worden war - würde es alles wieder kaputt machen? Wo sie ihn doch davon hatte abbringen können? Würde er jetzt einfach gehen? Unschlüssig, mit angelegten Ohren und mit pochendem Herzen sah Kiba noch in die Richtung, in die der Schwarze davon gerauscht war. Aber natürlich kam er nicht mehr zurück. Und die Silbergraue wusste, dass sie nicht in der Lage war, ihm zu folgen, geschweige denn mit ihm mit zu halten. Sie drehte um. Der Schock ließ auch ihre Glieder leicht zittern, doch ihre Gedanken wanderten wieder zu Leikuna. Die Fänge etwas fester aufeinander beißend, humpelte sie schnellstmöglich an den Kammern und Wölfen vorbei, konnte nur hoffen, dass die Weiße nicht einfach nur weiter und weiter rannte. Und schließlich nahmen ihre feinen Ohren ein tieftrauriges Schluchzen wahr. Die Leitwölfin wurde noch ein wenig schneller, spürte eine Art beschützerisch mütterlich Instinkt in sich aufkommen und ließ sich dann vorsichtig neben der Weißen nieder. Sie lag an die kalte Höhlenwand des Ganges gedrängt und weinte. Ein bisschen hilflos leckte sie Leikuna durch das Fell und über den Kopf.

"Schhh ... nicht weinen. Yago ist bestimmt nicht böse auf dich, er braucht sicher nur ein wenig Ruhe. Wir haben alle zu viele sehr verrückte Dinge gesehen."

Gleichzeitig versuchte sie sich das auch selbst ein zu reden. Nicht, weil sie glaubte das der Schwarze sauer war ... aber sie hoffte inständig, dass er sich wirklich nur ein wenig beruhigen musste und dann wieder kam. Dinge, die er ihr mehr oder weniger freiwillig erzählt hatte, schwirrten durch ihren Kopf. Aber was hatte das mit all dem zutun, was sie hier gesehen hatten? Und wieder kam sie zu dem Ergebnis, dass sie ihren Freund eigentlich kaum kannte.


22.07.2009 16:18




Yago


Wie ein weiches Tuch legte sich die Stille über Yago. Kalt und erlösend drang sie durch sein Fell und brachte das Feuer zum erzittern und schließlich zum sterben. Wieder einmal blieb Asche zurück, die sich leblos und grau in seinem Inneren ausbreitete und stumpf jede Leere aushöhlte. Ebenso leblos lag Yago im Schnee. Die Augen geschlossen, den Kopf ausgestreckt, die Läufe leicht angewinkelt. Als würde er auf den erlösenden Biss irgendeines Fremden warten, der zufällig gerade an ihm vorbei lief und sich dachte “Hey, eine Kehle, beiß ich mal rein!“. Aber natürlich war dieser Gedanke absurd, Yago war alleine und so wie er die Wölfe hier kennengelernt hatte, würden sie ihn lieber therapieren, als ihm die Kehle aufzureißen. Äußerst lobenswert. Fast wehmütig – eine Gefühlsregung die ihm bis dahin fremd gewesen war und die er für sich selbst nicht benennen konnte – dachte er an Kiba und Leikuna, die er verwirrt und nun sicher verschreckt hatte stehenlassen. Er hatte ihnen nicht weh tun wollen, aber wäre er geblieben, wäre es auf das selbe hinausgelaufen. Kiba kannte bereits ein paar unangenehme Details seines wahren Bildes, aber Leikuna war noch so unwissend. Hatte sie ihn nicht immer für den großen, weisen Beschützer gehalten, der alles wusste und sich nie aus der Ruhe bringen ließ? Tja, damit war auch ihr schönes Fantasiebild zerstört worden. Was sie sich wohl nun aufbauen würde? Yago hoffte ehrlich und verwundbar, dass sie ihn von nun an nicht meiden würde. Sie war doch seine kleine Schwester. Wieder lag die Wehmut schwer in seinem Magen. Er hoffte, dass die beiden Fähen, die er alleine in der Höhle zurückgelassen hatte, sich nun gegenseitig halfen, besonders Kiba Leikuna. Er konnte es jetzt nicht.
Langsam aber ergeben in sein Schicksal ließ er seine Gedanken zu seinem letzten Spiegelbild treiben. Möglicherweise würde dies seine vorerst einzige Möglichkeit sein, es alleine zu verarbeiten. Diese Chance durfte er sich nicht entgehen lassen. Aufgewühlt und voll so ungewohnter Emotionen rief er sich den verkrüppelten Wolf ins Gedächtnis, seinen geschundenen Körper und das über alles erhabene Lächeln. Eines fiel ihm sofort auf: Es passte nicht. Nur was passte zu wem nicht? War das Lächeln falsch oder das Aussehen des Wolfes? Müsste er weinen oder sollte sein Körper doch lieber gesund und kräftig aussehen? Schon am Anfang dieser Gedankengänge war ihm klar, dass er darauf keine Antwort finden würde. Und wenn dies anders wäre … könnte seine ganze Einstellung gegenüber dem Leben, seinem Inneren und allen anderen Wölfen in Frage gestellt werden. Und da ihm das noch unrechter war, beließ er es bei der stummen Akzeptanz einmal keine Antwort zu haben. Also weiter. Wenn dieser letzte verfluchte Spiegel die Seele der Wölfe zeigte, dann war das Bildnis eines Krüppelwolfes ja eigentlich gar nicht so verkehrt. Denn welches Adjektiv sollte man Yagos Seele geben, wenn nicht „geschunden“? Und abgesehen davon … auch noch hässlich. Vor Hass und Wut hässlicher als jede Seele eines niederträchtigen Mörders. Kaputt, zerstört, zum wegschmeißen und vielleicht auch falsch. Ein Fehler. Denn was war ein verkrüppelter Wolf, wenn nicht ein Fehler? Ein Fehler der Natur, so nicht gewollt und deshalb auf ewig zu einem kaum wolfunwürdigen Leben verdammt. Die Quintessenz seiner Gedankengänge begann sich langsam herauszukristallisieren – nebenbei musste er über diesen dämlichen Wortwitz tonlos lachen. Er war ein verkrüppelter, hässlicher Wolf, der ein Fehler der Natur war und damit kaum zum Leben bestimmt war. Na, was für ein Ergebnis. Yagos Muskeln verkrampften sich, seine Zähne bohrten sich in seine Lefzen, bis er den metallischen Geschmack von Blut auf der Zunge spürte. Gepresst atmete er ein und aus, versuchte die Kälter der Luft und des Schnees in sich aufzunehmen und rief sich ins Gedächtnis, wie ihn der Winter so oft von den Qualen des Herbstes erlöste. Auch jetzt wirkte es wieder, er entspannte sich ein wenig, hatte genug Wille, um sich an das Lächeln des Spiegelwolfes zu erinnern. Warum hatte er gelächelt? Es war fast absurd, warum lächelte ein so geschundener Wolf so selig vor sich hin? Es musste etwas in seinem Leben geben, das ihn zum Lächeln brachte, etwas, das der Spiegel nicht gezeigt hatte. Nun war es kaum schwer, die letzten Gedankenschritte zu machen und das lächelnswerte aus Yagos Leben zu finden. Denn tatsächlich gab es da mittlerweile ein paar Dinge, über die Yago vielleicht ein wenig öfter lächeln sollte. Die er sich ins Gedächtnis rufen und sich daran erfreuen sollte.
Göttern und Wölfen zum Trotz will ich glücklich sein.
Mehr fiel Yago nicht mehr dazu ein. Er war in eine Sackgasse gelangt und hatte vorerst alles gedacht, was er denken konnte. Und es war weniger schlimm gewesen, als er erwartet hatte. Was sicher auch an der Kälte und dem Schnee lag - seit seiner Geburt hatte der Winter ihm Zuflucht und Geborgenheit geschenkt. Ruhe, um den Hass in ihm zu erfrieren. Denn der schlummerte tatsächlich nun wieder ganz still vor sich hin. Zum ersten Mal, seit er hier oben lag, schlug er die Augen auf, sah sich auf der weiten Ebene um und dachte nun erstmals über diesen Ort nach. Wo war er? Schwerfällig, mit vor Kälte steifen Gliedern erhob er sich und stapfte durch den Schnee ein wenig orientierungslos in eine Richtung. Nach wenigen Schritten erkannte er, dass er sich auf eine Klippe zu bewegte, dass dort vorne die Hochebene endete. Nun vorsichtiger, um nicht plötzlich im Schnee einzubrechen und in die Tiefe zu stürzen, bewegte er sich weiter und erreichte schließlich die Kante. Unter ihm lagen die Wolken. Ein Meer aus weißen Federbergen, so dicht, dass sich die Landschaft darunter nicht erkennen ließ. Wolkenberg um Wolkenberg rollte ewig dahin und brach sich erst in weiter Ferne an einer durch Dunst kaum erkennbaren Gebirgskette. Yago ahnte, was er hier sah, zog aber keine voreiligen Schlüsse. Ruhig ließ er sich nieder, atmete die kühle Bergluft ein und dachte wieder an Kiba und Leikuna. Jetzt, da er sich beruhigt hatte, hätte er auch wieder die Höhle hinabsteigen und nach ihnen suchen können. Doch er fürchtete, erneut die Spiegelkammern zu sehen und die abgestandene Luft einzuatmen, misstraute erstmals seiner Kontrolle. Und wie viel Zeit war vergangen, seit er losgestürmt war. Hier oben schien sie still zu stehen, wer wusste schon, ob sie nicht gleich auf die Hochebene treten würden. Er wandte den Kopf leicht zum dem Ausgang der Höhle, der sich undeutlich von einer Felsenwand abhob, an die das Plateau grenzte. Wenn sie kommen würden, wäre er da, würde ihnen entgegentreten, sich ihnen stellen.


22.07.2009 17:47




Leikuna


Leikuna hatte nicht damit gerechnet dass ihr jemand folgen würde, und hatte es auch nicht gewollt. Niemand sollte sehen wie hilflos und selbstverständlich sie weinte, wenn sie nicht weiter wusste, und ihr Fell sträubte sich kurz als Kiba darüber leckte. Trotzdem sie sie eigentlich nicht bei sich haben wollte war ihre Zuwendung ihr angenehm, und ausserdem hatten Kibas Worte etwas tröstend sicheres an sich. Es war gut ihnen zu glauben, denn das würde bedeuten dass alles in Ordnung war, dass es nichts gab worübr man traurig sein musste, dass es nur ein wenig Zeit kosten würde bis alles so war wie vorher...
Vor Leikunas geistigem Auge tauchten die beiden Bilder auf - der geschlagene Grinsewolf, und direkt danach der Yago mit dem hassgetränktem Blick. Nein. Es war gar nichts in Ordnung. Erneut schüttelte es ihren Körper stärker als zuvor, und in neuerlichem Schluchzen ging all die Hoffnung unter, die Kiba ihr soeben noch hatte bieten können. Ohne den Kopf unter der Pfoten hervorzuholen, und noch immer weinend und mit schwacher Stimme versuchte sie zu antworten, was schwer fiel, weil der Kloß in ihrem Hals ihr nahezu die Worte abschnitt.

"Nein, viel schlimmer!"

Jammerte sie leise und mühevoll, und schob die Läufe noch weiter über ihr Gesicht. Ein böser Yago würde aussehen wie jeder andere böse Wolf. Aber er hatte nicht böse ausgesehen. Und alles was sie in seinen Augen erkannt hatte war meilenweit über ein bloßes 'böse' erhoben...
Wieder begannen Bilder vor ihr aufzuflackern. Solche von bösen Wölfen, und solche von nicht so bösen. Die Wölfe in ihren Bildern waren fast immer weiß...sie glaubte in ihrer Flanke Schmerzen zu spüren, aber es war mehr die Erinnerung an Schmerz als der Schmerz selbst...weiße Wölfe. Böse Wölfe. Solche, die sich einfach abreagierten und nach einem halben Tag wieder normal waren. Nicht solche die ihr Hass entgegen spien. Soetwas hatte sie noch nie gesehen. Und je länger sie darüber nachdachte, umso stärker tat es weh. Er sollte, durfte sie doch nicht hassen! Er war doch nicht irgendwer!
Unmerklich rückte sie ein Stück auf Kiba zu, um bei ihr ihren Halt wiederzufinden, der sich irgendwo auf dem Weg hierher verloren hatte. Ihr Kopf fühlte sich so schwer an, trotzdem darin nur Leere übrig zu sein schien.


23.07.2009 12:20




Felino


Felino sah Maav an, froh das er ihn begleiten durfte und nicht mehr alleine war, er musste auch nicht alleine in die nächste Kammer gehen um den nächsten Schrecken über sich ergehen zu lassen, nein Maav würde ihn begleiten, aber was war wenn der nächste schrecken so groß sein würde, das er sie beide in sich einschließen würde, dann konnte Felino sich nicht auf Maav verlassen. Felino schloss die Augen so würde er nichts sehen und konnte auch nicht einen Schrecken erleiden dem er nicht entkommen würde. Doch plötzlich stolperte er und konnte sich aber gerade noch abfangen, bevor er hinfiel, dafür musste er dann aber die Augen öffnen. Er sah sich mit offenen Augen in der Kamer um und dort sah er einen verspielten, tollpatschigen Welpen, der immer wieder zum Wasser lief um dort zu spielen, oder mit seinen Geschwistern spielte. Beim letzten Mal lag er einfach nur da und beobachtete alles.

oO(Der Welpe, er sieht aus wie ich…
Nein…
Nein…
Nein…
Das kann nicht sein…
Ich BIN der Welpe…)Oo


Nach dieser Erkenntnis war der kleine Welpe so erstaunt über sich selbst und diese Schlussfolgerung, dass er sich erst mal hinsetzen musste. Dann starrte er völlig verträumt auf sich und sah dem kleinen Welpen, sich selbst bei seinen Aktivitäten zu. Er verhielt sich wirklich genauso wie Felino, ob der kleine nun spielte, im Wasser schwamm, döste, andern half oder mit ihnen spielte oder schlief. Diese Kammer gefiel Felino und fühlte sich hier unheimlich wohl. Er war positiv überrascht über diese 3. Kammer, in der er doch so viel Schrecken erwartet hatte.


25.07.2009 09:51




Daven


Wenn man einen Wolf ‚generalverwirren’ konnte, dann hatte Ares es bei Daven fast 100%tig geschafft. Nicht dass sich die anderen über das scheinbar sonderbare Verhalten des Dunkeln gewundert hätte, doch gerade für den Hellen war es ein Rätsel, wie man seine scheinbar manifestierte Meinung so schnell brechen konnte, um einen anderen Weg einzuschlagen. Das zeugte nicht gerade von großer Charakterstärke, aber darüber ließ sich ja bekanntlich streiten. Von daher schüttelte der ehemalige Sturmsänger nur mutmaßlich den Kopf und blickte dann in Richtung Korrianke, der ihn mit seinen Worten nur noch mehr verwirrt hatte, sodass der Rüde im ersten Moment gar nicht fähig war eine passende Antwort zu finden. Stattdessen kleidete er sich in Schweigen, als ob gerade das die Lösung dieses scheinbar kniffligen Rätsels wäre.
Warum sollte ausgerechnet eine Kristallwand solche Bilder projizieren? Das ergab doch überhaupt keinen Sinn und war noch ferner der Realität, Legenden von Vorfahren, die sich durch irgendeine vertrackte Lebenssituation gekämpft hatten, nur um dann verbal von Generation zu Generation getragen zu werden. Hä?

„Das ist doch .. “

Aber da war der Weiße schon mit dem Jungtier beschäftigt und schien gerade dieses vor einen kniffligen Multiple Choice Test stellen zu wollen. Hallo? Hatte er sich nicht bis vor wenigen Minuten noch mit ihm unterhalten? Sehr nett, diese Rüden von heute. Verschworene Gemeinschaft, brummelte Daven in Gedanken und bedachte Yacáru mit einem fragwürdigen Blick, immerhin hatte sich das weiße Energiebündel bis zum Eingang der Kammer vorgekämpft, in welcher Ares verschwunden war und hatte irgendetwas von Geistern erzählt. Waren die jetzt alle übergeschnappt? Okay, halt .. fantasievoll durften Jungtiere sein. Welpenschutz. Moral .. und der ganze Quatsch.
Da entfuhr dem Rüden doch ein missmutiges Brummen, während er die Aktion ‚Werft-die-Yacáru-um’ von Korrianke beobachtete. Hey, der wurde ja immer netter, ob man sich von diesem seltsamen weißen Schneeberg wohl eine Scheibe abschneiden konnte.
Wenigstens dachte einer an ihn. Ein Jungtier, immerhin.

„Mach dir keinen Kopf, Schneeflocke, ich komm schon klar.“

Ja, er kam zurecht .. immer .. irgendwie! Und deswegen berührte er Yacáru sanft an der Seite und tat einen Schritt auf diese seltsame Kammer zu. Hui, dabei wurde auch gleich Ausschau nach vermeintlichen Geistern gehalten, auch wenn Daven höchstens den weißen Wolf hinter der Kristallwand, da direkt bei Ares, ausmachen konnte. Nanu? Aber sehr Geisterhaft wirkte das ‚Spiegelbild’ nicht. Komisch.

„Und was soll dann diese Kammer zeigen?“

Mutmaßend stolperte der stolze Rüde einige Pfotenlängen weiter in das Innere und trat prüfend an die komische glänzende Fassade heran. Ahja, sehr schick. Wirklich! Die silbernen Augen huschten zu dem Schwarzen, dann zu Korrianke und schließlich (da musste sich Wolf fast verrenken) zu Yacáru.
Tja, und während Mister Wolf sich nach seinen neuen Begleitern umsah, formte sich direkt vor ihm im Kristall ein seltsames Gebilde, das irgendwie nun ja aus einem silbergrauen Wölfchen bestand, das dann doch irgendwie weiß wurde und .. ein träges Eigenleben entwickelte. Hu. Zum Glück hatte Daven das noch nicht bemerkt, denn das hätte wahrscheinlich einen halben Herzkollaps zur Folge. Schreckliche diese Erinnerungen.


25.07.2009 18:35




Ares


Dass Korrianke sich der Welpin näherte, hatte Ares inzwischen akzeptiert. Der Weiße war ja nun augenscheinlich ein Teil des Rudels, viel mehr aber vertraute Ares ihm. Oder so ähnlich …
Jedenfalls meldete sich kaum ein Beschützerinstinkt, wenn Korrianke sich Yácaru näherte und davon abgesehen war er auch froh, wenn ihm die Welpin ab und an abgenommen wurde. Ab und an. Er hatte sich inzwischen richtig an sie gewöhnt.
Hätte er aber mitbekommen, wie der Fremde sich der Kleinen genähert hatte, die Situation hätte ganz schnell ganz anders ausgesehen und zwar so, wie er selbst es nicht für möglich gehalten hätte.

Allerdings bekam Ares von diesem nichts mit. Auch die anderen waren nur wenig in seinen Gedanken vorhanden, denn viel mehr fesselte ihn das Bild, das er da vor sich sah. Inzwischen hatte der Nebel eine so ausgeprägte Wolfsgestalt angenommen, dass man es nicht mehr verkennen konnte. Doch fehlte diesem Wolf etwas. Es war ein Wolf, aber ohne Gestik, ohne Mimik. Er schien wie das Urmodell aller Wölfe. Es gab keine Merkmale. Man konnte nicht sagen, ob er klein war oder groß, ob er schmale oder runde Augen hatte, wie lang sein Fell war oder wie geformt seine Ohren.
Das Spiegelbild schien nicht fähig, die letzte Gestalt anzunehmen, es war und blieb ein Fetzen aus Licht und Nebel.

Der Schwarze stutzte. Er wusste mit diesem Bild nichts anzufangen. Jedenfalls glaubte er das. Seine Angst zu sehen, hatte nur bedeutet, das zu sehen, was er kannte. Aber dieses Bild war ihm fremd.
Plötzlich aber, unendlich langsam, als fiele es dem Kristall schwer, in seiner Seele zu lesen, verblasste nun sein eigenes Bild. Es wurde unförmiger, runder, schemenhafter und wirkte bald wie das Gegenstück des Nebels. Immer weiter, während der Lichtwolf seinem Spiegelbild dabei zusah, wie es sich auflöste, bis nur noch Schatten übrig blieb, der sich in der ganzen Kammer verteilte und sich an die Spiegelbilder und Andeutungen von Korrianke und Yácaru heftete und mit ihren Schatten verschmolz.

Der weiße Schemen blickte seinem schwarzen Ebenbild nach, ehe auch er sich wieder aufzulösen begann, wobei das Licht förmlich aus ihm herausbrach. Unwillkürlich trat Ares einen Schritt zurück, aber das Geist beachtete ihn gar nicht. Statt dessen ging er ruhig und ohne sich an seinem eigenen Ableben zu stören, durch die Kristallwände der Höhle auf Yácaru zu. Oder viel mehr ihr Spiegelbild.
Ares wusste nicht, ob das nun wirklich nur das Spiegelbild der Kleinen war, oder ein Teil seiner Seele, der an die Wand projiziert wurde. Aber er kam gar nicht soweit, sich zu fragen, was sie in letzterem Fall dann in seiner Vorstellung tat.
Der Lichtwolf jedenfalls beugte sich zu dem kleinen Welpen hinunter, leckte ihm über den Kopf und schien sich dann wie ein Schwall Wasser über Yácaru zu ergießen. Der Schemen war weg, das Gespinst auch und scheinbar nichts mehr blieb von Ares‘ Vision in der Höhle, als Korriankes und Yácarus Spiegelbild, wobei letztere sonderbar leuchtete.

Der schwarze Rüde stand in der Mitte der Kammer, so weit weg von jedem Kristall, wie es nur möglich war und sah sich suchend nach etwas um. Ein Gefühl beschlich ihn, das er kaum mehr kannte. Wo waren die Bilder? Er musste hier welche sehen. Ares wusste nicht, wieso. Aber er wusste, dass es wichtig war. Und dass es etwas bedeutete, wenn er keine mehr sah. Wo waren sie geblieben? Wo waren seine Erinnerungen hin?
Die Kammer war leer. Für Ares war die Kammer nun leer. So schien es ihm jedenfalls.


26.07.2009 03:25




Korrianke


Nur Bruchstückhaft und verschwommen bekam Korrianke mit, was der Kristall aus Ares Innerem nach außen zu kehren vermochte. Es waren wirre, wechselhafte Bilder, die ihn nur peripher erreichten und die er nicht richtig verstand. Er hatte erwartet, dass dieser kristallene Spiegel ihnen jeden nur ein einziges, unveränderliches Bild zeigen würde und nicht, wie in Ares Fall, eine Art wilden, verwirrenden Gedanken, der die Gestalt eines Spiegelbildes angenommen hatte. Um gebau zu erkennen, was sich dem Schwarzen offenbarte, stand Korrianke auch noch zu weit weg, doch ehe er mit großen Schritten neben ihn gelangt war, war es bereits vorüber und das Bild war wieder verschwunden. Wie war das möglich? Wie konnte sich das Spiegelbild einfach so in Luft auflösen?
Während er noch wie gebannt auf die Stelle starrte, wo eben Ares Abbild hätte sein müssen, sah Korrianke nur aus dem Augenwinkel, wie sich sein eigenes Spiegelbild formte. Er drehte den Kopf und sah, wie ein Schemen an der glatten Wand erschien, der langsam Gestalt annahm. Er stutzte, als ein frech grinsender Ares ihm aus dem Spiegel entgegenblickte. Verdutzt blickte der Weiße nach rechts, wo der echte Ares neben ihm stand. Warum zum Teufel tauchte sein Abbild direkt vor der Nase des Weißen auf, wo doch eigentlich dann auch gleich sein eigenes Bild hätte sein können? Das war ja keine besonders erleuchtende Erfahrung, so von wegen Inneres nach außen gekehrt oder so. Es war einfach nur ein Ares, der sich so bewegte, wie Korrianke es vor dem Spiegel tat, natürlich nicht ohne unablässig zu grinsen. So ein freches, unverständliches Spiegelbild.

"Nun, das verstehe ich nicht."

Gab er zu und blickte zu dem echten Ares. Der Spiegelares tat es ihm natürlich gleich. Im Moment hatte das absurde Abbild jedoch wenig Ähnlichkeit mit dem Original, dem das Grübeln ins Gesicht geschrieben stand.

"Was hast du gesehen, Ares? Ich habe es nicht richtig sehen können."

Fragte er vorsichtig. Es war schon ein sehr merkwürdiger Ort, an dem sie sich jetzt befanden. Unauffällig warf er einen Seitenblick auf Daven und Yacáru, doch der Fremde verhielt sich unauffällig. Auf Yacárus Einwand, dass er Daven ja allein ließe, ging er nicht ein. Er klang einfach lächerlich in seinen Ohren.


26.07.2009 17:08




Yacáru


Yacáru sah den Gräulichen mit großen Augen an. Schneeflocke hatte er sie genannt! Sie hatte gedacht, sie wäre die Einzige, die sich Spitznamen ausdachte. Schneeflocke. Klang gut! Auch wenn sie noch nicht so genau wusste, was das war. Schnee hatte sie immerhin noch nicht erlebt.
Während sich Daven also in die Kammer begab, war Yacáru schwer am Grübeln, welchen Spitznamen sie nun für den Grauen wählte. Silberauge war ja ganz schön ... hm! Die Weiße war so ins Überlegen vertieft, dass zuerst gar nichts davon mitbekam, was sich bei Ares abspielte. Als sie dann von dem überaus seltsamen Lichtspiel mitbekam, zuckte sie kurz zusammen. Der Geist bewegte sich ja? Ihre blauen Augen starrten jetzt wieder zu der Spiegelfläche und dann zu Ares. Irgendwie war das unheimlich. Sie verstand es nicht. Warum brach aus dem Spiegelares so viel Licht heraus? Und dann hatte sie plötzlich das Gefühl, als würde der Kristallgeist auf sie zukommen. Unsicher trat Yacáru ein paar Schritte zur anderen Seite. Aber das war gar nicht wirklich sie, das war eine andere sie. Im Spiegel. Aber es tat nicht das, was sie tat, es gehorchte ihr nicht und war an einer ganz komischen Stelle. Der Spiegel log, das war ja gar nicht sie! Doch der Geist ... der war ja auch nicht echt? Zu kompliziert! Und dann übergoss der Geist sie auch noch mit Wasser. Obwohl das ja gar nicht sie war, erschauderte Yacáru. Wäh. Aber da war auch Korri die Blaunase im Spiegel! Nur ein bisschen blass ... oder kam ihr das nur so vor, weil sie so schrecklich hell war? Oh nein, wurde sie jetzt auch zu einem Geist!? Sie versteckte sich ein wenig hinter Davens Hinterlauf, der ihr grade am Nächsten war. Gruselig! Und als der echte Korrianke dann auf Ares zuging, wurde es noch viel komischer. Da war jetzt Ares im Spiegel! Und er imitierte den Weißen ganz komisch und sah dabei überhaupt nicht wie Ares aus. Noch so ein Lügenabbild! Ares grinste doch gar nicht so, das tat er nie. Ihr Dallan grinste nicht frech, er lächelte ja nicht mal. Das war ihr echt zu komisch.

Die Spiegel sind doof, sie lügen ja!“

Damit stapfte sie wieder aus der Kammer heraus, ohne einen Blick auf ihr eigenes Spiegelbild geworfen zu haben. Dort hinten in der Ecke hätte nur noch ein dritter Ares im Spiegel gestanden, der mit wachsamen, goldenen Augen auf sie hinab blickte.
Yacáru wollte jetzt aber weiter. Sollten die doch weiter da Rumstehen, bis sie irgendwann nicht mehr wussten, wer in den Spiegel gehörte und wer nicht. Die Welpin lief schnell vorwärts, wollte die anderen einholen. Aber da kam ihr etwas in den Weg. Eine Kammer. noch eine Kammer. Ihre blauen Augen funkelten bitterböse zu den blauen Kristallen hinein, aber da war nun auch niemand mehr drin. Und die Spiegel schienen sich vor ihrem bösen Blick auch nicht wirklich zu fürchten. Bäh. Gemeinheit. Aber ... hm ... sie musste das jetzt mal in aller Ruhe auskundschaften. Dallan, Blaunase und Silberauge waren woanders, jetzt konnte sie die Sache mal ganz entspannt angehen. Und niemand sah ihr zu. Misstrauisch schlich sie in die letzte Kammer hinein, direkt auf den Kristall zu. Ihr kam eine schleichende Yacáru entgegen. Sie reckte den Kopf, die andere tat es ihr gleich. Sie wirbelte einmal ganz schnell im Kreis – die andere auch. Hmpf. Die Welpin nickte noch etwas mürrisch, aber mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden. So war das richtig. Nun trabte sie ganz gelassen bis an den Spiegel heran. Das war bestimmt die negative Ausstrahlung der anderen gewesen, die die Spiegel verwirrt hatte und sie Falsches zeigen ließ. Yacáru ließ sich auf die Hinterläufe sinken und starrte sich an.
Und dann schrie sie erschrocken auf. Urplötzlich hatte sich das Spiegelbild verwandelt, so schnell, dass sie erst dachte, irgendwas wollte aus den Spiegel springen und sie anfallen. Aber der Kristall beruhigte sich wieder und zeigte letztendlich eine weiße Feder, die unruhig vom Wind hin und her getragen wurde. Nichtsdestotrotz hatte Yacáru einen ziemlich rekordverdächtigen Satz nach hinten gemacht und ihr Herz pochte ihr bis zum Hals.

Du doofer, doofer Spiegel! Und mich jetzt auch noch erschrecken müssen!“


08.08.2009 21:18




Ares


Ares beobachtete das Spielbild noch immer etwas verstört, innerlich unruhig, wie er es schon lange nicht mehr gewesen war. Aber es gab nichts Schwarzes mehr in dieser Kammer, von den Schatten der anderen Wölfe abgesehen. Sein Spiegelbild war fort, es existierte nicht mehr.
Unwillkürlich sah er Schwarze sich nochmals um. Er wusste nicht, was dies zu bedeuten hatte, aber aus irgendeinem Grund beunruhigte es ihn etwas. Mehr, als er sich zugestehen wollte, jedenfalls. Sein Herz schlug unwillkürlich etwas schneller und erst als Korrianke neben ihn trat und ihn fragte, was das zu bedeuten hatte, sah der Schwarze auf.
Nach außen blieb seine Fassade heil. Er hatte sich gut genug geschützt, dass noch etwas übrig blieb, selbst wenn er innerlich ins Wanken kam.

Nun aber hatte der Weiße seine Aufmerksamkeit und dessen Erscheinung im Spiegelbild, die doch sehr befremdlich wirkte. Da war wieder ein schwarzer Wolf und wo er im ersten Moment noch erleichtert war, sah er nun diese Gestalt, die zwar zweifellos er war, aber doch niemals er sein konnte, recht irritiert an. Ja, das sollte sicherlich er sein, es war sein Fell seine Statur und selbst seine Augen, auch wenn sie wesentlich lebendiger wirkten. Sie waren noch immer blass und abweisend, sie wirkten nicht, als könnte man in seine Seele blicken. Aber alles andere machte sie lebendig und Ares begriff, dass das das war, was Korrianke in diesem Spiegel sah, auch wenn er nicht wusste, was es darstellen sollte. Die Welpin schien es ebenfalls zu verwirren, ihren Worten nach zu urteilen.
Seinerseits nun sah er den Weißen fragend an und überlegte, was diese Spiegel ihnen wohl zeigen wollten. Aber auf Korriankes Frage antwortete er nur:

“Ich weiß es nicht. Mein … Spiegelbild hat sich aufgelöst.“

Mehr wollte er dazu nicht sagen und er verbot sich auch, Korrianke nach dessen Erscheinung zu fragen. Das war alles sehr seltsam. Nun aber sah er sich nach Yácaru um und konnte eben noch erkennen, wie diese aus der Höhle sprang. Er erinnerte sich daran, was sie gesagt hatte. Die Spiegel logen? Vielleicht.
Aber wahrscheinlich verstand sie einfach nicht, dass die Spiegel nicht das Spiegelbild zeigten. Wie sollte sie das auch? Er verstand es ja selbst kaum.

Aber lange wollte er sich hier nicht aufhalten, denn er musste sehen, wo die Kleine hinverschwunden war. Vermutlich hatte sie sich einfach erschrocken, was ja nur verständlich war. Langsam folgte er ihr und wäre wohl an der nächsten Kammer vorbei gegangen, hätte er sie dort drinnen nicht gefunden.
Er zögerte nur einen kurzen Moment, dann betrat er den Raum mit dem festen Vorsatz, sich dessen Gaukelei einfach nicht anzusehen. Er ging zu Yácaru und meinte streng:

“Du sollst doch nicht einfach weglaufen!“

Dann aber bemerkte er ihr Spiegelbild, das keinen Wolf zeigte, sondern eine kleine, weise Feder, die unruhig und verspielt im Wind schaukelte. Kurz sah er sich um, obgleich er wusste, dass er nirgends im Raum eine Feder finden würde.

“Ich denke nicht, dass du Angst haben musst“, erklärte er ruhig. “Das sind nur Bilder. Sie kommen nicht heraus.

Aber waren sie deswegen weniger furchterregend? Oder wären sie nicht beruhigender gewesen, wenn es nur Erscheinungen gewesen wären, die nicht aus ihrer Seele kamen? Aber diesmal erriet Ares, was der Raum ihnen zeigte. Er erriet es, weil er Yácarus Spiegelbild zu deuten vermochte.
Und dennoch oder gerade deswegen wollte er nicht in den Spiegel sehen. Er wollte nicht wissen, was er war. Für wen sollte er das auch sein? Für sich? Oder für den Rest der Welt?
So konzentrierte er sich auf den weißen Fellball und hütete sich davor, in das Gesicht eines tatsächlichen Geistes zu blicken. Es wirkte, als hätte man ihn ausgebleicht, durchscheinend war er und doch glühten seine Augen hell und es schien ein Feuer in ihnen zu liegen. Tief in ihnen. Aber das wollte Ares nicht sehen. Er fürchtete sich vor dem strengen, dem kritischen Blick, der ihm gegenüber gestanden hätte. Und vor dem pochenden Herzen, das da deutlich in dem durchsichtigen Leib zu sehen war.


09.08.2009 21:55





Nachdem ihm nun keiner mehr Beachtung schenkte, zog sich der gräuliche Rüde Daven wieder zurück und verschwand in die Richtung, aus der er gekommen war, Richtung Tal.



Yacáru


Yacáru wandte den Kopf herum, als Ares hinter ihr die Kammer betrat und sogar ein paar Worte an sie richtete. Sie zuckte leicht mit den Ohren, zeigte dem schwarzen Wolf aber keineswegs eine reumütige Miene. Im Gegenteil, sie grinste ihren Dallan bloß frech, aber liebenswürdig an.

Wieso, du folgst mir doch! Und anders kommen wir ja nie voran.“

Auf die Behauptung, dass sie Angst hätte, sah sie ihn kurz empört an und wandte sich wieder dem Spiegel zu, wo weiterhin ihre weiße Feder hin und her tanzte.

Das weiß ich doch und ich fürchte mich ja gar nicht. Aber dieses doofe Ding war so plötzlich da und da habe ich mich halt erschrocken!“

Ares hätte sich auch ganz bestimmt erschrocken, auch wenn er das niemals zugeben würde. Und ... wahrscheinlich auch nicht großartig zeigen. Zumindest nicht so laut wie sie.
Ganz langsam erkannte Yacáru, wie eine dunkle, aber irgendwie blasse Gestalt hinter ihrer Feder auftauchte. Sie blinzelte, glaubte zuerst ihre Augen würden ihr einen Streich spielen. Aber die Erscheinung blieb. Etwas zögerlich wagte die junge Wölfin ihren Blick zu heben. Und dann blieb er an einem komischen, völlig abnormal geformten Etwas hängen, das ruhig, aber stetig vor sich hinpulsierte. Zuerst fand sie es sogar ein wenig eklig und sah schnell noch höher. Dort traf sie dann auf die glühenden Augen ihres Beschützers, Aufpassers und ... Freund. Sie erkannte ihn sofort, obwohl Ares eigentlich ganz andere Augen hatte. Viel matter, die hier glichen schon fast einem goldenen Feuer. So, wie die Abendsonne immer im Herbst untergegangen war. Nun mit leicht geöffnetem Fang sah sie dem Spiegelwolf ins Gesicht, während ihre kleine Feder friedlich und unbeschwert um das seltsame, puckernde Ding herum glitt. Puckernd. Pulsierend. Konzentriert starrte die Welpin noch einmal auf das Etwas, ihre Ohren klappten dabei zurück. Je länger sie es ansah, desto sicherer war sie, dass da auch ein Laut zu hören war. Bumbum, bumbum. Und dann begriff Yacáru, was das war.

Guck mal Ares, man kann dein Herz sehen! Sieht das bei mir auch so aus?“

Sie stellte sich auf die Hinterläufe und berührte vorsichtig mit ihrer Nasenspitze die kalte Kristallfläche dort, wo das Herz des Rüden durch seinen Leib schimmerte. Natürlich konnte sie nichts außer dem Spiegel fühlen. Aber sie meinte es so noch besser hören zu können. Immerhin durfte sie sich nicht vertan haben.


24.08.2009 20:37




Maav


Maav war alleine in die letzte Höhle geschritten. Er wusste nicht was ihn dort hin zog, auch nachdem die Anderen schon weg waren, doch irgendetwas zog ihn in die Höhle. Es war der Drang heraus zu finden, was ihm der letzte Spiegel bringen würde. Vielleicht auch die Hoffnung Skir noch ein letztes Mal zu sehen bevor er die Höhle verließ. Sein Herz brannte. Er hatte schon fast vergessen wie sehr es weh tat, dass er Skir verloren hatte. Doch der Verlust was unglaublich. Er fühlte sich zerrissen und leer. So hilflos und er wünschte sich nichts mehr als wieder bei Skir zu sein, sein Fell zu spüren, ihm zu zeigen wie sehr er ihn liebte und die Liebe des Anderen zurück zu bekommen. So trat er vor den Spiegel. Die Höhle war leer und Skir war froh, alleine gekommen zu sein, denn er wollte die letzten Momente mit Skir alleine verbringen. Doch da war kein Skir. Als er vor den Spiegel trat war da kein Maav. Da war niemand. Maav wollte sich schon beinahe enttäuscht abwenden, da bemerkte er ein leichtes Zucken irgendwo weiter unten. Er ließ den Blick weiter nach unten gleiten und nebst des hellen Leuchtens des Spiegels nahm er noch etwas Anderes war. Da lag eine Gestalt. Vorsichtig trat er Näher heran, Angst vor dem was er sehen könnte. Schließlich erkannte er, was da lag, oder besser gesagt wer. Er lag dort. Im ersten Moment fragte er sich, was daran so besonders sein sollte, doch dann fiepte er leise, als ihm auffiel, dass sein ganzer Körper mit einer Schicht aus Reif überzogen war. Er schien gefangen in einem Panzer aus Eis, doch auf was starrte die Gestalt im Spiegel? Er sah genauer hin und entdeckte ein blutiges, zerrissenes Stück Fleisch auf dem Boden. Ein Herz. sein Herz. Der Wolf im Spiegel hatte sich gedreht und Maav konnte jetzt das klaffende Loch sehen, wo sein Herz sein sollte. Doch auch dieses Loch war mit Eis bedeckt und Maav winselte erneut leise. Das schien die Aufmerk