Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
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Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 3. Winter - 1924/25 » Wenn die Erde bebt

Autor

Beitrag

Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 1


Der Herbst hielt unweigerlich Einzug über das Tal. Binnen weniger Wochen, gar Tage, waren die Blätter Gold und Rot gefärbt, selbst die Sonne schien eine rötlichere Farbe an zu nehmen. Es war ein kühler Herbst und der Himmel oft Wolkenbedeckt. Auch zum Winteranfang hin waren noch nicht alle Bäume kahl, dafür wurde es immer grauer. Die Sonne schien in weite Ferne zu rücken und etwas wie ein schweres Regentuch breitete sich über dem Tal aus.
Dennoch rückten die Ereignisse des vergangenen Frühlings- und Sommerendes langsam in die Ferne, als würde sie dieses Tuch davon isolieren. Die Brandstellen waren nach wie vor ein Ort schwarzer Kohle und Asche und auch der unschöne Tod Danley Lanés’ war noch längst nicht vergessen. Viele Wunden hatten sich noch nicht geschlossen, vor allem der Gedächtnisverlust Yosós – der damit kein Coniugo mehr war – nagte am Rudel. Trotzdem mangelte es an nichts, es galt nach vorne zu blicken. Das Leben ging weiter und würde immer weiter gehen. Auch auf den Brandplätzen würden im nächsten Frühling neue Pflanzen sprießen.
Am heutigen Tag hielt sich die Schlechtwetterfront weiterhin am Himmel, es regnete seit den frühen Morgenstunden. Kälte kündigte den Winter an und es wurde langsam Zeit, sich Gedanken über den Aufstieg zur Winterhöhle zu machen.
Das Rudel befindet sich recht mittig im Tal, schutzsuchend im Daywish-Wald, kurz vor dem Berg und kurz hinter dem Tear Mirrow.




Kiba Telay


Regen tropfte durch das kahler werdende Blätterdach, wie so oft in den letzten Tagen. Kiba Telay hatte den Kopf gehoben, stand aufrecht neben einem Baum und starrte in den Himmel. Es hatte sich viel verändert in diesem Jahr, unendlich viel. Aber eigentlich war sie Veränderungen inzwischen ja gewöhnt, nie lief etwas lange auf ein und dem selben Pfad. Silence Tear war nicht mehr da, sein Tod lag nun schon ein halbes Jahr zurück. Sie hatte sein Gesicht nicht vergessen, trotzdem wurde seine Stimme immer leiser, wenn sie versuchte, sich an ihren Klang zu erinnern. Ihre Welpen hatten sie verlassen. Alle. Fünf Achtel tot, die anderen drei Achtel verschwunden. Sie wusste, dass es Saiyán und Aiyán wahrscheinlich gut ging, weg waren sie trotzdem. Ihre letzte Tochter war einfach weg.
Trotzdem hatte Kiba aufgehört, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie nun eine schlechte Mutter war oder nicht. Das Leben lief, wie es war. Schicksal. Ihr war nicht mehr kalt während dieser Regentage. Yago war nicht gegangen. Das Einzige, worum sie noch gebeten hatte.
Der Blick der Silbergrauen huschte über das Rudel. Mitsah war mit ihren Zwillingen und Pyry gegangen, kehrten vielleicht irgendwann wieder. Danley Lanés, ihr stiller Jota war ebenfalls nicht mehr da. Es war noch immer ein leichter Stich, wenn sie an jenen Tag zurück dachte. Mitsah war gekommen um ihr von seinem Vorhaben zu berichten, Yago war mit dieser weißen Wölfin aufgetaucht, Leikuna. Er war nicht gegangen. Und doch hatte man ihr keine Zeit gegeben, sich über diese Tatsache zu freuen. In ihren Ohren klang immer noch dieses unwirkliche Geräusch von Knurren und Brüllen, als ihr Gamma plötzlich los gerannt war, direkt auf Danley, Leikuna und Yago zu. Yago hatte vor der Fremden gestanden, ihr Jota völlig neben sich, mit schäumendem Maul bei ihnen. Binnen weniger Sekunden war alles schon wieder vorbei gewesen, der zierliche, graubraune Rüde tot, Mitsah über ihm. Tollwut, an diesem Tag hatte sie diese furchtbare Infektion kennen gelernt. Ein Seufzen verließ Kibas Kehle. An diesem Tag war deutlich mehr passiert, als sie sich hätte vorstellen können. Nicht nur, dass Danley plötzlich tot war, plötzlich hatte sie einen Yosó vor sich, der keinen mehr erkannte, nicht mal mehr seine eigene Gefährtin.
Alles Dinge, die dazu beitrugen, dass nichts immer so blieb, wie es war.
Langsam senkte die silbergraue Leitwölfin den Kopf und ließ sich auf die Hinterläufe sinken. Man konnte sich nicht ewig mit dem aufhalten, was einmal gewesen war. Nicht, wenn man eine Position hatte, wie sie. Sie hatte dafür zu sorgen, dass es dem Rudel weiterhin so gut wie möglich ging. Und schon bald würden auch die letzten Blätter ihre Äste verlassen haben. Schnee würde das Tal in weiße Schönheit einhüllen. Eine gefährliche Schönheit. Es war an der Zeit, sich wieder Richtung Nordosten zu begeben, damit es nicht wieder zu spät war, wie im letzten Jahr.


24.08.2008 22:43




Korrianke


Regen. Der herabfallende Regen hatte etwas tröstendes für den großen, weißen Rüden. Er kühlte die vom Wandern erhitzte Haut und das kochende Gemüt, welches die Leidenschaft hinter seinen ruhigen, tiefen Augen stets von neuem in Flammen aufgehen ließ. Er wusch die Dunkelheit von seinem hellen Pelz, als er von dem felsigen Durchgang in den Bergen ins Freie hinaustrat und die Tropfen sanft auf seinen Körper niedergingen und wie Tränen der verlorenen Seelen im blassen Licht glänzten. Kälte zog herauf, der Winter ließ sich nicht mehr lange fernhalten von dem Tal, dass er soeben betreten hatte. Der Wind trug ihm die Fährten verschiedener Wölfe zu, ein Rudel musste an diesem Ort hier heimisch sein.
Einen Moment ließ Korrianke seinen Blick über die Bergwiesen vor ihm schweifen und konnte fühlen, wie die Luft die sanft abfallenden Hänge vor ihm hinabfloss, wie leichter gewordenes, unsichtbares Wasser. Er hob seinen Kopf und ließ ein tiefes Heulen ertönen, welches seine Anwesenheit mitteilte und seine friedlichen Absichten klarstellte, dann trabte er die Wiese vor ihm hinab und folgte den Gerüchen der Wölfe. In der Ferne konnte er einen Wald sehen, er war von Wolkenfetzen verhangen, die noch unter seinen Pfoten zu liegen schienen, während er tiefer ins Tal hinabtrabte. Er lief eine lange Weile, ohne ein richtiges Gespür für Zeit, bis er auf die ersten einzelnen Baumgruppen und schließlich auf den lichten Rand des Waldes traf. Etwas langsamer lief er durch die dichter werdenden Bäume, verfolgte die stärker werdende Fährte der Wölfe, die ihm zuvor in die Nase gekrochen war. Einige Zeit später konnte er zwischen den Bäumen zwei Gestalten ausmachen. Weitere Wölfe konnte er in ihrer Nähe wahrnehmen. Er senkte sein Tempo nochmals, bevor er zwischen den Stämmen der Bäume hervortrat und somit für die anderen beiden sichtbar wurde.
Er erkannte zwei Wölfe oder eher noch einen richtigen Wolf und einen, der eine Kreuzung zu sein schien, etwas war anders an dieser Fähe, anders als an ihm und der Silbergrauen, die dasaß und in den Himmel gesehen zu haben schien, ehe die zweite Wölfin oder Halbwölfin, was es auch war, auftauchte. Offenbar kannten sich die beiden nicht.
Gelassen trat Korrianke näher an die beiden heran, musterte sie einen Moment und sprach dann zu der Grauen, denn sie machte den Eindruck, dass ihr die Umgebung vertraut war.

"Seid gegrüßt. Ich bin auf der Suche nach dem Rudel, dass nach meiner Wahrnehmung zu schließen in diesem Tal lebt und insbesondere natürlich nach dessen Alphawolf. Könntet ihr mir vielleicht sagen wo er oder sie zu finden ist oder-"

Er musterte Kiba mit einer Unschuldsmiene.

"Oder seid ihr es gar selbst, edle Wölfin? Mein Name ist Korrianke und ich ersuche eine neue Heimat."

Obwohl die Graue noch keine Zeit gehabt hatte ihm zu bestätigen, dass sie die Alphafähe war, senkte er höflich sein Haupt vor ihr, ehe er ihr erneut ins Gesicht sah. Das durchdringende Blau seiner kristallklaren Augen funkelte ihr entgegen. Vertrauenserweckend, aufrichtig und ehrlich war ihr Ausdruck.


25.08.2008 23:59




Soulan


Es regnete noch immer. Und eben jenes Himmelwasser ließ den Wald, in den es fiel, noch düsterer und noch Nebelverhangender wirken als er nach Sou´s empfinden eh schon war. Die Rute unter den Bauch geklemmt, wie ein eben geschlagener Hund, die Ohren ins dürre Nackenfell gepresst, hockte die kleine braune Fähe da, ohne Schutz zu suchen. Ja, sogar ohne jegliche Anstalten zu machen. Sie war einfach nicht fähig, sich zu bewegen, zu groß war die Angst, ES aufzuschrecken. Der Blick der Welpin flog zur Seite…da war was! Es hatte sich bewegt…schnell. Und flink! Erneute Angstschauer durchliefen den ohnehin schon zitternden Körper. Womit hatte sie das nur verdient?
Dann war wieder Stille. Sekundenlang. Sekunden die nicht verstreichen wollten, schier in dem engen Netz aus Wassertropfen gefangen waren und nur mühselig einen Weg zu suchen fähig waren. Wieder flitzte etwas durch den Wald. Fast hätte die kleine Sou vor Wehklagen gejault, doch im letzten Moment erkannte sie, das Etwas war nicht schwarz. Es trug sandfarbenes Fell, war wolfsähnlich….aber schnell!
Ein leises Wipsern gab den Startschuss für eine Verfolgungsjagd. Denn eines war klar: Sou war besser bei diesem Sandläufer aufgehoben als bei irgendwelchen Fremden schwarzen Wesen. Bei dem Gedanken pumpte das Adrenalin in den Beinen der Welpin noch schneller, ließ die zwar unbeholfener aber dennoch schneller laufen. Immer wieder jaulte sie voran, versuchte den oder die Fremde einzuholen, doch so recht wollte es ihr nicht gelingen. Nun ja, es war ja kein wunder. Wie sollte man auch mit kurzen, fleischigen Welpenbeinen, einen Sandläufer einholen?
Beinahe hätte sie die Jagd aufgegeben, da konnte Sou endlich die Fremde erblicken. Mit den schwarzen Kulleraugen beobachtete sie alles ganz genau. Besah sich die Fremde, die irgendwie nicht so recht wie ein Wolf aussah und drehte den Kopf etwas ab.
Etwas bedeppert, als wäre sie …nein. Sou musste kichern. Und tappste auf dem Gebüsch hervor, direkt neben den Sandläufer. Die Rutschspur zeigte das Schlamassel genau auf: Ob ihrer Geschwindigkeit war die Sandfarbene wohl vor den Baum gerutscht. Kurz sah Sou noch mal auf die Schleifspur im rutschigen Waldboden, dann sah sie zu der Fremden.

Hallo...mein Name ist Soulan!

Diesen Satz gerade zu Ende gesprochen, huschte schon wieder etwas in der Nähe der Welpin umher. Das es diesmal nur eine Maus war, die auf der Flucht vor den Beiden war, ahnte sie nicht. Doch die Gedanken an das, was dort hätten sein k ö n n e n, zerfleischten die Seele des Welpen nahezu. Wieder zitterte sie, drehte sich mit dem Rücken zu der Fremden und schluckte den dicken Kloß herunter, der sich in ihrem Hals gebildet hatte. Sou fand, dass sie ganz schnell das ansässige Rudel finden wollte um endlich die Gewissheit zu haben, dass sie nicht mehr ganz schutzlos war. Den blick hebend, sah sie zu der Fremden. Naja…wenigstens hatte sie sich schon mal bei ihr in Sicherheit gebracht. Oder war das die falsche Entscheidung gewesen? Panik machte sich breit….vielleicht war sie ja gar nicht so nett wie sie aussah….oder war ganz und gar abgeneigt auch nur ein Gespräch mit ihr zu führen! Vielleicht schickte sie die Welpin weg, wollte nichts mit ihr zu tun haben….Soulan hoffe bei ganzem Herzen…das es nicht so war.


29.08.2008 09:44




Jeanne


Sie schien zu schlafen. Die dunklen Augen waren ruhig geschlossen. Etwas abseits vom Rudel lag die Weiße da, den Kopf zwischen den Läufen gebettet. Jedoch wirkte die Fähe nur äußerlich völlig gelassen. In ihrem Inneren tobten die Gedanken, die Angst und all die Emotionen, die ihr Denken seit längerer Zeit immer und immer wieder ausschaltete. Sie wußte nicht, was sie dagegen tun sollte, alles schien Negativ. Selbst der Regen und der Wind schienen ihr nicht helfen zu können. Sie kannte dieses Gefühl. Die Angst, die Verzweiflung. Damals.. als ihre Mutter gestorben war, hatte sie sich genau so gefühlt. Und es war genau derselbe Grund. Tollwut.. Im Körper der Weißen verkrampfte sich etwas, wieder überkamen sie die negativen Gefühle, die sie von innen heraus langsam zerfraßen. Fest biß Jeanne die Fänge aufeinander, versuchte die Kontrolle über sich zu behalten. Es schien zu zerreißen, ihr Herz raste in ihrer Brust. Es war, als würde jeder weitere Schlag schmerzen. Die Augen fest zu kneifend drückte sie sich fester gegen den Boden, als suchte sie den Halt, der ihr fehlte. Etwa s an dem sie sich festhalten konnte. Die Weiße war abgemagert, sie fraß nur noch, wenn es wirklich nötig war. Ein Zittern ging durch ihren zierlichen Körper, während langsam Tränen in ihre Augen stiegen.
Sie erinnerte sich zurück. Cílyn, Shanaro und sie hatten gewartet, dass jemand vom Rudel kam. Dann hatte sie Blut Geruch wahr genommen. Und wie eine Vorahnung (xD‘‘ Tehe) hatte sich ein ungutes Gefühl in ihr ausgebreitet. Natürlich hatte sie nicht wissen können, was nun auf sie zukam. Aber ihr Instinkt hatte ihr verraten, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Danley.. Der Gedanke an den Rüden ließ sie schlucken. Es war nun eine ganze Weile her, und doch trieb es ihr nach wie vor Tränen in die dunklen Augen.
Tollwut.. Schon alleine dieser Gedanke daran ließ die Weiße innerlich zusammen zucken. Diese Krankheit hatte ihr nun zwei Mal das Leben zerstört, ihr wichtige Wölfe genommen. Sie wurden einfach aus ihrem Leben gerissen. Ihre Mutter sowie ihr Gefährte. Tot. Für immer. Mit geschlossenen Augen schüttelte Jeanne kraftvoll den Kopf. Egal was sie versuchte, sie konnte all das Negative nicht unterdrücken. Ewigkeit.. Sie würde keinen der Beiden je wieder sehen. Und jetzt, wo sie ihn brauchte, wo sie jemanden brauchte, der für sie da war.. war ihr Vater gegangen. Sie wußte nicht, wohin ihn sein Weg führte, was er nun tun würde oder.. ob sie ihn je wieder sehen würde. Und auch dieser Gedanke war wie ein Schlag in die Magen Gegend.

“Danley..“

Die sonst so warm klingende Stimme Jeanne’s zitterte. Sie hatte nur geflüstert, auch wenn ihr danach war, all den Schmerz, das Leid.. einfach heraus zu schreien. Langsam ließ sie den Kopf zurück auf die Erde sinken. Sie fühlte sich allein. Manch einer hatte Gründe, sich schlechter zu fühlen, als sie es tat. Kiba zum Beispiel.. Und obwohl sie wußte, dass es der grauen Fähe schlechter gehen musste als ihr, fühlte sie sich dennoch allein. Danley sowie ihr Vater hatten etwas von ihr mit sich genommen. In ihr.. war etwas gestorben. Sie hatte ihre Zeit gebraucht, um zu akzeptieren, dass sie nun beide verloren hatte. Und nun waren da noch offene Wunden, die auch nach so langer Zeit nicht heilten. Immer wieder kämpfte die Weiße gegen die Tränen an, und jedes Mal verlor sie den Kampf.
Erschöpft öffnete sie die dunklen Augen. Erst jetzt nahm sie den Regen richtig wahr, der ihr Fell durch nässte. Als wäre sie zu schwach, um den Kopf zu heben, ließ sie ihn zwischen den Läufen gebettet. Die Wärme, die sonst in ihren Augen lag, war gewichen. Man sah es ihr an. Sie war müde. Verletzt. Nur für den Bruchteil einer Sekunde drehte sie den Kopf, erkannte Kiba und zwei andere, Fremde. Eigentlich freute sie sich über jeden Neuankömmling. Aber nicht jetzt. Nicht in dieser Verfassung. Über was sollte sie sich auch freuen..? Das sie allein war?


29.08.2008 11:22




Shanaro


Viele Tage waren ins Land gegangen, seitdem Shanaro den Ort betreten hatte, der ihn zum Zuhause geworden war. Er liebte seine neue Heimat, er liebte Kiba und natürlich Jeanne, die dafür gesorgt hatten, dass es ihm gut ging. Er war ihnen dankbar und würde es auch bleiben.
Nun war der Herbst schon beinahe gänzlich vorbei und der junge Rüde hatte sich richtig an das Leben im Rudel gewöhnt. Sein unerfahrener Geist war sorgenfrei und seine Seele so lebendig wie nie. Er hatte die Fürsorge, die ihm einst auf tragischer Weise entzogen wurde und nun wieder erlangt hatte, genossen, er hatte jeden Tag, an dem er mit dem Rudel zusammen war ausgelebt. Nun war er gewachsen, doch sein Geist hatte sich nicht viel verändert, er war noch beinahe der Selbe, frech verspielt und lebensfreudig.
Obwohl das Wetter düstere Stimmung brachte, ließ sich Shanaro nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil, er bot ihm Einhalt, indem er sich mit seiner Fröhlichkeit verteidigte. Er war nicht so gewesen, als er ins Tal kam, aber nun hatte er sich verändert, ist offender, zugänglicher geworden.
Mit ruhigem, aber frechem Blick tastete er seine Umgebung ab, erkannte vertraute und auch fremde Gesichter im Tal. Sein Blick fiel auf Kiba, die gerade mit einigen Fremden Wölfen zu tun hatte und beobachtete sie für den Bruchteil einer Sekunde. Wieso waren wohl so viele Neuankömmlinge anwesend? Schließlich wandte er sich desinteressiert ab und suchte kaum merklich die schöne weiße Wölfin, die er zu lieben gelernt hatte. Schon nach einer Weile entdeckte er sie. Jeanne lag etwas abseits vom Rudel und der Schwarze trabte mit ruhigen federnden Schritten auf sie zu. Auf halber Entfernung aber merkte er, dass sie nicht so war, wie er sie kannte. Er blieb auf Distanz und musterte die Fähe eine ganze Weile, sah, wie Tränen ihr schönes Gesicht hinunter liefen, wie die Trauer über sie herrschte. Shanaro hasste es, zu sehen, dass es ihr nicht gut ging, doch wusste er nicht, was er tun sollte. Er war sich nicht einmal sicher, ob er zu ihr gehen sollte oder nicht. Letzten Endes entschied er sich doch für Ersteres. Vielleicht konnte auch schon seine Anwesenheit ihr ein wenig helfen? Ein Versuch war es ja Wert. Vorsichtig setzte er eine Pfote vor die andere, immer noch nicht sicher, ob er Jeanne wirklich aus den Gedanken reißen sollte. Nach wenigen Metern hielt der Jungwolf inne, betrachtete die Weiße und ging wieder weiter. Seine Ohren schnippten nach vorn, als sie die Stimme der Fähe vernahmen und Shanaro wusste nicht, ob er verwundert sein sollte, oder nicht. Sie klang ganz anders, als er sie kannte, in wiefern konnte er nicht sagen, aber irgendwas stimmte mit ihr nicht.
Vorsichtig tat der schwarze Rüde die letzten Schritte auf Jeanne zu und stupste sie sachte mit der Schnauze an und blickte sie mit seinen fragenden, frechen Augen an.

“Was ist mit dir, Jeanne? Ich mag nicht sehen, dass es dir so schlecht geht…“

Shanaro mochte zwar noch jung sein, aber dass es ihr nicht gut ging, das hatte er erkannt und das hätte sie auch nicht leugnen können. Er konnte es nicht ertragen, dass es ihr nicht gut ging, er wollte helfen. Verzweifelt sah er die Fähe an, hoffe, dass sie ihn anlächeln würde, dass sie mit ihm spielen würde. Doch er wusste, dass er vergeblich hoffte. Denn seine Augen würden ihn nicht trügen.
Vertrauensvoll drückte der Jungwolf seine Schnauze in Jeannes Seite und winselte leise. Er wünschte, er könnte ihr ein wenig von ihrer Trauer abnehmen.


29.08.2008 19:58




Jeanne


Den Kopf zur Seite drehend wandte sie den Blick von den Fremden und Kiba ab. Am liebsten wäre sie aufgestanden, hätte sich allein irgendwo hin gelegt.. Allein, Ruhe. Wenigstens schien niemand Anstalten zu machen, zu ihr zu kommen. Die sonst so gesellige Wölfin wollte niemanden bei sich haben. Sie wollte nicht, dass Jemand sie so sah. Niemand. Jeanne schloß wieder die Augen, versuchte sich vor der Welt zu verschließen. Ihre Krallen bohrten sich in die weiche Erde. Sie machte sich so klein wie möglich. Es sollte sie niemand bemerken. Niemand sollte ihr Leid sehen. Sie würde schon irgendwie damit fertig werden. Noch immer benetzten die Tränen ihr weißes Fell. Sie war versunken. In ihrem eigenen Leid. In allem Negativen, was ihr durch den Kopf ging. Sie bemerkte nicht ein Mal, we sich ihr Jemand näherte. Erst als sie durch den Regen einen ihr bekannten Geruch wahrnahm, stellten sich ihre Ohren auf. Shanaro. Eindeutig war das der kleine schwarze Rüde. Sie wollte nicht den Kopf heben. Vor allem der Kleine sollte nicht ihre Tränen sehen. Sie verhaarte, bewegte sich nicht, atmete nur flach. Vielleicht würde er denken, sie schlief? Und würde wieder gehen? Als die junge Stimme des Rüden erklang, verkrampfte sich das Innere der Weißen. Es war wie ein Stechen. Tausende von Nadeln machten sich an ihr zu schaffen. Nur langsam hob sie den Kopf, versuchte die Tränen zu unterdrücken, die wohl jedem klar machten, dass sie litt. Sie biß sich auf die Lefzen, bis sie fast schon ihr eigenes Blut schmeckte.

"Es.. es ist schon ok.. Shanaro. Das wird schon wieder.. Mach.. dir keine Sorgen.."

Ihre Stimme war leise, zittrig. Sie konnte es nicht ändern. Aber es wahr eh unübersehbar, dass am Ende war. Als der Kleine seine Schnauze in ihrem Fell vergrub, schluckte Jeanne kräftig. Shanaro sollte nicht leiden - nicht wegen ihr. Kurz die Augen schließend drehte sielangsam den Kopf zu dem Kleinen. Sie würde für den Moment einfach versuchen, zu vergessen. Nicht die Erinnerung, nicht ihre Gesichter. Die Erinnerung, dass sie nie wieder da sein würden. Nie wieder in ihrer Nähe. Sie zitterte. Und doch neigte sie den Kopf etwas zur Seite, um den wimmernden Welpen an zu stubsen. Für wenige Augenblicke richtete sie den Kopf zum Himmel. Indem sie fest die Fänge aufeinanderbiß, wehrte sie sich dagegen, wieder in all ihrem Leid zu ertrinken.

"Es.. ist wirklich ok Shanaro.. Es wird alles wieder gut.."

Wieder war ihre Stimme leiser geworden. Sanft stubste sie den Schwarzen erneut an. Irgendwann würde alles gut werdeb. Irgendwann..


30.08.2008 22:57




Tsurúgi Sorá


Ein Bergpass. Es regnete. Die kleine graue Fähe mit der halb geknickten Rute, duckte sich unter einen kleinen Felsvorsprung. Die tiefblauen Augen blickten sich um. Das war nicht ihr zu Hause. Wie war sie hier hergekommen? Ein Fiepen. Niemand antwortete. Die pelzigen Öhrchen richteten sich nach vorn aber außer Steinen und Kleingetier sah sie nichts. Sie seufzte. Nun denn. Wenn hier niemand war, musste sie wohl weiter und jemanden suchen. Das war besser als hier zu versauern.
Mit einem kurzen Blick in den Himmel, zu den Wolken die fast über den Gipfeln hingen wandte sich Tsurúgi um, blickte den Pass entlang und verließ den Hohlraum.
Kaum hatte sie die schützende Stelle verlassen, spürte sie wieder Regentropfen. Es waren dicke, vereinzelte Tropfen. Ein ergebenes Seufzen. Wenigstens ein gutes hatte es. Niemand würde ihre Spuren finden.
Andererseits, es machte den Boden rutschig und schlammig. Wieder ein Seufzen, sie konnte das Ende des Bergpasses sehen und wurde schneller. Bald würde sie Grünland erreicht haben, dort könnte sie ausruhen und sich verstecken. Dann würde sie die Lage abwägen und überlegen was zu tun sei.

oO(Wohin auch immer deine Flucht dich führen wird, Liebes. Du musst einen kühlen Kopf bewahren und überlegen was das beste in deiner Situation ist. Nicht immer ist es klug, auf sich aufmerksam zu machen- denke immer daran. Nicht jeder ist freundlich)Oo

Sie musste an den Lehrsatz ihrer Mutter denken und schüttelte den Kopf. Nicht jetzt drüber nachdenken was aus ihrer Familie geworden war. Dazu war keine Zeit. Sie sah sich um, hatte die Grenze zwischen Pass und Wiese erreicht, aber weit und breit keine Pflanze die groß genug wäre um sich dort zu verstecken. Sie war in den Bergen aufgewachsen und wusste nur zu gut dass es geflügelte Räuber wie Adler und Geier auch auf Welpen abgesehen hatten, sofern diese allein herumliefen. Sie ließ sich auf die Hinterbeine sinken und betrachtete die Umgebung. Nur Wiese, keine Bäume oder Sträucher, zumindest nicht in näherer Umgebung. Wenn sie rennen würde, könnte sie den Baum in der Ferne erreichen, aber war das günstig?
Dann sah sie den See. Ein großer See. Verwundert ließ sie ihre Rute über den Boden schweifen. Unsicher von einer Pfote auf die andere tretend setzte sie sich doch in Bewegung. Immer auf den See zu. Dort konnte sie trinken und sich ausruhen. Und dann würde sie weitersehen


31.08.2008 13:15




Shanaro


Shanaro sah die weiße Fähe wehmütig an. Nie hatte er sie so traurig gesehen und noch immer wusste er nicht, was solche Gefühle in ihr auslöste. Als sie den Kopf hob, konnte er deutlich ihr nasses Gesicht sehen. Obwohl es regnete, wusste der junge Wolf, dass es von Tränen zeugte. Verständnisvoll und verständnislos zugleich sah er Jeanne an, verzweifelt, dass er nicht mehr tun konnte, als tatenlos zuzusehen, dass es ihr so schlecht ging. Erst nach einer ganzen Weile, so kam es Shanaro vor, fing die Weiße an zu sprechen. Ihre Stimme war leise und klang zittrig, es war beinahe unheimlich es mit anzuhören. Die Worte, die aus ihrem Fang kamen, waren nicht sonderlich glaubwürdig, denn auch jeder andere hätte sehen können, dass nicht es okay war und für den Jungwolf sah es auch keineswegs so aus, als würde es das bald werden. Und er sollte sich keine Sorgen machen, aber genau weil sie ihm nicht sagen, wollte, was los war, machte er sich Sorgen. Wieso wollte er ihr etwas verschweigen? Der junge Rüde wusste nicht was er darauf erwidern sollte und wartete darauf, dass Jeanne weiter sprach. Doch zuerst spürte er, wie die Fähe ihn sachte anstupste. Er sah zu ihr auf, ihre Augen waren nicht so klar, wie sie es sonst zu sein pflegten, sie waren getrübt und traurig. Mit seinen bersteingelben Augen Blickte er in die ihre, versuchte sie zu verstehen, versuchte aus ihnen zu lesen, was Jeanne so traurig stimmte, doch vergeblich. Es schien, als hätte ein Nebel das verschleiert, was er zu erfahren versuchte, was er sehen konnte war ein unklares Bild, das er nicht zu deuten wusste. Nun trübte sich auch Shanaros sonst so frecher, lebhafter Blick. Die weiße Fähe war ihm Ansprechpartnerin und zugleich ein Ersatz für seine verlorene Mutter gewesen, hatte sich um ihn gesorgt und sein Vertrauen gewonnen. Wäre es jemand anders, hätte er wohl nicht so empfunden, aber wenn Jeanne sich schlecht fühlte, tat er es auch.
Schließlich wandte der kleine Schwarze seinen Blick kurz in die Ferne, zu Kiba und den Fremden, nur um gleich wieder Jeanne anzusehen und ihren nächsten Worten zu lauschen.

.oO(Was soll denn wieder gut werden? Was ist es denn, was so schlecht ist?)

Fragte sich Shanaro. Wie sollte er ihr glauben, dass alles wieder gut wurde, wenn er doch noch gar nicht wusste, was es war, dass ihre Seele so sehr belastete? Was war es, was sie ihm nicht sagen wollte? Fand er ihn etwa nicht vertrauenswürdig genug, um ihm zu sagen, was ihre Stimmung trübte? Diesen Gedanken konnte der Jungwolf nicht ertragen. Er hatte ihr doch auch immer vertraut! Schnell riss er sich davon los zu sah abermals in die traurigen Augen Jeannes und stupste sie sachte an der Schnauze an.

“Was ist es denn, was dich so traurig macht? Wieso willst du es mir nicht sagen?“

Sprach Shanaro schließlich aus, was er dachte und bedachte die Fähe mit einem langen Blick. Er war noch jung und wusste nicht, dass man manchmal nicht wünschte über Dinge zu sprechen, Dinge, die man am liebsten vergessen hätte, genauso so wie er auch am liebsten seine kurze Vergangenheit vergessen hätte. Aber dass Jeanne nicht darüber sprechen wollte, das verstand er noch nicht, er musste noch viel lernen.


31.08.2008 20:21




Senedd


Wie oft willst du noch sterben,
woran klammerst du dich fest
Ist es die Angst vor deiner Wahrheit,
die dich einsam leiden lässt


Der Herbst war ins Leben eingezogen. Und entgegen jeglicher Erwartung, harrte der junge Rüde immer noch aus. Er war hier nun entwas älter geworden, doch in seinem leben hatte sich kaum etwas geändert. Es war wie damals, nur das diese Wölfe hier netter waren. Doch er konnte mit ihrer Freundlichkeit nicht umgehen, scheute vor ihrer Nähe. Einzig zu Adali hatte er ein wenig vertrauen gefasst, dennoch wich er noch immer jeglichen Fragen der schwarzen Fähe aus. Und nun saß er hier, allein versteckt zwischen Sträuchern und Bäumen, in der Dunkelheit die Wald und Wetter über sie legte, nahezu unsichtbar. In den Monaten die er nun hier war, hatte er Dinge erlebt, die er nicht hatte verarbeiten können. Er verstand keine Gewalt die nicht böse gemeint war, und so war er sich umschlüssig, warum die Wölfe um den braugrauen Rüden trauerten, der in einem Kampf getötet wurde. Er hatte doch angefangen und er hatte den Kürzeren gezogen, sein Tod war gerecht gewesen. Doch wahrscheinlich wusste er nicht einmal Recht vor Unrecht zu trennen. Doch wieso versanken die Wölfe in Trauer? Besonders eine weiße Fähe, Jeanne, zog immerzu seine Aufmerksam auf sich. Sie versank, versank in ihrer Trauer um wohl eben jenen Wolf, wieso trauerte sie um einen bösen Wolf? Auch jetzt hatte die Weiße wieder seinen Blick auf sich gezogen, auch wenn er selbst von aussen wohl kaum gesehen wurde. Der junge Wolf, Shanaro war nun bei ihr, redete auf sie ein. Trauerte er auch? Senedd verstand erneut so wenig.
Mit einem stummen Winseln legte der Schwarze den Kopf auf die Pfoten, die bernsteinaugen jedoch verharrten weiterhin auf der Jotawölfin. Er kannte den Großteil des Rudels inzwischen flüchtig. Einfach nur mit Namen, es war okay. Er war nicht wichtig. Einfach nur eine ausgestopfte Puppe, ein gefühlsloses Wesen. Adali hatte ihm diese Ansicht nicht ausreden können, zu tief saß die Misshandlung seiner Vergangenheit. Er hang nicht daran. Seine Vergangenheit war Vergangenheit, sie wirkte sich hier nicht aus, doch jenen, was man ihm früher gelehrt hatte, bestand weiter hin. Es war in die unschuldige Seele des Jünglings gebrannt, hatte ihn verschandelt. Und auch jetzt, trotz jeglicher Mühe der Schwarzen war er diesem Gesetz unter geordnet. Er war wertlos, ein Diener für all diese Wölfe, unsichtbar, wenn sie ihn nicht sehen wollten.

Doch es war alles okay.

Der Regen perlte sanft über die schwarzen Fellspitzen des Rüdel und sammelten sich in den Vertiefungen die sich ab und an auftaten, oder rannen lautlos an seinen Schultern oder Flanken hinab. Er lag ganz still auf dem kalten Boden, schien sich nicht an dem schlechten Wetter zu stören. Im Gegenteil, er mochte Regen. Der Regen weinte für ihn, trauerte für ihn. Er selbst konnte es nicht, so ließ er den Regen seine Emotionen übertragen, beziehungsweise, dacht ees sich so. Auch wenn es für alle anderen vollkommen unsichtbar war. Doch das war er ja auch. Der Regen verband seine Welt.


And they say
I will never survive the raining
I'm so sick of myself


03.09.2008 15:54




Cílyn Nuray


Und es regnete.
Es schien gar nicht mehr aufhören zu wollen, als ob die Wolken eine Schleuse geöffnet hatten. Und sie, sie lief. Sie lief wie immer. Die Braune rannte durch den Wald, man hätte sie für verrückt halten können, doch es war das, was sie am Leben hielt. Durch das Laufen, fühlte sie sich lebendig, durch die kühle Luft die durch ihre Lungen floss, durch den Schmerz den sie spürte, wenn sie nicht mehr konnte. Und der Regen hörte nicht auf. Er erinnerte sie so schmerzlich an das was sie hatte vergessen wolen, an das was sie ständig versuchte zu verdrängen.
Wie blind rannte die Wölfin, als ob sie flüchten wollte, doch der Regen folgte, die stummen Tränen konnte sie einfach nicht abhängen. Die Augen halb geschlossen, weil der Regen in ihre Seelnespiegel drang, und sie kaum etwas sehen mochte. Sie stolperte im Lauf, konnte sich jedoch fangen. Und so lief sie weiter, ohne ein Ziel zu haben, einfach weg, einfach laufen.
Sie stolperte abermals, konnte sich diemal jedoch nicht fangen und fiel vorne über, schlidderte etwas über den Boden, bevor sie liegen blieb. Der Brustkorb der Fähe hebte und senkte sich rasch, ihr Herz pochte so stark, dass sie es in ihren Rippen spürte, so dass es schon wehtat. Hatte sie sich was getan? Vorsichtig überprüfte Cílyn Nuray alle Muskeln, bevor sie sich sicher war, dass alles in Ordung war. Die Braune drehte sich auf den Rücken, und blickte in den Himmel.

"Weine nicht...bitte. Hör doch auf zu weinen."

Die Fähe schluckte, blieb auf dem Rücken liegen, und schloss bedächtig die Augen. Sie war da geblieben. Sie war nicht wieder gegangen, immer noch bei dem Rudel der Tears of Destiny. Sie wollte hier neu Anfangen, ihr altes Leben hinter sich lassen, aber der Regen verfolgte sie, und er schien sie nicht einmal für eine kurze Weile in Ruhe lassen zu wollen. Die sanften Augen, von Trauer getränkt, öffneten wieder und blickten zum grauen Wolkenteppich, der sie mit den Regenmassen ertränken wollte.

"Leyran kannst du mich hören?"

Die Stimme war nur ein leises Hauchen, der vom Winde davon getragen wurde und sich verlor. Die vergangene Ereignisse hatten ihr mal wiedergezeigt, wie schnell ein Leben aufgelöscht werden konnte, wie kurz das Leben doch eigentlich war...

Mit einem entschlossenem Gesichtsausdruck, erhob sich die Fähe schließlich. Sie hätten nicht gewollt, dass sie so endet, sich in Trauer stürzt, und darin versinkt. Sie wollte doch Leben, für die anderen, für Leyran. Doch es war so unglaublich schwer, so anstrengend immer stark sein zu müssen. Doch sie musste, sie hatte es sich geschworen.
Langsam schritt die Fähe voran, schlug den Weg zurück zum Rudel an, genug davonlaufen. Für heute...


03.09.2008 18:33




Kiba Telay


Kiba Telay hatte sich kurzweilig etwas von dem traurigen Szenario bei Shanaro und Jeanne ablenken lassen, als ihre Ohren plötzlich ein tiefes Heulen wahr nahmen. Sie richtete den Kopf wieder in den Himmel und war fast ein wenig verwundert. Lange hatte kein Fremder mehr das Tal betreten. Mal war es so, mal so. Doch wenn einer kam, trafen meistens im Laufe des Tages noch einige mehr ein, woher auch immer dieses Mysterium führte. Die silbergraue Leitwölfin öffnete den Fang und sandte dem Unbekannten einen freundlichen Willkommensgruß entgegen und senkte das Haupt wieder. Ein weiterer fremder, fast etwas unwölfischer Geruch, kam ihr nicht viel später schnell entgegen und ehe sich die Silbergraue versah, schlidderte ein zierliches, braunes Wesen über den matschigen Waldboden und ließ sich anschließend von einem Baumstamm unfreiwillig stoppen. Kiba zuckte etwas zurück, als würde sie den Aufprall nachempfinden, das war bestimmt unangenehm. Fast fieser Weise aber auch irgendwie amüsant. Die Leitwölfin zumindest zeichnete sich ein sachtes Lächeln auf die Lefzen und trabte ruhig zu der Wölfin hinüber, die auf irgend eine Art und Weise auch keine zu sein schien. Ihre Ohren waren überdimensional groß, die Proportionen auch nicht ganz die eines ausgewachsenen Wolfes. Längst nicht so kräftig. Doch Kiba beschäftigte sich mit dieser Tatsache nicht weiter und senkte den Kopf etwas zu der Fähe herab. Sie war im Übrigen nicht der Absender des vorherigen Heulens.

Hast du dir weh getan?“

Allerdings, noch ehe die Braune ihr antworten konnte, tauchte aus dem Regen ein großer, weißer Rüde auf und schritt genau auf sie Zwei zu. Und warum auch immer, der Requistin war sofort klar, dass er der Wolf war, welcher eben Gruß erklingen ließ. Sie fühlte sich fast ein wenig überrumpelt von den zwei Gestalten, die nun ihre Aufmerksamkeit beanspruchten, doch als der Weiße geendet hatte, nickte Kiba ihm lächelnd zu.

Deine Wahrnehmung hat dich nicht getäuscht und du hast grade das Rudel, sowie seine Alpha gefunden. Mein Name ist Kiba Telay, ich leite die Tears of Destiny. Ich denke, ein Wolf wie du ist mit den Regeln einer Gemeinschaft vertraut und somit spricht nichts gegen deinen Beitritt.“

Es war einer ihrer Grundsätze Wölfe sofort per Du an zu sprechen, die um einen Aufenthalt baten. Manch einer mochte es vielleicht nicht als die feine Art ansehen, für die bald 5-Jährige Leitwölfin war es mehr ein Zeichen des Vertrauens. Die Höflichkeitsform „Ihr“ war etwas, womit man sich von seinem Gegenüber distanzierte, nichts, was für eine „Familie“ taugte.
Kibas eisblauer Blick wandte sich wieder der kleinen Halbwölfin zu, um ihr zu zeigen, dass sie sie nicht vergessen hatte.


04.09.2008 21:23




Jeanne


Stumm atmete die Weiße den Geruch des kleinen Rüden ein. Noch immer verschleierten Tränen ihren Blick, machten sie blind für ihre Umwelt. Was sollte sie ihm erzählen? Jeanne hätte lügen können. Aber was brachte es ihr, den noch so jungen Wolf anzulügen? Nein, das würde sie nicht tun. Es war schon eine zu große Lüge gewesen, dass es ihr gut ging. Obwohl es so offensihtlich war, dass dies nicht der Fall war. Aber was sollte sie ihm sagen, was?! Sie wußte es nicht. Als der helle Blick Shanaro's ihren traf, drehte sie den Kopf weg. Sie wollte nicht, dass er in ihrem Zustand in ihre Augen sah. Sie musste sich zusammen reißen, die Tränen zurück zu halten, die wieder in ihre Augen traten. Sie wollte nicht in der Nähe des Welpen weinen. Er hatte so viel Leid hinter sich.. er sollte nicht noch mit ihren Problemem belastet werden. Als der Schwarze sie anstubste, zuckte sie etwas zusammen, wich jedoch nicht zurück. Zärtlich schleckte sie dem jungen Rüden über die Schanuze, subste ihn dann erneut an und richtete den Blick ab. Langsam schloß sie die dunklen Augen, atmete tief die feuchte Luft ein, die sie umgab. Es war, als würde der Regen sie verstehen. Der Himmel weinte, wie sie. In ihrem Kopf rasten die Gedanken, alleine hätte sie besser damit fertig werden können, aber nun wollte sie keine Schwäche zeigen. Aber.. das war zu schwer für sie. Es war zu schwer, ihren Schmerz und das Leid zu unterdrücken, das ihr auf das Gemüt schlug. Aber jetzt war er hier. Er hatte gesehen, dass es ihr schlecht ging. Und vielleicht war es das, was sie brauchte? Jemanden bei ihr, mit dem sie reden konnte? Ganz langsam wandte sie sich wieder dem Welpen zu, vergrub ihre Schnauze in seinem Fell.

"Ich habe alles verloren.."

Vielleicht würde er es nicht verstehen. Immerhin waren die meisten Wölfe des Rudels hier. Natürlich.. Kiba war da und ebenso Shanaro selbst. Aber dennoch.. Ihr Vater war gegangen, sie wußte nicht ein Mal, ob er noch lebte. Und Danley.. Sie hatte den Rüden nicht lange gekannt. Und doch war es ein Stechen, ein Schlag in die Magengegend. Wieder schloß sie die Augen, genoß die Nähe des kleinen Wolfes. Vielleicht konnte er ihr helfen, ihren Schmerz zu vergessen?


04.09.2008 21:23




Tsurúgi Sorá


Schlamm. Überall schlamm, vom Regen aufgeweichter Boden. die kleine graue wölfin blieb stehen, sah nach vorn, blickte dorthin wo sie hinwollte, den Hang hinab in den Wald. Dort sah der Boden zwar auch nicht besser aus, aber dort würde sie vielleicht einen Unterschlupf finden, einen Ort der Trocken und warm sein würde....oder noch besser: andere Wölfe.
Sorá schnaufte als sie vorwärts schritt und sich dem rutschigen Hang übergab. Sie fühlte wie ihre Pfoten im Boden einsanken, wie sie rutschte und sich überschlug. Blätter und Schlamm drangen in ihre Schnauze, welche sie aufgerissen hatte zu einem erschreckten Fiepser. Hustend lag sie am Fuß des Hanges, ein dichtes Blätterdach schützte sie größtenteils vor dem Regen. Für einen Moment war ihr doch echt die Luft weggeblieben und so ruhte sie für einen Augenblick aus, kam wieder zu Kräften.
Doch als sie sich aufrappelte und weitertappste, kam schon das nächste Hindernis: durch die Blätter am Boden war der Schlamm verdeckt gewesen und so geriet die Graue Welpin ins Wanken.
Verdammt...sie steckte fest. Probeweise ruckelte sie ihren Körper hin und her aber da war nix mehr zu machen

"Hallo? ist hier irgendwo jemand? ich brauche HILFE...ich stecke fest"

Blöde Situation, aber das nahm ihr nicht den Mut. Irgendwer würde sie schon hören, da war sie sich ganz sicher. Sie war halt durch und durch optimistisch und glaubte zudem fest daran dass jemand sie hören würde


05.09.2008 16:16




Akara Chitaru


Eine Gestalt wanderte durch den Regen, der sämtliche Fährten und Düfte fortzuspülen versuchte. Sie war Teil des Tropfens, mit den Pfoten versunken im Schlamm. Die Wanderung hatte sie ermüdet und sie Stück für Stück ihrer Kräfte beraubt. Inzwischen fühlte sie sich Tag täglich ausgelaugt und müde. Sie sehnte sich nach Sicherheit, Gesellschaft und einer Möglichkeit, für eine Weile zur Ruhe zu kommen. Dass sie an diesem trostlosen, verregneten Morgen ausgerechnet auf die Grenze eines Reviers stieß, überraschte und verunsicherte sie zugleich. Sie hatte etwas gefunden, dass sie nie wirklich gesucht hatte und doch wusste sie, dass sie hier ihr Glück versuchen wollte. Akara Chitaru wollte nach langer Einsamkeit wieder Teil eines Rudels werden. Es würde nicht sein, wie bei ihrer Familie und sie hatte keine Vorstellung wie oft man diese Erkenntnis unterstreichen musste. Für den Anfang hob sie den Fang, schloss die Augen, während sie ihr Heulen gen Himmel richtete und natürlich an die Wölfe, die das Revier bewohnten, vor dessen Grenze sie stehen geblieben war.

“Meine Grüße den Bewohnern dieses Ortes. Eine Wanderin erbittet nähertreten zu dürfen.“

Kaum hatte sie ihre Botschaft überbraucht, beendete sie auch schon ihren grüßenden Ruf, um auf die Antwort der Gemeinschaft zu warten. Sie setzte sich und ließ den Regen auf ihr Fell prasseln. Ihre gute Erziehung und die erlernte Höflichkeit verboten ihr, auch nur eine Pfote in die Heimat eines Rudels zu setzen, ohne die konkrete Einladung erhalten zu haben. Und auch die mit den Jahren gewachsene Ruhe ließ sie geduldig bleiben, ohne sich am Warten zu stören.


05.09.2008 17:44




Cílyn Nuray


Mit großen, aber langsamen, Schritten ging die Braune voran. Das Fell vom Sturz mit Dreck und Matsch verschmiert und vollkommen durchnässt, doch das störte sie nicht. Nicht wirklich. Wer auf diese Äußerlichkeiten achten würde, der hatte selbst Schuld, es war ihr im Moment egal. So wie ihr vieles zur Zeit egal war. Ruhig ließ sie ihren Blick schweifen, und korrigierte dann ihre Richtung, auf dem Weg der sie zurück zum Rudel führen sollte. Als sie auf einmal eine leises Geräusch hörte, blieb die braune Fähe stehen. Verwundert spielte die Wölfin mit ihren Ohren um orten zu können, von wo die Stimme, wie sie meinte gekommen war. Immernoch nicht ganz sicher, ob sie nachschauen sollte, um was es sich bei der Stimme handelte, blickte sie nochmals zum Himmel, der seine Tränen weiter auf sie hinab fallen ließ. Es erwartete sie sowieso keiner beim Rudel, wozu also so schnell wie möglich zurück? In einer flüssigen Bewegung, erhob sie sich geschmeidig, und trabte vorwärts, der Stimme hinterher. Sie kam zu einem kleinen Abhang, doch den wirklichen Grund für das Geräusch, dass sie gehört hatte, erkannte sie nicht. Nicht sofort. Doch als sie sich genauer umsah, bemerkte sie eine Bewegung. Da war doch was, unten, zwischen dem Laub der Blätter versteckt? Ein Eichhörnchen? Oder vielleicht ein Kaninchen? Wo sie an die Beute dachte, bekam sie doch auch gleich Hunger. Als sie sich jedoch der vermeintlichen Beute näherte musste sie erkennen, dass es sich doch um einen Wolf handelte, zwar um einen sehr kleinen, aber doch einen Wolf. Also doch keine Beute. Fast schon schade. Und scheinbar steckte die arme Kleine im Matsch fest. Mit einem Mal vetrtrieb sie den traurigen Glanz in ihren Augen und setzte wieder gekonnt ihre Maske auf, ihr sanftes Lächeln. Langsam näherte sie sich dem Welpen, bis sie schließlich neben der kleinen Fähe stand.

"Warte, ich helfe dir."

Vorsichtig scharrte Cilyn etwas Schlsmm um die kleine weg, in dem diese allem Anschein nach feststeckte, nahm die Fähe im Nacken, und hob sie aus ihrem Gefängnis. Mit ein paar Schritten zur Seite ließ sie die Welpin wieder los, die gar nicht mehr so klein war, wie sie schien.
Langsam trat sie einen Schritt zurück, und musterte das Wesen von oben bis unten.

"Mein Name ist Cilyn. Wie heißt du denn, und was machst du hier, so alleine?"

Ob Gesellschaft jetzt das Richtige für sie war?


05.09.2008 19:06




Tsurúgi Sorá


Glück, Glück im Unglück. Jedoch nichts vom Schicksal herbei geführtes. Sorá glaubte nicht an Schicksal. Alles konnte eigenmächtig bestimmt werden, wenn man die Situation auch nicht immer im Griff hatte

oO Schicksal...so etwas gibt es nicht kleines. du kannst frei bestimmen, wie und wann etwas in deinem Leben geschieht, du darfst nur niemals den Mut verlieren Oo

das hatte ihr ihre mutter erzählt, das war noch nicht so lange her, wenn sie es richtig in Erinnerung hatte.
Und was das Glück anging, sie hatte tatsächlich welches denn eine braune Fähe hatte ihren Hilferuf gehört und kam näher um ihr zu helfen. Sie scharrte Schlamm weg und fasste Sorá am Nacken um sie herauszuheben.
Als Sorá wieder festen Boden unter den Pfoten hatte schüttelte sie sich erstmal, Schlamm troff aus ihrem schönen grauen Fell. Ein erneutes ergebenes Seufzen, Fellpflege musste warten bis sie an einem trockenen Ort sein würde. Dann hatte sie eher ruhe und zeit dafür
Mit einem lieben Lächeln drehte sie sich zu Cílyn um

" Mein Name ist Tsurúgi Sorá und ich war eigentlich auf der Suche nach einem warmen, trockenen Ort zum Ausruhen, denn das ist kein Wetter um draußen herumzulaufen, finde ich.

Sie war ein Wolf der ein anderes Klima gewöhnt war. Das machte sich bemerkbar, jedoch war sie nicht verwöhnt denn anpassen konnte sie sich doch relativ gut. Sie war nur nicht gern allein wenn sie erstmal Anschluss gefunden hatte. Dann wurde sie quengelig


05.09.2008 19:26




Shanaro


Shanaro stand immer noch neben der liegenden Jeanne. Seine sonst so frechen Augen hatten einen besorgten Schimmer angenommen und ruhten auf der weißen Fähe. Nachdem der seine Frage gestellt hatte, hatte er einen Moment lang das Gefühl gehabt, etwas Falsches gesagt zu haben. Doch nun war dieses Gefühl verflogen. Was sollte daran falsch sein, jemanden danach zu fragen, wieso er traurig war? Geduldig wartete er darauf, dass die Fähe seine Frage beantwortete, drängte sie nicht, ließ ihr alle Zeit der Welt. Doch dem jungen Wolf entging nicht, dass Jeanne seinem Blick auswich, es war eindeutig, dass es ihr unangenehm war, so von ihm gesehen zu werden, doch wieso? Sie brauchte doch vor ihm nichts verbergen.
Als die Weiße ihm sanft über die Schnauze leckte, schloss Shanaro kurz die bersteinfarbenen Augen, nur um sie gleich wieder zu öffnen und auf die Fähe zu richten. Sie stupste ihn erneut an und der schwarze Rüde ließ es sich gefallen. Kurz sah er zum Himmel empor, von wo der Regen auf sie niederprasselte. Er durchnässte sein Fell und rann sein Gesicht hinunter, erweckte den Anschein, als würde auch er weinen. Kurz schüttelte er sich und die kleinen Wasserperlen flogen in allen Richtungen von ihm ab.
Wieso musste bloß alles weinen. Auch der Himmel tat es und ließ alle Welt von seiner Trauer wissen. Als Shanaro wieder zu Jeanne blickte, sah sie noch immer so traurig aus, wie zuvor. Ihre Tränen hatten sich mit dem Regen vermischt und ihr Blick war abgewandt.
Schließlich spürte der Jungwolf, wie Jeanne ihre Schnauze in seinem Fell vergrub. Die sanfte Berührung füllte seinen Körper, trotz der Trauer, mit wohliger Wärme. Ein zufriedenes Winseln entfloh seiner Kehle, während er sich zu der weißen Fähe auf den Boden niederließ und sich an sie schmiegte.
Als sie zu sprechen begann, spitzte der Rüde seine sensiblen Ohren und lauschte den leisen, traurigen Worten. Sie hatte alles verloren … Aber was war alles? Sie hatte doch alles, was sie brauchte, hier beim Rudel, bei ihm. Shanaro verstand nicht ganz, sah sie aber dennoch verständnisvoll an. Eine Weile blieb der junge Rüde noch stumm, dann fragte er vorsichtig weiter.

“Alles verloren …? Aber du hast doch noch das ganze Rudel, Kiba und mich … Wie kannst du denn alles verloren haben?“

Sprach der Schwarze mit fragender Stimme aus und blickte Jeanne etwas verwundert an. Er wusste nicht, was es zu bedeuten hatte, wollte mehr erfahren und spürte dennoch zugleich, dass es der Jotafähe schwer fiel, ihm so etwas zu erzählen. Sein lebhafter Blick schweifte in die Ferne, als ein Heulen erklang. Es klang weiter entfernt, als es war, unerreichbar weit schien es, denn sein Geist war nicht bei der fremden Stimme, seine ganze Aufmerksamkeit galt Jeanne. Sein Blick glitt zu ihr zurück, während er noch immer auf ihre Antwort wartete.


06.09.2008 09:06




Cílyn Nuray


Ein unscheinbares Schmunzel umspielte die Lefzen der Brauen Fähe, nachdem sie den Worten der Kleinen gelauscht hatte. Die Ausdrucksweise dieser Welpin war irgendwie niedlich. Doch war ihr nicht entgangen, dass sie dem zweiten Teil ihrer Frage geschickt ausgewichen war... Mit schief gelegtem Kopf musterte sie Tsurúgi Sorá, wie die kleine hieß, die genausosehr mit Schlamm bedeckt war, wie sie selbst. Ob das Zufall war? Wer wusste das schon? Das durchnässte Fell der Fähe ließ sie kurz erschaudern, als sie zum ersten Mal seit langem wieder die Kälte des Regens auf ihrer Haut spürte... sie hatte diese Tatsache wqohl die ganzen Stunden verdrängt. Auch der Kleinen musste kalt sein, aber was tun? Alleine hier lassen konnte sie sie nicht, also musste sie wohl oder übel mit zum Rudel, wo sie eh gerade hinwollte. Aber jemanden einfachso mit zum Rudel zu bringen erschien ihr nicht gerade Vorteilhaft, wenn man auch erst seit kurzem dieser Gemeinschaft beiwohnte. Leise seufzend stubste sie die kleine Fähe an.

"Das trifft sich doch gut, ich wollte gerade zurück, zu meinem Rudel. Aber ich bezweifle, dass es dort weniger Nass unf Kühl sein wird als hier..."

Sie zuckte mit den Schultern, es war doch überall das gleiche. Der Regen verfolgte sie, wo hin auch immer sie ging. Würde Tsurúgi Sorá mit ihr mitkommen, würde diese wohl nie ein lauschiges warmes Plätzchen finden.

"Komm doch einfach mal mit. Wir werden sehen, was wir für dich tun können."

Sie nickte in die Richtung in die sie würde gehen wollen, und wartete auf eine Antwort. Vielleicht wollte die Welpin ja gar nicht mit ihr mit?


06.09.2008 14:43




Adali


Unverändert prasselten die Regentropfen auf den Boden nieder, als wollten sie die Erde überfluten und in ein Meer verwandeln. Nachdenklich hatte die Schwarze den Kopf erhoben und blinzelte in den dunklen Himmel hinauf. Was war schief gegangen? Was hatte sie anders machen müssen, anders machen sollen? Wäre sie einen anderen Weg eingeschlagen – wäre es anders gelaufen? Fragen brannten auf dem Herzen der Fähe, die bis auf wenige Dinge alles verloren hatte. Sie fühlte sich unvollständig und verloren, hilflos herumgewirbelt in des Strömungen des Schicksals, welches dieses Rudel immer wieder zu strafen schien, für etwas, was sie nicht getan hatten. Und dennoch ging der Weg immer weiter, der Kreis schloss sich und alle waren sie ein Rad, welches sich immer weiter drehte.
Adali schluckte und senkte den Kopf ein wenig, genoss das Gefühl des Regens auf ihrem Fell, welcher sich den Weg zu Boden bahnte. So viel hatte sie verloren. Angefangen von ihrer Familie, welche dem schrecklichen Krieg erlag, ihr bester Freund, dann sah sie zu, wie Freunde aus dem Rudel hier für immer verschwanden, wie die Familie ihrer Freundin Kiba verschwand, bis auch die Graue fast gänzlich alleine da stand, konnte nur untätig mit ansehen, wie sie sich von einander distanzierten und jetzt war auch noch ihre Liebe fort. Vergessen. Einfach so. Ein Schock für sie, wo sie doch daran geglaubt hatte, zumindest einen einzigen Zufluchtsort zu finden.
Wie ein Phönix aus der eigenen Asche auferstehen, das wollte sie. Aber das Feuer in ihren Augen, die Flamme in ihrem Herzen war fort – erloschen. Sie war eine normale Wölfin, kein Flammenkind mehr, welches bis zum Schluss nicht aufgeben würde. Ertrunken und mitgerissen, liegengelassen in den Tiefen des Lebens. Ihr fehlte schlichtweg die Kraft um aufzustehen.
Die bernsteinfarbenen Augen wanderten zu Senedd, den sie lieb gewonnen hatte und ihre Gefühle aufrecht erhielt. Der verängstigte Jüngling erhielt die mütterliche Fürsorge und Liebe, die sie nie wirklich zum Ausdruck hatte bringen können. Der Rüde verkörperte das, was von ihr gegangen war und sie einsam zurück gelassen hatte: Ihre Familie, die sie hier gehabt hatte.
Leise seufzend wollte Adali sich erheben und ein wenig spazieren gehen, sich einfach nur die Läufe vertreten, in der Hoffnung, dass ihr der Himmel nicht auf den kopf fiel und sie sich in den Gedanken verirrte. Als ein Heulen das Prasseln des Regens übertönte, spitzte sie kurz die Ohren, lauschte. Eine Fremde erbat einlass. So war dies hier. Freunde verschwanden, Fremde kamen.
Aus dem Augenwinkel blickte sie zu Kiba, die wie immer beschäftigt schien und der sie nicht alles alleine überlasen wollte und konnte. So hob sie den schmalen Kopf zur Antwort in den Himmel.

Ich grüße dich fremde Wanderin. Mein Name ist Adali, die Coniugo dieses Rudels. Tritt ein, wenn deine Absichten friedlich sind.


07.09.2008 20:09

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
14.08.2010 19:24
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23.07.2005

Seite 1


Der Herbst hielt unweigerlich Einzug über das Tal. Binnen weniger Wochen, gar Tage, waren die Blätter Gold und Rot gefärbt, selbst die Sonne schien eine rötlichere Farbe an zu nehmen. Es war ein kühler Herbst und der Himmel oft Wolkenbedeckt. Auch zum Winteranfang hin waren noch nicht alle Bäume kahl, dafür wurde es immer grauer. Die Sonne schien in weite Ferne zu rücken und etwas wie ein schweres Regentuch breitete sich über dem Tal aus.
Dennoch rückten die Ereignisse des vergangenen Frühlings- und Sommerendes langsam in die Ferne, als würde sie dieses Tuch davon isolieren. Die Brandstellen waren nach wie vor ein Ort schwarzer Kohle und Asche und auch der unschöne Tod Danley Lanés’ war noch längst nicht vergessen. Viele Wunden hatten sich noch nicht geschlossen, vor allem der Gedächtnisverlust Yosós – der damit kein Coniugo mehr war – nagte am Rudel. Trotzdem mangelte es an nichts, es galt nach vorne zu blicken. Das Leben ging weiter und würde immer weiter gehen. Auch auf den Brandplätzen würden im nächsten Frühling neue Pflanzen sprießen.
Am heutigen Tag hielt sich die Schlechtwetterfront weiterhin am Himmel, es regnete seit den frühen Morgenstunden. Kälte kündigte den Winter an und es wurde langsam Zeit, sich Gedanken über den Aufstieg zur Winterhöhle zu machen.
Das Rudel befindet sich recht mittig im Tal, schutzsuchend im Daywish-Wald, kurz vor dem Berg und kurz hinter dem Tear Mirrow.




Kiba Telay


Regen tropfte durch das kahler werdende Blätterdach, wie so oft in den letzten Tagen. Kiba Telay hatte den Kopf gehoben, stand aufrecht neben einem Baum und starrte in den Himmel. Es hatte sich viel verändert in diesem Jahr, unendlich viel. Aber eigentlich war sie Veränderungen inzwischen ja gewöhnt, nie lief etwas lange auf ein und dem selben Pfad. Silence Tear war nicht mehr da, sein Tod lag nun schon ein halbes Jahr zurück. Sie hatte sein Gesicht nicht vergessen, trotzdem wurde seine Stimme immer leiser, wenn sie versuchte, sich an ihren Klang zu erinnern. Ihre Welpen hatten sie verlassen. Alle. Fünf Achtel tot, die anderen drei Achtel verschwunden. Sie wusste, dass es Saiyán und Aiyán wahrscheinlich gut ging, weg waren sie trotzdem. Ihre letzte Tochter war einfach weg.
Trotzdem hatte Kiba aufgehört, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie nun eine schlechte Mutter war oder nicht. Das Leben lief, wie es war. Schicksal. Ihr war nicht mehr kalt während dieser Regentage. Yago war nicht gegangen. Das Einzige, worum sie noch gebeten hatte.
Der Blick der Silbergrauen huschte über das Rudel. Mitsah war mit ihren Zwillingen und Pyry gegangen, kehrten vielleicht irgendwann wieder. Danley Lanés, ihr stiller Jota war ebenfalls nicht mehr da. Es war noch immer ein leichter Stich, wenn sie an jenen Tag zurück dachte. Mitsah war gekommen um ihr von seinem Vorhaben zu berichten, Yago war mit dieser weißen Wölfin aufgetaucht, Leikuna. Er war nicht gegangen. Und doch hatte man ihr keine Zeit gegeben, sich über diese Tatsache zu freuen. In ihren Ohren klang immer noch dieses unwirkliche Geräusch von Knurren und Brüllen, als ihr Gamma plötzlich los gerannt war, direkt auf Danley, Leikuna und Yago zu. Yago hatte vor der Fremden gestanden, ihr Jota völlig neben sich, mit schäumendem Maul bei ihnen. Binnen weniger Sekunden war alles schon wieder vorbei gewesen, der zierliche, graubraune Rüde tot, Mitsah über ihm. Tollwut, an diesem Tag hatte sie diese furchtbare Infektion kennen gelernt. Ein Seufzen verließ Kibas Kehle. An diesem Tag war deutlich mehr passiert, als sie sich hätte vorstellen können. Nicht nur, dass Danley plötzlich tot war, plötzlich hatte sie einen Yosó vor sich, der keinen mehr erkannte, nicht mal mehr seine eigene Gefährtin.
Alles Dinge, die dazu beitrugen, dass nichts immer so blieb, wie es war.
Langsam senkte die silbergraue Leitwölfin den Kopf und ließ sich auf die Hinterläufe sinken. Man konnte sich nicht ewig mit dem aufhalten, was einmal gewesen war. Nicht, wenn man eine Position hatte, wie sie. Sie hatte dafür zu sorgen, dass es dem Rudel weiterhin so gut wie möglich ging. Und schon bald würden auch die letzten Blätter ihre Äste verlassen haben. Schnee würde das Tal in weiße Schönheit einhüllen. Eine gefährliche Schönheit. Es war an der Zeit, sich wieder Richtung Nordosten zu begeben, damit es nicht wieder zu spät war, wie im letzten Jahr.


24.08.2008 22:43




Korrianke


Regen. Der herabfallende Regen hatte etwas tröstendes für den großen, weißen Rüden. Er kühlte die vom Wandern erhitzte Haut und das kochende Gemüt, welches die Leidenschaft hinter seinen ruhigen, tiefen Augen stets von neuem in Flammen aufgehen ließ. Er wusch die Dunkelheit von seinem hellen Pelz, als er von dem felsigen Durchgang in den Bergen ins Freie hinaustrat und die Tropfen sanft auf seinen Körper niedergingen und wie Tränen der verlorenen Seelen im blassen Licht glänzten. Kälte zog herauf, der Winter ließ sich nicht mehr lange fernhalten von dem Tal, dass er soeben betreten hatte. Der Wind trug ihm die Fährten verschiedener Wölfe zu, ein Rudel musste an diesem Ort hier heimisch sein.
Einen Moment ließ Korrianke seinen Blick über die Bergwiesen vor ihm schweifen und konnte fühlen, wie die Luft die sanft abfallenden Hänge vor ihm hinabfloss, wie leichter gewordenes, unsichtbares Wasser. Er hob seinen Kopf und ließ ein tiefes Heulen ertönen, welches seine Anwesenheit mitteilte und seine friedlichen Absichten klarstellte, dann trabte er die Wiese vor ihm hinab und folgte den Gerüchen der Wölfe. In der Ferne konnte er einen Wald sehen, er war von Wolkenfetzen verhangen, die noch unter seinen Pfoten zu liegen schienen, während er tiefer ins Tal hinabtrabte. Er lief eine lange Weile, ohne ein richtiges Gespür für Zeit, bis er auf die ersten einzelnen Baumgruppen und schließlich auf den lichten Rand des Waldes traf. Etwas langsamer lief er durch die dichter werdenden Bäume, verfolgte die stärker werdende Fährte der Wölfe, die ihm zuvor in die Nase gekrochen war. Einige Zeit später konnte er zwischen den Bäumen zwei Gestalten ausmachen. Weitere Wölfe konnte er in ihrer Nähe wahrnehmen. Er senkte sein Tempo nochmals, bevor er zwischen den Stämmen der Bäume hervortrat und somit für die anderen beiden sichtbar wurde.
Er erkannte zwei Wölfe oder eher noch einen richtigen Wolf und einen, der eine Kreuzung zu sein schien, etwas war anders an dieser Fähe, anders als an ihm und der Silbergrauen, die dasaß und in den Himmel gesehen zu haben schien, ehe die zweite Wölfin oder Halbwölfin, was es auch war, auftauchte. Offenbar kannten sich die beiden nicht.
Gelassen trat Korrianke näher an die beiden heran, musterte sie einen Moment und sprach dann zu der Grauen, denn sie machte den Eindruck, dass ihr die Umgebung vertraut war.

"Seid gegrüßt. Ich bin auf der Suche nach dem Rudel, dass nach meiner Wahrnehmung zu schließen in diesem Tal lebt und insbesondere natürlich nach dessen Alphawolf. Könntet ihr mir vielleicht sagen wo er oder sie zu finden ist oder-"

Er musterte Kiba mit einer Unschuldsmiene.

"Oder seid ihr es gar selbst, edle Wölfin? Mein Name ist Korrianke und ich ersuche eine neue Heimat."

Obwohl die Graue noch keine Zeit gehabt hatte ihm zu bestätigen, dass sie die Alphafähe war, senkte er höflich sein Haupt vor ihr, ehe er ihr erneut ins Gesicht sah. Das durchdringende Blau seiner kristallklaren Augen funkelte ihr entgegen. Vertrauenserweckend, aufrichtig und ehrlich war ihr Ausdruck.


25.08.2008 23:59




Soulan


Es regnete noch immer. Und eben jenes Himmelwasser ließ den Wald, in den es fiel, noch düsterer und noch Nebelverhangender wirken als er nach Sou´s empfinden eh schon war. Die Rute unter den Bauch geklemmt, wie ein eben geschlagener Hund, die Ohren ins dürre Nackenfell gepresst, hockte die kleine braune Fähe da, ohne Schutz zu suchen. Ja, sogar ohne jegliche Anstalten zu machen. Sie war einfach nicht fähig, sich zu bewegen, zu groß war die Angst, ES aufzuschrecken. Der Blick der Welpin flog zur Seite…da war was! Es hatte sich bewegt…schnell. Und flink! Erneute Angstschauer durchliefen den ohnehin schon zitternden Körper. Womit hatte sie das nur verdient?
Dann war wieder Stille. Sekundenlang. Sekunden die nicht verstreichen wollten, schier in dem engen Netz aus Wassertropfen gefangen waren und nur mühselig einen Weg zu suchen fähig waren. Wieder flitzte etwas durch den Wald. Fast hätte die kleine Sou vor Wehklagen gejault, doch im letzten Moment erkannte sie, das Etwas war nicht schwarz. Es trug sandfarbenes Fell, war wolfsähnlich….aber schnell!
Ein leises Wipsern gab den Startschuss für eine Verfolgungsjagd. Denn eines war klar: Sou war besser bei diesem Sandläufer aufgehoben als bei irgendwelchen Fremden schwarzen Wesen. Bei dem Gedanken pumpte das Adrenalin in den Beinen der Welpin noch schneller, ließ die zwar unbeholfener aber dennoch schneller laufen. Immer wieder jaulte sie voran, versuchte den oder die Fremde einzuholen, doch so recht wollte es ihr nicht gelingen. Nun ja, es war ja kein wunder. Wie sollte man auch mit kurzen, fleischigen Welpenbeinen, einen Sandläufer einholen?
Beinahe hätte sie die Jagd aufgegeben, da konnte Sou endlich die Fremde erblicken. Mit den schwarzen Kulleraugen beobachtete sie alles ganz genau. Besah sich die Fremde, die irgendwie nicht so recht wie ein Wolf aussah und drehte den Kopf etwas ab.
Etwas bedeppert, als wäre sie …nein. Sou musste kichern. Und tappste auf dem Gebüsch hervor, direkt neben den Sandläufer. Die Rutschspur zeigte das Schlamassel genau auf: Ob ihrer Geschwindigkeit war die Sandfarbene wohl vor den Baum gerutscht. Kurz sah Sou noch mal auf die Schleifspur im rutschigen Waldboden, dann sah sie zu der Fremden.

Hallo...mein Name ist Soulan!

Diesen Satz gerade zu Ende gesprochen, huschte schon wieder etwas in der Nähe der Welpin umher. Das es diesmal nur eine Maus war, die auf der Flucht vor den Beiden war, ahnte sie nicht. Doch die Gedanken an das, was dort hätten sein k ö n n e n, zerfleischten die Seele des Welpen nahezu. Wieder zitterte sie, drehte sich mit dem Rücken zu der Fremden und schluckte den dicken Kloß herunter, der sich in ihrem Hals gebildet hatte. Sou fand, dass sie ganz schnell das ansässige Rudel finden wollte um endlich die Gewissheit zu haben, dass sie nicht mehr ganz schutzlos war. Den blick hebend, sah sie zu der Fremden. Naja…wenigstens hatte sie sich schon mal bei ihr in Sicherheit gebracht. Oder war das die falsche Entscheidung gewesen? Panik machte sich breit….vielleicht war sie ja gar nicht so nett wie sie aussah….oder war ganz und gar abgeneigt auch nur ein Gespräch mit ihr zu führen! Vielleicht schickte sie die Welpin weg, wollte nichts mit ihr zu tun haben….Soulan hoffe bei ganzem Herzen…das es nicht so war.


29.08.2008 09:44




Jeanne


Sie schien zu schlafen. Die dunklen Augen waren ruhig geschlossen. Etwas abseits vom Rudel lag die Weiße da, den Kopf zwischen den Läufen gebettet. Jedoch wirkte die Fähe nur äußerlich völlig gelassen. In ihrem Inneren tobten die Gedanken, die Angst und all die Emotionen, die ihr Denken seit längerer Zeit immer und immer wieder ausschaltete. Sie wußte nicht, was sie dagegen tun sollte, alles schien Negativ. Selbst der Regen und der Wind schienen ihr nicht helfen zu können. Sie kannte dieses Gefühl. Die Angst, die Verzweiflung. Damals.. als ihre Mutter gestorben war, hatte sie sich genau so gefühlt. Und es war genau derselbe Grund. Tollwut.. Im Körper der Weißen verkrampfte sich etwas, wieder überkamen sie die negativen Gefühle, die sie von innen heraus langsam zerfraßen. Fest biß Jeanne die Fänge aufeinander, versuchte die Kontrolle über sich zu behalten. Es schien zu zerreißen, ihr Herz raste in ihrer Brust. Es war, als würde jeder weitere Schlag schmerzen. Die Augen fest zu kneifend drückte sie sich fester gegen den Boden, als suchte sie den Halt, der ihr fehlte. Etwa s an dem sie sich festhalten konnte. Die Weiße war abgemagert, sie fraß nur noch, wenn es wirklich nötig war. Ein Zittern ging durch ihren zierlichen Körper, während langsam Tränen in ihre Augen stiegen.
Sie erinnerte sich zurück. Cílyn, Shanaro und sie hatten gewartet, dass jemand vom Rudel kam. Dann hatte sie Blut Geruch wahr genommen. Und wie eine Vorahnung (xD‘‘ Tehe) hatte sich ein ungutes Gefühl in ihr ausgebreitet. Natürlich hatte sie nicht wissen können, was nun auf sie zukam. Aber ihr Instinkt hatte ihr verraten, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Danley.. Der Gedanke an den Rüden ließ sie schlucken. Es war nun eine ganze Weile her, und doch trieb es ihr nach wie vor Tränen in die dunklen Augen.
Tollwut.. Schon alleine dieser Gedanke daran ließ die Weiße innerlich zusammen zucken. Diese Krankheit hatte ihr nun zwei Mal das Leben zerstört, ihr wichtige Wölfe genommen. Sie wurden einfach aus ihrem Leben gerissen. Ihre Mutter sowie ihr Gefährte. Tot. Für immer. Mit geschlossenen Augen schüttelte Jeanne kraftvoll den Kopf. Egal was sie versuchte, sie konnte all das Negative nicht unterdrücken. Ewigkeit.. Sie würde keinen der Beiden je wieder sehen. Und jetzt, wo sie ihn brauchte, wo sie jemanden brauchte, der für sie da war.. war ihr Vater gegangen. Sie wußte nicht, wohin ihn sein Weg führte, was er nun tun würde oder.. ob sie ihn je wieder sehen würde. Und auch dieser Gedanke war wie ein Schlag in die Magen Gegend.

“Danley..“

Die sonst so warm klingende Stimme Jeanne’s zitterte. Sie hatte nur geflüstert, auch wenn ihr danach war, all den Schmerz, das Leid.. einfach heraus zu schreien. Langsam ließ sie den Kopf zurück auf die Erde sinken. Sie fühlte sich allein. Manch einer hatte Gründe, sich schlechter zu fühlen, als sie es tat. Kiba zum Beispiel.. Und obwohl sie wußte, dass es der grauen Fähe schlechter gehen musste als ihr, fühlte sie sich dennoch allein. Danley sowie ihr Vater hatten etwas von ihr mit sich genommen. In ihr.. war etwas gestorben. Sie hatte ihre Zeit gebraucht, um zu akzeptieren, dass sie nun beide verloren hatte. Und nun waren da noch offene Wunden, die auch nach so langer Zeit nicht heilten. Immer wieder kämpfte die Weiße gegen die Tränen an, und jedes Mal verlor sie den Kampf.
Erschöpft öffnete sie die dunklen Augen. Erst jetzt nahm sie den Regen richtig wahr, der ihr Fell durch nässte. Als wäre sie zu schwach, um den Kopf zu heben, ließ sie ihn zwischen den Läufen gebettet. Die Wärme, die sonst in ihren Augen lag, war gewichen. Man sah es ihr an. Sie war müde. Verletzt. Nur für den Bruchteil einer Sekunde drehte sie den Kopf, erkannte Kiba und zwei andere, Fremde. Eigentlich freute sie sich über jeden Neuankömmling. Aber nicht jetzt. Nicht in dieser Verfassung. Über was sollte sie sich auch freuen..? Das sie allein war?


29.08.2008 11:22




Shanaro


Viele Tage waren ins Land gegangen, seitdem Shanaro den Ort betreten hatte, der ihn zum Zuhause geworden war. Er liebte seine neue Heimat, er liebte Kiba und natürlich Jeanne, die dafür gesorgt hatten, dass es ihm gut ging. Er war ihnen dankbar und würde es auch bleiben.
Nun war der Herbst schon beinahe gänzlich vorbei und der junge Rüde hatte sich richtig an das Leben im Rudel gewöhnt. Sein unerfahrener Geist war sorgenfrei und seine Seele so lebendig wie nie. Er hatte die Fürsorge, die ihm einst auf tragischer Weise entzogen wurde und nun wieder erlangt hatte, genossen, er hatte jeden Tag, an dem er mit dem Rudel zusammen war ausgelebt. Nun war er gewachsen, doch sein Geist hatte sich nicht viel verändert, er war noch beinahe der Selbe, frech verspielt und lebensfreudig.
Obwohl das Wetter düstere Stimmung brachte, ließ sich Shanaro nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil, er bot ihm Einhalt, indem er sich mit seiner Fröhlichkeit verteidigte. Er war nicht so gewesen, als er ins Tal kam, aber nun hatte er sich verändert, ist offender, zugänglicher geworden.
Mit ruhigem, aber frechem Blick tastete er seine Umgebung ab, erkannte vertraute und auch fremde Gesichter im Tal. Sein Blick fiel auf Kiba, die gerade mit einigen Fremden Wölfen zu tun hatte und beobachtete sie für den Bruchteil einer Sekunde. Wieso waren wohl so viele Neuankömmlinge anwesend? Schließlich wandte er sich desinteressiert ab und suchte kaum merklich die schöne weiße Wölfin, die er zu lieben gelernt hatte. Schon nach einer Weile entdeckte er sie. Jeanne lag etwas abseits vom Rudel und der Schwarze trabte mit ruhigen federnden Schritten auf sie zu. Auf halber Entfernung aber merkte er, dass sie nicht so war, wie er sie kannte. Er blieb auf Distanz und musterte die Fähe eine ganze Weile, sah, wie Tränen ihr schönes Gesicht hinunter liefen, wie die Trauer über sie herrschte. Shanaro hasste es, zu sehen, dass es ihr nicht gut ging, doch wusste er nicht, was er tun sollte. Er war sich nicht einmal sicher, ob er zu ihr gehen sollte oder nicht. Letzten Endes entschied er sich doch für Ersteres. Vielleicht konnte auch schon seine Anwesenheit ihr ein wenig helfen? Ein Versuch war es ja Wert. Vorsichtig setzte er eine Pfote vor die andere, immer noch nicht sicher, ob er Jeanne wirklich aus den Gedanken reißen sollte. Nach wenigen Metern hielt der Jungwolf inne, betrachtete die Weiße und ging wieder weiter. Seine Ohren schnippten nach vorn, als sie die Stimme der Fähe vernahmen und Shanaro wusste nicht, ob er verwundert sein sollte, oder nicht. Sie klang ganz anders, als er sie kannte, in wiefern konnte er nicht sagen, aber irgendwas stimmte mit ihr nicht.
Vorsichtig tat der schwarze Rüde die letzten Schritte auf Jeanne zu und stupste sie sachte mit der Schnauze an und blickte sie mit seinen fragenden, frechen Augen an.

“Was ist mit dir, Jeanne? Ich mag nicht sehen, dass es dir so schlecht geht…“

Shanaro mochte zwar noch jung sein, aber dass es ihr nicht gut ging, das hatte er erkannt und das hätte sie auch nicht leugnen können. Er konnte es nicht ertragen, dass es ihr nicht gut ging, er wollte helfen. Verzweifelt sah er die Fähe an, hoffe, dass sie ihn anlächeln würde, dass sie mit ihm spielen würde. Doch er wusste, dass er vergeblich hoffte. Denn seine Augen würden ihn nicht trügen.
Vertrauensvoll drückte der Jungwolf seine Schnauze in Jeannes Seite und winselte leise. Er wünschte, er könnte ihr ein wenig von ihrer Trauer abnehmen.


29.08.2008 19:58




Jeanne


Den Kopf zur Seite drehend wandte sie den Blick von den Fremden und Kiba ab. Am liebsten wäre sie aufgestanden, hätte sich allein irgendwo hin gelegt.. Allein, Ruhe. Wenigstens schien niemand Anstalten zu machen, zu ihr zu kommen. Die sonst so gesellige Wölfin wollte niemanden bei sich haben. Sie wollte nicht, dass Jemand sie so sah. Niemand. Jeanne schloß wieder die Augen, versuchte sich vor der Welt zu verschließen. Ihre Krallen bohrten sich in die weiche Erde. Sie machte sich so klein wie möglich. Es sollte sie niemand bemerken. Niemand sollte ihr Leid sehen. Sie würde schon irgendwie damit fertig werden. Noch immer benetzten die Tränen ihr weißes Fell. Sie war versunken. In ihrem eigenen Leid. In allem Negativen, was ihr durch den Kopf ging. Sie bemerkte nicht ein Mal, we sich ihr Jemand näherte. Erst als sie durch den Regen einen ihr bekannten Geruch wahrnahm, stellten sich ihre Ohren auf. Shanaro. Eindeutig war das der kleine schwarze Rüde. Sie wollte nicht den Kopf heben. Vor allem der Kleine sollte nicht ihre Tränen sehen. Sie verhaarte, bewegte sich nicht, atmete nur flach. Vielleicht würde er denken, sie schlief? Und würde wieder gehen? Als die junge Stimme des Rüden erklang, verkrampfte sich das Innere der Weißen. Es war wie ein Stechen. Tausende von Nadeln machten sich an ihr zu schaffen. Nur langsam hob sie den Kopf, versuchte die Tränen zu unterdrücken, die wohl jedem klar machten, dass sie litt. Sie biß sich auf die Lefzen, bis sie fast schon ihr eigenes Blut schmeckte.

"Es.. es ist schon ok.. Shanaro. Das wird schon wieder.. Mach.. dir keine Sorgen.."

Ihre Stimme war leise, zittrig. Sie konnte es nicht ändern. Aber es wahr eh unübersehbar, dass am Ende war. Als der Kleine seine Schnauze in ihrem Fell vergrub, schluckte Jeanne kräftig. Shanaro sollte nicht leiden - nicht wegen ihr. Kurz die Augen schließend drehte sielangsam den Kopf zu dem Kleinen. Sie würde für den Moment einfach versuchen, zu vergessen. Nicht die Erinnerung, nicht ihre Gesichter. Die Erinnerung, dass sie nie wieder da sein würden. Nie wieder in ihrer Nähe. Sie zitterte. Und doch neigte sie den Kopf etwas zur Seite, um den wimmernden Welpen an zu stubsen. Für wenige Augenblicke richtete sie den Kopf zum Himmel. Indem sie fest die Fänge aufeinanderbiß, wehrte sie sich dagegen, wieder in all ihrem Leid zu ertrinken.

"Es.. ist wirklich ok Shanaro.. Es wird alles wieder gut.."

Wieder war ihre Stimme leiser geworden. Sanft stubste sie den Schwarzen erneut an. Irgendwann würde alles gut werdeb. Irgendwann..


30.08.2008 22:57




Tsurúgi Sorá


Ein Bergpass. Es regnete. Die kleine graue Fähe mit der halb geknickten Rute, duckte sich unter einen kleinen Felsvorsprung. Die tiefblauen Augen blickten sich um. Das war nicht ihr zu Hause. Wie war sie hier hergekommen? Ein Fiepen. Niemand antwortete. Die pelzigen Öhrchen richteten sich nach vorn aber außer Steinen und Kleingetier sah sie nichts. Sie seufzte. Nun denn. Wenn hier niemand war, musste sie wohl weiter und jemanden suchen. Das war besser als hier zu versauern.
Mit einem kurzen Blick in den Himmel, zu den Wolken die fast über den Gipfeln hingen wandte sich Tsurúgi um, blickte den Pass entlang und verließ den Hohlraum.
Kaum hatte sie die schützende Stelle verlassen, spürte sie wieder Regentropfen. Es waren dicke, vereinzelte Tropfen. Ein ergebenes Seufzen. Wenigstens ein gutes hatte es. Niemand würde ihre Spuren finden.
Andererseits, es machte den Boden rutschig und schlammig. Wieder ein Seufzen, sie konnte das Ende des Bergpasses sehen und wurde schneller. Bald würde sie Grünland erreicht haben, dort könnte sie ausruhen und sich verstecken. Dann würde sie die Lage abwägen und überlegen was zu tun sei.

oO(Wohin auch immer deine Flucht dich führen wird, Liebes. Du musst einen kühlen Kopf bewahren und überlegen was das beste in deiner Situation ist. Nicht immer ist es klug, auf sich aufmerksam zu machen- denke immer daran. Nicht jeder ist freundlich)Oo

Sie musste an den Lehrsatz ihrer Mutter denken und schüttelte den Kopf. Nicht jetzt drüber nachdenken was aus ihrer Familie geworden war. Dazu war keine Zeit. Sie sah sich um, hatte die Grenze zwischen Pass und Wiese erreicht, aber weit und breit keine Pflanze die groß genug wäre um sich dort zu verstecken. Sie war in den Bergen aufgewachsen und wusste nur zu gut dass es geflügelte Räuber wie Adler und Geier auch auf Welpen abgesehen hatten, sofern diese allein herumliefen. Sie ließ sich auf die Hinterbeine sinken und betrachtete die Umgebung. Nur Wiese, keine Bäume oder Sträucher, zumindest nicht in näherer Umgebung. Wenn sie rennen würde, könnte sie den Baum in der Ferne erreichen, aber war das günstig?
Dann sah sie den See. Ein großer See. Verwundert ließ sie ihre Rute über den Boden schweifen. Unsicher von einer Pfote auf die andere tretend setzte sie sich doch in Bewegung. Immer auf den See zu. Dort konnte sie trinken und sich ausruhen. Und dann würde sie weitersehen


31.08.2008 13:15




Shanaro


Shanaro sah die weiße Fähe wehmütig an. Nie hatte er sie so traurig gesehen und noch immer wusste er nicht, was solche Gefühle in ihr auslöste. Als sie den Kopf hob, konnte er deutlich ihr nasses Gesicht sehen. Obwohl es regnete, wusste der junge Wolf, dass es von Tränen zeugte. Verständnisvoll und verständnislos zugleich sah er Jeanne an, verzweifelt, dass er nicht mehr tun konnte, als tatenlos zuzusehen, dass es ihr so schlecht ging. Erst nach einer ganzen Weile, so kam es Shanaro vor, fing die Weiße an zu sprechen. Ihre Stimme war leise und klang zittrig, es war beinahe unheimlich es mit anzuhören. Die Worte, die aus ihrem Fang kamen, waren nicht sonderlich glaubwürdig, denn auch jeder andere hätte sehen können, dass nicht es okay war und für den Jungwolf sah es auch keineswegs so aus, als würde es das bald werden. Und er sollte sich keine Sorgen machen, aber genau weil sie ihm nicht sagen, wollte, was los war, machte er sich Sorgen. Wieso wollte er ihr etwas verschweigen? Der junge Rüde wusste nicht was er darauf erwidern sollte und wartete darauf, dass Jeanne weiter sprach. Doch zuerst spürte er, wie die Fähe ihn sachte anstupste. Er sah zu ihr auf, ihre Augen waren nicht so klar, wie sie es sonst zu sein pflegten, sie waren getrübt und traurig. Mit seinen bersteingelben Augen Blickte er in die ihre, versuchte sie zu verstehen, versuchte aus ihnen zu lesen, was Jeanne so traurig stimmte, doch vergeblich. Es schien, als hätte ein Nebel das verschleiert, was er zu erfahren versuchte, was er sehen konnte war ein unklares Bild, das er nicht zu deuten wusste. Nun trübte sich auch Shanaros sonst so frecher, lebhafter Blick. Die weiße Fähe war ihm Ansprechpartnerin und zugleich ein Ersatz für seine verlorene Mutter gewesen, hatte sich um ihn gesorgt und sein Vertrauen gewonnen. Wäre es jemand anders, hätte er wohl nicht so empfunden, aber wenn Jeanne sich schlecht fühlte, tat er es auch.
Schließlich wandte der kleine Schwarze seinen Blick kurz in die Ferne, zu Kiba und den Fremden, nur um gleich wieder Jeanne anzusehen und ihren nächsten Worten zu lauschen.

.oO(Was soll denn wieder gut werden? Was ist es denn, was so schlecht ist?)

Fragte sich Shanaro. Wie sollte er ihr glauben, dass alles wieder gut wurde, wenn er doch noch gar nicht wusste, was es war, dass ihre Seele so sehr belastete? Was war es, was sie ihm nicht sagen wollte? Fand er ihn etwa nicht vertrauenswürdig genug, um ihm zu sagen, was ihre Stimmung trübte? Diesen Gedanken konnte der Jungwolf nicht ertragen. Er hatte ihr doch auch immer vertraut! Schnell riss er sich davon los zu sah abermals in die traurigen Augen Jeannes und stupste sie sachte an der Schnauze an.

“Was ist es denn, was dich so traurig macht? Wieso willst du es mir nicht sagen?“

Sprach Shanaro schließlich aus, was er dachte und bedachte die Fähe mit einem langen Blick. Er war noch jung und wusste nicht, dass man manchmal nicht wünschte über Dinge zu sprechen, Dinge, die man am liebsten vergessen hätte, genauso so wie er auch am liebsten seine kurze Vergangenheit vergessen hätte. Aber dass Jeanne nicht darüber sprechen wollte, das verstand er noch nicht, er musste noch viel lernen.


31.08.2008 20:21




Senedd


Wie oft willst du noch sterben,
woran klammerst du dich fest
Ist es die Angst vor deiner Wahrheit,
die dich einsam leiden lässt


Der Herbst war ins Leben eingezogen. Und entgegen jeglicher Erwartung, harrte der junge Rüde immer noch aus. Er war hier nun entwas älter geworden, doch in seinem leben hatte sich kaum etwas geändert. Es war wie damals, nur das diese Wölfe hier netter waren. Doch er konnte mit ihrer Freundlichkeit nicht umgehen, scheute vor ihrer Nähe. Einzig zu Adali hatte er ein wenig vertrauen gefasst, dennoch wich er noch immer jeglichen Fragen der schwarzen Fähe aus. Und nun saß er hier, allein versteckt zwischen Sträuchern und Bäumen, in der Dunkelheit die Wald und Wetter über sie legte, nahezu unsichtbar. In den Monaten die er nun hier war, hatte er Dinge erlebt, die er nicht hatte verarbeiten können. Er verstand keine Gewalt die nicht böse gemeint war, und so war er sich umschlüssig, warum die Wölfe um den braugrauen Rüden trauerten, der in einem Kampf getötet wurde. Er hatte doch angefangen und er hatte den Kürzeren gezogen, sein Tod war gerecht gewesen. Doch wahrscheinlich wusste er nicht einmal Recht vor Unrecht zu trennen. Doch wieso versanken die Wölfe in Trauer? Besonders eine weiße Fähe, Jeanne, zog immerzu seine Aufmerksam auf sich. Sie versank, versank in ihrer Trauer um wohl eben jenen Wolf, wieso trauerte sie um einen bösen Wolf? Auch jetzt hatte die Weiße wieder seinen Blick auf sich gezogen, auch wenn er selbst von aussen wohl kaum gesehen wurde. Der junge Wolf, Shanaro war nun bei ihr, redete auf sie ein. Trauerte er auch? Senedd verstand erneut so wenig.
Mit einem stummen Winseln legte der Schwarze den Kopf auf die Pfoten, die bernsteinaugen jedoch verharrten weiterhin auf der Jotawölfin. Er kannte den Großteil des Rudels inzwischen flüchtig. Einfach nur mit Namen, es war okay. Er war nicht wichtig. Einfach nur eine ausgestopfte Puppe, ein gefühlsloses Wesen. Adali hatte ihm diese Ansicht nicht ausreden können, zu tief saß die Misshandlung seiner Vergangenheit. Er hang nicht daran. Seine Vergangenheit war Vergangenheit, sie wirkte sich hier nicht aus, doch jenen, was man ihm früher gelehrt hatte, bestand weiter hin. Es war in die unschuldige Seele des Jünglings gebrannt, hatte ihn verschandelt. Und auch jetzt, trotz jeglicher Mühe der Schwarzen war er diesem Gesetz unter geordnet. Er war wertlos, ein Diener für all diese Wölfe, unsichtbar, wenn sie ihn nicht sehen wollten.

Doch es war alles okay.

Der Regen perlte sanft über die schwarzen Fellspitzen des Rüdel und sammelten sich in den Vertiefungen die sich ab und an auftaten, oder rannen lautlos an seinen Schultern oder Flanken hinab. Er lag ganz still auf dem kalten Boden, schien sich nicht an dem schlechten Wetter zu stören. Im Gegenteil, er mochte Regen. Der Regen weinte für ihn, trauerte für ihn. Er selbst konnte es nicht, so ließ er den Regen seine Emotionen übertragen, beziehungsweise, dacht ees sich so. Auch wenn es für alle anderen vollkommen unsichtbar war. Doch das war er ja auch. Der Regen verband seine Welt.


And they say
I will never survive the raining
I'm so sick of myself


03.09.2008 15:54




Cílyn Nuray


Und es regnete.
Es schien gar nicht mehr aufhören zu wollen, als ob die Wolken eine Schleuse geöffnet hatten. Und sie, sie lief. Sie lief wie immer. Die Braune rannte durch den Wald, man hätte sie für verrückt halten können, doch es war das, was sie am Leben hielt. Durch das Laufen, fühlte sie sich lebendig, durch die kühle Luft die durch ihre Lungen floss, durch den Schmerz den sie spürte, wenn sie nicht mehr konnte. Und der Regen hörte nicht auf. Er erinnerte sie so schmerzlich an das was sie hatte vergessen wolen, an das was sie ständig versuchte zu verdrängen.
Wie blind rannte die Wölfin, als ob sie flüchten wollte, doch der Regen folgte, die stummen Tränen konnte sie einfach nicht abhängen. Die Augen halb geschlossen, weil der Regen in ihre Seelnespiegel drang, und sie kaum etwas sehen mochte. Sie stolperte im Lauf, konnte sich jedoch fangen. Und so lief sie weiter, ohne ein Ziel zu haben, einfach weg, einfach laufen.
Sie stolperte abermals, konnte sich diemal jedoch nicht fangen und fiel vorne über, schlidderte etwas über den Boden, bevor sie liegen blieb. Der Brustkorb der Fähe hebte und senkte sich rasch, ihr Herz pochte so stark, dass sie es in ihren Rippen spürte, so dass es schon wehtat. Hatte sie sich was getan? Vorsichtig überprüfte Cílyn Nuray alle Muskeln, bevor sie sich sicher war, dass alles in Ordung war. Die Braune drehte sich auf den Rücken, und blickte in den Himmel.

"Weine nicht...bitte. Hör doch auf zu weinen."

Die Fähe schluckte, blieb auf dem Rücken liegen, und schloss bedächtig die Augen. Sie war da geblieben. Sie war nicht wieder gegangen, immer noch bei dem Rudel der Tears of Destiny. Sie wollte hier neu Anfangen, ihr altes Leben hinter sich lassen, aber der Regen verfolgte sie, und er schien sie nicht einmal für eine kurze Weile in Ruhe lassen zu wollen. Die sanften Augen, von Trauer getränkt, öffneten wieder und blickten zum grauen Wolkenteppich, der sie mit den Regenmassen ertränken wollte.

"Leyran kannst du mich hören?"

Die Stimme war nur ein leises Hauchen, der vom Winde davon getragen wurde und sich verlor. Die vergangene Ereignisse hatten ihr mal wiedergezeigt, wie schnell ein Leben aufgelöscht werden konnte, wie kurz das Leben doch eigentlich war...

Mit einem entschlossenem Gesichtsausdruck, erhob sich die Fähe schließlich. Sie hätten nicht gewollt, dass sie so endet, sich in Trauer stürzt, und darin versinkt. Sie wollte doch Leben, für die anderen, für Leyran. Doch es war so unglaublich schwer, so anstrengend immer stark sein zu müssen. Doch sie musste, sie hatte es sich geschworen.
Langsam schritt die Fähe voran, schlug den Weg zurück zum Rudel an, genug davonlaufen. Für heute...


03.09.2008 18:33




Kiba Telay


Kiba Telay hatte sich kurzweilig etwas von dem traurigen Szenario bei Shanaro und Jeanne ablenken lassen, als ihre Ohren plötzlich ein tiefes Heulen wahr nahmen. Sie richtete den Kopf wieder in den Himmel und war fast ein wenig verwundert. Lange hatte kein Fremder mehr das Tal betreten. Mal war es so, mal so. Doch wenn einer kam, trafen meistens im Laufe des Tages noch einige mehr ein, woher auch immer dieses Mysterium führte. Die silbergraue Leitwölfin öffnete den Fang und sandte dem Unbekannten einen freundlichen Willkommensgruß entgegen und senkte das Haupt wieder. Ein weiterer fremder, fast etwas unwölfischer Geruch, kam ihr nicht viel später schnell entgegen und ehe sich die Silbergraue versah, schlidderte ein zierliches, braunes Wesen über den matschigen Waldboden und ließ sich anschließend von einem Baumstamm unfreiwillig stoppen. Kiba zuckte etwas zurück, als würde sie den Aufprall nachempfinden, das war bestimmt unangenehm. Fast fieser Weise aber auch irgendwie amüsant. Die Leitwölfin zumindest zeichnete sich ein sachtes Lächeln auf die Lefzen und trabte ruhig zu der Wölfin hinüber, die auf irgend eine Art und Weise auch keine zu sein schien. Ihre Ohren waren überdimensional groß, die Proportionen auch nicht ganz die eines ausgewachsenen Wolfes. Längst nicht so kräftig. Doch Kiba beschäftigte sich mit dieser Tatsache nicht weiter und senkte den Kopf etwas zu der Fähe herab. Sie war im Übrigen nicht der Absender des vorherigen Heulens.

Hast du dir weh getan?“

Allerdings, noch ehe die Braune ihr antworten konnte, tauchte aus dem Regen ein großer, weißer Rüde auf und schritt genau auf sie Zwei zu. Und warum auch immer, der Requistin war sofort klar, dass er der Wolf war, welcher eben Gruß erklingen ließ. Sie fühlte sich fast ein wenig überrumpelt von den zwei Gestalten, die nun ihre Aufmerksamkeit beanspruchten, doch als der Weiße geendet hatte, nickte Kiba ihm lächelnd zu.

Deine Wahrnehmung hat dich nicht getäuscht und du hast grade das Rudel, sowie seine Alpha gefunden. Mein Name ist Kiba Telay, ich leite die Tears of Destiny. Ich denke, ein Wolf wie du ist mit den Regeln einer Gemeinschaft vertraut und somit spricht nichts gegen deinen Beitritt.“

Es war einer ihrer Grundsätze Wölfe sofort per Du an zu sprechen, die um einen Aufenthalt baten. Manch einer mochte es vielleicht nicht als die feine Art ansehen, für die bald 5-Jährige Leitwölfin war es mehr ein Zeichen des Vertrauens. Die Höflichkeitsform „Ihr“ war etwas, womit man sich von seinem Gegenüber distanzierte, nichts, was für eine „Familie“ taugte.
Kibas eisblauer Blick wandte sich wieder der kleinen Halbwölfin zu, um ihr zu zeigen, dass sie sie nicht vergessen hatte.


04.09.2008 21:23




Jeanne


Stumm atmete die Weiße den Geruch des kleinen Rüden ein. Noch immer verschleierten Tränen ihren Blick, machten sie blind für ihre Umwelt. Was sollte sie ihm erzählen? Jeanne hätte lügen können. Aber was brachte es ihr, den noch so jungen Wolf anzulügen? Nein, das würde sie nicht tun. Es war schon eine zu große Lüge gewesen, dass es ihr gut ging. Obwohl es so offensihtlich war, dass dies nicht der Fall war. Aber was sollte sie ihm sagen, was?! Sie wußte es nicht. Als der helle Blick Shanaro's ihren traf, drehte sie den Kopf weg. Sie wollte nicht, dass er in ihrem Zustand in ihre Augen sah. Sie musste sich zusammen reißen, die Tränen zurück zu halten, die wieder in ihre Augen traten. Sie wollte nicht in der Nähe des Welpen weinen. Er hatte so viel Leid hinter sich.. er sollte nicht noch mit ihren Problemem belastet werden. Als der Schwarze sie anstubste, zuckte sie etwas zusammen, wich jedoch nicht zurück. Zärtlich schleckte sie dem jungen Rüden über die Schanuze, subste ihn dann erneut an und richtete den Blick ab. Langsam schloß sie die dunklen Augen, atmete tief die feuchte Luft ein, die sie umgab. Es war, als würde der Regen sie verstehen. Der Himmel weinte, wie sie. In ihrem Kopf rasten die Gedanken, alleine hätte sie besser damit fertig werden können, aber nun wollte sie keine Schwäche zeigen. Aber.. das war zu schwer für sie. Es war zu schwer, ihren Schmerz und das Leid zu unterdrücken, das ihr auf das Gemüt schlug. Aber jetzt war er hier. Er hatte gesehen, dass es ihr schlecht ging. Und vielleicht war es das, was sie brauchte? Jemanden bei ihr, mit dem sie reden konnte? Ganz langsam wandte sie sich wieder dem Welpen zu, vergrub ihre Schnauze in seinem Fell.

"Ich habe alles verloren.."

Vielleicht würde er es nicht verstehen. Immerhin waren die meisten Wölfe des Rudels hier. Natürlich.. Kiba war da und ebenso Shanaro selbst. Aber dennoch.. Ihr Vater war gegangen, sie wußte nicht ein Mal, ob er noch lebte. Und Danley.. Sie hatte den Rüden nicht lange gekannt. Und doch war es ein Stechen, ein Schlag in die Magengegend. Wieder schloß sie die Augen, genoß die Nähe des kleinen Wolfes. Vielleicht konnte er ihr helfen, ihren Schmerz zu vergessen?


04.09.2008 21:23




Tsurúgi Sorá


Schlamm. Überall schlamm, vom Regen aufgeweichter Boden. die kleine graue wölfin blieb stehen, sah nach vorn, blickte dorthin wo sie hinwollte, den Hang hinab in den Wald. Dort sah der Boden zwar auch nicht besser aus, aber dort würde sie vielleicht einen Unterschlupf finden, einen Ort der Trocken und warm sein würde....oder noch besser: andere Wölfe.
Sorá schnaufte als sie vorwärts schritt und sich dem rutschigen Hang übergab. Sie fühlte wie ihre Pfoten im Boden einsanken, wie sie rutschte und sich überschlug. Blätter und Schlamm drangen in ihre Schnauze, welche sie aufgerissen hatte zu einem erschreckten Fiepser. Hustend lag sie am Fuß des Hanges, ein dichtes Blätterdach schützte sie größtenteils vor dem Regen. Für einen Moment war ihr doch echt die Luft weggeblieben und so ruhte sie für einen Augenblick aus, kam wieder zu Kräften.
Doch als sie sich aufrappelte und weitertappste, kam schon das nächste Hindernis: durch die Blätter am Boden war der Schlamm verdeckt gewesen und so geriet die Graue Welpin ins Wanken.
Verdammt...sie steckte fest. Probeweise ruckelte sie ihren Körper hin und her aber da war nix mehr zu machen

"Hallo? ist hier irgendwo jemand? ich brauche HILFE...ich stecke fest"

Blöde Situation, aber das nahm ihr nicht den Mut. Irgendwer würde sie schon hören, da war sie sich ganz sicher. Sie war halt durch und durch optimistisch und glaubte zudem fest daran dass jemand sie hören würde


05.09.2008 16:16




Akara Chitaru


Eine Gestalt wanderte durch den Regen, der sämtliche Fährten und Düfte fortzuspülen versuchte. Sie war Teil des Tropfens, mit den Pfoten versunken im Schlamm. Die Wanderung hatte sie ermüdet und sie Stück für Stück ihrer Kräfte beraubt. Inzwischen fühlte sie sich Tag täglich ausgelaugt und müde. Sie sehnte sich nach Sicherheit, Gesellschaft und einer Möglichkeit, für eine Weile zur Ruhe zu kommen. Dass sie an diesem trostlosen, verregneten Morgen ausgerechnet auf die Grenze eines Reviers stieß, überraschte und verunsicherte sie zugleich. Sie hatte etwas gefunden, dass sie nie wirklich gesucht hatte und doch wusste sie, dass sie hier ihr Glück versuchen wollte. Akara Chitaru wollte nach langer Einsamkeit wieder Teil eines Rudels werden. Es würde nicht sein, wie bei ihrer Familie und sie hatte keine Vorstellung wie oft man diese Erkenntnis unterstreichen musste. Für den Anfang hob sie den Fang, schloss die Augen, während sie ihr Heulen gen Himmel richtete und natürlich an die Wölfe, die das Revier bewohnten, vor dessen Grenze sie stehen geblieben war.

“Meine Grüße den Bewohnern dieses Ortes. Eine Wanderin erbittet nähertreten zu dürfen.“

Kaum hatte sie ihre Botschaft überbraucht, beendete sie auch schon ihren grüßenden Ruf, um auf die Antwort der Gemeinschaft zu warten. Sie setzte sich und ließ den Regen auf ihr Fell prasseln. Ihre gute Erziehung und die erlernte Höflichkeit verboten ihr, auch nur eine Pfote in die Heimat eines Rudels zu setzen, ohne die konkrete Einladung erhalten zu haben. Und auch die mit den Jahren gewachsene Ruhe ließ sie geduldig bleiben, ohne sich am Warten zu stören.


05.09.2008 17:44




Cílyn Nuray


Mit großen, aber langsamen, Schritten ging die Braune voran. Das Fell vom Sturz mit Dreck und Matsch verschmiert und vollkommen durchnässt, doch das störte sie nicht. Nicht wirklich. Wer auf diese Äußerlichkeiten achten würde, der hatte selbst Schuld, es war ihr im Moment egal. So wie ihr vieles zur Zeit egal war. Ruhig ließ sie ihren Blick schweifen, und korrigierte dann ihre Richtung, auf dem Weg der sie zurück zum Rudel führen sollte. Als sie auf einmal eine leises Geräusch hörte, blieb die braune Fähe stehen. Verwundert spielte die Wölfin mit ihren Ohren um orten zu können, von wo die Stimme, wie sie meinte gekommen war. Immernoch nicht ganz sicher, ob sie nachschauen sollte, um was es sich bei der Stimme handelte, blickte sie nochmals zum Himmel, der seine Tränen weiter auf sie hinab fallen ließ. Es erwartete sie sowieso keiner beim Rudel, wozu also so schnell wie möglich zurück? In einer flüssigen Bewegung, erhob sie sich geschmeidig, und trabte vorwärts, der Stimme hinterher. Sie kam zu einem kleinen Abhang, doch den wirklichen Grund für das Geräusch, dass sie gehört hatte, erkannte sie nicht. Nicht sofort. Doch als sie sich genauer umsah, bemerkte sie eine Bewegung. Da war doch was, unten, zwischen dem Laub der Blätter versteckt? Ein Eichhörnchen? Oder vielleicht ein Kaninchen? Wo sie an die Beute dachte, bekam sie doch auch gleich Hunger. Als sie sich jedoch der vermeintlichen Beute näherte musste sie erkennen, dass es sich doch um einen Wolf handelte, zwar um einen sehr kleinen, aber doch einen Wolf. Also doch keine Beute. Fast schon schade. Und scheinbar steckte die arme Kleine im Matsch fest. Mit einem Mal vetrtrieb sie den traurigen Glanz in ihren Augen und setzte wieder gekonnt ihre Maske auf, ihr sanftes Lächeln. Langsam näherte sie sich dem Welpen, bis sie schließlich neben der kleinen Fähe stand.

"Warte, ich helfe dir."

Vorsichtig scharrte Cilyn etwas Schlsmm um die kleine weg, in dem diese allem Anschein nach feststeckte, nahm die Fähe im Nacken, und hob sie aus ihrem Gefängnis. Mit ein paar Schritten zur Seite ließ sie die Welpin wieder los, die gar nicht mehr so klein war, wie sie schien.
Langsam trat sie einen Schritt zurück, und musterte das Wesen von oben bis unten.

"Mein Name ist Cilyn. Wie heißt du denn, und was machst du hier, so alleine?"

Ob Gesellschaft jetzt das Richtige für sie war?


05.09.2008 19:06




Tsurúgi Sorá


Glück, Glück im Unglück. Jedoch nichts vom Schicksal herbei geführtes. Sorá glaubte nicht an Schicksal. Alles konnte eigenmächtig bestimmt werden, wenn man die Situation auch nicht immer im Griff hatte

oO Schicksal...so etwas gibt es nicht kleines. du kannst frei bestimmen, wie und wann etwas in deinem Leben geschieht, du darfst nur niemals den Mut verlieren Oo

das hatte ihr ihre mutter erzählt, das war noch nicht so lange her, wenn sie es richtig in Erinnerung hatte.
Und was das Glück anging, sie hatte tatsächlich welches denn eine braune Fähe hatte ihren Hilferuf gehört und kam näher um ihr zu helfen. Sie scharrte Schlamm weg und fasste Sorá am Nacken um sie herauszuheben.
Als Sorá wieder festen Boden unter den Pfoten hatte schüttelte sie sich erstmal, Schlamm troff aus ihrem schönen grauen Fell. Ein erneutes ergebenes Seufzen, Fellpflege musste warten bis sie an einem trockenen Ort sein würde. Dann hatte sie eher ruhe und zeit dafür
Mit einem lieben Lächeln drehte sie sich zu Cílyn um

" Mein Name ist Tsurúgi Sorá und ich war eigentlich auf der Suche nach einem warmen, trockenen Ort zum Ausruhen, denn das ist kein Wetter um draußen herumzulaufen, finde ich.

Sie war ein Wolf der ein anderes Klima gewöhnt war. Das machte sich bemerkbar, jedoch war sie nicht verwöhnt denn anpassen konnte sie sich doch relativ gut. Sie war nur nicht gern allein wenn sie erstmal Anschluss gefunden hatte. Dann wurde sie quengelig


05.09.2008 19:26




Shanaro


Shanaro stand immer noch neben der liegenden Jeanne. Seine sonst so frechen Augen hatten einen besorgten Schimmer angenommen und ruhten auf der weißen Fähe. Nachdem der seine Frage gestellt hatte, hatte er einen Moment lang das Gefühl gehabt, etwas Falsches gesagt zu haben. Doch nun war dieses Gefühl verflogen. Was sollte daran falsch sein, jemanden danach zu fragen, wieso er traurig war? Geduldig wartete er darauf, dass die Fähe seine Frage beantwortete, drängte sie nicht, ließ ihr alle Zeit der Welt. Doch dem jungen Wolf entging nicht, dass Jeanne seinem Blick auswich, es war eindeutig, dass es ihr unangenehm war, so von ihm gesehen zu werden, doch wieso? Sie brauchte doch vor ihm nichts verbergen.
Als die Weiße ihm sanft über die Schnauze leckte, schloss Shanaro kurz die bersteinfarbenen Augen, nur um sie gleich wieder zu öffnen und auf die Fähe zu richten. Sie stupste ihn erneut an und der schwarze Rüde ließ es sich gefallen. Kurz sah er zum Himmel empor, von wo der Regen auf sie niederprasselte. Er durchnässte sein Fell und rann sein Gesicht hinunter, erweckte den Anschein, als würde auch er weinen. Kurz schüttelte er sich und die kleinen Wasserperlen flogen in allen Richtungen von ihm ab.
Wieso musste bloß alles weinen. Auch der Himmel tat es und ließ alle Welt von seiner Trauer wissen. Als Shanaro wieder zu Jeanne blickte, sah sie noch immer so traurig aus, wie zuvor. Ihre Tränen hatten sich mit dem Regen vermischt und ihr Blick war abgewandt.
Schließlich spürte der Jungwolf, wie Jeanne ihre Schnauze in seinem Fell vergrub. Die sanfte Berührung füllte seinen Körper, trotz der Trauer, mit wohliger Wärme. Ein zufriedenes Winseln entfloh seiner Kehle, während er sich zu der weißen Fähe auf den Boden niederließ und sich an sie schmiegte.
Als sie zu sprechen begann, spitzte der Rüde seine sensiblen Ohren und lauschte den leisen, traurigen Worten. Sie hatte alles verloren … Aber was war alles? Sie hatte doch alles, was sie brauchte, hier beim Rudel, bei ihm. Shanaro verstand nicht ganz, sah sie aber dennoch verständnisvoll an. Eine Weile blieb der junge Rüde noch stumm, dann fragte er vorsichtig weiter.

“Alles verloren …? Aber du hast doch noch das ganze Rudel, Kiba und mich … Wie kannst du denn alles verloren haben?“

Sprach der Schwarze mit fragender Stimme aus und blickte Jeanne etwas verwundert an. Er wusste nicht, was es zu bedeuten hatte, wollte mehr erfahren und spürte dennoch zugleich, dass es der Jotafähe schwer fiel, ihm so etwas zu erzählen. Sein lebhafter Blick schweifte in die Ferne, als ein Heulen erklang. Es klang weiter entfernt, als es war, unerreichbar weit schien es, denn sein Geist war nicht bei der fremden Stimme, seine ganze Aufmerksamkeit galt Jeanne. Sein Blick glitt zu ihr zurück, während er noch immer auf ihre Antwort wartete.


06.09.2008 09:06




Cílyn Nuray


Ein unscheinbares Schmunzel umspielte die Lefzen der Brauen Fähe, nachdem sie den Worten der Kleinen gelauscht hatte. Die Ausdrucksweise dieser Welpin war irgendwie niedlich. Doch war ihr nicht entgangen, dass sie dem zweiten Teil ihrer Frage geschickt ausgewichen war... Mit schief gelegtem Kopf musterte sie Tsurúgi Sorá, wie die kleine hieß, die genausosehr mit Schlamm bedeckt war, wie sie selbst. Ob das Zufall war? Wer wusste das schon? Das durchnässte Fell der Fähe ließ sie kurz erschaudern, als sie zum ersten Mal seit langem wieder die Kälte des Regens auf ihrer Haut spürte... sie hatte diese Tatsache wqohl die ganzen Stunden verdrängt. Auch der Kleinen musste kalt sein, aber was tun? Alleine hier lassen konnte sie sie nicht, also musste sie wohl oder übel mit zum Rudel, wo sie eh gerade hinwollte. Aber jemanden einfachso mit zum Rudel zu bringen erschien ihr nicht gerade Vorteilhaft, wenn man auch erst seit kurzem dieser Gemeinschaft beiwohnte. Leise seufzend stubste sie die kleine Fähe an.

"Das trifft sich doch gut, ich wollte gerade zurück, zu meinem Rudel. Aber ich bezweifle, dass es dort weniger Nass unf Kühl sein wird als hier..."

Sie zuckte mit den Schultern, es war doch überall das gleiche. Der Regen verfolgte sie, wo hin auch immer sie ging. Würde Tsurúgi Sorá mit ihr mitkommen, würde diese wohl nie ein lauschiges warmes Plätzchen finden.

"Komm doch einfach mal mit. Wir werden sehen, was wir für dich tun können."

Sie nickte in die Richtung in die sie würde gehen wollen, und wartete auf eine Antwort. Vielleicht wollte die Welpin ja gar nicht mit ihr mit?


06.09.2008 14:43




Adali


Unverändert prasselten die Regentropfen auf den Boden nieder, als wollten sie die Erde überfluten und in ein Meer verwandeln. Nachdenklich hatte die Schwarze den Kopf erhoben und blinzelte in den dunklen Himmel hinauf. Was war schief gegangen? Was hatte sie anders machen müssen, anders machen sollen? Wäre sie einen anderen Weg eingeschlagen – wäre es anders gelaufen? Fragen brannten auf dem Herzen der Fähe, die bis auf wenige Dinge alles verloren hatte. Sie fühlte sich unvollständig und verloren, hilflos herumgewirbelt in des Strömungen des Schicksals, welches dieses Rudel immer wieder zu strafen schien, für etwas, was sie nicht getan hatten. Und dennoch ging der Weg immer weiter, der Kreis schloss sich und alle waren sie ein Rad, welches sich immer weiter drehte.
Adali schluckte und senkte den Kopf ein wenig, genoss das Gefühl des Regens auf ihrem Fell, welcher sich den Weg zu Boden bahnte. So viel hatte sie verloren. Angefangen von ihrer Familie, welche dem schrecklichen Krieg erlag, ihr bester Freund, dann sah sie zu, wie Freunde aus dem Rudel hier für immer verschwanden, wie die Familie ihrer Freundin Kiba verschwand, bis auch die Graue fast gänzlich alleine da stand, konnte nur untätig mit ansehen, wie sie sich von einander distanzierten und jetzt war auch noch ihre Liebe fort. Vergessen. Einfach so. Ein Schock für sie, wo sie doch daran geglaubt hatte, zumindest einen einzigen Zufluchtsort zu finden.
Wie ein Phönix aus der eigenen Asche auferstehen, das wollte sie. Aber das Feuer in ihren Augen, die Flamme in ihrem Herzen war fort – erloschen. Sie war eine normale Wölfin, kein Flammenkind mehr, welches bis zum Schluss nicht aufgeben würde. Ertrunken und mitgerissen, liegengelassen in den Tiefen des Lebens. Ihr fehlte schlichtweg die Kraft um aufzustehen.
Die bernsteinfarbenen Augen wanderten zu Senedd, den sie lieb gewonnen hatte und ihre Gefühle aufrecht erhielt. Der verängstigte Jüngling erhielt die mütterliche Fürsorge und Liebe, die sie nie wirklich zum Ausdruck hatte bringen können. Der Rüde verkörperte das, was von ihr gegangen war und sie einsam zurück gelassen hatte: Ihre Familie, die sie hier gehabt hatte.
Leise seufzend wollte Adali sich erheben und ein wenig spazieren gehen, sich einfach nur die Läufe vertreten, in der Hoffnung, dass ihr der Himmel nicht auf den kopf fiel und sie sich in den Gedanken verirrte. Als ein Heulen das Prasseln des Regens übertönte, spitzte sie kurz die Ohren, lauschte. Eine Fremde erbat einlass. So war dies hier. Freunde verschwanden, Fremde kamen.
Aus dem Augenwinkel blickte sie zu Kiba, die wie immer beschäftigt schien und der sie nicht alles alleine überlasen wollte und konnte. So hob sie den schmalen Kopf zur Antwort in den Himmel.

Ich grüße dich fremde Wanderin. Mein Name ist Adali, die Coniugo dieses Rudels. Tritt ein, wenn deine Absichten friedlich sind.


07.09.2008 20:09


Seite 2




Akara Chitaru


Unverändert verharrte die große Wölfin sitzend direkt vor der Grenze des Reviers. Sie hörte den Ruf und setzte sich auf die Einladung hin in Bewegung. Im ersten Augenblick hatte sie allerdings gezögert. Wieso wurde sie nicht von einer Leitwölfin begrüßt? Was überhaupt war eine ‚Coniugo’? Einen solchen Rang hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nie gehört und so fasste sie den Entschluss, sich erst einmal zu nähern. Vielleicht gab es hier nicht die Bezeichnung ‚Alpha’. Wer konnte schon wissen, wie es in der weiten Welt zuging, wenn man immer nur an einem Ort und mit den gleichen Wölfen gelebt hatte?
Der Regen war so schrecklich trist und erinnerte sie an so viele Tage, an denen der Himmel geweint hatte. Manchmal waren es schöne Erinnerungen, manchmal waren sie bitter. Doch weder von den Einen, noch von den Anderen ließ sich die Wölfin irritieren. Sie hatte einen längeren Weg vor sich, den sie mit schnellen Schritten meistern wollte. Man hatte sie eingelassen, statt sie vor Ort zu begrüßen. Sie musste sich auf ihre Sinne verlassen. Zuerst folgte sie lediglich der Richtung, aus der sie das Heulen gehört hatte, letztlich musste sie sich aber auf ihre Nase verlassen, die sie zuverlässig führte. Ein Glück dass sie halbwegs treffsicher gelaufen war, sonst hätte der Regen ihre Suche erheblich behindert. Viele Gerüche wurden fortgewaschen, andere veränderten sich unter der Last der Nässe.
Während sie lief erreichte sie irgendwann einen Teil des Reviers, an dem die Wölfe sich viel aufhalten mussten. Überall hing der Geruch des Rudels in der Luft, obwohl der Regen ihn in der Erde ertränken wollte. Und dann sah sie eine Wölfin, die wohl auf sie zu warten schien. Eigentlich hätte sie nicht wissen können, an wen sie sich zu wenden hatte, doch irgendetwas ließ sie zielsicher auf die Coniugo zusteuern. Mit einer übermäßig höflichen Verbeugung grüßte sie die Wölfin, die sich im Heulen als Adali vorgestellt hatte. Die Haltung Akaras war die einer sehr stolzen Wanderin, voller Würde. Sie glich eigentlich eher einer Rangwölfin, die eine Gemeinschaft zu verteidigen hatte, doch gleichzeitig war ihr Verhalten sehr respektvoll und höflich und keineswegs als Provokant auszulegen. Man hatte sie unter der Bedingung eingelassen, dass sie mit friedlichen Absichten hier her kam und dies tat sie ganz offensichtlich.

“Adali? Mein Name ist Akara Chitaru, eine Wölfin die der Reisen längst überdrüssig ist und sich nach einer neuen Heimat sehnt.“

Sie senkte und hob den Kopf noch einmal, in einer völlig ruhigen Geste.


07.09.2008 20:22




Adali


Nun doch wieder in Gedanken verloren blieb die schwarze Fähe ruhig sitzen, verschob ihren Spaziergang auf später. Vorerst hatte sie wichtigeres zu erledigen, als weg zu laufen. Das konnte später immer noch. Wobei: Durfte sie weg laufen? Durfte sie sich so schwach fühlen, wie sie es tat? Sie schämte sich dafür, keine sonderlich große Hilfe zu sein, auf die man bauen konnte. Doch als ein Mal die Trauer an ihr zu fressen begonnen hatte und Adali sie zugelassen hatte, ließ man sie so schnell nicht mehr los. Dabei wollte sie dies gar nicht, aber wann wurde nach ihrem Willen gefragt, danach verlangt? Nie. Sie musste es hinnehmen, wie es kam, sich dem Schicksal hingeben und sich ihm stellen. Auf Trost konnte sie nun wohl lange warten, ihren Scherbenhaufen musste sie selbstständig wieder flicken und sich selber aus dem Sumpf der Trostlosigkeit ziehen.
Wartend ließ sich Adali in das nasse Gras sinken, beobachtete durch den Regenschleier die graue Welt, die sich ihr offenbarte, bis aus dem Nichts eine Fähe vor ihr stand, die sich verneigte, als sie mit kurzem Nicken bestätigte, dass sie diejenige war, die gerufen hatte und dann zu ihr sprach. Einen freundlichen Ausdruck auf dem Gesicht wartete die Wölfin ab, bis die Fremde geendet hatte.

Willkommen in DiëmKar in den Reihen der Tears of Destiny, Akara Chitaru.

Adali lächelte die Braungraue freundlich an, die ihr gleichzeitig respekt- als auch würdevoll gegenübertrat. Auch wenn sie es nicht gewohnt war, so viel Respekt zu zollen und sich zu verbeugen, so neigte auch sie ihren Kopf, wusste sie doch nicht wie es dort gewesen war, wo die Fremde her kam. Es war nie verkehrt, sich ein wenig an die Angewohnheiten anzupassen.

Du darfst dich gerne hier aufhalten, wenn du möchtest. Das Rudel bietet Platz genug.


07.09.2008 20:44




Akara Chitaru


Akara stand völlig ruhig und beinahe regungslos vor Adali und wartete, dass diese das Wort erhob. Das gehörte sich ihrer Erziehung nach so. Sie wurde in DiëmKar willkommen geheißen, so musste sich dieses Land hier wohl nennen. Ein ungewöhnlicher Name, ebenso wie die Bezeichnung des Rudels merkwürdig war. Aber das musste natürlich daran liegen, dass sie aus einer Welt kam, die sich auf eine einzige Gemeinschaft beschränkt hatte, die sich nicht von außen beeinflussen ließ. Ein traditionsbewusster Stamm von mächtigen, würdevollen Wölfen.
Sie registrierte die leichte Verbeugung und fühlte sich sogleich nicht mehr ganz so fremd. Es würde schon nicht alles ganz anders sein, als dort, wo sie hergekommen war. Eigentlich stand es ihr nicht zu, nun noch irgendwelche Fragen zu stellen, aber vielleicht ließ sie sich am besten erklären, worauf sie zu achten hatte, wenn sie hier blieb? Und was bedeutete, dass sie sich hier aufhalten konnte? Hieß dass, dass sie hier nur einen befristeten Aufenthalt haben durfte? Dennoch sagte Adali, dass es Platz genug in den Reihen des Rudels gab.

“Vielen Dank.“

Sie nickte der schwarzen Wölfin zu und schien unschlüssig, ob sie es bei diesen Worten belassen sollte. Ihre Fragen würden keine Antwort finden, wenn sie sie nicht zu stellen wagte.

“Nach welchen Regeln lebt ihr?“

Irgendwie fühlte sich Akara ein wenig weltfremd. Sie hätte vielleicht lieber durch Beobachtung in Erfahrung bringen sollen, wie sie sich in nächster Zeit hier zu verhalten hatte.

“Und was ist eine Coniugo für ein außergewöhnlicher Rang?“

Damit war sie zu weit gegangen. Da sich nichts mehr an ihrem voreiligen Verhalten ändern ließ, hüllte sie sich einfach in Schweigen und wartete auf die Reaktion der Wölfin, die sie hier begrüßt hatte. Was wenn sich hinter der Coniugo nun wirklich die Leitwölfin verbarg? War ihre Frage dann nicht respektlos gewesen?


07.09.2008 20:58




Shitéryu


« Erlösung ist die Befreiung aus dem Nichts... »

Bist du es, der mich erlösen wird?

Die blaugrauen Augen waren in den immerzu dunklen Himmel gerichtet, aus dem nach wie vor die Himmelstränen fielen. Würden sie je aufhören? Der Weiße blickte an seine Seite auf einen Büschel schwarzen Fells. Seine schien man wohl trocknen zu wollen.
Ein sanfter Ausdruck trat in seine Seelentore und ein Hauch eines Lächelns legte sich auf sein Gesicht. Zorro Marú. Dieser besondere Rüde, der ihm immerzu Gesellschaft leistete und ihm die Einsamkeit nahm. Gerne erinnerte er sich an ihren gemeinsamen Spaziergang im Regen, an das Lächeln des Dunklen, der die Leere in ihm ein wenig übertünchte. Sacht stupste er den Rüden an, genoss diese kurze Nähe zwischen ihnen, ehe er wieder in den Regen blickte.

Wie gefällt es dir hier, Zorro?

, murmelte er leise, um die entspannte Situation nicht überflüssig zu zerstören.

.oO(Ich kann mir nicht helfen, aber ich fühle mich nicht mehr so leer und durchsichtig, wie sonst...)

« Ich finde meinen Weg, doch sehen tue ich ihn nicht.... »


07.09.2008 20:58




Senedd


Everytime I try to make myself
Get back up on my feet


Der Regen hing wie ein Schleier über dem jungen Rüden. Er verbarg ihm vor jenen die ihn nicht unbedingt sehen wollten und ließ ihn sichtbar bleiben für all jene die es wollten. Er war hier, hinter diesem Gebüsch, allein. Er war sich relativ sicher das ihn kaum einer des Rudels würde suchen kommen, dafür hatte sich der Schwarze viel zu sehr von allem fern gehalten, er war zu fremd für ihre Welt, er verstand nicht warum sie so fühlten wie sie es taten, warum sie so handelten. Es war ihm alles so schrecklich fern, alles, was ihm angst machte, was ihn anders sein ließ. Niemals würde er sich wohl vollkommen an diese Wölfe anpassen können, dafür war er einfach viel zu anders und doch. Etwas sagte ihm, dass er nicht weiter so hier verweilen konnte. Entweder er lernte etwas über ihr leben oder er fristete weiter sein dasein irgendwo in der Ecke und ließ sich vom Regen verschleiern. Doch das hatte man nicht gewollt, er hatte weglaufen und leben sollen... doch nicht so, nicht so wie früher, das hatte er nicht gewollt. Sen hatte frei sein sollen von jeglichem schlechten Einfluss, hier hatte er diesen nicht, lediglich seine eigenen verdammten Gedanken. Doch sollten ihn seine Gedanken wirklich so unterdrücken? Wollte er selbst das? Eigentlich nicht, es war nicht das was er haben wollte. Er wollte nicht mit dieser Angst leben die ihn einfach trieb, womit er einfach fistete. Es war nicht das wofür er gegangen war. Er war nun hier und hier sollte es doch anders werden. Irgendwann.
Vorsichtig erhob sich der kleine Rüde auf die Pfoten und schüttelte die Regenschlieren aus seinem Fell. So, nun stand er zumindest schonmal. Und wo wollte er nun hin? Es war eine Antwort, zwar nicht für ihn, aber er gab auch ihm Antwort. Adali, die etwas zu einer Fremden rief die neu ihm Revier schien. Ein neuer Wolf der anscheinend Anschluss zum Rudel suchte, so wie er vor wenigen Monaten. Es war seine Chance, seine Chance etwas neues über Adali's Leben hier im Rudel zu lernen, über ihre Aufgaben, über ihre Art mit Fremden umzugehen. Die Schwarze war sein einziger Halt unter diesen Wölfen, er mochte sie auch wenn er es sich nicht selbst eingestand und es noch weniger aussprach, doch er wollte gern mehr über sie wissen, auch wenn er selbst ihren Fragen auswich. Eine Pfote vor die andere setzend folgte er dem Geruch der Fähe. Er hatte ihn sich eingeprägt, sosehr, dass selbst der Regen ihm ihn nicht vorenthalten konnte.
Die Fremde war bereits bei Adali, sodass Senedd vorsichtshalber auf beruhigender Entfernung stehen blieb. Die Ohren nach vorne gelehnt lauschte er den Worte der Fremden, beobachtete ihre Gesten, einfach wie sie sich verhielt. Akara Chitaru...DiëmKar... Tears of Destiny. Hier war er. Bei diesem Rudel. Noch immer stand er unschlüssig einige Meter hinter Adali, halb versteckt hinter dem Stamm eines Baumes, dies aber eher ohne es selbst zu registrieren. Und jetzt? Wollte er hier so bleiben? Vor ihm unterhielten sich die beiden Wölfe und hier hinten stand er rum und konnte keinen Gedanken fassen, was er denn nun eigentlich tun wollte? Also verfolgte er einfach nur den Wortwechsel der beiden Fähen, registrierte die einen Worte mal deutlich die anderer mal weniger und verharrte einfach, still in seiner Zurückhaltung.


Du läufst im Kreis und du verlierst den Verstand
Doch du bekommst nie genug


07.09.2008 21:10




Adali


Lächelnd stellte Adali fest, dass sie mit ihrer Vermutung nicht ganz falsch gelegen hatte. Es konnte ein wenig die Fremde nehmen, wenn man sich – auch wenn man es weder müsste, dafür das man zum Rudel gehörte – anderen Gewohnheiten ein wenig anpasste oder zumindest bedingt aneignete. Sie selber hätte damals wohl nicht so schnell den Schritt auf Yosó zugemacht, hätte er sie nicht verstanden. Was ein einzelnes Wort doch für eine Macht hatte. Vor allen Dingen in der alten Sprache der Wölfe, die heute wohl verloren gegangen war. Selbst sie, die mit der Sprache erzogen und aufgewachsen war, beherrschte sie längst nicht perfekt oder flüssig genug, um sich als ihr Wächter anzusehen. Aber ein Wort würde immer eine besondere Bedeutung in ihrem Herzen haben.
Die Worte und Fragen Akaras ließen es nicht zu, das ihre Gedanken weiter wanderten, zurück in eine andere Zeit fanden, in der so vieles anders war. Kurz runzelte sie nachdenklich die Stirn. Nach welchen Regeln? Sie glaubte nicht das die Braungraue ohne jegliche Rudelregeln aufgewachsen war, schließlich war sie mit den typischen Höflichkeiten vertraut. Sogar mehr noch, hatte Adali nicht erwartet, dass man sich verneigen würde. Ungetrübt blickte die Schwarze freundlich in das neue Gesicht in diesem Tal.

Die allgemeinen Rudelregeln sind dir scheinbar vertraut. Weitere wichtige Regeln haben wir eigentlich nicht. Wir achten einen Jeden, ob nun fremder Wanderer, der sich ein wenig ausruhen möchte oder eine heimatlose Seele, die hier ein zu Hause sucht. Wir leben in Harmonie und halten zusammen, aber das ist doch eigentlich das Ziel eines jeden Rudels, oder?

Nur verschwommen waren ihr die Erinnerungen an ihre eigene Zeit in der sich umher gewandert war geblieben. Schwach erinnerte sie sich daran, dass sie oftmals nur für eine befristete Zeit geduldet wurde und dann weiter zog. Wobei sie sich damals nie lange an einem Ort aufgehalten hatte. Die schrecklichen Bilder hatten sie weiter und weiter von ihrem Geburtsland vertrieben, welches sie bis zum heutigen Tag nie wieder gesehen hatte. Ein wenig vermisste sie es, doch war in der Zwischenzeit dieses Tal ihre Heimat geworden, die sie nicht verlassen wollte. Kurz ließ sie ihren Blick schweifen, betrachtete die vertraute Umgebung, insofern sie diese durch den Regen erkennen konnte, ehe sie Akaras letzte Frage beantwortete.

Wir hatten zwei Paare, die dieses Rudel geleitet haben. Das aus anderen Rudel gewohnte Alphapaar haben Kiba Telay und Silence Tear gebildet, mein Gefährte Yosó und ich das Coniugopaar, welches höher als ein Beta ist, aber noch immer den Alphas untersteht.

Sie schenkte ihr noch einen wohlwollenden Blick, wollte ihr versichern, das sie ruhig Fragen stellen durfte, wenn sie noch welche hatte. Sie würde die unangenehmen Erinnerungen nie vergessen können, würde aber den Schmerz soweit zurück drängen und ihr helfen, sich in das Rudelleben einzufinden.
Eine vertraute Witterung ließ ihre Ohren nach hinten wandern, als sie dann auch noch ein leises Rascheln, welches vom Regen fast verschlungen wurde mit ihrem feinen Gehör wahr nahm, wandte Adali den Kopf und erkannte jetzt hinter einem Baum den verängstigten Jungrüden. Ein sanftes Lächeln bereitete sich auf ihren Lefzen aus. Wirklich verändert hatte er sich nicht, aber er war hier geblieben und ließ zumindest die Schwarze ein wenig näher an sich heran, auch wenn er ihr noch immer aus dem Weg ging.

Hallo Senedd. Komm ruhig näher.

Sie nickte dem Jüngling aufmunternd zu, lud ihn ein, sich zu ihnen zu gesellen, wenn er mochte. An Akara gewandt fügte sie hinzu:

Das ist Senedd, den ich wie einen Sohn in mein Herz geschlossen habe.


08.09.2008 05:53




Ares


Ares hatte sich weitgehend zurückgezogen. Der Winter kam langsam, aber stetig und das Wetter schien sich seinem Gemüt anzupassen. Er wollte niemanden sehen und mit niemandem sprechen. Wozu auch? Was hätte er denn sagen sollen?

Die Wand aus Eis, die immer wieder zu schmelzen suchte, blieb, wurde neu errichtet und war dicker, als sie es zuvor gewesen war. Der Schwarze hatte das Gefühl, als sei es sein Schicksal, den Winter zu ertragen, der Winter zu sein. Seine Augen hatten ihren fahlen, leeren Ausdruck beibehalten und Ares war sicher, dass sie ihn nicht verlieren würde.

Still schweigend hatte er sich beim Rudel gehalten, etwas abseits zwar, doch immerhin stetig anwesend. Zu tun gab es für ihn nicht viel und obgleich sicherlich einiges vor sich ging, war er selbst unbehelligt geblieben.
Kiba führte die Wölfe nun durch den Wald zum Winterquartier. Es war frisch, doch nicht so kalt, als dass der Schwarze sich darüber beklagt hätte, innerlich beklagt hätte. Er folgte ohne Widerrede und bildete meist das Schlusslicht. Manches bekam er mit, das ihn vielleicht nichts anging, doch über nichts verlor er ein Wort.

Mittlerweile hatte das Rudel zum Rasten angesetzt. Ares nutzte die Gelegenheit und ließ sich etwas abseits nieder. Die Bäume erinnerten ihn an seine Begegnung mit der Geisterfähe und er fragte sich, ob er sich das damals nur eingebildet hatte, ob er diesen Geist vielleicht wieder sehen würde. Aber er bezweifelte es.
Ruhig lag er auf etwas feuchtem Laub und starrte ins Nichts, in Gedanken nirgendwo. Er lauschte dem Allegro der Bäume, der feinen Musik, der Serenade des Windes, während er still da lag und die Welt über sich ertrug.


08.09.2008 15:55




Akara Chitaru


Akara hörte Adalis Erklärungen aufmerksam zu und war von den Worten irgendwie irritiert, ohne es sich anmerken zu lassen. Auch das Lächeln der schwarzen Wölfin erschien ihr befremdlich, ohne dass sie es als unangenehm empfunden hätte. Es gab keine besonderen Regeln. Aber was bedeutete diese Aussage wohl? Vielleicht gab es dennoch eine Sitte, die Adali nun nicht bedachte, die sich ganz und gar von den Bräuchen unterschied, die Akara in ihrem Leben kennen gelernt hatte?

“Warum erläuterst du die Rangverteilung des Rudels in Vergangenheitsform?“

Ihre tiefen, blaugrünen Augen ruhten auf Adali, die sie aufmerksam musterte. Wie konzentriert sie dabei wirklich war, konnte die Schwarze nicht erahnen. Sie kannte die Welt, aus der Akara stammte nicht. Dass Streben nach Perfektion, dass ewige Feilen an den Stärken und das Ausmerzen der Schwächen, all das gehörte zu ihrem Stamm. Akara kannte das Leben in einem normalen Rudel nicht und sie konnte es sich beim besten Willen auch nicht vorstellen.
Als ein junger Rüde sich näherte, musterte sie ihn und beobachtete das Verhalten Adali’s genau. Etwas verwirrt suchte sie in den Worten der Wölfin den Tadel, der nicht folgen sollte. Sie stellte den Jüngling als eine Art Sohn vor, so dass sich Akara schnell damit abfand, dass der Schützling einer Ranghohen Wölfin selbstverständlich das Recht hatte, sich zu nähern. Auch ihm gegenüber verneigte sie sich höflich und tief, ohne dabei ihr würdevolles Auftreten zu verlieren.

“Ich grüße dich, Senedd. Gesell dich nur zu uns.“

Ihre Stimme war ruhig und freundlich, ebenso wie ihre Haltung. Es brauchte kein Lächeln oder ein Grinsen, das diese Gesten untermalen musste. Ihr Blick war warm und kühl zugleich.


08.09.2008 18:50




Jeanne


Noch immer hielt die Weiße ihre Augen geschlossen. Sie wollte jetzt nicht sehen, was um sie herum geschah. Es reichte ihr, dass Shanaro hier bei ihr war. Das alleine war schon eine kleine Heilung für ihre Wunden. Sie atmete seinen inzwischen vertrauten Geruch ein. Sie freute sich über die Sorge und auch über die Nähe des kleinen Schwarzen. Auch wenn es ihr doch lieber gewesen wäre, wenn Shanaro nichts von ihrem Leid mitbekommen hätte. Aber.. so war es jetzt nun ein Mal. Es war.. merkwürdig. Sie erzählte einem so jungen Wolf von den Lasten, die auf ihren Schultern lastete. Aber vielleicht verarbeitete der Kleine es ganz anders, als ein Erwachsener? Sie wollte nicht Schuld sein, wenn es Shanaro schlecht ging. Als der Schwarze sich neben sie legte und an sie kuschelte, neigte sie den Kopf zu seinem, stubste ihn an und atmete tief durch. Inzwischen schaffte sie es einigermaßen, die Tränen zu unterdrücken, die bis eben gefallen waren. Er stellte ihr eine Frage, mit der sie irgendwie gerechnet hatte.. aber eine Antwort? Was sollte sie sagen? Sie wußte, dass er Recht hatte. Natürlich. Und dennoch. Aber sie wollte ihn nicht einfach anschweigen, dass war nicht ihre Art. Sie schaute gen Boden und überlegte kurz. Sie musste die richtigen Worte finden, um es dem Kleinen zu erklären.

"Seal, mein Vater.. Danley.. Sie waren für mich.. das Wichtigste. Und beide sind fort.. für immer. Du hast wahrscheinlich Recht.. aber es fühlt sich so leer an, ohne sie.."

Erneut schloß Jeanne die Augen, biß nun die Fänge aufeinander, um die Tränen zu unterdrücken.

"Es tut einfach weh.."

Die letzten Worte flüsterte sie mehr zu sich selbst. Aber vermutlich würde er sie trotzdem hören. Vorsichtig strich sie mit der Schnauze durch sein Fell, hielt bei dem Ohr des Kleinen inne und öffnete erneut den Fang. Jedoch war es dies Mal nur ein Flüstern.

"Aber du bist da.. das hilft mir ein wenig über diesen Schmerz hinweg, Shanaro.."


08.09.2008 21:51




Senedd


Eiskaltes Mondlicht
am Ende der Nacht


Natürlich registrierten sie ihn nicht sofort. Wie auch, er stand ja einfach nur da. Er hatte kein Wort von sich gegeben, weder hatte er sich andersweitig bemerkbar gemacht. Er war einfach da, wie zuvor auch, unschlüssig, untätig, einfach nur da. Dennoch war der junge Rüde überaus aufmerksam, beobachtete jede Bewegung, jedes Wort der beiden Fähen und versuchte sich alles bestmöglich einzuprägen. Er durfte. Er durfte lernen, keiner hatte es ihm verboten, er musste es sich immer vor Augen halten. Trotz allem war es ein seltsames Geühl. Es waren doch noch immer irgendwie fremde Wölfe für ihn, er kannte kaum einen davon genauer, sie ware nicht mit ihm verwandt, noch war er bei ihnen aufgewachsen. Warum duldeten sie den Schwarzen bei sich, der nicht einmal wirklich etwas zur Gemeinschaft beitragen konnte? Er hatte niemals gelernt zu jagen, noch konnte er sonderlich mit Wölfen umgehen oder ähnliches. DAs einzige was er war, war aufmerksam. Im Grunde ein neugieriger JUngwolf der an seiner eigenen Lebensweise zugrunde ging, an jenem was sie ihm beibrachten, nämlich das er nichts war. Das Denken saß noch immer tief in seiner Seele verankert, Adali hatte ihn zwar zum nachdenken gebracht, aber nicht überzeugen können. Er war so wie er war, nicht mehr.
Seine Ohren zuckten als er erneut die Stimme Adali's vernahm, doch diesmal sprach die Schwarze seinen Namen aus. Senedd mochte es wie sie ihn aussprach, es war kein Deut von Abscheu oder allem jenen zu erkennen, wie er früher immer seinen Namen gehört hatte. Es sagte ihm, dass er irgendwie wohl doch willkommen war. Ihre Augen, das Feuer, war jedoch nicht mehr so deutlich. Dabei mochte er es so gern. Es gab ihm Vertrauen und identifizierte für ihn diese Fähe als Adali, so hatte er sie kennen gelernt, so mochte er sie. Doch es war weniger geworden. Warum? War auch sie traurig? Traurig um diesen toten Wolf? Den Getöteten? Er verstand es nicht, lediglich, dass irgendetwas war wusste er. Aber was. Er kam sich seltsam unwissend vor, doch die nächsten Worte der Schwarzen ließen seine Gedanken bereits wieder kippen. Sohn? Er? Es war ein lähmendes Wort. Niemals hatte er eine Familie gehabt, geschweige denn hatte er die seine kennen gelernt. Er war allein gewesen, sein leben lang. Und sie hatte ihn wie einen Sohn in ihr Herz geschlossen. Aber, sie kannte ihn nicht wirkich und er, er war doch so... so anders. Wie konnte sie ihn mögen? Es verstörte ihn. Leise winselte er in sich hinein, so, dass die Beiden es jedoch nicht hören konnte. Was sollte er damit anfangen? was nur?
Und die Fremde, sie war ebenfalls freundlich sogar. Und sie, sie verbeugte sich? Vor ihm? Das war falsch, vollkommen. Er war niemand, vor ihm musste man sich nicht verbeugen. Er war Nichts, er war nicht da, niemand, nicht. Ihre Worte, sie waren freundlich und doch, die Situation überfordete sein Wissen. Was sollte er nur tun? Wie sollte er sich ihr gegenüber verhalten, und Adali? Ebenfalls senkte er versucht höflich den Kopf, versuchte die Geste nachzumachen, auch wenn er nicht wusste ob es richtig war. Dann trat er einen Schritt vor, stellte sich vorsichtig etwas seitlich von Adali und blickte die beiden an. War es richtig was er tat? Was war richtig.

"Da... danke. "

murmelte er stockend. Noch immer war er sich unschlüssig, fast so sehr, wie noch nie zuvor. Was war er? Wer war er? Gehörte das alles so zusammen? Und Adali, wer war sie. Den ich wie einen Sohn in mein herz geschlossen habe.' Wieso?


They follow me home, disturbing my sleep
But I´ll find a place, place where they cannot find me


09.09.2008 00:15




Adali


Erfreut beobachtete Adali aus dem Augenwinkel, wie Senedd langsam näher trat, nachdem er die Begrüßung erwidert hatte. Sehr schön. Es freute sie, dass er nicht davon lief oder sich weiter versteckte. Es brauchte von seiner Seite aus einiges an Mut, sich zu nähern, selbst wenn sie ihm nicht mehr ganz so unbekannt war.
Allerdings wandte sie sich, ehe der Jungrüde sich zu den beiden Fähen gesellte, den Fragen zu, die Akara gestellt hatte. Die schmerzlichen Erinnerungen stachen, pochten in ihrem Herz, welches sich dazu entschlossen hatte, tapfer weiter zu schlagen. Sie hatte sich verwundbar gemacht, aber war es nicht natürlich? Sie war glücklich gewesen, eine eigene kleine Familie. Jetzt war alles fort. Das was geblieben war, war ihre Freundschaft zu Kiba und das Rudel, zu welchem sie immer stehen würde, egal was passierte. Sie schloss eine Sekunde die Augen, als sie den Blick abwandte und dafür in die grünblauen Augen sah.

Du musst wissen, dass Silence Tear nicht mehr lebt und Kiba seit dem das Rudel alleine leitet. Mein Gefährte Yosó, er ... er hatte wohl einen Unfall im Wald und verlor seine Erinnerung an sein Leben hier.

Es war schwer, diese Worte auszusprechen, bedeutete dies doch, das sie die Wahrheit sprach, das nichts davon ein Traum war. Leider. Wie oft hatte sie sich in der vergangenen Zeit gewünscht einfach aufzuwachen? Aber Silence Tears Tod war nun ein halbes Jahr tot, genau wie ihre kleine Träumerin Yumé. Auch Sheyna war genauso lange verschollen, ebenso wie Teyrm. Und Aidan... ihr ältester Sohn war erst kürzlich mit Ténshi verschwunden. Sie hatte gespürt, dass sich etwas in dem ansonsten gutmütigen Welpen gewandelt hatte. Jedoch hatte sie nie bemerkt was.

Dieses Rudel hat bereits viele Tränen vergossen. Es wurden welche vergossen, bevor ich hierher kam und viele, seit dem ich hier bin. Es gibt wohl keinen anderen Namen, der besser passen könnte, denn das Schicksal scheint hier zu Hause zu sein und es zu tragen ist nicht immer leicht.

Inzwischen war der Jüngling an ihre Seite getreten und die Schwarze wandte sich zu ihm, stupste ihn sachte mit der Schnauze an.

Schön das du dich zu uns gesellst. Das ist Akara Chitaru. Sie...

Sie brach stirnrunzelnd ab. Jetzt hatte sie fast die ganze Zeit geredet, aber kaum etwas über die Braungraue in Erfahrung bringen können. Entschuldigend lächelnd wandte sie sich um.

Wo kommst du her, wenn ich fragen darf und was verschlägt dich an diesen Ort, außer die Suche nach einer Bleibe?


09.09.2008 05:31




Akara Chitaru


Akaras Blick lag sehr nachdenklich und gleichzeitig interessiert auf Senedd. Unsicherheit schien ihn zu umgeben wie greifbar gewordener Nebel. Nie war sie einem Jungwolf wie ihm begegnet. Überhaupt, soviel Emotion, wie sie hier gesehen und erlebt hatte, waren ihr noch nie untergekommen. Das musste die Welt sein, von der sie keine Ahnung hatte. In ihr gab es diese Unsicherheit, die offen zur Schau gestellt wurde. Es schien, als sei der Jüngling noch nicht so lange hier beim Rudel. Ein paar Momente lang war Akara so gefesselt von der Fremde, die sie umgab, dass sie nicht entscheiden konnte, wie sie sich verhalten sollte. Doch irgendwann rührte sie sich wieder, schien zu erwachen. Ihr Blick glitt zu Adali, die ihr erzählte, welche Schicksalsschläge ihr Rudel erleiden musste.

“Ist er fortgezogen, dein Gefährte?“

Fragte sie, direkt, ohne umschweife und sachlich. Dennoch tat es ihr um die Wölfin und das Rudel leid. In ihrem Rudel hatte glücklicherweise niemand solche Erlebnisse haben müssen. Nur wenige kannten die Last des Schicksals so gut, wie sie. Dieses Rudel hatte sich danach benannt. Tränen des Schicksals.

„Das Schicksal zu ertragen ist die härteste Prüfung des Lebens. Selbst der kräftigste Wolf mag dieser manchmal nicht gewachsen sein. Wie so oft kommt es auf eine ganz andere Form der Stärke an.“

Sie beobachtete, wie Adali mit Senedd umging und versuchte sich in einem bestätigenden Lächeln. Es war merkwürdig, einfach zu Lächeln, um einen Jungwolf zu bestätigen, dennoch fühlte es sich richtig an. Für Unsicherheiten gab es hier, in ihrer kleinen Runde keinen Grund. Einer Wanderin musste man es nicht Recht machen und Adali schien so etwas wie die Liebe einer Mutter zu empfinden, die über jeden Fehler hinweg sehen konnte.
Als sich die Schwarze wieder an sie richtete, blickte Akara ihr wieder direkt ins Gesicht, ohne dabei herausfordernd zu wirken. Sie würde nicht scheuen, jede Frage wahrheitsgemäß zu beantworten, auch wenn ihr nichts unangenehmer hätte sein können, als über ihre Herkunft zu sprechen. Der Ozean der Vergangenheit tobte kurz bedrohlich auf und kam dann wieder friedlich und in melancholischer Traurigkeit zum erliegen.

“Mein bisheriges Leben gehörte allein der Gemeinschaft meiner Eltern und es hätte ihnen noch bis ans Ende meiner Tage gehört, wenn ich meine Heimat nicht verloren hätte. Wir waren Wanderer, lebten im Frühling nicht am selben Ort wie im Herbst und im Winter nicht in den gleichen Bergen, wie im Frühling. Mein Zuhause befand sich an der Seite meines Rudels. Es wäre nicht schicklich gewesen, sie zu verlassen. Nie verließ uns ein Mitglied der Familie und Fremde begleiteten uns nicht. Nie hat jemand daran gedacht, dass vielleicht eines Tages nur noch ein Wolf übrig sein würde. Eine verlorene Seele, die nirgendwo mehr hingehörte. Ich habe mein Rudel, meine Familie, meine Heimat, mein Zuhause und den Sinn meines Lebens verloren. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich entscheiden musste. Es gab für uns kein Leben, außerhalb der Gemeinschaft, aber ich blieb am Leben, als die Anderen starben, deshalb ging ich auf Wanderschaft, auf die Suche nach einer Zukunft, die mir vielleicht nicht bestimmt war, in die ich mich aber fügen muss.“

Der Klang ihrer Stimme hatte sich ein wenig verändert. Er war bitterer geworden, doch sonst blieb sie völlig ruhig und sachlich, als erstatte sie nur Bericht. Kein trauriger Blick, kein tiefer, versteckter Schmerz. Sie schnaubte, um das Thema zu beenden.

“Ich freue mich, hier so ein offenes Rudel gefunden zu haben und hoffe, mein Leben in dessen Dienste stellen zu können.“


09.09.2008 18:32




Zorro Marú


Zorro Marú hatte die Seite des Weissen nie verlassen, war stets ein treuer Begleiter von Shitéryu gewesen, liebte sein Schweigen, seine Nähe. Und erklang doch die Stimme des Rüden, so lauschte Zorro auch dieser gerne. Zorro sah in die Augen des Rüden und erwiderte das sachte Lächeln, reagierte auf das anstupsen mit einem Lecken hinter dem Ohr seines Freundes.

"Es ist ein schönes Plätzchen hier. Der ganze Regen und die düstere Stimmung wird durch dich auch wieder aufgehellt."

Der Schwarze sprach genau so leise.
Wie das letzte Licht in einem düsteren Wald, wie ein Wegweiser in einem Labyrinth, dachte Zorro. Er folgte dem Blick Shitéryus und sah ebenfalls in den weinenden Himmel. Erinnerungen wurden wach. Erinnerungen an die gemeinsamen Atemzügen, abgesondert von allen anderen Lebewesen. Nur er und Shitéryu, vereint in den Tränen des Himmels.

.oO(Alles ist so vollkommen mit dir, mein weisser Freund…)


10.09.2008 14:48




Shanaro


Shanaro blickte Jeanne aus seinem frechen, aber intelligentem Blick an, als sie zu sprechen begann. Doch als der Sinn ihrer Worte, seinen Verstand erreichte, spürte er plötzlich, wie auch ihn die Trauer überkam. Sie hatte Vertraute verloren, die ihr wichtig waren, die für sie eben alles waren. Nur zu gut konnte der Rüde ihre Gefühle verstehen, wenn auch er noch so jung und unwissend war, diese bittere Erfahrung des Verlustes hatte er schon als Welpe gemacht und konnte sich nur zu gut an jene Tage erinnern, an denen er alles verloren hatte, alles. Nie könnte er sie vergessen, seine Mutter, seine Geschwister und all die anderen Wölfe, die ihm nahe standen, dessen Leben zum Teil vor seinen Augen geraubt wurden. Grausame Szenen bäumten sich in seinen Erinnerungen auf und tiefes Verständnis für die weiße Fähe vermischte sich mit ihnen. Obwohl sie doch so verschieden waren, weiß und schwarz, Fähe und Rüde, unterschiedlicher konnten zwei Wesen nicht sein und dennoch spürte Shanaro, wie ähnlich sie sich waren.
Als er wieder in die Realität tauchte, merkte er, wie er Jeanne bekümmert ansah. Verzweifelt versuchte er die grausamen Gedanken zu verdrängen, schmiegte sich noch enger an die Fähe.
Schließlich sprach die Fähe erneut und der Schwarze merkte, wie er den Kampf gegen seine eigenen Gedanken zu verlieren drohte. Ein leises Winseln entfloh seiner Kehle, ohne, dass er etwas hätte dagegen tun können. Ihre Trauer erinnerte ihn an seine Eigene, ihre Situation war die seine. Einen Moment lang hob der Jungwolf seinen Kopf blickte dem Regen entgegen, der weinende Himmel, dessen Gefühle er nun plötzlich verstand, dessen Trauer er nun teilte. Regentropfen rannen sein Gesicht hinunter, wie Tränen, doch er weinte nicht, lediglich sein Herz tat es und dies war noch schlimmer als wenn seine Augen es getan hätten.

“Ich weiß, was du meinst … mit geht es genauso wie dir …“

Sagte Shanaro traurig und zum ersten Mal, seit er zu diesem Rudel gestoßen war, erinnerte er sich so intensiv an die Ereignisse, die ihn so viel Leiden bereitet hatten, das erste Mal spürte er, wie sehr ihm seine Familie dennoch fehlte, obwohl er mit seinem Neuen Leben sehr zufrieden war. Der Jungwolf spürte erst jetzt, wie schwer es all die Zeit gewesen war, nicht an seine Mutter und seine Geschwister zu denken und konnte kaum glauben, dass er alles so gut hinter sich gebracht hatte. Doch nun, da Jeanne ihre Trauer erwähnte, übermannten ihn all die Gefühle, die er so lange hatte unterdrücken können.
Noch immer ein wenig in Gedanken versunken nahm er die sanfte Berührung von Jeanne war und die Worte, die sie ihm leise ins Ohr flüsterte. Trotz der getrübten Stimmung spürte er, wie sich wohlige Wärme in seinem Körper breit machte, wandte seinen Kopf der Weiße zu und sah sie an. Langsam nickte er.

“Ich hab dich lieb, Jeanne“

Sagte der junge Wolf, ohne zu merken, dass er so einen Satz noch nicht einmal zu seiner Mutter gesagt hatte. Es war nicht seine Art, so sanft und freundlich zu sein, doch er hatte sich verändert.


11.09.2008 20:50




Senedd


Keine Zeit für Täume
Es muss weiter gehn


Nach seinem letzten, gestammelten Wort, hatte der junge Rüde keinen weiteren Laut verloren. Er stand da, halb neben Adali, der Fremden zugewandt, die zu erzählen begann. Beziehungsweise, erst rechtete Adali, dann die Fremde, doch die Konversation nahm nur langsam im Kopf des Jünglings gestalt an. Dennoch versuchte er sovieles zu behalten, wie er nur konnte. Sein Gedächtnis war niemals schlecht gewesen, er hatte zahlreiche Dinge aus seiner Vergangenheit nur zu gut behalten, auch wenn er sie niemals jemanden offenbaren wollte. Es war okay wie es war irgendwie, mehr oder weniger. Für diesen Moment auf jedenfall. Er registrierte die sanften Worte der schwarzen Fähe und die zaghafte Geste Akaya's die Adali wohl beizupflichten schien. Er war nicht störend. Er war Willkommen. Willkommen... er durfte bleiben. Es war das erste Mal für ihn, ein erstes Mal wurde er nicht weggeschickt, nicht weggebissen. Er durfte bleiben wo er es gern wollte, er war willkommen.
Mit sich selbst seltsam im einklang hob er den Kopf etwas weiter, im Versuch etwas mehr selbstvertrauen aufzubauen. Natürlich klappte dies nicht auf Anhieb und so sah der Jüngling sicherlich ein wenig seltsam aus... doch es würde schon okay sein. Die Ohren bewegten sich sanft, fast schon zum Takt der fremden Fähe. Akaya hatte einiges zu erzählen, doch Senedd hörte nur zu gerne zu. Er wollte wissen wie andere lebten, er wollte wissen wie sie fühlten und aufgewachsen waren oder ob sie wie er selbst Nichts waren. Die braun-graue Fähe war nicht Nichts. Sie war behütet aufgewachsen, wenn es auch nicht ewig anhielt. So filterte der Schwarze die Informationen aus ihren Worten. Und sie mochte dieses Rudel. Genau wie er, er mochte es auch hier. Und er mochte Adali. Igendwie halt, auch wenn das Wort ebenfalls ein aufgeschnapptes war. Doch er konnte sich die Bedeutung doch schon irgendwie denken.

"Ich mag es auch hier... es ist schön. Und ruhig!"

Zum ersten Mal hob er die Stimme an obwohl er nicht gefragt wurde. Er redete einfach, redete was ihm in diesem Moment durch den Kopf gegangen war. Und er fühlte sich gut, wirklich gut. Es gab ihm das bestäkende Gefühl hier richtig zu sein. Hier mit seiner gesamten Welt willkommen zu sein. Und ihn gewähren zu lassen das Leben zu lernen. Ein anderes, nicht das, welches er Tag für Tag hatte erleiden müssen.


I'm not awake.

Feel again.
I'm not ok.


11.09.2008 22:45




Tsurúgi Sorá


Nachdem sie sich den Schlamm aus dem Fell geschüttelt hatte, blickte sie zu Cilyn empor und spitzte die Ohren. Neugierig auf alles was die braune tun oder sagen würde. Sorá würde es aufsaugen wie Wasser denn zu lange schon war sie allein gewesen, getrennt von denen die sie geliebt hatte.

"wo gehen wir denn hin Cilyn? ist es dort warm? und sind dort noch andere Wölfe?"

Wenngleich sie sich vorher noch erwachsen angehört hatte, so glichen ihre worte nun nur noch denen eines ungeduldigen Welpen, der langsam quengelig wurde. Aber wer könnte es ihr denn verdenken? immerhin war sie zu lange allein gewesen.
Sie hatte alles von jetzt auf gleich verloren. Alles was sie gekannt hatte war fort. Weg. Weit weit weg. zu weit...doch wie war sie hier her gekommen? eine unglaubliche Reise für so eine kleine Wölfin. Eine beinahe unglaubliche Geschichte. Eine unglaubliche Freundschaft zwischen Wölfen und Meerestieren. eine alte Legende....


12.09.2008 19:48




Cílyn Nuray


Ein nachsichtiger Gesichtsausdruck spiegelte sich an ihr, während der Regen weiter auf sie hinabprasselte. Ein so gewohntes Gefühl, dass sie es teilweise schon ausblendete, vergaß. Genau das, was sie nie gewollt hatte. Es war so unglaublich schwierig. Warum geschah das alles? Und wieder einmal zweifelte sie an sich selbst, an ihrem Leben, am ganzen Sinn. Sie legte ihren Kopf leicht schief, und sog geräuschvoll Luft ein.

"Wir gehen zum Rudelplatz, des Rudels der Tears of Destiny. Ich weiß nicht ob es dort warm sein wird... wir werden sehen. Und ja. Es gibt dort noch ganz viele andere Wölfe. Ich weiß gar nicht wie viele. Aber es sind genug."

Sie blickte nochmals in die Richtung in der sie aufbrechen wollte, und tat schonmal einen Schritt vor.

"Komm. Und unterwegs kannst du mir erzählen, wie du hier her gekommen bist, wenn du magst, Tsurúgi. Oder Sorá? Wie soll ich dich denn nennen?"

Sie lächelte der kleinen Fähe nachmals aufmunternd zu, setzte ihre Maske auf, um nicht wieder in Selbstmitleid zu zerfließen, wie sie es vor ein paar Minuten erst getan hatte. Sie hasste diese Charaktereigenschaft und besaß sie doch wie sonst kein anderer. Am liebsten würde sie sich selbst beißen um wieder zu Vernunft zu kommen. Wie konnte man sich nur so gehen lassen? Sie blockierte diesen Drang, um vorallem die Kleine nicht zu verschrecken. Eine Fremde, die anfangen würde sich selbst zu verletzen würde wohl nicht sehr vertrauendserweckend sein. Außerdem auch kein sehr schöner Anblick. Eine irre gewordene verrückte Fähe, die sich versuchte selbst zu zerfleischen. Könnte ein Trauma werden. Mit einem Liderschlag, verschwanden diese abnormalen Gedanken aus ihrem Kopf. Sie wurde verrückt. Eindeutig. Das war nichtmehr normal.
Nochmal aufmunternd nickte sie in die Richtung, in der sich das Rudel befand, und wollte nun mit voller Aufmerksamkeit bei der Kleinen sein.

"Wie alt bist du eigentlich?"


12.09.2008 20:44




Jeanne


Sanft, als hätte sie Angst, Shanaro weh zu tun, ruhte ihre Schnauze in seinem Fell. Es war wirklich, wie sie es gesagt hatte. Alleine dadurch, dass er hier war, ging es ihr besser. Er vermochte wahrscheinlich nicht, ihr die Last von den Schultern zu nehmen, aber er verringerte sie. Und das allein war schon befreiend. Als der Kleine leise winselte, neigte sie den Kopf zu seiner Schnauze und schleckte ihm beruhigend darüber. Sie war für ihn da.. Sie stellte ihre Probleme nach hinten, zuerst würde sie Shanaro wieder beruhigen. Es war.. verwirrend. Erst musste der Kleine sie etwas beruhigen und nun.. verhielt sie sich fast wie eine Mutter. Fühlte es sich so an, einen Welpen zu haben? Mutter zu sein? Einige Momente herrschte Stille. Die Weiße lag nur da, genoß dieses wunderbar warme Gefühl der Nähe zu dem kleinen Welpen. Es war wunderbar, ihn hier bei sich zu haben. Symbolisch gesehen, war er ein Pflaster, für ihre Wunden die nur langsam heilen wollten. Nei seinen Worten schloß Jeanne die dunklen Augen. Auch der Schwarze hatte schon so viel verloren, und das in seinem noch sehr jungen Alter. Das Leben war hart.. und ungerecht. Aber man musste wohl oder übel damit leben, oder daran untergehen. Noch ein Mal schleckte sie über den Schnauzenrücken des Schwarzen, hob dann den Kopf und blickte sich um. Immer wieder erwischte sie sich dabei, wie sie nach jemandem suchte, der nicht mehr hier war. Ein weißer Rüde und ebenso ein Grau-brauner. Aber.. keinder der beiden war mehr hier. Jeanne kniff die Augen zusammen und schüttelte kräftig den zierlichen Kopf. Sie wollte nicht die traurige Wölfin sein, die am Rande des Rudels lag und ihrem Selbstmitleid versank. Das war nie ihre Art gewesen. Als Shanaro erneut den Fang öffnete, neigte sie den Kopf wieder zu ihm und schaute ihm in die Augen. Bei seinen Worten konnte die Weiße nichts anders. Sie lächelte. Es war ein eher mattes Lächeln, aber dennoch nicht aufgezwungen.

"Ich hab dich auch lieb, Shanaro."


13.09.2008 13:00

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
15.09.2010 16:10
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Cave of Mind
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Wächter

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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 3




Korrianke


Dankbar nickte Korrianke der grauen Fähe zu, die sich im als Kiba Telay vorgestellt hatte. Während sie sprach, hatte er sie mit seinen blauen Augen gemustert, in den ihren Akzeptanz und Aufrichtigkeit gefunden. Als sie ihm mitteilte, dass er bleiben dürfe, fühlte er sich augenblicklich angenommen und sah dies als Bestätigung der Kompetenz Kibas. Ein Alpha gab seinem Rudel ein zu Hause, an welchem Ort auch immer in der Welt, das machte ihn aus.

"Ich danke dir für deine freundliche Zustimmung und ich hoffe, dass ich deinem Rudel, Kiba Telay, eine lange Zeit rechtschaffen und treu meine Dienste erweisen kann"

Er dachte sich nichts dabei, dass seine Worte klangen, als sei er angeheuert worden. Für ihn bedeutete es Leben, nützlich zu sein - für andere wie für sich selbst.
Nachdem er Kiba kennengelernt hatte, ließ er sie nun mit dem Hybriden zurück um sich einen Überblick über das Rudel zu verschaffen. Obgleich etwas abseits hielten sich dennoch mehrere weitere Wölfe in der näheren Umgebung auf. Er konnte eine kleine Gruppe ausmachen: eine schwarze Fähe und eine Graue, die ebenfalls neu zu sein schien, unterhielten sich mit einem scheu wirkenden schwarzen Jungwolf. Ein weiterer schwarzer Rüde hatte sich etwas von der Gruppe distanziert und lag abseits der anderen Wölfe, er wirkte friedlich, aber nicht glücklich. Bedächtig schritt Korrianke auf den Rüden zu, blieb einige Meter entfernt stehen um ihm seinen Raum zu lassen, falls er es so wünschte.

"Sei gegrüßt, Schwarzer"

Sagte er mit ruhiger, tiefer Stimme. Seine kristallenen Augen funkelten ihm entgegen, wie Wasser, das von Sonne beschienen wird, in seinem Gesicht spiegelte sich Stolz, gepaart mit Ehrlichkeit.

"Mein Name ist Korrianke und ich bin neu hier. Mein Herz führte mich zu diesem Rudel in seinem zauberhaften Tal und ich werde euch von nun an eine Weile begleiten. Wie heißt du, wenn ich fragen darf?"


14.09.2008 14:52




Ares


Ares war lange in seinen Gedanken geblieben. Die Zeit verstrich und schien ihn nicht zu behelligen. Was genau die anderen trieben, beachtete er nicht. Es interessierte ihn auch nicht und es ging ihn schon gar nichts an, das war jedenfalls seine Meinung.
Er war niemand, der blind gehorchte. Der dachte, die anderen werden es schon richten. Der sich verließ. Aber er war jemand, der lieber einen Schritt zurück trat, wenn er sich der Sache nicht sicher war. Nicht aus Vorsicht, sondern aus Voraussicht.

Die Zeit verstrich und plötzlich sprach ihn jemand an. Für den Nachtfang war es, als risse ihn jemand aus einem Traum, doch geträumt hatte er nicht. Er sah hoch, kniff die Augen leicht zusammen und erblickte einen weißen Wolf. Alles, was in diesem Moment beginnen wollte, Gestalt in seinem Kopf anzunehmen, unterdrückte er mit einer inneren, aggressiven Wut. Nach außen war ihm nichts anzusehen.

Der Weiße, ein Rüde, sprach ihn praktisch von der Seite an. Ja, man konnte es direkt ‚anlabern‘ nennen. Aber für Ares spielte das keine Rolle. Es war ihm zwar eher unrecht, nun überhaupt Gesellschaft zu haben, noch dazu von einem, der im ersten Moment ausgesprochen unruhig auf ihn wirkte. Aber das würde auch wieder vorbei gehen und er konnte nicht behaupten, etwas Besseres zu tun zu haben.

Der Rüde, der sich als Koriake vorstellte, fragte nach seinem Namen. Es war dem anderen wohl anzurechnen, dass er ihn nicht kannte. Denn ansonsten hätte man ihm diese allzu direkte Frage schlecht anrechnen müssen. Ares war nicht in der Stimmung, sich großartig vorzustellen und schlimmer nur war die Frage „Wie geht’s?“, die es endgültig verscherzt hätte. Aber Koriake kannte ihn ja nun einmal nicht, nicht einmal so ansatzweise wie die Wölfe dieses Rudels und so konnte man ihm nichts vorwerfen.

“Ares“, gab er trocken zurück.

Der Schwarze sah Koriake nicht lange an, auch weil dieser in der sonne stand und es für die Augen nicht angenehm war. Seine leeren Augen glitten wieder ins Nichts, als wollte der Mond seine Bahn fortsetzen und er für seinen Teil hatte alles gesagt.


14.09.2008 16:22




Adali


So schnell wollten die Erinnerungen und der Schmerz die Fähe wohl doch nicht los lassen, sie wurde immer wieder daran erinnert. Ebenso wie sie immer wieder daran erinnert wurde, dass das Leben immer weiter ging. Es hatte keinen Sinn sich weiter zu verlieren, auch wenn es ihr so unglaublich schwer fiel. Sie wand sich nur mühselig aus dem Loch heraus, in das sie gefallen war. Den Mut niemals aufzugeben, das unbändige Feuer, welches sie begleitet hatte und sie dazu angetrieben hatte immer weiter zu machen, der Wille, alles war weg. Das Feuer erloschen und ihre Möglichkeit wie ein Phönix aus der eigenen Asche aufzuerstehen verloren. Sie musste es so schaffen. Für wen? Ihr persönlich war es mittlerweile egal, was mit ihr passierte. Aber es war ihr längst nicht egal, was aus Kiba, Senedd und dem Rudel wurde. Erst an de Tag, an dem selbst dies ihr gleichgültig wurde, würde sie wirklich verloren haben und sie wollte lieber sterben, als diesen Tag mitzuerleben. Sie schluckte krampfhaft, sprach die Worte aber doch mit ruhiger Stimme aus.

Er ist mit seiner Erinnerung fortgezogen. Ich finde ihn nicht mehr, wenn man es so sagen kann...

Bildlich gesehen entsprach dies der Wahrheit. Wo Yosó steckte konnte sie nicht mit Bestimmtheit sagen. In jedem Fall war er nicht der Gleiche gewesen, nachdem er aus dem Wald zurück gekehrt war. Er war fort, weit weg – der Vater ihrer Welpen, ihre Liebe. Ihre Familie... sie war kaputt gegangen, aber Antworten suchte sie inzwischen nicht mehr.

Ich kann nur fühlen, dass er noch lebt. Irgendwo.

En trauriges und zugleich entschuldigendes Lächeln legte sich auf ihre Lefzen. Sie wollte andere Leute nicht mit ihren Problemen und mit ihrem Kummer belasten und jetzt hatte sie es doch getan. Aber irgendwie tat es ihr gut ein wenig darüber zu reden, jemanden zu haben der zu hörte. Nie hatte sie es ausgesprochen, was sie gerade gesagt hatte. Zu sehr hatte es sie geschmerzt und dieser Schmerz hätte bedeutet, das es alles wahr war. Das es kein Zurück gab. Unwiderruflich.

Entschuldige, ich rede zu viel. Aber bitte, erzähl du, wo du her kommst.

Während Adali den Worten Akaras lauschte, fuhr sie nachdenklich mit der Schnauze über Senedds Kopf und berührte den Jüngling sachte in der Schnauze. Nachdem sie geendet hatte, hob sie den Kopf wieder und wollte gerade antworten, als Senedd die Stimme erhob. Ein warmer Gesichtsausdruck schob die Nachdenklichkeit und die Trauer zur Seite, als sie ihn noch ein mal lieb anstupste.

Es ist wirklich ruhig und friedlich hier. Das war es schon, als ich hierher kam. Ich finde, man kann hier das Leben und das Schicksal am deutlichsten sehen. Wölfe kommen und gehen, Leben kommt und geht... Ein Kreis, der sich immer wiederholt. Ein Teil des Ganzen zu sein ist nicht immer einfach, aber zu schaffen, wenn man zusammen hält.


14.09.2008 16:25




Akara Chitaru


Akara betrachtete Senedd, der mutig seine Worte in das Gespräch warf. Es kam ihr seltsam vor, sich darüber zu freuen, war es in ihrem Rudel doch eher üblich gewesen, nicht zu viel zu sagen und vor allem den Jungwölfen Anstand beizubringen. Hier war es anders und ohne viel über die Unterschiede zu wissen, nahm sie sie an.

“Dann stammst du also nicht von hier, Senedd?“

Fragte sie, mit behutsamer, sanfter Stimme, die sie eigentlich sonst nur einem Welpen geschenkt hätte. In gewisser Weise empfand sie den Rüden vor sich aber auch als wenig entwickelt, als hätte nie jemand versucht, ihn zu formen. War er sich selbst überlassen worden?

“Es erscheint mir fremd, dass ihr beiden, so wie ich, nicht von hier stammt. Ich hätte nie gedacht dass es Rudel gibt, die so viele Wanderer aufnehmen.“

Für diesen ausgesprochenen Gedanken hätte sie sich eigentlich schämen müssen, doch auf seltsame Art war sie Senedd ähnlich. Sie hatte nie eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Sie war nicht vernachlässigt worden, man hatte ihren Charakter geformt. Geformt und eingezwungen. Es gab kein Regelwerk, dass ihr verraten hätte, wie sie sich in einer fremden Gemeinschaft verhalten sollte. Alles war anders.

“Könnt ihr mich zur Leitwölfin führen? Ich sollte mich ihr doch besser bald vorstellen, oder? Es wäre unhöflich, darauf zu warten, von ihr angesprochen zu werden, wenn ich schon in ihren Reihen verweile.“

Unschlüssig blickte sie umher, sah dabei aber nur so aus, als wäre sie konzentriert auf der Suche. Im Grunde gab es an ihr nicht viele Emotionen.


14.09.2008 16:43




Tsurúgi Sorá


Mit stolz erhobenem Kopf tabste Tsu neben Cílyn her und betrachtete den Weg der vor ihnen lag. Es war ein schöner Wald, so viel Rot. Das musste sie zugeben. Es erinnerte sie sogar etwas an den Wald unterhalb des Fuji's. Jedoch bei weitem nicht so friedlich. Der Wald unterhalb des Fuji-Berges war ihr Zuhause gewesen, ein Ort großer Momente im Leben der kleinen Fähe.
Still lauschte sie der Stimme der braunen Fähe. Gefühle kochten in Tsu hoch, denn Cílyn erinnerte sie an die Jota-Wölfin ihres Geburtsrudels, Mikito. Sie war von der gleichen Wärme und Sanftheit gewesen. Genauso. und doch ein wenig anders.
Ein Windstoß wirbelte Blätter vor dem ungleichen Paar hoch und Tsurúgi schoß in Kindlichem Übermut den roten Blättern hinterher, wetzte über das nasse Laub und fetzte anschließend um Cílyn herum, japsend und hechelnd vor Freude. Jedoch kam sie rutschend zum Stehen als die ältere ihr eine Frage stellte

"5Monate. so alt bin ich jetzt"

Sie erinnerte sich, Cílyn wollte etwas über ihre Vergangenheit wissen. Ein trauriges Lächeln flackerte über ihre Lefzen, ehe es verblasste und die kleine Graue kramte in ihren Gedanken nach den richtigen Worten ehe sie wieder an Cílyns Seite zurückkehrte um es ihr zu erzählen

"geboren bin ich auf einer Insel, eine sehr große Insel, dort ist es ganz schön. Menschen gibt es dort zwar auch aber sie lassen uns in Frieden, denn in ihrer Nähe brauchen wir nicht jagen. Sie essen ja nur Fisch deswegen gibt es dort kein zahmes Viehzeug. Es ist dort ein anderes Klima als hier. Meine Heimat war immer warm, nur ganz selten wurde es so kalt wie hier und trotzdem lag auf dem Berg über unserem Wald immer Schnee. Ich bin in einem relativ großen Rudel geboren worden, jedoch bin ich kein Kind zweier Alphas denn mein Vater ist ein Ausgestoßener Grauwolf, der dank der Menschen dort leben musste, fern seiner Heimat, doch bei dem Rudel meiner Mutter war er nicht willkommen. Ich weiß nicht was aus ihm und meiner Familie geworden ist nachdem ich mit Mjarki's Hilfe über den großen Ozean kam. Ich weiß nur noch dass es etwas mit einem Erdbeben zutun hatte. Bei uns bebt oft die Erde, so oft dass ich das schon kenne.
Bei meiner Flucht bin ich von einem Fuchs aufgenommen worden, der mich bis an die Küste begleitet hatte, danach allerdings übernahm ein großer Wal meine Reise denn nur dank ihr konnte ich hierher gelangen"


sie brach ab denn das war eine verdammt lange Geschichte die sie da erzählte, wobei das ja noch nicht mal alles gewesen war


14.09.2008 16:43




Korrianke


Der große weiße Rüde war vollkommen unbeeindruckt von der Ablehnung, die in der Haltung des Schwarzen deutlich zu spüren war. Er verzog das Gesicht zu einem friedlichen Lächeln und trat zwei Schritte näher, obwohl ihm sehr wohl aufgefallen war, dass Ares offenbar nicht der gesellige Typ war. Dennoch, er würde sich kein vorschnelles Urteil über den Rüden erlauben, denn auch er erwartete, wertfrei betrachtet zu werden ehe man ihn kannte. Es war nur gut und recht so, niemandem konnte man seine wahren Absichten oder die Güte seines Herzens ansehen und eine einzig wahre Wahrheit gab es nicht über die Seele eines Wolfes. Für jeden war er ein anderer, so wie auch Ares und jeder andere Wolf.

"Darf ich mich vielleicht eine Weile zu dir gesellen, Ares? Vielleicht würde dir ein kleines Gespräch helfen über deine offensichtliche Befangenheit hinwegzukommen."

Er sprach selbstbewusst und gelassen, seine Stimme klang ein wenig brummig, aber melodisch und entspannt. Er empfand keine Furcht und keine Abneigung in diesem Moment, er war froh, zum ersten Mal seit langer Zeit wieder unter seinesgleichen zu sein. Warum Ares wohl diese Entfernung zwischen sich und die anderen brachte? Unrecht musste ihm einst widerfahren sein, vor ungewiss langer oder kurzer Zeit. Ohne die Antwort des Schwarzen abzuwarten legte sich Korrianke einige Schritte neben ihn auf den kühlen Waldboden nieder und sah ihm in das leer wirkende Gesicht.

"Wenn du möchtest kannst du mir erzählen, was dich so einsam macht. Wenn nicht, dann nicht. Aber ich bin ein guter Zuhörer."

Ihm war nicht klar, dass der Rüde sich möglicherweise unwohl dabei fühlte, einem beinahe Fremden etwas über sich zu erzählen. Für ihn war es ganz normal andere danach zu fragen, was ihnen auf der Seele lastete und er dachte nicht an den Unwillen, den er vielleicht mit seiner Frage in Ares wecken könnte.


14.09.2008 19:47




Ares


Koarriake wusste es nicht, aber er schaufelte sich gerade in gewisser Weise sein Grab. Ares war niemand, der vorschnell die Offensive ergriff, wenn man seine natürliche Grenze überschritt. Er zog sich für gewöhnlich zurück und strafte das Gegenüber bestenfalls mit Ignoranz.

Doch jemand, der quasi ankam und sogleich den Psychiater spielen wollte, für so einen hatte er nichts übrig. Und noch weniger nach allem, was geschehen war. Von Ares etwas zu erfahren, ja ihn kennen zu lernen war ein anstrengender Prozess. Eine Sache, die sich gleichsam mit Respekt zu erarbeiten hatte und dass so ein unwilliger Dahergelaufener kam und meinte, er könne sich nun neben ihn legen und seine Lebensgeschichte erfahren, machte den Schwarzen in gewisser Weise wütend.

Aber er ließ es sich nicht anmerken. Sein Ausdruck war noch immer kalt, seine entspannt, gleichgültig. Es interessierte ihn nicht, wer der andere war. Er wollte es nicht wissen und hatte auch nicht danach gefragt.
Davon abgesehen klang es wie Spott, als Korriake meinte, es würde ihm wohl helfen zu reden.
Oh ja, helfen. Es hatte ihm immer geholfen, etwas über sich preis zu geben. Kaum dass er sich umgedreht hatte, war man ihm in den Rücken gefallen. Grandios geholfen hatte es. Doch obgleich er das ein oder andere Mal diesen Fehler begangen hatte, so war er nie dumm genug gewesen, sich einfach irgendjemandem anzuvertrauen. Umso tiefer war die Wunde später gewesen, aber immerhin hatte er sich selbst kaum etwas wie Unachtsamkeit vorzuwerfen gehabt.

“Du liegst bereits“, bemerkte Ares trocken. “Und wenn mir ein Gespräch wirklich hilft, dann nur das mit dem Tod und keinem geringeren.“

Seine Worte waren ausgesprochen feindselig gewählt, er wusste das. Aber er verspürte nicht den Drang danach, seinen Unmut zu verstecken. Er war niemand, den man in eine Schublade packen konnte und der Tag, an dem er das werde würde, war jener, an dem er starb.


14.09.2008 20:18




Korrianke


Korrianke legte seinen Kopf auf den Pfoten ab und lächelte ohne Ares anzusehen. Es war ein verzeihendes Lächeln und zu gleich ein entschuldigendes, denn er spürte die unterschwellige Wut des schwarzen Rüdens neben ihm - nicht in seiner Miene, aber in seinen Worten war sie zu erkennen. Er wusste, dass er ihm zu nahe getreten war und dennoch fühlte er sich nicht schuldig. Er war es nicht, der in Ares diesen Groll, diesen Argwohn erwachsen lassen hatte und wessen Verdienst die abweisende Haltung auch gewesen sein mochte, er war nicht da um dafür gerade zu stehen, Rechenschaft abzulegen.

"Eines Tages wird es eine gerechtere Welt geben"

Er sprach die Worte nicht in Ares Richtung, sondern schickte sie mit dem Wind in die Ferne, sagte sie einfach ins Nichts, in den Raum hinein. Entschlossen blickte er zwischen den hochgewachsenen Bäumen hindurch, sein Lächeln verschwand. Als er Ares in die Augen sah lag Ernst darin.

"Dafür lebe ich"

Es war ihm egal, ob der Schwarze sich lustig machen würde, ob er spottete oder gar verachtete, was er gesagt hatte. Es war seine Überzeugung, dafür würde er immer dastehen, dafür kämpfen, dafür sterben. Alles was er wollte, war, dass Ares das wusste. Dass es ihm ernst war, all sein Streben lag darin und das versteckte er nicht. Funkelnd blitzte die Entschlossenheit in seinen blauen Augen auf ehe er sich abwandte und erneut seinen Kopf auf die Pfoten bettete.


14.09.2008 21:51




Cílyn Nuray


Langsam ging die Fähe neben dem kleinen Geschöpf her, der jungen Welpin, die sie soeben aufgestöbert hatte. Leicht belustigt beobachtete die Braune wie Tsurúgi durch die vielen Blätter, abseits des Weges lief, und einfach das Leben so genoß, wie es gerade kam. Nicht so wie sie. Vielleicht konnte sie noch etwas von diesem Geschöpf lernen? So unbeschwert das Leben zu nehmen wie es ist, das wünschte sie sich auch manchmal zu können. Nein nicht manchmal. Eigentlich ständig. Wer wollte das nicht? Und sie am allermeisten. Sie seuftze, dann nickte sie, als die Kleine ihr verriet, dass sie 5 Monate alt war. Recht Jung, spät geboren. Der grauen weitehrin beachtung schenkend, um nicht wieder anderen - ungewollten- Gedanken nachzuhängen.
Als die Graue ihre recht lange Geschichte beendet hatte, schmunzelte Cílyn. Was für eine reghafte Phantasie Tsurúgi doch hatte. Wie man auf so eine fantastische Geschichte kam war ihr nicht klar, sie selbst hatte soetwas noch nie gehört. Doch wollte sie nicht lachen, um die Graue zu verschrecken. Sie nickte nur mit imernoch diesem Schmunzeln im Gesicht.

"Acha, das ist ja interessant."

Die beiden liefen etwas, bevor sie sich dem Rudel immer weiter näherten. Bevor sie jedoch ankamen führte die Braune ihr Anhängel woanders hin, sie machte einen kleinen Bogen und schritt in Richtung Jeanne und Shanaro. Schon von weitem konntem an ihren Entschuldigenden Gesichtsausdruck sehen, undals sie schließlich bei den beiden ankam, wünschte sie sich, vielelicht doch nicht hier herüber gekommen zu sein. Anscheinend störte sie. Sie verzog kurz eine Miene, und musterte Jeanne, mit Augen die um Verzeihung bettelten.

"Tut mir leid, ich wusste nicht genau wohin mit ihr..."

Sie nickte in Richtung von Tsurúgi Sorá, und blickte sich anschließend leicht um, bevor ihr Blick wieder zu Jeanne fand.

"...ich glaube Kiba ist beschäftigt, und ich wollte sie nicht unbedingt stören. Das da ist Tsurúgi Sorá. Ich habe sie vorhin im Wald gefunden. Ach, Hallo erstmal."

Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf, sie hatte ihre Sinne nicht wirklich beisammen. Außerdem hatte sie völlig vergessen, das Sie als auch die Welpin vollkommen verdreckt und mit Schlamm überseht waren. NAja, jetzt war es zu spät, zwei Matschmonster waren aufgetaucht. Ihr Blick glitt leicht nach unten, bevor sie sanft Lächelte und auch Shanaro zunickte.

"Hallo Shanaro."


15.09.2008 21:42




Senedd


"Nur manchmal werden die Konturen
der alten Schatten wieder klar."


Es war seltsam. Viel zu seltsam für den jungen Schwarzen. Im ersten Moment seiner Worte hatte er sich wirklich gut gefühlt, so gut, dass es ihm selbst unheimlich geworden war. Es war nicht sein Leben, es war etwas, dass er nicht beschreiben konnte, womit er nicht handeln konnte. Es war alles so schrecklich fremd. Und so war die Freude über seinen Mut, schon schnell wieder der Angst gewichen und der Distanz. Zwar war der Schwarze stehen geblieben, doch der Ausdruck des vorherigen Mutes, war bereits nach kurzer Zeit wieder gewichen und nach wie vor, stand er nun wieder bewegungslos da und lauschte einfach den Worten der beiden Fähen. Das war besser, so konnte er sich wenigstens nicht selbst gefährden, hoffte er.
Die Worte Adali's jedoch machten ihn ein wenig traurig. Sie war allein gelassen worden, allein... genau wie er. Aber nein, sie hatte jemanden gehabt, nicht so wie er, er hatte eigentlich nie so wirklich jemanden gehabt, weder Familie noch Freunde. Und Adali hatte beides gehabt... nein, sie hatte noch etwas davon... und in gewisser Weise auch er, auch wenn er dies noch nicht verstand. Ihre Erklärung über dieses Land in welchem auch er nun lebte, erklang in seinen Ohren irgendwie unecht. Er wusste nicht einmal genau was das Schicksal war, in seiner Vergangenheit, hatte es dieses Wort, diesen Zustand nicht gegeben, es war vollkommen neu, wie so vieles hier. Senedd'S Blick wanderte zu der Grauen, als diese das Wort erhob. Ob er von hier kam? Er? Er wurde gefragt? Das war... komisch. Wieso. Sie kannte ihn nicht und wollte etwas über ihn wissen. Etwas, über seine Herkunft. Warum? Was war daran so wichtig? So interessant? Der Jungwolf verstand es nicht. Dennoch würde es nicht richtig sein zu schweigen, er musste etwas antworten, auch wenn er nicht einmal wusste was. Doch er würde nicht lügen, würde einfach die Wahrheit erzählen. So wenig er selbst auch wusste.

"Nein. Ich... ich kann das Land nicht nennen in dem ich geboren wurde. Sie haben mir den Namen nie verraten. Und war einfach da. Einfach da, nichts weiter. Bis man mir sagte ich sollte wegrennen... einfach rennen...

Einen kurzen Moment stockte der Schwarze und erinnerte sich an das Gesicht des Rüden, der damals als einzigstes nett zu ihm gewesen war, der abends bei ihm gesessen und ihm etwas Fleisch gebracht hatte, der einfach da war, als er nichts gewesen war. Das Gesicht war schon fast verblasst, doch noch immer schwebte es wie ein großer Stern über ihm.

"... weg von den Schatten."

Mit den Schatten waren nicht die Wölfe gemeint. Sondern seine eigenen Fleisch gewordenen Ängste aus der Vergangenheit. Sie jagten ihn nocht heute.. sie waren wie Schatten die nach ihm haschten und versuchten ihn zuück zu ziehen. Sie waren immer da. Selbst jetzt.
Seine Ohren zuckten als die Graue nach der Alphafähe sprach. Die große Graue. Jene Fähe, vor der Senedd noch jetzt ein wenig Angst und Repekt hatte. Inzwischen hatte er zwar irgendwie mitbekommen das sie nett war, doch der Alpharang allein, machte ihm irgendwie angst. Es war für ihn nie etwas gutes gewesen.

"Kiba..."

flüsterte er leise, mehr an sich selbst gerichtet, als an die fremde Fähe.


I’m fearless to fly
And reach for the end


16.09.2008 13:41




Tsurúgi Sorá


Wie gemein. Cílyn glaubte ihr nicht. so schien es der kleinen Fähe. Tsu reckte den Kopf hoch, schnippte mit den Ohren. sie wollte nicht ausgelacht werden, das mochte sie ganz und gar nicht. Warum dachte Cílyn dass das nicht wahr sei?
Tsu schnaufte empört über soviel unverständnis und plusterte ihr Fell auf.

" du bist gemein....du scheinst mir nicht zu glauben...und fang nicht an zu lachen, ich weiß dass du es tun willst"

Sie kam sich gerade leicht verarscht vor. Dann jedoch musste sie den Blick nach vorn richten denn die Braune hatte sie zu zwei anderen Wölfen geführt, einer weißen Fähe und einem Jungwolf. Tsurúgi legte die Ohren zurück und verkroch sich zwischen den Beinen ihrer Begleiterin. nicht dass sie Angst hatte aber der Junge Rüde verunsicherte sie. Rüden waren schon immer etwas gewesen mit dem sie nicht gut umgehen konnte. Auch wenn der da keinerlei Aggressionen zeigte, Tsu knurrte leise, nicht die weiße, nur den Rüden an


16.09.2008 17:54




Ares


Ares war diese Gesellschaft inzwischen mehr als unangenehm geworden und er spielte inzwischen mit dem Gedanken, aufzustehen und zu gehen. Doch er kam gar nicht weit genug, um sich zu entscheiden.
Korrianke sprach unaufgefordert weiter und schnitt dabei nicht eben ein Thema an, das den Schwarzen besänftigt hätte. Im Gegenteil, Ares spürte, wie tatsächlich so etwas wir Groll da war. Es war kein Gefühl, es war eine Reaktion. Etwas, das er zwar kontrollieren konnte, das aber nicht existierte, sofern es keine materiellen, handelnden Konsequenzen hatte. Aber es war unbestreitbar da.

Dieser einfältige Kerl glaubte, schön daher reden zu können und sich als Held aufzuspielen und hatte von nichts eine Ahnung. Das aufgeblasene Großmaul trug seinen Traum wie andere Narben, die von der Verteidigung ihrer Welt zeugten. Was bildete er sich ein? Dass allein die große Klappe alles retten könnte, die da solch einen Mist von sich gab?

Hätten Ares‘ Augen Gefühle zu zeigen vermocht, dann wären sie nun voller Verachtung gewesen. Nicht sein Inneres, nicht sein Kopf, sein Empfinden, sein Körper spürte die Verachtung. Doch anstatt etwas zu sagen, stand er auf und drehte sich nicht mehr zu dem Weißen.

“Du wärst nicht der erste Einfallspinsel, der an diesen großen Worten erstickt ist“, erwiderte er schneidend eisig.

Er hatte Korrianke dabei nicht angesehen, es war ihm auch egal. Langsam setzte er Schritt vor Schritt weiter hinein in den Wald. Das Laub federte seine Schritte, seine Pfotenballen traten weich auf.


17.09.2008 13:09




Korrianke


Als Ares aufstand und sich von ihm abwandte, hob Korrianke den Kopf und sah den Schwarzen durchdringend an. Er schien den Rüden wirklich erzürnt zu haben, doch was kümmerte es ihn? Er wusste, dass er Recht hatte. Ares Worte berührten ihn nicht, kein Urteil fällte er über den Wolf, den er kaum kannte. Als dieser begann sich Schritt für Schritt von ihm zu entfernen, sprang der Weiße auf und sah ihm mit festem Blick nach.

"Du wirst es sehen, Ares"

Rief er laut, eiserner Wille erklang in seiner Stimme und unterstrich seine Worte. Entschlossenheit flammte in seinen blauen Augen auf, wie eisiges Feuer.

"Ich bin nicht derselbe Lügner, nicht der Verräter des eigenen Volkes auf den dein Zorn gerichtet sein sollte, an meiner statt. Ich werde immer für die Gerechtigkeit kämpfen, bis ich sterbe oder die Welt mit mir und dir zusammen untergeht"

Einen Moment hielt er inne, dann veränderte sich seine Tonlage und eine merkwürdige, eisern bestimmte Sanftheit wurde Teil seiner tiefen Stimme.

"Dein Schmerz wird vergehen, Ares. Eines Tages. Glück gibt es für jeden auf der Welt. Für jeden der es sucht, solange er nur den richtigen Weg geht und sich nicht der Dunkelheit hingibt oder sich von ihr niederziehen lässt."

Ruhe kehrte ein in das entschlossene Gesicht des Rüden, der eiserne Schleier löste sich von seinem Antlitz und ließ es weich und sanft zurück. Er senkte den Blick zu Boden, dann schloss er die Augen und sprach mit leiser, aber deutlicher Stimme weiter.

"Und magst du noch so wütend sein auf mich, weil ich dir einen Weg aufzeige, den du dir selbst versperrst, du weißt, dass ich Recht habe"


24.09.2008 16:57




Ares


Ares ließ sich nicht aufhalten. Er vernahm die Worte des Weißen, doch sie bedeuteten ihm nichts. Sie hatten ihren Klang verloren, es waren nur leere Töne. Als schlüge ein Spieler auf ein taubes Stück Holz. Für ihn waren die Worte leer. Nicht unbekannt, nicht fremd, aber leer.

Was Korrianke sagte, war ihm nicht neu. Doch weder seine Worte, noch seine Stimme konnte den Schwarzen in irgendeiner Weise bewegen. Liebe hatte es nicht vermocht, Nähe nicht, wie sollte es also Ärger, Kummer oder gar Zorn? Nein, er war leer, nichts war mehr übrig.

Korrianke sprach von einem Verräter, sprach von Dingen, die er nicht verstand, wie schon die ganze Zeit. Aber Ares kümmerte das nicht. Warum auch? Korrianke kannte ihn nicht, wusste nichts über ihn und würde niemals etwas erfahren. Er war ein Spinner, ein Idealist, ein Träumer. Jemand, der bald an sich zerbrechen würde, der keine Ahnung hatte von der Welt und ihrer Grausamkeit. In verblendeter Idealist, optimistisch und dazu bereit, dafür zu sterben.

“Ich habe gesehen“, meinte er halblaut, sich nicht kümmernd, ob er gehört wurde oder nicht, “du wirst untergehen. Scheitern. Wie ich auch.“

Er hatte genug davon. Er wollte es nicht mehr hören. Es war keine Wut, kein Zorn. Was sollte er auch wütend sein? Er war leer, nichts war mehr übrig. Warum sollte er sich ärgern? Es war vorbei, er hatte versagt.


24.09.2008 22:14




Korrianke


Mit gespitzten Ohren fing der Weiße die Worte des davonschreitenden Rüden auf. Woran mochte der Schwarze gescheitert sein? Langsam glaubte Korrianke zu verstehen, warum Ares von seinen Ansichten so wenig hielt. Er schüttelte einen Augenblick den Kopf über sich selbst, das dachte er zumindest, bis ihm auffiel, dass es auch Ares Worte waren über die er den Kopf schüttelte. Dabei zusehend wie der schwarze Wolf sich immer weiter entfernte, rief er ihm abermals hinterher.

"Auch du hast einen Traum gehabt, Ares, warum hast du ihn an die Welt verloren? Du sagst ich werde scheitern, dass ich untergehen werde, so wie du. Doch ich habe bereits gekämpft, Ares. Selbst wenn dies mein letzter Tag ist, so habe ich dennoch bereits Schwache gerächt und Unschuldige beschützt. Was ich getan habe, das kann mir niemand nehmen, nichtmal der Tod"

Er atmete tief ein und ein Seufzen entwich seiner Kehle.

"Geh! Lauf weg vor mir und sei allein, wenn es dein Wunsch ist. Auf das die Leere in dir nicht mehr vom Leben berührt wird, das in uns fühlenden Wesen tanzt. Sei allein und verliere auf ewig, was du vielleicht einmal sein wolltest oder gewesen bist, Feigling!"

Mit diesen Worten wandte er selbst sich von dem Anblick Ares ab und schritt hinüber zu der kleinen Gruppe von Wölfen, die ihm ins Auge gefallen war. Der eine davon hatte sich bereits an die Alpha gewandt und auch der andere schien dies vor zu haben, also sah er Adali an und gedachte, sich mit ihr bekannt zu machen.

"Sei gegrüßt, Schwarze. Ich bin Korrianke und ich werde vermutlich eine Weile Teil des Rudels sein, in demdu lebst."


25.09.2008 11:19




Ares


Ares hatte keine Schwierigkeiten, die weißen rüden zu ignorieren. Was sollten ihn diese einfältigen Worte berühren? Sie taten es schlichtweg nicht, aber sie waren auch sicherlich nicht stark genug, als dass sie es vermocht hätten. Der Schwarze hatte sie schon gehört und hingenommen. Ja, er hatte sich sogar einst dagegen gewehrt. Mit welchem Erfolg?

Nein, es brauchte mehr, als ein einfältiges Großmaul, um ihn aus der Ruhe, der Lethargie zu bringen. Für ihn war das eine Geschichte und was immer der Weiße glauben mochte, er wusste nichts über Ares und daran würde sich nichts ändern.

So ließ er den anderen reden und entfernte sich immer weiter. Wenn man es eine Flucht nennen wollte, so war es eine geruhsame. Er ging weit, doch nicht weit genug, um sich gänzlich vom Rudel entfernt zu haben. Als er sich bei einem breiten Baum niederließ, konnte er die Schatten der anderen noch aus den Augenwinkeln betrachten. Das genügte ihm.

Er dachte nicht mehr an Korriankes Worte. Es fiel ihm nicht schwer, er hatte sie beinahe schon vergessen. Aber es gab andere Dinge, an die er dachte. Dinge wie das Leben und die Frage, ob es denn lebenswert war. Er wusste, dass er darauf keine Antwort hatte und bald rückte sein Blick wieder ins Nichts.


25.09.2008 14:35




Shanaro


Shanaro genoss die Nähe zu Jeanne und schloss für einen Augenblick seine Augen, nur um sie gleich wieder zu öffnen und die weiße Fähe neben sich anzusehen. Deutlich hatte er noch in Erinnerung, welch ein Bild er von weißen Wölfen gehabt hatte und merkte zum ersten Mal, wie sehr sich sein Denken und seine Gefühle verändert hatten, seit er zu dem Rudel gestoßen war. Genau wie er nicht die Wölfe ersetzten konnte, die Jeanne verloren hatte, konnte sie nicht die ersetzten, die er verlor, doch er half ihm, die Trauer zu überwinden, sich ihr zu stellen und sich ihr nicht zu beugen. Es tat ihm gut, wie die Liebe eines anderen zu genießen und der Jungwolf wusste es zu schätzen.
Eine warme Zunge, die ihm liebevoll über den Schnauzenrücken fuhr riss ihn aus seinen Gedanken und abermals blickte er mit seinen bersteinfarbenen Augen die schöne weiße Fähe an. Diese schüttelte den Kopf und Shanaro ließ sie gewähren, ohne zu wissen, wofür sie es tat.
Ihm entging nicht das Lächeln, das Jeannes Lefzen zierten, als er seine Worte aussprach und er der Jungrüde lächelte unwillkürlich zurück. Ein ermutigendes Lächeln, aber eines der Freude, da er die Trauer der Jotafähe immerhin für einen kleinen Augenblick brechen konnte. Als die Weiße nun auch ihren Fang öffnete und seine Worte erwiderte, spürte er noch deutlicher die Wärme, die seinen Körper durchlief.

“Dann lass uns nicht mehr an vergangene Zeiten denken … Sie sind für immer vergangen und kommen nie wieder zurück!“

Sagte der schwarze Jungwolf und hörte sich zum ersten Mal so sprechen. Er sah Jeanne herausfordernd an. Sie sollte wieder an etwas Schönes denken und mindestens für eine Zeit die Ereignisse der Vergangenheit vergessen. Er musste sie und zugleich sich selber von traurigen Gedanken ablenken, so gut es ging, schließlich ging das Leben weiter und die Zeit blieb nicht stehen. Der freche Glanz kehrte in den Blick Shanaros zurück und der schwarze Wolf erhob sich, schüttelte sein Fell und sah die weiße Fähe herausfordernd an. Ob sie auf diese Herausforderung eingehen würde, konnte er noch nicht sagen, doch er hoffte es, für sie und für ihn selber.
Schließlich wandte er seinen Kopf um, als er zwei andere Gestalten herankommen sah. Die braune Fähe erkannte er wieder, es war Cilyn, jene Wölfin, die mit ihnen zusammen war, als er zum Rudel gestoßen war. Kurz blickte er noch zu Jeanne, bevor er die Neuankömmlinge frech anlächelte. Obwohl ihm nicht so zumute war, entfloh ihm ein Grinsen, als er sah, wie dreckig sie waren. Erst nach dem er die Braune eine Weile gemustert hatte, sah er hinab zu der Welpin, die sie bei sich hatte. Als sie beiden nahe genug an den Jungrüden und Jeanne herangetreten waren, öffnete die Fähe ihren Fang, wobei sie sich an Jeanne wandte. Der Schwarze wandte ihr ein Ohr zu, während seine Aufmerksamkeit auf der Welpin ruhte, die ihn anknurrte. Mit etwas verwirrtem Blick sah er sie an. Erst als Cilyn ihn ansprach, wandte er sich von ihr ab und erwiderte die freundliche Begrüßung.

"Hallo Ciliyn. Wie geht es dir? Und wer ist das, die du mitgebracht hast?"

Fragte der Jungwolf, der dem Gespräch zwischen der weißen und der braunen Fähe keine Beachtung geschenkt hatte. Mit seinem frechen und skeptischen Blick musterte er die kleine, bevor er seinen Kopf wieder der Fähe zuwandte.


25.09.2008 22:06

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
15.09.2010 16:28
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Cave of Mind
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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 4




Kiba Telay


Kiba Telay nickte dem weißen Rüden noch zu und beobachtete dann, wie er sich direkt auf den Weg zu Ares machte. Die silbergraue Leitwölfin zuckte leicht mit den Ohren, der Schwarze begleitete das Rudel nun schon seit dem Frühjahr, aber er hatte noch nie mit vielen Wölfen zutun gehabt, sich auch nicht sehr darum bemüht. Als sie ihn mit anderen Wölfen auf die Jagd geschickt hatte, hatte Kiba eigentlich gehofft ihn etwas mehr in die Gemeinschaft integrieren zu können, aber jetzt saß er wieder alleine dort, wie eh und je. Die Leitwölfin seufzte. Sie wusste nicht, ob sich Korrianke da einen geeigneten Gesprächspartner ausgesucht hatte, aber ein wenig Gesellschaft konnte ihrem Epsilon wirklich nicht schaden. Lächelnd wandte sie sich ab, sah noch einmal in den dunklen Himmel hinauf und wurde gleich wieder etwas nachdenklicher. Es roch sehr stark nach einem Unwetter ... hoffentlich waren sie hier im Wald einigermaßen sicher. Zur Rudelhöhle, dem Winterquartier würde es ein langer Weg werden. Ein langer, erinnerungsschwerer Weg ... oh ja. Die Silbergraue senkte das Haupt ein wenig, starrte auf den nassen Boden zu ihren Pfoten. Das alles war schon so unglaublich lange her. Waren es nicht schon 2 Jahre? Unglaublich, die Zeit rannte so ... und doch blieb nichts von ihr übrig. Ein wehmütiger Seufzer verließ Kibas Kehle, während sie die Erinnerungen mit einem Schweifschlag wegwischen wollte. Sie wollte nicht mehr daran denken. Nicht mehr daran, wie Alice starb, nicht mehr daran, dass damals noch Silence Tear bei ihr gewesen war, nicht mehr daran, dass alles fort gegangen war. Auch Yosó war inzwischen verschollen, nur schwach hing sein Geruch noch in der Luft. Aber was sollte den schwarzen Rüden auch hier halten, wo er sich sowieso an nichts mehr erinnerte? Es tat furchtbar weh. Sie wollte sich davon jetzt nicht übermannen lassen.
Rasch erhob sich Kiba Telay und konnte grade noch sehen, dass das Gespräch zwischen Korrianke und Ares schon wieder beendet war. Die Fähe neigte den Kopf leicht schräg, das war wohl nichts gewesen, so hatte sie es doch geahnt. Naja, aber sie konnte es auch nicht ändern. Die Alpha schüttelte kurz für sich den Kopf und wandte sich dann dem kleinen Grüppchen bei Adali zu. Eine fremde Wölfin konnte sie bei ihr sitzen sehen, dass musste wohl jene Wanderin sein, die sich eben angemeldet hatte. Ja, Kiba hatte es mitbekommen. Zeit sie zu begrüßen.
Lockeren, aber stolzen Schrittes ging Kiba Telay auf die Gruppe zu, auch Korrianke hatte sich wohl entschlossen, dort einen besseren Start zu versuchen. Bei den Wölfen angekommen nickte sie freundlich in die Runde und stellte zufrieden fest, dass sich auch der kleine Senedd an der Gesellschaft beteiligte. So war es gut. Ihre eisblauen Augen richteten sich auf die graubraune, fremde Fähe.

Willkommen in Diëmnar, graue Wölfin. Wie ich sehe, hat dich Adali bereits empfangen. Ich selbst möchte mich aber auch vorstellen, mein Name ist Kiba Telay. Ich leite die Tears of Destiny.“

Ihre Stimme hatte den alten, starken Klang zurück erlangt, sie lief nicht mehr weg, wollte nicht mehr schwach sein. Die Haltung der Silbergrauen war stolz, die Rute aufrecht. Nicht, dass sie irgendetwas demonstrieren wollte, aber als Leitwölfin galt es deutlich zu machen, welchen Rang sie besaß.


28.09.2008 20:43




Adali


Lächelnd betrachtete Adali Senedd, der sehr zu ihrer Freude ein wenig aufzutauen schien. Erneut stupste sie den Jüngling ermutigend an, lauschte Akaras Worten, nach wie vor ein sanftes Lächeln auf den Lefzen.

Warum sollte man denn keine Wanderer aufnehmen? Solange sie friedlich sind und sich den Regeln des Rudels anpassen, steht dem doch nichts im Wege, oder?

Leicht runzelte die Schwarze die Stirn, versuchte sich zu erinnern, wie es in ihrem Geburtsrudel gehalten worden war. Sie konnte sich kaum mehr erinnern, die Gesichter ihrer Freunde und ihrer Familie wurden immer blasser. Kein Wunder, schließlich hatte sie hier ihre Familie gefunden, auch wenn nun nichts mehr davon übrig war. Halt. Das Rudel war noch immer da und würde immer da sein. Leicht schlossen sich ihre Augen, während sie die Eindrücke, die auf sie ein flossen, in sich aufnahm. Da war der Geruch von Senedd, der von Akara, der frisch hinzu gekommen war, der Geruch von Kiba und allen anderen aus dem Rudel. Ihre Freunde, Bekannten, ihre Familie. Dieser Ort hier... solange sie diesen noch ihr zu Hause nennen konnte... Langsam öffnete sie wieder die bernsteinfarbenen Seelentore, die sich einen Augenblick nach der silbergrauen Leitwölfin umblickten. Hinter ihr konnte sie die große Fähe entdecken, die im Augenblick selber noch beschäftigt schien.
Als die leise Stimme des Schwarzen an ihrer Seite erklang, wandte sie sich wieder diesem zu. Zärtlich berührte sie ihn und flüsterte ihm leise ins Ohr, so das nur er sie hören konnte.

Du musst jetzt nicht mehr weg laufen, Senedd. Hier gibt es nichts, was du fürchten musst.

Gerade wollte sie sich erheben, Akara zu nicken, ihr zu folgen, als eine bekannte Stimme sie den Kopf heben ließ. Leicht schmunzelte sie. Den Weg konnte sie sich sparen, Kiba war bereits zu ihnen gekommen. Erfreut lächelte sie ihre Freundin an.

Wir wollten gerade zu dir.

Adali erhob sich, trat ein wenig näher zu der grauen Wölfin und stupste auch sie sanft an. Gut sah sie aus, zumindest besser als die vergangen Wochen. Sie wusste nicht, woran das lag, aber ihre Freundin schien nicht aufgeben zu wollen. Das beruhigte sie. Sie hatte sich große Sorgen um ihre Freundin gemacht und machte sich auch jetzt noch Vorwürfe, weil sie ihr nicht richtig hatte beistehen können.

Alles in Ordnung?

, flüsterte sie ihr leise ins Ohr und blickte in das Paar eisblauer Augen.

Tut mir leid, dass ich nicht da war, als ich hätte da sein sollen. Übertrag mir in Zukunft ruhig mehr Aufgaben, mit denen ich dich entlasten kann, in Ordnung?

Noch ein Mal blickte sie ihre Freundin an, Wärme und der Wille sie zu Unterstützen lag in ihrem Blick, als sie sich umwandte und den weißen Rüden entschuldigend anlächelte, der sich zu ihnen gesellt hatte und den sie bisher nicht wirklich beachtet hatte.

"Entschuldige Korrianke. Willkommen hier bei uns. Mein Name ist Adali."


28.09.2008 22:06




Akara Chitaru


Akara betrachtete Senedd fragend. Seine Worte klangen seltsam. Man hatte ihm nicht gesagt, wo er lebte? Er musste sehr merkwürdig aufgewachsen sein, aber das war ihr schon klar gewesen. Sie wusste nur nicht so genau, wie normal oder unnormal das hier draußen, in der freien Welt war.

„Schatten?“

Fragte sie, nicht verstehend, was er meinte. Verwirrt suchte sie auf den Zügen von Adali eine Antwort, als könne die Coniugo ihr begreiflich machen, dass es hier jedem klar war, was Schatten sind. Doch ehe sie noch mehr darüber nachdenken konnte, kam ein Rüde zu ihnen und stellte sich als Korrianke vor. Dann trat die Leitfähe vor und Akara nahm ganz automatisch Haltung an. Sie verneigte sich tief und respektvoll vor der Wölfin, die sich als Kiba Telay vorstellte.

„Mein Name ist Akara Chitaru, es ist mir eine Ehre, euch kennen zu lernen. Ich kam her, auf der Suche nach einer neuen Gemeinschaft, der ich mit meinem Leben und meiner Treue dienen kann.“

Sie sah Kiba Telay in die Augen, während sie sich würdevoll aufrichtete. Ihre Haltung sprach von Stolz und Demut zu gleichen Teilen. Um die Höflichkeit zu wahren, wandte sie sich auch Korrianke zu.

„Ich grüße dich, Korrianke.“

Ihre geringere Verneigung machte deutlich, wie viel mehr Respekt sie einer Leitwölfin zudachte, ohne dabei unfreundlich wirken zu wollen.


28.09.2008 22:47




Yacáru


Es war seltsam gewesen. Alles wie ein Traum. Als wäre es gar nicht existent gewesen. Es? Das alles. Sie war einfach aufgewacht und hatte dann schon alles hinter sich gelassen. Wo war die Insel hin? Hatte sie nicht Sirrus geheißen? Irgendwie sowas in der Art? Und die weiße Wölfin Lotus, die sie gleich total gemocht hatte? Wo war das alles hin?
Yacáru schlug die dunklen Augen auf, blinzelte schläfrig und hörte dann schon das Rauschen des Regens. Brummelnd lugte sie aus dem hohlen Baumstamm hervor, den sie glücklicher Weise aufgegabelt hatte. Aber das blöde Wetter war noch immer nicht besser geworden. Sehnsüchtig schnupperte sie mit ihrer Schnauze in der Luft herum, aber es roch nicht nach Sonnenschein. Ganz und gar nicht. Ihr war kalt. Was sollte sie jetzt machen? Die kleine, weiße Welpin hatte schon vor Längerem registriert, dass sich irgendwo in ihrer Nähe Wölfe befinden mussten, aber das sie in ein Revier eingedrungen war, war ihr nicht klar. Wie auch? Sie hatte sich nie mit diesen Rudelregeln befasst. Sie hatte einfach ganz friedlich bei ihren Eltern und Geschwistern gelebt, bis die eines Morgens einfach nicht mehr aufwachen wollten. Ja, so war das gewesen. Und dann war da das Meer, die Feder, die Insel. Hm ... das war alles so real, es konnte gar kein Traum gewesen sein. Aber warum war sie dann jetzt hier? Wie war sie von der Insel wieder runter gekommen? Ein paar Sekunden lang starrte Yacáru noch suchend in die Wolken, dann hatte sie es plötzlich. Mit funkelnden Augen hüpfte sie hinaus in den Regen und bereute es gleich wieder. Jetzt war sie nass. Dafür hatte sie die Antwort!

Das Flüstern des Windes!“

Nur was fing sie jetzt mit dieser Information an? Die Regentropfen waren so laut, da konnte sie den Wind eh nicht hören. Brummelig schüttelte sie ihre Pfoten, wurde davon aber auch nicht mehr trockener. Also entschied Yacáru ganz schnell weiter zu flitzen, damit sie nicht zu viel davon mitbekam, wie tropfnass sie eigentlich wurde. So flitzte die kleine, weiße Gestalt durch den Matsch und sah eigentlich schon längst nicht mehr richtig weiß aus. Vielleicht fand sie ja endlich diese Wölfe. Hunger hatte sie nämlich auch und das schon recht lange. Der Kadaver, den sie vor ein paar Tagen gefunden hatte, war langsam verdaut. Mit angelegten Ohren sah sich die Welpin um, nur sahen die ganzen Bäume irgendwie alle gleich aus. Oder halt! Da war ein Schatten neben einem Baum, oder irrte sie sich? Yacáru wurde langsamer, schnippte mit den großen Ohren und fixierte diesen Baum und den Schatten. Da lag jemand! Pfiepend setzte sich ihre Rute in Bewegung. Hatte sie endlich jemanden gefunden? Schnell lief sie näher heran und erkannte einen großen, schwarzen Wolf. (Ares) Juchhu! Ganz dicht vor ihm blieb die Weiße stehen und sah ihn aus großen Welpenaugen an.

Hallo großer Wolf. Darf ich mich bei dir vor dem Regen verkriechen?“,

fragte sie ganz unbescholten. Was das für ein Rüde war, würde sie noch herausfinden. Jetzt war erst einmal nur wichtig, dass sie endlich wieder Gesellschaft hatte und das hoffentlich kein Traum war.


28.09.2008 23:52




Shitéyru


« Erstens kommt es anders... »

... als man denkt, nicht wahr? Wie hatte ich gedacht, das mein leben hier weiter geht? Ich hatte keine Vorstellung. Ich hatte keine Idee. Ich wusste noch nicht ein Mal, wie sich leben richtig anfühlen an. Auch jetzt bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich lebe. Aber eins weiß ich: Du kannst mich sehen. Du kannst mich hören. Du kannst mich berühren und das ist wunderschön das Gefühl.

Der sanfte Ausdruck auf dem Gesicht des strahlend weißen Rüden schien nicht mehr weichen zu wollen, entspannt schloss er die Augen, als eine Zunge ihn zart am Ohr berührte, welches er ein wenig zurück neigte. Er fühlte! Und er fühlte sich gut... ja, richtig gut. Das nach so langer Zeit. Nach dem furchtbaren Tod seiner beiden Geschwister fühlte er sich zum ersten mal lebendig und nicht unsichtbar, durchscheinend, nicht ertrunken, nicht versunken. Er war kein stummer Geist, der nicht wahrgenommen wurde. Endlich ein Mal nicht.

Sag mir: Womit habe ich einen so guten Freund wie dich verdient?

, murmelte Shitéryu leise, mit leicht belegter Stimme, als er die Augen wieder geöffnet hatte und den Schwarzen ins Gesicht blickte. Womit hatte er das verdient? Vor allen Dingen hatte ihn Zorro bisher kaum alleine gelassen. Wieso?

Ich hoffe du verschwindest nicht irgendwann auf die gleiche Art...

« Nichts zeigt uns so sehr, woran wir hängen, wie die Trauer darüber, es verloren zu haben.... »


29.09.2008 04:46




Jeanne


Den Blick nicht von dem kleinen Rüden abwendend, bemühte sich Jeanne noch immer, dass ihr Lächeln nicht all zu aufgesetzt wirkte. Er sollte ruhig sehen, dass es ihr allein durch ihre Anwesenheit besser ging. Leise seufzte die Weiße, während ihre Ohren leicht durch den Regen schnipsten. Während er sprach, verblasste dieses Lächelnd ein wenig. Er hatte ja irgendwie Recht.. Und trotzdem fühlte sie sich schlecht dabei.

“Ich glaube, manchmal braucht man einfach zeit für sich, um die Erinnerungen zu erhalten. Aber du hast wohl recht.. Man kann die Zeit nicht zurück drehen. Leider..“

Für einige Augenblicke schloß die Weiße ihre dunklen Augen, erst als sie spürte, wie Shanaro aufstand, öffnete sie diese wieder, um zu sehen, was der kleine Rüde nun vorhatte. Und dann kam alles plötzlich ganz anders. Zwei weitere Wölfe traten in ihr Blickfeld. Cílyn und eine fremde Welpin. Unmerklich verkrampfte sich das Innere der weißen Fähe. Am liebsten hätte sie hier noch weiter allein mit Shanaro gelegen.. Aber.. auf die Worte der braunen Fähe hin, war ihr klar, warum sie diese Stille gestört hatten. Berechtigt. Als die Braune bei ihr angekommen war, und das Wort an sie richtete, erhob sich die Weiße. Für einen Moment drohte sie zu taumeln, zurück auf den Boden gezogen zu werden. Jedoch konnte sie sich noch fangen und hob dann den dunklen Blick in die Augen der Fähe.

“Ist schon ok. Kiba hat viel zu tun, das weiß ich.“

Sie lächelte die Fähe an, die gerade zu ihr und dem kleinen Rüden gestoßen war. Dann richtete sie den Blick nach unten. Tsurúgi Sorá also. Noch eine Welpin. Mit einem ruhigen Lächeln auf den Lefzen neigte die Weiße den Kopf ein kleines bisschen nach unten.

“Hallo, meine Kleine. Mein Name ist Jeanne. Darf ich fragen, wo du her kommst? Bist du ganz allein hier?“

Als die kleine Shanaro anknurrte, hob Jeanne seufzend den Kopf und betrachtete noch ein Mal die Fähe vor sich. Sie konnte nichts dafür. Und es war Jeanne’s Aufgabe, sich um die Welpen zu kümmern. Cilyn noch ein Lächeln schenkend, neigte sie den Kopf wieder zu der kleinen Fähe.


29.09.2008 17:51




Ares


Ares hatte sich inzwischen wieder hingelegt, irgendwohin, ohne sich großartig über die Wahl des Platzes Gedanken zu machen. Der Regen störte ihn nicht weiter. Er wurde nass und würde auch irgendwann wieder trocknen. Das Gefühl der Kälte war an sich zwar kein angenehmes, aber es schaffte Ausgleich. So lernte man tatsächlich angenehme Gefühle besser kennen und schätzen.

Über diesen Korrianke machte er sich weiter keine großen Gedanken, wenn da auch etwas in ihm in Gang gekommen war, das er so nicht hatte haben wollen. Es hatte weniger mit den Worten des Weißen zu tun, sondern mit den eigenen.
Er mochte gefühlskalt sein, doch er war ein guter Beobachter und wusste durchaus, was er tat und sagte. Erinnerungen gab es genug und sie waren es alle wert, Wut zu empfinden.
Doch diese Regung blieb aus.

Plötzlich wurde er erneut aus seinen Gedanken gerissen, als sich ihm etwas näherte. Es war weiß und im ersten Moment konnte er sich des Gedankens an die Geisterfähe nicht erwehren. War sie ihm nicht in diesem Wald begegnet? Sagen konnte er es nicht, aber was da auf ihn zukam, war sicherlich kein Geist und weniger noch besagte Fähe.
Es war zu klein und zudem … ein Welpe?!
Ares betrachtete es ausdruckslos, doch musste er zugeben, dass er sich wunderte über dieses kleine Geschöpf, das da derart fröhlich auf ihn zutappte. Er konnte sich nicht daran erinnern, weiße Welpen im Rudel gesehen zu haben. Zwar hatte er sich nie mit Welpen auseinander gesetzt und mied die des Rudels, als hätten sie die Macht, ihm Schaden zuzufügen. Aber ein weißer Welpe, nein, das gab es nicht.

Für einen Moment hob er den Blick und hielt nach den Eltern Ausschau, die in der Regel nicht weit sein konnten. Er witterte, aber da war nur dieser Welpe. Oder vielmehr diese Welpin, wie er bald herausfand. Das junge Ding kam ganz unkonventionell zu ihm und bat um Unterschlupf. Der Schwarze wusste nicht recht, was er davon halten sollte.
Welpen waren nicht seine Welt. Sie waren wie Weihwasser für den Teufel, wenn man es so sagen wollte. Wie die Sonne für eine Fledermaus, sie brannten in den Augen. Welpen hatten eine Fähigkeit, Gefühle zu zeigen und zu entwickeln, die Ares nicht nur fremd, sondern auch befremdlich war.

“Wo sind deine Eltern?“, fragte er in recht unfreundlichem Tonfall.

Er wusste nicht recht, was er von dieser Welpin halten sollte und dachte darüber nach, wie er selbst nun handeln sollte.


29.09.2008 18:25




Cílyn Nuray


Aufmerksam beobachtete die braune die Regungen der Wölfe die sich bei und neben und in ihrer Nähe befanden. Sie lächelte leicht, auf die Worte von Shanaro hin.

"Das ist Tsurúgi Sorá, sie war alleine im Wald, da habe ich sie mitgebracht." ,

wiederholte sie ihre Worte von vorhin. Ein nochmals entschuldigender Blick Jeanne zugewandt, sie wusste, dass es der Weißen nicht gut ging, und trotzdem war sie zu ihnen gekommen. Innerlich biss sie sich auf die Zunge, und wollte umkehren. Doch sie kannte sonst niemanden richtig, indiesem großen Rudel, sie war unscheinbar und unbekannt, zu wem hätte sie sonst gehen sollen? Sie spitzte die Ohren als Jeanne zu der kleinen Fähe sprach, und verzog leicht die Mundwinkel. Gleich würde bestimmt wieder die Geschichte kommen, die so abeunteuerhaft klang, und einfach ncht stimmen konnte... naja, die kleine hatte eine wahrlich lebhafte Phantasie, das musste man ihr lassen. Als ein Knurren unter ihr hörte, neigte sie ihren Kopf und blickte runter, zwischen ihre Vorderpfoten, wo Tsurúgi saß. Sie verdrehte leicht die Ohren, runzelte die Stirn leicht, und gab der Welpin dann mit einer Pfote einen leichten Stups. Knurren in solch einer Situation war nicht sehr angebracht... Mit einem weiteren leicht bedröppelten Blick bedachte sie Jeanne und Shanaro. Was hatte sie sich mit der Kleinen nur eingebrockt?
Langsam ließ sich die Braune auf ihre Hinterläufe nieder, achtete dabei aber darauf, dass Tsurúgi immernoch Platz zwischen ihren Vorderpfoten hatte und, dass sie sich nicht ausversehen auf die kleine Draufsetzte. Sie seuzte leise auf, und blickte in den Himmel. Es regnete immernoch. Schon so lange. Warum hörte es nicht einfach auf, warum verfolgte der Regen sie... warum?


30.09.2008 10:31




Yacáru


Erwartungsvoll sah die kleine Yacáru den großen Wolf aus blauen Welpenaugen an. Dieser sah sich zuerst einmal um, als fragte er sich, wo diese kleine, weiße Fähe nun her kam. Yacáru aber dachte nur daran, dass sie von Minute zu Minute nasser wurde. Oder war sie schon so nass, dass es keine Steigerung mehr gab? Ihre großen Ohren klappten etwas zurück, als der Rüde sie nicht unbedingt freundlich auf ihre Eltern ansprach. Einen Moment lang musterte sie den Schwarzen mit etwas zusammen gekniffenen Augen, dann beschloss sie, dass ihr erst einmal egal war, mit wie viel Freundlichkeit sie aufgenommen wurde. Hauptsache nicht mehr allein! Sie wollte sich grade hinsetzen, als ihr wieder einfiel, dass der Boden ja auch ganz und gar nass und vermatscht war. Sie blieb also stehen und trippelte von einem Bein auf das andere. Also. Thema Eltern.

Zuhause, nehme ich mal an. Da habe ich sie das letzte Mal gesehen. Aber weil keiner aus meiner Familie aufwachen und mit mir spielen wollte, bin ich alleine etwas losgezogen. Und dann, dann war da plötzlich gaaanz viel Wasser! Das Meer, weißt du? Und eine Insel. Aber vielleicht habe ich das auch nur geträumt ... weiß nicht. Jetzt bin ich zumindest hier, keine Ahnung, wo das ist. Zurück finde ich auch bestimmt nicht mehr. Also sind meine Eltern weg.“

Jetzt hatte sie die Frage des Schwarzen mit Sicherheit ausführlicher beantwortet, als er es haben wollte ... aber das war Yacáru egal. Wenn sie einfach nur gesagt hätte, das Mama und Papa weg waren, hätte er vielleicht noch mehr Fragen gestellt, zum Beispiel, warum sie weg waren. So hatte war sie dieser Problematik ganz einfach aus dem Weg gegangen und vielleicht ... ja! Vielleicht kam dem Schwarzen das ja bekannt vor? Vielleicht hatte er auch schon mal das Meer und eine Insel gesehen! Man konnte ja nie wissen. Wichtiger war jetzt allerdings, dass sie immer noch im Regen stand und die weiße Welpin keine Lust mehr darauf hatte. Sie tappte also noch etwas näher an den großen Schwarzen heran, bis sie direkt vor seiner Brust saß und sein Kopf damit wenigstens ein kleines „Dach“ bildete. Jetzt konnte sie den Fremden zwar nicht mehr richtig anschauen, aber hören konnte sie ihn ja trotzdem noch.


30.09.2008 13:41




Kiba Telay


Kiba Telay sah die neue Wölfin freundlich an und lauschte der etwas ungewöhnlichen Begrüßung. Es war bisher noch nicht übermäßig häufig vorgekommen, dass sich ein fremder Wolf so respektvoll vorstellte und dem Rudel gleich sein Leben verschreiben wollte. Die Silbergraue sah es als ein Zeichen tiefer Loyalität und dies war bekanntlich etwas, wofür man dankbar sein sollte. Sie nickte Akara Chitaru zu und senkte ebenfalls einmal kurz das Haupt.

Es würde mich freuen, dich als neues Mitglied in unseren Reihen begrüßen zu dürfen und deine Suche zu beenden.“

Die Leitwölfin richtete sich wieder auf und ließ die eisblauen Augen zu Adali wandern, die nun neben sie trat. Sie stupste ihrer Freundin sacht gegen die Schnauze und lächelte leicht. Das war einfach typisch für die dunkle Wölfin. Am Besten Sorge für alles und jeden tragen, dabei hatte sie selbst genug davon.

Es ist alles in Ordnung. Du brauchst dich für nichts zu entschuldigen ... wenn wäre wohl ich diejenige, die um Verzeihung bitten sollte.“

Sie schüttelte abwehrend den Kopf, wollte dieses Thema jetzt nicht vertiefen. Es war sicher nicht klug gleich vor neuen Rudelmitgliedern von den Problemen zu reden, die die Wölfe das Jahr über mit sich zu schleppen hatten. Es würden bessere Zeiten kommen, vielleicht waren sie auch längst schon im Anmarsch, obwohl der Himmel dunkel und grau war. Ja, sie waren doch inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem es einfach nur besser werden konnte.


30.09.2008 13:56




Ares


Ares war, so verschwiegen es seine Art auch sein mochte, ein ausgesprochen bereder Charakter. Er wusste mit Worten umzugehen, auch wenn er von dieser Fähigkeit schon sehr lange keinen Gebrauch mehr gemacht hatte. Doch in all der Zeit hatte er das Einfühlungsvermögen, das er vielleicht einmal besessen hatte, vollkommen verloren.
Demnach wäre es ihm nicht in den Sinn gekommen, dass es womöglich taktlos wäre, eine wohl verwaiste Welpin nach ihren Eltern zu fragen. Doch die Weiße wies ihn mit ihrer durchaus heiteren Antwort auch nicht darauf hin und so streifte dieser Gedanke an einen Fehler nur sehr leicht seinen Verstand und wurde bald darauf weggewischt.

Das weiße Ding sprach also vom Meer. Ares kannte das Meer. Er hatte es einst von fern gesehen. Er war lange daran entlang gewandert, auf den Klippen, nicht weit entfernt der Küste. Doch das Wort Insel kam ihm fremd vor. Er nahm wohl an, dass es Land sein musste, womöglich Land am Meer. Ja, vielleicht nannte man das Land am mehr Insel.
Doch er wusste es nicht und fragte auch nicht weiter danach.

Die Welpin aber verstand von solchen tiefschürfenden Gedanken wohl nicht viel. Denn sie hatte sich schon direkt vor ihn gesetzt und starrte nun zu ihm hoch. Ares seinerseits konnte so kaum zu ihr heruntersehen, da sie direkt unter ihm war.
Darum trat er einen halben Schritt zurück und lehnte sich auch nach hinten, um das fremde Wölfchen besser betrachten zu können. Er verstand nicht, worauf sie hinaus wollte.

Tatsächlich aber, und das fiel ihm ebenfalls nicht auf, war ihre Nähe ihm nicht weiter unangenehm. Jedenfalls nicht so, wie er es gewohnt war. Von diesem anhänglichen Etwas schien keine Gefahr auszugehen. Keine Gefahr, wie sie sein Verstand empfunden hätte. Warum, das wusste er nicht.

Was nun aber sollte er mit der Kleinen anfangen? Wenn sie ohne Eltern war, war es wohl besser, jemandem aus dem Rudel Bescheid zu geben. Vielleicht einem von jenen, die für die Welpen zuständig waren?
Doch wer war das? Oder viel mehr, wie sollte er das machen? In rechter Ratlosigkeit sah er auf die Welpin herab und da er nun einmal seines Denkens nach einen Wolf in Miniatur und keinen Welpen vor sich zu haben glaubte, fragte er rigoros drauf los:

“Und was hast du nun vor?“


30.09.2008 14:08




Yacáru


Der dürftige Schutz vor dem Regen hielt nicht lange an und als sich der große Wolf zurücklehnte und sie dem Regen wieder Preis gab, pfiepte die weiße Welpin beleidigt auf. Hatte er denn nicht zugehört? Sie wollte sich doch bloß vor dem Regen verstecken! Yacáru hätte dreist sein können und den Schritt, den er zurück gemacht hatte, einfach nachgehen können, aber so blieb die mit etwas hängenden Ohren sitzen und bedachte den schwarzen Wolf mit einem klagenden Blick. Er sah ein wenig so aus, als wüsste er nicht genau, was er mit ihr anfangen sollte. Yacáru neigte den Kopf schief. Vielleicht würde es ja helfen, wenn sie schon mal die Namen voneinander wussten!

Wie heißt du eigentlich? Ich bin Yacáru!“,

plapperte sie munter weiter, bemüht um ein bisschen Konversation. Als kleine Welpin wusste sie mit diesem Begriff natürlich nichts an zu fangen, aber das sie einfach mal wieder mit jemandem reden wollte, war ganz natürlich. Schnell besann sie sich auf die Frage zurück, die er grade gestellt hatte. Was sie nun vor hatte? Yacáru schnaubte kurz. Das hatte sie doch schon gesagt!

Sagte ich doch! Ich wollte mich vor dem Regen bei dir verkriechen, aber du lässt mich ja nicht.“

Sie nickte um ihre Worte zu bekräftigen und wandelte ihren blauen Blick dann in ein herzergreifendes, welpisches Flehen. Das konnte sie gut, sie war ja auch ein Kind. Nur ob sich dieser Wolf vor ihr davon erweichen ließ, wusste sie nicht genau, wenn er noch nicht mal verstand, dass sie eine junge Wölfin war, die man nicht einfach im nassen, kalten Regen stehen lassen konnte.

Kann ich bitte bei dir bleiben? Es ist so blöd alleine. Warum bist du eigentlich allein? Sind hier nicht noch mehr Wölfe?“

Die kleine Weiße konnte ganz schon hartnäckig sein, wenn sie sich erst mal was in den Kopf gesetzt hatte. Aber für sie war es ja auch ganz logisch, dass man nicht gerne alleine war und schon gar nicht als Welpe. Durfte sie überhaupt so allein sein? Scheinbar hatte das selbst den Schwarzen beschäftigt, denn sonst hätte er nicht nach ihren Eltern gefragt.


30.09.2008 15:03




Ares


Bei allen ausgesprochen hartnäckigen Annäherungsversuchen der Kleinen schlug bei Ares nichts an. Was seine natürliche Scheu vor Nähe hier zu verssäumen schien, machte sein Unverständnis und vor allem die Kälte,d ei noch immer in ihm herrschte, wieder wett. Er hatte kein Mitleid mit dem Stück Fell, das da vor ihm auf dem boden saß. Nicht, weil es nicht mitleiderregend gewesen wäre. Sondern einfach weil er keines empfand.

Warum ging sie nicht einfach zu den anderen wölfen? Da hatte sie Unterschlupf genug, ein freundliches Wort und die Chance, ihre Familie wiederzufinden oder eine neue zu bekommen. Was also wollte sie nun bei ihm?

Unterschlupf? Das hatte sie inzwischen oft genug erwähnt, er hatte es bislang als Geplapper abgetan. Aber was für ihn wohl nichtig war, nahm die kleine sehr ernst. Sie wollte unterstehen. War er ein Dach? Sah er aus wie eine Höhle oder ein Baum, unter dem man sich verkriechen konnte?
Nun, Bäume bewegten sich nicht und auch Höhlen liefen für gewöhnlich nicht weg. Dennoch war ihm diese Frage mehr als bizarr und unrecht und er sah sie abweisend an.

“Ich bin keine Höhle, Kleine“, meinte er recht forsch, “Geh und such dir jemanden zum spielen.“

Auch diese Worte drückten nur aus, wie wenig er von Welpen wusste. Weniger noch als jeder andere wohl. Denn er selbst hatte das Welpensein so nie erfahren und den kleinen Teil, der ihm heimlich anheim gefallen war, hatte er verdrängt oder vergessen.
Was ihre Fragen anging, so achtete er nicht darauf. Wie sollte sie schon verstehen, warum er alleine war? Und was seinen Namen anging, so war er nicht mehr in der Stimmung, ihn irgendjemandem zu verraten, der einfach daher gelaufen kam.

Wie um ihr zu sagen, dass die Unterredung nun beendet war, drehte er den Kopf in eine andere Richtung und starrte in den Wald hinein.


30.09.2008 17:47




Korrianke


Zufrieden sah Korrianke in der kleinen Gruppe umher, die langsam zu einer etwas größeren Ansammlung anwuchs. Sicher lag das an der Anwesenheit der Leitwölfin, sie war schließlich erster Ansprachpartner für jeden hier. Er selbst war nie Alpha eines Rudels gewesen, er hatte sich nie für diesen Rang interessiert, dennoch konnte er sich vorstellen, dass es anstrengend war, sogut wie immer präsent sein zu müssen. Der Weiße lächelte Adali an und erwiderte ihren Gruß.

"Schön dich kennen zu lernen, Adali"

Anschließend sah er zu einer anderen Fähe, einer Grauen, die sich ebenfalls vorgestellt und ihn begrüßt hatte. Insgesamt fühlte sich der Rüde hier respektiert und freundlich aufgenommen, wenn man von dem mürrischen Ares mal absah, gegen den er zwar nach wie vor keinen Groll hegte, der ihm ja aber eine offene Abneigung entgegen gebracht hatte. Er sah zu Akara, um auch ihren Gruß zu erwidern.

"Ich grüße dich ebenfalls, Akara"

Er warf ihr ein freundliches Lächeln zu und blickte daraufhin weiter in der Runde umher. Er war sehr gespannt darauf mit diesen Wölfen zu leben, sie kennenzulernen und ihnen zu helfen, falls es denn nötig war.
Er sah Kiba an. Was war es, wofür sich diese aufrichtig wirkende Fähe bei ihrer Freundin wohl entschuldigen müsste? Er würde nicht spekulieren, nicht nachfragen, aber er würde das ganze beobachten. So wie alles, was ihm vor die Augen kam.


10.2008 16:42




Yacáru


Erwartungsvoll sah die kleine Yacáru den großen Rüden an, fühlte sich aber immer noch als ein Fragezeichen in der Landschaft, für den Fremden, der seinen Namen immer noch nicht gesagt hatte. Auch seine nächsten Worte machten sie nicht schlauer, im Gegenteil. Im ersten Moment klappten ihre Ohren entmutigt zurück und sie senkte den Kopf. So ein blöder Wolf, hatte der denn gar keine Ahnung? Innerlich schüttelte die Weiße ihren Unmut aber schnell wieder ab. Er war der einzige Wolf, der ihr seit langem wieder vor die Augen gekommen war, sie würde sich jetzt nicht schon wieder abschütteln lassen! Sie grinste den Schwarzen schon wieder frech an.

So siehst du auch gar nicht aus.“

Aber er sah sie schon gar nicht mehr an. Wieder etwas mürrischer setzte sich Yacáru also wieder in Bewegung. Ganz gekonnt trat sie an dem großen Wolf vorbei, spielte den beleidigten Abgang vor und als sie dann etwa hinter dem Namenlosen angekommen war, wirbelte sie plötzlich wieder herum und sprang ihm einfach mal auf den Rücken, bis sie ihre Pfoten auf seinen Nacken legen konnte. So winzig war sie mit ihren 5 Monaten immerhin auch nicht mehr.

Der Wolf ist ein Gemeinschaftstier, weißt du das denn gar nicht? Oder bist du auch ein Eiswolf?“

Postwendend kam die Erinnerung an den großen, unheimlichen Wolf in ihren Kopf zurück, den sie irgendwo vor diesem Revier in der Gebirgskette getroffen hatte. Es war wie gesagt länger her. Er hatte ganz eisige, blaue Augen gehabt und davon gesprochen, dass er aus dem Land des ewigen Eises und Schnees kam. Der Norden. Er hatte gesagt, dass jemand wie er keine Gesellschaft brauchte. Aryion hatte er geheißen ... und er hatte der kleinen weißen Welpin Angst gemacht. Aber dieser Wolf hier, wirkte gar nicht so eisig. Nur etwas ... komisch halt!


03.10.2008 00:26




Ares


Ares beachtete die Worte der Welpin gar nicht. Jedenfalls wollte er es nicht. Er stellte sich geflissentlich darauf ein, sie weiterhin zu ignorieren, um sie loszuwerden. Sie würde eben ein Stück weitergehen und dort auf die anderen Wölfe treffen. Diese würden sie dann wohl liebevoll und welpengerecht aufnehmen und alles war gut. Er hatte nun immerhin wieder seine Ruhe.

Tatsächlich bewegte sich das weiße Stück Fell an ihm vorbei und schien seinen eigenen Weg gehen zu wollen. Es steuerte zudem die richtige Richtung an, was dem Schwarzen doch eine gewisse Bestätigung und die Annahme eingab, er wäre nun wieder alleine und könnte in Ruhe seinen Gedankengängen nachgehen.
Doch woran sollte er denken? An seine Vergangenheit wollte er nicht denken, an seine Zukunft konnte er nicht. Es war schlichtweg ein logistisches Problem. Doch er hätte lieber an Nichts gedacht, als weiter mit Yacáru zu reden. Es war nicht nur das Fremde, mit einem Welpen zu reden, sondern auch das Wissen, dass er nicht der Richtige für so etwas war. Er hatte eine Weltanschauung, wie sie kein Welpe hatte und er wollte sie auch keinem anderen vermitteln. Wenn er mit Wölfen wie Korrianke sprach, so hatten diese schon etwas erlebt und wussten Rat zu begreifen und auch zu verwenden, auf ihre Art. Doch ein Welpe konnte dies noch nicht und hatte ein Recht darauf, die Welt selbst zu erleben, auch wenn dies manchmal schmerzhaft war.

Plötzlich aber spürte er Gewicht auf seinem Rücken. Bereits wieder in Gedanken, begriff er im ersten Moment nicht, was das sein konnte und wollte schon herumfahren, um sich angemessen zu verteidigen. Der Gedanke an Verteidigung war ein Reflex daraus ergehend, dass Berührung für ihn schon eine Bedrohung war. Das er sich aber erinnerte und alle Bewegung, jeden Instinkt dazu zwang, zu stoppen, war vollkommen wider seine Natur. Und da seine Muskeln mit diesem Befehl nur eines anfangen konnten, fiel die Anspannung vollkommen in sich zusammen und er ging, von dem Schwung getroffen, zu Boden. Dies wäre freilich niemals geschehen, hätte er sich anders zu verhalten gewusst.

Nun aber lag er da, die weiße Welpin im Rücken und hatte im ersten Moment einfach mit der Tatsache einer solchen erschlagenden Nähe zu kämpfen.
Der Wolf war also ein Gemeinschaftstier? Wie ein Wollvieh oder ein Springtier?
Tausende Bemerkungen, alle sarkastischer Natur, kamen ihm in den Sinn. Aber er reagierte nicht, blies nur geräuschvoll die Luft durch die Schnauze, sodass die Blätter vor ihm am Boden flatterten und erwiderte knurrig:

“Was weißt du schon von Eiswölfen?“

Sie sprachen hier aneinander vorbei. Während Yacáru wohl wirklich von einem Polarwolf sprach, dessen Fell weiß und dessen Herkunft der Norden war, meinte Ares in erster Linie solche Wölfe, deren Seele gefroren, deren Herz gesplittert war.


03.10.2008 12:39




Akara Chitaru


Es lag wohl nicht ganz in ihrer Natur, zu glauben, dass hier jeder Wolf einfach willkommen geheißen wurde. Sie sah die Leitwölfin mit ruhigem Blick an und nickte nur höflich. Innerlich wunderte sie sich dennoch über die grenzenlose Offenheit dieser Gemeinschaft.

„Es erfüllt mich mit Stolz, nun zu diesem Rudel zu gehören.“

Bestätigend nickte sie und beobachtete, wie Adali mit Kiba Telay umging und es verwirrte sie. Die Leitwölfin sprach mit ihrer Coniugo, als stünden sie auf derselben Ebene. Mehr noch, als wären sie Geschwister aus demselben Wurf. Es schien so normal zu sein. Akara wandte sich an Korrianke, um nicht so aufdringlich zu starren. Das Gespräch ging sie nichts an, umso mehr verwunderte es sie, dass es direkt vor ihrer Nase geführt wurde.

„Du bist ebenfalls eine neue Kraft, die das Rudel unterstützen will?“

Es war, als fände sie in ihm einen Verbündeten. So einfach ging das zwar nicht, aber wenn er neu war, vielleicht verstand er auch nicht alles und sie konnte sich ihm ein wenig anvertrauen, mit den Fragen, die ihr beinahe dumm vorkamen. Also versuchte sie, etwas mehr über ihn in Erfahrung zu bringen, schließlich konnte der erste Eindruck trügen.


03.10.2008 14:11




Korrianke


Korrianke war froh, als Akara ihn ansprach, denn so hatte er etwas zu tun, eine Ablenkung von dem Gespräch zwischen Kiba und Adali, dessen Inhalt er sowieso nicht erfassen konnte, weil ihm das nötige Vorwissen fehlte. Der große Weiße lächelte die Fähe an und benickte ihre Frage.

"Ja, auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe, helfe ich jenen, die mir unterwegs begegnen. Dabei stehe ich stets auf der Seite von Wahrheit und Gerechtigkeit. Ich kämpfe also, kurz gesagt, für die Freiheit der Verfolgten, die Rache der Gequälten und den Schutz der Schwachen."

Er blickte kurz in der Gruppe von Wölfen umher, in der sie sich gerade befanden. Er hatte kein Bedürfnis sich mit allen zugleich auszutauschen, obwohl er gern über alle etwas mehr erfahren würde. Vielleicht befand sich ja auch hier ein Übeltäter und ein Opfer? Man wusste es nicht, es erforderte sehr genaue Beobachtungen.

"Wollen wir vielleicht ein bisschen zur Seite gehen und dieses Gespräch in einer bequemeren Position fortführen?"

Er machte ein paar langsame Schritte aus der Gruppe heraus, in die Richtung eines großen Baumes, an dessen Stamm der Boden trocken war. Dann drehte er sich um und sah zu Akara.


05.10.2008 13:37




Yacáru


Yacáru hatte die Ohren weiterhin gespitzt und sah quasi auf den Hinterkopf des schwarzen Rüden. Das war echt ein schwieriger Fall, irgendwie schien der gar nicht zu hören, was sie sagte! Jetzt sprach er über diese Eiswölfe, als kenne er sie schon. Also war er vielleicht doch einer? Die weiße Welpin legte den Kopf schief und seufzte.

Ich habe gar nicht behauptet irgendwas zu wissen. Ich habe nur mal einen getroffen, der war groß, schwarz wie du, nur noch ein bisschen anders. Er war ganz kalt und hat gesagt, er hätte keine Gesellschaft nötig. Er hat mir Angst gemacht. Aber du machst mir keine Angst und du bist auch nicht so kalt.“

Sie krabbelte noch ein bisschen weiter nach vorne und senkte den Kopf so, dass sie dem Schwarzen verkehrt herum in die Augen schauen konnte. Sie waren Bernsteinfarben, viel wärmer als die eisig Blauen Aryions. Yacáru war eine Welpin, klein, naiv, aber warum hätte sie auch anders sein sollen? Immerhin war sie noch ein Kind. Sie verstand nicht, warum der Rüde keine Gesellschaft haben wollte. Immerhin war sie so aufgewachsen. Sie selbst war nun zwar schon oft alleine gewesen, aber sie zumindest hatte das nicht gemocht. Ihre dunkelblauen Augen fixierten den Namenlosen noch einen Augenblick, dann grinste sie ihn verkehrt rum an.

Lach doch mal, Wolf!“,

meinte sie frei heraus und zog sich wieder etwas zurück, ließ sich in der Nacken- und Widerristpartie sinken und legte frech die Pfoten auf seinen Kopf. Sie fürchtete keine Sekunde lang, dass ihr dieser schwarze Wolf etwas böses wollen könnte.


05.10.2008 18:13

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
15.09.2010 21:28
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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 5




Ares


Ares war selbst erstaunt darüber, dass er für seine Verhältnisse ausgesprochen viel Geduld mit diesem nervigen Wolfskind an den Tag legte. Sie turnte auf ihm herum und zerrte an ihm, als wäre er irgendeine Wurzel oder ein Ast, den es herauszufordern gilt. Allerdings war er das in keinster Weise.

Doch obgleich es nur einer schnellen Geste, einer kurzen Bewegung bedurft hätte, um die Kleine wieder loszuwerden, ertrug er sein Schicksal gleichmütig. Warum er das tat, wusste er nicht und nun begann er sich innerlich zu fragen, was los war. Es gab keinen Zweifel für ihn, dass sich nichts verändert hatte. Er wich der Nähe anderer noch immer so aus, wie eh und je und auch in Sachen Welpin wollte er ja seine Ruhe.
Warum aber nicht alles in ihm zur Flucht schrie, das konnte er nicht sagen. Vielleicht, weil er sie nicht als Wolf ansah? Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass es natürliche Instinkte und Gefühle gibt, gegen die man nicht ankämpfen kann. Doch daran dachte der Schwarze nicht.

Yacáru dagegen sprach davon, dass sie einen Eiswolf getroffen hatte. Ares konnte damit nicht viel anfangen. Davon abgesehen, dass sie der Überzeugung war, er sei nicht so kalt. Wie kam sie auf so eine dumme Idee?
Die Kleine wusste es wohl nicht besser, wie sollte man es ihr verübeln.

Nun lehnte sie sich nach vorne, die Pfoten auf seine Stirn. Doch ihr Gewicht zwang seine Augenbrauen tief hinab und ließ ihn ohne sein Zutun noch düsterer aussehen und nahm ihm zudem einen Großteil seiner Sicht. Sie lächelte ihn fröhlich an und forderte ihn auf, das Gleiche zu tun. Aber es hätte eine verdammte Menge bedurft, ihn zum Lachen zu bringen. Wenn er es recht bedachte, so war es doch einige Winter her, dass er überhaupt gelacht hatte.

“Ich lache nicht!“, erwiderte er daraufhin mürrisch.

Ares beschloss, dieses Fellknäuel eben selbst zu den anderen zu bringen, wenn er es dadurch loswurde und erhob sich. Die Kleine saß ihm ja buchstäblich im Nacken und war wohl auch nicht wirklich so schwer, als das er sie nicht hätte tragen können, solange sie sich nicht bewegte.


05.10.2008 20:57




Adali


Sanft lächelte Adali Kiba an, nickte nur kurz zu ihren Worten. Die sanfte Berührung die von der Grauen erwidert worden war, hatte sie genossen, aber sie hatte völlig recht. Das hatte Zeit. Vielleicht würden sich die beiden Fähen mal zusammen setzten. Vielleicht. Zuerst gab es wichtigere Dinge zu erledigen. Dennoch wollte sie, dass ihre Freundin immerzu wusste, dass sie an ihrer Seite war und dies auch nicht vergessen würde, egal wie schrecklich es noch werden sollte, egal was auch immer passieren würde. Ihr Lächeln wurde ein wenig breiter, als sie aus dem Augenwinkel Akaras verwirrten Gesichtsausdruck erkennen konnte. Andere Rudel, andere Umgebung, andere Sitten. Hier war, soweit sie wusste, jeder willkommen, der sich an das Leben dieses Rudels anpassen konnte. Zumindest war es nie anders gewesen, seit sie hier war, was nun nicht gerade eine Woche zurück lag. Erwähnen tat sie allerdings nichts, um die Braungraue nicht in Verlegenheit zu bringen.
Stattdessen wandte sich die Schwarze nun wieder Korrianke zu, nickte diesem noch ein Mal freundlich zu.

Die Freude ist ganz Meinerseits.

Erfreut verfolgte sie, wie die beiden Neuankömmlinge miteinander umgingen, sich kennen lernten und auch irgendwann Teil des Rudels werden würden. Der Anfang war nicht sonderlich leicht. Lebhaft hatte sie selber ihre eigene Ankunft hier vor Augen. Es war ein Jahr her und es kam ihr fast so vor, als würde sie hier schon ewig leben. Das Rudel, dieser wunderschöne Ort. Sie hatte mit einem Male eine Heimat gefunden, die sie um nichts auf der Welt wieder hergeben wollte. Zufrieden und aufmunternd nickte sie den beiden noch ein Mal zu, schenkte ihrer Freundin noch ein Mal ein warmes Lächeln, ehe sie sich an Senedd wandte, der nun wieder geschwiegen hatte. Sachte berührte sie den Jüngling an der Schnauze.

Wie geht es dir?

Sanft blickten ihre bernsteinfarbenen Augen den Dunklen an, der unverändert ihre Mutterinstinkte weckte und den sie in jedem Fall beschützen wollte. Er gab ihr auf seine Art und Weise etwas, was verloren geglaubt hatte.


06.10.2008 07:57




Akara Chitaru


Akara musterte den ungewöhnlichen Rüden, der ihr gegenüber stand. Er hatte sich ein Ziel im Leben gesetzt, für das er kämpfte. Eine gute Einstellung, doch bisher nur große Worte, die Taten erwarteten. Vorher konnte die emotionslose Wölfin kein Urteil fällen. Auch sie befand es für besser, Adalis und Kiba Telays Gespräch nicht länger zu belauschen. Es erschien ihr so völlig falsch. Mit einem Nicken bestätigte sie, dass sie Korrianke gleich folgen würde.

“Wenn ihr Zeit findet, werte Leitwölfin, würde ich mich später gerne noch einmal mit euch austauschen.“

Mit einer leichten Verneigung entfernte auch sie sich und gesellte sich erneut zu dem Rüden, der ihr etwas eigen erschien. Sie verhielt sich wieder, wie man sich in ihrem Rudel verhalten hatte, dennoch darum bemüht, sich an die neue Umgebung anzupassen.

“Du sprichst von der Suche, nach einer dauerhaften Bleibe und von Hilfe, die jeder auf deinem Weg erhalten soll. Dann hast du den Ort noch nicht gefunden, zu dem du aufgebrochen bist, oder verstehe ich das falsch? Du bist nicht auf der Suche nach genau diesem Rudel?“

Sie hätte es ihm gleichtun können, hätte wählerisch auch ein anderes Rudel in Betracht gezogen, wenn ihre Erziehung ihr solche Ansprüche nicht verbieten würde. Sie hatte ein sehr freundliches Rudel gefunden, es war ihr Schicksal, hier zu sein. Diese Gemeinschaft würde sie bis zu ihrem Tod unterstützen.


07.10.2008 12:17




Korrianke


Als Korrianke sah, dass Akara ihm folgte, ging er bis zum Fuß des großen Baumes und setzte sich auf den trockenen Waldboden. Obwohl den Bäumen so langsam die Blätter ausgingen, war das Geäst des Gewächses dicht und ließ nur wenige Tropfen hindurch auf die Erde fallen. Als die Fähe sich ihm zuwandte, um ihre Unterhaltung fortzuführen, blickte er sie aufmerksam an. Nachdenklichkeit, die ein kurzes Schweigen verursachte, legte sich über ihn. Anschließend sprach er mit fester, ruhiger Stimme.

"Ich suche den Ort, an dem mein ruheloses Herz ein Zuhause findet. Ich suche einen Ort, an dem ich jene finde, mit denen ich gern zusammen bin, ich glaube das nennt man wohl Familie. Doch mein Schicksal scheint es so zu wollen, dass es mir meinen Wunsch, den Wunsch nach einem Zuhause, nicht unverdient bescheren will. Ich habe eine Aufgabe und dafür bin ich einst geboren worden."

Er setzte kurz ab und sah zum Himmel hinauf. Leicht schaukelten die kleinen Zweige der Bäume im Wind, leise raschelten ihre verbliebenen Blätter. Er seufzte zaghaft, kaum hörbar.

"Ich werde so lange suchen müssen, bis ich jene große Tat vollbracht habe, für die zu vollbringen ich geschaffen wurde. Also suche ich den Ort, an den mein Schicksal mich führen wird, es kann hier sein oder am anderen Ende der Welt, denn ich weiß weder wann sich meine Aufgabe offenbaren wird, noch worin sie besteht. Aber es gibt sie und erst nach ihrer Vollendung werde auch ich vollkommen sein und eines Tages den Frieden im Herzen tragen, der mir heute noch fremd ist."

Langsam ließ er sich zu Boden gleiten, den Blick auf einen unbestimmten, fern erscheinenden Punkt gerichtet. Kurz hin er einem unterbewussten, nicht fassbaren Gedanken nach, es war nur ein Hauch, wie Nebel, wie staub, plötzlich war er wieder fort. Der Rüde fasste sich und sah Akara an. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Er musste wie ein totaler Fanatiker klingen.


07.10.2008 21:26




Kiba Telay


Zufrieden beobachtete Kiba Telay, wie sich Akara und Korrianke scheinbar ganz einfach in die Gemeinschaft eingliederten, als hätten sie schon längst dazu gehört. Ihr Blick wanderte noch einmal zu Adali, aber ihre Freundin schien sich nun wieder mit dem Jungwolf zu befassen.
Langsam wandte sich also auch die Silbergraue ab, wenn auch nicht ganz. Sie wollte sich bloß vergewissern, ob das ganze Rudel in der Nähe ruhte. Ihre eisblauen Augen wanderten die Umgebung ab und trotz des regnerischen Schleiers konnte sie die Schemen einiger Wölfe ausmachen. Bei Jeanne und Shanaro befanden sich inzwischen auch Cílyn und eine weitere Welpin, deren Namen sie später noch in Erfahrung bringen konnte. Auch Shitéryu und Zorro Marú befanden sich in der Nähe. Irgendwo würden auch Leikuna und Ares sein und Yago ... der schwarze Rüde war sicher in der Nähe. Vielleicht hatte er sie sogar im Blick. Er würde sie hören und mitkommen, ganz bestimmt. Kibas Blick richtete sich wieder in die Wolken. Es sah wahrlich nicht danach aus, als würde es in der nächsten Zeit aufhören zu regnen. Ihr Fell war auch schon so durchnässt, dass es keinen Sinn mehr machte, sich zu schütteln. Sie sollten aufbrechen, jetzt, bevor es zu spät wurde. Noch einmal nahmen ihre Augen einen melancholischen Schimmer an, sie erinnerte sich noch so genau an das Geschehen vor zwei Jahren ... als wäre es Gestern passiert. Der Donner klang quasi noch in ihren Ohren und der Regen, der jetzt auf die Erde fiel, erinnerte sie auch an das Unwetter damals. Aber es lag noch kein Schnee ... Alice, Silence ... Kiba holte tief Luft, heulte kurz auf, um Aufmerksamkeit bittend.

Liebes Rudel, ich glaube nicht, dass sich das Wetter so schnell bessern wird. Da der Winter auch quasi schon im Tal ist, wird Schnee und noch kälteres Wetter auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ein paar von uns kennen das Winterquartier schon, wir werden uns nun auf den Weg in eine große, geräumige Höhle in der Bergkette machen.“

Sie sah sich ruhig um, von einer Wolfsgruppe zur anderen, ein wenig länger blieb ihr Blick auf Jeanne und Adali hängen. Ein paar ... ha. Wenn sie ehrlich war, waren diese Zwei die Letzten, die damals dabei gewesen waren.


11.10.2008 00:23




Tsurúgi Sorá


Jetzt waren sie irritiert. alle vier. Die beiden erwachsenen Fähen weil Tsu geknurrt hatte, der Rüde ebenso und Tsu weil sie nicht wusste, was sie falsch gemacht haben sollte. Sie wimmerte und kroch rückwärts. soweit bis sie den Rüden nicht mehr sehen konnte, bedeckte ihren Kopf mit den Pfötchen. Es war alles fremd, alles und nun sah sie IHN. Er hatte ihr nichts getan aber da kam alles wieder hoch. die erinnerungen die sie quälten

"nehmt ihn weg....bitte nehmt ihn weg!"

fiepte sie, ängstlich, ja fast panisch und kroch noch weiter rückwärts bis sie Cylíns hängende Rute auf dem Rücken fühlte. erst dort blieb sie zitternd liegen. Angst schnürte ihr den Hals zu. Warum musste es überall Rüden geben die so aussahen wie ER? warum? hasste man sie so sehr dass man sie überall quälen musste?
Sie wollte fliehen aber wohin? sie kannte sich nicht aus und außerdem fühlte sie sich ohne Cylín schutzlos. Cylín war in der wenigen Zeit die sie die braune Kannte, zu einer Bezugsperson geworden. außerdem regnete es und der boden war schwer zu meistern. Das wusste sie ja auch erfahrung. also saß sie hier fest


11.10.2008 19:56




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian hob den Kopf und sah hinauf in den Himmel, der grau getrübt über die Welt weinte. Sinnbildlich musste es sich also um einen Idioten handeln, denn jede Träne war die reinste Verschwendung. Davon wurde das Leben nicht schöner und die Welt nicht besser. Vor allem aber konnte sich Shiyus Laune dadurch nicht bessern. Im Grunde hätte das sowieso gegen jedes Naturgesetz verstoßen. Brummend lauschte er auf das Heulen der Leitwölfin. Der kleine, weiße Rüde saß jenseits der Reviergrenze und ärgerte sich darüber, dass er wieder hier angekommen war, obwohl er doch längst auf dem Weg in andere Länder gewesen war. Erfüllung würde er weder dort noch hier finden, aber allein sein brachte viele Vorteile, vor allem für einen Wolf wie ihn, der keineswegs auf ein Rudel angewiesen war. Gleichgültig folgte er dem Ruf, ehe er noch die wichtige Wanderung zum Winterquartier verpasste.
Er hätte sich ankündigen können, um darauf hinzuweisen, dass es ihn noch gab und er nun wieder zum Rudel stieß, aber wieso sich den Ärger ersparen, den er vielleicht kassieren würde? Er legte es doch darauf an, den Wölfen hier auf die Nerven zu gehen. Sie würden sich sowieso ziemlich schnell gewahr werden, dass ihre größte Freude wieder da war. Ein treuer Rüde, der das Rudel auf jede Art bereicherte, wie man ein so gewöhnliches, stinkendes Rudel voll räudiger Köter eben bereichern konnte. Der Adel war zurückgekehrt, in die Reihen der Tears of Destiny. Es wurde Zeit, sich ein Bild von dem zu machen, was sich verändert hatte. Doch die Distanz zum Rudel sorgte dafür, dass er erst einmal den schlammigen Wald durchqueren musste und nicht so schnell vor Ort war, um Kiba, Adali und all den Anderen auf den Wecker zu gehen.


12.10.2008 15:02




Shanaro


Shanaro beobachtete weiter Cílyn und Tsuguri mit seinem skeptischen Blick und erkannte, dass die Braune Jeanne immer wieder entschuldigend ansah. Und erst, als der Jungwolf sich fragte, wieso sie es tat, merkte er, dass die beiden tatsächlich ein wenig störten. Denn obwohl er doch gerade aufgestanden war, hatte er die Zweisamkeit genossen. Zwar hatte er nichts gegen Cílyn und eigentlich auch nichts gegen die knurrende kleine Welpin, dennoch hätte er gerne etwas mehr Zeit mit Jeanne allein verbracht. Er wollte sie ein wenig trösten … Aber vielleicht war es auch einfach mal gut, wenn sie mit dem alltäglichen Leben konfrontiert wurde und sich damit etwas Ablenkte. Als Jotafähe war es schließlich ihre Pflicht sich um die Welpen zu kümmern. Und die Arbeit mit Welpen würde sie vielleicht auch etwas aufheitern … Vielleicht.
Schließlich wandte er seinen Blick wieder an Jeanne, wartete, dass sie die Worte der braunen Fähe beantwortete. Sobald sein Blick sie streifte, wurde er sanfter und sogar ein wenig ermutigend. War sie überhaupt in der Stimmung, sich jetzt mit Welpen zu befassen? Shanaro warf einen prüfenden Blick auf Tsugúri, die ihn nicht besonders zu leiden schien. Immerhin erschien es ihm so, als hätte sie Angst vor ihm, was ihre Worte leider bestätigten. Verwirrt fragte sich der junge schwarze Rüde, ob er wirklich so furchteinflößend aussah, während er weiterhin die kleine Fähe beobachtete. Schließlich überwand er die wenigen Schritte, die ihn mit Jeanne trennten und setzte sich dicht neben sie auf den regennassen Untergrund, ohne seine Augen von Tsugúri abzuwenden.

“Ist das normal, dass Welpen einen so anknurren? Oder sehe ich wirklich so furchteinflößend aus?“

Fragte Shanaro so leise, dass die Welpin es unmöglich mitbekommen könnte. Seine Stimme klang leicht amüsiert, seine Augen leuchteten neugierig.
Plötzlich aber unterbrach das wohlbekannte Heulen von Kiba ihr Gespräch. Beinah ruckartig wandte der Jungrüde sein Haupt in ihre Richtung und wartete darauf, dass sie ihren Fang öffnete, um zu sprechen. Aufmerksam lauschte er ihren Worten und ließ bei dieser Gelegenheit seinen Blick über das Rudel streifen. Es gab schon wieder einige Neuankömmlinge, doch sonst schien sich nichts verändert zu haben.
Als Kiba geendet hatte, wandte sich der junge Wolf wieder an die weiße Jotafähe. Tsugúri und Cílyn schienen wie vergessen zu sein, als er fragte.

“Was für ein Winterquartier, Jeanne? Ist es weit weg von hier?“

Wollte er wissen und obwohl er schon deutlich älter aussah, als vor zwei Monaten, war sein Geist noch immer der eines Welpen, der alles in Erfahrung bringen wollte, was sich ihm bot.


12.10.2008 20:40




Akara Chitaru


Akara musterte Korrianke ausgiebig, denn jetzt, da sie ein Gespräch in beiderseitigem Einverständnis führten, war ihr das durchaus gestattet. Es konnte nicht mehr als aufdringlich interpretiert werden, immerhin mussten sie sich kennen lernen. Sie gehörten nun zu diesem Rudel, in dem jeder mit jedem bekannt sein sollte. Das war der Sinn einer Gemeinschaft. Es reichte bei weitem nicht, nur die Namen der Mitglieder zu kennen.

“Du scheinst sehr an diese Bestimmung zu glauben. Gibt es dafür einen bestimmten Grund, oder ist es nur eine Annahme, begründet auf die Erfahrungen, die du in deinem Leben gesammelt hast?“

Es kam ihr merkwürdig vor, mit welcher Zielstrebigkeit der Rüde dieser Sache nachjagte. Er musste eine Tat vollbringen, für die er geschaffen worden war. Und wenn er nicht merkte, wann er sie erfüllt hatte?

„Was ist, wenn die Tat in deinen Augen so klein und unscheinbar ist, dass du nicht merkst, wann du sie vollbracht hast? Wenn sie sich dir nicht so deutlich offenbart, wie du vielleicht hoffst? Womöglich tust du, wofür du bestimmt bist, handelst und veränderst damit für jemanden alles, ohne es zu realisieren?“

Sie blieb in ihrer Haltung neutral, gefasst und würdevoll. Innerlich wurde sie zum Nachdenken angeregt und ihre Gedanken wanderten weit fort. Ein schweres Thema hatten sie sich für ihr Gespräch ausgesucht und sie dachte noch an die letzten Worte von Korrianke, ehe sie der Stimme Kibas gewahr wurde, die das Rudel zum Aufbruch rief. Etwas verwirrt stand sie auf und blickte zu dem Rüden hinunter, der seinerseits gerade den Blick gehoben hatte. Sie nickte, als Reaktion auf das Lächeln, mit dem sie nichts anzufangen wusste. Warum lächelte er einfach so? War es so, wie sie vorher Senedd angelächelt hatte, einfach, weil sie es für richtig hielt?
Elegant trat sie wieder zur Leitwölfin hinüber, nicht ohne dabei Rücksicht auf Korrianke zu nehmen, der ihr, so hoffte sie, gleich folgen würde.


13.10.2008 12:53




Cáraya


Regen. Herbstwinde. Obwohl es ihr fast schon zu kalt war, blickte sie in die Ferne. Der Blick war weit und die schwarze Fähe tänzelte unruhig umher. Welch ein Anblick. Dass es anfing wirklich zu regnen tat ihrer Bewunderung für dieses Tal keinen Abbruch. Einfach herrlich. Wunderbar. Einmalig. Und doch war sie von einer stetigen Unruhe erfasst. Herbstwind rauschte heran und wirbelte grob durch ihren Pelz. Zwischen ihren Pfoten, die so unruhig hin und her tänzelten, regte sich etwas. 2kleine Körper schmiegten sich aneinander, suchten Nach Wärme, vergeblich. Mánhaní und Yoúm, ihr erster Wurf. Nur 2 Welpen. Ein Rüde und eine Fähe. 2 Welpen. So war es bei ihrer Rasse nunmal. Cáraya senkte das Haupt und ließ ihre warme raue Zunge durch das Fell der Winzlinge fahren. Sie waren zu klein. Noch immer waren sie so klein und das obwohl sie nun doch schon fast 5 Monate alt waren. Sie müssten größer sein. Kräftiger. Verzweifelt drehte sich Cáraya um, suchte nach einem Ungefährlichen Weg den Pfad hinab. DA! Dort, dort konnten sie den Abstieg wagen

„Auf auf meine Kleinen. Ich habe einen Weg ins Tal gefunden“

Aufmunternd stupste sie die Nase in das Knäuel aus Fell. Es begann sich zu regen und Mánhaní und Yoúm erhoben sich langsam. Regentropfen perrlten an den zarten Körpern runter und pressten das schwarze Fell an die Leiber der Welpen, die sich zitternd in Bewegung setzten. Die Fähe folgte ihnen mit mütterlich wachsamem Blick. Angst und Unsicherheit spiegelten sich in ihren Augen, verborgen vor den Welpen. Sie musste stark sein und mit all ihrer Mütterlichen Liebe dafür sorgen dass sie alle drei heil unten ankamen. Dafür lebte sie, sie wollte unbedingt ihren ersten Wurf durchbringen.
Mánhaní ging als erste obwohl ihr Bruder immer vorwärtsdrängte und seine Schwester zur Seite schubste

„Seid Vorsichtig Kinder. Der Weg ist schmal und geht an der seite steil runter“

ermahnte sie die beiden ernst. Doch Yoúm neigte genervt die Ohren

„Ich weiß Mama, wir müssen immer so vorsichtig sein. Nun lass uns doch mal. Wir sind nun alt genug“

Erwiderte der Junge Rüde hitzig und rempelte erneut seine Schwester beiseite, die langsamer geworden war und ihm so mit zu nahe gekommen war. Mit Schrecken sah Cáraya wie Mánhaní zur Seite Taumelte und auf dem vom Regen rutschigen Weg den Halt verlor. Sie riss das kleine Maul auf. Pfoten schlugen durch die Luft, als die kleine schwarze Fähe stürtzte.
Cáraya schrie, rannte aufgeregt am Rand des Weges entlang und drängte den verbliebenen Welpen gegen die Felsen

„MÁNHANÍ.. Meine Kleine.. Oh Gott… Mánhaní….“

Echos prallten von den Steilwänden und steigerten sich zu einem brüllenden Crescendo das sogar den Wind übertönte und die beiden verbliebenen Wölfe auf dem Weg zusammenfahren ließen.
Yoúm presste sich an den Boden, drückte die Ohren an den Kopf ehe er blind losrannte, den Pfad hinab. Cáraya blieb zurück, hin und hergerissen zwischen der Trauer um Mánhaní und der Sorge um Yoúm. Schließlich wandte sie sich zum Gehen, neigte den Kopf resignierend gen Boden

„Ruhe in Frieden, Tochter. Möge Ýyik deine Seele zu sich in den Himmel holen.“

Dann spürte sie den Regen der ihr entgegenwehte und die Steine des Weges die gegen ihre Pfotenballen drückten, während sie dem verbliebenen Welpen nachrannte um wenigstens ihn zu beschützen.


13.10.2008 17:50




Senedd


Für den jungen Wolf war das alles zuviel. Gespräche, Worte, Gedanken rauschten durch seinen Kopf, verwirrten den jungen Wolf, ließen seine vorherige leichte Sicherheit schnell wieder abflauen. Es kamen zu viele dazu und diese riesige Masse von Wölfen denen er schutzlos ausgeliefert war, machte ihm angst. Vorsichtig machte er sich kleiner, trat einen Schritt zurück, versuchte sich irgendwie los zu eisen, irgendwie zu entkommen.
Und dann war da Adali und ihre wärmende Stimme. Der Jungwolf blickte zu ihr auf, als sie ihn berührte, ihn fragte wie es ihm ging und einfach nur, für ihn da war. Er dachte an ihren Gefährten und an ihre Welpen, die nicht mehr da waren. Und doch war sie noch da und kümmerte sich um ihn, den sie nicht einmal besonders kannte. Und er wollte flüchten. Abhauen von dieser Wölfin die so gut zu ihm war, die mit ihm redete wie mit einem Sohn, die mit ihm umging wie mit einem Sohl. Und er war der ängstliche, kleine Welpe, der dies nicht verstand. Stumm ließ Senedd den Kopf hängen, schuldig. Was wollte er nun tun? Sein Herz pochte schmerzhaft gegen seine Rippen, die Situation verlangte ihm immer noch viel ab, dass war einfach zu viel für ihn, er hielt es nicht aus, Angst zerfraß ihn. Er war es nicht gewohnt in solch einem Rudel zu sein, er war es nicht gewollt unter so vielen zu sein geschweige denn geduldet zu sein. Noch immer war seine Haltung geduckt, sein Blick aus den Bernsteinaugen auf die Schwarze gerichtet. Adali...das Rudel. Und dann drehte sich die Welt, schien sich von schwarzen Schatten überspült, wurde gefressen, eingesogen. Und er mit ihr. Es drohte alles wieder im Nichts zu enden. Zitternd schnellte der junge Wol vor. Vergrub seine Schnauze in Adali's Brustfell. Er sah nicht mehr auf, behielt die Augen geschlossen. Alles in ihm drohte zu kippen. Panik machte sich breit. Und er stand da und wimmerte.

"Ich hab angst..."

flüsterte er leise. Wusste nicht ob Adali seine Worte hörte oder nicht. Vielleicht würde sie gleich gehen und ihn allein zurück lassen und dann, dann würde er gehen.

"Wieso bist du so gut zu mir? Du bist selbst allein. Und doch bist du gut zu allen und lächelst."

Er hob den Kopf etwas an. Regen perlte von seinem Rücken, doch noch immer störte sich der Wolf nicht daran.

"Sie konnten nicht lächeln... dort wo ich herkomme."

Er wusste nicht wieso er ihr dies sagte, es war ihm gerade erst in den Sinn gekommen. Doch es war eine gute Ablenkung. Und er würde weiter reden, sollte es ihm helfen.

"Sie konnten nicht lächeln und auch nicht traurig sein... alles was sie konnten war böse sein... wütend sein. Hassen. Sie haben mich gehasst. Keiner hat mich angelächelt. Ich war nicht da. Einfach nicht da. Und sie waren da und sie haben mich nicht gesehen, und wenn sie mich sahen war ich nichts wert. Und sie... sie haben mir gezeigt dass ich Nichts bin, weißt du? Sie haben mir Angst gemacht, große Angst. Und ich war allein, die ganze Zeit. Wieso bist du so gut zu mir? Es ist so... fremd."

Mit jedem Wort wurde seine Stimme ruhiger, aber auch trauriger.


14.10.2008 12:21




Korrianke


Korriankes Ohren stellten sich auf und lauschten den Worten Kibas, als sie ihre Stimme an sie alle richtete. Sie würden also in das Winterquartier aufbrechen. Ein musternder Blick wanderte über die umstehen Bäume. Es musste harte Winter geben in diesem Tal, wenn die Wölfe explizit nach Schutz suchten. Das hob seine Laune ein wenig, er hatte den Schnee seiner Heimat schon so lange vermisst, einen Frühling, einen Sommer und einen Herbst lang. Bald würde wieder seine liebste Jahreszeit herrschen, die höchste Gewalt der Natur, die alles Leben in tiefen Schlaf versetzte und es bis zum nächsten Frühling ruhen ließ. Hoffentlich würde es ein langer Winter werden. Der Weiße stand auf und machte einen kaum merklichen, vergnügten Hüpfer. Wie ein Kind freute er sich auf den Winter, seinen Winter. Den Schnee, die Eiskristalle, den eiskalten blauen Himmel. Was konnte je schöner sein.
In Hochstimmung versetzt folgte er Akara um ihr Gespräch fortzuführen, die Fragen, welche die Fähe ihm stellte, kamen ihm merkwürdig nüchtern und unnötig Zweifelnd vor, aber vielleicht konnte sie seine Ansichten ja einfach nur nicht nachvollziehen. Die Frage nach dem Ursprung für seine Leidenschaft wischte ihm das Lächeln aus dem Gesicht, eine harte Leere breitete sich aus und versteckte den Schmerz, der urplötzlich im Inneren des Rüden aufgestiegen war. Es fiel ihm auch nach Jahren noch schwer darüber zu reden.

"Einst hatte ich eine zweite Hälfte."

Begann er mit schwermütiger Stimme. Langsam brach die Härte in seinem Blick und gab eine tiefe Trauer preis.

"Wir waren immer ein Herz und eine Seele, niemand sonst hatte einen Wert, nichts zählte mehr für uns als das Wir. Wir glichen uns von Geist und Angesicht, unsere zwei Körper teilten eine Seele. Unsere Brüder haben nie verstanden, warum wir füreinander so wichtig, so besonders waren, doch es ist nie anders gewesen."

Während er sprach, schwebte ihm das Gesicht seiner geliebten Schwester vor Augen, brannte sich in seine Gedanken, wie glühendes Eisen. Wann würde endlich Winter sein? Wann würde die Kälte seine lodernde Wut erfrieren lassen und seine brennende Trauer kühlen?

"Ich war früher ein furchtbar leicht reizbarer, hitziger und vor allem törichter Draufgänger. Ich habe mir oft Ärger eingehandelt. Eines Tages kam es, dass mein Vater, Alpha unseres Rudels, beschloss, dass ich nicht tragbar wäre für unser Rudel und setzte das Urteil der Verbannung über mich. Ich weigerte mich zu gehen und auch Elaiya, meine geliebte Zwillingsschwester konnte diesem Urteil nicht tatlos entgegenblicken. Sie wollte mit mir gehen, doch er verbat es. Ich war es, der meinem Vater an die Kehle sprang, aus lauter Wut und Verzweiflung und dem Hass, den er auf sich gelenkt hatte. Ich war jung und unerfahren, kaum ein Jahr alt. Tödlich verwundet sah meine Schwester mich zum letzten Mal, sie stürzte sich mit unserer beider Vater die Klippe hinab, auf welcher der Kampf getobt hatte."

Er sah Akara an, die Schuld stand ihm ins Gesicht geschrieben, Reue war sein einziges Gefühl, es verwischte die Spuren der Trauer und auch der Wut über sich selbst.

"Es war meine Schuld, ich trage auf ewig diese Last mit mir und niemals wird sie vergehen. Doch ich lebe und das hat einen Grund. Wenn ich diese Aufgabe nicht hätte, dann hätte das Schicksal mich in jener Nacht mit ihr sterben lassen oder ich wäre an meinem eigenen Blut erstickt. Ich war nie wieder derselbe törichte Jungwolf, der Schwermut hat mich alt gemacht. Und wie kann ich je wieder im reinen sein mit mir selbst? Ich suche diese Art von Zuhause, wo ich meinen Frieden wiederfinde, doch vieles muss getan werden, großes muss getan werden, ehe ich meine Schuld begleichen kann."

Über Akaras andere Fragen lächelte er ein todtrauriges Lächeln. Er hatte bereits ein junges Leben zerstört und damit auch sein eigenes Glück. Wenn er doch nur ein letztes Mal mit ihr reden könnte um ihr zu sagen, wie sehr er sie liebte.

"Wenn ich meine Schuld beglichen habe, wenn mein Lebenszweck erfüllt ist, der Grund für mein Überleben, dann wird Frieden in meinem Herzen Einzug halten oder der Tod mich holen. Meine Bestimmung wird sich erfüllen, ich werde tun wozu ich bestimmt bin, ehe ich sterbe. Das weiß ich, das ist mein Leben. "


14.10.2008 13:15




Jeanne


Mit einem versucht warmen Lächeln betrachtete die Weiße das kleine Wesen, dass wie jeder Welpe irgendwie.. vollkommen hilflos wirkte. Es war schon merkwürdig. All diese jungen Wölfe, die eigentlich kaum allein überleben konnten, fanden hier zu dem Rudel. So etwas nannte man dann wohl Schicksal. Und dieses Wort stach ihr ins Herz. Auch sie hatte ein Schicksal. Kurz wandte sie den Blick zur Seite. Vor ihrem geistigen Auge konnte sie ihre Gesichter sehen. Ihr Vater, Danley und Shaiya. Alle drei waren von ihr gegangen, wenn auch jeder völlig anders. Jeanne schüttelte leicht den schlanken Kopf. Sie musste sich auf das hier und jetzt konzentrieren. Durch den Regen Schleier hob die Weiße nun den Kopf, schaue erneut zu Cílyn. Mit einem ruhigen Lächeln wollte sie der Braunen erneut zeigen, dass es ok war, das sie zu ihnen gekommen war. Als sie dann sah, wie die kleine Fähe zurück wich, blinzelte sie etwas verdutzt zwischen den Beinen der Braunen hindurch. Was hatte sie den? Sie sollten Shanaro "wegnehmen"? Der Kopf der zierlichen Fähe neigte sich leicht zur Seite. Was hatte sie denn..? Während Shanaro sich zu ihr setzte, senkte sie den Kopf hinab und stubste den Schwarzen an.

"Nein nein, keine Sorge. Vielleicht.. hat sie einfach Angst vor dir, wie du anfangs vor mir."

Sie bemühte sich, dem Schwarzen ein beruhigendes Lächeln zu schenken. Und dann, ganz automatisch musste sie den Kopf heben, als eine bekannte Stimme zu ihr vordrang. Kiba. Mit aufgestellten Ohren lauschte sie den Worten der Grauen. Das Winterquartier. Sie seufzte. Irgendwie verband sie kaum etwas gutes mit diesem Ort. Als Shanaro etwas sagte, senkte die Weiße erneut den Kopf.

"Der Weg dorthin ist schnell gemeistert. Glaub mir. Und dort kannst du dich ausruhen."

Erneut stubste sie den Rüden an, ehe sie den Blick in Cílyn's Augen hob.

"Die Kleine scheint dich ja zu mögen. Würdest du mir den Gefallen tun, und auf sie aufpassen, bis wir bei unserem Ziel angekommen sind? Ich.. glaube ich kann mich nicht wirklich auf meine Aufgabe konzentrieren."


14.10.2008 23:50




Akara Chitaru


Akara war eine aufmerksame Beobachterin, so entging ihr nicht, wie der sympathische Rüde neben ihr auf ihre Worte reagierte. Das einzige, das sie stutzig machte war die Offensichtlichkeit, mit der er seinen Schmerz zur Schau trug. Sie las so viele Gefühle auf den Gesichtern der umstehenden Wölfe, während sie sich selbst wie immer gab. Ohne besondere Emotion. Auch ihr Gesicht enthielt Mimik, aber keine, aus der man irgendetwas über sie hätte erfahren können. Gespannt hörte sie ihm zu, wie er von jemandem sprach, der ihm wohl sehr wichtig gewesen war. Sie versuchte die richtigen Worte für die anderen Gefühle zu finden, die er ihr darbot, ohne Ergebnis.

„Die Schuld wird solange auf dir lasten, bis du dir selbst verzeihst. Keine heldenhafte Tat wird dich befreien, wenn du selbst sie als zu nichtig erachtest. Warte nicht darauf, dass sich dein Schicksal erfüllt, es bestimmt nicht dein Leben und nicht dein Handeln. Dein Lebenszweck wird dir von niemandem vorgeschrieben, du wählst ihn selbst.“

Sie sah ihn an. Es lag ihr fern, ihn zu belehren, oder ihm seine Ansicht zu verbieten, sie vertrat nur ihre Meinung, um ihm einen möglichen, anderen Blick auf das Ganze zu ermöglichen.

„Dein Vater hatte nicht das Recht, über das Leben deiner Schwester zu verfügen und sie traf ihre Entscheidung nach dem, was sie für richtig hielt. Es war für dich eine zeichnende Lebenserfahrung, du wurdest bereits härter bestraft und belehrt, als du es für deinen jugendlichen Leichtsinn verdient hattest. Ich kenne die Regeln der Gemeinschaft nicht, in der du aufgewachsen bist, aber mit der Erziehung eines Jungtiers fängt man nicht an, wenn sich dessen Persönlichkeit bereits teilweise entwickelt hat. Du magst die Fehler nur bei dir suchen, weil es dir jetzt als dumm erscheint, wie du gelebt hast, aber später ist man immer schlauer. Man vermag nicht immer aus der Gegenwart herauslesen, dass man nicht das richtige tut. Vieles erklärt sich erst, wenn wir auf den gesamten Lauf der Geschichte zurück blicken können.“

Nachdenklich lief sie neben ihm her, mit langsamen und bedachten Schritten darauf wartend, dass Kiba Telay die Führung des Rudels übernahm.


16.10.2008 20:32




Korrianke


Es störte Korrianke nicht, dass Akara anderer Meinung war als er selbst. Er fand nicht einmal, dass dem eindeutig so war. Vielmehr beleuchtete sie die Tatsachen einfach von einer anderen Seite, ohne ihre Richtigk eit anzuzweifeln. Das gefiel ihm. Er drängte die Verzweiflung bringenden Gedanken an seine Schwester in den Hintergrund seines Geistes und führte die Unterhaltung mit der Fähe fort, die an seiner Seite lief. Es war angenehm, jemanden zum reden zu haben, auch wenn der Weiße nicht das Gefühl hatte, dass Akara seine Empfindungen nachfühlen konnte, sie erschien ihm sehr rational, aber vielleicht war das auch alles, was sie nach außen zeigen wollte oder konnte.

"Meinen Lebenszweck wähle ich selbst, da hast du ganz recht. es ist mein Herz, welches mich zu meiner Bestimmung führt, mein Geist, der sie erkennt und meine Pfote, welche sie erfüllt. Doch das alles ist tief in mir selbst verankert, es ist einzigartig und gewiss, so wie ich selbst. So wie jeder Wolf einzig ist, so ist es auch sein Lebensweg und -zweck."

Es war ein heiteres Lächeln, welches seine Züge verformte, als sein Blick erneut den von Akara traf. Er würde gerne auch ein wenig über ihr Leben erfahren, sein eigenes hatte er ja bereits ein wenig erleuchtet. Er zögerte schließlich nicht, anderen seine Überzeugungen zu offenbaren, das war seine Art der Ehrlichkeit.

"Wie ist es mit dir, Akara? Was führt dich zu diesem Rudel und was hält dich hier?"

Das vollkommen einwandfreie Verhalten, die förmliche Höflichkeit der Fähe und ihre klare Ausdrucksweise hatten Korrianke neugierig gemacht. Jeder Schritt der Wölfin schien bedacht, jede Geste geplant. Es gab keine Willkür in ihrem Handeln.


16.10.2008 22:33




Akara Chitaru


Akara kommentierte Korriankes Entgegnung nicht weiter, sie akzeptierte seine Einstellung und wollte nicht unhöflich erscheinen, in dem sie weiter nachbohrte. Er schien ihr ein sehr vernünftiger Wolf zu sein und erinnerte sie ein wenig an die Gemeinschaft, in der sie gelebt hatte. Abgesehen von seinen vielen Emotionen und der Redseeligkeit war sie sicher, dass er gut hineingepasst hätte. Aber ihren Stamm gab es nicht mehr und mit ihr würde eines Tages die letzte Erbin sterben und die jahrhunderte lange Tradition würde für die Welt verloren sein. Sie war schon verloren, aber Akara wollte sich erst ein Bild davon machen, ob es sich um einen Verlust handelte oder ob man ein Leben auch nach anderen Maßstäben leben konnte.
Sie sah Korrianke freundlich an, ohne ihm ein Lächeln zu schenken, oder irgendetwas an ihrer Haltung und Mimik zu verändern. Ihre Einstellung zu seiner Frage war lediglich in ihren Augen zu lesen. Es war sein gutes Recht, ihr Fragen zu stellen, denn sie hatte es nicht anders getan. Sie waren Fremde und eigentlich hatte Akara noch nie bei Null anfangen müssen, in der Beziehung zu einem Wolf. Vielleicht war es gut, wen sie ihm das alles erklären würde, um zu sehen, was er davon hielt.

“Um deine Frage zu beantworten, kann ich dir nur vom Verlust meines Rudels erzählen, dass sie starben und nur ich übrig blieb. Ich wurde nicht vor die Wahl gestellt, ob ich gehen wollte, ich musste es tun. Hier bei diesem Rudel wird mich meine Erziehung halten und meine Einstellung zu dem Verbund von Wölfen. Ich fand hier her, auf meiner langen Reise, auf der ich kein anderes Rudel traf. Man nahm mich freundlich auf, wie ich es nie für möglich gehalten hätte und deshalb gehört mein Leben dieser Gemeinschaft.“

Ihre Augen wanderten eine Runde über die Wölfe, die sich nun um ihre Leitfähe versammelten.

“Das Rudel, in das ich geboren wurde, verhält sich in vielen Punkten anders als die Wölfe hier. Es handelte sich um einen reinen Familienverbund, der sich nicht um Fremde scherte. In unseren Reihen war nur Platz für unser eigenes Blut. Eindringlinge wurden zum Gehen aufgefordert, ohne dass wir je Gewalt anwenden mussten. Wir nahmen einfach keine Wanderer in unserer Mitte auf. Das wäre auch undenkbar gewesen, denn sie hätten sich nie an unsere Lebensweise anpassen können, denke ich. Ich selbst wusste wenig über die Welt außerhalb meines Rudels, über die Regeln und Gesetze der Wölfe, die ganz anders leben, als wir es taten. Im Großen und Ganzen strebte mein Stamm von morgens bis abends nach Perfektion. Wir sind ausgezeichnete Kämpfer und großartige Jäger, aus unserer Blutlinie entstammten viele sehr weise Wölfe und es gab keine Fähigkeit, die ein Wolf braucht, an der wir nicht bis an unser Lebensende gearbeitet hätten, um sie weiter zu entwickeln und zu verbessern. Unsere Nachkommen wurden von den erfahrensten Wölfen unterrichtet und jeder von ihnen musste noch mehr Weisheit sammeln, im Lauf seines Lebens. Jede zweite Generation musste einen ehrenvollen Führer hervorbringen, um seine Großeltern an der Spitze abzulösen.“

Sie beendete vorerst ihre Erzählung, um zu ergründen, ob Korrianke ihr folgen konnte und wie er darauf reagierte. Denn das Leben der Wölfe in der freien Welt zu erforschen, war ihr bislang nicht gelungen. Sie wusste noch nicht, wie sehr sie sich von ihren Artgenossen unterschied.


17.10.2008 12:28




Zorro Marú


Vollkommenheit. Was verstand man darunter? Konnte man es fühlen, es spüren, wie ein sachter Windhauch? Es sehen und begutachten, es Lieben? Vollkommenheit, brauchte es dafür zwei oder drei Schnauzen, vier oder fünf? Oder reichte ein einziger Wolf dazu? Brauchte es eine Umwelt, eine Natur voll grüner Blätter, saftigem Gras, Wasser, Luft und Erde? Brauchte es Vögel, die den Himmel zusammen mit weissen Wolken verzierten, brauchte es Rehe und Hirsche? Oder reichte nur ein Gegenstand, einen Ast, einen Stein?
Frage um Frage, die den schwarzen Rüden immer wieder durchzuckten. Doch nun war Zorro um die Antwort schlauer. Sanft sah er seinen neuen Freund an.
Das, das ist Vollkommenheit. Shitéryu.

"Womit hast du mich nicht verdient?"

Lächelnd sah Zorro seine Begleitung an, lächelte und lauschte dem Ausruf der Alphafähe. Winterquartier? Interessiert spitzte der Schwarze die Ohren, wandte sich aber gleich wieder an Shitéryu. Abwartend sah Zorro Marú mit einem kontinuierlichen Lächeln auf den Lefzen ab.
Vollkommenheit. Ja, es war tatsächlich Vollkommenheit.


17.10.2008 19:23




Adali


Mit dem mütterlichen Ausdruck in ihren Augen betrachtete sie den Jüngling vor ihr und erst jetzt fiel ihr auf, dass er sich kleiner gemacht hatte, sich duckte. Sachte, nur ganz minimal legte sich der Kopf der Schwarzen zur Seite. War etwas nicht in Ordnung? Gerade wollte sie ihn danach fragen, da sprang Senedd vor und vergrub seine Schnauze in ihrem Brustfell. Eine Sekunde macht das Herz Adalis einen Satz vor Überraschung, dann beruhigte es sich wieder und die Nachtflamme legte den Kopf auf den ihres kleinen Schützlings. Beruhigend strich sie mit der Schnauze über seinen Kopf, fuhr zärtlich mit der Zunge durch sein Fell – tröstend und beschützend. Alleine mit ihrer Körpersprache drückte Adali aus, dass sie nichts Böses an den Kleinen heran lassen würde, dass er ruhig weiter sprechen konnte, wenn er wollte. Nach einer kurzen Unterbrechung fuhr Senedd auch tatsächlich fort. Schweigend lauschte die Schwarze, unterbrach und bewegte sich nicht weiter. Einzig ihre Zunge strich beruhigend und zärtlich über das dunkle Fell des Jungwolfes, der noch so sehr ein Welpe war, den sie lieb gewonnen hatte.
Als er ihre eigene Situation ansprach, zuckte etwas in ihr zusammen. Ja, sie war alleine. Verlassen von ihrer Familie, ihrem alten Rudel, von ihrer alten Heimat, verlassen von ihrer einzigen Liebe, ihren Welpen. Das was ihr geblieben war, war nur noch das Rudel und Senedd selber.

.oO(Wenn du wüsstest, wie oft ich in der Vergangenheit lieber geweint hätte...)

Ein trauriger Ausdruck legte sich in die bernsteinfarbenen Augen, die längst das Flirren, das Brennen des unbändigen Feuers vergessen hatten. Es war weg, im Strom der Zeit und des Schicksals verloschen. Um mit dieser Tatsache, der sie sich bewusst war, den Jüngling nicht weiter zu verschrecken oder zu verunsichern, schloss sie schnell die Augen, als er den Kopf ein wenig anhob. Sie wollte nicht, dass er sie so sah, dass sie immer noch zurück dachte, ab und an. Vor allen Dingen in solchen Momenten, in denen sie gerne das sein wollte, es aber nicht sein konnte. Oder zumindest noch nicht ganz.
Eine ganze Weile ließ Adali verstreichen, ehe sie die Augen doch wieder öffnete, ein paar Herzschläge nur so durch den Regenschleier starrte, ehe sie den Kopf ein wenig senkte und ihre Schnauze sachte gegen seine drückte.

So etwas schlimmes wird dir hier nicht passieren, das verspreche ich dir. Ich passe auf dich auf und ich bin so zu dir, weil ich dich gern habe. Sehr gerne sogar.

Als der Ruf Kibas erschallte, zuckte wieder etwas in der Schwarzen zusammen. Damals... damals war so viel geschehen, an das sie nun besser nicht dachte. Die Winterhöhle. Oh ja, sie erinnerte sich nur zu gut. Vergessen würde sie wohl niemals.

Komm mit, Senedd. Wir werden wohl bald aufbrechen.

.oO(Kiba hat vollkommen Recht...aber... )

Ein Schwall von Bildern tauchte vor ihrem geistigen Auge auf, alles Gesichter die sie gekannt und die sie verloren hatten, wurde aber schnell wieder zurück gedrängt. Dieses Mal würde es anders sein. Ganz sicher.


17.10.2008 23:46




Yacáru


Komischer Kauz!, musste Yacáru immer wieder denken. Abgesehen davon, dass er ihr wohl patu nicht seinen Namen nennen wollte, sagte er auch sonst nicht viel und gab immer nur kurze, knappe Kommentare von sich, die nur geringfügig mit dem zusammen passten, was die kleine Welpin eigentlich gesagt hatte. So musste sie jetzt hören, dass er nicht lachen wollte. Yacáru konnte das nicht verstehen, es war ihr schleierhaft, wieso sich dieser Wolf so sträubte. Es war doch ein schönes Gefühl zulachen!

Warum denn nicht- oh!“

Als sich der Schwarze so plötzlich erhob, wäre sie fast abgerutscht, konnte sich aber noch halten, indem sie ihr Gleichgewicht hielt und zudem die Pfoten etwas fester in seine Schultern rammte. Vielleicht war das ein etwas unangenehmes Gefühl für ihn, aber was stand er auch so einfach auf! Trotzig blieb die Weiße auf seinem Rücken liegen und klammerte sich fest. Wo wollte er denn jetzt hin? Den Kopf ein wenig höher reckend, versuchte sie über seinen Kopf hinweg zu blicken. Aber der Regen machte es auch weiterhin schwer, überhaupt etwas in der Ferne zu erkennen. Außerdem würde sie gleich eine Genickstarre erleiden, wenn sie den Kopf weiter so hielt.
Yacáru spitzte die großen Ohren, als sie ein Heulen hörte. Hier waren wohl doch noch mehr Wölfe! Aber warum war dieser Schwarze hier dann so weit weg von ihnen? Ging er jetzt zu ihnen hin? Heh, der wollte sie doch nicht etwa loswerden?!

Wenn du mir deinen Namen nicht sagen willst, könnte ich dich Dallan nennen, das heißt grimmiger Wolf!“

Sie kroch wieder etwas weiter nach vorne und versuchte dabei ihr Gleichgewicht zu halten. Keck schnappte sie nach einem seiner Ohren und zog leicht daran. Normalerweise hatte die Kleine ziemlich schnell etwas gegen unfreundliche, böse Wölfe, aber sie fand den hier gar nicht böse. Unfreundlich, vielleicht ein bisschen, aber er war eher komisch und interessant. Er würde sie sicher nicht so schnell und einfach los werden.


18.10.2008 15:40

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
16.09.2010 15:13
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Cave of Mind
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23.07.2005

Seite 6




Ares


Ares hatte in der Tat seine liebe Mühe mit dieser hartnäckigen Welpin, die sich anscheinend in den Kopf gesetzt hatte, ihn zu quälen. Ein anderer Wolf hätte vielleicht gewusst oder viel mehr daran gedacht, dass es nun einmal in der Natur eines Welpen lag, die Grenzen auszutesten. Es war eine vollkommen normale Art und davon abgesehen sinnvoll für das noch junge Wesen, die Welt schnell kennen zu lernen.
Aber an so etwas dachte er nicht, denn er hatte keine Erfahrung mit Welpen und deren Verhalten. Somit ließ sich seine ungünstige Reaktion wohl gut erklären.

Dass die Kleine sich in sein Fell stemmte, nahm er schweigend hin. Es war eben eine Notwendigkeit, wollte sie nicht herabfallen, was sollte er darauf auch sagen oder tun?
In diesem Moment ertönte auch Kibas Ruf, der ihm doch immerhin ein Ausweg schien. Er würde zu den anderen gehen und war sie nun endgültig los. Sicherlich würde Jeanne das kleine Ding freudenstrahlend aufnehmen und auch Adali waren diese lebhaften Fellbündel doch ziemlich lieb. So hätten alle etwas davon, Ares seine Ruhe und die Kleine jemanden, der mit ihr sprach.

Dass ihr ihr derzeitiger Gesprächspartner nicht passte, machte sie dadurch deutlich, dass sie ihm nun beschloss, einen eigenen Namen zu geben. Ares war niemand, der so stolz auf seinen Namen gewesen wäre, dass es ihn ein anderer gestört hätte oder gar erzürnt. Sie sollte ihn nennen, wie sie wollte. Das hatten seine Eltern schließlich auch gemacht, ohne ihn zu fragen.

Gerade als der Schwarze sich aber in Bewegung setzen wollte, packte sie sein linkes Ohr. Zuerst schnippte er reflexartig mit diesem, dann hatte sie es gepackt.
Dieses Gefühl weder gewöhnt noch erwartend, zuckte er unwillkürlich zusammen und blieb stehen. Sein Körper versteifte sich etwas und er musste zugeben, dass er sich durchaus erschrocken hatte. Diesen Schrecken allerdings wollte er nicht zeigen und in seinem Tonfall überdeckte er ihn mit Ärger, als er sagte:

“Lass das gefälligst!“

Er setzte sich in Bewegung, leicht brummend und versuchte, in der Ferne das Rudel zu sehen. Je schneller er das ding auf seinem Rücken los war, desto besser.


18.10.2008 21:25




Korrianke


Korriankes Augen weiteten sich, während Akara erzählte. Was sie sagte, kam ihm unglaublich vor, aber ihm wurde schnell klar, wie real ihre Erzählung tatsächlich war und dass alles, wovon sie sprach, tatsächlich bestanden hatte. Ein Eliterudel, bestehend aus einer reinen, unverfälschten Blutlinie. Das klang ein wenig nach Rassenhygiene für ihn, doch er konnte den Grund dafür nachvollziehen. Wenn man so nach Perfektion strebte, dann war es klar, dass das die Wölfe einer Selektion unterliegen mussten. Es war erstaunlich für ihn, dass es solch eine Lebensart unter den Wölfen, seiner eigenen Art, gab oder gegeben hatte. Das Erstaunen war ihm zwar ins Gesicht geschrieben, doch er verurteilte Akaras Herkunft nicht. Anders hieß schließlich nicht immer gleich falsch, das hieß es sogar eher selten.

"Das hört sich wirklich interessant an, Akara. Ich hätte nicht gedacht, dass es Wölfe gibt, die nach Vollendung streben, nach Vollkommenheit. Es imponiert mir ein wenig, das muss ich zugeben, dass du zu diesen Wölfen gehört hast"

Er schenkte ihr ein ermunterndes Lächeln. Es war sicher hart für sie, solch einen drastischen Lebenswandel durchzumachen, ganz zu schweigen von ihren Verlusten.

"Es tut mir sehr leid, dass du deine Familie verloren hast. Magst du mir erzählen, wie das passiert ist?"

Aufmerksam sah er sie an, sanft und ruhig hallte seine tiefe Stimme, die leise und melodisch war. Noch immer freute sich sein Herz, dass in seiner weißen Brust schlug, auf den kommenden Winter und er war zugleich froh, dass er bereits Bekanntschaften gemacht hatte im Rudel.


19.10.2008 19:14




Teyrm


Sag allen hier ich bin unterwegs.
Es gibt soviel Neues zu seh’n.
Der Himmel ist blau, ich bin unterwegs
Und ich möchte gar nicht anderswo geh’n.


Schritt für Schritt setzte der junge Wolf seinen Weg fort. Er genoss jede kleinste Eingebung der Natur. Die Pflanzen, Bäume, Erde, ja sogar der Regen passt in dieses Bild, in diesem Umgebung, in dieses Leben. Ja, dies war seine Heimat. Lange hatte es gedauert. Lange war er doch irgendwie fort gewesen. Und im Herzen doch immer daheim. Man wollte es ihm vielleicht nicht ansehen, doch innerlich war der Rüde glücklicher als je zuvor, glücklich und sicher. Hier fühlte er sich sicherer als an jedem anderen Ort. Und hätte er auch niemals zugegeben das er diese Sicherheit schätzte, so war es für ihn ganz allein etwas ganz besonderes. Mit leuchtenden Augen wandte er sich zu seinem beiden Begleitern zu, den beiden Geschwistern. Nur er war irgendwie als Einzelkind gereist, mehr oder weniger, denn allein war er niemals und Toboe war mehr als nur ein Freund für ihn, viel eher ein Bruder, als all seine Geschwister. Teyrm hatte direkte Familienbande damals nicht verstanden. Inzwischen hatte er einiges gelernt, wusste Dinge besser einzuschätzen, auch wenn er jung war. Und ein Idiot. Ja, so war er halt. Mit vor Schalk glitzernden Augen hüpfte er auf seine beiden Weggefährten zu.

"Wir sind bald da. Ich kann sie schon ganz leicht wittern. Trotz des Regens!"

verkündete er übermäßig stolz und kippte die Ohren zur Seite, während er Toboe sachte mit der Pfote gegen die Schnauze ditschte. Äusserlich hatte sich der Rüde verändert, sehr sogar. Er hatte hübsche Zeichnungen und Fellverfärbungen bekommen und noch ausdrucksstärkere Augen. Innerlich, war er fast der Gleiche gewesen, nur ein wenig erwachsener. Auch wenn er dies nicht immer zeigte.

Sag allen hier ich bin unterwegs
Und ich liebe jeden kleinen Schritt.
Und die Sonne, sie Strahlt,
ich bin unterwegs,

dieses Lächeln geht stets mit mir mit."


Er hob den Kopf und lauschte. Lauschte dem Trommeln des Regens. Lauschte dem Wald und seinen Bewohnern. Sie hatten sich wohl versteckt, umschlossen sich in Wärme und waren doch jener Gemeinschaft ausgesetzt, die er vermisst hatte. Er war kein wirklicher Einzelgänger, er hätte niemals weiter so wie Tearl leben können, er war ein Rudelwolf und er hatte aufgaben, so war es nun einmal. Er wollte sich vor nichts drücken, aber sich auch nicht beherrschen lassen - und er wollte vor allem eines nicht, einsam sein. Er hatte die Bitterkeit der Einsamkeit gespürt, hatte sie - wenn auch nur kurzweilig - kennen gelernt. Und er hasste sie, er verabscheute sie. Niemals würde er sich damit anfreunden können. So war er nicht. Die Augen suchten jeden Winkel ab, bis er sicher war, sich hier an allem sattgesehen zu haben und weite rlaufen zu können. Er wartete nicht übermaßen auf die anderen, zu sicher war er sich das sie ihm folgten. Es war ihm bewusst, dass sie ihm immer folgen würden, zumindest Toboe, doch er wollte dies nicht ausnutzen. Er wollte keine Zeit verlieren und er genoss ihr Vertrauen. Das war es. Und er wollte dieses Vertrauen weiterhin halten, er wollte sie nicht im Stich lassen. Er wollte niemals mehr jemanden im Stich lassen. Er freute sich darauf seine Familie zu sehen. Seinen Vater, den er so bewundert hatte, seine Mutter, die so besonders waren und genauso seine wirklichen Geschwister die sein Beginn waren All dies, würde für immer da sein. Und er wollte sie bei sich haben. Er wollte sie behüten und ihr Lächeln sehen, er wollte sie Glücklich und Stolz machen. Niemals mehr wollte er jemanden Traurig machen. Seine Einstellung war einfach, doch komplex und besonders auch selbstständig, er wusste was er wollte, er hatte seine Meinung und ließ sich nicht umstimmen.

Denn ich weiß genau, dass wir uns
Bald wiederseh’n,
egal wie weit entfernt wir auch sind.
Und ihr lacht, wenn ihr Geschichten
Von uns hört –
Oh, mein Herz so warm berührt."


Seine Pfoten hinterließen Spuren in der Erde, doch die waren hier egal. Sie waren beschützt, behütet von diesem Tal, von dieser Heimat, welches sie vor Monaten verlassen hatten. Nun kehrten sie zurück. Die Ausreißer, die Rebellen, der Ärger würde niemals so schlimm werden, dass er seine Freude dämpfen konnte. Sie war überschwänglich und berauschend und er glaubte nicht, dass seine Pfoten schnell genug laufen konnten, oder eher, die der beiden lahmen Mäuse dort hinter ihm. Schnell drehte er sich um, lief ein paar Meter rückwärts, damit er Naíra und Toboe ins Gesicht sehen konnte und dennoch weiterlaufen konnte. Garnicht mal so einfach. Ein trippelte ein paar Schritte, dann hatte er jedoch einigermaßen den Dreh raus.

"Wenn ihr weiter so lahm lauft, sind wir in drei Tagen noch nicht da. Los los!"

Meinte er und grinste neckisch. Dann wandte er sich wieder um und trabte munter weiter. Komischer Kauz. Ja so war er, so würde er immer sein. Wild und frei, nicht einmal in seinen Worten eingeschränkt. Er wusste wann er die Schnauze zu halten hatte, doch verbieten lassen, niemals. Dazu war ein viel zu großer Wortkönig und hatte für vieles eine gute Antwort parat, auch wenn er es verabscheute direkte Entscheidungen treffen zu müssen. Es hatte etwas endgültiges, und endgültig war niemals gut.

"Sag ihnen, ich bin unterwegs,
neue Freunde und Orte in Sicht.
Ich schlaf ein unter den Sternen,
die viel erzähl’n,
und der Mond wacht ganz still
über mich."


Würden sie stolz auf ihn sein? Seine Mutter? Vater? Die Geschwister? Oder würden sie ihm so sehr böse sein? Würden sie ihn vielleich sogar fort jagen? Unsinn, dass wohl niemals, darauf vertraute er ihnen zu sehr, dafür liebte er zu sehr. Und er hatte es ja nicht bös und eigentlich nicht einmal extra getan. Sie hatten sich ja nur verlaufen und dann Naíra schnell zu einem anderen Ort bringen wollen, damit sich jemanden um sie kümmerte. Sie hatten einfach nicht mehr zurück gefunden, aber Hilfe gesucht. Und dann war Tearl da gewesen. Und Teyrm hatte in ihm einen Lehrer gefunden. Er hatte diesen Wolf fast schon vergöttern. Er war ein Held für ihn, ein richtiger Wanderer und Freigeist. Und ein lustiger Freund. Der Aschfarbene hatte in ihm das Vorbild gefunden, dass er gesucht hatte.

"Weder Regen noch der Schnee hält
Mich zurück,
die Sonnen scheint bald, du wirst seh’n.
Und der Wind begleitet mich und singt

Ein Lied und ich sing mit,
lässt mich immer, immer weitergehen."


Und so beendete er sein Lied und lief uneingeschränkt weiter. Es würde sich schon alles richten.


19.10.2008 20:49




Yago


Yagos Schritte waren kraftvoll und entschlossen. Er hatte – welch Ausnahme – in der Friedensallee gelegen und sich über alles mögliche Gedanken gemacht. Über die Tatsache, dass er das Rudel nicht mehr beabsichtigte zu verlassen, über Kiba und über Leikuna, die er an sich gebunden hatte, als wäre sie eine Tochter. Eine Handlung, von der er weiterhin nicht wusste, ob sie weise gewesen war, rückgängig ließ sie sich jedenfalls nicht mehr machen und damit war es zu spät, um sich damit all zu sehr zu beschäftigen. Seit dem Tag, an dem er sie beschützt hatte, beinahe sogar für sie getötet hatte, er war so kurz davor gestanden, dass seine Läufe unkontrolliert gezittert hatten, fühlte er sich für sie verantwortlich. Für einen kleinen Welpen, auf den man gut Acht geben musste. Nur selten ließ er sie wirklich allein, wie zum Beispiel jetzt, da er einige Momente für sich alleine gebraucht hatte. Die meiste Zeit wachte zumindest sein Blick über sie. Das hatte die Begebenheit mit sich gebracht, weit mehr beim Rudel zu sein, als zuvor und damit auch sehr oft bei Kiba, eine Tatsache, von der er nicht wusste, ob er sie gut oder schlecht finden sollte. Jetzt war er zwar eine ganze Weile nicht beim Rudel gewesen, würde sich aber gleich wieder bei Kiba melden. Er war ihr Beta und egal was sie dachte, dieser Aufgabe würde er gerecht werden. Besonders seit Yosó nicht mehr der Alte war. Der Tag im Regen und der Anblick des Schwarzen war ihm noch gut im Gedächtnis, die Leere und keinerlei Erkennen in seinen Augen … jetzt war der Rüde nur noch irgendjemand im Rudel und kam damit seinem eigentlichen Auftreten Yagos Meinung nach sehr gut nach.
Er erreichte kurz nach Kibas Aufruf in die Winterhöhle zu ziehen, den Rudelplatz. Die letzten Meter hatte er sich beeilt, er wollte das Rudel erreichen, bevor es aufbrach. Jetzt tauchte er zwischen den Bäumen direkt hinter der Leitwölfin auf. Ihr Fell war durchnässt und, soweit Yago es erkennen konnte, hatte sie wieder diesen melancholischen Schleier über ihrem Blick, der in Yago das Gefühl auslöste, für sie da sein zu müssen.
Er verlangsamte seine Schritte und kam schließlich neben ihr zum Stehen, sah sie kurz an, nickte dabei ganz leicht, als würde er irgendwelche Gedanken ihrerseits, die er nicht kannte, bestätigen und suchte dann Leikuna. Die Weiße müsste hier irgendwo sein, zumindest hatte er sich beim Verlassen des Rudels versichert, dass sie da war.


22.10.2008 11:49




Leikuna


Leikuna hatte am Seeufer gelegen, abseits der anderen Wölfe. Ihr Blick hatte das Wasser beobachtet und den Himmel, den Regen und all das...all das, was so fremd und mittlerweile doch so selbstverständlich war. Ihr Fell war längst voller Matsch, weil der Boden unter ihr aufgeweicht war, und mit einem kurzen Blick zur Alpha erhob sie sich und watete ins Wasser, gerade so weit dass es allen Schlamm aus ihrem Fell wusch. Das Wasser tropfte von ihren Ohren und von ihrer Nasenspitze, und es beruhigte sie und gab ihr ein angenehmes Gefühl inmitten des Wassers zu stehen. So, als gehörte man dazu, so als sei man selbst Wasser.

~Wasser und Regen~

kang es in ihr, und ihr Blick rückte in ferne, längst vergangene Zeiten ab, als es noch eine Wölfin mit Namen Gaya für sie gab...es war alles so fremd, so fern...unerreichbar.
Leikuna trat wieder aus dem Wasser, schüttelte das Wasser aus ihrem Fell und in den unaufhörlichen Regen hinein, und trabte in Richtung Kiba Telay inklusive Versammlung.
Ihr einzig wirklicher Kontakt war vorerst Yago geblieben, und nach den seltsamen Vorfällen der letzten Zeit hatte sie es nicht gewagt sich alleine unter die Wölfe zu mischen...jetzt war er aber nicht da, und sie hatte Kibas Ruf vernommen. Wo auch immer dieses Winterlager war, sie durfte auf keinen Fall den Zug dorthin verpassen, alleine würde sie es nicht finden...

Kiba kam in Sichtweite, um sie herum eine kleine Ansammlung von Wölfen...und da, etwas großes, schwarzes näherte sich...Yago!
Ihre Schritte wurden zu freudigen Sprüngen, wedelnd hüpfte sie auf den Rüden zu, umkreiste ihn, lies die Zunge von unten her auf seine Schnauze zu zucken und machte noch einen freudigen Hüpfer, bevor sie neben ihm lief, und ihn anlächelte.

"Hey!"

begrüßte sie ihn freudig, und sah dann wieder in Richtung der anderen Wölfe.

"Weißt du wo das Winterquartier ist? Und wie sieht es dort aus? Und...warum regnet es eigentlich immer?"

Neugier? Was sollte das denn sein?
Munter lächelnd lief sie nun neben ihrem unfreiwilligen großen Bruder her.


22.10.2008 15:20




Kiba Telay


Abwartend stand die silbergraue Wölfin aufrecht im Regen, ließ den Blick langsam im Kreis gleiten und beobachtete, wie sich das Rudel langsam, ziemlich langsam in Bewegung setzte. Nur Akara Chitaru und Korrianke, die zwei Neulinge waren gleich aufgestanden und wieder zu ihr herüber gekommen, dabei aber weiterhin schwer in ein Gespräch vertieft. Kiba Telay hörte nicht zu, es ging sie nichts an. Ihr Blick glitt zu Adali, welche sich immerhin auch wieder erhob. Ähnlich sah es bei Jeanne aus. Dabei musterte sie noch kurz prüfend die Welpen, doch Shanaro und die fremde Welpin erschienen ihr alt und kräftig genug für den Marsch.
So wollte sich die Requistin grade wieder umwenden, um zu schauen, wer da noch zu ihnen stieß, als sie von der Seite her die Worte „Es tut mir sehr leid, dass du deine Familie verloren hast. Magst du mir erzählen, wie das passiert ist?“ aufschnappte. Unwillkürlich zuckte Kiba etwas zusammen, drehte die Ohren und schielte aus den Augenwinkeln zu Korrianke. Aber jener hatte nicht mit ihr gesprochen. Natürlich nicht, woher sollte er das auch wissen? Er sprach mit Akara. Und auch sie schien ihre Familie verloren zu haben ... es gab so viele Wölfe, die ohne Familie durch das Leben gingen. Dabei musste sie nicht einmal tot sein. Das Leben konnte so unbarmherzig sein.
Doch noch bevor Kiba zu einer weiteren Reaktion fähig war, drang das leise Geräusch von Pfoten, die durch den Matsch liefen, an ihre Ohren. Keine paar Sekunden später war er an ihrer Seite. Als hätte er ihren stummen Ruf, der speziell an ihn gegangen war, gehört. Auch sein Nicken sprach dafür. Natürlich war sich Kiba dennoch sicher, dass Yago nicht zum Gedankenleser mutiert war, trotzdem musste sie lächeln. Ein ehrliches, erfreutes Lächeln. Wenn der Schwarze neben ihr stand, fühlte sie sich automatisch stärker, ohne dass es eine Erklärung dafür gab. Auch jene Worte damals in der ersten Herbstnacht, bei der Friedensallee, hatten nichts daran geändert. Nein, vielleicht waren sie sogar die Erklärung. Jetzt war es nämlich nicht mehr selbstverständlich, dass er da war. Und grade das er deswegen trotzdem zur Stelle war, machte die Silbergraue irgendwo glücklich.
Jetzt musste Kiba Telay den Blick aber wieder von ihm nehmen, ihre Aufmerksamkeit wurde auf Leikuna gezwungen, die plötzlich angesprungen kam und Yago umwirbelte, als sei sie noch eine Welpin. Sie hatte oft beobachtet, dass Leikuna quasi wie eine Klette an ihrem Beta hing, er ließ es sogar zu. Manchmal schlich sich die Frage, was sie davon halten sollte, in ihre Gedanken, wurde jedoch genau so schnell wieder weg geschoben. Vielleicht war sie ja im Geiste wirklich noch wie ein Welpe. Also schenkte Kiba auch ihr ein freundliches Lächeln.

Das Winterquartier ist eine große, geräumige Höhle dort in der Bergkette, Leikuna. Es ist ... schön dort. Aber auch etwas gefährlich ...“

Sie hatte diesen Teil für Yago beantwortet, war nur zum Schluss kaum merklich leiser geworden. Ihr Lächeln blieb standhaft und kämpfte die Erinnerungen einfach hinfort. Zumindest wollte es das.


22.10.2008 22:59




Akara Chitaru


Akara sah Korrianke ohne besonderen Ausdruck an, innerlich lächelte sie und wäre sie eine normale Wölfin gewesen, hätte sie dass dem Rüden auch gezeigt. Aber sie wusste nicht, wie man mit solchen Mimiken umging und auch nicht, dass sie sie so einfach zeigen konnte, ohne dass sie in dem Glauben lebte, es wäre ihr völlig verboten.

“Es gibt nicht nur unseren Stamm, der nach Vollkommenheit strebt. In einer alten Überlieferung gab es einst ein Rudel, das normal war, wie jedes Andere. Alle Wölfe waren aufeinander angewiesen und trotzdem lebten sie in ständigem Streit miteinander, bis sie auseinander brachen. Aber auch danach rivalisierten sie noch miteinander. Es ist viele Jahrzehnte her und auch wir wussten nicht, wie viele dieser Wölfe ein eigenes Rudel gründeten, um Perfektion zu erfahren und den Anderen überlegen zu sein. Ein mir bekannter Clan strebte nach Vollendung seiner Jagdfertigkeiten, ein weiterer Stamm bemühte sich um Wissen und ein Rudel hatte sich dem Kampf und dem Krieg verschworen. Sie bildeten ihren Nachwuchs zum Töten aus. Meine Gemeinschaft hingegen strebte die Dominanz in allen Punkten an, die als wichtig für das Leben erachtet wurden. Unsere Entwicklung dauerte deshalb länger. Wir sind gut im jagen, ausgezeichnet im kämpfen und unsere Ältesten waren weise, aber niemand war vollkommen. Und als uns der kriegerische Stamm angriff, unterlagen wir ihm, trotz der hundertjährigen Bemühungen. Alles Streben wurde ausgelöscht, weil die Kampfwölfe in ihrer Machtgier vergaßen, den Welpen Güte und Liebe zu lehren und so Generation um Generation mehr zerstört wurde. Sie werden sich mit ihren einsamen Herzen, die mit Hass gefüllt sind eines Tages selbst zugrunde richten. Wir wussten das, ich weiß es, aber es kostete mich den Sinn meines Lebens, meine Familie, an deren Seite ich mich zuhause fühlte.“

Sie sah ihm tapfer in die Augen, mutig und stark. Ihr war alles genommen worden, aber es schien nie in Frage gekommen zu sein, dass sie sich deshalb gehen ließ. Sie suchte nach einem neuen, einem anderen Leben, bereit, Traditionen aufzugeben und sich anzupassen. Sie würde hier neue Erfahrungen machen. Ihre ganze Liebe galt der Gemeinschaft, aus der sie stammte und ihr Herz war von Eltern und Rudelmitgliedern gestärkt worden. Für ein ganzes Leben.

“Es gab kein Regelwerk für einen solchen Zwischenfall, kein Gesetz für einen Wolf, der aus unserer Blutlinie als einziges übrig blieb. Niemand hatte geglaubt, dass es so geschehen würde. Ich kam mir hilflos vor und das erste Mal konnte ich nicht die Ältesten um Rat fragen. Meine Entscheidung musste ich selbst treffen und so gelangte ich hier her. Vielleicht hat mich etwas wie Schicksal hier hergeführt.“

Sie überlegte zu erwähnen, dass es nicht üblich war, so viel zu reden, vor allem nicht über Gefühle von Schwäche, aber sie wusste, dass die Situation es erlaubte und ihre Familie ihr jede Abweichung von ihren Traditionen vergeben würde. Der Stamm der Chitaru existierte nicht mehr.


23.10.2008 07:28




Shitéyru


« Nach jedem Stillstand folgt irgendwann wieder der erste Schritt... »

Nachdenklich betrachtete Shitéryu seinen Freund, den er wohl wahrlich einen Freund nennen durfte. Noch immer konnte er es kaum glauben, der Gedanke war nach wie vor fremd für ihn, doch zugleich wieder so vertraut. Das Einzige, was nicht eingetreten war, dass er den Schwarzen als selbstverständlich empfand. Wie könnte er auch. Dazu war es eine viel zu ungewöhnliche Begebenheit. Als Zorro ihm mit einer Gegenfrage antwortete, zuckten die Ohren des Weißen, der Blick lag kurz auf den eigenwilligen Augen, ehe er seine Seelentore wandern ließ. Eine Weile schwieg er, in der er nach einer vernünftigen Begründung suchte. Ja. Warum? Warum nicht und warum doch? Er wusste es nicht.

Ich weiß nicht recht. Wegen meinem Wesen? Weil ich ich bin?

Ratlosigkeit lag in seinen Augen, als er seinen Blick wieder zurück schweifen ließ. Weiter kam der Helle allerdings nicht, erklang der Ruf der Alpha in diesem Augenblick, die alle zu sich rief. Eine Winterhöhle in den Bergen. Er konnte sich nicht entsinnen, ein Mal in einer solchen Höhle wie ein Bär überwintert zu haben. Sein Familienrudel hatte sich immer im Wald verkrochen, was eines Tages zum Verhängnis wurde. Der für den Rüden typische leere, gebrochene Ausdruck kehrte in seine Augen zurück, als er sich erhob, als wollte er dem was war entfliehen.

Wir sollten uns der Gruppe anschließen, ehe wir den Anschluss verlieren.

Langsam trat der Rüde vorwärts, die Augen nun starr auf den matschigen, aufgeweichten Boden gerichtet. Wenn es hier in diesem Tal so viel Schneite, wie es im Augenblick Regen gab, würden sie, wenn sie nicht auf einem höher gelegenem Ort Zuflucht suchten, bald in den Schneemassen ersticken.

Ich hätte für meinen Teil dann Ruhe, aber es ist egoistisch so zu denken. Der Rest des Rudels...und auch er... sie alle sollen leben.

« Jeder Anfang führt zum Ende... »


23.10.2008 08:39




Yago


Als Leikuna in Yagos Blickfeld gesprungen kam, spürte er kurz so etwas wie Erleichterung. Sie war wohlauf, schien glücklich und hatte niemanden bei sich, der ihr etwas Böses antun könnte. Es war wohl das erste Mal, dass Yago so etwas wie Sorgen spürte, seit der Nacht im Sommer, der nun so weit entfernt schien, hatte er sich mit großen Sprüngen an ganz andere Gefühle als Hass angenähert. Und er merkte, was sie mit sich brachten … Freude, ebenso wie Schmerz und Sorge … auch wenn er sich weiterhin von all dem distanzierte, unsicher, ob er sich darauf einlassen sollte. Jetzt aber war er froh, dass die Weiße auf ihn zu gesprungen kam und ihn ausgelassen umkreiste, sich freute, ihn zu sehen. Er senkte leicht die Schnauze und berührte Leikuna an der Lefze. Eine Geste, die man zwar nicht als sanft bezeichnen konnte und trotzdem so viel mehr war, als sonst ein Wolf von ihm geschenkt bekommen hatte.

“Da bist du ja.“

Seine Stimme klang irgendwie anders. Sie hatte etwas beschützendes an sich, etwas, dass jeder heraushören konnte, der seine Worte gehört hatte und etwas, das jedem klar machte, dass wenn er Leikuna irgendetwas zu Leide tun würde, es mit einem mächtigen Gegner zutun haben würde, der keine Gnade kannte. Vorerst aber war alles friedlich und Yagos Blick haschte ein Lächeln Kibas auf, das ihm zeigte, wie sehr sie sich darüber freute, dass er aufgetaucht war. Es wärmte. Von den vielen Fragen Leikunas nahm Kiba ihm auch gleich eine ab und erregte damit erneut seine Aufmerksamkeit. Kaum merklich war ihre Stimme zum Schluss leiser geworden und Yago spürte schwere Erinnerungen auf ihrer Schulter lasten. Er konnte nicht erahnen, worum es sich dabei handelte … vielleicht hatte sie dort ihre Eltern verloren, vielleicht ein Teil ihres Rudels. Irgendetwas musste es sein und für wenige Sekunden berührte seine Pfote die ihre, bevor er sich Leikuna zuwandt und nickte.

“Es ist dort sehr schön, ein Wasserfall fällt ganz in der Nähe und ein Regenbogen spannt sich über die Felsen. Vielleicht ist es an manchen Stellen etwas gefährlich, aber es gibt keinen Grund zur Sorge, ich werde schon aufpassen, dass niemand fällt.“

Der letzte Satz war nicht nur an die Weiße gewandt sondern ebenso für Kiba. Bei keinen von beiden würde er zulassen, dass der Abgrund an dem schmalen Pass entlang sie verschluckte. Langsam sah er in den Himmel, der weiterhin monoton seinen Regen herabfließen ließ und tatsächlich seit Tagen nichts anderes mehr tat.

“Es hat lange nicht geregnet. Jetzt muss der Himmel all das Wasser loswerden, das er angesammelt hat.“

Schwache Erklärung, aber er wusste auch nicht, warum es nur noch regnete. Die Wolken wollten selbst jetzt, Anfang Winter, wo sie doch so oft von der kalten Wintersonne beschienen wurden, nicht weichen. Vielleicht war das in den Bergen besser, möglicherweise hingen die Regenwolken so tief, dass sie einfach über sie hinwegstiegen.


23.10.2008 12:26




Korrianke


Ein leises Lächeln schlich sich auf das Gesicht des weißen Rüdens, die kristallenen Augen blickten in die Ferne, während er sich jedes Wort der Fähe neben ihm nochmals durch den Kopf gehen ließ. Es klang so logisch, so natürlich, dass jemand, der sich auf eine einzige Sache spezialisierte, jemand anderem, der in mehreren Dingen an sich arbeitete, in diesem einen, speziellen Punkt überlegen war und auch, dass man, wenn man stets eisern nur einem einzigen Ziel entgegenstrebt, andere Dinge vernachlässigt. Es klang schicksalshaft, dass eben dieses einseitige Streben das Ende der Ehrgeizigen war, ebenso wie auch jene, die nach Omnipotenz strebten damit ihr eigenes Urteil unterschrieben hatten. Welch seltsame Ironie, dass sowohl jene, die nach Perfektion in einer Sache strebten vergingen, als auch die, welche sie in allen Punkten verfolgten. Sicher wäre diese Erzählung ein sehr lehrreiches Märchen, wenn nicht die Wahrhaftigkeit ihres Inhaltes den Ernst der Lage beschreiben würde. Es war nicht nur eine Geschichte, es war wirklich so geschehen und Akara, die ihm jetzt gegenüberstand, war ein Teil davon gewesen, war es immernoch. Ein wenig hatte es Korrianke die Sprache verschlagen, was ihm gerade zu Ohren gekommen war und so rang er einen Moment nach Worten.

"Ich hoffe, du findest, wonach du suchst."

Sagte er schließlich, abermals mit einem Lächeln auf den Leftzen. Er mochte die Fähe, weil es einfach war sich mit ihr zu unterhalten. Es gefiel ihm nicht, wenn man anderen jedes einzelne Wort aus der Nase ziehen musste und auch ihre Offenheit und die Ehrlichkeit hinter ihren Worten imponierte ihm. Als er in ihre Augen sah, war er erstaunt und beeindruckt von dem Mut und der Stärke, die sich ungebrochen darin spiegelten. Vor ihm stand nicht die zerstörte Silhouette einer betäubten Wölfin, die am Tod ihrer Familie zerbrochen war, die man vielleicht erwartet hätte, wenn man diese Geschichte hörte. Vor ihm stand ein selbstbewusster Wolf, dessen Leben noch lange nicht vorüber war und dessen wahre Bestimmung noch vor ihm lag. Kurz lag Sehnsucht in seinem Blick, während er ihr ins Gesicht sah. Für einen kurzen Moment wünschte er, selbst so tapfer sein zu können, wie sie.

"Jetzt tut es mir leid, dass ich dir vorhin soviel von meiner eigenen Trauer aufgebürgt habe, Akara. Ich habe nicht die Kraft dazu gefunden, sie vor dir zu verbergen. Verzeih mir."


23.10.2008 17:44




Leikuna


Leikuna hatte Yago begeistert begrüßt, und so wenig sie etwas falsches daran erkannt hatte, so wenig erkannte sie auch an seinen Worten etwas unnormales. Er war, ob er wollte oder nicht, vom Tag ihrer Begegnung an immer mehr zu einem Führer im Dunkeln und einem Bruder geworden, ganz selbstverständlich, ganz von selbst. Und sie fand zu einer Art inneren Wesen, das vorher nicht da gewesen war. Es war voller Überschwang, trotzdem Yago ihr nicht gerade Ausgelassenheit vorlebte - aber vielleicht auch gerade deshalb, und von all dem was sie sah - und das Rudel war voll von unterschiedlichen Wölfen - nahm sie einen Teil in sich auf, und das war bislang das erste Resultat - etwas fröhliches, rein in seiner Freude und ungebrochen. Das Blatt begann sich zu füllen, und Leikuna spürte wie sie sich formte - wenngleich sie es nicht als solches wahrnahm, sondern eher als zurückkehrende, lang vermisste Festigkeit in sich selbst.

Sie erreichten Kiba gemeinsam, und auch ihr galt ein freudiges Lächeln. Wenngleich sie Leikuna nicht ansatzweise so vertraut war wie Yago, so war sie doch eine Freundin des Schwarzen - so zumindest hatte Leikuna es verinnerlicht - und musste darum eine gute Wölfin sein. Was auch das Lächeln bloß bestätigte, das sie von Kibas Gesicht pflückte, bevor die Graue ihre Frage nach dem Winterplatz beantwortete. Zwar hatte Leikuna den letzten Satz nicht überhört, jedoch hatte sie keine Zeit darüber nachzudenken, weil sich Yago schon zu Wort meldete.

"Und der Regenbogen ist immer da?"

hakte sie nach, schien es ihr doch ein seltsamer Zustand. Obwohl...der Regen hier war auch allgegenwärtig und offensichtlich nicht gewillt zu verschwinden. Warum sollte nicht auch ein Regenbogen solche Launen haben dürfen.

Mit aufgestellten Ohren hörte sie seine Worte zum Regen, und grinsend lief sie noch einmal um ihn herum, um mit herausfordernd-thriumphierendem Lächeln vor ihm stehen zu bleiben, einer Detektivin gleich die ihn als Mörder überführte.

"Du hast lange nicht gelacht. Was machst du mit all der Fröhlichkeit die sich in dir ansammeln muss?"

Zufrieden lächelnd legte sie den Kopf schief, und sah dann zu zwei anderen Wölfen herüber, die in der Nähe standen und sich unterhielten. Kurz beobachtete sie beide, und sprang dann näher heran, sie war neugierig geworden, erstrecht als sie die Farben ihrer Augen erkannt hatte. Der Rüde, weiß und fast so groß wie Yago, hatte ähnliche Augen wie Kiba, nur dunkler, und - so schien es ihr - intensiver. Die braune Fähe ihm gegenüber hatte dagegen einen magischen Farbton in den Augen den Leikuna nicht benennen konnte. Interessiert stand sie nun neben den beiden, sah vom einen zum anderen und kam nicht ein mal im Traum auf den Gedanken dass sie stören könnte.

"Ihr habt aber beide schöne Augen!"

begrüßte sie die zwei mit ehrlicher Bewunderung, und sah unaufhörlich vom einen zum anderen, konnte sie sich doch an beiden Augenpaaren einfach nicht satt sehen.

"Ich bin Leikuna, und wer seid ihr?"

es mochte klingen wie die Begrüßung eines Welpen, aber tatsächlich stand hinter all dem bloß ein unbeschwert-fröhliches Gemüt, dass von den Schmerzen dieser Welt nichts wusste.


24.10.2008 13:48




Kaya Erúhen


Ein Jammer, dass Kaya hier in den Bergen nicht rennen konnte, ohne sich in Gefahr zu bringen! Einige Male schon hatte sie es probiert und jedes Mal wäre sie beinahe in den Tod gestürzt. Also trabte sie mehr oder weniger froh und munter voran und stellte sich die Sonne vor, warm und hell, um diesen ewigen Regen und diese dämliche Kälte besser ertragen zu können. Sie wusste, dass in dem Tal, in das sie wanderte, ein Rudel Wölfe lebte und fragte sich schon die ganze Zeit, wie sie diesen Regen aushielten, ohne durchzudrehen.
Das Wüstenkind hatte die Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen nie bereut und sie tat es auch jetzt nicht. Sie hoffte einfach gewohnt optimistisch, dass die Sonne bald wieder hinter den grauen Wolken hervorfinden würde. Und bis dahin...Naja, Kaya hatte viel Vorstellungskraft, das würde sie schon irgendwie hinbekommen. War ja auch alles nicht so schlimm.
So trabte sie gemütlich vor sich hin, mit einem strahlendem Lächeln auf dem Gesicht, die großen Ohren richtete sie fröhlich mal nach hinten, mal nach vorne und mal zur Seite. Solange, bis sie ein Geräusch auffingen, einen lauten, verzweifelten Schrei.

"Was ist denn da passiert?"

sagte sie verdutzt, vergaß ihre Vorsicht und rannte los. Mehr als einmal stolperte sie über Felsen oder rutschte auf dem nassen Gestein aus, aber wie durch ein Wunder geschah ihr nichts Schlimmeres.
Hier oben gab es auch nichts Interessantes, das Kayas Aufmerksamkeit auf sich lenkte und sie diesen entsetzten Schrei vergessen lassen konnte. So erblickte sie bald die schwarze Fähe, die jemandem hinterherzulaufen schien. Die Halbwölfin war mit wenigen Sätzen bei ihr, passte sich an ihr Tempo an und sprach sie von der Seite an.

"Hast du da gerade so geschrien? Was ist passiert? Wer bist du? Wie heißt du? Ist da vorne noch jemand? Woher kommst du? Ich komme aus der Wüste, da scheint immer nur die Sonne! Magst du die Sonne? Ich heiße Kaya!"

Kaya hätte wohl noch mehr geredet, wenn sie nicht in diesem Augenblick über einen Stein gestolpert wäre.


27.10.2008 19:16




Kiba Telay


Kiba betrachtete Leikuna ruhig, fragte sich leise, woher nur dieser welpengleiche Ausdruck in ihren Augen stammte. Sie hatte eine erwachsene Wölfin vor sich, die doch mehr Kind, als alles andere zu sein schien. Ihr eisblauer Blick wanderte zu Yago und als sie seine Pfote bei ihrer spürte, drehten sich ihre Ohren leicht zur Seite. Wenn sie an die Worte des Schwarzen, damals in jeder Nacht dachte, erschien ihr diese eigentlich sehr kleine Geste doch sehr bedeutsam. Aber es fiel ihr immer noch schwer den Wolf ein zu schätzen, der gesagt hatte, dass er nicht der war, den sie kennen gelernt hatte. Sie hatte gesagt, dass sie „mitspielen“ würde, außerdem war es ein angenehmes Gefühl von ihm berührt zu werden. So lächelte Kiba einfach weiter, versuchte nicht zu zeigen, wie sie wegen Yagos grade gesprochenem Satz schlucken musste. Fallen ... Es war an diesem verhängnisvollem Tag gewesen. Einer jener Tage, wo sich schlagartig alles änderte.

Ja ... es sollte wirklich keiner fallen.“

In den tiefen Abgrund. Niemand mehr. Sie wandte sich von Yago wieder zu Leikuna, die sich aber bloß für den Regenbogen zu interessieren schien. Die Weiße hatte wirklich etwas von einer naiven, lieben Welpin, wie sie so um Yago herum lief und schließlich darüber klagte, dass der Schwarze lange nicht gelacht hatte. Hatte er je einmal gelacht? Kiba fand keine Zeit Leikuna bezüglich des Regenbogens zu antworten, nämlich dass er nur bei Sonnenschein existierte, sie sprang nämlich ganz plötzlich auf und davon, zu den zwei Neuen Korrianke und Akara hinüber. Lächelnd den Kopf schüttelnd, drehte sich die Silbergraue wieder zu ihrem Beta und sah ihn ein paar Atemzüge lang an. Dann erhob sie sich.

Lasst uns aufbrechen.“,

sprach sie an alle gewandt. Inzwischen hatten sich auch Shitéryu und Zorro erhoben, zwei Rüden, die bisher noch keinen wirklichen Kontakt zum Rudel suchten. Aber sie folgten. Am Waldrand konnte sie die schemenhafte Gestalt eines schwarzen Wolfes ausmachen und ohne noch genauer hin zu sehen, nahm Kiba Telay an, dass es sich um Ares handeln würde und wandte sich nach Norden, Richtung des großen Sees. Dort würden sie wie jedes Jahr – auch wie in jenem Jahr – vorbei gehen und den Weg zum Pass einschlagen. Ruhig, aber nicht zögerlich setzte die silbergraue Leitwölfin ihre Pfoten voran.


30.10.2008 15:34




Yacáru


Wieder musste sich die kleine Yacáru ein bisschen hartnäckiger festhalten, es war die reinste Schaukelfahrt auf dem Rücken des schwarzen Wolfes, den sie jetzt Dallan getauft hatte. Jetzt blieb der einfach stehen! Aber wenn er glaubte, er könne sie so leicht von seinem Rücken befördern, dann hatte er sich geschnitten! Es war nicht bequem, laufen wäre wahrscheinlich viel einfacher, aber so konnte sie garantieren, dass er nicht abhaute ... wo auch immer er hätte hinrennen wollen. Außerdem wollte sie ihm keinen Sieg gönnen! Wo gab es überhaupt einen Kampf?
Beleidigt grummelnd ließ die kleine, schneeweiße Welpin also Dallans Ohr los und schaukelte wortlos im Rhythmus seines Ganges hin und her. Ihre eigenen, großen Ohren ließ sie allerdings gespitzt. Konnte sie da nicht langsam schon die anderen Wölfe sehen? Angestrengt rief sie sich wieder in Erinnerung, welche Nachricht in dem Heulen von eben gelegen hatte. Eigentlich keine. Hatte nach einem Zusammenruf geklungen, oder so. Jetzt konnte sie erkennen, dass sich das ganze Rudel in Bewegung gesetzt hatte, alle in eine Richtung. Wieder stupste sie den Schwarzen an, diesmal gegen den Hinterkopf.

Duhuuu? Wo gehen die denn alle hin?“,

fragte sie naiv. Vielleicht wusste Dallan ja mal was, oder ließ sich zu irgend einer vernünftigen Antwort herab. Aber so wie sie ihn bis jetzt einschätzte, sagte er entweder gar nichts, oder gab sowas von sich wie ... „Woher soll ich das denn wissen?“. Schwieriger Brocken.


30.10.2008 15:45




Saiyán Tendes


Scheiße, was für ein Mistwetter. Saiyáns Blick ging in den Himmel über ihm und seinen Bruder und er hatte nicht übel Lust, den Regen anzuknurren. Nur, dass das irgendwie keinen Spaß machte. Seit sie beide Mitsah und Pyry verlassen hatten, fühlte sich Saiyán nicht mehr ganz vollständig. Der Gamma hatte sie weggeschickt, es als letzte große Prüfung tituliert, das Rudel wieder zu finden. Was mit ihm und Pyry passieren würde, hatte er nicht gesagt, aber Saiyán hatte da ein Scheißgefühl. Ganz so, als wäre es ein Abschied für immer gewesen, auch wenn der nichts Sentimentales an sich gehabt hatte. Viel eher hatte er stolz vor Mitsah gesessen, dann Pyry fest auf die Schnauze geschlagen und mit Baum einen überzeugten Blick gewechselt. Doch von dem Enthusiasmus war nichts mehr übriggeblieben. Sie wanderten schon seit Tagen durch den Regen, hatten keine Ahnung, ob sie in der Nähe des Rudels waren – nur in ihrem Revier, das erkannten sie – und noch dazu fühlte er sich irgendwie krank. Sein Kopf tat höllisch weh und seine Kehle brannte, immer wieder musste er leise husten. Der überhebliche, vor Kraft und Aggression nur so strotzende Noo war wieder zu dem kleinen Saiyán Tendes geworden, der keine Lust mehr hatte und sich lieber irgendwo verkriechen wollte. Ihm fehlte Pyry, nicht nur die Raufereien, sondern genauso auch das Gefühl einen echten Freund zu haben. Hätte er Baum nicht an seiner Seite, wäre er wohl schon längst irgendwo liegen geblieben um nicht mehr aufzustehen. Aiyán war der einzige Wolf, der ihm etwas bedeutete und der einzige, der ihn irgendwo verstand.

“Baum …?“

Seine Stimme war heiser und es viel ihm schwer, richtig zu sprechen. Er brauchte jetzt eine warme Höhle und – was er nie zugegeben hätte – eine Mutter, die ihn warmhielt und umsorgte.

“… ich fühl mich beschissen.“

Er schielte zu seinem Bruder, der zumindest was das patschnasse, jetzt noch viel schwärzere Fell betraf ganz genauso aussah wie er sich fühlte. Aiyán war der einzige, dem gegenüber er so etwas zugab, auch wenn man es ihm wahrscheinlich ansah. Seine Augen waren ein wenig glasig, seine Bewegungen weitaus schleppender als sonst und der Klang seiner Stimme gab dem den Rest. Was für ein beschissenes Leben.


30.10.2008 15:46




Yago


Jetzt, da Yago nicht mehr geschützt von tiefhängenden Blättern fast trocken in der Friedensallee lag, bemerkte er, wie dicht der Regen eigentlich fiel. Eben gerade noch waren nur seine Pfoten nass und ein paar Tropfen in seinem Fell, jetzt hatte der Regen bereits sein Fell durchdrungen und klebte überall, in der Nase, in den Augen, in den Ohren. Er schüttelte leicht den Kopf, um wenigstens etwas Wasser loszuwerden, es hatte allerdings wenig Erfolg, so versuchte er sich einfach auf die vielfältigen Fragen Leikunas zu konzentrieren und den Regen zu vergessen. Ob der Regenbogen immer da war? Immer, wenn die Sonne schien und das war jetzt eher unwahrscheinlich.

“Wenn die Sonne scheint, glitzern die Strahlen im Wasser, so entsteht ein Regenbogen. Und da das Wasser vom Wasserfall immer fließt, brauchen wir nur noch die Sonne, um ihn zu sehen.“

Er war ein guter Erklärer geworden, beantwortete nicht nur die Frage an sich, sondern versuchte Leikuna so viel beizubringen, wie er wusste. Das war nicht wenig, angesichts der Tatsache, dass er weit gereist war und immer viel zugehört hatte – weit mehr als zu reden, sodass sie damit die erste war, die all dieses Wissen vermittelt bekam. Ihre zweite Frage war dagegen etwas kniffliger, aber Yago war es gewohnt, dass Leikuna mehr aus ihm herausquetschen wollte, als es zu quetschen gab. Doch bevor er darauf eine gute Antwort gefunden hatte, hatte die Weiße zwei Wölfe entdeckt, deren Namen Yago schon wieder vergessen hatte und war davongestoben.

“Es muss Fröhlichkeit geben, damit sie sich ansammeln kann.“

Murmelte er mehr zu sich selber, bemerkend, dass Kiba es sicher hatte hören können. Es war nicht weiter schlimm, die Graue wusste um seinen Zustand und würde mit der Zeit nur immer mehr Puzzelteile aufschnappen. Außerdem musste sie wissen, dass er zumindest seit er im Rudel war nie gelacht hatte. Und wenn er hier nicht lachte, dann ganz sicher auch nicht anders wo, waren dieser Ort und dieses Rudel doch das einzige, was er schätzte und in dem er länger verweilte. Außerdem war ihm Humor fremd, Witze verstand er nicht und warum sonst sollte man noch lachen? Angesichts des wunderschönen Lebens wohl kaum, wenn man sich seines betrachtete.
Kiba erhob sich, rief zum Aufbruch und begann los zu laufen. Ohne zu zögern, stand auch Yago auf, warf einen Blick zu Leikuna, die sich weiterhin bei den beiden Wölfen befand … sollte etwas dort nicht richtig laufen, würde er es mitbekommen. Er schloss zu Kiba auf und trabte neben ihr her, sie liefen nicht zu schnell, jeder sollte mühelos mithalten können. Nur all zu viel Zeit sollten sie sich nicht lassen, die Nässe und der Regen musste besonders Welpen nicht sehr gut tun.


30.10.2008 16:09




Ares


Wenn man den schwarzen Rüden foltern wollte und daran scheiterte, dass er Schmerz gleichmütig hinnahm, hätte man ihm nur einen Balg wie diesen auf den Hals hetzen müssen. Ares wusste sich nicht zu helfen mit dem kleinen Wolf. Seine Art kannte den Umgang mit Welpen nicht, aber seine Gesinnung verbot ihm auch, sich zu wehren, wie er sich einem erwachsenen Wolf gegenüber gewehrt hätte.

So also blieb ihm nichts weiter, als die Nervensäge zu ertragen, wie es war und seinen Schritt etwas zu beschleunigen, um bald zu den anderen zu gelangen. Traben oder gar wirklich rennen konnte er dabei nicht, denn dann wäre die Kleine sicherlich von seinem Rücken gefallen. Und das wäre wohl kaum im Sinne des Schöpfers gewesen.
Nun, er lief dennoch recht schnell und hatte die anderen beinahe eingeholt, als das Plappermaul mal wieder an ihm herumzerrte wie an einem zähen Ast.

“Zum Winterquartier“, erwiderte er brummend.

Er selbst hatte es freilich noch nicht gesehen, aber er war sich sicher, dass er dieses Balg unterwegs ganz aus Versehen in einer Gletscherspalte verlieren würde, wäre er es nicht bald freiwillig los. Endlich holte er zu den anderen Wölfen auf. Ein paar neue Gesichter erkannte er hier in der Menge, aber er kümmerte sich nicht um sie. Stattdessen begab er sich zielgenau zu Kiba. Er hielt es für besser, mit ihr zu sprechen, anstatt die Kleine gleich bei Jeanne oder einer der anderen Fähen abzugeben.

Als er zu Kiba aufgeholt hatte und den Wald nun endgültig hinter sich ließ, wartete er einen Moment, um sich ihrer Aufmerksamkeit und des passenden Zeitpunktes wegen sicher zu sein, ehe er sprach.

“Die kleine Welpin hier hat sich im Wald verirrt. Sie weiß nichts vom Verbleib ihrer Eltern, aber ich nehme an, es war nicht falsch, sie mitzunehmen.“

Dass er keine große Wahl gehabt hatte, ließ er bei Seite, das gehörte nicht hierher.

“Ich denke, Jeanne wird sich gut um sie kümmern, wenn sie denn bleiben darf.“

Seine Worte waren bedacht und sanft gewählt, auch wenn seine Stimme den Unmut nicht gut verbergen konnte. Aber er zielte darauf ab, das Gör so schnell wie möglich loszuwerden und dazu musste man eben auch Kompromisse eingehen.


30.10.2008 16:13




Toboe Tear


Munter trabte der junge Rüde vor sich her, schaute in jede Richtung, um sich alles genau ein zu prägen. Er kannte das Tal, natürlich. Aber Erinnerungen verblassten, und Toboe war der Meinung, er müsse sie auffrischen. Also atmete er jeden Geruch ein, prägte sich jedes Bild ein. Er schien fast schon abwesend in jede Richtung zu blicken, als wäre er mit den Gedanken völlig an einem anderen Ort. Irgendwann blickte er dann zu Teyrm, neigte den Kopf leicht schief. Vielleicht schnupperte er auch einfach nur den Regen? Nichts trotz, sondern.. den Regen halt. Kurz nach den Worten des Rüden wurde er schon wieder geschlagen. Leise grummelnd schnaubte der Graue.

"Jaja.. ich mach ja schon."

Skeptisch betrachtete der junge Wolf seinen besten Freund. Er war müde. Und eigentlich war ihm nicht nach noch mehr herum gelaufe. Nur sein Ziel trieb ihn an. Und trotzdem hätte er gern geschlafen. Wenigstens ein paar Minuten. Aber Teyrm würde ihn wahrscheinlich eh belagern.. Kurz gähnte Toboe auf, trabte jedoch weiter und lauschte dem Lied des Schwarzen. Leicht den zierlichen Kopf schüttelnd drehte Toboe den Kopf zu Naíra, zwinkerete der Fähe zu.

"Er hat etwas von einem Sklaventreiber, oder?"

Er flüsterte seiner Schwester etwas zu, schaute dann wieder nach vorn zu seinem Freund, als wäre gar nichts passiert. Bald würden sie da sein. Lange konnte es nicht mehr dauern. Als der Schwarze sich dann wieder an sie richtete, klappte Toboe eingeschnappt das Maul auf. Wie schnell sollten seine müden Knochen den noch laufen?! Aber nun gut! Dann sollte er es so haben! Kurz zu seiner Schwester nickend, sprang er los. Neben Teyrm angekommen, stubste er ihn an, wandte den Blick dann wieder nach vorn.

"Na los, du lahme Ente! Beweg dich, sonst kommen wir nie an!"

Gehässig grinsend machte er einige große Sätze, um aus der Reichweite des Rüden zu verschwinden. Das wäre doch gelacht, wenn er gegen ihn verlieren würde!


30.10.2008 21:52




Akara Chitaru


Akara nickte freundlich, bei den Worten des Rüden. Bestätigend, dass sie dies auch hoffte und dankend, dass er gütig genug war, ihr dies zu wünschen. Sie fühlte sich von ihrer Vergangenheit ein wenig befangen. Um erzählen zu können, hatte sie sich in die Zeit zurück versetzen müssen, in der ihr all diese Weisheiten und Regeln erklärt und antrainiert worden waren. Sie würden immer tief verankert bleiben, dennoch war sie nicht mehr eine Wölfin ihres Stamms, sondern gehörte diesem Rudel an, für das sie bereit war, die gleichen Opfer zubringen.
Nachdenklich sah sie ihn an, verinnerlichte seine Worte. Sie wollte diese Entschuldigung nicht hören, wünschte sich, sie einfach wegwischen zu können. Es war unnötig, um Verzeihung zu bitten.

„Dein Leben verlief anders, als meines. Es ist viel schwerer, wahre Stärke aus Erfahrung zu entwickeln, als sie durch die Familie als Geschenk mit auf den Lebensweg zu bekommen.“

Der Blick der Wölfin, die durch ihr Aussehen und Auftreten wie ein Rüde wirkte, glitt zu einer ihr unbekannten Fähe, die sich ihnen näherte. Erst empfand sie es als unhöflich, dass man einfach ihr Gespräch störte, bis sie sich bewusst gemacht hatte, dass hier viel mehr Worte ausgetauscht wurden, als in ihrem Geburtsrudel. Sogleich mischte sich wieder Freundlichkeit unter ihren skeptischen Blick, ohne dass sich augenscheinlich viel an ihrer Mimik veränderte.

„Vielen Dank.“

Sie verneigte sich grüßend vor der weißen Wölfin, ihre Art beobachtend und nach der Aura sinnend, die ihr so unbefleckt vom Leben schien, obwohl die Fähe ausgewachsen war und mit Sicherheit auch den dritten Frühling hinter sich hatte.

„Mein Name ist Akara…“

Ihr Blick glitt zu Korrianke den vorzustellen ihr als unhöflich erschienen wäre.


01.11.2008 11:22




Cáraya


Noch immer meinte sie Manhanís schreie zu hören, als die kleine schwarze Fähe in den Abgrund gerissen wurde. Cáraya legte die Ohren zurück. Yoúm hatte kehrt gemacht und hockte nun wie ein Haufen Elend zwischen den Pfoten seiner Mutter. Sie hatten nur noch einander. eine Familie... und doch nur ein Teil davon.

" Manhaní...

Ihre Stimme war kraftlos wie ein Windhauch der durch die Felsen pfiff. Der junge Rüde war der erste der die seltsame braune Wölfin bemerkte die sich zu ihnen gesellte.
Und er war der erste der antwortete.

" ja. es war meine Mama die da geschrien hat. meine Schwester ist in den Abgrund gestürtzt und nun wahrscheinlich unrettbar verloren. und tot obwohl ich glaube sie weinen hören zu können

Yoúm schloss die Augen und lehnte den Kopf gegen die Beine seiner Mutter die sich hilflos und ein wenig erleichtert an Kaya wandte

" Yoúm, der welpe dort, mein Sohn und ich, und meine erloschene Tochter, Manhaní waren unterwegs ins Tal als der Weg einbrach und sie mit sich riss. fort von uns und ohne das wir etwas hätten tun können

in Cárayas Augen flackerte etwas. sie gab sich noch immer die Schuld obwohl der Junge Rüde der Auslöser für den Tod seiner Schwester gewesen war und nicht seine Mutter


01.11.2008 19:10

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
16.09.2010 15:59
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Cave of Mind
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Fähe

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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 7




Shaí


Es raschelte. Dann trat ein schwarzer, großer Rüde aus dem Gebüsch. Den Kopf mit der langen Schnauze erhoben ging er weiter, schließlich war er endgültig aus dem Wald getreten. Noch wusste er nicht, dass er 'Daywish Wald' genannt wurde. Seine dunkelblauen Augen überblickten das sich vor ihm erstreckende Gebiet. Er schaute zurück, doch er sah nur Bäume, dich aneinander gedrängt, und sie versperrten ihm somit die Sicht auf die Bergwiesen und auf den Wasserfall. Ein wenig hochmütig schaute er sich wieder um. Er runzelte seine schwarze Stirn. Sein Fell glänzte schwarz, und seine blauen Augen stachen dadurch noch mehr hervor. Langsam schlenderte er weiter, er ließ sich Zeit. Pfote setzte er vor Pfote. Das Gras gab unter seinem Gewicht ein wenig nach, als sie sich jedoch wieder hoben, richtete es sich wieder auf. Er stieß einen etwas gelangweilten Seufzer aus. Was zum Teufel hatte ihn nur in diese Gegend getrieben? Er runzelte leicht die Stirn. Er tadelte sich jedoch bereits selbst für seine Dummheit.

oO.(Ach komm schon... dein altes Leben hat dich gelangweilt, also beklag dich jetzt nicht. Wie wär's, wenn du mal die schöne Landscha...)

weiter ließ er seine Gedanken nicht sprechen. Was sollte das denn bitte? Er trabte los, regelmäßig pendelte die Rute hin und her, das Gleichgewicht ausbalancierend. War es wirklich nur die Langweile gewesen? Oder auch etwas anderes? Er hatte keine Lust, sich weiter damit zu beschäftigen. Am Ende würde es ja eh nichts bringem, wozu dann die Mühe? Der tiefschwarze Rüde trug den Namen Shaí. Er kam von weit her und war von einer gewissen Schönheit gesegnet, die ihm seine Mutter gegeben hatte. Er trug das Haupt gerne hoch und war stolz, ja oft zu stolz. Wenn man ihm in die Augen sah, sah man, dass hinter der Eitelkeit Intelligenz herrschte. Sonst hätte der eben erwachsengewordene Rüde wohlmöglich nicht sehr lange gelebt. Er war ziemlich eitek, fand sich selbst sehr schön (nun, was er schließlich auch war) und stolzierte durch die Gegend. Shaí stieß ein kurzes Bellen aus. Es kam keine Antwort. Er runzelte nocheinmal die Stirn. Wozu hatte er den dichtesten aller dichten Wälder denn überhaupt durchquert, wenn es hier noch nicht einmal ein Rudel gab, das ihn hätte aufnehmen können. Wozu war er denn durch diese komische Höhle gekrochen, die ihn erst in dieses Tal geführt hatte? Er blieb aprupt stehen und verzog verärgert das Gesicht. Der Schwarze ärgerte sich nun wirklich. Er bemitleidete sich im Moment wirklich sehr.

oO.(Fängst du etwa schon wieder damit an. . . ?)

fragte ihn eine Stimme in seinem Kopf. Wütend knurrte Shaí. Er wurde auch Eisprinz genannt und Spiegel. Er wusste, was ihm den letzten Namen eingebracht hatte. Er sah gerne auf die Oberfläche der Seen, der Pfützen, der Tümpel. . .
Er verzog die Miene und setzte sich hin. . . Doch der junge Rüde sah schließlich ein, dass das eben so wenig brachte, ein Rudel zu finden. Er stand auf, schüttelte sich kurz, um den ockerfarbenen Staub von seinem schwarzen Fell zu bekommen und trabte los. Er hatte einen Entschluss gefasst. Er wollte ein Rudel finden. Und er würde ein Rudel finden. Der Rüde wusste nicht, dass er nur etwa zwei Kilometer entfernt von einem Rudel war. Sonst hätte er sich wahrscheinlich mehr beeilt. Er wusste ja selbst nicht, warum er überhaupt ein Rudel suchte. Shaí kam gut mit sich selbst klar, er war auch gerne mal alleine. Mal. Aber nicht immer. Er war eben das Rudelleben gewöhnt, und er wollte sich das nicht mehr abgewöhnen. Es war viel zu bequem, als das er darauf hätte verzichten können. Dann hörte er ein Bellen. Shaí trabte zwar weiter, jedoch hob er noch mehr den Kopf und seine Ohren schnippten umher, als hätte er mindestens zwanzig Wölfe heulen gehört. Er beschleunigte sein Tempo, sein Getrabe wurde sehr schnell, bis er sich schließlich flüssig in ein weiches Galopp begab und immer weiter rannte. Seine Pfoten berührten kaum noch den Boden, dennoch kam der schwarze Rüde überhaupt nicht aus der Puste, im Gegenteil, mit einer tiefen Zufriedenheit auf dem Gesicht und ruhigem Atem flog er über den Boden hinweg. Dann wurde er etwas langsamer. Wie sollte er der Alpha gegenübertreten? Er wusste es eigentlich, doch er mochte es nicht, sich zu verbeugen oder sich zu unterwerfen. Dennoch, er musste es. Es blieb ihm überhaupt nichts anderes übrig. Wieder tadelte er sich selbst. Sich gegen die Alpha zu stellen wäre eben so dumm, wie weiter zu laufen, wenn sich vor einem ein Abgrund auftat. Er schüttelte den Kopf, ein leichtes Lächeln umspielte seine Lefzen. Dann trabte er wieder los, immer näher kam er dem Rudel. Dann sah er plötzlich einen Wolf. Wieder bremste er ab. War dieser Wolf etwa schon ein Rudelmitglied? Er ging langsam auf diesen zu. Er wollte ihn nicht verärgern, weshalb er einen kleinen Bogen schlug und von der Seite auf den Wolf zu kam. Dieser Wolf war ein Rüde. Shaí war sich da sehr sicher. Er blieb in einem Abstand stehen, bei dem er sich sicher war, dass der andere ihn nicht verletzen konnte, bevor er selbst hätte fliehen können. Er überließ nichts dem Zufall, denn das wäre doch dumm gewesen, und hätte keinen Sinn gemacht. Dann erhob der Schöne das Wort.

"Sei gegrüßt, Fremder. Bist du auch auf dem Weg zu einem neuen Rudel? Auf der Suche? Ich bin Shaí und komme von weit her. . . vielleicht könnten wir ja zusammen weiter gehen. . . ?"

fragte er den grauen Rüden vor sich. Shaí musterte ihn abschätzend. Eine schlechte Angewohnheit seiner seits. Der Rüde schien ihm nicht bösartig zu sein, doch er war ein wenig größer als er selbst. Das fand Shaí wiederum nicht gut. Doch dann trat wieder ein selbstsicheres Lächeln auf seine Lefzen, seine weißen Zähne strahlten und er erwartete die Antwort des Rüden.


01.11.2008 22:36




Cílyn Nuray


Cílyn Nuray schien zwar anwesend zu sein, doch war sie im Geiste an einem völlig anderen Ort. Eigentlich wollte sie den Tag nichtmehr darüber nachdenken, doch der ewige Regen spülte Erinnerungen wach, die sich nicht so einfach beiseite schieben ließen. Sie war stiller als sonst, und ihr Gesichtsausdruck war ein anderer - selbst ihr Lächeln schien am heutigen Tag nicht besonders ehrlich. Immer wieder flackerten Bilder vor ihrem inneren auf, die sie so lange vergraben hatte, so tief in ihrem Herzen. Und nur Regen, einfacher Regen war imstande diese Gefühle herbeizurufen, sie wieder frisch an die Oberfläche zu führen und erneut den Schmerz der Vergangenheit erleben zu müssen.
Sie zuckte zusammen, ein knurren, zwei Welpen, die sich anscheinend nicht besonders verstanden, Jeanne, die die Sache zu regeln versuchte. Nur sie war einfach nur da, tat und dachte einfach nichts. Ihr Körper war anwesend, und sie war fort. Es war ein eigenartiges Gefühl, doch war es ihr nicht fremd. Sie seufzte schließlich, und blinzelte mit den Augen, als sie sich bewusst wurde, dass sie sich gerade hinfortgeträumt hatte.
Sie senkte den Kopf nach unten zu Tsurúgi.

"Hör doch bitte auf zu Knurren, das ist unhöflich, und ich kann dir versprechen, dass dir hier niemand etwas tuen wird."

Sie hatte nicht die richtigen Worte, war verwirrt, doch hofftedie trotzdem, dass die Welpin unter ihr, wusste, was sie sagen wollte, und sie Worte nicht als bösaritg aufschnappen würde. Sie hob den Kopf als sie die Stimme von Kiba vernahm.

"Wir sollten auch aufbrechen, oder?"

Sie blickte zu Jeanne, und nickte dieser dann auf ihre Frage hin zu.

"Natürlich, das ist kein Problem."

Vorerst, doch sie konnte für nichts garantieren. Es regnete.


01.11.2008 23:57




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian schritt zügig voran, um dem Ruf der Alphafähe zu folgen. Kiba Telay. Ihr Name geisterte noch durch seinen Kopf, während er unentschlossen schien, ob er sie zusammen mit ihrem Rudel für völlig bedeutungslos erklären sollte, oder ob sie doch ein bisschen besonderer war, als die restlichen gewöhnlichen und einfältigen Wölfe. Sie war jedenfalls durchgeknallt, weil sie sich mit dem elenden Pack abgab. Er glitt im Schatten des Waldes hoheitlichen Schrittes näher, dass Fell vor Ekel leicht gesträubt, als er die Gerüche der Wölfe wieder in die Nase bekam. Elendes straßenkötergleiches Pack. Abartig.
Seine kleine Gestalt schob sich durch die letzten Büsche und trat ins Freie. Mit stechenden, selbstverliebten Augen überflog er musternd die Anwesenden. Kiba Telay schien gerade das Kommando zum losgehen gegeben zu haben und übernahm die Führung. Als nächstes fielen ihm die hässliche Matschwölfin Adali und ihr Anhängsel Senedd, der widerwärtige Fischwolf, auf. Ansonsten kannte er nur Ares, für den ihm die Schimpfwortbezeichnung – sofern er eine gehabt hatte – gerade entfallen war. Alle anderen Gesichter waren ihm völlig unbekannt und wenn nicht gerade alle in Streik getreten waren, und deshalb dem Ruf von Kiba Telay nicht folgten, dann hatte sich das Bild des Rudels mehr als gewandelt, seit er hier angekommen war. Wo waren der Froschwolf und der andere, alte Sack abgeblieben? Oder gar Mitsah und Yosó, für die er, soweit er sich erinnerte, keine neuen Namen erfunden hatte? Hatten sie den stummen, blinden Rüden doch verbannt und endlich mal auf das gehört, was er gesagt hatte?

„Kiba Telay!?!“

Rief er der Leitfähe nach, während er auf sie zueilte und seine Gestalt auch für alle unachtsamen Wölfe preisgab. Zielstrebig stolzierte er auf die weißgraue Wölfin zu, um sich an ihre Seite zu gesellen und, kaum angekommen, etwas zurückzufallen.

„Erscheit es mir nur so, oder werden das hier immer weniger? Wobei… die ganzen Neuen… waren die schon immer da?“

Sein Blick glitt zurück zu all den Fremden. Zu drei seltsamen Wesen, die sich zu unterhalten schienen, zwei davon mit verkrüppelten Augen und dann wanderte sein Blick zu einem reinweißen Welpen. Die Kleine musste zum gewöhnlichen Pack gehören und doch hatte sie etwas, dass man mit seinem Clan hätte vergleichen können. Kritisch betrachtete er das kleine Wesen, sich fragend, ob er es entführen durfte, um es von diesen Missgestalten zu entfernen, die ihm dämliche Regeln wie ‚freundlich zu jedem Wanderer sein’ eintrichtern würden. Schließlich den Kopf schüttelnd, sah er wieder zu Kiba Telay.

„Ich für meinen Teil, bin nach wie vor da.“

Ergänzte er, und obwohl es der Wahrheit entsprach klang es, als wolle er sie damit ärgern.


02.11.2008 11:36




Kiba Telay


Kiba drehte den Kopf noch einmal zurück, als sie Yagos leises Murmeln vernommen hatte, wartete bis er neben ihr lief und bedachte ihn kurz mit einem fast traurigen Ausdruck. Es erschien ihr schrecklich, dass dieser Rüde völlig ohne Fröhlichkeit gelebt haben musste. Selbst sie, die oft von Schicksalsschlägen niedergetreten wurde, hatte doch dieses Gefühl weitläufig kennen gelernt. Vor allem in ihrer Kindheit, als sie noch nicht gewusst hatte, was sie alles einmal erwarten würde. Es war traurig. Und sie hätte Yago so gerne etwas Fröhlichkeit geschenkt. Doch davon musste sie selbst erst einmal genug wieder finden.
Die Silbergraue hörte Schritte hinter sich und staunte nicht schlecht, als Ares bei ihr auftauchte. Nun, eher gesagt staunte sie nicht schlecht über die weiße Welpin, die da patschnass auf seinem Rücken thronte. Wo hatte ihr Epsilon diese kleine Fähe denn aufgegabelt? Ares beantwortete die unausgesprochene Frage sogleich und Kiba nickte leise für sich. Noch ein verwaister Welpe ... Auf seine weiteren Worte musterte sie den Schwarzen etwas eingehender und ein Lächeln zog sich auf ihre Lefzen. Ihr Blick wanderte zu der Kleinen.

Hallo du, ich bin Kiba Telay und die Leitwölfin dieses Rudels. Du hattest echt Glück, dass Ares dich gefunden hat.“

Sie sah Ares wieder an. Überlegte kurz, wog ein paar Tatsachen und Gedanken ab, dann öffnete sie den Fang wieder.

Jeanne muss schon auf zwei Welpen während des Weges Acht geben. Sie hat es sich ja schon bei dir bequem gemacht, könntest du ein Auge auf sie haben?“

Die graue Leitwölfin war sich sehr wohl bewusst, dass der Schwarze sie lieber schnell wieder los geworden währe, man erkannte es an seiner Wortwahl und eh daran, dass er sich immer einzelgängerisch verhalten hatte, seit er dem Rudel beiwohnte. Die Jagdleitung, die sie ihm damals übertragen hatte, hatte daran leider auch nichts geändert. Vielleicht schaffte es ja die kleine, weiße Welpin.
Kiba Telay lächelte Ares noch weiter auffordernd zu, als plötzlich jemand ihren Namen rief und ein nicht sehr großer, weißer Rüde neben ihr auftauchte. Shiyu. Es überraschte sie fast, ihn zu sehen ... und irgendwo auch nicht. Ihre eisblauen Augen richteten sich auf den vorlauten Wolf und verdunkelten sich bei seinen Worten augenblicklich ein wenig. Er konnte froh sein, sie vor sich zu haben und nicht einen anderen, geduldsärmeren Wolf. Gleichzeitig versetzten seine Worte ihr auch einen Stich. Denn er hatte ja Recht ...

Wenn man diesem Rudel beiwohnt, muss man sich daran gewöhnen, dass sich sein Erscheinungsbild stets ändert ...“,

antwortete sie, ohne näher auf seine Provokation ein zu gehen.

Du meinst wohl, du bist wieder da. Schön, Shiyu. Freut mich, dass es dir gut geht.“

Ein freundliches Lächeln zierte ihr Gesicht und ihr Satz hatte keineswegs einen ironischen Nachklang. Sie ließ sich von diesem Wolf nicht ins Boxhorn jagen. Außerdem erinnerte sich Kiba, dass ihr damals nach der Jagd jemang gesagt hatte, dass der Weiße verletzt abgezogen sei. Und vielleicht würden ihn ihre netten Worte ja auch etwas ärgern.


02.11.2008 11:36




Yacáru


Yacáru hatte beschlossen, jetzt einfach ganz ruhig auf Dallans Rücken liegen zu bleiben. Das war bequemer für sie selbst und vielleicht war der Schwarze dann bald nicht mehr ganz so grimmig. Und hey, vielleicht war der erste Schritt ja auch schon getan! Immerhin hatte er ihr mal eine Antwort gegeben, mit der sie zufrieden sein konnte. Winterquartier. Nun, das rief allerdings wieder neue Fragen hervor. Wo war es? Wie sah es da aus? Wofür war das gut? Tausend Fragen, die das Plappermaul hätte stellen können. Sie beschloss es nicht zu tun. Außerdem konnte sie die anderen Wölfe jetzt schon ganz gut sehen. Sein schwarzes Reittier steuerte direkt auf eine große, silbergraue Wölfin und einen noch größeren, schwarzen Rüden zu. Der war sogar größer als Dallan! Neugierig reckte die kleine Weiße den Kopf, als der grimmige Wolf bei ihnen angekommen war. Zuerst ließ sie ihn sprechen, dann mischte sich kindliche Empörung in ihren Blick. Da hatte sie es! Der wollte sie doch loswerden! Sie wollte grade den Fang öffnen, als die graue Wölfin ihr zuvor kam und sich vorstellte. Yacáru blieb also still und hörte sie zu. Immerhin, schlecht erzogen war sie nicht. Was Höflichkeit war wusste sie. Und sie wusste auch, was ein Leittier war. Nein, als dumm konnte man sie nicht bezeichnen.

Hah! Ares heißt du, jetzt weiß ich endlich deinen richtigen Namen!“,

antwortete sie zuerst triumphierend und starrte grinsend gegen den Hinterkopf des Wolfes, den sie selbst Dallan getauft hatte. Nur leider hatte sein Hinterkopf keine Augen. Jetzt wandten sich ihre dunkelblauen Augen wieder dieser Kiba zu und sie drehte automatisch die Ohren etwas zurück. Nicht etwa ängstlich, aber sie wusste, wie man einer Alpha gegenübertreten sollte. Und das mit dem Treten war momentan halt schlecht.

Hallo, ich bin Yacáru. Aber Ares hat mich nicht gefunden, ich habe ihn gefunden!“,

das galt es natürlich auch noch fest zu stellen.
Die Leitwölfin war ihr auf anhieb sympathisch, ganz einfach aus dem Grund, dass sie den Schwarzen bat weiter auf sie auf zu passen. Nicht, dass sie das nötig gehabt hätte. Aber wie gesagt, so einfach wurde der sie nicht los. Erst, wenn sie das wollte. Yacáru grinste also selig vor sich hin, fand es toll endlich wieder unter ganz vielen Wölfen zu sein. Das machte das Leben wieder interessanter! Als Nächstes richtete die Kleine ihr Augenmerk auf einen ganz weißen Rüden, der allerdings viel kleiner als Ares und der andere Schwarze waren. Für sie war allerdings weniger merkwürdig, dass er klein war, eher war merkwürdig, dass die anderen so groß waren! Immerhin waren die Wölfe ihrer Rasse alle nicht sonderlich groß gewesen. Aber vielleicht ... doch ein wenig größer, als der da. Yacáru musterte ihn nur stumm schweigend, schließlich redete er grade mit der Leitwölfin. Sie für ihren Teil legte den Kopf in Ares Nacken ab und war mit sich und der Welt eigentlich sehr zufrieden.


02.11.2008 15:38




Aiyán Tendes


Die Ohren einfach hängen lassend, stapfte Aiyán Tendes etwas hinter seinem Bruder durch den Regen. Er hatte das Gefühl, als würde der Himmel nun schon seit Ewigkeiten weinen. Tat er es vielleicht sogar schon, seit sein Bruder und er Pyry und Mitsah verlassen hatten? Der Schwarze wusste es nicht mehr und eigentlich dachte er auch nicht wirklich darüber nach. Irgendwie war es still geworden, ohne den grauen Pyry. Gut, eigentlich hatte er ihn ja auch immer genervt. Zusammen hatten er und Saiyán zwei unterbelichtete Rüpel abgegeben, immer diese Raufereien, die Beleidigungen und natürlich war er, Aiyán, auch immer darin verwickelt worden. Aber jetzt war es doch zu still und total monoton. Immer nur dieser Regen, dieses Prasseln und ihre Pfoten patsch, patsch, patsch ... Hoffentlich würden sie das Rudel überhaupt finden. Wie es wohl seiner Mutter ging? Irgendwie kamen da ja schon fast Gewissenbisse auf, immerhin waren Saiyán und er die Letzten der einst acht Geschwister gewesen. Im Prinzip hatten sie ihre Mama ganz alleine gelassen. Aber sie war bestimmt gut klar gekommen. Und jetzt kamen sie ja wieder, falls sie die Wölfe denn finden würden.
Aiyán schüttelte leicht den Kopf, versuchte etwas von dem nervigen Wasser aus den Ohren zu bekommen, als er die Stimme seines Zwillingsbruders hörte. Sai nannte ihn immer noch Baum. Inzwischen hatte er sich fast damit abgefunden, auch wenn er immer noch nicht wusste, warum zum Teufel er ein Baum sein sollte. Außerdem klang sein Bruder ganz anders als sonst, wie hätte er sich da beschweren können? Mit ein paar schnelleren Schritten war er neben seinem Zwilling angekommen und drückte diesem kurz seine Schnauze gegen den Hals. Das hatte er das letzte Mal gemacht, als sie noch nicht mit Pyry und Mitsah unterwegs gewesen waren. In ihrer „Ausbildung“ waren die Berührungen untereinander weitaus grober gewesen. Aber jetzt war eh alles anders. Da verging ihm sogar das Reimen.

Mir auch ...“

Aiyán richtete seine blauen Augen wieder nach vorne und versuchte im Regenschleier etwas zu erkennen – vergebens. Überall nur Tal, Wald, Wiese, aber kein Rudel. Verdammt, dieses Wetter war echt scheiße. Er konnte einfach keine Witterung aufnehmen.

Irgendwie ist es so ruhig, ohne Pyry.“


02.11.2008 16:03




Naíra Telay


Naíra trabte lustlos neben ihrem Bruder Toboe her. Die Lust, die sie zu laufen hatte, stand ihr in’s freche Gesicht geschrieben. Noch dazu trällerte Teyrm, der vor dem Geschwisterpärchen lief ein Lied. Die kleine Graue seufzte mehrere Male, wandte ihren Blick zu Boden. Dann sah sie wieder auf. Der Regen durchnässte das Fell der Grauen. Es gab jedoch an dem Ziel, das die drei verfolgten etwas, worauf sich die Kleine am meisten freute. Und zwar ihre Mutter. Sie freute sich darauf, sich in ihr Fell zu kuscheln und sich wärmen zu lassen. Als Teyrm meinte, er könne die anderen Wölfe schon wittern, hüpfte ihr kleines Herz etwas. Die Schritte der Grauen wurden etwas schneller. Als Teyrm dann frech wurde und meinte, ihr und ihr Brüder würden lahm laufen, knurrte sie leise.

„Du bist auch nicht grad das Schnellste, was ich jemals gsehen hab !“

Murrte sie zickig. Ja, so kannte man Naíra. Sie wusste immer, wie sie anderen auf die Nerven gehen konnte, nerven war ihre Hauptbeschäftigung. Als Toboe dann mit ihr sprach, nickte sie diesem bejahend zu. Sie lief noch eine Weile neben ihrem Bruder her, bis dieser einen Satz machte und verschwand. Na toll, nun war sie die letzte in der Schleife. Und das auch noch allein. Naja, sie kümmerte sich nicht weiter darum. Naíra gähnte und blickte gelangweilt zu den beiden Rüden, die wohl wahrscheinlich eine Art Wettrennen veranstalten wollten.

„He ihr zwei, wie wär’s mit einem Spiel ?“

Rief sie zu den beiden Rüden und beschleunigte ihren Schritt doch etwas, denn so ganz alleine war es ihr nicht wirklich geheuer. Die Pfoten der kleinen Wölfin taten schon weh und die Kälte, die von dem matschartigen Boden ihre Schultern hinauf kroch, war auch nicht besonders angenehm. Und dann auch noch so durchnässtes Fell. Sie seufzte. Wäre sie jetzt schon bei ihrer Mutter, mit dem warmen Fell. Geduld war noch nie eine von Naíra’s Stärken.

„Können wir nicht mal eine Pause machen ?!“

Rief sie nochmals, diesmal in deutlich genervtem Ton. Sie hatte keine Lust mehr zu laufen. Obwohl die Graue großes Temperament hatte, körperliche Ausdauer musste sie sich wohl erst noch aneignen. Es sei denn es ging um’s Balgen, darin war sie gut. Sie kannte die besten Tricks und konnte sich immer gut verteidigen, denn wehe wenn jemand stärker war als sie, das ließ sie nicht einfach auf sich sitzen. Naíra blieb einfach stehen und wartete auf eine Antwort der beiden Rüden. Wahrscheinlich waren sie mit der Pause nicht einverstanden, aber sie konnte es ja mal versuchen. Wenn etwas nicht nach ihrem Kopf ging, wurde sie zickig. Ja, die Kleine wusste eben bereits was sie wollte und was nicht. Und wenn sie etwas wollte, dann holte sie es sich, auch wenn es Anstrengungen bedurfte.


02.11.2008 17:01




Ares


Als Kiba sich nun an ihn wandte, wurde Ares‘ Blick vollkommen kühl. Leer war er ohnehin, aber nun war er auch verschlossener als sonst, denn er selbst war darauf bedacht, keinerlei Regung darin zu zeigen. Dass die Alpha ihn darum bat, weiter auf das kleine Scheusal aufzupassen, passte ihm ganz und überhaupt gar nicht.

Er hatte nicht den Kopf dazu und noch weniger die Lust. Zum Einen wollte er sich sicherlich nicht mit diesem nervtötenden Etwas auf seinem Rücken herumärgern wollen. Das kleine Biest stellte nur Fragen und verlangte Antworten. Einmal war dies vor allem ermüdend und auf der anderen Seite verspürte der Rüde nicht den Drang danach zu reden.
Zum Zweiten aber bedeutete es, dass er sich nahe bei der Gruppe halten musste, da die Kleine ja sicherlich noch mit irgendjemand anderem reden wollte und er mit dem Balg auf dem Rücken weder schnell laufen noch im Notfall kämpfen konnte. Das waren Aussichten wie auf einen Hurrikane.

Dass die Kleine nun doch seinen Namen erfahren hatte, nahm Ares gleichmütig hin, auch dass sie dies sogleich triumphierend Kund geben musste. Es kümmerte ihn nicht weiter und wenn sie meinte, die musste ihn noch etwas quälen, dann blieb ihm ja nun keine andere Wahl.
Als Kiba ihn jedenfalls damit beauftragte, weiter auf das Fellknäuel aufzupassen, entwich ihm unwillkürlich ein tiefes Brummen. Unwillkürlich war es nicht, denn er verhinderte bewusst ein Knurren. Nicht etwa eines, das gegen die Alpha ging, aber eines, das seinen Unmut ausdrückte. Aber Kiba war nun ohnehin mit einer anderen Landplage beschäftigt, denn Shiyu war unerwartet wieder aufgetaucht.

Von allem, was in diesem Rudel an Gesellschaft zu vergeben war, war ihm dieser weiße Giftzwerg das letzte, was er ertragen wollte, nachdem er nun ohnehin vorbelastet war.
So nutzte er den Moment und lies sich zurück und an den Rand der Gruppe fallen. Leider hatte Kiba ihm nun übertragen, auf die Kleine aufzupassen und daher konnte er sie nicht einfach abschieben. Aber sie hatte nicht gesagt, dass er sie unterhalten musste. Schweigen trottete er daher weiter mit der ungewollten Last auf seinem Rücken, die viel mehr auf sein Gemüt denn auf seinen Körper drückte.


02.11.2008 19:26




Saiyán Tendes


Aiyáns Schnauze an seinem Hals tat gut, auch wenn die Wärme nur kurz zu spüren war und die Schmerzen damit nicht direkt tilgte. Aber sie zeigte ihm irgendwie, dass sein Zwillingsbruder da war und immerhin den würde er nie verlieren. In der Gesellschaft Pyrys und Mitsahs hätte er so eine Berührung niemals zugelassen, aber jetzt war ihre Ausbildung vorbei und so lang niemand da war, würde auch niemand eine Schwäche darin sehen. Baum reimte nicht mehr, Sai merkte das erst jetzt, oder hatte er schon vorher damit aufgehört? Er hatte nie verstanden, warum sein Bruder damit angefangen hatte, ebenso wenig, warum er jetzt damit aufhörte aber wie zuvor fragte er auch jetzt nicht nach. Genauso wenig, wie Aiyán wissen wollte, warum er eigentlich Baum hieß … aber Noo hätte es ihm auch nicht beantworten können, er wusste es nicht mehr. Es war wohl einmal eher fies gemeint, jetzt aber erinnerte es ihn an die zwar anstrengende aber doch schöne Zeit bei Pyry. Auch Aiyán sprach die an … es war sehr ruhig. Und ihm wollten auch nicht mehr wie sonst die Worte einfach aus dem Maul hüpfen, im jugendlich derben Slang. Er kam sich dämlich vor, wenn er Alta sagte.

“Ich vermisse ihn.“

Gab er leise zu und überlegte, was Pyry jetzt tun würde. Wahrscheinlich sie beide als zurückgebliebene Schwächlinge beschimpfen und dann versuchen, als erster beim Rudel zu sein. Aber Baum jetzt zu beleidigen kam Saiyán dämlich vor und das Rudel suchten sie schon seit Tagen. Zaghaft tatschte er mit der Pfote auf das linke Ohr seines Bruders.

“Alta, Baum, deswegen spacken …“

Er verstummte.

“… es funktioniert nicht.“

Er schüttelte den Kopf und ließ ihn dann tief hängen. Er hätte am liebsten geheult, aber das würde er nicht mal vor seinem Zwillingsbruder machen. Das Rudel war nirgendwo, Mitsah und Pyry weitweit weg und sie beide alleine im Regen irgendwo in ihrem riesigen Revier. Das war einfach nicht fair.


03.11.2008 15:16




Merlin lhein Cenedhril


Merlin kam sich ein wenig vor, wie das fünfte Rad am Wagen. Die Zeit war eher schlecht als recht vergangen und er hatte dabei leider nicht viel Gesellschaft gefunden. Freilich hatte er hin und wieder ein Wort mit den anderen Wölfen des Rudels gewechselt. Aber viele schienen in Gedanken woanders und nicht mehr für ihn übrig zu haben, wie für einen grauen Oktobertag.
Niah hatte er seit ihrem Gespräch nicht mehr gesehen, was er sehr schade fand. Aber vielleicht war sie weitergezogen. Nun, womöglich hatte sie gar nicht beabsichtigt, beim Rudel zu bleiben, das war durchaus möglich. Aber er wusste es nicht. Und er hatte auch nicht nach ihr fragen wollen.

So war dem Grauen also eine eher unfreundliche Zeit mehr oder weniger mit sich selbst bevor gestanden. Nicht, dass dies etwa langweilig gewesen wäre. Auf eine negative Art und Weise war es immer beschäftigend und aufreibend gewesen, seine eigenen schlechten Gedanken und vor allem sein inneres Stimmchen irgendwie zu übertönen.

Nun aber hatte selbst das Wetter beschlossen, sich seinem Gemütszustand anzupassen. Es regnete schon wieder, wie im Grunde die ganze Zeit schon und Merlin war wirklich geknickt. Ja, geknickt war hier wirklich das richtige Wort, denn es klingt so, wie wenn ein Welpe die Ohren hängen lässt. Eine nicht ernst gemeinte, aber umso trauriger wirkende Depression von kurzer Dauer und steter Unbeständigkeit.
Auch der Graue schien verlernt zu haben, was wirkliche Trauer war, obgleich er Anlass genug dazu gehabt hätte. Aber hätte er sich so etwas erlaubt, hätte er sich wohl aus lauter Verzweiflung in die nächste Felsspalte werfen müssen.

Jedenfalls trottete er jetzt dem Rudel nach, nicht ganz sicher, ob er das denn überhaupt wollte. War das sinnvoll? Er hatte sich eine herzlichere Begrüßung erwartet, aber man konnte den anderen keinen Vorwurf machen. Er war wie viele andere neu dazu gekommen, kein Wunder also, dass die Rudelmitglieder, die soeben erst schwere Verluste erlitten zu haben schienen, keine Zeit für einen wie ihn gehabt hatten.
Andererseits wusste er nicht, wohin er sonst hätte gehen sollen. Also blieb er.

~Du bist und bleibst ein Klotz am Bein!~
‚Und du bleibst und bist ein Kotzbrocken‘


Selbst seinem folternden Ich schlug die Situation aufs Gemüt. Umso bereitwilliger war er also ganz und gar, als ihn plötzlich jemand ansprach. Überrascht, aber vor allem erfreut hob er Kopf, Ohren und auch die Rute etwas an und betrachtete den schwarzen Rüden vor sich. Das Rudel hatte sicherlich den ein oder anderen schwarzen Rüden, aber keiner hatte, soweit er wusste, blaue Augen oder passte auf dieses Aussehen. Er musste wohl neu sein. Und so sprach er dann auch.

Dass von seinem Gegenüber hätte Gefahr ausgehen können, darauf wäre Merlin gar nicht gekommen. Nicht, weil er naiv war, sondern weil es ihm im Grunde sogar recht egal war. Er glaubte es nicht, aber wenn er sich irrte, hätte er es auch nicht bereut. Allerdings schien der Schwarze wirklich nicht bedrohlich, viel mehr seinerseits vorsichtig.

~Das solltest du zur Abwechslung auch sein!~

Merlin musste innerlich schmunzeln.

‘Hast du Angst?‘

Aber nun beschäftigte er sich erst einmal mit seinem Gegenüber. Er neigte leicht den Kopf auf dessen frage und erwiderte in seiner ruhigen Art und Weise:

“Nun, ich folge einem Rudel. Also dem Rudel, das hier lebt. Aber ich habe nichts dagegen, wenn du es mir gleich tun willst.“

Seine grünen Augen blitzten fröhlich wie ein Wald im Licht der sommerlichen Mittagssonne und er konnte sich eines leichten Schlages mit der Rute nicht erwehren.


03.11.2008 23:17




Shaí


Shaí schaute den Rüden ein wenig mehr interessiert an. Er gehörte also einem Rudel an. Warum war er dann hier, mitten in der Einöde? Er grinste etwas spöttisch, versuchte es auch erst gar nicht zu unterdrücken, dann hätte er sich am liebsten selbst gebissen- er durfte den Rüden nicht verärgern, am Ende würde er es riskieren, dass dieser in attakieren würde- oder schlimmer noch: nicht zum Rudel führen würde. So setzte er eine gleichgültige Miene auf. Seine dunkelblauen Augen huschten umher, als suchten sie irgendeinen Beweis dafür, dass der Graue zu einem Rudel gehörte. Als dieser sprach, merkte der große schwarze Rüde, dass keine Gefahr vom Rüden ausging. Seine Haltung lockerte sich merklich, er tänzelte ein wenig herum, seine Rute bewegte sich ein wenig von links nach rechts. Dieser Wolf war ziemlich anders, als die anderen Wölfe, die er kannte. Dann setzte Shaí sich hin. Er wollte alles wissen. . . woher kam der Rüde? Wie hieß das Rudel denn nun genau? Und wie nannte sich das ganze Revier hier überhaupt? Er schaute dem Grauen direkt ins Gesicht, schüchtern war er nie gewesen.

"Wie heißt das Rudel, dem du angehörst? Und wie heißt das. . . Revier, oder die Gegend hier? Und. . . darf man nach deinem Namen fragen?"

fragte er, so höflich, wie er nur konnte. Doch immer noch schwang ein Klang seinen Sätzen bei, der etwas fordernd war- zu fordernd, schließlich musste der Graue ihm nichts, gar nichts sagen- er selbst sagte Wölfen, die er kannte ja auch eigentlich nichts. Außer vielleicht seinen Namen. Dann kam alles mit der Zeit. Familie, Geschichte? Nein, das würden nur die anvertraut bekommen, denen er trauen konnte. Vielleicht war der Wolf vor ihm so einer; oder würde es werden. Aber noch kannte er ja nich nichteinmal seinen Namen, geschweige denn seines Rudels oder sonst irgendetwas. Nun ja, außer, dass er eben in ein Rudel gehörte. Aber viele Wölfe gehörten einem Rudel an. Und Shaí wünschte sich, dass auch er dieses Geschenk bald wieder in den Händen halten würde. Er seufzte in sich hinein, natürlich nicht so, dass der andere Rüde es bemerkte. Er setzte sich gerade hin und schaute dem Grauen ins Gesicht. War dieser denn überhaupt nicht neugierig auf seine, -Shaís Vergangenheit? Shaí wollte immer alles wissen, doch anscheinend gab es auch viele Wölfe, die sich nicht so verhielten, wie er. Er runzelte leicht die Stirn und überlegte. So würde er nie weiterkommen.

"Wärst du so freundlich, und würdest mich eventuell, natürlich nur, wenn du möchtest. . . zu deinem Rudel bringen? Ich war lange nicht mehr im Genuss, andere Wölfe um mich zu haben. Und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir helfen könntest, ich kenne mich hier nicht aus, ich kam erst vor ein paar Tagen hierher, und seitdem laufe ich herum. . ., auf der Suche nach einem Rudel."

er sprach gewählt, und dieses Mal, Shaí war unendlich stolz auf sich, hatte er es geschafft, den Beiklang hinfortzuwischen. Seine Wortwahl war vielleicht ein wenig gestelzt gewesen, aber der Schwarze redete, wie ihm beliebte, außerdem wollte er zeigen, dass er durchaus höflich sein konnte. Wenn er wollte. Er legte seinen Kopf sehr, sehr leicht schief und betrachtete den grauen Rüden vor sich. Leichtes Interesse stahl sich auf das noch junge Gesicht des schwarzen Rüden aus dem Norden, und als er sich das Gesicht des Rüden genauer betrachtete, fiel ihm auf, wie grün dessen Augen waren. Er hob etwas seine Augen, solche Augen hatte er erst selten gesehen.


04.11.2008 17:42




Korrianke


Zufrieden mit dem Verlauf des Gesprächs, da er Akara offensichtlich weder verärgert, noch verletzt hatte, blickte Korrianke die neu hinzugestoßene Fähe an. Sie hatte reinweißes Fell, ganz so wie er selbst und die Farbe der Augen des Rüden und seiner Gesprächspartnerin schienen sie ziemlich zu faszinieren. Akara hatte wirklich schöne Augen, das war ihm noch gar nicht so aufgefallen. Er hatte sich die ganze Zeit mehr den Inhalten ihrer Worte beschäftigt, als mit der Anmut und Schönheit der Fähe, mit der er gesprochen hatte. Er lächelte Leikuna freundlich zu.

"Ich danke dir, für das Kompliment, Leikuna. Mein Name ist Korrianke und ich bin auch erst seit kurzem hier."

Er wusste nicht genau, wie sich das Gespräch am besten fortführen ließ. Er war nicht gut darin, das Schweigen zu füllen, nur damit die Stille nicht zu viel Raum einnahm. Sie war nicht bedrohlich für ihn, doch nur so wortlos nebeneinander herzugehen, erschien ihm mit neuen Bekanntschaften wenig sinnvoll. Schließlich war es stets ratsam, etwas zu wissen über diejenigen, mit denen man zusammenlebte.

"Und woher kommst du, Leikuna?"

Fragte er schließlich, unentschlossen ob das eine gute oder gar angebrachte Frage war, doch die fröhliche Fähe erschien ihm recht offen und unbeschwert, also hatte er wenig Skrupel ihr zu nahe treten zu können.


09.11.2008 13:06




Shanaro


Ruhig saß der junge Rüde neben Jeanne und blickte eine Weile in die Richtung von Kiba. Wie lange war es her, seit dem Tag, an dem er auf diese Rudel stieß? Er wusste es nicht mehr, doch verband er die Leitfähe immer mit jenem Tag, an dem er ausgehungert und schwach hier ankam. Genau wie die weiße Fähe, die nun neben ihm saß, hatte Kiba Telay das Leben Shanaros verändert. Kurz schüttelte der Schwarze den Kopf, wie kam er bloß auf solche Gedanken? Die Worte von Jeanne brachten ihn schließlich wieder in die Realität zurück und mit seinen gespitzten sensiblen Ohren vernahm er das noch immer anhaltende Knurren von Tsuguri. Doch seine Aufmerksamkeit galt nicht der Welpin, sondern der Fähe neben ihm. Ihre Worte hatten eine tiefe Auswirkung auf Shanaro, denn sie veranlassten ihn dazu, seit langem wieder an seine Vergangenheit zu denken. Ja, am ersten Tag seiner Ankunft hatte er tatsächlich Furcht vor Jeanne verspürt, doch er hatte seine Gründe. Die Fähe war ihm nun schon so vertraut, dass er sich kaum noch vorstellen konnte, jemals Angst vor ihr gehabt zu haben. Doch die Urgründe dieses Gefühls basierten auf seiner Vergangenheit. Noch niemandem hatte er die Ereignisse jener Tage anvertraut, doch würde er sie niemals vergessen können. Der junge Rüde konnte jede Szene vor seinem geistigen Augen sehen, konnte sehen, wie seine Vertrauten ihrem letzten Atemzug taten … Mit einem weiteren, verwirrtem Kopfschütteln sagte er sich endgültig von diesen Gedanken los und blickte in Jeannes Augen.

“Ja … ich hatte Angst vor dir …“

Meinte Shanaro schließlich und konnte ein Schmunzeln doch nicht unterdrücken. Es kam ihm plötzlich so lächerlich vor. Doch sobald sein Geist wieder in die Vergangenheit abdriftete, änderte sich seine Ansichtsweise. Ihm fröstelte, als er an jene Tage zurückdachte, so war er dankbar für die sanften Worte, die nur wenig später aus dem Fang der weißen Fähe kamen. Ihre Stimme war ihm nun so vertraut geworden, wie eine Melodie hatte sie sich in dem Kopf Shanaros eingeprägt. Sein Blick klärte sich wieder und er blickte zu Jeanne auf. Ihr freundliches Stupsen erwiderte er, während er den beruhigenden Worten lauschte. Der Welpe war wirklich gespannt auf das Winterquartier, er konnte es kaum noch erwarten. Außerdem würde er seit langem einen anderen Ort besuchen, als die bekannten Gebiete des alltäglichen Lebens. Voller Vorfreude blickte er die Jotafähe an und seine frechen Augen glänzten.

“Ich freu mich schon drauf!“

Gab er schließlich zurück und vernahm gleichzeitig Cílyns Stimme, die Tsuguri ermahnte. Obwohl es keine Minute her war, dass er mit ihnen gesprochen hatte, hätte er doch tatsächlich beinahe ihre Anwesenheit vergessen! Ein stilles Grinsen trat auf seine Lefzen, als er die Worte hörte, doch er verkniff sich ein Kommentar. Die Welpin hatte es wohl schwer hier, er war schließlich selber auch so gewesen …
Bevor Shanaro weiter darüber nachdenken konnte, erregten Cílyns Worte auch schon wieder seine Aufmerksamkeit. Ja, er wollte sofort aufbrechen!

“Ja, lass uns gehen!“

Sagte der Schwarze und obwohl er nun schon gewachsen war, merkte man, dass er noch immer ein verspielter Welpe war. Er legte seinen Kopf schief und sah zu Jeanne, sein Blick verriet deutlich, dass eine Frage auf seiner Zunge brannte.

“Wie sieht es denn in dem Winterquartier aus? Ist es dort schöner als hier?“

Wollte er von der Weißen wissen, wartete jedoch höflich darauf, dass sie das Gespräch mit der Braunen beendete.


13.11.2008 20:00




Jeanne


Gewohnt ruhig stand Jeanne da, sah noch immer wartend in die Augen der Fähe vor ihr. Sie würde sich wahrscheinlich wirklich kaum konzentrieren können. Das Winterquartier brachte noch einmal Erinnerungen mit sich, die wohl niemand so gerne überdachte. Kurz wandte sie die blauen Augen zu Kiba. Wahrscheinlich verband gerade die Graue nicht so wunderbare Dinge mit der Höhle und dem Fluss. Dieser Ort hegte so viele.. Geheimnisse. Sie erinnerte sich noch.. Alice. Die kleine Welpin. Nie würde die Weiße dieses Bild vergessen, wie Kiba mit dem leblosen Körper in der Höhle verschwand. Irgendwie war es merkwürdig, an diesen Ort zurück zu kehren. Aber es brahcte auch nichts, sich darüber nun den Kopf zu zerbrechen.
Jeannes Ohren zuckten leicht, als Cílyn die Welpin unter ihr ermahnte, sich zu benehmen. Die Braune hatte ja Recht. Niemand würde ihr hier etwas tun, da war sich die Weiße sicher. Ruhig wandte sich Jeanne zu dem schwarzen Welpen neben sich, als er etwas sagte. Sie lächelte. Und doch hatte sie das Gefühl, das dieses Lächeln so.. gestellt wirken musste. Sie fühlte sich, als würde sie nicht ehrlich lächeln können, nicht einmal für den kleinen Rüden. Ein kurzes Seufzen. Sie wußte nichts auf seine Worte anzuworten. Als dann erneut seine Stimme an sein Ohr drang, hob sie den Blick und schaute kurz gen Himmel. Sie wollte dem Rüden nicht seine Freude nehmen, indem sie ihren eigenen Erinnerungen nachhing. Sie würden zum Winterquartier laufen und sich dort ausruhen, die Gedanken beruhigen und etwas schlafen. Und morgen sah alles wieder ganz anders aus. Sie nickte kurz und dankend Cílyn zu, als diese sich bereit erklärte, auf die Welpin aufzupassen.

"Es gibt dort einen Fluss und eine Höhle. Ich finde es dort sehr.. bezaubernd. Man hat eine herrliche Aussicht."

Sie wandte sich kurz lächeln zu Shanaro, wandte dann den dunklen Blick zu der Braunen.

"Wenn du Hilfe brauchen solltest, sag mir Bescheid. Ich bin immer in der Nähe."

Sie nickte noch einmal, ehe sie den Blick erneut in die Richtung der grauen Alphafähe wandte. Nun begann die Reise zu dem Ort, dem sie skeptisch gegenüber war. Kurz stubste die Weiße Shanaro an, ehe sie sich langsam in Bewegung setzte. Sie wollte nicht daran denken, weswegen sie eben dagelegen hatte. Das Wohl der anderen war wichtiger. Und vielleicht spülte der Regen den Schmerz weg, den diese zwei Verluste hinterlassen hatten. Nur den Schmerz, nicht die Erinnerung.


13.11.2008 22:52




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian fixierte mit undeutbarem Blick den weißen Welpen. Die Kleine schien sich entschieden zu haben, ihn auch ein bisschen zu betrachten, was ihm so gar nicht passte. Über so kleine Wölfe wusste er nicht viel, nach ihm hatte es keinen Wurf mehr gegeben und als es Zeit dafür geworden wäre, waren sie alle verreckt. Kiba Telay riss ihn aus seinem Bann und ließ seine Augen zu ihr wandern. Ruhig wie immer, klang die Stimme der Wölfin in seinen Ohren. Uninteressant. Ihn interessierte es reichlich wenig, ob die Idioten hier kamen oder gingen. So brachte das Schicksal zumindest immer neue Opfer für ihn heran. Nur beiläufig hörte er den weiteren Worten der Leitwölfin zu und fühlte sich im ersten Augenblick nicht einmal angesprochen. Als ihm dämmerte, dass sie noch immer mit ihm sprach, sah er sie mit feindseligem Blick an.

„Verarsch mich nicht!“

Fauchte er und wandte sich in der gleichen Sekunde ab, als hätte man ihn gerade zutiefst beleidigt. Nur noch einmal sah er zu ihr zurück, als wolle er sie mit seinen bloßen Blicken töten. Sein Fell hatte sich leicht gesträubt und glättete sich aber sogleich wieder. Er hatte es nicht nötig, sich wegen solch verlogenen Worten aufzuregen. Sollte sich die Leitfähe doch freuen, solange sie wollte. Ha! Die war doch sowieso total durchgeknallt.
Ablenkend steuerte er auf die Zwergwölfin zu, ehe ihm klar wurde, dass er jetzt nicht einfach weiter gehen und abhauen konnte. Sie hatten immerhin beschlossen, irgendwohin zu wandern. Ein Ort, den er nicht kannte und nicht so einfach finden würde, wenn er nicht bei der Gruppe blieb. Schöne Bescherung. Statt also an dem Welpen vorbei zu gehen, blieb er neben ihr stehen.

„Du hast die gleiche Fellfarbe wie ich…“

Hoffentlich hatten ihn nun nicht allzu viele gehört. Ares ignorierte er.


16.11.2008 14:58




Kiba Telay


Kiba Telay drehte nach Shiyus nicht grade freundlicher Antwort leicht ein Ohr zur Seite, sah dem davon stolzierendem Wolf nur kurz nach. Er musste irgendwelche schwerwiegenden Probleme mit einer vernünftigen Konversation haben, aber es war ihr egal, was dieser Rüde von ihrem Rudel dachte, solange er sich vernünftig benahm.
Ihre eisblauen Augen wandten sich zurück zu Ares und der Welpin, die ihre Laune gleich wieder etwas besserte. Yacáru hieß sie also. Und sie schien ein liebes, aufgewecktes Wesen zu sein, vielleicht würde das dem schwarzen Wolf mal gut tun. Sehr begeistert schien er von ihrer Idee allerdings nicht und er wandte sich wortlos wieder ab. Naja, sie konnte es eben nicht allen Recht machen.
Langsam kam das Ende des Waldes in Sicht, hinter dem sich die großen Wiesen des Tals und der See erstreckten. Dort schlug der Regen noch viel erbarmungsloser auf den Grund, wurde er schließlich nicht mehr von schützenden Bäumen abgehalten. Aber sie waren sowieso schon alle nass bis auf die Knochen. Hoffentlich würden die Welpen den Marsch gut überstehen. Langsam wandte sich die Silbergraue Yago zu, der nun als Einziger noch neben ihr lief. Bloß das stete Rauschen des Regens in den Ohren zu haben, wurde langsam unangenehm.

Warst du ... bei der Allee?“,

fragte sie leise. Eigentlich kannte sie die Antwort eh schon. Sie wollte bloß den Regen nicht mehr hören. Er erinnerte sie an damals.


16.11.2008 15:30




Yago


Yagos Blick verfolgte in aller Ruhe und ohne sich aus dem langsamen Trab bringen zu lassen das Geschehen um ihn herum. Ares, der abweisende Schwarze, den er nicht wirklich mochte, tauchte mit einem kleinen Welpen auf und ließ ihn sich auf die Nase drücken. Es war Yago relativ egal. Auch Shiyu hatte ein phänomenales Comeback, welches den Schwarzen jedoch ebenso wenig interessierte. Auch Kiba ließ sich von ihm nicht aus der Ruhe bringen, anders als manch ein Wolf aus diesem Rudel, der Shiyu schon fast an die Kehle gesprungen wäre. Doch der kleine Weiße war nicht mehr als ein Stück heiße Luft mit Fell und wahrscheinlich Yago nicht mal so unähnlich. Paradoxerweise damit sogar sympathischer als Ares, wobei Yago natürlich einen Teufel tun würde, dem Weißen das zu erzählen. So ließ er alle drei Besucher unkommentiert von dannen ziehen und lief am Ende wieder alleine neben Kiba. Das war mit den Jahren zur Normalität geworden, bedachte man doch die Tatsache, dass er mit Adali und Jeanne derjenige war, der am längsten bei den Tears of Destiny verweilte. Wieder so etwas paradoxes. Eine so lange Zeit und doch kannte ihn niemand.
Er schüttelte die Gedanken ab und konzentrierte sich wieder auf seine Umgebung. Sie verließen den Wald und die weiten Bergwiesen mit dem See breiteten sich vor ihnen aus. Es war noch ein langer Weg und der stetige Regen machte die Sache nicht angenehmer, besonders jetzt, da kein schützendes Blätterdach mehr über ihnen aufragte. Kibas leise Frage hätte er bei dem Rauschen beinahe überhört. Er war sich nicht sicher, ob sie sich nur unterhalten wollte, oder auf etwas bestimmtes abzielte, nickte aber einfach mal leicht.

“Wie immer.“

Er sah sie leicht von der Seite an, abwartend, ob da noch mehr kam. Sie sah nicht sehr glücklich aus, mit dem nassen Fell und dem monotonen Regen war die ganze Welt wie ein trostloses Bild. Nicht, dass Yago so etwas wie Melancholie verspüren würde und Trauer kennen würde, weil es regnete … er hatte nur einfach den Eindruck. Und Kiba sah nicht gut aus.


16.11.2008 16:03




Felino


Felino tapste durch das weiche Gras der Bergwiesen, er entdeckte eine pinke Blüte und ging ganz nah mit seiner Wolfsnase heran. Er schnupperte und atmete Blütenstaub ein, er hob einen braunen Vorderlauf und rieb sich mit der beigen Pfotenunterseite an der Nase. Dann schüttelte er sich und fiepte leicht, da ihm das Kitzeln in der Nase nicht gefiel.

„Hey, gelber Wind geh aus meiner Nase, das kitzelt und kribbelt…
Lass das geh weg…“,


schimpfte Felino mit dem Blütenstaub, dann hüpfte er von der Blume weg und ging weiter durch das in verschiedene Grüntöne getauchte Gras. Er stolperte beim Gehen immer wieder über seine eigenen Pfoten und kullerte dann weiter. Er sah sich um, es regnete, es regnete sehr stark, Wasser aber störte den kleinen Wolf nicht. Er liebte den Regen und sprang in eine Pfützen und spielte verspielt mit den Regentropfen. Er versuchte sie mit dem Mund aufzufangen, dann hielt er innen und sah sich genauer um.

„Wo bin ich hier?
Mama und Papa, warum habt ihr mich allein gelassen?“,


Felino erinnerte sich an das Jaulen seiner Eltern, die Schmerzen, welche sie erlitten hatten, er hatte das alles mit ansehen müssen, wie das Feuer ihre Körper verbrannte und dann war er gelaufen, einfach nur gelaufen, ohne sich umzusehen. Felino fiepte abermals kläglich auf. Da sah er, wie sich vor ihm ein großer See ausbreitete. Er rannte darauf zu, nein viel mehr stolperte und kullerte er darauf zu. Plötzlich nahm er den Geruch Fremder Wölfe wahr und bremste mit seinen kleinen Pfoten, aber statt das er stehenblieb, wie er es sich erhofft hatte kullerte er ein kleines Stück weiter und blieb dann alle viere von sich gestreckt liegen.

Felino hob benommen seinen Kopf und schnüffelte in der Luft, er witterte viele Wölfe in seiner Nähe, einige konnte er auch schon erkennen. Er duckte sich ängstlich in das Gras in der Nähe des Sees. Sie sollten ihn nicht entdecken. Mama hatte ihn immer vor Fremden Wölfen gewarnt, hatte ihm verboten in die Nähe von ihnen zu gehen. Sie würden ihn töten, hatte sie ihm erklärt, warum hatte sie nie gesagt. Felino blieb ins Gras geduckt und wiederstand seinem Willen zu trinken, denn sie sollten ihn nicht entdecken. Felino bemerkte nicht wie der Wind sich drehte, er hoffte nur das sie bald wieder gehen würden.


16.11.2008 18:36




Leikuna


Leikuna hatte lächelnd Yagos Erklärung gelauscht. Wie schön, immer wenn Sonne da war einen Regenbogen zu sehen...obwohl, wenn es weiterhin so viel regnete würde sie ihn kaum zu Gesicht bekommen. Bevor sie noch seine trübe Antwort vernehmen konnte stand sie schon vor den beiden Wölfen mit den schönen Augen, setzte sich mit ihnen in Bewegung, Kiba hinterher, Yago hinterher. Dem Regen entgegen und auf zum Winterquartier, einem weiteren Ort den sie eingehend zu untersuchen gedachte, wie es jeder Ort verdiente. Und jeder Wolf.

Akara hieß also die Fähe, und auch der Rüde stellte sich ihr sogleich vor, während Leikunas Blick noch immer eilig von seinen zu ihren Augen und zurückwanderte. So regnerisch es auch war, schienen ihr diese Augen noch immer voller Sonne, voller Licht.

Auffällig unauffällig schielte sie zu Yago herüber.

Den Kopf schnell wieder zu Korrianke wendend lächelte sie die zwei Wölfe an, musste ob seiner Frage jedoch passen, und zuckte unbekümmert mit den Schultern.

"Ich bin mir nicht sicher..."

gab sie ohne zu zögern zu, und schien im nächsten Moment schon ernsthaft darüber nachzudenken, Licht, Sonnenstrahlen und weiße Wölfe zogen ruckhaft an ihrem inneren Auge vorbei...aber keine Name...und nichts greifbares.
Sie schüttelte den Kopf.

"Mh, ich weiß es wirklich nicht...bevor ich hierher kam bin ich lange umher gezogen, zumindest kommt es mir sehr lange vor..naja, und dann bin ich durch diesen Pass gelaufen, und da habe ich dann Yago gefunden"

bei den letzten Worten war die nachdenkliche Miene wieder einem fröhlichen Lächeln gewichen, und abermals sah sie zu Yago und Kiba herüber.
Sie musste immerhin aufpassen dass niemand Yago ärgerte.

Den Blick nun wieder zu Akara und Korrianke schwenken lassend traten sie unter den Blättern hervor, und beinahe wie Hagel erschien ihr nun der regen der auf sie herunterstürzte, der sich beissend kalt durch ihr triefendes Fell wand und sie frieren lies.

"Habt ihr beide schonmal einen Wasserfall gesehen? Yago hat gesagt beim Winterquartier ist einer!"

fragte sie voller Begeisterung, die in diesen Regen nur allzu fehl am Platze schien.


17.11.2008 15:52




Kiba Telay


Auf den Blick, der Yagos Antwort folgte, legte Kiba Telay leicht die Ohren zur Seite. Sie hatte mit dieser Antwort ja gerechnet, was sie nun ihrerseits wieder erwidern sollte, wusste sie allerdings nicht. Es gab nichts mehr dazu zu sagen, zumindest nicht zu jenem Ort. Vielleicht nur dazu, dass sie nicht gerne wieder zum Winterquartier zurück ging, es war schon im letzten Jahr so schwierig gewesen. Damals war nur Silence Tear noch bei ihr gewesen, Yosó bei Adali ... alles in allem war die Stimmung eine ganz andere gewesen. Und nun ... hatte der Regen einmal mehr so viel hinfort gewaschen.

„Ich werde einen friedlichen Ort bis zum Frühling vermissen.“,

antwortete sie schließlich leise, ohne das es einen wirklich Sinn zu ergeben schien. Aber die Höhle in den Bergen war kein Platz, an dem sie auch nur irgendwie Ruhe verspüren konnte. Der eigentlich schöne Platz, war mit zu schrecklichen Erinnerungen befleckt worden.

Das Rudel zog in einem gemächlichen Tempo aus dem Wald, über die Wiese Richtung Nordosten. Zu einem großen Teil war auch der Regen daran Schuld, dass es nicht schneller voran ging. Und je weiter sie gingen, desto unruhiger wurden die Wölfe. Etwas lag in der Luft, der Regen schien wie eine ungute Vorahnung vom Himmel zu fallen. Das Gefühl einer unsichtbaren Gefahr klammerte sich um die Herzen der Wölfe und schließlich, von einer Sekunde auf die Andere, erfüllte ein lautes, dumpfes Klagen das Tal und die Erde geriet aus den Fugen. Ein ansteigendes Beben schien die Welt zu schütteln, brachte nicht nur Tiere, sondern auch einige Bäume um ihr Gleichgewicht. In der Mitte des Tals, direkt auf dem Weg des Rudels, bildete sich binnen von Sekunden eine dunkle Linie im Boden und riss die Erde durch einen tiefen Spalt auf.

Sie war doch verstummt, hatte nichts mehr zu sagen gehabt. Der Ausdruck der silbergrauen Wölfin hatte einen mehr und mehr angespannten Ausdruck angenommen, während sie über das freie Feld liefen. Ab und an glitt ihr eisblauer Blick prüfend zum Rudel zurück, dann wieder nach vorne. Irgendwie hatte Kiba ein ganz ungutes Gefühl. Ein jenes, dass sie schon kannte und mit aller Macht verfluchen wollte. Aber was hätte es gebracht stehen zu bleiben, oder gar um zu drehen? Also lief die Leitwölfin weiter, sich von dieser Vorahnung zermürben lassend. Hin und wieder huschten ihre Augen auch zu Yago, fragte sich, ob er auch beunruhigt war.
Dann geschah es plötzlich. Wie das laute Geräusch so durch die Luft dröhnte, war Kiba Telay abrupt stehen geblieben und ihr Kopf schoss alarmierend in die Höhe. Der Lärm fuhr ihr durch Mark und Bein, ließen ihre Nackenhaare zu Berge stehen. Die Erde begann zu beben. Trotz der unguten Vorahnung war sie auf so etwas nicht gefasst gewesen und schon versuchte die Graue taumelnd ihr Gleichgewicht zu halten. Sie wollte sich umwenden, dem Rudel etwas zurufen, doch sie wusste nicht was. Der Boden wackelte so stark, als hätte irgend eine übernatürliche Macht die Welt gepackt und würde sie schütteln.
Ihr Körper kam nun dem Grund immer näher, sie hatte jeden Sinn für Balance verloren, es schien unmöglich noch fest auf vier Pfoten stehen zu können. Mehr und mehr panisch suchte sie zwischen dem Gerüttel nach Yagos Gestalt, doch dann verlor sie plötzlich völlig den Boden unter den Füßen. Wieder war ein Geräusch ertönt und ließ die Erde zerbersten. Direkt unter Kibas Läufen, auch durch die anderen Wölfe hindurch. Ein spitzer Schrei entfloh ihrer Kehle, als der Grund sie nicht mehr tragen, sondern hinunter reißen wollte. Die Natur stieß sie mit aller Gewalt ab, während Kiba nur versuchen konnte, mit ihren Pfoten Halt zu finden, was ein nahezu unmögliches Unterfangen war. Die aufreißenden Felsen waren uneben und es wurde immer steiler. Die Silbergraue hatte gar keine Zeit, um mit dem Denken hinterher zu kommen. Ihr Herz flatterte vor Angst. War das schon das Ende? War es das? Sie wollte nicht, dass es zuende ging! Egal, durch welche Höhen und Tiefen ihr Leben bereits gegangen war – zu früh! Und was war mit den anderen?
Auf einmal war da kein Boden mehr unter ihr, sondern nur noch ein Abgrund. Mit den Zähnen erhaschte sie eine Wurzel, rammte ihre Pfoten mit aller Macht in das Erdreich und hielt sich fest.

20.11.2008 14:36

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
17.09.2010 20:38
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Cave of Mind
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Fähe

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Beitritt

23.07.2005

Seite 8




Yago


Wieder zogen diese Schleier durch Kibas Blick, die Yago mittlerweile so gut bekannt waren. Wie Schatten von dunklen Erinnerungen und auch wenn er keine dieser Erinnerungen kannte, meinte er den Schmerz, der dahinter stand, nachempfinden zu können. Auf seine seltsame Weise, die der Kibas wohl nicht glich und doch nicht weniger tief saß. Doch konnte er ihr nicht helfen, wahrscheinlich konnte das niemand und jedes Wort würde die Sache nur schlimmer machen. Also schwieg er dazu, unsicher, ob sie wusste, was er in ihren Augen sah. Auf ihre Worte nickte er zunächst nur unbeteiligt, dann wurde ihm aber klar, was sie gerade gesagt hatte … bis zum Frühling. Er würde bis zum Frühling auf diesem engen Raum eingesperrt sein … keine weiten Wälder, keine stille Friedensallee. Ob er das ertragen würde, musste sich zeigen … aber ob er auch nur eine Nacht in der Höhle verbringen konnte, war jetzt nicht zu sagen. Zudem begann Unruhe zu keimen. Sein Blick glitt rasch über die Umgebung, verweilte auf Leikuna … aber alles war friedlich. Die Weiße war nicht in Gefahr und auch sonst rückte keine Armee von tollwütigen Danleys an. Und doch wuchs die Unruhe mit jedem Schritt, sogar Nervosität zog auf, die Yago sonst so fremd war wie eine Wüste. Er spürte immer wieder Kibas Blick auf sich, die ebenfalls sehr unruhig geworden war. Irgendetwas geschah oder würde geschehen und dabei einfach weiterzulaufen, schien dem Schwarzen keine gute Lösung. Doch bevor er sich eine bessere hatte ausdenken können, bebte die Erde. Es kam so überraschend, dass es ihn beinahe von den Pfoten gerissen hätte. Sofort balancierte er sich aus, ein verbissener Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. Ein Erdbeben. Keinen Grund zur Panik. Erdbeben waren unangenehm und in den Bergen und im Wald durchaus gefährlich, aber hier, auf freier Fläche sollte ihnen nichts geschehen. Er hatte bereits schon einmal ein Erdbeben erleben müssen, wenn auch ein sehr schwaches. Es hatte ihm im Schlaf überrascht, ein wenig durchgeschüttelt und knapp hinter ihm einen Baum umgeknickt, aber ansonsten war es ereignislos verlaufen. Von daher war wohl Yagos Ruhe selbst in dieser Situation verständlich. Doch anders als beim letzten Mal, ebbte das Schütteln nicht wieder ab, sondern wurde stärker und stärker. Das war kein normales Beben … das war die Hölle. Und in eben jener Sekunde, in der er das dachte, geschahen zwei Dinge. Zum einen konnte Yago das Gleichgewicht nicht mehr halten und kippte um wie ein aufgestellter Stein. Zum anderen riss plötzlich die Erde auf, was Yago wegen ersterem jedoch nicht sofort registrierte. Zunächst versuchte er sich nur wieder hoch zu kämpfen und nicht die Kontrolle zu verlieren. Doch dann sah er plötzlich, wie der Boden unter Kibas Pfoten weggezogen wurde. Von da an geschah alles in Zeitlupe. Ein alles zerreißender Schrecken trat auf das Gesicht der Grauen und ihr Körper wurde unbarmherzig von der Schwerkraft in die Tiefe gerissen. Bevor Yago sehen konnte, dass ihr Fang sich noch um eine Wurzel schloss, hatte er sich hochgerissen und war zum Abgrund gestürzt, die Tatsache ignorierend, dass er von dem Beben jede Sekunde in die Tiefe gekippt werden konnte. Jetzt sah er, dass Kibas einziger Halt eine dünne Wurzel war, die nicht nur jede Sekunde zu brechen schien, sondern auch unmöglich auch nur noch ein Zögern duldete. Yagos Fang schloss sich unbarmherzig um Kibas linken Lauf, den er nur mühsam erreichte und doch gerade noch so, um all seine Kraft in diesen Biss zu legen. Er schmeckte sofort Blut und spürte die Schmerzen, die er ihr damit zufügen musste fast selbst, ließ jedoch keine Sekunde lockerer. Beinahe hätte er erneut das Gleichgewicht verloren und wäre kopfüber in die Schwärze gestürzt, dann warf er sich mit aller Kraft nach hinten und versuchte Kiba aus dem Abgrund zu ziehen. Unendliche Herzschläge schienen seine Kräfte zu versagen, dann spürte er Kibas Körper, als wäre es sein eigener über die scharfe Erdkante schrammen. Er kippte zum zweiten Mal an diesem Tag um und trotz des sicher äußerst unrühmlichen Aussehens fluteten seinen Geist Wellen der Erleichterung. In seinem Kopf war das gerade Geschehene noch nicht angekommen, nur sein Herz stampfte wie tausend Baumriesen. Dass er im Liegen noch immer durchgeschüttelt wurde, bemerkte er kaum noch.

20.11.2008 16:38




Akara Chitaru


Akara setzte sich in Bewegung, um der Leitwölfin zu folgen, die sie heute in ein Gebiet führen würde, in dem sie überwintern konnten. Solche Reisen waren ihr bekannt, denn auch ihr Rudel war zu allen Jahreszeiten gewandert. Die Frage der Wölfin beantwortete sie mit einem Nicken, ohne sich bewusst zu sein, dass ihre Wortkargheit hier draußen, in der weiten Welt, ganz anders empfunden werden konnte, als in ihrer Heimat. Für den Moment jedoch dachte sie nicht bewusst an die Veränderung in ihrem Leben, so dass ihr nicht auffiel, dass sie unabsichtlich in ihr altes Schema zurück gefallen war. Im Grunde war es ganz natürlich dass sie ihre Persönlichkeit nicht von einer Sekunde auf die Andere ändern konnte. Es würde länger dauern, sich völlig anzugleichen und noch wusste sie nicht, ob sie ihre Herkunft in den Schatten trägen wollte.
Der Regen wandelte sich, wurde im Fallen bedrohlicher. Die Atmosphäre des Tals schien die einer Totenstädte. Es schien keinen Frieden geben zu wollen und wäre Akara erst jetzt auf das Rudel gestoßen, hätte sie nicht einmal geahnt, dass die Welt um sie herum nicht immer so war. Durch den Regen hindurch drang eine unnatürliche Stille, wie das Einatmen eines Monsters. Die große Wölfin spürte, wie alles plötzlich zum stehen kam und in Stillstand verweilte. Sie hatte unbewusst die Luft eingesogen und angehalten. Dann geschah es. Sie spürte die Erschütterung unter ihren Pfoten, ehe diese sie erreicht hatte. Kaum einen Herzschlag später riss die Erde auf, nicht weit von ihr entfernt. Mühevoll hielt sie sich auf den Pfoten und duckte sich instinktiv etwas, obwohl der Boden gerade ihr Feind zu sein schien. Gezielt erfasste sie, was vor sich ging, ohne den Kopf zu verlieren. Wölfe strauchelten, gingen zu Boden und irgendwo bei der Leitwölfin tat sich etwas. Akara war unfähig, auch nur einen Schritt zu tun, während das Beben tobte.


20.11.2008 18:54




Merlin lhein Cenedhril


Merlin betrachtete sein Gegenüber eine kleine Weile schweigend und lauschte dessen Worte. Der Schwarze schien ihn regelrecht auszufragen, aber es waren sicherlich keine böswillig geforderten Antworten und er selbst fühlte sich nicht bedrängt. Im Gegenteil.
Ja, er genoss wirklich, mit jemandem zu sprechen und auch irgendwie das Gefühl zu haben, wichtig zu sein. Nicht wichtig in jenem Sinne, Macht zu haben. Aber gebraucht zu werden, nützlich zu sein. Ein Gefühl, dass er lange hatte missen müssen.

~Oh, komm schon! Der Typ hat keine Ahnung und du bist eben der erst beste Trottel, der hier herumläuft.~

Merlin nahm es ausdruckslos hin und betrachtete den Rüden stattdessen kurz, ehe er sich überlegte, was er antworten sollte. Er wusste, was Namen für Bedeutungen hatten, sein eigener hatte derer viele, die meisten sinnlos, wie er fand.
Doch er entschloss sich dazu, eine ehrliche und doch nicht zu dreiste Antwort zu geben, wie er fand.

“Mein Name ist Merlin. Wie dieses Rudel heißt und das Revier, das sind Fragen, die du vielleicht eher ein Rudelmitglied fragen solltest.“

Er verfiel kurz in Schweigen, fügte aber schließlich hinzu:

“Versteh mich nicht falsch, ich begleite das Rudel schon eine kleine Weile. Aber ich kann nicht behaupten, zu ihnen zu gehören.“

Kurz trat Bedauern in seine Stimme und er ärgerte sich darüber. Warum stellte er sich derart dumm an? Es ging ja niemanden etwas an, dass er offensichtlich nicht fähig war, sich dem Rudel anzuschließen.

~Dummheit, Dummheit!~, spöttelte es leise.

Schließlich aber trat ein schmales aber herzliches Lächeln auf seine Lefzen und er nickte schließlich. Warum sollte er sein Gegenüber nicht zum Rudel bringen? Er hatte zwar etwas den Anschluss verloren, aber vielleicht war das doch seine Chance, ebenfalls dem Rudel wirklich beizutreten.

“Komm mit!“, meinte er, “Ich bringe dich gerne zum Rudel. Dort kannst du dann die Alpha sowohl um Erlaubnis bitten, bei der Gruppe bleiben zu dürfen, als auch nach dem Namen ihres Revieres, denn nur sie sollte ihn nennen, finde ich.“
~Träumer!~
‚Na und?‘


Er schüttelte kurz das Fell, das vom Regen her ganz klamm geworden war, mit mäßigem Erfolg. Dann erhob er sich und führte den Fremden mit einem zügigen Tempo und doch ohne Hast weiter. Sie näherten sich dem Rudel zunehmend, Merlin konnte die Fährte wohl wittern. Doch plötzlich hielt er inne. Für einen kurzen Moment fuhr ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Woher kam dieser? Einbildung?
Er blieb stehen und sah zu Shaí. Eben wollte er ihn fragen. Was wollte er fragen? Egal, denn –

Plötzlich begann die Erde unter seinen Pfoten zu beben. Instinktiv stellte er sich breitbeiniger hin, um Halt zu finden, doch fiel half es nicht. Die Bäume erzitterten, das Laub, das wenige, das noch an den Ästen hing, rauschte gefährlich und ein gewaltiges Tosen ging durch die Welt wie der Zornesruf der Erde.


20.11.2008 20:52




Adali


Zufrieden hatte Adali fest gestellt, dass sich Senedd mit ihr zusammen dem Rudel anschloss. Für den Kleinen war dies wohl ein großer Schritt, ein Weg öffnete sich in eine andere Zukunft, die ihm hier geboten werden konnte. Aber sie war sich sicher, dass er ihn gehen würde und so fern es ihr möglich war, würde sie mit Rat und Tat an seiner Seite stehen und ihn unterstützen. Nachdem sich die Schwarze vergewissert hatte, dass sich nun wirklich alle im Aufbruch befanden, wollte sie zuerst zu Kiba aufschließen, ob sie mit ein paar Wölfen noch unten etwas jagen sollte, als mit einem Male die Erde erbebte. Erschrocken riss sie den Kopf in die Höhe, alarmiert und gespannt, dann begann alles zu beben und zu schwanken. Die Nachtflamme wurde aus dem Gleichgewicht gerissen, machte mit den Vorderläufen einen Ausfallschritt, um sich zu fangen, in der Hoffnung, dass es nur ein kurzes Beben war. Von dem Vulkan in ihrem Geburtsland war sie solche Dinge gewohnt. Ab und an hatte es in der Erde gegrummelt, es hatten sich sogar Risse gebildet, aus denen heißer Dampf aufgestiegen war. Mehr war aber nie passiert. Jetzt aber wurde alles erschüttert und es hörte nicht nach ein paar Sekunden auf. Mühsam versuchte sie sich auf den Pfoten zu halten, als ein Riss den Boden teilte. Schnell brachte sie sich mit mehreren Sätzen aus der Gefahrenzone, kam nur schwerlich wieder zum Stehen, denn auf dem wackelnden Boden Halt zu finden war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Krampfhaft hielt sich die Dunkle auf den bis zum Zerreißen gespannten Läufen, rammte nach Kräften die Krallen in den Boden, ein verzweifelter Versuch sich so irgendwie zu halten. Wie im Schneckentempo zog sich Adali weiter nach vorne, als sie an der Spitze die Erde vollständig zerbersten sah. Ein richtiger Schlund tat sich auf, der gierte. Gierte nach Leben.

.oO(NEIN!)

Graues Fell flatterte, ein spitzer Schrei, dem ein entsetzlicher folgte.

KIBA!!

Unwillkürlich war ihr ein regelrechtes Brüllen entflohen, als sie sich aufrappelte, nachdem sie durch einen weitere Erdstoß halb das Gleichgewicht verloren und mit der linken Körperhälfte auf dem Boden gelandet war. Panisch wollte sie los stürmen, ihrer Freundin zu Hilfe eilen, doch nun begann auch unter ihr der Boden zu bröckeln und gab immer mehr den Naturgewalten nach. Sofort rappelte sich Adali auf, kratzte mit den Krallen über den Boden, schob sich immer weiter nach vorne. Wieder erschallte ein Schrei, blankes Entsetzten spiegelte sich in ihren Augen wieder, die nun in den Abgrund starrten, der sich vor ihr eröffnet hatte.


20.11.2008 23:55




Kiba Telay


Die Augen zugekniffen und den Biss fest um die Wurzel geschlossen, versuchte Kiba den Halt nicht zu verlieren, klammerte sich so verkrampft, dass es weh tat. Die Gedanken, die in ihrem Kopf herrschten, schienen vom Beben mit durchgeschüttelt zu werden, sie waren nicht klar, bestanden aus Fetzen und Tönen, Schreien und Rufen. So konnte sie nicht einmal mehr einordnen, dass sie tatsächlich jemand gerufen hatte. Das Beben schüttelte sie so stark, ihr Kiefer schmerzte und zwischen diesem wild klopfendem Herzen und dem verschwommenen Verstand, zweifelte sie längst daran, das irgendwie überstehen zu können. Wie sollte sie je dem Abgrund entfliehen? Die Abspannung, das Rütteln, alles drohte ihren Körper zu zerreißen, als sie plötzlich einen stechenden, furchtbaren Schmerz in ihrem linken Lauf verspürte. Zuerst schleuderte sie ein kräftiges Ziehen in der Schulter zwei Jahre zurück, in die Erinnerung an einen Schneesturm, bei dem ihre linke Schulter von einem fallenden Ast verletzt worden war, dann erst realisierte sie den wahren Ursprung der Qual. Kiba hätte fast losgelassen, so jäh war sie vorne am Lauf gepackt worden. Nur grade eben konnte sie sich noch festhalten und riss die Augen auf. Yago!?
In der nächsten Sekunde wurde die Requistin schon nach vorne katapultiert und landete sehr unsanft wieder auf dem immer noch bebendem Grund. Nicht nur, dass weh tat, so über die Kante des Erdspaltes gerissen zu werden, sie fühlte einen unerträglichen Schmerz in ihrer Pfote, etwas knackte wie ein brechender Ast. Sie wurde nicht mehr festgehalten und befand sich nur wenige Zentimeter von dem schwarzen Wolf entfernt, der sie vor dem Absturz bewahrt und somit Kibas Leben gerettet hatte.

Yago ...!“

Ein lautes Krachen hinter ihr, ließ ihren Kopf herumwirbeln und sehen, wie teile des Erdspaltes noch weiter in sich zusammen stürzten. Die Gedanken immer noch ungeordnet, zog sich die Silbergraue automatisch noch näher an Yago heran, weg von dem Abgrund. Der Schmerz, welcher in ihrer Pfote wieder aufglühte, ließ sie zusammen zucken. Die Erde bebte noch immer, aber deswegen verspürte sie nicht dieses entsetzliche Stechen. Sie biss die Zähne zusammen, warf einen Blick auf ihren blutüberströmten Lauf. Verdammt! Was war mit den anderen!? War ihnen etwas passiert? War jemand abgestürzt? Kiba blieb schließlich, nach zwei sofort scheiternden Versuchen sich zu erheben, einfach neben dem Schwarzen liegen, versuchte es erst gar nicht noch einmal und flehte bloß, dass das höllische Beben endlich wieder aufhören würde und keinem etwas passiert war.


21.11.2008 13:43




Shanaro


Shanaro hatte sich auf diese Wanderung gefreut, er war gespannt auf das Winterquartier und hatte Jeanne bereits mit tausenden Fragen durchlöchert. Voller Lebensfreude meisterte er den Weg, was kein leichtes Unterfangen war, durch den Regen. Dennoch genoss er es, die feuchte Luft und das Zusammensein mit Jeanne. Doch schon die ganze Zeit war er ein wenig unruhig, hatte sich jedoch selber zur Vernunft gezwungen, schließlich hatte er keine Ursache für diese Unruhe erkennen können. Mit der Zeit jedoch merkte er, wie ihn sein Instinkt warnte, seine Ausgelassenheit nahm ein Ende und seine Sinne waren alarmiert. Jedem Schritt, den der junge schwarze Rüde setzte, galt Vorsicht, aber mit jedem Atemzug den er tat, hatte er das unheimliche Gefühl, dass etwas Schreckliches Geschehen würde.
Plötzlich erschütterte ein Zittern ihn, erst verstand der schwarze Welpe nicht, denn dieses Zittern schien nicht von seinem eigenen Körper auszugehen. Es schien wie eine übernatürliche Macht, die ihn ergriffen hatte und so sehr durchschüttelte, dass er aus dem Gleichgewicht geriet. Erst nach einer Weile erkannte er dass es die Erde war, sie bebte. Der junge Wolf hatte noch nie so etwas erlebt und konnte es nicht fassen. Nie hätte er sich vorstellen können, dass der feste Untergrund auf einmal anfangen könnte zu zittern. Er war unmöglich und doch spürte er es gerade am eigenen Leib. Als diese Erschütterung seine Beine unter ihm wegriss und ihn zu Boden zwang, drang ein entsetztes Fiepen aus seiner Kehle und in blinder Panik versuchte er, sich wieder aufzurappeln. Es gelang ihm nicht. Verzweifelt sah Shanaro sich nach Jeanne um, die noch vor wenigen Augenblicken dicht neben ihr gewesen war. Lediglich ein kurzer Blick auf die Weiße wurde ihm gestattet und schon verwackelte das ganze Bild wieder. Der Schwarze wusste nicht, was er tun sollte, kämpfte um sein Leben und konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie Kiba abstürzte. Seine bersteinfarbenen Augen weiteten sich vor Entsetzten und er konnte einfach nicht glauben, dass sich die Erde zu einem riesigen Schlund verwandelt hatte, der Leben verschlang. Doch schon wurde er wieder abgelenkt, denn direkt vor ihm öffnete sich nun der Rachen der Erde und mit einem spitzten Schrei versuchte sich der Welpe von ihm wegzubewegen. Dabei verlor er nun vollständig die Orientierung und suchte panisch nach der weißen Jotafähe, konnte sie jedoch nirgendwo erblicken. Plötzlich kam sich der Welpe schrecklich allein vor, er hatte plötzlich niemanden mehr, niemanden, der ihm seine Wärme schenkte und niemanden der ihn schützte. Nur die Sorgen blieben in seinem Geist zurück, denn jeden Augenblick könnte jemand aus dem Rudel von dem gespaltenen Untergrund verschlungen werden und er könnte nichts dagegen tun. Es war ein schreckliches Gefühl und der junge Rüde winselte kläglich, doch niemand hörte ihn, niemand interessierte für ihn, so glaubte er immerhin, denn jeder musste um sein eigenes Leben kämpfen, er war ganz allein.

“Jeanne! Wo bist-“

Der Schwarze macht einen Versuch, die Fähe ausfindig zu machen, brach jedoch ab, denn der schwarze Rachen aus Stein und Fels kam immer näher und drohte Shanaro zu verschlingen. In den Augen des jungen Rüden schien der Kampf aussichtslos, denn die Macht, die die Erde erschütterte war einfach viel zu stark, dennoch gab er nicht auf, denn sein Lebenswille ließ nicht zu, dass er aufgab.


21.11.2008 18:07




Jeanne


Lange Zeit hatte Jeanne geschwiegen, und nur gesprochen, wenn Shanaro oder einer der anderen sie etwas gefragt hatte. Sie hatte das Verlangen zu schlafen, irgendwie fühlte sie sich völlig erschöpft. Zum einen lag dies wohl auch an diesem merkwürdigen Gefühl, das sie ganz tief in ihrem inneren spürte. Es war kein gutes Gefühl, und die Weiße hörte sie gut wie immer auf diese innere Stimme, die sagte das etwas nicht stimmte. Immer wieder sah sie prüfend zu Shanaro und der kleinen Welpin, die sie in Cílyns Obhut gegeben hatte. Auch wenn sie immer wieder mit den Gedanken abschweifte, so verfehlte sie doch nie ihre Aufgabe, das Wohl der Welpen war das wichtigste. Sie musste jeden Moment auf sie aufpassen, auch daran war dieses ungute Gefühl Schuld. Sie konnte es sich nicht erklären, wo doch alles so ruhig schien. Unsicher ruhten die dunklen Augen auf Shanaro, der munter neben ihr herlief. Es war gut, wenn er sich nicht den Kopf darüber zerbrach, was sie gesagt hatte. Inzwischen bereute sie jedes Wort. Er war noch so klein, und sie hatte ihn mit ihren Problemen belastet.
Jeanne schüttelte sachte den Kopf, drehte diesen dann leicht zu der Braunen, die auf Tsu aufpasste.

"Sag Bescheid, wenn ich dir bei etwas helfen kann."

Die Fähe lächelte sanft, ehe sie den Blick wieder nach vorn wandte. Sie achtete lieber genau darauf, wohin sie liefen. Dieses Gefühl in ihrer Magengegend wollte nicht verschwinden, und wahrscheinlich spürten die Welpen diese Nervosität. Aber sie konnte sie nicht ablegen, diese Vorahnung.. Jeanne seufzte, senkte den Kopf etwas zu Boden und betrachtete die Umgebung. Es schien doch alles wie immer, was war bloß mit ihr los?
Ein leichtes Zittern ließ die zierliche Fähe ruckartig inne halten. Die kleinen Steinchen unter ihren Pfoten hüpften klackernd über den Boden. Und irgendwie schoß dieses miese Gefühl nun durch ihren ganzen Körper. Es ging alles viel zu schnell, sie hatte nicht die Herzschläge zählen können, die es dauerte, bis die Erde aufriss. Sofort sprang die Weiße etwas zurück, starrte zu der Kante, die sich nun gebildet hatte. Und noch ehe sie eine Sekunde an ihre Gesundheit denken konnte, fielen ihr die Welpen ein. Sie wirbelte herum, sah zu der Braunen. Ihr Blick musste Bände sprechen, diese Sorge um Cílyn und die Welpen. Ihr Blick fiel auf einen Punkt, an dem sie gerade noch die graue Alphafähe hatte stehen sehen. In Jeannes Körper verkrampfte sich etwas, als sie sah, das Kiba über den Abgrund hinaus hang. Sie zögerte nicht, sondern machte einen Satz nach vorn, als jedoch schon ein schwarzer Rüde bei der Aöphafähe angekommen war. Yago.. Der Körper der Fähe blieb jedoch angespannt, sie war jeden Moment bereit, los zu rennen und zu helfen. Sie hatte die Luft angehalten und atmete erst wieder erleichtert ein, als Kiba wieder festen Grund unter den Pfoten hatte. Sie alle hatten dem schwarzen Rüden zu danken..
Und dann, ganz plötzlich spürte sie ein unangenehmes Stechen in ihrem Inneren. Sofort neigte sie den Kopf nach unten, die dunklen Augen fanden jedoch nicht das, was sie suchte. Shanaro fehlte. Sie hatte eine Sekunde nicht aufgepasst, und der kleine Rüde war verschwunden. Die Weiße biß die Fänge aufeinander, innerhalb des Bruchteiles einer Sekunde hatte sie den Kopf herum gerissen und da war er.. Zusammen gekauert lag der Schwarze da. Das Stechen im Körper der Fähe nahm unmessbare Ausmaße an, während sie sich dem jungen Rüden näherte. Er tat ihr so leid, wie er allein da hockte, jammerte. Ganz vorsichtig näherte sie sich Shanaro, blieb bei ihm stehen und neigte den Kopf zu seiner Schnauze, um ihn beruhigend an zu stubsen.

"Ganz ruhig mein Kleiner. Ich passe auf dich auf, vertrau mir.."

Sie biß die Fänge aufeinander, hoffte das dieses Beben nicht wieder Opfer forderte. Opfer, die vermisst werden würden. Doch das starke Schütteln der Erde ließ sie nicht lange nachdenken. Der Riss wurde größer, und Shanaro machte keine Anstaklten, sich weg zu bewegen. Jeannes Herz raste, es schlug ihr bis zum Hals.

"Shanaro.. wir müssen hier weg.."

Ohne noch eine Sekunde zu zögern stubste sie den Schwarzen an. Er musste sich bewegen, sie mussten weg von diesem Spalt, so schnell es ging. Sie konnte nicht nach Cílyn sehen, wenn sie nun einen Moment nicht aufpassen würde, würden sie zusmamen in die tiefe Schwärze fallen.


21.11.2008 21:47




Kaya Erúhen


Die junge Halbwölfin, die wahre Trauer und Verzweiflung nie kennen gelernt hatte, blickte die Beiden mit großen Augen an.

„Ooooooch... Das ist ja schade! Ich hätte sie gerne kennen gelernt. War sie denn lieb? Und nett? Hat sie gerne gespielt?“

Kaya hatte den Tod nie wirklich verstanden. Jemand, der tot war, war...nicht mehr da, er spielte jetzt irgendwo anders. Ihre Mutter hatte sie damals einfach für faul gehalten und sich gewundert, wie man nur so lange schlafen konnte.
Sie runzelte die Stirn und sah den kleinen Rüden vor sich verwundert an.

„Ja, aber sag mal...Wenn du sie noch weinen hörst, dann ist sie doch bestimmt noch da unten und wartet auf euch. Wollt ihr dann nicht schnell zu ihr gehen? Ihr könntet sie zum Lachen bringen, dann weint sie nicht mehr und ist nicht mehr traurig. Ich finde Traugsein gar nicht schön."

Kaya wedelte fröhlich mit der Rute. Urplötzlich stieß sie einen überraschten Laut aus und machte einen Satz in die Höhe.

„Huuch! Was war das denn? Der Boden zittert ja ganz doll! Wisst ihr, was da los ist? Das ist ja total komisch! Wie sich das anfühlt!“

Die Halbwölfin hüpfte aufgeregt im Kreis, mit wild rotierenden Ohren und überrascht aufgerissenen Augen.


22.11.2008 22:49




Shanaro


Panisch und eingeschüchtert kauerte Shanaro auf dem Boden, wartete darauf, dass jemand kam, um ihm zu helfen. Er hatte noch nie einen Erdbeben erlebt und wusste überhaupt nicht, wie er sich zu verhalten hatte. In der Hoffnung, dass das Wackeln bald aufhören würde, wartete er und wagte nur von Zeit zu Zeit einen Blick in den riesigen Rachen der Erde zu werfen, der immer näher zu kommen schien und immer größer wurde. Ein weiteres Fiepen entfloh seiner Kehle und auf dem Bauch versuchte er sich von der Schlucht wegzurobben. Der Welpe traute sich nicht, aufzustehen, denn die Furcht davor, dass Gleichgewicht zu verlieren und in den schwarzen Schlund der Erde zu stürzen hielten in davon ab. Verzweifelt blickte er sich nach Jeanne um, konnte sie jedoch noch immer nicht ausmachen. Er schloss die Augen und hoffte, dass alles nur ein Traum war, doch als er sie wieder öffnete, befand er sich noch immer am selben Ort. Plötzlich sah Shanaro jedoch im Blickwinken eine Bewegung und das Aufblitzen von weißem Fell. Ruckartig neigte sich sein Haupt zur Seite und mit einem Winseln der Erleichterung begrüßte er Jeanne. Er fühlte sich auf einmal viel sicherer, er war nicht mehr allein. Sein Mut fand schließlich den Weg zu ihm zurück und aus seinen bersteinfarbenen Augen blickte er die Weiße an, die ihn sachte anstieß. Ihre Worte klangen beruhigend, wie eine sanfte Melodie in seinen sensiblen Ohren.
Shanaro nickte kurz, nachdem Jeanne geendet hatte und blickte sie dann fragend an, wartete darauf, dass sie ihm sagte, was zu tun war. Die Ohren des jungen Rüden zuckten kurz zusammen, als er wieder das Laute Krachen von Felsen und Gestein vernahm, die das Beben verursachte, doch er hatte sich nun ein wenig beruhigt. Allein schon die Nähe der Jotafähe gab ihm das Gefühl von Sicherheit und auf ihre nächsten, auffordernden Worte rappelte er sich mit beherrschten Bewegungen auf. Langsam kam er auf seine viel Läufe und stand schließlich neben der weißen Fähe. Mit Mühe hielt Shanaro sein Gleichgewicht, doch er kippte kein weiteres Mal um.

“Wohin gehen wir jetzt? Können wir an einen Ort gehen, wo die Erde still ist?“

Fragte der Welpe klagend und sah Jeanne erwartungsvoll an. Er wollte nicht länger hier bleiben, wo es gefährlich war, wo die Erde hungrig war und sie zu verschlingen versuchte. Kurz schweifte sein klarer, gelber Blick zu Kiba, die dem Schlund der Erde doch noch entkommen war, sah auch kurz zu den anderen Wölfen des Rudels, bevor er sich wieder Jeanne zuwandte und mit zitternden Beinen das Gleichgewicht zu halten versuchte. Entsetzt beobachtete er, wie sich zahlreiche kleine Risse im Untergrund bildeten und verfolgte mit Angst ihren Verlauf, hoffte, dass sie nicht unter ihn krochen und mit in die Dunkelheit rissen. Als er wieder drohte, auf den Boden gezwungen zu werden, machte er einige Schritte nach hinten, um sein Gewicht richtig zu verlagern. Was er jedoch nicht beachtet hatte war der Schlund, der noch immer hinter ihm gähnte. Mit dem linken Hinterlauf trat Shanaro ins Leere und stürzte mit einem leisen Fiepen in die Tiefe. Doch er fiel nur kurz und fand sich schließlich auf einen Absatz wieder, der aus der Schlucht herausragte. Verzweifelt blickte er nach oben, wo Jeanne stand und jaulte panisch. Jede Bewegung könnte nun tödlich enden.


23.11.2008 13:30




Felino


Felino hatte es sich doch anders überlegt und war vom Rudel wieder weg getapst. Er war einen großen Bogen um die Fremden getapst und dann hatte er sich in der Nähe des Wassers an einen Baum gelegt und hatte angefangen zu dösen. Irgendwann stand Felino auf und tapste zum Wasser des Tear Mirrow und streckte seine kleine Zunge in das kühle Nass. Er schüttelte sich und schlapperte ein paar Tropfen, das Wasser floss durch seinen Hals in seinen Magen. Der kleine Welpe setzte sich auf die Hinterpfoten und sah auf seinen Bauch und meckerte mit diesem:

„Was knurrst du mich an?
Ich kann nicht so gut jagen, musst noch ein wenig warten…“


Felino sprang plötzlich auf und witterte die Fremden Wölfe woanders als sie vorher gewesen waren, anscheint war das Rudel weitergewandert, es war ganz in seiner Nähe. Felino tapste auf sie zu und entdeckte plötzlich wie ein Blatt genau vor ihm vom Baum fiel, er sprang hinter dem Blatt her und versuchte es zu fangen. Er fing es mit seinen kleinen Pfoten auf und drückte es zu Boden, plötzlich begann der Boden zu erzittern und zu erbeben:

„Ich wollte dich nicht erzürnen…
Du, rotes, flaches Feuer, ich wollte nur spielen…“,


schimpfte Felino mit dem Blatt, dass immer noch unter seiner Pfote ruhte und schlug es weg. Aber die Erde bebte weiter, er sah die Fremden Wölfe nur sehr schemenhaft und das war ihm im Moment auch völlig egal. Felino fiepte ängstlich auf und drückte sich auf den Boden, er zitterte am ganzen Körper und winselte laut. Felino versuchte sich zu erhben und schaffte es schließlich auch, sein Körper zitterte immer noch vor Angst. Er fragte sich, was da gerade passiert war. Dann sah er sich und sah wie die Erde in seiner Nähe einen großen Riss hatte und sagte dann zu ihr:

„Hast du auch das flache Feuer geärgert?“,

er suchte das Blatt und erblickte dann die Schemen des Rudels, die Fremden Wölfe, sie waren schon wieder in seiner Nähe, was sollte er nur tun. Er tapste ein Stückchen näher auf sie zu und dann kauerte er sich ängstlich ins Gras, was war wenn sie ihm etwas taten. Es bebbte immmer noch und Felino wußte nicht was ihm lieber war, das Rudel oder das Erdbeben, er entschied sich das keines von beidem das bessere war und blieb deswegen auf dem Boden gedrückt liegen. Er würde warten bis sie weg waren und einfach nur hoffen, dass sie ihn nicht wittern würden, weil dann hätten sie ihn bestimmt.


23.11.2008 19:59




Jeanne


Ihre Nerven waren angespannt, zerrissen fast. Diese ganze Situation war so verzwickt, und irgendwie gab es keinen Ausweg. Was sollten sie tun? Wegrennen? Aber wohin? Und was war, wenn jemand in die Spalte gefallen war? Sie konnten ihm nicht helfen, wenn sie davon rannten. Und noch gab es vielleicht Hilfe, wenn alle den ersten Schock überstandne hatten. Der Regen hörte nicht auf. Als wolle er der Situation etwas dramatisches verpassen, prasselte er weiter auf das Haupt der Wölfe nieder. Jetzt mussten sie aufpassen.. Die Erde war vom Wasser erweicht, wenn sie jetzt nicht aufpassten, wohin sie traten, rutschten sie womöglich in den Abgrund.
Jeanne wachte wie ein Engel über den kleinen Rüden, der auf dem Boden kauerte. Dieses Bild von dem Rüden, der so verschreckt wirkte, löste etwas in ihr aus. Mitleid, Sorge. Er tat ihr so Leid. Shanaro war so klein und musste schon so etwas miterleben. Das hatte niemand verdient, vor allem nicht so ein unschuldiges Wesen, das die ganze Situation vielleicht nicht einmal verstand. Sie stützte ihn mit der Schnauze, als er aufstand. Immer wieder schleckte die Weiße ihm über den Kopf, versuchte ihn so gut wie möglich zu beruhigen. Seine Worte waren irgendwie wie ein Stechen, sie wollte etwas aufmunterndes sagen. Aber.. so wirklich wusste sie nichts zu antworten.

“Gleich ist es vorbei, ich passe auf dich auf. Hab keine Angst, Shanaro. Wir werden gleich weitergehen. Und niemand wird fehlen..“

Nur teilweise antwortete sie auf seine Frage. Der Rest war eine Aufmunterung für sie selbst. Sie sagte die Worte leise, versuchte sich selbst Hoffnung zu machen. Jeanne schloß die dunklen Augen, vergrub die Schnauze im warmen Fell des Schwarzen. Sie hoffte noch immer, ihn so wenigstens etwas beruhigen zu können.

“Ich bleibe bei dir, fürchte dich nicht.“

Ganz langsam hob die zierliche Fähe den Kopf, sah zu Kiba und Yago. Die Graue schien in Sicherheit zu sein.. Aber der Weißen blieb kaum zeit, über die Situation nachzudenken. Als sie sich wieder Shanaro zuwenden wollte, erkannte sie, das der Welpe nicht mehr bei ihr war. Ein jaulen hinter ihr ließ sie ruckartig zusammen zucken. Im Bruchteil einer Sekunde schlug ihr Herz bis zum Hals. Sie zögerte nicht, drehte sich sofort um. Die Weiße hielt den Atem an, legte sich auf den Boden um zu Shanaro herunter sehen zu können.

“Shanaro.. bleib ganz ruhig.. Beweg dich nicht.. ich.. ich hole dich da raus..“

Panisch suchte Jeanne einen Weg zu dem Rüden hinab, um ihn da weg zu holen, ihn zu retten.. Die blauen Augen der Fähe suchten jeden Winkel ab. Bis ihr schließlich ein weiterer Vorsprung auffiel. Dieser war ein wenig größer als der, auf dem der Schwarze saß. Sie konnte nicht zu ihm, wenn sie eine Pfote auf den Vorsprung setzen würde, würden sie zusammen hinab fallen.
Vorsichtig setzte Jeanne eine Pfote vor die andere, bewegte sich auf den Vorsprung zu, der dicht an dem war, auf dem sich Shanaro befand. Mit jeder Vorsicht die sie finden konnte, lehnte sie sich über den Abgrund, sie wusste das eine falsche Bewegung ihr Todesurteil sein würde. Und so machte sie keine hektischen Bewegungen, setzte nur ganz vorsichtig eine Pfote auf en Vorsprung. Sie bemühte sich, immer wieder zu dem Schwarzen zu blicken. Noch immer wollte sie ihn beruhigen, dafür sorgen, dass er nicht in Panik geriet.

“Ich bin da Shanaro, ganz ruhig..“

Als ihr Körper sich auf dem Vorsprung befand, zögerte sie nicht lange. Ganz vorsichtig und nicht nach unten schauend lehnte sie sich zu dem Schwarzen. Es gab nur eine Möglichkeit, wie sie ihn dort weg holen konnte. Und dafür musste sie alles riskieren. Und der größte Einsatz war ihr eigenes Leben. Nur die Vorderpfoten setzten sich auf die Kante des Vorsprung, der ihr ganzes Gewicht nie aushalten würde. Übervorsichtig streckte sie den Kopf nach vorn, stubste den Schwarzen erneut an, ehe sie ihn sanft im Nacken packte. Das war die einzige Möglichkeit, sie konnte ihn nicht allein lassen, alleine würde er hinab stürzen. Ganz langsam lehnte sich die Weiße zurück, zog den Schwarzen mit sich. Sie hielt den Blick nach oben gerichtet. Wieder auf ihrem Vorsprung atmete sie kurz ein, jedoch konnte sie sich noch nicht erholen. Zuerst musste sie den Kleinen aus der Gefahrenzone bringen. Vorsichtig, wie zuvor auch, sprang sie leicht hoch, legte die Vorderpfoten auf der kante ab. Den kopf nach vorn streckend konnte sie Shanaro dort ablegen.
Unter ihren Pfoten spürte die Weiße, wie kleine Steinchen sich lösten. Sie musste hier weg, so schnell wie möglich. Jeanne schloß die dunklen Augen, stützte sich auf die Hinterläufe und versuchte zu springen, um wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben. In dem Moment, in dem sie sprang, brach der Vorsprung unter ihren Pfoten weg und polterte hinab, bis er in der Dunkelheit verschwunden war. Mit ihrer letzten Kraft zog Jeanne sich hoch, ließ sich jedoch nicht auf den Boden sinken um zu verschnaufen. Sofort eilte sie zu dem schwarzen, neigte den Kopf zu ihm und drückte diesen gegen seinen.

“Bleib bei mir Shanaro.. Geh nicht zu weit weg.. ich muss auf dich aufpassen, und das geht nur, wenn du immer bei mir bleibst..“

Schwer atmend blickte Jeanne noch einmal zu Kiba und Yago. Sie mussten hier weg, so schnell wie möglich.


23.11.2008 19:59




Yago


In Yagos Innerem fügten sich nur ganz langsam alle einzelnen Eindrücke zu einem Bild zusammen. Das eben gerade Geschehen konnte sich nur langsam zusammenfügen. Ein Erdbeben. Ein sehr starkes Erdbeben. Es so starkes Erdbeben, dass die Erde ihm nicht mehr standgehalten hatte und einfach auseinander gebrochen war. Kiba hatte das Pech gehabt, genau an dieser Stelle zu stehen und wurde daher in den Abgrund gezogen. Yago hatte das nicht zulassen können und hatte sie wieder herausgezogen. Jetzt lagen sie hier, die Erde bebte noch immer, aber sie waren weitgehend in Sicherheit. Soweit der ganz rationale Teil. Dazwischen mischten sich so viele Gefühle, dass Yago komplett überfordert war. Er konnte kein einziges auseinanderhalten, nur Erleichterung, das spürte er so deutlich, wie sein Herz in der Brust. Als nächstes schoss ihm Leikuna ins Bewusstsein und sofort riss er den Kopf hoch. Doch es war alles gut, die Weiße war zwar nicht weit weg von dem Spalt, aber auch nicht zu nahe und schien zudem unverletzt. Alles gut … Er hört, wie jemand ihn leise rief, drehte sich im liegen um und erkannte Kibas schreckengezeichnetes Gesicht, sie schob sich noch näher zu ihm, weg von dem Erdspalt und zum ersten Mal hielt das Yago für eine sehr gute Idee. Jetzt sah er auch ihren Lauf, er hatte ihn übel zugerichtet. Überall war Blut, jetzt schmeckte er es auch auf seiner Zunge und irgendwie war er unnatürlich verdreht, ganz so, als wäre er gebrochen.

“Ich werde dich um jeden Tropfen Blut und jede Sekunde Schmerz tausend Jahre um Verzeihung bitten müssen, aber jetzt bleib liegen, du kannst nichts tun.“

Natürlich hatte er bemerkt, dass sie versucht hatte, sich aufzurichten und nach ihrem Rudel zu sehen, aber in diesem Zustand war das unmöglich. Sogar er konnte sich kaum auf den Pfoten halten … mit lediglich drei davon würde Kiba nicht mal aufstehen könne. Und solang die Erde nicht aufhörte zu beben – im Liegen übrigens weit aus besser zu verkraften als wenn man stand – hatte es sowieso keinen Sinn, jemandem, der nicht genau neben einem war, zu helfen. Man musste nur hoffen, dass jeder bereit war, sein Leben für einen anderen zu riskieren, dann würde keiner sterben müssen. Er warf einen Blick in die Runde, aber sonst schien keiner in den Spalt gestürzt zu sein.

“Es geht ihnen allen gut.“

Er legte seine Schnauze an Kibas ohne vorher viel darüber nachgedacht zu haben. Es war eine tröstende, beruhigende, helfende und Sicherheit gebende Geste, ohne dass Yago wirklich dazu fähig wäre, all dies in eine Geste zu legen.


24.11.2008 16:21




Shanaro


Shanaro winselte kläglich, als er hinauf zu Jeanne sah. Er war entsetzt und verzweifelt zugleich und wusste nicht, was zu tun war. Plötzlich kam er sich schrecklich klein und verlassen vor, obwohl der Abstand zu Jeanne keine 3 Wolfslängen betrug. Er konnte die Schneeweiße noch sehen, doch sie waren getrennt, sie schien unerreichbar fern. Verängstigt kauerte der Welpe auf dem kleinen und engen Vorsprung, auf dem er saß, um nicht hinunter zu fallen. Sein ganzer Leib zitterte bei dem Gedanken von der Erde verschlungen zu werden, mit Haut und Haaren gefressen zu werden. Doch das heftige Beben überdeckte das leichte Zittern seines Körpers mit kräftigen Erschütterungen und jedes Mal, wenn Steine und Felsen von den hohen Wänden der Schlucht polternd in die tiefe verschwanden, kniff der Schwarze die Augen zu und hoffte ergiebig darauf, dass der Felsen, auf dem er sich befand sein Gewicht halten würde.
Als er wieder nach oben blickte, sah er Jeannes Haupt noch immer tu ihm nach unten schauen und ein weiteres Winseln, dass zu einem panischen Jaulen überging entfloh seiner Kehle. Als die safte Stimme der Jotafähe erklang, beruhigte sich Shanaro ein wenig, denn er hatte immerhin das Gefühl, dass sie in Reichweite war, immerhin konnte ihre Stimme ihn erreichen und dies ließ schon ein leises Gefühl der Sicherheit in dem jungen Rüden aufkeimen. Sehnlichst wünschte sich der schwarze Welpe, den Worten der Weißen Glauben schenken zu können, doch seine Angst überwog dennoch und die bersteinfarbenen Augen weiteten sich vor Entsetzen. Würde er jemals wieder mit Jeanne vereint sein? Würde er es überleben? Mit einem Kopfschütteln schob Shanaro diese grässlichen Gedanken beiseite und blickte wieder nach oben zu der Fähe, die noch immer beruhigend auf ihn einredete. Sie würde ihn herausholen, so hatte sie es gesagt und am liebsten hätte der junge Rüde gefragt, wie sie es denn anstellen würde. Doch die Angst verwandelte seine Stimme lediglich in ein verzweifeltes Fiepen, dessen Sinn wohl kaum zu deuten war. Doch er tat wie ihm geheißen wurde und verharrte ruhig, sofern es bei dem starken Beben möglich war. Schweigend beobachtete er, wie Jeanne sich vorsichtig auf einen Vorsprung niederließ, der dem seinen sehr nah war. Erwartungsvoll blickte sie die Weiße an, hoffte, dass sie sich beeilen würde, obwohl er sehr wohl wusste, dass jede Bewegung tödlich sein würde. Erst jetzt wurde ihm auch bewusst, dass die Fähe gerade ihr Leben aufs Spiel setzte, nur um das seine zu bewahren, doch seine Angst ließ nicht zu, dass er über diese Tatsache nachdachte, Dankbarkeit würde sich erst später zeigen.
Schließlich war es Jeanne gelungen, auf den Vorsprung zu gelangen. Sie standen sich nun so nah und doch trennte sie eine weitere Schlucht. Ungeduldig und verängstigt blickte Shanaro seiner Lebensretterin entgegen und spürte, wie er sich langsam beruhigte. Nun war er sich sicher, dass er gerettet war, wenngleich die größte Herausforderung noch bevorstand.
Beim Klang der melodischen Stimme spielten die Ohren des Welpen leicht und das Zittern ebbte ab. Mit vorsichtigen Bewegungen lehnte sich die Jotafähe zu dem Schwarzen und berührte ihn schließlich mit ihrer Schnauze. Trotz der Gefährlichen Situation spürte Shanaro, wie die Wärme durch seinen Körper floss und wie das Gefühl von Angst sich langsam verlor, sie waren wieder vereint. Zufrieden schmiegte sich der junge Rüde an die Weiße, darauf bedacht, dass er sich dennoch nicht zu sehr bewegte, sie waren noch nicht sicher. Willig ließ er sich von der Fähe am Nacken packen und tragen, ohne daran zu denken, wie schwer er für Jeanne sein musste. Er hatte immerhin schon eine beachtliche Größe und dementsprechend auch ein bestimmtes Gewicht erreicht.
Als Shanaro endlich wieder festen Grund unter sich spürte, der ja doch nicht wirklich fest war, schüttelte er sich kurz und blickte dann furchtsam zu der Weißen, die den Weg nach oben noch immer nicht geschafft hatte. Auffordernd und erregt blickte der kleine Rüde seine Lebensretterin an, die sich letztendlich mit einem gewagten Sprung rettete. Shanaro war zu glücklich und zu erleichtert, um etwas zu sagen und kämpfte sich über den labilen Untergrund zu ihr um seinen schönen Kopf in ihrem Fell zu versenken. Es war wohl der schönste Augenblick seines Lebens, denn noch nie hatte er solch ein starkes Glücksgefühl empfunden. Er hätte es nicht vertragen, wenn er Jeanne verloren hätte, denn sie war wie eine Mutter für ihn, er liebte sie.


24.11.2008 23:30




Kiba Telay


Die Anspannung im Körper der Silbergrauen hätte sie beinah glauben lassen können, dass wegen ihr die Erde so bebte. Den Fang fest zusammendrückend, ja fast zähneknirschend versuchte Kiba immer wieder nach ihrem Rudel zu sehen. Doch das Beben der Erde verzerrte ihr Bild.
Sollte man es einen Wink, des hier so hart herrschenden Schicksals nennen, oder einen Fluch? Bereits im vorletzten Winter waren sie nicht so ohne Weiteres zur Rudelhöhle gekommen, Shadow war verschwunden, vielleicht gestorben. Und auch ihr Gefährte, eine weitere Fremde, so viele waren gestorben. War es da nicht verständlich, wie sehr sie sich sorgte? Sie wollte nicht, dass wieder jemand starb. Das war einfach nicht fair, hier hatte doch keiner den Tod verdient!
Als Yagos Stimme neben ihr erklang, wandte Kiba den Kopf zu ihm herum. Der schwarze Rüde hatte ihr das Leben gerettet, verletzte Pfote hin oder her. Es war eher sie, die nun in seiner Schuld stand. Der Abgrund hätte sie verschluckt, der zersplitternde Boden sie mit sich gerissen. Sie ... hätte wieder bei ihrer kleinen Ziehtochter sein können, bei ihren leiblichen Welpen, bei Silence Tear, ihren Eltern, Kirou ... ein verlockendes Angebot, doch sie hatte ihre Gedanken gar nicht so weit abdriften lassen. Die silbergraue Leitwölfin gehörte noch nicht auf die andere Seite. Kiba schüttelte leicht den Kopf, was in diesem Beben wahrscheinlich eh unterging.

Bitte nicht um Verzeihung, ohne dich wäre ich tot. Dafür sollte ich dir tausend Jahre danken.“

Ihr Lauf schmerzte stark, pochte und so konnte sie wirklich nicht aufstehen. Yago hatte Recht, sie konnte nichts tun. Diese Einsicht hinterließ doch einen bitteren Nachgeschmack auf ihrer Zunge, sie war seltenst im Stande auch nur irgendwas zu tun.
Dann jedoch, spürte die Requistin plötzlich eine Berührung an ihrer Schnauze und war fast erschrocken, Yagos Gesicht plötzlich so nah bei sich zu sehen – und zu fühlen. Seine tröstenden Worte hallten noch kurz in ihrem Kopf nach. Sie drückte ohne zu überlegen ihr Gesicht gegen seinen Hals, als wolle sie sich vor der Tatsache verstecken, dass sie schon viel zu oft diesen Satz gehört hatte, ohne das er im Nachhinein zutreffend gewesen wäre. Erst ein paar Sekunden später realisierte sie ihr Tun und zog das Haupt wieder zurück, den Blick senkend und der Boden bebte noch immer erbarmungslos. Nur langsam ebbte die Stärke der Erschütterung ab.

Ich will nicht, dass wieder jemand stirbt.“


Das Beben wird langsam schwächer.

25.11.2008 15:06




Shiyu Aderian


Shiyu Aderian hatte sich zurückfallen lassen, um von hinten alle zu beobachten. Er hatte keinerlei Lust auf ein Gespräch und mehr als einmal lag sein Blick funkelnd auf Kiba Telay. Er verhielt sich wirklich, als hätte man ihn zutiefst gekränkt. Dabei hatte er sowieso immer schlechte Laune, zumindest würde dass jeder behaupten, der ihn beobachtete. Dass er sich genüsslich daran labte, wenn er Andere beleidigte und sie sich darüber aufregten, würden die wenigsten Wölfe begreifen.
Als das Erdbeben begann, legte sich der kleine, weiße Rüde flach auf den Bauch und wartete ab. Es war ihm egal, was aus den anderen Wölfen wurde, immerhin waren sie ihm gleichgültig. Er würde keinem von ihnen nachtrauern. Abgesehen davon würde ein bisschen Schaukeln sie schon nicht gleich umbringen. Diese Gedanken zogen rasend schnell durch seinen Kopf und dann wurde es plötzlich laut. Die Erde brach auf. In seliger Ruhe wich er ein Stück zur Seite aus und legte sich dort wieder hin. Danach war es lediglich ein Warten darauf, dass es vorbei ging. Shiyu brauchte nichts zu fürchten. Auch nicht seinen eigenen Tod.
Am Rande bekam er mit, dass Kiba beinahe in die Tiefe stürzte und Yago sie rettete, doch während des Bebens waren sie für ihn unerreichbar. Selbst dann, wenn er sich plötzlich entschieden hätte, dass er helfen wollte. Die Wahrscheinlichkeit war tendenziell gen Null gegangen.

„So ein elendes Revier…“

Murrte er, als er nicht mehr so sehr durchgeschüttelt wurde.


25.11.2008 20:41




Núvol


Schon eine Zeit lang war Núvol als kleiner Schatten durch den Bergpass gehuscht. Der kleine Rüde fühlte sich alles andere als wohl. Er lief nun schon eine ganze Weile doch irgendwann hatte ein Erdbeben eingesetzt. Der kleine Rüde kannte dieses Naturphänomen noch nicht und geriet langsam in Panik. Immerwieder hatte er sein Versteck gewechselt, war vorsichtigen Schrittes ein paar Meter weiter gegangen. Nun wagte Nú sich abermals aus dem Gebüsch um sich ein neues Versteck zu suchen.
Vorsichtig setzte er eine kleine Tatze nach vorne, der folgte eine Zweite. Dann blieb er stehen. Nú warf einen Blick auf seinen Schatten. Der war zwar nicht deutlich zu erkennen, hatte jedoch etwas beruhigendes.
Der Bergpass auf dem sich der SChwarze befand war ihm völlig fremd. Ein weiterer Punkt, der dazu beitrug das es Núvol nicht gerade blendend ging.

oO(Ich weiß nicht wer mehr zittert. Ich, oder der Boden. Der arme Boden. So kalt ist es doch garnicht...)

Der Welpe wusste selbst nicht wieso er so lockere Gedanken hatte, wobei es ihn seinem Kopf schrie und seine Muskeln zum zerreißen gespannt waren. Er wollte rennen, doch irgendetwas hielt ihn auf. Er traute sich nicht.
Ein kleiner Sprung. Herzklopfen. Nú hörte nur das Beben der Erde und sein Blut in den Ohren rauschen. Wieder setzte er eine Pfote nach vorne und krallte sich bei jedem Schritt so tief wie möglich in die Erde.
Ein weiterer kleiner Schritt, dem noch einige folgten, bis er stehen blieb. Leicht geduckt stand der kleine Rüde da und suchte hastig nach einem neuen Versteck. Da!
Eine kleine Mulde, darüber zwei nicht allzu große Äste. Mit wackeligen Beinchen steuerte er flugs darauf zu. Angekommen, legte er sich hinein, machte sich so flach wie möglich. Ob das gefährlich war, wusster er nicht. Darüber wollte Núvol momentan auch garnicht nachdenken. Er presste seinen kleinen Brustkorb nur gegen die Erde. Ihm taten all die kleinen Lebewesen leid, die in der unterirdischen Welt das heftige Pochen seines Herzens ertragen mussten.
Er stimmte ein kleines Winselkonzert an, in der Hoffnung jemand würde ihn hören oder sehen und die Erde dazu bringen aufzuhören.


25.11.2008 21:11




Bjarmi


Müde und erschöpft waren die Schritte des Wolfes geworden. Er war einen unendlich langen Weg gegangen, hatte Rudeln geholfen, frei und ohne Kummer, noch Trauer zu leben und war dann wieder verschwunden, ohne Abschied, ohne Worte des Wiedersehens, denn ein Wiedersehen gab es für ihn nicht. Er kannte es ja schon, jedes Mal, wenn er sich eingelebt hatte, wenn er Freunde gefunden und Glück geteilt hatte, rief der Nordwind nach ihm und er musste weiter ziehen, zu dem nächsten Ort, den nächsten Wölfen, die in Qualen und Schmerz lebten.
Prüfend reckte Bjarmi die Nase in die Luft. Sein Weggefährte war verstummt und kein eisiger Hauch, der ihn schon längst nicht mehr erzittern ließ, wehte durch seinen mittlerweile recht dicht gewordenen Pelz. Es wurde Winter, die Jahreszeit, die Bjarmi von allen anderen am liebsten mochte, dennoch Schnee war noch lange nicht in Sicht.
Er hatte schon viel gesehen, viel erlebt, Gutes, wie Schlechtes, doch langsam verließen ihn seine Kräfte, lief er doch jetzt schon seit Stunden an dieser Gebirgskette entlang, zu der ihn der Nordwind geführt hatte, bevor er sich legte. Bjarmi konnte es schon nicht mehr sehen: Überall, wohin er auch schaute, waren Berge, Geröll und Gestein; nicht das winzigste Leben konnte er ausmachen, geschweige denn einen Eingang oder wenigstens einen einigermaßen begehbaren Pass. Aber er musste hinter die Berge, das wusste er, der Nordwind führte in niemals in die Irre, noch stellte er unlösbare Hindernisse.
Seine Pfoten schmerzten bereits unter den zum Teil spitzen Steinen und er war sich sicher, dass er noch tagelang unter dieser Tortur zu leiden hatte. Noch einmal sah er hoch und versuchte irgendeine Witterung auszumachen. Skeptisch funkelten seine Augen an der Gebirgskette entlang. Sollte sich der Nordwind doch geirrt haben und es gab hier nichts für ihn zu tun? Kaum hatte er sich diese Frage auch schon gestellt, bekam er die Antwort durch einen eisigen Hauch zu spüren.

„Ist ja schon gut, ich suche weiter.“, beschwichtigte er seinen Begleiter durch fast geschlossene Zähne.

Mit geduckter Körperhaltung ging Bjarmi weiter. Er musste dem Nordwind einfach vertrauen und sich leiten lassen. So ging er ihm nach, umspielte sein frostiger Atem doch seinen Körper und führte ihn schließlich zu einem Eingang, der scheinbar gleichzeitig der Durchgang war.

„Hier soll ich hinein?“, fragte Bjarmi und ein kurzes Rascheln der Blätter verriet ihm die Antwort.

Vorsichtig betrat er das unbekannte Gebiet und bahnte sich seinen Weg. Es war dunkel, doch seine Augen passten sich schnell an, sodass er sich orientieren konnte und nicht gegen einen Vorsprung oder einen Felsen lief.
Noch konnte er keinen Geruch von Wölfen oder anderen Lebewesen wahrnehmen, doch es musste hier welche geben, denn schließlich wurde Bjarmi hierher geleitet. Vielleicht befand sich ja hinter diesem Pass ein Tal? Hoffentlich gab es dort auch Wasser, denn Bjarmi glaubte mittlerweile zu verdursten.
Plötzlich jedoch war der Gedanke an das nasse Element wie weggeblasen. Zuerst merkte er nur, wie kleine Steinchen unter seinen Pfoten zu vibrieren begannen, ehe er die Schwankungen der Erde immer deutlicher spürte.

oO(Verdammt! Ich muss ganz schnell hier raus!), zischte es warnend durch seine Gedanken.

Seine Sinne waren nur noch auf eines programmiert: Überleben!
Schnell, getragen durch den kalten Nordwind schnellte er durch die dunkle Höhle und er fühlte, wie das Beben an Intensität zunahm, je näher er dem Ausgang kam. Doch sein Instinkt warnte ihn, ja nicht hier zu bleiben, er musste nach draußen, bevor ihn vielleicht noch ein Felsen unter sich begraben hätte.
Mit einem waghalsigen Sprung rettete sich Bjarmi aus der dunklen Höhle ins Freie. Doch, viel Zeit sich umzusehen blieb ihm nicht, befand er sich doch immer noch nicht im Tal, sondern nur auf so etwas wie einem Plato, und dort konnten immer noch Geröll und Gestein zu erbitterten Gegnern werden.
Er wollte gerade weiter rennen, als der Geruch eines Wolfes, eines jungen Wolfes an seine Nase getragen wurde. Skeptisch hob er seinen Kopf um intensiver die Witterung aufnehmen zu können. Hier, ein Wolf und zudem noch ein relativ unerfahrener? Doch, es war einer, denn nun konnte er auch das klägliche Winseln vernehmen.
Vorsichtig und mit sicheren Schritt, so weit dies bei diesem Beben möglich war, lief er in die Richtung des Jungwolfes. Aufmerksam suchte er seine Umgebung ab und dann sah Bjarmi ihn: Einen kleinen, schwarzen, jungen Rüden, der sich ängstlich auf den Boden kauerte.
Behutsam trat er an ihn heran.

„Hey Kleiner, das ist kein guter Zeitpunkt um hier zu schlafen. Steh auf und beeil dich, ich bringe dich ins Tal.“, sagte Bjarmi mit ruhiger Stimme

Er sah den jungen Wolf freundlich und sicher an, auch wenn er sich selbst nicht so gewiss war, ob sie es beide wirklich bis nach unten schafften.


25.11.2008 21:30




Jeanne


Den Blick von der grauen Alpha und Yago abwendend sah sie wieder zu Shanaro, der noch immer zitterte. Sie selbst musste sich eingestehen, dass auch durch ihren Körper ein stetes Beben ging. Und das lag gewiß nicht daran, dass sie Erde noch immer bebte, als wollte sie ein erneutes mal aufreißen. Sie hatte es kaum richtig registriert, dass sie gerade ihr Leben aufs Spiel gesetzt hatte. Erst jetzt, wo sie oben stand, schützend neben dem kleinen Rüden stand, wurde ihr richtig bewußt, was gerade geschehen war. Die Weiße hatte keine Höhenangst, aber wem wurde es nicht mulmig, wenn sich unter einem nichts als gähnende Leere, die tiefste Schwärze befand? Aber sie hatte diesen Urinstinkt vergessen, ihn abgeschaltet, um ihn zu retten. Sie hatte nicht gezögert, wahrscheinlich hätten sie dann auch Zweifel befallen. Aber es war alles gut gegangen, Shanaro war in Sicherheit und noch einmal würde so etwas nicht passieren. Sie musste besser aufpassen, in solch einer Situation durfte sie ihn nicht aus den Augen lassen.
Ein wenig traurig hob Jeanne den Kopf, betrachtete aufmerksam die Umgebung. Es war schon wieder passiert. Eine Katastrophe. Jeanne wollte gar nicht daran denken, wie viele Opfer dieses mal geholt worden waren. Seit sie hier war, war i mmer wieder etwas passiert. Schneestürme, Überflutungen, Feuer.. Und nun auch noch ein Erdbeben. Ein leises Seufzen entfloh der Kehle der Weißen. Sie durfte nicht darüber nachdenken, es mischte nur wieder so viel Negative sin ihre Gedanken. Und jetzt brauchte sie einen völlig klaren Kopf. Shanaros Geruch tief einatmend neigte sie den Kopf zu ihm. Ihr einziger Gedanke war, den Schwarzen zu beruigen, ihm die Angst zu nehmen. Er sollte sich noch keine Sorgen um so etwas machen. Das hatte später noch genug Zeit. Als der Kleine isch an sie kuschelte, schleckte sie ihm über den Schnauzenrücken. Sie tat es immer wieder, und jedes mal schwang die Hoffnung mit, ihm mit jeder liebevollen Geste die Angst zu nehmen. Ob das klappte würde sie sehen, wenn es weiter ging. Jeanne hob wieder den Kopf, sah sich um. Sie flehte innerlich, dass niemand hinab gefallen war. Noch konnte sie nichts erkennen, auch wenn das Beben nachließ. Völlig in Gedanken versunken hatte die zierliche Fähe fast schon vergessen, das die Erde so gebebt hatte. Es war einfach zu viel in ihrem Kopf, was diese Tatsache verdrängte. So viel, was sie versuchte zu verdrängen. Was hätte ihr Vater in solch einer Situation getan? Ihr Herz schmerzte bei dem Gedanken an den Weißen. Und.. wie hätte Danley wohl reagiert..?
Jeanne schluckte kräftig, versuchte das alles runter zu schlucken. Sie musste im Jetzt leben, nicht Vergangenem hinter her trauern. Und so senkte sie den Kopf, stubste mit aller Zärtlichkeit den Welpen an und schenkte ihm ein ruhiges Lächeln, selbst wenn sie sich so fühlte, als wenn sie sich selbst anlog. Dieses Lächeln war nicht ehrlich.

"Ist bei dir alles ok, Shanaro? Kannst du laufe, oder hast du Schmerzen?"

So viele Fragen, wobei sie nur an das Wohlergehen des Schwarzen dachte. Er war im Moment das wichtigste. Erst wenn sie sich sicher sein konnte, dass es ihm gut ging, würde sie über anderes nachdenken können.


25.11.2008 21:54

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
17.09.2010 20:59
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Wächter

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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 9




Yago


Selbst jetzt, da die Erde bebte, als wolle sie untergehen und Kiba gerade eben noch mal mit ihrem Leben davon gekommen war, meinte Yago diese Schatten von Erinnerungen in ihrem Blick zu erkennen. Was nahm sie so gefangen, dass sie scheinbar keine Sekunde vergessen konnte? Natürlich würden ihm ein paar Dinge dazu einfallen, zum Beispiel Silence Tear, aber an den hatte sie nicht seit seinem Verschwinden gedacht. Eigentlich eher selten, zumindest dann, wenn Yago es hätte sehen können. Warum also gerade jetzt und so intensiv? Yago würde ihr nie etwas vorwerfen, aber es schien ihm doch eben gerade jetzt nicht angebracht. Nicht jetzt, da ihr Rudel – wenn dieses verdammte Erdbeben endlich endete – sie brauchte. Bevor es nicht zu ende war, konnte sie aber wirklich noch ein wenig darüber nachdenken. Auch wenn es Yago trotzdem nicht gefiel. Ihre Worte ignorierte Yago, warum wusste er selbst nicht genau. Es schien seit neuestem ja seine Lieblingsbeschäftigung zu sein, anderen das Leben zu retten und das passte ihm nicht. So etwas band aneinander, meinte sie doch in seiner Schuld zu stehen. Es sollte niemand an ihn gebunden sein. Er hatte den Fehler schon bei Leikuna begangen, aber diese mit Kiba zu vergleichen war natürlich lächerlich. Er sollte damit aufhören. Und doch hätte er nie zugelassen, dass Kiba starb.
Der Schwarze spürte, wie die Graue seine Geste erwiderte. Wie sie ihre Stirn an seinen Hals drückte, hatte er plötzlich das Bedürfnis, sie vor allem Unheil dieser Welt zu schützen, jeden schlechten Wolf in Stücke zu reißen, damit er Kiba nicht verletzen konnte. Doch dieses Gefühl verschwand ebenso schnell wieder, wie Kiba ihren Kopf auch wieder zurückzog. Und es war natürlich töricht, Kiba war eine erwachsene Fähe und lang genug Leitwölfin. Dennoch war ein tiefer Eindruck zurückgeblieben.

“Es wird niemand sterben.“

Seine Stimme klang fest und unumstürzlich, als hätte er erwähnt, dass Regen nass oder Sonne warm war. Als das Beben jetzt abzuflauen begann, stand Yago innerhalb weniger Sekunden wieder auf den Pfoten, entfernte sich jedoch nicht von Kiba. Stehend hatte man einen besseren Überblick und tatsächlich schienen zwar alle zu Tode erschrocken, aber keiner war diesem erlegen. Doch der breite Riss in der Erde war ihnen allen bedrohlich nahe und immer wieder bröckelten Teile in die Tiefe. Sie sollten hier verschwinden. Seine Schnauze sank wieder zu Kiba, berührte erst kurz ihre Stirn, die in Flammen zu stehen schien und fuhr dann mit der Zunge über ihren Lauf, um unter dem Blut die Wunde hervorzubringen und zu beurteilen, wie schwer sie war. Ob Kiba diese Behandlung nun wollte, war momentan leider nichtig, es ging darum, das Rudel in Sicherheit zu bringen. Tatsächlich könnte das aber schwer werden. Kibas Lauf war wirklich gebrochen und Yagos Zähne hatten sich tief in ihr Fleisch gebohrt. Muskeln waren durchtrennt worden, ebenso wie einige Sehnen. Verdammte Scheiße. Wenn die Graue Pech hatte, würde sie nie mehr richtig laufen können. Aber soviel wie Yago mit der Zeit mitbekommen hatte, hatte Kiba meistens Glück – relativ, selbstverständlich – und er konnte nur hoffen, dass nicht er derjenige war, der ihr dieses geraubt hatte. Das Beben war mittlerweile so schwach geworden, dass sie es möglicherweise schaffen könnte, aufzustehen. Sicher, wenn sie sich an ihm stützte.

“Versuch dich an mich zu lehnen und dann aufzustehen. Wir müssen von hier verschwinden, die Erdspalte ist zu gefährlich.“

Kibas Verfassung betrachtend schien sie nicht in der Lage zu sein, ihr Rudel anzuführen – etwas, das man ihr in diesem Fall sicher nicht vorwerfen konnte – also versuchte Yago so weit es ging, immerhin alle zusammen zu rufen.

“Wir müssen von hier fort! Versucht zusammen zu bleiben, wir werden weiter Richtung Osten ziehen, vorerst werden die Bergwiesen der sicherste Ort sein.“

Sie waren zwar schon auf den Bergwiesen, aber dass dieser Erdspalt kein sicherer Ort war, war hoffentlich auch noch dem letzten Trottel aus dem Rudel bewusst. Er hatte so laut gesprochen, wie es ihm nur möglich war und hoffte, auch die Wölfe erreicht zu haben, die weiter entfernt waren. Außer Kiba müsste jeder laufen können, das Beben war schwach genug. Sein Blick suchte Leikuna und hoffte, sie würde rasch zu ihm kommen. Er senkte scheine Schnauze wieder zu der Leitwölfin.


26.11.2008 15:41




Shanaro


Aus seinen bersteinfarbenen Augen sah Shanaro Jeanne an. Er war glücklich und ignorierte regelrecht das Beben, das in noch immer erschütterte. Sie hatte ihm das Leben gerettet und ihr eigenes Leben dabei aufs Spielt gesetzt. Dies merkte der Rüde erst jetzt, wo ich wagemutige Aktion vorbei war, wo der Schock sich verlor und wo er wieder klare Gedanken fassen konnte. Und plötzlich war der junge Rüde ganz ruhig, er schien die Angst vor dem Erdbeben verloren zu haben, denn für ihn war nun schon alles gut ausgegangen, das böse Wackeln und Rütteln konnte ihm nun nichts mehr antun, Jeanne würde ihn ja schließlich beschützen!
Shanaro wagte es schließlich, seinen Blick auf die anderen Wölfe des Rudels zu richten, die ebenfalls mit der Naturkatastrophe zu kämpfen hatten. Er erspähte Kiba, die aus dem offenen Rachen der Erde entkommen zu sein schien, genau wie er, denn der schwarze Wolf, Yago war sein Name hatte die Leitfähe genauso gerettet, wie die Jotafähe ihn selber. Shanaro wandte sich zufrieden wieder an Jeanne und merkte kaum, dass das Beben ein wenig nachgelassen hatte. Das Einzige, was er nun spürte, war die unendliche Dankbarkeit und Liebe zu seiner Lebensretterin. Er war sich nicht sicher, ob es noch jemanden anders auf dieser Welt gab, der sich so selbstlos für ihn eingesetzt hatte, er bewunderte die Fähe um ihren Mut und ihren Willen. Still dachte sich der kleine Schwarze, dass er eines Tages genauso mutig sein würde und ein kurzen Funkeln zuckte durch seine gelben Augen.
Als Jeanne schließlich wieder ihre Stimme hob, sah Shanaro sie fragend an und überlegte sich, wie er ihr sagen könnte, dass er dankbar war. Schließlich öffnete er seinen Fang.

“Ich bin ok … glaub ich, ich hab keine Schmerzen.“

Meinte er mit seiner welpenhaften Stimme und fügte nach einem kurzen Zögern noch hinzu

“Danke, dass du mich gerettet hast …“

Seine Stimme klang nun etwas leiser, aber vertrauensvoll, ehrlich und aufrichtig. Der schwarze Welpe konnte seine Dankbarkeit kaum beschreiben, konnte kaum fassen, dass sie bereit gewesen war, so viel für ihn zu riskieren. Seine Zuneigung zu Jeanne war noch mehr gestiegen, sie war die Beste.


26.11.2008 21:54




Toboe Tear


Munter wie immer tappste der Graue vor sich hin, sah immer wieder zu seinen zwei Weg Gefährten. In einem Moment ließ er sich zurück fallen, im nächsten lief er vor und wartete schließlich wieder auf die beiden. Er sparte sich jedes Kommentar, bei solch einem Tempo konnte er seine Mutter begrüßen, wenn seine eigenen Kinder ihm folgten. Aber trotzdem ließ er alles locker angehen. Er war doch ein Held. Und Helden kamen immer zurück. Ob nun jetzt oder ein wenig später war doch im Prinzip auch völlig egal. Er war da, und das war auch gut so. So trabte der junge Wolf vor sich hin. In gedanken machte er sich ein Bild davon, wie seine Mutter reagieren würde, wenn dieser halbstarke Rüde vor ihr stand, der ihr liebster Sohn war. Er überschätzte sich nicht, er hatte einfach nur gute Laune. Natürlich war ihm klar, dass seine Mutter alle liebte. Zumindest ihn und seine Geschwister. Und so trabte er grinsend vor sich hin, darauf freuend, den Gesichtsausdruck seiner Mutter für immer in sein Gedächtnis zu brennen. Völlig frei von Sorgen stolzierte Toboe dahin, sah sich um und schaute immer wieder zu Teyrm und Naíra. Hach, war das alles interessant! So viel altes, was er fast schon vergessen hatte. Er atmete den Geruch des Regens ein, genoß dieses vorfreudige Kribbeln. Hach, wie herrlich das doch war! Er war wieder hier, zu Hause. Da, wo er hingehörte.

Er trabte, lief, ging ganz langsam und erhöhte sein Tempo wieder. Er wollte endlich dasein! Seufzend wandte sich der Rüde zu den beiden anderen um, gerade wollte er den Fang öffnen, sie anspornen, sich schneller zu bewegen, als die Steinchen zu seinen Pfoten begannen zu zittern. Toboe hob einen Vorderlauf und blickte auf den Boden. Er bebte, eindeutig er bebte. Und irgendwie.. war ihm dabei gar nicht gut. Ein wenig überfordert sah er zu den anderen beiden, während die Erde immer heftiger bebte. Und dann, ganz plötzlich riß die Erde vor seinen Pfoten auf. Völlig überrumpelt taumelte der Graue zurück, wußte nicht recht, wie ihm geschah. Er stolperte zurück, die blauen Augen star auf den Spalt gerichtet. Was... war das den jetzt?! Verunsichert sah er zu den beiden anderen, nicht ganz schlüssig, was er nun tun sollte. Trotz des bebenden Bodens legte er sich auf den Bauch und rutschte ganz langsam zum Abgrund hinüber. Vorscihtig näherte er sich der Kante und erst, als er diese erreicht hatte, stand er langsam auf. Langsam neigte sich der junge Rüde vor, blinzelte in die tiefe Schwärze unter ihm. Ein wenig fasziniert lehnte er sich weiter vor, versuchte etwas zu erkennen.

"Hey! Guckt mal. Meint ihr, da kann man runter?"

Er verengte die Augen, um etwas zu erkennen. Toboe bemerkte nicht, wie sich Steine unter seinen Pfoten lösten und hinab in die tödliche Dunkelheit fielen. Zu begeistert war er von diesem Riss, der einfach so aufgetaucht war. Und so lehnte er sich noch weiter vor.
Als dann ganz plötzlich die Steine unter ihm wegbrachen, konnte er sich nicht mehr retten, selbst ein flinker Sprung hätte nichts gebracht. Mit einem lauten Aufjaulen kullerte der Graue ein kurzes Stück hinab, ehe er mit voller Wucht auf einen Vorsprung aufschlug. Für einige Momente war ihm schwarz vor Augen, er war auf den harten Steinboden aufgeschlagen und konnte sich nicht mehr orientieren. Sein Kopf schmerzte unglaublich stark, er hatte das Gefühl, er würde jeden Moment zerspringen. Toboe fühlte sich einem Koma gleich, oder eher kurz davor. Der Rüde keuchte, schnappte nach Luft. Ihm war schwindelig, und er registrierte nicht, das jeder Schritt tödlich sein konnte. So kauerte sich der Graue auf dem Boden zusammen, dachte nicht einen Moment daran, das pber ihm och zwei andere waren. Er jaulte, er wimmerte so laut er konnte. Sein Kopf tat weh und ihm war schwindelig. Er wollte hier weg. Er wollte zu seiner Mutter.


26.11.2008 23:18




Korrianke


Als die Erde unter ihm erzitterte und er den Boden unweit entfernt von ihm aufreißen sah, blieb Korrianke wie angewurzelt stehen. Voreilige Bewegungen waren nicht angebracht, man konnte nie wissen, in welche Richtung sich der Spalt ausweitete.
Als er meinte abschätzen zu können, welche Bereiche sicher waren sprang er an Akaras Seite, deren Verlust er plötzlich und instinktiv fürchtete. Sie war seine erste und stärkste Verknüpfung zu diesem Rudel. Gleich fühlte er sich besser, als er sie in seiner Nähe wusste. Zwar war es eine merkwürdige Philosophie, doch der Rüde glaubte seit jeher, wenn sterben, dann wenigstens nicht allein, doch dazu sollte es nicht kommen. Mit Schrecken jedoch sah er, wie arg Kiba in Bedrängnis kam, durch die wütende Erde, doch ehe er reagieren konnte, war ihr Leben gerettet. Langsam wurde das Beben schwächer und der Weiße atmete erleichtert auf, obwohl er keine Unruhe gezeigt hatte. Dennoch war die Gefahr nicht gebannt, das wusste er und ausgerechnet die Alpha schien sich verletzt zu haben. Er sah kurz zu Akara, nur um sich nochmal zu vergewissern, dass sie unbeschadet war, dann lief er rasch zu Kiba und Yago hinüber.

"Ich werde ebenfalls helfen."

Sagte er, mit dem Gesicht zu Yago gewandt. Festigkeit lag in seinem Blick, auch hierin sah er seine Aufgabe: Schutz für diejenigen, die ihn benötigten. Er stellte sich auf die andere Seite der Leitwölfin, sodass Yago und er sie von beiden Seiten stützen können würden.

"Ich bin mir nicht sicher, ob es bereits vorüber ist. Wir sollten schleunigst sehen, dass wir fortkommen."

Yago hatte ganz offensichtlich das Kommando übernehmen und obwohl Korrianke sich sicher war, das Kiba noch zu geistiger Führung in der Lage gewesen wäre, nahm er an, dass es in ihrem Einverständnis geschah, also würde auch er dem Wort des Rüden Folge leisten - bereitwillig. Kiba selbst schien recht aufgewühlt zu sein. Sanft blickte er sie an und schenkte ihr ein Lächeln, das Lächeln eines fremden für sie, aber es war voller Wärme.

"Es wird niemandem etwas geschehen."

Sprach er leise, aber gewiss. Er selbst würde seinen Teil dafür tun, die Gemeinschaft zu schützen, dessen Teil er selbst nun war. Das hier war jetzt sein Rudel und es würde ihm eine Familie sein, bis er seinen Zweck am Leben erfüllt hatte.


27.11.2008 10:51




Shaí


Shaí hatte interessiert zugehört. Eine Seltenheit! Normalerweise bekam der Schwarze mindestens die Hälfte des Gespräches nicht mit, weil ihn die Natur ablenkte, mit ihrer Vielfältigkeit zog sie seine dunkelblauen Augen wie magisch an, darüber vergaß er manches Mal sogar, dass gerade jemand mit ihm sprach. Diejenigen waren dann oft sehr verblüfft, und noch mehr waren verärgert, aber Shaí machte sich nichts daraus. Doch hier gab es nicht so viel, außerdem war er diesmal tastächlich neugierig und sog jedes Wort des Grauen begierig auf. Er ging dem Grauen nach, sogar ein Lächeln, das diesmal nicht (nur) spöttisch wirkte, hatte sich auf seine Lefzen gestohlen, doch der Rüde vor ihm konnte dies nicht sehen, da er ja hinter diesem ging. Und dann geschah es- die Erde bebte. Schlagartig blieb der Eisprinz stehen. Er hatte so etwas schon einmal miterlebt. Er runzelte die Stirn. Nun drehte sich auch Merlin zu ihm um.

oO-(Ein Beben. Vielleicht sollte ich zurückkehren. . .)

doch bevor er seine Gedanken ganz zu Ende gedacht hatte, hörte er etwas, dass seinen Gedankenstrom unterbrach: Ein Angstschrei. Und es war kein erwachsener Wolf gewesen, nein, er war viel zu hoch gewesen. Shaí trat nun auf Merlin zu. Er starrte ihm kurz ins Gesicht. Was sollte er tun? Anscheinend waren sie schon in der Nähe des Rudels, sonst würden sie ja keine Stimmen hören. Er reckte die Schnauze in die Luft und versuchte, eine Fährte aufzunehmen.

"Ich kenne das... es ist ein Beben, und manchmal reißt sogar der Boden auf- eine Kluft entsteht, und man kann überrascht werden und hineinfallen. Keine schöne Vorstellung, wenn du mich fragst. Bleib lieber hier- wirklich! Es wird bald schwächer werden, aber bis dahin ist es zu gefährlich, einfach weiter zu gehen!"

sagte er in bestimmten Ton und schaute dem Grauen nun fest in die Augen. Er meinte es wirklich ernst. Er wusste, was ein Erdbeben alles anrichten konnte...
Und dann hörte er wieder ein Jaulen und Wimmern. Mit einem letzten

"Warte hier!"

rannte er los. Er brach durch die Büsche, ein paar Dornen verhedderten sich in seinem schwarzen Fell, doch die nächsten Äste wischten sie wieder hinfort. Das Wimmern wurde immer lauter, Shaís Ohren schnippten aufgeregt, seine Augen waren auf die Stelle gerichtet, von der er das Wimmern meinte, zu hören. Er brach durch die letzten Äste, und dann sah er es auch schon: Der Boden war aufgerissen worden- und das Jaulen kam aus dem Abgrund! Shaí riss die Augen auf uns spurtete auf die Klippe zu. Er schaute über die Kante- und sah einen Welpen, grau und klein, mit blauen, schmerz verzerrten Augen. Shaí starrte ihn kurz an. War er mal wieder schlau gewesen, er hatte doch gewusst, dass es ein Wel-

oO.(Klappe! Der Kleine krepiert gleich, und du fängst an, dich mal wieder selbst zu loben, Blödmann!)

erschallte es in seinem Kopf und er riss sich aus seinen eitlen Gedanken.

"Hey, beruhig Dich, Kleiner. Ich werd Dich da rausholen."

sagte er in lässigem Ton, im selben Moment, in einem wirklich sehr passendem Moment, strich eine Brise über sie hinweg und zerzauste Shaí das Haar. Er sah aus, wie man sich einen Helden vorstellte, ein wenig verwegen und doch lässig. Er legte sich an den Rand und robbte ein wenig vor, dann nahm er den kleinen Welpen vorsichtig zwischen seine Fänge und hob ihn hoch- der Kleine schwebte kurz in der Luft, dann berührte er wieder den Boden.

"Na, alles in Ordnung? Mein Name ist übrigens Shaí."

sagte er, so, als ob dieser kleine Zwischenfalls gar nicht passiert wäre- als ob es der Welpe nicht ihm zu verdanken hätte, dass er jetzt noch hier vor ihm saß. Er zwinkerte dem Kleinen verschwörerisch zu und lächelte sogar ein bisschen. Welpen waren anders. Zu ihnen konnte man ehrlich sein, ja, sogar das Lächeln konnte ehrlich sein. Bei erwachsenen Wölfen war das eine gaanz andere Sache. Er wandte sich um, und schaute, ob Merlin kommen würde. Immer noch bebte es unter ihren Pfoten. Kein Zweifel- dieses Beben war stark gewesen. Er schob den Welpe mit seinen Schnauze ein wenig vom Abgrund weg. Er musste ziemlich geschockt sein.


27.11.2008 17:40




Akara Chitaru


Langsam wurde die Erde wieder ruhiger. Akara sog erleichtert Sauerstoff in ihre Lungen. In der Aufregung hatte sie vergessen, Luft zu holen. Als sie aufsah, war Korrianke neben ihr. Ein warmes, behagliches Gefühl machte sich in ihr breit. Sie freute sich, dass sie ihm wichtig war und dass er sich sorgte. Auch ihr lag sein Wohlbefinden am Herzen. Mit geschickten, weich federnden Schritten schloss sie zu ihm auf, als er sich zu Yago und Kiba bewegte.

“Seit ihr schlimm verletzt, Kiba Telay?“

Sie war ehrlich besorgt, obwohl sich kaum etwas davon in ihrer Gestik und Mimik zeigte. Das Wohl der Leitwölfin musste für alle Rudelmitglieder immer an erster Stelle stehen, denn ohne die Führungspersönlichkeit, die die Gemeinschaft zusammenhielt und leitete, konnte ein Rudel nicht existieren. Sie verneigte sich vor Yago, den sie noch nicht persönlich begrüßt hatte. Er war ein Held, hatte sich selbst in Gefahr gebracht, um Kiba zu retten. Akaras Hochachtung galt dem Rüden, der sehr verlässlich schien. Um sich mit ihm auszutauschen, war später sicher noch genug Zeit, zuerst musste das Rudel in Sicherheit gebracht werden.

“Ich werde am Ende der Gruppe laufen, um darauf zu achten, dass niemand zurück bleibt.“

Sie informierte Korrianke, sowie die Leitwölfin und den Rüden, der sie gerettet hatte. Mit einer weiteren Verneigung entfernte sie sich von den Dreien, um sich hinter all die Wölfe zu bewegen, damit sie sie zur Eile antreiben konnte. Sie wusste nicht, an welcher Stelle sich Korrianke einordnen würde, am sichersten wäre es wohl gewesen, er würde das Glied zwischen der Spitze und dem Schlusslicht sein.
Aufmerksam blickte Akara sich um, sah die einzelnen Wölfe aufmunternd an.

“Bleibt dicht zusammen und folgt Kiba Telay und Yago. Uns wird nichts geschehen, wenn wir uns nicht aus den Augen verlieren. So können wir aufeinander aufpassen. Bewahrt Ruhe und achtet darauf, wohin ihr eure Pfoten setzt.“

Mit schnellen Schritten trat sie zwischen den Wölfen umher, um sie mit sanfter Strenge zusammen zutreiben.


28.11.2008 09:31




Núvol


Die Erde bebte, das Herz des jungen Rüden klopfte. Die Augen zugekniffen und winselnd wartete er auf eine Erlösung. Lange musste Núvol nicht mehr warten, denn eine Stimme durchschnitt seine Gedanken und er riss seine Augen auf. Etwas verdattert und immernoch zitternd stand er auf und sah sich um.
Ein Rüde vor ihm, braunes Fell und freundliche Augen. Eine Weile lang musterte er den Rüden genauestens und richtete sich schnell auf.

,,Ehhm... Ich.. Genau! Ich hab geschlafen. Denn... Ich hatte keine Angst. Nein, wieso auch?!"

Einen verusch war es wert, doch Núvol wusste das der ältere Rüde ihm diese Lüge nicht abkaufen würde. Doch der Welpe hob den Kopf und die Rute wieder ein wenig und wollte dem älteren WOlf zeigen, dass der kleine erbärmliche Welpe, für den er ihn wahrscheinlich hielt auch ein tapferer Núvol sein konnte. Er zuckte erneut zusammen als ein lautes Geräusch in seine Gehörgänge drang, richtete sich wieder auf und tat so, als ob nichts gewesen wäre.
Er hob die Nase ein wenig und versuchte den Duft des Fremden in die Nase zu bekommen. Anders roch er, klar. Doch wer hatte nicht seinen eigenen Duft? Verstohlen sah er zu dem Fremden und schnupperte an seinem eigenen schwarzen Fell.

.oO(Ich.. Wieso kann ich nicht auch einen Duft haben?)

Ein wenig verärgert musste er feststellen das er nach ncihts roch. Er warf einen Blick in die Rictung des Fremden und lächelte ein wenig. Soweit seine panische Angst es zuließ. Er versuchte sein zittern zu unterdrücken, doch es wollte Nú nicht gelingen.

,,Sagmal, wie heißt du eigentlich? Mein Name ist Núvol. Núvol, die Wolke. Ehh.. die gefährliche Gewitterwolke...?!"


28.11.2008 19:56




Bjarmi


Sanftmutig lächelte Bjarmi den Kleinen an. Er war niedlich, ohne Frage und kämpfte gerade mit seiner eigenen Unsicherheit.
Besorgt sah sich Bjarmi um, bevor er seinen Blick erneut auf den Kleinen richtete. Um seinetwillen musste er einen Weg finden, ihn sicher ins Tal zu bringen.

Nùvol also. Die gefährliche Gewitterwolke.“, wiederholte er den Namen des Kleinen und bemühte sich sehr, nicht über dieses „gefährliche Gewitterwolke“ zu schmunzeln.

Okay, Gewitterwolke, dann zeig mir, wie schnell du ziehen kannst und wie viel Mut du besitzt. Wir müssen schnell machen, wenn wir lebend hier raus kommen wollen. Mein Name ist übrigens Bjarmi, Glanz des Lichtes.“, klärte er Nù auf und setzte sich mit einem relativ schnellen Trapp in Bewegung.

Bjarmi musste auf ihn Rücksicht nehmen, das wusste er, doch gegen seinen Instinkt konnte er sich nicht so gut wehren, deswegen war sein Tempo das, eines ausgewachsenen Wolfes, wenn auch nicht ganz so eilig.

Er machte sich große Sorgen und so blickte er auf den tapferen, kleinen Wolf, der kaum diese Geschwindigkeit halten konnte. Er musste ihn aufmuntern und ihm Mut zu sprechen.

Hey Nù, wenn wir unten im Tal sind und dieses Beben aufgehört hat, dann erzähl ich dir eine Geschichte. Aber nur, wenn du jetzt ganz schnell läufst, schneller, als jemals zuvor, okay?“, hielt er ihn an und ließ sich wieder einige Schritte zurückfallen um den Kleinen sachte anzustupsen.

oO(Nordwind, mach bitte auch seine Schritte geschmeidig und schnell.)Oo, bat Bjarmi in Gedanken und schaute zum Himmel.

Ein kühler Wind wehte um seine Nase und er spürte seine eigenen, federnden Schritte, die sich leicht ihren Weg bahnten. Bjarmi konnte nie sagen, ob es die pure Einbildung war, das ihm der Nordwind half, oder ob er es wirklich tat. Doch die Hoffnung blieb.


28.11.2008 19:56




Kiba Telay


Kiba versuchte ein leises Nicken, auf Yagos Antwort hin. Es würde niemand sterben. Und Gott, wie sehr hoffte sie, dass er Recht behalten würde. Sein Glaube an diese Worte klang eisern und sie wünschte sich, eben so wie er daran fest halten zu können. Als der Schwarze ihre Stirn berührte, sah die Silbergraue wieder auf, zu ihm und zuckte unwillkürlich zusammen, als seine Zunge über ihre Verletzung fuhr. Nicht nur, weil es schrecklich weh tat. Sie musste ihre Fassung wieder finden, dort im Inneren wieder die Mauer aufziehen, die sie standhaft werden ließ. Es machte sie krank, in den Augen der Anderen vielleicht einen Funken zu sehen, der glauben könnte, dass sie schwach war. Das Beben war schwächer geworden, schwach genug, um eine Mauer nicht mehr einstürzen zu lassen. Trotzdem war sie irgendwie froh und es erleichterte Kiba sehr, dass Yago da war und ihr einen Teil ihrer Pflichten abnahm. Und kaum das seine Worte das Rudel zusammen trommeln wollten, kam auch schon Korrianke herbei, der große weiße Rüde, den sie vor ein paar Stunden erst im Rudel willkommen geheißen hatte. Er sah zwar bei seinen Worten nicht die Leitwölfin, sondern ihren Beta an, doch das sollte in diesem Moment zweitrangig sein. Allein das ergab schon ein Wortspiel.
Als auch Korrianke neben ihr stand um sie zu stützen, verlagerte Kiba ihr Gewicht auf die unbeschadeten Läufe und drückte sich hoch. Es war schmerzhaft, ihr Körper fühlte sich fast ein wenig so an, als hätte man sie getreten. Schlimmer war das Puckern in ihrer gebrochenen Pfote, aber sie kam auf die Beine. Auch wenn das jetzt wenig Elegantes an sich hatte. Schließlich stand sie einigermaßen grade und sah grade rechzeitig auf, um Akara anblicken zu können, die jetzt auch bei ihr stand. Nach ihren Worten schlich nun ein leichtes Lächeln auf Kibas Lefzen. Es schien wirklich niemandem ernsthaft etwas passiert zu sein.

Es wird schon gehen.“,

antwortete sie, da ein einfaches Nein leider gelogen wäre. Die Silbergraue wusste selbst ihre Verletzung nicht genau zu beurteilen, aber sie spürte, dass der Lauf gebrochen war und es ein furchtbar qualvolles Unterfangen sein würde, wenn sie mit ihm laufen wollte. Es musste erst einmal ohne gehen. Ihre eisblauen Augen huschten von Akara zu Korrianke und blieben dann bei Yago.

Ich danke euch.“

Akara verneigte sich, eine Gewohnheit, die sie bereits vorhin zur Schau gestellt hatte und begann dann, das Rudel zusammen zu treiben. Sie ließ die Graubraune gewähren und wandte sich wieder an die zwei Rüden bei sich. Das Beben war inzwischen ganz verklungen. Auch der Regen ließ nach. Vielleicht war das ein gutes Zeichen.

Ihr habt recht, wir sollten schnell hier weg. Deshalb wäre es Unsinn, das Rudel hinter mir herlaufen zu lassen, ich werde nämlich nicht so schnell sein können.“

Mit einem nachdenklichen Blick, sah sie sich um. Sie konnte Jeannes weißes Fell ausmachen und meinte auch Adali schemenhaft im Regen zu erkennen. Die Graue musste sich darauf verlassen, dass der Rest ebenfalls noch da war. Es war problematisch, wegen ihr würden sie nicht schnell voran kommen, aber außer ihr kannten kaum Wölfe den Weg zur Höhle in den Bergen. War Adali in der Lage, das Rudel bis dort hin zu führen? Ihr Blick bedachte auch kurz Yago, vielleicht entdeckte er ihre stumme Frage. Nur konnte sie sich irgendwie schlecht vorstellen, dass er allein vorne lief und dem Rudel den Weg wies, während sie hinten bei Akara lief. Verdammt, es wurmte sie. Ihr Lauf tat so verflucht weh und blutete immer noch leicht. Aber sie würde dem Schwarzen dennoch niemals Vorwürfe machen.


28.11.2008 23:39




Jeanne


Jeanne betrachtete mit purer Besorgnis den schwarzen Rüden, am liebsten hätte sie ihn weiter getragen. Sie wollte nicht, das ihm noch einmal etwas zustieß. Sie konnte ihn nicht immer retten. Dieses Glück würde wohl nicht auf ihrer Seite sein. Also musste sie so gut wie es ihr nur möglich war auf Shanaro aufpassen. Cílyn würde schon auf die kleine Welpin aufpassen, Jeanne vertraute der Braunen da vollkommen. Etwas anderes blieb ihr auch gar nicht übrig. Aber langsam
sollten sie sich beeilen. Diese Spalte konnte für jeden gefährlich werden, selbst wenn man genau aufpasste. Der Regen hatte den Boden so aufgeweicht, dass man leicht ausrutschte. Und außerdem bebte die Erde noch immer. Vielleicht nicht
mehr so stark, aber sicher noch kräftig genug, das man ausrutschte und in die Schwärze hinab fiel. Und je länger dieses Beben nicht stoppte, desto größer wurde die Wahrscheinlichkeit, dass jemand unvorsichtig wurde. Also war es besser, wenn sie sich einen sicheren Ort suchten.
Die weiße Fähe hob den Kopf, richtete den Blick zum Himmel über ihnen. Kam es ihr nur so vor, oder regnete es jedes mal, wenn in diesem Tal etwas nicht stimmte? Wenn sie sich recht erinnerte, hatte es bisher immer geregnet, oder geschneit. Vielleicht war der Regen hier wirklich ein Vorbote.. Hatte es nicht auch an dem Tag geregnet, als Danley.. Jeanne biß kräftig die Fänge aufeinander, schloß die dunklen Augen und atmete tief ein. Nein, sie wollte jetzt nicht wieder das gleiche Spiel von vorn beginnen. Sie hatte anderes zu tun und konnte nicht wieder Vergangenem hinter her weinen. Und doch musste die Fähe Tränen herunter schlucken, um nicht zu Enden, wie vor einigen Stunden unter einem Baum. Allein, nicht wissend wohin sie gehen sollte. Shanaro war hier. Hatte sie nicht selbst gesagt, dass er ihr über diesen Schmerz hinweg half? Oder hatte sie sich vielleicht ein kleines wenig selbst belogen? Immerhin war dies die einzige Möglichkeit gewesen, Tag für Tag mit diesem Verlust zu leben. Sie hatte sich so oft selbst etwas vorgelogen. Oder hatte das die ganze Sache nur noch schlimmer gemacht? Stumm fragte sich die zierliche Fähe, was ihr Vater ihr nun für einen Rat gegeben hätte. Er hatte immer einen guten Rat gehabt. Jeanne kniff die Augen ein wenig fester zusammen, versuchte all diese Gedanken aus ihrem Kopf zu vertreiben. Das Hier und Jetzt war wichtig.
Den Kopf wieder in eine normale Position bringend schlug die Fähe langsam die Augen auf, spähte durch den Regen. Und dann zog der Kleine wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich. Ein ruhiges Lächeln zog sich auf die Lefzen der Fähe. Wenn dem Rüden nichts weh tat, würde er wohl in Ordnung sein. So hoffte sie zumindest.

“Sag mir Bescheid, wenn dir etwas weh tut. Das wird wohl das Beste sein.“

Seine nächsten Worte ließen sie erneut seufzen. Das war nichts gewesen, was er Wert gewesen wäre, das er ihr dafür dankte. Es war selbstverständlich, dass sie ihn gerettet hatte. Das gehörte zu ihrem Charakter. Und außerdem hatte sie ihn ja nicht einfach sterben lassen können. Ein erneutes mal senkte sie den Kopf, stupste in an.

“Ist schon ok. Du brauchst mir nicht danken.“

Dann hob sie wieder den Kopf. Yagos Stimme drang zu ihr durch, ihre Aufmerksamkeit galt nun der Stimme des Schwarzen. Wie Recht er doch hatte. Ohne den Kopf zu senken sah Jeanne zu Shanaro, lächelte ihm sanft entgegen.

“Hast du gehört? Wir werden weiter gehen, an einen sicheren Ort.“

Erst jetzt fiel der Weißen auf, das der Regen nachließ und.. der Boden aufhörte zu beben. Noch einmal sah sie zum Himmel, ließ sie Augen dieses mal jedoch geöffnet. War es nun wieder vorbei? War das Schlimmste überstanden, oder folgte noch etwas? Sie wußte es nicht, und nur das Schicksal konnte es wissen, was es für sie alle bereit hielt.


29.11.2008 17:39




Toboe Tear


Völlig verängstigt drückte sich der Kleine an die Steinwand neben sich, um nicht zu nah am Abgrund zu sein. Selbst wenn er nicht damit rechnete, in das tiefste Dunkel zu fallen, beschlich ihn doch dieses merkwürdige Gefühl. Er hatte Angst, und das nicht zu wenig. Und erst jetzt machte sich ein Schmerz in seinem Hinterlauf bemerkbar. Dieser Schmerz war kaum erwähnenswert, aber in seiner Panik bildete sich der Graue die schlimmsten Schmerzen ein. Vielleicht würde er nie wieder laufen können? Aber wenn er hier nicht wieder raus kam war dies ja eh egal. Er winselte, jammerte und hoffte inständig, dass jemand kam um ihn zu retten. Allein würde er hier nicht wegkommen. Aber auch Teyrm und Naíra würden ihm wohl nicht helfen können. Sie mussten ja auch auf sich selbst aufpassen. Der Graue hoffte inständig, dass sein bester Freund auf sich aufpasste und nicht den selben dummen Fehler wie er selbst beging.
Toboe spürte schon nicht mehr den Regen, der von seinem Fell perlte. Das war nur eine unwichtige Nebensache. Es würde nur problematisch werden, wenn der Regen den Vorsprung so weit aufweichte, das er einfach weg brach. Aber.. vielleicht passierte nichts, wenn er ganz ruhig liegen blieb? Was sollte er auch sonst tun? Es blieb ihm also nichts anderes übrig. Er verharrte, verhielt sich so ruhig wie möglich, nur das noch immer dieses Winseln aus seiner Kehle drang. Er hatte Angst, er wollte nur noch aus diesem dummen Spalt weg. Aber.. anscheinend brachte das alles nichts. Sollte er aufgeben? Nein, er doch nicht. Und dann zuckte der Graue zusammen, als er etwas über sich hörte. Und kaum war die Stimme verklungen wurde er gepackt und nach oben befördert. Mitten auf dem Weg war der Fang des Rüden aufgeklappt. Wer war das den jetzt? Verwirrt sah der Graue in die blauen Augen, die nun vor ihm auftauchten. Oha..? War das sein Retter? Er blinzelte. Irgendwie war das ganze gerade undramatisch. Er hatte gerade nich gewimmert, nun saß er stumm da und sah den Schwarzen, Shaí, an.

".. .. Cool!"

War das einzige, was ihm dazu einfiel. Für den Moment. Toboe neigte den Kopf zur Seite.

"Ich bin Toboe. Und meine Mama ist die beste Alpha der Welt!"

Über seinen Vater schwieg er lieber.


29.11.2008 23:06




Adali


Das herz in der Brust der Schwarzen raste noch immer, auch als das Beben langsam aber stetig verebbte. Das war vielleicht ein Schreck gewesen. Waren alle in Ordnung? Mit einem Satz war Adali wieder auf den Pfoten, ihre Augen flogen suchend umher, hielten Ausschau nach dem Kleinen. Wo war Senedd? Sie kniff gegen den Regen, der nun auch langsam nach ließ, die Augen zusammen und meinte irgendwo seinen schwarzen Pelz ausmachen zu können. Eigentlich sollte sie erleichtert sein, aber da war noch immer ein Gefühl in der Nachtflamme, eine Sorge, die sich nicht auslöschen ließ. Schnellen Schrittes holte sie nach vorne auf und erst als sie in der Nähe von Yago und Kiba war, atmete sie erleichtert auf – um nach wenigen weiteren Schritten stumm zusammen zu zucken. Blut floss an Kibas Lauf herab, eine böse Fleischwunde, mit der die Alpha wohl kaum richtig würde wandern können.

Kiba. Welch ein Glück...

Ihre Augen lagen wohl auf dem Lauf, der das Glück eindeutig dämpfte – in dieser Situation war es eindeutig relativ – trotzdem war sie erleichtert, dass nichts schlimmeres passiert war oder die Graue gar... Schnell verdrängte sie die Bilder ihrer toten Tochter, die unwillkürlich aufflammen wollten. Sie hatte jetzt wichtigeres zu tun und zwar in erster Linie Kiba zu unterstützen wo sie nur konnte. Kurz ruhten ihr Blick auf Korrianke und Yago, die sich um Kiba kümmern würden und Akara, die das Rudel zusammen halten wollte. Obwohl der große Weiße und auch Akara noch nicht lange beim Rudel waren, übernahmen sie doch sofort Verantwortung. Es würde schon gut gehen, würden sie zusammen bleiben und aufeinander achten. Dennoch fühlte sich die Dunkle unwohl, sie sollten so schnell es eben ging von hier verschwinden.

Was nun? Mit dem Lauf wirst du einige Zeit brauchen, bis du die Höhle erreicht hast.

Die Stirn gerunzelt blickte sie die beiden Rüden abwechselnd an. Sie glaubte kaum, dass Kiba es mit sich machen und den Weg tragen ließ. Stützen unter Umständen, aber tragen eher weniger.

Kann ich etwas für dich tun, kann ich dir helfen?


29.11.2008 23:53




Yago


Yagos Blick entdeckte den herannahenden Weißen, bevor er ihn und Kiba ganz erreicht hatte. Er kannte den Rüden nicht, offensichtlich war er erst vor wenigen Stunden zu ihnen gestoßen und schien jetzt helfen zu wollen. Die Gedanken reichten zwar nicht, um sich eine Meinung über ihn zu bilden, aber darauf kam es jetzt auch nicht an; Yago war nur froh, dass er unterstützt wurde. Das Rudel war definitiv zu groß, um es alleine irgendwohin bringen zu können. So nickte er dem Weißen zu und zeigte damit zumindest teilweise ein Stück weit Dankbarkeit. Von zwei Seiten gestützt würde Kiba mit Sicherheit laufen können, das reichte vorerst. Auch die Fähe, die die ganze Zeit bei dem Weißen gewesen war, kam nun zu ihnen und Yago musste sich eingestehen, dass es ein wenig anstrengend war, wenn man von der Hälfte seiner Helfer die Namen nicht wusste. Er würde das nachholen und sich jetzt mehr darum bemühen, das Rudel zu kennen. Solche Situationen zeigten, wie wichtig das war … besonders als Beta. Aber dass er für diesen Rang geeignet war, hatte er nie gesagt. Auch diese Gedanken wischte er fort und schenkte der Braunen ein Nicken. Das Rudel schien zwei verlässliche neue Mitglieder gewonnen zu haben. Kiba hatte es geschaff t sich aufzurichten und so versuchte Yago jetzt erste, vorsichtige Schritte. Es würde nicht einfach werden, drei Wölfe mussten sich aufeinander abstimmen, zudem war einer dabei, dessen Namen er nicht mal kannte. Auf den Dank Kibas – er war sich nicht sicher, an wen der nun eigentlich ging – nickte Yago ebenfalls nur. Für große Dankesreden würde später Zeit sein, wenn sie in Sicherheit waren. Da das Beben endlich ganz abgeflaut war, würden sie hoffentlich ohne Schwierigkeiten zusammen laufen können. Doch Kibas Bemerkung ließ seine Stirn sich leicht krausen. Sie hatte Recht. Es war wirklich keine gute Idee, das ganze Rudel hinter ihr zusammenzupferchen und nur schleichend vorwärts zu kommen. Andererseits wollte er Kiba nicht einfach zurücklassen … das war, als würde man sie der Erdspalte ausliefern. Auch in ihrem Kopf schien etwas in der Art vorzugehen, jedenfalls sah sie mit diesem Blick an, der ihm ebenfalls langsam bekannt wurde. Es lag Vertrauen darin.

“Du hast Recht. Ich kenne den Weg zur Höhle. Ich werde sie führen.“

Er klang nicht gerade begeistert, auch wenn er sich bemühte, den Tonfall zu unterdrücken. Es lag ihm nicht, diese ganze Meute irgendwohin zu bringen … im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen war nie seine Vorliebe gewesen. Aber jemand musste diese Aufgabe übernehmen und es gab nur wenige, die sich dafür anboten. Jeanne konnte er nicht entdecken und selbst wenn, war er nicht gerade von ihren Führungsqualitäten überzeugt … und Adali kam gerade auf sie zu, aber die Fähe war ungefähr so autoritär wie ein Welpe. Er konnte Kiba nicht so im Stich lassen. Die Schwarze hatte sie mittlerweile erreicht und bot ebenfalls ihre Hilfe an. Sie war eine gute Freundin Kibas, also war ein Platz an ihrer Seite sicher die größte Hilfe.

“Adali, es wäre eine große Hilfe, wenn du meinen Platz einnehmen und Kiba stützen könntest. Zusammen mit … dem Weißen dürfte das kein Problem sein.“

Er warf dem Rüden einen entschuldigenden Blick zu, dass er tatsächlich seinen Namen nicht kannte. Er hatte ihn damit keines Falls abwerten wollen. Noch einmal suchten seine Augen Kibas Blick, dann verließ er ihre Seite und sprang mit schnellen, kraftvollen Sprüngen nach vorne. Nach einer kurzen Strecke, jetzt konnte er das ganze Rudel sehen, dass sich jetzt langsam mobilisierte, blieb er stehen und rief mit lauter Stimme:

“Folgt mir! Ich werde euch zum Winterlager führen.“

Wieder lag Autorität in seiner Stimme – weiß der Himmel, wo er die her hatte – und entschlossen drehte er sich um. Er schlug ein schnelles Tempo an, auf Kiba durfte er nun nicht warten, und suchte mit seinem Blick die Berge ab. Er war sich recht sicher, den Weg wiederzufinden, hoffentlich würde nur das Beben nicht wiederkehren. Sonst würde in den Bergen ein sicherer Tod auf sie lauern. Gut, dass es noch ein wenig hin war, bis sie sie erreicht haben würden.


01.12.2008 13:30




Núvol


Die Erde war still, hatte aufgehört zu zittern. Eine Welle der Erleichterung umspühlte Núvol, doch Nú rannte weiter. So, wie Bjarmi es ihm gesagt hatte. Denn er wollte diese Geschichte hören und rannte so schnell er konnte. Auch wenn Núvol seine ganze Kraft in seine kleinen Läufe steckte, bestand ein klarer Abstand zwischen ihm und Bjarmi. Denn logischer Weise, hatte der Rüde längere Läufe und mehr Muskeln. Oder er war einfach nur schneller. Die Zunge hing dem Welpen bald aus dem Fang, doch er setzte trotzdem zum sprechen an.

,,Okay, Glanz des Lichtes. Ich renne schneller als du es mir noch einmal sagen kannst. Aber schneller kann ich wirklich nicht. Bekomm ich trotzdem eine Geschichte, auch wenn ich nicht so schnell bin, wie du willst?"

Ein leicht verzweifelter Unterton klang mit seinen Worten mit. Er gab noch eine Schritt hinzu, auch wenn es ihm schwer fiel. Normalerweise war es dem kleinen Rüden wichtig, dass ihm niemand anmerken konnte dass er erschöpft oder ängstlich war, doch nun verwarf er diese Gedanken und lies Gefühlen freien Lauf. Man sah ihm an das er ein wenig Angst hatte, dass er nicht mehr mitkam, auch wenn das Beben verklungen war und der Regen war auch ein wenig schwächer geworden. Er rannte beinahe über seine eigenen Pfoten, stolperte und raffte sich im letzten Moment wieder auf. Während dem Rennen fuhr er sich kurz mit der Zunge über die Lefzen. Dann biss er die kleinen Zähne aufeinander. Er wollte diese Geschichte hören und wenn er sich das erstmal in dem Kopf gesetzt hatte, zog er dies auch durch. Nú sah Bjarmi an, dass dies noch nicht sein schnellstes Tempo war und er den Welpen berücksichtigte, wofür Núvol ihm dankbar war.


01.12.2008 15:10




Bjarmi


Bjarmi war froh, dass die Erde ihre Wut langsam in den Griff bekam und die Gefahr des Todes durch einen Stein oder Geröll langsam versiebte. Trotzdem wollte er so schnell es ging das Tal erreichen. Der Regen peitschte zwar nicht mehr mit derselben Intensität, wie noch vor wenigen Augenblicken gegen sein bereits nasses Fell, doch glitschig und wenig einladend war der Boden immer noch, sodass Bjarmi gezwungen war, sein Tempo weiter zu drosseln.

Kurz drehte er sich um, als er Nùvols fiepende Stimme hörte. Ein Stich durchzog sein sanftes Herz, als er mit ansehen musste, wie verzweifelt der Kleine mit seinem Körper und seinem Willen kämpfte und das alles nur, weil er unbedingt diese Geschichte hören wollte. Bjarmi zweifelte schon, ob es so eine gute Idee von ihm gewesen war, dieses Angebot zu machen und ob der kleinen Rüden damit nicht vielleicht doch übervorteilt hatte, aber rückgängig konnte er es jetzt nicht mehr machen.

Bjarmi blieb stehen und wartete auf Nùvol, bis dieser ihn erreicht hatte. Zärtlich stupste er ihm ins nasse Fell und fuhr ihm mit seiner Zunge über die verbissenen, schmalen Lefzen. Sanft und liebevoll, fast so, als wäre Bjarmi Nùvols Vater sah er dem Kleinen in die müden Augen.

„Natürlich bekommst du deine Geschichte, ich halte immer mein Wort. Du warst sehr tapfer, kleine Gewitterwolke. Ich bin stolz auf dich. Wir werden nun etwas langsamer voran gehen müssen. Der Weg ist nass und rutschig und wir wollen doch nicht, dass einer von uns die Geschichte verpasst, oder?“, sprach Bjarmi leise und beknabberte Nùvols Ohr.


01.12.2008 15:29




Yacáru


Yacáru hatte sich ausnahmsweise ganz ruhig verhalten. Vorerst zumindest. Immerhin war sie weit und lange gelaufen, der Regen hatte natürlich auch ihr zugesetzt. Sie war halt noch eine kleine Welpin. So gemütlich es eben ging, hatte sich die Weiße auf dem Rücken des großen Schwarzen hingelegt, um sich ein wenig aus zu ruhen. Dallan – oder nein, sie wusste jetzt ja, dass er Ares hieß – war ja eh ziemlich schweigsam und antwortete nicht viel. Da er auch nicht sehr schnell ging, musste sie sich nicht unbedingt darauf konzentrieren, nicht von seinem Rücken herunter zu fallen.
Die dunkelblauen Augen noch geöffnet, betrachtete sie aufmerksam alle Wölfe, die in ihr Blickfeld kamen. Den Kopf drehte sie nicht, sie hatte sich gegen seinen Nacken gelegt und eine Pfote über die Schnauze gestülpt. Eigentlich fand sie ihre Position ganz okay so. Immerhin hatte sie sich diese auch ausgesucht. Und sie hätte Ares gerne gefragt, wer das alles waren, aber er hätte ihr bestimmt eh nicht geantwortet. Leise seufzend schloss Yacáru die Augen, um sie ein paar Minuten später wieder auf zu schlagen. Da war der weiße Rüde ja wieder! Etwas irritiert von seinem Kommentar, hob die Kleine ihr Köpfchen und blinzelte den fremden Wolf an, der um eine ganze Ecke kleiner war als Dallanares. Die gleiche Fellfarbe? Ja, aber das war doch nichts Besonderes, oder?

In meiner Familie sahen alle so aus wie ich!“,

entgegnete sie stolz. Aber da war der komische Weiße auch schon wieder weg, hatte sich sogar noch weiter zurück fallen lassen, als sie und der schwarze Wolf es schon waren. Yacáru zuckte gedanklich mit den Schultern und ließ ihren Kopf wieder gegen Ares’ Nacken sinken. Sie war müde.

Die Erde wackelte. Das war kein Traum. Yaci, die seelenruhig auf Ares’ Rücken gedöst hatte, ließ ihren Kopf in die Höhe schießen. Was war das? Das wurde ja immer schlimmer! Ein ängstliches Quietschen entfloh der Kehle der Weißen und reflexartig klammerte sie sich ganz stark an den Schwarzen fest. So fest es nur ging. Das sie ihm damit wehtun konnte, daran dachte sie nicht. Viel mehr hatte sie grade ziemliche Angst von ihm herunter zu fallen. Was hatte die Erde? Warum war sie denn so wütend, dass sie zittern musste?

Ares! Ares! Was ist das?! Warum wackelt alles so!?“,

jammerte sie und presste die Ohren eng an ihren Hinterkopf. Und das sich der Schwarze aufgrund des heftigen Bebens auch nicht so recht auf den Pfoten halten konnte, machte die Sache noch schlimmer. Als dann schließlich auch noch mit einem lauten Krachen die Erde aufriss, schrie die weiße Welpin panisch auf und versteckte ihr Gesicht in Ares’ Fell. Sie wollte nicht sehen, wie die böse Erde anfing die Welt und alles zu verschlucken.

Warum ist die Erde so böse?“

Wimmernd klammerte sie sich weiter an dem Schwarzen fest um nicht herunter zu fallen. Um sich herum konnte sie auch andere, aufgeregte Stimmen vernehmen. Ob der Boden sie alle, einen nach dem anderen verschlucken wollte?
Das Beben wurde langsam, allmählich wieder schwächer und hörte schließlich wieder auf, aber sie traute dem Frieden nicht und ließ ihren Kopf versteckt.


01.12.2008 15:32




Aiyán Tendes


Aiyán Tendes lief treu neben seinem Zwillingsbruder weiter und war von seinen Worten erst einmal ziemlich überrascht. Oder mehr davon, dass Sai einfach so zugab, dass ihm Pyry fehlte. Der Schwarze überlegte grade noch, was er jetzt dazu sagen sollte, da wurde ihm gegen das Ohr gepatscht und sein Bruder sprach wieder in diesem Slang mit ihm. Allerdings verschwand er keine fünf Worte später wieder. Man, Saiyán musste es sogar schlechter gehen, als ihm. Mitleidig sah Aiyán ihn mit zur Seite gedrehten Ohren an, der den Kopf so hängen ließ und dem der ganze Regen nur so aus dem Fell und über die Schnauze perlte. Plötzlich schnappte er nach dem Ohr seines Bruders und zog kurz daran.

Wir finden das Rudel bestimmt und vielleicht sehen wir irgendwann auch Pyry wieder. Immerhin ist das auch sein Rudel.“

Er dachte kurz darüber nach, irgend einen Reim zu bringen, unterließ das dann aber lieber. Es erschien dem Schwarzen unangebracht.

Als es wenig später plötzlich anfing zu Beben, hätte es den Welpen fast von den Pfoten gerissen. Die Stimmung war zwar mehr und mehr bedrohlich geworden, ohne dass er einen Grund dafür gefunden hätte, aber er hätte nie damit gerechnet, dass der Boden unter ihren Füßen plötzlich widerspenstig werden würde. Taumelnd stieß er gegen seinen Zwillingsbruder, während er versuchte sein Gleichgewicht zu halten – es gelang natürlich nicht – und stürzte ihn gleich mit zu Boden. Sie hatten ja nun wirklich einiges in ihrer rauen Ausbildung gelernt, aber nicht, wie man sich gegen den Angriff der Erde wehrte. Mit Müh und Not rollte sich Aiyán wieder von Saiyán hinunter, blieb aber neben ihm liegen und biss die Zähne zusammen. Woher kam nur dieses Rütteln?! Das war ja, als hätte jemand die Welt gepackt und würde sie nun schütteln um heraus zu finden, was dann mit ihren Bewohnern passierte. Der Schwarze wusste nicht, was ein Erdbeben war ... woher auch?

Sai! Die Welt geht unter!“,

rief er plötzlich laut, als hätte ihn eine tiefe Erkenntnis getroffen. Natürlich musste es so sein, wieso sollte sie sonst beben? Das Ende nahte! Aber er war doch noch viel zu jung um zu sterben! Im Verbissenen Kampf gegen das Weltenende krallte Aiyán Tendes seine Pfoten fest in das Erdreich. Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis das Beben nachließ und der junge Wolf blieb misstrauisch. Wenn die Welt am Untergehen war, konnte das wohl kaum alles gewesen sein, oder? Das sich sein Körper ziemlich durchgeschüttelt und das Gehirn wie Rührei anfühlte und die Knochen schmerzten, mal ganz außer Acht gelassen.


01.12.2008 16:27




Núvol


Noch nie in seinem kurzen Leben war der kleine Rüde so erschöpft gewesen. Seine kleinen weichen Pfoten hatten Abdrücke von kleinen Steinchen. Des Bodens Signatur. Es brannte ein wenig und als Bjarmi stehen blieb und ihn am Ohr knabberte und ein wenig mit der Zunge über die Lefzen fuhr, ging es Núvol gleich ein wenig besser. Er sah sich seine Ballen an den Pfoten an. Tiefe Abdrücke, wie auch immer sie dahi gekommen waren. Sie taten weh.
Núvol fuhr sich mit der Zunge vorsichtig über die kalten Pfoten-Unterseiten. Ein herrliches Gefühl, seine warme Zunge auf seiner eisig kalten Pfote.
Er tat dies bei allen, schüttelte sie dann kurz und sah Bjarmi wieder in die Augen. Er schmiegte sich ein wenig an ihn. Núvol fing an Bjarmi zu mögen. Er war anders als die übrigen Wölfe die er bisher gekannt hatte. Er war netter, offener und freundlicher. Seine Worte klangen in Núvols schwarzen Ohren freundlich und vorallem ehrlich. Ehrlichkeit. Das, was so viele nicht besaßen und doch für Bjarmi so selbstverständlich war.
Núvol bewuderte den Rüden vor sich und lächelte ihn zart und freundlich an.

,,Danke. War... war ich schnell? Schnell genug? Ich freue mich schon auf die Geschichte."

Langsam stand Nú auf und streckte sich. Obwohl er versucht hatte, sich ebenso geschmeidig wie Bjarmi zu bewegen waren seine zarten Muskeln und Gelenke nun völlig steif. Ein weiteres Mal fuhr er mit seiner kleinen Zunge über die ebenso kleinen Pfoten. Wieder ein schönes, warmes Gefühl.
Entschlossen starrte er ein paar Sekunden lang in die Ferne. Sein Atem beruhigte sich langsam und war nach einer Weile wieder ausgeglichen. Dann sah er wieder zu Bjarmi. Er musste Lächeln.

,,Okay, gehen wir langsamer. Und Bjarmi? Du kannst mich Nú nennen, wenn dir Gewitterwolke oder Núvol zu lang ist."

Ein grinsen begleitete seinen Satz und er drückte seinen kleinen Körper leicht gegen Bjarmis.


02.12.2008 11:55




Bjarmi


Eine Zeit lang stand Bjarmi einfach da und beschaute sich den kleinen Rüden, der so eifrig und hingebungsvoll seine Pfoten von den zahlreichen, winzigen Steinchen säuberte und dabei ein zufriedenes und erlöstes Grinsen zeigte. Auch Bjarmis Pfoten schmerzten, doch diese mussten noch ein wenig warten, bis sie seine geschmeidige Zunge spüren sollten. Ruhig und gelassen setzte er sich auf seine Hinterhand und beobachtete Nùvol sorgsam. Fast fühlte sich Bjarmi schuldig, dass er den Rüden so strapaziert hatte, doch es half alles nichts: Sie mussten sich beeilen, schließlich wusste keiner der beiden, ob sie heil aus dem Erdbeben raus kommen würden. Doch nun war es vorbei und Bjarmi seufzte innerlich auf, vor Erleichterung und auch Glück, denn ihnen war nichts geschehen, zumindest nichts Schwerwiegendes.

Stille lag mittlerweile wieder über dem Tal und hüllte Bjarmi vollkommen ein. Nie zeigte er sich sehr gesprächig, was seine Gefühle oder Gedanken anging und er war sehr froh, dass auch Nùvol scheinbar kein nerviger junger Wolf war. Am liebsten hätte Bjarmi ein einfaches, melodisches Heulkonzert angestimmt, als Beweis, dass sie noch lebten, doch gerade als er seinen Kopf in den Nacken legen wollte, hörte er die schüchterne Stimme des Kleinen.

„Du warst sehr schnell und, da dir nichts passiert ist, warst du auch schnell genug. Du hast echt Mut gezeigt, Kleiner und natürlich bekommst du deine Geschichte, selbst, wenn du nicht so schnell gewesen wärst.“, strömten die warmen Worte Bjarmis durch den schwächer werdenden Regen.

Sanft stupste er in das schwarze Fell von Nùvol, als sich dieser an seinen Körper schmiegte und drückte ihn so noch etwas näher an sich. Auch, wenn der schwarze Rüde nun scheinbar keine Angst mehr hatte, so wollte er ihn doch spüren lassen, dass er bei ihm war und ihn notfalls beschützte, wie es seine Pflicht als Älterer war, so empfand Bjarmi es jedenfalls.

„Danke für das Angebot, aber es ist ein Zeichen meines Respekts dir gegenüber, wenn ich dich bei deinem vollen Namen nenne, denn dieser gebührt dir, Nùvol.“, versuchte Bjarmi deutlich zu machen, was er für den Kleinen empfand.

Doch es war nicht nur Respekt, Anerkennung und eine Würdigung seines Mutes, den Bjarmi für ihn hegte, sondern auch tiefe Zuneigung und Sympathie. Er hatte auf seinen langen Wanderungen schon viele junge Wölfe getroffen und einige hatten ihn auch eine Zeit lang begleitet, doch so einen angenehmen Zeitgenossen war Bjarmi unter jungen Wölfen noch nie begegnet.

„Wir werden jetzt langsam ins Tal gehen, so lange musst du noch mit deiner Geschichte warten. Wenn wir unten sind, werde ich uns den Wölfen, den dieses Revier gehört ankündigen und danach erzähle ich dir eine. Abgemacht?“, unterstrich er sein Anliegen und stand wieder auf, um weiterzugehen.


02.12.2008 13:23




Cílyn Nuray


Und sie brachen auf, Richtung Winterhöhlen. Und für sie selbst war es das erste Mal, seit dem sie diesem Rudel beiwohnte. Und obwohl es ihr schon so lange vorkam, seit sie da war, einfach nur da, war es nur der Sommer gewesen. Und nun wich die Wärme der Kälte, die Sonne dem Regen und er verfolgte sie. Ohne Gnade.

Als sie sich umblickte, musste sie feststellen, dass Tsurúgi verschwunden war. Stirnrunzelnd blickte sie sich um, doch konnte die kleine Welpin nicht erkennen. Nur Jeanne und Shanaro, die schon mal vorgegangen waren. Doch ohne noch groß darüber nachzudenken, ließ sie es dabei belassen. Die kleine Fähe war anscheinend schon vorgegangen, und es war ihr Recht. Der Regen und sie, allein. Angesicht zu Angesicht.
Doch schließlich setzte auch Cílyn sich in Bewegung. Trottete benebelt vom Regen hinter den anderen Wölfen des Rudels hinterher, immer mit einem gewissen Sicherheitsabstand, sodass auch niemandem der Gedanken kam, sie zu ihr gesellen zu wollen. Sie wollte alleine sein, mit dem Regen, mit der Vergangenheit, mit Leyran. Damals waren sie auch zu den Winterhöhlen aufgebrochen. Und wie hatte es geendet? Sie wollte nicht daran denken, und schluckte den Kloß, der sich in ihrem Hals gebildet hatte herunter. Sie hatte keine Zeit dafür.

Ein Donnern ertönte, jedenfalls glaubte sie, dass es ein Donnern war. Erschrocken drehte sie sich um, als die Erde anfing sich zu bewegen. Und der Alptraum brach über sie herein.

„Neeeiiinn!“

Mit immer kräftigeren Stößen schien die Erde sie alle tot schütteln zu wollen, es war wie damals, wie damals. Und es zerriss sie innerlich. Sie verlor das Gleichgewicht und als sie am Boden aufschlug sah sie, das Ausmaß der Erschütterung – die Erde war aufgebrochen, aufgebrochen, offen. Und Sie hörte Stimmen von Wölfen, und war machtlos. Wie damals. Ihr Herz schlug in Panik so schnell, dass es schmerzte und sie glaubte es würde explodieren. Aber es war ihr Recht, es war ihr sogar egal. Ihr Überlebenswille hatte sich in Luft auggelöst, sie wollte das alles nicht noch einmal erleben. Als Plötzlich der Boden unter ihr wegrutschte atmete sie überrascht ein, und als sie fiel und unten aufkam, wurde alles Schwarz.


Vorsichtig schlug sie die Augen auf. Und dann überfluteten sie die Eindrücke, die Erinnerungen ertränkten sie und mit einem Wimmern rollte sie sich zusammen.


„Leyran…. bitte geh nicht…“

Sie konnte die Tränen nicht zurückhalten, und all die Verzweiflung brach nun aus ihr heraus, all das, was sie all die Monate unterdrückt hatte. Sie lag auf einem Vorsprung, der sie vor dem Tod gerettet hatte. Ein paar Meter über ihr waren Stimmen zu hören, wie fremde Wesen, doch sie wollte sie nicht hören. Sie wollte bei ihm sein, seine Nähe spüren. Es durfte nicht sterben.


03.12.2008 10:04

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
17.09.2010 21:16
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Alter

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Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 10




Ares


Ares fand keine wirkliche Freude an der Ruhe, die nun endlich wieder einkehrte. Es war nicht so, dass er überhaupt Freude daran empfand. Nein, im Grunde fiel es ihm schwer, an irgendetwas Freude zu empfinden.
Jemand hatte ihm einmal gesagt, dass das Leben ohne Freude so trist und sinnlos war, wie eine Welt ohne Sonnenschein. Und trotzdem erschien es dem Schwarzen sehr gut möglich zu leben. Zwar empfand er auch daran schon lange keine Freude mehr, aber auch keine Trauer oder Wut. In gewisser Weise war es ihm tatsächlich egal, ob er lebte, oder nicht. Sterben musste er ohnehin einmal, warum sollte er es damit eilig haben, oder es gar gänzlich abschaffen wollen?

Dass es sich die Kleine in seinem Nacken gemütlich gemacht hatte, kommentierte er mit Schweigen. Immerhin war sie ruhig und er spürte auch ihre Müdigkeit, die sich dadurch äußerte, dass sie alles Gewicht auf ihn übertrug. Das war freilich nicht so viel, als dass er es nicht hätte tragen können. Aber es fühlte sich eben anders an, als wenn sie auf seinem Rücken herumgesprungen wäre.
Das ein oder andere Fiepen, das noch von der Weißen ausging, ignorierte er geflissentlich. Musste er nun einfach Welpensitter spielen? Womit hatte er das verdient? Und wie stellte Kiba sich die Sache mit der Kleinen vor? Sie brauchte nicht nur einen bequemen Träge, sondern auch eine Familie. Wie sollte sie diese denn finden?
Ares wusste, dass –so freundlich die meisten Wölfe hier auch waren- kaum einer die Zeit oder gar die Kraft besaß, sich einer kleinen Welpin anzunehmen. Und auch die Alpha schien eben andere Gedanken zu haben.

Weit aber kam er mit seinen Gedanken nicht, denn plötzlich durchlief ihn ein ungutes Gefühl, welches keine Augenblicke später so konkret wurde, dass seine Läufe zu zittern und wackeln begangen. Die großen Pfoten fest gen Erde gestemmt, versuchte er so, Halt zu finden. Sein Nackenfell sträubte sich, soweit dies möglich war und instinktive Panik durchlief ihn, allerdings nicht stark genug, als dass er etwas Unüberlegtes getan hätte.
Er zwang sich nur, hier zu bleiben, an Ort und Stelle und sich von den Rissen, die sich näherten nicht beeindrucken zu lassen. Es war sowieso ganz und gar gefährlich, vor diesen fliehen zu wollen, denn sie waren unberechenbar und leicht tat sich einer im Sprung noch auf.

Nun rührte sich auch die Kleine auf seinem Rücken, drückte sich ihrerseits an ihn, so schmerzhaft, dass er gerne etwas dagegen getan hätte. Aber dazu blieb weder Zeit, noch Muse und so sprang der Schwarze schließlich doch mit zwei großen Sätze, die er so vorsichtig und umsichtig als möglich vollbrachte, über einen Spalt hinweg, der erst unter ihm breiter zu werden begann. Als er aber aufkam, versagte sein Gleichgewichtssinn bei der wackelnden Erde gänzlich und er viel stolpernd zu Boden, glücklicherweise aber einzig auf den Bauch.

“Uff!“


Mehr kam ihm nicht über die Lefzen, als das Beben endlich abebbte. Er konnte viele Stimmen hören, die angstvoll und panisch durcheinander schrien und den Kopf schüttelnd, um die leichte Benommenheit loszuwerden, wollte er sich schließlich wieder aufrichten.


03.12.2008 22:25




Shaí


Shaí hatte Toboe neugierig angesehen. Die Alpha war also seine Mutter. Interessant. Warum war er nicht bei seiner Mutter? War er abgehauen? War doch egal. Irgendwann musste jeder mal gegen die Strenge schlagen.

"Interessant. Deine Mutter die Alpha. Oh, schau mal, das Beben hat aufgehört. Hoffen wir, dass niemand verletzt worden ist."

sagte er und schaute den kleinen Welpen an.

"Komm, wir suchen sie. Merlin!"

rief er mit erhobener Stimme. Dann sah er Toboe wieder an.

"Komm doch auf meinen Rücken, dann gehts schneller."

er legte sich vor Toboe hin, so, dass der kleine Rüde aufsteigen konnte. Der Schwarze schaute sich um. Er sah sich wieder ein wenig um. Die Gegen hier war eigentlich gar nicht so schrecklich, wenn man genauer hinsah. Die Bäume waren hoch und der Duft der Tannen stieg Shaí in die Schnauze. Er zog tief die Luft ein. Ja, er würde es aushalten können. Er wandte sich wieder zu Toboe um. Der Kleine hatte nichts über seinen Vater gesagt. Nun ja, er selbt würde auch nur über seine Mutter reden. Nicht über seinen Vater. Er verzog das Gesicht. Daran wollte er sich nicht erinnern, nicht jetzt. Er sah in das Gebüsch, aus dem er herausgekommen war, man sah es daran, dass ein paar Äste zerbrochen auf dem Boden lagen und das Gras durcheinander war. Wo blieb denn Merlin?

"Merlin, komm doch bitte, wir haben hier jemanden, der seine Mutter sucht. Und ohne dich werden wir nicht weit kommen, nehme ich an."

rief er nun nocheinmal, mit lauterer Stimme als zuvor. War seine Stimme nicht herrlich? Der hübsche Rüde liebte seine Stimme einfach. Fast hätte er schon wieder losgeredet, dann hielt er sich jedoch zurück, vor dem Welpen wollte er nicht shcnppisch oder eingebildet wirken. Auch wenn er es war. Aber das gestand der hübsche schwarze Rüde sich nie ein. Und er würde es sich auch niemals eingestehen wollen. Er schleckte sich kurz über die Lefzen. Er hatte Hunger. Wo blieb Merlin?


04.12.2008 13:36




Shanaro


Leise stand Shanaro an Jeannes Seite, beobachtete alles, was um sie herum geschah. Erst jetzt registrierte der Welpe, dass das Beben aufgehört hatte. Kurz blickte er zu der weißen Fähe, folgte ihrem Blick, als sie in den Himmel sah, dessen Tränen auch allmählich verklangen. War es ein gutes Zeichen? Würde jetzt alles wieder gut werden? Würde die Erde jetzt für immer still sein? Shanaro wusste es nicht, dennoch hoffte er es, denn nun hatte er gelernt. Er hatte gelernt, dass der hungrige Rachen der Erde jedem zur Gefahr werden konnte, dass man sich vor ihn in Acht nehmen musste. Beinahe wäre er es selber gewesen, der verschlungen worden war, doch dank Jeanne war er dem Tode entronnen. Seine Gedanken schweiften ab, zurück in die Vergangenheit. Gab es jemals jemanden, außer seiner Mutter, der sich so sehr für ihn aufgeopfert hätte? Nein, gewiss nicht, die weiße Jotafähe war die Einzige. Sie war nun so vertraut geworden und doch hätte der schwarze Rüde vor diesem Ereignis nicht geglaubt, dass sie so etwas für ihn gemacht hätte. Schließlich war es ihr eigenes Leben, das sie aufs Spiel gesetzt hatte. Der Welpe bewunderte ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit und fragte sich abermals, ob er selber auch so sein könnte, wie sie, wie seine Mutter, die für ihn gestorben war.
Mit einem Kopfschütteln riss er sich aus diesem Gedanken und blickte in den tiefen Rachen der Erde, indem er sich vor wenigen Augenblicken befunden hatte. Instinktiv wich er einige Schritte zurück und wandte seinen Blick wieder ab. Die Vorstellung zwischen den Zähnen der Erde zermalmt zu werden ließ ihn nicht los und mit einem erneuten Kopfschütteln sah er Jeanne an. Sie sollte nicht merken, wie sehr er sich fürchtete, er wollte schließlich ein mutiger, starker Wolf sein. Die freundliche Stimme der Schneeweißen erregte die Aufmerksamkeit von Shanaro. Seine Ohren schnippten in ihre Richtung und er froh, dass es nun etwas anderes gab, auf das er sich konzentrieren konnte. Als Zeichen, dass er sie verstanden hatte, nickte er, wusste nichts, was er darauf hätte erwidern sollen und wartete einfach darauf, dass die Fähe weiter sprach.
Als sie ihren Kopf senkte, um den jungen Rüden an zu stupsten, gab er die zärtliche Berührung zurück und schmiegte sich an die Weiße. Er fühlte sich geborgen an ihrer Seite, er wollte sie niemals verlassen, niemals. Ihre Worte waren genauso freundlich wie immer und Shanaro blickte sie aus seinen bersteinfarbenen Augen an.

“Doch“

Antwortete er schließlich, beinahe trotzig. Er gebührte ihr Dank, war es doch nicht selbstverständlich, dass man für ihn sein eigenes Leben riskierte. Obwohl er noch so jung war, wusste der Rüde, dass er es schätzen musste und er tat es.

“Du hast mir das Leben gerettet“

Meinte er dann noch und sah Jeanne aus seinen glänzenden Augen an. Er würde diesen Tag wohl nie vergessen.
Ihre nächsten Worte erfreuten den Welpen. Sie würden an einen Ort gehen, der sicher war, wo die Erde still war.

“Dauert es denn noch lange, bis wir diesen Ort erreicht haben?“

Wollte der kleine Schwarze schließlich wissen und wieder einmal merkte man, dass sein Gedächtnis noch immer der eines Welpen war.


04.12.2008 13:36




Núvol


Ein warmer Blick ruhte auf Núvol. Dieser Blick stammte von Bjarmi. Dieser Rüde hatte noch nicht viel mit dem Welpen unternommen, nicht viel geredet und doch hatte die kleine schwarze Wolke ihn ins Herz geschlossen. So schnell würde er Bjarmi nicht alleine ziehen lassen. Ein stolzes Lächeln schmückte seinen Fang als er Bjarmis Lob zu hören bekam. In Núvols Leben wurde er selten gelobt, eigentlich fast nie.
Dass das für einen anderen Welpen fast Alltag sein konnte, war für ihn unvorstellbar. Núvol machte einen Schritt auf Bjarmi zu.

,,Naja okay, Bjarmi. Wenn du magst kannst du mich auch Núvol nennen. "

Er grinste verlegen und schnippte mit den Ohren und gähnte anschließend herzhaft. Zu gerne hätte er jetzt eine Runde geschlafen, sich eingerollt und lange Zeit die Augen nicht mehr geöffnet, doch der Drang die Geschichte zu hören war stärker.
Núvol wusste nicht in welcher Richtung das Tal lag, zu dem Bjarmi wollte, doch er stellte sich in die Richtung in die sie eben gerannt waren.
Ein Stück weit entfernte er sich von Bjarmi, sah dann auffordernd zurück und und lächelte ein wenig schüchtern. Langsam begann er sich zu fragen, wieso Bjarmo denn so unbedingt ins Tal wollte. Nú nahm sich vor ihn zu fragen, sobald sie auf dem Weg dorthin waren. Doch dann kamen ihm noch viel mehr Fragen in den Sinn, alle wollten gestellt werden.

,,Sag mal, wieso willst du denn so unbedingt in dieses Tal? Was gibt es da?"

Eine Frage weniger zu merken. Erleichtert konzentrierte er sich auf seine anderen Fragen und auf Bjarmis Antwort. Sonderlich gespannt war Nú nicht auf die Antwort, und doch wollte er sie nicht verpassen.
Für einen kurzen Moment tauchte der Gedanke an ein Rudel in seinem Kopf auf. Vielleicht war dort ein Rudel, doch dieser Gedanke war schnell wieder vergessen.


07.12.2008 12:27




Bjarmi


Ruhig trugen Bjarmis Läufe ihn die restlichen Wolfslängen, die noch vor ihnen lagen, ins Tal. Er musste dorthin, es war keine Frage des Wollens. Schlicht und ergreifend hatte Bjarmi keine andere Wahl.
Sein neuer Begleiter, der sich so tapfer geschlagen hatte, machte es Bjarmi allerdings ein wenig leichter diese Last zu tragen. Auch er selbst war erschreckend müde und ein quälender Hunger plagte seinen Magen, doch dies alles musste warten, verträngt werden und vergessen. Schließlich wollte Bjarmi seinen kleinen Freund nicht verunsichern, hatte dieser sich doch gerade erst wieder beruhigt und seine Angst verworfen.
Sanft lächelte Bjarmi ihn an und sah dann auf das Tal, dass sich weitläufig vor seinen Augen erstreckte. Dann blieb er kurz stehen und richtete seinen Blick zu dem grauen Himmel, der so drohend über ihnen beiden hing.

"Weißt du, Nùvol, das ist eine lange Geschichte, die ich dir da erzählen müsste, aber ich bin mir sicher, dass du zuhören wirst.", sprach Bjarmi fast ein wenig traurig, hatte doch bis jetzt kaum einer seiner Lebensgeschichte gelauscht.

Mit einem tiefen Seufzer setzte er sich hin, vermied es aber den kleinen, schwarzen Rüden anzusehen. Sein Blick war tief und traurig, jedoch nicht minder stolz und würdevoll. Manchmal mutete Bjarmi an, als wäre er ein grauer Altwolf in einem junggebliebenen Körper.

"Nun, warum ich in dieses Tal will, kann ich dir nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich war schon in vielen Tälern, Wäldern, Gebirgen und immer war es meine Aufgabe dort für eine Weile zu bleiben, um den Rudeln bei ihren Problemen, welche auch immer das waren, zu helfen. Danach musste ich weiterziehen, es war keine Frage des Willens, es ist meine Bestimmung und Pflicht weiter zu gehen, wenn die Rudel wieder glücklich leben können, verstehst du? Ich habe eine Aufgabe bekommen, als ich noch sehr jung war und diese gilt es zu erfüllen, bis ich aus der Pflicht entlassen werde. Meine momentane Aufgabe besteht darin, dir sicher in dieses Tal zu verhelfen und dich zu einem Rudel zu bringen, dass du beschützt und zufrieden aufwachsen und groß werden kannst. Ob ich dann noch weiter bei dir bleiben kann, hängt von meinem Begleiter ab.", erklärte Bjarmi schwermütig und stand wieder auf, bevor er fortfuhr: "Ich glaube jeder von uns hat bestimmte Pflichten, die er, solanger er hier leben darf, zu erfüllen hat. Was deine allerdings ist, musst du selbst herausfinden.".

Noch einmal lächelte Bjarmi sanft, bevor er seinen Blick von dem schwarzen Rüden abwand und seinen Weg fortsetzte.


07.12.2008 12:47




Jeanne


Inzwischen war sie ein wenig erschöpft, das Erdbeben und all die Gedanken hatten ihren Körper geschwächt. Die Weiße hatte große Mühe damit, aufrecht zu stehen, fühlte sie sich doch eigentlich völlig am Ende. Aber immerhin gab es einen Grund, noch nicht auf zu geben, so sehr sie sich auch nach Ruhe sehnte. Wenigstens ein paar Minuten.. Aber sie machte sich selbst Hoffnung, das war wohl die einzige Möglichkeit. Die Hölle. Sie musste es nur zur Höhle schaffen, da konnte sie sich ausruhen, ihren Körper entlasten. Aber sie war durcheinander, sie konnte nicht sagen wie lange sie noch wandern mussten. Die Situation hatte ihre Sinne eingeschränkt, und nun fühlte sie sich von diesen im Stich gelassen.
Jeanne blinzelte Shanaro ein wenig verwirrt an, als er etwas sagte. Sie musste auf seine Worte hin lächeln. Es ging schon gar nicht mehr anders. Aber trotzdem.. gebührte ihr irgendwie kein Dank. Sie hätte das wahrscheinlich für jeden getan. So war sie nun mal. Mit aufmerksam aufgestellten Ohren lauschte sie Yagos Worten, blickte dann wieder zu Shanaro.

“Bald, denke ich. Es dürfte eigentlich nicht mehr lange dauern.“

Sie stubste den Schwarzen an, nickte in die Richtung, in die sie sich nun bewegte. Er sollte bei ihr bleiben, es war einfach besser so. Mit vorsichtigen Schritten, als könne die Erde jeden Moment unter ihren Pfoten weg brechen, tappte sie voran.
Und ganz plötzlich stieg ihr ein Geruch in die Nase, den sie nicht zuordnen konnte. Er war fremd.. und irgendwie schien der Wolf dahinter Recht jung zu sein. Shanaro zunickend machte die Schneeweiße einige Schritte vor, sah zu allen Seiten. Es war eindeutig ein Welpe, ganz klar. Suchend huschten die dunklen Augen umher, bis sie glaubte, etwas sehen zu können. Mit einigen weiteren hastigen Schritten näherte sie sich dem kleinen, braunen Fellbündel. Sie kannte ihn wirklich nicht, deswegen blieb sie lieber vorsichtig. Ganz sachte neigte sie den Kopf zu dem kleinen Wesen, das allein hier zu sein schien. Und er schien Angst zu haben..

“Hey du.. Hab keine Angst. Das Beben ist vorbei. Du bist in Sicherheit.“

Sie hoffte, dass der freundliche Ton in ihrer Stimme den kleinen Wolf beruhigen würde. Kurz sah sie zu Shanaro, lächelte ihm zu und wandte sich wieder dem anderen Welpen zu.


10.12.2008 13:48




Núvol


Die Ohren des jungen Wolfes schnippten kurz, als Bjarmi seinen Fang schloss und so aufhörte zu erzählen. Immernoch kribbelte es in Nús Pfoten, die kühle Luft lies sie langsam einschlafen. Er genoss es, getragen zu werden, seit er laufen konnte hatte seine Mutter ihn nicht mehr mit dem Maul transportiert. Er verstand nicht wieso sie ihn so schrecklich behandelt hatte, während seine Geschwister nahezu verwöhnt wurden. Nie bekamen seine Brüder und Schwestern die Zähne der Mutter zu spüren, nur zu sehen. Wussten sie denn überhaupt, dass der Fang der Mutter auch Schmerzen zufügen kann? Schmerzlich verdrängte er die Gedanken an seine Mutter, wenn man sie denn so nennen konnte.

Als das letzte Wort Bjarmis Fang entwichen war und beide nun nebeneinander saßen, lächelte Nú ein wenig traurig zu dem Rüden hoch. Würde er ihn auch alleine lassen? Daran wollte er garnicht denken, wieso war er denn dazu verdammt alleine zu sein? Ständig verlies man ihn, ob freiwillig oder nicht. Und jedes Mal ,ließ er sie ziehen, ohne sie einen vorwurfsvollen Blick im Nacken spüren zu lassen, ohne zarte Krallenspuren zu hinterlassen.
Nú rückte ein wenig näher zu Bjarmi, den Blick auf seine Pfoten gerichtet.

,,Ja, ich werde zuhören. Großes Wolken-Ehrenwort!"

Mit einem Grinsen sah er Bjarmi vorsichtig an. Nú liebte lange Geschichten, auch wenn er Stunden dasitzen und zuhören musste, für ihn gab es fast nichts schöneres.

Núvol wurde ein wenig nachdenklich. Und was, wenn er keine Bestimmung hatte? Wenn er einfach nur leben würde, um auf etwas zu warten was ihn nie erreichen wird? Dann hätte er umsonst gelebt, wäre umsonst gequält worden, hätte sich umsonst aufgeregt, hätte sich wegen nichts gefreut. So gerne hätte er auch eine Bestimmung gehabt. Auch wenn es nur eine kleine Wäre, es wäre ein Grund zum Leben. Die Angst fuhr mit ihrer kalten Hand durch sein schwarzes Fell, brachte es durcheinander, wie seinen Verstand auch.

,,..und wie finde ich meine Bestimmung? "

Nú wusste selbst nicht ob er es eher zu sich oder zu Bjarmi sagte, er sprach es einfach aus.

,,Und wenn du wirklich gehen musst. Ich werde dich nicht gehen lassen. Oder ich komme mit. Ich will nicht wieder alleine sein. Ich hasse es, alleine zu sein."


13.12.2008 12:11




Bjarmi


Bjarmis Ohren zuckten kurz zurück, als sie Nùvols Worte vernahmen. Der Kleine wirkte traurig und niedergeschlagen, fast so, als würden ihn Gedanken und Erinnerungen einholen, die er nicht von sich schütteln konnte, die nicht so einfach wegzuschleudern waren, wie die zahlreichen, glitzernden Regentropfen in seinem Fell.
Hatte die Geschichte den kleinen Rüden so aufgewühlt und nachdenklich gemacht? Sollte es so sein, dann war dies nicht in Bjarmis Sinne. Sanft stupste er Nùvol an und strich mit seiner Zunge über den kleinen Fang.

"Auch du wirst eine Bestimmung haben. Jedes Lebewesen und sei es auch noch so klein hat eine Bestimmung, ein Schicksal, das ihn begleitet, wohin auch immer es zieht. Deine momentane Aufgabe ist es, groß zu werden und Erfahrungen zu sammeln, dann wird deine Bestimmung ihren Weg zu dir finden, ganz gleich, ob du dies gut heißt oder von dir weisen willst.", sprach Bjarmi ruhig und bedachte Nùvol mit einem aufrichtigen Lächeln.

Bjarmi hatte viele Wölfe, vor allem aber junge, getroffen, die eine Bestimmung, ein Schicksal haben wollten, ähnlich Bjarmis und sie wussten doch nie, dass es dem Rüden oft entsetzlich schwer fiel, zu ziehen und den Platz der Freude und des Glücks zu verlassen; wie heroisch seine Taten auch in ihren Ohren klangen wollten. Niemals hatte Bjarmi ihnen erlaubt mit ihm zu ziehen, er war doch tief in seinem Herzen ein Einzelgänger.

"Nùvol, ich bewunderer deine Tapferkeit und deinen Mut, doch, wenn die Zeit gekommen ist, werde ich ziehen. Doch dann bist du wahrscheinlich schon groß und erfahren und wirst alleine auf dich aufpassen können.".

Bjarmi wollte ihm nicht die ganze Wahrheit sagen, denn jedes Mal, wann auch immer er sich zu verabschieden hatte, ging er wie ein Dieb in der Nacht, ohne sich auch nur ein einziges Mal um zudrehen, hätte es doch jedes Mal aufs Neue sein Herz zerschmettert und in tausend Stücke zerrissen.

Herzhaft gähnte der Rüde, bevor er sich wieder Nùvol zu wandte: "Aber jetzt genug davon. Das macht einen ja ganz traurig!", lachte er kurz und schmiss den jungen Rüden zu gleich auf die Seite, ehe er ihn zärtlich und spielerisch beknabberte.


13.12.2008 18:58




Shanaro


Shanaro stand noch immer neben Jeanne, wartete darauf, dass sie ihm sagte, was zu tun war. Er hatte nun keine Angst mehr, die Erde war still und sogar der Regen hatte nachgelassen. Für ihn war nun alles vorbei, er fühlte sich sicher an der Seite der Weißen und genoss ihre Aufmerksamkeit. Aus seinen glänzenden, bernsteingelben Augen sah der junge Wolf Jeanne an, als diese seine Frage beantwortete. Ihre Worte erweckten neues Leben in ihm, wollte er doch schon die ganze Zeit den Ort sehen, von dem sie sprach. Wie sah es wohl da aus? Shanaro wollte plötzlich weitergehen und so schnell wie möglich da sein. Doch bevor er weitere Fragen stellen konnte, sah er, wie die Fähe witterte und tat es ihr gleich. Nun merkte auch er, dass ein fremder Geruch in der Luft lag. Ein Geruch, der nicht von den Rudelmitgliedern stammt, es war sicher ein fremder Wolf. Als sich Jeanne in Bewegung setzte, folgte Shanaro ihr neugierig und erspähte schon bald den Welpen, der auf dem Boden kauerte. Wer war das wohl? Und wo kam er her? Ob er genau wie er selber seine Eltern verloren hatte?
Abwartend sah der junge Wolf Jeanne an. Dann musterte er den anderen Welpen, er schien jünger zu sein, als Shanaro, aber nicht viel.

“Wer ist das?“

Fragte er jedoch schließlich, als Jeanne auf den jungen Rüden zu ging und mit sachter Stimme zu ihm sprach. Plötzlich mischte sich jedoch Unzufriedenheit zwischen seine Neugier. Nun hatte er die Jotafähe nicht mehr für sich allein! Der kleine Schwarze teilte nicht gern, schon gar nicht mit jemand, den er nicht einmal kannte. Ein leises Funkeln glitzerte nun in seinem Blick, als er den Anderen ansah. Beinahe hätte er etwas gesagt, doch da sah die Weiße ihn auch schon mit ihrem freundlichen Lächeln an und ließ Shanaro schweigen. Wieso musste sie sich nur auch um anderen Welpen kümmern? Er wollte, dass sie allein ihm gehörte!
Natürlich war dem jungen Rüden auch bewusst, welch einen Schwachsinn er dachte, denn wie sollte dieser Welpe überleben, wenn niemand ihm half? Dennoch war er unzufrieden und eifersüchtig zugleich, er hatte ihr Jeanne weggenommen! Mindestens für diesen Augenblick.
Als Shanaro sah, dass de Fähe bei dem anderen verweilte, trat er drängend neben sie, um seine Ungeduld zu zeigen, schwieg jedoch weiterhin, um nicht zu unmöglich zu werden. Vorsichtig wartete er ihre Reaktion ab und hoffte, keinen falschen Schritt getan zu haben. Wieso sollte es auch falsch sein? Er war schließlich auch noch ein Welpe und brauchte ihre Aufmerksamkeit …


14.12.2008 08:38




Felino


Felino hatte ängstlich zitternd das Beben ausgeharrt. Es bebte lange unablässig bis Felino, das Geräusch des Bebens nicht mehr aus seinen Ohren herausbekam und kläglich fiepte. Er fiepte immer wieder zu dem Blatt herüber, dass er doch nur hatte spielen wollen. Er sah die Erde weiter aufreißen, immer weiter und hoffte, dass der Riss ihn nicht erreichen würde. Die Fremden Wölfe schienen auch mit dem Erdbeben zu kämpfen, aber sie hatten das Blatt nicht geärgert, warum war die Erde sauer auf sie.

Das Beben hörte auf, Felino merkte es nur dadurch, dass er nicht mehr wackelte. Der kleine braune Welpe versuchte taumelnd aufzustehen, bei jedem Schritt zuckte er zusammen, aus Angst, das Beben könnte wieder beginnen. Er blieb vor dem roten Blatt stehen und duckte sich, legte die Ohren an und klemmte den Schwanz zwischen die Hinterbeine, dann fiepte er das Blatt an und sagte:

„Ich wollte nur spielen, ehrlich…
Bitte mach das nie wieder, ich habe Angst vor dem Beben, ich werde dich nie wieder ärgern, flaches Feuer…“


Nach diesen Worten ergriff ein Windstoß das Blatt und wehte es davon. Felino sah dem Blatt nun schwanzwedelnd freute sich, dass die Gefahr damit verschwunden war. Er horchte und schnupperte auf, drehte sich um und sah die Fremde Fähe auf sich zukommen, mit einem Welpen. Felino duckte sich ängstlich und hoffte, dass sie ihn nicht sehen würde, er wünschte sich, dass er so braun wie die Erde werden würde, aber das half nichts. Sie erblickte ihn und er lauschte ihren Worten.

oO(Was redet sie denn da für einen Unsinn, dass ich in Sicherheit bin? Wir sind wieder in Gefahr, wenn das flache Feuer zurück kommt und jemand mit ihm spielen will.
Ich habe die Gefahr gebannt, nur durch mich hat das Beben aufgehört…)Oo



Felinos Angst verflog wegen seinen Gedanken, die er für sich behielt, denn es hatte ihn noch nie jemand verstanden. Er blickte zu dem anderen Welpen, er wollte eigentlich mit dem Schwanz wedeln, doch als er den Blick von ihm bemerkte, zuckte Felino zusammen. Er hatte dem schwarzen doch nichts getan. Er sah wieder zu der weißen Fähe, mit dem freundlichen Lächeln und sagte dann nur zu ihr gewandt:

„Ich bin Felino und wer bist du?
Hat dein Rudel auch das flache, rote Feuer, das eben weg geweht wurde geärgert?“


Den schwarzen Welpen ignorierte der kleine, schließlich hatte er ihn so böse angesehen und er hatte ihm nichts getan. Felino war Neugierig auf ihre Antwort und als er aufstehen wollte, purzelte er nach hinten und landete auf seiner Hinterhand, völlig verwirrt sah er sich um, blieb aber dann doch sitzen.


14.12.2008 20:51




Jeanne


Ein wenig unentschlossen sah die Weiße zwischen den zwei Welpen hin und her. Was war im Moment bloß los? Achteten so wenige Wölfinnen auf ihren Nachwuchs? Und.. waren sie vielleicht unbeabsichtig zurück gelassen worden? Irgendwie konnte sich die Fähe dies nicht vorstellen, es fiel doch auf, wenn plötzlich so eine kleine Fellkugel fehlte. Oder etwa nicht..? Und selbst wenn.. wer sein eigenes Kind zurück ließ, war es wohl auch nicht wert, darüber nach zu denken. Und doch machte es sie stutzig.
Noch immer hielt Jeanne den Kopf gesenkt, um näher bei dem fremden Welpen zu sein, damit er nicht gleich zurück schreckte. Auf Shanaros Frage hin, wer denn dieser Welpe sei, wandte sie sich dem Schwarzen ruhig zu, schüttelte unwissend den Kopf. Sie wusste es nicht. Und so stellte sich wieder die Frage, woher dieses kleine Wesen kam. Aber.. sie wollte den Rüden nicht fragen. Sie wollte keine möglich vorhandenen Wunden aufreißen. Und so wandten sich die dunklen Augen von Shanaro ab und wieder zu dem Braunen. Kurz suchte ihr Blick nach der Braunen. Cilyn war nicht in der Nähe, genau so wenig wie die kleine Welpin, die sie in die Obhut der Fähe gegeben hatte. Aber sie würden schon gut auskommen, Jeanne vertraute der Fähe in dieser Angelegenheit einfach. Etwas anderes blieb ihr wohl auch nicht übrig. Als Felino sich vorstellte. Legte sich wieder dieses warme, aufmunternde Lächeln auf die Lefzen der Weißen. Seine letzten Worte konnte sie jedoch nicht zuordnen. Sie waren irgendwie.. verwirrend. Aber Jeanne gab sich Mühe, trotz dessen zu antworten.

“Mein name ist Jeanne, und das hier bei mir ist Shanaro. Und.. welches Feuer meinst du, Felino? Hier hat niemand etwas geärgert, das eben war einfach nur ein Erdbeben, da kann niemand etwas für.“

Als der kleine Welpe aufstehen wollte und nach hinten rüber fiel, neigte sich der Kopf der Weißen zur Seite. Welpen.. sie wirkten so tapsig und hilflos. Jeanne setzte eine Pfote vor und stubste den Kleinen an. Es war besser, wenn er sich gleich an jemanden gewöhnte. Vielleicht lebte er sich dann schneller ein.
Als sie dann Shanaro direkt neben sich erkennen konnte, wandte sie sich wieder dem Schwarzen zu. Natürlich wollte er weiter, das wusste sie. Aber sie hatte den Kleinen nicht einfach hier liegen lassen können. Das hätte sie nie mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Sant schleckte die Fähe dem Schwarzen über den Kopf, stubste ihn dann in die Seite.

“Wir gehen gleich weiter, warte noch einen Moment.“

Sanft lächelnd drehte sie den Kopf zurück zu Felino, ihre dunklen Augen ruhten auf dem Braunen.

“Willst du mit uns kommen, Felino? Wir sind gerade auf dem Weg zum Winterquartier. Da kannst du dich ausruhen, wenn du müde bist.“


22.12.2008 16:02




Núvol


Das Núvol schon groß war, wenn Bjarmi ihn alleine lassen würde machte es ihm keineswegs leichter die Zeit mit dem Rüden zu geniesen. Auch wenn er wusste dass er sehr sehr lange brauchen würde, um groß zu sein, denn zugegeben. Núvol ist nicht der Größte für sein Alter. Etwas erleichtert erschien ein Lächeln auf den kleinen Lefzen bevor er auf das Spielen des Rüden einging.

,,Na wenigstens bist du jetzt da. Und... später."

Nú sah Bjarmi an und grinste. Der Welpe erwartete nicht von dem Rüden dass er das gerade verstehen sollte, er wusste ja selbst nicht was für einen Sinn seine Worte gerade gemacht hatten.
Núvol raufte ein wenig mit Bjarmi, bevor er in gelächter ausbrach. Wieso wusste er selbst nicht, er wusste nur dass er nicht aufhören kann.
Doch irgendwann stoppte auch das. Er raffte sich auf, schüttelte Staub und Schnee von seinem Fell und reckte sich.

,,Komm, wir gehen weiter. Immerhin sollst du heute noch an dein Ziel kommen. Und ich zu meiner Geschichte."

Mir großen Schritten machte er sich auf den Weg, lief ein Stück bevor er sich nach Bjarmi umdrehte und wartete, bis dieser neben ihm war.


26.12.2008 09:11




Tsurúgi Sorá


Die Erde bebte. Alles geriet in Aufruhr. Warum? Klar es war nicht angenehm wenn der Boden einem unter den Pfoten wackelte aber Tsu war in einem Land aufgewachsen wo die Erde so oft wackelte dass es nix besonderes mehr war. Sie hatte den Kopf gesenkt und sich in eine dicke Wurzel verbissen. So hatte es ihr ihre Mutter gezeigt. So war man sicher, so sicher wie man halt sein konnte bei einem Erdbeben. Tsurúgi wartete einfach ab, immer optimistisch bleiben. Einen kühlen Kopf und klare Gedanken bewahren. Dadurch geriet man nicht in Panik und blieb womöglich eher am Leben. So hatte man es ihr beigebracht. Alle liefen durcheinander. Die kleine Fähe beobachtete alles. Was regten sie sich alle so auf? Es passierte doch nichts. Das Erdbeben war doch nur schwach. Ok hier in diesem Land war es möglicherweise heftig aber, sie selbst war schlimmeres gewöhnt. Dennoch, es erschöpfte sie. Matt sank sie in sich zusammen, streckte die Beinchen weg und schlief ein.
Als sie wieder erwachte, sah sie niemanden mehr. Sie rappelte sich auf, was hatte die weiße noch mal gesagt? Irgendwas mit einem Winterquartier. Und wo war Cylín? Auch wenn Tsurúgi die Braune noch nicht sehr gut kannte, es war ihre Bezugsperson hier, sie brauchte sie doch. Sie hasste es so sehr allein zu sein. Das Welpenmäulchen öffnete sich und die kleine Graue entlockte sich selbst jammerndes Geheul. Irgendwer musste, musste sie doch hören. Sie durfte sich nicht von hier wegbewegen, sonst würde sie sich verirren und keiner würde sie finden. Das war ganz wichtig. Sie musste ruhig bleiben. Nachdenken. Was musste sie tun um gefunden zu werden?


26.12.2008 15:21




Bjrami


Liebevoll und sanft lächelte Bjarmi den jungen Rüden an. War er eigentlich selbst mal so unbekümmert und vorwitzig gewesen? Oder war Bjarmi schon immer der melancholische, nachdenkliche Rüde gewesen, der er seit geraumer Zeit zu sein pflegte? Er wusste es nicht, vielleicht war er ja beides zur selben Zeit?

Über sich selbst schmunzelnd, schüttelte er den Kopf und ging ruhigen Schrittes hinter Nuvól her. Bjarmi kicherte leise über die Ungebremstheit des Kleinen, die wohl jeder junge Wolf besaß. Die meisten, die er kennen gerlernt hatte, verhielten sich, als gäbe es für sie kein Morgen, keinen nächsten Tag, keinen kommenden Winter, Frühling, Sommer und Herbst, bis sie einkehrten zur letzten Ruhe am Ende der Tage auf Erden.

"Wir kommen schon unten an und du wirst auch von mir eine Geschichte hören, nur nimm ein wenig Rücksicht auf solch einen alten Rüden, wie mich.", lachte Bjarmi, als er zu Nuvòl aufgeschlossen hatte.

Er war nicht alt mit seinen 3 Jahren, aber manches Mal hatte er sich schon gefühlt, als wären mindestens 10 Frühlinge an ihm vorbei gezogen und hätten seine Schritte schwerer werden lassen.

"Nuvòl, versprich mir, dass du immer wissen wirst, wo dein Zuhause ist. Frag nicht warum, versprich es mir einfach.", befahl Bjarmi mit sanfter Stimme und sah den kleinen Rüden dabei ernst an.

Bjarmi wollte es von Nuvòl hören, denn er selbst hatte sein Zuhause schon längst vergessen. Er kannte den Weg noch, doch schon wusste er nicht mehr, wie es dort aussah, wie es duftete, welche Wölfe sein Rudel umfasste.
War es auch dort Herbst? Oder war er soweit gewandert, dass eine andere Jahreszeit Einzug dort gehalten hatte? Das alles wusste Bjarmi nicht mehr und dadurch fühlte er sich leer und traurig.


04.01.2009 18:23

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
17.09.2010 21:29
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