Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
Yavinja seit: 83 Tagen
Caspar seit: 43 Tagen
Saiyán Tendes seit: 26 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 2. Frühling - 1924 » Neues Jahr, neues Leben

Autor

Beitrag

Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 1


Die Zeit war nun so schnell vergangen, dass man es kaum für möglich halten konnte. Es war durch und durch ein friedliches Jahr gewesen, so entspannend wie lange nicht mehr. Es gibt vieles, was in dem vergangenen, halben Jahr erwähnenswert wäre, doch es würde zu lange dauern jede noch so besondere, schöne, kleine Geschichte zu erzählen. Ein paar muss man dennoch einfach erwähnen!
Tearl, ein einst tot geglaubter Freund Kibas hatte an jenem Abend noch eine lange Unterhaltung mit der Leitwölfin der Tears of Destiny geführt. Es wurde in der Vergangenheit geschwelgt und doch ernst geblieben. Tearl sah für sich keine Zukunft mehr im Tal seiner Geburt, doch er traf eine Abmachung mit Kiba, die erst mit Silences’ Einverständnis einwilligte: Einmal im Jahr, dann wenn der erste Schnee fiele, würde er dem alten Tal einen Besuch abstatten. Doch erst einmal war es Zeit für ihn weiter zu gehen. Aber auf wundersame Weise schafften es zwei abenteuerlustige Jungwölfe sich ihm anzuhängen. Zusammen mit Tearl verließen auch Eeál und Ceál das Tal. Die Zwillinge lockte das Abenteuer und der wandernde Requist hatte doch gerne etwas Gesellschaft bei sich, die ihm beide mit Sicherheit geben konnten.
Im Herbst hatten sich nicht nur Kiba Telay und Silence Tear, Adali Shiney und Yosó entgültig zu Gefährten zusammen geschlossen, auch zwei weitere Pärchen hatten sich noch gebildet. Ein graubrauner Wolf, Sänger aus der Fremde lernte die Jotawölfin Jeanne kennen und lieben, worauf auch die zwei jungen Wölfe Gefährten wurden. Die wohl seltsamste Gefährtenschaft bildeten schließlich aber noch Mitsah und Akarúi. Zwei Wölfe, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, die weiße Fähe schaffte es das Herz des eiskalten Rüden zu erwärmen.
Als der Winter herein brach, herrschte trotzdem unter den alten Mitgliedern immer wieder eine gewisse Unruhe – Erinnerungen an das vergangene Jahr wurden geweckt, dieses schreckliche Jahr, dass das Rudel gedroht hatte erneut auszulöschen. Doch der Winter verlief so ruhig, dass man es kaum glauben konnte. Kein einziger Sturm und als dann der Frühling herein brach, geschah wieder das Wunder des Lebens. Welpen.
Drei der vier Paare bekamen Welpen, womit die entspannende Ruhe im Tal klar vorbei war. Aber dies musste ja nicht unbedingt etwas negatives an sich haben. Nun tummeln sich sage und schreibe 15 Welpen unter den schon so vielen Wölfen und weitere Neuankömmlinge würden auch sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. Adali und Yosó wurden außerdem zu den Coniugos des Rudels ernannt und standen damit fast auf gleicher Höhe wie Kiba und der neue Alpharüde Silence Tear. Mitsah wurde zum Gamma ernannt.
Das Rudel ist von der Winter- und Geburtshöhle weiter nach Osten auf die Bergwiesen gewandert und genießt den Frühling nun dort im Freien. Es ist noch früher Morgen, die Sonne ist zwar schon zu sehen, wirft aber noch nicht ihr volles Licht auf die weiten Wiesen. Ein wenig Tau hängt noch im Gras, das Rudel ist dabei aufzuwachen und in den neuen Tag zu starten.




Kiba Telay


Kiba Telay, Alphawölfin und seid kurzem stolze Mutter von 8 Welpen lag noch schlafend neben ihrem geliebten Gefährten, den Kopf auf seinen Nacken gebettet. Die Sonnenstrahlen auf der Schnauze taten so gut und obwohl sie geistig langsam wach wurde, hatte sie überhaupt keine Lust ihren warmen Platz bei Silence Tear zu verlassen. Noch dazu konnte sie ein paar der Fellbündel bei sich liegen fühlen, enttarnte sie als Shijarú, Toboe, Aiyán und Sayan. Aber ganz bestimmt würde das Treiben gleich eh wieder los gehen, das war halt so, wenn Welpen da waren. Aber die Silbergraue war so glücklich wie lange nicht. Sie zwang sich dazu endlich den Kopf zu heben und warf müde, aber liebevoll einen Blick auf die Welpen. Sie atmete tief durch und zog dann zärtlich am Ohr ihres Gefährten um auch Silence aufzuwecken. Verdeutlichend schob sie ihre Schnauze unter seine Kehle und drückte seinen Kopf etwas hoch.

Na du Papawolf?“

sagte sie nicht allzu laut und ein Lächeln lag auf ihren schwarzen Lefzen. Es war noch immer ein wenig ungewohnt, schließlich waren die Welpen noch nicht sehr alt. Und trotzdem war es ein wenig vertraut und oft hatte sie das Gefühl zwischen ihren Welpen ein braunes Fellbündel liegen zu sehen, seinen zierlichen Kopf hob und sie dann angrinste. Alice... Aber sie wäre jetzt wahrscheinlich eine wunderschöne Jungwölfin, eine fabelhafte große Schwester. Sie wäre sicherlich sehr stolz. Das war sie bestimmt auch, irgendwo dort oben, wo nun auch ihre Eltern lächelten – die Sonne schien schon so warm. Aufstehen konnte Kiba trotzdem noch nicht. Grinsend wandte sie ihren Kopf nach hinten und versuchte den grauen Welpen, der es sich auf ihrem Rücken bequem gemacht hatte, zu erkennen. Aber sie wusste schon, dass es sich dabei nur um Toboe Tear handeln konnte. Also wanderte ihr eisblauer Blick erst einmal weiter über die anderen Wölfe. Es gab schließlich nicht nur die 4 Welpen, sondern noch 11 weitere. Natürlich nicht alles ihre, aber das Coniugopaar, sowie Mitsah und Akarúi hatten schließlich auch Welpen bekommen. Natürlich konnte die Alphafähe aber ihre Augen nicht überall haben. Sie ließ die vergangenen Monate noch einmal auf sich einströmen, wie schön war es doch gewesen – nachdem der erste Schock überwunden war – Tearl wieder zu sehen. Sie bedauerte es etwas, dass er weiter gezogen war, doch hatte es ihr Schicksal wohl einfach nicht gewollt, dass sie eine Zukunft zusammen verbrachten. Ja, das hatte sie ihm auch gesagt. Ihre Zukunft gehörte Silence Tear, dem Rudel und jetzt auch den Welpen. Zusammen würden sie alles meistern. Tearl war weiterhin ein guter Freund, auch wenn sie sich kaum noch kannten, er hatte ja versprochen die Tears of Destiny wieder zu besuchen. Seine Seele gehörte einfach hier hin, auch wenn ihn das Herz zum Wandern zwang. Sie konnte mit gutem Gewissen sagen, dass er ja nicht alleine war. Die zwei frechen Jungwölfe würden ihn gewiss unterhalten und vielleicht auch ein wenig stressen. Bei diesem Gedanken musste sie grinsen. Ach, es gab so viel, über das man nun nachdenken konnte, an was man sich erinnern mochte, zu viel. Ein neuer Tag, Erinnerungen abschalten und leben – die Sonne lacht.


11.12.2006 20:39




Ain


Ain, die zweijährige Fähe, streckte sich erst einmal nach dem sie die Augen schläfrig geöffnet hatte. Gähnend streckte die Fähe ihre graubraunen Läufe nacheinander. Leise und mit gutem Gemüht schritt sie durch den Wald in dem sie verweilt hatte. Aus der sicheren Umgebung eines großen Eichenbaums herraus in die, durch Licht gefluteten, Baumreihen. Es machte der grauen Fähe Freude durch das Frische und noch taunasse Laub und Unterholz des Waldes zu streifen.

" So Frei und unbekümmert war ich schon lange nicht mehr - Jedoch ohne Rudel ist es oft nicht immer so wundervoll."

Die Fähe kam an den Waldrand, nun erstreckte sich ein Gebiet vor ihr, was wundervoll war jedoch auch gefährlich sein konnte. Ain schritt aufmerksam wie eh und je über eine wundervolle, friedliche grüne Wiese. Der Frühling hatte begonnen. Dies sah man an der Natur, die wieder neue Energie für Pflanzen, Tiere und Schutz gab.

Nach überqueren der halben Wiesenfläche und nach bis jetzt fast unbekümmerten Gedanken befiehl sie wieder Gedanke des Rudels. Wie wundervoll es wäre nicht alleine sondern mit einem Rudel über diese Wiese zu laufen, mit ihnen diesen Ausblick teilen und den Frieden und die Freude die, der Frühling brachte.

Neugierig hielt Ain die Nase in die Luft. Mehrere Wolfsgerüche stiegen ihr in die Nase. Eine gewisse Nervosität machte sich in der jungen Fähe breit. Nicht das Sie Angst hätte, keine Falls. Es waren eher die Errinerungen die sie nichts Gutes ahnen ließen. Eine einsame Fähe, dann auch noch so jung, in ein fremdes Gebiet einzudringen. So viele Rudel die Ain schon getroffen hatte, erwarteten sie nicht mit Freunde und Begeisterung. Ganz im Gegenteil. Schlechte Erfahrungen.

" Was mach ich mir den vor? Es wird wohl so sein wie eh und je ... Ich bin doch nie irgendwo erwünscht."

Ain hielt erneut die Schnauze in den Wind. Vom Tal her erreichte sie eine Frische Briese. Diese brachte noch mehr Gerüche unter anderem auch einen bekannten. Jedoch konnte Ain diesen in diesem Moment noch nich zuordnen.

11.12.2006 21:47




Teyrm


Mit geschlossenen Augen, jedoch wachem Geist ruhte Teyrm in der Nähe seiner Eltern. Der junge aschfarbende Rüde hatte den Kopf auf die Pfoten gebetten, die tiefschwarzen Ohren waren allerdings wachsam wie eh und je aufgestellt. Der Jüngling würde nicht mehr lange so liegen bleiben. In seinen Gedanken malte er sich schon mal aus wie er gleich aufstehen würde und leise hinüber zu Toboe schleichen würde, ja er hatte vor seinem Freund einen kleinen Schrecken einzuujagen. In seinem Kopf sah alles einfach nur zu lustig aus und so bildete sich auch in der Realität ein verwischtes Grinsen auf den Lefzen des Welpen. Dieses sah man zwar oft, aber sein Lächeln, sein Grinsen hatte auch ftmals eine andere Bedeutung, dieses mal fand er einfach nur Gefallen an der Vorstellung, nichts weiter. Es war keine Bosartigkeit, es war einfach ein belustigender Gedanke der da in seinem Kopf herum schwirrte. Ein Ruck fuhr durch den feingliedrigen Körper des jungen Wolfes, als dieser sich aufrichtete und sich leicht schüttelte, es waren erst wenige Wölfe wach, klar, er war ja auch so ein verdammter Frühaufsteher, konnte nie lange schlafen. Kurz fuhr er sich einmal mit der Pfte über den Schnauzerücken und die Augen, wischte sich den Schlaf aus den hellen Augen. Er öffnete seinen Fang kurz zu einem Gähnen und setzte dann langsam eine der großen Pfoten vor die andere, immer weiter, von seiner Familie weg, und rüber zu seinem Freund. Er wollte keinen seiner Geschwister oder gar seine Eltern wecken, bei Toboe jedochen konnte er das in Ruhe tun. Bei Toboe war das was anderes, der graue Welpe war sein bester Freund und er war irre glücklich darüber, auch wenn es der Aschfarbende nicht sonderlich deutlich zeigte. Toboe jedoch wusste dies ganz genau, dessen war er sich sicher. Teyrm, der manchmal so grob und frech wirkende Welpe, war in diesem Moment ganz vorsichtig, er wollte niemanden wecken oder irgendwen stören, er wollte einfach nur ganz schnell zu Toboe Tear. Das verstrubbelte Fell stand wie immer nach allen Seiten hin ab und seine Rute pendelte gelassen zwischen den Hinterläufen. Er war schon recht eigensinnig für einen Welpen, dennoch war das für seine eigenen Sinne vollkommen richtig so. In einiger Entfernung erblickte er schließlich seinen Freund mitsamt einem Teil seiner Familie. Tob's Eltern sprachen leise miteinander, er kannte sie natürlich, dass waren schließlich die Alphas. Aber Silence und Kiba waren auch sonst ganz cool, insgesamt waren die meisten aus dem Rudel in das er hinein geboren wurde, eigentlich voll in Ordnung, vielleicht mit einigen wenigen Ausnahmen. Dann waren da noch ein paar von Toboe's Geschwistern. Shijarú, von der Teyrm so gar nicht richtig zu denken wusste, die Graue war immer so abwesned und zurückhaltend ihm gegenüber, traute sich kaum auf seine Fragen zu antworten, wenn er schon mit ihr sprach. Inzwischen tat er es auch gar nicht mehr so oft, ihm kam es so vor, als würde er die junge Fähe damit nur quälen, auch ärgerte er sie nicht, er hatte das Gefühl sie würde dann irgendwie kaputt gehen wenn er sie auch noch aufs Korn nahm, dafür gab es andere, Shijarú war garantiert nicht die richtige. Dann noch Aiyán und Sayan, zu den beiden mochte er auch gar nicht so viel sagen, sie waren beide sonderbar, auf ihre ganz eigene Weise, Zwillinge, sich verdammt ähnlich und immer zusammen. Viel hatte er auch mit den beiden nicht zu tun. Er hatte eigentlich mit vielen zu tun, halt mit denen die er gerne ärgerte, die beiden Brüder gehörten eigentlich weniger dazu, manchmal vielleicht, aber nicht alzu oft. Und Toboe selbst, der lag, so wie ihn Teyrm kannte ganz hoch oben auf dem Rücken seiner Mutter und schlief seelenruhig. Belustigt schüttelte der Aschfarbende den Kopf, so konnte auch nur sein Freund sein, immer musste er sich den gemütlichsten Platz ergattern.
Vorsichtig, nahm Teyrm die Pfoten hooch und tapste zielstrebig, jedoch leise auf seinem grauen Kumpel zu. Kurz nickte der aschfarbende Welpe seinen Eltern zu, doch schon hob er den Kopf ganz nah an Toboe's Ohr. Was er nun tun würde, das hatte er ja schon ganz genau durchdacht. Vorsichtig lehnte er sich gegen Kiba, hoffte das sie es ihm nicht übel nehmen würde und grinste zu seinem Freund empor. Doch schon öffnete er den Fang und flüsterte Tob mit halblauter Stimme ins Ohr

"Hey, Tob du Muttersöhnchen, aufwachen!"

Muttersöhnchen, nannte er den Grauen eigentlich nur um diesen zu necken, dennoch, er hing doch sehr an seinen Eltern, dass wusste Teyrm nur sehr gut. Er selbst hatte seine Eltern ja auch verdammt gern, besonders sein Vater war irgendwie sien Vorbild, aber im Charakter wusste er gar nicht so genau, wem er denn nun ähnelte. Egal, er hatte ja noch zeit und im moment gefiel es ihm so wie es war, er hatte ja echt noch genug Zeit und sein Leben ging noch lang genug. Er konnte seine Zeit verschwenden wie er wollte, hey er war ein Welpe, er war noch Jung und er hatte jede menge Unsinn im Kopf, den es unbedingt zu verwirklichen galt.
Er streckte den Kopf noch etwas weiter empor und zog einmal kräftig an Toboe's Ohr, wie er es so oft tat. Er achtete darauf seinen Freund nicht vom Rücken seiner Mutter herunter zu ziehen, denn das hätte Ärger geben können und den wollte er nicht, zumindest noch nicht so früh am morgen.

"Aufwachen hab ich gesagt, hörst du?"

brummte er, ungeduldig wartete er darauf, dann sein Freund doch endlich aufwachte.


11.12.2006 22:44




Toboe Tear


Es war ein wunderbarer Traum gewesen. Ja doch, so konnte man es wirklich bezeichnen. Der kleine graue Wolf auf einer riesigen Blumen Wiese. Wunderbar! Besser ging es doch nun wirklich nicht. Aber irgendwie war dies alles sehr real, oder nicht? Er spürte förmlich die seichte Brise an seinem Fell ziehen, und das Gras unter seinen Pfoten. Weiches, leicht nasses, jedoch wunderbares Gras. Er konnte die Farben förmlich riechen, das blau, das rot, die gelben Blumen, die hier wohl überall wachsen mussten. Und Vögel, die ihr Lied so wunderbar sangen, dem ganzen noch das I Tüpfelchen aufsetzen. Der kleine Rüde vollführte wahnsinnig riesige Schritte, man könnte glauben er wollte anfangen zu fliegen, bei der Weite, die er hinter sich ließ. Doch er rannte einfach vor sich hin, sprang einem kleinen, geflügelten Vieh hinter her, das man wohl Schmetterling nannte. Mit einer gekonnt gespielten Rolle ließ er sich ins Gras fallen und blieb auf dem Rücken liegen. Kleine Wolken zogen über ihn hinweg, nahmen den Lauf ihres Schicksals ein. Ein Lächeln lag auf den dunkel umrandeten Lefzen des jungen Wolfes. Alles ziemlich real ja, aber doch nur ein Traum eines Rüde, der hoch oben, eingerollt, auf dem weichen und warmen Rücken seiner Mutter saß. Die blauen Augen geschlossen, die Ohren etwas eingeknickt. Seine „Pose“, die Haltung, in der der Graue immer schlief. Seine Ohren zuckten im Schlaf, als sich etwas bewegte, in seinem Traum rannte er immer im Kreis, stets darauf achtend, nicht um zu fallen. Doch es war nur eine leichte Bewegung, die von Kiba, seiner Mutter ausgeführt wurde. Nun hatte sie ihn geweckt... Na toll. Etwas mürrisch wollte er den Kopf heben und den Fang öffnen, doch es blieb nur bei dem zweitem.

“Mama! Psssst.... Manche Wölfe brauchen auch noch Schlaf! Turtel woanders mit Papa herum!“

Kiba würde wohl keine Zeit haben, ihrem Sohn zu antworten. Den nur wenige Sekunden nach diesen Worten waren die Augen des jungen Rüden wieder geschlossen und es herrschte wieder Stille. Man hätte behaupten können, er wäre gar nicht wach gewesen, so seelenruhig und engelsgleich wie er dalag, die Rute um den kleinen Körper gelegt, den Kopf auf den Pfoten gebettet. Nun war er wieder zurück auf der Blumen Wiese, jagte dem Schmetterling her. Er rief dem Flügeltier etwas zu. Einen Namen... Teyrm! Ja genau so hatte er den Schmetterling genannt! Und das hatte wohl auch einen guten Grund. Doch ruckartig blieb alles stehen, kein Vogel sang mehr, nur der Schmetterling bewegte sich noch. Langsam, wie in Zeitlupe, flog das olle Insekt auf den Welpen zu. Recht misstrauisch legte Toboe die runden Ohren an, musterte jeden einzelnen Flügelschlag des bunten Falters. Dieser ließ sich gelassen auf sein Ohr nieder, flatterte noch ein paar Mal und hielt dann inne. Nun gut. Doch, auch wenn dies ein Traum war. Etwas war an seinem Ohr. Jemand flüsterte ihm etwas zu. Nun war er wieder ein Mal wach. Na Klasse Sache! Und er brauchte auch nicht lange nach zu denken, wer ihn wohl geweckt haben könnte. Grollend schüttelte er den Kopf und wollte den Schwarzen mit einem Tritt weg kicken. Aber das wollte dann wohl nicht so ganz klappen. Muttersöhnchen? Tz, was fiel dem Bürschchen eigentlich ein? ER war der Sohn der Alphas, und sein toller Freund nur der Stolz der Con... Con... Na gut, er hatte den Namen wieder ein Mal vergessen. So oft hatte Kiba ihm den Namen gesagt... Naja. Es war wohl nicht überlebens wichtig, waren ja auch nur Teyrm’s Eltern. Adali und Yosó, nicht wahr? Es klang alles so, als wäre es ihm gleich gültig, aber das kam einem dann wirklich nur so vor. Nie würde es ihm einfallen, ernsthaft SO über die beiden zu denken...

“Teyrm, verschwinde verdammt! Ich will schlafen, geh zu irgendwem anders spielen!! Geh meinetwegen zu...Ja genau! Geh zu Jeanne und nerv die aber bitte lass mich schlafen! Du weißt doch, mein Vater wird ganz böse, wenn du mich ärgerst!“

Gelogen! Eine Lüge! Silence Tear war nicht so, wie sein Sohn ihn gerade beschrieben hatte, und das wußte Teyrm auch. Von daher brauchte sich Toboe keine Sorgen machen. Genervt trat er erneut nach Hinten aus, in der Hoffnung seinen Freund zu treffen und ihn los zu werden. Später würde er wieder Zeit für den Rüden haben, doch jetzt wollte er schlafen, und das war nicht schwer zu verstehen... Oder? Doch der zweite Tritt war völlig daneben. Zu weit verlagerte er das Gewicht nach Hinten, spürte, wie er den Halt verlor. Jappsend versuchte er sich mit den Krallen an Kiba fest zu krallen, doch auch dies gelang ihm nicht. Polternd fiel er rücklings vom Rücken seiner Mutter hinab, blieb auf dem Rücken liegen und schnaubte laut. Da hatte Teyrm nun den Salat! Da ergatterte man sich so einen wundervollen Platz und wird von seinem besten Freund einfach aus dem Schlaf gerissen. So ein Dreck! Grummelnd drehte er sich auf den Bauch und drückte sich mit den Pfoten vom Boden ab. Teyrm stand vor ihm. Der passende Augenblick für eine Moralpredigt! Aber eigentlich war er dazu viel zu müde. Kurz schüttelte er das helle Fell um sich von Staub und anderem Unrat zu befreien. Da hatte der Schwarze aber noch einmal Glück gehabt! Mit leicht zu gekniffenen Augen ließ er sich auf die Hinterläufe sinken und musterte stumm den Rüden, der ihm gegen über stand. Naja. So war er halt. Aber das war es auch, wofür Toboe ihn so verdammt gern mochte...


11.12.2006 23:22




Aiyán Tendes


Friedlich schlummerte ein kleiner schwarzer Welpe neben seinem Vater. Aber nicht nur der große Papa allein war da. Irgendwo hörte er da die Stimmen von Toboe und seinem besten Freund Teyrm, dem Sohn von Yosó und Adali. Viel hatte er mit dem Aschgrauen nicht zutun, aber trotzdem hatte er eigentlich noch schlafen wollen. Egal, einfach liegen bleiben oder? Aiyán suchte sich eine bequemere Pose indem er seinen Kopf in Silence Tears Fell kuschelte und eine Pfote über den Körper seines Zwillingsbruders legte, der natürlich genau neben ihm aufzufinden war. Einfach mal so richtig schön träge sein. Dem Gezeter Toboe’s nach zu urteilen, wollte der genau so weiter schlafen. Ja, warum war er dann eigentlich nicht still? Egal. Ein herzhaftes Gähnen drang aus Aiyán’s Schnauze, die er gleich danach unter dem Bauchfell seines Vaters versteckte. Die Ohren behielt er jedoch aufrecht und mit der Pfote über Sayan’s Rücken musste seine Pose sehr bescheuert und halsbrecherisch aussehen. Aber irgendwie, wie so die ganzen Geräusche seiner Umgebung auf ihn einwirkten... War er plötzlich nicht mehr müde und hob langsam den Kopf. Vorsichtig legte er diesen auf den Rücken seines Vaters und bekam grade noch mit, wie Toboe plötzlich vom Rücken seiner Mutter viel. Auflachend ließ sich der Schwarze wieder nach hinten plumpsen und fiel aus versehen halb auf seinen Zwillingsbruder. Sofort rollte er sich aber wieder auf den Bauch und legte schuldbewusst die Ohren zurück.

’Tschuldige!“

meinte er mit seiner noch fröhlich, kindlichen Stimme und sprang schließlich ganz auf. Einen halben Meter von seinem noch liegendem Bruder entfernt, drückte er seinen Oberkörper zu Boden und streckte sich erst einmal ausgiebig. Danach ließ er sich auf die Hinterläufe sinken und klopfte mit der Rute sachte in die noch etwas nasse Wiese. Aber er schaffte es nicht ganz seine Aufmerksamkeit bei Sayan zu behalten, da sein linkes Ohr von einer Fliege umschwirrt wurde. Genervt zuckte er es hin und her, schnappte nach dem Vieh, bis es endlich abzischte. Oder halt, war da nicht etwas in seiner Schnauze? Ja, ein Grashalm – bäh. Sich mit der Pfote über das Ohr wischend, versuchte er sich wieder auf seinen Bruder zu konzentrieren, wenn der sich endlich mal regen würde.


12.12.2006 00:26




Saiyán Tendes


Sayan Tendes hatte die eisblauen Augen fest zusammengekniffen. Er hatte bis vor wenigen Sekunden noch geschlafen. Dann hatte jemand etwas gesagt, er hatte nicht hingehört und sich bewegt und jetzt war er wach. Trotzdem tat er so, als würde er noch schlafen, allerdings nicht sehr überzeugend, sein ganzes Gesicht war verkrampft vom Zusammenkneifen … und ebenso hatte er die vier winzigen Pfötchen eng an seinen Köper gepresst – so würde nicht einmal er schlafen. Dennoch schien er weiterhin so tun zu wollen, als ob er schliefe, den Grund verstand nicht mal er selbst. Es lag aber auch daran, dass wenn er die Augen öffnen würde, würde er nicht nur seine fruchtbaren Geschwister und seine langweiligen Eltern sehen, sondern jeder würde auch seine Augen sehen … und sowieso, jeder würde ihn richtig bemerken, er, wie er so ganz genauso aussah wie sein Zwillingsbruder. Wahrscheinlich konnten sie sie nicht einmal unterscheiden. Er, Sayan, würde Aiyán gerufen werden … aber er war nicht Aiyán! Er war anders … er war Sayan, ganz anders als Aiyán, nicht Aiyán, nicht mal ein Tendes … Ja, das hatte er sich ausgedacht. Er hieß ab jetzt Sayan Nour. All die anderen wussten davon noch nichts, aber bald würden sie es erfahren … und sie sollten es nur wagen, ihn Sayan Tendes zu nennen. Er war kein Tendes! Er war anders! Sein linkes Ohr zuckte leicht, als wieder Stimmen laut wurden. Zwei Welpen schrieen herum … konnten sie nicht leise sein? Sie waren doch alle gleich, immer mussten alle Welpen herum schreien und Lärm machen und anderen auf die Nerven gehen. Er hasste sie … er hasste sie alle. Wenn sie schon alle gleich waren, sollten sie doch einfach gleich eine Person sein, die am besten irgendwo weit weg von ihm war. Aber nein … er hatte nicht nur 7 Geschwister … es wuselten auch noch 7 andere Welpen herum. Und alle … wirklich alle, waren gleich. Außer vielleicht einer … Aiyán Tendes. Er spürte seinen Zwillingsbruder neben sich, dieser schob soeben auch seine Pfote auf den Rücken Sayans. Kurz überlegte er, ob er sie wegschieben sollte, ließ es aber dann doch … irgendwie … war es schön. Aber sicher hatte auch Aiyán bereits gespürt, dass Sayan Nour wach war und würde irgendetwas sagen. Vielleicht würde Sayan dann ja doch die Augen aufmachen. Doch bevor er reagierte oder jemand etwas sagen konnte, gab es ein leises bumm und Aiyán begann plötzlich zu lachen. Und … fiel auf ihn drauf. Mit einem Mal waren Sayans Augen offen, sein Kopf schnellte herum und er sah nur, wie sich Aiyán wieder von ihm herunter rollte … mit einem Fell, das mit seinem so vollkommen verschmolz, als wären sie Eins. Wären sie doch nur Eins … aber sie waren nicht Eins. Sayan Nour kräuselte leicht die Schnauze und wollte seinen Zwillingsbruder eigentlich anmotzen, verstummte dann aber doch, bevor er zu reden begonnen hatte. Aiyán sah doch zu schuldbewusst aus. Und er wollte seinem Zwillingsbruder ja nicht wehtun. Dieser kümmerte sich jetzt halb um irgendein Tier an seinem Ohr, das er mit seinem Blick verfolgte … dem Blick aus eisblauen Augen … seinen Augen. Mit einem Schnauben kniff Sayan Nour die eigenen Lider zu und richtete sich langsam auf. Noch immer mit geschlossenen Augen drehte er seinen Kopf zu den beiden furchtbaren Welpen und keifte nicht all zu laut:

“Könnt ihr nicht ein Mal leise sein?“

Dann drehte er den Kopf zu seinem Bruder, weiterhin die Augen geschlossen, legte den Kopf trotzdem schräg und hätte wohl normalerweise jetzt fragend geschaut, das konnte man allerdings nicht sehen.

“Ich geh weg.“

Das hatte er zwar einigermaßen überzeugt gesagt, bewegte sich trotzdem noch nicht, öffnete viel mehr das linke Auge ganz leicht und schielte so Aiyán an.


12.12.2006 00:49




Aidan Daray


Langsam stieg die Sonne immer höher, ließ den jungen Rüden blinzeln. Aidan Daray war schon eine ganze Weile auf den Pfoten. Er hatte sich als erster davon geschlichen, sich etwas abseits hingesetzt. Still war es und er genoss die Ruhe, da sie bestimmt bald nicht mehr zu genießen war. Denn bald würden die anderen aufwachen. Sein jüngerer Bruder Teyrm wohl mit einer der Ersten, die dann nichts besseres zu tun hatten, außer Lärm zu machen und wie eine wilde Meute herum zu toben. Leise seufzte er, als er lautes Gelächter vernahm. Es war doch echt immer das gleiche und vor allen Dingen immer die gleichen Pappenheimer... Aber was sollte es? Sie waren noch jung und voller Energie, er selber eingeschlossen. Es war ja auch ein lieber, zwar wilder, aber lieber Haufen. Er zumindest verstand sich mit allen gut. Es gab kaum Probleme, soweit er das beurteilen konnte. Er zumindest verstand sich mit allen ganz gut. Besonders mit einem Welpen aus dem Wurf der Alphas, Aiyán , der eine der beiden Schwarzen, verstand er sich sehr gut. Und eben dieser brach in schallendes Gelächter aus. Er hatte nur mit halbem Ohr und Auge aufgepasst, doch konnte er sich den Zusammenhang halbwegs denken. Es wäre ganz einfach typisch.

.oO( Jupp, das ist seine Pfotenschrift...Das kann wirklich nur einer sein...)Oo.

Mit einem Schmunzeln erhob er sich, trabte über die Wiese zurück zu den anderen und betrachtete seinen Bruder Teyrm, der vor einem verschlafenen grauen Welpen hockte, der nur Toboe sein konnte. Schnell schritt er auf seinen aschfarbenen Bruder zu, packte ihn am Genick und zerrte ihn en paar Schritte zurück, bevor er ihn nicht ganz sanft los ließ. Er war einfach noch zu schwer für Aidan.

" Du kannst es nicht lassen, wie? Lass Toboe doch mal seinen Schönheitsschlaf. "

Nuschelte er noch mit dem struppigen Pelz im Maul, bevor er losließ. Er gab ihm noch einen Klaps auf den Kopf, nickte leicht entschuldigend den Alphas zu, ehe er sich abwandte. Er war nicht böse, im Gegenteil. Das verschlafene Gesicht Toboes war einfach nur zu komisch gewesen. Mal davon abgesehen das sie alle noch jung waren und Streiche solcher Art toleriert wurden. Grinsend trabte er locker auf Aiyán zu. Der war wie immer eigentlich bei seinem Zwilling Sayan auf zu finden. Für Zwillinge nicht unüblich sahen sie sich verdammt ähnlich und kaum einer konnte sie auseinander halten. Doch Aidan fand, das sie trotz ihres ähnlichen Aussehen gut auseinander zu halten waren. Frech grinsend trat er noch ein paar Schritte näher und sprach dann Aiyán an.

" Guten Morgen Ladys. Zeit für... "

Jäh wurde er von Sayan unterbrochen, der sich nun missmutig erhob. Was war am frühen Morgen denn mit dem los?

" ... einen Spaziergang? Wo willst du denn hin Sayan? Und dann noch mit geschlossenen Augen? "

Die Stirn leicht angehoben blicke er den Schwarzen etwas verdutzt an, als dieser auch schon ein eisblaues Auge öffnete.


12.12.2006 19:05




Liaryl


Die breiten Pfoten setzten auf dem steinigen Boden auf. Die Fähe schritt langsam, schließlich ging es bergauf. Nein, sie hatte diese Nacht nicht wirklich viel geschlafen, sie war eine Wanderin, die die Nacht liebte. Es war Frühling geworden, auch diesen Winter hatte sie überlebt - allein. Ja, jetzt war sie schon länger allein. Es war zur Gewohnheit geworden, also dachte sie nicht viel darüber nach. Jetzt erreichten die Sonnenstrahlen die Felsen, doch ihr Licht war noch schwach. Es war früh, eine Zeit, in der viele schliefen. Die Braune atmete tief ein. Im Frühling war die Natur immer so friedliebend, höchst selten gab es einen Sturm. Sie war ein Herbstkind, liebte es, wenn die Blätter von der Bäumen fielen und sich alles in warme Farben hüllte. Blass huschte ein Lächeln über ihre Lefzen. Ja, sie konnte wieder lachen... seit langer Zeit wieder. Trotzdem war der Schmerz in ihrem Herzen noch groß, zu groß, zu stark. Sie fühlte sich oft wie betäubt, obwohl sie es sich nicht eingestehen wollte. Sie würde niemals vergeben, niemals vergessen. Eine Windböe holte sie aus ihren üblichen Gedanken. Wie dumm von ihr, wusste sie doch, dass sie sich selbst damit in den Ruin trieb, in die Verdammnis. Sie sprang und landete auf einem Felsvorsprung. Warum hatte sie dich den Weg über das Gebirge gesucht? Gab es keinen anderen? Kurz blickte sie nach rechts uns links: Felsen, Felsen und Steine. Eine harte Wand, die man anscheinend nicht umrunden konnte - oder irrte sie sich? Sie sah nach unten und schüttelte kurz darauf ihren Pelz. Wie viel Kraft, wie viel Zeit hatte sie für dieses Stück gebraucht? Nein, sie würde nicht noch einmal umkehren, einen Weg zurück gab es nicht, nicht für sie. Nein, da war sie eines besseren belehrt worden. Mit einem weiteren Satz folgte sie wieder ihrem unbekannten Weg. Was mochte dahinter sein? Das Paradies? Sie zog die Lefzen diesmal zu einem spöttischen Lächeln hoch. Das Paradies? In ihren Augen gab es diesen Ort nicht oder sie würde ihn niemals erreichen. Einige Steinchen rollten unter ihren kräftigen Pfoten weg. Es war nicht einfach einen Berg leise hinauf zu laufen, doch so wirklich vermutete sie kein Unglück hinter der nächsten Tür, davon hatte es schon genug in ihrem Leben gegeben. Gekonnt suchte sie sich Vorsprünge, damit sie genug Sicherheit unter den Pfoten hatte und nicht runterfiel. Wunden konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen...
Im immer noch zarten Licht erreichte sie schließlich die Bergkuppe. Langsam trat sie heran und schielte in das Tal. Ihre Ohren zuckten, sie verharrte still und ließ diesen Ort ein wenig auf sich wirken. Das Tal war tief, es war ein geschützter Platz für dessen Bewohner. Sie blinzelte und ließ sich nach einigen Atemzügen auf die Hinterläufe nieder. Es brauchte Zeit bis sich wieder ein Lächeln auf ihr hübsches Gesicht stahl. Ja, es war schön, wundervoll. Sie reckte die Schnauze in den flüsternden Wind und atmete erneut tief ein. Es befreite ein wenig ihre Seele, so, als würde man einem durstigen Vogel ein paar Tropfen Wasser geben. Ihre Rute schmiegte sich graziös an ihren Körper. Es grünte in diesem Tal und hier und da sah man die Farben der Blumen. Ihr schien, als würde hier die Freiheit wohnen. Das Paradies? Das Lächeln in ihren Augen erstarrte. Es waren Wölfe hier, viele Wölfe. Fremde... Die Fähe stemmte die Pfoten auf den harten Boden und zwang sich zur Ruhe. Lange war sie auf niemanden mehr gestoßen. Ja, seit Darína sie verlassen hatte, hatte sie keinen Kontakt mehr zu Ihresgleichen gehabt.

.oO( Darína, warum hast du mich verlassen? Warum? )

schoss es der Braunen durch den Kopf. Doch sie kannte die Antwort. Die Fähe war ein Sonnenstrahl in ihrem Leben gewesen. "Mal scheint das Sonnenlicht und dann ziehen wieder die Wolken auf..." Ja, sie hatte es verstanden und wollte es auch akzeptieren. Aber trotzdem fehlte ihre die Schwester so sehr. Ein leises Seufzen entfuhr ihrer Kehle. Sie konnte es nicht mehr ändern. Ihr Engel war davon geflogen und nun war sie auf sich allein gestellt. Ihr Blick heftete sich auf einen Baum dort unten im Tal. Ob hier wohl ein Rudel hauste? Anders konnte sie sich das nicht vorstellen. Es schein alles so friedlich, so, so... perfekt? Es waren viele Wölfe hier, also musste es ein Rudel sein. Sicherlich hatten sie auch Welpen. Welpen... Sie drückte die Krallen auf das Gestein. Wieder kamen die Bilder, Bilder, die sie nie wieder sehen wollte. Schnell riss sie den Kopf gen Himmel, schloss die Augen und konzentrierte sich. Es war besser, sie meldete sich an. Und bald darauf malte sich eine feine Melodie in die Luft. Die Stimme die erklang schien so zerbrechlich zart wie Glas und doch so ausdrucksvoll und freundlich wie der Gesang eines Vogels.

" Seid gegrüßt, liebes Rudel. Ich komme von Osten und bitte um Einlass in Euer Revier. Meine Absichten sind friedlich, ich bin kein Engel des Todes"

Die Herbstseele verstummte. Der Wind hatte ihre Worte mit sich genommen. Hatte sie die Richtigen gewählt? Hätte sie noch ihren Namen nennen sollen? Sie lächelte zweifelnd. Wenn sie sich doch selbst nich im Klaren über ihn war. Ja, sie glaubte noch immer nicht an die Richtigkeit. Nun, wenn man sie zu sich holte, würde sie ihn schon nennen. Sonst brauchte das ja auch nicht zu interessieren, man musste sie nicht kennen, sie war unscheinbar und selten anzutreffen. Die Fähe schloss die goldfarbenen Augen und wisperte Worte in die Luft, Worte die nur sie hören würde, denn sie waren leise und fein. Auch ergaben sie eine Melodie, ein Lied, was sie immer in ihrem Herzen halten würden. Vielleicht, ja vielleicht, würde sie dies irgendwann für jemanden singen. Dann, wenn es Zeit war zu schlafen...


12.12.2006 19:44




Talví Telay


Da lag sie, stumm und entspannt. Die kleinen Augen waren geschlossen. Doch, was störte nun? Mürrisch schlugen die Ohren zurück und gruben sich in das Fell der Mutter. Nun war das Fell der Rute zweifach geteilt. Man sah die kleine Welpin nicht, so gut hatte sie sich im Fell Kiba's eingegraben. Doch auch dies hielt die Gegräuschkulisse nicht davon ab, sie zu wecken.
Sie kniff die Augen zusammen und drückte sich an die Mutter, konnten diese Störenfriede nicht einfach still sein? Sie hasste das. Wie andere auch. Sie war nicht alleine. Zu allem Übel hörte sie noch ein Insekt, richtig aufdringlich schien es. Es war auch nicht sich auch nicht schönzudenken oder gar weg..
Mit einem deutlich Hörbaren Brummen hatte sich das Köpfchen erhoben. Wenn sie schlafen wollte, wollte sie und damit Basta. Talví die kleine Graue, mit den Schneefeldern um den dunkelblauen Augen.
Trotzig war der Blick über die Landschaft gelegt, ehe sie sich erhob. Zu ihrer kleinen Größe aufgerichtet, wanderte der Kopf zu den Störenfrieden.

"Es scheint euch nicht zu stören andere zu Wecken oder wie?"

Sie war für eine Fähe in ihrem Alter groß, erinnerte eher an einen Rüden. Darauf war sie Stolz, dies sah man gut an ihrer Haltung.
Sollten ihre Geschwister nur kommen. Sie war wach, soviel stand fest und nun wollte sie ihre Ruhe. Sie wollte wieder schlafen. Einfach nur Schlafen. So schlimm?
Spielerisch stand sie nun da, eine Kämpferpose wollte sie darstellen. Ob ihr dies gelang, da war sie sich nicht so sicher. Aber eigentlich.. Hach, mit Schwung tat sie einen Sprung nach vorn und landete Sanft im tauffeuchten Gras. Es war rutschig, aber es roch so gut. Sie fuhr mit der Schwarzen Nase durch das Nass, wodurch ihr Schnauze sich dem Wasser annahm. Nun mit feuchter Schnauze, widmete sie sich wieder den Störenden, Teyrm und Toboe Tear. Aufmerksam, was nun kommen würde, stahlen sich ihre Ohren nach vorne.

Doch lies sie sich ablenken, von den tanzenden Grashalmen. Den Zorn vergessen, stakste die kleine Welpin ihnen hinter her. Doch der leichte Wind trieb die wundervollen, grünen Halme immer wieder in andere Richtungen. Talví Telay hatte schwer damit zu tun, mithalten zu können. Unbeholfen wie sie nuneinmal doch war, stolperte sie letztendlich über ihre eignen Pfötchen.

"Ach mist. Ach menno."

Schmollenden verfolgte der kleine Blick die huschenden Gräser. Immer wieder robbte sie über das Gras, schlug mit den Vorderläufen nach den wehenden Halmen, verfehlte aber immer wieder. Schon völlig entmutig lies sie sich völlig im Gras versinken. Die spitzen Ohren flach angelegt, luchste sie zwischen Gräsern und Blumen hindurch.

"Attacke!"

Talví Telay sties sich ab, flitzte durch das Gras wie ein Blitz, ehe sie zurück bei Kiba und Silence ankam. Sie sprang mit Elan auf Kiba und lies sich dann zwischen Silence und Kiba rutschen. Rutewedeln schnupperte sie zuerst Silence über den Rücken, dann auch bei dem Mama-Wolf.
Dann entschied sie sich, mit einem Schmunzeln, sich bei Silence einzunisten. Aufdringlich? Ach nein, sie empfand es einfach nur als Gemütlich.


12.12.2006 21:17




Danley Lanés


Lang ausgestreckt hatte es sich im angewärmten Gras ein graubrauner Rüde bequem gemacht. Bis eben hatte dieser auch noch geschlafen, doch der Lautstärkepegel war binnen von Sekunden so angestiegen, dass er keine Chance zum weiterschlafen mehr hatte. Danley Lanés. Verrückt mochte es klingen, doch er war tatsächlich geblieben, an diesem wundersamen Ort. Dieses Tal – Wolves Destiny – war auf seine Weise etwas ganz besonderes, in dem halben Jahr, welches er nun schon hier verbrachte, hatte er so viel gesehen und gezeigt bekommen. Fast ausschließlich jedoch von – sein Blick glitt zur Seite. Schmunzelnd betrachtete der schlanke Rüde eine dösende, weiße Fähe neben sich. Erzählt hatte sie ihm zwar nicht, was sie bei ihrer ersten Begegnung so verstört hatte, doch trotzdem freundete sich der Fremdling mit ihr an. Viel mehr noch... Fast schon hatte er ein schlechtes Gewissen, es quälte ihn auch ein wenig, wenn er an Philay dachte, aber sie hatte den Freitod gewählt anstatt ihn. Ganz klar hatte die schöne Wölfin ihm das damals verdeutlicht, sie hatte sich schließlich vor seinen grüngelblichen Augen abknallen lassen. Für einen Moment hatte das Lächeln seine Lefzen verlassen und ein trauriger Ausdruck schlich sich in das schmale Gesicht. Automatisch fing er an eine bestimmte Melodie zu summen, wie er es immer tat, wenn er in tristen Gedanken nachhing. Sein Lied, er erinnerte sich noch ganz genau, wie oft der Mann es für ihn gespielt hatte, als er gemerkt hatte, dass er nie mehr mit seiner Gefährtin kommen würde. Aber er war ja irgendwann auch nicht mehr gekommen. Zu gerne hätte Lanés ihm nun jemanden vorgestellt...
Ganz leise weiter summend legte er den Kopf zurück auf die Pfoten, schließlich wollte er die Weiße nicht wecken. Aber diese Lieder, dieses Summen kriegte man bei ihm einfach nicht weg. Zu oft hatte er dem Holzinstrument des Menschen gelauscht, wie er auf diesen seltsamen Fäden zupfte und manchmal dabei seine komische aber irgendwie doch schöne Stimme erklingen ließ. Manchmal hatte es Danley Lanés sogar gewagt mit zu ‚singen’ indem er sich einen Einsatz gesucht hatte und dazu heulte. Lustig mochte das klingen, ein wilder Wolf der ein Gehör für Musik entwickelt hatte. Dabei hatte er selbst keinerlei anderen Bezug zu Menschen gehabt, im Gegenteil, er hasste sie. Schließlich hatten sie Philay auf dem Gewissen, doch den Sänger hatte er nie als Solchen angesehen. Er war ein Freund. Wo er sich jetzt wohl befinden mochte? Warum hatte er dem Grauen, geziert von braunen Abzeichen, nicht auf wiedersehen gesagt?
Auf sein Summen folgte ein Seufzer und er verstummte. Vorsichtig schob er seine Schnauze zur Kehle der hellen Fähe die neben ihm lag. Wie gut das er nun sie hatte, dass sie ihm Nähe gab und er ihr ein geringes Maß an Schutz bieten konnte, wie gut das es sie gab, seine Jeanne...


12.12.2006 21:48




Araí Tendes


Araí Tendes hatte große Mühe sich zu bremsen. Am liebsten hätte sie laut geschrieen und wäre herumgesprungen - das wäre eine Reaktion gewesen, die dieses Momentes würdig gewesen wäre. Doch sie beschränkte sich darauf, hochmütig zu gucken, die Zähne fest aufeinander zu beißen, die zuckenden Lippen zusammenzupressen, damit sie nicht die weißen Zähne der grauen Welpin freigaben und ihr breites Lächeln für die ganze Welt entblößten, außerdem stapfte sie erhobenen Hauptes durch das feuchte Gras und marschierte geradewegs auf ihre Eltern zu. Araí war sich in diesem Augenblick sicher, eine der revolutionärsten Entdeckungen geleistet zu haben, eine Entdeckung, die ihr Leben und das Leben aller Wölfe um sie herum komplett bereichern und verändern würde. Übermüdet ließ Araí die vergangenen 24 Stunden noch einmal in ihrem Geiste ablaufen: Sie hatte die komplette Zeit damit verbracht, den Lauf der Sonne zu verfolgen, außerdem den des Mondes und einiger Sternenbilder. Danach war sie sich ganz sicher gewesen, auch wenn diese Vorstellung sie immer noch in einen leichten Schwindel versetzte: Die Erde war rund und drehte sich. Unter ihren Füßen drehte sich die Erde um die eigene Achse und um die Sonne und der Mond außerdem um die Erde. Sie wurde sozusagen einfach mitgedreht, fiel aber nicht herunter. Das war alles eine ganz sonderbare Geschichte, aber Araí dachte, dass, wenn sie erst ein oder zwei Stunden darüber geschlafen hatte, alles schon wieder halb so wild wäre. Zumindest konnte sie jetzt ihre Studien beenden, die sich über Tage hingezogen hatten. Und wenn sie dann ausgeruht war, könnte sie vielleicht ein paar Theorien über die Sterne entwickeln. Eigentlich müsste sich mit ihnen ja alles ähnlich verhalten wie mit der Erde. Aber darüber würde sie später nachdenken...
Gähnend lief Araí weiter. Hoffentlich schliefen ihre Eltern noch, dann würde sie sich in das weiche Fell ihrer Mutter kuscheln können, oder auch in das ihres Vaters. Und hoffentlich waren ihre Geschwister schon auf und spielten irgendwo ganz weit weg, sodass Araí die Mutter ganz für sich hatte und nicht durch das nervige Geschrei und Gequengel der anderen Welpen gestört wurde. Vor einigen Tagen noch hatte Araí überhaupt nicht schlafen wollen und gegen den Schlaf mit aller Macht gekämpft - sie hatte einfach nicht akzeptieren wollen, dass sie kontrolliert wurde von niederen Bedürfnissen wie Hunger, Durst und Schlaf, inzwischen hatte die Graue jedoch begriffen, dass der Kampf müßig und es viel schonender und entspannter war, die Dinge einfach so hinzunehmen. Und darum würde sie jetzt ihren Schlafmangel ausgleichen gehen.
Jetzt konnte Araí ihre Eltern schon sehen und auch ihre nervigen Geschwister, sowie die anderen Welpen. Also waren die noch hier, aber möglicherweise schon im Aufbruch, und wenn Araí ganz viel Glück hatte, würden sie sich auch recht bald verpissen. Ihre Mutter lag noch an den Vater gekuschelt und Araí seufzte vor Glückseligkeit leise auf. Sie spürte schon das weiche Fell ihrer Mutter, spürte, wie sie ihren eigenen zierlichen Körper an den warmen Bauch drückte und die Schnauze in ihrem Fell vergrub. Dann sah die Graue Sayan vorbeigehen und schlagartig verschlechterte sich ihre gute Laune. Sie wusste es selbst nicht genau, aber aus irgendeinem Grund hasste sie Sayan am meisten von allen, sein Zwillingsbruder Aiyán war ja wirklich noch ganz erträglich, aber Sayan war eine Seuche, er war lästig, er war blöd und er ging Araí gewaltig auf die Nerven. Ohne eine Miene zu verziehen, sah sie einfach an ihm vorbei und steuerte weiter auf die Eltern zu.

.oO(Ja, los, verpiss dich, Sayan, komm am besten gar nicht wieder, oder renn mit deinen geschlossenen Augen gegen einen Baum, aber nerv mich dann nicht mit deinem Geheule...)Oo.

Noch bevor Araí jedoch bei ihren Eltern angekommen war, begriff sie jedoch, dass der Tumult um sie herum einfach noch zu groß war. Hier würde sie keinen Schlaf bekommen, und wenn diese Idioten nicht aufpassten, dann würden sie sie nachher noch umrennen oder so etwas... Araí sah sich unschlüssig um. Was jetzt? Dem Ganzen trotzen? Irgendwo einen geeigneten Schlafplatz suchen?


13.12.2006 13:09




Lotus Haná


Lotus Haná hatte die Zeit vor ihren Augen verfliegen gesehen. Nachdem sie eine ihr so wichtige Fähe kennen gelernt hatte, hatte sie versucht, Kontakte zu knüpfen, es war irgendwie schief gelaufen, aber sie trauerte nicht mehr darum, sondern sah positiv in die Zukunft voraus, es konnte nur besser werden das hatte sie doch schon so oft gelernt. Außerdem lag vieles hinter ihr. Der Herbst war über sie gekommen wie eine vollkommen verrückte Zeit und er hatte sich in eine warme Stimmung gemischt, die das Rudel nach ihrer Meinung sehr zusammen gebunden hatte. Der Winter hingegen war einfach nur kalt gewesen, aber er hatte einige Wölfe zusammen gebracht. Auch ihre Schwester hatte einen Gefährten gefunden und Lotus hatte einen kleinen Funken an Eifersucht gespürt, wieso hatte sie keinen Rüden gefunden? Sie brummte kurz, Akarúi hatte sogar Welpen bekommen mit dem Grauen und Lotus fühlte sich irgendwie ein wenig vernachlässigt. Ihre so wichtige Freundin hatte nun einen Gefährten, hatte Welpen und vieles zu tun, sie war irgendwie falsch am Platz. Welche Hoffnung hatte sie nun noch? Sie wollte nicht mit Akarúi sprechen, sie wartete seit einiger Zeit darauf, dass ihre Freundin bemerken würde, dass es Lotus dabei schlecht ging, aber irgendwie war es ihr auch egal im Moment, ob irgendwer kommen würde, sie fühlte sich mit dieser Einsamkeit gerade mehr als wohl und es ging wohl in dieser Frühlingszeit vielen so. Die Welpen tollten nur herum und Lotus hätte es unter anderen Umständen sogar schön gefunden, wenn man sie doch nur in diese Sache mehr mit einbezogen hätte. Aber es war nicht ihre Angelegenheit und nun hing sie in diesem Rudel fest und wusste nicht, ob sie bleiben konnte oder wollte. Hatte sie denn nun bereits alles verloren was sie vor so langer Zeit gewonnen hatte? Lotus Haná seufzte leise, ein kurzer Blick glitt zu Akarúi, die ihre Welpen pflegte, die verliebt war und ein Familienglück hatte. Aber warum verdammt hatte sie denn kein Glück? Sie hatte kaum Freunde, sie hatte keinen Gefährten, keine Welpen, nichts desgleichen, nicht einmal mehr Eltern hatte sie hier, sie kam sich immer Fremder vor. Sie war doch auch irgendwie fremd. Fremd für sich selber. Die Fähen waren im Mutterglück, die Rüden im Vaterstolz, die Welpen lebten frei und fröhlich und sie war einfach nur niedergeschlagen und sah in die Welt hinaus. Sie saß unter einem Baum, stumm und einsam, wollte von niemanden gestört werden und am Liebsten wäre sie in diese ferne Welt hinaus gerannt, aber vorher fühlte sie sich verpflichtet ihrer Freundin Lebe Wohl zu sagen. Sollte sie gehen? Oder sollte sie es weiter über sich ergehen lassen und am Ende daran zerbrechen? Vielleicht war Zweiteres eine Qual, aber vielleicht war es auch irgendwie sinnvoller. Sie seufzte kurz, erhob sich und ging auf Akarúi zu, sie konnte machen was sie wollte, aber sie musste ihrer Freundin nun einige Worte schenken. Vor ihr, mit einem großen Abstand, stoppte sie, sie schenkte dem Boden den Blick, nicht Akarúi und nicht den Welpen, es ging nicht, sie konnte es nicht.

„Akarúi. Ich war froh, dass du mir damals die Augen geöffnet hattest und wir uns gefunden haben. Aber ich bin enttäuscht, dass ich nun nicht mehr wichtig bin. Ich weiß nicht, ob ich bleiben kann. Ob ich hier bleiben kann. Ich fühle mich wie als wenn ich ineinander zusammen fallen würde bald, aber ich habe Angst, dort draußen Ängste ausstehen zu müssen. Verzeih mir diese Worte, aber ich denke, dass du es wissen musst, das meine Gedanken mich hier wegziehen…“

Ohne auf eine Antwort zu warten senkte Lotus nur noch weiter den Kopf, geknickt, niedergeschlagen und ging mit schnellen Pfotenbewegungen weg von der Fähe, von den Welpen, eigentlich von dem ganzen Rudel. Sie entfernte sich etwas von dem großen Tumult, legte sich an einen Ort, an dem sie kaum einen Mucks der Welpen und Wölfe hörte und sah in die Welt hinaus. Hier war sie allein. Allein mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie legte den Kopf auf ihre Pfoten und sah einfach nur vor sich hin, sie nahm nicht wahr, was dort war. Vor ihren Augen sah sie nur die heißen Flammen, die sie innerlich verbrennen ließen, die Stürme, die sie durcheinander warfen und die Wellen, die sie ertrinken ließen. Ihr Körper bebte vor Aufregung, vor der Unsicherheit ihrer Entscheidung. Wo sollte sie hin? Wo sollte sie denn schon hinrennen? Hier war sie wenigstens allein, weit weg von ihnen allen. Von den Wölfen, die sie einfach nicht verstehen würden, selbst wenn Lotus sich erklären würde, es war wohl doch eine sehr unverständliche Situation. Wahrscheinlich würden alle sagen „Du musst es verstehen“, aber was sollte sie denn verstehen? Es gab einfach nichts mehr zu verstehen, nein, sie hatte verstanden und nun würde sie klären. Diese Nacht würde sie wach bleiben und dann würde sie über ihren weiteren Weg entscheiden, Lotus war sich sicher, dass es eine Lösung gab, sie musste nur in Ruhe darüber nachdenken. Unsicher erhob sich die Fähe aus ihrer liegenden Position und lief etwas umher, diese Ruhe hier war einfach wundervoll, sie genoss es richtig und wollte hier nie wieder weg. Hier war sie wirklich mit allem Allein und hier war niemand, der ihr irgendetwas auftischen wollte, sie hatte die Gedanken vor Augen, wusste was diese Gedanken aussagten und erfreute sich daran, das man ihr die Augen geöffnet hatte. Sie war intelligenter geworden, sie war reifer geworden, aber keines Wegs hatte sie mehr gewonnen. Hatte sie verloren? Sie hatte einen Teil ihres Herzens verloren, so fühlte es sich an. Ihr Herz fühlte sich schwer an, so schwer wie Blei. Es sackte durch ihren Körper und löste überall ein unerklärliches Zucken aus, sie schüttelte sich, Tränen standen in ihren Augen und sie hätte geheult wenn sie doch nur zugegeben hätte, dass sie verletzt war. Umso mehr sie es sich vor Augen hielt umso mehr verstand sie, dass sie niemanden außer Akarúi hatte und kannte und auch diese Fähe nun eine Familie hatte die wichtiger war. Wieso hatte sie denn keine Familie? Was machte sie denn nur falsch? Nur einen guten Freund, einen Rüden, der sie verstand und beschützte vor solchen Dingen, was war damit? Lotus war sauer auf sich selbst, irgendetwas musste sie wirklich falsch machen. Sie biss sich mit einem Jaulen in ihre Pfote, schmeckte Blut und spürte Schmerz. War es das was sie fühlen wollte?

„Scheiße….“

Sie hob ihre Schnauze, leckte sich ihr eigenes Blut von den Leftzen und von der Pfote und sah auf ihre Pfote hinab, vielleicht war dies der Sinn der Sache? Den Schmerz raus zu lassen, es bluten zu lassen, gab das vielleicht einen Sinn? Lotus hätte am Liebsten geschrien und damit allen klar gemacht, dass sie Schmerz spürte, den sie sich selbst zugefügt hatte, aber dann würde sie jeder finden und nur bemitleiden, aber immer noch keiner verstehen. Sie ging einige Schritte, aber sie lahmte dabei, denn ihre Pfote konnte sie noch nicht aufsetzen. Sie humpelte auf drei Beinen ein wenig durch die Büsche, sie war nicht weit weg vom Rudel, aber auch nicht unbedingt nah, es ging ihr in dieser Distanz gut, nicht unbedingt gut, aber sie fühlte sich ein wenig sicher, versteckt von allem. Vielleicht hatte sie nun auch nur eine Maske auf als ein Lächeln ihre Leftzen zierte oder es war der Schmerz, der sie nun glücklich machte. Dieser Biss würde sicherlich eine Narbe hinterlassen, aber das war der weißen Fähe egal. Sie kümmerte sich nicht mehr darum, warum sollte sie auch? Sie sah einfach nur hinaus in die Ferne und akzeptierte ihr Schicksal – die Einsamkeit.


13.12.2006 14:41




Yago


Yago hatte den Kopf uninteressiert auf den Pfoten gebettet, er war nicht beim Rest des Rudels, er war nicht mal bei Yari. Wo auch immer der sich rumtreiben mochte, Yago hatte keine Lust ihn zu suchen. Schließlich könnte der beim Rudelplatz sein und da waren nicht nur zu viele Wölfe ... sondern auch Welpen. Schmerzhafte Erinnerungen waren in Yago hochgekocht, vier Brüder und Schwestern, die er ermordet hatte, jedes dieser Fellbündel erinnerte ihn an sie. Sie zu betrachten war wie seine Geschwister zu sehen, die dank ihm nie bei ihren Eltern hatten liegen dürfen. Es war furchtbar, und am furchtbaren war es, dass er es furchtbar fand. Sein sonst so deinteressiertes Herz, schien hier plötzlich Flamme gefangen zu haben. Es war ein elendes Gefühl. Und trotzdem wollte Yago nicht von hier weg, unteranderem aus einem ganz bestimmten Punkt, an den er aber nicht denken wollte ... er schob ihn sogar mit aller Macht in die hinterste Ecke seines Bewusstseins. Warum er nicht daran denken wollte, war ein Punkt, über den er hätte nachdenken können ... aber das wollte er auch nicht. So lag er da im Dunkeln unter einer Tanne deren Nadelduft ihn ein wenig beruhigte und verfluchte wie so oft sein Leben. Ab und zu wehte der Duft von Wölfen zu ihm herüber, jedesmal stellten sich seine Ohren auf, ob es nicht jemand war, der zu ihm wollte, aber der Duft verschwand ebenso schnell wie er aufgekommen war. Nicht dass Yago auf jemand wartete ... oder vielleicht schon ... aber darüber wollte er nicht nachdenken. Wie über so vieles.
Wieder einmal erreichte ihn ein Geruch, diesmal von Lotus Hána ... er hatte nicht viel mit ihr zu tun, vor einigen Monaten hatten sie sich kurz unterhalten ... das war es auch schon gewesen. Jetzt aber wurde er etwas aufmerksamer. Der Geruch verging nicht ... offensichtlich entfernte sie sich vom Rudelplatz. Er hob leicht den Kopf an, seltsam, dass jetzt jemand nicht bei den Welpen bleiben wollte ... gerade Lotus Hána, denn wie wenig er auch von ihr mitbekommen hatte, Welpen schien sie zumindest zu mögen. Einige Zeit lang hielt er noch den Kopf erhoben, der Duft von der Fähe blieb gleichmäßig, dann ließ er ihn wieder auf die Pfoten sinken ... nur um gleich wieder aufzufahren. Er roch Blut. Aus der Richtung von Lotus. Langsam erhob er sich, noch zögernd, er konnte keine Witterung eines anderen Tieres aufnehmen, das da entweder Blut verlor oder Lotus welches verlieren ließ. Dennoch ... irgendwie hatte er das Gefühl zumindest verpflichtet zu sein, einmal nachzusehen. Er war Mitglied eines Rudels und in einem Rudel schützte man sich gegenseitig. Wenn Lotus in Gefahr war, hatte er die Pflicht, auch wenn er Pflichten hasste, ihr zu helfen. Er schlüpfte unter der Tanne hervor, witterte noch einmal, roch noch mehr Blut und begann zu laufen, jetzt doch etwas schneller. Bald fand er einige Blutflecken, sie führten noch etwas weiter weg vom Rudelplatz, weiterhin hing nur Lotus' Geruch in unmittelbarere Nähe in der Luft. Yago zögerte erneut, lief dann aber doch der Spur nach und brach kurz darauf durch die Büsche und entdeckte Lotus Hána. Niemand war bei ihr. Sie hielt eine blutende Pfote irgendwie fast hilflos, jedenfalls sah es so aus, in die Luft, mit einem Blick erkannte Yago, dass es eine Bisswunde war. Im Prinzip war es logisch, dass er sich nun denken konnte, was passiert war. Er wollte gar nicht erst stören.

"Es tut mir leid. Ich dachte, du wärest in Gefahr."

Er blieb weiterhin zwischen den Büschen, machte aber eine leicht Schnauzenbewegung, nach dem Motto Geh nur weiter, ich steh hier nur zufällig herum. Sein Blick war, desinteressiert wie immer, auf ihre Augen gerichtet, als hätte er die Wunde nicht einmal gesehen.


13.12.2006 16:59




Yumé


Mit zusammengekniffenen Augen lag eine zierliche, schwarze Welpin am Bauch ihrer Mutter, die Schnauze tief im weichen Fell vergraben und versuchte den Krach in ihrer unmittelbaren Umgebung so gut es ging zu ignorieren um doch noch einmal einschlafen zu können. Immerhin war es erst früh am Morgen, die Sonne kitzelte nicht einmal richtig ihre Nase. Da konnte sie, Yumé, genauso gut noch etwas schlafen und relaxen, sie musste nicht unbedingt jetzt schon irgendwo rum rennen, spielen und irgendwem mal wieder auf den Geist gehen mit ihren Fragen. Ne, ne sie nicht, erst noch nen bisschen schlafen, dann weitersehen, wenn sie denn dazukam bei dem Krach den ihre Geschwister und Freunde verursachten.
Ihre Schnauze tiefer in das warme Bauchfell ihrer Mutter grabend, seufzte die Schwarze genüsslich. Was für ein Leben; schlafen, essen und spielen. Und dann wieder schlafen. Alles war gut und schön, so lange ihre Geschwister sie nicht dabei störten. Und sie dachte gar nicht daran sich von ihnen besonders stören zu lassen, sie brauchte schließlich ihren ,,Schönheitsschlaf“. Wenn die anderen das nicht verstanden, ihr Pech. Oder auch ihres. Je nach dem aus welchem Blickwinkel man es halt betrachtete. Für sie jedenfalls war es unabdingbar, dass sie noch weiter ihrer im Moment liebsten Freizeitbeschäftigung, neben Erkunden, nachging. Alles andere war für sie nebensächlich.
Ihre Ohren drehten sich ärgerlich zur Seite und wieder zurück, als der Geräuschpegel noch eine Stufe zunahm. Was war bloß heute los? Gab es denn keine einzige ruhige Minute mehr? Verstimmt hob sie, Yumé, den Kopf. Sie hatte eindeutig keine Lust mehr, und das sah man ihr auch deutlich an ihren Gesichtsausdruck an.

oO(Verdammt ey, können die nich einmal leise sein?! Is das denn so schwer?! Sollen die doch hingehen wo der Pfeffer wächst... Verdammt ey!)Oo.

murrte die Schwarze. Es war doch jeden Tag das gleiche und am Ende ärgerte sie sich wieder, wie jetzt auch. Aber auch das würde wieder vergehen mit jeder weiteren Stunde. Leise grummelnd ließ sie den Blick ihrer perlengleichen schwarzen Augen mit einem Stich ins dunkelblaue umherschweifen, bevor sie ihren Kopf wieder sinken ließ, ihn in das Bauchfell ihrer Mutter vergrub, so dass ihre aufgerichteten Ohren nur noch herausstachen, und postierte ihre recht breiten Pfoten noch jeweils rechts und links daneben. So lag sie da und versuchte wenigstens etwas den Krach zu ignorieren, während sie noch etwas döste.


13.12.2006 19:02




Lotus Haná


Unsicher drehte sich die Fähe die ganze Zeit im Kreis hin und her, warf den Kopf in den Nacken, um den Himmel über ihr zu erkennen, zu verstehen, ob etwas tiefes und unheimliches dort oben war, was ihr ein wenig Verständnis schenkte, aber Lotus fand nichts. Sie seufzte leise, sah wieder auf ihre Pfote hinab und versuchte sie leicht auf dem Boden abzusetzen, aber es tat trotzdem weh, ein pochender Schmerz durchfuhr ihre Pfote, ihr Bein und zog weiter durch ihren Brustkorb, dann seufzte sie leise, biss sich auf die Leftzen um etwas den Schmerz zu verdrängen und zog die Pfote dann wieder weg. Irgendetwas störte sie an der Sache gewaltig, aber sie gab es immer noch nicht zu, allein die Schmerzen ließen sie so seltsam wirken wie sie nun war. Plötzlich drehte sie sich ruckartig um, ein Duft durchzog die Luft, ein Rüde, den sie auch irgendwie kannte. Yago. Natürlich. Viel Zeit hatte sie nicht mit dem Rüden verbracht, sie hatten nur kurz geredet, nicht lange und nicht intensiv, aber Lotus fand ihn trotzdem in Ordnung. Doch warum tauchten diese Wölfe jetzt auf? Einmal in ihrem Leben wollte sie doch nur alleine sein, ihre Ruhe haben aber irgendwie wollte sie auch einen Wolf bei sich haben, der sie vielleicht verstehen würde. Nur war Yago dafür der Richtige? Sie hatte oft den Eindruck, dass er der Welt sehr desinteressiert gegenüber trat. Ehe sie aber darüber weiter nachdenken konnte, brach genau dieser schwarze Rüde durch die Büsche und Lotus sah zu ihm hinüber. Sie vernahm die Worte des Rüden und seufzte leise.

„Nein…ist schon in Ordnung…es muss dir nicht leid tun. Es geht mir nur nicht besonders gut. Du kannst ruhig bleiben, wenn du willst, aber ich will dich auch nicht aufhalten…“

Sie leckte sich wieder etwas Blut von der Pfote und sah dabei nicht gerade glücklich aus und ihr Körper zitterte vor Angst, was würde geschehen, wenn sie immer mehr in so eine Sache hinein verfallen würde? Nein, das durfte sie nicht, sie war doch bis zu einem gewissen Zeitpunkt immer glücklich gewesen, hatte gehofft, dass irgendjemand für sie da war und nun geschah das komplette Gegenteil. Nun war sie so einsam, hatte keine Familie, nur eine wirkliche Freundin und die war auch nicht mehr für sie da, was sollte Lotus denn noch fühlen und sagen? Oder auch nur denken? Sie setzte unruhig – aber ganz leicht – die Pfote auf den Boden ab, denn langsam wurde es schwer den Lauf die ganze Zeit hochzuhalten. Wie würde es denn weitergehen?


13.12.2006 19:21




Yosó


Der Nachtwolf lag eingerollt da. Auch wenn er schon lange nicht mehr schlief, schon seitdem Aidan sich fortgeschlichen hatte, war Yosó wach. Sein Sohn hatte ihn nicht geweckt, nein, aber die Zeit. Schließlich war der Rüde noch nie jemand gewesen, der lange unbekümmert schlief. Die weißen Augen hatte er noch nicht geöffnet, wozu denn auch? Er war im Gedanken versunken.
Es war nun schon über ein Jahr her. Er war damals noch wie ein schwarzer Schatten mit kristallenen Augen, der mächtig wirkte aber doch drohte, beim kleinsten Windhauch zu verfliegen. Sein Weg hatte ihn mit Silence hierhergeführt. Der heutige Alpha war ihm damals ein seltsamer Gefährte gewesen, als sie gemeinsam im Wolves Destiny ankamen. Es lag Schnee, viel Schnee und das Rudel war klein. Damals suchte Kiba verzweifelt nach ihrer Mitalpha Shadow. Yosó hatte sie nie kennengelernt. Er und Silence waren erst nach einem großen Sturm hierher gekommen. Und Adali war damals auch noch nicht lange im Rudel. Er erinnerte sich daran, wie er sie kennengelernt hatte. Sie schien traurig und zeigte es nicht, sie war freundlich und vorallem: Sie war eine flammende Seele. Er hatte immerschon Probleme mit seine Ohren gehabt und zu diesem Zeitpunkt hatte er vorrübergehend sein Gehör verloren. Die erste Stimme, die er wieder hörte war ihre gewesen. Und zuvor hatte sie stürmisch über seine Schnauze geleckt, hatte sich unversteckt gefreut und wurde dann aufeinmal sehr zurückhaltend. Aber vielleicht war es genau diese Geste, die ihn an sie gebunden hatte. Und wenn er so darüber nachdachte, so war er sich sicher, dass sie es war, die ihn aus seinem Wandererweg, den er nach dem Winter hatte fortsetzten wollen, abgebracht hatte. Die schwarze Phönixwölfin, mit der er nun das wohl schönste Glück auf der Erde teilen durfte; die beiden waren Eltern von 4 Welpen.
Der Sohn des Nichts, der nun auch Vater war und bestimmt jemanden ein Teil seines Erbes mit auf den Weg gegeben hatte, öffnete seine silbrigweißen Augen. Er blinzelte leicht in die Sonne hinein und betrachtete das wogende Gras. Seine beiden Söhne waren wie so oft schon auf ihren kleinen Pfoten unterwegs, wo Yumé war konnte er nicht sehen, aber das regelmäßige Heben des Brustkorbes von Sheyna spürte er an seinem Bauch. Er hatte sich um die kleine Welpin gelegt, so wie er es immer tat. Sicher, des manchen Males lagen noch andere der vier Rabauken bei ihm, aber sie tat es eigentlich immer. Er schenkte der Welpin, die als einzige des Wurfes bräunliches Fell hatte, einen langen Blick. Immernoch ließ auch nur Gedanke an die kleinen Wesen sein Herz so schnell schlagen, dass er meinte es würde platzen. Sicherlich war er stolz, aber auf eine andere Art als die meisten. Selbst Mitsah war Vater geworden, auch wenn er sich nicht oft blicken ließ. Doch der graue Rüde war für den Moment in den Hintergrund gerückt, genau wie alles andere, außer seiner geliebten Gefährtin und ihren Welpen. Die anderen 11, die sich hier herumtummelten waren sicherlich genauso schön anzusehen, wobei er besonders einen Blick auf die Zwillinge von Silence und Kiba warf, aber es war etwas anderes die Welpen eines fremden Paares zu sehen oder seine eigenen.

.o(Ich weiß nicht wie es ist normal zu sein. Erklär es mir. Ich kenne nur das Gefühl anders zu sein. Komm, ich erklär es Dir. Schau einfach in meine Augen.)

Er dachte unwillkürlich an den Unterschied zwischen den Zwillingen, bei denen er sich selbst manchmal schwer tat sie zu unterscheiden - wohlgemerkt, wenn sie schliefen - und Sheyna. Auch wenn er nicht viel über die Freundschaften zwischen den Welpen wusste, ausgenommen Teyrm und Toboe, die mittlerweile schon fast nicht mehr alleine anzutreffen waren, so würde er die drei gerne mal sehen, wie sie sich unterhielten. Es war ein unterbewusster Instinkt, aber er hatte das Gefühl, dass besonders Sayan und sie sich viel zu sagen hätten, wenn sie doch miteinander sprächen. Aber Welpen spielten normalerweise ja lieber. Normalerweise. Der Nachtwolf wusste es schließlich selbst, dass nicht jeder dieses Klischee von unbeschwerter, süßer Jugend mochte und zu erfüllen suchte. Er war selbst nicht in den Genuß gekommen und um Gottes Willen Teyrm, Aidan, Yumé und Sheyna sollten alle Möglichkeit haben so ihre Tage zu verbringen wie sie wollten. Ein leichtes Lächeln, wie es dieser Tage oft auf seinen Lefzen zu sehen war, breitete sich auf den markanten Zügen des Rüden aus. Ein wenig enger um Sheyna rollend wandte er den Kopf zu Adali. Und jetzt sah er auch Yumé bei ihr liegen, die bei dem aufkommenden Lärm wohl langsam aus dem Reich der Träume gerissen wurde. Aber so war das eben. Die Ohren des Coniugos, der er nun war, spielten ein wenig im Morgenwind mit. Die klaren, hellen Augen beobachteten Adali und Yumé, die sich beide beharrlich weigerten dem Lärmpegel Gehör zu schenken, der wie jeden Morgen, immer weiter anstieg. Dann sah er zu der kleinen Welpin, die bei ihm lag. Nun doch ein wenig ausstreckend, legte er nachdem er einmal, ganz vorsichtig, um sie nicht zu wecken, mit der blaustichigen Zunge über ihre kleinen Kopf gefahren war, er musste einfach, es war ein Drang, der ihm warm den Rücken runterlief, seinen großen Kopf direkt neben sie. Nocheinmal die Augen schließend, wollte er liegen bleiben und den Frühlingsmorgen genießen, solange ihn noch keiner ansprach.


13.12.2006 19:33




Yago


Yago blieb weiterhin unberührt stehen, Lotus' Reaktion ertsaunte ihn irgendwo tief in seinem Inneren, aber richtig drang es nicht an sein aktives Bewusstsein. Lotus schien sich weder dafür zu schämen, dass sie sich selbst verletzt hatte, noch es verbergen zu wollen. Auch machte es ihr allen Anscheins nach nichts aus, dass sie von Yago dabei "erwischt" wurde. Es berührte Yago nicht ... aber er dachte nach, setzte die Anzeichen zusammen und schloss daraus, dass die Weiße wohl irgendwie verzweifelt sein musste. Möglicherweise war dieses Verhalten ein verzweifelter Aufschrei nach Aufmerksamkeit ... schließlich ging sie auch nicht weiter, lud ihn sogar dazu ein, hier zu bleiben. Ein anderer hätte sich wohl jetzt vielleicht geschmeichelt gefühlt, oder hätte sich Sorgen gemacht und wäre zu Lotus gegangen, Yago aber hatte daran kein großes Interesse. Es war keine gute Idee gewesen, zu Lotus zu gehen. Er hätte gleich auf seine Nase hören sollen. Er nickte leicht, war sich durchaus bewusst, dass das sowohl ein "Ich würde gerne bleiben." also auch ein "Ich habe noch etwas vor." bedeuten konnte und setzte schon wieder dazu an, sich umzudrehen. Dann zögerte er aber doch. Wie war das gerade mit dem Rudel gewesen? Die Pflicht anderen zu helfen, wenn sie in Gefahr waren. War das nicht auch eine Gefahr jetzt? Schließlich verletzte sich die Weiße schon selbst ... und wenn es ihr, wie sie selbst sagte, nicht gut ging, war es auch eine Gefahr für die Seele. Und zudem hatte er ja sowieso nichts zu tun außer allein unter der Tanne herumzuliegen, zum Rudelplatz würde er so schnell nicht gehen. Und auch wenn es ihn nicht interessierte ... er würde seine Pflicht erfüllen und was sprach da dagegen? Er vollendete die angefangene Bewegung indem er sich leicht zur Seite drehte und dann etwas schräger auf Lotus zu ging. Er hielt den Abstand zwischen ihnen bewusst recht klein, lediglich eine halbe Wolfslänge, aber auch nicht zu klein, er hatte seinen Radius und wenn den jemand übertrat, war selbst er nicht mehr voller Desinteresse. Jetzt blickten seine Augen aber interessiert und leicht besorgt zu Lotus, auch einmal deutlich zu ihrer Pfote, als müsste er ihr zuerst klar machen, dass er die Wunde nun gesehen hatte und verstand, wie sie dort hin gekommen war.

"Ja, ich sehe, dass es dir nicht gut geht. Ist etwas passiert? Du wirkst sehr gebeutelt."

Seine Stimme hatte die Kälte verloren, jetzt wirkte er plötzlich wie ein verständnisvoller Rüde, der sich ernsthafte Sorgen um die verletzte Fähe, der es allen Anscheins nach so schlecht ging, machte. Und wer weiß, vielleicht war das ja auch so, irgendwo in seinem Unterbewusstsein ... Yago hatte drei Seiten. Das Unterbewusstsein, dass so viel fühlte, sein Inneres, das erfroren war und sein Äußeres, dass schier unendlich viele Empfindungen zu haben schien.


13.12.2006 20:16




Mitsah


Die Dunkelheit hatte ihn begleitet, als er mit ruhigen Schritten durch den Wald gezogen war, er hatte sich so oft in den letzten zwei Monaten entfernt, dass noch nicht einmal er mehr sagen konnte, wie oft es wirklich war. Meist zog es ihn nie aus dem kleinen Wäldchen heraus, er verbrachte Stunden um Stunden hier oben, warum? Er war Vater geworden, er konnte es noch nicht verstehen, er wollte es nicht verstehen, in gewisser Hinsicht hatte er Angst es sich einzugestehen. Und wohl das lächerlichste auf der Welt war, dass er, gerade er Angst vor seinen Welpen hatte. Anders konnte man es nicht beschreiben, er hatte Angst vor ihrer Nähe, vor ihren Blicken und ihren Fragen, er mochte nicht die Art wie sie ihn ansahen, er hasste es, wenn sie ihn berührten, er hasste es, wenn sie ihn "Papa" nannten oder ähnlich und noch mehr hasste er es, wenn sie zu ihm kamen und wohl "schmusen" oder "spielen" wollten. Er hasste sie, ja, er hasste seine Welpen, er wollte sie nicht, er mochte sie nicht, sie sollten doch einfach nur nicht existieren.
Natürlich übertrieb Mitsah, natürlich hasste er sie nicht und hatte auch keine Angst vor ihnen, es war einfach nur eine neue Situation, sie war zu krass zu all dem was sein altes Leben geleitet hatte, die Gegensätze waren so unendlich groß, dass der Rüde es noch nicht schaffte sich an sie zu gewöhnen. Er war ihren Berührungen und ihrer Nähe nur abgeneigt, weil sich ein komisches Gefühl in ihm breit machte, er schien sie zu "mögen" und gerade dies jagte ihm einen riesigen Schrecken ein, denn niemals hatte er jemanden gemocht, geschweige denn geliebt. Akarúi war für ihn wohl die einzige Ausnahme, er mochte sie wirklich, an Liebe würde es wohl noch nicht heran reichen, doch was konnte man schon von jemandem erwarten, dessen ganzes Leben nur von Hass gezeichnet war, jemand der nie jemand anderes akzeptiert hatte? Es war ein riesiger Fortschritt gewesen, dass er die Fähe mochte, dass er ihr zumindest schon halb vertrauen konnte.
Wieder zog es ihn dort hin, dort wo sein Kopf keinen klaren Gedanken fassen konnte. Lautlos setzte er die Pfoten immer schneller auf, erst jetzt fiel ihm auf wie groß sie doch waren, wenn er die Pfötchen seiner Welpen betrachtete, so waren sie doch noch so klein, ihre Läufe schlank und kaum muskulös, in seinen eigenen fand bei jedem Schritt ein wahres Muskelspiel statt. Ihr Fell war flauschig weich, seins dagegen recht rau und extrem dick noch. Seine Fänge waren mächtig, groß und gefährlich, ihre Fänge dagegen waren klein und schwach, noch. Es war seltsam, er war doch nicht sehr oft bei ihnen, doch hatte er ein genaues Bild von den Welpen in seinem Kopf, er hatte sich jede Stärke und Schwäche erschaut, er wusste, dass sein einziger Sohn zum Beispiel wohl nicht so stämmig wie er selbst werden würde, sondern groß und schlank, wohl wendig und ein sehr guter Läufer, doch würde ihm die seine Stärke fehlen. Des Nachts, wo fast jeder schlief, in dieser Zeit streichte er umher, ließ hin und wieder den Blick auf die Alphawölfe sowie die Coniugos wandern, bis er bei 'seiner Familie' stehen blieb. Die Welpen schliefen, sie bekamen wohl nie etwas mit, wie er des Nachts immer zu ihnen kam, sich hinsetzte und sie wohl stundenlang betrachtete, die weiße Fähe und die Welpen. Jetzt waren wohl die Welpen schon wach, doch trotzdem ging er zu ihnen, sie mussten nun zwei Monate ungefähr alt sein und er sollte sich wirklich langsam an sie gewöhnen, daran, dass sie die meiste Aufmerksamkeit von Akarúi bekamen, dass er für sie da sein sollte. So zog es ihn nun zu ihnen, zu seiner kleinen Familie. Sein Vater war gestorben als er knappe zwei Monate alt war, er wusste wie es war ohne einen Vater aufzuwachsen, wie es war, wenn man keine Aufmerksamkeit von ihm bekommen hatte. Er war genauso wie Mitsah, hatte sich von seinen Welpen ferngehalten, doch kam er immer des Nachts, er brachte Futter mit und wenn Kamihra wieder einmal die Freiheit spüren wollte, so hatte er vor der Höhle gelegen und auf die Welpen geachtet. Zahou war eigentlich ein äußerst guter Vater gewesen, zumindest auf seine Art, er hatte alles getan, damit es den Welpen gut ging und am Ende sein Leben für sie gelassen. Die Frage war, ob Mitsah so wie sein Vater war, sein Vater konnte sich gegen Aluka wehren, er dagegen hatte die 'zweite Seele' sofort aufgenommen, also würde er seine Welpen beschützen, würde er sein Leben für sie geben, wenn die Situation es so wollte? Bei ihm konnte man es nicht genau sagen, denn waren sie ihm nicht egal? Was bedeuteten ihm diese drei schon? Silence und Yosó waren viel bessere Väter als der Graue, er hatte nichts für Welpen übrig, niemals hatte er sie gemocht und doch hatte er nun eigene. Er war kein guter Vater, dass wusste er, sie kannten ihm kaum, es war schon seltsam das er sie halb akzeptierte, aber immer noch hegte der Rüde einen Hintergedanken, vielleicht waren es gar nicht seine Welpen? (Schadz nimm mir das bitte nich übel ^.^'''')
Mit einem recht zügigen Tempo hatte er den Wald hinter sich gelassen, die Sonne kam gerade erst heraus, heute war er etwas spät dran, normalerweise kam er immer einige Stunden bevor es hell wurde, doch heute nicht, er wusste, dass er sich nun auch am Tage hin und wieder zeigen musste, er musste wirklich. Zumindest hatte sich Akarúi nicht zu allen anderen Müttern gelegt, sondern etwas abseits, dort wo niemand sie sah, dort wo er ohne Bedenken hinging, selbst die Coniugos würde Mitsah nicht akzeptieren und wäre daher nicht zu seinen Welpen gegangen, es war schwer zu verstehen, doch so war der Rüde, er hatte seine Gründe und diese würde er nicht übergehen. Der Geruch von Akarúi, Ankorú, Námida sowie Pyry wurde immer stärker, und je näher der Träger der Leere ihnen kam, umso langsamer wurden seine Schritte, außerdem schien er immer leiser zu werden. Obwohl er schon immer eigentlich lautlos ging, so wurden seine Schritten nun so leise, das er wohl gar nicht mehr den Boden zu berühren schien, er spürte die innerliche Unruhe die in ihm aufkam, wenn er Pech hatte, so würden die drei schon wach sein und sollten sie ihm entgegen springen, er würde ihnen ausweichen oder sie mit der Pfote wieder zurückbefördern. Mitsah war grob, er war unfreundlich und mürrisch seinen Welpen gegenüber, aber wer ihn kannte, der wusste genau, der Rüde hatte sich um 180 Grad gedreht, er war nicht mehr der selbe wie vorher, er hatte nicht mehr diese Mordgelüste, er interessierte sich sogar für seine Familie, er kam sie fast jede Nacht besuchen. Wahrscheinlich hatte es der Nachtschwarze gemerkt, vielleicht auch noch Silence, Kiba oder Adali, aber wohl nicht mehr, denn wer interessierte sich schon für den neuen Gamma der Tears of Destiny? Niemand und so war es auch gut, so gefiel es ihm.
Den Kopf leicht hochgereckt, die Ohren aufmerksam gespitzt trat der Rüde zu der Schlafstelle seiner kleinen Familie. Sein Blick fiel auf die drei Welpen, Námida natürlich bei ihrer Mutter, Pyry lag wie immer etwas seltsam, Ankorú wirkte in diesem Haufen wohl noch am 'normalsten'. Kaum hörbar seufzte der Rüde, es war schon fast ein rührender Anblick, die drei kleinen Knäule bei ihrer Mutter, doch in Mitsah regte sich nichts, sein Blick war wie eh und je, leer und abweisend, kühl und gehässig und doch von rein gar nichts gezeichnet. Aber nur ein genauer Beobachter, nur jemand, der den Blick des Grauen extrem gut kannte, sah ein Fünkchen Interesse, manch anderer würde sagen 'Liebe', doch dieser Ausdruck war zu kräftig, als dass er so etwas fühlen würde. Es war wie ein Lächeln in seinen Augen, ein Lächeln welches noch nicht auf seinen Lefzen zu sehen war, er lächelte wohl nur innerlich und durch seine Augen, auf seine eigene Art und Weise, auf eine Art, die kaum einer erkennen konnte, aber irgendwann, da war er sich sicher, würde er morgens bei seiner Familie aufwachen mit einem Lächeln. Er würde sich freuen, wenn seine Welpen ihm morgens wecken würden und er würde einmal Akarúi über die Lefzen lecken, nicht andersrum wie es sonst immer war.
Langsam ließ sich der Gammawolf auf die Hinterläufe nieder, es war seltsam ihn so zu sehen, denn er setzte sich nur ungern hin, für ihn war es schon fast eine Art Schwäche, er konnte es nicht erklären, doch wenn man saß, so konnte man nicht schnell reagieren wenn man angegriffen werden würde, daher stand er grundsätzlich lieber, doch nun bestand keine Gefahr, sodass er sich hingesetzt hatte, den Blick über die Schlafenden sinken ließ, ob die Weiße noch schlief, oder nur so tat? Leicht fragend drehten sich die seinen Ohren nach vorne, die Rute um die Hinterläufe geschlungen, so saß er da und wartete, wartete auf Regung.


13.12.2006 21:59




Slayer


Slayer, der mit dem Rudel mitgegangen ist und schweigsam neben den anderen hergelaufen war, sah die kleinen Welpen an die da ehrumwuselten. Er sah dann die erwachsenen Wölfe an, und sagte leise ohne es zu merken

"das aus hilflosen WElpen mal die stärksten werden können hättei chnicht gedacht"

die wanderung tat Slayer gut, den er war etwas aufgeweckter, nicht mehr so ernst und verschlossen. Nur noch kontakt zu den anderen versuchte er herzustellen, doch kaum ging er drei vier schritte auf einen Wolf (zum Beispiel Lotus oder Yago) zu, machte er eine ausweichung. Noch traute er sich nichts. Aber dann fasste er allen Mut zusammen und ging auf Lotus und Yago zu. Als er Lotus Pfote sah, sagte er

"Hallo!"

Er bemerkte ihre Pfote

"Du bist ja verletzt, wie ist den das passiert wenn ich fragen darf"

Neugierig war Slayer schon immer, doch versuchte er es nicht zu übertreiben. Als er zu yago den Kopf drehte sagte er mit leicht entschuldigtem Lächeln

"Ich hoff ich stör nicht da ich mich viele...Tage zurück gehalten habe"

Tage waren gut, es waren schon Monate. Doch damit wollte er sihc abfinden. Wieso sollte er allei sein wen er nicht selbst etwas dagegen tun kann? Nun, das würde sich ändern hoffte Slayer innerlich
Sich setzend dachte er

~Mal sehen ob ich ein wenig Heiterkeit hier reinbauen kann, wenn es niemanden schadet~


14.12.2006 15:24




Lotus Haná


Die Verzweiflung war mittlerweile wohl sogar in der Luft zu spüren und die weiße Fähe wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Nun war sie nicht mehr alleine, hier war ein Rüde von tiefen und schwarzen Fell und hatte sie gefunden, er schien zu verstehen, dass es ihr schlecht ging, dass die Verzweiflung nach und nach die anderen lebensfrohen Gefühle aus ihrem Körper fraß und sie damit vernichten wollte. Mit einem Seufzen sah Lotus auf ihre Pfote hinab, die nur leicht den Boden unter ihrem Körper berührte. Es blutete nicht mehr so stark wie am Anfang, langsam bildete sich eine Kruste auf der Wunde und der Schmerz pochte nur noch in dieser Pfote, nicht mehr in ihrem gesamten Körper. Wahrscheinlich war es intelligenter, wenn sie sich auf den Boden legen würde und dort Ruhe finden würde, aber nun war hier diese Aufregung, diese Sorge und Verzweiflung in ihr und in der Luft, die auch andere Wölfe zu spüren schienen, wenn sie nur in der Nähe der weißen Fähe waren. Mit einem Schnauben schüttelte die Fähe den Kopf und sah wieder zu Yago. Würde er bleiben oder würde er gehen? So wie sie ihn einschätzte würde er wahrscheinlich gehen, vielleicht irgendeinem Wolf erzählen, dass sie hier war und Hilfe brauchte und somit Hilfe geleistet haben, aber Lotus war es recht. Es gefiel ihr sogar viel besser, wenn man sie alleine ließ. Als der Rüde sich etwas wegdrehte, nickte Lotus noch einmal in seine Richtung, es war in Ordnung wenn er gehen wollte, sie hatte ihm diese Möglichkeit gegeben und deshalb war sie auch nicht traurig, nicht sauer, vielleicht war sie sogar ein wenig glücklich. Zeit um nachzudenken, diese Medizin brauchte sie im Moment und nichts anderes, aber die Zeit flog an ihr vorbei und das immer härter und schmerzvoller. Die Fähe wollte sich wegdrehen, als sie aber wahrnahm, wie der schwarze Rüde näher kam und auf sie zuging. Wie kam dies? Yago wollte also doch bleiben. Nun gut, sie akzeptierte es, dann würde er bei ihr bleiben und vielleicht hatte sie somit die Chance, ein wenig etwas zu erzählen und los zu werden. Den Blick des Rüden nahm sie gar nicht richtig war, sie konnte erkennen, wie er sie ansah und wie er dann auf ihre Pfote sah und es kränkte sie nun, dass sie es anderen Wölfen doch so deutlich machte, aber vielleicht half es nun auch? Mit einem Seufzen wandte sich Lotus zu Yago und sah ihn an, ihr Blick war irgendwie leer und dennoch erfroren vor Angst und Traurigkeit. Der Abstand zwischen ihnen beiden war nur sehr klein, aber Lotus war es egal, sie fühlte sich immerhin nicht bedrängt, nein, so ein Gefühl hatte sie eigentlich noch nie gespürt. Als die Stimme von Yago an ihr Ohr drang, sah Lotus wieder auf.

„Nun…nicht direkt etwas passiert. Die Gründe für das alles hier ziehen sich bereits über Wochen hinweg, über den Herbst und Winter….am Anfang war alles so unklar, nun ist alles deutlich und verständlich für mich geworden…“

Sie hatte extra nicht gesagt, was los war und was sich verändert hatte in der Zeit, denn sie war sich nicht ganz sicher, ob sie wirklich alles verraten konnte, ob es Yago auch wirklich interessierte aber wieso eigentlich nicht? Er hätte doch sonst gar nicht gefragt. Sie nickte innerlich und sah wieder auf den Boden und auf ihre Pfote. Sollte sie dazu noch irgendetwas beifügen? Irgendetwas sagen? Ihre Gedanken drehten sich wieder einmal nur im Kreis, sie musterte die kräftigen schwarzen Pfoten von Yago und dann ihre eine verletzte, die Bisswunde, die gut zu erkennen war, die sie sich auch noch selbst zugefügt hatte. Wie hatte Akarúi wohl auf ihre Worte reagiert? Würde sie nun über ihre Schwester im Geiste lachen und alles aufgeben? Irgendwo hatte Lotus doch immer an so vieles geglaubt, wo waren diese Gedanken hin? Die ganze Hoffnung? Wollte sie nicht auch nur lieben? Plötzlich spürte sie, dass sich wieder etwas verändert hatte und sie sah auf. Ein weiterer Rüde trat auf sie beide zu und Lotus machte sich langsam um ihre Augen Sorgen. Niemals hatte sich ein Rüde auch nur für sie interessiert, nun waren es gleich zwei schwarze Rüden, die sich Gedanken um sie machten. War das irgendwo ein Zeichen, das in diesem Rudel jemand war, der auch sie lieben würde?

„Hallo Slayer…“

Sie sah ihn kurz an, sah sein tief farbiges Auge an und überhörte einen Moment seine Frage, dann aber lächelte sie gequält und sah zu dem Rüden etwas sicherer als vorher auf.

„Ich hoffe es ist okay, wenn ich dir das zu einer ruhigeren Minute erkläre Slayer, ich muss dies selbst erst einmal verstehen. Aber du kannst ruhig bleiben, du störst nicht.“

Nein, er störte sie nicht, sie war einfach nur froh…ein wenig froh…selbst wenn sie es nicht spürte.


14.12.2006 15:58

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
04.08.2010 20:45
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Wächter

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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 2




Tínen Fávell


Das warme Licht der Sonne ließ einen einsam wandernden Schatten blinzeln. Der Weg dieses Schattens war lang und steinig gewesen - und noch immer spürte der besagte Schatten den Schnee unter ihren Pfoten, kühl und knisternd - doch es lag keiner mehr. Außer auf den Gipfeln der endlos hohen Berge. Fragen und Zweifel kamen auf, wohin die Reise führte und wo sie überhaupt enden würde. Doch sich darüber Gedanken zu machen, war nicht der geeigneste Zeitvertreib und wurde somit in eines der hintersten Kämmerchen in dem schönen Kopf des Schattens eingeschlossen. Ein Schatten, viel mehr ein Wolf, der eher ziellos durch die Welt wanderte. Eine Fähe, die sich mit der Einsamkeit wahrhaftig angefreundet hatte. Tínen Fávell, die glaubte auch allein sehr gut überleben zu können. Nun, sie war eine Einzelkämpferin, durch und durch. Obwohl sie manchmal die Kommunikation mit anderen als sich selbst misste. Sich mit Bäumen, Steinen und dem Wasser zu unterhalten oder gar mit sich selbst war auf die Dauer kein Ersatz dazu. Aber nein, Frau von Welt ließ ja niemanden an sich heran. Trotzig gegenüber sich selbst hob sie den Kopf an und reckte die Schnauze in die Höhe. Lieder, die sie auf ihrer Reise gehört hatte klangen nun in ihr weiter, dieses Mal war es jedoch eine Melodie, die ihr strickt nicht aus dem Kopf gehen wollte - zudem passte sie zu dem hier angebrochenen Frühling. Aber halt... Frühling war die Zeit in der ein Rudel oft Welpen bei sich hatte - und das war hier der Fall. Die ganze Umgebung roch nach Rudel, also würde es sicherlich junge Wölfe geben.
Sacht pendelte ihre Rute hin und her, mit jedem Schritt, den sie sich näherte. Die Ohren scharf augestellt und die Augen wachsam geöffnet vertraute sie einfach auf ihre Instinkte. Was sonst blieb ihr übrig? Schließ war sie des Hellsehens nicht mächtig. Allerdings... vielleicht, wenn sie in eine Pfütze starrte und sich so lange einbildete etwas zu sehen; vielleicht würde dann wirklich das passieren? Ach nein, Schwachsinn! Tínen hätte fast gelächelt - wenn ihre schroffe Art es ihr nicht verboten hätte. Aber wie sagte man so schön? Harte Schale - weicher Kern.
Wahlweise traf es auch umgekehrt auf Wesen zu, aber nun ja nicht auf sie. Die Fähe schüttelte sich kurz nachdem sie einen Moment inne gehalten hatte. Vielleicht sollte sie langsam mal einen Ton von sich geben? Oder war das Rudel noch zu weit entfern. Hm, nach dem Motto 'besser zu früh als zu spät' handeln oder eher nach 'Komm ich heut nicht - komm ich morgen. Und wenn nicht - Übermorgen bin ich ganz bestimmt da.' ? Wie dem auch sei. Sie würde, wie üblich, ersteres wählen. Aber noch nicht jetzt. Die Witterung schien ihr noch nicht stark genug. Also... abwarten. Ihre Stimme war mit der Zeit arg eingerostet, sodass sie selbst sich nicht mehr an den Klang erinnerte. Und sie wollte diese lang nicht gebrauchte Stimme nicht überlasten, um dann heiser zu seien, wenn sie sie tatsächlich bräuchte.
Lange aber ließ sie nicht mehr auf sich warten. Wenige Minuten, aber viele Schritte später hielt sie ein zweites Mal inne und reckte den Kopf in die Höhe, ein raues Heulen zu entsenden.

"Wölfe dieses Rudels, eine lange Wanderschaft ließ mich den Weg hier her beschreiten. Müde von den langen Wegen erbitte ich eine Zeit lang bei euch verweilen zu dürfen..."

Die Ohren prüfend aufgestellt hatte sie ihrer eigenen Stimme gelauscht. Gähnend zeigte sie eine Art Desinteresse an ihrer Stimme. Es waren halt einfach gesprochene Worte gewesen; mehr nicht. Sie hatte noch ziemlich gut geklungen, wie die liebliche Stimme einer jungen Wölfin eben. Wie dem auch sei, resignierend legte sie ein Ohr schief und setzte noch einige Schritte voran, versuchte sich die Zeit ein wenig zu vertreiben, bis ihr Auge das Tal streifte. Wie wunderschön es aussah... Hier würde sie warten, genau hier und alles beobachten, was sich beobachten ließ. Diese Art von Schönheit musste man einfach genießen. Und diese wunderschön klare Luft...


14.12.2006 16:05




Jeanne


Die Gedanken der letzten waren nicht völlig weg, schwirrten weiterhin durch den Kopf der weißen Fähe. Doch zum größten Teil war ihr Kopf wieder klarer, die konnte sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren, war nicht mehr das Wrack wie vor einigen Monaten. Aber sie hatte auch gar nicht mehr die Zeit, über irgendetwas nach zu denken. Immerhin war ihre Vermutung wahr geworden. Nun herrschte hier wieder Leben, das Rudel wurde von 60 kleinen Pfoten auf Trab gehalten. 15 kleine Fellbündel die herum sprangen und so ziemlich alle unter Kontrolle hatten. Kiba, Silence, Adali und Yosó waren nun so gesehen die 4 Leiter dieses Rudels. Silence war neben Kiba Alpha, Jeanne selbst lag auf der Wiese, so entspannt wie schon lange nicht mehr. Der Wind zog ruhig an dem sauberen Fell der Schnee weißen Fähe. Sie schlief nicht wirklich fest, sie befand sich eher in einer Art Dämmerschlaf. Leicht zuckten die weißen Ohren, als sie eine leise Melodie vernahm. Die blauen Augen ließ sie jedoch geschlossen, denn sie wußte genau wer da so vor sich hin summte. Nur leise drangen die Geräusche an ihre Ohren, doch da es nun wieder etwas stiller geworden war, die Welpen teilweise schwiegen, verstand sie die Stimme des Rüden etwas besser. Langsam öffnete sie ein Auge, jedoch nur einen kleinen Schlitz weit. Danley Lanés. Der grau braune Rüde, der neben Jeanne auf der Wiese lag. Was bedeutete er ihr, was für Gefühle hegte die Weiße für ihn? Konnte man dies wirklich Liebe nennen? Wahrscheinlich war dies die einzig passende Bezeichnung dafür. Schweigend lauschte sie der Melodie, die der Rüde summte. Die letzten Monate hatten ihr Leben wirklich mit einem Schlag verändert, und trotzdem hing sie noch in der Vergangenheit fest, dachte immer und immer wieder an früher. Doch nun konnte sie auch wider lächeln, konnte Freude ausstrahlen. Als das Summen verstummte, schloß Jeanne das Ozean blaue Auge, stellte aufmerksam die Ohren auf. Sie schreckte nicht zusammen, als sie spürte, dass der Graue sie berührte, sie hatte irgendwie darauf gehofft, seine Nähe zu spüren. Nun lag es bei ihr, sie hatte den ersten Schritt zu einem völlig neuen Beginn gestartet, indem sie dem Rudel beigetreten war. Der zweite war nun gefolgt. Sie hatte jemanden gefunden, dem sie vertrauen konnte, der ihr Nähe gab. Jetzt musste sie dieses Glück nur noch fest halten, nicht einfach alles zersplittern lassen. Langsam hob sie den Kopf, schüttelte diesen kurz ehe sie den Blick Danley zuwandte. Langsam schleckte sie dem Grauen über die Schnauze, die Rute begann leicht hin und her zu pendeln.

“Guten Morgen! Hast du gut geschlafen?“

Jeanne lächelte... Ein in letzter Zeit seltener Ausdruck legte sich auf die dunklen Lefzen. Doch sie hatte es wieder gefunden, das Lächeln, das ihre Mimik früher so oft gezeichnet hatte. Man konnte ohne ein geschultes Auge erkennen, das Jeanne förmlich vor Freude strahlte. So konnte es nach der Meinung der Fähe bleiben, alle waren glücklich und kaum jemand dachte noch an die vergangenen Zeiten. Nur die Toten, an die man wohl oft dachte, erinnerten noch an den Sturm, der vor einiger Zeit gewütet hatte. Viele waren gestorben, einige lebten jedoch in den Herzen der anderen weiter. Zum Beispiel Alice, die Adoptiv Tochter von Alice und Silence. Und nun würden sie erst ein Mal alle ihre Zeit hier auf der Wiese verbringen, glücklich als eine Einheit, zusammen haltend. Wie eine große Familie, die so schnell niemand auseinander bringen konnte. Und sie hatte ihr Glück gefunden. In der Form eines garu braunen Rüden...


14.12.2006 16:15




Shaiya


In Shaiyas Kopf tauchen immer wieder Erinnerungen auf. Da sah sie einmal, die erste Begegnung mit Jeanne und dem schwarzen Rüden Naku, lange hatte sie ihn nicht mehr gesehen. War er überhaupt noch im Rudel, oder war er doch so unauffällig? Und dann starrte sie wieder durch die kleinen braunen Augen, die sie als Welpe hatte und sah Kiba mit großen Augen an. Schon von Anfang an, fand sie, Kiba war eine starke - nicht nur körperlich- Fähe, die es verstand, Alpha zu sein. Sie war ihr sehr symphatisch und verbreitete im ganzen Rudel, vermutete Shaiya zumindestens, eine angenehme Stimmung. Und wenn sie traurig war, dann legte sich auch über das ganze Rudel eine Art Nebel der Trauer. Langsam streckte sie sich. Die weiße Fähe lag unter einem Nadelbaum im Schatten, wollte nicht weiter auffallen. Kurz zuckte ein schneeweißes Ohr, als eine kleine lästige Fliege eine Runde um ihr besagtes Ohr drehte und dann schwirrend davonflog. Kaum hörbar schnaubte Shaiya und lockerte ihre Haltung wieder. Die Augen waren immer noch geschlossen, sie wollte sie nicht öffnen. Doch war sie wach. Hellwach. Der Krach, der gerade veranstaltet worden war, der kleinen, lebensfrohen Welpen war nicht zu überhören. Seufzend hob Shaiya den Kopf, ein Lächeln lag auf den Lefzen der Jungwölfin. Dann, ganz langsam, Schritt für Schritt öffneten sich die nougatbraunen Augen der weißen Wölfin. Gähnend stellte sie sich auf. Es war ein neuer Tag, was würde er bringen, was würde heute passieren, und vorallem, was würde sie jetzt tun? Sie schwenkte den Kopf ein paar Mal umher, entdeckte dann, relativ nah bei den Welpen, Jeanne, ihre Ziehmutter und ihren vermutlichen Ziehvater. Danley Lanés. Sie mochte den Graubraunen mit den grüngelblichen Augen. Solange er sich gut um Jeanne sorgte, würde sie nichts sagen. Warum auch? Er war nett zu ihr, nett zu Jeanne. Jeanne wirkte glücklich, war das nicht das einzige, was zählte? Shaiya ertappte sich, in ihrem Erinnerungen zu forschen, wann sie glücklich war, vor der Zeit in den Tears of Destiny. Energisch schüttelte sie den Kopf und ging ein paar Schritte. Sie würde erst einmal Yago suchen. Der schwarze Rüde war mittlerweile ein ihr sehr symphatischer - wenn auch ruhiger- Rüde und gehörte zu ihrem Freundeskreis, zu dem eigentich jeder Wolf hier gehörte, aber mit nur einigen hatte sie wirklich ständig Kontakt. Zögernd tappste Shaiya umher. Wahrscheinlich war Yago abseits der Welpen, sie wusste, es war etwas geschehen, dass er etwas hatte gegen die Welpen, er wirkte dann noch abwesender als sonst. Als sie in nach einer kurzen Weile in Gesellschaft von Slayer und Lotus fand, setzte sie sich dazu, setzte eine entschuldigende Mine auf und sagte freundlich:

"Guten Morgen Yago, Lotus und Slayer. Ich hoffe ich störe eure kleine Runde nicht. Wie ist euer morgen verlaufen?"

Als ihr Blick von Wolf zu Wolf wanderte, bemerkte sie auch Lotus' verletzte Pfote. Die Wunde fing schon an zu verkrusten, und unwillkürlich zog Shaiya auch ihre Pfote mit der unnatürlich großen Kralle näher an sich und schaute zu Boden. Sie wollte Lotus lieber nicht darauf ansprechen. Sie wusste doch, wie es war, wenn man etwas hatte und es verbergen wollte. Eigentlich machte sie sich schon etwas Sorgen um sie, so war Shaiya einfach, aber dennoch verkniff sie sich die Frage. Stattdessen rieb sie kurz ihren Kopf an Yagos Nacken und fragte ihn dann ganz persönlich nach seinem Wohlbefinden.

"Yago, wie geht es dir diesen Morgen? Ist der Tag nicht schön?"

Auf ihren Lefzen lag wieder ein fröhliches Lächeln, sie wollte diesen Tag genießen. Etwas faul sein, nichts aufregendes erleben. Das einzige was sie wollte war plausibel. Einfach. Einfach nur leben. Ihr eigenes Leben in vollen Zügen genießen.


14.12.2006 20:20




Slayer


Slayer sah shaiya herkommen udn auf ihre Frage hin antwortete er:

"Naja nicht wirklich spanndenes bei mir, bin neben dem rudel hergetrabt, hab mri wie immer nen Schlafplatz gesucht und will heute mal in Gesellschaft sein wo ich so viel allein bin, also das psannenste was ich beobachtet habe sind Bäume"

Sein grinsen war kaum zu übersehn. von allen Wölfen die er "kannte" mochte er shaiya am meisten. Nachdem er seinen satz zuende gesprochen hatte fragte er kurz darauf

"Und bei dir? Wie war dein Früher Morgen?Auch so spannend wie meiner?"

Slayer kicherte kurz und hatte das wort "spannend" amüsiert betont. Er saß still da und sah zu Lotus. Er überlegte, wie er in diesem fall mit so einer Wunde zurecht kommen würde
Er fühlte sich gut, im umkreis mehr als einem wolf zu sein. nun konnte er mit anderen wölfen Kontakt haben ohne das man ihn wegschickt. Auch die roten augen die er besaß (ein Geburtsfehler, den normalerweise Albinos haben) schienen nicht zu stören.Ihm viel etwas ein, was zu der wunde passt

"Also, wenn es dir etwas weiterhilft solltest du die Pfote in kaltes Wasser tauchten, hat anfangs ein unangenehmes gefühl, aber es wirkt, dadurch lindenr die schmerzen"

Seine Lefzen zogen sich zu einem freundliche lächeln hoch. Als er Lotus und shaiya, auch Yago und die andernw Wölfe im umkreis ansah, dachte er über den Frühling nach, ja der Frühling. Der Frühling war Slayers chance eine gefährtin zu bekommen, jedoch hatte niemand nicht mal annähernd lust 5 minuten mit ihm zu reden.

~Vielleicht wird es diesesmal anders sein~

hoffte Slayer und wartete ab, was nun passieren würde


15.12.2006 14:41




Adali


Gemütlich lag die Schwarze da. Die Augen hatte sie entspannt geschossen und sie döste vor sich hin. Tief schlafen tat sie nicht, aber sie war etwas zu träge, sich schon zu erheben. Es war einfach noch zu früh. Also behielt sie die Augen geschlossen, die Sinne dennoch aufmerksam, in Gedanken an die vergangenen Wochen und Monate. Sie war Mutter geworden. Hätte man ihr das vor knapp 2 Jahren oder so gesagt, hätte sie denjenigen für verrückt erklärt. Niemals hätte sie dies für möglich gehalten. Aber es war wahr. Es war die richtige Realität. Der Wolf, den sie liebte, war der Vater ihrer vier gesunden Welpen. Mehr hatte sie sich auch nicht gewünscht. Hauptsachen sie waren alle wohl auf. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lefzen. Ihr Herz war von Freude erfüllt, als sie ein kleines Fellbündel an ihrem Bauch spürte. Ihre eine Tochter Yumé. Die Kleine hatte sie wirklich in Erstaunen versetzt. Sie hatte nicht wie Teyrm und Sheyna die Augen ihres Vaters und auch nicht die ihre oder ihrer Ahnen. Sie waren schwarz mit einem Hauch blau. Oft hatte sie sich gefragt, wo die Welpin diese Augenfarbe herhatte. In ihren Genen gab es mit Sicherheit keine Erbinformationen für blaue Augen, da diese verhasste Farbe neben grün die Augen der Erzfeinde ihres alten Rudels waren. Mittlerweile hatte sie sich an den Anblick blauer Augen gewöhnt. Es gab in diesem Rudel genügen Wölfe mit blauen Augen und sie hatte sich zudem unter Kontrolle. Mal davon abgesehen das diese Wölfe unschuldig waren, hatten sie doch nichts mit dem Krieg von damals zu tun. Wenn nicht von ihr, so musste Yumé die Augen doch von ihrem Vater geerbt haben. Aber warum machte sie sich darüber Gedanken? Es war doch egal. Das Wichtigste war, das sie gesund waren. Sie sog die frische Morgenluft tief ein und öffnete dann blinzelnd die Augen. Was für ein Krawall... Aber das waren wohl mal wieder die Jungs...Teyrm mit seinem Freund Toboe; Aidan war mit Sicherheit auch schon auf den Pfoten. Aber um die kleinen Halbstarken machte sie sich keine Gedanken. Sie konnten schon ganz gut auf sich aufpassen. Zudem waren die Alphas Kiba und Silence bei ihnen...Oder eher andersherum? War ja auch egal. Genüsslich streckte sie sich, wandte den Kopf und sah zu dem Diamanten. Sie war so glücklich ihn zu haben, das sie es gar nicht in Worte fassen konnte. Vorsichtig machte sie den Hals lang, um wie schon so oft zärtlich über den schwarzen Fang zu streichen. Er hatte es tatsächlich geschafft. Er hatte ihr Herz in Flammen aufgehen lassen, sie gänzlich eingenommen. Und sie war so froh darüber. Sie wollte ihn nie mehr missen. Nie mehr. Ihr Augen schlossen sich wieder, als sie sich zusammen rollte, den Kopf nahe dem Kopf ihres Geliebten, mit einer Pfote drückte sie vorsichtig ihre Tochter an sich. Sie wollte noch ein bisschen ruhen, ehe der Tag für sie beginnen würde.

15.12.2006 16:35




Sheyna Ayáru


Zu einem einzigen Fellbündel zusammen gerollt lag die kleine Fähe dicht an ihren Vater gekuschelt. Sie brauchte ganz einfach die Wärme ihrer Eltern und ihren Schutz. Sie war eben recht sensibel und empfindlich. Die sturmgrauen Augen waren entspannt geschlossen, nur hin und wieder zuckten ihre Lieder. Sie träumte. Die Sonne wärmte ihren braunen Pelz, während sie im Traum eine hübsche, tiefschwarze Wölfin war. Ihr sehnlichster Wunsch. Schwarz... Ihre Eltern und Geschwister waren alle schwarz. Warum nur sie nicht? Sie verstand es nicht, aber sie hatte auch nie gefragt. Viel zu groß war die Angst vor der Antwort. Aber im Traum war alles anders. Dort war sie froh. Sie tollte mit ihrem Bruder über die Wiese. Ihr großer Bruder...Aidan...er hatte sie vom ersten Augenblick an beschützt. Er hatte ihr stets gut zugeredet, ihr die Welt erklärt, die er etwas besser verstand als sie. Er hatte sie bei den Spielen mit einbezogen und wer gemein zu ihr war, bekam von ihm Eine verpasst. Ja, ihr großer Bruder war sehr lieb zu ihr. Und jetzt, hier im Traum konnte sie mit ihm lachen und sich freuen. Er sagte etwas. Doch vor lauter Lachen verstand sie ihn nicht. Sie stellte sich auf die Hinterläufe, legte die Vorderpfoten auf seinen Rücken und zog an seinem Ohr. Wieder sagte er etwas... Muttersöhnchen? Verwirrt runzelte sie die Stirn. Was sagte er denn da? Warum Muttersöhnchen? Meinte er sie damit? Sie blickte sich um. Musste ja schon, denn sonst war keiner da. Aber wieso ‚Sohn’? Sie war doch Tochter??!!
Verdutzt blinzelnd öffnete sie ihre grauen Augen.

" Was ist denn los? "

Nuschelte sie, ehe sie sich etwas streckte. Die feine Schnauze zu einem Gähnen verzogen blickte sie sich um. Lautes Lachen war zu hören. Verschlafen stand sich auf, doch sogleich schmiegte sich das dichte Fell ihres Vaters um den schmächtigen Körper. Die Wärme die er für sie ausstrahlte machte sie wieder so schläfrig. Noch einmal gähnte sie, streckte sich, rollte sich zusammen und schloss die Augen. Die Augen, die so anders waren. Überhaupt war sie anders. Aber darüber würde sie wohl später auch noch nachdenken. Jetzt wollte sie noch ein wenig bei ihrem starken Papa sein. Als ob er ihre Gedanken gelesen hätte, fuhr er ihr mit der Zunge durch das Fell. Sie genoss diese Berührung voller wärme und Geborgenheit. Leicht lächelnd schmiegte sie sich an den Bauch des Rüden, die Pfoten eng angezogen und wohlig seufzend.


15.12.2006 17:01




Akarúi


Als die ersten Sonnenstrahlen des Tages über das Land geworfen wurden und auf die hellen Ohren der Weißen trafen, durchströmte sie kurz ein Gefühl wohliger Wärme und Freude. So wie fast jeden Morgen seit sie Mutter war, seit 3 Fellbündel ihr Leben bereicherten und sie des manchem Males in Atem hielten. Doch welcher Welpe tat das nicht? Eigentlich so gut wie alle und sie war glücklich, dass es so war und nicht anders, so wusste sie doch, dass es ihren 3 Welpen gut ging. Vorsichtig hob sie den Kopf von ihren breiten Pfoten und wandte ihn zur Seite. Ihr Blick richtete sich zärtlich auf die noch im tiefen Schlaf liegenden Welpen, die bei ihr lagen und sich von dem Lärm der anderen Welpen scheinbar nicht stören ließen, noch nicht. Bald würde das Gewusel wieder anfangen und ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, wie die Tage davor auch. Ein leiser Seufzer entfuhr ihren Leftzen bei den Gedanken daran, sie würde das Gefühl nie missen wollen Mutter zu sein, sie hatte es sich nicht so schön vorgestellt wie es nun war und doch, vielleicht wäre es anders, wenn sie sich nicht völlig allein um die Welpen kümmern müsste, sondern die Freuden mit deren Vater, Mitsah, teilen könnte. Ob er überhaupt wusste, wie unterschiedlich sein Sohn und seine zwei Töchter untereinander waren und wie sehr sein Sohn, Pyry Phirun, ihm doch ähnelte, wie sehr er Akarúi an ihn erinnerte? Sie war sich unsicher was dies betraf, da Mitsah doch nur immer dann zu ihnen kam, wenn die Drei schon schliefen und nichts mehr von seinem Besuch mitbekamen. Doch natürlich konnte sie sich irren, sie hoffte es jedenfalls.
Aufmerksam ließ sie den Blick ihrer hellbraunen Augen über die drei Fellbündel gleiten und musste mit immer noch einiger Verwunderung, aber auch mit Stolz, erkennen, wie unterschiedlich sie doch waren, Äußerlich wie auch ebenso vom Charakter her; Pyry Phirun hatte als einziger die Fellfarbe seines Vaters geerbt, genauso wie einen Teil seines Charakters, die Arroganz. Doch besaß auch er Neugier und Verspieltheit, wobei er durch erst genanntes dauernd in Schwierigkeiten geriet. Ankorú besaß ebenso wie sie selber weißes Fell(? Weiß ich nicht genau, ob das so ist ^^"), doch war sie so ziemlich die Normalste der drei Welpen und zuletzt war da noch ihr kleines Sorgenkind, ihre Námida é Syáná. Ein leiser Seufzer entfuhr ihren silbernen Leftzen, während sie ihre kleinste Tochter betrachtete und mit kleinste meinte sie auch kleinste. Denn sie war von den drei Welpen her, die Kleinste und die Leichteste, mit zierlichem Körperbau und weichem, weißen Fell, mit braunen Augen, die ihren sehr zu ähneln schienen nur war in ihnen oft ein leerer Ausdruck zu lesen, den Akarúi sich nicht erklären konnte, aber nichts unversucht ließ, ihre kleine Tochter in Freude zu versetzen. Schnell hatte sie bemerkt, dass Námida ihr kaum von der Seite wich, sie fast überallhin begleitete und sie sich, so bald sie allein war, nicht wohl fühlte, sogar Angst bekam. Seit dieser Entdeckung vermied Akarúi ihre Tochter lange allein zu lassen und sie so oft es ging mitzunehmen. Um die anderen Beiden brauchte sie sich keine solchen Sorgen zu machen, denn diese kamen gut zu recht. Doch versuchte sie ihnen das gleiche Ausmaß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen wie Námida.

.oO(Doch dabei leidet eine andere unter…)Oo.

musste sich die Weiße wehmütig eingestehen; Lotus Haná. Obwohl sie so etwas wie Schwestern waren, hatte Akarúi sie sträflich vernachlässigt und sich nur um ihre kleine Familie gekümmert, ohne ihre Freundin dabei mit einzubeziehen. Sie konnte und wollte sich nicht damit rechtfertigen, dass ihr all diese Gefühle, die sie in der letzen Zeit kennen gelernt hatte, neu und so völlig unbekannt waren. Dies war keine Entschuldigung für das was sie getan hatte. Sie hatte ihre Freundin nicht bei irgendetwas mit einbezogen, nichts. Absolut nichts, sie war eine miese Freundin und Schwester für Lotus Haná. Schwer seufzend bettete sie den Kopf neben dem kleinen Körper ihrer Tochter Námida auf das, noch etwas von Tau, benetzte Gras und zog tief die frische Luft durch die Nase ein. Vielleicht sollte sie ihre Freundin später am Tag aufsuchen und sie um Entschuldigung bitten für die Vernachlässigung der letzten Zeit.

.oO(… und für alles was noch passieren könnte.)Oo.

versetzte Akarúi sarkastisch in Gedanken. Sie war so gut darin, andere zu verletzen, ohne das sie es überhaupt bemerkte, dass sie es zu ihrer größten Stärke zuzählen könnte. Aber auch bewusst andere zu verletzen und zu reizen war sie gut. So gut wie Mitsah es mit Kraft war, so gut war sie es mit ihrem Verhalten. Es war wirklich schlimm und genau das hatte sie ihrer Schwester, ihrer Freundin, angetan. Ihre hellbraunen Augen schweiften zu Lotus Haná und beobachteten sie eine Weile. Gerade als sie sich wieder abwenden wollte, erhob sie sich und kam auf sie zu. Forschend betrachtete Akarúi ihre Freundin und war ein wenig verletzt, als diese in einem großen Abstand von ihr verharrte. Doch noch mehr versetzte es ihr einen Stich, dass Lotus Haná den Blick zu Boden gesenkt hielt, ihr keinen einzigen Blick schenkte. Was war los? Ihre Ohren hüllten sich nach vorne, als die Stimme ihrer Freundin ertönten, sie nahm jedes Wort war. Aber was sie bedeuteten, das setzte sich erst nach und nach in ihrem Kopf wie ein Puzzle zusammen und ihren wahren Inhalt verstand sie erst, als die Weiße mit den tiefen, braunen Augen ihr den Rücken kehrte und sie eilig verließ. Mit starrem Blick blickte Akarúi ihr nach, doch tun tat sie nichts, sie fühlte sich wie gelähmt.

.oO(Nicht mehr wichtig bin… Ich weiß nicht, ob ich bleiben kann…)Oo.

Immer und immer wieder ließ sie die Worte durch ihren Kopf ziehen, unfähig sie zu begreifen, unfähig zu begreifen, was es für sie bedeutete. Durch ihr sträfliches Verhalten, durch ihre Vernachlässigung, würde sie eine lieb gewonnene Freundin verlieren, jemanden den sie seit langer Zeit wieder wahres Vertrauen schenkte. Das durfte nicht passieren, nicht so. Akarúi biss sich hilflos und verletzt auf die Leftzen und senkte den Kopf. Trotz der Gegenwart ihrer Welpen spürte sie eine unbekannte Leere in sich, etwas fehlte und sie wusste auch was; Lotus Haná. So musste sie sich die ganze Zeit über gefühlt haben, allein und im Stich gelassen.
Langsam ließ sie den Kopf zu Boden sinken, als wäre er auf ein Mal zu schwer für sie geworden und schloss die Augen. Sie verspürte plötzlich eine Müdigkeit, die sie sich nicht erklären konnte. Trotz allem nahm sie war, dass Mitsah sich ihr mit leisen Schritten langsam näherte und wie spät er diesmal zu ihnen kam. Akarúi hörte das Rascheln von Gras vor ihr, wie er sich niederließ und spürte den Blick auf sich ruhen. Langsam öffnete sie die hellbraunen Augen und sah ihn einen Augenblick schweigend an, bevor sie ihren Hals und ihren Kopf reckte um ihm zur Begrüßung über die dunklen Leftzen zu lecken.

„Guten Morgen...“

Akarúi schenkte ihm einen langen Blick und versuchte ein Lächeln auf ihre hellen Leftzen zu zwingen, das ihr jedoch missglückte.


16.12.2006 15:45




Lotus Haná


Lotus wurde es zuviel. Sie wusste nicht mehr, was sie fühlten sollte, aber nun hatte irgendetwas in ihr einen Sprung gemacht und alles war zerstört. Sie wollte fliehen, für immer wegrennen, sie spürte, dass jemand an sie dachte, aber sich nicht um sie kümmern wollte. Lotus schüttelte ihren Pelz kurz, dann kam ein weiterer Wolf zu ihnen und die junge Fähe merkte, dass sie es nicht wollte. Vorhin hatte sie noch gedacht, dass sie Aufmerksamkeit wollte, aber nun spürte sie, dass es zuviel auf einmal war, es kamen auf einmal alle Wölfe auf sie zu und um Aufmerksamkeit bat sie nun wirklich nicht mehr. Die weiße Fähe Shaiya war zu ihnen gekommen und Lotus beobachtete sie kurz ausdruckslos, wollte irgendein freundliches Wort auch zu ihr schenken, aber ihr schien alles genommen zu werden. Als Shaiya ihren Kopf an Yago rieb, versetzte es Lotus einen Stich im Körper, wieso waren alle Wölfe verliebt und glücklich? Jeder hier hatte einen Gefährten, warum gab es für sie niemanden? Nun verstand Lotus langsam, dass es nicht an der Zeit lag. Es lag an ihr. Sie war anscheinend eine hässliche Wölfin, eine dumme Wölfin, sonst hätte es in den ganzen letzten Monaten einen Rüden gegeben, der wenigstens mit ihr geredet hätte. Ja, sie war hässlich und dumm, nun verstand sie langsam, was es wirklich bedeutete, einfach „nur“ eine Fähe zu sein. Sie wollte Grinsen, ein dreckiges Grinsen auf ihre Lippen zaubern und damit vertuschen, dass es ihr verdammt weh tat nun die Wahrheit zu kennen, aber nicht einmal dies gelang ihr und Lotus sah zu den Wölfen auf. Es hatte sich erledigt, endgültig. Sie wollte das Paar alleine lassen, sie konnten doch auch nichts dafür, sie waren nur glücklich, sie konnten ja nicht ahnen, das Lotus unter ihren Anblick litt und das wollte sie den beiden Wölfen Yago und Shaiya auch nicht vorwerfen, es war nicht der Fehler der Beiden. Und auch Slayer konnte nichts dafür. Sie wollte ihm nicht das Gefühl geben, das er nervte, aber nun wollte sie für immer alleine sein. Wenn es wirklich keinen gab dann brauchte sie auch keine anderen Wölfe. Slayer verstand sich gut mit Shaiya und Yago, er würde sicherlich kein Problem damit haben mit den Beiden zurück zu gehen, sie würden ihr Verschwinden nicht einmal bemerken, denn Lotus wollte es nicht an die große Glocke hängen. Die weiße Fähe lächelte müde und gequält, drehte sich von den Drei Wölfen – die sie doch so nett fand – weg und humpelte davon. Ihre Pfote schmerzte noch etwas beim Auftreten, aber das würde sie nicht daran hindern, nun wegzugehen. Nein, ganz im Gegenteil, es gab ihr sogar noch einen größeren Ansporn.

Früher war Lotus eine Fähe von einem einzigartigen Charakter gewesen, sie war glücklich gewesen, hatte immer gelacht und die Welt geliebt. Sie hatte in alles eine Hoffnung gelegt. Die weiße Fähe hatte viele Freunde gehabt, viele Fähen und viele Rüden, sie hatte sich gerne um die Welpen gekümmert und Spaß an allem gehabt. Einmal war ein Rüde in sie verliebt gewesen, aber sie war gegangen, es hatte ihr Weh getan, er wäre der einzige gewesen, der ihr in diesem Leben noch etwas Besonderes gegeben hätte, aber sie konnte nicht. Und nun war kein Rüde mehr da. Nun waren auch keine Fähen mehr da, keine anderen Wölfe. Keine Welpen. Gar nichts. Ein ganzes Gefühl war weg. Freunde waren Weg und Hoffnungen.

Die weiße Fähe hatte sich nun schon ein ganzes Stück wortlos von den Wölfen entfernt. Und ihr folgte keiner, das war gut, sie hatten also verstanden, dass Lotus nun alleine sein wollte und sie konnten beruhigt zurück zum Rudel gehen. Es war doch eigentlich alles in Ordnung oder? Nein, eigentlich nicht. Warum überspielte sie es nur? Es gab doch gar nichts zum Überspielen. Die weiße Fähe stoppte nach einem langen Lauf, wo sie nun war, wusste sie nicht, der Duft des Rudels war überall, also war sie noch im Revier. Nun, das war in Ordnung, sie wollte nicht ganz gehen – bisher nicht – aber sie wollte auch nicht bei all den Wölfen sein. Würde eigentlich Kiba bemerken, dass eines ihrer Mitglieder gerade tödliche Gedanken hatte? Würden Shaiya, Yago oder Slayer Kiba etwa sagen, dass es Lotus nicht gut ging und man nach ihr sehen sollte? Nein, das durften sie nicht, das wollte Lotus nicht, sie wollte nicht mit ihrer Alphafähe darüber reden. Sie ahnte, was Kiba ihr sagen würde und Lotus wusste, dass es vielleicht so war, aber das es ihr doch nicht helfen würde. Oder würden die drei Akarúi von ihrer Verletzung erzählen? Lotus seufzte und ließ sich auf dem Boden nieder, sie sah schweigend auf ihre Pfote und wartete auf eine Bewegung eines Vogels oder ein Geräusch des lauen Windes, damit sie an irgendetwas denken konnte. Nicht nur an die Leere in ihr.


17.12.2006 13:28




Slayer


Slayer hatte das verschwinden Lotus bemerkt und wollte ihr hinterher. Als er etwas hinter ihr war, blieb er stehn....irgendwas sagte ihm das er ihr nicht folgen sollte. Er sagte - und hoffte das sie das nicht hören konnte, obwohl er laut genug sprach

"Ich hoffe das wir uns wenigstens...wiedersehn..."

er sah ihr nach, und ging dannrichtung eines Felsens nahe eines Baumes hin, legte sich hin und seufzte. Komischerweise, hatte er nur noch Lotus im Kopf. Leise murmelte er

"Irgendwie muss ich ihr helfen....irgendwie!"

Er verfluchte sich dafür das er ihr nicht helfen konnte, und knurrte ab und zu, aber dazwischen winselte er auch. Sich einrollend, fragte er sich ob sein Versuch, sich in der Gesellschaft einzufügen nicht doch ein reinfall war.

~Verdammt....man bin ich töricht gewesen zu glauben jemanden helfen zu können...~

Aber dann kam wieder Lotus in sienen Gedanken....irgendwie mochte er sie. Früher konnte er das nicht, da er sie nicht kannte. Aber jetzt...bekamm er sie nicht mehr aus dem Kopf


17.12.2006 13:28




Yago


Yago hatte den Worten Lotus' zwar ehrlich aufmerksam gelauscht, hatte aber kein Wort verstanden. Nicht, weil Lotus undeutlich oder leise geredet hätte, oder seltsame Worte verwendet hatte ... nein, er verstand einfach nicht, was sie damit meinte. Es kam ihm wie eine sinnlose Aneinanderreihung von zweckentfremdeten Wörtern vor. Glücklicherweise rettete aber der Umstand, dass Slayer plötzlich auftauchte die nun etwas verzwickte Situation. Nun, seltsam, tatsächlich war Slayer mal zu etwas Nütze. Im Allgemeinen hatte er ja nur die Angewohnheit Yago auf die Nerven zu fallen und ihm überall hin zu folgen, jetzt hatte er immerhin den angenehmen Nebeneffekt, dass Yago vorerst nicht so antworten konnte, wie er es gewollt hätte, hätte er auch nur ein Wort verstanden. Stattdessen ließ er erstaml seinen Blick auf Slayer ruhen, eindeutig feindlich, aber das musste der Schwarze wohl schon gewohnt sein und groß stören tat es ihn ja nicht. Einen kurzen Moment lang überlegte er, ob er Slayer anfahren sollte, aber sein Hin-und-her-gerissen-sein zwischen aufmerksamer Zuhörer und wütender Mörder wurde von der Erscheinung verscheucht, an die er schon den ganzen Morgen lang nicht hatte denken wollen. Shaiya. Der Grund, warum er nicht an sie gedacht hatte, war nicht so simpel zu verstehen. Man könnte denken, dass es daran liegen würde, dass er sie nicht mochte. Aber es war gerade das Gegenteil und damit das Erschreckende. Sie waren sich in den drei vergangenen Monaten näher gekommen und dabei hatte Shaiya etwas geschafft, dass Yago verängstigte. Er freute sich, wenn er sie sah. Ihr Lächeln tat ihm gut. Manchmal machte er sich sogar Sorgen um sie. Und wenn sie ihn berührte, fühlte es sich schön an. Und all das war ... ungewohnt. Ja, in aller erster Linie ungewohnt und auch ein wenig erschreckend. Jetzt aber, wo sie einfach zu ihnen schneite und ihren Kopf in seinen Nacken lehnte, verlor es seinen Schrecken. Es tat wieder nur gut.

"Mir geht es recht gut. Aber der Tag hält sich mit seiner Schönheit in Grenzen. Aber dich scheint er dafür reich zu beschenken?"

Er warf ihr ein Lächeln zu, es glich jedem anderen Lächeln, das er je gelächelt hatte bis auf Haar ... aber das Besondere an ihm war, dass er nicht nur äußerlich lächelte. Sondern auch innerlich. Aber schon war dieser Moment vorbei, sein Blick richtete sich wieder auf Lotus und er sah sofort, dass sie entweder eebnfalls von Slayer angenervt war, der nun wieder dumme Kommentare von sich gab, oder insgesamt der Meinung war, dass doch ein paar zu viele Augen auf ihre Pfote gerichtet waren. Jedenfalls trottete sie kurz darauf davon und Yago entschloss sich, sie ziehen zu lassen. Erstens war Shaiya hier und es war doch schon eher klar, wessen Gesellschaft er vorzug und zweitens war Lotus gegangen und das einigermaßen eindeutig. Und, welch ein Glück, vielleicht meinte es der Morgen ja doch gut mit ihm, ging auch Slayer kurz darauf. Verzog sich irgednwohin und ließ ihn alleine ... war ja kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr.
Yago ging es irgendwie gut.


17.12.2006 23:54




Shyel


Shyel starrte stumm auf ihr Spiegelbild. In sanften Wellen sahen ihre Augen aus dem klaren Bachlauf zu ihr hinauf, azurblau schimmerte es in dem Grau der Steine. Was tat sie hier eigentlich? Sie hatte in diesem Revier, an dessen Fluss sie nun stand nichts verloren. Sie hatte in der Welt nichts verloren. Dennoch, stand sie hier, ihr weißes Fell floss rein und schimmernd ihren Körper hinab und verbarg das Elend. Nur die Narben an ihren Vorderläufen, teilweise noch offen und mit rotem Blut verkrustet, vermochte es nicht zu verbergen. Sie blieben die einzigen Zeugen des Leides, das die junge Fähe mit sich herumtrug. Ihren Gefährten verloren, ihren einzigen Freund verlassen, eher anders herum, und von ihrem eigenen Rudel verjagt. Es gab genug Dinge, die dafür sprachen, dass sie einfach verhungern sollte. Mit einer fahrigen Bewegung knabberte sie an ihrem Bein und biss dabei – fast beiläufig – eine der Wunden auf. Es quollen nur wenige Blutstropfen hervor, als wären die Schrammen es müde geworden immer und immer wieder ihre roten Tränen zu weinen. Sie nieste, mehr ein erzwungenes Niesen, einfach um das Blut, das nun wieder auf ihrer Zunge klebte zu verscheuchen. Sie sah wieder in den Bach, jetzt schimmerten ihre Augen traurig, und wandte sich dann ganz davon ab. Sie war in einem fremden Revier eines fremden Rudels und ganz in ihrer Nähe lagen einige fremde Wölfe. Vielleicht sollte sie zu ihnen gehen? Was erhoffte sie sich davon? Aber …
Ihre Läufe begannen sich ganz automatisch zu bewegen, mit weichen, fließenden Schritten glitt sie durch den Wald, dem Geruch nach und einfach hoffend darauf, dass es ihr mehr Glück bringen würde als all das, was sie zuvor getan hatte. Nach nur wenigen Minuten entdeckte sie dann einen schwarzen Rüden
(Slayer) Unter einem Baum liegend. Shyel sah ihn eine Zeit lang einfach nur an, bis sie sich schließlich weiter traute. Was blieb ihr auch anderes übrig? Jetzt oder nie, eine neue Chance … vielleicht.

“Hallo …“

Sie hatte die Schnauze gesenkt und wagte es nicht, den Rüden anzusehen. Vielleicht würde er wütend werden, weil sie einfach so in dieses Revier gekommen war und nun einfach vor ihm stand … und dann war da noch die Wunde an ihrem Lauf …


18.12.2006 15:14




Torán


Torán raffte sich auf. Er wollte noch ein Stück weiter in das fremde Revier, um Asyl fragen und hier verweilen. Für immer wusste er nicht. Das Moos gab unter seinen Pfoten nach, er hatte das Gefühl gleich in ein rieses Erdloch zu fallen, doch dem war nicht so. Seine müden Augen inspizierten seine ganze Umgebung, träge hob er die Pfoten und lief los. Eigentlich wollte er nicht weiter, wollte hier bleiben und einfach nur schlafen, doch würde er vielleicht mit etwas Unbehangen empfangen werden, wenn er seine Ankunft weiter verschob. Verschlafen trottete er los, lies einige Äste an seinem Fell reißen und den Wind durch seine Ohren jagen. Eigentlich war es doch sehr windstill, doch Torán hatte das Gefühl, der Wind war sein stetiger Begleiter. Wohin er auch ging, war seine Umwelt immer durch eine leichte Brise durchzogen. Was hatte er vorhin denn noch geträumt? Von einem Schneeland? Seufzend blieb Torán stehen, streckte seine Glieder aus und grub die Krallen in die lockere Erde. Einige Sekunden blieb er reglos stehen. Hatte den Kopf gen Himmel gehoben und die Augen geschlossen. Er genoss die Freiheit die er hatte, und würde sie auch weiterhin genießen, egal ob er in einem Rudel war oder nicht. Ja, selbst er musste zugeben, dass er ein sehr ruhiger Wolf war, nicht sehr lebendig, nicht sehr kontaktfreudig, doch das war gerade das Gute an ihm - fand er zumindestens. Durch seine Verschlossenheit kam er sich sehr frei vor. Niemand kannte seine Gedanken, niemand kannte seine Gefühle. Nur eine Person hatte sie einmal mit ihm geteilt, doch dies war lange her, und er wusste nicht, ober er so etwas noch einmal zulassen wollte. Man könnte enttäuscht werden, verletzt werden. War er nicht ein so verletzlicher Wolf? Nein, eigentlich nicht. Er hatte eine große, dicke Mauer um sich herum, die niemand zu durchbrechen vermochte. Die einzigen, die sie einmal durchgebrochen hatten, waren jetzt nicht mehr da. Die ehemalige Gefährtin von ihm war vor einem halben Jahr gestorben. Sie hatte ihn im Guten verlassen, ihre letzten Worte an ihn gerichtet. "Du sollst glücklich sein", hallte es in seinem Kopf wieder. Energisch schüttelte er den Kopf. Weg mit diesen Gedanken. Sie verbreiteten eine düstere Stimmung in seinem Inneren, also dachte er nicht man diese besagte Fähe. Eine Freundin, über deren Verbleib er nichts weis, hatte ihn auch verstanden. Immer noch hatte er Gefühle für sie, doch niemals hatte sie sie erwidert. Ein weiterer Seufzer entglitt Torán's Kehle. Was sollte er denn schon groß machen? Er war ein stiller Träumer, der alleine träumte und doch jemand brauchte, der mit ihm zusammen schwieg. Selbst kannte er niemanden, der so schweigsam war wie er. Hasste man ruhige Rüden denn so sehr? Doch, gab es nicht viele von ihnen? Oder war er der einzige?

~Was denkst du schon wieder Torán? Du bist ein Wolf mit Würde, denke nicht über die nach, die dich wegen deiner Ruhe verachten. Es gibt solche und solche Wölfe und du bist ein anderer. Du warst es schon immer, und du wirst dich nie ändern. Sieh es ein Torán!~ , ermahnte er sich selbst.

Als er immer weiter lief, wo er war, wusste er nicht. Er war die ganze Zeit nur gelaufen, einmal dorthin und einmal hierhin. Das erste was er tuen würde, wenn er die Alphawölfin fand, würde fragen, wo sie sich genau befanden. Schon wieder entfuhr seiner Kehle ein leiser Seufzer. Seine Augen waren starr zur Seite gerichtet. Die Schönheit des Reviers hatte ihn gefangen genommen, dass er schon wieder in seiner Traumwelt gefangen war und nichts mehr mitbekam. Er bekam auch nicht, dass er schon sehr weit in das Revier vorgedrungen war, und vor ihm eine weiße Wölfin lag. Die cremefarbenen Augen weiteten sich, als er sie sah. Sie sah ihm sehr vertraut aus. Kannte er sie? War das möglich?

"Lotus?..." , fragte er entgeistert.


18.12.2006 19:39




Shaiya


Die Stimmung der ganzen Runde war Shaiyas Meinung nach ziemlich weit unten. Lotus war auf irgendeine Weise bedrückt, Slayer schien auch etwas traurg und nur sie und Yago waren fröhlich oder glücklich. Sie wusste weder wie man dieses Gefühl beschreiben konnte, noch ob dies alles nicht auch nur zur Fassade von Yago gehörte. Allerdings kannte sie ihn nun ganz drei Monate, sollte sie da nicht behaupten können, zu sagen, sie könne Fassade von Realität unterscheiden? Wäre Shaiya ehrlich gewesen, sie würde es nicht können. Yago war ein schwerer Charakter, doch mochte sie ihn wirklich. Tatsächlich musste sie zugeben, dass er ihr in diesen drei Monaten verdammt wichtig geworden war und sie nicht wüsste, was sie tun sollte, wäre Yago nicht da. Schon durch seine Blicke hatte Shaiya das Gefühl, er verstand sie und schon diese kleine Geste machte er sie glücklich. Shaiya wusste nicht, wie man dies nannte. War es Liebe? Oder doch nur eine gute Freundschaft? Als Lotus die Runde dann noch verließ, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Zwar unfreiwillig, doch war ihr das gerade lieber. Sie dachte zu viel nach. Einfach mal loslassen von der ganzen Welt, still daliegen und nichts tun, nichts denken und nichts sagen. Wäre dieses Zusammentreffen von drei Monaten stattgefunden, dann wäre sie wohl jetzt Lotus hinterhergegangen, hätte mit ihr geredet und ihr vielleicht sogar zugehört - hätte sich Lotus an Shaiya vertraut. Doch Yagos ruhige Art färbte ab. Es überraschte Shaiya selbst, dass ihre Pfoten nicht automatisch den Weg einschlugen, den Lotus gerade gegangen war. Allerdings sagte ihr Herz und ihr Kopf, man sollte Lotus gehen lassen. Wahrscheinlich tat ihr der Abstand gut. Vielleicht schmerzte sie etwas. Shaiya beschloss, sie vielleicht später noch einmal auf ihr Wohlergehen anzusprechen, doch jetzt erst einmal, würde sie Yagos Nähe genießen.
Langsam lies sich die weiße Fähe auf ihre Hinterläufe nieder, starrte auf die Stelle, auf der Lotus gerade noch stand. Kurz kreisten ihre Gedanken um die ebenso weiße Fähe, doch dann waren sie wieder bei Yago. Er hatte ihr auf die Frage geantwortet, die sie vorhin gestellt hatte. Jetzt erst bemerkte Shaiya, dass auch Slayer gegangen war, doch in irgendeiner Weise war es ihr egal. Sie wollte mit Yago alleine sein. Erst dann redete er mehr, insgesamt wirkte er, wenn sie alleine waren, aufgeschlossener - zumindestens ihr gegenüber.

"Ich habe bis vorhin noch geschlafen, bis mich das Gezeter der Kleinen geweckt hat. Außerdem hat mich die Sonne gekitzelt. Es war mir, als ob sie mich getritzt hätte, endlich aufzustehen. Wahrscheinlich wollte sie nur, dass ich zu dir gehe und dir sage, dass dein Tag auch noch ein schöner wird."

Wieder lag auf ihren Lefzen dieses freundliche Lächeln. Es kam von ganzem Herzen, es war nur ein Lächeln für Yago. Ihre Augen schauten in die von Yago und lasen viel darin. Doch einen Sinn gab es für Shaiya nicht. Vielleicht würden sich diese Dinge, die sie in seinen Augen fand, noch klären, oder er würde der geheimnisvollste Rüde bleiben, den sie kannte. Doch genau das war das, was sie an Yago so sehr mochte. Er war nicht so, wie die anderen.


18.12.2006 20:03




Lotus Haná


Lotus lag einfach nur da, ihre Augen sahen nur stumm in den Himmel hinauf und Fragen stellten sich in ihrem Kopf, es waren wie Bilder aus der Vergangenheit, aber eigentlich mochte sie doch gar nicht mehr daran denken. Mit einem leisen Seufzen sah sie wieder nur auf ihre Pfote und dachte an die letzten Minuten, Stunden und Tage. Sie hatte irgendwie alles verloren und jede Hoffnung, die sie sich gemacht hatte, war nun verschwunden, es tat ihr weh. Gerne wäre sie doch irgendwie noch bei den Wölfen geblieben, allerdings tat ihr der Anblick des Paares weh und sie wollte nicht länger von ihnen und Slayer bemitleidet werden. Die drei konnten nichts dafür, sie brauchten sich nicht um Lotus zu kümmern, die Fähe musste alleine damit fertig werden und im Höchstfall mit Akarúi darüber sprechen. Mit einem Gemurmel aus unerklärlichen Worten sah sie von ihrer Pfote zurück in den Himmel, mit einem schweigenden Blick und einem eiskalten und schmerzerfüllten Lächeln.

You think I'm so easy
And you think I'm so naïve
Well you better think a little harder
Because you're not the first I've ever seen


Lotus schloss die Augen, versuchte irgendein Gefühl in sich wieder zu erkennen, dann schüttelte sie ihren weißen Kopf und seufzte nur. Nein, das machte so keinen Sinn, aber das spielte anscheinend keine Rolle. Eigentlich hätte sie nun gerne für eine Ewigkeit die Augen geschlossen, geschlafen und so Gedanken gefasst, wahrscheinlich hätte sie noch einmal über alles nachgedacht und dann hätte sie gewusst, ob sie im Rudel bleiben würde oder nicht, aber eine Stimme drang plötzlich an ihr Ohr. Eigentlich hätte sie geknurrt und denjenigen weggeschickt, sie wollte doch allein sein, nicht bei irgendeinem Wolf, der versuchte, sie zu verstehen. Aber die Stimme war ihr bekannt und nicht aus dem Rudel. Sie drehte nur langsam ihren Kopf um, traute sich fast gar nicht und war einfach total ängstlich, aber dann konnte sie ihn sehen. Torán. Er war hier. Hier bei ihr. Sie sah ihn an, erinnerte sich an die Zeit, als sie seine Liebe nicht erwidern konnte, weil sie gehen musste, wo sie ihn doch so sehr gemocht hatte und mit ihm gerne zusammen gekommen wäre. Der Rüde, dem sie so sehr vertraut hatte, dass es ihr nun umso mehr wehtat, ihn hier zu sehen. Hasste er sie?

„Torán….du…bist hier?“

Ihre stimme klang unsicher und sie erhob sich aus ihrer liegenden Position, humpelte langsam und vorsichtig zu ihm und sah ihn ganz genau an, wollte jedes Detail an ihm wieder erkennen, was sie niemals vergessen konnte. Es zauberte ihr ein Lächeln auf die Leftzen. So wie sie seit Monaten nicht mehr gelächelt hatte.

„Ich freu mich so…“

Flüsterte sie vorsichtig, aber sie näherte sich ihm nicht, denn sie wusste nicht, wie er reagieren würde.


19.12.2006 20:06




Slayer


"I dont think I can Help anyone...
family, friends.... no one
I decided to live for your sake...
yes it was my decision....
I think...that I want to be forgiven....yes....

I want to be forgiven..."

Slayer sah in dne Himmel, ernst, und dunkel wie immer. Er konnte in der Ferne lotus ausmachen wie sie mit einem Rüden sprach. Jeder Wolf wäre dem Rüden angefallen und was weiß gott nochwas getan. slayer war es egal, alles...semtliches sogar! Aber doch wollte er oder konnte er nicht agressiv sein. Der Anblick Lotus lies ihn etwas warmes innerlich auftauchen...war er verliebt? Als Slayer s in eine Pfütze starrte, war seine Vermutung richtig. Er war es! Doch es wäre zu spät es ihr zu sagen, so schien Slayer im anblick des Rüden...wie hieß er nochmal? Torán? Dadurch das Slayer schon fast viele Wölfe gezählt hatte, waren es wenige dessen Namen er vergessen hatte oder die ern ie zu hören bekam. slayer sagte mit leisem ton, sodas er selbst fast nichts davon hörte:

"Naja...wenn sie glücklich ist, kann es ihr recht sein."

Und somit legte er sich wieder hin, und begann den Satz von Neu...

"I dont think I can Help anyone...

family, friends.... no one
I decided to live for your sake...
yes it was my decision....
I think...that I want to be forgiven....yes....

I want to be forgiven..."


19.12.2006 20:44




Tsuki


Lange Zeit war Tsuki gewandert. Steine und Kies hatten ihr die Pfoten zerrissen. Ihr Fell, welches einst im Licht der Sonne gleich schneekristallen gewesen war, hing nun zottelig an ihrem dürren Körper. Doch noch war sie nicht am ende, nein sie würde dieses Revier hier betreten um vielleicht Asyl, eine Heimat oder Antworten auf die vergangenheit zu bekommen.
Langsam setzte die weiße Pfote vor Pfote. Quälend langsam bewegte sie sich vorwärts denn jeder Schritt durchzuckte ihren Körper mit heißen Qualen. Sie blickte starr zu Boden, ihre Ohren zuckten nervös.
Dann erblickte sie eine Graue wölfin (ain). Zögernd und mit eingeklemmter Rute verharrte Tsuki um zu lauschen. Witternd zog sie die Nase kraus. die andere schien nicht böse zu sein, doch bemerkt haben schien sie sie nicht. Doch als die Andere zu heulen begann, zuckte Tsuki doch sehr heftig zusammen und duckte sich jammernd zu Boden

"tu mir nichts...ich..ich bin ein Freund, ich will niemandem hier etwas böses"

sie blickte aus runden Augen zu Ain empor. In Tsukis Augen flackerte es und für einen Moment kam ihre welpenseele zum Vorschein. Denn tief in sich trug Tsuki eine Welpenseele die immer in Gefahrensituation zum Vorschein kam und sie hilflos wirken ließ.
Auch jetzt kam sie Fremden Beobachtern wie ein Welpe vor welcher Angst hatte.
Tsuki hatte in jungen Jahren mal einen Kampf mit einem Eisbär gehabt, dieser hatte sie gegen einen Felsen geschleudert. seitdem war Tsuki oftmals wie ein unerzogener welpe.

oO(ich benehme mich Kindisch.....Fliehe Tsuki...kleine mondwelpin, lauf...ich kann nicht, da ist ein weißer Berg mit Beinen....Lauf um Gottes Willen.....REEEEENN)Oo

Winselnd fuhr Tsuki mit der Pfote über ihren Fang um die Worte der Vergangenheit zu verdrängen.


20.12.2006 09:41

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
16.08.2010 11:44
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 3




Slayer


Slayer bemerkte die junge fähe Shyel und sagte dann

"Hallo..."

Höflich wie er war, stand er gleich auf un setzte sich, da er noch Angewohnheiten eines Lehrwolfes hatte, kam die Frage "was kann ich für dich tun" nicht weit...Slayer sah sie an und brauchte nicht viel von ihr erfahren. Slayer sagte dann, oder er versuchte zumindest, beruhigend

"Scheinst ja wohl allein zu sein, wie? Mach dir nichts draus...hier bist du nie allein"

Slayer's Instinkt wachte wieder auf und er lächelte wieder. Dann viel ihm auf das sie ihn garnicht ansah

"Hey, schau mich ruhig an, ich tu dir schon nichts, oder haste Angst zutode gegrinst zu werden?"

Slayer duckte sich etwas, sodas sie ihn ansehen konnte. Nun wollte e ihr helfen, und sihc nicht auf irgendwas anderes konzentrieren


21.12.2006 07:58




Yosó


Der schwarze Rüde sah Adali und Yumé an. Die Kleine hatte die Augen eines richtigen Nachtwolfes, oder jedenfalls die Farbe, die bei dieser Gattung am edelsten erschien: schwarz mit einem bläulichen Schimmer. Yosó schloss die weißen Augen, als seine Gefährtin ihm über den Fang strich. Eine wohlige Schauer klopfte in seinem Herzschlag mit. Ihm wude bewusst, wie sehr sie beide sich verändert hatten, oder eher wie sehr geöffnet. Denn im innern waren sie schon immer so gewesen, man konnte einen Charakter nicht verändern, er musste schon da sein, nur war er tief versteckt, hinter eisigen Mauern und in Flammen stehenden Gittern.Es gab nicht viele Wölfe, die hinter diese Schutzmechanismen kommen konnten, die meisten gelangten nichteinmal vor diese Distanzhalter. Denn die meisten kümmerte es nicht. Die dunklen Ohren wandten sich Sheyna zu, aber wirklich eine Antwort auf die eher verschlafen wirkende Frage gab der Nachtwolf seiner Tochter nicht. Er rollte sich nur noch ein wenig enger um sie und ließ sie fast gänzlich zwischen seinem tiefschwarzen Fell verschwinden. Yosó hatte einen starke Beschützerinstinkt entwickelt, stärker als jede andere Bindung - wenn man zu der zur Nachtflamme absah. Ob dies normal war, wusste er nicht, denn eigentlich war an ihnen nunmal nichts normal. Die weißen Augen suchten sich öffnend kurz den Blick der flammenden Augen Adalis, dann wurden sie jedoch abgelenkt durch das Erscheinen Mitsahs. Der Graue hatte sich nicht oft blicken lassen, wenn, dann war er des Nächtens zu seiner Gefährtin gekommen, falls man diese so betiteln konnte, und hatte still dageseßen. Manchmal kam dem Nachtwolf der Gedanke auszustehen und dem Grauen zu folgen, wenn dieser wieder verschwand, aber er ließ es ja doch sein. Das regelmäßige Heben des kleinen Brustkorbs seiner Tochter, das er am Bauch spürte hielt ihn ebenso wie ein Instinkt zurück.

.o(Ich hatte doch Recht, mein Freund.)

Der Coniugo dachte an die Zeit, in der er den Wanderer vom Weiterziehen abgehalten hatte, er hatte ihn ohne Worte und eigentlich auch nur unterbewusst davon abgehalten, aber er war ja schließlich noch da, inzwischen sogar auf der alten Position des Schwarzen: als Gamma.

.o(Plagt Dich, wenn der Mond seine Bahn zieht nicht die Frage, ob Du Deinen Nachfahren Deinen Fluch vererbt hast? Oder plagt Dich die Frage, ob Du diese Familie überhaupt verantworten, mit ihr Leben kannst?)

Auch, wenn Mitsah und Akarúi abseits vom Rudel waren, so wie immer, so konnte Yosó sie doch nocht deutlich erkennen. Wohlwissend, dass Mitsah ihm eh nicht zuhören würde wandte sich der Blick aus weißen Augen in die andere Richtung, dort, wo Silence und Kiba waren. Sie lagen in den richtigen Positionen: Denn Yosó fühlte oft, dass er beiden Rüden in Punkten ähnelte, die ihn eigentlich ja einzigartig machten.

.o(Ich spiegel mich selbst in so vielen Facetten, dass ein Diamant nur reicht um alles zu zeigen..)

Den markanten Kopf nun doch etwas anhebend konzentrierte sich Yosó wieder auf Adali. Sie schien noch ein wenig ruhen zu wollen, also sprach er sie nicht an. Er brauchte ihr keinen guten Morgen zu wünschen, denn es war bereits einer. Kurz über die Wiese schauend lächelte Yosó innerlich. Er konnte nicht anders. Es war seltsam, aber selbst das Nichts in seinem Blut schien Adali mit Wärme gefüllt zu haben.


21.12.2006 16:49




Kiba Telay


Kiba Telay hob den Kopf von ihrem Gefährten weg und wandte sich grinsend an den Welpen, der auf ihrem Rücken thronte. Na, das war typisch.

Toboe, wie kann ich woanders ‚rumturteln’, wenn du auf meinem Rücken liegst?“,

Aber Zeit für eine Antwort gab es keine, da sich Teyrm bereits zu ihnen gesellt hatte. Die Graue konnte nicht anders als einfach nur weiterhin zufrieden zu lächeln. Es war doch zu komisch, was man alles beobachten konnte, wenn man Toboe wecken wollte. Als der Kleine schließlich von ihrem Rücken hinunter plumpste, konnte sie sich auch ein Grinsen nicht verkneifen, während jemand anderes hinter ihr schon in ein schallendes Gelächter ausgebrochen war. Aiyán, der gleich darauf seinen Zwillingsbruder platt machte. Auch Talví kraxelte bereits auf ihnen herum, vorbei war es also mit der Ruhe. Die Welpen kamen alle zusammen und hatten sich lustiger Weise ihren Schlafplatz als Treffpunkt ausgesucht.
Sie vernahm plötzlich ein Heulen aus der Ferne und hob den Kopf. Nun ja, sie hatte damit gerechnet. Aufstehen – Silence war schließlich noch hier bei der Meute. Vorsichtig erhob sich die große, schlanke Fähe und stieg über die Welpen hinweg. Wo sie nun hinging, die Frage brauchte sie wohl aufgrund des Heulens nicht beantworten. Ein paar Meter weiter konnte sie auch ihre Tochter Araí entdecken. Kurz die Rute schwenkend trottete sie auf die kleine Graue zu und senkte den Kopf um ihr kurz durch das Fell zu streichen.

Guten Morgen!“,

sprach sie zu ihr und ging dann schnell, aber ohne Hast weiter. Es scholl bereits ein zweites Heulen durch das Tal und Kiba Telay schnippte mit den Ohren nach vorne. Ein wenig Abseits vom Rudel hob auch sie ihren Kopf in den Nacken.

Seid gegrüßt Fremde! Mein Name ist Kiba, Alphafähe der Tears of Destiny. Kommt ruhig her zu uns, das Rudel rastet auf einer der Bergwiesen im Westen, folgt meiner Stimme!“

Ja, solche Antworten waren schon eingespielt, schließlich existierten die Tears of Destiny nun schon 1 ½ wundervolle Jahre. Und was es nicht schon alles erlebt hatte! Sowohl Schönes, als auch Schreckliches. Doch nun, wurde alles Schlimme von dem Dasein neues Lebens überspielt und das Rudel war träge, glücklich. So hoffte sie zumindest. Aber sie konnte ihre eisblauen Augen ja nicht überall haben.


22.12.2006 10:25




Shyel


Shyel fühlte sich seltsam, als der Wolf voir ihr anfing zu sprechen. Er war so locker, so freundlich, so gar nicht schüchtern. Er setzte sich auf, war das aus Höflichkeit? Warum war er ihr gegenüber höflich? Jetzt sah sie ihn doch kurz an, er lächelte ihr zu, sprach so freundlich. Allein ...? Ja, natürlich war sie allein ... sie war schon immer allein gewesen. Aber ... er sagte, dass man hier nicht alleine war ... hatte man dann hier Wölfe, die einen mochten? Und ... würde sie sich dann auch unter Wölfen nicht mehr alleine fühlen? Als er leicht den Kopf senkte und sie aufforderte ihn anzusehen, schon alleine um zu sehen, ob er wirklich grinste, sah sie wieder auf. Er girnste wirklich. Aber nett und freundlich, nicht so, als würde er sich über sie lustig machen. Jetzt musste sie sogar kurz lachen, sie sah hübsch dabei aus, auch wenn sie das nicht wusste, verstummte aber wieder sofort.

"Ich weiß nicht ... wenn es hier wirklich so schön ist, dass man nie alleine ist ... darf ich dann einfach hier bleiben?"

Erneut sah sie den Rüden an, er hatte schönes, tiefschwarzes Fell ... sie wäre auch gerne schwarz. Ob er wohl der Leitwolf war? Wohl eher nicht, wenn er hier allein lag ... aber dann könnte er ihr auch nicht sagen, ob sie bleiben dürfte und würde sie wohl eher zum Leitwolf bringen ... aber sie wollte nicht zum Leitwolf. Shyel hatte ein wenig Angst.

"Ich ... ich bin übrigens Shyel."

Peinlich ... sie hatte ganz vergessen zu sagen, wer sie war. Was würde der Rüde wohl nur von ihr halten? Wo er doch so nett zu ihr war ...


22.12.2006 20:44




Slayer


Belustigt kicherte er und sagte als sie etwas stotterte

"Mein Name ist Slayer"

Sein Ohr zuckte, er drehte sich herum, er war abseits von dem Rudel. Er wollte gerade fragen, ob er sie zur Leitwölfin Kiba bringen solle, doch er sah kruz in ihre augen und dachte sich das das keine gute Idee wäre. Kurz überlegend, sagte er dann freundlich

"Du kannst hier in meiner Nähe bleiben, wenn du willst"

Was Slayer auffiel, ist, das sie keine Angst vor seinen roten Augen hatte. Slaer blieb sitzen, schon rein aus Höflichkeit. Er fand das sie süß und knuffig aussah, bei den Gedanken grinste er kurz und musste sich zwangshaft das lachen verkneifen, weil es eben so stimmte...süß und knuffig...Er konnte sich es nicht verkneifen zu sagen

"Mach ich dir den nicht Angst? Immerhin hab ich rote Augen, und eine Narbe übers linke Auge"

Doch Slayer hätte sich lieber die Zunge zerbissen, er schloss die Augen

"Tut mir Leid....nur....ich heiße nicht umsonnst Slayer...nciht für meine Taten sondern für mein Aussehn"

Slayer lächelte und sah sie weiterhin an. Er hatte etwas in sich....war es ein Gefühl? Er hoffte es stark


22.12.2006 23:43




Tínen Favel


Ruhig hatten die leicht grau angehauchten Pfoten ihren Weg fort gesetzt. Tínen hatte ihre Geschwindigkeit stark vermindert, dass falls sie nicht willkommen geheißen sei, immer noch um das Rudel herum laufen konnte, ohne dabei einen unnötigen Umweg indem sie zurückgehen musste. Es dauerte eine Weile, da vernahm sie einen weiteren Ruf einer Fremden; schien nicht in ihrer Nähe zu sein - was vermutlich für beide gut war. Mit ihrer schroffen Art eckte sie permanent irgendwo an. Aber grade das machte sie so einzigartig, diese brilliant gespielte Fassade. Nein, sie war eigentlich nicht so, wie sie sich gab. Warum sie aber ihr eigentliches Ich nicht zeigte hatte bisher niemand erfahren. Vermutlich weil niemand dieses wahre Ich je kennen gelernt hatte. Fraglich ob es überhaupt existierte? Nein. Es war da, gut versteckt im hintersten Teil ihres Geistes.
Die Antwort drang rasch an ihre feinen Ohren, als sie entsandt wurde. Nun, so hieß es dann wohl auf zu neuen Abenteuern. Wobei... ein Rudel war vermutlich nicht unbedingt das Abenteuer schlecht hin. Aber es würde sie mal wieder um einiges Wissen und Erfahrungen bereichern. Die recht junge Fähe setzte ihren Weg nun gewissenhaft weiter fort. Wie lange es dauern würde, bis sie auf das Rudel traf wusste sie nicht. Allerdings rechnete sie mit keiner kurzen Reise; lang allerdings auch nicht unbedingt. Zudem waren beide Gesichtspunkte relativ. Für andere war das kurz, was für wiederum andere ein langer Weg war. Teilweise amüsiert darüber, dass sie schon wieder über unwichtige Dinge, wie sie fand, philosophierte, schüttelte sie den Kopf und verwarf den Gedanken. Sie konnte zu einem späteren Zeitpunkt noch immer darüber nachdenken. Jetzt waren andere Dinge wichtig. Der ungetrübte, nüchterne Blick huschte über jeden Kisel, jedes Blatt. Wie gut, dass sie ein fotografisches Gedächtsnis hatte - auch wenn es scheinbar manchmal Streiche spielen wollte. Für einen Moment hielt sie Inne, schwieg in die Momente hinein.

oO( Das ist jetzt schon die vierte Chance ein neues Leben zu beginnen. Und jeder Schritt trägt dich ein bisschen näher dort hin; an ein Ziel, dessen du gar nicht zu erreichen versucht hattest. Ist es nicht die Chance endlich irgendwo heimisch zu sein? Die Chance irgendwo bleiben zu dürfen?)

Für eine ungewisse Weile, was ebenfalls in Tínens Gesichtpunkt nur ein relativer Gesichtspunkt war, ließ sie den Gedankenstrom weiter laufen, ziehen. Dann aber schnellten ihre Ohren nach vorn, ein Ruck ging durch den Körper und sie bewegte sich erneut voran. Ihre eigenen Gedanken belächelnd hob sie ihr Haupt mit Stolz. Ein Stolz, den sie nicht besaß. Aber was sollte es? Man würde ihr das Spiel abkaufen, schließlich war es über Jahre trainiert worden. Routiniert hielt sie den Kopf, selbst aus ihren Augen ging nichts von dem hervor, was wirklich und wahrhaftig in ihrem Kopf vor sich ging.

oO( Unsinn. Meine Schritte tragen mich zu einem möglichen Ziel - können mich aber genauso gut wieder daran vorbei zu laufen. Dann hab die Möglichkeit ihr noch freundlich zu zuwinken, während ich daran vorbei laufe. Vielleicht winkt sie ja sogar mit einem Taschentuch zurück?!)

Sie verspottete ihr inneres Stimmchen, das bisher eigentlich immer Recht gehabt hatte. Aber wann hatte sie schon ndarauf gehört? Nie... Und genau da lag vermutlich auch ihr Problem. Wie dem auch sei, sie würde ja doch nicht dazu stehen. Somit trottete sie weiter, einen Weg der sie einem Ziel näher führte, an dem sie mal wieder vorbei rennen würde... aus Gründen, die nie jemand finden würde.

oO( Versuch es! Hast du etwa Angst? Glaubst du das Gras beißt dich, weil es dich nicht kennt? Glaubst du die Bäume starren dich an, weil sie wissen was du denkst, du es selber aber nicht wirklich weißt? Denkst du...)

Grollend schnippte sie mit den Ohren hin und her. Doch schnell ebbte das dumpfe Knurren, kaum hörbar, wieder ab. Es war nicht schwer ihre Wut zu entfesseln - aber schwer für sie diese dann zu zeigen. Sie fing sich jedes Mal relativ schnell wieder - bei allen Gefühlsschwankungen. Wieder ruhiger werdend näherte sie sich dem Rudel. Schließlich hatte Kiba, die Alhpafähe, so hatte sie sich immerhin vorgestellt, verlauten lassen, sie sollten ihrer Stimme folgen. Und genau das tat Tínen.

oO( Schnauze! Ich weiß ganz genau was ich tue, wie ich es tue und warum! Und jetzt schweig endlich. Wieso führe ich eigentlich dauernt Selbstgespräche. Und das in Gedanken?! Bin ich... verrückt?!)

Und wenn, dann wäre sie eine seltsame Verrückte, denn welche Verrückte fragte sich tatsächlich ob sie verrückt sei? Sprach mal wieder für mangelnde Klarheit in ihrem Kopf. Das Gespräch mit sich selbst war tonlos beendet worden. Was auch immer in ihrem Kopf vorging; es verwirrte sie zutiefst. Aber da sie keine Zeit hatte weiter darüber nachzudenken, schob sie auch das weiter auf. Vermutlich war es auch besser so.
Aufmerksam richtete sie den Blick nach vorn. Tatsächlich. Da war das Rudel. Ein großes, wenn man wollte. Andererseits... man konnte auch klein sagen. Schluss jetzt! Das waren keine relevanten Vorstellungen. So, nachdem sie sich endlich eingekriegt hatte, alle Gedanken, vorerst, aus ihrem Kopf verbannte, näherte sie sich dem Rudel.
Als sie glaubte, mehr oder minder, angekommen zu sein, senkte sie die Hinterhand. Ließ ein wenig die Körperhaltung absacken, bis sie sich letztlich ganz auf ihre Hinterläufe nieder ließ. Somit hatte sie einen guten Blick auf das Rudel, konnte sich ansehen wie es zuging, ließ aber immer noch einen gebührenden Abstand zwischen sich und der Gruppe. Zudem konnte sie anhand einer Stimme ja nicht ausmachen, wer die Alphafähe war. Sie vermutete zwar; doch auf Vermutungen konnte man sich ja nicht immer verlassen. Ihr Blick viel auf eine silbergraue Fähe. Aus den Augenwinkeln sah sie aber immernoch das Gewusel hier. Welpen. Ein sanftes Lächeln lag auf ihren Lefzen - es erinnerte sie an Kindertage. Doch schließlich ließ sie es wieder abdriften. Friedlich pendelte ihre Rute über den Boden, ein Ohr leicht eingeknickt musterte sie nur was geschah. Denn es war ihr nicht unbedingt klar, was sie tun sollte. Es erschien ihr als äußerst unhöflich einfach so dorthin zu marschieren. Andererseits... einfach da zu sitzen und nichts zu sagen, war ja auch nicht die feine Art.

oO( Vielleicht wäre es doch hilfreich, wenn man ein wenig mehr Erfahrung im Umgang mit einem Rudel hat. Formen von Höflichkeit sind mir geläufig - aber doch nicht bei einem ganzen Rudel! Die Gesetze an die ich mich bisher hielt sind doch bloß die ungeschriebenen Gesetze der Wanderschaft... und wir Wanderer... kennen sie - und sie gelten einzig für uns.)

Es hätte sie nicht gewundert, wenn sie im nächsten Moment wieder einen dummen Kommentar von sich selbst bekommen hätte. Doch sie unterdrücke den Drang danach sich jetzt selbst die Schuld dafür zuzusprechen. Also... bleib sie einfach so sitzen und.. saß halt. Geistreiche Tätigkeit. Sitzen, schweigen, beobachten. Ein wirklich inhaltsreiches Leben; wenn es denn irgendwie nur daraus bestand - was es tat. Wirklich... unterhaltsam.


23.12.2006 14:39




Shyel


Shyels Ohren klappten leicht zurück, als der Rüde zu kichern begann. Er lachte sie doch aus ... ihr Kopf sackte noch etwas tiefer und drehte sich leicht seitlich. Als er sich dann vorstellte, warf sie einen kurzen Blick zu, mittlerweile sogar leicht beleidigt. Wenn sie heir ein neues Leben anfangen wollte ... sollte sie dann nicht ein wenig mehr Selbstvertrauen haben? Sollte sie dann nicht zeigen, dass sie sie selbst war? Ihre Ohren klappte wieder nach vorne, immerhin ein Anfang. Dann drehte sie auch den Kopf wieder richtig und sah Slayer an. Angst vor ihm haben? Er hatte seltsame Augen aber warum sollte sie Angst haben? Außerdem kamen ihr diese Augen so warm und vertraut vor, es gab keinen Grund sich davor zu früchten. Sie lächelte leicht.

"Ich ... ich bin vielleicht verletzt und schwach, aber über mich lachen muss man trotzdem nicht."

Es klang böser, als sie es meinte, eigentlich mochte sie den Schwarzen ja, jedenfalls so viel, wie sie von ihm mitbekommen hatte. Er war offen und freundlich. Das gefiel ihr.

"Und Angst habe ich auch keine ... ich finde deine Augen schön und die Narbe habe ich nicht einmal gemerkt ... und ... wenn es nicht die Taten sind, die dir diesen namen gegeben haben ..."

Ihre Stimme war fester geworden, denoch lächelte sie ein wenig verloren und sah Slayer schüchtern an. Hoffentlich verstand er, dass sie ihre ersten Worte nicht so gemeint hatte ... es war schön, sich mit ihm zu unterhalten.


23.12.2006 18:10




Mitsah


Ohne Bewegung, ohne Leben war der Graue verharrt, er hatte einfach nur dagesessen, er wollte sich nicht bewegen, er wollte diesen Moment nicht verändern, er wollte ihn nicht verhindern. Es war schön so, er saß einfach nur da, die Welpen zu seinen Pfoten, daneben sie. War er...war er glücklich? Nein, das war er nicht, er konnte nicht glücklich sein, niemals, er hatte es nur lieber, wenn sie alle schliefen, als wenn sie wach waren. Warum wollte er seinen Welpen nicht begegnen? Selbst Yosó lag bei seiner Familie, er hatte auch den Nachtschwarzen beobachtet, wie er sich abends immer um einen Welpen rollte, er war bei seiner Gefährtin und seinen Welpen. Warum er nicht, warum konnte er nicht bei ihr sein? Warum sträubte er sich dagegen, sie als seine Gefährtin anzusehen, die Welpen zu akzeptieren? Vielleicht, weil er eben anders war? Nein, er konnte nicht immer alles darauf schieben, er kannte die Antwort, er wollte sie sich nur nicht eingestehen. Natürlich trug auch Aluka seinen Teil dazu bei, diese zweite Seele in ihm, sie verbat ihm jeglichen körperlichen Kontakt, geschweige denn 'seelischen Kontakt', einfach jemanden grundlos zu mögen, zu akzeptieren, aber im Grunde suchte der Gehässige einfach nur etwas, worauf er die Schuld schieben konnte. Im Grunde war nur er daran schuld, dass die Welpen so wenig von ihm kannten, das Akarúi sich dauernd um die Kleinen alleine kümmern musste. Er wollte sie nicht akzeptieren, er hatte Angst davor sich zu verändern, positiv zu verändern. Der Rüde war nicht der jüngste, diesen Frühling zeichneten ihn schon sechs volle Jahre, wie sollte er sich denn dann noch ändern? Wie sollte er Gefühle erwecken sollen, die seit fast sechs Jahren tief in ihm schlummerten? Er hatte sie niemals wirklich unterdrückt, es gab nur niemals eine Gelegenheit, sie zu zeigen und so waren sie abgestumpft, genau wie die freundliche Seite in dem Rüden, sie war verloren gegangen, genauso wie sein Herz, kein Mitleid, keine Freude, keine Liebe. Aber bedeutet dies wirklich, dass er all dies nicht empfinden konnte? Vielleicht, wenn er es versuchen würde, aber dazu musste man ihn erst bringen und das war das Problem.
Grob wurde Mitsah aus seinen Gedanken gerissen, als er Akarúi's Bewegungen sah, sie reckte den Hals zu ihm, leckte dem Grauen über die Lefzen. Sichtlich über die Begrüßung überrascht, aber auch aus seinen Gedanken gezerrt, wich er mit dem Kopf zurück, als sie den ihren wieder zurückgezogen hatte. Ein überraschter Gesichtsausdruck schlich sich auf das sonst so ernste Gesicht des Rüden, wie konnte sie nun das tun? War es ihr egal was die anderen dachten, das eigentlich jeder sie sehen konnte, obwohl sie abseits vom Rudel waren? Oder war er nun völlig verrückt und sah er Dinge, die gar nicht da waren? Warum interessierte es ihn nun auf einmal was die anderen dachten? Nein, dies war ihm egal, aber was dachten der Coniugo über ihn und der neue Alphawolf? Die beiden kannten eine Seite von ihm, die keiner kannte, eine Seite die in den beiden selbst lebte und Yosó kannte noch eine zweite Seite, Aluka. Mitsah kniff die Augen zusammen, verdammt was war nur los mit ihm, worüber zerbrach er sich gerade den Kopf? Es konnte ihm doch egal sein, was die anderen über ihn dachten, es war ihm egal was die anderen über ihn dachten, er suchte wie immer nach einem Vorwand, einem Vorwand der ihn vor körperlicher Nähe schützte, davor, die Seite aus seinem zerbrochenen Inneren herauszusuchen, die er niemals gebraucht hatte. Als die Weiße ihren Kopf zurückgezogen hatte, zwang sie sich ein Lächeln auf, ein Lächeln, welches nicht zu ihr passte. Nein, es war gezwungen, es war nicht echt. Woher er das wusste? Er kannte sie besser, als jeder dachte, als er je zugeben würde. Sein Blick veränderte sich leicht, schon fast besorgt betrachtete er die Fähe. Warum konnte er nicht einfach diese Seite heraus graben, ihr gestatten, an seinem Leben teilzunehmen? Zumindest wenn es um seine Familie ging. Auf einmal spürte er einen Blick auf sich, es war kein unangenehmer Blick, kein Blick den er verachten würde, schon fast, als ob er es geahnt hatte, wandte er den Kopf zum Tiefschwarzen mit den weißlichen Seelenspiegeln.

.oO( Oh mein Freund, du magst meine Gedanken nicht lesen können, weil ich es dir nicht gestatte, aber du weißt welchen Kampf ich führe oder? Wieso kannst du es nur? Wieso kannst du für deine Familie diese Seite haben, wieso kann ich es nicht? Wieso sträubt sich mein gesamter Körper, jedes meiner Haare, jede Zelle von mir dagegen, diese Seite zu finden? Warum verletzte ich sie, diejenigen, die ich doch eigentlich mag? Warum kann ich nicht für sie das sein, was du für deine Familie bist? Mein stummer Freund, der mir so ähnlich ist, mein Bruder im Geiste, warum? Hast du keine Angst davor dich zu verändern? Kannst du mich verstehen, was in mir vorgeht? Kannst du mich nicht wieder festhalten, damals nur mit deinem Blick, und jetzt? Kannst du nicht etwas sagen, etwas was sie vertreiben wird aus meinen Gedanken, was mich dazu bringt, diese Seite in mir zu gestatten, kannst du es? Ich weiß ich verlange zu viel von dir, vielleicht verlange ich auch zu viel von mir? )Oo.

Der Graue erhob sich, machte einige Schritte um die Welpen herum, lies dabei nicht den Blick von ihnen und dann - dann tat er das, was er am meisten hasste, das was er nicht ab konnte, das was ihm all seinen Stolz raubte, was ihn mehr Kraft kostet, als jeder Kampf, als jeder Biss, als jeder Weg, er legte sich neben die Weiße, er legte sich neben seine Gefährtin. Sie lag zwischen ihm und den Welpen, was aber jetzt bedeutungslos war. Er hatte sich hingelegt, das Nackenfell des Grauen hatte sich kaum sehbar aufgestellt, seine leeren Augen schienen keinen Halt zu haben, ihn fast zu suchen, er war angespannt, er hasste diese Position, er hasste es zu liegen in der Nähe von anderen. Sein Stolz, seine Seele, er selbst litt darunter, er litt in diesem Moment so sehr darunter, das er sich wünschte, niemals hier hingekommen zu sein, dass er sich wünschte, lieber tot zu sein. Die Ohren des Rüden zuckten hin und her, was sollte er nun tun? Aus den Augenwinkeln heraus suchte er den Sohn des Nichts, er hoffte, nein er wusste, der Tiefschwarze würde ihn nicht weniger respektieren, er musste aber wissen, wie sehr es den Gammawolf quälte so zu liegen, einfach nur dazuliegen, ohne Sinn, ohne Nichts. Aber nach außen hin drang nichts von all dem, was in Sekunden in dem Rüden geschah, er wirkte völlig normal, und langsam, da merkte er, dass nichts Schlimmes an dieser Position war, oder wirkte er doch nicht normal? Er wusste es nicht. Aber er konnte sich damit nicht anfreunden, ob sie wusste, was sie von dem Grauen abverlangt hatte, ob sie wusste, wie sehr es ihn quälte? Wohl eher nicht, denn all die schlimmen Gefühle verstrichen, als er den Kopf zu ihr wandte, in die braunen Augen der Fähe sah und jetzt spürte er tatsächlich, es ging ihr wohl wirklich nicht so gut und ihm? Ihm ging es auch nicht gut, aber nicht, weil er lag, sondern weil es ihr nicht gut ging. Der Rüde war mehr als überfragt, was sollte er nun tun? Er hatte sich hingelegt, aber was sollte er jetzt tun? Er wusste nichts von Gesten, die einem zeigten, das man denjenigen mochte, dass man bei ihm war oder ähnliches. Für ihn hatten solche Gesten, für ihn hatte körperliche Nähe, Berührung nie existiert, nur wenn er dem Nächsten die Kehle aufriss, in einem Kampf, aber sonst hatte er es niemals gebraucht. Was würde jetzt der Coniugo tun bei seiner Gefährtin? Ohne zu wissen warum, schob er die Schnauze ganz vorsichtig unter ihren Kopf, er war wohl so vorsichtig und sanft wie noch nie, aber nicht weil es tröstend hätte herüber kommen sollen, nein für den sonst so stolzen Wolf war diese Situation so ungewohnt, der Gedanke daran, dass er sie berührte, brachte ihn noch ein zweites Mal um. Ganz sacht drückte er seine Schnauze in ihr Fell und stubste sie leicht aufmunternd an, bevor er den Kopf wieder zurückzog. Im Moment verspürte er den Drang zu rennen, doch sobald er den Blick wieder zu der Weißen gerichtet hatte, verging dieses Gefühl. Er wusste nicht, wie Akarúi nun diese Geste auffassen würde, all dass, aber er hoffte, sie merkte, dass er sich tatsächlich ein wenig wohl fühlte, dass es ihm egal war, wer ihn so sah, wer den Respekt vor ihm verlor, er war für sie da, jetzt und er wollte es bleiben, für immer, und auch für die Welpen, denn er war ihr Vater, er war der Gefährte ihrer Mutter, er wollte für sie da sein, für sie alle.


23.12.2006 21:43




Slayer


Es gefiel ihm, sich mit ihr zu unterhalten. Er sagte dann lächelnd

"Ich lach dich nicht aus, das könnt ich nie. Und meine Augen gefallen dir wohl, wie?"

Er grinste und legte sich hin. Slayer erklärte, das seine augen ein Geburtsfehler sind, das normalerweise Albinowölfe haben. Und auch erklärte er, wiso er slayer genannt wurde. Er hieß früher nähmlich Kanto, als er jedoch alt genug war, einen Rang zu bekommen, hat er jeden so dermaßen "nieder geprügeld" das niemand es auch wagte ihn den Rang streitig zu machen. Jedoch erinnerte er sich nicht an den Rang den er damals gehabt hatte. So wurde er zu "Slayer". Er erzählte ihr sogar, wie sein Rudel unterging, und er mit einem ungeschickten Streifschuss eines Jägers diese Narbe bekam. ..

"...so das wäre alles was ich dir zu erzählen habe, Shyel. Also mein wahrer Name ist Kanto....damit ich jemanden das alles erzähle, müsste ich ihm mittlerweile voll und ganz vertrauen..."

er sah sie an und grinste

"Und...ich denke das du wirklich eine vertrauenswürdige wölfin bist der ich das erzählen kann"

er schaffte es sogar zu zwinkern. Da er langes fell hatte schien sein Schweif länger als die eines normalen Wolfes zu sein. Er dachte sich mit einem leichten Lächeln

~Sie gefällt mir...~


24.12.2006 01:03




Shyel


Shyels Ohren drehten sich leicht, klappten kurz zurück und dann weider nach vorne, sie war unsicher, jetzt lächelte der Rüde wieder so nett und als er dann sagte, dass er sie nicht auslachte, musste auch sie lächeln, sie entspannte sich sogar etwas und setzte sich. Zu seinen Augen sagt sie nichts mehr, sah aber schüchtern hinein und nickte leicht. Dann lauschte sie seine Geschichte. Sie war lang und erschreckend. Er erschien gar nicht so, wie er sich beschrieb, sie konnte sich nicht vorstellen, dass er dazu fähig sein könnte, jemanden nieder zu prügeln. Aber wenn er das sagte ... sie lächelte trotzdem, er schien sich wirklich geändert zu haben ...

"Slayer ... nein, ich meine, Kanto. Danke, dass du mir so viel erzählst, ich bin zwar erschrocken, aber gleichzeitig sehe ich, dass du anders geworden bist. Soll ich dich Kanto nennen?"

Sie fragte sich, ob auch sie ihre Geschichte erzählen sollte, ließ es dann aber lieber bleiben. Nicht, weil sie Kanto nicht vertraute, sondern weil sie sich sicher war, dass es ihn wohl gar nicht interessieren konnte. Sie senkte wieder leicht die Schnauze, schob ihren Kopf dann aber nach vorne und berührte den Rüden an der Nasenspitze. Es fühlte sich schön an und sie wollte ihm damit zeigen, dass sie es niemandem erzählen würde.


27.12.2006 12:57




Liaryl


Es brauchte eine ganze Weile, bis die Braune eine Anwtort bekam. Sichelrich hatte sie jemanden geweckt - baer das würde sie wohl nie herausfinden - und wenn sie ehrlich war, dann interessierte sie das auch herzlich wenig. Das Heulen war klar und freundlich gewesen, so als hätte man Fremde schon erwartet, jedenfalls schien es ihr so. Kiba Telay... Ob sie sich diesen Namen zu merken hatte? Würde sie hierbleiben wollen? Für's erste bestimmt, schließlich brauchte auch sie mal eine Ruhepause. Tief atmete sie ein, ließ ihren wachsamen Blick über die Gegend wandern. Wo war dieser erwähnte Bergwiese? Es brauchte ein - zwei Atemzüge bis sie sie gefunden hatte. Würde sie mit Freunden aufgenommen werden? Eine warme Stimme konnte sie davon nicht richtig überzeugen, zu oft hatte sie dafür die Falschheit kennen gelernt. Wieder zeigte sich dieses eine Bild, was ihr zeigte, was sie niemals hätte wissen wollen. Worte hallten durch ihren Kopf, diese gelangweilte, ja gar gleichgültige Stimme, die ihr das verkündet hatte, was sie jetzt immer ncoh nciht wahr haben wollte. Sie schüttelte den seidigen Pelz, spürte, wie ihr Herz raste. Ihre Augen blitzten kurz auf. Sie musste sich zur Ruhe zwingen. Die Fähe wusste genau, dass sie sonst rückfällig wurde, dass sie an den Punkt gelangen würde, vor dem ihre liebe Freundin sie bewahrt hatte. Sie warf einen Blick zurück, ehe sich ihre Pfoten langsam voreinander setzten. Sie würde nicht durch das Tal ziehen, nein, sie würde an der steinernen entlang wandern, so würde sie die Wiese nicht aus den Augen verlieren. Vorsichtig suchte sie sich sichere Stelle, sie wollte nicht fallen, nicht hier, nicht jetzt. Ihre Ohren zuckten unruhig, zeigten das, was sich in ihr abspielte. Immer ncoh war sie sich nciht sicher, ob es richtig war, was sie tat. Doch hatte sie eine andere Wahl?

.oO( Natürlich... Du kannst doch fliehen, meine Liebe. Doch weißt du genau, dass das falsch ist, nicht wahr? )

Sie musste sich innerlich Mut machen. Mit Sicherheit wusste sie das und jetzt gab es auch keinen Weg mehr zurück. Nein, sie musste sich dem stellen, was nun auf sie zukam. So brauchte es Zeit, viel Zeit, bis sie die Wiese fast erreicht hatte. Keine Pause hatte sie gemacht, das machte sie nur, wenn sie sich schlafen legte. Die Unsicherheit verschwand von ihrem Gesicht, ein freundliches Lächeln legte sich darauf. Sie wollte der Leitfähe genauso begegnen, wie sie sie begrüßt hatte. Bald darauf berührten die kräftigen Pfoten die weiche Wiese. Die Braune spürte das saftige Gras darunter. Ja, das war der Frühling, munter und fröhlich. Schweigend sah sie sich um. Sie erblickte Welpen, süße, kleine Welpen - und einige davon waren schwarz. Ein Schauer lief ihr über den Rücke. Das hieß es gab hier schwarze Rüden. Ihre Rute wirbelte kurz durch die Luft, ehe sie sich wieder still verhielt.

.oO( Hast du etwa geglaubt, dass du ihnen aus dem Weg gehen kannst? Lächerlich, was bist du doch dumm, Lia )

Ihre Ohren hüllten sich nach vorne, während sie den eigenen Spott ertrug. Ja, sie hatte es gehofft, aber daran geglaubt hatte sie nicht. Vorurteile turnten in ihrem Kopf, Vorurteile, die bis jetzt niemand widerlegt hatte. Lautlos seufzte sie. Na, vielleicht würde sie ja keinem begegnen, doch auch das hielt sie für unwahrscheinlich. Wenn sie Pech hatte, dann wäre sogar der Alpha ein Schwarzer. Doch das würde sich noch herausstellen. Nach einer Weile erblickte sie eine silberne Fähe. Sie stand etwas abseits, schien zu warten. Stumm schritt die Braune auf diese zu, das Haupt wie immer leicht erhoben, nur die Rute zeigte keine Dominanz, sie wollte keinen Streit, keinen Kampf, nein, diese versuchte sie immer zu vermeiden. Auf einen kurze Distanz blieb sie vor ihr stehen, nickte kurz und sah ihr dann in die eisigen Augen. Wenn sie sich nciht irrte, dann stand sie vor der Leitfähe.

" Ich danke Euch für die freundliche Einladung in Euer Revier. Meine Mutter gab mir den Namen Liaryl Sahirá Shirin Ai. Liaryl reicht mir allerdings völlig. "

Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ja, man sollte bloß nicht den Rest erwähnen. Vorallem das 'Ai' ließ sie immer innerlich schaudern. Doch warum hatte sie dann dies alles gesagt? Weil es ihr als höflich erschien, shcließlich wollte man doch auch wissen, mit wem man es zu tun hatte oder nicht?

" Ich bin eine Wanderin und suche einen Platz zum Ruhen. Ich hoffe ich bin bei Euch nicht an der falschen Adresse? "

Das Letzte hatte sie eher zur Frage geformt und sah die Silberne auch dementsprechend an. Jedoch keineswegs fordernd oder aufdringlich. Liaryl versuchte immer einen guten Eindruck zu übermittel, auch wenn es ihr manchmal nichts brachte.


27.12.2006 18:59




Slayer


Slayer sah sie an, und wunderte sich als sie seinen richtigen Namen benutzte. Er wollte nein sagen, sagte jedoch mit einem Lächeln

"du bist die erste der ich das erlaube, das du zu mir Kanto sagen darfst"

Seine Augen weiteten sich, hatte sie ihn gerade angestubst? auf der Nase? Obwohl er eigentlich nichts fühlen sollte fühlte er irgtendwas, etwas schönes....ja...Slayer lächelte und wusste das sie es für sich behalten würde. Er erwiederte das anstubsen, und sagte dann

"Nun...wie gesagt du darfst mich Kanto nennen, du kannst mich nennen wie du willst"

Es war merkwürdig, Slayer's Lächeln verschwand nciht mehr, und er selbst fühlte sich auch glücklicher.
bevor er jedoch ins träumen geriet, fragte er dann

"Hast du Lust ein wenig ins Rudel zu kommen, immerhin glaub ich das du ja rein willst, falls du nicht schon drin bist. Und falls es am anfang nciht so klappt, werd ich mich dafür einsetzen..."

~...und vielleicht mein Leben riskieren?~

fragte er sich insgeheim in Gedanken, doch dazu würde er einstehen, ja, das würde er tun. Vielleicht würde er auch sienen Platz im Rudel verlieren, ihm war es schlichtweg egal.


29.12.2006 15:15




Torán


Torán wusste nicht wie er Lotus gegenüber treten sollte. Und offensichtlich wusste sie es auch nicht. Er konnte ein Grinsen nicht verbergen. Es war selten anzusehen, dass er grinste, gar lächelte. Seine abwesende Art war immer da, nie kam er wirklich aus sich heraus, erzählte von sich oder schloss sich gar aus eigener Kraft irgendwem oder irgendwas an. Von einer eigenen Meinung ganz zu schweigen. Der schwarze Rüde erwischte sich dabei, wie er Lotus musterte, wie ihm Erinnerung an die alten Zeiten in den Kopf stießen, wie etwas von der alten Freundschaft, der Liebe wieder in ihm entflammte. Als sie dann auch noch etwas von sich gab, etwas so freundliches, hatte Torán das Gefühl, etwas stimmte nicht mit ihr. Brauchte sie ihn? War es Schicksal, sie hier zu finden?

"Lotus. Ich bin es wirklich. Auch wenn ich noch genau in Erinnerung habe, was damals passiert ist, freue ich mich auch ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wo warst du in all den Tagen? Was hast du die ganze Zeit getan? Bist du...bist du nun glücklich?" , seine Stimme wurde zu einem kaum hörbaren Flüsterton, "...ohne mich?"

Er scharrte mit seiner vorderen Pfote in der Erde, blickte betrübt auf den Boden. Der Schwarze wagte es nicht Lotus in die Augen zu sehen. Er hatte Angst. Aber wovor? Was zeichnete seine Augen, welches Gefühl spiegelte sich in ihnen wider? War es Liebe? Hass? Torán konnte es nicht sagen, er wusste es ja selber nicht einmal. In all den Tagen, Monaten, als eine Fähe seine große Liebe war, und es war nicht Lotus, wusste er immer, was er wohl gerade zu spüren vermochte, doch heute, jetzt und in diesem Augenblick, wusste er es nicht. Um genau zu sein, er wusste gar nichts mehr, was ihn und Lotus belangte.


29.12.2006 15:50




Shyel


Shyels Rute begann zu wippen, als Slayer ihr Lächeln erwiderte, sogar leicht zurück stupste und ihr dann erlaubt ihn Kanto zu nennen. Sie spürte, dass es etwas besonderes war und freute sich, zeigte das auch, indem ihre Rute noch ein wenig mehr wippte und sie ihn schon fast anstrahlte. Auf seine Frage hin, legte sie dann leicht den Kopf schief. Ja, sie war hier her gekommen, weil sie es versuchen wollte, noch einmal in ein Rudel ... und jetzt wollte sie es um so mehr, denn sie hatte jemanden gefunden, den sie mochte, mit dem sie gerne in einem Rudel war ... nur wollte sie jetzt noch nicht zu dem Leitwolf. Zum einen wollte sie sich viel lieber weiter mit Slayer unterhalten, zum anderen hatte sie Angst, dass der Leitwolf sie vielleicht nicht wollte und bevor sie das erfahren sollte, wollte sie lieber einen schönen Tag mit Slayer verbringen.

"Also ... ja, natürlich. Ich würde sehr gerne in diesem Rudel bleiben, aber ... eigentlich will ich jetzt noch nicht zu dem Leitwolf. Ich will lieber hier bleiben ... oder vielleicht das Revier erkunden oder so. Ich bin ja nicht gefährlich."

Sie lächelte wieder und schielte Slayer nun schräg von der Seite an. Vielleicht würde er ja sagen dass das nicht ginge, weil sie sich schließlich noch unerlaubt in diesem Revier aufhielt ... aber ...


01.01.2007 16:54

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
16.08.2010 12:08
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Cave of Mind
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6 Jahre ∞

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94 cm

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23.07.2005

Seite 4




Slayer


Slayer grinste etwas breiter, sagte dann

"Naja, unsere Leitwölfin wird dir bestimmt nichts tun, dafür sorg schon ich keine Angst"

Er spürte, das sie ihn mochte (abgesehn davon das sie mit ihrer Rute wippte und leicht wedelte). Slayer hatte auch das Gefühl endlich jemanden kennengelernt zu haben der mehr als nur Freundschaft im Sinn haben könnte...
Slayer wurde aus dem Gedanken gerissen, von Shyel. Er deutete lächelnd an, das sie ihm folgen soll.
Nebenbei bemerkte er folgendes:

"Das Rudel hat viele Wetter überlebt, einige kamen um, einige verliesen dieses Rudel. So genau kenne ich mich nicht aus. Wie bereits hab ich dir erzählt das ich oft Abseits des Rudels gelegen habe und kaum mit jemanden gesprochen habe. Achja, diese Statliche Wölfin da drüben ist unsere alpha"

Er deutete mit einem Schnauzenschwenker richtung Kiba

"Ihr Name ist Kiba Telay, so wie ich den Namen aussprechen kann, aber angesprochen wird sie nur Kiba..über sie weiß ich sogut wie garnichts, abgesehn davon das sie eben unsere Alpha ist"

Slayer zeigte ihr noch einige Sachen die er in Rudelreichweite zeigen konnte, bis sie wieder an den Ort kamen, wo die Besichtigung angefangen hat. Slayer legte sich hin und lächelte, und konnte sich es nciht verkneifen ihr zu sagen


"Weißt du ich find dich wunderhübsch, ehrlich"

Etwas über sich selbst erstaund, jedoch sich es nicht anmerkend, lächelte er sie an. Slayer hoffte, das irgendwie aus ihr und ihm was wird...


02.01.2007 20:10




Tsuki


Leise trat die weiße vorwärts. Sie kräuselte die Nase drehte den Kopf wieder zum Pass hin. Warum roch es hier nach Hoúk? er war, nein er konnte nicht hier sein. Galixíea war zerstört und mit ihr auch die Hoffnung auf eine Zukunft.
Tsuki winselte und senkte den Kopf, konnte nicht zurück.
Langsam wandte sie sich von Ain ab und trat dem Heulen nach.

"Ich bin Tsuki und suche einen Platz um für eine Weile zu bleiben. Mein Herz ist einsam und sucht eine Aufgabe."

sie setzte sich hin um zu warten bis es ihr gestattet wurde zu den Rudelwölfen zu gehen.
der Farn verströmte einen Herben und würzigen Geruch der Tsuki´s Nase redlich verwirrte und sie niesen ließ

oO(Hoúk ich vermisse dich mein Bruder)Oo


05.01.2007 20:45




Ténshi Kurái


Ténshi Kurái. Dunkler Engel. Nein, ein Engel war er gewiss nicht, aber wenigstens mit letzterem hatten seine Eltern nicht vollends am Ziel vorbeigeschossen. Der Graue grinste hämisch. Wenigstens er hatte sein Ziel erreicht, er war genau so geworden, wie er es sich immer erträumt hatte. Und nie so wie sein Vater es gewünscht hatte. Saíchírô... Wird er seinem Vater jemals verzeihen können?
Der Rüde schlich lautlos wie ein Phantom auf Beutezug durch einen schmalen Tunnel. Hier hatte er die Nacht verbracht, es war sicher und der Boden hatte seinen Bauch gekühlt. Ein Fremder hatte ihn bis hierher begleitet. Er selbst nannte sich Seal und hatte irgend etwas von seiner verschwundenen Tochter und einer böse Mutter erzählt... Doch so genau hatte der Graue nicht aufgepasst. Sein Begleiter war ein recht angenehmer Geselle, und mehr wollte er auch gar nicht über ihn wissen. Ihr Treffen war Zufall gewesen, beide auf der Suche nach ihrer Familie, und es traf sich, das beide sie dort vielleicht finden würden. Viele Worte hatten sie so oder so nicht verloren, sie wussten beide ihr Ziel und ihren Weg. Jetzt aber war es Zeit, die Reise fortzusetzen. Am anderen Ende konnte Ténshi bereits ein paar Sonnenstrahlen erkennen.

oO(Das Licht am Ende des Tunnels...)Oo

Seine Mutter und zwei seiner Schwestern hatten dieses Licht bereits sehen dürfen. Amayá, eine der drei einzigen Überlebenden, war spurlos verschwunden, doch er wusste, dass sie einen Platz gefunden hatte. Wo aber war Akarúi abgeblieben? Sie war einfach verschwunden als der Kampf endlich ein Ende gefunden hatte, und der Rüde hatte sie nie wiedergesehen. Egal, was nach diesem Tunnel auf ihn wartete, hier hatte er zum ersten Mal seit langem ihre Fährte aufgenommen, und wie von einer Biene gestochen war er dieser gefolgt. Jetzt erreichte er das Ende des Gangs. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, die Sonne schmerzte in seinen ozeanblauen Seelenspiegeln, doch er hielt sie gerade noch genug weit offen, um die schönste Wiese, die er je gesehen hatte, zu bewundern. Gelber Löwenzahn schimmerte zwischen den tiefgrünen Gräsern, und er glaubte sogar ein leises Plätschern zu vernehmen. Wasser! Sein Element war doch sein ständiger Begleiter, wie konnte er dies nur vergessen. Wie konnte er nur so vieles vergessen...
Nein, daran wollte er jetzt nicht denken, er war seinem Ziel so nahe. Mit einem gellenden Heuler verkündete er sein Ankommen. Das war wohl nötig, denn der Geruch seiner Schwester wurde mit jedem Schritt stärker, doch auch der von anderen Wölfen. Ténshi hielt einen Moment inne. Er war sich sicher, dass er weiter musste, vielleicht hatte Akarúi ihn auch schon in der Nase. Ja, seine Schwester... Ein Gefühl von Wehmut erhellte seine dunkle Seele. Sie war so anders als er, natürlich hatten die beiden gewisse Ähnlichkeiten, doch sie war viel fröhlicher und... Wer weiss, vielleicht hatte sie hier ein neues Leben anfangen können. Doch halt, was war das?

oO(Ténshi, du bist durch und durch böse, Gefühle wie Glück und Wehmut kennst du nicht! Dein Vokabular besteht aus Wörtern wie Hass, Feind, Dunkelheit! Du wirst nie weiter kommen, nimm dich endlich zusammen!)Oo

Er schüttelte kurz den Kopf, um aus dem Chaos in seinem Kopf Ordnung zu schaffen. Ja, er war böse, seine Bestimmung war immer die Finsternis gewesen, niemand konnte und durfte etwas daran ändern. Sein Vater nicht, seine Freunde nicht, und sein eigenes Dasein erst recht nicht!
Ténshi setzte seinen Marsch fort, und erst, als er an einem Bach vorbeikam, genehmigte er sich nach einem kurzen Blick zu Seal eine Pause, um etwas Energie zu tanken. Das Wasser war eiskalt, genau so wie er es am liebsten hatte. Genüsslich schloss er die leuchtenden Augen. Sollte er sich hinlegen? Nein, diesen Gedanken verwarf er gleich wieder, er musste Akarúi finden, egal was es kosten sollte. Der lange Marsch hatte an seinen Kräften gezehrt, doch das war ihm egal, völlig gleichgültig, wie er sonst immer mit sich umsprang. Herzlos, eisig, blutrünstig.


07.01.2007 13:45




Seal


Mit sorgfältig gewählten Schritten war der weisse Hüne kilometerweit gezogen. Er war erstaunt, wie fit er sich in all den Jahren gehalten hatte, schliesslich war er nicht mehr der Jüngste. Doch er hatte es hierher geschafft, also würde er auch noch ein paar weitere Kilometer hinter sich bringen können, den Geruch seiner verlorenen Tochter in der Nase. Er war schon so stark, unvernehmbar, Seal konnte sie schon fast atmen hören, ihr weiches Fell und ihren vertrauten Blick spüren. Bilder aus der Vergangenheit kamen in ihm hoch, schöne Bilder, Bilder von einem weissen Fellknäuel, das einmal mit einer wunderschönen Polarwölfin spielte, ein anderes Mal neben dem Weissen schlummerte und wieder ein anderes Mal unbeholfen das frische Fleisch eines Hasen versuchte zu zerkauen. Jedes Detail hatte er vor seinem inneren Auge, das Glitzern des Flusses, das strahlende Lächeln Shalinas, ihr glänzendes Fell, die leuchtenden, von Glück zeugenden Augen, selbst die Gräser und Blätter, die sich sanft im Winde wogen. Ja, das war seine Familie gewesen, sein Leben, seine Leidenschaft, sein Ein und Alles. Was hätte er nicht dafür getan, diese Momente ewig andauern zu lassen. Denn nun war es vorbei, und Seal war bewusst, dass er in seinem Alter weder eine neue Gefährtin finden noch überhaupt eine suchen würde. Wer wollte schon einen alten, von Kitsch und Romantik besessenen Rüden zum Partner? Der Rüde musste lächeln. Das war lange her, ewig lange, und doch würde er diese Bilder nie vergessen, auch wenn er sie nicht in die Gegenwart einbezog. Denn in der Gegenwart hatte der Graue neben ihm gerade einen Zahn zugelegt, und er musste an Tempo gewinnen um ihm standhalten zu können. Überhaupt schien es Ténshi Kurái, so hatte er sich vorgestellt, nicht zu interessieren, ob er nun folgte oder einen anderen Weg einschlug. Seal war ihm einfach gefolgt, im Wissen, auf dem richtigen Weg zu sein. Seine Nase war nicht mehr die beste und einem jüngeren Wolf konnte er vertrauen. Ausserdem, hatte er nicht gesagt, er wäre auf der Suche nach seiner Schwester? Und es war noch früh am Morgen, die Sonne stand noch nicht lange am Himmel und das Rudel hatte die Nacht garantiert zusammen verbracht. Also musste Jeanne in der Nähe sein. Nein, sie musste nicht, sie war, da hätte er seinen Kopf darauf verwettet. Wie sie heute aussah wusste er nicht. War sie gewachsen? Wie lebte sie hier? Einen wundervollen Platz hatte sie sich ausgesucht, das war klar, alles schien vor Fröhlichkeit und Lebensfreude nur so zu strahlen.
Als Ténshi zu einem Halt ansetzte, um zu trinken, war der Duft der Fähe so stark wie noch nie. Durst hatte Seal längst keinen mehr, er schöpfte seine Energie mit der Vorfreude auf seine einzige Tochter. Ténshi ohne ein Wort hinter sich lassend, setzte der Rüde zu einem Sprung über den Bach an und rannte weiter, immer weiter, durch hohes Gras, sodass der Tau von den Blättern sprang und in den Sonnenstrahlen verdampfte, an vielen gelben Blumen vorbei, die schöner nicht hätten sein können – und da war sie. Logischerweise nicht nur sie, nein, ein ganzer Haufen von Wölfen in allen vorstellbaren Farben und Grössen lag da und schlief. Jedenfalls die meisten. Wie er sah, waren schon einige auf den Beinen. Er verlangsamte nun sein Tempo, um die noch schlafenden nicht zu wecken. Was sollte er nun tun? Da lag sie, seine geliebte Tochter, schon wach und mit einem ihm noch fremden Rüden rumschmusend.

„Jeanne...“

Sie war wunderschön. Die Augen Seals leuchteten silbern vor Glück, sein Herz machte Sprünge wie ein gejagtes Kaninchen. Der Rüde wedelte wie verrückt mit seiner Rute, so dass sein Becken beinahe mitschwang, und mit der Zunge schleckte er sich vor Nervosität ständig über die Nase. So stand er da, beinahe wie ein Welpe, dem man ein neues Spielzeug geschenkt hatte. Lange war er nicht mehr so nervös und aufgeregt gewesen, wo er doch sonst von einer solch unzerstörbaren Ruhe zeugte. Um sich etwas zu beruhigen, atmete Seal kurz tief durch, und schon hing die Rute wie gewöhnlich Richtung Boden, als wäre nie etwas gewesen. Stumm tapste er auf den Haufen zu und öffnete die Lefzen zu einem leisen Wort.

„Ich wünschte, ich hätte zu einem späteren Augenblick erscheinen können, aber mein Herz vermochte es nicht, noch länger zu warten. Ich hoffe, ich störe eure Ruhe nicht.“


12.01.2007 20:12




Akarúi


Krampfhaft versuchte die Weiße ein warmes Lächeln auf ihre hellen Leftzen zu zwingen, das ihre hellbraunen Augen nicht erreichte und ihr Gesicht nach und nach mehr in eine starre Maske verwandelte, so dass es nach einiger Zeit fast zu schmerzen anfing. Doch trotz allem zwang sie sich weiter dazu, es war nicht ihre Art, anderen so deutlich zu zeigen wie sie sich fühlte und in diesem Moment fühlte sie sich ganz sicher nicht gut. Akarúi spürte den Blick ihres Gegenüber auf sich ruhen, prüfend und zugleich aufmerksam, sie war versucht einer Herausforderung gleich den Blick zu erwidern, doch aus irgendeinem ihr unerfindlichen Grund tat sie es nicht, sondern wich seinem Blick stets aus. Sie wusste, würde sie den Blick des Grauen in die sandbraunen Augen erwidern, würde er es sofort merken. Auch wenn sie wusste, dass er sich nicht sonderlich für sie interessierte, so wusste sie doch, dass er ein sehr guter Beobachter war. Sie unterschätzte ihn in so was nicht, unterschätzte ihn auf vielen Gebieten nicht und wusste, dass er ein sehr ernstzunehmender Gegner wie auch Freund war. Doch genauso gut wusste sie, wie sie ihn, wenn sie es so wollte und sie sich mal wieder über irgendwas an ihm geärgert hatte, ärgern und in gewissem Maße auch quälen konnte. Es war ein leichtes für sie und manchmal konnte sie einfach dem Drang nicht wieder stehen, den Grauen erschauern zu sehen und ein kleinen wenig Furcht in seinen Augen schimmern zu sehen, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. All das nur ausgelöst durch eine Berührung ihrerseits, es gab ihr auf irgendeine Art ein sanftes Gefühl von Macht und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, genoss sie es, sehr sogar. Doch nicht dieses Mal, sie war zu sehr damit beschäftigt ihre Maskerade aufzubauen und krampfhaft aufrechtzuerhalten, als ein triumphierendes Gefühl von Macht darüber zu empfinden, dass sie es wieder einmal geschafft hatte, dass der Graue vor ihr zurückwich, nur ihrer Berührung wegen.
Akarúi spürte immer noch den Blick der sandbraunen Augen auf sich ruhen, genauso intensiv wie vorher und genauso intensiv wie vorher wich sie dem Blick aus, wandte gar den Kopf ab um den Grauen und seinem Blick zu entfliehen, der ihr, in ihre stets sonst so verschlossene Seele blicken scheinen zu können. Sie hasste diesen Blick, hasste es, dass sie unfähig war, ihr Inneres vor dem Grauen zu verbergen und sich so verletzbar machte. Egal, was sie auch versuchte, Mitsah schaffte es immer wieder, ob er es nun darauf anlegte oder nicht. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass es ihm sogar etwas Spaß bereitete zu sehen, wie es in ihr vor Wut anfing zu brodeln und sie innerlich vor Wut und Selbsthass fast platzte, äußerlich aber fast völlig unbeteiligt blieb, abgesehen von den Augen, die vor unterdrückter Wut, als Erheiterungsobjekt des Grauen vielleicht zu dienen, fast schon leuchteten. Sie seufzte leise und ließ den Blick ihrer hellbraunen Augen abwesend über den Platz schweifen, mit den Gedanken bei ihrer weißen Schwester mit den sanften, tiefbraunen Augen, die ihr so weit weg zu seien schien. Immer noch zogen die leise hervorgestoßenen Worte von Lotus Haná ihr durch den Kopf und hatten zur Folge, dass sie sich immer elender fühlte, sich immer schuldiger fühlte und sich ihrer sträflichen Vernachlässigung noch mehr bewusst wurde. Sie schloss verzweifelt die Augen Was war sie doch dumm gewesen, so unglaublich dumm. Nichts konnte diese Tatsache ändern und durch ihre Ignoranz würde sie vielleicht eine Freundin verlieren, ihre beste Freundin und Schwester. Aber das durfte nicht passieren, nicht so, das würde sie nicht zulassen. Sie hatte lange keine wahre Freundin gehabt, sie würde sie nicht ohne einen Versuch sie daran zu hindern, gehen lassen.

.oO(Nein, dass werde ich nicht zulassen!)Oo.

Akarúi bemerkte aus dem Augenwinkel heraus eine Bewegung, ihr Blick wandte sich und aus teils wachsamen, teils verwirrten Augen beobachtete sie den Grauen wie er um die Welpen herumkam und sich neben sie legte. Der verwirrte Ausdruck in ihren hellbraunen Augen nahm noch weiter zu, während sie ihn beobachtete. Sie spürte wie angespannt er war, so nahe war sie ihm, seine Ohren zuckten hin und her. Warum tat er das? Er hatte sich doch sonst nie zu ihr und die Welpen gelegt, warum gerade jetzt? Ein wenig besorgt blickte sie ihm in die sandbraunen Augen, konnte nicht verstehen was er tat.

,,Mitsah… geht es dir gut? Du…“

Vor Überraschung verstummte sie abrupt, als der Graue vorsichtig seine Schnauze unter ihren Kopf schob und sie sanft anstupste, sich jedoch genauso schnell wieder zurückzog und seine sandbraunen Augen auf sie richtete. All dies dauerte nur wenige Augenblicke und doch kam es ihr wie eine kleine Ewigkeit vor. Sie war völlig perplex über das Verhalten des Grauen, war er doch sonst nicht so, hatte keinerlei oder kaum ihre Nähe gesucht und nun legte er sich neben. Das war irgendwie zu viel auf einmal für sie, auf einer Seite neben ihr lagen die Welpen, wie jeden Morgen und auf der anderen Seite plötzlich ihr Gefährte. Diese Situation war so verwirrend, der ganze Morgen war bis jetzt für sie so verwirrend verlaufen. Irgendwie…
Seufzend tat sie das, was sie eigentlich nie geglaubt hat, je tun zu würden; sie schloss ihre Augen und drückte ihre Schnauze vorsichtig in das raue Fell des Grauen. Ihr war es in diesem Augenblick egal, wie der Graue reagieren würde, egal was die anderen dachten oder auch nicht dachten. Nie zuvor hatte sie ihn auf diese Art berührt, es so gewollt und es überhaupt geschafft. Es war ein merkwürdiges Gefühl, aber kein sonderlich unangenehmes, sie fühlte sich in gewisser Art und Weise geschützt. Akarúi stieß abermals einen Seufzer aus, während sie ihren Kopf zurückzog und sich abwandte, den Blick ihrer hellbraunen Augen nachdenklich auf die Welpen an ihrer Seite richtete. Jetzt wo Mitsah da war, konnte sie ihre Welpen allein lassen und ihre Freundin suchen gehen, auch Námida é Syáná konnte sie allein lassen, sie würde keine Angst haben, bei ihrem Vater. Vorsichtig zog sie sich erst auf die Vorderläufe um die Welpen nicht zu wecken, bevor sie sich ganz erhob. Ihr Kopf senkte sich noch einmal nach unten um jeden ihrer Welpen sanft über den Kopf zu schlecken, doch auf halben Weg verharrte sie, als ein lautes Heulen an ihr Ohr drang. Ihre Ohren hüllten sich nach vorne und sie hob irritiert den Kopf, irgendetwas schien ihr daran vertraut zu sein. Sie konnte nur nicht einordnen was es war...


13.01.2007 12:37




Tamáshii Neko


oO(' Ein Reisender ohne Ziel... ')

Wirklich ohne Ziel? Nein. Er suchte. Aber was suchte er? Ein Heim? Eine helfdende Hand? Verdammt noch mal nein! Es war halt seine Leidenschaft, jedem größeren Wesen aus zu weichen, jede Näherung geschickt ab zu winken. Warum auch nicht? War es schließlich nur zu seiner Sicherheit. Und eben die ging vor. Eben die bestimmte sein bisheriges Leben. Aber als Wanderer ohne Ziel? Als was wohl sonst! Er wollte etwas sehen, etwas erleben in diesem Pelz. Eben eine eigene Geschichte gründen. Als Kätzchen. Als ein Kätzchen, der niemanden etwas antun würde. Wäre das nicht schön? Doch leider unvorstellbar. Eine höhere Macht hatte ihn in diesen Pelz gesteckt. Im Somemr zu warm - im Winter zu kalt. So wie auch für den Schnee zu dunkel und für die Dunkelheit zu weiß. Zu reflektierend. Ohne ihn zu fragen! Unverschämtheit. Einer der vielen Gründe, dank der er nur an sich selbst glaubte. An die Samtpfote in ihm. Für etwas anderes war er wohl kaum zu gebrauchen. Das Jagen viel ihm schwer - dank dem Pelz. Das Sprinten viel ihm schwer - konnte er doch nur leichtfüßig auftreten. Besaß dieser Körper eigentlich irgent eine Stärke? Ja. Den verspielten Kern im Inneren. Unnütz, dennoch nicht versteckt. Sollten die anderen sich doch lieber an ihn anpassen, als er an sie. Versuchte er doch eh schon ständig, um alles einen großen Bogen zu machen. Somit durften die anderen, egal welcher Art, nun auch endlich zum Zug kommen! Taten sie es jedoch nicht. Warum also bei ihnen bleiben? Mit ihnen leben? Er hatte besseres zu tun als sich ihnen anzu schließen. Sich dem Hunger hin zu geben - miserabler Jäger. Vom Drang nach Wasser geschindet - Wasser? Wiederwärtig!

oO(' Mein Ziel ist es, die Suche endlich zu beenden, wenn der Abgrund kurz vor mir steht - Aufgeben? Aufgeben! Um zu zeigen das alle mit ihren ettlichen Vermutungen recht hatten! Und dafür, dass ich mich nie habe ändern lassen. ')

Schwärze. Nacht? Nein, die war schon lange vorbei. Sonnenfinsternis? Unsinn. Ein Ende? Ja! Weiter hinten. Ein Tunnel. Mit weißem Ende. Das Leben schon vorbei? Leider nicht. Ach ja, hatte er doch vor kurzem diese Höhle betreten. In der Hoffnung einen sicheren Unterschlupf gefunden zu haben. Nun zog er schon länger der Nase nach, nahm die Höhle doch kein Ende! Nun endlich, zum Schluss der wanderei stellte sich raus, dass es ein Durchgang war. Gute Sinne, es erst dank der Augen erkannt zu haben. Mit bravur gemeistert. Wie immer! Wahrscheinlich der beste Ausdruck - immer passend! Aber was sollte die Katz schon anderes tun? Kehrt machen? Zu anstregend. Stehen bleiben bis wer anderes kommen würde? Zu langweilig. Viel blieb da wohl nicht. Also hieß es wohl weiter gehen - wohl oder übel. Wenigstens schien die Sonne angenehm zu scheinen. Na hoffentlich nicht zu warm!

oO(' Sonne - zu warm. Schnee - zu kalt. Regen - schnell weck! ')

Die Schrittfolge der nun ins Tempo gesetzten Samtpfoten war flink, kaum aufgesetzt eilte schon die nächste hinterher - leichtfüßig, ohne auch nur einen einzigen Ton von sich zu geben, eben so wenig als auch nur das leiseste Knacken an eines jeders Ohr drangen würde, dem Gang sei dank. Eine Stärke? Die erste Stärke. War es überhaubt eine? Verdammt noch mal ja! Als wäre die geringe Höhe dem Bodne nicht schon zu nah, setzte sich der schmale Rücken in eine noch tiefere Position, ohne Wölbung - sofort aufallen in einem neuem Tal wäre wohl nicht sonderlich praktisch. Oder doch? Dann bräuchte er sich wenigstens nicht verstecken. Durfte mal eben so hin durch spazieren. Quatsch, was dachte er sich mal wider?! Denken? Abgestempelt! Wer behaubtete eigentlich das dieses Tal bewohnt war? Nicht jeder würde so schwachsinnig sein und einen Tunnel mit einer Höhle verwechseln. Schwachsinnig?! Wohl eher einzigartig! Die Ohren flach an den Nacken gepresst wollte er auch eigentlich gar nichts wahr nehmen. Nichts hören. Am besten auch nichts sehen!

oO(' Wenn ich dich nicht seh - kannst du mich auch nicht sehen! ')

Perfekter Plan!
Sehr schön. Nun zum praktischen Teil. Praktisch - nicht gut. Teoretisch - genial. Also bleibt es dabei. Nun weiter, sonst muss es wahrscheinlich noch angewendet werden! Schlimm. Grausam - Unvorstellbar! Schnell weck. Mitten durch. Ein Pfad? Ein Glückstreffer. Aber vielleicht zu auffälig. Egal. Sowas muss ausgenutzt werden! Wie kommt man eigentlich auf die sinnlose Idee von einem Begr aus einen Pfad zu verlegen? War er hier unter Gleichgesinnten?! Konnte nicht sein. Oder doch? Sicher nicht, so etwas gab es nur einmal. Ihn. Einzigartig, nicht grässlich! Ein guter Schauspieler, daher auch der Satz. Muss er das selbst verstehen? Tut er doch eh nicht. Wahre Worte.
Ohne auch nur daran zu denken, wohin es ihn trieb, folgte er in der anhaltenden Stellung dem Pfad den er betreten hatte. Das Tempo nicht im geringsten verringernd oder zu verschnellern. Ihm passte es so, das reichte. Soweit kein Wasser in der Nähe war, durfte es ruhig so bleiben. Einmal Stille. Ohne Zwischenrufe. Oder doch? Ruhe! Nein - Wasser!

oO(' Das neunte Leben endend im kühlem Nass... ')

Ohne es recht zu steuern entglitt der nahezu unbenutzten Kehle des Rüdens ein helles, beinahe quitschieges Jaulen - bevor er ruckartig einen Satz nach hinten machte. Ungeplant, denn so gleich rammte er auch prombt den morschen Baum im Hintergrund. Abermals ein Satz - zur Seite! Gefahr - über all. Ausweg? Keiner! Doch - der Pfad! Wohin? Renn! Es waren keine Wahrnehmungen die der Rüde verspürte, bevor er sich mit weit ausgreifenden Sprüngen gestreckt von dem erste Horrortrip entfernte. Schlimm! Gleich neu, gleich Wasser. Überall! Gewiss war er kein Typ für das Nass, die Gründe - seine Sache. Die Rute dicht eingeklemmt zwischen den Hinterläufen, waren es nur noch wenige Sekunden, bis der See aus seinem Sichtwinkel entfernt war.

Vielleicht in die falsche Richtung - mit Glück aber auch in die richtige. Die einer größeren Wiese, wie man schon von Weiten sah, als die Katze endlich zum Stillstand kam. Den schmalen Brustkorb in schneller Folge hebend und senkend. Wölfe? Nicht gesehen. Sind sie da? Sie sehen dich nicht. Ich sie auch nicht! Hab sie auch nicht gesehen. Hier noch nicht. Perfeckt wie immer. Ein Genié.

oO(' Will niemanden sehen... ')


23.01.2007 20:27




Kiba Telay


Die abgerundeten Ohren zuckten leicht nach vorne, als Kiba Telay zwei Fähen in ihr Blickfeld treten sah. Die eine, graue blieb ein ganzes Stück entfernt sitzen, schien abzuwarten. Sie konnte die Graue kaum erkennen, so weit weg war sie noch, deshalb verwirrte es sie ein wenig, warum kam sie nicht her? Doch bevor sie weitergrübeln konnte, stand die andere, braune Wölfin vor ihr. Sofort wandte die silbergraue Leitfähe ihr den eisblauen Blick zu und ließ ein Lächeln auf ihre Lefzen gleiten. Liaryl hieß sie also. Sie nickte ihr freundlich zu.

Willkommen Liaryl. Wir haben hier für jeden Platz, solange er keine Unruhe im Sinn hat. Du kannst solange bleiben, wie du willst.“

Sie hielt den Augenkontakt mit ihr noch einen Moment und sah dann an ihr vorbei. Vielleicht war die andere Wölfin inzwischen näher gekommen?
Fehlanzeige, nun war sie ganz verschwunden. Kiba zog kurz verwundert die Augenbrauen hoch, aber was sollte man machen? Sie war keine von Grund aus misstrauische Wölfin, wie gesagt – solange keine Unruhe gestiftet wurde, sollte jedem das Recht vorbehalten sein, dieses riesige Revier zu durchqueren. Überhaupt, nahm sie noch viele andere, fremde Gerüche war. Es schienen sich also noch weitere Wanderer im Gebiet herum zutreiben, welche die sich nicht angemeldet hatten. Doch genau in dem Moment scholl wieder ein Heulen durch die Luft und Kiba blickte noch einmal zu Liaryl hinüber.

Verzeih die Hektik, das befindet sich, wie du siehst, hinter mir. Dort findest du bestimmt einen Platz, wo du dich ausruhen kannst.“

Sie lächelte die Braune entschuldigend an und trabte dann noch ein kleines Stückchen an ihr vorbei. Am liebsten hätte sie nun Silence mit an ihrer Seite, aber da sie ihn nicht hatte wecken wollen, war sie nun selbst schuld. Was sollte es? Sie kannte das doch, immerhin waren diese ganzen Begrüßungen für sie schon eingespielt, Standart.

Sei gegrüßt, Tsuki! Komm nur her, wir haben genügend Platz!“


03.02.2007 17:35




Danley Lanés


Danley Lanés blinzelte kurz, als die weiße Fähe ihm über die Schnauze schleckte. Sein Blick wanderte zu ihrem Gesicht empor und der schlanke Rüde hob den Kopf wieder. Ein liebevolles Lächeln legte sich auf seine schwarzumrandeten Lefzen. Sich nach hinten lehnend streckte er kurz seinen Nacken und den Rücken, dann gab auch er ihr einen Kuss auf die Schnauze.

Ganz ausgezeichnet und du?“,

fragte Danley mit klarer, ruhiger Stimme und schwang kurz die Rute über den noch taubenetzten Boden. Doch noch bevor er eine Antwort hören konnte, sah der Graubraune einen weißen Rüden auf sich und Jeanne zukommen. Verwundert zuckte er mit den dunklen Ohren, der schien es aber eilig zu haben und das hieß, er musste die weiße Fähe kennen, denn Lanés selbst kannte ihn nicht. Stirnrunzelnd wanderten die grüngelben Augen zu den blauen Jeannes, wer war das? Seine Vermutung hatte sich damit bestätigt, dass der weiße, ältere Rüde ihren Namen nannte. Als er sie beide ansprach, wandte der schmale Wolf ihm den Blick wieder zu. Vielleicht ihr Bruder? Na, wenn dann war er aber aus einem ganz anderen Wurf, es war unübersehbar, dass er älter war als sie. Aber eine Ähnlichkeit bestand, also vielleicht auch ihr Vater? So musste es sein! Ein leichtes, fast erleichtertes Lächeln erschien wieder auf seinen Lefzen, aber wer sollte es schon sonst sein? So wie der Weiße sprach wollte er ihm wohl keine Konkurrenz machen, jetzt, nach diesem halben Jahr wollte er schließlich nicht mehr von ihrer Seite weichen oder sie gar alleine lassen! Aus den Augenwinkeln konnte Lanés sehen, wie sich eine Tochter der Alphas von ihrem schlafendem Vater entfernte und auf den Wald zulief. Seine Ohren schnippten nach vorne, er war vor einiger Zeit von Kiba Telay zum Jota ernannt worden, genau wie Jeanne, die es damals allerdings schon war. Der schwarze Alpharüde Silence Tear schlief, die Leitfähe selbst begrüßte grade Neulinge und zu Jeanne war schließlich grade dieser Rüde gekommen. Der Graubraune sah ihn einen kurzen Augenblick prüfend an, dann erhob er sich.

Kein Problem... Jeanne, ich schnapp mir mal diesen Racker, der grade im Wald verschwunden ist, bin gleich wieder da.“

Danley Lanés schleckte seiner Gefährtin kurz über die Schnauze und drehte sich dann zum Wald um. In einem gemächlichen Trab folgte er der grauen Welpin. Wer war es? Die kleine Talví, genau. Wo wollte sie hin? Sie lief in eine ganz andere Richtung, weg von den Wölfen, auch aus der Nähe jener, die in diesem Moment ebenfalls im Wald waren. Sie lief irgendetwas hinterher. Danley senkte seine Schnauze etwas, Misstrauen packte ihn und er versuchte am Boden zu wittern. Nein, da war nichts. Dennoch, er angestrengt versuchte er sich zu erinnern, was vor ihnen lag, er hatte ein ganz ungutes Gefühl... Wo war die Kleine nun hin? Aus den Augenwinkeln hatte er grade so beobachten können, wie sie losrannte, verdammt! War dort nicht irgendwo ein tiefer Riss nahe der Bergkette? Eine kleine Schlucht?

.oO°(Scheiße!)

Nun musste er sich auch beeilen! Automatisch bewegten sich seine Pfoten schneller, Äste von Sträuchern schlugen unsanft gegen seine Flanken, leider hatte der Graubraune keinen blassen Schimmer wie weit es noch bis zu dieser Spalte war! Er bog nach rechts und konnte da schon das Ende des Waldes sehen, genau so wie die kleine graue Welpin!

Talví! Bleib hier!“,

rief Lanés der Grauen zu, doch hörte sie nicht. Sie war ganz und gar darauf konzentriert einem Schmetterling nachzuspringen, der schon gefährlich nahe am Abgrund flatterte. Ein Zittern durchfuhr den schmächtigen Körper des Wolfes, gleich würde sie fallen. Verdammt! Er konnte sich kaum bewegen, sein Kopf wurde plötzlich von einem dumpfen Schleier durchzogen, das Bild, wie Philay einfach so in den Tod rannte, einfach so vor die Flinte des Jägers sprang, ganz bewusst und jetzt war da diese kleine Welpin, die ebenfalls in den Tod springen würde, allerdings unbewusst! Ein Keuchen verließ Danley Kehle und er hastete nach vorne, jetzt hatte Talví ihn auch endlich bemerkt! Verwirrt blickte sie dem graubraunen Wolf entgegen, der so schnell auf sie zurannte und erschrocken tat sie genau das Falsche .. Sie machte einen Satz nach hinten und rutschte – wie sollte es auch anders sein – ab. Ein Aufschrei ertönte, auf den Danley Lanés abrupt stehen blieb. Sein gesamter Körper verkrampfte sich, die grünen Augen weiteten sich im blanken Entsetzen. Nein, nein, nein! Er zitterte so stark, als wäre er kurz davor zu erfrieren, innerlich war es plötzlich auch eiskalt geworden, eine Kälte kroch durch ihn und schnürte ihm die Luft ab. Er traute sich keinen Schritt mehr vor, er wollte nicht sehen, er wollte nicht sehen wie die Kleine nun Hundertprozentig tot auf irgend einem Vorsprung lag, oder so. Kraftlos ließ er sich in das Gras fallen, er fühlte sich plötzlich so müde und schwer... Das war seine Schuld, schon wieder seine Schuld. Er war nicht schnell genug gewesen, hatte die Ausreißerin nicht ernst genommen und sie musste dafür mit dem Tod zahlen. Dabei war sie doch noch so jung gewesen, knappe 2 Monate und er hatte versagt, hatte nicht auf sie aufpassen können, wie es sein Job gewesen war. Ein Wimmern verließ Danley Lanés’ Kehle, ganz langsam robbte er vorwärts, näher an den Abgrund heran, als würde er selbst fallen, sollte er sich aufrichten. Zögernd blickte er über den Rand hinweg. Zuerst sah er gar nichts, ließ den grüngelblichen Blick hektisch schweifen, bis er weiter unten ein graues Fellbündel reglos liegen sah. Ein heftiger Schmerz durchfuhr seinen Kopf – vorbei. Die Kleine war tot, er war schuldig. Er war schon wieder schuld am Tod jemandes – Mörder!

.oO°(Nein, nein, nein! Das wollte ich nicht!)

Hier half kein Flehen, kein Bitten mehr. Was sollte er nun tun? Er wusste es nicht, er wusste gar nichts mehr. Kraftlos blieb er liegen, wandte den Kopf ab und schloss die Augen. Am liebsten würde er im Erdboden versinken, vielleicht sollte er ja einfach hinterher springen? Nein... Aber wie sollte er das ihren Eltern beibringen? Wie konnte er Jeanne jemals wieder unter die Augen treten? Vielleicht war es besser feige zu fliehen, irgendwo hin, doch selbst dazu war er zu feige. Das ging nicht, nichts ging mehr...

.oO°(Feigling, Feigling...)


03.02.2007 18:51




Jeanne


Lächelnd musterte die weiße Fähe den Rüden, der noch immer neben ihr lag. Aufmerksam stellte sie die Ohren auf, als sie seine Stimme vernahm. Er selbst fragte sie etwas, sie nickte jedoch nur zur Antwort, den die Aufmerksamkeit des Rüden war kurzerhand von ihr auf etwas anderes umgesprungen. Ohne nachzufragen, was den so interessant war, neigte sie den Kopf fragend zur Seite, richtete den Blick in die Richtung, in dessen Danley’s Blick ging. Sie konnte nicht wirklich etwas erkennen, was sie für so wichtig hielt, das der Rüde es beobachtete. Außer einem weißen Rüden konnte sie nur Wölfe erkennen, die ihr alle bekannt waren, außer die, die bei Kiba standen. Und an denen hatte der Rüde wohl kein Interesse, oder doch? Fragend drehte sie den Kopf in die Richtung des grau braunen. Fragen kostete nicht, also warum nicht? Ein leicht verspieltes Lächeln legte sich auf die dunklen Lefzen Jeanne’s, als sie den Fang öffnete. Jedoch kam sie nicht mehr dazu, zu fragen was Danley so interessierte. Ruckartig wurde sie von einer Stimme unterbrochen, die wie es schien, ihr einen kräftigen Seitenhieb verpasste. Mit pochendem Herzen vergrub sie ihre Schnauze in dem Fell Danley’s, als wollte sie sich vor etwas verstecken. Ihr ganzer Körper zitterte. Jemand hatte ihren Namen gerufen, jemanden den sie nicht kannte, dessen Stimme jedoch Angst in ihr auslöste. Warum hatte sie Angst? Es war nur eine Stimme, ein Wolf der sie vielleicht kannte. Aber woher? Und warum fühlte es sich für sie an, als hätte diese Stimme sich für immer in ihrem Gedächtnis fest gebrannt? „...aber mein Herz vermochte es nicht, noch länger zu warten...“ Was meinte dieser Fremde damit? Kannte er womöglich den Rüden, der an Jeanne’s Seite lag? Aber er hatte doch ihren Namen gerufen, also lag sie damit wohl auch falsch. Etwas verblüfft musterte sie Danley, als sich dieser erhob, ein kalter Schauer ergoß sich über sie, als er ankündigte, gleich wieder da zu sein. Das konnte er doch nicht machen! Nicht jetzt! Flehend schaute sie ihn an, doch sie hatte wohl zu spät reagiert. Zitternd schaute sie ihm nach, wandte den Blick nicht eine Sekunde ab. Zitternd, jedoch mit einem Lächeln auf den Lefzen drehte sie langsam den Kopf zu dem Fremden, schaute ihm jetzt das erste Mal in die Augen. Ungläubig riß sie die Ozean blauen Augen auf, wirkte nun wie gelähmt. Fest krallte sie die Krallen in den Boden, während sie die Fänge fest aufeinander biß. Sie schien sich förmlich in den Augen des Rüden zu spiegeln, jedoch wandte sie den Blick schnell wieder ab. Das konnte nicht sein. Er war gestorben, sie hatte es gesehen wie er verblutet war. Kurz schloß sie die Augen, ehe sie den Blick zu Boden wandte und sich langsam erhob. Schweigend musterte sie den Rasen, der noch leicht mit Tau behangen war. Leicht schüttelte sie das weiße Fell, hob dann den Blick und schaute erneut in die Augen des Weißen. Kurz schluckte sie, ehe sie den Fang öffnete.

„Tut mir leid, aber ich kenne dich nicht. Verrätst du mir wie du heißt – und woher du meinen Namen kennst?“

Suchend ließ sie kurz den Blick zum Wald schweifen, ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihr breit, als sie den grau braunen nicht mehr sah. Sie wäre ihm am liebsten nach gelaufen, doch so unhöflich war die Weiße nicht. Sie konnte nur hoffen, dass er schnell wieder kommen würde. Lächeln wandte sie sich wieder dem Weißen zu. Nun würde sie wohl oder übel auf eine Antwort warten müssen. Und der Gedanke, den sie anfangs hatte, war schon wieder völlig verflogen. Es war ein dummer Gedanke gewesen, ein dummer Gedanke einer verliebten Fähe, ganz einfach.


03.02.2007 21:12




Seal


Der weisse Rüde musste in einem Traum sein... Sie war so unglaublich schön. Seal hätte ewig dort stehen bleiben und sie anschauen können. Ozeanblaue Augen, beinahe wie der graue Rüde, der ihn auf seiner Reise begleitet hatte – wie hiess er doch gleich? –, nur noch viel schöner und klar wie ein wolkenloser Sternenhimmel. Diese Augen hatte er bereits in ihrer Kindheit bewundert, nur war ihr Fell damals noch leicht gräulich und stahl beinahe deren Magie. Aber nur beinahe. So viel Zeit war vergangen, beide hatten sich verändert, doch niemand, niemand auf dieser Welt hatte solche Augen wie sie. Wenn man genau hinschaute, konnte man sogar das Wiegen der Wellen der See erkennen. Dazu blieb die schwarze Pfote unverändert. Der Rüde grinste. Wie sehr hatte er sie vermisst, nach ihr gesucht. Und jetzt hatte er sein Ziel endlich erreicht, nach so langer Zeit.
Und doch hätte der Träumer gar keine andere Antwort erwarten können. Es war ja auch eine Ewigkeit her. Selbst dass sich die Kleine versteckte, vor ihm zu verbergen versuchte, störte ihn nicht. Trunken vor Glückseligkeit machte er ein paar Schritte auf sie zu, ganz ohne Worte, doch sein silbrig warmer Blick genügte, um Jeanne zu fesseln, das wusste er selbst. Sein Herz schlug so wild wie noch nie; gleich würde seine Schnauze durch das warme, samtweiche Fell der Fähe streichen, seine Nase ihren Geruch einatmen und sogleich eine Welle voller Erinnerungen durch seine Adern fliessen lassen. Der Rüde kannte keine Angst; seine Tochter war ihm nie vertrauter gewesen, auch wenn dieses Gefühl nicht bei ihr galt.
Plötzlich erhob sich der graue Rüde mit den stechend grünen Augen neben ihr und liess die beiden alleine. Der Weisse lächelte ihm dankbar hinterher, er hatte wohl gespürt, dass Seal Jeannes Vater war. Erstaunlich, dass sie es nicht selbst merkte. Er machte ein paar weitere Schritte auf sie zu, bis seine Nase beinahe die ihrige berührte, die Augen sanft auf ihrem schlanken Gesicht ruhend. Seine Stimme, nun kaum mehr ein Flüstern, drang sachte zu ihr.

„Woher ich deinen Namen kenne? Ich gab ihn dir einst selbst. Fürchte dich nicht, meine Tochter.“

War das jetzt vielleicht zu mutig? Dem Weissen war bewusst, dass er sein Kind damit völlig überfordert hatte, wahrscheinlich würde sie ihm gar nicht erst glauben. Doch anders hätte er die einst enge Bindung der beiden nicht umschreiben können. Zu viel Zeit war vergangen. Der Weisse liess vorsichtig die Rute ein wenig pendeln. Seal hatte auf einen Schlag vergessen, wie er so lange ohne sie hatte leben können.


08.02.2007 19:22




Liaryl


Schweigend betrachtete sie die eisblauen Augen der Alphafähe. Ein Lächeln lag auf den Lefzen dieser. Immer noch machte sie den freundlichen Eindruck, den die Braune sehr schätzte, aber dem sie niemals vertrauen würde. Zu viel Hinterlistigkeit hatte sie schon erlebt, zu viele Lügen hatte das Leben ihr aufgetischt. Ihre Ohren waren aufmerksam nach vorne gerichtet, als sie der Silberfarbene lauschte. Ein kleiner Stein löste sich von ihrem Herzen, auch wenn sie jetzt nicht mehr mit einem 'nein' gerechnet hatte. Oh nein, sie hatte nicht vor, Unruhe zu stiften. Sie suchte nur einen ruhigen Platz mit ein wenig Wärme. Vielleicht konnte man es auch Geborgenheit nennen, denn die insamkeit malte ihr Herz schwarz, die Sehnsucht nach ihrer Freundin ließ sie an sich zweifeln. Sie bemerkte sehr wohl, dass die Alpha den Blick hinter sie warf, doch sie folgte ihm nicht, was hier apssierte ging sie nichts an. War es Verwunderung, die sich durch die gehobenen Brauen der Fähe zeigte? Deuten konnte sie es nicht, noch nicht. Sie konnte auch nicht weiter darüber nachdenken, denn ein Heulen verhallte in der Luft, kündigte eine weitere Fähe an. Die Braune lauschte ihrem Klang, ja, es war eindeutig eine Fähe. Stimmen konnte sie gut unterscheiden, sie verrieten mehr als Namen. Die Silberfarbene schenkte ihr noch einen Satz, ehe sie an ihr vorbei trabte und einen weiterhin freundlichen Gruß an die fremde Fähe schickte. Liaryl ließ den Blick über die Wiese gleiten, betrachtete das, was sie entdecken konnte und drehte schließlich ihr Haupt. Wieder betrachtete sie die Alphafähe. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und auch wenn sie es nicht sehen konnte, senkte sie wieder ihr Haupt.

" Ich danke Euch "

rief sie ihr zu, ehe sie langsam auf die Wiese zutrabte. Immer noch hatte sie ihre Ohren gespitzt, sah hie rund dort den ein oder anderen Wolf. Sie spürte die Scheu, die sich in ihr breit machte. Wie lange war sie nun schon allein gewesen? Wie lange war es her, dass ihre einzige Freundin sie verlassen hatte? Ihr Herz wurde ihr wieder schwer, Trauer machte sich breit und das Gefühl, wertlos zu sein. Sie machte einen Bogen um die anderen, suchte sich einen Felsen und drückte sich schutzsuchend an ihn. Die Sonne lachte ihr ins Gesicht. Der Frühling war die freudigste Jahreszeit überhaupt. Vielelicht war dies der Grund, warum sie sich nicht damit indentifizieren konnte. Schweigend ließ sie sich auf die Hinterhand sinken, lehte sich an den kahlen, leicht aufgewärmten Stein und schlang die Rute um ihren kräftigen Körper. Wie ein trockenes Blatt - reißfest und doch so zerbrechlich wenn man darauf herumtrampelte. Tief atmete sie ein, schloss die besondersfarbigen Augen und reckte die Nase gen Himmel. Frisch und voller Leben roch die Luft und doch war sie ihr so unheimlich fremd. Auch wenn sie nun auf andere gestoßen war, war sie doch noch immer allein. Sie kannte das Außenseiterdasein, schon damals, als sie noch von ihrem Vater belehrt wurde, hatten sich ihre Brüder gegen sie verschworen. Wie oft hatte sie ihre Mutter vermisst, wie oft hatte sie sie sich an ihre Seite gewünscht. Die einzige Fähe zwischen Rüden, die über ihre Tränen nur lachen konnten.
Sie hob eine Pfote, fuhr schweigend mit der Zunge darüber und ließ sich dann in das Gras sinken. Ruhig legte sie den Kopf auf die Vorderpfoten und schloss wieder die Augen. So verharrte sie, lauschte den Geräuschen und Stimmen um sich herum und ließ einfach die Zeit verstreichen. Es war ein Tag wie immer, selbst die Zweifel verschwanden hier nicht.


10.02.2007 17:23




Wryker Shízant


Wryker Shízant, ein Wanderer aus dem Osten, betrat leise und unbemerkt die Spitze der Gebirgskette, die er nun überqueren wollte. Der erfahrene Rüde setzte seine Pfoten geschickt über die spitzen Steine und Felsen hinweg. Der laue Frühlingswind trug neben den schwachen Sonnenstrahlen auch die Witterung eines Rudel zu dem Graufarbigen. Da er Manieren hatte und wusste, dass man diese auch schätzen würde, hob er seine klare Stimme und heulte dem Himmel einen Gruß entgegen, der den Alphas galt:

"Ich, Wryker Shízant, ein Rüde auf Wanderschaft, bitte Euch, die Alphas dieses Rudels, um die Erlaubnis mich Euch nähern zu dürfen, mit den meinen Absichten, die friedlicher Natur sind!"

Seine Schritte wurden langsamer, bis es schließlich stehen blieb. Da das Rudel sehr präsent schien, musste er schon in der Nähe sein. Sicherlich waren Welpen geboren wurden und in dieser Zeit waren viele wachsame Eltern schnell zu verärgern. Er war vorsichtig, denn er wusste, dass diese Fürsorge auch schnell aggressiv werden ließ. Seine Gedanken schwiffen zu seinen eigenen Töchtern und Söhnen, die nun zusammen mit seiner geliebten Gefährtin irgendwo anders waren, deren Körper verbrannt und deren Seelen dieser Welt entrissen worden waren. Er spürte förmlich die Flammen auf seiner Haut, die sein Fell verbrannt aber keine Narben hinterlassen hatten. Stille lag in den zitronengelben Augen, als er auf eine Antwort wartete, geduldig, denn er hatte alle Zeit. Seine Such nach dem Glück war keine Jagdt, vielleicht war er ja hier am richtigen Ort gelandet. Die dicke, buschige Rute hing ruhig hinter seinen Hinterbeinen, als er die Ohren spitzend den Kopf senkte und mit der schmalen Schnauze durch das hier beginnende Gras zu streichen, schließlich war er am Fuss des Gebirges, das wohl das Revier begrenzte, angelangt gewesen, bevor er sich angekündigt hatte. Der Tau kitzelte in seiner Nase. Er musste lächeln, hinter den weißen Lefzen kam eine Reihe scharfer Zähne zum Vorschein. Er war ein Grauwolf, und auch wenn er schlank und sehnig war, so war er nicht schwach. Er war ein Wanderer. Er sah keinen Grund im Kämpfen. Er sah keinen Grund in Provokation, alles was er wollte war ein Neuanfang und eine Familie, die seinen Schmerz linderte, ohne von ihm zu wissen.


11.02.2007 10:29




Aiyán Tendes


Aiyán Tendes neigte seinen Kopf leicht schief, während er seinen Zwillingsbruder so betrachtete, der – wie fast immer – recht genervt wirkte. Auch wenn er schon Vieles von ihm gewöhnt war, so sah es doch immer wieder komisch aus, wenn Sayan seine Augen bei verschiedenen Taten geschlossen halten wollte. Ein Ohr des pechschwarzen Welpen drehte sich zurück, er wusste, wenn er jetzt lachen würde, wäre sein Bruder sicherlich schwer beleidigt. Aber da kam schon Aidan zu ihnen hinüber getapst und Aiyán richtete seine Aufmerksamkeit auf ihn. Ladys?! Hey! Ein freches Grinsen legte sich auf die Lefzen des Welpen und er zwickte seinem Freund leicht ins Ohr, sprang auf und trabte dann rutewedelnd auf Sayan zu. Er hatte gesagt, dass er wegwollte? Na dann würde er halt mitkommen! Und da Aidan wohl auch Lust auf einen Spaziergang hatte, konnte er ja mitkommen. Grade wollte er sich neben seinen Bruder setzen und beiden sein Vorhaben mitteilen, da bekam er mit, wie Schwester Talví von Papas Rücken hinunter sprang und anfing einem Schmetterling hinterher zu jagen. Man, man! Immer diese Mädchen! Hatte sie vergessen, dass sie sich nicht all zu weit von ihren Aufpassern entfernen sollten? Naja, zugegeben, immer hielten Sayan und er sich da ja auch nicht dran, aber bei einer kleinen Fähe war das halt was anderes! Entschieden wandte er sich Aidan und Sayan wieder zu.

Genau, lasst uns diese Ausreißerin mal wieder aufgabeln, wir müssen uns ja nicht so doll beeilen.“

Grinsend zwinkerte er Aidan und seinem Bruder zu. Hoffentlich besserte sich seine Laune dann auch etwas. Aufmunternd stupste Aiyán seinen Zwillingsbruder an und betrachtete ihn strahlend. Dieser Tag war doch viel zu schön für schlechte Laune, oder? Mama war beschäftigt und noch immer konnte er das Heulen von Fremden hören. Auch wenn ihn schon etwas interessierte, wer da alles kam, nun hatte er keine Zeit. Silence Tear schlief ja auch noch, außerdem taten sie ja nichts ganz Verbotenes. Sie wollten ja bloß die Schwester wieder zurück holen und, öhm, hatten sich dabei halt ein wenig verlaufen, so einfach war das!


11.02.2007 16:14




Aidan Daray


Eine Weile musterte der schwarze Welpe seinen Freund und dessen Zwilling. Warum war dieser bloß so entnervt? Aiyán war da mal wieder etwas anders. Ein empörter Ausruf entfuhr ihm, als er ins Ohr gezwickt wurde und wollte ihm gerne hinter her jagen, doch das war völlig unnötig, da sich sein Freund schon wieder auf die Hinterläufe hatte sinken lassen. Ein Spaziergang? Seine braunen Augen, seiner Mutter Adali so ähnlich, sahen gerade noch, wie einer der anderen Welpen verschwand, unbekümmert einem Schmetterling hinterher jagend. Typisch! Hoffentlich würde ihr nichts passieren. Aiyán schien einen ähnlichen Gedanken zu haben, zumindest wollte er einen wachsamen Blick auf seine kleine Schwester werfen, was ja auch gut zu verstehen war. Sein eigener aufmerksamer Blick wandte sich nach hinten, zu seiner eigenen Familie. Seine Eltern dösten noch etwas und seine Schwestern schienen auch noch zu müde zu sein, um auf zu stehen. Umso besser, da konnte er unbesorgt mit den beiden in den Wald gehen, oder? Sein Blick huschte zu Teyrm, aber dieser würde den Tag wieder mit Toboe verbringen und wohl wieder allerhand Unfug anstellen. Das hieß auch mit anderen Worten, das er den Morgen für sich hatte und mit den beiden mitgehen konnte. Mit einem Lächeln auf den Lefzen stemmte er seinen Körper gegen Aiyáns und zog ihn dann kurz a der Rute.

"Ich bin mit dabei. Wir könnten uns ja dann so ‚rein zufällig’ im Wald ‚verlaufen’, was meint ihr? "

Die beiden auffordernd angrinsend schwenkte seine Rute ein Mal über das Gras, während er erwartungsvoll auf eine Antwort Sayans wartete.


11.02.2007 18:58




Sheyna Ayáru


Eng eingerollt lag die kleine Fähe dicht an ihren Vater gekuschelt, die Augen geschlossen und wieder im Schlafe versunken. Umgeben von der Wärme und Fürsorge war sie eingeschlafen. Im Traum war sie bei ihrem geliebten Brüderchen. Sie rannten zusammen über die Wiesen, beide groß und erwachsen. Er lachte sie fröhlich an, was sie nur zu gerne erwiderte. Ihr Brüderchen, der sich stets um sie sorgte, sie immer fragte, ob ihr auch nichts weh tat. Sie mochte seine Art und er kümmerte sich immer um alle, die er lieb hatte. Gerade wollte sie im Traum Aidan hinterher springen, der lachend durch einen Fluss sprang, so das Wassertropfen durch die Luft flogen, als sie stehen blieb. Etwas stimmte mit seinem Lachen nicht. Es klang auf ein Mal so... fremd. Verwirrt starrte sie ihn an, den Blick auf die zu einem höhnischen, hinterlistigen Grinsen verzogenen Lefzen gerichtet. Was war mit ihm los? So kannte sie ihn ja gar nicht. Sie wollte ihn gerade danach fragen, als er den Fang öffnete.

"Ai, sieh nur kleine Schwester. Ich zeige dir dein wahres, lachhaftes Gesicht."

Er holte mit der Pfote aus und ein Schwall Wasser brach über sie herein. Die grauen Augen konnten sich gerade noch rechtzeitig schließen, doch schon ertönte wieder die schneidende Stimme ihres Bruders.

"Kleine Schwester... Komm her und sieh wie abnormal und hässlich du doch bist. Komm her, sofort!"

Ängstlich und wie in Trance bewegte sich ihr Körper automatisch vor zum Fluss, wo sie ihr Spiegelbild betrachten konnte. Sie traute ihren Augen kaum, die sich entsetzt weiteten. Das reine Schwarz floss ihren schmalen Körper hinab, vermischte sich mit Blut und strömte in den Fluss. Nun kam ihr brauner Pelz zum Vorschein. Es war eine Lüge gewesen, eine Illusion, ein Traum. Dabei wollte sie doch bloß wie alle anderen sein. Ein leises, kaltes Lachen erklang an ihrem Ohr, hauchte die Worte genüsslich hinein.

"Monster...!!"


Ihr Puls beschleunigte sich um ein vielfaches, sie strampelte verzweifelt mit den Läufen, ängstliche Geräusche entflohen ihrer Kehle, als sie mühsam versuchte sich zu befreien, ehe sie still in sich zusammen sank. Zu still...
Nur das Blut rauschte donnernd in ihren Ohren, die eng an den kleinen Kopf angelegt waren und ihr Herz schlug so schnell, das sie dachte es würde glatt zerbersten. Ein Traum... Es musste ein Traum gewesen sein, oder? Sie konnte verschwommen Stimmen wahrnehmen, hörte die Vögel in den Bäumen und Botschaften von fremden Wanderern. Die Stimmen... lachten sie? Lachte man über sie, weil sie anders war? Stimmte es, hatte ihr Bruder wirklich recht und sie war ein widerliches Monster? Zu abnormal für diese Welt? Die braune Welpin erzitterte, der schmächtige Körper bebte. Sie befreite sich mühsam aus dem warmen Fell ihres Vaters, trat ein paar Schritte von ihm weg und ließ sich auf die Hinterläufe sinken. Wenn sie wirklich das hässlichste Ding der Welt war, wollte er sie bestimmt nicht so nahe bei sich haben, oder? Sie blinzelte ins helle Licht, wagte kaum einen Blick auf ihre Läufe zu werfen. Ein Schmerz machte sich in ihrer Brust breit, als sie das Braun sah. Ihr Bruder hatte also recht: Sie war ein Monster!


12.02.2007 14:41




Junta


Leise gurgelte der Fluss, umspülte rauschend die Felsen und auch den umgekippten Baum der im Boden des Flusses steckte. Nur ein goldbrauner Schatten lag am Ufer und betrachtete die fetten Fische welche mit sachten aber kräftigen Flossenschlägen ihren Standort gegen die Strömung behaupteten. Er richtete den Blick auf sie, folgte jeder Bewegung. Ungelenk tauchte der junge Rüde seine Pfote ins Wasser aber der Fisch zischte davon, fort von ihm. der schwarm stob auseinander und ließ den Wolf hungrig zurück
Er erhob sich, streckte seinen dürren Körper und tappste unruhig am Ufer entlang.
Den Kopf wendend suchte er nach einer Möglichkeit den Fischen näher zu kommen.
Lautlos setzte der goldbraune die Pfoten auf die weiche Ufererde welche sich eindrückte und mit seinen Spuren prägte. Zeichen dass er dagewesen war.
Mit einem leichten Sprung landete der Jungwolf auf dem rauen Holz des umgekippten Baumes. Die Rinde knackte und knirschte aber er ignorierte es in jugendlichem Übermut. oder vielleicht ging das Geräusch im Tosen des Flusses unter. Der Wind riss am Rüden und machte einen Spielball aus ihm. Junta war den Launen des Windes nicht gewachsen und rutschte ab. Seine Pfoten fanden keinen Halt an der rauen Rinde und er tauchte ein in die welt des Wassers. Klatschend brach sein Körper hindurch und die wellen schlugen über ihm zusammen. Wasser drang durch seine Nase und seinen Fang. Hustend kämpfte er sich an die Oberfläche aber der sog war zu stark, sein Fell hatte sich mit Wasser vollgesogen und zog ihn hinab. Irgendwann konnte er nicht mehr oben von unten unterscheiden. Er gab es auf um sein Leben zu kämpfen....
bald würde der fluss einen toten jungen, goldfarbenen Rüden irgendwo im Revier ans Ufer spülen. Einen Jungwolf, ertrunken beim Versuch zu fressen


13.02.2007 19:21




Jeanne


Mit einem ruhigen Lächeln auf den dunkel umrandeten Lefzen beobachtete Jeanne den weißen Rüden, dessen Augen sie an etwas erinnerten, an schönes, sowie an schreckliches, jedoch hatte alles etwas gemeinsam. Es war alles etwas Vergangenes. Er beobachtete sie, schaute ihr genau in die Augen. Sie wollte den Kopf weg drehen, verhindern, das der Rüde sie so ansah, jedoch hielt sie irgendetwas davon ab. Jedoch verschwand auch bei den vergeblichen Versuchen den Blick von dem Weißen weg zu nehmen, nicht das Lächeln von ihren Lefzen. Warum – warum lächelte sie? Nur kurz konnte sie den Blick abwenden, auf der Suche nach Danley schweifte ihr Blick rasch zum Wald, landete dann aber doch wieder bei dem Weißen. Etwas fesselte sie, sein Blick, diese Augen. Was war bloß los? Das konnte nicht sein, er war tot. Sie hatte sein Blut gerochen, ihre Augen hatten sich selbst erkannt, in seinen toten Augen, die wie ein Spiegel gewesen waren. Leicht verkrampfte sich ihr gesamter Körper, als der Fremde einen Schritt auf sie zu ging, fast ihre Nase berührte. Als er seinen Fang öffnete, rechnete sie damit, dass er sich nun vorstellen würde, oder wenigstens eine Antwort auf ihre zweite Frage geben würde. Doch es waren Worte, die ihren Blick noch verwirrter werden ließen, sie komplett verwirrte. “Ich gab ihn dir einst selbst...“ Wie konnte das sein? Locker krallte sie sich mit den dunklen Krallen am Boden fest. Konnte er vielleicht überlebt haben, trotz der Verletzungen, die seinen ganzen Körper geziert hatten? Auf jeden Fall sah ihm dieser Rüde verdammt ähnlich... Langsam neigte sie den Blick zum Boden, die blauen Augen musterten das Gras, das noch leicht von Tau besetzt war.

“Ich dacht du wärst tot... Wie... Wie kann das sein? Ich habe deine Wunden gesehen, in deine toten Augen geschaut. Und woher weißt du wo ich bin?“

Seufzend mit geschlossenen Augen ging sie einige Schritte auf den Rüden zu, stellte sich neben ihn und lehnte leicht ihren Kopf gegen seine Schulter. Eigentlich war jedes Wort zu viel gesagt. Gedanken schossen durch ihren Kopf, die sie einfach ignorierte, nicht daran dachte sie aus zu sprechen. Wozu auch? Einer der wichtigsten Wölfe die es in ihrem Leben gab, war wieder hier, und sie? Leicht lehnte sie sich nun mit ihrem gesamten Körper an ihn, hielt die Augen jedoch geschlossen.

“Du hast mir gefehlt...“


15.02.2007 14:44




Kotus Haná


Lotus Augen lagen einfach auf dem dunklen Rüden, dem Rüden, den sie doch irgendwie viel zu sehr vermisst hatte. Wie sollte es denn nun weitergehen? Gerade noch hatte sie getrauert, sie fühlte sich vollkommen schlecht, innerlich aufgefressen und nun stand ein alter und sehr guter Freund ihr gegenüber, ein Wolf, den sie fast lieben gelernt hätte und es doch bereut hatte alles. Oder nicht? Nein, sie wusste es einfach nicht mehr. Ihre verletzte Pfote war nun Nebensache, es konnte doch alles besser werden oder nicht? Das Grinsen von Torán zauberte auch der schneeweißen Fähe ein leichtes Lächeln auf die Leftzen und ein Glänzen in die Augen, welches ihr die letzten Stunden viel zu sehr gefehlt hatte. Lotus spürte, dass sie eigentlich glücklich war, auch wenn sie dennoch unsicher wirkte. Sie war einfach nur angespannt und aufgeregt, das Glücksgefühl blieb vielleicht noch etwas sehr verborgen, aber ihr Herz pochte und es flammte in ihr kurz auf. Er war hier – er war es wirklich. Aber seine letzten Worte ließen Lotus aufschrecken und sie zuckte kurz, wie konnte er denn nur so etwas denken?

„Torán…“

Flüsterte sie verzweifelt. Sie schloss kurz die Augen, war sie denn so eine schreckliche Fähe? Gab sie anderen denn das Gefühl, dass sie niemanden brauchte? Hatte sie deswegen ihre Schwester im Geiste verloren? Ihre liebste Freundin? War es alles ihre Schuld?

„Ich bin nicht glücklich, nein. Es geht mir dreckig…vollkommen dreckig. Ich will schreien…ich will fliehen…hier halte ich es alleine nicht mehr aus, Torán. Ich brauche dich, bitte bleib hier…bitte…“

Bat sie dann plötzlich und das mit einer gewissen Angst in der Stimme. Sie klang wie eine junge Welpin, die vollkommen allein war, aber sie hatte doch Freunde. Oder nicht? Lotus schüttelte ihr Haupt, senkte es traurig und hätte am Liebsten nun geweint, aber es würde doch nichts bringen. Torán war ein starker Rüde, sie wollte vor ihm doch nun nicht so schwach werden, er würde es vielleicht falsch verstehen. Nein. Was dachte sie denn da überhaupt? Was war denn nur mit ihr los? Sie ging unsicher einige Schritte auf ihn zu und berührte mit ihrer Schnauze seine Vorderpfote. Er musste bleiben. Bei ihr. Ja, sie brauchte ihn.


17.02.2007 20:57

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
28.08.2010 22:00
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 5




Sindri


Erleichtert blinzelte Sindri der Frühlingssonne entgegen, die das Gebirge in ein sanftes Licht tauchte. Noch waren íhre Strahlen blass, aber bald würden sie ihre volle Stärke erlangt haben.
Faszienert beobachtete die kleine Fähe die langen Wolkenzüge, die gemächlich über den Himmel krochen.

oO(Wolken können sich wirklich glücklich schätzen.. Nie müssen sie jemanden fürchten und brauchen sich auch nie der Eile hingeben. Lassen sich vom Wind tragen und formen)Oo

Doch sie spürte, das sie sich wieder in Schwärmereien zu verlieren begann und senkte den Blick schnell wieder auf das Tal hinab. Aber es gab auch sovieles neues, was es zu endecken galt. Schließlich war Sindri eine Ewigkeit durch das halbdunkeln der Höhle gestolpert. Danach war der vorliegende Anblick wie eine Belohnung. Durch das Land zogen sich grüne Wiesen, Wälder und Seen, und alles war wie ein schönes Gemälde von einer Gebirgskette eingerahmt.
Der Frühling hatte seine Boten ausgeschickt. Das Leben lag in jedem Halm, in jeder Knospe und in jedem Windhauch und war bereit, wie jedes Jahr, für den Neubeginn.
Genüßlich legte die kleine Fähe den Kopf auf die Seite und schloß die Augen, als sie von einer warmen Briese gestreift wurde. Sie beneideten jeden der das Glück hatte, in diesem Paradies Leben zu dürfen.

oO(Es ist gar nicht so, wie in den Erzählungen....es ist viel besser!)Oo

Überschwenglich lief Sindri den Gebirgspass hinab, tauchte in das Hohe Gras der Wiese, lauschte den Liebesliedern der Vögel, dem Summen der Insekten, bewunderte die schöpferische Kraft der Erde aufs Neue und vergas darüber hinaus beinahe den Grund für ihr kommen.
Die kindliche Freude der Fähe wich einem entschlossenem grinsen. Sie legte ihren Kopf in den Nacken und heulte, in der Hoffnung, bleiben zu dürfen.


,,Ich grüße dieses Rudel, welches das Glück hat, an solch einem wundervollen Ort zu leben.
Mein Name ist Sindri, ich bin noch eine sehr junge Fähe, die getrieben von dem Wunsch bei euch zu leben, einen langen Weg auf sich genommen hat. Es droht keine Gefahr von mir. Ich bitte euch untertänigst um Aufnahme in euer Rudel."


Sie hielt inne und lauschte. Aber lange konnte sie nicht ruhig bleiben, denn ein Schmetterling kreuzte dummerweise ihren weg und wurde sogleich vefolgt.


17.02.2007 22:02




Kiba Telay


Kiba Telay wartete, doch es kam lange keine Antwort. Die Worte Liaryls hatte sie noch gehört und ihr freundlich zugenickt, aber von dieser Tsuki kam nichts mehr. Das war nun schon der zweite Wolf, der sich ankündigte, aber dann irgendwie wieder verschwand. Schnaubend zuckte die Silbergraue mit den Schultern, na wenn sie meinten. Aber sie fand keine Zeit weiter darüber nachzugrübeln, es schollen gleich zwei neue Ankündigungen durch die Luft. Kiba senkte den Kopf etwas und ließ die eisblauen Augen über die Wiese funkeln. Na, wenn die nun auch nicht mehr reagierten, würde sie einfach wieder zurück gehen und Wolf Wolf sein lassen, so ging das doch nicht! Seufzend hob die Leitwölfin ihre Schnauze wieder empor – den freundlichen Ton in der Stimme hatte sie jedoch nicht verloren. Der Tag war einfach zu schön um ihre Laune zu verderben.

Seid gegrüßt, Wryker Shízant und auch Sindri! Kommt ruhig näher, wir haben genug Platz hier in diesem Tal!“

Den Kopf wieder senkend ließ sich Kiba Telay auf die Hinterläufe sinken und drehte die Ohren aufmerksam nach vorne. Es hatte sich wirklich so viel geändert und doch war irgendwie noch manches gleich geblieben. Die Schönheit des Tales war auch von jenen Stürmen damals nicht zerstört worden. Alles grünte und blühte, gab ein umwerfendes Bild von sich und sie war stolz hier leben zu dürfen. Hier, von Anfang an. Das Tal der Requisten war schon immer so gewesen, der perfekte Ort zum Leben. Manchmal hörte sie noch die Stimmen von alten vertrauten, das Lachen von jungen Wölfen, die sich meistens als ihr Bruder und Tearl heraus gestellt hatten. Wie ging es dem wohl? Es war nun schon eine ganze Weile her, dass Tearl das Tal wieder verlassen hatte. Schade, dass er nicht geblieben war, ihr alter Freund. Das war doch schließlich auch sein Tal? Seine Seele gehörte hier hin, er war hier geboren im selben, tollen Rudel wie sie, sie waren beide von der selben Rasse – die letzten Requisten.
Aber auch Tearl Elaynés schien sich verändert zu haben, ein ruhiger Wanderer, den wohl nichts mehr an einem Ort hielt. Na, er war ja nicht mehr allein. Die frechen Zwillinge begleiteten ihn und hielten den Grauen sicherlich auf Trab. Ein Schmunzeln huschte über Kibas Lefzen. Außerdem hatte ihr alter Freund ja versprochen wieder zu kehren.
Die silbergestromte Fähe warf einen Blick zurück auf ihr Rudel, dass da teilweise noch faul in der Sonne lag und den Tag genoss. Aber, ging es hier wirklich allen so gut, wie es den Anschein machte? Sie konnte das nicht wissen, zwar mochte sie die Leitwölfin sein, aber ihre Ohren und Aufmerksamkeit konnte sie nun wirklich nicht überall haben. Deshalb erhoffte sie sich ja auch von ihrem Gefährten Hilfe. Aber nun ging ja alles noch sehr geregelt vonstatten und Kiba hoffte, dass wenn die zwei Fremden hier angekommen waren, erst einmal Schluss für heute war. Sonst würde sie hier Morgen noch sitzen und Fremde willkommen heißen, von denen grade mal die Hälfte ankamen. Außerdem schwirrten hier noch viele fremde Gerüche in der Luft, Wölfe die sich nicht angekündigt hatten, aber schon da waren. Die musste sie sich auch noch herauspicken und begrüßen. Eine Leitwölfin hatte es nun einmal nicht leicht...


18.02.2007 12:57




Seal


Seal stockte unmerklich der Atem. Eine solche Nähe hatte er ewig nicht mehr verspürt... Er tat es seiner geliebten Tochter gleich, schloss die Augen, um diesem wunderbaren Augenblick nie mehr zu entrinnen. So viele Gefühle auf einen Schlag liessen sein Herz höher schlagen, Seal war wieder in seinem Element, er hatte seine Familie zurückgewonnen. Oder wenigstens den wichtigsten Teil davon, nämlich Jeanne. Der Weisse war so glücklich wie noch nie, alles war so perfekt, selbst das Wetter schien das Treffen der beiden feiern zu wollen. Beinahe rollte eine Träne an seiner Wange hinunter, als sich seine Schnauze im weichen, von der Sonne gewärmten Fell der Wölfin vergrub und er ihr vor Freude fast auf die Pfoten stand. Er wollte ihr so nahe sein wie nur möglich, sog gierig ihren Geruch ein, während sie mit fast zittriger Stimme zu ihm sprach. Sie hielt ihn für... tot ? Übel nehmen konnte Seal ihr das nicht, aber ein Schock war es gewiss. Er fühlte sich so lebendig, so glücklich wie nie zuvor! Er schluckte leer.

„Dass du mich für tot hieltest, kann ich dir nicht verübeln. Ich muss ja schrecklich ausgesehen haben.“

Er lächelte kurz herzlich. Es war eine fast unnötige Geste, die Glückseligkeit und die Lebensfreude standen dem Rüden ins Gesicht geschrieben, jeder konnte es aus seinen Augen lesen. Aber es machte die Angelegenheit doch etwas emotionaler, und er liebte Emotionen. Und er HATTE schrecklich ausgesehen, manchmal hatte Seal das Gefühl, sein eigen Blut immernoch auf seiner Zunge zu schmecken.

„Ich machte mich kurz nach meinem Aufwachen zwei Jahre zuvor auf die Suche nach dir. Ich wusste weder wo du warst noch wie ich dich finden konnte, aber mir blieb nichts anderes. Du hättest mich sehen sollen, dein alter Herr stolperte zuerst wirklich über jede Wurzel des Waldes. Aber ich fand dich... hier. Das Ergebnis meiner Suche steht direkt vor mir. Du lebst und dir geht es prächtig wie es scheint, und das ist das Allerwichtigste für mich. Du hast mir noch viel mehr gefehlt, meine Süsse...“

Mit diesen Worten vergrub sich sein Gesicht noch genüsslicher im glänzenden Fell der Weissen.


18.02.2007 12:58




Ténshi Kurái


Ténshi spürte nur noch einen weissen Blitz an ihm vorbeidüsen. Seal hatte sich aus dem Staub gemacht? Wie lustig, hoffentlich verirrte er sich nicht. Weit war es nun wirklich nicht mehr. Nach seiner Erfrischung machte sich der graue Hüne erneut auf den Weg, mit einem konstanten, kontrolliert schnellen Tippeln, das später zu einem leichten, freudigen Galopp überging. Akarúi... Diesen Namen musste man sich zuerst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Hoffentlich hatten sich ihre Augen nicht verändert, denn waren sie der einzige Punkt, welcher die Fähe verraten wird. Er würde sie selbst im Dunkeln erkennen – da erst recht. Doch genug von dem Kitsch, der Düstere musste sich langsam wieder an seine Maske gewöhnen. Lange Zeit hatte er alleine gelebt (nicht, dass ihm das etwas ausgemacht hätte) und war völlig aus der Übung geraten. Unbeobachtet gab er sich wie er war, ein gefallener Engel, bereit zur Rache, zum Rückschlag an allen, die ihn an den Abgrund geführt hatten. Nun aber spielte er wieder den freundlichen, aufgestellten, jungen Rüde, der er nie gewesen war. Mit einem kleinen Seufzer kam er endlich an die Stelle, wo einige Wölfe die Nacht verbracht hatten. Er hielt kurz Ausschau, wo sich denn eine weisse Wölfin tummeln könnte, und streckte die Nase in die Luft. Sein Herz machte wider Willen einen Hüpfer. Da lag sie neben einem Fremden. Wie ein Welpe machte er ein paar Sprünge auf das Paar zu und liess seine Rute wie verrückt hin und herschwingen.

„Akarúi! Meine geliebte Aka! Du bist hier! Ich habe dich überall gesucht, die halbe Welt nach dir abgeklappert, und da bist du endlich!“

Normalerweise war Ténshi kein Unruhestifter. Nur dieses eine Mal konnte er nicht anders, er überrannte die Fähe förmlich und lag schliesslich – immernoch wedelnd - auf ihr. Ihren Schlafzimmerblick, den er doch sooo schrecklich vermisst hatte, quittierte er mit einem freudigen Winseln. Einmal zwang er sich sogar, seine Zunge über ihr Gesicht gleiten zu lassen. Sein Herz klopfte wild, als der Duft seiner Schwester durch seine Nase strömte. Diesen Augenblick würde er nie wieder vergessen wollen. Oder doch? Eigentlich war es doch völlig egal, die Sahneschicht um den schwarzen Kern erfüllte ihre Aufgabe wie immer prächtig. Ja, er hatte sie vermisst, immerhin waren sie blutsverwandt; aber ein bisschen Übertreiben tat doch immer wieder gut.


18.02.2007 17:05




Torán


Gedankenbilder von der Vergangenheit überfluteten sein inneres Auge. Er sah, wie sehr er trauerte, als Lotus in damals abgewiesen hatte. Ja, sie wollten Freunde bleiben, Torán konnte gut eine Fassade aufbauen, eine Wand, die vorgab standfest zu sein, an der alle Gefühle einfach nur abprallten. Doch dem war nicht so. Damals war er innerlich fast umgekommen, er hatte gedacht, sein Herz würde in viele kleine Stücke zerspringen, und jetzt? Jetzt stand sie vor ihm, war eine noch bezaubernde Fähe geworden, die nicht nur schmerzhafte Erinnerungen in ihm abspielten, nein. Auch sah er Momente in denen er mit Lotus über Wiesen rannte, neben ihr in einem Wald lag, mit ihr die Sterne ansah, wie er mit ihr lachte. Immernoch hallte das wölfische Lachen in seinen Ohren als Lotus wieder anfing zu sprechen. Wie sie seinen Namen aussprach. Es war Musik in seinen Ohren. Musik die sein Herz berührte.
Er hörte ihre Angst in ihrer Stimme, sein Herz verkrampfte sich deshalb. Es tat weh, diejenige so angsterfüllt zu sehen, die man immernoch liebte. Eine Liebe nach so langer Zeit. Aufmerksam lauschte er ihren Worten, erkannte den Sinn, der zwischen ihren Worten steckte und fühlte sich wieder mit ihr verbunden, wie es vor langer Zeit war.
Als sie ihn berührte, schien es in seiner Seele, als ob eine Sonne aufgehen würde, als ob ein neuer Frühling heranbrach und den Winter vertrieb, als ob er neu geboren wurde. In ihrer Berührung lag so viel Liebe, wie sie ihm nie gegeben hatte. Sie brauchte ihn. Und er brauchte sie. Doch liebte sie ihn so, wie er sie liebte? Es war ihm egal. Wenn er auch nur für eine Minute Lotus für sich ganz hatte, eine Minute ihren Worten lauschen konnte, in ihre Augen sehen konnte, dann war es, als ob eine Fähe ihre neugeborenen Fähen sah, oder ein alter Rüde stolz seine Enkel betrachtete. Man war in solchen Momenten...glücklich.
Kurz rieb er seinen Hals an ihrem Nacken, vermittelte ihr durch dieses Zeichen, dass er für sie da war und nicht gehen wollte. Danach löste er sich wieder von Lotus, knickte leicht die Hinterläufe ein und lies sich dann auf den Boden nieder.

"Lotus. Ich bin für dich da. Ich werde deinen Schreien lauschen, werde dir zuhören, wann immer du willst. Du bist nicht alleine. Und ich werde gehen, wenn du es sagst."

Ein vertrauenswürdiges Lächeln zierte seine schwarzen Lefzen, seine Augen wirkten glasig und abwesend, doch lag ihr Blick auf Lotus, ruhte und wirkte starr. Seine ganze Aufmerksamkeit galt jetzt ihr, auch wenn man es ihm nicht ansah. Er war schon immer so ruhig gewesen, und er würde nie aufgeweckt sein. Er war, wie er war.


18.02.2007 20:12




Lotus Haná


Lotus sah diesen Rüden einfach nur an, was sie fühlte, war ihr in diesem Moment vollkommen fremd. Immer wieder, wenn ihr Blick seinen berührte, pochte in ihr etwas auf. Was hatte sich in den vielen Jahren zwischen Torán und ihr verändert? Liebte er sie eigentlich immer noch? Hatte er in der langen Zeit nichts längst ein neues Leben angefangen? Ohne sie? Lotus schüttelte wieder sanft ihr Haupt, sie musste endlich diese negativen Gedanken beiseite schieben und es wieder zu lassen, glücklich zu sein. Dieser Rüde hier war ihr bester Freund und wenn sie auf ihr Herz hören würde, dann konnte es mehr als nur Freundschaft sein. Sie konnte ihn nun nicht einfach fragen, was sein Herz fühlte, aber sie wollte eine Klarheit haben um zu verstehen, was geschehen würde. Und um auf ihr eigenes Herz und Bauchgefühl hören zu können. Aber warum überstürzen? Sie hatte sich nun wieder gefunden, es zählte nichts Anderes, außer, dass Torán endlich wieder hier bei ihr war und sie ihn nie wieder gehen lassen wollte wenn er es nicht wollte.

„Torán…“

Flüsterte sie wieder und sie lauschte seinen Worten. Er würde bei ihr bleiben. Er würde ihr zuhören und ihr alles geben, was sie brauchte. Sie mochte ihn so unendlich sehr dafür, auch sie würde ihr ganzes Leben für diesen Rüden geben, gegenseitig würden sie sich immer helfen. Immer mögen und immer füreinander da sein. Egal, wie weit entfernt sie auch waren. Lotus lächelte schwach, es war das erste Mal nach der Krise die sie jetzt erlebt hatte, dass sie sich wieder gut fühlte. Nicht mehr allein und von Wärme erfüllt.

„Du bist bei mir und ich bin bei dir. Und das solange, wie es uns das Leben erlaubt.“

Sie legte sich nun gegenüber dem dunklen Rüden hin, sah ihm ebenso tief in die Augen und sie spürte, dass er hier war. Lotus kannte Torán gut genug, um zu wissen, wie er sich wirklich fühlte. Er zeigte es nun nicht so nach außen wie andere, aber das spielte auch keine große Rolle.

„Ich werde dich nicht weg schicken, Torán. Niemals. Ich weiß, dass du an früher denkst, genauso wie ich. Glaube mir eines – ich wollte dich nie verlieren. Was trieb mich? Oh Gott…welch eine unsinnige Frage.“

Lotus seufzte und sah auf ihre Pfote.

„Hier habe ich Wölfe kennen gelernt, denen ich vertraue. Eine Schwester gefunden im Geiste, die ich sehr schätze und liebe und ich habe Angst, sie verloren zu haben. Doch nun bist du hier – und du gibst mir diese eine Hoffnung. Diese Wärme. Ein Gefühl, welches mir so fremd schien.“

Nun kam es ihr immer unsinniger vor, dass sie sich selbst so sehr verletzt hatte und das nur, weil sie Angst hatte. Weil sie es nicht verstanden hatte, das Akarúi jemanden liebte. Tat sie das nicht auch?

„Ich war traurig, weil diese Fähe einen Rüden liebt und Welpen hat und mir keine Aufmerksamkeit geschenkt hat. Wie dumm und naiv von mir. Sie würde mich nie im Stich lassen. Und ich spüre doch nun selbst, wie es ist, wenn man sich zu jemanden hingezogen fühlt.“

Lotus stoppte kurz, sah wieder zu Torán auf und lächelte.

„Torán….es ist ein unbeschreibliches Gefühl in mir, mein Herz fühlt sich so warm an, wenn ich dich nur ansehe. Deine Stimme beruhigt mich. Ich bereue meinen Fehler von damals…“

Es war ein großer Fehler gewesen, ihn abzuweisen, liebte sie ihn nicht doch? Wie würde er nun reagieren? Wusste er ihre Worte zu deuten?


18.02.2007 20:24




Adali


Die Augen entspannt geschlossen lag die Schwarze einfach nur da, genoss die warmen Sonnenstrahlen auf ihrem Pelz und die Anwesenheit ihres Gefährten. Der Rüde tat ihr gut, das spürte sie bis in die letzte Fellspitze. Auch das kleine Fellbündel an ihrer Seite, ihre kleine Tochter Yumé, der sie wie allen anderen Welpen auch ihre Liebe und Wärme spüren ließ. Dieser kleine, schmale Körper an ihrer Seite, der sie brauchte, der ihr aber auch so viel gab. Sie konnte es noch immer nicht glauben, dass sie nun Mutter war. Sie hatte so viel, von dem sie niemals gewagt hätte zu träumen. Sanft und zärtlich strich sie mit ihrer Schnauze über den dunklen Kopf ihres Nachtdiamanten, den sie so sehr liebte. Er hatte ihr Herz entflammt und sie war froh, ihm eine Gefährtin sein zu dürfen. Er hatte ihr vier wunderbare Kinder geschenkt. Sie wat hier so glücklich geworden, trotz allem was passiert war. Doch der Sturm und all die Tragödien schienen in weite Ferne gerückt zu sein. Zumindest in diesem Augenblick. Sie wandte das Gesicht von dem Gesicht Yosó’s ab und blickte in die andre Richtung, in der Kiba sich befand und die Neuankömmlinge begrüßte. Sie sollte ihrer grauen Freundin ein wenig zur Seite stehen. Aber konnte sie ihre Familie alleine lassen?

"Kannst du dich um die Welpen kümmern? Ich werde Kiba ein wenig mit den Neuen helfen."

Vorsichtig, um die Kleine nicht zu wecken hob sie ihre Tochter hoch und legte sie zwischen das ebenso warme Fell des Diamanten. Ihr Blick fiel auf ihre braune Tochter, die gerade verstört hervor taumelte und sich woanders hin setzte. Besorgt schaute sie Sheyna an. Sie musste schlecht geträumte haben. Die Nachtflamme setzte sich hinter ihre Kleinste und legte ihr sanft die Schnauze auf den kleinen Kopf.

"Sheyna, mein Schatz. Du hast nur schlecht geträumt... Komm, geh wieder schlafen, es ist noch früh..."

Vorsichtig nahm sie die kleine ins ihr Maul und trug auch sie zurück zum Schwarzen.

"Bis später...Ich liebe dich."


Die letzten Worte sanft ins Ohr des Rüden hauchend, wandte sie sich von ihrer kleinen Familie ab. Kurz huschte ihr Blick zu Teyrm, der den Tag mal wieder mit Toboe verbringen würde und Aidan, ihr Größter, war bestimmt auch bei den anderen Welpen. Mit ein paar Schritten schritt sie über das sich wellende Gras und kam mit einem sachten Lächeln bei der Grauen an, die wartend auf der Wiese saß.

"Guten Morgen Kiba, ich dachte du kannst vielleicht ein wenig Hilfe gebrauchen?!"


18.02.2007 21:08




Sindri


Mitten in der Bewegung hielt Sindri inne, als sie aus der Ferne eine Antwort vernahm.
Dem angespannten, woller Erwartung hängenden Gesichttsausdruck wich ein breites, zufriedens Grinsen, dann brach die ganze Freude aus der jungen Fähe heraus. Sie sprang überschwenglich in weiten Sätzen über die Wiese, schlug Haken und drehte sich, als habe sie die Tollwut befallen.
Schließlich ließ sie sich erschöpft ins weiche Gras fallen und schnappte gierig nach Luft, während sie laut lachend dem Himmel entgegensah, unter dem sie nun Leben durfte. Eine ganze Weile verharrte sie so, ungeachtet dessen, das sie ein leichtes Ziel für Angreifer bot.

oO(Der Alpha hatte nicht nur mich begrüßt. Anscheinend suchen viele Wölfe diesen Ort heim.)

Und Sindri konnte es ihnen kaum verübeln. Zwar war ihre Heimat auch idyllisch gewesen, doch die Geschichten und Schwärmereien die sie über dieses Tal gehört hatte übertrafen selbst ihre kühnsten Vorstellungen. Es schien ein reichhaltiges Angebot von Nahrung und Wasser zu geben, ohne das jemand zu hungern drohte, denn warum sonst würde die Alpha weitere Wölfe dulden? Und es bestand so unglaublich viel Leben in jedem quadratzentimeter, das man der Anahme unterliegen könnte, die Natur habe hier ihren Ursprung gefunden. Der Beginn von allem was atmet, beschützt durch riesige, stumme, Wächter, Zeugen der Zeit, die schon lange vor den Wölfen existierten und auch nach ihnen weiter bestehen werden.
Langsam erhob sich die kleine Fähe, schüttelte das Gras aus dem Fell und beschloss, ihre neue Heimat zu erkunden. Das Herz begann wieder vor lauter kindlicher Anspannung schneller zu schlagen, als sie den Weg durch den Wald wählte. Die Bäume standen hier dicht beieinander, durch ihre wieder ergrünten Kronen fiel das Sonnenlicht in warmen, gelben Flecken auf dem Boden. Sindri war hin und her gerissen. Einerseits wollte sei so lange wie möglich verweilen und alle neuen Eindrücke aufsaugen wie ein Schwamm, andererseits gab es da auch ein neues Rudel, das sie begrüßen wollte. Doch schließlich erinnerte sie sich daran, das sie hier zwar erwünscht, aber noch keineswegs aufgenommen ist. Es war an der Zeit, sich vorzustellen und die anderen kennen zulernen, Freundschaften zu schließen und vielleicht, aber nur vielleicht, jemanden zu finden, bei dem man für immer bleiben konnte.
Voller Enthiusamsmus und Tatendrang, schritt die kleine, graue voran. Ihre Schritten waren federleicht und frei. Ein zufriedenes lächelen malte sich in ihr Gesich und sie summte eine selbst erdachte Melodie vor sich her.


19.02.2007 12:36




Yosó


Yosó No hatte seine Augen wieder geschlossen und sie erst geöffnet, als sich neue Wölfe ankündigten. Doch Kiba war schon unterwegs sie zu begrüßen. Der Coniugo spürte das beruhigende Atmen seiner Tochter an seinem Bauchfell. Seine Tochter - der Gedanke war ihm immernoch ein wenig fremd, aber er löste jedes Mal eine warme Schauer in seinem Innern aus. Die weißen Seelenspiegel sahen die kleine Braune an. Doch als er zu Mitsah sah erhob sich die Kleine. Einen Moment achtete er nicht darauf, irgendwie bannte ihn ein Gedanke, den er nicht verstehen konnte, doch als Adali ihm die Kleine wiederbrachte und zusätzlich Yumé zu ihm legte sah er zu ihr hoch. Ein Lächeln breitete sich warm auf seinen Lefzen aus. Sich ein wenig aufrichtend lag sein Augenmerk wieder auf seinen Töchtern. Als Adali sich zu Kiba gesellte flüsterte er ihr leise hinterher, so wie sie an sein geflüstert hatte.

".. mehr als alles andere."

Sheynas Herzschlag war schnell, es beunruhigte den Nachtwolf ein wenig, also nahm er sie vorsichtig von ihrer Schwester fort zwischen seine Pfoten. Ein wachsamer Ausdruck lag auf seinem sonst so harten Zügen. Zu seinen Welpen konnte er nichts anderes sein als fürsorglich und beschützend. Er hatte in ihnen mehr gefunden als er je geglaubt hatte finden zu können. Aber dieses Gefühl hatte er auch schon bei seiner Gefährtin gehabt.

"Dein Herz schlägt so schnell.. Was liegt Dir darauf, dass es so schnell wegrennen muss?"

Seine dunkle Stimme war herzlich, leise. Er wollte die schwarze Welpin schließlich nicht wecken und die Braune beruhigen. Ihr Fell lag ruhig an seinem, es hob sich dagegen ab, aber es war trotzdem dunkel. Um ihr nicht das Gefühl zu vermitteln, er starre sie an oder wolle jetzt unbedingt eine Antwort von ihr sah er wieder zu dem Grauen, dem er zuvor schon zugewandt war, auch wenn seine Ohren und seine Sinne überhaupt auf das kleine Wesen vor ihm gerichtet waren. Mitsah schien zu versuchen sich zu integrieren und es musste ihm unsagbar schwer fallen, aber es gab nichts, was der Rüde für seinen Seelenbruder hätte tun können. Er wüsste nichts. So schön der Morgen auch war, er war nicht perfekt. Aber als die Sonne auf seinen Pelz schien, war er nahe daran.


22.02.2007 11:19




Sheyna Ayáru


Verwirrt und verletzt hatte die kleine Braune da gesessen. Das Sonnenlicht schien ihr warm auf den Rücken und den kleinen Hinterkopf, ein schöner Tag, den man eigentlich genießen sollte. Eigentlich, wenn man kein Monster war, so wie sie. Betrübt starrte sie den Boden an, beobachtete einen kleinen schwarzen Käfer. Selbst so winzige Geschöpfe konnten schwarz sein, warum sie nicht? Was hatte sie denn getan, um so abnormal sein zu müssen? Die leise, warme Stimme ihrer Mutter nahm sie kaum wahr. Ein Traum, das was ihr Bruder ihr gesagt hatte, sollte also ein Traum, ein Albtraum gewesen sein? Aber... Wenn es doch der Wahrheit entsprach? Sie wehrte sich nicht dagegen, als sie hochgehoben wurde und zurück zu ihrem Vater kam, auch wenn sich etwas in ihr verkrampfte. Sie schluckte hart. Der Drang fort zu laufen, so schnell ihre kleinen Pfoten sie tragen konnten, keimte in ihr auf. Ein Monster, ein abscheuliches Wesen wie sie hatte hier doch nichts verloren, oder?

.oO( Habe ich das Leben überhaupt verdient?)Oo.

In Gedanken versunken realisierte sie gar nicht, das sie sich jetzt zwischen den kräftigen Pfoten ihres Vaters befand. Erst als seine ruhige, leise Stimme erklang, wurde es ihr langsam bewusst. Er kleines Herz machte einen Satz, so sehr erschrak sie. Mit leicht perplexem Gesichtsausdruck blickte sie ihren Vater von unten an. Er wusste es also? Wenn ja, wie viel wusste er? Wusste er alles über sie? Vielleicht auch über das, was ihr Bruder gesagt hatte? Aber wenn er in alles eingeweiht wahr, warum unternahm er dann nichts dagegen? Sie verstand es nicht. Sie verstand die Welt nicht mehr. Aber dennoch spürte sie die wohlige Wärme, die er ihr schenkte, die väterliche Fürsorge. Oder war das auch bloß ein Trugbild, eine Illusion, die sie sich wünschte. Langsam drehten sich die Ohren hin und her, lauschten den Stimmen, die hier und da erklangen. Nachdenklich betrachtete sie das Gesicht Yosós, der woanders hinschaute und ihr so die Gelegenheit gab, ein wenig über seine Worte nach zu denken. Weglaufen, weg...weg...weg! Egal wohin. Ja, das würde sie jetzt gerne tun. Aber alleine? Nein, sie mochte nicht alleine sein, alleine mit sich selber, dem hässlichsten Wesen der Welt. Aber Aidan würde nicht mitlaufen, nein er hatte sie ausgelacht, sie verspottet, wie alle anderen es auch taten.

"Würdest du mitlaufen?"

Ihre Stimme war leise, zitterte leicht, völlig verunsichert.


22.02.2007 21:03




Silence Tear


Zuckend regten sich die kräftigen Glieder des Rüden. Stumm hob der tiefschwarze Wolfsrüde den Kopf an, blinzelnd zuerst, dann mit immer klarer werdendem Blick. Wie lange hatte er geschlafen? Die Sonne stand anscheinend schon höher am Himmel, verdammt so lange hatte er wirklich schon lange nicht mehr geschlafen. War er wirklich so erschöpft? Nein, eigentlich so gar nicht, er war glücklich, glücklich mit der gesamten Situation. Froh über alles was sich im letzten Jahr entwickelt hatte. Es war einerseits so unwirklich, kaum zu glauben und andererseits auch wieder völlig klar. Die stahlblauen Augen des schwarzen Wolfes schlossen sich erneut, öffneten sich wieder und mit einem kurzen Strecken beförderte er sich auf den Pfoten. Es war zwar erholsam gewesen, dennoch schien es ihm, als hätte er viel zu lange geschlafen. Sich noch einmal kurz ausstreckend, sah der schwarze Hüne sich um. Kiba war anscheinend gegangen um neue Wölfe zu begrüßen oder mit dem Rudel zu sprechen. Einige der Welpen waren noch in der Höhle, doch ein paar fehlten. Er sah Toboe und Teyrm zusammen sitzen, kein unvertrautes Bild, die beiden waren in der Zeit in der sie sich nun kannten fast schon unzertrennlich geworden, fast wie Geschwister, obwohl sie dies nicht wahren. Auch die beiden Zwillingssöhne Aiyán und Sayan zusammen mit einem weiteren Welpen aus dem anderen Wurf, Aidan. Es war ewin schönes Bild die welpen so zu sehen, wie sie sich untereinander doch so gut verstanden.
Mit langsamen Bewegungen lies der schwarze Rüde schließlich die Schnauze sinken und wotterte an den vertrauten Grashalmen. Alles hier war ihm inzwischen mehr als nur vertraut, es war seine Heimat geworden, seine einzigartige Heimat, die er nie wieder verlassen wollte, hier hatte er sein Glück gefunden und das wahre Leben. Auch die Witterung der verschwundenen Tochter die er zwischen den Welpen vermisste, nahm er auf, ein kurzes Seufzen drang aus der Kehle des Schwarzen, ehe er sich dazu entschloss dem Welpen hzu folgen, der sich anscheinend in den Wald davon geschlichen lassen. Doch ehe er dazu kam spürte der Wolf einen leichten Druck an seinem Hinterlauf, den Kopf umwendend, breitete sich zeitgleich ein sanftes lächeln auf seinen Lefzen aus. Silence Tear schleckte Shijarú einmal sanft über den Kopf, ehe er die Kleine aufordernd anstupste sich nicht weiter hinter ihm zu verstecken. So war die Welpin immer gewesen, hatte sich immer hinter irgendwem versteckt, ängstlich, in Angst vor der ganzen Welt die ihr so riesig erscheinen musste. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern, war sie klein und schmächtig gewesen und schon immer nicht sonderlich kräftig und mutig. nein, in diesem Welpen überwiegte die Angst und genau aus diesem grund sorgte sich der schwarze Rüde immer etwas um sie. Shijarú ging nicht auf andere zu und war auch sonst irgendwie nur selten an Spiel und Spaß beteiligt, meistens lag sie nur in einer Ecke und versteckte sich, aus Angst, Scheu. Sie war anders als die anderen, aber auf eine nicht sonderlich gute Art und Weise. Nun jedoch war es ihr Vater, der sie einige Zentimeter vorschob und erneut anschupste.

"Shijarú... versteck dich nicht immer nur. geh doch zu deinen Geschwistern und spiel etwas mit ihnen. Schau, geh doch zu Aiyán, Sayan und Aidan, sie werden dich schon nicht wegschicken..."

Noch einmal furh er der kleinen Grauen mit der Zunge über den Kopf, ehe er sie noch ein Stüc weiter in die Richtung der drei vorher genannten schob. Als er sich sicher war, dass Shijarú auf ihn hören würde und zu den Dreien gehen würde, wandte sich der Schwarze ab. Das Gras bog sich leicht unter seinen Läufen, als der Wolf in einem langsameren Tempo als sonst dahin lief. Für ihn bestand keine große Eile. Kurz warf er Kiba einen Blick zu und zuckte sanft mit den Ohren, er würde später zu ihr gehen, sobald er Talví aus dem Wald heraus geholt hatte. Die Kleine musste doch wissen das sie nicht allein in den Wald sollten, man hatte es ihnen doch schon oft genug erklärt.Stumm wanderte er weiter. Hohes Gras und Sträucher kitzelten sein Fell, ja dies alles hier gab ihm das wundersame Gefühl Zuhause zu sein. Unter die Witterung Talví's hatte sich eine weitere gemischt. Danley Lanés, der Jotarüde und der Gefähre Jeanne's. Es war nicht verwunderlich das der Rüde dem Welpen gefolgt war, einen kurzen Moment spielte Silence Tear mit dem Gedanken wieder umzudrehen und zurück zum Rudel zu gehen. Wenn der grau-braune Rüde doch bei seiner Tochter war? Dennoch lief er lieber wieter, er wusste nicht genau wieso, es war vielleicht wirklich besser weiter zu laufen. Erneut kehrte das Gefühl der Heimat zurtückk, doch nur für einen kurzen Moment, denn im nächsten Moment fiel dem Rüden auf wohin der Weg ihn überhaupt führte. Der Weg führte an eine Art kleine Klippe. Der Rüde biss die Fänge kräftig aufeinander, hoffentlich hatte Lanés seine kleine Tochter noch früh genug erwischt. Hoffentlich war sie nicht. Die Augen schließend schloss der Rüde im nächsten Augenblick eden Kopf und schüttelte ihn wirr hin und her. Nein, er durfte nicht daran denken, wenn die Gedanken wieder die Überhand übernehmen würden. Kurz knurrte er leise, mehr zu sich selbst als zu der ganzen Situation. Es würde schon alles gut sein, es musste alles gut sein. Vor ihm teilte sich der Wald und die Felsspalte wurde sichtbar und an ihrem Rand, kauerte der grau-braune Rüde. Die Bewegungen des Rüden stoppten, vorsichtig witterte er, konnte aber nur die starke Witterung des Jotawolfes aufnehmen. Wo war seine Tochter? Die Ohren aufmerksam nach vorn geneigt trat er näher an den Rüden heran der dort am Rand kauerte. Sein schlimmster Gedanke schien sich zu bewahrheiten, doch wollte er dies noch nicht wahrhaben. Vielleicht hatte er sich getäuscht? Doch, war dieser Gedanke nicht abwegig? Die scharfen Krallen des Wolfes bohrten sich in die Erde, seine Augen schlossen sich, wieder blieb er stehen. Talví war tot, würde nicht mehr mit den anderen welpen spielen und toben können. Er würde nie wieder das Lachen der kleinen Grauen hören können und wie sollte er es Kiba erklären? Er wusste es nicht, alles schien so unwirklich, wie konnte eine gerade mal zwei Monate alte Wölfin einfach so in den Tod stürzen? Wahrscheinlich auch noch im Spiel. Den Kopf senkend öffneten sich die stahlblauen Seelentore wieder, leicht stupste er den grau-braunen Rüden mit der Schnauze an.

"Steh auf Danley Lanés..."

In seiner Stimme schwang kein Ton des Vorwurfs mit. Wenn er es wirklich zu spät bemerkt hatte, hätte er doch auch nichts mehr tun können. Nein, Silence Tear gab dem Wolf nicht wirklich die Schuld, wieso auch, er trauerte wie er selbst, wieso auch noch Wütend sein? Der Rüde schien verdammt fertig, er wollte ihn nicht auch noch weiter belasten.


24.02.2007 13:57




Teyrm


Der Schwarze ließ sich nicht von seinerm Bruder beirren, der ihn kurzzeitig wegzog, einige Worte los ließ und dann wieder zu den anderen tappte. Sollte er doch tun was er wollte, er tat dies und er selbst, tja, er tat halt wozu er Lust hatte. Mit einem kurzen Grinsen warf er den grauen Welpen vor sich um und zog ihm frech am Ohr, ehe er eine Pfote auf Toboe's Schnauze stemmte und ihn so am Boden hielt. Es drückte nicht fest zu, doch war es für den anderen Welpen auch nicht einfach sich wieder aus diesem Griff zu befreien. Doch Toboe musste es ja inzwischen wirklich schon gewohnt sein. Die Ohren des aschfarbenden Welpen zuckten leicht zur Seite, als er hörte das Tob's Vater ging und das Grinsen auf der Welpenschnauze wurde noch breiter.


"Weist du, ob du der Sohn der Alphas bist, ist mir vollkommen egal. Ich bin stärker als du, damit musste dich abfinden, kleiner Tob Tob, aber du hast echt Glück das du mein bester Freund bist."

Mit diesen Worten ließ er von dem anderen Welpen ab und setzte sich wieder vor ihn, fast so als wäre gar nichts gewesen. Stumm blickte er zur Seite, beobachtete wie Shijarú langsam zu Aidan, Aiyán und Sayan schlich, denn blickte er sich auch noch kuzrz zu den anderen Wölfen um. Die meisten schienen sich gar nicht für ihn zu interessieren, schienen die beiden Unruhestifter gar nicht wirklich zu beachten. Hey, daran mussten sie ja wohl echt mal was ändern. Der Aschfarbene richtete sich leicht auf, schüttelte sich den Staub aus dem Fell, den man von seiner Grundfarbe eigentlich gar nicht richtig unterschied und wedelte ein paar Mal nachdenklich mit der Rute hin und her. In diesen Sekunden suchte er sich zwischen den vielen Wölfen die es hier gab, ein Opfer aus. Er konnte natürlich Shijarú nehmen, die kleine Fähe konnte man immer gut erschrecken und ärgern, sie war ja eh schon so still und änbgstlich. Aber er vermutete das er, wenn er dies tat, wahrscheinlich riesigen Ärger mit seinem Bruder Aidan beommen würde, also sollte er die kleine Graue wohl echt lieber in Ruhe lassen, war wohl besser so. Auch Kiba und seine Mutter Adali ließ er in Ruhe, genauso wie Yosó und seine beiden Schwestern rührte er lieber nicht an. Ja, war echt besser so. Auch Silence Tear folgte er nicht in den Wald, irgendwas schien ihm zu sagen, das dies nicht alzu ut sein würde. Sollten sie einen der Neuen ärgern? Oder Mitsah und seine Familie Es gab doch eigentlich genug Auswahl, der Rebell konnte sich wirklich nicht entscheiden. Aber plötzlich drang ihm das Bild seines Lieblingsopfers in die Gedanken, seine kompletten Züge erhellten sich und die nachdenkliche Anspannung um ihn herum, legte sich wieder. Grinsend sprang der Aschfarbene Wolfswelpe wieder den grauen Toboe um und hielt ihn erneut am Boden fest, doch noch um ihm spielerisch erst in die schnauze zu zwicken und schließlich verschwörerisch die Schnauze zu seinem rechten Ohr neigte und so leise sprach das nur sein bester Freund es hören konnte.

"Hey du, ich hab unser Opfer ausgesucht, komm mit!"

Und wie von einer Wespe gestochen, sprang Teyrm plötzlich auf und hetzte über die Wiese dahin, er wusstre genau das ihm Toboe folgte. Es dauerte nicht lange bis er die vertraute Witterung der weißen Jotawölfin aufgenommen hatte. Er hatte sehr schnell gelernt wie er seine Nase perfekt einzusetzen hatte. Die dunkrel umrandeten Lefzen verzogen sich zu einem Grinsen, in der ferne tauchte die Weiße auf, zusammen mit noch einem weißen Wolf, doch auf diesen achtete Teyrm gar nicht. In voller Geschwindigkeit, raste er auf die Jota zu und schlitterte unter ihren Körper, wo er schließlich anhielt.Leicht das Fell schüttelnd, richtete sich der Welpe auf und strolchte wie so oft zwischen den Beinen Jeanne's hindurch und grinste sie von unten herauf an

"Hey Jeanne! Wie gehts dir so?"

Ohne ien Antwort abzuwarten und ohne den anderen Weißen zu beachten strolchte er wieder zurück und verbiss sich frech in der Rute der Jota. Extra um die weiße Fähe zu ärgern, zerrte und zog er daran, einfach nur aus Spaß, damit sie sich umdrehen würde und sich nicht mehr richtig unterhalten konnte. Wieder und wieder zerrte er manchmal, auch an ihrem Bauchfell oder an den Läuften. Immer und immer wieder rannte er um die Jota herum und kläffte sie an, ärgerte, provozierte...


24.02.2007 14:41




Shijarú Telay


Versteckt hinter ihren Eltern hatte die kleine graue Wölfin gelegen, bis Kiba aufgestanden war, dann hatte sie sich unter der Rute ihres Vaters verkrochen. Sie wollte die um sich herum nicht sehen, alles war so groß und furcheinflößebd, es machte ihr Angst, alles um sie herum machte ihr so schreckliche Angst. Nur das Gras was sich unter ihr befand, das machte ihr keine Angst und ihre Eltern auch nicht, aber ansonsten, war alles so furchteinflößend und fremd. Als sich ihr Papa dann auch noch erhob und weggehen wollte, sprang die Kleine leicht vor und schnappte nach dem weichen Fell an seinen Läufen. Zum Glück hielt Silence Tear ein. Shijarú Telay machte sich noch kleiner als sie eh schon war und legte sich eine Pfote über die Schnauze. Sie wollte nicht das ihr Vater sie allein ließ, er sollte da bleiben, er hatte Angst, was war wenn er nicht mehr wieder kommen würde? Doch ihr Vater lächelte sie nur an und schob sie ein Stück vor. Sie sollte sich nicht weiter verstecken? Aber... Sie blinzelte, sie sollte zu Aiyán, Sayan und Aidan gehen? Zu ihren Brüdern und dem anderen Welpen aus dem Wurf von Adali und Yosó? Ein kurzes zittern ging von ihr aus, als der schwarze Rüde mit den stahlblauen Augen sie noch ein bisschen weiter vor schob. Was sollte sie nun tun? Zu Boden geduckt kauerte sie da im Gras, während sich ihr Vater immer weiter entfernte. Nun war sie allein, wollte sie das? Nein, nein, nein. Aber was sollte sie tun? Die bläulichen Augen hoben sich leicht an, als die Kleine über das Gras. Sollte sie wirklich zu den Dreien gehen? Und wenn sie sie wegschicken würde? Wieder erzitterte die Welpen. Es waren so schreckliche Vorstellungen. Siue war klein und schwach und allein und die drei waren kräftig und stark und halt auch noch zu dritt.

.oO°(Aber was sollten sie dir schon tun? Sie sind immerhin deine Brüder, Aiyán und Sayan. Sie werden dir nichts tun, warum dann diese Angst, los, trau dich, geh hin, Aidan ist ja auch noch da...")°Oo.

Ja, Aidan, der Welpe war irgendwie anders als die anfderen. Er strahlte keine solche Angst wie die anderen Wölfe auf sie aus. Er machte ihr keine Angst und genau das verwirrte die Graue an diesem Wolf so. Es brachte sie dazu noch schüchterner zu werden als sie eh schon war. Sie wusste nicht wieso Aidan war immer nett zu ihr, aber sie ging nie so ganz freiwillig zu ihm, obwohl sie es eigentlich immer wollte. Sie hatte den schwarzen Rüden irgendwie gern, aber genau das machte ihr Angst. Wieder eine solche Angst, sie hatte doch wirklich von allem Angst. Vorsichtig richtete sich die graue Fähe auf und tappste auf wackeligen Pfoten zu den anderen hinüber, leise wiefend duckte sie den Kopf etwas nieder und wedelte vorsichtig ein, zwei mal mit der Rute hin und her, ehe sie einen schwarzen Wolf nach dem anderen anguckte.

"Ha...Hallo"

murmelte sie vorsichtig und ließ sich auf die Hinterläufe nieder. Wieder und wieder strich ihr Blick von einem zum anderen und blieb immer wieder an Aidan hängen. Er würde sie schon nicht wegschicken oder? Und was wenn die anderen beiden sie wegschicken wollten? Würde er dann etwas sagen oder würde er sie machen lassen? Dieser Gedanke ängstigte die Kleine erneut. Am liebsten wäre sie vor ihnen davon gelaufen, irgendwohin, wenn sie ihn wegschickten.

.oO°(Denk nicht so einen Quatsch, wird schon nicht...)°Oo.

versuchte sie sich in Gedanken selbst Mut zu machen. So ganz wollte es nicht klappen. dennoch lief sie nicht weg, blieb bei den anderen drei Welpen sitzen und blickte sie der Reihe nach an. Es war zumindest schon einmal ein Anfang.


24.02.2007 15:25




Yosó


Der Nachtwolf sah in die Ferne. Sein Blick war abgeschwiffen, seine Aufmerksamkeit jedoch nicht. Er hatte vage im Augenwinkel wahrgenommen wie Silence Tear sich erhoben hatte und verschwand. Was Toboe und Teyrm nun ausheckten bekam er nicht mit, denn Sheyna hatte ganz leise gesprochen. Und er brauchte einen Moment um ihre Worte zu realisieren. Nicht, weil er sie nicht verstehen könnte, sondern weil er versuchte sie richtig zu verstehen. Und für einen kurzen Moment fehlten ihm die Worte zum Antworten. Er wusste nicht, ob er hier fortgehen würde. Aber für seine Tochter? Er würde ihr doch ans Ende der Welt folgen und darüber hinaus, oder nicht? Er war ihr Vater, natürlich würde er ihr folgen! Auch auf Kosten alles zu verlieren? Das müsste er doch mit einem eindeutigen 'Ja!' beanworten können, oder nicht? Machte ihn dieser Konflikt jetzt zu einem schlechten Vater? War er ihr ein schlechter Vater, so dass sie hier fort wollte? Aber dann würde sie sicherlich nicht fragen, ob er mitlaufen würde..
Seine Gedanken ordnend leerte sich der perplexe Glanz wieder aus seinen weißsilbrigen Augen. Sein markanter Kopf senkte sich zu ihr:

"Wenn Du einen Grund zum Fliehen hättest, würde ich Dir folgen, wohin Du willst.."

Flüsterte er leise in ihre kleinen Ohren. Sie wirkte so zerbrechlich auf ihn, nicht nur durch ihre Körpergröße, auch ihre Haltung. Sie schien so - niedergeschlagen. Obwohl das nicht ausreichte. Vorsichtig schob er seine Schnauze unter ihren kleinen Fang und schob ihren Kopf sanft hoch, so dass sie nicht auf den Boden sah sondern stolz wirkte.

"Aber Du hast keinen Grund von hier zu fliehen, von Deiner Familie, Deinem Rudel, Deinem Geburtsort. Sag, meine Kleine, hast Du einen Grund?"

Es war eine vorsichtige Frage, aber keineswegs nicht ernst gemeint. Eine leise, ungebetene Sorge machte sich in seiner Brust breit. Zweifelte sie an sich, weil sie anders aussah als ihre Geschwister? Teyrm war schließlich auch aschefarben und unterschied sich so von seinen Eltern und Geschwistern ebenfalls. Außerdem war es anders zu sein nichts schlimmes, es gab trotzdem jemanden, dem man ähnlich war. Zumindest meistens. Sein Blick ruhte auf ihr, man sah die Sorge darin nicht, man sah nur eine Wärme und Lebensmut. Er war damals auch anders gewesen. Er war damals anders gewesen und war dazu gezwungen worden außerhalb, weit entfernt von seinem Geburtsrudel zu leben, er war nur an ihr Grab zurückgekehrt. Aber Sheyna, Yumé, Teyrm und Aidan sollten niemals aus ihrem Geburtsrudel vertrieben werden, wenn sie sich einst, wenn sie alt genug waren, dazu entschließen sollten eine eigenes oder anderes Rudel aufzusuchen, so wäre dieser Abschied ein Schmerz, aber keine Pflicht. Er wollte nicht jetzt schon daran denken, dass sie irgendwann ohne ihre Eltern leben könnten oder dass sie dies gar wollen würden, aber nur der Anblick der kleinen Brauen weckte den Instinkt eines Vaters in ihm, wodurch der Gedanke verblasste und er sich vollkommen auf die Gegenwart konzentrierte.


24.02.2007 15:48




Toboe Tear


Ziemlich mürrisch musterte der Graue Teyrm, der noch immer vor ihm herum hampelte. Leicht schüttelte er den Kopf, wie konnte man SO früh SO aufgedreht sein? Erneut gähnte Toboe kräftig, wäre er doch am liebsten wieder auf den Rücken seiner Mutter geklettert und hätte noch eine Mütze Schlaf genommen. Kurz wandte er den Blick zurück, doch die werte Dame musste ja ihren armen, hilflosen Sohn alleine lassen. Danke danke... Gerade als er den Kopf wieder Teyrm zuwenden wollte, schmiss ihn dieser um. Feigling! Griff er ihn einfach von hinten an! Als hätte der Schwarze damit gerechnet, das er nun etwas passendes zu hören bekommen würde, drückte er seine Pfote auf die Schnauze des Grauen. Protestierend versuchte er die Schnauze zu öffnen, jedoch verließ nur die Luft wieder seine Kehle, die er zum rum meckern geschnappt hatte. Gezwungener Maßen hörte der junge Rüde den Worten des Schwarzen zu. Stärker? Na wenn er meinte... Leiser war Toboe selbst in einer ziemlich ungünstigen Lage, er konnte sich schlecht wehren, da der Schwarze ihn fest hielt. Jedoch auch als Teyrm von ihm abließ und sich wie ein Engel in Wolfsform vor ihm nieder ließ, erhob sich der Graue nicht. Vielleicht konnte er so den Anschein erwecken, dass er schlief. Jedoch brach er dieses Schauspiel ab, als er bemerkte, dass Teyrm in der Weltgeschichte herum sah. Ruhig erhob sich der Graue, ließ den Blick der blauen Augen ruhig auf Teyrm ruhen. Ein überlegenes Grinsen legte sich auf die dunklen Lefzen Toboe’s. Der Schwarze hatte ihm den Rücken zugedreht, was wohl ein Fehler war. Spielerisch drückte sich der junge Rüde mit dem Vorderkörper auf den Boden, schlich sich langsam an Teyrm ran.

“Bester Freund oder nicht, Rache ist süß...“

Mit weiterhin geduckter Haltung schlich er sich weiter an den Schwarzen heran, wollte gerade zum Sprung ansetzen, als er erneut umgerissen wurde. Ein leises Grummeln verließ seine Kehle, als Teyrm ihn zwickte. Den Bruchteil einer Sekunde später jedoch lauschte er aufmerksam den Worten des Rüden, und diese Worte ließen ein leichtes Grinsen auf den Lefzen Toboe’s erscheinen. Er wußte nicht, um wen es sich handelte, doch der Schwarze würde schon wissen, wen er sich als Opfer aussuchte. Schüttelnd erhob sich der Rüde, als sein Freund davon eilte. Nun konnte er es eh vergessen zu schlafen, also sprang er los, eilte ihm nach. Schnell konnte er sich erahnen, wen er sich als Opfer ausgesucht hatte. Mit ruhigen Sätzen folgte er Teyrm, bis er selbst einige Meter weiter entfernt stehen blieb. Während Teyrm bereits anfing, Jeanne zu tritzen, beobachtete er mit prüfendem Blick den weißen Rüden, der an die Weiße gekuschelt dastand. Sein Kopf fiel förmlich zur Seite, während sein Blick leicht verwirrt war. Was bitte sollte das den? Machte der sich einfach an die Gefährtin von diesem Danley ran? Unverschämtheit! Protestierend setze er sich wieder in Bewegung, sprang mit riesigen Sätzen auf den Rüden zu. Schlitternd kam er vor ihm zum stehen, sprang unvorsichtig am Beim des Rüden hoch und versuchte einen Blick in seine Augen zu werfen. Was fiel diesem Wolf eigentlich ein? Außerdem war er viel zu alt, für die Fähe. Protestierend erhob er die Stimme, während er immer wieder am Bein des Rüden hochsprang.

“HEY DU! Was machst du da? Jeanne ist vergeben, lass sie in Ruhe oder du kriegst es ganz schnell mit mir zu tun, klar?!“

Leicht zwickte er in das weiße Bein, an dem er sich mit den Vorderpfoten abstemmte. Der würde schon noch sehen was er davon hatte! Fast schon provozierend sprang er von dem Rüden weg und drückte erneut den Vorderkörper auf den Boden, die blauen Augen stur auf den Fremden gerichtet.


24.02.2007 15:50




Jeanne


Sichtlich genoß Jeanne die vertraute Nähe, noch immer die Augen geschlossen kuschelte sie sich in das warme Fell ihres Vaters. Hätte sie vor Freude weinen können, wären nun einige Tränen durch ihr Fell getropft. Ihretwegen hätte dieser Moment nie enden müssen, das strahlende Lächeln auf ihren Lefzen zeugte wohl von der ungebrochenen Fröhlichkeit über diese Situation Jeanne’s. “Ich muss ja schrecklich ausgesehen haben...“ Leicht nickte die Weiße bei den Worten Seal’s. Er hatte verdammt Recht, noch immer sah die Weiße die Bilder vor sich, das weiße Fell ihres Vaters verklebt mit seinem Blut und dem Blut ihrer Mutter. Die weißen Augen so leer, ohne jegliches Gefühl, auch wenn tote Augen so etwas an sich hatten, hatte es Jeanne verschreckt.

oO Wohl so schlimm, wie man nur aussehen kann, in den Augen eines trauernden... Oo

Trotz dessen, dass sie knirschend die Fänge zusammen biß, verschwand das Lächeln nicht aus ihrem Gesicht. Aber er lebte, und er Ruhig öffnete Jeanne die Ozean blauen Augen, starrte auf die Wiese, die sich weit erstreckte. Es war schon merkwürdig, da hielt man jemanden für tot und eine lange Zeit später steht er neben einem. Mit einem Nicken lauschte sie seinen Worten, jedes einzelne Wort war verständlich. Ein leichtes Lachen war von ihr zu vernehmen, bei den letzten Worten ihres Vaters.

“Das geht gar nicht, das du mich mehr vermisst hast als ich dich!“

Sanft stupste sie seine Schnauze an, schleckte noch ein Mal über diese, ehe sie den Blick ruhig zum Himmel wandte. Ein stummes Grinsen lag auf den Lefzen der Weißen, alles war so perfekt. Eigentlich schon zu schön um wahr zu sein. Etwas perplex wandte sie den Blick nach unten, als etwas unter ihr zum stehen kam. Etwas verwirrt blinzelte sie Teyrm entgegen, der nicht lange an einer Stelle blieb. Nun legte sich wieder das Lächeln auf die Lefzen Jeanne’s. Gerade in dem Moment, in dem sie antworten wollte, sprang der Schwarze auch schon wieder weg. Mit leicht gehobener Augenbraue schaute sie ihm nach. Wo er war konnte jemand anderes nicht weit sein, so viel war klar. Leicht zuckte sie zusammen, als sie ein Zwicken an der Rute spürte. Leicht vorwurfsvoll sah sie zu Teyrm, der jedoch schon wieder verschwunden war. Anscheinend hatte er riesige Langeweile. Ruhig folgte die weiße dem Welpen mit den Augen, blickte leicht verwirrt drein, als dieser um sie herum rannte und immer wieder kläffte. Plötzlich konnte sie auch eine weitere Stimme vernehmen, deren Worte sie leicht zum Lachen brachten. Ohne weiter auf Toboe ein zu gehen wandte sie sich wieder dem schwarzen zu.


“Dein Freund hat da etwas miss verstanden, und du scheinst gelangweilt zu sein.“

Lächelnd stupste Jeanne den kleinen Rüden an, hob dann den Kopf und lächelte zu ihrem Vater. So war das Leben hier nun Mal, besonders jetzt, wo die Welpen hier waren. Kurz zwinkerte sie Seal zu und wandte dann den Blick wieder zu Teyrm, förmlich darauf wartend, was der Schwarze als nächstes anstellte.


24.02.2007 16:28




Yago


Yagos Blick lag eine Zeit lang auf der Stelle an der Slayer verschwunden war. Er roch ihn noch und auch der Geruch einer Fähe, die bei ihm aufgetaucht sein musste, lag nun in der Luft. Wer auch immer diese arme Gestalt war, vielleicht hielt sie den schwarzen Nervbolzen ja mal davon ab, immer dort aufzutauchen, wo Yago gerade in Frieden gelassen werden wollte. Das wäre ein Hochgenuss, so ganz konnte es das Herbstkind noch nicht glauben, aber abwarten … zunächst hatte er nur Shaiya bei sich, ihr weißer Kopf noch immer an seinem. Es war schön, dass sie sich endlich mal alleine unterhalten konnten, allerdings kam auch langsam die Frage auf, was sie nun tun sollten … ihre Unterhaltung war oberflächlich wie eigentlich immer … und wenn sie es mal nicht war, dann hatte das Yago geschickt verdrängt. Er wüsste auch gar nicht, wie man ehrliche Gefühle in Worte fassen sollte. Säuseln konnte er … wenn es um Worte ging, hatte er so ziemlich alles auf Lager, aber da war dann halt das Problem mit dem Ehrlichsein …

“Dann hat es die Sonne vielleicht wirklich gut mit mir gemeint. Und ich sehe jetzt schon, dass der Tag doch besser als erwartet werden muss.“

Er lächelte ihr wieder zu, aber die Gefühle, die sich eben noch hatten bemerkbar machen lassen, waren nun wieder abgeklungen. Es war schade, denn jetzt freute er sich nicht mehr so schön über das Gespräch, er mochte es, wenn er sich freute, aber gleichzeitig war es auch angenehm bekannt, nichts zu fühlen, so begehrte er zunächst nicht dagegen auf. Er war nur froh, dass Shaiya von all dem nichts mitbekam, sonst würde sie nun sonst etwas denken, schließlich konnte sie ihn noch nicht verstehen und würde sich nun vielleicht von ihm abwenden. Und obwohl er nichts mehr fühlte, war ihm doch klar, dass ihn das sehr traurig machen würde.
Er erhob sich, die fließende Bewegung wirkte wie ein einziger schwarzer Windhauch, dann sahen seine Augen voll von scheinbar ehrlicher Freude, nicht unterscheidbar von ehrlicher Freude, in die Shaiyas.

“Lass uns diesen Tag irgendwie genießen. Ich geh mit dir, wohin du willst, nur nicht zum Rudelplatz, da rennen zu viele kleine Wölfchen herum.“

Er grinste ihr zu, Witz war ihm vollkommen fremd, aber er wusste, wie so etwas aussah und heute schien zwar kein umwerfend schöner Tag zu sein, naja, wie gesagt, eben der Anfang nicht, aber sein Schauspiel trieb er mal wieder zur Perfektion. Seine Augen lagen warm auf der weißen Fähe vor ihm, seine Gedanken lagen aber weder bei ihr noch bei irgendeinem Unternehmen … sie kreisten um die Frage, ob es nicht wunderschön wäre, wenn irgendwer … vielleicht ja die Fähe vor ihm … dieses Schauspiel einmal erkennen würde und ihn dorthin führen würde, wo man kein Schauspiel braucht.


26.02.2007 21:01




Torán


Wenn Lotus seinen Namen aussprach, wurde es Torán warm ums Herz. Es war nicht nur ihre Stimme, sondern alles an ihr. Ihr Unterton verriert ihm, dass es ihr wirklich besser ging, wenn er allein mit ihr war. Er verriet ihr auch, dass sie seine stille und ruhige Art akzeptierte, dass sie wusste, dass er mit seinem Geist ganz und gar bei ihr war, auch wenn es den Anschein hatte, dass Tóran abwesend sei oder er nicht zuhören würde. Nein, jetzt würde er sie nie wieder im Stich lassen. Allein ihre Wärme lies ihn eine Geborgenheit spüren, wie sie nur Lotus ausstrahlte. Torán gab sich mit jedem ihrer Worte ein bisschen mehr hin, gab sich ihrer Liebe hin. Und wenn sie ihn dadurch umbringen würde, er würde ihr nie von der Seite weichen. Er wurde gebraucht von Lotus. Und wenn sie die einzige in seinem restlichen Leben wäre, die ihn jemals wieder brauchte. Es wäre im egal. Seit diesem Augenblick lebte er nur noch für Lotus.
Aufmerksam lauschte er ihr, sog jedes Wort von ihr einzeln auf. Wahrscheinlich würden ihre Sätze noch Stunden nach dem Gespräch in seinen Ohren wiederhallen. Man sah es ihm nicht an, aber er genoss es Lotus zuzuhören. Für ihn schien es, als würde all das Leid zur Hälfte von Lotus Schultern gleiten und zu ihm wandern. Es schien, als würde jegliche Freude Lotus wieder zu sehen und für sie da zu sein zur doppelten Menge von Toráns Schulter auf Lotus' gleiten.

"Wenn sie für dich wie eine Schwester ist, würde sie dir nie etwas antun. Falls du denkst, sie hätte dir etwas angetan, dann tat sie das nur, um dich vor etwas Größerem zu schützen, denn den meisten Schmerz trägt dann sie letzten Endes in ihrem Herzen. Sei nicht neidisch auf sie, hör auf dein Glück zu suchen, dann kommt es von ganz allein." , sagte er in seinem gewohnten ruhigen Ton.

Diese Aussage kam von Herzen, in seinen Worten war kein Vorwurf, keine Andeutung. Im Grunde war sie leer, doch es steckte doch so viel darin.


28.02.2007 19:43




Mitsah


Seine ganze Aufmerksamkeit war der weißen Wölfin neben ihm geschenkt, natürlich vernahm er alles was um ihn herum geschah, doch sein Blick und sein Gehör waren auf sie fixiert. Verwirrt zog er den Kopf zurück, als sie ihren Kopf in das graue, raue Fell drückte, die Ohren des Rüden stellten sich misstrauisch auf, der stechende Blick der sandbraunen Augen, kurze Zeit vollkommen ernst, wurde dann jedoch etwas weicher, nicht wirklich weicher, sondern verlor nur den misstrauischen Ausdruck, sein Blick war wie immer und dennoch glitzerte etwas besonderes auf. Als die Fähe sich wieder zurückzog, setzte der Graue sich direkt auf, er wusste nicht, welcher Teufel ihn hierzu geritten hatte, doch nun war es geschehen und vielleicht war es auch gut so. Sein ganzer Körper war angespannt, jeder Muskeln in seinem Körper begann schon fast zu beben, als sich die Fähe nun langsam erhob, erhob sich sein Körper mit und er war in seiner üblichen Position, er stand, dafür war er geboren, doch liegen und sitzen lag ihm nicht. Fast fragend, aber nur fast, sah er sie an, sein Blick wie immer teilnahmslos, verbarg die Verwirrung in dem Gamma, der seine Gefährtin einfach nur ansah, als sie gerade gehen wollte. Wohin? Wahrscheinlich zu Lotus Haná, die weiße Fähe mit der sie sich angefreundet hatte. Einen Augenblick!! Sie wollte gehen und er sollte mit den Welpen hier bleiben?! In dem Moment verkrampfte sich sein ganzer Körper, die sandbraunen Augen verengten sich leicht, er hatte den Drang die Fähe aufzuhalten, zur Not auch gewaltsam, aber Halt! Was waren das wieder für Gedanken?! Er wollte sie nicht gehen lassen, er konnte mit diesen 'Dingern' nicht umgehen, er empfand nichts außer Verachtung für sie, sie waren nur aus einem Drang heraus entstanden, einen Drang den er lieber unterbinden hätte sollen, aber was sollte er nun anderes tun? Sie waren hier auf dieser Welt, er kannte einen Weg sie aus dieser Welt zu schaffen, genauso wie die Weiße... . Die Muskeln in den Hinterläufen spannten sich extrem an, war er verrückt geworden, was redete ihm Aluka da wieder ein? Sollte er nicht glücklich sein eine Familie zu haben, so wie der Tiefschwarze? Er war glücklich über seine Familie und das sah er ihm zu deutlich an, aber er ertrug es nicht, von Sekunde zu Sekunde die er bei seiner Familie war, umso mehr war sie ihm verhasst, die Schneeweiße und diese Welpen, warum waren sie ihm so verhasst? Sie waren sein eigen Fleisch und Blut, sie waren seine Welpen und dennoch wollte er sie nicht, dennoch hasste er sie, aber warum? Sein Blick fiel zu den Kleinen, sie spürten nichts von dem Hass der in ihrem Vater erwachte, oder? Nein, er ließ nichts nach außen, seine Maske blieb eisern, seine Körperhaltung war wie immer und sein Blick kalt und ohne Regung, aber seine Gedanken waren da und er musste sie verschließen. War es nicht schlimm gewesen, die Zeit als einsamer Wanderer, gehasst und dann selbst zum Gehässigen zu werden, alleine und ohne Hilfe? Warum sehnte er sich nach dieser Zeit, wieso konnte er der Fähe nicht in die Augen sehen, wieso konnte er seine Welpen nicht lieben? Der Graue wollte rennen, davon rennen in die Weiten, nie mehr zurückkommen, jedem Artgenossen aus dem Weg gehen, sein Leben der Einsamkeit verschreiben, wie Aluka es wollte, wie er es wollte.
Als ein Heulen die Gedanken des Grauen störten und die helle Fähe inne hielt, entfuhr ein kaum hörbarer Seufzer seiner Kehle, sie blieb stehen und ging nicht, in dem Moment hatte er Glück gehabt, doch wie lange? Aufmerksam huschte der Blick der sandbraunen Augen zu der Weißen, wollte sie immer noch gehen? Sie schien gefesselt von dem Geheul, kannte sie den Fremden, welcher sich dort ankündigte? Zweifelnd verwarf er diesen Gedanken, ließ den Blick kurz zu den Fellbündeln schweifen, sie bekamen von dem allen nicht viel mit, was dem Rüden auch mehr als Recht war. Das gesamte Fell des Rüden erzitterte, stellte sich für einen Herzschlag lang auf, bevor es wieder vollkommen normal an dem Körper des Grauen anlag, als er den immer intensiveren Geruch eines Fremden witterte, der direkt auf die beiden zukam. Instinktiv bäumte sich der Rüde leicht auf, was man jedoch nicht wirklich erkannte, die Pfoten drückten sich gegen den Boden, jeder Muskel in den Läufen spannte sich auf das Äußerste an. Der junge Rüde, der einige Augenblicke später auf Akarúi zustürmte, sie umsprang und ihr dann über das Gesicht schleckte, schien keinerlei böse Absichten gehabt zu haben, genau aus dem Grund hatte der Graue nicht reagiert. Die sandbraunen Augen fixierten den Fremden desinteressiert, schon fast wollte Mitsah den Kopf abwenden, als er die Worte hörte, die aus dem Maul des Rüden kamen. "Akarúi! Meine geliebte Aka!" In dem Moment machte etwas 'Klick' in dem Kopf des Rüden. Ein kehliges, tiefes Grollen entfloh fast stumm der Kehle des Rüden, doch das Gewinsel des Braunen übertönte das Gegrolle, welches ziemlich schnell wieder erstickte und nie da gewesen zu sein schien. Ohne einen Laut, ohne jegliche Vorwarnung, drückte der Gamma die Pfoten gegen den Boden, um im nächsten Moment mit einem gewaltigen Satz den Grauen zu Boden zu reißen, ihm mit dem Fang in die Schulter zu fassen –er durfte ihn nicht großartig verletzten, er durfte nicht, egal wie sehr er wollte, er war ein gefundenes Opfer, ein perfektes Opfer, dennoch er hatte eine Familie und einen Rang in diesem Rudel, er würde alles verlieren, wenn er den Fremden nun umbringen würde und warum? Weil er seine Gefährtin freudig begrüß hatte, das war keine gute Idee- und im selben Moment, wo der Rüde zu Boden ging, sprang der Gamma auch schon wieder zurück, blitzschnell seine Attacke, blitzschnell seine Reaktion. Sein Biss, sein 'Fassen' blitzschnell, ohne sich dabei groß zu bewegen oder berührt zu werden durch den Fremden, er hatte ihn nicht großartig verletzt, sondern eher nur einschüchtern wollen, ihm direkt zeigen, dass Mitsah ihn nicht akzeptierte, ihn nicht duldete, nicht respektierte. Sein Körper war muskulös und kräftig, er baute sich nicht auf, er hatte es gar nicht nötig, vollkommen entspannt stand er vor dem Fremden, seine Lefzen waren bereit sich bei dem kleinsten Anzeichen zu heben und zum tödlichen Biss anzusetzen, sein Körper wirkte schwerfällig, doch war jede seiner Bewegungen fließend und geschmeidig, jede seiner Reaktionen war schnell, schon fast zu schnell um ihr direkt zu folgen, man traute es dem Gehässigen nicht zu, denn seine sonstige Ruhe war undurchschaubar. Was seine Gefährtin nun dachte war ihm völlig egal, sie musste diese Reaktion verstehen, er musste den Fremden verweisen, dass er keinerlei Rechte hier hatte, vor allem zu solch einem Benehmen, Welpen waren hier, hatte er sie nicht gewittert, war er eigentlich vollkommen verblödet? So schien er zumindest und bei Mitsah hatte er sich nicht gerade beliebt gemacht, wer er auch war, sollte ihm sein Leben lieb sein, er würde sich von dem Grauen fernhalten sollen, denn er garantierte für nichts. Wenn der Rüde seine Geste nicht deuten konnte, dann war es seine Sache, aber er hatte ihn nun gewarnt und das mehr würde auch nicht von ihm aus kommen, nur der letzte Biss höchstens.


28.02.2007 20:16




Námida é Syáná


Námida é Syáná lag einfach nur bei ihrer Mutter, ganz nah an den warmen weißen Körper gedrückt und erwachte langsam aus ihrem Schlaf. Sie hatte geträumt, wie es kleine Welpen nun einmal taten. Geträumt von einer großen Wiese mit Blumen, nur sie und Mama waren darauf am Spielen, sie hatte die Blumen mit ihrer Schnauze gepflückt und ihre Mama vor die Pfoten gelegt, ihr gesagt, dass sie Mutter ganz doll lieb habe und sie niemals verlassen wollte. Und nun war sie wach, stand mit ihren kleinen Pfoten in einem Leben inmitten eines Rudels. Es waren so schrecklich viele Wölfe hier, sie waren alle so groß und irgendwie bekam Námida é Syáná Angst vor den Wölfen, würden sie ihr etwas tun? Die kleine Fähe gähnte einmal herzhaft, dann schleckte sie sich über ihre Vorderpfote, aber ihre Augen waren stets wachsam auf die Welpen gerichtet. Und vor allem auf die vielen anderen Wölfe hier in dem Rudel. Mutter lag nicht mehr bei ihr, Námida winselte leise, ihre Mutter konnte sie hier doch nicht alleine liegen lassen, das war doch viel zu gefährlich, es waren doch nur noch ihre Geschwister da. Ihre Geschwister hatte sie gern, ja. Sie liebte ihre Geschwister und würde sie auch niemals aufgeben wollen, aber dennoch waren ihr die anderen Welpen unheimlich, so fremd und so kalt, wieso fühlte sie sich nur so eingeengt, wenn sie doch nur an diese jungen Tiere dachten, die genauso Alt wie sie waren? Es war vollkommen seltsam, unbekannt für Námida é Syáná und die junge Fähe sah zu ihrer Mutter auf, die braunen Augen suchten Hilfe, einen Halt den sie doch schon in den jungen Tagen vermisste, der ihr irgendetwas gab, was die kleine Welpin zu vermissen schien. Ihr Herz schien so erfroren, von Tränen getränkt, was konnte man dazu nur noch sagen? Sie seufzte leise, wollte irgendetwas sagen, aber ihr blieben die Worte wie ein Kloß im Hals stecken. Es war wie eine Flutwelle, die über sie kam und sie für einen kurzen Moment betäubte und erstickte, dann seufzte sie leise und schloss ihre Augen, ihr Kopf legte sie auf den Boden nieder. Vollkommen platt und so hilflos wirkend lag sie dort und beobachtete wie immer die Geschehnisse und für einen Moment auch die Umgebung. Ihre Mutter lag nicht bei ihr, was ihren Körper zittern ließ, ansonsten nahm sie nicht mehr wirklich wahr, was um sie herum war, die Wölfe, die alle hier standen, erkannte sie nicht, denn sie wollte es nicht, ignorierte ihre Familie. Plötzlich entdeckte sie einen Vogel am Himmel fliegen, er wirkte so frei, unbeholfen, aber zufrieden und einfach nur verliebt in seine Umgebung und Taten. Námida é Syáná sprang von ihrer liegenden Position auf und sah dem Vogel beim Kreisen im Himmel zu, sie verliebte sich für einen kurzen Moment in seine Bewegungen und die langen Flügel mit denen er dort in der Luft glitt beeindruckte sie. Für wenige Sekunden stellte sich die Kleine auf ihre Hinterpfoten und versuchte mit den Vorderen nach dem Vogel zu greifen, aber er war sehr weit entfernt und sie erreichte ihn nicht. Sie ließ sich wieder auf ihre vier Pfoten nieder und tänzelte etwas dem Vogel nach, dann drehte sie sich um, entdeckte ihre geliebte Mutter dort stehen und rannte zu ihrer Mutter, kuschelte sich an ihren Lauf und sah sie mit großen Augen an, deren Braun heraus stach. In ihrem Blick lag etwas undeutliches, irgendein unbekanntes Gefühl dieser kleinen Fähe welches sie zum Ausdruck bringen wollte, Námida é Syáná war sich selbst noch so unsicher. War es die Begeisterung? War es die Angst und das Unwissende? Sie konnte es nicht beschreiben, denn es war ihr so fremd. Wann würde sie das alles denn lernen und verstehen? Námida seufzte und sah weiterhin zu ihrer Mutter.

„Mama…wieso kann ich nicht wie dieser Vogel sein?“

Fragte sie so interessiert und ohne Wissen, wie sie eben noch war, ihr Kopf deutete zu dem großen Tier am Himmel, dem König der Lüfte, mit den großen Flügeln, ihre Augen sahen den Vogel wieder aufrichtig an. Dann aber lag ihr Blick wieder auf ihrer Mutter, würde ihre Mutter ihr antworten oder sich eher wundern, dass ihre Tochter mit ihr reden wollte? Námida é Syáná war eben eine unscheinbar kleine Fähe, sie erhoffte sich eine Antwort und eine Erklärung zu diesem riesigen Vogel, aber eigentlich war es ihr doch egal. Sie wollte einfach nur hier bei ihrer Familie sein und genießen und leben. Das war ihr genauso wichtig wie manch andere Dinge. Mit einem müden Gähnen legte sich Námida é Syáná wieder neben ihre Mutter, ganz dicht an ihre Körperwärme, an ihren Bauch, wo waren ihre Geschwister wohl? Lagen sie auch bei ihren Eltern oder tollten sie irgendwo herum wie es Welpen auch eigentlich taten? Warum konnte Námida é Syáná denn nicht wie ihre Geschwister sein? Warum war sie so anders? Womit hatte es denn nur zu tun?

„Mama…warum bin ich anders als meine Geschwister. Als du. Als Vater?“

Diese Frage war sicherlich nicht eine Frage, die man gerne von seinen eigenen Welpen gestellt bekommen wollte, aber Námida é Syáná wusste, dass es ihr sowieso egal war was sie fragte, sie wollte doch nur eine Antwort. Wie eine einsame Träne sah sie mit ihren braunen und klaren tiefen Augen zu ihrer Mutter auf, in diesen Augen lag die Aufforderung zu einer Antwort, sie wollte etwas verstehen, etwas spüren. Liebe und Wärme. Námida é Syáná fiel nun erst einmal auf, wie wenig sie ihren Vater kannte. Wie kam das nur? Sie wollte ihn gerne mehr kennen, aber gab es dazu irgendwelche Chancen? Ja, natürlich würde es Chancen geben, wieso gab sie denn all diese Hoffnungen so schnell auf? Kurz sah sich die Träne wieder um, dann schloss sie nur zitternd die Augen und lehnte sich an ihre Mutter.


28.02.2007 20:39

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
28.08.2010 22:21
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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Monty Sloan - wolfpark.org

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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 6




Slayer


Sein Blick folgte der immer weiter weggehenden Shyel. Er mochte sie ziemlich, ja, vielleicht würde es auch auf Liebe ausgehen, dachte sich Slayer. Doch musste er unweigerlich loslassen. Sein Blick war wieder ernst, doch er trug er ein Lächeln auf seiner Schnauze. Langsam, als er sie nicht mehr sehen konnte, drehte er sich um und folgte den Weg zurück zum etwas belebteren Rudelplatz. Er sah Yago, und dachte sioch normalerweise seinen Teil, doch auch dazu hatte er keine Lust. Leicht niedergeschlagen und traurig lief er zu einem Felsen, wo man bequem unten drunter rutschen konnte. Wie üblich dachte er nach, und fühlte sich wieder alleine. Seine Gedanken drehten sich um Shyel, er konnte tun was er wollte, er KONNTE sie nicht loslassen....es tat ihm sogar weh irgendwie. Der schwarze Rüde mit den roten Augen schlief leicht ein, doch wurde er wieder aus dem Schlaf gerissen. Er dachte das Shyel wieder hier ist, doch es war nur ein Eichhörnchen.

"Verdammtes Vieh, soll mir keinen Schrecken einjagen!"

fluchte er leise und legte seinen Kopf auf die Pfoten, die er vorhin überkreuzte. Seine Gedanken hingen bei Shyel, er vermisste sie sehr. Doch musste er über sie hinwegkommen, so groß der Schmerz auch war...


28.02.2007 20:51




Danley Lanés


Danley Lanés traute sich kaum die Augen wieder auf zu machen. Er wusste, der Blick würde direkt in den Schlund führen, der einer kleinen Welpin das Leben gekostet hatte. Direkt auf ihre Leiche. Ein Schaudern fuhr über seinen ganzen Rücken und er winselte jämmerlich auf. Was sollte er nun tun? Vollkommen überspannt kratzten seine Krallen die weiche Erde unter seinen Pfoten auf, verbogen die Grashalme, bis sie auf grauem Gestein schrabbten. Er drückte so fest zu, dass es weh tat, nur um sich abzulenken, um konzentrierter irgend einen Gedanken zu fassen, aber es ging nicht. Die grünlichen Augen waren längst wieder aufgeschlagen, starrten über den Rand hinweg auf die andere Seite, wo die Bergwiese fröhlich blühend neben dem Gebirge weiter führte. Die Sonne lachte wirklich schadenfroh auf ihn herab. Ein verzweifeltes Knurren schwang in der klaren Stimme des Graubraunen mit. Danley wusste überhaupt nicht mehr weiter. Vielleicht sollte er wirklich versuchen irgendwie da runter zu klettern, vielleicht war sie noch irgendwie zu retten? Das dies total unsinnig und lebensmüde war wusste er, es war wohl auch das Einzige was er mit Sicherheit wusste, aber er konnte doch nicht bis in alle Ewigkeiten hier liegen bleiben und so weiter winseln? Sein Herz pochte schmerzhaft und verschreckt, sein inneres fühlte sich kalt und leer an und er wünschte sich, er könnte einfach wieder wegrennen, zu Jeanne, einfach bei ihr sein und sich beruhigen. Aber es brachte nichts hier drüber hinweg zu schweigen, natürlich würde man es merken, alles würde an’s Licht kommen, schließlich war hier überall seine Witterung zu vernehmen! Und dann stand er erstrecht als Mörder da.. Nein, nein, nein, das wollte er nicht! Wieder kniff Lanés die Augen zusammen, die Gedanken stürzten so heftig auf ihn ein, dass er gar nicht mehr merkte, wie er die Luft anhielt. Wieso musste er immer tatenlos zusehen, wenn jemand umkam? Philay.. Alles war seine Schuld! Warum hatte die Welt so einen Gefallen daran gefunden ihn aus den Wolken zu schießen, wenn er glücklich war?
Plötzlich nahm er eine Stimme wahr, etwas stupste ihn an die Seite. Erst jetzt schnappte Danley Lanés nach Luft und sprang verschreckt einen Satz nach hinten, kauerte aber schon wieder im Gras und sah verstört zu seinem Leitrüden hinauf.

Silence Tear!“,

japste der Graubraune und legte die Ohren ganz flach an seinen Kopf. Was der Schwarze genau gesagt hatte, hatte er nicht mitbekommen, eine weitere Panikattacke erfasste den Jotarüden, was sollte der Vater der Kleinen nun von ihm denken?! Aufwinselnd robbte er vorwärts auf Silence Tear zu und drückte seinen Kopf dann demütig flach auf den Boden.

Tut .. tut mir Leid! Das .. das wollte ich nicht! Bitte .. sie .. sie ist einfach runter gefallen! Ich .. ich konnte nichts tun! Verzeih mir, bitte!“

Die grünen Augen mit dem gelblichen Schimmer wurden zugekniffen, fast erwartete er schon irgend eine Bestrafung. Er, der Jotarüde – Welpensitter, hatte schließlich ein Junges des Alphapaars auf dem Gewissen! Mal wieder jemanden in den Tod getrieben, ohne es zu wollen.. Warum tat man ihm das an?! Ein schrecklicher Gedanke erfasste ihn... Würde sie ihm irgendwann auch einfach wegsterben? Ihn erneut zum Mörder machen? Seine weiße, geliebte Fähe? Jeanne? Bitte nicht!

Es tut mir wirklich schrecklich Leid...“


01.03.2007 21:59




Slayer


Slayer's Ohren richteten sich auf, hörte er ein Gewinsel und gejammere? Er stand auf und folgte der Witterung, bis er an einer nahen gelegenen Schlucht kam. Dort sah er zwei Wölfe, der eine lag flach auf dem Boden und sagte irgendwas, was Slayer nicht ganz mitbekam. Sich verstecken brauchte er nicht, er hatte keinen Grund dazu...aber ebenso wenig hatte er Grund hier zu sein. Slayer blieb, vielleicht würde er auf irgendetwas (wahrschienlich negatives) angesprochen werden.

"Hmm...was die wohl re....äh!"

machte er als er etwas scharf stechendes roch, so nach nassem fell und....tod. Slayer traute sich zur Felskante, und wäre beinahe aufgejappst. Es lag ein Wolf am Boden der Schlucht. Schnell verzog er sich dorthin wo er vorher war, unter einigen Bäumen wo er eden zwei zusah

~ist es....das er es war?~

vermutete er, doch das würde er einem wirklich ehrenhaften Wolf nicht zutrauen, und soweit Slayer wusste, waren in diesem Rudel (ausgenommen von ihm so wie er es dachte) nur ehrenhafte Wölfe unterwegs. Wieder ging er zur Felslücke, und verarbeitete das Geschehnniss und das was er am Boden der Schlucht gesehn hatte. Langsam schloss er die Augen, und schlief augenblicklich ein...


02.03.2007 12:32




Kirito Mué


Morgendämmerung. unsichere Stille, nur durchbrochen von leisen Geräuschen wie dem Lied einer Amsel oder dem gluckern einer Wachtel. Und dem scharren von Pfoten auf Gestein. Oh wie er dieses raue graue Zeug doch hasste. Wo war all der wunderbare weiche Schnee? wo das sanfte weiche Frühlingsgras? würde er sowas nie wieder sehen? Er schnaufte, doch es hörte sich nur wie ein kurzer Huster an. Seine Ohren zuckten. Seit einiger Zeit folgte er in einiger entfernung einer Jungwölfin. Sie war ihm eine große Hilfe denn allein würde er sich hier nicht zurechtfinden aber dazu sich zu zeigen besaß er nicht den nötigen Mut. Ja ok er war ein Angsthase aber es war immernoch besser als getötet oder vertrieben zu werden oder etwa nicht?
Er gähnte, streckte sich leicht und hob den Kopf aber er konnte die weiße nicht mehr sehen. War sie fort? seine Augen blickten empor zum Himmel aber dort sah er nichts, nur bleischwere Wolken, so schien es ihm, da er immernoch die seltsamen Schleier auf den Augen hatte die ihn blind machten, dass der Himmel klar war, konnte er nicht sehen. Er schleckte sich über die Lefzen und gähnte erneut. Dann setzte er seinen weg über den Pfad fort. Folgte der Fährte des Jungwolfes und grübelte. Warum war er eigentlich fort? sicher nicht freiwillig denn er war gern dort gewesen. Er hatte Tîha geliebt, ebenso wie seine welpen, aber dann war der Unfall passiert. Er hatte epileptische Anfälle bekommen und nun hatten sie ihn fortgejagt. IHN einen Wächter der Wolkenwiese. Sie hatten ihn nicht mehr brauchen können und ihn ausgesetzt. Sozusagen. Fortgejagt um der Erhaltung des Volkes wegen. Nein dennoch hasste er sie nicht, er war eher traurig dass es soweit hatte kommen müssen. Dennoch hielt er es für unangebracht sich länger als nötig darüber aufzuregen, es war nunmal so und das war unabänderlich.


02.03.2007 22:00




Sindri


Staunend wandelte Sindri durch den Wald. Blieb hier und dort stehen und kam nur langsam voran.
Der Waldboden war ein grüner Teppich, gespickt mit einzelnen Blumen und umsäumt von Sonnenflecken. Es machte ihr Spaß, so träumerisch durch die Welt zu gehen, viele aus ihrem alten Rudel haben sie nie verstanden.
Immer war sie die Nachzüglerin auf Reisen gewesen, aber wie konnte man sich selbst auch nur so hetzten, wenn es doch soviel zu entdecken gab? In jedem Blatt, jedem Stein und jedem Tier fand Sindri etwas wunderbares. Und war es auch nur das Wunder, eine gewisse Einzigartigkeit zu besitzen. Kein Blatt war wie das andere, und doch scherrten sich viele nicht um die Natur. Sie glauben, Wild ist dazu da, um gefressen zu werden, aber das Wild ist einizigartig und sollte mit Achtung behandelt werden. Natürlich tötete Sindri auch andere Tiere, doch davor und danach bittete sie lange um Verzeihung. Am liebsten würde gar keine anderen Tiere töten, jedes Leben war ihr heilig. Ein weiterer Grund, warum sie in ihrem alten Rudel wenig respektiert wurde, dabei wünschte sich die Fähe doch bloß Einklang und Harmonie.
Plötzlich hielt sie inne, ihre Ohren zuckten, langsam drehte sich der kleine Kopf herum. In ihren Augen klitzerte die Neugier.

Jemand ist da, ganz in der Nähe....ob es dieser...Wryker ist, von dem die Alphafähe gesprochen hatte?

Sie blieb stehen und wartete, Gefahr fürchtete sie nicht. Nie war sie Verat und hinterliest begnet, warum sollte sie also nun daran glauben, das dier Fremde ihr nicht wohl gesonnt war.


05.03.2007 12:37




Lotus Haná


Lotus fühlte sich erleichtert in Toráns Nähe, es war ein ganz besonderes Gefühl für sie, sie spürte seine Wärme, etwas, was sie lange Zeit nicht mehr gespürt hatte und sie wollte diesem Rüden nicht mehr von der Seite weichen. Es war ein Gefühl, welches Lotus anfangs vollkommen fremd schien, hatte sie denn jemals so geliebt? Ihr Herz jemals so schlagen gespürt? Und dieses Kribbeln, diese Wärme, es waren alles Zeichen, von denen sie doch anfangs nie etwas wissen wollte. Nun lag sie hier, bei diesem dunklen Rüden, den sie mehr mochte als sie es jemals gedacht hatte. Wie sehr sie ihre Entscheidung in der Vergangenheit nun bereute, es war ein großer Fehler gewesen, es tat ihr weh, schien sie zu zerreißen, denn sie hatte Torán einen Teil genommen, einen sehr wichtigen Teil. Kurz seufzte die weiße Fähe, dann blickte sie hinauf in den Himmel, lächelte verträumt und vergaß endgültig den Schmerz der letzten Stunden. Nun hatte sie ihn zurück, ihren besten und liebsten Freund, ihren Rüden, den sie liebte und dem sie dies nun auch noch sagen wollte. Ihr Blick fiel zurück in seine hellen und warmen Augen, der Blick war so eindeutig für sie, wo er doch anderen Wölfen vollkommen fremd erscheinen würde. Sie lächelte ihn an, so, wie es die weiße Fähe lange nicht mehr getan hatte. Die Pfote mit der Wunde zitterte nun etwas, es würde zurück heilen, nun würde sie den Schmerz nicht mehr spüren müssen, es war alles in Ordnung. All die Sorgen waren umsonst gewesen. Und Toráns warme Worte bestärkten dies noch mal.

„Mich…schützen…?“

Lotus dachte über diese Worte nach, war es wirklich möglich, dass ihre geliebte Schwester Akarúi – ihre beste Freundin und Seelenverwandte – sie nur schützen wollte. Gab es Dinge, die Lotus hätten zustoßen können, wenn die Weiße nicht ihre Familie bekommen hätte? Hätte sie sich dann in dem Rudel verirren können, sich selbst nicht mehr finden können? Es schien ihr immer klarer zu werden. Wo Akarúi ihre Zeit der Familie gewidmet hatte, hatte Lotus gelernt, allein zu sein, sich selbst kennen zu lernen und sich nicht mehr auf andere zu verlassen. Es hatte sie ein Stück Erwachsen gemacht, Torán hatte Recht, Akarúi hatte sie geschützt, ihr geholfen und erst jetzt bemerkte sie dies. War sie denn so naiv gewesen? Lotus schüttelte sanft ihr Haupt und lächelte.

„Ja, du hast Recht, ich habe begriffen, worum es ging.“

Und auch, dass ihr Glück von ganz allein kommen würde, wenn sie die Suche beendete, war bereits eingetroffen. Sie hatte gesucht, lange, hatte ihre Schwester im Geiste gefunden und weiter gesucht nach einer Liebe, nach einem Gefühl. Sie hatte nichts gefunden und dann, wo sie allein war und alles aufgegeben hatte, nie mehr gesucht hatte und es auch nicht mehr tun wollte, da war plötzlich Torán zu ihr gekommen und Lotus spürte es, dass ihre Suche damit auch ein Ende gefunden hatte. Sie hatte diesen wundervollen Rüden zurück, den sie damals so blind wie sie war abgewiesen hatte, sie bereute es und nun hatte sie alles eingesehen. Nun konnte sie es besser machen und das wollte sie auch. Mit einem müden Lächeln, aber einer großen Bedeutung für Torán sah sie zu ihm, wie konnte sie ihm sagen, was sie fühlte, was sie dachte? Wusste sie denn so genau, was in ihm vorging? Sie ahnte es, es bestätigte sich doch eigentlich auch irgendwo, aber trotzdem blieb nun diese eine gewisse Unsicherheit da, die wohl jeder für einige Sekunden spüren würde, wenn er eine große Entscheidung zu treffen hatte. Sie kannte dieses Gefühl genauso gut. Sie, die Blume, Lotus. Die weiße Fähe erhob sich, schritt langsam und etwas humpelt die wenigen Schritte auf Torán zu und senkte ihren Kopf so, dass sie ihm in die Augen sehen konnte. In ihrem Blick lag etwas liebevolles, etwas warmes. Dinge, die sie bei Torán auch sehen konnte, auch wenn er sie niemals wirklich zeigen wollte. Dennoch, sie spürte und sah es, denn sie kannte ihn, sie war bei ihm und er bei ihr. Langsam legte Lotus sich auf den Rücken vor ihm hin, ihre Pfoten hingen in der Luft und mit einer strich sie sanft und kontrolliert über seine Schnauze, ihre Augen beobachteten Wachsam seine Schnauze, sie wollte jede Bewegung sehen. Dann aber legte sie sich auf die Seite, ihre Vorderpfoten zur linken von Torán, ihre Hinterpfoten und die Rute zur rechten von Torán. Sie hatte ihn umschlossen, ihr Körper lag auf seinen Vorderpfoten, wärmten sie und ihr Kopf drehte sich etwas zu seinem Gesicht.

„Torán…du hast Recht, meine Suche hat ihr Ziel erreicht. Du bist hier, Du bist mein Ziel.“

Sie schloss die Augen, atmete durch und flüsterte dann zärtlich zu ihm:

„Ich liebe Dich…“

Ihr Blick galt nur ihm, er würde sie verstehen, es spüren, ihre Liebe, ihre Wärme. Sie war da und er ebenso…


07.03.2007 18:45




Seal


Der weisse Rüde spürte einen kleinen Schubser an seinen Vorderläufen, liess seinen warmen, silbrigen Blick nach unten schweifen, und staunte nicht schlecht, als da ein Wollknäuel auf den Hinterbeinen stand und sich an ihm abstützte. Er schaute den Kleinen mit seinen sanften Augen an, sodass sich der Welpe darin spiegelte. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn sein wuscheliges Gegenüber dieselbe Reaktion zeigte wie Jeanne, die, wie sie mit ihm umsprang, niemand anderes als seine Mutter sein musste. Sein Herz machte einen kleinen Hüpfer, und doch schlich sich ein leichtes Gefühl der Traurigkeit in ihn. Er war Grossvater geworden und hatte es nicht einmal mitbekommen. Das Tierchen war kaum ein paar Monate alt, und in ihm floss Jeannes Blut. Seals Blut. Shalinas Blut... Doch war er überhaupt von ihr? Er war viel zu dunkel, da musste sein Vater schon pechschwarz sein, denn in seiner eigenen Familie waren alle schneeweiss, höchstens ein bisschen cremefarben, wenn man Pech hatte. Dieses Pech hatte Seal, wie war es auch anders zu erwarten? Naja ok, das war jetzt ein wenig übertrieben, aber auf der Jagd war schneeweiss schon vorteilhafter. Egal. Es war Zeit, ein kleines Spielchen zu spielen. Jeanne würde sicher verstehen und sich freudig daran beteiligen.

„Was tust du denn, Kleiner, wenn ich Folgendes mache?“,

fragte er den Welpen, und ohne den Blick von ihm zu nehmen, legte sie seine Rute um die Jeannes und er schmiegte sich eng an seine Tochter. Es machte ihm sichtlich Freude, seine Tochter ‚anzumachen’, wie das Junge es genannt hatte. Seal setzte ein überlegenes Grinsen auf und liess seine Augen kurz blitzen. Er sollte wissen, mit wem er es zu tun hatte.
Seal genoss es doch jedes mal aufs Neue, ihren Namen auszusprechen, nun mehr denn je, wenn er auch endlich eine Antwort bekam, und nicht in die Luft sprechen zu müssen. Er hatte auf seiner Reise viele Selbstgespräche geführt, oft auch mit Jeanne oder Shalina gesprochen, als stünden sie an seiner Seite. Ständig versuchte Seal, seiner ehemaligen Partnerin, ja Geliebten, zu verzeihen, doch selbst wenn sie ihn um Verzeihung angebettelt hätte, vor ihm hingelegen wäre und geweint hätte... Er konnte es nicht. Warum, wusste wohl nur das Schicksal.

Gehört der Flauschhaufen da unten dir?“,

wisperte er in Jeannes Ohr, ohne seine Lefzen gross zu bewegen, damit der Kleine nichts mitbekam. Auf diese Reaktion war er nun wirklich gespannt, heimlich in sich hineinlachend. Den Kontakt zu anderen Wölfen hatte er so vermisst...


11.03.2007 19:23





Wryker Shízant


Der Rüde lauschte. Und nach einer kurzen Weile klang eine kraftvolle Antwort an seine Ohren, die sich ein wenig eingeschüchtert anlegten. Aber er war willkommen. Mit vorsichtigen Schritten machte sich Wryker Shízant zu dem Platz, an dem die Alphafähe stehen musste, auf. Und dieser war nicht weit weg. Er erblickte eine silbergraue, recht große Fähe und beim Näherkommen konnte er eisblaue, geduldig dreinblickende Augen erkennen. Respektvoll näherte er sich der Fähe, ein schüchternes Lächeln zuckte über seine Lefzen. Er war sich sicher, dass sie die Alphafähe war, aber als neben ihr eine nicht minder respektabverlangende Fähe auftauchte war er sich nicht mehr ganz so sicher. Die schwarze Wölfin verhielt sich ranggleich. War sie nun Altra oder Alpha oder. waren es zwei Alphafähen? Er musterte die beiden kurz unauffällig, Geschwister waren sie jedenfalls nicht, da weder Aussehen noch Geruch darauf deuteten. Da die Silberne aber zuerst dagewesen war wandte er sich auch an sie. Die zitronengelben Augen funkelten ihr matt entgegen:

"Mein Name ist Wryker Shízant und ich glaube Ihr habt mich zu Euch gerufen."

Kurz sah er wieder die Schwarze an, versuchte sich dann aber auf das freundliche Gesicht der anderen zu konzentrieren. Alles schien hier sehr ruhig und freundlich, es war keiner aggressiv. Ob das Rudel wohl keine Welpen hatte? Oder dieses waren so gut behütetet, dass sich keiner Sorgen um sie machte. Was für ein fataler Trugschluss das sein konnte, wusste Wryker nur zu gut, aber es ging ihn nichts an, was mit den Welpen hier geschah. Noch war er nichts als ein Wanderer. Aber er wollte es nicht unbedingt bleiben. Vielleicht fand er hier sein Glück. Glück in Gesellschaft und Freunden. Denn davon schien es hier ja genug zu geben.


11.03.2007 19:59




Teyrm


Spielerisch begabt wie der aschfarbende Welpe doch war, achtete er kaum auf den anderen Wolf, frech und gewitzt traktierte er weiterhin Jeanne. Wie ein Wirbelwind tänzelte er immer wieder um sie herum, zischte unter ihrem Körper hindurch, kniff ihr in Läufe und Rute, verbiss sich in Fell, zertte und zog wie verrückt. Er konnte dieses Spiel noch Stunden durchhalten, genug Energie hatte er dafür. Zumindest fühlte er sich im Moment so. Grinsend hielt er einen Moment inne und blick zu Tobie, der ihm gefolgt war und sich nun mit dem fremden weißen Wolf befasste. Wer war das eigentlich? Leicht fragend musterte er den Fremden und auch Toboe, der gar nicht so begeistert von ihm zu sein schien. Hechelnd beobachtete er, wie der Graue sich gegen die Brust des älteren Weißen stemmte und einige Worte spracht, dies nutze jedoch auch Jeanne aus um mit ihm zu sprechen. Den Blick aus den hellen Augen wieder zu der weißen Jotawölfin richtend, trat er einige Schritte näher, ruhiger, jedoch nicht minder frech. Sein Ausdruck schien fast schon gehässig, ihm machte dies alles hier eine Menge spaß.

"Ach? Ist das so?"

meinte er mit einem tückischen Grinsen auf den Lefzen und im nächsten Moment sprang er Jeanne erneut an die Rute, und verbiss sich in dem dichten weißen Fell. So war der Rebell nun halt. Immer auf Trab, nicht zu fassen, wie ein Sturm in einer doch so tristen Welt, ihm machte das alles einfach nur großes Spaß. Seine Ohren zuckten, als er die Worte des Rüden hörte. Mit einem Satz sprang er zurück und blicte verwirrt den Weißen an, der doch tatsächlich Jeanne anmachte! Ey, der war doch wie Tobie gesagt hatte, viel zu alt für die Junge Jotawölfin unjd zudem hatte sie doch Denlay. So eine war Jeanne also? Echt jetzt, das hatte er nicht von der weißen Fähe gedacht, dass sie so einfach mit jemand anderes anbendeln würde. Protestierend stemmte der junge Rüde die Pfoten gegen den Boden. Was sollte er denn jetzt nur machen? Das konnte er doch wohl nicht durchgehen lassen! Ohne weiter nachzudenken setzte er an und sprang der Jotafähe schlicht auf den Rücken. Kurz drückte er die Pfoten in das weiße Fell um nicht herunter zu fallen, doch es dauerte nicht lange bis der aschfarbene Welpe sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte und zielsicher zu dem weißen Rüden hinüber. Schaukelnd auf dem Rücken der Weißen, doch sicher genug um nicht herunter zu kullern. Er war ja nicht Toboe.
Einen Moment lang musterte er den fremden Weißen. Nun gut, er hatte es ja nicht anders gewollt, es schien ja nicht anders zu gehen, der Fremde wollte es ja unbedingt darauf anlegen. Er würde schon früh genug wissen wem er hier gegenüber stand. Und zwar Teyrm, Sohn der Coniugos. Und zukünftiger oder vielleicht auch schon Nachwuchsstresser des Rudels. Und dieser Fremdling hier, würde jetzt die volle Packung abbekommen. Vorsichtig hob er die rechte Pfote an und zog dem Fremden blitzschnell mit der Pfote eines über den Kopf, die Pfote schnell wieder auf Jeanne's Rücken abstellend, um nicht das besagte Gleichgewicht zu verlieren. Böse sah er den Weißen an, dann setzte er die Pfoten auf seinen Rücken und sprang auf diesen, nun die Pfoten auf seinen Kopf setzend.

"Du hast es ja nicht anders gewollt..."

knurrte er so gut er konnte, und ließ sich von seinem Rücken hinunter kullern, wobei er hart auf den Boden aufkam. Es dauerte einen Sekundenbruchteil bis er wieder zur kompletten Besinnung kam, doch es war ja eh alles nur geplant und nun kam der zweite teil seines Planes. Echt, dieser Weiße würde schon sehen, damit rechnete er ganz bestimmt nicht. Der Aschgraue grinste einen Moment, dann brach er in ein mitleiderregendes jammern und jaulen aus, welches über den ganzen Rudelplatz schallte.

"Mamaaaaa, Papaaaa, hier ist ein Fremder Rüde der Toboe und mich töten will. HILFEEE! Bitte...."


11.03.2007 22:07




Jeanne


Mit einem wartenden Lächeln musterten die Ozean blauen Augen des kleinen schwarzen Rüden, der wie besessen unter dem Körper Jeanne’s hin und her huschte. Eigentlich war er ja ganz putzig, er war wohl der aufgeweckteste Welpe den sie kannte. Sie störte es nicht, das er sie immer wieder zwickte und an ihrem Fell zog, die verließ sich ganz darauf, das jeder Welpe ein mal müde wurde, auch wenn es bei diesen beiden wohl etwas länger dauern konnte. Leicht schwenkte sie die Rute zur Seite, als der Schwarze erneut zum Angriff ausholte. Noch immer lächelnd schüttelte sie leicht den Kopf. Dieser Welpe war wirklich aufgedreht, von wem er das hatte war wieder etwas anderes, weder Adali noch Yosó waren so wie er, sie waren eher still und nicht so verrückt wie ihr Sohn. Leicht neigte sie den Kopf in die Richtung des Grauen, bei ihm war es allerdings das Gleiche, oder? Auch hier waren beide Elternteile nicht so aufgedreht wie Toboe, weder Kiba noch Silence hatten diesen Charakterzug. Mit leicht zuckenden Ohren hob die Weiße den Kopf, musste bei der Geste ihres Vaters grinsen. Locker lehnte sie ihren Kopf an seinen, richtete den Blick unmerklich auf Toboe, dem dieses Schauspiel wohl eher weniger gefallen würde. Leicht schüttelte sie den Kopf bei den Worten Seal’s.

“Das wäre ja noch schöner! Nein, dass sind Toboe und Teyrm, der eine ist der Sohn der Coniugo’s und der Andere gehört zu dem Alpha Paar. Es ist nur mein Job auf die Welpen aufzupassen, ich bin die Jota dieses Rudels.“

Wenn das aufpassen bei diesen beiden überhaupt möglich war... Und doch faszinierten sie diese beiden Welpen, strahlten sie doch die pure Lebensfreude aus, sie waren immer gut drauf und dachten nicht daran, überhaupt mal eine Verschnauf Pause zu machen. Ruckartig riß sie den Kopf nach Hinten, musterte mit leicht zur Seite geneigtem Haupt den schwarzen Rüden auf ihrem Rücken. Was bitte sollte das nun werden? Irgendwie ahnte Jeanne was nun folgen würde, auch wenn sie es nicht in diesem Ausmaß vermutete. Seufzend drehte sie den Kopf wieder zu Seal, schaute ihn mit einem Ausdruck in den Augen an, der sagte er solle diese beiden Racker nicht ernst nehmen. Genau im selben Moment, in dem sie den Schwarzen von ihrem Rücken setzen wollte, war dieser einen Wolf weiter gewandert, saß nun auf dem Rücken ihres Vaters. Kopf schüttelnd versuchte sie den Nacken Teyrm‘s zu erwischen, um ihn von weiterem Unsinn abzuhalten. Doch erneut war die Fähe zu langsam, konnte gerade noch einen kurzen Druck an ihrer Schnauze spüren und einen dumpfen Aufschlag vernehmen. Noch hielt sich ihre Geduld in Maßen, eigentlich war der Schwarze zu weit gegangen und doch blieb Jeanne gelassen, neigte den Kopf in die Richtung des Welpen.

“Sag mal Teyrm...“

Mit einem Mal wurde sie unterbrochen, von einem fast Ohren betäubendem Geheul. Nun ging er wirklich zu weit! Sie musste einen kurzen Schritt zur Seite gehen, um den Schwarzen gut genug sehen zu können.

“Hör mir mal zu! Du übertreibst, Teyrm! Das ist mein Vater, klar? Er wird weder dir noch Toboe etwas antun!“

Trotz dessen das ihre klare Stimme nun etwas lauter war, schwang trotzdem Ruhe mit. Was brachte es, den jungen Rüden an zu maulen? Viel eher würde man wohl so weiter kommen. Seufzend schloß die Weiße kurz die Augen. Es war erst so früh, und diese beiden Welpen machten schon so viel Chaos. Und noch immer war keine Spur von Danley... Wo der grau braune wohl blieb...?


12.03.2007 18:39




Toboe Tear


Ein böser Blick galt dem weißen Rüden, der noch immer den kleinen Grauen vor sich hatte, dieser versuchte zumindestens böse zu gucken, auch wenn ihm dies wohl eher nicht gelang. Wie konnte dieser alte Knacker es wagen die Weiße anzumachen? Ein leises Grummeln, oder eher der Versuch zu knurren, war von dem kleinen Grauen zu vernehmen. Die blauen Augen wichen nicht einen Moment von dem Weißen, nicht mal ein Ohr zuckte. Auch bei dem fast schon prüfendem Blick des Rüden machte Toboe keine Anstalten, sich zu bewegen oder gar die Pfoten von dem für ihn großen Rüden zu nehmen. Er würde wohl erst von ihm ablassen, wenn er seinen Hintern von der Weißen weg bewegte und das Weite suchte. Und dann folgte ein Schock fürs Leben für den jungen Rüden. Nun war es wirklich kein Spaß mehr, der Rüde baggerte sichtlich die weiße Jota Fähe an, schien dabei ziemlichen Spaß zu haben. Toboe achtete nicht auf Jeanne‘ Reaktion, er vergrub ohne zu warten die noch kleinen Zähne im Fell des Weißen, versuchte fieberhaft das Fleisch zu erwischen, was jedoch für das junge Gebiss unmöglich schien. Wie konnte er es wagen? Protestierend machte der Rüde einen Satz zurück, hob stolz den Kopf um sich etwas größer zu machen. Größmäulig streckte er den Kopf hoch, musterte mit einem versucht bösen Blick den Rüden zu beobachten.

“Ey du alter Knacker! Pass auf was du machst! Mein Papa ist der größte und stärkste Wolf im ganzen Land! Der wird nicht so gnadig sein wie ich!“

Ob der Weiße wohl diese Lüge durchschaute? Wahrscheinlich, aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert! Aber prompt drehte der Rüde den Kopf in die Richtung Jeanne’s, schien ihr irgendetwas zu sagen. Eingeschnappt schnaufte Toboe, drehte leicht den Kopf zur Seite und konnte gerade noch Teyrm’s Körper auf Jeanne’s Rücken verschwinden sehen. Neugierig duckte er sich etwas, versuchte einen Blick zu erhaschen, jedoch ohne Erfolg, was wieder dazu führte, dass er sich dem Rüden und Jeanne zuwandte. Leicht verwirrt neigte er den Kopf zur Seite, als er Teyrm von Jeanne’s auf den Rücken des Weißen wandern sah. Was wurde das nun schon wieder, was plante der Schwarze diesmal? Kurze Momente nach dem Toboe endlich begriffen hatte, das dies eine Art Verschwörung gegen den weißen war, wurde seine Denk Phase von einem dumpfen Geräusch unterbrochen. Perplex richtete er den Blick der blauen Augen auf den Schwarzen, der plumpsend vom Rücken des Weißen heruntergefallen war. Mit einigen Sätzen war er bei dem Schwarzen, wollte ihn anstubsen, um zu überprüfen, wie es ihm ging, als der Rüde urplötzlich anfing los zu schreiben.

“Was zum...?“

Tock, tock, tock... Man hörte förmlich wie jeder Grosche einzeln fiel, wie Toboe es nun endlich raffte, das der Schwarze dieses ganze Theater geplant hatte. Kurz schaute er sich um, drehte den Kopf fast schon mit einem hinter listigen Grinsen zu dem Weißen um. Da hatte er nun den Salat. Kurz räusperte sich der Rüde, ehe er sich auf die Hinterläufe sinken ließ und den Kopf leicht senkte. Ein jammernes Wimmern und Jaulen war nun von beiden Welpen zu vernehmen, auch wenn Teyrm’s Jaulen mehr Sinn besaß als Toboe’s. Unaufhörlich jaulte der Graue vor sich hin, in der Hoffnung, jemand würde kommen und diesen Knacker verjagen!


13.03.2007 22:03




Kiba Telay


Beschließend, dass sie lieber nicht mehr darüber nachdachte, was sie alles noch zutun hatte, nahm Kiba Telay plötzlich die Stimme ihrer Freundin neben sich wahr. Ihr dankend zulächelnd stubste die Graue Adali vertraut an die Schnauze und wandte dann den Kopf wieder voran. Der leichte Wind, der ihr von vorne in das Gesicht blies tat so gut. Was machte sie sich eigentlich so einen Kopf? Der Tag war doch wunderschön! Die Sonne schien, es war nicht zu heiß und nicht zu kalt, es kribbelte in ihren Pfoten. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und wie eine junge Wölfin herum getollt. Aber das ging jetzt natürlich nicht. Dennoch war es ihr bestimmt später gestattet. Immerhin, sie war Mutter, da durfte sie sich doch ein kleines Spielchen erlauben, zusammen mit ihren Welpen? Silence Tear, Adali, Yosó und den Rest konnte sie so vielleicht ja auch anstecken. Zufrieden grinsend lehnte die große Wölfin ihren Kopf etwas zurück und sah einem fremden Wolf entgegen. Ein Rüde, also musste dies Wryker Shízant sein. Sie hatte Recht, genau so stellte er sich vor, als er vor ihnen angekommen war.

Willkommen bei den Tears of Destiny, Wryker Shízant. Ich bin Kiba Telay, die Leitwölfin dieses friedlichen Haufens. Das hier neben mir ist Adali Shiney, meine gute Freundin und Vertreterin.“

Sie deutete mit der schmalen Schnauze auf die schwarze Wölfin neben sich. Langsam wurde es schwierig Worte zu finden, sie kam sich dämlich dabei vor immer die Selben zu wiederholen. Aber noch bevor sie etwas weiteres hätte sagen können, scholl ein jämmerliches Gejaule über den Platz, welches sie sofort Teyrm zuordnen konnte. Erschrocken wandte Kiba den Kopf zurück, suchte hastig nach dem aschfarbenen Welpen, da brach noch eine zweite Stimme in das Geheule mit ein. Toboe! Kiba Telay war inzwischen aufgesprungen und hatte beide bei ihrer Jota Jeanne und einem fremden Rüden entdeckt. Was sollte das denn nun wieder? Das konnte doch nur einer ihrer blöden, zu weit gehenden Scherze sein, da weder der fremde Weiße und erst recht nicht Jeanne gefährlich aussahen. Ein entnervtes Grollen entwich der Kehle der Silbergrauen und sie wandte sich wieder Wryker zu.

Entschuldigt bitte, ich muss kurz nachschauen, was da nun wieder los ist. Adali? Könntest du dich solange um Wryker Shízant kümmern?“

Adali einen bittenden Blick schenkend, trabte die Requistin auch schon los, mit schnellen Schritten auf die jammernde Meute zu. Ihr eisblauer Blick war nun schon nicht mehr ganz so freundlich, aber das änderte nichts an ihrer Geduld. Bei den zwei Weißen und den Welpen angekommen blieb Kiba Telay im Gras stehen, den Kopf stolz erhoben und die Pfoten fest auf dem Boden. Das dieser weiße Fremde so dicht neben Jeanne saß verwunderte sie doch etwas. Wo war überhaupt Danley Lanés hin? Umschauen konnte und wollte sie sich jetzt aber nicht. Es gab sicherlich für alles eine Erklärung. Streng richteten sich die hellen Augen auf Teyrm und Toboe.

Hey ihr zwei! Seid mal still und dann sage mir bitte einer, was hier los ist!“,


sagte sie laut und deutlich, aber noch mit einer gewissen Ruhe in der Stimme. Sie fürchtete keinen Angriff von dem Fremdling, Erstens waren lauter Wölfe um sie herum, die sofort aufspringen und eingreifen würden und Zweitens sah der Alte einfach nicht danach aus, als wolle er Teyrm und Toboe gleich auffressen, oder sowas. Kiba unterdrückte einen Seufzer und blickte dann Jeanne fordernd an. Sie wollte eine Antwort, egal von wem.


18.03.2007 14:34




Silence Tear


Stumm verharrte der Schwarze, die blauen Augen ruhig auf den graubraunen Rüden gerichtet. Er wusste nicht genau was mit seiner Tochter geschehen war, doch wusste er, dass er diesem Rüden hier vor sich nicht die Schuld geben durfte. Denn so wie sich Danley Lanés jetzt gab, gab sich kein Mörder oder ähnliches, nicht einmal ein guter Schauspieler vermochte dies. Seine Ohren zuckten, als der Jotarüde die Stimme an ihn wandte, vollkommen geschockt und überrumpelt seinen Namen ausstieß. Es war sodnerbar ihn so zu sehen und Silence Tear wünschte sich ein wenig nie wieder einen Wolf so vor sich liegen zu sehen. Währnd Danley in alzu verängstigter und verwirrter Demutshaltung vor ihm kauerte und eine vollkommen ehrliche aber ängstliche Entschuldigung redete. Er wusste doch das der Graubraune es nicht extra gemacht hatte, er wusste es und doch waren ihm diese Worte recht. So war es wenigstens öffentlich und nicht irgendiwe in Gedanken. Die stahlblauen Augen verharrten Sekunden vielleicht sogar auch Minuten auf dem Jota ohne das der Wolf eine Regung zeigte.Was sollte er auch groß sagen? Es genügte ihm in diesem Moment einfach nur seinen Erinnerungen nachzugehen, einfach nur irgendwo anders zu sein, mit den Gedanken bei seiner kleinen Tochter. Talvi, die Kleine war immer aufgeweckt gewesen, nicht so aufgeweckt wie seine Söhne aber auch nicht gerade so wie Shijarú. Sie war eine hübsche kleine Wölfin gewesen, wäre sicherlich zu einer stolzen, schönen Fäge geworden. Trauer erschien in seinen Augen, doch nicht alzu deutliche, er trauerte, blutete in seinem Inneren, doch nach Aussen hin, hatte er immer noch die Gewohnheit, Emotionen für einen Großteil zu überdecken.
Ohne auf den jungen Rüden zu achten der immer noch vor ihm kauerte, trat Silence Tear an die Klippe heran, die seiner kleinen Tochter das Leben gekostet hatte. Es war vollkommen klar das der Jota keine Schuld trug. Er hatte genauso wie er selbst zu spät das verschwinden des Welpens bemerkt, dass gesamte Rudel hatte es nicht bemerkt. Seine Vorderpfoten berührten sanft den Rand der Klippe, der Kopf des Rüden senkte sich etwas, stumm blickte er hinuntern. Hinunter in die Schlucht in der er seine kleine Tochter gerade noch so erkennen konnte. Es hatte keinen Sinn mehr hinunter zu steigen, einen solchen Sturz hätte sie nie im Leben überleben können. Seine Krallen kratzen leicht auf dem rauhen Gestein. Es war eine verdammt bescheuerte Ironie des Schicksals ein so junges Geschöpf sterben zu lassen. Ein völlig unschuldiges Geschöpf. Gab es denn nicht genug anfdere Wölfe die den Tod verdient hätten? In Gedanken schüttelte er leicht den Kopf. das war das Denken eines Dummkopfes, niemand hatte den Tod wirklich verdient, selbst bei Mördern gab es immer jemanden oder etwas das sie zum Mörder machte. Doch wer sagte schon das er kein Dummkopf war? Wieso sollte man in so einer Situation nicht die Gedanken eines Dummkopfes haben? Es verbot ihm keiner, wieso also solche Gedanken? Warum musste sie sterben wenn jene die es verdient hatten weiterleben durften? Starben diese nur wenn man Selbstjustiz nahm? Das war doch auch nicht richtig. Verdammt, was war in dieser Welt noch richtig oder falsch? Es war ein denken für Narren und Dummköpfe, es war halt einfach so, nichts weiter. Den Blick aus den stahlblauen Seelentoren nahm der Rüde stumm Abschied von seiner Tochter. Er würde sie nicht aus der Kluft herausholen, es wäre viel zu gefährlich für jeden Wolf, wahrscheinlich würde man selbst nur in die Tiefe stürzen. Für einen Moment schlossen sich seine Augen und er ließ die nebelige Dunkelheit auf sich einwirken. Es war als würde er seine kleine Tochter vor sich sehen, doch es wäre dumm gewesen diesem Trugbild glauben zu schenken.

.oO(Wir sehen uns im nächsten Leben Talvi... vergiss uns nicht, wie auch wir dich niemals vergessen...)Oo.

Ohne weiter in die Kluft zu blicken drehte sich der Schwarze um und wandte den Blick wieder dem verängstigen Jotarüden zu. Stumm senkte er den Kopf etwas zu ihm und schob seine Schnauze unter seinen Kopf, ehe er ihn leicht hochdrückte. Er hoffte den Rüden so ein wenig zur Vernunft zu bekommen. Sich wieder zu voller größe aufrichtend blickte er den Graubraunen an.

"Komm Danley, es wird Zeit wieder zu den anderen zurück zu gehn, wir werden sicherlich schon vermisst..."

sprach er mit ruhiger Stimme zu dem Rüden. Er wusste nicht ob er im stande war allein aufzustehen. Vorsichtig packte er den Jotarüden am Nacken und zog ihn auf seine Pfoten, darauf hoffend das er von selbst stehen blieb. Er wusste das dies Schnmerzen konnte oder wahrscheinlcih sogar würde, doch vielleicht war es genau das was den Rüden wieder zur Besinnung bringen würde. Er sollte einfach kein lebendes Wrack bleiben.


18.03.2007 15:56




Adali


Ein sanftes Lächeln breitete sich auf den Lefzen der Schwarzen aus, als ihre Freundin sie berührte. Ihre Freundin...Ja, sie hatte hier Freunde gefunden, eine Familie. Es war wie ein Traum, ein wundervoller Traum, aus dem sie nie mehr aufwachen wollte. Sachte, kaum wahrnehmbar berührte sie Kiba am Fang, als diese sich auch schon wieder abwandte. Ein Rüde war zu den beiden Fähen getreten, der sich ihnen als Wryker Shízant vorstellte. Mit wachsamen doch freundlichem Blick betrachtete die Nachtflamme den Fremden und lauschte schweigend den Worten der Alpha. Schweigend genoss sie den angenehmen Wind in ihrem Gesicht und konnte aus dem Augenwinkel sehen, das Kiba es ihr wohl gleich tat. Es war wirklich ein schöner Tag. Sachte schwenkte ihre Rute von der einen auf die andere Seite, als ihre empfindlichen Ohren lautes Rufen vernahm. Sie brauchte sich nicht um zu drehen, um zu wissen, das einer ihrer beiden Söhne der Unruhestifter war. Das war bloß typisch für den Aschfarbenen. Leise seufzte sie. Was hatte ihr Söhnchen denn jetzt schon wieder angestellt? Gerade wollte sie den Fang öffnen, sich bei der Grauen und bei dem Fremden entschuldigen um nach dem rechten zu sehen und zudem ihren Sohn zur Ordnung zu Rufen, als Kiba mal eben beschloss, das ganze in die Hand zu nehmen. Einerseits steckte wohl auch einer ihrer Söhne mit im Schlamassel, denn da wo Teyrm war, war auch Toboe, der Sohn Kibas, nicht weit. Ihr rechtes Ohr schnippte leicht. Die beiden Lausebengel hatte außer Unfug echt nichts anderes im Kopf. Ihrer grauen Freundin nur zu nickend wandte sie sich von dem Tumult ab und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Neuankömmling.

"Auch von mir Willkommen. Entschuldigt bitte den Tumult, aber wie Welpen nun mal so sind, können sie nicht still halten."

Ein warmes, entschuldigendes Lächeln lag auf ihren Lefzen, ehe sie kurz den Blick abwandte. Es wäre bestimmt unangenehm immerzu angestarrt zu werden, also nutzte sie die Chance zu ihrer kleinen Familie zu sehen, bei der wohl noch alles in Ordnung war. Zufrieden wandte sie sich an Wryker Shízant zu.

"Habt Ihr Fragen an mich oder kann ich sonst irgendwie behilflich sein?"


19.03.2007 21:10




Sheyna Ayáru


Verstört hockte die kleine Braune bei ihrem Vater. Sie spürte seine Wärme, die ihr gut tat, aber dann auch wieder ins schier unermessliche verletzte. Warum? Sie verstand es nicht, bekam es nicht in ihren kleinen Kopf rein. Sie... sie war doch ein Monstern, warum hatte ihr Vater sie dann so lieb? Seinen Worten lauschend merkte sie, wie ein seltsames Gefühl in ihr wuchs und wuchs, wie eine Pflanze und schließlich doch aus ihr heraus brach. Mit einem leisen Kehllaut warf sie sich regelrecht an das weiche Kehlfell ihres Vaters. Eng an den warme Körper geschmiegt vergrub sie die Schnauze in dem seidigen Fell. Sie sehnte sich nach seiner Geborgenheit, nach Nähe, den die Kleine brauchte. Sie, die Kleine, Zerbrechliche. Sie, das Monster. Dennoch war sie umfangen von unendlicher Liebe und Zuneigung. Sie war so unvollkommen, wie man bloß sein konnte, trotzdem. Trotz allem würde sie geliebt. Da konnte doch etwas absolut nicht stimmen, aber es war wahr. Sie konnte es tief in ihrem Herzen spüren. Den zierlichen Körper an Yosó gelehnt rollte sie sich ein, genoss die Nähe, die Wärme.

"Nein, Papa. Ich will nicht weg, ich hab dich, Mama und meine Geschwister doch alle so lieb.. "

.oO(Aber habt ihr mich auch lieb? Mich ,ein hässliches Monster?)Oo.


19.03.2007 22:21

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
28.08.2010 22:37
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Beitritt

23.07.2005

Seite 7




Ténshi Kurái


Noch vor einer Millisekunde hatte Ténshi Kurái auf seiner Schwester gelegen, mit der Rute wild hin und her geschlagen und ihr hübsches Gesicht abgeschleckt, als er plötzlich ein Zerren, einen Schlag an der Seite verspürte, so kräftig, dass er den Grauen mit sich riss und zu Boden warf, gefolgt von einem stechenden Schmerz in der Schulter. Er fuhr herum und blickte ins Gesicht des grauen Hünen, der eben noch neben Akarúi gelegen hatte. Wie schön, er war offensichtlich eifersüchtig geworden, die Falle des schwarzen Engels hatte zugeschnappt. Er lachte innerlich finster auf; es war an der Zeit, seinen Plan umzusetzen. Er wollte seine Schwester nur für sich, einen anderen Rüden an ihrer Seite konnte er nicht zulassen. Warum es ihn so zu seiner Blutsverwandten zog? Nun, er sah es als Grundbedürfnis an, einer Familie anzugehören, und das konnte er nur erreichen, wenn seine Schwester mit ihm gehen würde. Kaum hatte er das Revier betreten, wusste er, dass er nicht hierhin gehörte und schon gar nicht gehören wollte, das war nichts für ihn, das Rudel zu glücklich, zu gross, um eine einzige Familie darzustellen. Unrealistisch.
Umso realer wurde nun aber der Schmerz in seiner Schulter, obwohl der Rüde längst von ihm abgelassen hatte. Es stand völlig ausser Frage, warum er Ténshi angegriffen hatte. Er wollte den Macho raushängen, vielleicht auch Aka beschützen, obwohl es klar gewesen sein musste, dass Ténshi ihr nie etwas getan hätte. Nein, es waren seine Worte, die den Hünen so in Rage versetzten. Die Kontrolle hatte er dabei nicht verloren, der Biss war zu gezielt. Doch wen störte es? Er hatte sein Ziel erreicht, Punkt. Doch was sollte er jetzt tun? So weit hatte er nicht überlegen wollen, falls sein Plan schief gelaufen wäre. Sollte er sich in seiner Panik verteidigen? Nein, nein... Eine falsche Bewegung hätte den Tod des Engels bedeuten können. Wie er es doch liebte, so mit dem Tod zu spielen. Doch schlussendlich hatte er selbst unter Kontrolle, wann er sterben würde. Suizid? Ermordet? Ein Unfall? Alles blieb ihm offen. Und genau dies war wieder eine dieser Situationen, in der er den Tod gewinnen lassen könnte. Doch es war zu früh, auch wenn es Ténshi anders lieber gewesen wäre. So blieb ihm wohl kaum etwas Anderes übrig, als sich dem Rüden zu unterwerfen, sich seiner Macht hinzugeben, den Schwanz einzuziehen und einen kleinen Aufheuler aus seiner Schnauze zu stossen. Und genau das tat er auch, machtlos, wie er doch schien, ohne eine Bewegung blieb er auf dem Boden liegen und kniff ängstlich die Augen zusammen. Er war doch noch so jung, er wusste gar nicht, wie er sich verteidigen sollte. Doch tun wollte er sonst gar nichts, er wartete auf die Reaktion seiner Schwester, die Zuschauerin des Spektakels war und nun hoffentlich etwas gegen den so unnötigen Angriff unternehmen würde. Er, ihr Bruder, hatte diesen Angriff für sie erlitten, und würde sie nichts tun, wäre sie für den schwarzen Engel gestorben.


25.03.2007 16:57




Saiyán Tendes


Sayan Nour war das ganze eindeutig zu viel Trubel. All diese schreienden und herum rennenden Wölfe, ein einziges Pack von nervtötenden Wesen, die nichts anderes zu tun hatten, als ihm mit ihrer Anwesenheit auf die Nerven zu fallen. Verdammt, war das denn so schwierig, ihn einfach in Ruhe zu lassen? Und … na klasse, da tauchte jetzt auch noch dieser absolut bescheuerte Aidan auf mit einem Idiotengrinsen, das wohl wirklich nur er hinbekommen konnte. Für seine Worte hätte Sayan ihm am liebsten den Kopf abgerissen, es ging ihn einen Scheißdreck an, wo er hinging und ob er dabei die Augen offen hatte oder geschlossen ließ war nun wirklich sein eigenes Problem. Und abgesehen davon wollte ihn sowieso niemand bei ihrem „Spaziergang“ dabei haben … er war ja sowieso wie all die anderen hier, beschränkt, ach so lustig und natürlich wahnsinnig sozial. Sayan Nour hatte sich schon entschlossen, einfach wegzurennen … vor seinen Augen tanzte ein Bild, das er kurz vor dem Einschlafen vor sich gesehen hatte. Narben … Narben an seinen Läufen, Stellen, an denen kein Fell mehr wachsen würde, Veränderungen, die Aiyán vollkommen von ihm unterscheiden würde. Glücklich mit dieser Idee wollte er Aidan anfahren und sich dann davon machen, als sein Zwillingsbruder einfach wieder redete. Ausreißerin? Welcher von seinen idiotischen Geschwistern fand es jetzt schon wieder lustig, wegzurennen? Das einzige, was dieses ganze Pack, alle gleich, einfach ein Haufen Idioten, damit bezweckte, war, dass man sie ja fand und Mama und Papa dann so glücklich sind, dass man sie wieder gefunden hatte. Ach, und der tolle Aidan hatte dann ja auch noch diese geniale Idee … au ja, genauso hirnfrei wie sie alle werden … nein, dazu würden sie ihn nicht bekommen, sollten sie ihre Dummheit ausleben, Sayan würde da ganz sicher nicht lang gehen. Er öffnete die Augen ganz, reckte die Schnauze etwas nach oben und sah Aidan mit einem arroganten Blick von oben herab an. Er sollte nicht so bescheuert Grinsen, das machte einen ja ganz wahnsinnig.

“Also auf so was Dämliches hab ich echt keine Lust, viel Spaß euch zwei beim Verlaufen und glücklichem Wiedersehen.“

Er war Aiyán einen giftigen Blick zu, die Eifersucht noch nicht fähig zu verbergen und machte auf dem Absatz kehrt. Er rannte, allerdings nicht all zu schnell, einholen würde man ihn schon noch können. Aber sie sollten ihm alle gestohlen bleiben, ohne ihn würden sie all den Mist machen können, den sie alle taten … gleich sein und sich dabei so toll fühlen.


27.03.2007 19:10




Seal


Seal war bisher immer welpenfreundlich gewesen, um nicht zu sagen, er hatte die kleinen Balge geliebt. Anderen wäre längst der Geduldsfaden gerissen, vor allem bei Jeanne, dem Energiebündel. Nicht aber Seal; er liess auf sich herumtrampeln, an sich herumbeissen oder knabbern. Irgendwoher mussten die Kleinen doch ihre Erfahrungen sammeln, warum also nicht auf dem Rücken ihres Vaters? So war es auch jetzt nicht anders. Selbst, als Teyrm, wie das Vieh wohl hiess, auf seinem Rücken herumkletterte, blieb Seal ruhig, wie immer eben. Er wandte allein seinen Kopf ein wenig in die Richtung des Welpen, und schielte ihn überlegen an, bis dieser herunterpurzelte und schliesslich begann zu flenne, gefolgt vom Weinen des zweiten Balges. Der Weisse lachte fröhlich, vor allem, als die Alpha eilig herbeigetippelt kam und um Aufklärung bat. Er erkannte sie sofort als Leitwölfin, sie war unverkennbar... die Haltung der Rute, der stolze, anmutige Gang. Überhaupt war sie eine sehr hübsche Fähe, beinahe so schön wie Jeanne es geworden war. Doch nun hiess es, sich vorzustellen. In der ganzen Aufregung hatte Seal ganz vergessen, sein Ankommen anzukündigen, so musste er dies nun nachholen. Hoffentlich würde er für diesen Fehler nicht büssen, er selbst hatte unangemeldete Gäste nie gemocht. Mit sanften, wachen Augen, die Rute nun an die Beine gelegt, stellte er sich der grauen Fähe gegenüber.

„Verzeiht, wenn ich störe, ich wollte keinen Aufruhr machen. Ich war sehr lange auf der Suche nach jemandem, und... habe ihn hier endlich gefunden. Mein Name ist Seal, ich bin ehemaliger Alpharüde der Night Wolves und nun auf der Suche nach einem Rudel, das mir ein Zuhause geben kann.“

Seal warf einen Blick zu Jeanne, bevor er sich ganz der Alphawölfin widmete. Er wollte ihr damit zeigen, dass die von ihm gesuchte Person niemand anderes als seine Tochter war. Er wollte niemanden verwirren. Als er sie noch einmal anschaute, nahm sie ihm fast den Atem... Alles war so perfekt; das Licht schien seiner Tochter aufs Fell und liess es silbrig glitzern, ebenso ihre kristallklaren Augen. Obwohl sie mit den Welpen beschäftigt war, sah sie umwerfend aus. Ihr Gefährte musste jemand ganz besonderes sein. Ihn musste er unbedingt kennen lernen... Ach, womit hatte er so viel Glück nur verdient?


29.03.2007 22:10




Akarúi


Verwirrt stand sie da, die Ohren nach vorne gehüllt, während sie den Blick ihrer hellbraunen Augen unstet hin und her schweifen, ihn für einen kurzen Moment auf einen Wolf verweilen ließ, bevor er weiterwanderte. Ihre Gedanken rasten, versuchten die verstörende Vertrautheit, die sie plötzlich bei dem Heulen empfand, irgendwie auf irgendeiner Art und Weise einzuordnen. Aber so sehr sie sich auch bemühte, es klappte irgendwie nicht so recht. Keine Erklärung passte zu diesem Gefühl und das machte sie nicht nur nervös, sondern nervte sie auch noch, da sich solch ein Gefühl nicht einfach ignorieren ließ, wie es Akarúi sonst immer tat, wenn etwas plötzlich unangemeldet auftauchte und die Weiße keinerlei Lust verspürte, sich damit irgendwie auseinanderzusetzen.
Neben sich hörte sie ein leises Aufseufzen und wandte den Kopf, während sie ihre hellbraunen Augen fragend, aber immer noch mit einem verwirrten Ausdruck in den Augen auf den Grauen richtete, dem Blick seiner sandbraunen Augen begegnete. Doch dieses Mal wich sie diesem nicht aus, sondern stellte sich dem prüfenden, zugleich aufmerksamen Blick des Grauen, ohne ihm ein einziges Mal auszuweichen, in dem sie den Blick senkte oder auswich. Als ihr Gefährte den Kopf zu ihren Welpen wandte, die immer noch seelenruhig zu schlafen schienen, ließ die Weiße noch einmal den Blick ihrer hellbraunen Augen aufmerksam über den Platz schweifen, bevor sie ebenfalls leicht die Nase anhob. Sie war sich im Klaren darüber, dass sich derjenige, der in ihr dieses störend vertraute Gefühl hervorrief, sich schnell näherte. Aber noch war er nicht in Sichtweite, so dass sie gehen konnte und sie sollte gehen, musste gehen, wenn sie die Welpen nicht in Gefahr bringen wollte. Akarúi biss sich nachdenklich auf die Leftzen, wog den Gedanken ab, schüttelte dann aber entschieden den Kopf und richtete ihre Augen aus dem Augenwinkel heraus auf ihren Gefährten. Es würde ja doch nichts bringen, zu fliehen. Außerdem war der Graue immerhin noch bei ihr, auch wenn sie sich seiner auf gar keinem Fall sicher war, besonders was die Welpen anging. Ihm schienen sie ein Groll und sie war sich da gar nicht so sicher, ob ihr Gefährte nicht die Chance wahrnehmen und seine Welpen aus dem Weg räumen lassen würde. Immerhin bot es eine fast perfekte Chance, sollte sich der Fremde auf die Welpen stürzen.

.oO(Aber würde Mitsah das wirklich zulassen? Immerhin ist er nicht mehr der Jüngste und vielleicht ist dies sein letzter Wurf bei dem er „nicht“ Vater spielen konnte… Wenn ich es so recht bedenke, hat Mitsah eigentlich jegliche Freiheiten, während ich mich die meiste Zeit um die Welpen kümmere. Seine Besuche am Morgen sind ja schön und gut, aber was hab ich im Großen und Ganzen davon? Nix… Tja, selber Schuld…)Oo.

fügte Akarúi in Gedanken und verzog die silbrigen Leftzen zu einem ironischen Lächeln. Gerade wollte sie sich an den Grauen wenden, als eine laute, tiefe Stimme an ihre Ohren drang, die ihren Namen und noch etwas anderes rief. Doch noch ehe sie den Sinn dieser Worte verstanden hatte, spürte sie einen Druck und wurde schwer auf den Boden gedrückt, spürte eine raue Zunge, die über ihr Gesicht glitt. Ärgerlich über den Überfall und ärgerlich über sich selbst, dass sie zu spät reagiert hatte, eigentlich überhaupt nicht reagiert hatte, wollte sie gerade wütend nach der Schnauze dieses Rüden schnappen, der es gewagt hatte, sie zu Fall zu bringen, als der Körper des Rüden sich plötzlich zur Seite warf und der Druck des schweren Körpers dadurch von ihr genommen wurde. Wütend, teils auch verwirrt kam sie auf die Pfoten, richtete sich angespannt auf, während sie den grauweißen Rüden vor sich aufmerksam musterte, dabei fiel ihr Blick auf die Wunde in der Schulter des Grauweißen. Abrupt wandte die Weiße den Kopf und richtete ihre hellbraunen Augen auf Mitsah, der völlig entspannt da stand, sich nicht in geringster Weise aufbaute. Innerlich lächelte sie, als wenn er das im Geringsten nötig hätte, auch so bot er einen relativ einschüchternden Eindruck. Was sie nur wunderte war dies, dass die Wunde an der Schulter nur oberflächlich war, was er sonst nicht tat und was bedeutete, dass es nur eine Warnung war, ein Glück für den Rüden, wie Akarúi mit einem Blick auf den Rüden feststellte. Die Weiße kniff die Augen unmerklich etwas zusammen, als der Grauweiße, erst so stürmisch, sich Mitsah unterwarf und auf den Boden liegen blieb, mit eingeklemmtem Schwanz. Aufmerksam beobachtete sie ihn mit ihren hellbraunen Augen, die sich schließlich auf seine ozeanblauen Augen richteten. Irgendwie waren diese ihr so vertraut, aus einer früheren Zeit so schien es ihr. Doch so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte diese ungewöhnlichen und so vertrauten Augen nicht einordnen. Er selbst schien sie gut zu kennen, nannte sie „geliebte Aka“. Irgendwo musste sie ihm also begegnet sein, länger mit ihm zusammengelebt haben. Eine Verwechslung schloss die Weiße aus, Fähen mit einem Namen wie ihren, gab es immerhin nicht so weit das Auge reichte. Aber woher dann und wieso dieses vertraute Gefühl?
Akarúi stieß einen entnervten Seufzer aus und stellte sich neben Mitsah, aber vor ihre Welpen, währenddessen sie den Rüden nicht aus den Augen ließ. Noch mehr Schwierigkeiten an einem Morgen konnte es nicht geben, das aber auch alles auf einmal kommen musste. Erst das mit Lotus Haná, dann kam Mitsah zu spät und nun auch noch dieser Rüde, der sie völlig überrumpelt hatte im wahrsten Sinne des Wortes und in ihr dieses vertraute Gefühl auslöste. Nein, schlimmer konnte es nun nicht mehr kommen und umso mehr vorfiel, umso mehr nervte es sie. Doch trotz allem blieb sie freundlich, oder viel mehr sie hoffte es bleiben zu können.

Hey, du da? Beantworte mir Mal eine klitzekleine Frage, wer bist du? Du scheinst mich zu kennen, sogar sehr gut wie mir scheint, aber ich weiß nicht wer du bist. Findest du das nicht irgendwie unfair? Außerdem, was glaubst du eigentlich was das hier ist? Hier wimmelt es von Welpen, da kannst du nicht einfach mal hier durch spazieren... Oder was meinst du?

fügte Akarúi an Mitsah gewandt hinzu, ließ den Blick ihrer hellbraunen Augen jedoch unverwandt auf den Grauweißen gerichtet. Ihre Worte waren zwar kurz angebunden, hatten aber einen festen und zugleich auch relativ freundlichen Klang. Abschätzend musterte sie ihn, er musste ungefair in ihrem Alter sein, wenn sie nicht sogar fast das gleiche Alter hatten.


04.04.2007 18:59




Danley Lanés


Noch immer leicht zitternd starrte der graubraune Rüde seinen Leitwolf ab, sein Zittern war wohl die einzige Regung die hier grade stattfand. Diese Stille war unbehaglich, nagte an ihm wie eine tödliche Krankheit. Dennoch konnte und wollte er den Blick nicht abwenden. Danley Lanés war mehr als erleichtert, als Silence Tear sich abwandte und auf die Klippe zuging. Die Ohren immer noch flach an den Hinterkopf gepresst drehte der schmächtige Rüde seinen Kopf mit. Dann schauten die grüngelblichen Augen auf die hellen Pfoten, demütig und traurig. Was hatte er nur wieder angestellt? Plötzlich wurde das Wort wieder an ihn gewandt. Lanés hob den Kopf und sah Silence vorsichtig an. Zurück gehen? Einfach so? Die Ohren zuckten leicht unsicher, waren aber immer noch angelegt. Er .. er konnte aber nicht aufstehen, sein ganzer Körper fühlte sich so schwer an, schwer wie Blei. Aber da wurde der Graubraune gar nicht gefragt, ein paar Zähne packten seinen Nacken und Danleys ganzer Körper spannte sich an. Einen Moment glaubte er der Schwarze wollte ihn nun bestrafen, irgendwie verletzen oder so, aber dann stand er plötzlich wieder auf den Läufen, wenn auch sehr wackelig .. Von unten herab sah er zu dem Alpharüden hinauf, wusste nichts zu erwidern oder zu sagen sondern nickte nur langsam.
Sie mussten zurück .. ja .. aber ihm graute es davor. Wie sollte er nur Jeanne beibringen, was er getan hatte? Verheimlichen konnte er es nicht, man sah ihm bis zur kleinsten Fellspitze an, dass etwas schreckliches passiert sein musste. Und was war mir Kiba Telay? Der Mutter der Welpin und Silence Tears Gefährtin? Irgendwas musste er sagen, sonst starb er noch an seiner Angst.

Was .. was wird nun passieren?“,

fragte er langsam und noch immer mit Furcht in der Stimme. Das war alles eindeutig zu viel für ihn..


04.04.2007 18:59




Mitsah


Wie immer war der Blick des Grauen ruhig, seine ganze Haltung wirkte vollkommen entspannt, während der Blick der sandbraunen Augen über den Fremden huschten, mehrmals, immer und immer wieder musterte er den Rüden, er war ungefähr im selben Alter wie Akarúi, er hatte dichtes Fell, war groß und schien kräftig. Genau wegen diesen Eigenschaften war der Graue extrem überrascht, er hatte sich einfach zu Boden schmeißen lassen, hatte noch nicht einmal versucht zurück zubeißen, was schon einige versucht hatten, aber nie hatte es einer geschafft das heilige Fleisch des Braunen zu erfassen, selten bekam einer sein Fell zwischen die Zähne. Nach außen hin drang jedoch nichts davon, weder das er nachdenklich war, noch seine leichte Verwunderung und seine Verwirrung. Was ihn fast hätte lächeln lassen, waren die plötzlichen Gesten des Braunweißen, der sich Mitsah auf einmal unterwarf, einen kläglichen Aufheuler ertönen ließ und die Rute einzog. Würde es nicht gegen seine Natur sein zu lächeln, so hätte er jetzt über dieses Verhalten gelächelt, ein gehässiges Lächeln voller Verachtung, doch blieb der Ausdruck in seinem Gesicht unverändert, die sandbraunen Augen wirkten immer noch teilnahmslos und desinteressiert an dem ganzen Geschehen und jeden. Mitsah war ein zu intelligentes Tier, als dass er es bei dem Gedanken, 'er ist nur ein jämmerlicher Schwächling und verrückt' hätte lassen können, es musste etwas hinter dieser unschuldigen Fassade des Fremden stecken. Würden sie jetzt alleine sein, so würde er beginnen Kreise um den Fremden zu ziehen, immer denselben Kreis, immer derselbe Radius, immer mit derselben Schrittfolge, immer weiter und weiter, bis der Fremde völlig verwirrt, entweder in Wut und Zorn, oder in Verzweiflung fallen würde, doch hier waren zu viele die ihn sehen würden, die Weiße, die Welpen, weiter hinten die Coniugos und andere, sodass er weiterhin auf der Stelle verharrte und seinen Gedanken nachging. Der Fremde war auf keinen Fall stärker als er, der Gamma der Tears of Destiny, nur Yosó war der einzige der ihm gewachsen war, nicht diese jämmerliche Gestalt, die sich Wolf schimpfte. Aber dennoch durfte er ihn nicht unterschätzen, er durfte ihn vor allem nicht aus den Augen lassen, auch wenn er seiner Gefährtin freundlich gesinnt schien und an den Welpen kein Interesse zeigte, es konnte mehr hinter diesem Verhalten stecken, vielleicht wollte er nur das Vertrauen gewinnen, vielleicht wollte er wirklich nichts Böses, oder vielleicht wollte er die Weiße? Vielleicht folgte er nur irgendwelchen primitiven Trieben, oder er wusste nicht wohin mit seinem Leben? Eins sollte ihm klar sein, er hatte einen Feind, den schlimmsten den man sich vorstellen konnte, ihn, den Gamma, der Braune mit den zwei Seelen. Im Grunde war Mitsah selbst ein ungefährlicher Feind, er war ruhig und störte niemanden, solange niemand ihn störte, aber vergriff man sich an jemanden, oder an etwas, was zu ihm gehörte, irgendwie, handelte es sich um die Welpen oder sie, dann folgte der Sturm nach der Ruhe und der Sturm endete für jeden tödlich. Und der Fremde hatte keine Ahnung auf was er da treffen würde, wenn er den Gamma wirklich herausfordern würde. Ihm musste klar sein, dass der Rüde ihn jeder Zeit umwerfen konnte und ihm die Kehle rausreißen würde, ohne mit der Wimper zu zucken, er scheute sich nicht vor einem Blutbad oder einen Kampf, selbst wenn es sich um diesen Feigling hier handelte, es waren gerade diese, die so ungefährlich schienen, hinter denen mehr steckte, er war das beste Beispiel, wer ihn sah verspürte einen gewissen Respekt vor dem Braunen, zumindest die halbwegs intelligenten, die Dummen unterschätzen ihn, hielten ihn für ruhig und langsam, für schwerfällig, doch das alles war nur eine Maske, die den wahren Kämpfer versteckten. Sein Muskelspiel war beeindruckend, er besaß Fänge die nach Blut dürsteten, sein Körper war nur Muskeln und Sehnen, kein überflüssiges Gramm Fett zierte seinen Körper, der dichte Pelz schützte ihn vor unnötigen Wunden und Verletzungen. Er war die perfekte 'Waffe'.
Mitsah wurde aus seinen Gedanken geworfen, als die Weiße sich erhob und neben ihn trat, zuerst wirkte sie etwas überrascht, hatte auch sie ihn unterschätzt, oder war sie sauer, weil er diesen Verrückten gestürzt hatte? Nein, ihre Züge verrieten ihm, das sie angenervt war, von allem und dieser Fremde hatte seinen Senf dazugegeben, jetzt hieß es auch für Mitsah seiner Gefährtin beizustehen, ob er wollte oder nicht. Sein Blick huschte nur kurz über die Weiße, sie schien nichts von der 'Attacke' des Rüden abbekommen zu haben, ein Glück für ihn, nur ein Kratzer und er würde... . Mitsah zuckte innerlich zusammen, was war das für eine Reaktion die da von ihm ausging? Wieso verteidigte er die Weiße so? Gott sei dank begann Akarúi zu sprechen, sodass es ihn von seinen Gedanken ablenkte. Sie kannte ihn nicht? War das heute sein Glückstag? Wenn niemandem etwas an ihm lag, dann konnte er doch genauso gut tot sein, oder? Unbemerkt seufzte der Gamma, es ging heute wirklich mit ihm durch, wie gut das nichts nach außen drang, wie gut, das er diese undurchschaubare Maske hatte, sonst wäre er heute mehrmals dabei ertappt worden, dass er doch nicht so vollkommen war, wie er gerne tat. Er durfte ihn nicht töten, nicht ohne die Erlaubnis der Alphafähe und diese würde ihm die Erlaubnis ganz bestimmt nicht geben, vor allem dann nicht, wenn der Fremde seiner Gefährtin doch ein bekanntes Gesicht war. Als die Fähe das Wort auch an ihn richtete, zuckten seine Ohren kaum merkbar hoch, die sandbraunen Augen fixierten immer noch den Weißbraunen, sie hielten ihn schon fast auf der Stelle fest, doch machte die Leere in seinen Augen dies wieder wett.

"Aus dem Grund die Warnung, ohne Erlaubnis zum Eintritt und Vorstellung bei der Alpha, ist dein Leben meines."

Schon wieder verspürte er den Drang zu einem Lächeln, doch blieben seine Lefzen unverändert, seine Augen fixierten immer noch den Fremden, seine Worte wie immer nüchtern und gefühlskalt, mit einer dunklen, aber leisen Stimme ausgesprochen, waren keine Drohung, auch keine Warnung, sondern nur eine Feststellung, eine nüchterne Aussage, die dem Rüden direkt zeigen sollten, wo er in diesem Rudel stand. Mitsah hasste es, wenn man ihm auf der Nase rumtanzte, wenn man es wagte sich gegen seine Vorschriften zu stellen, dies hatte der Weißbraune getan und genau deswegen würde er um sein Leben fürchten müssen, wenn er nicht dumm war. Er würde seine Worte schon richtig deuten, genauso wie seine Gefährtin, so hoffte er zumindest, obwohl er dem Fremden nicht viel zutraute.
Ohne den Blick von dem fremden Rüden abzuwenden, 'sah' Mitsah, wie sich sein Sohn bewegte, Pyry Phirun schien erwacht bzw. endlich Mut gefunden zu haben, um sich davon zu schleichen. Doch sein Gang war miserabel, durch die Geräusche, die er beim Gehen verursachte, 'sah' der Braune wie sich sein Sohn wieder aufmachte, irgendwo Unheil zu stiften. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete er den Grauen nur kurz, er war ihm tatsächlich aus dem Gesicht geschnitten, graues Fell, sandbraune Augen. Und genau wegen diesen Eigenschaften ging er seinem Sohn aus dem Weg, denn etwas in ihm schien sich zu dem Welpen hingezogen zu fühlen, seine zweite Seele, der andere Teil in ihm, der nicht existierte und ihn doch in zwei riss. Er durfte dem Verlangen nicht nachgehen, er musste ihn hassen, er musste ihn verabscheuen, er musste ihm egal werden, er musste ihn meiden und seine Schwester, er musste, auch wenn Námida nicht denselben Effekt auf ihn ausübte, wie Pyry, so konnte sich dies noch entwickeln, aber sie schien nicht viel von ihrem Vater zu haben, was ihn beruhigte, zumindest ein Kind was nicht nach ihm ging, sondern nach Akarúi, weiß wie ihre Mutter. Gerade, als er den Blick wieder zum Weißbraunen wenden wollte, da sah der Welpe ihn an, in seinen Augen derselbe Ausdruck wie in seinen, diese Leere und noch etwas anderes, der Hass den er für seinen Vater verspürte, er hätte wieder Lächeln können, es war wirklich sein Sohn. Mitsah wandte den Blick ab und fixierte wieder sein 'Leben'.


08.04.2007 22:07




Slayer


Slayer hatte vor zu gehen, hatte vor das rudel zu verlassen. Sah beim vorbeigehen yago an, der würde ihn sicherlich nie vermissen.Er ging den Abhang rauf, sah nochmal zurück zu dem Platz. Er wusste er wäre einsam wenn er das tuen würde. Doch konnte Slayer das Rudel nicht verlassen....er konnte es nicht, er wollte nicht. Seine Augen streiften um die umliegenden Bäume...er drehte um und lief wieder richtung des rudelplatzes. Entweder war er verrückt, oder niemand hatte sein verschwinden bemerkt. Slayer rannte zwischen den Bäumen, einigen Sträuchern und schlielich über der für ihn bekannten Lichtung. Langsam sah er auch seinen Felsen wieder. "Sein" Felsen...was für ein Blödsinn es war der Felsen dort wo er gern drunter lag. Auch jetzt legte er sich darunter und beobachtete die Wölfe, wie gewohnt. Seine scheinbar roten Augen suchten den Grund zum Nachdenken, und seine Ohren hörten die Geräusche der Natur. Langsam hob er den Kopf, sah von weitem Yago und dachte sich grinsend

~Ja yago falls du einmal denkst ich wäre weg hast du dich getäuscht!~

Ob Slayers verschwinden irgendwem aufgefallen ist, wusste er nicht, er wollte es auch nicht wissen. es war egal ob er das Rudel verlassen würde, einsam wäre er sowieso. Doch der Rüde hatte eben einen Platz eingenommen, den er nicht mehr verlassen konnte. Der Rüde stand auf, und stand zum ersten mal auf einem Fleck. Wieder brannte ihm die Frage ob er jemanden suchen solle und mit ihm ein Gespräch anfangen sollte, oder ob er einfach da bleiben sollte und abwarten sollte ob irgendwas passiert, gleich was. Kurz sah er die Wölfe an, die ihm nicht so bekannt vorkamen. Es mussten neue gewesen sein. Doch das interessierte ihn nicht...

Seine Müdigkeit übertrumphte ihn nach einigen Minuten und so legte er sich wieder hin, legte den Kopf auf die überkreuzten Pfoten und machte die Augen zu....
...eines stand jedenfalls fest: Slayer würde das Rudel nicht so leicht verlassen können, von sich aus natürlich.


10.04.2007 11:38




Aidan Daray


Einen Augenblick war der schwarze Welpe mit dem deutlich erkennbaren rötlichen Schimmer verdutzt. Allerdings auch bloß einen Herzschlag lang. Die schwarzen Ohren drehten sich hin und her, während Aidan Sayan musterte, ehe dieser sich davon machte. Die schwarze Rute des Jünglings huschte über die Wiese, der Nacken straffte sich, so das er gänzlich aufgerichtet war. Sayan war doch ein Depp. Wohlgemerkt ein absoluter Oberdepp, mit einem so kindlichen Verhalten, das er wohl in tausenden von Jahren nicht ablegen würde. Er wollte keinen außer seinem Zwilling und wenn es nach dem Phönixwolf Nachwuchs ging, hatte er einen überdeutlichen Bruderkomplex. Leicht schüttelte er den Kopf, den er nun der kleinen grauen Welpin zuwandte, die sich zu den allesamt schwarzen Rüden hinzu gesellt, hergewagt war treffender, hatte. Sofort wurden seine Lefzen von einem sanften, freundlichen Lächeln geprägt.

.oO(Welch schöne Überraschung...)Oo.

Schoss es ihm durch den Kopf, als er ein paar Schritte näher trat. Die Zwillinge ignorierte er nun. Er war sich sicher, das Aiyán seinem Bruder hinterher rannte. Dazu kannte er die beiden schon gut genug, um zu wissen, das es fast ein Ding der Unmöglichkeit war, die beiden zu trennen, auch wenn es ihn hin und wieder schon störte. Die Eifersüchteleien von Sayan wohl am Meisten. Zumindest kam er mit Aiyán noch gut klar. Die beiden kümmerten sich um seine Schwester Sheyna und um die kleine Graue, der er nun seine Aufmerksamkeit schenkte und sie mit einem lieben Berührung an der Stirn begrüßte.

"Hallo Shijarú."

Der liebe Blick des jungen Rüden lag auf der Grauen, vor der er sich jetzt ins Gras sinken ließ.


15.04.2007 14:24




Shaiya


Noch kurz hingen ihre Gedanken bei der weißen Lotus. Warum sie wohl so traurig war? Vielleicht sprach sie sie darauf in ein paar Tagen noch einmal an. Sie wollte sich ja nicht da einmischen, aber dennoch. Die weiße Jungfähe konnte es nicht mit ansehen, wenn jemand litt. Es tat ihr im Herzen weh, auch wenn sie nichts damit zu tun hatte, und ihre Nase da lieber heraushalten sollte. Aber vielleicht konnte sie ja auch so ein paar neue Freunde finden, hier im Rudel.
Langsam nahm sie auch den Kopf von Yagos und seufzte kurz auf. Wenn Slayer da war, war die Stimmung drückend, wenn auch Yago anwesend war. Sie wusste schon, dass sich Yago und Slayer nicht wie die besten Freunde verstanden und bei einem Streit wollte sie nicht unbedingt dabei sein.
Die weiße Fähe schaute kurz auf die Seite. Der schwarze junge Rüde, mit dem sie sich schon gut angefreundet hatte, bei dem sie sich beschützt fühlte und dem sie bedingungslos vertraute, stand neben ihr. Er hatte sich vor kurzem erhoben und zu ihr gesprochen. Shaiyas Ohren zuckten nach vorne, als ob sie sich Yago ganz allein zuwenden wollten. Zu seinen ersten Worten wollte sie nichts mehr hinzufügen, sie wollte sie einfach nur stehen lassen, nichts dazu sagen. Stattdessen musterte sie ihr Gegenüber eindringlich. Seine Bewegungen waren elegant, so fließend wie der Wind. Das tiefe Schwarz seines Felles erinnerte sie an die Nacht, wahrscheinlich passte seine Fellfarbe auch gut zu seinem Charakter, sie konnte Yago nicht so genau einschätzen, und sie wusste auch nicht, für was Yago sie hielt und ob Yago ihren Charakter überhaupt mochte. Sie ging einfach und simpel davon aus. Als ihre Augen in die Yagos schauten, spürte sie wieder diese Wärme, doch sie ignorierte sie und versuchte tiefer in seine Augen zu blicken. Auf den Grund seiner Seele, doch je mehr sie sich konzentrierte in seinen Augen etwas zu lesen, desto verschwommener wurde es und sie blickte beschämt zu Boden. Yago musste sie jetzt für aufdringlich und überaus neugierig halten. Was fiel ihr auch ein, zu versuchen irgendetwas in Yagos Augen zu suchen? Aber was machte es schon? Normalerweise hatte Shaiya so gute Wolfskenntnisse, dass sie sofort erkannte, ob es ein Jemand ehrlich meinte, oder nur zum Spott sagte. Doch in Yagos Augen sah sie etwas...Ja, sie wusste selber nicht genau was sie dort sah. Wahrscheinlich nichts, und sie bildete sich alles nur ein. Ihre Ohren schnippten leicht, als Yagos Stimme wieder erklang. Sie lauschte kurz, immer noch den Blick gesenkt, und hob dann doch den Kopf um ihm wieder in die Augen zu sehen. Für sie war es, als ob seine bernstein-roten Augen sie mit Geborgenheit durchflutete, dieser Rüde gab ihr das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Und schon wieder fragte sie sich, was Yago eigentlich von ihr dachte. Die weiße Fähe blinzelte kurz, erhob sich dann auch und schaute sich um. Dann brach sie die wieder eintretende Stille:

"Yago, gerne würde ich mit dir die restlichen Stunden des Tages teilen, nur weis ich leider selber nicht, wohin wir gehen sollten. Ich kann dich verstehen, mit all dem Trubel um die kleinen Welpen. Wir könnten uns auch irgendwo hinsetzten und dort verweilen." , sie zögerte kurz.

Sollte sie jetzt weitersprechen? Sollte sie sagen, warum sie ihn gerade so angeschaut hatte? Was sie versucht hatte zu lesen? Zu erkennen? Wieder schaute sie zu Boden, schluckte kurz und blickte dann Yago fest in die Augen. Allerdings war ihr Blick eher unsicher und zögerlich, sie wusste nicht so Recht ob sie später den Blick von Yago stand halten konnte und den Versuch herauszufinden, was in Yago vorging, abbrach. Sie ging einfach das Risiko ein.

"Ich möchte dir nicht zu nahe treten, Yago, du kannst auch gerne sagen, wenn ich schweigen soll. Aber wenn ich in deine Augen sehe, ich weis nicht, was ich daraus lesen kann. Wahrscheinlich spreche ich für dich irrsinniges Zeug, aber ich weis nicht. Es beschäftigt mich, was in dir vorgeht. Wir kennen uns nun schon etwas länger, aber über dich weis ich immer noch sehr wenig."

Auf ihren Lefzen bildete sich ein zaghaftes Lächeln. Sie müsste jetzt einfach nur auf die Antwort des schwarzen Rüdens warten, und auf seine Reaktion achten. Trotzdem war ihr das alles sehr unangenehm, vielleicht sollte sie lieber schnell weglaufen oder ihm sagen, er solle alle wieder vergessen.


15.04.2007 14:27




Slayer


langsam ging ihm die Einsamkeit doch auf die Nerfen, und so ging er richtung einer Bergwiese. Dort vernahm er mehrere Wölfe, und da sah er dann auch einige bekannte. Nur zwei fehlten; Shaiya und Yago

~sollte ich sie suchen gehen? Nein! Yago kennt sich hoffentlich aus!~

Slayer ging einige Schritte richtung des Hügels rauf, sein Fell staubte von der trockenen Erde. Wie seiner Vermutung bestätigte, das weder Yago noch Shaiya sich hinter dem Hügel befanden, blieb er an einer Stelle stehen. Die Sonne (oder der Mond k.a.^^) schien auf seinen Rücken, und der Rüde legte sich auf den Boden. Die Bergwiese war groß, und schön fand Slayer, ein richtiger ort zum Nachdenken. Und das tat er auch. Während er nachdachte, was aus ihm werden könnte. Seitdem verschwinden von Shyel war er noch Einsamer geworden als man es von ihm behaupten könnte. Seufzend dachte er noch an die schöne Zeit mir ihr, doch die war jetzt vorbei. Ja, er musste nach vorn Blicken. Er durfte jetzt nicht sentimental werden. Entweder erfand eine gefährtin, oder er fand keine.

"...so ist das Leben nun!"

sagte er leise seinen Gedanken zuende, und lies seinen Blick in die Umgebung schweifen. Er dachte an den letzten Satz seines Vaters, der vor ihm wegstarb...."du siehst ihm so ähnlich nun..."
gemeint war damit ein Rüde der das alte Rudel von ihm ausgelöscht hatte. Dieser trug ebenfalls eine Narbe, jedoch nicht auf dem rechten, sondern auf dem linken Auge. seufzend dachte sich Slayer:

~Bin ich wirklich....wie er?~

Langsam sah er auf, zum blauen Himmel, und suchte scheinbar die Antwort die er nie bekommen würde...


16.04.2007 08:31




Ares


Ares starrte mit nachdenklichem Blick auf den feuchten Waldboden. Er war in einem fremden Revier und angesichts der Berge, die er vor wenigen Sonnenbreiten überquert hatte, konnte er wohl nicht behaupten, dass das Zufall oder Versehen waren, die ihn hierher geführt hatten. Dennoch wusste er darauf keine Antwort zu geben, hätte man ihn gefragt. Aber er hätte vermutlich ohnehin keine schlüssige Antwort auf so eine Frage gegeben, nicht jetzt. Er überlegte, was er sagen sollte, wenn er auf das beheimatete Rudel traf. Er hatte nie vorgehabt, hier einzudringen, auch wenn er bewusst die Grenze des Revieres überschritten hatte, ohne auf sich aufmerksam zu machen.
Das lag vor allem an seiner Unentschlossenheit. Denn vielleicht mochte er dem Rudel oder einem einzelnen Wolf keine aussagegebende Antwort geben, aber sich selbst. Er wollte nicht bleiben, das hatte er nicht vor. Er war Wanderer, durch und durch. Und im Grunde wollte er sich dem Rudel auch nicht zeitweilig anschließen, auch wenn alles relativ gesehen zeitweilig war, auch wenn man lebenslang wohl als eine lange Zeitspanne ansehen mochte.
Es war einfach ein Gefühl, er wollte ein wenig Ruhe. Das hieß, seine Seele wollte Ruhe, sein wollte sie nicht und diese sogenannte „Ruhe“ war schlicht weg die peinliche Bezeichnung, die er etwas gegeben hatte, das er nicht verstand. In letzter Zeit hatte er immer wieder das Gefühl gehabt, etwas fehle. Dies hatte Unruhe ausgelöst und da er nach etwas suchte, dass diese Unruhe besänftigte, nannte er es Ruhe.

Die Berge, die er überschritten hatte, waren nicht unbeachtlich gewesen und es hatte ihn zwei Sonnenläufe gekostet, auch wenn er nicht gerade um die Wette mit der großen, hellen Scheibe gelaufen war. Sogar Schnee hatte seine pechschwarzen Pfoten bedeckt, als er auf ihrem höchsten Punkt war. Es war der letzte, verkümmerte und zurückgelassene Rest dessen, was ihm Winter hier wohl so stolz gethront haben mochte, doch es war Schnee. Kalt und weiß und unangenehm. Er mochte keinen Schnee. Eben aus diesen Eigenschaften heraus: Er war kalt, nass und unangenehm; und weiß. Schnee war blütenweiß. Etwas, mit dem der Rüde nicht viel anfangen konnte. Weiß war eine Farbe, die ihn faszinierte und gleichzeitig schreckte, wie kaum etwas sonst. Es stach sich mit seinem Fell, es kämpfte beinahe schon mit ihm und schien doch in ihm zu versinken, wie es ihm beliebte.
Er war froh gewesen, die Wiesen vor sich zu sehen, als er endlich den steinernen, rauen Untergrund mit federndem, frischem Gras getaucht hatte. Sein Herz hatte beinahe ein wenig höher geschlagen; für jeden anderen Wolf hätte er wohl nicht den Eindruck erweckt, als freue er sich. Er hätte auch nicht den Eindruck erweckt, als mochte er den Schnee nicht. Überhaupt schien Ares wenig Gefühlsregungen zu haben, oder sie zumindest nicht zu zeigen. Tatsächlich hatte der Rüde in den Jahren der Wanderschaft gelernt, Gefühle in seinem Inneren einzuschließen. Oder aber –was er anfangs gefürchtet hatte, ihm mittlerweile aber gleich war- er hatte verlernt, stärkere Gefühle zu hegen.
Er war ein Einzelgänger, er hatte seit drei Jahren nicht mehr mit Wölfen zusammengelebt. Wozu brauchte er Gefühle, die er zeigen sollte? Sicherlich dachte er über allerhand nach und so kam er in diesem austreibenden Wald nicht umhin, jeden Baum anzustarren, als wäre es der erste, denn er je gesehen hatte.
Aber das ging niemanden etwas an,s eine Gedanken blieben die seinen, seine Gefühle ebenfalls. Nein, das war nichts, das er preisgeben wollte. Doch nach dem langen Winter, den er hinter sich hatte (denn er war praktisch mit dem Winter gewandert), verlangte es ihn nach Leben. Nicht nach Wölfen oder sonstiger Geselschaft. Höchstens nach der Gesellschaft der auflebenden Bäume, Flüsse und Wiesen. Er hatte wenig übrig für Leben und Tod an sich. Er lebte, solange er lebte und wenn er starb, war er tot. Er empfand nichts gegenüber diesem Gedanken. Dem Gedanken, nicht mehr dazusein und abgesehen davon, dass er sich hin und wieder überlegte, wie es sein mochte, nicht mehr dazusein, machte er sich kaum Gedanken darüber.

Plötzlich hielt er an. Er warin einem fremden Revier und die Witterung von Wölfen war hier überall, als stünden sie neben ihm. Doch nun nahm er einen Geruch wahr, der tatsächlich in der Nähe war. Langsam pirchte er sich an. Es war nicht das Rudel, es war ein einzelner Wolf, eine Fähe. Er pirchte weiter und zwischen einigen Bäumen, weißen Buchen, sah er schließlich den Schatten. Zuerst dachte er, er sah nicht recht. Denn dieser Schatten war nicht schwarz, wie er selbst, sondern schneeweiß. Es war eine kleine Fähe, die er zwischen den Birken zuerst gar nicht hätte entdeckt, wäre ihr Fell nicht, im vergleich zu den austreibenden Bäumen, vollkommen weiß.
Wie verzaubert starrte er sie mit gelben Augen an. Sie war noch ein gutes Stück entfernt und sah nicht in seine Richtung. Er hatte noch nie im Leben einen weißen Wolf gesehen. Natürlich hatte er auf seinen Reisen verhältnismäßig wenige Wölfe gesehen, da er sie bislang gemieden hatte. Aber einen weißen Wolf?
Er kannte Geschichten von Geistern, Seelen in manchen Sagen auch, die auf einen lauerden, lockten und dann verschwanden. Keine davon hatte er geglaubt und er würde auch nun keine glauben, doch diese Fähe, die recht klein schien, erinnerte ihn einfach an diese wenigen Geschichten, die ihm noch von seinem Rudel im Gedächtnis geblieben waren. Weiß wie Schnee war sie und die Sonne spiegelte sich in ihrem Fell, als wollte sie es so hell leuchten lassen, wie sie selbst war.

Geduckt saß er zwischen Farnen und beobachtete seine Geisterfähe, während seine Gedanken und (diesmal auch) sein Herz rasten, als wollten sie davonlaufen und er konnte nur mit Mühe dem Drang widerstehen, vor der Fähe, nicht dem Geist, davonzulaufen.


17.04.2007 18:08




Ténshi Kurái


Er war so süchtig nach diesem Spiel, so abhängig von dem Etwas, das alle Schicksal nannten. Und er hatte erreicht, was er wollte, unter erwarteten, ja sogar gewollten Umständen. Manchmal wunderte Ténshi Kurái sich über sich selbst; einerseits war er ein Sadist, ein Wolf, der sich nur am Leiden anderer erfreuen konnte. Da schlummerte aber auch eine masochistische Ader, irgendwo in den Tiefen seiner selbst, denn konnte er überhaupt noch ohne Schmerzen leben? Die Frage stach so schnell in seine Gedanken wie deren Antwort. Jedes Wesen hatte Qualen, Leid und Schmerz verdient, und der Graue war dazu bereit, seine Aufgabe zu erfüllen, egal, was er dafür in Kauf nehmen musste. So wie zum Beispiel die Wunde an seiner Schulter, die noch vor wenigen Augenblicken unversehrt war. Inzwischen war auch seine Schwester, Akarúi, dazugetreten. Und wo war Ténshi? Lag hilflos und wimmernd vor ihr und diesem grauen Mistvieh, der seinen Biss noch bitter büssen würde. Hier verkörperte er den Unschuldigen, das seichte, klare Wasser, durchschaubar wie Glas. Niemand könnte etwas Böses von ihm erwarten. Er war doch ein so lieber und herzensguter Rüde, sogar seine Augen, seine ozeanblauen, teils fast grünlich schimmernden Seelenspiegel, spielten die perfekte Fassade mit. Selbst den angeblichen Fehler, auf den die weisse Fähe vor ihm zu sprechen kam, nämlich den, ohne auch nur eine annähernde Warnung so direkt und blitzschnell, wie er war, zu den Welpen zu stossen, ja selbst diesen Fehler hatte er eingeplant; es passte zu perfekt zu der Attrappe, hinter der sich der wahre Ténshi verbarg, das pure Gegenteil von dem Ténshi, mit dem er sich durch das Leben quälte.
Es war Zeit für einen weiteren Schachzug. Was hatte er als nächstes vor?
Der graue, schlank und doch kräftig gebaute Rüde erhob sich in Zeitlupe und mit einem leichten Zittern, die Ohren sachte angewinkelt, die Rute locker herunterbaumelnd. Ténshi warf seinen beiden Gegenübern trotzdem einen liebevollen, treuen Blick zu, fast wie den eines kleinen Welpen, der bei seiner Mutter um Essen bettelte. Doch bettelte er dieses Mal nicht um Milch oder Frischfleisch – obwohl, letzterer Ausdruck war genau genommen nicht einmal falsch, denn er dürstete schon lange nach einem Mord –, sondern um Zuneigung, Hilfe, Anerkenntnis. Und es überraschte ihn nicht, als er vergebens das eben genannte ersuchte, und sein warmer Blick auf eine Eismauer prallte, beziehungsweise seine Schwester ihn nicht erkannte.

„Aber Aka... Akarúi, erkennst du denn deinen einzigen Bruder nicht wieder? Rannte die Zeit dermassen?“

Seine Stimme hatte weder einen vorwurfsvollen noch unzufriedenen Unterton, er klang höchstens ein bisschen traurig, weil er doch eine so lange Reise auf sich genommen hatte, um sie zu finden. Er ersparte sich dieses Mal jegliche Mühe, eine Lüge auf dem Präsentierteller zu liefern, es war noch früh genug. Und er war ihr einziger Bruder. Die Zeit war gerannt... oder?


18.04.2007 17:55




Sindri


Sindris Ohr juckte. Langsam setzte sich die kleine Fähe und kratzte sich nachdenklich mit der Hinterpfote.
Sie hätte schwören können, etwas gehört zu haben. Allerdings hatte sie nun schon eine geraume Weile gewartet, das etwas geschah, doch niemand erschien aus dem Dickicht. Der Wind raschelte, Insekten summten, Vögel sangen. Das typische Orchester des Waldes spielte eine leise, sanfte Melodie, und so sehr Sindri es auch versuchte, sie konnte keinen unpassenden Ton darin ausmachen. Verträumt sah sie sich um. Die meisten Bäume waren nun erblüht, das Licht der Sonne viel in feinen Streifen durch das Blätterdach. Manchmal sah man kleine Insekten, wenn sie durch die Sonne tanzten, und sofort verschwanden, wenn sie sich wieder im Schatten befanden. Das Wetter schuf eine feenhafte Umgebung, die unwirklich schien, als betrachtete man die Welt durch einen Weichzeichner.
Plötzlich spürte Sindri, wie müde sie war.
Am liebsten hätte sie sich in das weiche Laub gelegt und wäre in der Sonne eingedöst, aber sie erinnerte sich daran, das die Alpha sie erwartete. Es wäre keine sehr höfliche Geste, sie warten zu lassen, nachdem sie ihr Aufenthalt in ihrem Revier und Rudel gewährt hatte.
Aber es war nichts besonderes, das Sindri zu spät kam. Schon immer konnte sie sich schlecht losreißen, wenn sie erst einmal von etwas fasziniert gewesen war. Die Zeit war für die kleine Fähe ein ungerechter Gegenspieler, der sie immer dann erwischte, wenn sie es am wenigsten erwartete und ihr ein schlechtes Gewissen bereitete. Dagegen war es für sie unbegreiflich, warum viele andere so sehr an der Zeit hangen, und soviel wert darauf lagen, das sie eingehalten wurde. Nun ja, es half ja alles nichts...
Ein lautes, herzhaftes Gähnen entwich ihrem Maul, dann schüttelte sich Sindri drehte sich um und...stutzte.
Vor ihr lag der Wald, nichts besonderes, könnte man meinen. Doch sie war sich plötzlich nicht mehr sicher, welche Richtung sie einschlagen sollte. Hatte sie doch schon soviel Zeit auf dieser Lichtung verbracht? Fieberhaft versuchte sie sich daran zu erinnern, aus welcher Richtung sie die Antwort der Alpha vernommen hatte. Noch ein weiteres mal wollte sie nicht nachfragen, die Blöße wollte Sindri sich nicht geben, das sie es tatsächlich vergessen haben könnte. Sie hob die Nase, aber so viele Fährten schwirrten in der Luft herum, das es Sindri beinahe schwindlig wurde, als die vielen Informationen auf sie einschlugen. Alte und neue Gerüche überlagerte sich, von Fähen, Rüden Welpen und...
Sie drehte sich um.
Doch hinter ihr war nichts, der Wald schloss sich hinter ihr nahtlos. Niemand war zu sehen.

oO(Meine Sinne spielen mir Streiche...)Oo.

Sindri ärgerte sich über ihre Übervorsichtigkeit. Selbst wenn ein Wolf in der Nähe war, warum zeigte er sich dann nicht? Es gab keinen Grund sich zu verstecken, es sei denn...
Plötzlich fühlte Sindri sich, als habe man ihr in den Magen getreten. In ihren kindlichen, naiven Gedanken existierten die Begriffe von List und Tücke nicht. Dennoch war sie sich bewusst das es so etwas gab, nicht zuletzt, weil sie es selbst erlebt hatte. Ihre Eltern hatten sie vor ihrer Abreise gewarnt, das es nicht nur Wölfe gab, die durch und durch freundlich waren. Es gibt welche, die nur gute Absichten vorspielten, allerdings etwas vollkommen anderes im Schilde führen. Und es gibt Wölfe, die hassen. Die dich töten werden, weil ihnen ein Leben nichts wert ist... Plötzlich fühlte Sindri sich, wie in eine Schlangengrube geworfen. Die Leitsätze ihrer Eltern, die aufkeimende Angst und ihre eigenen Grundsätze...hinter ihrer Stirn tobte ein Sturm, bis sie schließlich die Augen zukniff, tief einatmete und schließlich laut über sich selbst lachte.

oO(Ich bin wirklich paranoid...)Oo.

Dachte sie kopfschüttelnd. Lächelnd drehte sie sich noch einmal um.

oO(So viele Wölfe leben hier... Ich freue mich schon darauf, sie kennen zu lernen.)Oo.

Schließlich schlug sie langsam den weg gen Osten ein, ohne zu wissen, was vor, oder hinter ihr lag.


19.04.2007 13:40




Ares


Ares beobachtete die kleine Fähe mit zunehmendem Interesse. Sie verhielt sich seltsam, soweit er das beurteilen konnte. Dennoch musste er gestehen, dass er nicht wirklich vom Verhalten anderer Wölfe eine Ahnung hatte. Er hatte sie nun schon knapp dreizehn Jahreszeiten gemieden und es viel ihm schwer, in diesem weißen Geschöpf mehr zu sehen, als in den Birken oder Vögel, die sie umrahmten, als wäre sie die Sonne im blauen Himmel.
Aber die Fähe schien ihm etwas Besonderes. Das weiße Fell war dabei nicht der einzige Grund. Sie benahm sich seltsam, um diesen Gedanken kam er nicht, so sehr er sich auch selbst schalt, dass er doch keine Ahnung hatte. Immer wieder sah sie zu ihm. Das heißt, sie sah sich um. Zu ihm direkt sah sie nie und das war ein Zeichen, dass sie nicht wusste, wo er war. Sie schien ihm komisch.
Die Kleine saß hier mitten auf einer Lichtung und starrte in die Gegend. Natürlich war ihm schon in den Sinn gekommen, dass er selbst das auch gerne und oft tat, aber er starrte anders, er schaute anders, kurz; er war anders. Die Fähe schien keine Eile zu haben und nebenbei auch kein Ziel. Kein Ziel in soweit, dass sie den Eindruck machte, als wolle sie nirgends hin, als dort, wo sie schon war; auf der Lichtung.
Er beobachtete sie noch einen Moment und als sie ein wenig unschlüssig nach Osten aufbrach, sah er sich nur bestätigt; sie schien kein Ziel zu haben. Vielleicht kannte sie sich nicht aus, so sah es für ihn jedenfalls aus. Aber wenn sie hier lebte, würde sie ja wohl ihr Revier kennen. Sie war noch recht jung. Nicht älter, als zwei Jahre hätte er sie geschätzt. Und es hätte ihn doch sehr verwundert, wenn eine so junge Fähe als Wanderin hier hergekommen wäre.

Als sie sich langsam entfernte, überlegte er, was er tun sollte. Irgendwie verspürte er den Drang, ihr zu folgen. Er überlegte, ob es vielleicht daran lag, dass er endlich wieder einmal unter Wölfen sein wollte, doch als er genauer in seinen Gedanken forschte, stellte er fest, dass die Scheu vor anderen Wölfen ein Grund war, weshalb er eigentlich nicht weitergehen wollte. Ein zweiter war jener, dass man es vielleicht als Hinterlist oder Böswilligkeit ansehen konnte, wenn er ihr folgte, ohne auf sich aufmerksam zu machen. Wenn er sich täuschte und die Fähe gerade ein Jährling war, so konnte es sogar noch größere Schwierigkeiten geben.
Die Weiße verschwand immer weiter aus seinem Blickfeld zu seiner Rechten und allmählich schien sie wieder der weiße Geist zu sein, der auf den Sonnenstrahlen wandelte.
Er wusste nicht, wieso. Aber er entschied sich, ihr zu folgen. Vielleicht brachte sie ihn zum Rudel und das konnte ihm in gewisser Weise ja nur recht sein. So zumindest versuchte er, es sich zurecht zu legen und gleichsam bestürzt und überrascht, dass er sich vor sich selbst rechtfertigen wollte.

Er folgte ihr lautlos und ungesehen und lief dabei in den Schatten, als sei er selbst einer davon. Ihre Vertrautheit war beinahe schon anormal, wenn er daran dachte, dass er mit einem Schatten, der ja nur dadurch zu Stande kam, dass es einen Platz gab, an dem das Licht fehlte, besser umgehen konnte, als mit einem seiner Artgenossen.
Er folgte der Fähe und wenn sein Fell aus Unachtsamkeit oder einfach, weil der Schatten nicht ausreichte oder verlassen werden musste, mit Licht in Berührung kam, jagte ihm das einen Schauer über den Rücken.
Er hielt einen besondren Abstand zu der Geisterfähe, den er mit erstaunlicher Genauigkeit einhielt. Doch je länger er ihr folgte, desto offensichtlicher wurde er. Seine Bewegungen waren immer noch lautlos und bedacht, doch er legte nicht mehr so viel Wert darauf, nicht gesehen zu werden. Er wusste nicht, warum das so war. Vielleicht wollte er es herausfordern. Was herausfordern?
Er wusste es nicht. Und langsam machte ihn diese Ungewissheit bezüglich sich selbst beinahe wahnsinnig. Doch er ließ sich nichts anmerken. Die gelben Augen spähten weiter aus den Schatten und bald war er selbst der dunkelste unter ihnen.
Das weiße Fell war wie ein Leuchtfeuer, er konnte es nicht aus den Augen verlieren. Es reflektierte die Sonne, als wolle es ihr ihre eigenen Strahlen ins Gesicht werfen und zugleich verbannte es jeden Schatten in ihrer Nähe, so schien es ihm.
Vielleicht war das auch ein Grund, weshalb er nie näher als vier Wolfslängen zu ihr aufholte. Das Licht reflektierte seine gelben Augen und das Strahlenspiel von Licht und Schatten, in dem er sich bewegte, wie auch die Fähe, war bald das einzige, was seine Augen wahrnahmen.


19.04.2007 16:02




Sindri


Obwohl Sindri die unangenehmen Gedanken verdrängte, schafften sie es immer wieder sich Bemerkbar zu machen. Was ihre Wegrichtung anging, so glaubte sie sich wieder auf dem rechten Pfad zu befinden. Trotzdem fühlte sie diese nicht greifbare, alamierende Unsicherheit
Und sie konnte nicht sagen, warum. Die kleine Fähe war noch jung, dem Welpen vermutlich näher als der erwachsenen Fähe, und sie war das erstemal von ihrer Familie getrennt, allein, in einem fremden Revier...
Natürlich redete sie sich ein, das ihre Unsicherheit Unsinn und vollkommen überflüssig war, aber das Gefühl lies sich nicht vertreiben, es blieb, wo es war. Plötzlich war da ein neuer Gedanke. Sindri erinnerte sich an ein Gespräch mit ihrem Vater, als sie noch sehr jung war.

„Sindri, vergiss niemals deinen Instinkt. Es ist das wertvollste, was ein Wolf besitzen kann. Eines Tages kann er vielleicht dein Leben retten.“
,,Aber was genau ist denn unser >Instinkt< ?“
,,Den Instinkt besitzt jeder Wolf. Er warnt uns vor Gefahr, er sorgt dafür, das wir in einem wichtigen Moment die richtigen Entscheidungen fällen. Der Instinkt liegt in deiner Nase, in deinen Augen und Ohren. Er belügt dich nie. Darum, Sindri, höre immer auf deinen Instinkt.“


.oO(Mein Instinkt...).Oo.

Sindri blieb stehen. Ihr Herz pochte, in ihrem Kopf schrie eine Stimme, das sie sich umdrehen sollte, aber die Fähe verharrte noch einige Herzschläge lang wie erstarrt, ehe sie es wagte, den Kopf zu drehen. Vor ihr stand ein Schatten. Natürlich kein Schatten im herkömmlichen Sinne, Schatten gab es zuhauf...

Allerdings hatte Sindri bisher keinen Schatten gesehen, der Augen besaß. Zwei gelbe Punkte, reflektiert von der Sonne, sahen in ihre Richtung. Nein, sie sahen Sindri an. Für den Bruchteil einer Sekunde fürchtete sich die Fähe tatsächlich, doch dann machten ihre Augen Silhouetten aus, aus dem Schatten stanzten sich Umrisse von Fell und Pfoten. Kein Dämon. Kein Schatten. Ein Wolf, genau wie sie.
Plötzlich war sie erleichtert, obgleich die Situation noch lange nicht entschärft war. Sie war trotz allem noch eine Fremde in einem fremden Revier. Ein Eindringling, was viele Wölfe als Bedrohung empfanden. Doch die kleine Fähe tat das, was sie sich vorgenommen hatte, wenn sie einem Fremden begegnen sollte.

,,Hallo. Ich grüße euch."

Sagte sie freundlich. Zeige deinem gegenüber immer den Respekt und die Höflichkeit, die du auch erwartest von ihm zurückzuerhalten.


19.04.2007 17:37




Ares


Ares folgte der Fähe lautlos und bald hatte er das Gefühl, dass sein Körper ihn nicht mehr brauchte, um vorwärts zu kommen. Als hätte er den Kampf mit seinem Herzen verloren, und füge sich nun resigniert, was es von ihm verlangte. Sein Herz…
War es wirklich sein Herz? Oder sein Verstand?
Ares konnte mit alle dem nichts anfangen, hatte er noch nie gekonnt, das war kein Geheimnis für ihn und er brauchte sich davor nicht zu rechtfertigen. Sein Verstand war das, das ihm sagte, er solle sich vorsichtig verhalten. Das, das ihm sagte, er befände sich in einem fremden Revier und jeder Wolf hatte hier das Recht, ihn anzugreifen, da er ein Eindringling war und sich bislang auch wie einer verhielt.
Sein Instinkt war ihm ebenso klar. Dieser sagte ihm, er solle laufen. Laufen. Rennen. Durch den Wald, über die Wiesen, ganz egal. Nur weg von Wölfen, weg von –
Ja, seinen Instinkt kannte er und er wusste, wann er ihn gebrauchen musste und wann nicht. Mit seinem Körper war es noch einfacher. Der Körper war im Grunde ein Werkzeug. Nur eine Hülle, damit die Seele agieren konnte. Und wenn man sich uneinig war, unterlag der einem der Parteien, meistens dem Instinkt. Es bedarf Körperbeherrschen, den Verstand siegen zu lassen und –wie er fand- Torheit, das Herz siegen zu lassen.
Das Herz war eine Sache. Eine, die er nicht verstand und die ihn seit anbeginn seiner Gedanken gestört hatte. Es war ähnlich wieder Instinkt, kämpfte aber manchmal gegen ihn. Es war aber nicht der Verstand, obgleich dieser sehr oft mit dem Instinkt im Klinsch lag. Und es war auich nicht so präsent, wie die beiden anderen Dinge. Es kam nur, wenn man es nicht brauchte und meistens verursachte es Schmerzen. Ares war sich nicht einmal sicher, dass es soetwas gab. Natürlich gab es ein Herz. Es schlug in seiner Brust, es hielt ihn am Leben und es hatte ihn sogar schon dazu gebracht, sich zu wünschen, dass es aufhörte zu schlagen. Zu pochen, zu leben.
Aber gab es das Herz wie den Verstand und den Instinkt als Stimme? War es vielleicht nicht einfach die Unentschlossenheit, die einen auf absurde Gedanken brachte? Ares kannte die Stimme seines Herzens nicht, denn bislang war es nicht mehr, als ein unangenehmes Gefühl. Jenes seltsame Gefühl, dass ihn hierher gebracht hatte. Jenes Gefühl, dass für alles verantwortlich sein würde, was nun passierte.

Als die kleine Fähe anhielt, blieb auch sein Körper stehen als hätte er es nicht besser gewusst und stand im Schatten einer Eiche. Der Baum nahm ihn ganz in sich auf und es schien ihm beinahe, als der sanfte Wind durch die Blätter fuhr, als wolle nun auch das Holz ihm raten zu gehen. Als wollten nun auch die Blätter ihn warnen. Als wollten nun auch die Wurzel ihn zurückhalten.
Doch der schwarze Rüde stand einfach nur da und als die Fähe sich umdrehte, starrte er sie an. Selbst ihre braunen Augen schienen ihm für einen Moment wie die Eiche und wollten ihn dazu bewegen, umzukehren. Doch sein Ausdruck blieb wie er war; schwarz und unergründlich.
Für einen Moment verlor er sich in dem Braun, das aussah, wie die ersten Flecken der Erde, die im Frühjahr unter der weißen Schneedecke hervortraten. Als er aber ihre Stimme hörte, erwachte er aus seinen Gedanken und sein Blick wurde wieder klar. Beinahe erschrocken stellte er fest, dass seine Gedanken nach außen gedrungen waren. Zwar waren nur die gelben Augen ein Spiegel gewesen, doch er hatte gehofft, dass er auch dies verbergen konnte.
Seine Augen waren die Verräter. In ihnen war für geübte Blicke in unvorsichtigen Momenten zu lesen, was er empfand, wie er dachte. Das grelle Gelb, das aus seinem Fell stach, wie der Mond aus der schwarzen Nacht.

Die Worte der Fähe klangen in seinen Ohren und er glaubte den Klang einer Stimme schon beinahe vergessen zu haben. Er rührte sich nicht und wartete zuerst einen kurzen Moment ab.
Bedacht und mit ruhiger, tonloser Stimme erwiderte er:


„Ihr ebenso. Verzeiht, dass ich in Euer Revier eindringe.“

Er senkte einen Moment den Kopf zum Gruß, ließ die Augen aber nicht von seinem Geist und stand auch bald wieder aufrecht im Schatten.


19.04.2007 20:00




Yago


Yagos Blick lag noch immer auf Shaiya, entspannt und unaufdringlich, eher eine tiefe Ruhe verströmend und auf eine Regung der weißen Fähe wartend. Sie schien nachdenklich, was in ihrem Kopf vorging, vermochte Yago nicht zu erraten, vielleicht drehte es sich um Slayer oder Lotus, mit beiden schien die Weiße etwas zu tun zu haben. Seltsam, Yago hatte mit niemandem außer ihr und Yari etwas zu tun. Okay, vielleicht noch mit Slayer aber Feinde hatte er sowieso überall, das zählte nicht. Shaiya hatte wohl gar keine Feinde, aber das war gut so, so würde sie niemand bedrohen, niemand ihr etwas Böses wollen, denn das hätte nur zur Folge, dass Yago wieder mehr Feinde haben würde. Aber Shaiya war für Feinde auch viel zu nett, sie nicht zu mögen war schwierig … zudem war sie schön, ja, jetzt fiel es ihm zum ersten Mal richtig auf. Ihr schneeweißes Fell, das hübsche Braun ihrer schimmernden Augen und die zierliche Gestalt. Es keimte so etwas wie Unruhe in dem Herz des Schwarzen, die er sich jedoch nicht erklären konnte, wurde aber von dem Blick Shaiyas, den sie ihm jetzt zuwandte, davon abgehalten darüber nachzudenken. Es war kein normaler Blick, den sie ihm zuwarf, er hatte den Eindruck, als würde sie in ihn hineinsehen wollen. Der sofortige Reflex Yagos war wohl angeboren, er verschloss seinen Blick noch mehr, stellte die Wärme und Freundlichkeit vor diese Mauer und versiegelte sie unüberwindbar. Zu spät erkannte er in Shaiyas Blick, dass sie wohl genau diese Mauer jetzt sah, etwas, was in die Augen eines netten Wolfes nicht gehörte. Schon unterbrach sie den Blick, sah zu Boden … beschämt. Da lief etwas schief. Oder … vielleicht auch richtig? Er war sich nicht sicher, wie Shaiyas Verhalten gerade zu deuten war, aber möglicherweise … ganz vielleicht … Sie hatte zu sprechen begonnen und Yago versuchte den Rest des Satzes aufzunehmen, wo er schon den vorherigen Teil verpasst hatte. Irgendwo hinsetzen … nun, sie saßen irgendwo. Ganz eindeutig, da waren Bäume, viele Bäume, und Gebüsch, sehr dichtes und außerdem Erde und Gras. Er überlegte sich, ob er vielleicht einen Witz daraus machen sollte, natürlich liebevoll, das würde auch die Situation entspannen, obwohl sie wahrscheinlich nur für ihn angespannt war, aber Shaiya kam ihm zuvor. Ihre Worte waren sehr unsicher, trotz des einigermaßen festen Blicks, trotzdem lösten sie noch tiefere Unruhe in Yago aus. Es war nicht so, dass sie ihn vollkommen erschütterten, dazu brauchte es mehr, aber ihm wurde klar, dass er mit der Freundschaft, oder was es auch immer war, zu Shaiya einen Weg betreten hatte, der ihn möglicherweise dazu führen würde, mehr von sich preis zu geben, als je zuvor. Es galt sich also mit der Frage zu beschäftigen, was er sagen konnte, wie viel er erzählen sollte, und, wohl das Wichtigste, was dann aus ihm und Shaiya werden würde. Seine Geschichte konnte er definitiv nicht erzählen, Shaiya würde er damit verlieren, und schon die kurze Zeit, die er jetzt darüber nachgedacht hatte, hatte ihm gezeigt, dass er Shaiya nicht verlieren wollte. Auch von seinem Selbsthass etwas zu zeigen, war unmöglich, die Weiße würde sich von ihm abwenden, ihn für bescheuert erklären. Und sein Spiel? Sollte sie erfahren, dass er jedes verdammte Gefühl nur vortäuschte? Oder halt … das war ja schon nicht mehr wahr, es gab doch Gefühle, irgendwo in ihm drin und auch wenn er sie nicht deuten konnte, so spielten sie doch eindeutig eine Rolle. Also das auch nicht … was denn dann? Das war’s doch schon, er war weder vielschichtig noch eine interessante Persönlichkeit. Nur ein verbitterter, gefühlskalter und sicht selbst hassender Mörder. Klang beeindruckend, schade, dass er Shaiya das so nicht sagen konnte. Zudem würde er damit etwas zeigen, von dem er sich selbst verbot, zu akzeptieren, dass auch er es hatte. Schwäche. Was auch immer er für ein dämlicher Wolf war, er war stark, sowohl körperlich als auch geistig und um davon wegzukommen bedurfte es mehr, als ein forschendes Auge.
Yago erhob sich ebenfalls, trat so neben Shaiya, dass sich ihre Schultern leicht berührten und sah sie mit einem verschlossenen Blick von der Seite an.

“Lass uns zu den Bergen gehen.“

Er begann zu laufen, gleichmäßig und ruhig, als hätten ihn ihre Worte nicht mal ansatzweise getroffen. Im Gehen berührte seine Flanke die Ihre und er versuchte sich davon nicht von seinen Überlegungen abhalten zu lassen. Irgendetwas antworten musste er definitiv, er konnte die Worte nicht einfach so stehen lassen, dafür waren sie viel zu wichtig und gewagt. Es verging wieder einige Zeit, in der sie stumm auf die steileren Abhänge zusteuerten, noch weiter weg von der Bergwiese mit dem Rudel, bis er schließlich zu sprechen begann, die Stimme genauso ruhig wie er schon zuvor gewirkt hatte.

“Niemand weiß etwas über mich, es bedarf Zeit, um mich kennen zu lernen. Ja, du hast Recht, wir kennen uns schon eine recht lange Zeit und wahrscheinlich bist du es von anderen Wölfen gewohnt, weit aus mehr zu erfahren. Bei mir gibt es aber auch nicht viel Interessantes, meine Augen sprechen nicht und mit Worten lässt sich wenig ausdrücken.“

Es war seltsam, Yago hatte nichts falsches sagen wollen, er hatte wirklich ehrlicher sein wollen, als je zuvor, aber wenn er jetzt über seine Worte nachdachte, so waren sie doch nur Geschwafel und teilweise war das nicht mal wirklich wahr. Was war nur mit ihm, warum sprach seine Zunge von alleine und akzeptierte keine Gedanken, die er sich manchmal wünschte auszusprechen. Er spürte etwas seltsames, ungewohntes, etwas, das andere Wölfe wohl Trauer nannten. Selbst in seinen Blick verirrte es sich, auch wenn der auf die Berge gerichtet war.


21.04.2007 11:36




Sindri


Sindri legte den Kopf schräg, dann lächelte sie verlegen. Der Rüde war höflich, zumindest waren das seine Worte, aber in seiner Stimme spiegelte sich nicht die geringste Emotion, das beunruhigte Sindri nach wie vor, auch wenn sie sich bemühte, es nicht offen zu zeigen.

,,Das hier ist nicht mein Revier, ich bin auf dem Weg zu dem Wolfsrudel, dem es gehört.“

Sie überlegte, was ein einzelner Wanderer hier suchte, der offenbar gar nicht wusste, das es ein Rudel gab, und dennoch den beschwerlichen Weg über die Berge gewählt hatte. Am liebsten hätte Sindri den Fremden mit Fragen bombardiert. Was wollte er hier? War er allein?
Und vor allem:
Warum zum Henker hatte er sie verfolgt?
Stattdessen mahnte die kleine Fähe sich zur Ruhe. Auch wenn der Fremde höflich zu ihr war, so appellierte immer noch ihr gesunder Wolfsverstand, das er wohl kaum ohne Absichten hier her gekommen und sie grundlos verfolgt hatte. Sindri hatte ein Talent dafür, gesagtes von gemeintem zu unterscheiden. Dabei achtete sie weniger darauf, was gesagt wurde, sondern mehr auf das wie. Oft verriet die Tonlage, die Mimik und Gestik mehr als das bloße gesprochene Wort, aber hier verhielt es sich komplett andersrum.

Ihr Gegenüber zeigte nicht die geringste Emotion...
Und das verunsicherte Sindri sehr.
Obwohl sie abwarten wollte, konnte sie ihre Zunge nicht züngeln, sie musste einfach fragen, auch wenn sie wusste, das sie kaum aufhören könnte, wenn sie ihrer Neugier einmal nachgegeben hatte.

,,Was sucht ihr hier?“

In Sindris Weltsicht wer jedes Lebewesen auf der Suche nach etwas. Man konnte nur dann seinen Frieden mit sich selbst finden, wenn man dieses ,,etwas“ gefunden hatte. Sindri zog es schon früh fort, anfangs ohne genau zu wissen, was sie suchte. Jetzt, in diesem wundervollen Tal, an diesem herrlichen Tag, glaubte sie es beinahe gefunden zu haben.

Ein Zuhause.


23.04.2007 17:23




Ares


Ares beobachtete diese weiße Fähe innerlich gespannt. Sie hatte nichts von einem Geist, sie schien ihm eher lebhaft und lebendig, wie der Wald, der um ihn herum sang und sich im Takt wog. Die vertraute Musik, so klangvoll und doch fremd, beruhigte ihn ein wenig.
Natürlich war die Sprache dieses Waldes anders, als die jedes anderen Waldes, das wusste er. Doch die Musik war die gleiche. Die Töne, die Intervalle. Das alles gab ihm das Gefühl, zu Hause zu sein. Das einzige, was er je gebraucht hatte; die Melodie der Wälder, der Flüsse, der Seen und Berge. Das Leben um ihn herum.
Es musste nicht einmal ein Wolf sein. Nein, wenn er es recht bedachte, wollte er gar nicht, dass ein Wolf in dieser Musik mitspielte. Denn wenn der Wolf nicht genau auf sie horchte, wie man es bei der Pirsch tat, spielte er gegen die Musik, gegen den Takt. Seine Schritte waren Synkopen gegen das Taktmaß, seine Stimme war eine Dissonanz in der Harmonie.
Ares selbst lauschte dieser Melodie entweder, oder war ein Teil von ihr. Doch wenn er mit anderen Wölfen redete, so war er selbst die Dissonanz und wenn er neben der Aufmerksamkeit, die er dem Wolf zusprach, lauschte, so klang es in seinen Ohren, als sei er ein Rabe im Morgenchor der Waldvögel. Schwarz und fehl am Platze.
Doch nun beanspruchte die weiße Fähe all seine Aufmerksamkeit und irgendwie schien sie in die Musik zu passen. Ihre eigene, feine Melodie war längst kein Teil der Musik, doch sie passte dazu. Sie war anders, aber dennoch richtig.
Als sie ihm antwortete, dass es nicht ihr Revier war, nickte er nur knapp. Dann war sie auch eine Wanderin? Aber war sie dazu nicht zu jung? Er musterte sie kurz mit ruhigem, ausdruckslosem Blick.
Sie schien ihm unruhig. Vielleicht so unruhig, wie er innerlich war. Doch er war sich sicher, dass sie es aus einem anderen Grund war. Vermutlich hatte er sie erschreckt, weil er sie verfolgt hatte. Doch er hatte nicht vor, sich zu entschuldigen, die Worte bissen in den Ohren.
Als sie ihm erklärte, sie sei auf dem Weg zu dem Rudel, nickte er kurz.
Sollte er mitgehen?
Er wusste nicht, was er wollte, doch nun war es anders. Er stand einem Wolf gegenüber; einer jungen Fähe. Nnun zählte nicht nur, was er wollte, sondern auch, was sie wollte. Er hatte sich gezeigt und damit eingewilligt, sie mitbestimmen zu lassen, was er nun tun würde.
Beinahe behutsam antwortet er:

„Ich suche nichts und finde doch alles.“

Es war eine typische Antwort, er brauchte darüber nicht einmal mehr nachzudenken. Sie hatte ihn nach etwas gefragt, dass er zum ersten nicht preisgeben wollte –zumal er es auch gar nicht wusste- und zum zweiten beschäftigte ihn gerade eine andere Frage mehr:

„Dürfte ich Euch zu dem Rudel begleiten? Denn wenn Ihr die Wahrheit sprecht, so stehe ich immer noch auf fremden Grund und bin ein Eindringling, der keiner sein will.“

Seine gelben Augen musterten sie immer noch unablässig. Sie war für ihn immer noch ein Geist. Kein Geist, wie etwas, das tot oder vergangen war. Sie hatte etwas Unwirkliches an sich, so fand er. Etwas, das er nicht kannte.
Dann fiel ihm ihre Frage wieder ein und er überlegte, er ob er nicht doch eine andere Antwort hätte geben sollen. Doch welche? Was hätte er sagen sollen? Kannte er die Antwort? Kannte er die Frage?
Ja, die Frage kannte er. Sein Herz, die lästige dritte Stimme in seinem Inneren hatte es schon oft gefragt. Manchmal besorgt, wenn er Tage lang ohne Schlaf und Fressen durch die Gegend gezogen war, manchmal höhnend, wenn er an einem Fluss der Musik gelauscht hatte. Und manchmal, so wie die Fähe, neugierig, unruhig, aufgeregt, lebendig…


23.04.2007 22:15

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
30.08.2010 21:43
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 8


Langsam schoben sich immer dickere und dunklere Wolken vor den blauen Himmel. Aus der Ferne hörte man es hin und wieder leicht grummeln. Es kündigte sich wohl ein kleines Frühjahrsgewitter an. Die Luft blieb weiterhin trocken und der Tau war bereits verschwunden. Die Sonne hatte ihren höchsten Punkt erreicht, es war Mittag.



Aiyán Tendes


Unsicher mit den Ohren zuckend blickte Aiyán Tendes hin und her. Sein Vater war auch mal aufgewacht und längst seiner Schwester hinterher, also machte es keinen Sinn mehr hinterher zu laufen. Außerdem war Sayan schon wieder nur am Rummaulen und haute dann auch noch ab. Die Ohren des Schwarzen legten sich ganz nach hinten, warum sah er ihn denn immer so eifersüchtig an? Das Gesicht verziehend drehte sich Aiyán zu Aidan um und sah, dass Shijarú sich auch zu ihnen getraut hatte.

Hallo.“

Er nickte ihr auch zu und wollte eigentlich fröhlich klingen, aber die Enttäuschung schwang noch mehr in seiner Stimme mit. Und nun? Aidan hatte sich voll und ganz seiner Schwester zugewandt, er wurde also nicht mehr benötigt. Es war gut, dass sich jemand wie sein Freund um die verängstigte Welpin kümmerte. So entschied Aiyán zumindest. Also was tat er nun? Sein Zwillingsbruder schien ja so schrecklich genervt, aber er wollte ihm trotzdem hinterher. Wie immer halt, er fühlte sich ohne Sayan so unvollständig... Unschlüssig saß er da also noch eine kleine Weile und sein Papa war auch noch immer nicht zurück. Irgendwie hatte er so ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Wo war Mama? Ah stimmt, er erinnerte sich an Toboes und Teyrms Gejaule, also sah er rasch in ihre Richtung. Da war die Silbergraue und auch so schien alles in Ordnung. Typisch sein Bruder und dessen Freund!
Eigentlich hätte Aiyán ja jetzt eher gegrinst, aber danach war ihm momentan wirklich nicht zu Mute. Als er dann auch noch hörte wie der Himmel anfing zu Grummeln, zuckte er schrecklich zusammen und preschte los, so schnell ihn die kleinen Beinchen tragen konnten. Natürlich hinter Sayan her. Leider stolperte er über seine noch viel zu großen Pfoten und legte eine Bauchlandung vor seinem Bruder hin. Kurz aufpfiepend schüttelte er dann den Kopf und sah zu dem Welpen hinauf, der ihm bis auf’s Haar glich. Unsicherheit spiegelte sich in den selben, eisblauen Augen wieder. Der Himmel gab Geräusche von sich, die er noch nie zuvor gehört hatte. Die Welpen hatten schließlich noch kein Gewitter miterlebt. (Das bitte bedenken!)

Sayan, hast du das gehört? Was war das wohl?“,

fragte er seinen Bruder aufgeregt. Die Luft roch so komisch und die Sonne war verschwunden. Außerdem spürte er in seinem Körper überall ein ungutes Kribbeln. Ob Sayan das auch spürte? Leicht zittrig rappelte sich der schwarze Welpe wieder auf und rückte ganz dicht an Sayans Seite. Hoffentlich knurrte der Himmel sie nicht noch mal an, vielleicht war er böse und dann würde ein Unglück geschehen!


25.04.2007 20:19




Lotus Haná


Lange hatte Lotus in die Augen des Rüden gesehen, voller Liebe, voller Glück und sie spürte, wie ihr Herz einen weiten Sprung voraus gemacht hatte. Alles war vollkommen in Ordnung, sie würde ihr Glück endlich gefunden habe, die ganzen Qualen und Schmerzen der letzten Zeit waren vergessen, sie hatte sich einsam gefühlt, sie hatte aber jetzt gelernt, dass es anders sein konnte, dass sie ihrer Schwester im Geiste sogar irgendwo Vorwürfe gemacht hatte, die vollkommen unnötig waren. Akarúi wollte sie schützen und es war ihr gelungen. Sie hatte ihr etwas Wichtiges gezeigt und nun hatte sie gelernt, dass alles anders laufen konnte. Doch Lotus merkte in wenigen Sekunden, Minuten wie alles zu Ende sein konnte, wie jedes Gefühl und jedes Wort nur so dahin flog und sie alleine ließ. Von dem Rüden, den sie doch so sehr liebte und das schon über einen langen Zeitraum in dem sie es nicht einmal gemerkt hatte, kam keine Antwort mehr, kein Blick, keine Reaktion. Liebte er sie vielleicht doch nicht? Hing er an etwas Vergangenen?

Du hörst mir zu, doch ich glaube du versteht kein Wort.
Denn in Gedanken bist du ganz weit fort.
Es ist so schwer dich zu verstehen wenn du nicht bei mir bist.
Du schaust mich an, doch ich weiß du siehst nicht worum es geht.
Ich möcht' dir alles sagen was mich bewegt.


Lotus erhob sich aus ihrer liegenden Position und stand zittrig und unsicher vor Torán. Ihr Blick lag fast starr auf ihn, wieso? Wieso denn nur? Keine Reaktion, keine Anteilnahme, nicht einmal ein einziger Blick, er lebte, er atmete, aber er war nicht bei ihr. Er war woanders. Lotus ging einige Pfotenlängen zurück, sah sich um. Da war dann auch noch Akarúi, die einen Gefährten gefunden hatte, die ihre niedlichen Welpen hatte und was war mit ihr? Sie hatte ja sogar einen Freund verloren, den sie sogar liebte. War sie denn wirklich nur ein Häufchen Elend? Zu nichts Nutze? Niemand war bei ihr und wenn sie jemanden gefunden hatte, dann war dieser jemand auch sofort wieder verschwunden. Mit hängendem Kopf ging Lotus langsam von Torán weg, immer wieder sah sie zurück, sah wieder zu Akarúi, nahm man sie überhaupt noch war? Oder war sie nur eine Silhouette durch die jeder hindurch sah, die niemand mehr wahr nahm? Lotus seufzte leise, blickte auf ihre Pfoten während sie langsam den Rudelplatz verließ. Torán rief nicht nach ihr, sah nicht zu ihr und kam auch nicht zu ihr, sie hatte die Chance genutzt und einen Korb bekommen, sie hatte ihn doch verloren, wo er doch nach der langen Zeit endlich wieder zurück gekommen war.
Und zu allem Überfluss und Glück welches sie hatte, würde es auch noch zu gewittern anfangen, denn die lauten Geräusche drangen zu ihren hängenden Ohren hindurch. Als sie kurz hinauf in den Himmel schielte, erschien er dunkel und kalt, vollkommen grau trotz der Mittagssonne. Sie gab es auf, man hatte sie anscheinend dazu verurteilt, einsam zu sein und das Wetter spiegelte doch wieder, was sie war. Eine kalte graue Seele mit einem Herz, dass so zerbrochen war wie ein Blitz, dass wie das Donnern schrie und dennoch keinen Erfolg dabei haben würde.

„Sinnlos…einfach nur sinnlos…“

Lotus schluckte, ging dann aber weiter Richtung Norden, sie wollte zum See, wollte ihr Spiegelbild sehen und verstehen, was falsch gelaufen war. Vielleicht sah man es ihr auch schon an, dass man ihr nicht mehr helfen konnte, vielleicht war sie wirklich so ein Fall?

Ein Blick zurück und mir wird klar, es zählt nur eins – wir werden immer Freunde sein. Nur du und ich. Ich würde alles tun – für dich! Wir haben schon so viel erlebt, es ist fast so, als wären wir immer schon zusammen….Hand in Hand….durch Dick und Dünn…
Die Freundschaft mit dir werde ich nie vergessen.
Es ist soweit. Die Zeit wird Wunden heilen. Nie war mir klar dass du und ich eines Tages auseinander gehen.
Ich fand durch dich die Kraft in mir, du gabst mir Mut, Träume wurden wahr für mich. Ich finde nie mehr einen Freund wie dich! Wir beide waren ein tolles Team, wir waren stark und wir konnten nur gewinnen. Jetzt wo wir auseinander gehen – wünsch ich mir noch einmal von vorn zu beginnen.


Lotus Pfoten bewegten sich langsam vorwärts, sie wollte anscheinend nie ankommen, wollte diesen Weg nicht zu Ende bringen, der ihr so schwer auf den Herzen lag, der sie von allen weggerissen hatte. Einen guten Freund schien sie verloren zu haben, Lotus wusste nicht, wie es denn sonst weitergehen würde und konnte. Schon bald konnte sie das Wasser sehen, noch glitzerte es, wirkte seelenruhig und verlassen, aber wollte sie es dabei belassen? War ihr denn überhaupt klar, was sie tun wollte? Was sie tat? Schon, irgendwie – vielleicht doch nur ein wenig? Seufzend endete ihr Weg am Ufer des Sees, ihr Haupt senkte sich langsam, wollte sie sich das denn antun – ja – natürlich. Langsam kam ihr eigenes Bild zum Vorschein, sie blickte hinab, zu der Fähe, die traurig war, die enttäuscht war und nicht wusste, wo sie hingehörte, wo sie war. Lotus war nicht mehr dieselbe, nicht die Lotus Haná, die fast jeder so kennen gelernt hatte. Sie war anders geworden, aber warum war ihr nur das große Rätsel. Es hatte keinen Sinn, wenn sie darüber nachdachte, wenn sie versuchte Dinge zu verstehen, die sie nicht verstehen konnte. Wohin sollte sie nun gehen? Ihr Weg konnte unendlich sein oder einfach sein Ende nehmen. Aber gab sie schon auf? Nein, sie wollte nicht aufgeben, sie konnte es auch nicht, denn dann würde sie sich noch schwächer darstellen als sie es sowieso schon war und das würde keinen Sinn ergeben. Lotus drehte sich Richtung Westen und ging langsam an dem Fluss entlang, immer wieder fiel ihr Blick auf das Wasser, welches neben ihr lag und so wunderschön und frei wirkte. Jeder einzelne Tropfen war vereint mit den anderen und zusammen bildeten sie eine große Familie, eine Seefläche, die aus ihnen allen bestand. Sie hielten zusammen und mussten sich nicht aufgeben. Aber leider hatte sie das nicht geschafft. Die weiße Fähe mit der kaputten Pfote, die zwar nicht mehr schmerzte, aber an der man genau sah, wie sie hinein gebissen hatte. Nein, Lotus bereute dies schon nicht mehr, es war ja letztlich doch gut gewesen. Mit einem Nicken blieb sie schließlich ungefähr in der Mitte der Flusslänge stehen, blickte nur noch starr hinab und ließ sich auf den Boden sinken. Eine Wanderung, eine Flucht schien unmöglich und würde ihr nichts bringen, sie spürte doch jetzt schon, wie ihre Kräfte sie verließen und ihr eine Pause schenken wollten.

Bist du glücklich wenn du morgens deinen Tag beginnst? – Nein.
Freust du dich auf das was kommen wird? – Nein.
Hast du keine Angst davor einmal allein zu sein? – Doch.

Bist du stolz darauf niemals zu verlieren? – Ich habe verloren.
Hast du Freunde die bei dir sind wenn du Hilfe brauchst? – Ich finde sie nicht.
Hast du immer jemand, der an dich glaubt? – Ich weiß es nicht.
Tust du niemals Dinge die man besser sein lassen soll? – Doch.
Bist du jemand, dem man immer vertraut? – Kann man traurigen Herzen vertrauen?

„Dann zeig mir das Licht…führe mich durch die Dunkelheit…“

Kannst du immer sagen welcher Weg der Richtige ist?
– Ich suche selbst noch.
Hast du niemals Angst dein Ziel zu verlieren? – Doch.
Kennst du alle Regeln um das Spiel zu Ende zu spielen? – Nein.
Bist du bereit alles zu riskieren? – Ja.
Sagst du niemals Worte, die du irgendwann mal bereust? – Doch.
Hältst du immer das, was du versprichst? – Ich habe nie gelogen.

Ist kein Weg zu weit? – Nein.
Und keine Mühe zu groß? – Nein.
Weißt du wirklich immer was zu tun ist? – Leider nein.

Mit einem schwachen Seufzen legte sie ihren Kopf auf die Vorderpfoten und schloss die Augen, warum dachte sie soviel nach? Vielleicht sollte sie ruhen, sie hatte verloren und musste damit leben, damit klar kommen, irgendwie würde es schon klappen.
Nimm mich bitte an die Hand und führ mich durch das fremde Land…


29.04.2007 20:47




Yari


Yari fühlte sich ähnlich der Zeit, als er verstoßen worden war. Damals war er ziellos umhergestreift, auf der Suche nach etwas in ihm selbst, das er würde akzeptieren können. Etwas, das seine Selbstachtung würde aufrecht erhalten können und es ihm vielleicht irgendwann möglich machte, je wieder gemocht zu werden. Nur durch Liebe würde er sich selbst wieder lieben können, nur durch Respekt vor einem anderen Respekt vor sich selbst gewinnen; das war alles, was er sicher gewusst hatte. Resigniert war er sich dessen bewusst gewesen, so etwas niemals finden zu können und dass es für ihn keinen anderen Ausweg gab als den Tod. Tag und Nacht waren ungeachtet ineinander übergegangen, Laute und Gerüche hatten ein überforderndes, Ekel erregendes Gemisch ergeben – alle Eindrücke waren ungeordnet und schwer auf ihn niedergeprasselt und hatten alle Poren seines Körpers und seiner Seele ausgefüllt. Die Welt war für ihn eine Bedrohung geworden. Abscheu war von ihm ausgegangen, sodass er als Gegenleistung ebenfalls nichts als Abscheu erwarten konnte. Er hatte geschrien und sollte nun erstickt werden; erhört hatte ihn keiner. Weder damals, noch heute.

Yari wusste, dass es ungerecht war, dies zu denken. Yago war seit ihrem ersten Zusammentreffen immer für ihn da gewesen. Er war seine Ergänzung, sein Gegner, wenn er Halt brauchte und sein treuer Freund, wenn er seelische Hilfe benötigte.
Sie waren ein perfektes Team gewesen, Yari hatte das Gefühl gehabt, dass es Yago gut getan hatte, in ihm einen Schützling zu haben. Und dennoch war nun alles anders gekommen. Unter Yaris Gewicht krachten einige auf dem Boden liegende, morsche Äse ein und erzeugten ein lautes Knacken. Eine widerlich freundliche weiße Fähe hatte sie entzweit. Shaiya …Yaris Lefzen kräuselten sich, so, als würde er Ekel empfinden. Seine Muskeln waren angespannt und sein Geist war auf Aggression ausgerichtet. Würde ihm nun etwas in den Weg kommen, würde er mit Sicherheit nicht lange fackeln und seine nervös aufeinander knirschenden Kiefer gebrauchen …
Just in dem Moment nahm der Schwarze zwei fremde Stimmen wahr. Er hielt gespannt inne, um kurz danach aus dem Gebüsch zu springen, auf die Fremden hinzu. Knurrend kam er mit drohender Haltung näher und fixierte abwechselnd die weiß-bräunliche Fähe und den schwarzen Rüden.

„Was habt ihr hier zu suchen?“

Sollten sie sich auch nur einen Schritt auf ihn zu bewegen, würde er womöglich völlig die Kontrolle verlieren. Er war an seinem Anfangs – und zugleich Endpunkt angelangt; er hatte nichts mehr zu verlieren.


30.04.2007 18:57




Silence Tear


Eine Weile lang beobachtete der schwarze Rüde einfach nur den anderen Rüden in seiner Panik, doch nach kurzer Zeit, nahm er ihn gar nicht mehr wirklich war. Irgendwie war es wie ein Stück Erinnerung die aus ihm herausgebrochen war und nun erneut geschehen war. Die ganze vorherige Zeit hatte er versucht diesen Impulsgedanken zu unterbinden, doch im Endeffeckt hatte es nichts gebracht, jener Gedanke, jene Erinnerung war wieder da, riss ihn zu Boden, ertränkte ihn aufs neue. Er wusste nicht genau wieso, dennoch schien es ihn einen Moment lang von den Pfoten reißen zu wollen, die stahlblauen verengten sich, suchten einen Punkt zum fixieren, zum ausbrechen. Doch schien nichts seinen Fall stoppen zu wollen. War es ein Fluch? War er verflucht, dass immer immer wieder Klippen etwas besiegelten? Warum? Warum immer wieder dieser Abgrund? Ihn selbst zog er immer nur in seinem Kopf in diue Tiefe, so verdammt oft, er war depressiv, in dieser hinsicht, eine verfluchte, geschundene Seele, ohne Chance auf vollkommene Rettung.Zwar hatten Kiba und die anderen viel ausgemacht, ohja, sie hatten ihn in der letzten Zeit vor so vielen Schlimmen Gedanken bewahrt. Und dennoch konnten sie ihn vor diesen anderen Gedanken nicht schützen. Sie konnten ihn nicht vor sich selbst schützen, dies wäre ein vergeblicher Versuch gewesen. Und es war doch auch immer so, das die Menschen die einem am nahsten standen, einen auch am meisten traurig machten. Er wollte beides eigentlich nicht mehr, er wollte nicht traurig sein, weder wegen Erinnerung, noch wegen jener die er so gern hatte. Dennoch konnte er nach wie vor gegen nichts ausrichten. sein Blick tastete den Abgrund ab. Er könnte springen und somit allem leiden entgehen, doch wollte er das wirklich? Wollte er wirklich alle hier allein lassen? Allein mit ihrem Leben, in das er eigentlich auch gehörte? Sie würden um ihn trauern wenn er nicht mehr da war. dessen war er sich sicher, er wollte sie nicht allein lassen, keinen von ihnen. Weder Kiba, noch Yosó, Adali oder gar Jeanne, niemanden, sie waren doch zu einem so wichtigen Teilstück seines Lebens geworden. Und auch wenn ihn so mancher heftige Schlag zurück warf, er würde wegen ihnen nicht aufgeben, oder? Nein, niemals... er lebte für sie, ganz allein für sie, für seine Familie, seine Freunde, die nun schon seit einiger Zeit für ihn da waren, niemals würde er sie allein lassen, niemals! Doch wie sollte man Depression aus einer Seele heraus bekommen? Tat er denn nicht schon alles dafür damit er jene die er liebte nicht mit runtwerzog? War das denn auch falsch? Er hatte angst davor gesagt zu bekommen das er alle nur noch traurig machte. Entfernten sie sich von ihm? Entfernte er sich dann von ihnen? Was sollte er also tun? Stumm schüttelte er in Gedanken den Kopf, in der Realität stand er noch immer reglos da, den Blick auf den Abgrund gerichtet.War er wirklich der, für den ihn alle hielten? Alle schienen ihn für so stark zu halten, doch er war nicht stark. Er war schwächer als jemals zuvor wenn er nun alleine war, er vernichtete sich schon ganz alleine, ohne hilfe anderer. Was würde also passieren wenn die anderen anfingen ihn ebenfalls runterzuziehen, wenn er wirklich nur noch deprimiert sein würde. Würde er das überstehen? Und wenn er es gar nicht war und vorgeworfen bekam, würde er das überstehen? Allein der Gedanke daran setzte dem schwarzen Rüden zu, doch entfliehen konnte er ihnen nicht, dafür saß er zu tief in seiner Angst. Die Angst vor seinem eigenen Leben.
Erst Danley's verängstigte Simme riss den Rüden aus seinen Gedanken, doch Antwort wusste er ihm darauf nicht zu geben. Was würde nun geschehen? Sie würden zurück zum Rudel gehen, alleine, ohne die verstorbene Welpin und dann würde Danley wohl erst einmal Kiba Rede und Antwort stehen müssen. Kurz stuppste er ihn an, fast wie zur Antwort, doch im selben Moment ertönte über ihren Köpfen ein leichtes grummeln. Der stahlblaue Blick des Alpharüden richtete sich zu dem Himmelszelt empor, die Sonne stand bereits hoch am Himmel, er hatte die Zeit nicht bedacht die sie inzwischen nun schon hier standen. Es schien inzwischen mittag geworden zu sein, doch kein normaler Mittag, es war dieses grummeln und das sonderbare Gefühl in seinem Kopf, das ihm gebot vorsicht walten zu lassen.

"Wir sollten die Pfoten in die Hand nehmen und von hier verschwinden... ich habe kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache..."

ließ er mit leiser Stimme verlauten, ehe er sich umdrehte und mit raschen Bewegungen den Rudelplatz ansteuerte. Er wusste das das Rudel ihn brauchte, so sehr, wie er sie brauchte. Lange konnte er nicht mehr weg bleiben. Ohne mit einem letzten Blick auf den Abgrund und wohlwissen das er seiner Tochter nun ein steinerndes Grab bieten würde, erhöhte er sein Tempo etwas. Es gab keinerlei Grund mehr hier zu verweilen...


01.05.2007 19:32


Die Spannung in der Luft wurde immer deutlicher spürbar und das Grummeln lauter. Langsam sah man vereinzelte Blitze hinter den Wolken aufleuchten, ein paar zuckten schon durch sie hindurch. Doch plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Donner und zeitgleich ging mit ihm ein greller Blitz zu Boden, zerteilte sich jedoch noch vorher und schlug gleich doppelt ein. Einmal ganz in der Nähe des Rudels, dort wo die Baumgruppen aufhörten und die Wiese anfing, und dann noch fast an der Stelle, wo sich in etwa Silence Tear und Danley Lanés nun befinden mussten. Langsam sah man Rauch aufsteigen, das Knistern in der Luft wurde deutlicher und ein rötlicher Schimmer legte sich über den Wald und leuchtete schwach zwischen den Bäumen.
Fast das Gleiche spielte sich noch an anderer Stelle ab. Jedoch war es nur ein Blitz, der viel weiter vom Rudel entfernt im Nightwish Wald einschlug. Noch wusste ja keiner, dass sich auch dort, fast an der selben Stelle, Wölfe befanden. Noch mehr Rauch stieg auf und die trockenen Äste der Bäume fingen schnell Feuer. Es würde sich schnell ausbreiten, also war nun nur noch fliehen angesagt!




Kiba Telay


Als der weiße Rüde anfing zu reden, wandte Kiba Telay ihm den eisblauen Blick zu. Sie mochte zwar eine überaus warmherzige Wölfin sein, autoritär war sie dennoch ebenso. Klar und deutlich behielt sie den Augenkontakt mit dem älteren Rüden, zuckte auch mit keiner Mimik, als der Weiße erwähnte, dass er ebenfalls einmal Alpha gewesen war. Für jeden ging die Zeit als Alphawolf irgendwann einmal zuende, auch für sie – irgendwann. Seinen Respekt bekam er dennoch, aber als ehemaliger Leitwolf hatte er trotzdem eine entscheidene Regel verletzt.

Seal … Aber auch ein ehemaliger Leitwolf hätte sich anmelden können, bevor er dieses Revier betrat. Diese Regel müsste dir doch sehr geläufig sein? Aber nun gut, belassen wir es dabei.“

Die Silbergraue verlor ihr Lächeln nicht, auch wenn man das grade fast schon als einen Tadel bezeichnen konnte. Die Tears of Destiny waren nun einmal ihr Rudel. Ihr heller Blick wanderte zu den Welpen, als sich die Ohren nach hinten drehten und ein Grummeln aus der Ferne wahr nahmen. Argwöhnisch blickte Kiba in den Himmel und betrachtete die grauen Wolken. Sie kannte dieses Land, ein Frühjahrsgewitter kündigte sich an. Und die große Fähe wusste, dass diese sehr gefährlich werden konnten. Prüfend glitt ihr Blick weiter über das Rudel und sie stellte fest, das noch immer nicht alle beisammen waren. Danley Lanés fehlte, Yago, Shaiya und Lotus Haná ebenso. Sie schaute zu ihrer Familie und erkannte mit mulmigem Gefühl, das ihre Tochter Talví, sowohl ihr Gefährte Silence Tear auch nicht da waren. Sie atmete tief durch, sie würden schon alle wieder kommen. Dann aber wurde es über ihnen lauter, die dunklen Ohren der Fähe legten sich an den Hinterkopf. Plötzlich blendete sie ein greller Blitz und ein tosender Donner zerriss ihr fast das Trommelfell. Aufgescheucht wirbelte die Leitwölfin zum Wald herum und witterte den Rauch schon bevor er sichtbar wurde. Verdammt! Ihre Instinkte schalteten blitzschnell, sofort schoss sie zu den zwei Welpen hinüber, die hier bei ihr, Jeanne und Seal waren, packte beide rasch und dennoch vorsichtig im Genick. Die eisblauen Augen wanderten zu dem weißen Rüden und Jeanne hinüber.

Schnell! Kommt vom Wald weg!“

Ihr Gehirn registrierte die Gefahr, während ihr Herz anfing sich gegen ihre Flucht zu wehren. Ihre Tochter! Ihr geliebter Rüde! Sie wahren doch noch da drin! Fast schon wollten ihre Läufe den Dienst verweigern, da gab sich die Graugestromte einen Ruck und rannte los, mitten in die Wolfsschar hinein, die sich hier überall auf dem Platz verzweigt hatte. Rasch setzte sie die zwei Welpen ab und hob den Kopf. Hier konnte man sie gut sehen.

Jeder der in der Nähe eines Welpen ist schnappt sich diesen und folgt mir! Der Wald brennt und das Feuer wird sich schnell ausbreiten! Wir müssen zum Waldsee weiter unten im Tal kommen!“


Kiba Telay wusste, dass der Weg recht weit war und sie wusste auch nicht genau über die Verfassung so mancher Wölfe bescheid. Sie wusste nur, dass jetzt schnelles Handeln gefragt war, vor allem die Welpen mussten gerettet werden! Mehr als diese Zwei konnte sie nun wirklich nicht tragen. Dennoch musste sie warten, bis Bewegung in das Rudel kam. Sie suchte nach Yosó und Adali, hoffte das sie eben so schnell schalten würden.


01.05.2007 22:54




Sindri


Sindris Kopf legte sich erneut auf die Seite, und ein verwirrter Funke blitzte in ihren Augen. Sie war kein Freund von Wortspielen oder Rätseln, wenn jemand etwas zu sagen hatte, so sollte er sprechen, was ihm auf dem Herzen lag. Verschachtelte, in Metaphern gekleidete Sätze machten das verstehen unnötig schwer.
Diese seltsame Ausdrucksweise gepaart mit der fehlenden Emotionalität ließ Sindris Gefühl in Gegenwart dieses Rüden nicht besser werden.
Sie selbst pflegte es, mit offenen Karten zu spielen, aber dieser Wolf schien ihr Gegenpol zu sein, der genau gegenteilig zu fühlen oder zu handeln schien. Emotionen waren sehr wichtig für die kleine Weiße, dabei war es egal ob es sich dabei um positive oder negative Emotionen handelte. Auch Hass war ein Gefühl, das viel über seinen Besitzer verraten konnte, wenn er es denn zuließe. Aber in diesem Fall fand Sindri nicht eine einzige Gemütsbewegung, und das verunsicherte die Fähe sehr. Am liebsten hätte sie den Rüden gefragt was er damit meinte und ihn gebeten sich zu erklären, aber zunächst bezweifelte sie überhaupt eine Antwort zu erhalten, und außerdem hatte der Wunsch des Fremden Vorrang.
Sie nickte und schenkte ihm ein aufforderndes Lächeln.

,,Natürlich könnt ihr mich begleiten. Mein Name lautet Sindri, und...deiner?“

Eine gewisse Höflichkeit in allen Ehren, aber Sindri mochte Formalitäten noch nie. Gewiss sollte man seinem Gegenüber mit dem nötigen Respekt begegnen, aber spätestens wenn man den Namen des anderen kennt und sogar gleiche Pfade beschreitet, dann ist man sich auch nicht mehr fremd. Und Respekt zeigt sich sowieso durch mehr als nur durch bloße Worthülsen.
In der kleinen Fähe tobte ein stiller Sturm. Erst war sie voller Tatendrang und Enthusiasmus in dieses Revier gekommen, war dann erfüllt von Freude, als sie von der Alpha Willkommen geheißen wurde und bleiben durfte. Dann war sie verunsichert, hatte Angst... und jetzt?
Sie wusste es nicht. Einerseits empfand sie die Gesellschaft des Rüden als sehr unangenehm, aber andererseits freute sich ein Teil in ihr, das sie nun nicht mehr allein war und seltsamerweise weckte er in ihr den Drang, hinter sie Fassade aus Emotionslosigkeit zu blicken. Sie wollte verstehen.
Ihr Ohr zuckte.
Das war mittlerweile eine ganz automatische Handlung. Der Muskel bewegte sich in die entsprechende Richtung, ohne das der Ton noch den Umweg über den Verstand nehmen musste.
Langsam drehte die kleine Fähe den Kopf, als der schwarze Wolf aus dem Dickicht sprang.
Sindri machte einen erschrockenen Satz nach hinten. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie hatte den Fremden weder kommen hören noch wittern können. Für den Moment war sie sprachlos, das alles war zuviel für sie. Das neue Revier, die neuen Eindrücke, die neuen Gerüche, Fremde die ihre Absichten nicht zeigten und solche, die sie nun mehr als deutlich zeigten. Zum ersten mal seit sie ihre Reise begonnen hatte, zweifelte Sindri daran, ob es die richtige Endscheidung gewesen war. Die kleine Fähe war noch ein Jährling, mehr Welpe als ausgewachsene Fähe. Sie wusste nicht, wie man sich verhielt in solchen Situationen, sie hatte so etwas noch nie erlebt, sie wünschte sich, nicht hier zu sein, sondern weit weg...
Mit einem Ohrenbetäubenden Knall krachte ein Blitz in einen nahegelegen Baum. Zerfetztes Holz flog durch die Luft wie ein verirrter Bienenschwarm und verdunkelte den Himmel. Sindri legte sich so flach auf den Boden, das sie am liebsten mit ihm verschmolzen wäre. Sie zitterte am ganzen Leib, und merkte noch nicht einmal den Geruch des Feuers, der sich langsam ausbreitete. Der Schock hatte die Fähe gelähmt.


02.05.2007 10:38




Yumé


Mit der Zeit war die kleine Schwarze wieder eingeschlafen, auch wenn sich der Tumult nicht gelegt hatte. Im Gegenteil. Mürrisch hatte sie die kleinen Ohren angelegt und sich ganz dicht an ihren Vater gekuschelt, um durch das dichte Fell die Geräusche möglichst ab zu dämpfen. Klar, das ihr das auf Dauer nicht gelang, aber das sie durch einen ohrenbetäubenden Knall aufwachte, hätte sie nun auch wieder nicht gedacht. Aufgescheucht sprang Yumé jäh hoch. Was war denn das? Die Augen der Kleinen starrten in den Himmel, der sie angeknurrt hatte. Und nun flogen am Himmel so seltsam helle Dinger vorbei, die zischten und krachten, das es in ihrem Kopf brummte.

"Papa! Was ist das?"

,fragte sie ihren Vater verschreckt. Ihr Augen wanderten umher, auch die anderen Welpen wussten nicht weiter. Verzweifelt blickte sie sich nach ihrer Mutter um. Da! Sie stand ein paar Meter weiter bei einem Wolf, der wohl gerade zum Rudel hinzu gekommen war.

"Mama!"

Ihre Stimme wurde von einem so lauten Knall übertönt und auch ihr panischer Schrei ging völlig darin unter. Es war laut und es war hell. Zudem roch es plötzlich so komisch. Hals über Kopf stürmte sie los, so schnell, wie sie ihre Läufe schon tragen konnten. Völlig in Panik versetzt, bekam sie nicht mehr mit, was Kiba sagte: Sie sollten unter keinen Umständen in den Wald gehen!
Hastig stolperte sie auf die Bäume zu, in der Hoffnung, sich dort verstecken zu können, wenn der Himmel sie wieder anbrüllte.


02.05.2007 17:19




Adali


Mit gutmütigem und aufmunternden Lächeln sah die schwarze Phönixwölfin den Fremden kurz an, der sich in Schweigen hüllte. Nun gut, sie ging einfach Mal davon aus, das er eben keine weiteren Fragen hatte und auch nichts mehr weiter zu erzählen hatte. Es gab Wölfe, die nicht an viele Worte gebunden waren. Sie selber war auch nicht die Redseligste, so konnte sie es umso besser nachvollziehen. Also nickte sie dem Rüden noch mal zu, er konnte sich ja ein wenig umsehen, als ihre Gedanken, die sich zu ihrer Familie zurück stehlen wollten von einem Lärm zurück gedrängt wurden. Was war denn da schon wieder los? Sie hatte gar nicht bemerkt, wie sich der Himmel zugezogen hatte. Erst als laute Rufe, wohl von den Welpen an ihre Ohren drangen, wurde es ihr bewusst. Nur keine Panik ausbrechen lassen! Dies war wohl ein Sommergewitter. In ihrer alten Heimat nichts Ungewöhnliches. Gerade wollte sie zu den Welpen gehen und ihnen gut zureden, als ein ohrenbetäubender Lärm die Nachtflamme herumwirbeln und gleichzeitig zusammen zucken ließ. Im Anschluss schoss ein Blitz vom Himmel, der sie blendete, so das sie die Augen schließen musste. Was zum Henker war da los? Als sich die flammenden Augen wieder öffneten, stieg ihr auch schon der wohl bekannte Geruch in die Nase. Feuer! In der Wüste mit einem aktiven Vulkan aufgewachsen, der immer wieder Feuer spie, erkannte sie diesen Geruch sofort. Dennoch durfte jetzt keine Panik ausbrechen. Schnell lief sie ein paar Meter zurück, als auch schon Kiba mit den beiden Welpen im Maul angelaufen kam. Der wachsame Blick Adali’ s schaltete sofort, dass die Lage ernst war. Stumm und mit ernster, besorgter Mine lauschte sie der Alpha. Sie hatte recht, die Feuerbrunst, die sich bei dieser Trockenheit wohl rasendschnell ausbreiten würde, würde bloß vor Wasser halt machen. Sie mussten handeln, alle und zwar schnell. Von ihrer Seite her bedurfte es keine weiteren Worte. Die Anweisung war klipp und klar und sofort aus zu führen. Sie wollte so schnell es nur möglich war zu ihrer Familie zurück. Ihr Blick hielt sich an dem Diamanten fest. Sie mussten weg von hier und zwar sofort. Wie geschockt war sie, als sie bei dem Schwarzen bloß noch Sheyna sah, die zwischen den Pranken ihres Vaters hockte. Wo waren Aidan, Teyrm und Yumé, die stille Träumerin? Die flammenden Bernsteine jagten über den Rudelplatz. Da war ihr Erstgeborener Aidan bei Shijarú, der schüchternen Grauen, Teyrm erkannte sie weiter hinten. Ihr aschfarbener Sohn war wohl mit seinem Freund Toboe bei Jeanne, um diese ein wenig auf zu mischen, bis Kiba diese beiden mit nahm. Adali vertraute der Alpha, sie würde die beiden Wildfänge schon mitnehmen. Aber wo war Yumé abgeblieben? Sie konnte ihre Fährte wittern, sie war doch nicht etwa...Sie folgte der Spur und hob entsetzt den Kopf. Die Fährte ihrer Tochter führte in den Wald hinein, geradewegs da hin, wo der Blitz eingeschlagen hatte und schon blad die Flammen hoch züngeln würden. Alles drehte sich vor ihren Augen, als würde sie sich immer weiter im Kreis rennen. Ihr wurde schwindelig und einen kurzen Augenblick knickten ihre Läufe ein Stück weit ein, wollten ihr den Dienst verweigern. Doch es ging um ihre Tochter, ihre Familie! Ohne ein weiteres Wort zu verlieren rannte sie los. Kraftvoll stieß sich die schlanke Fähe vom Boden ab, doch kam es ihr vor, als würde dieser Wellen schlagen, bloß um sie aus zu bremsen. Schnell. Schneller! Verzweifelt legte sie die Ohren an. Das konnte doch alles nicht wahr sein, das musste ein Albtraum ein schrecklicher Irrtum sein. Yumé war NICHT dort drin. Traurigerweise täuschte ihre Nase sie nicht. Ihr kleine schwarze Tochter war in den Wald gerannt.

02.05.2007 17:19




Sheyna Ayáru


Schweigend hockte die kleine Fähe bei ihrem Vater, dicht an diesen geschmiegt. So wollte sie bleiben, für immer und für alle Zeiten. Ihr Vater gab ihr Wärme und Schutz, nach der sie sich sehnte, die sie auch brauchte. Sie verstand es nicht. Ihr Vater hatte sie lieb, auch wenn sie doch ein Monster war. Aber es füllte ihr Herz, das er sie lieb hatte und es beruhigte sie, das er bei ihr bleiben würde. Die aufgewühlten Gefühle Sheynas beruhigten sich etwas. Vielleicht hatte sie sich bloß getäuscht und ihr Bruder hatte ihr einen Streich gespielt. Einen schlechten Scherz, aber auch er hatte sie wohl gern, sonst wäre er nicht immer so lieb zu ihr. Als ein lauter Knall ertönte sprang sie vor Schreck ihrem Vater an die Kehle oder zumindest in diese Richtung.

"Papa! Was war das? Ich habe Angst. Da ist ein Monster im Himmel. Ein Monster so wie ich, das will uns alle aufessen! Papa! Hilfe!"

Verschreckt und verwirrt presste sie sich noch mehr an ihren Vater. Ihr kleines Herz schlug schnell, es klopfte stechend gegen ihre Brust. Wo waren ihre Mutter und ihre Geschwister? Das ihre Schwester Yumé davon rannte, bekam sie in ihrer eigenen Panik nicht mit und auch nicht, das ihre Mutter hinterher lief. Aidan. Wo war ihr lieber Bruder? Hecktisch sah sie sich um, nur halb vom Schutzbietenden Körper Yosós. Da war er, bei der Tochter von Kiba und Silence. Die Graue hatte gerade gesprochen. Was war los? Sie hatte nicht hin gehört, zu sehr war sie mit dem Monster im Himmel beschäftigt, das sie alle aufessen würde. Dessen war sie sich ganz, ganz sicher.

"Paapaaa! Das Monster wird uns alle aufessen! Müssen...müssen wir jetzt sterben? Ich will noch nicht sterben, Papa!"

Das blanke Entsetzten stand in den grauen Augen, während sie aufgelöst im schwarzen Fell herumwuselte. Konnte ihr starker Vater sie vor dem Himmelsmonster, das mit Lichtkrallen schon den Himmel zerschnitt, beschützen?


02.05.2007 17:44




Pyry Phirun


Gleichmäßig hatte sich der Brustkorb des Welpen gehoben, auf und ab, auf und ab, es schien als Folge seine Atmung einem ganz bestimmten Rhythmus. Die sandbraunen Augen waren geschlossen, sein Körper lag teils eingerollt, teils ausgestreckt auf dem Gras, er schien so friedlich und niedlich, der kleine, graue Welpe. Doch er schlief nicht. Er war nicht friedlich und niedlich erst recht nicht. Wer in seine Augen blickte, der sah den Vater in den Seelenspiegeln, er war ihm aus dem Gesicht geschnitten und ihre Charaktere waren fast zum verwechseln ähnlich. Jedoch leugnete Pyry Phirun das, an jedem Tag an dem er lebte leugnete er die Existenz seines Vaters, diesem verdammten Rüden! Er war unvollständig, er war nicht das wofür er sich hielt, wäre er so wie Yosó oder Silence Tear, tiefschwarz vom Fell, dann könnte er ihn vielleicht akzeptieren, aber er musste ja grau wie jeder andere Wolf sein. Grau war keine Farbe der Macht und des Stolzes, sie unterschätzten ihn alle, wie konnte er das aushalten? Er hasste es unterschätzt zu werden, er hasste es, beurteilt zu werden, denn sie kannten ihn alle nicht, nein er war anders! Wie die Stimme in seinem Kopf es ihm einbläute an jedem Tag, in jeder Nacht, selbst in seinen Träumen, er war anders, er war besonders, er war verhasst und verleugnet von seinem eigenen Vater, doch das kümmerte ihn nicht. Die Stimme hatte Recht, der Gamma war ein Schwächling, ein elendiger Feigling, den er aus dem Weg räumen musste, damit er an Silence und Yosó rankam, dann würde er die zwei beseitigen...aber erst hieß es sich hier weg zu schleichen.
Langsam öffnete der Graue die sandbraunen Seelenspiegel und ließ den Blick aufmerksam umherwandern. Da war dieser seltsame Rüde, der sich selbst Bruder seiner Mutter nannte, hätte er sie bloß angefallen, vielleicht hätte Mitsah sie dann beschützt und wäre nun tot? Ach nein, er würde sie nicht retten, oder? Ihm lag nichts an seiner Familie, doch sein Stolz war soeben verletzt worden, deswegen hatte er diesen seltsamen Rüden zurecht gewiesen. Was wollte der Fremde hier? Er war nutzlos und schien sehr nervig...oder konnte er doch hilfreich sein? Vielleicht würde er irgendwie einen Kampf mit seinem Vater heraus fordern können? Auch wenn der Fremde sicher verlieren würde, so konnte er Mitsah schwer verletzten und somit würde sein Vater ein leichtes Opfer für ihn sein...
Ein fremdartiger Geruch kroch ihm langsam in die Nase, was war das? Und wieder begann die Stimme in ihm zu sprechen, er sollte dem Geruch folgen, sein Herz sehnte sich danach, er wusste nicht woher, doch in seinem Kopf assoziierte er den fremden Geruch mit dem Tod, mit Hass und Zorn und wie magisch angezogen wurde er von diesem Kribbeln, welches der Geruch in ihm auslöste. Er musste dorthin, dort wo die Baumgrippe anfing und die Wiese aufhörte, es war ganz in der Nähe. Ein unterdrücktes Grollen entfuhr der Kehle des Welpen, der sich mit vorsichtigen Schritten erhob und sich umdrehte, er durfte nur keinen Laut machen... verdammt! Sein Blick huschte zum Boden, er war auf einen kleinen Ast getreten, welcher unter seiner Pfote geknackt hatte, hatte jemand es mitbekommen? Aus den Augenwinkeln heraus, blickte Pyry zu seinem Vater und seiner Mutter - und natürlich hatte er es gemerkt, wieso merkte er immer alles? Seine Lefzen zuckten kurz hoch, doch dann entspannte er sie wieder, schüttelte den Kopf und zog sich mit zügigen Schritten zurück. Wenn er Mitsah schlagen wollte, dann musste er von ihm lernen, anders ging es nicht, aber dann würden alle wieder sagen, er sei wie sein Vater! Er war aber nicht wie sein Vater, er war ganz anders, sie hatten keinerlei Ähnlichkeit, er war kein Feigling wie sein Vater, er war besser, er würde stärker werden, als er. Mit einem größeren Satz verschwand der Welpe aus dem Sichtfeld seiner Eltern, dem Fremden und seiner Schwester, er wollte dort hin, wo dieser Geruch herkam, er musste zur Quelle, er musste sich besehen, was in ihm diese Gier erweckte. Seine Pfoten bewegten sich schneller als sonst und in der Weite erhaschten seine Augen das was in anzog, ein schwacher roter Schimmer rang sich zwischen den Bäumen hindurch, ein amüsiertes Lächeln legte sich auf die Lefzen des Welpen, der dem Feuer immer näher kam.


03.05.2007 15:26




Akarúi


Argwöhnisch beobachtete Akarúi den Grauweißen, der vor ihrem Gefährten und ihr mit eingeklemmter Rute da lag, immer wieder leise wimmernde Laute ausstieß, aus hellbraunen Augen. Der Rüde hatte wirklich den Anschein, als würde er keiner Fliege etwas vorsätzlich zu Leide tun können, aber immerhin aus Versehen. Seine ganze Ausstrahlung spiegelte dies wieder, und wäre die Weiße eine unbeteiligte Zuschauerin gewesen, hätte sie sich sicher nichts dabei gedacht und wäre ihrer Wege gegangen, wären sie sich auf ihrer Wanderung begegnet. Doch nun, in diesem Moment, hütete sie sich davor, diesen Gedanken, dass an diesem Rüden auch nur ein Bisschen harmlos war, anzunehmen. Um sich machte sie sich keine Sorgen, um die Welpen schon. Vorsicht war schließlich besser als Nachsicht.
Ihr linkes Ohr drehte sich sacht zur Seite, als die Stimme des Grauen erklang, tief und dunkel wie immer, ohne jegliche Gefühlsregung, einfach nur kalt. So, als wäre für ihn die jetzige Situation völlig uninteressant und das Verhalten des Fremden ihm völlig gleich. Das es nicht so war, konnte sie nur erraten, war sie sich dem Grauen doch nie sicher. Er ließ nichts nach außen dringen, was er nicht von sich aus zeigen wollte. Wie ein Stein, den man erst aufbrechen musste, um zu erkennen was in ihm steckte. Die Weiße verzog innerlich die dunklen Leftzen bei solch einem Gedanken, als wenn Mitsah so etwas zulassen würde. Schweigend lauschte sie seinen Worten, während sie den Grauweißen mit ihren hellbraunen Augen weiterhin aufmerksam musternd fixierte. Nach diesen Worten musste ihm klar sein, in welcher unglücklichen Lage er sich befand und wo sein Platz in dem Rudel war. Fast regte sich so etwas wie Mitleid in Akarúi, denn sie würde in gar keinem Fall mit dem Fremden tauschen wollen, wenn der Graue ihr Gegner war, doch eben nur fast. Immerhin hatte der Grauweiße es sich selbst zuzuschreiben, sich in solch einer Lage zu befinden. Mitsah hasste es wie die Pest, wenn ihm auf der Nase herumgetanzt wird oder man sich ihm widersetzte, dies war sich die Weiße durchaus bewusst, kannte sie es doch davon her, wenn sie den Grauen ärgern wollte, so dass sie schwieg und nur weiter den Fremden angenervt taxierte, der sich in diesem Moment wie in Zeitlupe erhob, die Ohren sacht angewinkelt, die Rute locker herunterbaumelnd. Nur mit mäßigem Interesse nahm sie zur Kenntnis, dass hin und wieder ein leichtes Zittern durch den Körper des Fremden ging, ganz so, als hätte ihm plötzlich jeglicher Mut, jegliche Freude und jegliche Kraft verlassen. Das es nicht so war, ließ der folgende Blick erahnen, den er ihnen schenkte. Akarúi zuckte unmerklich zusammen, als Hellbraun auf Ozeanblau traf, solch einen Blick war sie nicht gewohnt, von Námida vielleicht. Doch nicht der Blick irritierte sie sonderlich, viel mehr war es die außergewöhnliche Farbe der Augen des Grauweißen. Sie waren ihr so vertraut, doch wiederum auch nicht. Neugier machte sich in ihr breit, den Fremden einfach zu fragen wer er denn nun sei, doch sie fürchtete sich auch unbewusst vor einer Antwort, die ihr Leben total ändern konnte. Früher einmal, wäre es ihr sicherlich egal gewesen und sie hätte sofort nach einer Antwort verlangt, wie dieser Rüde auf die Idee kam, sie ,,geliebte Aka“ zu nennen, doch nun hatte sie eine Familie und musste anders reagieren und handeln.
Mit diesem Gedanken wandte sie ihre Aufmerksamkeit ganz dem Grauweißen zu, der gerade zu sprechen anfing und seine Worte klangen in ihren Ohren, als wären sie nicht real, als wäre der Rüde stumm geblieben und hätte nicht diese Worte gesprochen, die sie nie vermutet hätte irgendwann zu hören zu bekommen. Es war viel mehr eine Überraschung für sie, als ein Schock. Ihre Gedanken rasten nicht, sondern formten langsam erklärbare Lösungen für Worte, die sie erst zum Schmunzeln und dann zu einem leisen Lachen brachten. Sie wollte den Rüden nicht kränken, so dass sie nicht laut herauslachte, doch viel fehlte nicht mehr dazu. Die Behauptung war einfach zu komisch, sie hatte einst einen Bruder gehabt oder hatte ihn noch immer, aber wo dieser sich aufhielt war ihr nicht bekannt und das sich ausgerechnet ihre Wege hier kreuzen würden, hielt sie so ziemlich unwahrscheinlich. Es wäre so etwas wie Schicksal und an Schicksal glaubte sie nun einmal nicht und würde sie auch nie daran glauben. An einen Zufall schon eher, Zufälle passierten, aber von Schicksal zu sprechen wäre für sie Unsinn. Mit diesem Gedanken und einem Lachen auf den Leftzen richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Grauweißen. Doch bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte, erklang leises Grummeln. Erst in längeren Abständen, dann in immer Kürzeren.

.oO(Ein Gewitter?)Oo.

Der Fremde war für sie nicht sonderlich von Interesse im den Moment, als sie den Kopf ein klein Wenig gen´Himmel hob und den sich durch dicke und dunkle Wolken verzogenen Himmel argwöhnisch und Böses ahnend betrachtete. Die Spannung lag deutlich spürbar in der Luft, Blitze leuchteten wie lange Schlangen am Himmel auf. Dies hatte mit Sicherheit nichts Gutes zu bedeuten. Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Donner, der ihr fast das Trommelfell zu zerreißen drohte, so laut war dieser und noch bevor sie den grauen Rauch sah, nahm sie den Geruch des Feuers wahr und das Knistern drang an ihre Ohren. Zusammengezuckt während des ohrenbetäubenden Donners, wandte sie das Haupt ab, ließ den Blick ihrer hellbraunen Augen prüfend zu der Stelle schweifen, an dem sie ihre Welpen gelassen hatte. Mit Erleichterung fiel ihr Blick auf ihre kleine Tochter Námida, doch als sie nach ihrem Sohn suchte, erhaschte sie nur noch einen kurzen Blick auf diesen.

,,Pyry Phirun!“

Ihr Ruf war laut, doch sie wusste, dass ihr Sohn nicht auf ihn hören würde. Er war seinem Vater nicht nur äußerlich ähnlich, auch vom Charakter her. Ab und zu erschreckte sie der Ausdruck dieses abgrundtiefen Hasses in den sandbraunen Augen ihres Sohnes, den sie immer dann erblickte, wenn Mitsah sich in seiner Nähe befand. Ebenso irritierte sie seine Intelligenz. Nicht das sie nicht so etwas wie stolz empfand, doch es schien nicht die Intelligenz eines Welpen zu sein, sondern von etwas anderem, etwas viel älterem. Aber sie konnte sich keinen Reim daraus machen, so dass sie dieses Thema schlichtweg einfach ignorierte und ihren Sohn nicht darauf ansprach. Akarúi biss sich unentschieden auf die dunklen Leftzen, ihr Sohn, der sich auf das Feuer zu bewegte, ihre Tochter Námida, bei sich und den Fremde ebenso, die sie beide nicht allein lassen konnte. Was sollte sie tun? Aus dem Augenwinkel heraus sah sie die graue Alpha sich nähern und rufen, sich jeder einen Welpen anzunehmen und ihr zu folgen. Die Weiße stieß einen entnervten Seufzer aus, heute ging auch alles schief, was nur schief laufen konnte.

,,Fremder, ich weiß nicht was ich von deinen Worten halten soll und ich habe nun auch keine Zeit mich mit dir auseinander zu setzen, wie du siehst. Aber du hast die Alpha gehört, also schnapp dir einen Welpen… und wehe diesem passiert etwas…“

fügte die Weiße, an den Grauweißen gewandt mit leisem, drohenden Ton hinzu. Es war riskant, ein Welpe einem Fremden zu überlassen, aber vielleicht war dieser Rüde doch ihr Bruder und sie erkannte ihn wirklich einfach nur nicht. Alles war möglich, außerdem war es am Wichtigsten alle Welpen zu retten, so dass sie nichts anderes tun konnte, als dem Fremden in diesem Moment zu vertrauen. Akarúi schenkte dem Grauweißen noch einen kurzen prüfenden Blick. Dann wandte sie sich ab und schritt auf ihre kleine Tochter Námida zu, ihr Blick war liebevoll, zeigte ihrer Tochter für den kurzen Moment, den sie ihr in die Augen schaute, keinerlei Angespanntheit, bevor sie die Kleine vorsichtig zwischen ihre Fänge nahm. Doch kurz hob sie noch einmal den Kopf und suchte den Blick ihres Gefährten. Noch immer wusste sie nicht, was mit Pyry passieren sollte, ob Mitsah sich um ihm kümmern würde oder jemand anderes oder ob sie Námida dem Grauen überlassen sollte.


,,Mitsah, was ist mit Pyry?!“


03.05.2007 17:24




Námida é Syáná


Die kleine Welpin wusste nicht, wie ihr geschah. Eine Antwort auf die Fragen, die sie hatte, bekam Námida nicht, aber vielleicht hatte es seine Gründe? Sie wusste es nicht, die Situation fühlte sich angespannt an und die kleine Welpin wusste nicht mehr, was nun zu dem gehörte, was wirklich war. Zittrig lag die kleine Weiße wieder auf dem Boden, fühlte sich unsicher, nicht mehr gewärmt und geliebt und sie spürte, dass irgendetwas geschehen würde, dass etwas nicht stimmte. Wo sie doch bei ihrer Mutter gewesen war, war genau diese nicht mehr bei ihr und die kleinen Augen öffneten sich mit einem Schock im Blick. Etwas stimmte überhaupt nicht. Ihre Mutter war nicht mehr, sie war allein, niemand lag bei ihr und beschützte sie. Niemand liebte und wärmte, niemand passte auf sie auf, sie war allein – wenn sie sterben würde? Wenn etwas geschehen würde nur weil sie so schwach und hilflos war? Zitternd stellte sie sich auf die kleinen Pfoten, sah sich ängstlich um, mit Tränen in den kleinen und treuen Augen.

„Mama…“

Als sie ihre Mutter erblickte, lag diese auf dem Boden und ein Wolf über ihr. Nadima jaulte auf, sie fiepte, bekam Angst um sich und ihre Mutter. Würde sie nun sterben? Würde dieser Wolf sie alle umbringen? Und was tat ihr Vater dann? Wo sie doch so wenig Kontakt zu und mit ihm hatte, da kämpfte er gegen den Wolf. War dies ein Kampf? Konnte man dies so beschreiben? Námida wusste nicht mehr weiter, fühlte sich schrecklich, vollkommen alleine und dem Tode nahe. Sie fiel wieder auf ihren Bauch auf den Boden, zitterte und wimmerte, warum kam ihr denn keiner zu Hilfe? Warum war denn niemand bei ihr wo doch alle sagten, sie wussten, wie es ihr ging? Was war nur los? Was geschah? Die kleine Welpin spürte erst jetzt wieder, wie klein ihr Leben noch war, wie wenig sie wusste und wie wenig sie wirklich erfahren wollte. Warum stellte sie sich nur so gegen die Dinge, es gab keinen Grund, oder doch. Nein, Námida wusste nicht mehr weiter, sie war doch noch viel zu klein. Ihre Ohren hingen, wollten keinen Ton mehr wahrnehmen, sie hatte die Augen krampfhaft geschlossen und bekam nicht mehr mit, was bei ihren Eltern geschah. Der Körper schmerzte ihr vom Zittern, es zog in ihrem Magen, als wenn sie Krämpfe bekam und als wenn sie nicht schon genug damit zu kämpfen hatte, die Gegenwart zu vergessen, da ertönte ein Grummeln, welches ihre Ohren nach oben schnellen ließ. Was war das nur? Stürzte die Erde ein? Vielleicht war es auch der Himmel, der nicht mehr Stand halten konnte mit dem Gewicht der Lasten, die man hier erlebte. Ja, es ging wohl nur ihr so, warum auch immer, Námida verstand sich und die Welt nicht und sie würde auch aufgeben, darüber nachzudenken. Das Grummeln wurde stärker und lauter und als ein lauter Knall ertönte, jaulte sie erschrocken auf und sprang auf ihre kleinen zittrigen Pfoten. Die Welpin verstand die Welt nicht mehr, ging einige Schritte zurück, ein Geruch lag in der Luft, grausam, ekelhaft. Er machte sie krank, ihr Kopf schmerzte ihr, ihr Bauch zog sich krampfhaft zusammen und sie kippte wieder auf den Bauch.

Ich warte in der Dunkelheit…
Was geschieht mit mir?
Kannst du nicht sehen, wie ich leide? Bitte halt mich fest.


Die junge Welpin war nur noch verwirrt, was würde bloß noch geschehen? Als plötzlich ein Schatten über sie kam, sah sie zittrig auf, es war ihre Mutter. Sie schenkte ihr einen ruhigen und liebevollen Blick und Námida beruhigte sich, ihre Mutter war doch bei ihr. Dieselbe nahm sie in ihr Maul und die kleine Welpin schloss für Sekunden die Augen, sie war in Sicherheit, niemand würde ihr etwas tun, denn ihre Mutter war bei ihr. Mit einem leichten Seufzen öffnete Námida die Augen wieder und blickte um sich. Eine allgemeine Hektik, die die junge Welpin nicht verstand, tummelte sich zwischen den Wölfen. Was war denn nur los? War es gefährlich? Angst hatte sie, eindeutig, aber vielleicht war alles okay? Aber ihr Bruder fehlte doch…was ihr doch jetzt erst auffiel. Námida fiepte, es war einfach zuviel für die Kleine.


03.05.2007 18:27




Jeanne


Kurz ließ die weiße Fähe den Blick schweifen, suchte langsam die Umgebung ab. Nichts, keine Seele in der Nähe, die auch nur annähernd nach Danley oder Silence roch. Noch immer schrien die beiden Welpen herum, Teyrm genau wie Toboe. Jedoch überhörte Jeanne dies, war in Gedanken im Wald, bei Danley. Erst eine vertraute Stimme ließ sie den Blick wieder umwenden, erst jetzt verstummten die Welpen. Kurz blinzelnd schaute die Weiße zu Kiba, die die Besitzerin dieser Stimme war. Leicht legte sie die rundlichen Ohren an, die Ozean blauen Augen auf die graue Alphawölfin gerichtet. Ihr war wahrscheinlich klar, dass weder ihre Jota, noch der für sie fremde Weiße einem der beiden Welpen auch nur ein Haar krümmen würde, aber sie war nun Mal die Alpha, so oder so. Erleichtert seufzte sie lautlos auf, als ihr Vater seine Worte an Kiba richtete. Sie würde ihm bestimmt verzeihen, immerhin war sie eine gutmütige Fähe. Leicht neigte sie den Kopf in die Richtung ihres Vaters, ehe sie sich erneut Kiba zuwandte, die nun sprach. Bestens, sie schickte ihn nicht fort. Dankend nickte die Weiße der Alphafähe zu, lächelte dieser entgegen. Ein leises Grummeln ließ sie den Kopf zum Himmel heben, der Blick der blauen Augen musterte die dunklen Wolken, die langsam aufzogen. Ein ungutes Gefühl durchfloß die Adern Jeanne’s, etwas stimmte nicht. Die Blitze verstärkten dieses ungute Gefühl nur noch mehr, Blitze und Donner waren eigentlich nie gut, auch wenn sich die Weiße nicht davor fürchtete. Genau in dem Augenblick, in dem sie die Stimme an Kiba richten wollte, zuckte sie ruckartig zusammen, spürte, wie sich ihr ganzer Körper verkrampfte. Der grollende Knall hatte ihr einen Schock verpasst, der wie es schien, für einen Moment ihren Atem stoppen ließ. Was dann geschah, flog fast schon an ihr vorbei, nichts davon realisierte sie wirklich. Noch war das Feuer nur eine Nebensache, jetzt waren durch Kiba’s Worte nur die Welpen in ihrem Kopf. Langsam wandte sie den Blick von den orangenen Flammen, schaute sich suchend nach einem Welpen um. Dann mit einem Ruck riss sie aufmerksam den Kopf hoch, die Augen der Fähe weiteten sich schlagartig.

“Danley…“

Leise flüsterte sie den Namen vor sich hin, riß erneut ruckartig den Kopf herum. Jeder Herzschlag war schmerzhaft, fühlte sich immer wieder wie ein Stich in das empfindliche Organ an. Die Flammen spiegelten sich in den dunklen Augen Jeanne’s, deren Gedanken sich vermischten, sie konnte nicht mehr klar denken. Der Schneesturm, das Unwetter… Immer war jemand gestorben, jedes Mal hatte eine Seele sein Leben verloren, jemanden hinter lassen, der trauerte. War sie dieses Mal dran, würde sie jemanden verlieren, den sie liebte? Ohne nach zu denken setzte sie eine Pfote nach vorne, sie spürte ohne hin zu schauen, dass die schwarze Pfote zitterte, wie der Rest ihres Körpers. Erneut setzte sie die Läufe nach vorne, blieb dann jedoch wie angewurzelt stehen. Kiba hatte gesagt, sie sollten sich vom Wald fern halten, nicht wahr? Kräftig biß sie die Fänge aufeinander, ehe sie erneut den Fang öffnete, dieses Mal verließen die Worte jedoch lauter ihre Kehle, sie schrie förmlich.

“DANLEY!“

Besorgt schaute sie zum Feuer, er durfte nicht tot sein, er durfte einfach nicht! Kurz machte sich Hoffnung in ihrem Ausdruck breit, verschwand jedoch wieder, als nicht die Augen ihres Gefährten aus der Dunkelheit des Waldes leuchteten, sondern eine der zerstörenden Flammen. Es musste ihm gut gehen, er musste wieder kommen, heile, gesund… Er musste einfach…


03.05.2007 19:36




Ares


Ares neigte leicht den Kopf und sah die Weiße immer noch ausdruckslos an. Er war froh darüber, dass seine Fassade auch hier so makellos standhielt. Er konnte die Angst der Fähe zwar sehen, aber es war für ihn nicht sonderbar. Er war eine gute halbe Wolfsgröße größer als sie und zudem war er ein Fremder, auch wenn das nicht ihr Revier sein mochte.
Dennoch hielt er nichts davon, sich zu erklären, auch wenn er deutlich sehen konnte, dass sie seine Antwort zumindest nicht zufrieden stellte. Als sie sich vorstellte, fiel ihm der Höflichkeitsbruch auf. Er empfand es nicht als schlimm, auch wenn es außergewöhnlich war. Es verringerte die Distanz zwischen ihr und ihm und er war nicht sicher, dass er das wirklich wollte. Da er aber nicht die Gelegenheit fand, über das genauer nachzudenken, antwortete er schlicht und wie es für ihn üblich war, neutral und unnahbar:

„Mein Name ist Ares.“

Die Weiße schien nervös und unruhig und auch er bemerkte das Knistern, dasss die Luft erfüllte. Obgleich er sich nicht sicher war, dass sie es überhaupt bemerkt hatte. Es roch nach Regen und nach Unruhe und gerade als er sich umsehen wollte, zog etwas anderes seine aufmerksamkeit auf sich. Es war vermutlich der Instinkt, nicht die Sinne, der hier ausschlaggebend war. Doch ehe er noch reagieren konnte, stand ihm der andere Rüde schon gegenüber. Seine Haltung war weder freundlich, noch aufgeschlossen, sie beschrieb das genaue Gegenteil. Noch ehe der Schwarze recht darüber nachgedacht hatte, war er zwischen Sindri und den Fremden getreten und hielt ebenfalls eine bereite Deckung, obgleich er keinerlei Feindseeligkeit zeigte. Wie meistens zeigte er gar nichts. Er hatte es geahnt, oder viel mehr gefürchtet. Das Eingringen in ein Fremdes Revier war eben keine Sache, die man einfach so hinnehmen wollte. Und er konnte das gut verstehen. Dennoch war er nun auf der anderen Seite und musste seine Lage nun zum Besten geben.
Mit einem kurzen Nicken war ihm die Begrüßung genug und er meinte mit ausdrucksloser, aber doch sicherer Stimme:

„Ich bin ein Wanderer, der den Alpha um-“

In diesem Moment durchschnitt ein gewaltiger Schlag die Umgebung. Reaktionsgemäß duckte er sich und sah sich um. Sein Herz raste, doch es war diesmal angst und Unsicherheit, beide nicht von ihm kontrollierbar, die das verursachten. Der Brandgeruch spätestens löste seine Haltung. Er sah auf, das Feuer war da, er wusste es. Aber er wusste nicht genau, wo es war. Das bereitete ihm mehr als nur unsagbares Unbehagen. Denn Feuer für sich war zwar tödlich, doch langsam. Es fraß und wer schnell genug war, konnte ihm entkommen. Doch es hatte noch ganz andere Eigenschaften. Der beißende Geruch, der einem die Luft abschnürte. Bäume konnten einfach umfallen, da sie vom Feuer angefressen worden waren; er kante das Szenario. Es war ihm im Gedächtnis geblieben.
Er sah zu dem Rüden, dann zu Sindri. Die Kleine kauerte am Bode, von Angst geschüttelt, und schien sich nicht bewegen zu wollen.
Nun mussten sowohl Höflichkeit, als auch das Recht über einen Reviereindringling warten, nun ging es an das Leben.
Er schob Sindri mit der Schnauze an, eher unsanft und vielleicht ein wenig grob. Seine Kraft reichte beinahe aus, um sie auf die Seite zu rollen, doch das hatte er nicht vor, er wollte nur, dass sie aufstand.

„Wir müssen hier weg!“, meinte er eindringlich zu ihr gewandt. Dann wandte er sich an den Fremden und sprach eben so eindringlich: „Wir müssen aus dem Wald heraus!“


04.05.2007 14:34




Yari


Yaris Haltung war noch immer angespannt, innerlich konnte sogar er spüren, dass die beiden seine unwirsche Art und sein Misstrauen nicht verdient hatten. Die Fähe wirkte in seinen Augen schwächlich, aber würdig einen Beschützer zu bekommen. Offenbar hatte sie in diesen in dem Schwarzen gefunden, der sich gerade höflich vorstellte, als …
Ein Zerbersten von Holz, das sich mit dem Himmel verschmolz und eine dunkle, drohende Masse verursachte, die nun über ihnen schwebte. Ein Knistern und Knirschen, das jede Pore des Körpers des starken Rüden durchflutete und einzig eine Reaktion deuten ließ: Davonlaufen.
Yari drehte sich um, eine ironischer Gedanke ließ ihn in dieser Situation lächeln. Ihn, der sonst nur das kalte Gesicht besaß. Das Weglaufen kann ich offenbar am besten . Und schon stemmte er seine Läufe kraftvoll vom Boden ab, nach ein paar Bewegungen hatte er sich schon soweit entfernt, dass er einigermaßen in Sicherheit war, er konnte nicht einmal mehr Ares rufen hören. Die akute Gefahr hatte er vermieden. Nun musste er nur noch etwas mehr Weite gewinnen und er konnte sein elendes Leben weiterführen, dessen Elend in ihm selbst bestand.

Yari blieb abrupt stehen. Schon wieder hatte er sich verhalten, wie ein feiger Widerling, der es nicht würdig war, mit seinen Artgenossen zu leben. Er hatte die beiden Wölfe einfach im Stich gelassen. Er hatte noch nicht einmal darüber nachgedacht, ob er jenen helfen sollte. Sie kannten sich hier wahrscheinlich nicht aus. Nun war der Moment gekommen, an dem er etwas für sich selbst ändern konnte. Würde er sich selbst vielleicht etwas besser ertragen, wenn er nun etwas tat, was nicht seinem Charakter entsprach? Wenn Yago doch nur hier wäre … dann wüsste er was zu tun war. Dann hätte Yago ihn sicher angewiesen, mit ihm zusammen zu helfen, einer sollte sich um die Fähe kümmern, einer um den Schwarzen. Und genau das hätte Yari ohne ein Widerwort gemacht, weil es immer das Beste war, das zu tun, was Yago sagte. Doch leider war er in diesem Fall allein.
Yari rannte los, zurück in die Richtung, aus der er gekommen war. Nun musste er eben für beide das tun, was zu tun war: einmal für Yago und einmal für sich selbst. Yari lächelte zum zweiten Mal an diesem Tag, doch diesmal lag darin etwas wie Wärme. Yago wäre bestimmt stolz auf ihn.

Schnell fiel dem schwarzen Rüden das Atmen schwerer, er keuchte und lief dennoch unbeirrt weiter, so gut er konnte. Das Feuer hatte sich rasch ausgebreitet, er hatte es unterschätzt. Die Hitze blendete ihn und machte es ihm noch schwerer, weiterzugehen. Wo mochten die beiden bloß sein? Sehen konnte er sie inmitten dieses Infernos nicht, selbst, wenn sie direkt neben ihm waren. Riechen war ebenso unmöglich, der beißende Rauch vereinnahmte alles für sich selbst.
Dann blieb also nur noch eine Möglichkeit, die Yari hatte hinauszögern wollen und die er abgrundtief hasste. Er musste nach jemandem rufen. Jemand, der nicht Yago war.

„Hey, ihr beiden … Braune, Schwarzer! Wo seid ihr? Ich werde euch helfen!“

Ihm war aufgefallen, dass er nicht einmal ihre Namen kannte. Es musste sehr unbeholfen geklungen haben, doch er hatte etliche Zeit schon seine Zunge nicht mehr zu freundlichem und fragenden Ton bewegt; ihm waren nur missmutige, drohende Nuancen bekannt.
Er rief wieder und wieder, immer lauter. Er bekam weder Antwort, noch das Gefühl, sie bald zu finden. Seine Kraft war langsam ausgeschöpft, seine Lunge voller Rauch. Er sollte weg vom Brandherd, ihm wurde jedoch schnell klar, dass inzwischen rings um ihn lodernde Flammen zu züngeln begonnen hatten und es schwer werden würde, einen Ausgang zu finden. Er durfte jetzt keine Zeit verlieren. Mit geschlossenen Augen wetzte er einfach los, seine Pfoten taub für Verbrennungen und sein Atem wild inhalierend. Als er das Gefühl hatte, weit genug entfernt zu sein und dass er es auch nicht mehr weiter schaffen würde, knickten seine Läufe ein und Yari ging zu Boden, keuchend und erschöpft. Von Enttäuschung ganz zu schweigen. Er ließ seinen Kopf gen Waldboden sinken und spürte plötzlich etwas in seinem Nacken. Mochten die beiden sich selbst gerettet haben, waren sie vielleicht sogar hier, neben ihm? Sicher machte er sich unnötige Hoffnungen, doch er fand nicht die Kraft, nachzusehen. Um ihn hüllte sich alles in ein angenehmes Schwarz.


05.05.2007 12:01




Seal


Glück, glückliche Momente oder solche, in denen man vor Freude weinen könnte, kamen und gingen. Das wusste Seal, und doch war er wie vor den Kopf gestossen, als plötzlich alles in Trubel endete. Es hatte damit angefangen, dass sich Wolken zwischen Sonne und Erdoberfläche stellten, zog sich über die Blitze, die den Himmel durchzuckten, den ohrenbetäubenden Donner, und hörte damit auf, dass Jeanne in ihrer Verzweiflung laut losschrie, wobei letzteres mit Abstand am tiefsten in sein Herz stach. Wahrscheinlich würde sie jeden Moment zum Sprung in den Wald ansetzen, um Danley, wie ihr Gefährte wohl hiess, vor den Feuern zu retten, doch was hätte das gebracht? Sie wäre schlussendlich selbst in den Flammen gestorben. Ob ihr dies bewusst war, wusste der Weisse nicht, doch sie blieb hier, das war das Wichtigste. Um Seal herum blieb alles stehen, er nahm die Realität, die Schreie, Rufe und fliehenden Wölfe nur zur Hälfte wahr, jede einzelne Ader war auf seine Tochter konzentriert, und darauf, was sie wohl als nächsten tun oder nicht tun würde. Einerseits musste er seiner neuen Alphafähe Kiba gehorchen, sich einen Welpen schnappen, diesen und sich selbst in Sicherheit bringen. Doch er konnte es nicht. Sein eigener Welpe stand vor ihm, den Rücken zu ihm gewandt und in den Wald rufend, völlig verzweifelt und hoffnungslos und vielleicht sogar so naiv, sich in die Gefahr zu stürzen. Nur war dieser Welpe um etwa das Doppelte gewachsen, doch war sie nicht noch immer dieselbe? Seine Rute stellte sich unmerklich auf, er wurde wütend, wütend auf den Blitz, der in den Wald preschen und seine einzige Tochter unglücklich machen musste, wütend auf sich selbst, weil er zu schwach, zu ängstlich, vielleicht aber auch nur zu vernünftig war, um seinen Schwiegersohn im roten Wald zu suchen, sogar wütend auf Danley, weil er sich in solcher Gefahr befand. Er konnte nicht anders, er musste handeln, die Welpen würden alle in Sicherheit kommen, doch Jeanne galt für die anderen nicht mehr als Welpe. Für ihn schon. Er wusste nicht, wie viel Kraft ihm noch blieb, doch er musste es wenigstens versuchen. Er setzte zum Sprung an, landete schliesslich direkt vor Jeanne, verdeckte ihr die Sicht zum Wald. Ruhe bewahren, hatte er sich vorher selbst gesagt. Ruhe bewahren...

„Komm, Jeanne, es wird alles gut. Komm mit mir. Danley geht es gut. Ich weiss es, vertrau deinem Vater“

fügte er noch hinzu, als sie ihn mit ungläubigen Augen anschaute. Doch er liess keine falsche Bewegung mehr zu, sondern schubste sie leicht in die Richtung, in die Kiba befohlen hatte, zu gehen. Sie hatte ihre Kleinen bereits mitgenommen, da musste er sich nur noch um Jeanne kümmern, noch mehr aber sie sich um sich selbst.


05.05.2007 19:58




Ténshi Kurái


Gefahr. Er liebte die Gefahr, er liebte es, wie das Adrenalin in die Adern schoss. Ténshi Kurái kannte keine Angst, schon gar nicht bei Gewittern, denn der Regen, sein Element, würde das Feuer wieder löschen, früher oder später würde alles zu rauchiger Asche. Vor allem aber liebte er die Gefahr, weil er sich nicht verbergen musste, niemand achtete wirklich auf ihn, und es hiess, zu helfen, womit man nur Pluspunkte machen konnte. Doch bei wem? Natürlich kam ihm als erstes seine Schwester in den Sinn, doch das kleine Balg bei ihr würde nicht von ihrer Seite weichen – er rollte innerlich mit den Augen –, und der zweite im Wal d würde auch in Sicherheit kommen, wenn sich der graue Bluthund in seiner Nähe ein wenig um seine Familie kümmern will. Er blickte Akarúi plötzlich ernster in die Augen, er wollte verkünden, dass er die Gefahr bemerkt hatte und wusste, wie zu handeln war, sagte aber nichts mehr, sondern wandte sich von ihr ab, liess ihren letzten Kommentar ungehört, und liess seinen Blick über das Rudel und vor allem über alleinstehende Welpen schweifen. Die Alphafähe, die er bereits bemerkt hatte, hatte sich gleich zwei geschnappt, da konnte man doch sicher helfen, oder? Würde sie ihm vielleicht einen abgeben? Immerhin kannte sie ihn noch nicht, aber Seal hatte vielleicht etwas gesagt. Egal, man konnte es versuchen, zu verlieren hatte er nichts. Mit grossen Sprüngen eilte er zu Seal, seiner Tochter, wie Ténshi glaubte, sie sei es, und zur Alphafähe. Er wusste nicht einmal ihren Namen, wenigstens das hätte sein aufbrausendes Schwesterchen ihm mitteilen können, wenn sie schon so zickige Kommentare an ihren Bruder verlor, aber so war sie schon immer gewesen. Nichts abnormales.

„Leiterin des Rudels! Verzeiht, dass ich mich nicht vorgestellt habe, aber angekündigt hatte ich mich bereits, jetzt aber haben wir keine Zeit für Förmlichkeiten. Ich möchte nichts Böses, lasst mich Euch helfen.“

So wandte er sich an die graue Schönheit, als sie ihn bemerkt hatte, schaute er sie mit einem ernsten, aber keinesfalls bösartigen Blick an. Er war doch nur ein junger Rüde, der bereit war, zu helfen, egal, was es war. So kam er vorsichtig mit dem Kopf näher, mit der Schnauze, und öffnete den Fang leicht, um einen der Welpen im Genick zu packen und in Sicherheit zu bringen.


05.05.2007 21:15




Sindri


Hinter ihrer Stirn schrie eine hysterische Stimme immer und immer wieder, sie solle laufen, laufen solange sie noch konnte, aber Sindris Läufe waren Taub vor Angst. Feuer, natürlich hatte man ihr beigebracht, was es war, wie es entstand und wie sie sich verhalten musste. Sie hatte auch immer aufmerksam zugehört und genickt, aber nun fand sie sich unmittelbar konfrontiert mit dem Zorn der Natur. Beißender Qualm füllte ihre Lunge und machte das Atmen zu Qual, verzweifelt kniff Sindri die Lieder zusammen, aber ihre Augen schmerzten nach wie vor. Sie hoffte dies alles sei nur ein böser Traum, und sie würde bald aufwachen. Aber es hörte nicht auf. Es wurde nicht besser. Im Gegenteil.
Jeder Atemzug war ein kratzender Schmerz, und die Hitze hatte ein fast unerträgliches Maß angenommen. Ein neckisches Feuerkind schlug nach Sindris Flanke und versengte ihr Fell.
Die Fähe jaulte vor Schmerz und sprang auf. Nun schien der Bann gebrochen. Sindri hatte nicht nur die Augen geöffnet, sie hatte endlich erkannt. Panisch sah sie sich um. Ares war immer noch bei ihr, und für einen kurzen Moment war Sindri unglaublich dankbar dafür. Sie sah nach oben. Das Feuer erklimmte die Bäume und verwandelte grüne Blätter und in schwarzen Staub, fegte über den Boden und fraß alles, was auf seinem Weg lag. Dieser Anblick tat Sindri mehr weh als die Verbrennungen oder der Rauch. Hier wurde Leben aufgefressen, so schnell und so grausam das die Fähe glaubte, den Schmerz der Bäume fühlen zu können. Ihre Augen tränten, weniger des Qualmes wegen, sondern mehr ihrer Traurigkeit, das sie so machtlos war und nichts dagegen tun konnte. Plötzlich drang eine Stimme an ihr Ohr, erst leise und schwach, dann immer lauter. Es war der Fremde Rüde, auf den sie vor Ausbruch des Feuers getroffen waren. Warum kam er zurück? Hatte er Hilfe geholt? Das Tosen der Flammen, das traurige Knacken des Holzes machte es ihr unmöglich zu sagen, aus welcher Richtung das Rufen kam.

,,Fremder wir sind hier!“

Sindri hätte gerne geschrieen, doch der Rauch hatte ihre Stimme zu einem heiseren Krächzen werden lassen. Er wird uns nicht finden... Verzweifelt suchte Sindri eine Lücke in dem Ring aus Feuer, der sich um sie gelegt hatte und sich immer enger zog.
Plötzlich war da ein Schatten, den die Fähe nur im Augenwinkel wahrnahm. Sie drehte sich um, und im selben Moment brach der Rüde neben ihr zusammen.

,,Nein!“

Am liebsten hätte sie seinen Namen geschrieen, wenn sie ihn nur gewusst hätte. Panisch wechselte sie einen Blick mit Ares, ehe Sindri sich zu dem Fremden hinunterbeugte.

Bitte nicht, bitte nimm nicht noch mehr Leben...

„Wach auf.“ Flüsterte sie. Ihre Stimme hatte kaum noch Kraft.

,,Ich flehe dich an wach auf!“

Oder wir werden alle Sterben...

In ihrer Verzweiflung biss sie in sein Ohr und zerrte daran.


11.05.2007 15:20




Ares


Ares sah zu Sindri, er wusste nicht genau, wie er sich verhalten sollte. Das Feuer lähmte ihn wenig und er wusste, was zu tun war, auch wenn sein Instinkt danach schrie, wegzulaufen. Auc jetzt noch sang die Natur ihre Melodie. Grausam und schnell, von Allegro bis fortissimo stürmte alles auf ihn ein.
Er behielt die Flammen in den Augen, während die Weiße auffuhr. Er hatte die Lüken im Blick, der Rauch stach in den Augen und die Hitze drang durch sein Fell. Es schien ihm beinahe, als lechzten die Flammen nach seinem Fell besonders, doch Sindri war es, die sie verbrannten. Erschrocken sah er zu ihr und vergewisserte sich mit einem schnellen Blick, dass sie nicht ernsthaft verletzt war, eher die Stimme des fremden Rüden zu ihnen durch das Feuer und die rastende Melodie erklang, gegen die sein Herz anschlug, wie donnernde Pauken. Er konnte ihn nicht sehen, der Rauch ließ ihn husten, doch er wusste, dass es kein Durchkommen gab für den anderen. Oder zumindest glaubte er das.
Das Feuer hatte die Bäume erklommen, das holz brannte, als wäre es dazu geschaffen.

„Wir müssen hier weg!“, wiederholte er, eindringlich an die Fähe gerichtet, doch diese schien ihn nicht wahrzunehmen.

Der Rauch drang in seine Lungen und er musste husten und niesen. Die ungewöhnliche Bewegung, der im augenwinkel wahrnehmen konnte, ließ ihn ein wenig zusammenschrecken. Doch dann drehte der Wind für einige Momente und bließ ihm den Rauch ins Gesicht. Mit dem Ruß und der Hitze kämpfen, konnte er erst wieder klar sehen, als Sindri an etwas herumzerrte; es war der schwarze Rüde. Einen Moment sah Ares sich erstaunt um, denn er wusste nicht, wo dieser herkam, hatte ihn nicht gesehen oder gehört, was hier kaum ein Wunder war. Er trat neben ihn und war sich mit einem kurzen Blick schon recht sicher, dass der Rüde zumindest noch lebte. Sindri zerrte weiter unbeirrt an ihm, doch er selbst war recht sicher, dass das nichts bringen würde.
Das Feuer hatte sie umschlossen und obgleich er doch ein paar Lücken sah, durch die zu fliehen vielleicht möglich, aber zumindest den Versuch wert war, wusste er, dass sie nicht so einfach gehen konnten. Sicher, auch hier war er der Meinung, dass sie gehen sollten. Denn ihre Überlebenschancen waren größer, als die des Rüden und mit ihm zusammen sanken sie unglaublich, waren beinahe bei null. Doch dieser schien zurückgekommen zu sein, um ihnen zu helfen. Und auch wenn das wohl nicht funktioniert hatte, so wollte Ares das nicht unvergolten lassen. Eindringlich und ernst sah er zu Sindri und als sie auf seine Worte nicht reagierte, stieß er sie ein wenig unsanft in die Flanke.

„Ich werde dir eine Lücke zeigen, durch die aus dem Feuerring entkommen kannst! Du wirst hinausspringen und dann so schnell als möglich aus dem Wald rennen!“

Sein Ton war ernst und er wollte keine Widerrede hören. Vielleicht würde er sie sogar anfahren, wenn sie widerspräche, denn nun wurde es wirklich knapp. Doch sein Gehirn lief auf Hochtouren. Gleichzeitig dachte er krampfhaft darüber nach, wie er mit dem bewusstlosen Rüden hier herauskommen sollte. Versuchen, ihn aufzuwecken würde wohl seine einzige Möglichkeit sein. Denn ihn wegzuziehen war vielleicht ein Stück weit möglich, aber sicher nicht durch den Flammenring.
Würde er wirklich keine Chance mehr sehen, würde er vielleicht auch fliehen. Da war er sich sogar recht sicher. Aber soweit war es noch nicht und er hoffte auf den Regen, den ein Gewitter mit sich brachte.
Sie Weiße aber stellte für ihnen einen Risikofaktor dar. Zum einen, weil sie recht unüberlegt handelte. Das zeigte scih schon an ihrem jetzigen Verhalten. Zum anderen, weil er nicht zulassen wollte, dass ihr etwas passierte. Solange es um ihn selbst ging, konnte er das Risiko einschätzen und die Konsequenzen tragen. Doch mit anderen Wölfen verhielt es sich anders.
Ernst und durchdringend, aber weder Angst noch Zweifel zeigend sah er sie an.


11.05.2007 17:26

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
30.08.2010 22:07
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Cave of Mind
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Wächter

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Fähe

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Beitritt

23.07.2005

Seite 9




Yumé


Die Läufe der schwarzen Fähe trommelten über den Boden, immer in Richtung Wald. Die Ohren hatte Yumé an den Kopf angelegt. Ihre Instinkte signalisierten ihr Gefahr, aber sie konnte noch nicht damit umgehen. Sie wusste nicht, welche Gefahr, sie wusste auch nicht, warum der Himmel plötzlich so tobte und auch nicht, das sie am Besten weit weg vom Wald sein sollte. Als es wieder zischte und krachte, schloss sie die Augen. Vielleicht wäre es besser, wenn sie nicht mehr hin sah. Mit zugekniffenen Augen stürmte sie in den Wald hinein. Es knackte leise, als sie über Äste stolperte, Zweige peitschten ihr ins Gesicht oder verfingen sich in ihrem Fell. Davon noch mehr verschreckt, rannte sie nur noch schneller. Im Wald konnte sie sich bestimmt verstecken, oder? Langsam hing ihr die kleine Zunge aus dem Maul, ihr Atem ging stoßweise, ihr wurde ein wenig schwindelig. Ihre Läufe vermochten dieses tempo nicht mehr zu halten, so das sie langsamer wurde und auch die Augen wieder einen kleinen Spalt breit öffnete. Außer Atem ließ sie den Kopf hängen. Was für ein Lauf! Mit wackeligen, zittrigen Läufen schlich sie leise vorwärts. Wenn sie leise war, konnte der Himmel sie vielleicht nicht finden und wenn sie sich dazu auch noch in einem Loch im Baum versteckte, erstrecht nicht. War doch ganz logisch. Also hielt Yumé nach einem Loch im Baum selber oder zwischen den Wurzeln Ausschau. Das sie dabei immer weiter in Richtung der tödlichen Flammen geriet, bemerkte sie nicht. Nur das ihre Sicht von beißendem Rauch etwas eingeschränkt wurde.

.oO(Das ist bestimmt der Atem des Himmels. Wenn ich leise bin und mich verstecke, findet der mich nicht!)Oo.

In ihrer welpenhaften Naivität sprach sie sich so Mut zu, ohne auch nur zu ahnen, wie nah die Gefahr schon war.


12.05.2007 13:31




Adali


Blind vor Sorge hastete die schwarze Fähe über die Wiese. Nein, nein, nein! Das konnte, das durfte nicht wahr sein! Ihr kleine Tochter! Ein Alptraum, ein ganz schrecklicher Albtraum. Und plötzlich war alles wieder da. Der starke Regen, der wind, der einen fast von den Pfoten riss, das Tosen und Brausen des Sturmes in ihren Ohren, Regenschleier, die einem die Sicht behinderten, sie spürte wieder das unkontrollierte Brennen ihrer Flamme. Die Krankheit hatte ihr zu schaffen gemacht, an ihren Kräften gezehrt und sie so sehr geschwächt, das sie sich eine ganze weile hatte ausruhen müssen, bis sie wieder genesen war. Und doch waren die unsichtbaren Wunden noch nicht ganz verheilt. Sie hatte verarbeitet, musste damit leben. Diese Schuld, das sie zu unachtsam gewesen war. Sonst wäre Alice, Kibas Ziehtochter nicht...Es war doch alles ihre Schuld. Und auch jetzt hatte sie nicht aufgepasst. Dabei wollte sie doch nur ihren pflichten nach kommen und Kiba helfen. Warum bekam sie noch nicht Mal das hin? War sie so unfähig? Sie schaffte es noch nicht mal auf ihre Welpen, ihr eigen Fleisch und Blut zu achten. Was für eine Mutter war sie eigentlich? Eine grottenschlechte und überhaupt. Sie war so dämlich! Unverantwortlich. Dennoch war noch nichts verloren. Nein, sie würde Yumé retten, sie aus dem Wald heraus bringen. Es würde alle gut gehen, nicht so wie damals. Das Bild von Kiba, eher tot als lebendig, mit dem regungslosen Körper der kleinen Alice tauchte vor ihrem Auge auf. Schnell schloss sie diese. Es musste gut gehen. Sie wollte nicht schon wieder Schuld an einem Tod sein, schon wieder unbeabsichtigt Blut vergießen. Das würde sie vermutlich nicht verkraften. Mit einem weiteren Satz stand sie am Waldrand, wo sie auch schon die Flammen hoch züngeln sah. Nein! Mit einem Mal blieb sie stehen, starrte vor Schreck gelähmt, einen Augenblick in Richtung der warnenden Farbe. Ihr ganzer Körper spannte sich an, die Augen kniffen sich zusammen. Erst da fiel ihr eine kleine Gestalt auf, die sich dem Feuer näherte. Yumé? Nein, sie war es nicht. Geschwind trabte Adali zu der Gestalt hin und erkannte den Sohn des Gammas Mitsah. Was tat der hier? Ein lautes Krachen war zu hören und der Kopf der Phönixwölfin wurde ruckartig in die Höhe gerissen. Sie musste sich beeilen! Wieder stieß sie sich vom Boden ab, der noch immer Wellen schlug, ihre Beine waren weich wie Butter, trotzdem gab sie nicht auf und preschte los.

"Bist du des Wahnsinns? Schnell, lauf zum Rudel zurück! Los! Ab zu deiner Familie!!"

Die Worte Adalis übertönten gerade so einen lauten Donner, während auch schon der nächste Blitz über sie hinweg zuckte. Pyry hatte sie bestimmt gehört, ob er gehorchen würde war eine andere Sache, auch wenn ihre Worte eigentlich keinen Widerspruch zu ließen, zumal die Gefahr, die von dem Feuer aus ging unübersehbar war, selbst für unerfahrene Welpen. Weiß der Geier, warum Yumé dennoch dort hin gerannt war. Aber ihr blieb keine Zeit, weiter darüber nach zu denken. Sie musste handeln und zwar sofort!


12.05.2007 13:31




Jeanne


Hypnotisiert starrte die weiße Fähe zu den Flammen, die drohend in die Luft schlugen, alles in ihrer Umgebung verbrannten. Jede auch noch so kleine Bewegung, die sie vernahm, ließ sie aufschrecken, machte ihr etwas Hoffnung. Meist war dies jedoch nur ein Ast, der in das Flammen Meer fiel, und nicht der Rüde, auf den sie hoffend wartete. Schmerzend biß sie die Fänge aufeinander, als sie sich in Bewegung setzte, jedoch nach kurzen Bewegungen der Läufe wieder zum stehen kam. So widersetzte sie sich dem Befehl Kiba’s, wenn sie in den Wald rannte, allerdings… Was waren Befehle, wenn einer der wichtigsten Wölfe in ihrem Leben vielleicht schon halb tot im Wald lag, unter einem Ast begraben? Für einige Momente schloß sie die Ozean blauen Augen, lauschte nur dem Knistern des Feuers und versuchte Danley’s Geruch wahr zu nehmen. Eine Weile stand die Weiße einfach da, völlig regungslos den Kopf gehoben, die Augen geschlossen und nicht mit einem Muskel zuckend. Ruckartig öffnete sie jedoch die Augen, als sie die Stimme ihres Vaters vernahm. Ohne Zweifel vertraute sie dem Weißen, aber woher sollte er wissen, das mit Danley alles in Ordnung war, er wusste es selber nicht… Trotz dessen, das Jeanne ziemlich angespannt war, bemühte sie sich, ruhig zu atmen und einen kühlen Kopf zu bewahren. Langsam ging sie einige Schritte zurück, als ihr Vater sie leicht schubste. Kräftig schüttelte die zierliche Fähe den Kopf, schaute bedrückt zu dem weißen Rüden vor ihr.

“Ist schon ok, ich laufe schon nicht in den Wald. Aber ich möchte hier warten… Du hättest das auch für Mama getan…“

Mit ruhigen schritten näherte sich Jeanne ihrem Vater, hob den leicht geduckten Kopf und stubste ihm gegen die Nase, ein leichtes Lächeln legte sich auf die dunkel umrandeten Lefzen der Weißen. Sie wollte nur hier warten, und wenn Danley kam, würden sie zusammen zu Kiba gehen, und wenn es nötig war, auch noch einen Welpen mit nehmen. Und bevor der braun graue Rüde nicht auftauchte, würde sie sich nicht vom Fleck bewegen. Ihr Vater machte sich Sorgen, was natürlich verständlich war, aber sie machte sich genau solche Sorgen, und das musste der Weiße wohl verstehen. Entweder würden sie zu dritt diesen Ort verlassen, Danley, ihr Vater und sie selbst, oder eben gar nicht. Aber bis diese Entscheidung getroffen werden konnte, musste wohl noch einige Zeit vergehen.


12.05.2007 20:36




Toboe Tear


Mit gespielt leidendem Blick jaulte der Graue vor sich hin, veränderte immer mal wieder die Tonlage, so das es sich schon fast anhörte, als wolle er ein bisschen singen. Ein wenig nerven würde wohl niemanden umbringen, und der Weiße würde seine gerechte Strafe bekommen, einfach so Jeanne anzumachen, nun würde er sehen, was er davon hatte sich mit Teyrm und ihm selbst anzulegen. So eine Sauerei gehörte bestraft, und die Bestrafung war grau, hatte eis blaue Augen und hörte auf den Namen Kiba. Und diese kam schneller, als gedacht. Auch als seine Mutter den Schwarzen und ihn ermahnte, sie sollten still sein, jaulte er leise weiter. Irgendwie konnte man den Eindruck haben, er sei ein armer ignorierter Welpe, der Aufmerksamkeit suchte. Er bemerkte gar nicht, wie sich die Luft anspannte, erst als ein Ohren betäubender Knall durch die Luft hallte, verstummte der Rüde, hob neugierig den Kopf, um sich die Wolken anzusehen. Leicht verzog der Graue das Gesicht, als ihm ein wider wertiger Geruch in die Nase stieg. Fast schon genervt richtete er den Blick zum Wald, der nun von Feuer erhellt wurde. Blinzelnd neigte er den Kopf zur Seite, jaulte kurz auf, als er eine Berührung im Nacken spürte. Mit Erleichterung ließ er sich jedoch hängen, als er seine Mutter erkannte.

“Lass mich runter! Wir müssen den anderen helfen! Hörst du? Hallo?! Mama, lass mich runter!“ “

Protestierend schnaubte der Graue, musste dieses Taschen Gefühl jedoch wohl oder übel über sich ergehen lassen. Nun schwieg Toboe, bis er wieder abgesetzt wurde. Endlich… Kräftig schüttelte der Rüde seinen ganzen Körper, ließ sich dann auf die Hinterläufe sinken.

“Mama? Weißt du was?“

Kurz sah der Welpe zu Teyrm, der neben ihm stand. Jetzt war die beste Möglichkeit für Rache… Kurz wandte er sich noch ein Mal seiner Mutter zu.

“Ich glaube, die Welt geht unter.“

Ehe er das letzte Wort ausgesprochen hatte, sprang er wieder auf die Läufe, machte einen Satz zur Seite und sprang mit den Vorderpfoten auf den Rücken des Schwarzen. Locker schnappt Toboe nach dem Ohr des Schwarzen, schüttelte leicht den Kopf, noch immer mit Teyrm’s Ohr im Maul. Was interessierte ihn auch das Feuer? Er war wieder frei, und die anderen würden sich um die Welpen kümmern, um seine Geschwister. So egoistisch dies auch klang, es musste ja niemand wissen, das der Graue einfach nur Angst vor dem Unbekannten hatte…


12.05.2007 20:59




Seal


Seal verspürte ein leichtes Stechen in der Brustgegend, als seine Tochter von Shalina zu sprechen begann. Was sein Kind da sprach, entsprach nur der Wahrheit, so weh es auch tat, er wäre für Shalina gestorben, wäre vielleicht sogar für sie in die Flammen gesprungen. Ihr Fehler war längst verziehen, Seal schob die Schuld auf eine Krankheit, die sie hatte wahnsinnig werden lassen. Und sie von ihrem Leid zu erlösen, war das Beste, was der Weisse je getan hatte. Ausser Jeanne wiederzufinden. Das war natürlich unübertroffen...
Mit seinen silbrig schimmernden Augen blickte er in die Jeannes, ihre ozeanblauen Seelenspiegel, in denen sich nun Angst und Vernunft gleichzeitig zeigten. Für einen Moment blieb alles um ihn herum stehen, der ohrenbetäubende Donner, der wütende Sturm, das Feuer waren allesamt verschwunden. Nur sie konnte er noch wahrnehmen, ihre beruhigenden, sanften Worte, ihr Geruch, das Glitzern in ihren Augen. War es das Feuer, das sich in ihnen spiegelte? War es die Angst? Doch sie schien keine Angst zu empfinden... höchstens um Danley, das sicher, aber genau so hatte er Angst um sie. Jeanne war vernünftig, sie wartete, und dem Rüden fiel ein Stein vom Herzen. Sie würde nicht ohne ihren Gefährten gehen, warum konnte er sich das nicht selbst denken? Liebe scheut keine Gefahren. Sie ist unzerstörbar. Seal machte einen Schritt auf die Fähe zu, dass sein Gesicht ihres fast berührte, liess seine Schnauze dann ein bisschen nach hinten gleiten und schmiegte seinen länglichen Kopf in ihr Nackenfell, atmete ihren Duft ein, als er beinahe ein bisschen zu zittern begann. Der Rauch wurde langsam dicker, er kratzte Seal im Hals, sodass er tiefe Atemzüge holen musste, um an genügend Sauerstoff zu kommen; sie mussten hier weg. Doch er konnte ihr nicht noch einmal befehlen, zu gehen, sie würde sich ja doch widersetzen, und das wollte er beim besten Willen nicht. So blieb ihm nur eines übrig.

„Ich bleibe bei dir, egal, was passiert. Das weisst du.“

Er wusste nicht, was er sonst hätte sagen sollen, doch es war hoffentlich trostspendend. Seal würde bei seiner Tochter bleiben. Sie war das Einzige, was er noch hatte.


13.05.2007 00:00




Zenryo


Zenryo blickte zwischen seinen Eltern Shouto und Ayaka, hinauf, zum dunklem Himmel. Shouto und Ayaka wurden bei ihrem Ausflug durch die Wälder immer langsamer. Zenryo wurde schon durch dieses langsame Tempo unruhig und rannte vor, auf einem umgekippten Baum. Auf einmal blitzte und donnerte es und Zenryo bekam es mit der angst zu tun. Seine Eltern liefen Zenryo nach um ihn zu beruhigen. Schließlich war er der einzig Überlebende aus ihrem Wurf. Ein heller Blitz schlug in einem nahe gelingendem Baum ein. Nun war es für Zenryo zu viel und rannte weg doch Shouto und Ayaka rannten hinter im her um ihn einzuholen. Ein lauter Knall brachte erst Zenryo zum stehen. Er dreht sich um und sah voller schrecken den umgekippten Baum und seine darunter liegenden Eltern. Großer Trauer stieg im auf und er probierte zu dem Baum hinzu tapsen, aber die Äste des Baumes machte es fast unmöglich zu ihnen zu gelangen. Eine erste Träne kam aus seinem Auge und er probierte es voller Traurigkeit nochmal aber es ging einfach nicht. Nun wurde aus der einen Träne ein ganzes Weinen. Er hob seinen Kopf zum Himmel und fing an laut zu Heulen. Es war ein Trauer heulen zum Himmel. Als er sich etwas beruhigt hatte um einen klaren Kopf zu bekommen, senkte Zenryo langsam den Kopf und schaute zum Baum hinüber. Da sah Zenryo ein kleines Loch im Blätter Gewirr der Krone . Nun probierte es Zenryo nochmal und er schaffte es zu Shouto zu gelangen. Ein leises atmen kam durch seine Maul und er probiert mit Zenryo zu reden aber er war zu schwach. Zenryo legte sich voller Trauer zu ihm und leckte an seine Schnauze. Die Zeit verging und der Baum fing an den stützenden Ästen zu knacken. Zenryo wachte auf und schaute zu Shouto, der schon Minuten lang nicht mehr atmete. Zenryo erschrak und trat ein Schritt zurück um den Schreck zu verarbeiten. Nun war er der einzig überlebende aus seinem Rudel. Sein Kopf kippte nach unten wie man sich nicht vorstellen kann. Er wusste das es keinen Sinn hatte jetzt hier zu stehen und auf ein glücklicheres Leben zu warten, also machte er sich auf den weg, denn das hätten sich Shouto und Ayaka von ihn so gewollt. Der weg den er ging kam ihn so lang vor obwohl es nur ein paar Meter waren die er gegangen ist denn es ist schwer sich von jemandem zu trennen. Auf einer Erhöhung, wo der weg hinter ihn weiter ging, schaute er nochmal zurück. Zenryo wollte wieder zurück aber dann sah er es. Eine riesige Wand aus Feuer durchquerte den Wald. Seine Augen wurden durch diesen Anblick vor Staunen immer größer, so etwas hatte er noch nie gesehen aber er wusste, das es gefährlich werden könnte also ging er weiter. Auf dem weg viel ihn wieder das Bild von dem Baum ein und sein Kopf senkte sich, doch dann spürte er das es wärmer wurde und er guckte wieder hoch. Da sah er das der vordere Abschnitt des Weges brannte und er bog sofort zur reichten Seite ab. Er rannte so schnell er könnte und dabei wusste er nicht mehr wo er war. Wenn er links und rechts schaute, sah er das das Feuer ihn schnell einholte. Seine Kräfte wurden schwächer und er kam auf einer kleinen Lichtung zum stehen. Von allen Seiten brannte es lichterloh und die Flammen kamen immer näher. Zenryo legte sich hin und drückte seine Ohren fest an seinen Kopf. Doch dann erhob er sich und er heulte so laut wie er nur konnte und hoffte das ihn jemand retten würde. Ein lautes heulen schallte durch den Wald und er dachte selber, ob überhaupt jemand in der nähe wäre und wenn doch, würde man sein heulen überhaupt hören? Auch wenn er so negativ dachte heulte er weiter.

13.05.2007 22:11




Lotus Haná


Noch immer lag die Weiße dort und trauerte, wenn sie doch schon langsam nicht mehr wusste wieso, weil sie keinen Schmerz mehr spüren konnte. Sie war betäubt davon und Lotus wusste nicht, welchen Sinn es noch gehabt hätte, daran zurück zu denken, er würde ja doch nicht kommen und ihr sagen, was er dachte und fühlte. Wahrscheinlich hatte Torán ihr Fehlen noch nicht einmal bemerkt und das wunderte sie auch schon nicht mehr, sie akzeptierte es, nahm es so hin wie es war und hoffte, dass wenigstens irgendein Glücksgefühl sie bald noch erreichen würde. Aber welches denn schon? Es gab keines mehr, sie hatte einfach Pech, es gab einfach keinen Wolf, der sie lieben konnte und es würde auch nie einen geben. Sie war also dazu verdammt, ein Leben lang allein zu sein, hatte doch nicht einmal wirklich Freunde gefunden außer Akarúi und auch sie blickte ihr nicht mehr hinterher, kam nicht zu ihr, sie saß mit Angst und Trauer alleine hier. Kurz schüttelte die Fähe den Kopf, spürte, wie all die Dinge wieder hochkamen, die sie besorgten und sie unsicher wirken ließen und sie fragte sich, ob ihr Weg nun das Ende erreicht hatte. Vielleicht sollte sie sich ertränken, dann würde sich niemand mehr um sie Sorgen und sie brauchte sich nicht mehr alleine fühlen, denn sie würde dann irgendwo dort oben sein und über andere lachen können. Über die anderen Wölfe, die einfach nur zu dumm waren um zu erkennen, wie es ihr ging, weil sie blind waren und anscheinend kein Herz hatten, keine Gefühle und kein Bewusstsein für ihre Freunde und Verwandten. Lotus seufzte leise und starrte weiter auf die Fläche des Flusses, der leise vor sich hinrauschte und sie in ihre Träume versinken ließ. Träume, die nur schwarz waren, keinen Inhalt mehr hatten und sie erschaudern ließen, denn sie wusste nicht, was in ihnen geschehen würde. Fast wirkte es wie ein Blick in die Zukunft, aber würde die Zukunft wirklich so schwarz aussehen? Im Moment hatte sie keinen anderen Eindruck, sie glaubte auch nicht mehr daran, dass sie jemals wieder lachen würde, wer würde ihr denn auch schon einen Grund dafür geben können? Wohl niemand.
Lotus blickte auf die Wunde auf ihrer Pfote, die pochte, wenn sie daran dachte, was sie sich selbst zugefügt hatte, wie sie sich selbst geschädigt hatte und es nun doch wieder richtig fand. Sie war ein einfaches Dilemma, niemand konnte ihr noch helfen. Schadete sie sich doch selbst, so war es ihr nun egal, denn ihr ganzes Leben war ihr egal geworden und es gab auch keinen Grund mehr, noch einmal zurück zu blicken zu der Richtung, in der eine Tragödie angefangen hatte. Lotus erhob sich aus ihrer liegenden Position und blickte um sich, plötzlich aber erschrak sie und erst jetzt kam ihr der grässliche Geruch in die Nase. Sie sah schwarzen Rauch und der Gestank wurde immer deutlicher. Und so wäre es doch nur an einer einzigen Stelle gewesen, da nahm die Weiße noch zwei weitere Stellen war, an denen es angefangen hatte zu brennen. Sie riss die Augen auf und fürchtete sich. Nun hatte sie also alles verloren? Freunde, Liebe und ein Rudel? Hatte sie wirklich alles verloren, jeden Wolf, vor allem Akarúi? Warum war sie nicht in diesem grässlichen Feuer? Warum verbrannte sie nicht? Sie hatte es doch mehr verdient als all die anderen. Sie waren doch alle so glücklich. Nun hatte Lotus wirklich einen Fehler begangen und sie wusste nicht mehr, was sie noch tun sollte. Wie konnte sie schon noch vorgehen? Mit einem klagenden Heulen legte sie sich wieder hin, fühlte sie sich nun doch so grässlich, geschändet, verachtet, hatte es doch alles keinen Sinn mehr. Sie fiepte und schloss die Augen, der Kampf war beendet und nun konnte sie an ihre Zukunft denken. Sie war wirklich schwarz, das Bild hatte nicht gelogen und Lotus wusste nun nicht, wie es weitergehen sollte. Ein Feuer, welches alles zerstören konnte, hatte seine Macht gehabt und sie ausgebreitet, zu welchem Nutzen war dies nur gewesen? Lag es an diesem Gewitter, welches aufgezogen war? Warum hatte der Blitz nicht sie getroffen, es hätte doch so viel mehr Sinn gemacht. Und was sollte sie nun tun? Nun lag sie hier und vielleicht konnte sie warten und hoffen, würden die Flammen sie nicht vielleicht erreichen und ebenfalls zerstören? Oh ja, warum denn nicht? Darauf wartete sie doch nur, dann hätten ihre Qualen ein Ende und sie bräuchte sich doch keine Gedanken mehr zu machen. Lotus seufzte leise und öffnete die Augen wieder. Sollte sie lachen oder weinen? Was sollte sie nun darüber denken? Wie sollte es weitergehen? Das Wasser rauschte, dieser kleine Fluss schlug winzige Wellen, die nach etwas sehnsüchtigen Schönen Ausschau hielten, die immer noch zusammen hielten und niemanden verlieren konnte. Ihr Hals kratzte bei diesem Gedanken, der Gestank machte sie durstig und unsicher, als kratzte sie sich vorwärts, ihre Vorderpfoten berührten die Kälte und Nässe und einen Moment schloss sie noch einmal die Augen, ehe sie ihre Zunge sanft in das Wasser eintauchte und die wenigen Momente genoss, wo sie dieses wundervolle Wasser noch schmecken durfte. Die Kälte konnte ihr neues Zuhause sein, warum sollte sie es nicht testen? Wenn es nicht schön war, so würde sie frieren und die Flammen konnten sie wärmen, aber dann würde sie auch sterben. Vielleicht wollte sie dies auch, aber sie wusste doch nicht wie. Machte sie sich nicht selber gerade lächerlich?
Lotus hob ihren Kopf, einige Tropfen fielen von ihrer Schnauze hinab und berührten wieder das Wasser, vereinigten sich erneut mit diesem und ließen es zusammen halten wie es ein Rudel auch tat. Warum konnte sie es nicht? So liebte sie doch nun die Einsamkeit und wusste nicht, ob es ohne diese weitergehen konnte, im Moment sah sie einfach keinen anderen Ausweg. Lotus nickte für sich und ihre Vorderpfoten spielten wieder mit dem Wasser, sie schlug leicht hinein um zu beobachten, wie stark dieser Zusammenhalt war, aber er ließ sich nicht durchbrechen, egal, was sie versuchte. Die Strömung, oh wäre es doch nur so stark, dass es sie ins Nichts reißen könnte, so würde sie sich mitziehen lassen. Die Weiße schüttelte den Kopf und ließ den Kopf hängen, es brannte, sie wusste, dass sie jeden Wolf den sie mochte verloren hatte und dennoch blieb sie ruhig und einsam hier liegen. Warum war sie nur so, sie verstand sich selbst nicht mehr. Aber sie hatte sich eigentlich nie verstanden, deshalb machte es nun auch keinen Sinn, anzufangen, irgendwelche Dinge nachzuvollziehen. Sie blieb nur stumm und weinend liegen, abwarten, was geschehen würde. Sie hatte doch eh aufgegeben…


16.05.2007 19:56




Kiba Telay


Kiba Telay ließ hektisch den Blick gleiten. Großartig. Bisher war noch niemand wirklich ihrer Aufforderung nachgekommen. Waren sie denn alle scharf auf einen brennenden Pelz? Sie verzog grimmig die Lefzen.

Ich sagte; BEWEGUNG! Los, ab mit euch! Nicht in den Wald, verdammt noch mal!“,

rief die Silbergraue laut und deutlich. Ihre helle Stimme klang nun ernst und durchdringend, sie ließ keinen Widerspruch zu! Ein paar Idioten hasteten wirklich zum Wald hinüber und leider war auch Adali darunter. Verdammt! Was sollte das? Sie hörte hier und da ein Rufen, toll verfielen jetzt alle in Panik? Jeanne rief nach Danley, was verständlich war. Ihr Rufen schaltete wieder ihr Denken an Silence Tear und ihre Tochter an, wäre sie nicht die Leitwölfin hätte sie jetzt vielleicht genau an ihrer Stelle gestanden und nach beiden gerufen. Oder in ihrem Leichtsinn wäre sie in die Flammen gerannt, genau wie Adali. Aber wem rannte sie nun nach?! Kiba hatte nicht gesehen, dass ihre Tochter im Wald verschwunden war, sie durfte sich jetzt nicht darum kümmern! Sie musste dafür sorgen, dass die, die noch anwesend waren gerettet werden konnten und auf die Anderen würde sie warten müssen. Aber wer geleitete die Wölfe dann zum Waldsee, wenn grade alle Helfer verschwanden, oder ebenfalls warten wollten? Jetzt fingen auch noch Toboe und Teyrm wieder an sich zu kabbeln, meine Güte hatten die denn keinen Verstand in der Birne?

Sagt mal, seid ihr bescheuert?! Schluss jetzt, sonst geht die Welt wirklich unter ... für euch!“

Unsanft datschte Kiba die Zwei mit der Pfote wieder auseinander, packte Toboe im Genick und hob ihn wieder hoch. Solch ungehaltenen und wütenden Reaktionen waren untypisch für die gutmütige Alphawölfin, aber jetzt verstand sie keinen Spaß. Ihr Gefährte befand sich in den Flammen, zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter und beide waren in größter Gefahr. Sie wusste nicht einmal, ob sie sie lebend wiedersehen würde. Ihr Inneres krampfte sich schmerzhaft zusammen, der Gedanke daran trieb ihr kurz Tränen in die Augen, die sie mit kurzem zukneifen der Augen wieder runterschluckte. Ein schluchzender Kehllaut drang aus ihrer Kehle, den höchst wahrscheinlich nur Toboe hören konnte, da der ja direkt in ihrem Maul hing.
Zuerst hörte die Graue dann gar nicht, dass ein fremder Rüde sie ansprach, aber als sich dann aus den Augenwinkeln jemand Teyrm näherte, wandte sie ihren Kopf ruckartig herum. Die eisblauen Augen fixierten den Grauen prüfend, er wollte helfen? Ach .. ihr blieb ja nichts anderes übrig. Schweigend nickte sie dem Wolf zu und deutete mit dem Kopf auf Teyrm. Dann drehte sie sich um und bewegte sich rasch in die Richtung des Sees, blieb wieder stehen und sah sich ungeduldig wartend nach dem Rudel um.


17.05.2007 14:05




Danley Lanés


Mit immer noch angelegten Ohren wandte Danley den Blick von Silence Tear ab, hinauf in den Himmel. Der Schwarze hatte Recht, das sah überhaupt nicht gut aus ...
Schon kurz nach dem ersten Grummeln hastete ein greller Blitz den Himmel hinab und zerteilte sich vor dem Aufschlag. Der Aufschlag ... der viel zu nah beim Rudel erfolgte. Entsetzt riss der Graubraune die Augen auf. Jeanne! Sein grüngelber Blick glitt noch einmal kurz zum Leitwolf, doch der hatte sich auch schon in Bewegung gesetzt. Schnell hastete der Jotarüde ihm nach, er musste schnell zum Rudel zurück! Die lähmende Schuld, welche auf seinen Schultern lastete war zwar nicht vergessen, aber nun gab es Wichtigeres! Ich durfte nichts passieren, es durfte einfach nicht! Er wäre wieder schuld, weil er einfach gegangen war und sie allein gelassen hatte ... er wäre immer wieder schuld, egal was passieren würde! Einen wimmernden Lauf ausstoßend biss Danley sich fest auf die Lefzen. Warum war er nur so ein Trottel, so ein verdammter Unglücksbringer? Der schmale Rüde wusste, dass sie gradewegs in die Flammen liefen, aber es durfte keine Zeit verloren werden! Rauch benebelte seine Sicht und ließ die Augen tränen, aber das immer näher kommende Feuer war so hell und leuchtend, das man es gar nicht übersehen konnte! Der Rüde blieb irgendwann stehen, merkte dass er Silence Tear kaum noch sah und sich die Feuerwand bereits hinter ihnen ausbreitete. Unvorsichtiger Idiot! Er rannte echt von einer Misere in die Nächste, verdammter Trottel!
Lanés legte die Ohren an, drehte sich im Kreis – Mist! Und nun litt er wahrscheinlich auch schon unter Halluzinationen, denn er meinte ein Rufen gehört zu haben, jemanden der seinen Namen rief. Aber selbst wenn jemand nach ihm gerufen hätte, hier würde er das doch niemals hören können! Wo war das Rudel? In welcher Richtung! Wo war sein Leitwolf? Scheiße, er hatte vollkommen die Orientierung verloren!
Immer wieder sah er sich zu allen Seiten um und schließlich hatte er wirklich das Gefühl etwas zu hören, etwas ganz reelles. Vielleicht Silence Tear? Nein ... das war ein Welpenjaulen! Ein Welpe? Hier? Im brennenden Wald?! Bei Gott, konnte denn niemand richtig auf die Welpen Acht geben? Mussten sie alle so sein wie er? Danley wusste nicht um welchen Welpen es sich handelte, der Rauch erstickte ihn fast, aber er würde ihn retten! Noch ein kleines Wesen, dass noch sein ganzes Leben vor sich hatte, wollte er nicht auf dem Gewissen haben!
Der Graubraune verzog die Lefzen und trat ein paar Schritte zurück. Er musste durch das Feuer springen! Ein leichtes Zittern fuhr durch seinen Körper und die Ohren legten sich an.

.oO°( Das schaff’ ich nicht ... )

Abwartend fixierte er die Flammen, seine Pfoten fühlten sich schwer wie Blei an. Feigling ... Feigling! Ein Ruck fuhr durch seinen Körper und er rannte bis drei zählend los. 1 ... 2 ... 3! Mit einem kräftigen Stoß hob er vom Boden ab und flog grade zu durch das Feuer. Er spürte die Hitze an seinen Pfoten, an seinem Bauch und den Qualm in seinen Lungen. Dennoch hatte er großes Glück gehabt, denn die Flammen waren grade zur Seite gestoben und hatten eine Lücke, wie für ihn gemacht, freigegeben. Unsanft kam er in dem Feuerring auf, knickte mit den Vorderläufen ein und knallte mit dem Kiefer auf den Boden. Ein Schmerz durchfuhr seine Zunge, auf die er sich grade mit voller Wucht gebissen hatte und er schmeckte Blut. Ein ersticktes Röcheln drang hervor, gemischt mit einem kurzen Jaulen, aber keine Sekunde später drückte er sich auch schon wieder mit aller Macht hoch und sprang nach vorne. Dort hinten konnte er den kleinen Welpen erkennen, doch es blieb keine Zeit für eine Wolfsidentifikation. Auch das der Welpe braun war fiel durch den roten Schein des Feuers nicht auf. Ohne zu überlegen schnappte er den Kleinen im Genick und hastete nonstop über den freien Weg durch die tödlichen Flammen. Danley Lanés hörte nichts mehr, nur noch das Rauschen des Feuers klang in seinen Ohren nach, er konnte nichts mehr außer verschwommenen Flammen und brennenden Bäumen sehen, verließ sich auf seine Instinkte um nicht vor einen Baum zu rennen, die Lungen brannten durch den Rauch schon wie das Feuer. Der Graubraune spürte den Welpen in seinem Maul, würde ihn auch nicht mehr loslassen.
Einen kurzen Augenblick kniff er die Augen ganz zu und preschte durch einen Busch, der sofort, nachdem er hindurch war, auch Feuer fing. Hals über Kopf musste er hier durch, den Kopf hoch haltend, damit der Welpe von all dem nichts abbekam. Das es ein Fremder war, hatte er noch immer nicht registrieren können. Als er die Augen wieder aufmachte, in der Hoffnung etwas erkennen zu können, hatte er durch Zufall auch Silence wieder gefunden. Naja, eher rannte er in ihn hinein, und konnte sich noch grade so stoppen, damit er ihn und sich nicht über den Haufen warf. Außer Atem blinzelte er den Alpharüden an, machte einen kleinen Satz zurück und senkte entschuldigend den Kopf. Er konnte nicht hecheln, der Welpe musste festgehalten werden, langsam aber sicher hatte er das Gefühl zu ersticken. Hoffentlich wusste der Schwarze, wo es rausging.


17.05.2007 14:32




Liaryl


Die braune Fähe hatte noch eine ganze Weile das Geschehen auf der Wiese beobachtet. Sie hatte sich nicht von der Stelle gerührt, Abstand gehalten zur Welt, die sich ihr hier präsentierte, und Schutz gesucht an dem Felsen, an den sie sich lehnte. Doch mit der Zeit hatte sie die Müdigkeit überwunden und sie sah sich gezwungen, die markanten Augen zu schließen. Dieser Ort kam ihr scheinheilig vor, als würde das Glück und die Zufriedenheit nur gespielt werden. Tief atmete sie in ihrem - ja, wie sollte man sagen - Schlaf oder Dösen tief ein. Es schien ihr zu perfekt, das es ihr wieder irreal vorkam. Sie hatte kein Vertrauen in die Wölfe hier, auch wenn sie bis jetzt nur freundliche Stimmen vernommen hatte. Immer noch hörte sie die Geräusche und versuchte auszumachen, ob sich ihr jemand näherte. Doch sie war zu erschöpft von ihrer langen Wanderung, dass sie wirklich jemanden hätte aufhalten können, näher an sie heranzutreten, als sie es wollte. Unruhig zuckten ihre Ohren. Vor ihrem inneren Auge zeigten sich Bilder, Bilder, die mehr als nur ihre Erinnerungen waren, denn sie beherrschten ihre Gegenwart, sowie ihre Zukunft. Sie konnte sich nicht losreißen, sie konnte nicht vergessen und erst recht nicht verzeihen. Sie fühlte sich benommen und leblos, fast, als wäre ihre ehemalige Tristigkeit vollends zurückgekommen. Ein Wimmern machte sich in ihrem Herzen breit. Warum war ihre Freundin nicht hier, ihr Schwester, ihr ein und alles? Warum hatte sie sie allein gelassen? Sie wusste doch, dass sie irgendwann in ihre Depressionen zurückfallen würde, wenn man sie nciht irgendwie unterstützte... Oder? Hatte sie das vielleicht nicht gewusst? Die Braune spürte es, auch wenn sie sich dagegen sträubte. Ihr wurde immer mehr egal und der Tod fing wieder an eine liebliche, einladende Melodie zu singen...

Die Fähe schreckte hoch, als sie das Donnern des Himmels hörte. Rasch reckte sie das Haupt und lauschte der Natur. Das würde mehr sein, als nur ein Regen. Ein Gewitter, ganz klar ein Gewitter. Doch würde es eine ernsthafte Gefahr darstellen? Sie richtete sich auf und betrachtete die dunklen Wolken. Sie hatte nicht gelernt, was sie zu bedeuten hatte, aber das Gefühl, das sagte, dass es nichts gutes verheißen konnte, lag schon längst in der Luft.
Sie presste die Ohren an den Hinterkopf und die Rute klemmte sich zwischen die kräftigen Läufe, als Blitze einschlugen und ein Grollen vom Himmel herunterkam. Es war eine Angstreaktion, die sie eigentlich nicht zeigen wollte. Diesen kurzen Moment entglitt ihr die Kontrolle über sich selbst und man konnte sehen, was für ein schwaches Wesen hinter den freundlichen Gesicht zu finden war. Ihr Herz raste, als sie die Rauchschwaden erkannte und die befehlenden Worte der Alphafähe hörte. Starr stand sie da, doch sie hatte keine Angst mehr, etwas anderes schlich sich in ihre trübseligen Gedanken und sie versankt darin, wie in einem See aus Tränen. Vielleicht sollte sie einfach hierbleiben. Dann hatte sie endlich ihren Frieden und sie würde in eine andere Welt treten. Dann würde sie endlich von ihrem Leid befreit sein und vielleicht sogar ihre Mutter wiedersehen. Dann musste sie nicht auf dieser grausamen Erde mehr verweilen und zusehen, wie ihre Erinnerungen die Kontrolle über sie übernahmen. Ja, der Gedanke nahm Gestalt an und ein Lächeln - vielleicht ein wahnsinniges - huschte über ihre Lefzen. Ruhig, wie ein Geist, machte sie einige Schritte auf den brennenden Wald zu. Sie schien ihre Umgebung völlig vergessen zu haben, die Panik, die sich über das Rudel gelegt hatte. Doch es war genau ein Wort, das sie wieder erstarren ließ. Kiba schrie nun förmlich, trieb sie an, ihr zu folgen und die Welpen in Sicherheit zu bringen. Das Haupt der Braunen wirbelte herum. Welpen... Die Welpen. Nun schaltete sich ihr Instinkt ein und sie brauchte gar nicht mehr lange nachdenken. Sie konnte hier zwar sterben, aber dann würden die Welpen ebenfalls sterben und sie konnte doch so ein ungeformtes Leben nicht dem Tod überreichen. Für Welpen - mochten sie auch schwarz sein - hatte sie imemr noch ein Herz. Und wenn sie die Welpen in Sicherheit gebracht hatte, konnte sie sich immer noch in die Flammen stürtzen, dann hatte sie ein reines Gewissen und würde mit einem Lächeln gehen...
Mit nur wenigen Sätzen war sie bei einem Schwarzen und einer Grauen angelangt. Ruhig sah sie den Schwarzen an, wollte nicht so etwas wie Panik verbreiten.

" Kleiner du musst selber laufen, wenn dich keiner trägt. Lauf so schnell du kannst und verliere Kiba niemals aus den Augen - oder mich, denn ich werde ihr folgen... "

meinte sie mit ihrer lieblichen Stimme und packte dann ohne ein weiteres Wort oder irgendeinen Widerstand zuzulassen die kleine Graue. Ihr Griff war fest genug, sodass sie nciht mehr zu Boden fiel, aber gleichzeitig auch vorsichtig, um sie nicht zu verletzen. Sie hatte sich noch nie um Welpen kümmern müssen. Dem Schwarzen warf sie noch einen letzten, vielleicht bittenden Blick zu, ehe sie mit raschen Schritten und Sprüngen der Alphafähe folgte. Sie kannte das Gebit nciht und doch war jeder ihre Bewegungen sicher, als hätte sie nichts als die Flammen zu befürchten. Bald hatte die die Graue eingeholt und heftete sich an ihre Läufe. Sie blieb stehen, wenn Kiba stehen blieb, um nach dem Rudel zu suchen. Sie kannte den Weg nicht, aber irgendwie hatte sie das Gefühl, dass das Rudel es irgendwie schaffen würde. Wie viele Verluste es geben würde, war ihr allerdings nicht klar. Wennd er kleine Schwarze unter ihnen war, würde sie sich wohl ewig Vorwürfe machen. Dann würde sie sich auf ewig hassen, so wie sie ihren Vater hasste.


17.05.2007 18:45




Aidan Daray


Der sanfte Blick des schwarzen Welpen war auf die kleine Graue gerichtet. Ein Lächeln zierte seine Lefzen, freundlich und liebevoll. Immer, wenn er in der Gegenwart von ihr war, wurde er ein wenig an seine kleine Schwester Sheyna erinnert, wobei sich die beiden Fähe auch wieder unterschieden. Er mochte alle beiden, jede auf seine Art und Weise. Doch was die beiden einte war, das er jede beschützen wollte. So wirbelte er auch verschreckt herum, als ein tosendes Donnern vom Himmel erklang. Mutig sprang er vor Shijarú, stellte sich schützend vor sie. Was war denn da los? Die Ohren legten sich einen kurzen Augenblick unsicher an, als auch schon ein Blitz vom Himmel jagte, sich spaltete und einschlug. Reflexartig machte der schwarze Welpe einen Sprung rückwärts, drängte die zierliche Fähe so von der Gefahr zurück. Er hatte keine Ahnung, was das war, eine völlig neue Situation und doch spürte er das Knistern von unheil in der Luft. Aufmerksam schnippten seine Ohren wieder nach vorne, während seine Augen suchend zu seiner kleinen Schwester huschten. Da! Alles in Ordnung, sie war bei ihrem Vater und es ging ihr gut. Dort war sie in Sicherheit. Gerade wollte er sich abwenden, als er einen Schatten von Yosó weghuschen sah. Die bernsteinbraunen Augen, die seiner Mutter so ähnlich, kniffen sich zusammen. Ein kleiner dunkler Punkt raste in völliger Panik auf das Feuer zu, das sich nun ausbreitete.

"Yumé!"

,rief er, doch zu spät, er hatte seine Schwester schon aus dem Blickfeld verloren. Er musste doch etwas tun! Doch schon preschte mit kräftigen Sprünge Adali in einiger Entfernung an ihnen vorbei. Ihre Mutter würde die Sache schon regeln. Leicht drängte er Shijarú in die andere Richtung, vom Wald weg.

"Komm, wir müssen hier weg!"

Trotz des Chaos versuchte er möglichst ruhig zu bleiben, denn wenn er es war, konnte die Graue vertrauen zu ihm fassen und würde ihm schon eher folgen. Allerdings war dies gar nicht mehr nötig, da in diesem Augenblick eine braune Fähe auftauchte. Aidan kannte sie nur flüchtig und betrachtete sie daher ein wenig argwöhnisch. Vor allen Dingen da sie ihn so seltsam ansah, was ihm nicht entging. Um darauf aber weiter ein zu gehen hatte er jetzt keine Zeit, denn schon wurde seine kleine Freundin im Nacken gepackt und fort geschafft. Er sollte so schnell er konnte hinter her laufen. War einfacher als gedacht, denn mit seinen viel kleineren Läufen als der ihren kam er nicht so schnell voran. Trotzdem heftete er sich tapfer an ihre Pfoten und ließ sie keine Sekunde aus den Augen. Es würde, es durfte nichts passieren.


17.05.2007 22:07




Ténshi Kurái


Der graue Rüde mit dem Namen Ténshi Kurái hätte vor Freude aufschreien können. Es war zu perfekt; der Tod lauerte überall, und er, er alleine, hatte die Verantwortung für einen Welpen, nein, für DEN Welpen, ein Welpe der Rudelführer. Fast so sehr, wie er es liebte, andere zu quälen, verlangte er nach Kontrolle. Kontrolle über andere. Als das Alphaweibchen beinahe ein bisschen hysterisch weitere Befehle in die Runde schmiss und sich schliesslich auf die Socken machte, blieb er noch stehen, das kleine Tier unter ihm genau beobachtend. Hatte er die Gefahr erkannt? War er mutig, vernünftig genug um selbst loszulaufen? Oder etwa doch nur ein Feigling wie all die anderen Jungtiere? Natürlich. Der Kleine verkroch sich zwar nicht gerade unter Ténshi, wen wundert’s, er sah ihn schliesslich zum ersten Mal, aber blieb dennoch mehr oder weniger verängstigt und verwirrt sitzen, wie bestellt und nicht abgeholt. Der Rüde hegte einen leichten Groll gegen Feiglinge, was gab es denn zu befürchten? Wo ein Gewitter, da Regen. Regen, der das Feuer früher oder später löschen würde. Also warum all die Aufregung? Die Wölfe, die sich im Wald befanden, waren entweder selbst schuld, suizidgefährdet oder einfach zu dämlich. Oder aber das Schicksal hatte es für sie bestimmt, dass sie zu Asche verbrennen sollten. Wenn jetzt noch irgendein verzweifeltes Wölfchen in den Wald gesprintet wäre, um seinen oder ihren Gefährten aus den Flammen zu retten, wäre Ténshi wahrscheinlich tot umgefallen, weil er bei all der Lacherei keine Luft mehr bekommen hätte. Und tatsächlich hatten sich einige Wölfe dazu bereit erklärt, für Unterhaltung zu sorgen. Nur knapp widerstand Ténshi der Versuchung, sich auf den Rücken zu legen und Tränen zu vergiessen – vor Lachen. Was für eine Schande.
Äusserlich zeigte der graue Hüne natürlich nichts von seinen schadenfreudigen, ja sadistischen Gedanken oder Emotionen. Jedenfalls nicht die richtigen. Er blickte stets zu dem kleinen Fellknäuel hinunter. Der Nachwuchs des Rudels. Da hiess es, noch genauer auf ihn acht zu geben, denn was würde geschehen, wenn der Kleine verloren ging? Oder wegrannte? Vielleicht sogar in den Wald? Sie würden ihn verbannen, kaum war er bei dem Rudel angekommen, müsste er auch schon wieder gehen. Und seine Schwester würde bleiben. Bei ihrer Familie, ihrem Gefährten, dieser grauen Bestie. Im Innern des Rüden krampfte sich etwas zusammen. Dieses arrogante Mistvieh würde eine grosse Hürde für ihn darstellen. Aber auch zu schaffen. Er musste nur seine Schwachstelle herausfinden... Nun musste er aber seine Aufmerksamkeit der Gegenwart widmen, es war nötig, um den Kleinen in Sicherheit zu bringen. Es war Ténshi egal, wenn das Flauschbalg etwas sagen wollte, da konnte er noch so edler Nachwuchs sein, er war nur ein Welpe. Und Welpen hatten nichts zu sagen, wenn sie sich schon vor ein paar Blitzen fürchteten. Doch er wollte ihm nicht noch mehr Angst einjagen, im Gegenteil, das war der perfekte Schachzug, wenn Ténshi Kurái einen Welpen als ‚Kumpel’ hatte. Er näherte sich dem Balg mit der Schnauze, blickte ihm sanft in die Augen, sprach mit sanfter Stimme zu ihm:

„Du hast deine Mami gehört, Kleiner, jetzt geht’s los.“

Ohne gross auf eine Antwort zu warten, packte er ihn im Nacken, hob ihn mit einem eleganten Schwung hoch, und folgte schliesslich der Alphafähe und den Anderen, weg vom Wald, weg von der Gefahr, weg von den Toten, die es geben würde oder bereits gab.


17.05.2007 23:16




Yosó


Yosó No sah seine kleine Tochter eine ganze Weile an. Er wusste nicht genau wie lange. Er mochte diesen Moment, denn er brachte sie ihm näher, sie brauchte sich nicht zu fürchten, wenn er bei ihr war und dass sie dies erkannte, gab ihm ein Gefühl der Zufriedenheit.

Plötzlich drang ein tiefer Donner an sein Ohr. Er spürte, wie Yumé aufsprang und in Panik Richtung Wald hetzte. Es war ein Gewitter, das erste Gewitter seit der Geburt der Welpen. Yosó wollte gerade aufstehen und samt Sheyna hinter deren Schwester herlaufen, als er schon Adali sah, wie sie genau dies tat - der Rüde wusste nicht wieso, aber er dachte aufeinmal, er hätte die kleine Träumerin, die so überstürzt in den Wald gehetzt war, verloren. Ein beklommenes Gefühl legte sich um sein Herz. Als Sheyna jedoch genauso panisch reagierte, er ihr kleines Herz rasen spürte und sie ihm fast an die Kehle gesprungen wäre, senkte er den Kopf zu ihr herab und sah aus seinen silbrigweißen Augen tief in ihre sturmgrauen.

"Wir werden nicht sterben. Keiner. Denn das Monster, das solchen Krach macht, wird meist auch schnell wieder müde. Bevor es an jemanden herankommt, der mir etwas bedeutet, so wie Du, Deine Geschwister und Deine Mutter, müsste es erst an mir vorbei, und wer schafft das schon?"

Er lächelte sie ruhig an. In ihm war es still. Er wusste, er hatte überzeugt geklungen, doch er selbst konnte seinen Worten aus einer bösen Ahnung heraus keinen Glauben schenken. Der schwarze Hüne strich kurz mit der blaustichigen Zunge durch das bräunliche Fell seiner Tochter und dann packte er die Welpin vorsichtig im Genick. Er wandte dem Wald den Rücken zu. Er witterte den Rauch. "Das Monster" hatte also doch schon mehr Schaden angerichtet, als er gedacht hätte. Seine Gedanken waren bei der Nachtflamme, er hoffte aus tiefster Seele, dass ihre Pfoten sie sicher durch das Feuer trugen. Die schwarze Phönixwölfin mochte vielleicht Feuer in sich tragen, aber das machte sie schließlich nicht physisch resistent dagegen. In jedem seiner Herzschläge trug er Verlust mit sich, denn auch wenn seine geliebte Gefährtin in diesem Wald war, so gab er ihre Tochter mit den tiefen Perlenaugen für Verloren. Und das war das, was er von ihr in Erinnerung behielt, die tiefen Augen, die so verträumt immer anders sahen als andere. Er wusste, dass Adali nun für dieses und für ihr eigenes Leben kämpfte und er schickte ihr all seine Kraft, bevor er mit Sheyna im Maul zu Kiba ging, seine Schritte waren groß, lautlos, aber er rannte nicht. Denn Panik zu verbreiten wäre das schlechteste, was er nun tun könnte. Die silbergraue Fähe wusste anscheinend, dass sie sich alle beeilen müssten. Mit einem Blick in ihre eisblauen Augen setzte er Sheyna kurz ab, ohne ihr einen Spielraum zur Flucht zu lassen, denn mit einer Welpin im Maul sprach es sich schlecht.

"Adali ist Yumé in den Wald gefolgt. Sie wird uns folgen, sobal sie sie gefunden hat. Ich würde also lieber die Nachhut übernehmen. Wenn Du willst jage ich sie, wenn nötig, damit sie sich endlich bewegen."

Seine Stimme war dunkel, leise. Er sah nach hinten. Bei anderen würden die Gedanken nun rasen, aber er dachte nicht wirklich an etwas. Wenn er jetzt zu viel nachdenken würde, würde er nur verrückt werden vor Sorge um die beiden Fähen im Feuer. Das Nichts in seinem Blut fraß sich in sein Innerstes, was sich auch in seinen Augen spiegelte. Er war bereit als letzter zu gehen, die Wölfe, die in Panik verfielen zu beruhigen, die Wölfe, die sich sträubten zu gehen zu jagen, er war bereit zu verlieren. Nur kämpfte er dagegen wie seine Gefährtin, solange es ginge. Die Angst um die beiden hatte er verdrängt. Wieder packte er Sheyna im Genick und hob sie hoch. Es war Eile geboten und dabei hatte der Nachtwolf das Gefühl, er hätte alle Zeit der Welt. Und er wartete nur darauf, dass die Zeit ihm davonlief.


18.05.2007 10:34




Shaiya


Es hatte Shaiya viel Kraft gekostet, diese wenigen Worte auszusprechen. Mittlerweile hatte sich ein flaues Gefühl in ihrer Magengegend gebildet. Es veteilte sich rasend schnell in ihrem restlichen Körper. Nervös zuckten ihre Ohren nach hinten, kurz hob sie ihren rechten Lauf an, und trat sofort wieder auf den Boden. Dazu versteckte sie die Pfote hinter ihrer Linken. Immer noch war diese verdammte Kralle da, immer noch war sie so groß, immer noch erinnerte sie Shaiya an traurige Zeiten. Allerdings hob sie wieder ihren Kopf, und schaute in Yagos Augen. Diese Mauer war immer noch da. Diese Bariere, durch die Shaiya nicht durchzudringen vermochte. Vielleicht war es besser so. Vielleicht gefährdete sie sogar die Freundschaft zu Yago, wenn sie sich weiter in sein Leben mischte. Sie musste endlich damit aufhören, anderen helfen zu wollen, anderen ihre Vergangenheit herauszulocken!

~Shaiya, du dummes naives Ding. Wie kannst du nur von der ganzen Welt erwarten, dass jeder ausgerechnet zu dir kommt, und sein Herz ausschüttet? Du glaubst noch an die heile Welt? Hör auf damit!~ , schallte sich Shaiya selbst.

Erst als Yago aufstand, vernahm Shaiya das Grummeln in der Luft. Da bahnte sich ein Gewitter zusammen. Wenn es nicht sogar schon auf dem Weg zu ihnen war. Aber vielleicht hatten sie Glück, und es würde nur Wasser vom Himmel herab fallen, das ihr Fell schwer machen würde und jedes einzelne Haar verklebte. "Lass uns zu den Bergen gehen.", Yagos Worte hallten noch immer in Shaiyas Ohren, sie schnippten wieder nach vorne, und Shaiya warf ihm nur einen verletztlichen Blick zu. Sie wusste nicht, wie sie ihm gegenüber treten sollte, nach ihren Worten. Sofort hatte er diese Mauer aufgerichtet, sich verschlossen. Vor ihr. Vor Shaiya. Wie konnte sie sich nur einbilden, dass Yago, dieser charakterstarke schwarze Rüde, ihr seine wahren Gefühle Preis gab? War sie wirklich so naiv? Shaiya zog es kurz den Magen zusammen, sie atmete kurz tief ein und aus, danach schloss sie kurz die Augen und lauschte. Yago lief bereits vorraus. Sie öffnete ihre nougatbraunen Augen wieder und lief wie selbstverständlich weiter. Als die Flanken von Yago und Shaiya sich trafen, durchfuhr es Shaiya wie ein Blitz. Sie starrte in die Ferne, und starrte doch vorbei. Ihre Augen schienen keinen Anhaltspunkt zu finden. Wie auch? Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, sie wusste nicht, was sie fühlen sollte. Das einzige was sie tat, war stumm neben Yago her zu laufen. Doch sie musste gar nichts mehr sagen. Der schwarze Rüde neben ihr hatte ihr das schon abgenommen. Aufmerksam, aber doch mit ziellosem Blick, hörte sie ihm zu. Das Grummeln im Hintergrund nahm stark zu. Sicherlich war das Gewitter schon längst über den Tal, oder nur über den Wald im Revier. Aber im Moment achtete sie nicht darauf. Sie hatte nur Ohren für Yago. Seine Stimme klang so gut in ihren Ohren. Sie genoss es förmlich, ihn sprechen zu hören.

"Es tut mir Leid, Yago. Ich bin naiv. Ich habe geglaubt, mir würde jeder sein Herz ausschütten. Aber es hat schon bei der weißen Fähe Lotus nicht geklappt. Wahrscheinlich habe ich sie nur verärgert. Bei dir hoffe ich, wird es nicht das selbe sein. Wenn du mir von dir erzählen willst, ist das deine Entscheidung. Ich werde dich nicht zwingen. Wenn du mir von dir erzählst, werde ich dir zuhören, und versuchen dich zu verstehen, auch wenn du einmal keine Worte findest, dann sprich zu mir mit deinen Augen. Oder deinem Herzen. Ich werde es verstehen. Ich will dich nicht verlieren, Yago, verstehst du? Darum werde ich dich nicht nach deiner Vergangenheit richten. Man kann sich verändern. Doch was rede ich für wirres Zeug. Ich weis nichts von dir. Und es ist in Ordnung so, solange es für dich auch in Ordnung ist."

Jetzt musste sie nur noch auf eine Antwort warten. Wieder blickte sie nach vorne und lief weiter. Ihre Blicke fanden kein Ziel, sie starrten in die Ferne, und starrten doch vorbei.


18.05.2007 20:22




Torán


Torán schluckte. Könnte er weinen, hätte er es jetzt getan. Einmal in seinem schweigsamen Leben, hatte er Angst, war traurig. Angst? Warum eigentlich. Ja, er wusste es. Niedergeschlagen atmete er tief ein und sofort wieder aus. Benommen schloss er seine Augen. Er hatte Angst davor, seine Liebe zu verlieren. Lotus zu verlieren. Sie hatte ihm seine Liebe gestanden. Sie hatte ihm so viel gesagt, und er hatte nichts geantwortet. Er war still sitzen geblieben und hatte geschwiegen. Wie immer. Warum konnte er sich nicht einmal zusammen reißen und seinen Fang öffnen und sie mit Worten beruhigen? Vorhin hatte es noch gut geklappt. Da war er sicher gewesen, er würde Lotus das selbe sagen. Er würde die drei Worte sagen.

~Ich liebe dich...hörst du, Lotus? Ich liebe dich.~

Natürlich vermochte sie seine Gedanken nicht zu hören. Wie schade. Torán hätte es gewollt, dass Lotus sie hört. Traurig? Warum war er traurig? Weil er Lotus gehen lassen hat? Weil er ihr nicht geantwortet hatte? Oder eher weil er immer noch nicht aufgesprungen war und ihr hinter her rannte? Der Fähe, die er so sehr liebte. Mit der er sein Leben verbringen wollte. Er liebte sie so sehr, dass es weh tat. Er hatte seine Außenwelt vergessen. Was ging ihn das Wetter an, wenn er doch aufstehen musste und Lotus vor ihrem Schmerz bewahren musste? Es war seine Pflicht. Wahrscheinlich dachte sie, er würde sie nicht lieben.
Langsam stand Torán auf. Wohin war Lotus gelaufen? Nach dort drüben. Also würde er ihr folgen. Hatte er ihr, oder gar sich selber geschworen, ihr überall hinzufolgen? Bis ans Ende der Welt? Doch ein seltsamer Geruch riss ihn aus seinen Gedanken an Lotus. Er verstand nicht ganz. Erst realisierte er es gar nicht, konnte den förmlichen Gestank nicht zuordnen. Als er es allerdings tat, beschleunigte er seine Schritte. Pfote um Pfote wurde er schneller bis er schließlich rannte. Irgendwo brannte es. Mindestens an zwei Stellen. War Lotus in Sicherheit? Was war mit ihr? Er durfte sie nicht verlieren! Nicht sie! Eher sollte er sterben. Eher sollte der schweigsame Torán in den heißen, züngelden und gefräßigen Flammen des Feuers untergehen, als seine Liebe zu verlieren.
Nach ein paar schier endlosen Schritten war Torán bei Lotus. Er sah sie. Ihr weißes Fell lag im Kontrast zu seinem schwarzen Fell, er sah sie sofort. Wie konnte er Lotus nicht erkennen? Er würde sie auch bei 100 identischen Fähen erkennen. Lotus war einzigartig. Lotus war Lotus. Und das war auch der Grund, warum er sie so sehr liebte. Torán wurde langsamer. Der schwarze Rüde schluckte den beißenden Gestank hinunter und bekam einen trockenen Rachen. Aber wen kümmerte das schon? Kurz beobachtete er Lotus während seinen Schritten, doch dann ging er festen Weges weiter und legte sich zu ihr, halb ins Wasser, halb an Land. Er zog kurz einige Schlucke Wasser, kostete es und genoss es.

"Lotus. Ich habe dich verletzt. Wie kann mein Schweigen jemanden so sehr verletzen. Wenn du möchtest, werde ich wieder gehen. Doch lass mich dich in dieser Situation beschützen. Es scheint Feuer ausgebrochen zu sein. Ich möchte nicht, dass du in den Flammen untergehst. Vorher werde ich sterben. Sterben für dich. Bitte Lotus. Nehm meine Entschuldigung an. Du weist, ich rede ungern, und doch tu ich es in diesem Moment. Für dich. Ich...Ich liebe dich, Lotus."

Es war eine Entschuldigung. Sie kam von Herzen und er wusste nicht, ob Lotus dies zu schätzen wusste. Er hatte mehr als einen knappen Satz gesagt. Der sonst so Schweigsame drehte den Kopf zu Lotus. In seinem Blick lag Wärme, Liebe und...und man sah, dass er gegenwärtig war. Er war hier, auf keiner seiner Traumebenen. Mit festen Blick starrte er in Lotus Augen. Man konnte es lesen. "Verzeih mir" , standen in seinen Augen.


18.05.2007 21:01




Lotus Haná


Lotus blieb in ihren Gedanken, in diesen verwirrten Gedanken, zum einen wünschte sie sich den Tod, anders rum aber wollte sie endlich wissen, wie stark ein Zusammenhalt und ein Gefühl wirklich sein konnte. Sie blickte einfach nur stur auf dieses Wasser, die Wasseroberfläche hatte ihr Spiegelbild leicht verschwimmen lassen, selbst diese Nässe spürte die Panik, die das Feuer auslöste, welche in ihrem Herzen tobte, aber nicht zum Vorschein kam. Ertrunken von der Trauer. Und aus all diesen Gedanken und Gefühlen wurde sie erst geweckt, als neben ihr ein Luftzug erschien, als plötzlich etwas ihr Fell berührte und einfach da war. Sie hob etwas erschrocken den Kopf, blickte neben sich und erkannte Torán. Lotus Augen wurden etwas größer, was war geschehen, wieso war er hier? Hatte sie das wirklich verdient? Er hatte sich stumm neben sie gelegt, er trank so ehrfürchtig und anmutig von dem Wasser, jede seiner Bewegungen berührte ihr Herz und Lotus schluckte schwer, etwas Stechendes lag in ihrem Hals, was sie versuchte, irgendwie loszuwerden. Als er plötzlich wie aus dem Nichts anfing, zu reden, spitzten sich ihre Ohren, sie hatte nichts sagen können, denn sie wusste nicht, ob sie ihn hassen oder lieben sollte. Aber seine Worte legten sich tief um ihr Herz herum, es erwärmte sie und Lotus schloss die Augen, um seine ehrliche Stimme zu genießen, um die Worte genau aufzunehmen, sie nicht falsch zu verstehen, denn sie wusste, wie selten Torán so offen und lieblich mit ihr sprach. Worte waren nicht immer wichtig, umso mehr war dieser Moment einfach nur kostbar. Sie öffnete die Augen wieder und schenkte ihm ihren liebevollen und warmen Blick, die Tränen waren noch da, aber diese Tränen waren nicht mehr aus Hass und Angst da. Und als sie in seinen Augen lesen konnte, was ihn erregte und was er fühlte, da wusste Lotus, wie ihre Antworten für jede Ewigkeit lauten würden.

„Ich möchte mit dir sterben, Torán. Lass uns zusammen in diesen Flammen untergehen und unsere Liebe besiegeln.“

Lotus legte ihren Kopf an seinen Hals, sie glaubte, sein Herz bis hierhin schlagen hören zu können und genoss es einige Sekunden, dann aber ließ sie ihren Kopf einfach unter seinem liegen, genoss unter ihm diese Wärme und Geborgenheit, die sie fühlte.

„Ich liebe dich auch, Torán. Und ich würde es dir immer wieder sagen.“

Lotus leckte sanft mit ihrer Zunge über seine Läufe, ehe sie weiter sprach.

„Geh nicht, bitte geh nicht, bleib hier, lass uns unsere Körper in Schweigen hüllen und in dieser Wärme untergehen. Ich nehme deine Entschuldigung an, denn du bist bei mir. Das ist alles für mich, was zählt.“

Lotus konnte nichts mehr sagen, sondern einfach nur genießen, dass man ihr diesen Moment noch gegönnt hatte. Das man ihr dieses Geschenk gemacht hatte, denn sie glaubte sich verloren. Hatte sie es doch überlebt und nun doch den Weg gefunden, den sie gehen musste.


19.05.2007 14:54




Yari


Wie sanft die bedrohlichen, dunklen Wolken aus rot glühender Gefahr ihn in seinen Träumen umhüllten, wie leicht sich Yari inzwischen fühlte, wie losgelöst von allem Elend...
Sein Körper lag völlig entspannt zwischen dem Schauspiel aus Rauchschwaden und flackernder Feuersbrunst. Es war weniger sein Wille, der erloschen war, sondern seine realistische Wahrnehmung. Er war sich einfach nicht mehr dessen bewusst, dem er sich ungeschützt aussetzte. Weder hatte er erfasst, dass er sterben würde, noch, dass er durch seine Anwesenheit andere Artgenossen zusätzlicher Gefahr aussetzte. Er genoss einfach den Augenblick der absoluten Aufgabe seiner Gedanken und seiner schmerzenden Glieder. Er befand sich mitten im Prozess des erleichternden, verführerischen Vergessens, als er eine helle, klare Stimme wahrnahm. Ganz weit entfernt schien sie zu verweilen, doch sie passte gar nicht zu seiner Gemütsverfassung, sie klang so schrill, so unruhig, irgendwie panikbehaftet. Doch weshalb? Es war doch alles so schön … so leicht und schwebend. Und doch war die Stimme von einer bekanten Lieblichkeit … sie erinnerte ihn an irgendetwas, das er vergessen hatte. Würde er es wieder finden wollen? Gerade hatte er sich dagegen entschieden, als er eine Erschütterung spürte. Er spürte unverzüglich einen pochenden Schmerz, der scheinbar in seinen Körper hineinkroch und explodierte. Wurde er geschüttelt? Warum ließ man ihn nicht einfach etwas weiterschlafen? Er war doch so unendlich müde …
Inzwischen hatte sich eine zweite, tiefere Stimme erhoben, doch sie war noch weiter weg und schien ebenfalls leiser zu werden. … Lücke … du … Feuerring entkommen …
Yari konnte nichts mehr hören, er war wie taub. Doch diesmal sollte es nicht an seinem komatösen Schlaf liegen, sondern an einem zuvor abgetöteten, nun in rasender Geschwindigkeit neu aufkeimendem Gefühl: Angst. … Feuerring entkommen … schlagartig wurde er sich seiner derzeitigen Lage bewusst – und ein Gefühl der Dankbarkeit umströmte ihn. Er hatte sie also gefunden, sie waren hier, bei ihm. Es musste sich einfach um den Schwarzen und seine Begleiterin handeln! Yari wollte sich aufrappeln, was jedoch kläglich scheiterte. Am liebsten hätte er sich einfach zurück gleiten lassen in die Leichte des Traumes, doch er wusste nun wieder um seine Verantwortung: er konnte die beiden nicht im Stich lassen, er würde ihnen, natürlich nur Yago zuliebe, helfen. Inzwischen pusteten seine Lungen angewidert das Gift heraus, das er in den letzten Minuten für ersehnenswert erachtet hatte. Er keuchte und keuchte und bekam dennoch immer weniger Luft. Auch seine Läufe waren noch immer so schwach, dass er unsicher war, ob er es überhaupt noch einmal schaffen würde, aufzustehen. Er wollte ihnen zurufen, zu gehen, sich in Sicherheit zu bringen – er würde schon klarkommen, auch wenn sehr unsicher war, wie. Doch es war unmöglich; seine gesamte Konzentration war auf die hektische Atmung und seine Versuche, genug Kraft in seine schmerzenden Pfoten zu bekommen, gelenkt. Außerdem war seine ausgetrocknete Kehle unfähig zu sprechen.


19.05.2007 20:02




Mitsah


Desinteressiert war der Blick des Rüden auf den Fremden gerichtet und irgendwann blickte er an ihm vorbei. Was sollte ihm auch schon der Fremde? Er war ein minderwertiges Leben, dass dieses Leben nicht verdient hatte und dem er das Leben nehmen würde, sicherlich, irgendwann. Innerlich huschte ein Lächeln über die Lefzen des Grauen, aber äußerlich blieb seine Mimik steinhart, unverändert. Natürlich lauschte er dem Gespräch der beiden und achtete auf jede Reaktion des Graubraunen, doch der Träger der Leere wirkte sichtlich gelangweilt, obwohl es immer noch derselbe Ausdruck war, diese Müdigkeit die in seinem Blick lag, die sich in letzter Zeit öfter die Vorherrschaft erkämpft hatte, es gab seinem Gesicht einen gelangweilten Ausdruck, mehr ungewollt als geplant. Wohin zog es seinen Sohn? Weit weg von ihm, natürlich, er war ein schwächliches Tier, niemals würde an seinen Vater heran reichen, niemals. Oder? Noch konnte er es nicht beurteilen, er wusste nicht, wie viel 'Mitsah' in ihm steckte und dieser Gedanke zerriss ihn innerlich. Dieser Blick, es war einzig der Blick des Welpen, der ihn so störte, er konnte dieselbe Botschaft in ihnen lesen, wie in den seinen Augen und dies bedeutet nichts Gutes. Aber wie konnte er Aluka weitergeben? Nein, die Seele war seine zweite Seite, besser gesagt, sie war er und er war sie, sie konnte nicht vererbt werden, sie konnte nicht ohne seine Erlaubnis, ohne dass er es merkte von jemand anderes Kontrolle übernehmen. Oder? Aber da gab es ja noch den anderen Phirun, seinen Großvater, hatte er etwas mit dem grauen Welpen zu tun? Er hatte ihn getötet und der Alte hatte ihn dafür verflucht, ihm die Hölle auf Erden gewünscht, natürlich, er hatte gesagt, er würde sich selbst verlieren, wenn er der Seele Platz machen würde, doch er hatte sich geirrt. -An dieser Stelle musste man einwerfen, das Mitsah ein blindes Tier geworden war, er wusste ganz genau, welches Opfer er für seine Macht gebracht hatte und er wusste, er hatte sich falsch entschieden, er wusste, er hätte diesen Deal, dieses Geschäft über seine Seele nie eingehen dürfen, doch er konnte es nicht mehr ändern.-
Der Blick der sandbraunen Augen wanderte zur Seite, dorthin, wo sein Sohn hingelaufen war, er würde folgen müssen, er würde es herausfinden müssen, er musste ihm gegenüberstehen, egal wie sehr er sich davor zierte. Seine Gedanken wurden von einem lauten Donnern unterbrochen, gefolgt von Blitzen, die am dunklen Himmel zuckten. Und dann ging alles auf einmal so schnell. Ein Blitz schlug in ihrer Nähe ein, der Wald, dort wo er immer die Nächte verbrachte, wo sich wohl auch gerade Pyry Phirun befinden musste, dort musste ein Feuer entfacht worden sein, welches sich recht schnell verbreiten würde. Akarúi sprach zu ihm, doch aus irgendeinem Grund verstand er ihre Worte nicht, doch er blickte in ihre Augen und verstand, was sie wollte, vor allem, als sie sich Námida näherte und die Welpin in den Fang nahm. Der Fremde, der anscheinend der Bruder seiner Gefährtin sein sollte, entfernte sich endlich. Der Blick des Rüden veränderte sich schlagartig, ein Hauch von einem kühlen Lächeln lag auf seinem Gesicht, eher in seinen Augen, denn seine Mimik war unverändert.

"Akarúi...folge mit Námida Kiba, ich kümmere mich um Pyry Phirun..."

Die kalte, tiefe und doch ausdruckslose Stimme des Gammas verhallte schnell, der der Weißen nur noch einen kurzen Blick schenkte, bevor er an ihr vorbei trat, seine Schritte wirkten unglaublich ruhig, so als ob nichts passiert wäre, so als ob seine Familie gerade nicht in Gefahr wäre, so als ob es keinen Brand gäbe, dem sein Sohn entgegen lief, es war eine beängstigende Ruhe, so wie die Ruhe vor einem Sturm, unerwartet und unerträglich, denn man wartete nur darauf, dass diese Ruhe gebrochen wurde, nur bei ihm würde sie nicht brechen, zumindest nicht so schnell, erst wollte er sich vergewissern. Seine Worte waren irgendwo auch ein Befehl an die Fähe und irgendwo auch eine Bitte, es war schwer zuzuordnen, doch die Weiße sollte daraus verstehen, er würde ihren Sohn alleine holen, ohne sie und sie sollte ihm dabei nicht in die Quere kommen, es war etwas zwischen ihm und dem Welpen, zwischen Vater und Sohn, etwas unerklärliches, etwas was er heute aus der Welt schaffen wollte.
Als er aus dem Blickfeld der anderen verschwunden war, zog er das Tempo an, seine Läufe setzte er immer schneller auf, zügig kam er voran, spürte ein Kribbeln in seinen Pfoten. Für die einen war Feuer etwas Grausames, etwas, was nach Leben gierte und das Leben nahm, für ihn waren diese lodernden Flammen etwas unglaubliches, der Anblick befriedigte ihn, es ließ ihn fast erschaudern, aber auf angenehme Weise. Mitsah würde ihn töten, heute, hier, niemand würde fragen wie, sie würden denken, dass Feuer hätte ihn getötet, er war doch noch so jung und naiv, hätte die Flammen unterschätzt und der Graue war zu spät gekommen. Und da sah er den Waldrand schon, spürte die Wärme des Feuers, sog den Geruch tief ein und ließ den Blick aufmerksam umherwandern, bis er den Welpen sah. Eine dunkle Fähe befand sich bei ihm, es handelte sich um Adali, die Gefährtin seines 'Seelenbruders' Yosó. Während sich der Graue den beiden näherte, fixierte er die Phönixwölfin und sein Blick war in gewisser Hinsicht alles sagend, der Vater war nun bei seinem Sohn, sie brauchte sich keine Sorgen mehr zu machen und konnte abziehen. Sie sollte nur keinen Dank erwarten und auch keine Worte von ihm, denn er hatte sie nicht darum gebeten und es war ihre freiwillige Entscheidung gewesen. Als nur noch einige Meter sie trennten, verlangsamte der Gamma sein Tempo und trat mit ruhigen Schritten zu den beiden, den Blick nun zu seinem Sohn schweifend.


24.05.2007 23:07




Pyry Phirun


Faszination hatte sich in dem jungen Welpen ausgebreitet, der die sandbraunen Seelenspiegel weitete, die Ohren leicht an den Kopf legte und sich immer weiter dem Schauspiel der Flammen näherte. Er verstand nicht, was ihn so an diesem Naturereignis beeindruckte, er wusste nur, er konnte sich nicht satt stehen an diesem Anblick. Sein Herz wurde von der Wärme der Flammen genährt, doch seine Seele schrie, aber er hörte sie nicht, taub für Geräusche, blind für Liebe, stumm für Worte. Ein seltsames Lächeln zog sich über seine Lefzen, wer hätte gedacht, dass es so etwas Wundervolles gab. Innerlich war es sein Instinkt, der ihn davor warnte, sich dem Schauspiel zu nähern, doch diese Stimme in seinem Kopf überdröhnte alles, sie zwang ihn regelrecht dazu, sich der Wärme zu nähern, bis er sie berühren würde. Sein Pelz würde sich versengen, doch kein Laut würde seine Schnauze verlassen, er wollte den Kuss des Feuers spüren, die Liebkosung der Flammen. Er war zwar ein Welpe, doch da war mehr in ihm, was kein Welpe war, etwas, wovor er zuerst Angst gehabt hatte, doch er hatte sich der Stimme hingegeben und folgte ihr nun, er würde wohl alles tun, was sie sagte. Und trotzdem war Pyry Phirun nur ein Welpe, der sich manchmal selbst über sich wunderte, was er so wusste, woher er bestimmte Sachen kannte. Der Graue wusste, es gab etwas, was sie ihm verschwiegen, besser gesagt, was er verbarg, wovon er ihm nicht erzählen wollte, es war etwas überaus wichtiges für ihn, etwas, was ihm all die Fragen, all die Unklarheiten, die ganze Verwirrung nehmen würde. Man musste ihn nur anschauen, eigentlich war er ein normaler Welpe, doch der Ausdruck seiner Augen war nicht normal, die Weisheit die er manchmal besaß, war nicht die eines zwei Monate alten Welpen, eher die Intelligenz und die Weisheit eines acht Jahre alten Wolfes, oder etwas Größerem, etwas Unerklärlichem. Warum gerade er davon betroffen war, konnte er sich nicht erklären, doch es musste etwas mit seinem so genannten 'Vater' zu tun haben. Schon jetzt wusste der Graue, er würde ihn eines Tages töten, seinen eigenen Vater, er würde ihn zu Boden zwingen und ihm die Kehle ausreißen, er würde ihn schlagen, mit seinen eigenen Waffen, er würde ihn töten und dennoch würde es sich für den Gamma so anfühlen, als er ob er sich selbst töten würde. Ja, genau das wollte er, er wollte ihn zu Grunde gehen sehen, er wollte ihn verzweifeln sehen.
Leider wurde seine 'Zweisamkeit' gestört, als plötzlich die Coniugo auftauchte. Ihre Worte waren leer, bedeutungslos für den Welpen, der sie mit einem leicht verhassten Ausdruck in den Augen ansah, der sich schnell zu einer ihr eigentlich bekannten Leere verwandelte, er war eben durch und durch Mitsahs Sohn. Während sie ihre Worte sprach und ihn ansah, reagierte er nicht, sein Körper verharrte, sein Blick ging in die Leere, doch plötzlich spürte er, wie sich jemand ihnen näherte. Sicherlich, es handelte sich nur um einen...

"Vater..."

Fast lautlos sprach er nur dass eine Wort aus, die Fähe hätte es auf keinen Fall hören können, nur für sich hatte er es leise hervor gemurmelt. Als der Rüde schon fast neben ihm stand, hob er den Blick zu dem Gamma und der Hass trat wieder in seinen Blick, die Verachtung, die er für seinen Vater empfand und für sich selbst. Doch ein leicht verwirrter Ausdruck mischte sich mit in seinen Blick, als er in das Gesicht des Grauen sah, was hatte er vor?

If you find your family
Don't you cry
In this land of make believe

Dead and dry
You're so cold
but you feel alive
Lay your hand on me
One last time

Show me how it ends, It's all alright
Show me how defenseless you really are
Satisfied and empty inside
Well that's alright
Let's give this another try


24.05.2007 23:28




Aidan Daray


Die bernsteinbraunen Augen waren wachsam und aufmerksam auf den Himmel gerichtet. Die bedrohlichen Wolken wurden gemustert, ebenso die braune Fähe, die sich gerade näherte. Misstrauisch legte der kleine Rüde die Ohren zurück, doch konnte er sich gerade nicht erlauben seine Zweifel zu Äußern, auch wenn er kein gutes Gefühl in der Magengegend verspürte. Unsicherheit machte sich in ihm breit, immerhin kannte Aidan diese Fähe nicht, auch wenn sie dem Rudel angehörte. Er hatte noch nicht so viel mit den anderen Rudelmitgliedern zu tun gehabt, eher hatte er sich mit den anderen Welpen beschäftigt oder sich bei seiner Familie aufgehalten. Allerdings blieb ihm jetzt nicht eine andere Möglichkeit oder Wahl. Seine einzige Option war, der Braunen zu vertrauen und darauf zu hoffen, das diese Shijarú kein Haar krümmte und das er selber den Anschluss nicht verlor. Wobei: Er würde mit allen Mitteln verhindern, das er die kleine Graue auch nur eine Sekunde aus den Augen ließ. So sagte er auch nicht, nickte noch nicht ein mal, als sich die Fähe mit Kibas Tochter zwischen den Zähnen in Bewegung setzte. Er hob nur schnell den Kopf, blickte noch ein Mal zu seiner Familie, bemerkte das sich auch sein Vater mit seiner kleinen Schwester in Bewegung setzte und setzte dann zum schnellen Laufen an. Seiner kleinen Schwester ging es gut, sie war in Sicherheit und ihre Mutter würde sich Yumé kümmern. Alles nur halb so schlimm. Zumindest versuchte er sich diese Gedanken in den kopf ein zu hämmern, während er verzweifelt versuchte Shijarú nicht aus den Augen zu lassen. Allerdings war die Braune schneller, konnte immerhin viel größere Schritte machen als er. Allerdings war er nicht so leicht müde zu kriegen, so das er mit heraushängender Zunge und hechelnd schließlich aufschloss. Der Atem des Rüden ging stoßweise und angestrengt, doch so lange sie standen konnte er nach Luft schnappen. Mit einem Lächeln auf den Lefzen sah er nach oben in die blauen Augen seiner kleinen Freundin.

"Geht es dir gut, Shijarú? Hab keine Angst, ich bleibe immer in deiner Nähe."

Außer Atem schloss er einen Moment die Augen. Er hoffte es zumindest, das er das Tempo weiterhin durchhalten konnte und nicht zurück blieb.


26.05.2007 14:34




Silence Tear


Es war ein Feuer das sich dem Rüden in Kopf und Geist ausbreitetet, Rauch der Umgebung und Sinne benebelt, in einem Sekundenbruchteil alles nahm, was vorher noch so real gewesen ward. Der Schwarze verharrte, nicht realisieren was soeben um ihn herum geschehen war, leicht hechelte er, vielleicht nicht wissend, wie man in solch einer Situation richtig atmete. Es war nur ein Augenblick gewesen, ein kurzes Blinzeln und dann geschah alles so schnell. Ein Blitz, ein Einschlag, gefährlich nah an dem Platz, wo sich das Rudel aufhalten musste, Panik. Dann ein weiterer Aufprall, etwas weiter weg und doch von der Lautstärke her furchtbar klar. Dann der Dritte und er zerfetzte dem Alpharüden fast das Trommelfell, der den Kopf fluchend etwas senkte, und dennoch weiter lief. Seine Pfoten fassten Grund, doch sein Gehirn schien nicht reaslisieren zu wollen, welch eine Gefahr sich gerade offenbart hatte. Erneut hatte dieses Rudel den Zorn der Welt auf sich gezogen und wieder einmal fragte sich der Schwarze womit es dies verdient hatte. Ein mechanischer Ablauf von Bewegungen, eine stumme Angst, unausgesprochen, alles gelang nur noch aus Reflex, aus jahrelanger Routine. Der Kopf des Rüden schien wie aushgeknippst, es schien nicht fassbar, er wollte es nicht fassen, konnte es nicht. Und doch, im nächsten Moment musste er realisieren, das Danley Lanés, der Rüde welcher vorher noch an seiner Seite war, plötzlich verschwunden war und eine Wand aus Feuer undurchdringlich und unausweichbar vor ihm aufgetaucht war. Und er, der Alpharde dieses Rudels stand da, bewegungsunfähig, unfähig einen wirklich klaren Gedanken zu fassen. Paralisiert von den Geschehnissen, gelähmt von der Angst des Verlustest. Und diesmal war er wirklich allein, allein mit seiner Qual, die ihm verbrennen würde, wenn er sich nicht bewegen würde, doch es ging nicht. Starr stand er da, nicht wissend was zu tun, obwohl er es zu wissen hatte, obwohl er es wusste, es nur nicht anwenden konnte, Niemand war da der ihm die Augen öffnen konnte, er musste sich allein befrein, selbst von den Fesseln lösen, selbst von der Panik lösen, die ihn so unscheinbar fesselte. Er bemerkte es kaum selbst, bemerkte nur das er stand, auf einer Stelle, gefesselt, während das Feuer immer näher kam und ihm weder vor und zurück offen ließ. Er war umzingelt, eingesperrt in Feuer und nicht fassen wollen, gefesselt von Qualm, der ihm die Lunge zersetzte und Panik die ihm das Wissen raubte. Und er kam nicht raus. Es waren keine Vorwürfe an sich selbst gerichtet, es war blanke Angst, dass noch weitere starben, dass er noch weiter nichts tun konnte. Er fühlte sich nutzlos, was war er für ein Alpha, der doch nie etwas tun konnte? Kiba wäre besser dran mit einem anderen Rüden an ihrer Seite als ihm. Er war kein guter Alpha, er war ein unnützes Wesen, der sich nicht einmal aus einem feuerzirkel befreien konnte.

.oO°Willst du so sein?! Willst du wirklich so dein Leben beenden? So hilfst du keinem, komm zu dir, na komm schon!"°Oo.

Er schrie, brüllte, knurrte in Gedanken. Es war der erste und letzte Gedanke, von dem er wusste das er vielleicht etwas bringen konnte. Er musste sich das Ausmaß vor Augen führen, er durfte sich nicht verschließen, um nichts in der Welt. Und seine pfoten bewegten sich, zuerst nur langsam im fast schon Minutentakt doch dann riss er sich los. Die stahlblauen Augen weiteten sich, sein eh schon schneller Herzschlag verschnellerte sich noch weiter. Er wusste das er nun alles auf eine Karte setzen musste, alles oder nichts, Gewinner oder Verlierer im einzigen Spiel, welches er heut spielen würde. Wohin sollte er gehen? Er war sich sicher das Kiba das Rudel von der Wiese hinunter lotsen würde, dort hatte ebenfalls ein Blitz eingeschlagen, sie würde nicht zulassen, dass dem Rudel etwas zustießen, sie war eine gute Alpha. Silence Tear biss die Fänge aufeinander. Wo würde sie die Anderen hinführen? Wo war es sicher genug um das Rudel zu schützen? Am wasser, doch der Tear Mirror See war zu weit, was gab es noch, wo war ein nahes Gewässer? Er musste nachdenken. Denken... denken... und dann viel es ihm ein, ein einzelner Geistesblitz, der jegliche Panik von ihm abfallen ließ. Er würde sie allesamt wieder finden. Der Waldsee! Ein bissiger Ausdruck legte sich auf seine sonst so feinen, weichen Züge. Leicht lehnte sich der Körper des Schwarzen nach vorn. Doch zuerst, musste er hier raus, er war eingeschlossen, doch nicht so hart, dass er nicht fliehen konnte, er war ein Krieger und er würde Siegen, in einer alles endscheidenden Schlacht, er war der Alpharüde dieses Rudels und er würde es nicht im Stich lassen, nicht heute und nicht morgen, niemals mehr. Das Feuer fixierend spannte der Wolfsrüde die Muskeln an. Er hatte nur einen Sprung un der musste sitzen. das herumfliegende Geröll machte es auch nicht gerade einfacher, doch auch dies würde er überleben, für sie. Die Krallen des Rüden trieben mit einem Mal tief in die Erde. Der Oberkörper spannte sich an, senkte sich im nächsten Moment zu Boden, auch die Ohren schnellten zurück, doch noch musste er waren.
Es brauchte den richtigen Zeitpunkt, einen Windschnitt in der Flammenwand. Es dauerte einige Minuten, der Schwarze hatte jegliches Zeitgefühl verloren, doch verharrte er stumm, in einer abwartenden, jedoch wissenden Position. Er wusste was er zu tun hatte, er wusste wieder alles, es würde ihn nicht umbringen, auch nicht der Rauch, der ihm zwar zusetzte, gegen den er sich jedoch zu wehren wusste. Die Schnauze gesenkt halten, am Boden hielt sich noch imemr die reinste Luft auf... Und dann stürmte er los, mit einem Mal, ein einziger Sprung. Die Pfoten lösten sich vom Boden, zuerst die Vorderpfoten, richtungsbestimmend, dann die Hinterpfoten, mit aller Kraft abdrückend. Einen kurzen Moment lang schwebte er, flog er über eine Wand aus Feuer, die von einem einzigen Windzug leicht gespalten wurde. Er hatte den richtigen Moment abgepasst, er würde sicher durchkommen - ein scharfkantiger Ast flog genau auf ihn zu. Er konnte nicht ausweichen, viel zu sehr war er darauf bedacht nicht in den heißen Flammen zu versinken. Somit konnte er auch nichts dagegen tun, als der Ast ihn an der Seite zwischen Halsansatz und Schulter traf und einen tiefen Kratzer hinterließ, ehe er weiterflog. Der Rüde ignorierte den Schmrz einen Moment, doch nahm ihn umso deutlicher wahr, als er auf der anderen Seite aufkam und zugleich zur Seite kippte, weil er links nicht den gleichen Stand besaß wie mit dem rechten Vorderlauf. Die stahlblauen Augen schlossen sich, ein kurzes Keuchen drang aus seiner Kehle, geblendet von Schmerz und Hitze die ihn in diesem einen Moment mehr denn je zu umgeben schien. Doch er konnte nicht liegen bleiben, er musste weiter, Wunde hin oder her. Der Rauch brannte in der Verletzung. Blut bahnte sich an seinem linken Vorderlauf einen Weg nach unten, sein Fell war blutgetränkt. Es war keine lebensgefährliche Wunde, dennoch musste er aufpassen. Er musste sich beeilen und Danley gab es auch noch zu finden.Einen Augenblick schwankend richtete sich der hünenhafte Schwarze auf, danach ging es jedoch. Doch hielt es den Rüden nicht lange auf den Pfoten, denn ihm nächsten Moment spürte er erneut einen Druck, diesmal von rechts. Kurz schwankend ließ er sich auf die linke Seite sinken, direkt auf die Wunde, doch erneut versuchte der Rüde den Schmerz bestmöglich zu ignorieren. Sein Blick fixierte sich auf dem Wesen, welches ihn nun getroffen hatte. Glücklicherweise war es Lanés, das ersparte die Suche nach dem Jotarüden. Doch hielt der braungraue Rüde einen kleinen, braunen Welpen im Maul, wohl kaum älter als seine eigenen Welpen. Der Magen des Schwarzen verkrampfte sich einen kurzen Augenblick, als er an seine geliebte Gefährtin und seine eigenen Welpen dachte, hoffentlich ging es ihnen allen gut, er konnte es sich nicht vorstellen, auch nur einen von ihnen zu verlieren, er liebte sie. Sich in die Realität zurück holend, schüttelte er kurz den Kopf.

"Lanés, wir müssen zum Waldsee, Kiba wird das Rudel sicherlich dort hin führen. Doch wir können nicht den direkten Weg wählen, wenn wir nicht gerade vom Feuer eingeschlossen werden wollen. Komm..."

sprach er versucht ruhig, ehe sich der Alpharüde aufrichtete. Kurz schenkte Silence Tear dem Welpen einen beruhigendem Blick, allein um ihm die Gewissheit zu bekommen, dass er nicht allein war. Dann begann er zu laufen, weder auf Blut und Verletzung zu achtend, noch auf Feuer oder Rauch. Jegliche Sinne waren zum zerreißen gespannt, er wollte sie hier rausbringen, er wollte Danley und den Welpen zurück zum Rudel bringen, mehr war in diesem Moment nicht wichtig. Ausser eine weitere Sache, wie ging es Kiba, den Welpen... dem Rudel... er betete stumm dafür, dass es allen gut ging...


27.05.2007 23:40

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.08.2010 16:49
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Cave of Mind
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Fähe

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Beitritt

23.07.2005

Seite 10




Kiba Telay


Stumm und mit regungsloser Mimik ließ Kiba Telay den Blick schweifen. Zu ihrer Zufriedenheit hatten sich so langsam alle Wölfe in Bewegung gesetzt und kamen ihrer Bitte nach. Sie sah die neue, braune Fähe namens Liaryl hinter sich herkommen, zusammen mit ihrer Tochter Shijarú, die sie im Maul trug, und Aidan, welcher tapfer hinter allen herlief. Die hellen Augen wandten sich noch einmal ganz zurück und striffen prüfend den unbenannten Fremdling, er hatte sich Teyrm tatsächlich angenommen und war auch schon fast bei ihr. Sehr gut, Yosó war mit Sheyna bei der Silbergrauen angelangt. Aufmerksam wandte sie ihrem Freund und Helfer die Aufmerksamkeit zu. Adali war im Wald? Zusammen mit ihrer Tochter? Kiba spürte, wie sich ihre Reißzähne fester aufeinander drückten, warum musste das nur alles immer geschehen? Sofort ließ sie wieder lockerer, schließlich hatte sie ihren Sohn noch im Maul und wollte ihm auf keinen Fall weh tun. Mit traurigem Blick senkte die Leitwölfin ihren Blick und nickte. Was Letzteres jedoch betraf war ihr eisblauer Blick abwinkend. Noch war es nicht nötig sie zu jagen, noch. Zuerst würde sie so versuchen alles zu regeln. Akarúi war mit einer Welpin wohl auch auf dem Weg zu ihnen, Mitsah rannte ebenfalls in den Wald. Was war denn nur los mit ihnen? Waren sie alle verrückt nach dem Tod? Der Tod war ein schreckliches Schicksal, war ihnen das denn nicht bewusst? Sie kannte den Tod ganz genau, er begleitete sie auf allen wegen. Sogar die Anfangsbuchstaben ihres Rudels ergaben den Tod. War auch das Schicksal? Oh ja, es hing alles zusammen. Der Tod, Schicksal und damit verbundene Tränen. Deshalb würde niemals ein anderer Name so gut auf dieses Rudel passen, wie Jener, den es erhielt. Tears of Destiny. Aber trotzdem konnte man kämpfen und zusammenhalten!
Die Pfoten der Silbergrauen zitterten leicht, als sie sich umwandte und wieder ein paar Schritte zurück lief. Sie konnte Jeanne am Waldrand sitzen sehen, zusammen mit Seal. Klar, dass sie wartete, schließlich war auch Danley noch in den Flammen. Doch nützen würde es keinem, wenn das Feuer die Bäume zerfraß und sie damit in Gefahr brachten. Sicherlich würde der Graubraune nicht wollen, dass seine Gefährtin ihr Leben mit Warten riskierte. Und genau so ... würde ihr Silence Tear auch nicht wollen, dass sie wartete und somit das Rudel im Stich ließ, so weh es ihr auch tat. Es tat unbeschreiblich weh, der Gedanke ihn nun zu verlieren trieb ihr Tränen in die Augen, ließ sie erzittern vor Angst. Zeigen konnte sie das jedoch nicht. Die schöne Wölfin hatte gelernt ihre Gefühle zu kontrollieren.

.oO°( Silence ... Bitte komm zurück .. )

Genau so wusste Kiba Telay, dass sich ihre Tochter Talví in den Flammen befinden musste, doch etwas in ihr sagte, dass Hoffnung für sie vergebens war. So grausam das alles auch war, sie spürte tief in sich, dass sie jede Sekunde mehr verlor, mehr, mehr und immer mehr. Zwei ihrer Welpen sah sie hier und das ... war nicht mal die Hälfte. Es fehlten noch Sechs. Sie konnte die Zwillinge nicht sehen, auch nicht Amish und Takaru. Talví war irgendwo in den Flammen, Araí auch nirgends zu entdecken. Der grauen Fähe blieb nichts anderes übrig, als einfach zu hoffen, dass sie alle dem Rudel folgten und nicht in den Wald rannten, wie Adali, Yumé, Pyry und Mitsah. Es fehlten so Viele und dem Feuer gegenüber fühlte sie eine tiefe Machtlosigkeit. Fast so, als ob sie das Ganze nicht schaffen würde, als läge eine Last auf ihren Schultern, die sie zu Boden drückte. Ein dicker Klos steckte in ihrem Hals, dennoch hatte Toboes weiches Fell in ihrem Maul eine etwas beruhigende Wirkung auf sich. Selbst wenn alles nun so blieb wie es war, hätte sie doch nicht alles verloren. Trotzdem wollte sie gar nicht so weit denken, sie würden wiederkommen, sie würden wiederkommen! Ein bebendes Seufzen breitete sich in ihrer Lunge aus und sie ließ ihren Sohn zwischen die Pfoten sinken, machte ihm jede Flucht unmöglich. Sie musste sich wieder fassen, die Hitze aus dem Kopf bekommen und sich einen klaren Überblick verschaffen. Jeanne und Seal. Die Zwei durften nicht dort sitzen bleiben. Ein aufforderndes Bellen verließ ihre Kehle und sie hob den Kopf in den Nacken.

“Jeanne! Seal! Kommt vom Wald weg und folgt uns zum Waldsee! Bitte ... Jeanne, ich weiß du willst auf ihn warten, aber das ist einfach zu gefährlich. Meinst du Danley würde dich in Gefahr wollen? Kommt her, sie werden es schon schaffen ... Silence Tear ist auch noch da drin ... Wir müssen weiter, das Rudel braucht jeden von uns!”

Noch immer fühlte sie die Schwäche in den Läufen und ihre Worte brachen zum Schluss fast ab. Er war noch da drin, ihr geliebter, schwarzer Rüde. Und es klang fast wie das Ende in ihren Ohren. Ein wimmernder Laut verließ kurz und kaum hörbar ihre Kehle, dann schnappte sie Toboe Tear wieder im Nacken und lief zu den Wölfen zurück, die darauf warteten von ihr in Sicherheit geführt zu werden. Sie hatte eine Aufgabe und die musste sie erledigen, Fehler durfte sie sich keine erlauben, ihre eigenen Bedürfnisse und Ängste wurden zurück gestellt. Nur das Überleben zählte. So viele wie möglich mussten überleben.
Rasch trabte die große, schlanke Wölfin an ihren Mitgliedern, Vertrauten und Freunden vorbei, das Ziel in der Ferne festgesetzt, wo weit entfernt der Waldsee lag. Das würde ein langer Marsch werden, von bestimmt 8 Stunden. Doch näher befand sich kein Wasser und das Feuer konnte sich wirklich überall ausbreiten, es konnte wüten und toben, sogar das ganze Tal vernichten. Allein die Hoffnung blieb, sie war das Einzige was standhaft bleiben konnte. Und auch sie, die Wölfe würde es nicht vernichten ... nein, nicht solange sie noch lebte! Sie würde es nicht zulassen! Der Rest würde nachkommen und es schaffen, darauf musste sie vertrauen, auch wenn es in ihrem Kopf schwer und fast unmöglich klang. Die hellen Pfoten setzten rasch und gezielt auf, sie wusste wohin es ging, wohin die Flucht führte. Die Meisten mussten es einfach schaffen und sie betete für die, die noch immer in den Flammen waren. Sie war sich auch irgendwo sicher, dass die Blitze nicht nur in diesem Teil des Tales eingeschlagen hatten, doch am Wasser würden sie sicher sein. Irgendwo gab es immer einen sicheren Platz.


28.05.2007 20:30




Jeanne


Für einen kurzen Moment schloss die Schneeweiße die Augen, versuchte den Kopf frei von sämtlichen Sorgen, Ängsten und allem anderen zu bekommen, was sie im Moment belastete, dies jedoch ohne großen Erfolg. Zu viel war es einfach, was ihre Gedanken manipulierte, ihr fast schon die anderen Gedanlen vernebelte. Kräftig biß sie die Fänge aufeinander, wäre sie jemand gewesen, der seinem Frust mit einem Knurren Luft machte, hätte dieses Geräusch nun die Luft erfüllt, nicht bösartig, einfach nur, um einen klaren Kopf zu bekommen. Sie reagierte auf die Berührung ihres Vaters nur indem sie die Augen öffnete, die Fänge locker voneinander entfernte. Der einzige, der im jetzigen Moment für sie da war, an ihrer Seite stand, ein aufmunterndes Wort für die parat hielt. Leise seufzte sie, neigte den Kopf zur Seite, schenkte ihrem weißen Vater ein schwaches Lächeln.

"Danke, Papa..."

Aufmerksam stellte die Weiße die Ohren auf, schaute hoffend zum Wald. Wie lange würde es noch dauern, bis ihr Gefährte wieder kam, bis sie die Nähe Danley's spüren würde? Leicht stubste sie den Weißen an die Schnauze, lehnte ihren Kopf locker an seinen. Er wußte. das sie nicht gehen würde, ohne ihren Gefährten. Ein leises Husten war zu vernehmen, der Rauch betäubte ihre Atemwege, auch wenn er noch nicht wirklich dicht war, aber sie musste durch halten, sie durfte hier nicht einfach verschwinden. Ein kurzes Räuspern verschaffte Jeanne wieder Luft, befreite sie von dem Hustenreiz. Die Flammen, die nur noch wenige Meter entfernt waren, erwärmten die Luft, brachten dieses erdrückende Gefühl mit sich. Es würde nicht mehr lange dauern, dann würden die Flammen bei ihrem Vater und ihr sein, ihnen den letzten Rest Luft nehmen. Mit einem erschrockenen Rucken riß sie den Kopf hoch, stellte die Ohren auf. Kiba rief Sie, ihren Vater und sie. Erneut biß sie die Fänge aufeinander, nun rief auch die Alpha nach ihr, wenn sie jetzt hier blieb würde sie ihrem Wort widersprechen, ihr, der sie die Treue geschworen hatte, indem sie in ihr Rudel eingetreten war. Ihre weiteren Worte ließen Jeanne stocken, irgendwie waren diese Worte wie kleine Messerstiche in ihrem Herzen, warum wußte sie auch nicht wirklich. Silence war acuh noch im Wald? Also wartete auch die Alpha auf ihren Gefährten... Sie vertraute auf den Schwarzen, sonst hätte sie wohl nie den Ort verlassen, an dem sie auf ihn hätte warten können. Lächelnd wandte sie den Kopf zur Seite, für einen Moment sah sie nur die Flammen, die in der Nähe in den Himmel stiegen. Danley, würde er es schaffen? Sie musste ihm vertrauen, darauf, das er bald wieder heil neben ihr stehen würde. Sanft stubste sie ihren Vater an, ging einen Schritt weiter in die Richtung, in die Kiba unterwegs war, richtete noch ein Mal den Blick zum Wald, ehe sie den Blick der Ozean blauen Augen auf ihren Vater richtete.

"Na los, oder willst du ewig hier stehen bleiben?"


28.05.2007 22:12




Narec Tensáy


Ungesehen hatten die kräftigen Läufe den Körper des Braunen über die Felsen getragen, Blessuren an den empfindlichen Pfotenballen waren ihm dank des scharfen Gesteins nicht erspart geblieben. Warum er überhaupt den Weg über die Gebirgskette gewählt hatte um in dieses fremde Tal zu gelangen würde wohl für viele ein Rätsel sein und auch bleiben. Doch war es die Lust nach einem Abenteuer gewesen, die dem Rüden namens Narec Tensáy verführt hatte. Leicht war diese Reise wohl gewiss nicht gewesen, viele die nicht so einen starken Willen besaßen wie er hätten wohl schon nach dem halben Weg den Versuch abgebrochen, jedoch wusste er nur zu gut, dass niemals irgendetwas im oft so grausamen Leben einfach war. Blutstropfen benetzten den steinigen Untergrund unter seinen geschundenen Pfoten. Der Schmerz zerrte deutlich an ihm, nagte an seinen Kräften. Innerlich schrie er längst, sehnte sich nach einer Pause, endlich seinen erschöpften Körper und Geist zur Ruhe legen, dass war sein Ziel und Ansporn. Aber ans Aufgeben verschwendete er keinen lausigen Gedanken. Die Neugier was sich im Inneren dieser Gebirgskette befand trieb den Braunen an, er wollte wissen was hier so im verborgenen lebte. Es waren nur noch wenige Schritte die ihn davon trennten seine gefährliche und wahrscheinlich leichtsinnige Reise zu beenden. Die schönste Landschaft, untermalt vom süßlichen Duft der Blumen und Bäume und den wundervollen Klängen der Natur, all dies hatte Narec sich so sehr gewünscht und nun erhoffte er es hier zu finden. Voller unerfüllter Sehnsucht warf er den ersten Blick über das Gestein hinweg, seine Augen suchten nach dem Ort seiner Träume. Jedoch was sich dort für ein Anblick bot ließ den rasselnden Atem des Rüden für einen Moment voller Entsetzen erstarren. Der beißende Geruch von Rauch ließ die makellose, schwarze Nase nervös anfangen zu zucken, Rauchschwaden beherrschten das Tal. Hier und da konnte man die hohen Flammen erkennen, ehe sie wieder hinter dem Schleier des Rauches spurlos verschwanden. Das Gewitter war unbewusst an dem braunen Rüden vorüber gegangen, die lauten Einschläge waren für ihn nicht weiter wichtig gewesen. Doch nun bekam er die Folgen zu sehen, etwas was er so unterschätzt hatte. Es tat ihm weh, sich so einen Fehler eingestehen zu müssen, der Fehler das er eine Gefahrensituation maßlos verkannt hatte. Narec selbst schien in Sicherheit, hielt sich fernab der lodernden Flammen auf, jedoch drängten ihn seine aufkommende Müdigkeit dazu die Felsen hinter sich zu lassen. Es war mit Mühe verbunden, gaben die hochgewachsenen Läufe doch allmählich nach, seine Kräfte schwanden mit jedem Moment. Es war mehr ein unkontrolliertes Rutschen war der Rüde nun fabrizierte um die Gebirgskette nun ganz hinter sich zu lassen. Das nun noch weitere Risse seine Pfoten zierten und das Blut unaufhaltsam weiter floss schien nicht weiter relevant. Mit einem dumpfen Aufprall landete er schließlich auf festen Boden, das Gefühl von feuchten Gras ließen ihn wieder hoffen. Die Erfahrung war es, die ihm einen sicheren Abstand zum Wald halten ließ, welcher zum Glück eh nicht direkt in seiner Nähe lag. Es wäre glatter Selbstmord gewesen, das müsste selbst die dümmste Kreatur begreifen. Die Flammen sehnten sich doch nur danach leichtsinnige Wölfe zu verschlingen, sie in die Tiefe der Ewigkeiten zu reißen. Es war wohl ein Marsch von Stunden bis der Erbe den jetzigen Standort des Feuers erreichen würde, jedoch mit jeder Sekunde fanden die gierigen Flammen neue Nahrung und somit breitete sich die tödliche Gefahr unkontrolliert aus. Wasser – Ja das musste der Braune finden, doch wie sollte er sich in einem riesigen Gebiet was ihn dazu vollkommen fremd war zurecht finden? Jetzt nach den Alpha des Rudel zu rufen schien sinnlos und dumm, waren doch eh alle Wölfe in heller Panik und kümmerten sich nur noch um sich selbst. So hatte zumindest Narec Tensáy es gelernt. Sei nur dir selbst der nächste Freund. Unentschlossen verharrte er auf der Stelle – wohin sollte er nun laufen?

01.06.2007 12:28




Zenryo


Ungesehen hatten die kräftigen Läufe den Körper des Braunen über die Felsen getragen, Blessuren an den empfindlichen Pfotenballen waren ihm dank des scharfen Gesteins nicht erspart geblieben. Warum er überhaupt den Weg über die Gebirgskette gewählt hatte um in dieses fremde Tal zu gelangen würde wohl für viele ein Rätsel sein und auch bleiben. Doch war es die Lust nach einem Abenteuer gewesen, die dem Rüden namens Narec Tensáy verführt hatte. Leicht war diese Reise wohl gewiss nicht gewesen, viele die nicht so einen starken Willen besaßen wie er hätten wohl schon nach dem halben Weg den Versuch abgebrochen, jedoch wusste er nur zu gut, dass niemals irgendetwas im oft so grausamen Leben einfach war. Blutstropfen benetzten den steinigen Untergrund unter seinen geschundenen Pfoten. Der Schmerz zerrte deutlich an ihm, nagte an seinen Kräften. Innerlich schrie er längst, sehnte sich nach einer Pause, endlich seinen es, die ihm einen sicheren Abstand zum Wald halten ließ, welcher zum Glück eh nicht direkt in seiner Nähe lag. Es wäre glatter Selbstmord gewesen, das müsste selbst die dümmste Kreatur begreifen. Die Flammen sehnten sich doch nur danach leichtsinnige Wölfe zu verschlingen, sie in die Tiefe der Ewigkeiten zu reißen. Es war wohl ein Marsch von Stunden bis der Erbe den jetzigen Standort des Feuers erreichen würde, jedoch mit jeder Sekunde fanden die gierigen Flammen neue Nahrung und somit breitete sich die tödliche Gefahr unkontrolliert aus. Wasser – Ja das musste der Braune finden, doch wie sollte er sich in einem riesigen Gebiet was ihn dazu vollkommen fremd war zurecht finden? Jetzt nach den Alpha des Rudel zu rufen schien sinnlos und dumm, waren doch eh alle Wölfe in heller Panik und kümmerten sich nur noch um sich selbst. So hatte zumindest Narec Tensáy es gelernt. Sei nur dir selbst der nächste Freund. Unentschlossen verharrte er auf der Stelle – wohin sollte er nun laufen?

01.06.2007 19:34




Seal


Seal wusste, dass es jeden Moment zu spät sein könnte, nicht nur für ihn und Jeanne, sondern auch für ihren Gefährten. Doch er konnte nicht gehen, er konnte seine Tochter nicht alleine lassen, egal wie schmerzhaft der Rauch in seiner Lunge bereits brannte. Von Minute zu Minute wurde dieser dicker, stahl den beiden Wölfen den Sauerstoff. Dass Jeanne ihn berührte, bemerkte er kaum noch. Fast reflexartig hielt der Weisse den Kopf in Richtung Boden, wo die Luft noch am saubersten war, und bat seine Tochter, es ihm gleich zu tun. Wenn der graubraune Rüde mit den grünen Augen nicht bald aus dem Wald kam... Das Feuer näherte sich, schrie nach neuen Leben, flackerte den beiden Wölfen bedrohlich entgegen. Seine Tochter begann, leicht zu husten, warum war sie denn nicht so vernünftig und rannte weg? Warum musste sie so handeln, wie ihr Vater es tun würde? Wäre es dem Rüden möglich gewesen, zu seufzen, hätte er es getan. Wenn er könnte. Doch ein weiterer Versuch, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, wäre sinnlos. Allein ein Husten konnte er inzwischen noch aus seinen Lungen pressen, bevor endlich der erlösende Ruf der Alphafähe durch die Luft hallte. Seine Augen tränten bereits, sein Rachen war trocken, als hätte er tagelang nichts getrunken. Kurz schloss er seine silbrig schimmernden Seelenspiegel, um klar Gedanken fassen zu können. Inzwischen fiel es ihm schwer, zu atmen, er röchelte leicht.

.oO(Reiss dich zusammen, alter Rüde.)

Und plötzlich befand sich der Weisse wie in Trance, spürte nichts mehr von der Verzweiflung um sich herum, nichts vom Rauch in seiner Lunge, hörte kein Geräusch mehr. Wollte vielleicht auch nichts mehr hören. War es bereit zu spät? Würde er bald mit Shalina vereint sein, im Reich der Toten? Tod... Dieses Wort riss ihn aus seinem Rausch. Es durfte noch nicht soweit sein! Mit einem Mal war alles wieder da, die Angst, die Hitze, seine Lunge war wie von Sand bestäubt. Als er seinen Augen die Welt um sich herum offenbarte, waren die Flammen nur noch wenige Meter von ihm entfernt. Jeanne war verschwunden. Doch kaum war ihr Name in seinen Gedanken aufgetaucht, kaum war ein Funke Panik aufgestoben, hörte er auch schon ihre Stimme, bereits weiter entfernt vom Feuer als er selbst. Ein leichter Schauer – war es des Glücks oder des Schreckens? – durchfuhr ihn. Warum hatte er nichts gemerkt?! Er wandte sich um. Die meisten Wölfe waren bereits auf dem Weg zum Waldsee, was für ein Glück. Nur er, Seal, stand wie gebannt vor den züngelnden Flammen, beinahe unfähig sich zu bewegen. Hinter ihm wurde es langsam, aber zunehmend warm. Mit einem Sprung setzte er sich in Bewegung. Nein, es war nicht zu spät, er liess Jeanne nicht im Stich. Er durfte einfach nicht.


02.06.2007 11:11




Ténshi Kurái


Ténshi Kurái war im Moment wohl das einzige Geschöpf im Revier, das glücklicher nicht hätte sein können. Sein Herz pochte wild vor Aufregung, und Adrenalin schoss durch die Blutbahnen wie ein alles tötender Virus – ganz zu schweigen von seinem Kopf, der zwar inzwischen schmerzte, aber tief innen die brutalsten Gedanken hegte. Er war der Alphafähe immer noch dicht an den Fersen, deren Nachwuchs in seiner Schnauze. Wie gern hätte er einfach ein wenig zu fest zugebissen und den Welpen getötet, er würde seinen Traum erfüllen. Aber der Rüde war vernünftig, er wusste, dass auch sein Leben davon abhing, dass er den Kleinen in Sicherheit brachte. Ténshi Kurái war kurz davor, die Kontrolle über sich zu verlieren, das Leben war einfach zu perfekt, und er konnte es nicht aus vollen Zügen geniessen, im Gegenteil, seine verdammte Hülle verbot es ihm. Denn wenn Ténshi erst tot war, wo blieb der ganze Spass? Er fühlte sich wie ein Gott, eingesperrt in einem irdischen Körper, unfähig zu entkommen. Mit jedem Schritt, den seine Pfoten hinter sich brachten, zerriss es ihn innerlich mehr, er wollte Leid sehen, mehr Leid als bisher da war, jetzt nicht sein eigenes, sondern das seiner Umwelt. Doch was konnte er tun? Es war unmöglich, sein Leben hing an dem der andern, seine Taten konnten tödlich sein. Für ihn.
Der graue Rüde blieb kurz stehen und setzte den jungen Wolf zwischen seine Pfoten, dass er nicht entkommen konnte. Warum nicht? Ganz einfach, weil das Vieh sicher so naiv war und das Feuer für ein Spielzeug hielt. Ténshi Kurái warf einen Blick nach hinten, fragte sicher abermals wieso, aber er wollte den Überblick über das Ganze, und vielleicht auch ein wenig Zeit gewinnen, um den Flammen, der Gefahr näher zu sein. Nur zwei Wölfe waren noch hinter ihm, nämlich Jeanne, die weisse Wölfin in Seals Nähe, die unverkennbar seine Tochter war, und er selbst. Wie gerne wäre er im Fell des Weissen gesteckt, es musste wunderbar warm sein, und ein einziger Windstoss würde genügen, um dem Rüden die Rute abzufackeln. Der dunkle Engel seufzte. Einerseits wäre er schon verflucht gerne in die „falsche“ Richtung gerannt, um in den Tod zu springen. Was wäre schon dabei? Aber er konnte jetzt nicht, er war verantwortlich für das junge Leben vor ihm – obwohl, was würde es für einen Unterschied machen? Sterben müsste er sowieso –, und auch für Akarúi.
Es war an der Zeit, ein paar Worte mit dem jungen Rüden zu wechseln.

„Du hast noch nie ein Gewitter erlebt, oder? Ich verstehe gar nicht, warum alle so panisch reagieren, es wird eh gleich regnen. Das wird das Feuer löschen. Du brauchst also keine Angst zu haben, aber ich denke, das hast du sowieso nicht, gelle?“

Den letzten Satz flüsterte er kaum noch, er hatte sich weit zu dem Welpen nach unten geneigt, und zwinkerte ihm nun herzlich zu. Er war einfach der perfekte Schauspieler. Niemand würde je von seinem wahren Selbst etwas merken.


02.06.2007 17:47




Adali


Rauch schlug der schwarzen Fähe entgegen, genau wie die Flammen, die links und recht neben ihr hoch schlugen. Sie hatte sich mit einem kräftigen Sprung genau in das Gefahrengebiet gebracht. Natürlich nicht ohne Grund. Yumé... Hektisch suchten die bernsteinfarbenen Augen nach ihrer kleinen Tochter. Verdammt! Adali presste den Kiefer aufeinander, ihr ganzer Körper war zum Zerreißen gespannt. Es...es durfte einfach nicht noch ein Mal passieren. Nicht schon wieder. Deprimiert legten sich die Ohren an, als die Phönixwölfin in Gedanken zu dem Sturm von damals zurück kehrte. Damals hatten Wind und Regen ihnen das Leben erschwert und einige Opfer gefordert, jetzt war es Feuer. Was kam als nächstes? Würden ihren Tränen niemals aufhören zu fließen? Aber das war wohl ihre Bestimmung. Immerhin hieß auch das Rudel so - Tränen des Schicksals. Sie betrauerten und beweinten das Schicksal der armen Seelen, die immer wieder hier den Tod fanden. Als hätte der Tod genau dieses Tal ausgesucht, es verzaubert mit einem bittersüßen Fluch. Erst wurde den Bewohnern die zerbrechliche Hoffnung geschenkt und dann auf noch grausamere Art und Weise wieder entrissen. Tod, auch die Initialen des Rudelnamens. Welch Ironie. Die schwarzen Pfoten trommelten über den Waldboden, auf dem hier und da Glut lag und vor sich hin schwelte. Alles war von einem dichten Rauch umgeben, der in ihren Augen brannte. Obwohl ihr altes Rudel sich in der Nähe eines aktiven Vulkans aufgehalten hatte, so war es dort niemals so verqualmt gewesen. Kurz presste sie die Augen zu, um ein wenig besser sehen zu können. Allerdings würde sie mit geschlossenen Augen ihre kleine Tochter nicht finden, so das sie die Augen wieder öffnen musste. Verzweifelt huschten sie hin und her. Das sonst so gelassene, warme Flimmern der Phönixflamme glich einer nur noch einer kleinen Flamme, die man im Regen der Hoffnungslosigkeit vergessen hatte. Dagegen wirkte die Spiegelung des Waldbrandes wie ein wahres Feuerinferno. Auch die Hitze um Adali herum machte ihr langsam ein wenig zu schaffen, ihre Atmung ging immer schwerfälliger. Sie kam immer näher und näher an den Brandherd heran. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Das durfte nicht wahr sein! Wieder blinzelte die Fähe, als ein lautes Knacken über ihrem Kopf sie ablenkte. Ihr Blick huschte nach oben und mit einem Satz sprang sie nach hinten. Keine Sekunde zu früh, denn ein brennender Ast krachte vor ihren Pfoten zu Boden! Das war gerade noch mal gut gegangen. Ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren, obwohl es ihr so vor kam, als würde sie Stunden brauchen. Schnell blickte sie sich nach einem anderen Weg um, da ihr eigentlicher abgeschnitten war. An der Stelle, wo sie eben noch gestanden hatte, züngelten nun die Flammen hoch und verschlangen alles in ihrem Umfeld. Trotzdem durfte sie keine Zeit verlieren. Es gab nur noch einen Weg, den sie nehmen konnte. Das feine Gesicht verzog sich vor Schmerzen als sie über die heiße Glut rannte, deren Asche sich in ihrem Fell an Läufen und Bauch verfing und die längsten Haare leicht versengte. Ein leises winselndes Geräusch entfloh ihrer Kehle, als die empfindlichen Ballen auf die Hitze trafen. Dennoch scheute sie nicht davor zurück, um ihre Tochter zu retten. Yumé! Wo steckte ihre kleine Träumerin? Bei jedem weiteren Schritt durchfuhr ein stechender Schmerz ihre Pfoten. Aber es hieß, das ein Kämpfer seine körperlichen Schmerzen mit seinem Willen überwinden kann. Sie war keine Kriegerin, aber sie würde kämpfen. Für Yumé, sich selber und die anderen, die auf sie warteten.. Für ihn. Die klaren, hellen Augen, rein wie Neuschnee tauchten vor ihr auf. Er wartete auf sie! Sie musste, sie würde es schaffen! Für ihn, den Diamanten, würde sie zurück kommen. Mit diesem hoffnungsvollen Gedanken senkte den Kopf, um nicht zu viel Rauch ein zu atmen und zog ihr Tempo weiter an. Die besorgten Augen kniffen sich zusammen, immer wachsam und auf der Suche nach der kleinen Schwarzen. Rücksichtslos stürmte sie durch einen Busch, der gerade zu brennen begonnen hatte. Alles in ihr schrie auf, als Asche ihr nun auch noch auf Nacken und Rücken fiel und ein klägliches Jaulen erklang aus ihrer Kehle. Immer wieder zuckten die Muskeln an ihrem Rücken, um das Teufelszeug los zu werden, während sie das Gefühl hatte, wenn sie weiter ging, würde sie bei lebendigem Leibe verbrennen. Sie fühlte sich, als würde sie gerade durch die Hölle auf Erden rennen, in Panik um Yumé die irgendwo in dieser flammenden Hölle war. Ohne das Tempo zu drosseln sprang Adali aus vollem Lauf über einen Felsbrocken, kam schliddernd auf der anderen Seite an und zuckte zusammen. Zwischen ein paar Baumwurzeln konnte sie ein kleines Bündel ausmachen. Fast wäre sie weiter gerannt, hätte sich der Rauch nicht kurz verflogen und die Sicht frei gegeben. Da lag sie!

"Yumé!"

Die Stimme Adalis ging in einem erstickten Husten unter, da sie recht viel Qualm in ihr Maul bekommen hatte. Sie würgte trocken, senkte den Kopf noch etwas tiefer und lief nun geschwind auf ihre Träumerin zu, während hinter ihr das Feuer am Felsen hoch schlug. Die Fähe nahm dies schon gar nicht mehr war, sie war viel zu sehr mit der Kleinen beschäftigt, die zusammengerollt da lag – regungslos. Vorsichtig, mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge, stupste sie Yumé an. Keine Reaktion. Aber sie konnte den Atem spüren, schwach aber er war da. Sie lebte. Bewusstlos, aber sie lebte. Erleichterung durchflutete die Phönixwölfin, die behutsam den Fang um den kleinen Körper schloss. Viel zu sehr war sie abgelenkt, als das sie die Gefahr bemerkt hätte. Erst als sie den Kopf wieder hob und sich umwandte, erkannte sie es. Ihre Augen weiteten sich. Sie waren eingeschlossen! Das Feuer hatte einen unaufhaltsamen Ring um Mutter und Tochter geschlossen. Es verlangte nach Leben und zwar alle beide. Leicht zuckten die Lefzen der Schwarzen. Niemals. Niemals würde sie zulassen, das jemandem etwas passierte! Erstrecht nicht ihrer Tochter, die ihr geschenkt worden war. Nicht mit ihr! Als hätte sie noch nie etwas anderes getan außer waghalsige Rettungsaktionen im Feuer, kauerte sie sich zusammen, spannte alle Muskeln an und wartete. Ihr Herz schlug ihr immer schneller irgendwo in der Kehlgegend, während sie wartete. Die Sekunden zogen sich schmerzhaft träge entlang, bis endlich ein Windhauch sich erbarmte, die Flammen ein Stück zerschnitt und der Schwarzen so die Möglichkeit zur Flucht gab. Diese zögerte keine weitere Sekunde, schnellte hoch, nahm Anlauf und drückte sich so kräftig vom Boden ab, wie sie konnte. Sie sah vor ihrer Schnauze das Flammenmeer, ein Stück weit geteilt, vorbei fliegen, während sie darüber hinweg sprang. Betend schlossen sich die Augen, als sie die zerstörerische Hitze unter sich spürte, die nach ihnen gierte. Der Sprung verlief wie in Zeitlupe, dann ging alles plötzlich ganz schnell. Die schlanke Fähe konnte sich nicht auffangen und krachte der Länge nach zu Boden. Ihr Kiefer wurde durch die unglaubliche Wucht aufgepresst und die Welpin schleuderte es aus ihrem Fang, der sie bis eben noch behutsam getragen hatte. Die zeit reichte ihr noch nicht ein Mal zu einem entsetzten Schrei, der in der folgenden Geräuschkulisse womöglich eh unter gegangen wäre. Der schmale Körper wurde durch die Luft gewirbelt, ohne jeglichen Widerstand, krachte gegen einen Baum und blieb dort liegen. Schreckensstarr und gelähmt starrte Adali dem Fellbündel, das sie hatte beschützen und sicher heraus bringen wollen hinterher. Die Augen waren wie der Fang zu einem stummen entsetzten Schrei aufgerissen. Nein! Ein markerschütterndes Geräusch war zu hören. Alles was die Nachtflamme hören konnte, neben dem Tosen des Feuers. Mit einem ekelhaften Knacken brach ein Ast von dem Baum ab und fiel mit voller wucht auf den kleinen Körper darunter. Alles krampfte sich in der Phönixwölfin zusammen. Es musste ein schrecklicher Albtraum sein, aus dem sie bitte bald erwachte. Aber dem war nicht so. Die blanke, eiskalte Wahrheit spuckte ihr ins Gesicht, lachte sie wegen ihrer eigenen Unfähigkeit aus. Plötzlich war ihr kalt. Sie gefror bis aufs Blut. Nur nebenher sah, aber nicht registrierte sie, das der Ast, der gerade ihre Tochter erschlagen hatte brannte. Hätte sie die Wucht das Aufpralls wie durch ein Wunder überlebt, so tat das gierige Feuer nun den Rest. Nur ein Stückchen weichen, schwarzen Fells in ihrem Fang, das hängen geblieben war, blieb von der kleinen Träumerin übrig. Es war zu spät. Yumé war tot. sie hatte ihre eigene Tochter getötet. Sie hatte Yumé auf dem Gewissen. Sie trug alleine die Verantwortung, sie hatte nicht aufgepasst, sie hatte sie nicht retten können. Es war ihre Schuld. Diese Erkenntnis raubte ihr den letzten Willen sich zu bewegen. Sie wollte nicht mehr. Wieder war jemand geliebtes von ihr gegangen. Und es würde wieder geschehen. Wieder und wieder und wieder...Bis sie eines Tages ganz alleine wäre. Ein armes, verlassenes, gebrochenes Wesen. Mit einem dumpfen Laut sackte der schmale Kopf Adalis zu Boden, Augen und Fang noch immer geöffnet. Sie würde hier liegen bleiben. Sollten die Flammen sie doch holen kommen, sie auch vertilgen, auf das nichts mehr von ihr übrig blieb. Sie würde ihrer Kleinen in den Tod folgen, damit sie nicht so einsam war. Sie war doch eine gute Mutter. Sie war eine gute Mutter, die sich um ihre Kinder sorgte, die alles für ihre Familie tat. Sie war eine fürsorgliche Mutter, die jetzt bei ihrer Tochter sein wollte, wie es sich gehörte. Langsam schlossen sich die braunen Augen. Die Fähe hatte sich aufgeben. Doch durch das Rauschen war ihr, als könnte sie plötzlich eine ihr vertraute Stimme hören, die leise in ihr Ohr wisperte. Der Diamant! Er wartete auf sie. Sie hatte noch andere Welpen, die sie beschützen musste, das Rudel, Kiba und ihr Gefährte Silence Tear, sie alle zählten auf sie. Sie musste zurück! Sie hatte ihre Aufgabe noch nicht beendet. Langsam und mühsam erhob sich die Nachtflamme und wieder spürte sie den Schmerz an ihren Pfoten. Allerdings war der Schmerz in ihrem Innern viel größer, der Verlust traf sie tief. Noch immer mit dem Fell zwischen den Zähnen trabte sie weiter. Hinter ihr stürzten Bäume ein, versperrten den Weg zurück, wo Yumé gestorben war. Ob sie jemals an diesen Ort würde zurück kehren können? Sie konnte es jetzt noch nicht sagen. Mit starrem, regungslosen Blick lief sie durch die Flammen, bemerkte gar nicht, das sie regelrecht durch eine Flammenwand durch rannte. Ein Ast peitschte ihr durch das Gesicht und traf die Narbe unter ihrem Auge. Blut tröpfelte an ihrer Schnauze entlang zu Boden und ließ es aussehen, als würde sie Blut weinen. Ihre Kehle war von Kummer und Rauch wie zugeschnürt, erschwerte ihr das Atmen, während sie durch den letzten Flammenwall sprang und aus dem Wald war. Ihre Lunge schmerzte, die Hitze ließ ein wenig nach, eine Welle von Müdigkeit schwappte über sie hinweg. Allerdings hielt Adali ihr stand, als ihre Augen zwei Gestalten erkannten. Pyry und Mitsah. Was wollten die noch hier? Mit schnellen, weiträumigen Schritten hechtete sie auf die beiden zu.

"Verschwindet! Sofort!"

Ihre Stimme war rauchig, kein Wunder bei dem ganzen Qualm den sie eingeatmet hatte, dennoch erklang sie ungewohnt kalt und scharf auf ihrem Fang. Sie musste danach husten und würgen. Wenn das Mal keine leichte Rauchvergiftung geworden war, wusste sie auch nicht weiter. Schnell glitt ihr Blick über den Rudelplatz und stellte zufrieden fest, das dieser fast leer, glatt ausgestorben war. Gut so. Es reichte, wenn ein junges Leben verloren gegangen war. Zurück zu den beiden letzten, die trotz ihrer Anweisung hier herum lungerten. Die fortwährend angespannte Haltung der Nachtflamme straffte sich noch ein ganzes Stück mehr und sie sah Mitsah in die Augen. Erschreckend. Ihre Augen waren genau so leer, wie die seine. Das sonstige lockere, warme Flimmern war verschwunden. Es war auch kein unruhiges Flackern mehr vorhanden, wie damals im Sturm. Nichts. Die Phönixflamme war erloschen im eiskalten Regen. Der Tod hatte den Funken ausgelöscht mit seiner kalten Hand.


02.06.2007 19:53




Saiyán Tendes


Saiyán Nours Schritte führten ihn eilig und erstaunlich sicher, trotz der noch zu großen Pfoten und zu kurzen Läufe auf den Wald zu, weg von diesem furchtbaren Aidan und seine jämmerlichen Schwester. Er war noch guter Dinge, vor seinem geistigen Auge sah er sich an einem der kleinen Büsche stehen, an denen jetzt rote Früchte hingen … er würde ihnen allen zeigen, wer er war. Dass Aiyán ihm nicht folgte, zumindest nicht sofort, ließ ihn nur noch entschlossener werden, sollte er doch bei den Idioten bleiben und verblöden, dann war ihm wenigstens noch unähnlicher. Doch schon im nächsten Moment fuhr er fürchterlich zusammen, sein kleiner Körper erzitterte unter einem grauenvollen Schlag, der Himmel schrie! Die Ohren an den Kopf gepresst starrte er nach oben, doch da war nichts als dunkle Wolken … furchtbar dunkel, wo war die Sonne hin? Dann sah er Aiyán, sein Zwillingsbruder schien noch erschrockener als er selbst, fiel vor ihm zu Boden und Saiyán tappte schnell zu ihm, hörte seine angstvolle Frage und klappte voller Überwindung die Ohren nach vorne. Aiyán hatte Angst, wahrscheinlich auch der Rest des dämlichen Packs … aber Sayan würde sich doch nicht von irgendeinem Grollen erschrecken lassen! Oder zumindest versuchte er es … die Angst kribbelte in seinem kleinen Körper, aber er sah mutig und entschlossen zu seinem Zwillingsbruder.

“Davor müssen wir keine Angst haben, Aiyán. Die Wolken sind nur unzufrieden.“

Er klang tatsächlich recht überzeugend, gerade wenn alle anderen Angst hatten, würde er keine haben! Gern hätte er sich zu seinen Eltern umgedreht, um zu sehen, ob sie beunruhigt waren, aber das würde er jetzt gerade nicht tun! Er war schließlich stark. Er straffte die Rute, tappte ein paar Schritte weiter, jetzt hatte er den Waldrand erreicht, hatte aber furchtbare Angst ohne seinen Bruder und drehte sich zu ihm um, weiterhin versuchend mutig auszusehen.

“Komm schon, im Wald können sie uns nicht sehen und vielleicht hört man ihr Grollen dann nicht so.“

Er wollte auffordernd mit der Rute schlenkern, das war aber dann doch zu viel und nur die Spitze zuckte kurz. Wenn Aiyán nicht gleich kommen würde, würde er zu ihm zurückrennen, der Wald schien ihm irgendwie nicht mehr ganz so sicher. Aber dann passierte etwas ganz anderes, er roch es zuerst, seltsam gefährlich und dann leuchtete etwas im Wald, herrlich schön. Und herrlich angsteinflößend.

“Aiyán …“

Saiyán vergaß vor lauter Faszination, Schrecken und Wundern, dass er ja eigentlich noch Angst hatte. Alle seine Sinne sagten ihm, dass er so schnell wie es ihm möglich war, davon rennen sollte. Aber dann war da diese Anziehungskraft und das Wissen, dass das Leuchtende etwas ganz anderes war … Angst lag in der Luft, er warf einen Blick zurück, das Rudel rannte durcheinander, sie schrieen. Aber er würde nicht weglaufen … sie waren alle gleich, fürchteten sich vor dem Leuchten, weil sich alle fürchteten.

“Aiyán, komm, komm! Siehst du, wie es leuchtet, wie es winkt?“

Seine Augen waren weit aufgerissen, jeder Missmut, jede Nörgelei war vergessen. Anders … er war anders, er rannte nicht davon. Seine Pfoten führten ihm am Waldrand entlang, immer darauf zu, es wurde heiß, furchtbar heiß, aber es war ein tolles Gefühl. In seinen weit aufgerissenen, glänzenden Augen spiegelten sich die Flammen, er war wie hypnotisiert.

“Ayián!“


08.06.2007 19:26




Aiyán Tendes


Mit angelegten Ohren sah Aiyán Tendes zu seinem Bruder hoch. Er meinte, die Wolken seien unzufrieden? Aber, wenn sie unzufrieden waren, konnten sie dann nicht auch richtig böse werden? Wie auf Knopfdruck zerriss ein ohrenbetäubender Donner die Stille und schlug wütend in den Wald. Verschreckt schoss sein Kopf zwischen die Schulterblätter und er kniff die Rute ein. Er hatte Recht! Er hatte Recht! Jetzt waren sie wütend, sehr wütend! Als dann auch noch Saiyán von ihm wegging, pfiepte er leise nach ihm und reckte den Kopf ein wenig. Wie jetzt, er wollte ernsthaft in den Wald? Stumm schüttelte der Schwarze den Kopf, aber so heftig, dass seine Ohren mitschlackerten. Nein! Da war jetzt das Monster! Es war dort hinein geschossen, der Schwarze konnte es riechen! Es roch übel und brannte in der Lunge, auch die Augen tränten davon, ein Monster! Und Saiyán wollte ernsthaft da hin!

Nein! Bleib hier!“,

rief Aiyán seinem Zwillingsbruder zu, während er sich ins Gras kauerte. Hektisch sah der Kleine sich nach seiner Familie um. Entsetzt stellte der Welpe fest, dass sie alle rannten und Panik ausgebrochen war. Sie liefen weg und ließen die zurück, die nicht mitkamen! Keiner kam und holte die Zwillinge. Der Schwarze sprang auf und rannte der Meute ein paar Schritte entgegen.

Mama! Mama, nehmt uns mit!“,

schrie er ängstlich, doch seine Stimme wurde von einem zweiten Donnern übertönt. Wimmernd zuckte der Welpe wieder zusammen und kauerte sich erneut ins Gras. Die Ohren bis an den Hinterkopf gepresst, sah er sich wieder nach seinem Bruder um, der dem Wald immer näher kam. Viel zu nah. Und zu Aiyáns Entsetzen ... nun war auch das Monster nah. Und es tobte. Es loderte, es zerstörte. Es streckte seine gierende Hand nach Saiyán aus, während der es wohl für ein einladendes Winken hielt. Hilfe! Das Monster versuchte ihn zu hypnotisieren, oder sowas in der Art! Mit dieser fremden und schrecklichen Situation überhaupt nicht klar kommend, quietschte Aiyán auf, sprang in die Luft, rannte los und überschlug sich schon wieder fast.

Saiyán! Saiyán! Saiyán!”

Der Schwarze hatte das Gefühl zu fliegen, noch nie war er so schnell gerannt. Und er stolperte über jede kleine Erderhebung, es glich einem Wunder, dass der Welpe noch nicht auf die Klappe geflogen war. Das Monster war rot und schlug mit glühenden Funken nach ihnen, brachte die Bäume zum Ächzen und fallen. Da wollte er doch nicht wirklich hin, das konnte er nicht selbst wollen! Das Monster schien Besitz von seinem Bruder ergriffen zu haben!

Neein! Geh nicht! Bleib hier!“

Aiyán stieß sich vom Boden ab und packte Saiyáns Rute. Er biss sich fest und ließ sich mit dem ganzen Gewicht auf den Boden fallen. Erkannte sein Zwillingsbruder denn die Gefahr nicht? War er völlig verrückt geworden? Was war das für ein Monster und warum kam denn keiner um sie zu retten? Mechanisch vor sich hinknurrend starrte er seinen Bruder an, beziehungsweise das, was er sehen konnte. Egal wie groß seine Angst vor den roten Flammen war, seinen Bruder würde er davor beschützen, er würde ihn vor sich selbst schützen, damit er nicht gefressen wurde!


08.06.2007 23:24




Jeanne


So viele Gedanken, so viel Schmerz und Freude, eine von der Vergangenheit geprägte Seele, die erlebt hat, wie hart die Welt sein kann, und doch ihr Lächeln nicht verloren hat. Genügend stumme Schreie, die doch nur wieder zurück hallten, nicht erhört wurden. Für jeden kam ein Mal die Zeit, in der man nicht weiter will, einfach nur den letzten Schritt gehen will, den letzten Schritt für immer, den erlösenden Schritt. Und dann ändert sich alles, mit einem Mal ist alles anders, das ganze Leben kann sich von heute auf morgen verändern. Und wenn diese Veränderung da ist, holt einen Vergangenes doch noch ein, zieht einen runter, bis jemand einem die Pfote reicht, einem aufhilft, wenn man nicht weiter weiß. Leicht zuckten die Ohren der weißen Fähe nach Hinten, als ein leichter Luftzug eine ganze Wolke des dunklen Rauchs zu ihr fegte. Leicht hustend neigte sie den Kopf zu Boden, schnappte etwas von der noch relativ reinen Luft, die sich nur kurz über dem Boden befand. Kurz kniff sie die Ozean blauen Augen zusammen, verharrte für kurze Zeit so. Was war, wenn man diese Hilfe, diese Liebe der anderen nicht zu schätzen wußte, sogar an ihr zweifelte. Wenige verstanden wohl solch einen Gedanken, wie auch, wenn man ihn selbst nicht verstand? Und doch war er da, er war ein Teil Jeanne’s, es gehörte zu ihr, wie Das Ufer zum Wasser, oder der Regen zum Regenbogen. Erneut hustete die Weiße, der Rauch drang in ihre Lungen, hinderte sie fast schon komplett daran, zu atmen. Warum dachte sie jetzt eigentlich nach, über so dumme Dinge, die niemanden weiter brachten? Locker biß sie die Fänge zusammen, nicht ein Gedanke an diesen Unsinn brachte etwas, rein gar nichts. Langsam hob die Schneeweiße den Kopf, öffnete vorsichtig die Augen, die leicht von dem Qualm tränten. Mit Mühe konnte sie ihren Vater erkennen, ging mit ruhigen Schritten etwas auf diesen zu. Mit einem kräftigen Kopf schütteln wollte sie diese Gedanken verjagen, jeden einzelnen ins Nichts verbannen, und doch wußte sie, das dies nicht klappen würde, dazu war sie zu schwach, unfähig ihre eigenen Gedanken zu kontrollieren. Seufzend schaute sie zu ihrem Vater, der langsam auf sie zukam, musterte den weißen Rüden eine ganze Zeit, ohne das ein Wort über ihre Lefzen kam. Leicht lächelnd neigte sie den Kopf zur Seite, wartete, bis ihr Vater an ihrer Seite war. Noch ein Mal blickte sie in die Flammen, für einen Moment glaubte sie einen Schatten durch die Flammen laufen zu sehen, wandte sich dann jedoch mit einem leisen Seufzen ab und folgte Seal, der nun schon etwas Vorsprung hatte. Wie es Danley wohl ging, ob er wohl auf war? Mehr als hoffen und warten stand wohl nicht in der Macht Jeanne’s, so sehr sie sich dies auch wünschte. Er würde schon wieder kommen, die musste ihm einfach vertrauen, egal wie schwer es ihr auch fiel. Aber wie viel konnte sie eigentlich jemandem vertrauen? Ihrem Vater zum Beispiel, er kannte sie wohl länger als jeder andere, er wußte besser über sie Bescheid als sie selbst, und doch... Vertrauen war ein wunderbares Wort, es musste wunderbar sein, jemandem blind zu vertrauen, ohne auch nur einen einzigen Zweifel daran. Für den Bruchteil einer Sekunde stubste sie ihren Vater erneut an die Schnauze, sprang einen Satz nach vorne, den Kopf zu ihm nach Hinten gedreht. Aber andererseits, wer vertraute ihr, wer vertraute der Weißen, die nun Mal war, wie sie war? Vielleicht niemand, oder doch mehr als sie dachte? Mit langsamen Schritten schritt sie vor ihrem Vater her, den Blick der blauen Augen mit warmem Blick in seine Augen schauend. Wie weit würde jemand gehen, der ihr vertraute, und was gehörte eigentlich zum vertrauen dazu? Vielleicht ein Versprechen, das man sich gegenseitig gab, und dieses auch hielt, egal was passierte? Oder war Vertrauen doch einfach nur ein Wort, was nicht von Bedeutung war, aber warum war es vielen dann so verdammt wichtig? War Vertrauen etwa mehr, als Freundschaft und Liebe, mehr als es in den Kopf der weißen Fähe passte? Aber wenn sie jemandem vertrauen sollte, wem dann? Wem konnte sie Vertrauen schenken, ohne das dies nach einiger Zeit wieder gebrochen wurde, Sich selbst vertraute sie nicht, niemandem misstraute sie so wie sich selbst. Leicht wandte sie den Blick nach vorne, achtete auf die graue Alphawölfin, die etwas entfernt mit den anderen war. Wenn man sich einem Rudel anschloß, musste man der Alpha vertrauen, immerhin legte man fast schon sein eigenes Leben in die Pfoten eines Alphas. Ein bisschen Vertrauen war da, aber auch eben nur ein bisschen, es reichte auf jeden Fall, um in diesem Tal zu verweilen. Aber immerhin wurde dieses Rudel fast von 4 Wölfen gelitten, den 2 Alphas und den 2 Coniugos. Wenn man Kiba nicht mitzählte, wie viel hatte sie mit den anderen zu tun? Mit Silence Tear, Yosó und Adali? So viel, das sie ihnen vertrauen musste? Kurz kniff sie die blauen Augen zusammen, um diese vor dem Tränen bringenden Qualm zu schützen. Waren sie Freunde, oder nur ihre „Vorgesetzten“, auf die sie zu hören hatte? Eine Entscheidung die nicht bei ihr lag, sondern bei ihrem Herz, bei ihrem Verstand. Das Herz sagte, das sie Freunde waren, fast schon mehr als das. Und der Verstand? Benebelt von dummen Gedanken, geprägt durch die schlechte Erfahrung. Sagte ihr Verstand etwas anderes, oder das Gleiche wie ihr Herz? Hustend ging Jeanne weiter, die Augen nun zu kleinen Schlitzen verengt. Noch ein mal drehte sie sich zu ihrem Vater um, nickte in die Richtung Kiba’s, als Zeichen, das er sich beeilen sollte. Kurz schüttelte sie das weiße Fell, um sich von Ruß und anderem Dreck der durch die Luft flog, zu befreien. Irgendwann würde auch sie eine Antwort auf all diese Fragen bekommen, wann war noch nicht klar, aber genug Zeit war da, und dann würde sie vielleicht ein für alle Mal begreifen, was es hieß, Vertrauen zu geben, und das Gleiche zurück zu bekommen. Leicht verlangsamte die Weiße ihr Tempo, um auf ihren Vater zu warten.

“Wir sollten und beeilen, oder wir ersticken hier noch...“

Mit einem kurzen Lächeln richtete sie den Blick zum Wald. Noch immer keine Spur, weder von Danley, noch von Silence. Es wurde Zeit, das die Beiden den Wald verließen, oder sie würden nie wieder frische Luft in ihren Lungen spüren. Zu gerne wäre sie einfach in den Wald gerannt, hätte die Beiden gesucht und hätte sie zum Rudel gebracht. Aber dies wäre wohl einfach dumm gewesen, was würde es auch bringen, wenn sich nur ein Wolf mehr selbst den Tod brachte? Kurz vergrub sie den Kopf in dem weißen Fell ihres Vaters, atmetet tief die brennende Luft ein. Sie musste einfach darauf vertrauen, das alles gut wurde, dann würde sich schon alles zum Guten wenden.


09.06.2007 12:19




Saiyán Tendes


Saiyán Nours Ohren zuckten leicht zurück, als er seinen Bruder nach seiner Mutter rufen hörte. Für wenige Sekunden nahm er den Blick von dem wogenden Leuchten und sah über seine Schulter. Sein Zwillingsbruder hatte sich ein paar Schritte von ihm entfernt, wollte, dass ihre Eltern sich um sie kümmerten. Aber keine beachtete sie … in Saiyán brodelte der Hass auf seine Familie, er sah, wie einige Welpen von Erwachsenen hochgehoben wurden, sie würden in Sicherheit gebracht werden. Aber an sie beide dachte niemand … er knurrte, nicht, weil man ihn vergaß, sondern weil man seinen Bruder vergaß. Aiyán rief um Hilfe und niemand scherte sich um ihn. Sie waren alle abscheulich, er würde auf seinen Zwillingsbruder aufpassen, er würde bei ihm sein, wenn alle ihn verließen, er war anders. Als Aiyán dann auf ihn zukam, drehte er sich wieder zum Leuchten, es war näher gekommen, Hitze wogte um ihn herum. Um genau zu sein, war es wirklich sehr heiß, Saiyán musste heftig hecheln, aber er wollte bleiben. Es sah so schön aus. Hinter sich ertönte die ängstlich warnende Stimme seines Zwillingsbruders, aber Saiyán schüttelte nur den Kopf, wenn er bei ihm war, würde er erkennen, wie schön es war. Dann spürte er plötzlich einen unangenehmen Schmerz in der Rute, als er herumfuhr, sah er Aiyán daran hängen, ihn mit aller Kraft zurückziehend. Saiyán quietschte auf und wollte seine Rute wieder zurückholen, als plötzlich direkt neben ihnen ein brennender Ast zu Boden fiel. Mit schreckgeweiteten Augen starrte der Welpe das Holz an, das langsam schwarz wurde und einfach verschwand. Er hatte Aiyán ganz vergessen, ohne sich losreißen zu müssen, konnte er danach tappen. Mit einem Aufjaulen zog er die Pfote wieder zurück. Sie brannte schrecklich, das Leuchten tat weh. Verblüfft und ein wenig ärgerlich starrte er auf seine kleine Pfote, vorher war sie von dichtem schwarzen Fell bedeckt, jetzt war das Fell plötzlich gar nicht mehr dicht, man konnte rosane Haut darunter hervorschimmern sehen. Es tat zwar noch immer weh, aber er vergaß das vor lauter Faszination. Das Leuchten veränderte ihn … es machte sein Fell weg, ließ ihn anders aussehen. Ob seine Pfote jetzt wohl für immer so bleiben würde? Begeistert japsend drehte er sich zu seinem Bruder, der noch immer an seine Rute hing.

“Aiyán, schau doch, siehst du das?“

Begeistert fuchtelte er mit der Pfote vor den Augen seines Bruders herum. Hinter ihm ertönte ein seltsames Krachen, sein Kopf schnellte nach hinten, ein sehr großer Ast, eher ein Baum war umgestürzt, lag kaum eine Rutenlänge entfernt von ihnen lodernd im Gras, sog alles in seiner Nähe in sich auf. Mit einem Mal musste Saiyán fürchterlich husten, er bemerkte, dass er nur noch schwerer atmen konnte. Was passierte denn jetzt? Er wollte etwas sagen, musste aber wieder husten. Jetzt wurde ihm das ganze doch ein wenig unangenehm. Er rückte näher an seinen Zwillingsbruder und schielte zu den Flammen, die sich langsam damit zu beschäftigen schienen sie einzukesslen.

“Aiyán, die haben uns vergessen, sie sind gemein und sie sind alle gleich blöd. Wir brauchen sie nicht!“

Er hatte jetzt plötzlich das Bedürfnis danach, Aiyán und sich selbst Mut zu machen. Das Leuchten, das vorher noch so freundlich gewesen war, nahm ihm jetzt den Atem und es wurde auch immer heißer. Er hatte das Gefühl, als wolle sein Kopf platzen. Das Sehnen nach seiner Mutter, die ihn holen würde und in Sicherheit bringen würde, unterdrückte er aber. Er brauchte sie nicht, sie hatten sie vergessen … Aiyán und er schafften das doch alleine …


09.06.2007 17:02




Ares


Ares sah von Sindri auf, als er das Keuchen des Rüden vernahm.
Inzwischen musste er gegen seinen Instinkt beinahe so schwer kämpfen, wie gegen den beißenden Rauch. Das Feuer glühte in seinen Augenwinkeln und auf seiner Haut brannte die Luft bereits.

„Geh, sage ich!“, fuhr er Sindri an, als diese nicht reagierte.

Er konnte nicht länger warten, der Rauch wurde dichter. Nicht die Flammen würden ihr Tod, der Rauch würde es. Schwarz und schleichend…
Er wandte sich Yari zu, der wach zu sein schien; oder zumindest hören zu können, was sie sagten. Wach, das bezweifelte Ares sehr stark. Dieser brauchte nun ebenfalls seine Aufmerksamkeit und er wollte der kleinen Fähe die wenige Zeit lassen, die sie noch hatten, ums ich zu fangen.
Er schob seine Schnauze unter den Bauch des Schwarzen und versuchte, ihn so hochzuhieven. Natürlich wollte er ihn weder tragen, noch ihm die Arbeit abnehmen, aufzustehen. Er wollte ihn lediglich dazu bewegen. Ob es funktionieren würde? Er wusste es nicht. Doch etwas Besseres fiel ihm nicht ein. Er würde Yari nicht tragen können ohne dessen Hilfe und der Regen ließ auf sich warten.
Noch einmal startete er einen Versuch, als der erste scheiterte und überlegte, wie er den anderen zur Besinnung bringen sollte.
Der Rauch stach ihm mittlerweile in den Augen, bis diese tränten. Das Feuer wär längst der einzige Geruch neben dem Rauch, den er witterte und seine eigenen Glieder begannen zu zittern vor Anstrengung, dem Tod nicht nachzugeben.

‚Das ist nicht das Ende!‘, schrie es in ihm. ‚Es ist nicht vorbei!‘

Doch eine andere Stimme, jene, die dem Schmerz nachjaulte, erklang so leise und schleichend, als sei es die des Rauches: ‚Aber warum denn nicht? Nimm dir den Schmerz! Schließ die Augen! Lass den Rauch nicht mehr hinein, leg dich hin und ignorier das Feuer. Es wird wieder weggehen.‘

Die Stimme klang süß, melodisch, taktvoll; richtig. Doch die andere rüttelte ihn mit einem Mal wieder wach: ‚Gib dich den Flammen hin, wenn du willst, du Narr! Gib dich auf! Aber die Wölfe um dich nicht! Sie haben es nicht verdient, zu sterben! Sie haben es nicht verdient, durch deine Unfähigkeit, deine Feigheit zu sterben!‘

Der Schmerz brannte nur tiefer, doch sein Herz hatte Recht; sein Leben war das seine. Das seine mit dem Schicksal, von ihm ausgelöscht werden zu können. Das der anderen nicht. Erneut schob er Yari an und hoffte, dass dieser endlich reagierte.


14.06.2007 20:19




Seal


Noch immer sprintete der Rüde Seal neben seiner Tochter her, Gedanken bahnten sich blitzschnell ihre Wege durch seinen Kopf. Er spürte erschrocken, beinahe panisch, dass seine Kräfte ihn langsam verliessen, war er wirklich schon so alt? Hatte er denn nicht die ganze Reise vom Revier der Night Wolves bis hierher gemeistert? Wahrscheinlich war er nur den Rauch und die Hitze, die beide fleissig an seiner Stärke nagten, nicht gewohnt. Er würde es schaffen. Er musste. Für Jeanne, für sich selbst, für seine Familie, wenn man das überhaupt noch so nennen durfte. Ja, durfte man! Der weisse Rüde hechelte wild, versuchte, weiterzurennen. Er hielt den Blick gesenkt, versuchte weiterhin, möglichst wenig Rauch in seinen Körper zu lassen, sah aus dem Augenwinkel seine Tochter Jeanne im selben Tempo neben ihm herspringen. Die Situation konnte noch so gefährlich und angsteinflössend sein, aber sie machte ihn glücklich, wenn auch nur unbewusst. Ein paar Sekunden rannte er neben ihr her, blickte sie einfach nur an, spürte ihre Anwesenheit, ihre Aura beinahe.
Es war eine Sekunde zu viel. Ohne auf den Weg vor ihm zu achten, war der Weisse blindlings über einen grösseren Stein gestolpert, in seinem ungewohnt schnellen Tempo das Gleichgewicht verloren, und mit einem harten Knall auf dem Boden gelandet. Er lag nun längs da, spürte den Schmerz in sein linkes Bein schleichen, etwas Stechendes, Reissendes. Für einen Moment war der Schmerz so stark, dass er Seal fast betäubte; er lag einfach nur da, wartete vielleicht darauf, dass es gleich wieder vorbei sein würde, und vor allem hoffte er, dass Jeanne gehen und nicht bei ihm bleiben würde. Doch er kannte sie, vermutlich besser als sie sich selbst. Sie würde bleiben. Eine Reihe von Schimpfwörtern schossen durch seinen Kopf, schmerzlich verzog er sein Gesicht, warum musste dieser Stein unbedingt DORT liegen?

oO.(Jeanne, ich bitte dich, bleib nicht hier, geh weiter, rette dich... Ich weiss nicht, ob ich dir noch folgen kann.).Oo

Sollte er es ihr sagen? Dass seine Zeit vielleicht gekommen war? Der Rüde hob den schmalen Kopf, blickte in Richtung der Flammen. Auflodernd verfolgten sie die beiden Wölfe, wollten ihnen ihr Leben entreissen und sie an einen anderen Ort bringen. Aber dieser Ort war doch so schön, es war noch nicht soweit! Ohne auf seine Tochter zu achten, setzte er sich auf, versuchte, sich auf seiner Pfote abzustützen, doch es schien unmöglich. Er konnte sie nicht mehr bewegen, und wenn er es tat, durchfuhr ihn höllischen Schmerz. Aber er gab nicht auf. Wenn der Rüde eine schlechte Eigenschaft hatte, dann war es seine Sturheit. Er würde zwar um einiges langsamer sein als vorhin, vielleicht konnte er Jeanne überreden, zu gehen und sich in Sicherheit zu bringen, aber er würde folgen. Irgendwann würden sie sich wiedersehen.


19.06.2007 21:38




Dankey Lanés


Sein Atem ging immer schneller und fast schon verzweifelt versuchte Danley Lanés irgendwie nach Luft zu schnappen, von irgendwoher Luftzufuhr zu bekommen. Ihm wurde vom Rauch schließlich so schlecht, dass er den Welpen aus dem Maul legen musste und röchelnd hustete. Der Graubraune drückte die Schnauze fast auf den Boden und sog die hier noch etwas klarere Luft ein. Die grüngelblichen Augen wurden zusammen gekniffen, während sich seine Bauchdecke schwerfällig hob und ruckartig wieder senkte. Viel Zeit blieb ihm nicht, er lauschte Silence Tears Stimme und dann suchte sein Blick wieder nach dem Welpen. Verdammt! Dieser war bewusstlos geworden, hoffentlich war es für den Kleinen nicht schon zu spät. Ein rauer Japser verließ Lanés Kehle, dann schnappte er sich das arme Fellbündel wieder und sprang auf. Seine Pfoten taten weh, er hatte immer noch das Gefühl über heiße Glut zu laufen. Mehr als dem Leitwolf zunicken konnte er nicht und so setzte er ihm schnell wieder nach. Sein Gang war schwankend, der Rauch wirkte langsam aber sicher wie Betäubungsgas. Hauptsache, sie erlitten hier keine Rauchvergiftung, auch wenn das wohl langsam, aber sicher, immer wahrscheinlicher wurde. Sein Atem war zitternd, selbst das weiche Fell des Welpen war schon durch und durch geräuchert. Jetzt filterte es auch nicht mehr und Danley wurde immer schwindeliger. Der schmale Rüde hatte so seine Müh Silence auf den Fersen zu bleiben, seine Spur zu wittern war unmöglich bei all dem Rauch, das Feuer blendete ihn und so konnte er ihn auch nur noch schemenhaft sehen.
Seine Augen tränten und er hoffte mit aller Kraft, die in seinem Inneren noch steckte, dass Jeanne sich in Sicherheit gebracht hatte. Das sie nicht so töricht war zu warten, er würde schon kommen. Er würde es schon schaffen! Zusammen mit Silence Tear und diesem Welpen, der wohl – wie er langsam gemerkt hatte – nicht zu den Würfen des Rudels gehörte. Aber das war egal! Auf jedes Stolpern, stemmte er sich wieder hoch, hetzte weiter, auch wenn er langsam das Gefühl hatte, dass seine Muskeln zerrissen wurden und sein ganzer Körper nach Erlösung schreite. Sie rannten hier praktisch ... durch die Hölle.


20.06.2007 14:22




Aiyán Tendes


Auch wenn es seinem Bruder weh tun würde, Aiyán biss nur immer fester zu, wollte mit aller Macht nicht zulassen, dass Saiyán sich von der Stelle rührte. Und trotzdem schien da jemand was gegen ihn zu haben, als ein Ast auf den Boden krachte, zuckte er zusammen und pfiepte leise. Los ließ er trotzdem nicht. Mit geweiteten Augen starrte er das brennende Holz an und knurrte laut auf, als Saiyán mit der Pfote danach haschte. Der kleine, schwarze Welpe wollte sagen, dass er aufhören sollte, dass er die Pfote da lassen sollte, wo sie war, aber es ging nicht. Er hatte immer noch seine Rute im Maul und wollte diese nicht loslassen, aus Angst, dass Saiyán dann wieder losrennen würde.
Ein Aufjaulen seines Bruders ließ ihn die Ohren an den Hinterkopf pressen. Na toll! Das hatte er jetzt davon und trotzdem tat er ihm schrecklich Leid. Nur leider, war sein Zwilling auch dieses Mal begeistert und Aiyán ruckte etwas mit dem Kopf zurück, als der plötzlich mit der Pfote vor seiner Nase rumfuchtelte. Der Schwarze kniff die Augen zusammen und öffnete sie wieder, blinzelte und spürte langsam, dass sich jedes Härchen auf seinem Körper gesträubt hatte. Ihm fiel es schon die ganze Zeit ziemlich schwer zu atmen und das leichte Husten nahm man kaum wahr, so fest wie er die Rute seines Bruders gepackt hatte. Und als jetzt ein baumgleicher, fetter Ast genau vor ihnen zu Boden ging, ließ er endlich los. Ein Hustschwall verließ seine Kehle und er starrte seinen Bruder bitterböse an. Tränen standen schon in seinen Augen, trotzdem stammten sie nicht nur vom beißendem Rauch.

Schau was es macht! Es wird uns vernichten und auffressen, wie diesen Baum!“

Seine Pfoten zitterten, er hatte Angst und war gleichzeitig böse auf seinen Bruder. Warum machte er das? Wollte er, dass das Monster sie beide verschlang? Aiyán schniefte kurz auf, als Saiyán sich näher an ihn drückte. Vergessen sagte er? Nein! Er konnte einfach nicht glauben, dass seine Familie sie vergessen haben sollte, es gab sicher eine logische Erklärung dafür.

Sie haben sicher auch Angst vor dem Monster! Sie hoffen bestimmt, dass wir es selbst schaffen ihnen zu folgen!“

Er sagte irgendwas, irgendwas, in der Hoffnung, dass es stimmte. Seine Mama war lieb und sein Vater ebenfalls. Sie beide würden bestimmt keinen von ihnen vergessen! Knurrend schnappte Aiyán Tendes nun nach dem Ohr seines Bruders.

Komm jetzt! Lass das Monster in Ruhe, sonst wird es nur noch böser! Komm endlich!“


Langsam mischte sich Verzweifelung in seine Stimme. Verzweifelung und Wut über das, was sein Bruder hier veranstaltete. Die Bestie tötete genau vor ihren Augen einen Baum und er blieb einfach sitzen, ließ sich die Pfote anknabbern und war auch noch glücklich darüber. Warum machte er das nur? Es war echt zum Heulen!


20.06.2007 14:43




Toboe Tear


Noch immer spielerisch knurrend zog Toboe an dem Ohr seines Freundes, sprang immer wieder von ihm weg, war mit einem Satz wieder an seiner Seite und packte ihn wieder am Ohr. Es mochte leicht bescheuert aussehen, eine graue Kugel, die immer wieder auf Teyrm sprang und ihn piesackte. Doch so lange sich der werte Herr nicht wehrte, würde er wohl weiter machen. Gerade wollte der junge Wolf wieder zum Sprung ansetzen, als er eine Berührung spürte, leicht taumelte er zurück, wollte eigentlich in die Richtung schnauzen, aus der der Schlag gekommen war, jedoch hielt er bei dem Anblick seiner Mutter inne. Ihre Worte ließen den kleinen Rüden bedrückt die grauen Ohren anlegen, Schuld bekennend senkte er den Kopf zu Boden, den Blick der blauen Augen jedoch zu seiner Mutter nach oben gerichtet. Eigentlich wollte er eine leise Entschuldigung murmeln, nur ein paar nette Worte an die graue Fähe richten, doch wurde ihm erneut ein Strich durch die Rechnung gemacht, als seine Mutter ihn im Genick packte. Eine ganze Weile hing der kleine Wolf wie gelähmt im Maul seiner Mutter, den Blick fast schon bedrückt zu Boden gerichtet, die Ohren weiterhin an den Kopf gedrückt. Es kam ihm vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen, als seine Mutter ihn sanft auf dem Boden absetzte Leicht hob er die Ohren an, ein aufmunterndes Lächeln legte sich auf die dunkel umrandetet Lefzen Toboe’s, als er den Blick zu seiner Mutter hob, die gerade Jeanne und dem anderen Wolf etwas zurief. Er spürte wie ihm kurz der Atem stoppte, als er die Worte seiner Mutter vernahm. Ein kalter Schauer überkam den Grauen, sein Vater war noch im Wald, in den Flammen. Und wieder wollte er einige Worte zu seiner Mutter sagen, wurde jedoch kurz davor erneu tim Genick gepackt. Nun baumelte er wieder in der Schnauze der Grauen, unfähig, sich zu bewegen. Irgendwas musste sie doch aufmuntern, irgendwas… Eine ganze Zeit verging, eine Zeit in der weder er noch seine Mutter etwas sagten. Dann öffnete Toboe langsam den Fang, wohl nur seine Mutter würde verstehen können, was er leise vor sich her nuschelte.

“Mama? Sei nich traurig, Papa kommt wieder, ganz bestimmt… Der würd dich nicht alleine lassen, glaub mir…“

Ein aufmunternder Ton schwang in der Stimme des Grauen mit, auch wenn dies vielleicht etwas gezwungen war. Es würde alles gut werden, die mussten nur daran glauben, dann würde alles so werden, wie bis vor einigen Minuten, Stunden, Tagen…


23.06.2007 16:51




Ares


Ares hievte den Wolf hoch, dieser taumelte, doch als der Schwarze seine Schulter als Stütze anbot, ging es. Er zitterte stark, das Gewicht des anderen lastete schwer. Der Rauch brannte in seiner Lunge und er hechelte stark. Immer wieder schwand ihm der Blick und er hatte Mühe, nicht selbst zusammenzuklappen.

Er sah zu der kleinen Fähe, wollte ihr sagen,s ie solle endlich gehen, verschwinden, weglaufen! Doch es ging nicht. Seine Kehle brachte keinen Laut hervor und er konnte nur hoffen, dass sie ihm folgte.
Langsam schleppte er Yari mit sich zu einer der wenigen Lücken, die er ausmachen konnte in dieser Wand aus Flammen.
‚Du kannst nicht aufgeben! Niemals!‘
Das war das Einzige, was er zuließ an Gedanken. Für allzu viel mehr würde es auch nicht reichen, doch er wollte nichts Anderes mehr hören. Er wusste nicht, wie und es war mehr sein Instinkt, denn alles andere, aber irgendwann spürte er Gras unter den schmerzenden Ballen. Kühles, feuchtes Gras.

Vor ihnen erstreckte sich eine Wiese, weit und kühl. In der Ferne konnte er schwach Berge erkennen. Ares‘ Kräfte verließen ihn endgültig und er sank zu Boden, Yari einfach fallen lassend. Er konnte nichts dagegen tun. Die Weiße war ihm die ganze Zeit über zum Glück gefolgt, doch nun sank sie ebenfalls ins Gras.
Der Schwarze aber erhob sich bald wieder. Obgleich er zitterte, hatte er angst, er würde nicht wieder aufstehen, würden sie hier nicht sicher sein. Er sah sich um, immer und immer wieder und doch blieb kaum etwas in seinem Blick haften. Er hustete energisch und musste immer wieder niesen. Er hatte Ruß in der Schnauze und das machte die Witterung beinahe unmöglich.
Er sah zu den beiden anderen Wölfen. In seinem Kopf rauschte es und ihm war schwindelig.
Er wusste nicht, wie es Yari geht und obgleich die Weiße nicht so sehr auf seine Hilfe angewiesen war, war er nun nicht sicher, wie es ihr ging.

Schließlich sank er doch ins Gras, seine Läufe wollten ihn nicht länger tragen.


07.07.2007 23:37




Angel


Die weiße Fähe stand auf, sie hatte lange genug geschlafen. Frisch ausgeruht machte sich Angel auf den Weg.
Vor ihren Augen waren Berge und schon nach einer kurzen Zeit, konnte sie einen Pass sehen.

Ein Bergpass?

Die weiße Fähe schaute sich gründlich um. Ein leichter Windstoß ließ sie kurz schwanken, doch darauf konnte sie sich wieder festigen. Die Blätter waren schön und das Gras war herrlich. Warum hatte sie die herrlichkeit der Natur nicht schon früher gesehen? Eine Frage die in ihrem Kopf rumorte bis sie die ersten Steine erreichte. Wie in Trance spazierte sie weiter und trat dabei auf einen Stein. Erschrocken zog sie die Pfote zurück. Angel schaute sich nochmals genau um, dann ging sie weiter. Nach einiger Zeit bemerkte sie das doch ihre Pfote von unten drückte. Sie setzte sich hin. Der Stein von vorhin war noch in der Pfote. Er war nicht besonders groß aber Schmerzte. Langsam zog sie ihn hinaus, etwas Blut trat hinter dem Stein hervor, doch es war nicht viel. Angel ärgerte sich, dass sie dies nicht früher bemerkt hatte. Der Bergpass war schon sehr gut zusehen und so beschloss die Weiße den Weg fortzusetzen.
Nach einer ganzen Weile erreichte sie den Pass. Ruhig und gelassen schaute sie sich um. Der Geruch von fremden Wölfen stieg ihr in die Nase und für einen kurzen Augenblick, wollte sie umdrehen. Denn sie konnte fremde Wölfe nicht wirklich leiden. Als sie um die steinige Ecke kam, wurde der Geruch stärker und kurz darauf sah sie ein Tal. Umringt von der steinigen Pracht der Bergkette. Ihr fiel sofort ein Fluss auf, der sich quer durch das Tal zog. Weiter sah sie ein Feuer, ein Waldbrand!!
Angels Augen verharrten für kurz an dem lodernden Flammen, doch sie konnte sie wieder abwenden und Schritt weiter. Kurz schreifte sie die Felsen und sie spürte die spitzen Kanten. Wenn sie hier irgendwo gegen kam, würde dies ordentliche Schürfwunden abgeben. Angels Augen waren auf ihre Läufe gerichtet und schon fiel ihr nicht auf, was vor ihr war. Plötzlich kam sie ins taumeln und sie flog vorne über, gerade rechtzeitig konnte sie ihre scharfen Krallen in das Gestein bohren, sonst wäre sie wohmöglich noch weiter gerutscht.
Schnell und geschickt sprang sie wieder auf und schwor sich nach vorne zu gucken und nicht auf ihre Pfoten. Als aufeinmal sie einen fremden Wolf sah, verharrte sie. Wer war dieser Wolf??
Er war nur noch wenige Meter von der weißen Fähe entfernt...


08.07.2007 16:52




Narec Tensay


Der Erschöpfung erliegend sanken die sehnigen Läufe Zeitlupen gleich zusammen, mit einem dumpfen Geräusch kam der geschwächte Körper des Braunen endlich zum liegen. Vorsichtig begann das Gras die gesamte Gestalt zu umhüllen, diese ins Verborgene zu hüllen. Gewiss war dies der schlecht gewählteste Augenblick um die längst verbrauchten Kraftreserven zu erneuern, doch konnte Narec sich nicht weiter dagegen wehren. Alleine in einem fremden Revier, wo gerade ein Flammeninferno tobte, schlimmer hätte es sein können. Zunichte waren die blühenden Träume von Landschaften die von Blumen bewachsen waren. Der beißende Geruch von Rauch lag ihm weiterhin in der Nase und holte ihn immer weiter zurück auf den harten Boden der Realität. Viel hatte der 6 – Jährige im Laufe seines Lebens gesehen, überflutete Täler, Wölfe voller Panik die um ihr Leben liefen, doch nichts hatte ihn jemals soviel Angst bereitet wie die herrschsüchtigen Flammen. Feuer war immer so endgültig, dort wo es gewütet hatte gab es kein Leben mehr. Eine Tatsache die den Rüden hart schlucken ließ. Noch war er in Sicherheit, noch gewährte ihm der günstige Wind eine kleine Ruhepause, aber wie lange noch? Es war nur ein Nachteil, dass dieses Gebiet ihm fremd war, schließlich konnte er nichts anderes als erahnen wo sich das Feuer in diesem Moment austobte. So in Gedanken versunken unterlief dem Rüden abermals ein fataler Fehler. Wie konnte ihn dieser Geruch nur entgangen sein, wie konnte er nicht bemerkt haben, dass jemand den selben Weg gewählt hatte wie er. Ruckartig fuhr der muskulöse Körper aus dem Gras hoch, ein Knacken der ermüdeten Knochen ließ ihn kurz zusammenzucken. Jetzt bloß keine Schwäche zeigen, dies war der erste Gedanke der ihm kam. Schließlich konnte er nicht sagen, ob dieser fremde Wolf nicht zum Rudel gehörte und ihm alles andere als freundlich gesinnt war. Vorsichtig und ein gesundes Misstrauen waren jetzt mehr als angebracht. Den markanten Kopf sachte angehoben blickten seine braunen Augen zurück, suchten die Gestalt, welche ihm scheinbar gefolgt war. Eine weiße Fähe, nicht weit von ihm entfernt. Ihr Verhalten deutete darauf hin, dass sie genauso fremd war wie er selbst. Entwarnung. Sichtbar war die Entspannung die sich im gesamten Körper von Narec Tensáy ausbreitete, in seiner Verfassung hätte er wohl kaum einen Ansatzweisen Kampf zu Stande gebracht.

„Seid mir gegrüßt Fremde. Verzeiht ich habe euch viel zu spät bemerkt, dieses Feuer, welches in diesem Tal wütet, empfing meine volle Aufmerksamkeit.“

Seine Worte waren vollkommen bedacht, er wollte nicht zu viel preisgeben, ehe er in der Lage war die Weiße genauer einzuschätzen. Abwartend blickte er sie an, seine Mimik war neutral und ließ nicht genau sagen, was in ihm vorging.


10.07.2007 21:03




Angel


Die Augen der weiße waren galsich und man hatte fast den anschein das kein Leben in ihr war. Vielleicht war es auch nur der Gestank von Rauch und Feuer der ein Gesicht hervorrief das nicht wirklich existierte.
Angel war angespannt als der Braune umfuhr, es war wie in Zeitlupe bis der Braune endlich stand.
Angel Augen verfolgten jeden Muskel den er anspannte und sie wusste auch gleich, das er erschöpft war genazuso wie sie. Alles hier war auf anhieb wirklich schön gewesen bis sie den stikigen Rauch in die Nase bekam und den Gestank von verbranntem.
Die Fähe wusste nicht so recht zu antworten udn schaute erstmals zu Boden, dabei beobachtete sie wie der Wind den Boden aufwühlte unter ihr und auf das Baufell sie eine dünne Schicht von Staub ausbreitete.
Endlich faste sie die Worte, die ihr schon längst im Munde waren, doch sie nicht aussprechen konnte, ohne etwas falsches zu sagen.

" Sei mir gegrüßt Fremder...ich bin von weit her um ein neues Rudel zu finden, obwohl ich mir darüber noch nicht ganz im klarem bin. Ich möchte euch keinesweges stören, ich sehe wie ihr gerade mit einem Feuer kämpft der im Wald wütet, doch sagt mir exisiert hier ein Rudel? Und wo ann ich es finden? Mein Name ist Angel...",

der Kopf war während des redens gesenkt und machte keinen Anschein auch sich nur zu bewegen. Was in der Fähe vor sich ging, konnte niemand wissen. Selbst in ihr wütet ein Feuer, ein Feuer das die Vergangenheit und die Bilder eines Vergehens zeigen...dochh dies war alles längst geschehen. Selbst dachte die Fähe nur manchmal in der Nacht daran wenn sie den hellen Mond beschaute und sich über sein Anlitz freute.
Die Augen der Fähe kniffen zusammen ohne das sie es bemerkte. Kurz hustete sie und etwas Erde wühlte sich durch den Stoß auf. Endlich hob sie den Kopf der ihr aufeinmal sehr schwer erschien.
Ihre Ohren spielten mit Vertrauen und Vorsicht. Genauso auch mit etwas Feindseligkeit, denn genaugenommen mochte die weiße nicht so recht andere Wölfe. Sie hatte schon oft mit solchen zutun gehabt und wusste nicht wer er war....


10.07.2007 21:39

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.08.2010 17:14
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

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94 cm

Beiträge

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Beitritt

23.07.2005

Seite 11




Yago


Yagos Schritte waren weiterhin so ruhig und sicher gesetzt, als wäre er alleine und würde sich einzig darüber Gedanken machen, ob er lieber die Berge hinauf oder am Gebirgsbach entlang laufen sollte. Er strahlte eine solch stumme Ruhe aus, dass man nicht mal auf die Idee kommen konnte, in seine Augen zu blicken und dort die Trauer zu sehen, die nach wie vor darin lag, ungeachtet der Mauer, die sie einfach übersprungen hatte. Yago konnte es nicht kontrollieren, aber wenn er es wirklich aus tiefstem Herzen gewollt hätte, so wäre sie sicher wieder verschwunden, hätte sich scheu hinter der Mauer versteckt, aber sie blieb dort, scheinbar unbemerkt von dem schwarzen Rüden und sich von seiner Ruhe betäuben lassend. Erst als ein lautes Donnern ertönte, zuckte das rechte Ohr des Schwarzen, ein Gewitter war über das Tal gezogen. Er hob leicht den Kopf und sah ihn den Himmel, monströse, tief schwarze Wolken hingen an den Bergen und wölbten sich über den ganzen Wald. Es sah beängstigend aus, zumindest musste es das für viele Wölfe, sicher für die, die noch nie ein solches Gewitter miterlebt hatten. Ein Blitz zuckte nun hervor, die Luft war elektrisch aufgeladen und das Fell der Wölfe begann sich ganz automatisch zu sträuben. Obwohl Yago nun nicht mehr so ruhig aussah, die Elektrizität der Luft machte es ihm unmöglich, kam er durch das Schweigen doch langsam im Inneren dazu. Er spürte durchaus, wie angespannt Shaiya war, noch ein wenig mehr, das dezent außer Acht gelassen wurde, versuchte sie aber auch durch seine Ruhe zu beruhigen. Weder das Gewitter, noch sein dummes Gerede, sollte einen beunruhigen. Nach einem weiteren Blitz und einem weitaus schnelleren und heftigeren Donnern, sprach sie dann auch, schnell und viel, man bemerkte ihre Unruhe, aber Yago hörte ihr diesmal aufmerksam zu und machte sich ernsthaft darüber Gedanken. Oder zumindest hatte er das vor, wurde jedoch jäh unterbrochen. Heftiges Knacken und das Prasseln von vielen Hufen auf trockenem Waldboden zerriss die Stille. Eine Schar von Hirschkühen brach aus dem Dickicht hervor, preschte an ihnen vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen und war ebenso schnell wieder verschwunden. Yagos Kopf zuckte alarmiert zurück, seine Schnauze riss nach oben und sog mit eiligen Bewegungen die Luft ein. Der Geruch war schwach und weit weg, aber er war eindeutig und ließ Yagos Fell nun auch von sich aus sträuben. Feuer. Ein leises Grollen drang aus seiner Kehle, nicht aus Angst oder Wut, es war eine Warnung, an wen auch immer, sie mussten hier fort. Das Feuer war weit weg, aber an manchen Tagen sprang es so schnell von Wipfel zu Wipfel, dass ein ganzes Tal innerhalb kürzester Zeit in Flammen stehen konnte. Und die Hirschkühe gaben ihr übriges dazu, alle seine Sinne sagten ihm, dass sie hier weg mussten. Yago war kein Rudelwolf, er verschwendete keinen Gedanken an das Rudel, sie würden sich selbst retten können, zum Rudelplatz zu laufen wäre nicht nur töricht, sondern käme einem Selbstmord gleich. Er würde Shaiya in Sicherheit bringen. Schwierig war das auch nicht, der Gebirgsbach war ganz in der Nähe, eigentlich müssten sie sich nicht einmal beeilen, aber Yagos Instinkte hetzten ihn trotzdem. Bei Feuer sollte man nicht nachdenken, man sollte fliehen.

“Zum Gebirgsbach, schnell!“

Er beschleunigte seinen Schritt, achtete aber darauf, Shaiya nicht hinter sich zurück zu lassen. Es war nicht weit bis zum Bach, in wenigen Momenten würden sie da sein. Kurz überlegte er sich, ob ihm die Unterbrechung nicht sogar irgendwie recht kam, ließ den Gedanken dann aber ruhen und rannte aus dem Wald hervor, nur noch ein paar Schritte über die Wiese, dann wären sie im sicheren Wasser. Er warf Shaiya einen Blick zu, sie war noch immer direkt neben ihm, lächelte sogar, wurde sich dessen erst danach bewusst und fragte sich, warum, gleichzeitig wurde ihm klar, dass er gar nicht versucht hatte zu lächeln, also einfach so, nicht erzwungen, während seine Pfoten in das kühle Wasser eintauchten und er zum Stehen kam, in der Mitte des ruhigen Flusses, der sich von ihnen nicht stören ließ. Yago atmete ruhig ein und aus, er hatte sich die ganze Zeit nicht aufgeregt, sich lediglich von seinen Instinkten leiten lassen. Jetzt konnte er wieder ein wenig nachdenken, sein Blick glitt über die Landschaft, Feuer war nicht zu sehen, aber von hier aus lag auch der Rudelplatz nicht in seinem Blickfeld. Der Geruch von verbrennendem Holz lag nun deutlicher in der Luft, hier brauchten sie sich aber keine Sorgen zu machen. Prüfend sah er zu Shaiya, ob alles okay war, dann setzte er sich, das Wasser störte ihn nicht, und wandte sich endlich wieder dem Gesagten zu. Er wollte ihr ja antworten, er wollte es wirklich. Ihr von seiner Vergangenheit erzählen? Sie würde ihn dafür nicht richten? Selbst wenn er das glauben könnte, er würde sich selbst richten und er war sich nicht sicher, was schlimmer war. Noch nie hatte er das alles ausgesprochen, keine zweite Seele kannte seine Geschichte so wie er sie erlebt hatte … wenn er sie erst ein Mal erzählt hatte … wäre sie dann nicht noch schlimmer? Nicht noch gegenwärtiger, verschlingender, erdrückender und schließlich Auslöser für noch mehr Hass auf sich selbst? Der Schwarze sah wieder zu Shaiya, seine Gedanken ließ er im Hintergrund weiter fließen, ansetzend zum reden, obwohl er nicht wusste, was er sagen sollte.

“Mich verärgern? Nein, das schafft man nicht sehr schnell und du noch weniger. Und wenn ich etwas auf dem Herzen haben werde, so kannst du gewiss sein, dass ich es dir erzählen werde. Aber es geht nicht nur um mich. Es kommt mir so vor, als würde dich etwas belasten? Vielleicht willst du mir auch nur etwas von dir erzählen, ich war schon immer besser im Zuhören als im Reden. Ich würde gerne deiner Stimme lauschen.“

Er lächelte wieder, jetzt jedoch bewusst, seine innere Stimme hatte „lächel“ gesagt und Yago lächelte. Seine Gedanken hingen kurz an das Lächeln kurz vor dem Fluss, sein Blick wanderte zum Waldrand und blieb stumm dort hängen. Die Luft war nun deutlich von Rauch geschwängert, aber der Schwarze schien, als wäre nichts passiert, hier waren sie sicher, hier konnten sie sich unterhalten.


11.07.2007 00:15




Mitash


Es war etwas mit Mitsah los, er wusste, sein Sohn merkte es selbst schon, denn sein Blick verriet wie immer seine Gedanken, Pyry war eben noch dumm und naiv und konnte seine Gefühle und Gedanken nicht verstecken, zumindest nicht vor ihm. Er, Mitsah, Sohn Zahou's, Enkel Phirun's und Träger der Leere, er wusste was er zu tun hatte, er kannte sein Schicksal, sowie das seines Sohnes. Es war ein innerer Instinkt, der ihm sagte, wenn er ihn jetzt nicht töten würde, dann würde sein Sohn ihn selbst irgendwann töten, hier ging es um sein eigenes Überleben und das konnte er eben nur dann sichern, wenn der Braune seinen Sohn heute töten würde. Noch konnte er es verhindern, dass sein Sohn etwas von Aluka bekam, - was Mitsah natürlich nicht wusste war, dass Pyry mit dieser zweiten Seele schon geboren worden war - und dies war sein einziges Ziel, ihn vor dieser Seele zu bewahren, denn Námida war zu schwach, sie war unwichtig, aber er musste aus dem Weg geräumt werden. Die Coniguo war nicht zu sehen, niemand war zu sehen und niemand würde sie stören. Ein kühles Lächeln, für andere kaum zu erkennen, schlich sich auf die dunklen Lefzen des Rüden, der begann, langsam Kreise um seinen Sohn zu ziehen. Es war ein großer Kreis, doch wer genau darauf achtetet, der konnte sehen, wie Mitsah diese Kreise immer enger zog, nur ein Stücken immer, aber bald würde der Kreis sich schließen und sein Schicksal besiegelt sein. Die sandbraunen Augen fixierten den Welpen, der Rüde trat lautlos um ihn herum, ließ dabei den Blick nicht von ihm, einzig seine feine Nase überprüfte, ob sich jemand nähern würde. Leise, mit dem üblichen kühlen Unterton ertönte seine Stimme.

"Warum siehst du mich so an, Phirun, warum siehst du mich immer nur so an? Woher hast du diesen Blick nur?"




Pyry Phirun


Pyry Phirun verstand nicht recht, was sein Vater da trieb, er beobachtete ihn nur ganz gespannt, während er um ihn die Kreise zog, was sollte das nun wieder bringen? Fast wäre ihm ein leises Knurren entflohen, doch hielt er es für besser, zu schweigen, zumindest fürs erste. Es war die Stimme in seinem Kopf, die ihn vor seinem Vater warnte, nur in diesem Moment stärker als je zuvor und es war nicht nur die Stimme, es war ein Instinkt der ihn in die Knie zwang und ihn dazu brachte, sich vor seinem Vater schon fast zu fürchten, Mitsah wirkte wie besessen und als seine Stimme ertönte wusste Pyry ganz genau, dass er weg musste. Aber es war sein Stolz der ihn hier behielt und seine Neugierde, die herausfinden wollte, was sein Vater vorhatte. Phirun war sein Großvater gewesen, er war nicht sein Großvater, kein bisschen war er es, was war mit dem Rüden los? Seine Stimme, sein Blick, irgendetwas machte sich breit in der Brust des Welpen, was war da was sich immer in seinen Blick schlich?

"Zu wem redest du, Vater? Nur ich bin hier, dein...Sohn."




Mitsah


Das Lächeln welches sich auf seine Lefzen geschlichen hatte, nahm immer stärkere Konturen an, seine Kreise waren mittlerweile ziemlich klein geworden und er verkleinerte sie nun nicht mehr, es war wie eine Schlinge die sich langsam zuzog. Vater...Sohn...er redete davon, so als ob es Wirklichkeit wäre, noch war es wahr, aber in wenigen Minuten würde er keinen Sohn mehr haben, nie wieder mehr. Mitsah konnte genau sehen, wie sein Sohn sich langsam zusammen zog, ein typisches Welpenverhalten, er machte sich klein und wieder ein Anzeichen von Schwäche. Wie konnte dieser Schwächling sein Sohn sein?

"Wovor fürchtest du dich, Pyry? Sag mir was ich denke, sag mir, warum du dich fürchtest. Ich bin dein Vater..."




Pyry Phirun


Im selben Augenblick, wie die Worte Mitsahs verklangen waren, wurde dem Rüden deutlich klar, dass nicht mehr sein Vater vor ihm stand, es war ein fremder Rüde, der wohl ohne mit der Schwanzspitze zu zucken, töten würde. Durch seine Adern floss dasselbe Blut wie durch seine, sie waren sich so ähnlich, wie man es kaum glauben konnte und dennoch waren sie zwei Fremde. Die Kreise, die sein Vater um ihn gezogen hatte, verkleinerten sich nicht mehr, doch es machte ihn langsam verrückt, es verunsicherte ihn zusehends und Pyry konnte seinen Körper nicht mehr kontrollieren. Der Graue machte sich immer kleiner, versuchte seinen Körper davon abzuhalten sich zu Boden zu drücken. Und wieder tauchte die Stimme in seinem Kopf auf, stärker als je zuvor, eindringlicher, es war schwer für ihn, sich nicht ablenken zu lassen, er wollte es nicht hören, warum jetzt verdammt?!

"Weil sie es sagt...weil sie es immer wieder sagt. - Komm ihm nicht zu nahe, lauf, lauf, lauf! - Und immer...immer...immer wieder..."




Mitsah


Mitsah spürte, wie sich sein Körper zusammen zog. Sie sagte es ihm immer wieder? Das Lächeln auf seinen Lefzen verschwand spurlos, zurück blieb eine wie versteinerte Miene, kühl und ohne Regung, die sandbraunen Augen verengten sich kaum merkbar, sein Körper richtete sich zur vollen Größe auf. War das eingetreten, was er verhindern wollte? War das aufgetreten, wovor er sich am meisten 'fürchtete'? Wie konnte er sie besitzen, er lebte doch noch, er besaß sie, Pyry konnte sie nicht besitzen!! Es gab sie doch gar nicht, es war Einbildung, es war nicht wirklich! Jemand der Mitsah wohl richtig kennen würde - doch so jemanden gibt es nun einmal nicht- hätte erkannt, dass es Angst war, die sich in seine Stimme schlich doch für jeden anderen hörte es sich nur leicht gereizt an.

"Wovon redest du, Phirun?!"

Die Stimme des Rüden brach ab, das Feuer hatte sich schnell verbreitet, natürlich hatte der Braune dies gemerkt, doch es war ihm egal gewesen. Die Wärme hatte ihn nicht gestört, er war so auf seinen Sohn fixiert gewesen, dass er sie nicht wirklich bemerkt hatte, auch die stickige Luft hatte ihm nichts ausgemacht. Im Gegenteil, die gierende Seele in ihm schien die zerstörerische Kraft des Feuers zu lieben, also musste Pyry genauso empfinden. Mitsah wusste nun genau, dass er keine andere Wahl hatte. Sein Körper bewegte sich blitzschnell, es war ein recht kraftvoller Sprung auf seinen Sohn zu, seine Vorderläufe drückten den Welpen zu Boden, langsam drückte er ihm die Luft ab.

"Auch, wenn dasselbe Blut durch unsere Adern fließt, wenn ich dich jetzt nicht töte, wirst du mich eines Tages töten."

Er war bereit gewesen, seinen Sohn zu töten, doch das Schicksal, welches Mitsah selbst in die Pfote nehmen wollte, zog ihm einen Strich durch die Rechnung. Ein Baum, vom Feuer geschändet, fiel genau auf die beiden. Der Graue hörte und sah den Baum kommen, seine Vorderläufe drückten den Welpen kraftvoll und ohne Rücksicht zu nehmen nach vorne, sodass sein Sohn sich mehrmals überschlug, aber er war gerettet, weit von der Gefahr. Mitsah selbst konnte seinen Körper noch zu einem weiten Sprung bewegen, der jedoch nicht reichte. Ein dickerer Ast fiel auf den Rüden, versengte ihm den Pelz und drückte das stolze Tier zu Boden. Nicht lange blieb der Träger der Leere liegen, bevor er seinen Körper unter dem Ast hervorzog, er war auf den hinteren Teil seines Rückens gelandet und nicht allzu schwer, außerdem hatte er Erfahrung als Schlittenhund gemacht und große Last machte ihm nichts aus. Ein leichtes Schütteln des Pelzes - nicht viel konnte man sehen, das Fell war nur etwas dunkler und klebte förmlich am Körper, ansonsten hatte er Glück gehabt, der Ast hatte nicht gebrannt. Mit dem üblichen kühlen Blick suchte er nach Pyry, der auf der anderen Seite des brennenden Baumes stand und seinen Vater unbeweglich anstarrte. Ohne etwas zu sagen oder zu tun, drehte der große Rüde ab, zielstrebig und dennoch in einem recht langsamen Tempo bewegte sich der Gamma lautlos durch den brennenden Wald, seine Nase verriet ihm die Position des Rudels und als Einzelgänger würde er sie schnell erreicht haben.

"Dann geschieht es wohl so, wie du es wolltest, Phirun…"




Pyry Phirun


Augenblicke später stand Pyry Phirun immer noch unbeweglich da, sein Vater hatte ihn eben töten wollen, er hätte es getan, wenn der Baum nicht umgestürzt wäre. Und dann hatte er ihn gerettet, ganz einfach so, er hatte ihn zwar unsanft davon geschoben, aber er hatte ihm das Leben gerettet, kurz nach einem Mordversuch. Was war das für ein Rüde, für ein Vater, der versuchte seinen Sohn umzubringen und ihn dann rettete? Und was hatte sein Satz zu bedeuten ~"Auch, wenn dasselbe Blut durch unsere Adern fließt, wenn ich dich jetzt nicht töte, wirst du mich eines Tages töten"~? Was wollte er ihm damit sagen? Dass sein größter Wunsch eines Tages in Erfüllung gehen würde? Minuten vergingen und der Welpe stand immer noch da, erst als sein Fell sich anfühlte, als ob es versengt werden würde, wachte er aus seinen Gedanken auf und setzte seinen Körper instinktiv in Bewegung. Er folgte seinem Vater nicht, sondern sein Weg sollte ihn zu drei anderen Welpen führen, er merkte nicht, wie er sich ihnen näherte, denn der Wind stand ungünstig und der Geruch von Feuer lag in der Luft.

11.07.2007 00:18




Jeanne


Noch immer drückte die zierliche Fähe ihren Kopf in das Fell ihres Vaters, die blauen Augen waren ruhig geschlossen, während sich die Lungen Jeanne’s bei jedem Atemzug erneut mit dem stickigen Rauch füllten, der sie fast komplett umgab. Ein kurzes, fast schon ersticktes Husten, dann öffnete sie die Augen nahm den Kopf aus dem warmen Fell des Rüden neben ihr. Mit rasendem Herzen rannte sie neben ihrem Vater her, den Blick jedoch stur nach vorn gerichtet. Es wurde Zeit, das sie aus dem Qualm wegkamen, oder beide würden durch diesen zu Grunde gehen. Die Augen der Fähe tränten, der brennende Rauch machte sich überall breit, nahm ihr die Luft zum Atmen, erneut ein Husten. Gerade als sie ihren Vater aufmunternd anstubsen wollte, bemerkte sie, das er nicht mehr da war. Mit einem kräftigen Ruck hielt sie an, rutschte noch etwas weiter und sprang dann in die andere Richtung los, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was passiert war. Mit einigen Sätzen war sie wieder an der Seite des Weißen, senkte ihren Kopf zu seinem und stubste ihn sanft an. Egal was passiert war, sie mussten weiter, sie mussten hier weg, die Flammen waren zu nahe, als das sie nochlänger hier bleiben durften. Mit einem sachten Sprung war sie auf der anderen Seite, stand nu bei dem Rücken ihres Vater. Noch sanfter als vorher schob sie ihre Schnauze unter seinen Körper, versuchte ihn so zum Aufstehen zu bekommen. Ein leises Wimmern war von ihr zu vernehmen, die Zeit raste nur so an ihr vorbei, bald würden die Flammen bei ihnen sein, die Flammen, die ihr alles nehmen konnten, die, die sie liebte. Ihren Vater, ihren Gefährten. Danley… Es gab immer noch kein Lebenszeichen von dem Rüden, ob er es geschafft hatte? Fest biß sie die Fänge aufeinander, stubste erneut den Weißen an.

“Na los, wir müssen hier weg! Bitte, steh doch auf!“

Sie würde bei ihm bleiben, und wenn sie in den Flammen sterben sollten, dann sollte dies so sein. Noch ein Mal würde sie ihren Vater nicht sterben sehen, nicht noch ein Mal diesen Schmerz fühlen, der einen zerfrisst. Keuchend ging sie weiter vor, stand nun wieder bei der Schnauze ihres Vaters, schleckte leicht über seine Nase.

oOBitte… Steh doch auf… Oo


11.07.2007 14:09




Seal


Seal blickte hoch, sah tief in Jeannes kristallklare, meerblauen Augen. Sie war also hier, blieb bei ihm. Einerseits war der alte Rüde gerührt, er war kaum eine Stunde hier und doch kümmerte, sorgte sich seine Tochter um ihn, als wären sie nie getrennt gewesen. Es lag auf der Pfote, dass sie ihn nicht noch einmal verlieren wollte – und er sie natürlich auch nicht. Aber was konnte er tun? Was konnte er schon ausrichten? Er hustete; seine Lungen schienen förmlich zu brennen, die Flammen hatten wohl einen Weg von den Bäumen in seinen Körper gefunden. Ihm war schwindlig und speiübel, nicht so plötzlich, aber erst jetzt bemerkte er es. Der Weisse schloss wieder die Augen, Dunkelheit umhüllte ihn. Hier und da erhellte ein Flackern die Finsternis, das Feuer schien sich offenbar zu nähern... Jeannes Stimme – sie schien von weit her zu kommen – schlich in seine Ohren. Seal wollte sich bewegen, ihr Antwort geben, doch es klappte nicht, er verlangte doch nur, einen kleinen Satz durch seine Lefzen ziehen zu lassen. Sein Brustkorb hob und senkte sich nur noch langsam und flach, noch immer redete seine Tochter auf ihn ein, stupste ihn an, zwang ihn fast, wieder aufzustehen. Doch nicht einmal mehr den Schmerz in seinem Bein spürte er. Gefangen zwischen Leben und Bewusstlosigkeit, bis dann alles schwarz wurde.

Seal hatte immer gedacht, dass er sein Leben an sich vorbeiziehen sehen würde, stünde er dem Tod entgegen. Deshalb hatte er sich jedes einzelne Detail, jede schöne Erinnerung, eingeprägt, hatte in seinem Kopf quasi ein Tagebuch der Erinnerungen geführt. Denn falls es dann eines Tages so weit sein würde, hatte er einen schönen Rückblick, Seal konnte sagen, dass er ein schönes Leben hinter sich hatte. Er würde es nicht bereuen, zu sterben. Er wäre mit seiner Geliebten im Land der Unsterblichen für immer vereint. Früher oder später würde auch Jeanne zu ihnen stossen, und er hätte endlich seine perfekte kleine Familie, nach der er so strebte.
Dann war da aber die andere Seite. Er wäre weg. Weg von der Welt, die ihn faszinierte, weg von den Wölfen, die er liebte. Weg von Jeanne. Er konnte nicht sagen, er würde Jeanne mehr lieben als Shalina, erst recht nicht umgekehrt, aber Jeanne war real. Sie war hier, hatte ihr Leben noch vor sich, begleitete ihn durch den Rest seines Lebens. Und das war das Stichwort. Leben. Nur wer selbst auf der Welt verweilte, konnte auch bei denen bleiben, die ihm wichtig waren. Shalina lebte schliesslich auch noch; in seinen Gedanken, in seinem Herzen war sie immer noch da, sie verschwand nicht einfach so, nur weil ihre Seele an einem besseren Ort war! Früher oder später würde er sie wiedersehen. Aber früher oder später war nicht jetzt. Er hatte zu lange nach seiner Tochter gesucht, um jetzt einfach den Löffel abzugeben.
Sein Leben zog nicht an ihm vorbei. Es waren Bilder der Zukunft, die er an seinem inneren Auge vorbeiziehen sah. Er, Jeanne, ihr Gefährte Danley, alle vereint und glücklich. Seal war Grossvater.

.oO(Komm, alter Rüde, noch ein letzter Kampf gegen den Tod.)Oo

Er wusste nicht, wie lange er weg gewesen war, vielleicht fünf Minuten, aber das war ihm auch egal. Jeanne war da, er hatte die Augen noch geschlossen und wusste doch, dass sie da war. Es war nicht die Wärme des Feuers, die er spürte. Beinahe energisch schlug er die Augen auf, erblickte als Erstes tatsächlich seine Tochter, filterte den letzten Rest Sauerstoff aus der Luft, die er einsog, und erhob sich. Es fiel ihm vielleicht nicht allzu leicht, auf drei Beinen zu stehen war nicht sonderlich stabil und er kannte dieses Gefühl nicht, aber er stand schliesslich vor Jeanne, lächelte sie glücklich an. So war er, in jeder Situation das Gute sehend. Er liess nie den Kopf hängen, denn wer den Blick auf den Boden richtete, konnte nicht sehen, was auf ihn zukam.
Er tat, als sei nichts gewesen.

„Komm, mein Engel. Fertig pausiert“,

hauchte er ihr entgegen, es war kaum mehr ein Flüstern, aber sie hatte es gehört. Noch einmal stupste er sie an und schleckte ihr über den Kopf, vielleicht aus Dank, dass sie geblieben war. Dann hinkte er los, vielleicht etwas langsamer und schleppender als zuvor, aber doch in einem beachtlichen Tempo. Nächste Haltestelle: der See.


11.07.2007 19:43




Akarúi


Abwartend stand die große Weiße da, die hellbraunen Augen fragend auf den Grauen gerichtet, während sie auf eine Antwort der Frage hoffte, die zwischen ihnen stand. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte, was sie tun sollte. Es war soviel auf einmal, das Feuer, die Welpen, der fremde Rüde, sie mussten langsam los, sie mussten Kiba folgen. Akarúi schloss für einen Moment die Augen, atmete tief durch. Es brachte ihr nichts, sich dem Gefühl der Machtlosigkeit zu ergeben und sich fallen zu lassen, ohne irgendetwas zu tun. Sie hatte Verantwortung wie jede andere auch, für ihre Familie, für andere. Ein Seufzen entfuhr ihrer geschlossenen Schnauze, als sie eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm und ihr Blick wanderte zu den Grauweißen, begegnete seinem ernsten Blick ihrerseits prüfend aus hellbraunen Augen. Sie gab ihm eine Chance sich ihr zu beweisen, wenn er sich richtig verhielt, würde sie sich später, nachdem sie mit alldem durch waren, mit ihm beschäftigen. Wenn nicht, tja das würde sich noch zeigen …
Ihre Augen verengten sich für einen kurzen Moment, als der Grauweiße sich abwandte und seinen Blick über das restliche Rudel gleiten ließ. Sie war sich fast ziemlich sicher gewesen, dass Ténshi ihr noch was sagen wollte, vielleicht das er sich der ganzen Situation nur allzu bewusst war oder vielleicht wollte er gar Widerworte geben. Aber in diese Augenblick war für ihn schweigen sicher besser, sie war innerlich bis auf das äußerste angespannt und konnte so was nicht gebrauchen. Argwöhnisch folgte sie dem Grauweißen mit Blicken, als er sich endlich in Bewegung setzte und mit großen und weiten Sprüngen auf die graue Alpha zuhielt. Immerhin hatte er ein gutes Gespür. Akarúi wandte ihr Haupt, als sie ein leises Wimmern hörte, spürte wie sich ihre Kleine gegen ihre Läufe drückte. Liebevoll blickte sie Námida noch einmal in die sanften braunen Augen, bevor sie die Kleine vorsichtig zwischen ihre Fänge nahm und in die Luft hob. Wie klein und zierlich sie im Vergleich zu ihrem Bruder und den anderen Welpen ihres Alters war, es überraschte die Weiße immer wieder aufs Neue. Sie schien wie jeder andere Welpe und doch wieder nicht, kaum hatte Akarúi ihre Kleine allein gelassen und auch nur immer kurz, und trotzdem hatte ihre kleine Tochter solch eine Angst davor, von ihr allein gelassen zu werden. Unbewusst schüttelte Akarúi den Kopf, vielleicht hatte Námida nicht nur ihr weißes Fell von ihr, sondern auch etwas von ihrem Charakter mitbekommen, das sich aber erst später entwickeln würde. Sie hoffte es jedenfalls mit ganzem Herzen.
Ihr Haupt mit der Kleinen im Fang, die kaum Gewicht darstellte, wandte sich dem Grauen zu, immer noch wartete sie auf eine Antwort seinerseits. Hellbraune Augen trafen auf sandbraune Augen, die Augen, die die ganze Zeit in Anwesenheit des Fremden so leer gewesen, besaßen nun eine Art kaltes Lächeln. Die Art von kaltem Lächeln, die ihrem Gefährten so zu Eigen war und das sie irgendwie an ihm mochte. Die Worte des Grauen verklangen schnell, ihr blieb nicht einmal Zeit bestätigend zu nicken, als er auch schon mit ruhigen Schritten an ihr vorbei trat. Kurz verharrte Akarúi noch, sah Mitsah hinterher. Etwas an dem Klang seiner Worte ließen sie stutzen, als wenn noch etwas passieren würde. Sich beruhigend schüttelte sie den Kopf, sie konnte sich damit nun nicht befassen. Es war schon merkwürdig, die ganze Zeit über, während er an ihrer Seite war, hatte sie sich völlig geschützt gefühlt, doch nun war dieses Gefühl fast gänzlich verschwunden. Es wurde nun durch die Sorge ersetzt, was ihrem Sohn passieren könnte und ihrem Gefährten, auch wenn sie wusste, wie wenig klein zu bekommen dieser war. Akarúi biss sich fest auf die Leftzen, ließ aber fast im gleichen Augenblick wieder locker. Sie wollte ihrer Tochter keine Schmerzen bereiten, die in fast dem gleichen Moment anfing zu fiepen.

,,Ganz ruhig Süße, hab keine Angst. Ich bin doch bei dir.“

Die Stimme der Weißen war im Gegensatz zu ihrem innerlichen Gefühlszustand außerordentlich ruhig und sanft und ein wenig kratzig, da der Rauch des Feuer und das Feuer selbst immer näher kam, sie fast erreicht hatten. Die Luft erwärmte sich immer mehr, bald würde auch der Platz an dem sie sich sonst immer aufgehalten hatte, in den Flammen verschwinden. Akarúi kniff die Augen zusammen, sie hatte kaum bemerkt wie nahe das Feuer schon gekommen war. Sie wollte gerade ihr Haupt wenden, als sie eine Stimme aus dem Flammen hörte, die kurz panisch schrie, bevor sie völlig von dem Knistern der Flammen verschluckt wurde. Wer hielt sich denn noch außer Mitsah und ihrem Sohn dort auf? Angestrengt lauschend verharrte sie noch für einen kurzen Augenblick, bevor sie sich kopfschüttelnd abwandte. Einbildung, alles Einbildung. Mit einem weiten und großen Satz brachte sie ihre schlanke Gestalt in Bewegung, immer öfter hustete sie und schluckte in den Momenten in denen sie nicht hustete, alles um den Rauch aus ihrer Schnauze und der Kehle zu bekommen. Námida erging es hoffentlich besser als ihr, während sie mit weitläufigen Sprüngen auf Kiba zuhielt, bei der auch der schwarze Coniugo war und Ténshi. Ihre Lunge brannte und ihre Pfoten setzen in einem raschen monotonen Rhythmus auf, während sie langsam aufholte. Dabei versuchte sie soviel Rücksicht auf ihre kleine Tochter in ihrem Fang zu nehmen wie es ging, angenehm war es sicher nicht, da war sie sich sicher.


11.07.2007 20:55




Ténshi Kurái


Ténshi Kurái rannte nicht weiter, wie diese Feiglinge um ihn herum. Die anderen konnten ihn töricht nennen, aber der dunkle Engel hatte seinen Stolz, den er um nichts hergeben würde. So stand er also immer noch da, den Welpen der Alphafähe zwischen die Vorderpfoten geklemmt, und... ja, was tat er da eigentlich? Wartete er, bis der Sensemann ihn einholte und zu sich nahm? Man hätte es denken können, vor allem, wenn man erst mal hinter die Fassade des grauweissen Rüden geschaut hatte. Das einzige Problemchen war, dass alle, die das geschafft hatten, tot waren. Ténshi lächelte heimlich in sich hinein. Wie vielen hatte er denn eigentlich schon das Leben aus dem Leib gerissen? Schade, konnte er sich nicht daran erinnern. Der Rausch während dem Akt liess ihn vergessen, was er tat, die einzigen Erinnerungen, die er immer hatte, war das Blut, das er noch lange danach auf seiner Zunge schmeckte. Sogar eine Fähe war dabei gewesen, das wusste er noch. Sie hatte ihn geliebt, und er hatte sie getötet. Nicht im Affekt. Aus Freude. Er bereute nichts, keine seiner Taten. Was war Liebe? Man würde denken, er kannte dieses Gefühl nicht. Aber er wusste, was es war. Liebe. Er kannte die Liebe zum Mord, zum Spritzen des Blutes, zum Flennen seiner Opfer, bevor er sie entgültig zerfleischte. Die Liebe zum Tod. Jetzt noch würde er vor ihm davonrennen, es war ein Spiel, das er oft mit dem Tod spielte, er rannte davon, sein finsterer Begleiter folgte ihm. Nicht immer im selben Abstand, aber er, Ténshi, hatte das Spiel bisher immer gewonnen. Und er liebte es, zu gewinnen. Je knapper, desto besser, sonst würde es doch langweilig.
Aber er wartete nicht bis zum Ende, sondern auf seine Schwester. Sie hatte ihren abnormal zierlichen Welpen geschnappt und holte nun in einem ziemlichen Tempo auf. Ténshi Kurái sah ihren gequälten Gesichtsausdruck. Litt sie...? Ein schmerzhafter Stich durchfuhr sein kaltes Herz. Er liebte, neben Mord und Tod, auch das Leiden, aber doch nicht das seiner Schwester! Wenn er sich eins geschworen hatte, dann war es, Akarúi vor jeglichem Schmerz zu bewahren, sie zu beschützen, denn er wusste, wie furchtbar diese Welt für jemanden sein konnte. Für ihn zum Glück nicht, er schirmte immer gleich ab. Er war hart. Er war ein Rüde. Aber Akarúi... Es gab durchaus auch Fähen, in denen unheimliche Kräfte schlummerten, die in Situationen der Gefahr erweckt wurden. Natürlich hatte auch sie ihre Kraft, nämlich ihren Mutterinstinkt, wohl eine der stärksten Kräfte überhaupt, aber würde es reichen, um dem Feuer zu entkommen? Sollte er ihr helfen? Kurz wog der grauweisse Hüne die Lage ab. Nein, er durfte nicht zurück, man würde ihn ja für komplett verrückt halten. Vor allem SIE würde ihn für verrückt halten. Aber weiterrennen durfte er ebenso wenig, Beschützerinstinkt. So wartete er jetzt einfach auf seine Schwester, klemmte die Pfoten ein wenig enger zusammen, dass der Welpe auch bereit sein würde, wenn es weiterging. Er wollte an der Stelle seiner Schwester dem Tode entkommen. War das nicht romantisch? Wieder grinste er in sich hinein, ein Flackern blitzte in seinen Augen auf. Ach, jetzt wusste er, was er tun konnte.

„Beeil dich, Akarúi!“

Fein, fein, fein. Konnte das Leben nicht wunderschön sein?
Es wurde allmählich wärmer, um nicht zu sagen unerträglich heiss, der Rauch war dicker, die Luft dünner geworden. Der Welpe hatte es gut da unten, Rauch stieg schliesslich immer gen Himmel. Er würde also ohne Schaden davonkommen. Und Ténshi? Nun, das ging ihm so ziemlich am Allerwertesten vorbei. Wenn es nötig wäre, würde er sogar in Richtung Schwesterherz rennen, um ihr zu helfen. Vielleicht auch, um seinem schwarzen Begleiter doch noch eine Chance zu geben, aber davon liess er erst mal ab.
Ténshi Kurái blickte nervös hin und her, nach vorne, dann zu seiner Schwester, wieder nach vorne... Aufgeregt, aber keineswegs ängstlich liess er seine Rute hin- und herschwingen. Sein Gedankenverlauf wiederholte sich. Konnte das Leben nicht wunderschön sein?


11.07.2007 21:41




Kiba Telay


Noch einmal war die Silbergraue stehen geblieben, hatte sich wartend umgedreht, sie konnte einfach nicht anders. Kiba Telay musste einfach noch einmal gucken, ob ihr auch wirklich alle folgten. Sie sah Akarúi, die sich nun auch mit Námida vom Waldrand wegbewegte und herüber kam. Sie hörte auch die Worte ihres Sohnes und verzog die Lefzen zu einem matten Lächeln. Aber sie konnte nicht antworten, sie konnte ihm nicht zustimmen. Ein dicker Kloß machte sich in ihrem Hals breit. Die Flammen waren so zerstörerisch, schienen so verdammt entgültig und trotzdem hatte die Requistin auch im Hinterkopf, dass aus der Asche wieder neues Leben empor steigen würde. Wie ein Phönix. Passend zu diesem Gedanken konnte sie Adali auftauchen sehen, allerdings ohne ihre zweite Tochter. Ihr eisblauer Blick wurde ein wenig trauriger, die Ohren kippten leicht zur Seite. Es fehlten immer noch so Viele ... Seal und Jeanne waren nun wenigstens auf dem Weg hier her und sie war sich sicher, dass noch mehr folgen würden. Ihr Gamma ließ sich doch von so was sicher nicht klein kriegen? Allerdings fehlte der Sohn, sie konnte nur die kleine Weiße bei ihrer Mutter sehen. Wie konnte das Schicksal nur so grausam sein?
Stumm ließ Kiba den hellen Blick gleiten. Ihre kleine, ängstliche Shijarú war bei der neuen Fähe Liaryl untergebracht, Toboe hing in ihrem Maul ... Zwei von Acht munteren Welpen und der Vater fehlte. Aiyán, Saiyán, Takaru, Naíra, Araí, Talví ... Kiba musste die Augen zusammen kneifen, so schwindelig wurde ihr für den Augenblick, der Rauch des Feuers fraß sich langsam ätzend durch ihre Lunge. Sie durfte nicht mehr weiter stehen bleiben, sie musste gehen, gehen, gehen. Ein letztes Mal wanderten ihre Augen verzweifelt über den Platz, fanden aber keine Welpen mehr. Sie konnte auch nichts mehr wittern, der Rauch verschleierte die Sicht und das Gras war so hoch, dass es die kleinen Welpen ebenso verschluckte.
Verzeiht mir ... mit diesem Gedanken und nur Sechs Welpen von insgesamt Zwölf Welpen lief sie weiter. Aidan lief hinter Liaryl und damit auch Shijarú her, Sheyna war bei Yosó. Die Hälfte fehlte. Verdammt, sie war so eine schlechte Leitwölfin ...
Ihr inzwischen leer gewordener Blick wanderte zu ihrem Coniugo und Kiba nickte ihm zu. Er hatte die Nachhut übernehmen wollen und Adali war schließlich auch auf dem Weg. Sie selbst setzte sich nun rasch an die Spitze ohne noch ein weiteres Wort zu verschwinden. Es war klar, was getan werden musste. Das Rudel würde ihr schon folgen, obwohl sie dieses Vertrauen gar nicht verdient hatte. Sie ließ alle, die nicht bei ihr waren im Stich, ihren Gefährten dort in den Flammen, ihre eigenen Welpen, ihr Fleisch und Blut. Nun konnte die Silbergraue auch einfach nicht mehr verhindern, dass Tränen unaufhaltsam ihre Wangen hinunter glitten, doch sehen würde sie keiner. Sie war mit dem Rücken dem Rudel zugewandt, gab keinen Laut von sich. Wie sollte sie sich das jemals verzeihen können? Lag etwa ein Fluch auf ihr, der alle nahm, die mit ihr in engeren Kontakt getreten waren? Ihre Familie, ihr altes Rudel, eine uralte, damit verbundene Rasse, Shadow, Alice ... war das nicht langsam genug? Wollte man ihr jetzt auch noch fast alle Kinder und den Gefährten nehmen? Was hatte sie verbrochen, dass sie solche Opfer erbrachte?
Obwohl der Weg grade erst angefangen hatte, fühlte sich die Requistin jetzt schon schwach und müde, jedes Gefühl wich aus ihren Knochen und dem Körper, die Wärme des Feuers fühlte sie noch im Rücken, genau so wie der Qualm in der Nase. Sonst war alles kalt und nur ihre Tränen hinterließen brennende Spuren.
Verzeiht mir ...


12.07.2007 01:45


Rasch entfernte sich das Rudel von den tödlichen Flammen und ließen tatsächlich noch Vier Welpen zurück. Keiner hatte sie mehr gesehen, niemandem war es mehr möglich gewesen sie zu wittern. Auch drei erwachsene Wölfe fehlten noch, einer von ihnen war bereits unter gegangen, während die letzten Beiden sich noch mit einem fremden Welpen durch die Flammen kämpften.



Adali


Wie in Trance lief Adali über den Rudelplatz, weg vom Wald. Sie fühlte sich schrecklich, wenn sie denn noch fühlte. Die Schwarze fühlte sich müde, wie betäubt und leer. Sie hatte es nicht geschafft. Sie hatte nicht das schützen können, was ihr mit am liebsten war. Sie hatte versagt. Es war alles ihre Schuld. Alles ihre Schuld, denn das Feuer war ihr vertraut und sie... ach sie hätte einfach nicht versagen sollen. Aber es war zu spät. Zu spät für ihre kleine Träumerin. Der Verlust erstickte sie, der Schock steckte ihr in Mark und Bein und müsste sie sich nicht aufs Laufen konzentrieren war sie sich sicher, das ihre Läufe ihr nicht gehorchen und einfach einknicken würden. Sie hatte ihre Tochter umgebracht! Sie ganz alleine war dafür verantwortlich. Es war wohl einfach zu früh für sie gewesen, Mutter zu werden und doch war sie glücklich gewesen. Sie war glücklich, das ihr Geliebter ihr eine Familie schenkte. Schwer schluckte das Flammenkind, schloss die bernsteinbraunen Augen. Ihre Flamme war verloschen und der Ausdruck nun leer, gebrochen, ihr Blick von Tränen verschleiert. Mühsam unterdrückte sie ein Schluchzen, während sie immer näher an das Rudel heran kam. Sie wollte eigentlich nicht dort hin. Sie wollte nicht in die klaren, weißen Augen sehen und sagen, das sie versagt hatte. Sie hatte Angst, das sie die reinen Augen mit Abscheu und Hass füllten. Das könnte sie nicht ertragen. Wenn er sie abstoßen würde, wenn er sie hassen würde, verurteilen würde, für das was geschehen war... Sie würde lieber sterben. Die Phönixwölfin machte sich genug vorwürfe. Wie hatte sie dies nur zulassen können? Es war ihre Pflicht gewesen, es war selbstverständlich gewesen. Trotzdem wollte man sie leiden sehen. Die Ohren hingen schlaff zur Seite, während sich im gleichen Takt die Schultern vor und zurück bewegten und ihre Läufe mit den verbrannten Ballen sie weg vom schicksalhaftem Ort weg führten. Den Gamma hatte sie zurück gelassen. Er würde schon wissen, was er tat und war nicht so leicht klein zu kriegen. Sie konnte und wollte nichts mehr tun, als ihn zu warnen. Immerhin war sie dazu noch fähig. Die Strecke zum Rudel kam ihr vor, als zöge sie sich endlos lange hin und ging ihr dennoch zu schnell. Schon bald hatte sie es erreicht und schrumpfte sogleich noch ein ganzes Stück mehr zusammen. So wirkte Adali noch müder und gebrochener. Ihr Fell roch verkohlt und ein Geruch von verbranntem Fleisch haftete ihr an. Vorsichtig hielt die Fähe noch immer den Rest Welpenpelz zwischen ihren Zähnen, als würde ihre kleine Tochter noch daran hängen und sie würde sie fürsorglich wegtragen und auf sie aufpassen. Aber dem war nicht so. Dem war nicht so und würde nie wieder so sein! Yumé war tot und es war ganz allein ihre Schuld. Geknickt starrte sie leeren Blickes auf den Boden. Sie konnte dem Diamanten nicht in die Augen sehen, es ging einfach nicht. Dabei hätte sie gerade jetzt ein paar tröstende, liebe und warme Worte gebraucht. Aber auch so etwas wollte sie nicht hören. Sie wollte kein Mitleid, das brachte ihr auch nichts und am wenigsten ihre Tochter zurück. Also schloss sie sich stumm dem Rudel an, bildete die Nachhut, damit keiner auf die Idee kam, zurück in die Flammen zu stürzen, aus welchem banalen Grund auch immer.

12.07.2007 19:18




Yosó


Yosó war bei Kiba stehen geblieben. Sie warteten lange bis sich tatsächlich nach und nach erst wenige, aber zuletzt alle dazu bewegten sich von Wald und Feuer, von der Gefahr wegzubewegen. Yosó spürte die Angst seiner Tochter, die er immernoch sicher im Maul trug, er spürte wie sein Herzschlag sich dem ihres schnell pochenden Herzens angleichen wollte, sich aber - im Gegenteil - verlangsamte. Kiba lief nun, es war das richtige und nach ihrem Zunicken blieb der Coniugo stehen. Er wartete immernoch. Der Blick seiner silbrigweißen Augen hing auf dem Waldrand, am Himmel sammelte sich immer mehr Rauch, das Feuer knisterte laut in seinen Ohren. Die stickige Luft füllte seine Lungen, doch er hustete nicht. Alles in seinem Körper blieb ruhig. Er hatte verloren - sie alle hatten schon wieder verloren. Und was er verloren hatte wurde ihm bewiesen, als Adali aus dem Wald brach, sich dem Rudel näherte - alleine. Sheyna sollte dies nicht sehen, er wandte den markanten Kopf nach vorne. Immernoch bewegte er sich nicht von der Stelle. Schließlich war sogar die Nachtflamme vor ihm, schloss sich dem Rudel an, bildete die Nachhut, die er übernehmen wollte. Ein Zittern ging durch seine Seele, sein Körper versteinerte sich eher. Als das Rudel sich immer weiter entfernte zwang er sich dazu ihm zu folgen, seine Pflicht zu erfüllen. Doch das Gefühl der Verantwortung für die anderen kam nicht in ihm auf. Es war ihm wichtig, dass die Welpin, seine nun einzige Tochter, in Sicherhheit war, es war ihm natürlich wichtig, dass ihre Brüder in Sicherheit waren aber es war ihm vielleicht noch wichtiger, dass seine Gefährtin jetzt sicher war. Aidan und Teyrm waren beim Rudel gut aufgehoben, Sheyna bei ihm auch, aber wo war Adali jetzt sicher? Wer gab ihr nun das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit? Sie hatten es verloren. Schonwieder, nach nur kurzer Zeit hatten sie die Sicherheit in ihrer Familie, ihrem Rudel verloren. Wieso passierte das immer wieder? Außer Adali hatten dem Nachtwolf noch andere vertraute Gesichter gefehlt, Silence und Mitsah waren nicht in der Menge der Wölfe, dass wusste er. Sie waren nicht in Sicherheit, sie würden sich in Sicherheit bringen, wenn es ihnen möglich war. Während in seinem Kopf leere Gedanken spukten hatte er das Rudel wieder erreicht. Er wusste, was nun in seinen Adern, in seiner Seele pulsierte. Es war das, was jeder in seinen Augen sah, das, was die Kaén Shoni vertrieben, weggesperrt hatte, etwas, das er hatte nie wieder spüren wollen. Diese Ruhe in ihm war nicht da, weil er gefasst wäre - wie hätte er das in einer solchen Situation sein können, sie war da, weil das Nichts in seiner Seele wieder angefangen hatte zu atmen. In sekundenschnelle hatte es alles, was durch das Feuer in der Seele seiner Gefährtin aufgedeckt worden war, wieder in einen Winterschlaf unter einer - noch dünnen - Schneedecke versetzt. Die Leere kehrte in seine Augen zurück, etwas, das seit seiner Liebe zu der schwarzen Fähe verschwunden war. Das silbrige Weiß wurde matt. So hatte ihn bisher nur ein Wolf gesehen, für die meisten im Rudel, für seine Nachkommen war das etwas neues. Der Sohn des Nichts wusste zumindest, dass er dieses Erbe nicht weitergegeben hatte - weder an Aidan, Teyrm oder Sheyna, noch an Yumé, die ihn nun nie so sehen konnte. Sein Blick wandte sich zum dunklen Himmel. Zwischen all dem tiefen Schwarz seines dichten Fells glitzerte ein einziger Tropfen, eine einzelne Träne stand auf seiner Schnauze, er wünschte, er würde nun das Verlangen nach einem schmerzvollen, traurigen Ruf verspüren, doch da war nichts. Es gab nichts, das es wieder gut machen konnte. Die Wunden, die nie verheilt waren hatten nun eine Neue in ihren Reihen. An diesem Tag wusste der letzte Nachtwolf, dass er nicht für das Glück geschaffen war, aber er wusste, dass er es weiter versuchen würde, er würde zumindest versuchen diejenigen, die er liebte von Schmerz und Unglück zu erlösen. Sein Blick hing an Adali. Sie hatte etwas besseres verdient. Etwas besseres als dieses Schicksal, das Schicksal, das Leben hatte kein Recht ihr Feuer einfach so zu ersticken.

13.07.2007 19:15




Sheyna Ayáru


Das Herz der kleinen braunen Fähe pochte in einem ungleichen, hektischem Rhythmus gegen ihre schmale Brust. Sie hatte Angst, so furchtbare Angst und wusste doch, das sie bei ihren Vater in Sicherheit war. Er würde nicht zu lassen, das ihr etwas passierte, auch wenn sie ein Monster war. Aber er hatte es ihr gesagt. Er hatte sie lieb und das war alles, was für sie zählte. Sie schloss für einen Augenblick ihre sturmgrauen Augen. Sie war so anders, als ihre Geschwister und doch hatte man sie lieb. Seltsam. Leicht hatten sich die Ohren Sheyna’s unsicher zurück gedreht. Wie ihre Mutter in den Flammen verschwand, bekam sie nicht mit und auch von dem schrecklichen Unglück bekam sie nichts mit, wohl zu ihrem Glück. Sie versuchte ihre Gedanken leer zu machen, sich gänzlich auf die gleichmäßigen Bewegungen Yosós zu konzentrieren und seine Ruhe, die er ausstrahlte, an zu nehmen. Es war alles nur halb so schlimm. Das Rudel würde halt den Platz verlassen und Schutz an einem See suchen. Es war alles in Ordnung. Ihr starker Papa war bei ihr. Plötzlich stieg ihr ein fremdartiger Geruch in die Nase, der von einem Windhauch angeweht wurde. Es stank widerlich und der dunkelbraunen drehte es der Magen um. Was war das? Verwirrt drehte sie den Kopf, konnte gegen die Flammen eine bekannte Gestalt aus machen, doch ehe sie näher hin sehen konnte, hatte Yosó den Kopf gedreht, so das sie nicht mehr hin sehen konnte. War das ihre Mama gewesen? Kam Adali nun auch?

"Papa, ist Mama wieder da? Ist Mama zurück und hat sie Yumé mit gebracht? Papa? Was ist los Papa? Papa, warum geht Mama an uns vorbei, hat sie uns nicht gesehen? Bist du böse auf Mama? Papa, sag doch... was ist mit Mama? Hat sie schmerzen?"

Unwissend, mit einem fragenden und zugleich unwissenden Ausdruck versuchte Sheyna in die weißen Augen zu sehen, konnte ihren kleinen Kopf aber nicht so sehr wenden, wie sie es wollte. Sie hatte ja keine Ahnung, das ihre Schwester nicht mehr zurück kommen würde, das sie nun für immer fort war. Sie wusste einfach nicht, das der Geruch, der ihr den Magen umdrehte, der Geruch von verbranntem Fleisch, der Geruch des Todes war.


14.07.2007 17:15




Shaiya


Shaiya machte die Ruhe und Gelassenheit von Yago Angst. Sie hatte so viel aus freiem Herzen gesprochen, und er sagte nichts. Zumindest bis jetzt noch nicht. Das Wetter verschlechterte sich immer mehr. Das tiefe Grollen am Himmel drang immer weiter an ihre Ohren. Im Moment wusste sie nicht was ihr mehr Angst machte, das Gewitter oder Stille, die von Yago ausging. Als Yagos Ohren zur Seite zuckten – sie sah es zwar nur aus den Augenwinkeln, doch es weckte wieder ihre volle Aufmerksamkeit – schaute sie zu ihm und folgte dann seinem Blick gen Himmel. Die schwarzen Wolken fraßen sich durch das typische Blau des Himmels. Unweigerlich musste Shaiya schlucken. Gewitter war nicht neu für sie, doch sie mochte es dennoch nicht. Das unregelmäßig erklingende Grollen des Donners veranlasste ihr Herz immer schneller und lauter zu klopfen. Die weiße Fähe hatte Angst, der schwarze Wolf neben ihr könnte es hören, wie es pochte in ihrer Brust. Wieder glitt ihr Blick zu dem Wolf, der sich Yago nannte und ihr immer noch nicht geantwortet hatte. Seine Augen schienen etwas zu erforschen, ob die Mauer in seinem Bewusstsein noch stand oder längst gefallen war, vermochte sie nicht zu sagen. Sie konnte es nicht erkennen. Das einzige, dass sie deutlich erkannte war, dass Yago etwas hörte. Denn sie hörte es auch. Das dumpfe Geräusch vieler Hufe, das Knacken von vielen Ästen auf dem Boden oder von Ästen von Gestrüpp und kleinen Bäumen die im Weg von den hinunter rennenden Hirschkühen. Erneut musste Shaiya schlucken. Unsicher blickte sie von Yago zu den Hirschen. Etwas schien sie zu hetzten, aber nicht irgendwelche Wölfe oder sonstige Tiere, nein. Es lag in der Luft was es war. Irgendwo im Gebiet des Rudels brannte es. Nicht bei ihnen, aber es brannte. Wie es den anderen Wölfen erging? Hatten es alle bemerkt? Die Alphawölfin Kiba Telay? Ihr Gefährte? Shaiyas Ziehmutter Jeanne, den Welpen, oder gar der weißen Fähe, die so traurig gewesen war? War schon alles vorbei? Hitzige Furcht stieg Shaiyas ihrem Herzen auf. Sie hatte noch nie einen Brand miterlebt. Zumindest keinen solchen Ausmaßes, denn sie spürte, und es lag auch in der Luft, dass es ein großes Feuer war. Oder täuschte sich die weiße Wölfin? Tief ausatmend versuchte sie in ihrem Kopf ihre Gedanken zu sammeln und sich selbst zu beruhigen. Kurz darauf durchbrach Yago ihre Unruhe, seine Worte hallten in ihr wider. Zum Gebirgsbach? Ohne Nachzudenken rannte sie dem schwarzen Wolf hinterher, achtete darauf immer wieder bei ihm anzuschließen, so dass sie nicht verloren ginge. Erst als sie das Wasser erreichten und es sich sofort in das weiße Fell Shaiyas saugte, kam sie wieder zu Sinnen. Die letzten Sekunden waren an ihr vorbeigezogen, wie das Leben wenn man stirbt. Zur Beruhigung ihres schnell schlagenden Herzens stieß sie all die Luft in ihren Lungen aus, und sog wieder so viel wie möglich ein. Mit den Augen suchte sie nach Yago, sie musste nicht lange suchen, hatte ihn sofort gefunden. Er saß direkt vor ihr im Wasser. Ihre Augen hüllten ihn mit einem besorgten Blick ein. Sie war ihm innerlich dankbar, dass er so schnell gehandelt hatte, wer weis ob Shaiya so schnell begriffen hätte, wie er es getan hatte. Sie bemerkte seine Blicke und senkte den Blick.
Erst als er begann zu reden, traute sie sich wieder in seine Augen zu schauen. Ihrer Stimme lauschen? Automatisch tappte sie mit der linken Vorderpfote auf die Rechte.

„Nun gut. Wenn dir meine Stimme angenehm ist, so werde ich dir von mir erzählen.“ , sie setzte sich ebenfalls auf den Grund des Gebirgsbaches, „Ich kenne meine leibliche Familie nicht. Sicherlich hätte ich das, wäre ich nicht die, die ich bin. Denn das, was an mir anders als bei ihnen war, hat sie dazu veranlasst mich auszustoßen. Aus dem gesamten Rudel. Ich schätze, die einen waren voller Furcht, die anderen wussten einfach nicht, wieso ich diese schwarze Kralle hatten, vielleicht waren einige auch neidisch darauf. Liebend gern hätte ich mit ihnen getauscht, nur um diese schwarze Kralle an meiner rechten Vorderpfote loszuwerden, damit ich geliebt werde von meinen Eltern. Doch dieser Wunsch blieb mir wohl verwehrt. Als ich dann von meinen Eltern ausgesetzt worden war, ich kann mich nur noch schemenhaft erinnern, und das meiste was ich auch nur, weil mich kurz darauf ein Wanderpärchen gefunden und einige Monate aufgezogen hatte. Doch auch sie verließen mich und ließen mich allein. Von ihnen habe ich meinen Namen. Shaiya.“ , sie seufzte, „Als abgemagerter und verängstigter Welpe kam ich hier her. Heute bin ich nicht anders. Nur ein Stück erwachsener, auch wenn ich innerlich genauso viel Angst vor Verbannung oder dem Tod habe, wie damals. Und weist du, wieso ich als harmonisch gelte? Weil ich niemandem ein Leid zufügen will, weil ich weis, wie es ist, verachtet zu werden.“

Ein bitteres Lächeln stahl sich auf die schwarzen Lefzen der weißen Jungwölfin. Sie hatte keine Probleme damit davon zu erzählen, nur Probleme, ihre Kralle zu zeigen. Oft stand sie da, hatte die linke Pfote auf ihre Rechte gelegt. Wohl wahr, die meisten hatten sie schon längst zu Gesicht bekommen, niemand hatte sie darauf angesprochen, sie danach wirklich gefragt, aber das war es ja, das Shaiya wollte. Unbeachtet, aber gemocht zu sein.


14.07.2007 17:28




Shaiya


Locker stützte die Weiße ihren Vater, passte auf, das er nicht wieder stolperte und womöglich ganz liegen blieb. Der Drang nach dem kühlen Nass war stärker den je, noch immer machte sich die Trockenheit ihrer Kehle bemerkbar. Immer wieder hustete sie, musste die Fänge dann kräftig aufeinander drücken, um das Kratzen im Rachen aus zu halten. Sie waren nun schon etwas weiter vom Wald weg, jedoch schien der Rauch im Pelz eines jeden hier anwesenden Wolfes zu hängen. Die lodernden Flammen wirkten noch immer bedrohlich, selbst das sich das Rudel immer weiter vom Platz entfernte, schien nichts daran ändern zu können, und vor allem vermochten die Schritte der Tiere nicht, die Sorge aus dem Blick der Ozean blauen Aufgen Jeanne’s zu bekommen. Sorge um so viele... Zum einen Danley, der wahrscheinlich noch immer in den Flammen war, der Rüde, der nun seit kurzer Zeit an ihrer Seite war. Sollte er ihr wirklich so genommen werden? Dann war da ihr Vater, der geschwächte Rüde, der neben ihr herging, sichtlich geschwächt durch den Qualm, der sich in seinen Lungen befand. Auch ihn hatte sie nun so eine kurze Zeit hier, es waren vielleicht wenige Stunden, oder sogar nur Minuten. Und zu guter Letz war da noch ihre Ziehtochter, die Weiße, von der sie ebenso wenig wußte, wie von ihrem Gefährten. Ein leichtes Stechen machte sich im Herzen Jeanne’s breit. Wie konnte sie so dumm gewesen sein?! Auch Shaiya war noch nicht wieder da, warum hatte sie nicht auf sie aufgepasst? Locker zog sie die Lefzen hoch, schien sich innerlich selbst an zu knurren. Mit einem leisen Seufzen entspannte sie die Muskeln wieder, die Lefzen bedeckten wieder die weißen Fänge der zierlichen Fähe. Es half nicht, sich jetzt auch noch Vorwürfe zu machen, es würde ihrer kleinen Ziehtochter schon gut gehen, wahrscheinlich wartete sie schon am See... Leicht neigte sie den Kopf zur Seite, stubste den Weißen neben sich mit einem zarten Lächeln auf den Lefzen an, ehe sie den Kopf in Richtung der grauen Alpha wandte, die ein wenig vor ihr war. Sie trug ihren grauen Sohn im Maul, auch sie vermisste ihren Gefährten, Silence Tear war ebenso im Wals wie Danley, dazu trug sie die Last, die sich Verantwortung nannte. Sie war eine gute Alpha, Schwächen merkte man ihr nicht an, oder Jeanne war einfach nur zu blind um diese zu sehen. Leicht legte die Schneeweiße die Ohren an, senkte leicht den Kopf. Sie hatte nichts für das Rudel getan, sie hatte nicht mal einen Welpen bei sich, das einzige, was sie „gerettet“ hatte, war ihr Vater. Für den Bruchteil einer Sekunde schloß sie die blauen Augen, öffnete diese jedoch wieder, als wäre nichts gewesen und hob den Blick in die Augen, die sie schon als kleine Welpin fasziniert hatten. Ein sanftes Lächeln lag auf den dunkel umrandeten Lefzen Jeanne’s, als sie kurz ihren Kopf gegen die Schulter ihres Vaters lehnte, ehe sie leicht den Fang öffnete.

“Geht es dir wieder besser, Papa?“


17.07.2007 21:54




Narec Tensáy


Die Abneigung deutlich spürend hob der Braune alarmierend seinen Kopf etwas weiter in die Höhe. Das aufgeregte Ohrenspiel und die gesamte Haltung der Weißen verrieten ihm mehr als genug, Worte waren gar nicht mehr nötig. Ihm selbst war es gleichgültig, denn er kam sowohl mit dem Einzelgänger Dasein als auch mit einem Leben im Rudel vollkommen zurecht. Obwohl Narec nicht abstreiten konnte, dass das Leben in Gesellschaft eindeutig angenehmer war.

„Angel, also ... Mein Name lautet Narec Tensáy und ich muss euch leider mitteilen, dass ich in diesem Gebiet genauso fremd bin wie ihr auch. Auch ich bin erst vor wenigen Momenten angekommen und weiß deshalb nicht unbedingt mehr als ihr. Gewiss lebt hier wohl ein Rudel, doch durch dieses Feuer kann wohl keiner genau bestimmen wo sich dieses in diesem Augenblick aufhält. Aber es wäre wohl ratsam, dass wir beide einen See oder so aufsuchen, denn es ist nur zu erwarten, dass diese Wölfe schon allein aus Intelligenz dorthin fliehen werden.“

Als seine dunkle, ein wenig raue Stimme wieder verstummte, hielten auch die Bewegungen des Braunen inne, wie einer Statur gleich saß er nun da, auf die Antwort der Fähe wartend. Selbst wenn diese so töricht sein würde und nicht mit ihm mitkommen würde, würde der Rüde seine Reise ins Ungewisse fortsetzen, weg von den Flammen, welche sich mit der Sekunde verbreiteten.


17.07.2007 23:25




Angel


Die Fähe schaute auf, ihre Ohren steil nach vorne gerichtet. Angel lauschte den Worten des Rüden. Mit skeptik, schritt sie zurück. Solle sie ihm folge tun? Was ist wenn er einfach nur sie loswerden wolle und sie in dem großem Gebiet alleine lassen würde..
Lange Zeit verharte der Blick der Fähe in dem Blick von dem Braunen. Man hörte schon fast das lodern der Flammen, die jede Sekunde ein weiters Leben vernichteten, das auf dem Boden war. Fast schon spürte sie die Wärme, obwohl das Feuer doch noch so weit entfernt war.
Wie ein Spiegelbild, das sich auch keinesweges bewegen wolle stand sie da, beeindruckt, von der gleichgütligkeit und der Willenskraft des Braunen.
Hatte sie vielleicht etwas an sich, was den Anschein machte unantasbar zu sein, oder war es einfach eine Haluzination das das Feuer hervorrufte. Endlich ließ sie ihre Augen wieder auf einen Punkt im Wald schweifen, sie sah wie sich das Feuer ausbreitete, es warne nur Sekunden, wie sie in die Hitze der loderneden Flammen schaute, doch im inneren dacht sie es seien unendliche Stunden der Quall...
Ihre Ohren schellten nach hinten, hatte der Braune was gesagt? Ja ganz deutlich hörte man es nun, sie drehte ihren Kopf in des Braunens Richtung und schaute ihn wieder an. Seine Pfoten waren kaputt gelaufen, das führte auch auf die kleine Erinnereung zurück, wie ihre eigenen Pfoten doch verschunden waren.
Zuerst war sie ein bisschen entäuscht als sie hörte, das dieser sich selbst noch nicht gut hier auskannte. Wen solle sie fragen? Sein Rat war es mit zum Waldsee zu kommen, da es dort am sichersten sei und dort bestimmt auch andere Wölfe sein würden.
Solle sie mit ihm? Oder solle sie doch warten...nein, was könne sie hier tun? Auf ein Wunder warten, das ein Rudel vorbeikommt und sie aufnimmt? Oder doch so lange warten bis sie selbst von dem Feuer eingekreit sein würde. Nein sie musste einfach mit ihm, also vertraute sie ihm.
Langsam wie in Trance schritt Angel über den steinigen Boden zu Narec...bisher hatte sie noch nichts über ihre Lippen gebracht, doch vielleicht würde es ja noch so weit kommen.

" Ja ich komme mit dir, was solle ich hier tun? Warten bis das Feuer kommt? Ich war lange Zeit unterwegs, suche nun ein Rudel, doch langsam habe ich zweifel, das das Rudel das hier lebt nochmals wirklich auferblühen wird"

ihr blick fging wieder auf die Flammen. Wieder verharrten ihre Augen für einen kurzen Augenblick dort...
Kurz schloss sie ihre Augen, sah Wölfe die gegen die Flammen kämpften, der Boden verschmutzt und aufgewühlt, Pfoten zerschorren und Wölfe die längst nicht mehr am leben waren...
Die Weiße, öffnete sie langsam wieder, ihr Blick ging über den Boden wieder, hier war alles so still, man könne denken das der Rüde vor ihr gar nicht wirklich existieren würde und nur ein Streich ihrer Gedanken war...
Sie schüttelze sich ihren Kopf und tart neben Narec...ihr Blick war nach vorne gerichtet, kein Blick auf Narec...

Ein Wind ließ ihr Fell wieder weiß leuchten, denn der Wind brachte die Sonnenstraheln mit sich über das Tal...


18.07.2007 11:20




Yari


Darüber, was in den letzten Augenblicken geschehen war, war sich Yari nicht bewusst und er würde sich auch in Zukunft nicht daran erinnern können. Ein nur vom Instinkt geleitetes Spiel von Muskeln und Kraft, von Atem und einem letzten Funken Lebenswillen hatte ihn gerettet. Ein Spiel, welches er zu wagen nicht bereit gewesen wäre, hätte ihn nicht eine schützende, leitende Macht begleitet. Etwas, das ihm Stärke gegeben hatte. Yari hatte nie an etwas Göttliches geglaubt, vielleicht als kleiner Welpe, als er noch den Einfluss seiner Artgenossen genossen hatte, als er noch „normal“ und liebenswert gewesen war. Seit er jedoch die Einsamkeit zu hassen und schätzen zugleich gelernt hatte, war er sich sicher, dass es keinen Gott und auch kein gottähnliches Wesen geben konnte. Keinen Boten und keine symbolischen Ereignisse. Nicht einmal die gewisse Reinheit, die angeblich manchen Lebewesen zugesprochen wurde. Jeder trug etwas Schlechtes in sich, dessen war sich Yari sicher. Weshalb ausgerechnet er die Aufgabe hatte, das Schlechte offen zu zeigen und seine Umwelt damit zu konfrontieren, ging über seinen Verstand hinaus. Aber dass er anders war, dessen bedurfte es keiner besonderen Kenntnis – das konnte bereits ein Welpe einschätzen. Wie er so in dem Paradies aus Grün und angenehmer Kühle lag, sann Yari genau diesen Dingen nach. Zum ersten Mal seit langer Zeit fiel ihm sogar auf, dass er nicht die Schlechtigkeit an sich war, nein, das Böse war steigerungsfähig. Dadurch, dass er seine Gesinnung offen zur Schau trug, verlor er an dieser verhassten Listigkeit, welche schlimmer und verletzender war, als alles andere. Es stimmte ihn zufrieden. Er hatte viel durchmachen müssen, er konnte nichts dafür, wie er war. Wohl aber war er verantwortlich für das, was er tat … Yari setzte sich ruckartig auf – oder besser: er versuchte es. Er schaffte es nicht annähernd. Sofort brach er wieder in sich zusammen und erst jetzt begannen seine Lungen ein ungesundes Schwarz auszustoßen – etwas, das in ihm war und nun zum Vorschein gebracht werden sollte. Wie herrlich ironisch … Yari hätte über sich selbst gelacht, stünde er nicht an der Schlucht hinab zum Tal des Todes. Es wäre ein schmerzvolles, gekrächztes Lachen gewesen – ein Lachen, das von Einsamkeit und Selbsthass zeugte. Er beließ es dabei, dies zu denken. Zu etwas Anstrengenderem als dem Denken war er sowieso nicht in der Lage.
Doch wichtig war, dass langsam ein Funken an Erinnerung zurückkehrte. Er war nicht nur für seine Taten verantwortlich, nein, schlimmer noch, er hatte Neue zum Rudel bringen wollen … er hatte sie stehen lassen, nachdem ein Brand ausgebrochen war … und zu spät zurück gekehrt … wenn ihnen etwas passiert war …
Yari versuchte erneut, sich zu regen. Diesmal gelang es ihm immerhin, einige Gliedmaßen zu spüren, deren Existenz er zuvor noch bezweifelt hatte. Seine linke Vorderpfote schmerzte höllisch, das Gelenk konnte er kaum bewegen. Es war angeschwollen und fühlte sich an, als würde es bald platzen. Ansehen konnte er es allerdings nicht, Yaris Augen waren noch immer verschlossen, verklebt von einer krustenähnlichen Substanz. Erst jetzt nahm er wahr, dass eines der abgestorbensten Teile seine Kehle sein musste, die wohl einige Monde lang keinen Tropfen Wasser mehr bekommen hatte. Sogar ein leises Krächzen bereitete ihm die größten schmerzen.
Lange Zeit verging, in der Yari sich erst wieder sich und seiner Körperteile bewusst wurde und sie schließlich nacheinander bewegte. Es dauerte schier eine Ewigkeit, bis er endlich bereit war, seine Augen zu öffnen. Der große Moment war allerdings eher unspektakulär: außer grünen Grashalmen und einem bedrohlich grauen Himmel konnte er nichts erkennen. Das zuerst noch verschwommene Bild gewann nach und nach an Konturen und die Farben wurden intensiver. Dennoch würde Yari sich aufsetzen müssen, wenn er seine Umgebung richtig betrachten wollte. Mit fest aufeinander Kiefern und gepeinigten Seufzern gelang es ihm nach und nach, seine Vorderbeine nach und nach aufzurichten. Die linke Pfote fühlte sich noch immer an, als hätte er Bisswunden eines Kampfes davon getragen. Ihm schwindelte, als sein Kopf hoch genug war, um etwas zu sehen. Mit blinzelnden, klein geschwollenen Augen sah er auf das saftige Grün – er suchte mit seinem Blick die ganze Wiese ab. Nichts. Nur die Farbe der Hoffnung, die wohl genauso über ihn spottete wie er selbst. Vor Enttäuschung hätte er sich am liebsten wieder auf die Erde geworfen, doch einerseits hätte er wissen müssen, dass ihm kein Glück gegönnt war – andererseits würde er nie wieder aufstehen, wenn er sich jetzt niederließ. Auch nicht das Schlechteste. Doch für einen Sekundenbruchteil dachte er wieder an Yago, seinen einzigen Freund und Vertrauten. Was, wenn ihm etwas passiert war? Was, wenn das Feuer auch ihn …? Yari dachte nicht mehr ans Sterben, er sammelte seine allerletzten Kräfte, um seine Hinterläufe auszustrecken. Das rechte schien taub und hing schlaff herunter. Yari wurde wütend. Warum sollte er jetzt nicht einmal mehr seine letzten Stunden für eine gute Tat nutzen können? Warum sich nicht wenigstens für seinen Freund opfern, wenn schon alles andere nichts nützte? Jetzt stand er sich mal wieder absolut selbst im Weg. Einen hasserfüllten Blick sandte er an seinen Hinterlauf und in dem Moment, als er den Kopf umwandte, nahm er im Augenwinkel eine klitzekleine Bewegung war. Sein Herz ging sofort schneller. Was immer es gewesen war, es lebte! Er fuhr herum, sofern ihm dies möglich war und erblickte plötzlich direkt neben sich etwas Schwarzes. Er blinzelte und stolperte auf den Körper zu. Etwas, das er nicht fähig war auszusprechen, las ihm auf der Zunge. Etwas, das in seinem Gedächtnis einen Platz hatte, wollte ihm nicht einfallen. Wie gebannt schleppte er sich über die wenigen Pfotenlängen hin zu dem schwarzen Rüden und stupste diesen leicht an. Er war nicht tot, er hatte sich ja bewegt! Doch offensichtlich konnte er sich kaum regen, er lag seltsam verdreht da. Yari musste unwillkürlich an die zusätzliche Kraft denken, die ihm geholfen hatte, sich hierher zu schleppen. Seine Gedanken überschlugen sich.


20.07.2007 18:51




Ares


Ares bemerkte, wie sich etwas hinter ihm regte. Genau konnte er es nicht sagen, denn seine Sinne waren wie betäubt. In einem dämmerartigen zustand lag er da, hin und wieder den Ruß aus der Schnauze blasend und war damit beschäftigt, zu atmen. Sein Zustand hatte sich inzwischen nicht verbessert, er hatte eher das Gefühl, er hätte stehen bleiben sollen.
Die Flammen konnte er nur noch von weitem sehen und wittern. Sie erschienen ihm wie ein ferner Traum, eine boshafte Erinnerung. Er hatte die Augen halb geschlossen, mit einem glasigen Blick starrte er über die Wiese. Sein Maul war trocken und er glaubte, niemals den Geschmack von Wasser gehabt zu haben. Selbst die Melodie des Waldes, mortino –sterbend- klang nur schwach in seinen Ohren und er glaubte allmählich, ein Geist zu sein.
Ein Schatten, kein Geist. Er war nicht weiß. Aber die Geisterfähe war es…
Die Geisterfähe. Der weiße Wolf. Der Wald. Fremd. Wo war er? Woher kannte er die Geisterfähe? Sie kam ihm zu real für einen Traum vor. Und trotzdem irgendwie unwirklich…
Und dann war da noch etwas. Ein anderer Wolf. Schwarz, wie er. Aber anders. Und das Feuer. Es war ebenfalls kein Traum gewesen. Er war dort drinnen gewesen. Vor langer Zeit. Eben erst. Wann?
Warum war er nicht geflohen, ehe es da war? Feuer war gefährlich, doch langsam. Da war etwas. So dämmerte Ares vor sich hin. Immer wieder öffnete er die Augen einen Spalt.

Plötzlich fühlte er eine Berührung. Er wusste nicht, welcher Art sie war. Doch reaktionsgemäß fuhr er hoch, drehte sich um und zeigte die Zähne. Ein Wolf sah ihn an. Schwarz, wie er. Nachdem sein Instinkt Ratlosigkeit wich, kamen auch die Schmerzen zurück und er sah den anderen einen Moment abschätzend an. Er zitterte, denn das Stehen bereitete ihm Schwierigkeiten. Nun erinnerte er sich wieder. Ausdruckslose kühle machte sich auf seinem Gesicht breit, seine Schmerzen versteckend.
Es war der Wolf aus dem Feuer. Yari, so war sein Name, wenn er sich nicht irrte. Also hatten sie es geschafft, beide. Gerne hätte er sich nach der weißen Fähe umgesehen. Denn für einen Moment zweifelte er, dass sie real gewesen war. Doch er wollte den Blick nicht von dem Rüden lassen. Vor allem deshalb nicht, weil er nicht sicher war, ob er sich überhaupt bewegen konnte.

So stand er da, schweigend und eigentlich unfähig, etwas zu tun. Er wusste nicht, was er sagen sollte, die Worte kamen nicht aus seinem Hals und nicht in seinen Kopf. Alles drehte sich vor seinen Augen, abgesehen von dem schwarzen Schatten. Er überlegte und wartete ab, was sein Gegenüber tun würde.


20.07.2007 19:35




Yari


Mit sich noch immer häufenden Fragen im Hinterkopf stand Yari auf seine Vorderpfoten und seinen linken Hinterlauf gestützt zwischen vom Wind in sanfte Träume gewiegten Grashalme. Ihr Leben musste soviel einfacher sein als sein eigenes, dessen Besitz er erst noch erkämpfen musste. Kämpfen für ein Leben, das er hasste …
Gut, dass der Schwarze auffuhr und ihn mit Drohgebärden darauf aufmerksam machte, dass Yari erschreckt hatte. So bekam der melancholische Rüde immerhin das Gefühl, noch existent zu sein und wurde gleichzeitig abgelenkt von seinem klebrigen, saugenden Sumpf an Resignation und Enttäuschung. Es geschah sogar etwas, was er schon lange nicht mehr getan hatte. Er wich zurück. Mochte es nun die Hochachtung davor sein, falls der andere zu seiner Rettung beigetragen hatte, was Yari nicht sicher wusste, oder an der komischen Situation und ihren verschwommenen Hintergründen. Jedenfalls regte sich in dem Rüden so etwas wie Mitleid, als er erkannte, dass der Schwarze denselben schmerzhaften Prozess des Aufwachens durchlaufen sollte wie er selbst.
Welchen Namen besaß jener? Yari glaubte, es einmal gewusst zu haben, doch noch immer war er unfähig, sich zu erinnern.

„Du … ich … das Feuer … ich …“

Yari war sich nicht sicher ob man die wenigen gestammelten, oder eher gekrächzten, Worte überhaupt verstehen konnte. Er versuchte jedoch erneut etwas Sinnvolles sowohl im Inhalt als auch in der Übermittlung herauszubringen.

„ … hast … du mich … gerettet? “

Endlich war es draußen. Yari schien es, als sei die Luft zwischen ihnen stehen geblieben in dem Augenblick, als er diese Frage stellte und sein Gegenüber die Aussage begriff. Eine gewisse Spannung entwickelte sich zwischen ihnen, die jedoch keine negative Wirkung besaß sondern schlicht und einfach etwas darstellte, das die beiden verband. Seltsam, wie schnell sich das Blatt wenden konnte. Eben noch hatte sich Yari selbst leid getan und war fast zu dem alltäglichen Ergebnis gekommen, der einsamste Wolf seit jeher zu sein – und nun sah er auf zu einem schwarzen Rüden, der ihm gegenüber stand und dem er vielleicht alles zu verdanken hatte. Selbst die Freude, sein überaus tolles Leben weiterführen zu dürfen.
Doch erst musste er die Antwort erhalten. Für Yari war klar, dass ihn jemand beim Kampf gegen die Flammen unterstützt haben musste – einer, der nicht Gott war.


20.07.2007 23:51




Ares


Ares sah den andere mit mittlerweile starrem Ausdruck an. Zu mehr kam er nicht, denn er hatte das Gefühl, selbst sein Gesicht hatte nicht mehr die Kraft, sich zu regen. Doch es war ihm ganz recht. Er beobachtete Yari. Der Rüde schien ihm verwirrt, doch er selbst musste zugeben, dass es ihm kaum besser ging.
Dass der andere zurückwich, war ihm eigentlich ganz recht, obgleich er das nicht beabsichtigt hatte.
Inzwischen erinnerte er sich daran, ein fremdes Revier betreten zu haben. Welche Rolle die Geisterfähe dabei spielte und ob sie real war, wusste er immer noch nicht. Doch irgendwann war er auf Yari gestoßen. Wie genau es abgelaufen war, warum Yari zurück ins Feuer geraten war und auf welche Weise genau sie diesem entkommen waren wusste Ares nicht mehr genau.
Er hatte dem Schwarzen geholfen, denn er war wegen ihm in den Flammen geblieben, diese Erinnerung hatte er noch. Und die weiße Fähe, die nicht von ihm weichen wollte.
Die nicht hören wollte. Vielleicht, weil sie gar nicht sterben hätte können?
Ares beschloss, dieses Rätsel vorerst hinten anzustellen. Er wusste, dass er es nicht jetzt lösen konnte.

Aufmerksam lauschte er der Frage des anderen und so langsam dieser sie gestellt hatte, so lange dauerte es, bis Ares sie verstanden hatte.
Ares überlegte, was er antworten sollte. Er mochte Heldenmut nicht sonderlich. Andererseits lag es nicht in seiner Natur, etwas zu beschönigen oder kleinzureden.

„Ich … wir sind zusammen aus dem Feuer geflohen“, stellte er ausdruckslos fest.

Er wusste nicht, was er von alle dem halten sollte.
‚Wovon halten?‘
Sein Körper schrie nach Ruhe und Heilung, doch ersteres wollte er nicht gewähren, letzteres konnte er nicht. So stand er da, mit sich kämpfend, um seinen zitternden Körper unter Kontrolle zu halten und wartete darauf, was sein Gegenüber tun würde.
Es war eine fremde Situation für ihn. Er war schon lange keinem Wolf mehr so nahe gewesen. Und wäre es eine normale Situation gewesen, er hätte den Kontakt gescheut. Doch nun war es etwas anderes.


21.07.2007 18:41




Yari


Also war seine Vermutung richtig gewesen. Trotz seiner oftmals forschen Art besaß Yari einen Sinn für Sensibilität, welcher ihm jetzt die Möglichkeit einräumte, die Ántwort des anderen richtig einzuordnen. Jener war sehr bescheiden – in seine Aussage konnte man schließlich alles Mögliche hineininterpretieren; dass er Yaris Lebensretter war, war allerdings nicht offensichtlich.
Der Schwarze war sich nun sicher, dass er von ihm eine Zeit lang gestützt worden war, an mehr konnte er sich nicht erinnern. Doch schon alleine diese Tatsache machte es ihm schwer, das Geschehene zu begreifen. Wie mochte es sein Gegenüber geschafft haben, neben sich selbst auch noch ihn aus den Flammen zu schleppen, vom Rauch sowohl in der Sicht als auch im Atmen eingeschränkt?
Dem Erstaunen sollte bald Bewunderung weichen. Dankbarkeit wäre wohl angemessener gewesen, Yari jedoch hielt nicht allzu viel von seiner Existenz, weshalb er dem Gedanken, ihm zu danken erst einmal keine Bedeutung schenkte.

„Wie hast du das geschafft? Mich aus den Flammen zu bewegen, ich meine …“

Hinsichtlich des Zustandes seines Gegenübers, der eigenen Überraschung darüber, plötzlich größtes Interesse an einem Artgenossen zu zeigen und der schmerzenden Atemwege hielt Yari inne. Er nahm den Dunklen jetzt äußerlich erst richtig wahr. Er schien gar nicht so kräftig, wie er hätte sein müssen …
Plötzlich kam Yari ein Gedanke, der in seiner Präsenz kaum zu übertreffen war – und ihm zuvor absolut nicht in den Sinn gekommen war.

„War jemand bei uns? Ich meine, sind alle gerettet? … war nicht jemand bei dir? … und … wie lautet dein Name? Entschuldige, ich erinnere mich kaum mehr … es ist alles so schnell gegangen.“

Aus der einen Frage nach der Anwesenheit eines zusätzlichen Wolfes entsprangen plötzlich so viele andere …


22.07.2007 18:47




Akarúi


Monoton trafen die breiten Pfoten der Weißen auf der Erde auf, bewegten sie und ihre kleine Tochter in ihrem Fang fort, fort von dem Platz, der zuvor so friedlich dagelegen hatte und folgten der grauen Alpha auf ihrem Weg. Ihr Hals schmerzte, immer wieder schluckte sie um den Husten zu ersticken. Ihr Tempo hatte sie währenddessen schon verlangsamt, hatte sich dem des grauweißen Rüden angepasst, der neben ihr her schritt. Akarúi war erst erstaunt gewesen, ihn dort seelenruhig sitzen zu sehen und über seine Worte, die sie anspornen sollten. Als sie jedoch den Welpen vor seinen Pfoten sitzen sah, war dem Erstaunen eine Mischung aus Verzweiflung und Wut darüber den Welpen nicht in Sicherheit zu bringen und ihm nicht diesen Rauch auszusetzen gewichen. Jeglichen Kommentar runterschluckend hatte sie Ténshi schließlich erreicht und ihn mit einem auffordernden Nicken dazu aufgefordert sich den Welpen zu schnappen und sich ihr anzuschließen.
Die Weiße schluckte hart, während sie immer wieder den Kopf umwandte, hin zum brennenden Wald von dem die Flammen nichts mehr übrig lassen würde und wenn man sie bestrafen wolle, auch von ihrem Sohn und ihrem Gefährten nichts mehr. Noch immer waren sie im Wald und die Sorge um die Beiden zerrte an ihren Nerven, Schuldgefühle empfand die Weiße ebenso. Ihre Ohren legten sich leicht an, vielleicht, wenn sie sich anders verhalten hätte, hätte sie ihn davon abhalten können in den Wald hineinzugehen oder vielleicht hätte sie ihn holen gehen sollen. Sie wusste doch, dass Pyry Phirun einen Groll gegen Mitsah hegte. Akarúi schüttelte sacht den Kopf, der Graue war stark und stolz, er würde sich schon nicht kleinkriegen lassen. Ein leises Seufzen entfuhr ihrer schmalen Schnauze und sie schenkte Ténshi einen aufmerksamen Blick. Ihr war immer noch schleierhaft aus welchem Grund er auf sie gewartet hatte. Gern hätte sie ihn danach gefragt, aber mit einem Fellknäul im Maul war es schwer eine Unterhaltung zu führen, so dass sie diese Frage auf später verschob. Ihr Blick glitt an ihm vorbei zu der weißen Jota, die irgendwen stützte, der sehr viel größer war als sie selbst und ihr unbekannt. Ob Jeanne vielleicht Hilfe brauchte? Fragend richtete sie ihre hellbraunen Augen auf Ténshi und musterte ihn, vielleicht kannte er den fremden Weißen ja.

,,Kennst du den großen weißen Rüden dort hinten zufällig? Der gerade gestützt wird von einer weißen Fähe, unserer Jota Jeanne? Sie könnten Hilfe gebrauchen oder?“

presste Akarúi so gut es ging heraus, während sie Námida weiterhin in ihrem Fang trug und Kiba folgte, die sie rasch fort führte in Sicherheit und weiter weg von ihrem Gefährten und ihrem Sohn …


23.07.2007 00:39

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
31.08.2010 17:36
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Cave of Mind
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Fähe

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94 cm

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Beitritt

23.07.2005

Seite 12




Ares


Ares lauschte seinem Gegenüber aufmerksam. Es war das angenehmste, was er tun konnte, denn es kostete ihn keine weitere körperliche Anstrengung. Geistig war es etwas anderes. Yari stellte einige Fragen. Besonders die Frage, ob noch jemand bei ihnen gewesen war, beschäftigte Ares. Nicht nur seit Yari sie gestellt hatte.
Der Schwarze war nicht sicher, ob sein Gegenüber nicht einfach nur andere Rudelmitglieder meinte, um die er sich Sorgen machte. Doch der Wolf schien ihm ein wenig seltsam. Ares hatte andere Wölfe so lange gemieden und im Grunde recht wenig Ahnung von deren Familienleben. Doch alles, was mit rationalem, logischem Denken zu tun hatte, war ihm schlüssig. Eine Familie fiel zwar nicht unter die Kategorie, doch er glaubte, Yari ein wenig einschätzen zu können.
Woher er sich das nahm, wusste er nicht.

Wie aber hatten sie es aus den Flammen geschafft? Ares wusste, dass es eigentlich schier unmöglich gewesen sein konnte. Er war zwar nicht schwach, doch er sah selbst ein, dass Flammen Rauch und das Gewicht des Fremden wohl eine Nummer zu groß für ihn hätten sein müssen. Andererseits sah er es nicht ein, weshalb er deshalb aufgeben hätte sollen, selbst wenn ihm zu diesem Zeitpunkt so etwas in den Sinn gekommen wäre.

„Ich weiß es nicht“, antwortete er wahrheitsgemäß auf die erste Frage und hielt an sich, um sich nicht zu verschlucken und in einem unsanften Hustenanfall zu verfallen.

Auf die zweite Frage nun wusste er keine Antwort. Oder die Fragen. Er überlegte, ob er die Geisterfähe erwähnen sollte und noch wesentlich eher, ob er sich umdrehen sollte. Doch seine Kraft ließ langsam, aber sicher nach und er wollte das nicht wagen.

„Eine Fähe war bei uns, wenn ich mich recht erinnere, aber …“

‚Aber sie gehörte noch nicht zu deinem Rudel‘, setzte er den Satz in Gedanken fort, als es ihm wieder einfiel. Sie hatte ihn zu den Alphas geleiten wollen. Daher war sie bei ihm gewesen.

„ … aber sie war hier ebenfalls fremd.“

Er wusste nicht, ob Yari sie hinter ihm sehen konnte. Und wenn ja, was der Fremde sich wohl denken musste, dass er selbst von ihr sprach, als wäre sie nicht da. Doch ihm blieb nichts Anderes übrig.
Was auch sonst sollte er tun?
Er verfluchte innerlich seine Schwäche. Sie mochte durchaus gerechtfertigt sein, aber sie war im Weg. Er war im Weg. Er war sich mal wieder selbst im Weg.
Plötzlich fiel ihm die letzte Frage Yaris ein und er sah auf.

„Ares“, meinte er ein wenig zu hastig, ums ich selbst aus den Gedanken zu reisen. „ … mein Name ist Ares.“


23.07.2007 16:51




Ténshi Kurái


Ténshi Kurái tapste in konstantem Tempo neben seiner einzigen noch lebenden Blutsverwandten her, hielt dabei mit sanftem Biss den flauschigen Balg in der Schnauze. Der warme Blick der ozeanfarbenen Seelenspiegel ruhte auf der Alphafähe. Sie hinterliess bei ihm einen eigentlich guten Eindruck, sie wusste, in welcher Richtung die Sicherheit ihre Arme um das Rudel schliessen würde, und sie wusste ebenfalls, wie sie den chaotischen Haufen zusammenzuhalten hatte. Ein kurzes Blitzen schoss durch die Augen des Rüden. Ein bisschen mehr Chaos und Zerstörung hatte er sich schon erhofft. Es war wieder einer der Momente, die länger hätten andauern sollen, als sie es tatsächlich taten. Kurz rief er sich die schönsten Szene in Erinnerung: die ruhige Wortwahl an seine Schwester, dann das ohrenbetäubende Donnern, die allgemeine „Heiterkeit“, die Richtungen, in welche die Wölfe sinnlos düsten, jeder einen Miniwolf in der Schnauze, allesamt hustend. Einige rannten sogar in den Wald, warum weiss wohl nur der Teufel. Komisch, warum wusste Ténshi es dann nicht? Was soll’s. Es war ihm ja klar, dass er nicht der richtige Satan war. Aber bestimmt ein Teil von ihm.
Die Stimme seiner Schwester drang an sein Ohr. Kurz sträubten sich seine Nackenhaare, sie schaffte es immer noch, ihm eine Gänsehaut zu verpassen. Erst drehten sich seine Ohren zu ihr, dann liess er ganz von der Alphafähe ab und drehte seinen hübschen Kopf ein wenig in die Richtung Akarúis. Kaum hatte sie geendet, blickte er wieder nach vorne, sah dann Seal und die junge Weisse, die ihm half, auf den Beinen zu bleiben.

„Ich weiss nicht, ob man das „kennen“ nennen darf. Ich kam mit ihm zusammen zu deinem Rudel, aber unsere Wege trafen sich eher zufällig und vor erst wenigen Augenblicken. Sein Name ist Seal, er war auf der Suche nach seiner Tochter“,

meinte er dann. Der Text, den er sprach, hatte in einem ernsten, besorgten Ton begonnen – immerhin ging es dem alten Weissen eher schlecht als recht, Ténshi war fast gezwungen, ein wenig Sorge zu zeigen – und endete dann sogar mit einem leichten Lächeln auf den Lefzen. Er legte eine kurze Pause ein, um die Wirkung der Dramatik zu entfalten, bevor er dann fortsetzte:

„Offenbar hat hier noch jemand seine Familie gefunden.“

Er wanderte mit dem Kopf wieder zu ihr, seiner wunderschönen Schwester mit den ebenso speziellen, einzigartig schönen Augen wie die seinen, und blickte in ebendiese. Mit diesem kleinen Satz hatte er ihr alles gesagt, was er gesagt haben wollte. Dass er auf der Suche nach ihr gewesen war. Dass er sie gefunden hatte und sie nicht wieder gehen lassen würde. Dass er ihr Bruder war. Der grauweisse Rüde schien so überzeugend, sie musste ihm einfach glauben. Seine Augen spielten alles so perfekt mit, glitzerten unschuldig die helle Fähe an. Nicht scheinheilig, aber ehrlich und... lieb. Nun musste er nur noch wirken lassen, was er gesagt hatte. Dieses Spiel war zu einfach, er spielte es mit allem und jedem. Manche nannten es Leben, andere wie er einfach nur ein Spiel. Ténshi Kurái hatte nie Probleme gehabt, zu lügen, nicht einmal bei Akarúi, obwohl sie ihm so viel bedeutete. Warum, war wohl nicht schwer zu verstehen. Alle sollten glauben, was für ein herzensguter Rüde er war. Zu allen gehörte auch sie.
Ténshi Kurái verweilte mit den Augen stets auf ihr, blinzelte, machte sogar einen Versuch zu lächeln – das wäre natürlich bedeutend einfacher, wenn dieses kleine Knäuel nicht an seiner Schnauze kleben würde. Aber auch das gehörte dazu. Das gehörte zum Leben, dass jeder eine Maske aufsetzte, quasi einen Maskenball besuchte, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Solange die seine keine Risse hatte, solange seine perfekt war und niemand die Dunkelheit, die darunter verborgen war, sehen konnte, war ihm das egal. Und Ténshis Maske war perfekt.


23.07.2007 16:51




Yari


Der eben noch so aufsprudelnde Wissensdrang, alles zu erfahren von diesem Fremden, dem es möglich gewesen war, Yari – ihn, den Starken und Sturen – zu retten, verebbte langsam in einem Gefühl von Ratlosigkeit. Es legte sich ein Schleier der Ungewissheit über das Vergangene und gleichzeitig des Zukünftigen über sein Gemüt. Weshalb durfte er seinem Gegenüber nicht einfach dankbar sein und davon ausgehen, dass er sein Lebensretter war? Wehalb war jener so bescheiden – oder wusste er es wirklich nicht mehr? Er, dessen Name Ares war, schien unendlich müde … und irgendeiner Sache nachhängend, die ungeklärt war. Aber Yari konnte sich erinnern, sobald er dem Klang des Namens gelauscht hatte, ihm war, als wäre in diesem Moment ein eingeschlafener Teil seines Gehirns wieder aufgeweckt worden. Ein Teil, dessen Informationen gefehlt hatte, aber nun wieder abrufbar waren. Anders verhielt es sich jedoch mit der Erwähnung einer weiteren Fremden. Yari wusste zwar, dass da noch etwas – oder eher jemand – gewesen sein musste, doch das Gefühl, sich erinnern zu können, sobald ihm ein kleiner Anhaltspunkt gegeben war, blieb diesmal aus.

„Ares …“

Yari räusperte sich, schüttelte erneut allen fest gesetzten Dreck aus der Lunge. Dann sah er wieder auf zu dem Schwarzen. Innerlich musste er lächeln – Schwarz hilft Schwarz, passt doch. Und dennoch konnte man die beiden perfekt in Gut und Böse differenzieren.

„ … ich … möchte dir danken. Ohne zusätzliche Hilfe hätte ich es sich nicht aus den Flammen geschafft. Ich … hätte aufgegeben.“

Dass es nicht das Schlimmste gewesen wäre, zu sterben, sparte der Rüde allerdings aus. Yari war es sehr unangenehm, so höflich zu sein, es lag nicht in seiner Natur – oder zumindest nicht mehr. Er hatte diese Mittel schon lange nicht mehr einsetzen müssen. Denn wenn er dies tat, dann aus freien Stücken und mit Ehrlichkeit behaftet – er nutzte keine Redegewandtheit und falsche Freundlichkeit, um sich Freunde zu erkaufen, das war ihm selbst unangenehm. Er brauchte sowieso keine Freunde. Bis auf Yago … unwillkürlich stieg wieder die Angst in ihm auf, dass jenem etwas passiert sein mochte.

„Weißt du, ob das Feuer das Rudel erreicht haben könnte? Hat es sich weit erstreckt?“

Yari wurde schmerzlich klar, dass er völlig orientierungslos war. Der gewisse Stolz, der sich angesammelt hatte, seit er es geschafft hatte, seinem Lebensretter zu danken – was jener mehr als verdient hatte – verflüchtigte sich wieder. Er wusste weder, wo sie sich befanden, noch wie sie hierher gekommen waren, noch wer bei ihm war. Er war und blieb ein Versager.


25.07.2007 18:01




Ares


Ares sah einen Moment zu Yari. Dem Schwarzen schien es sichtlich schwer zu fallen, sich zu bedanken, oder bildete es sich der Rüde nur ein? Nun, es hätte ihn sicher nicht überrascht, wenn er es sich eingebildet hätte. Schließlich wusste er auf die Reaktion von Wölfen nicht allzu viel zu erwidern. Oder war sich darin zumindest unsicher.

Dass Yari aufgegeben hätte, überrascht Ares zugegeben ein wenig. Er ließ sich davon nichts anmerken, doch es war so. Weshalb hätte Yari aufgegeben? Er schätzte den Wolf als stark und stur ein, was ebenfalls ein Irrtum sein konnte. Andererseits war er ebenfalls kurz davor gewesen. Doch er hatte dies einfach der körperlichen Schwäche zugerechnet, die eben aufgekommen war, als sie von Feuer und Rauch umringt waren.
So dazusitzen und du schweigen hatte den Vorteil, dass er seine Kräfte halten konnte. Er atmete immer noch flach und seine Flanken zitterten leicht bei jedem Atemzug, aber er hatte sich unter Kontrolle. Es kam ihm vor, als mache sich der andere Sorgen, doch wen sollte das wundern?

Langsam aber schüttelte er den Kopf und meinte: „Außer dir und mir und … der Fähe habe ich niemanden gesehen und von niemandem gehört. Ich weiß es nicht, es tut mir Leid.“

Er sprach ruhig, beinahe an teilnahmslos, aber er meinte es ehrlich. Er war am Rande seiner Kräfte und es schmerzte schon, das zu spüren. Doch er riss sich zusammen und sah sich noch einmal um, soweit es sein Körper zuließ.
Er war kein Wolf der Beschönigung, und so blieb kaum ein tröstendes Wort übrig, das er hätte sagen können. Also schwieg er bezüglich dieses Themas und meinte:

„Wie lange können wir hier bleiben? Ich meine, wie lange können wir uns ausruhen, wenn wir davon ausgehen, das Rudel ist den Flammen entkommen und sucht nun eine Unterkunft? Wohin wird das Rudel fliehen?“
Er sprach leise und deutlich, denn zum einen wollte er es Yari nicht unnötig schwer machen, zum anderen hatte er selbst Mühe, zu sprechen.

Starr und schwarz sah er Yari an, wie ein Schatten. Äußerlich unbeeindruckt, gleichmütig, innerlich mit sich kämpfend.


25.07.2007 22:11




Méril


Blinzelnd glitten die Augen über das graue Gestein. Ein leises Murren entfuhr der Kehle, wie ein kalter Wind stieg es in die Luft. Gestern hatte sie sich entschlossen, hier in die Berge zu gehen. Es hatte lange gedauert, bis sie den Bergpass gefunden hatte. Der Blick aus den eisblauen Augen striff gen Himmel, sie weiße Schnauze kräuselte sich leicht, die Ohren wanden sich aufmerksam hin und her. Ein Gewitter schien zu wüten… doch nicht hier, vor den Bergen, es schien sich über dem Tal zu halten und die Berge nicht überwinden zu können. Leises Grummeln drang an ihr Ohr, wie das eines Wolfes… doch nein, es war wohl das verebbte Grollen des Donners. Doch… es roch nicht nach Regen?
Die weiße Fähe schnaubte leicht, warf den Kopf hin und her. Wahrscheinlich lag es nur daran, dass sie noch so weit vom Gewitter entfernt war. Gewitter… Das Fell der Wölfin sträubte sich leicht. So etwas gab es in ihrer Heimat nicht. Erst vor einem Jahr hatte sie ihr erstes Gewitter gelebt, als sie zusammen mit ihrem Bruder Tamri das alte Revier verlassen hatte und mit ihm in den Süden gezogen war. Tamri… ihr großer Bruder, den sie so vergöttert hatte. Sie erinnerte sich noch genau an ihn. Er war bei einem Rudel geblieben, hatte eine Gefährtin gefunden… doch sie hatten Méril nicht akzeptiert, sie musste weiter ziehen. Es war hat für die sensible Fähe gewesen, ihren Bruder zu verlassen. Nächte lang hielt sie sich noch in der Nähe des Rudels auf, hörte Tamris Klagen, weinte und schaffte es erst nach einer Mondphase, sich endgültig von ihm zu trennen. Ein leises Wimmern erklang, ehe sie mit gesenktem Kopf ihren Weg fortsetzte.
Es dauerte noch einige Zeit, bis Méril, die Weiße, endlich die höchste Stelle des Bergpasses erreicht hatte. Sie hatte sich in einem lockeren Trab fort bewegt, die Fänge waren leicht geöffnet. Sie hielt inne, schaute über das Land. Ihr Blick verengte sich. Was war das dort? Schwarze Wolken hingen über dem Tal, ja, diese brachten das Gewitter mit sich. Noch immer kein Duft von Regen… Die Fähe nieste. Ein anderer, viel stechenderer Geruch erreichte ihre Nase… War es Rauch?
Instinktiv drückte sich die Fähe zu Boden, ihr Körper spannte sich an. Feuer? Gewiss, warum auch nicht… Gewitter, doch kein Regen. Erneuert wimmerte sie leis, wie eine Welpin, die mit Schrecken erkennt, dass da etwas war, worüber Wölfe keine Macht besaßen. Dennoch beruhigte es sie ungemein, dass sie das Feuer nicht sah… noch nicht.
Doch auch ein anderer Geruch schlich sich in ihre Nase… waren es tatsächlich Wölfe?
Die weiße Rute hob sich an, schwang leicht hin und her. Ohne Zweifel. Mit einem Satz nach vorn nahm sie die Fährte auf, folgte ihr, jedoch langsam und bedächtig. Schließlich könnten es auch böse Wölfe sein, die ihr nichts Gutes wollten.
Lautlos traten die Pfoten nun endlich wieder auf Gras, es fühlte sich gut an, nach dem harten Gestein der Berge wieder etwas Weiches unter den Pfoten zu haben. Wie auf Wolken schwebte sie dahin, immer der Fährte nach, bis sie endlich die Wölfe erblickte, wessen Fährten ihr in der Nase hingen. Ihre Haltung veränderte sich. Unterwürfig senkte sie die Rute, legten sich die Ohren leicht nach hinten. Nur langsam trat sie an die Wölfe heran, wuffte leise, um sie auf sich aufmerksam zu machen. Sie wollte auf keinen Fall, dass sie dachten, sie hätte sich hinterrücks angeschlichen.


26.07.2007 14:13




Angel


Die weiße Fähe drehte sich um, da war doch etwas gewesen, der Geruch von einem weiterm fremden Wolf stieg ihr mit unbehagen in die Nase. Die Ohren der Fähe ginggen nach vorne und der Staub unter ihren Pfoten drehte sich mit den Bewegungen des unteren Körpers. Angels Ohren waren leicht angelegt, sie wollte keinesweges noch weiter irgendeinen Schritt machen, den sie nicht später bereute. Vielleicht war dieser Geruch ja auch von einem Freund von Narec. Wie ins Zeitlupe, drehte sich der Körper der Fähe um, das Sonnenlicht stach ihr kurz ns Auge und sie musste es zukneifen, denn es blendete einfach zu stark..Dann stand sie vor ihr, es war eine weitere Fähe. Seine Gefährtin? Die nur darauf wartete das sie einen falschen Schritt macht und dann über sie fiel? Angels Kopf warf sich zurück und langsam nahm die Fähe eine strammere Position ein, der Boden unter ihr staubte leicht auf. Angels Umdrehung war doch von mehr Schwere gewesen, ohne das sie es selbst bemerkt hatte.
Ihre himmelblauen Augen blickten in die selben, war das ein Spiegel? Die Fähe vor ihr, war fast so wie sie. Leicht beugte Angel den Kopf hinunter um sich auch sicher zu sein, das sie nicht falsch lag und doch bei der nächsten Bewegung nur ihre eigenen sah. Doch der Geruch war offentsichtlich, es war eine Fremde. Böse sah sie nicht aus, denn Angel fand gleich das sie einen guten Eindruck machte, trotzdem spannte sie ihren Körpe etwas an, falls die nächste Bewegung der Fähe doch mehr feindseelig war. Doch anscheinend täuschte die Weiße sich. Lngsam fing ihre Rute an zu wedeln. Zuerst ganz leicht, dann aber in mehr und mehr pulsierenden Abständen. Ein leises Kläffen wagte sie und der Geruch war keinesweges gefährlich.

Hallo...wer bist du? Mein Name ist Angel, bist du neu hier? Ich bin erst vor kuzem hier her gekommen, noch gar nicht so lange her. Woher kommst du?

zu viele Fragen hatte die Weiße. Im ineren hoffte Angel einstimmig das die Fremde sich nicht belästigt fühlte, aber sie dachte schon mehr das das Sichere auf ihrer Seite war. Ab und zu drehte sie sich zu Narec , um noch auf seine Antwort zu warten, die ihr vielleicht den Segen zu einem Rudel verschaffte. Obwohl es eher ablehnend war.
Etwas ängstlich ging die Fähe weiter an die Fremde heran. Ihre Rute wedelte aber immer noch unddas lächeln in ihrem Gesicht war deutlich zu sehen, da die Natur und die Helligkeit es noch mehr schmückten. Die Steine unter ihr rutschten bei jedem Schritt langsam zur Seite und es schien so als wolle die Fähe einfach die Schlucht hinunter springen, doch es sah nicht mal annähernd so aus wenn man in ihr strahlendes Gesicht schaute. Ein leises Kläffen entfuhr der Fähe trotz allerdem..


27.07.2007 21:14




Seal


Die Schmerzen in Seals linkem Bein machten dem weissen Rüden gründlich zu schaffen. Auch der Rauch nagte stets an seinen Kräften, nicht enorm, aber es war genug, um ihn leiden zu lassen. Seal war zwar auf dem Weg in Sicherheit, aber zum ersten Mal plagte ihn sein Alter, das positive Denken, das er sonst hatte, schien sich langsam zu wenden. Nein, das war falsch. Er blieb der ewige Optimist, er wollte nichts anderes. Seal war zufrieden mit sich selbst, wenigstens einigermassen. Gerne hätte er seiner Tochter, die nun neben ihm herzog, mehr geholfen, er war ja kaum mehr als eine Last für sie. Doch etwas anderes schien sie ebenfalls zu quälen, der weisse Rüde konnte sich denken, was, oder besser, wer. Danley, der graubraune Rüde mit den grünen Augen. Jeannes Gefährte war noch nicht zurückgekehrt. Der Rüde lächelte kurz, man sah Jeanne ihre Qual kaum an, nur ihre Augen, die Spiegel der Seele, verrieten sie. Sie zeigten ihm, dass es sie innerlich fast zerriss. So war es schon immer gewesen, die junge Fähe hatte sich in der langen Zeit, in der sie getrennt waren, nie verändert. Und sie waren verdammt lange getrennt gewesen. Sein Lächeln schwand wieder. Er würde ihr so gern helfen, aber was konnte er tun? Offensichtlich machte sie sich ja auch Sorgen um ihn... Sie sprach. Ob es ihm besser ging? Er durfte darauf nicht antworten, selbst sein Optimismus half da nichts mehr; der Rüde schien dem Ende seines Lebens nahe. Lügen konnte er nicht, wollte er auch gar nicht, falsche Hoffnungen waren etwas vom Schlimmsten, das man seinen Mitwölfen antun konnte.

„Mach dir keine Sorgen um Danley, Jeanne. Du würdest spüren, wenn ein Teil von dir plötzlich nicht mehr da wäre. Ich weiss, wovon ich spreche.“

Das war das Richtige, was er tun konnte. Was sie betraf, tat er immer das Richtige. Er blickte ihr in die Augen. Versuchte, sich zu vergewissern, dass es ihr ein kleines bisschen besser gehen würde. Tat es das?


04.08.2007 16:11




Jeanne


Mit ruhigen Schritten versuchte die Fähe sich dem Tempo ihres Vaters anzupassen, sie durfte nicht zu schnell und nicht zu langsam laufen, auch wenn die Angst, die ihr wohl ins Gesicht geschrieben war, sie eigentlich nur zum los rennen anspornte. Am liebsten wäre sie am Rudel vorbei zum See gelaufen, um nach zu schauen, ob schon jemand da war. Jedoch wurde ihr mit jedem Schritt bewußter, das nun erst Mal ihr Vater ihre Hilfe brauchte, und sie würde nicht von seiner Seite weichen. Noch immer lag der stechende Geruch des Rauches in der Luft, jeder der Wölfe würde dies wohl riechen, wen nicht sogar in der Lunge spüren. Etwas bedrückt senkte sie den Kopf, dachte einen Moment lang nach, ehe sie den Kopf hob, an den Wölfen vor ihr vorbei schaute und den Blick auf Kiba richtete. Diese Fähe hatte entweder eine ziemliche innere Stärke, oder sie wußte einfach nur ihren Schmerz gut zu verstecken. Kräftig schüttelte Jeanne den Kopf. Sie konnte es sich jetzt auch nicht leisten, Schwäche zu zeigen. Die vorher eher schwachen Schritte wurden nun fester, mit größerer Sicherheit setzte sie nun die Pfoten voreinander, lächelnd drehte sie den Kopf zur Seite, als die Worte Seal’s in ihr Ohr drangen. Diese Stimme, die schon immer eine beruhigende Wirkung auf die Weiße hatte drang nun zu ihr, verstärkte das ruhige Lächeln auf den Lefzen der Fähe. Sanft stubste sie ihren Vater an.

“Ist schon ok. Er wartet bestimmt am See, oder wird kurz nach uns ankommen.“

Alle schienen geschwächt zu sein, und niemand zeigte diese Schwäche, so kam es Jeanne zumindest auf den ersten Blick vor. Vielleicht waren sie auch nur gute Schauspieler, aber trotzdem... Sie musste sich einfach zusammen reißen, für ihren Vater, für Danley. Sie war es dem ganzen Rudel schuldig. Spielerisch zwickte sie ihren Vater in die Schulter. Auch er war stark, also musste sie auch Stärke zeigen, wenigstens ein bisschen...


05.08.2007 13:45




Seal


Der weisse Rüde lauschte aufmerksam seiner Tochter. Er schaute sie nicht an, hatte seinen Blick nach vorn gerichtet, in die Zukunft, sah sie aber aus dem Augenwinkel und spürte auch, dass sie sich enorme Sorgen machte. Etwas Anderes konnte man von ihr auch nicht erwarten. Ihr Gefährte war in Gefahr und er, Seal, trug auch nicht gerade dazu bei, dass es ihr besser ging. Er musste aussehen, als sei er kurz vor dem Zusammenklappen. Auch wenn es nicht danach aussah, das Schlimmste hatte er hinter sich, er war über den Berg. Sicher, das Kratzen in Lunge und Hals, wenn er einatmete, und das Stechen in seinem Bein nahmen nicht ab, eher sogar zu, mit jedem Schritt ein bisschen mehr. Leicht zitterte der Weisse inzwischen sogar, aber liess sich möglichst nichts anmerken. Bei einer so wunderschönen Fähe an seiner Seite fiel ihm das zum Glück relativ leicht. Aber dass er ihre Schmerzen nicht lindern konnte, machte ihm zu schaffen. Am liebsten hätte er jegliche Qualen ihrerseits auf sich genommen, aber das ging nun mal nicht. Ausser Jeanne hatte er nichts mehr zu verlieren. Und sie war in Sicherheit. Das war das Wichtigste, für sie würde er durch die Hölle gehen.

„Hab keine Angst. Komme was wolle, ich bin bei dir.“

Er hatte den Kopf leicht in ihre Richtung geneigt und es ihr ins Ohr geflüstert, wie ein kleines Geheimnis. Dann blieb er stehen, im Wissen, sie würde es ihm gleich tun, wartete kurz, bis sie es tat. Dann machte er einen kleinen Schritt auf sie zu, dass sich die beiden Wölfe berührten. Seal senkte den Kopf, bis seine Schnauze auf der Höhe von ihrer war, schmiegte seinen schmalen Kopf dann in ihr weisses Kragenfell. Lautlos schloss er die Augen und kniff seiner Tochter in den Hals, natürlich so zärtlich und sanft, dass es ihr auf keinen Fall weh tun würde. Das hatte er auch früher immer gemacht, es war ein Zeichen der Hingebung, er wollte ihr zeigen, wie wichtig sie ihm war, damit sie so lange wie möglich bei ihm blieb. Jeder Wolf schlug irgendwann seine eigenen Wege ein, aber irgendwie musste er bei Jeanne doch verhindern, dass sie einfach so ging. Dass er so etwas wie ihr Vorbild war, half ihm natürlich, sie bei ihm zu behalten.

„Ich liebe dich.“

Ein leichter Schauer durchfuhr den Rüden. Es tat so gut, ihr das endlich wieder sagen zu können.


05.08.2007 21:37




Jeanne


Der Blick der Ozean blauen Augen schien immer wieder die gleichen Ziele zu haben, mal ihren Vater, dann Kiba und dann jemand ganz anderen aus dem Rudel. Sie war ihnen allen wirklich ein bisschen Stärke schuldig. So sehr sie auch versuchte, den Gedanken an Danley aus ihrem Kopf zu bekommen, immer wieder schlich sich diese Sorge in ihre Gedanken und wohl auch in ihren Blick. Aber mit diesem sorgenden Gefühl musste man wohl leben, man konnte es nicht einfach abstellen. Das war wohl der große Nachteil von Gefühlen, weder konnte man sie kontrollieren, noch abstellen oder sonst etwas it ihnen machen, was sie beeinflussen konnte. Ein kurzes Zucken der Ohren ließ darauf schließen, das sie die Worte ihres Vaters gehört hatte, jedoch musste sie kurz nachdenken, ehe sie antwortete.

“Das weiß ich doch, ich wird mir mehr Mühe geben, dir und auch Danley zu vertrauen.“

Ruhig lächelte sie, schaute den weißen Rüden neben sich jedoch nicht an. Vertrauen war nicht schwer, und dennoch war die Fähe mit diesem „Wort“ lieber vorsichtig. Aber wem konnte sie vertrauen, wenn nicht Mal dem eigenen Vater? Ein kurzes, lautloses Seufzen drang aus ihrem Fang. Was hätte sie dafür gegeben, jetzt noch Danley an ihrer Seite zu haben, und ebenso Silence Tear an der Seite Kiba’s zu sehen? Schließlich wandte sie den Blick doch zurück, als ihr Vater urplötzlich stehen blieb, jedoch noch einen Schritt auf sie zuging und sich in ihr Fell kuschelte. Locker schloß sie die blauen Augen, lehnte den Kopf gegen die Schulter ihres Vaters. Für einen Moment konnte sie doch die Sorge vergessen, nicht Danley selbst, aber eben die Sorge, die einen zerfressen konnte, wenn man nicht damit umzugehen wußte. Auf seine Worte hin verzog Jeanne die dunkel umrandeten Lefzen zu einem stummen Lächeln.

.oO Warum sollte ich dir auch nicht vertrauen? Oo

Ich dich auch, Papa.“

Locker stubste sie den Weißen an, kuschelte sich erneut in sein Fell.

“Lass uns weiter gehen, sonst verlieren wir die anderen.“


05.08.2007 22:17




Adali


Mit gesenktem Kopf lief die schwarze Fähe weiter, eigentlich kämpfte sie sich weiter. Es mochte keiner sehen, aber die Nachtflamme litt gerade Todesqualen. Ihre Tochter...Ihre kleine Tochter. Und sie war schuld daran. Weil sie dumme Fähe die Kleine nicht hatte retten können. Man hatte ihr das junge Leben, das sie beschützen wollte, behüten sollte, aus den Fängen gerissen und vor ihren Augen ausgelöscht. Warum hatte man das getan? Weshalb hatte sie es zugelassen, das man ihr die Tochter nahm? Es war alles ihre Schuld. Ihre verdammte Schuld und die würde sie niemals mehr los werden. Die leeren Augen nahmen gar nicht mehr wahr, wo sie eigentlich hin trat. Sie spürte noch nicht Mal mehr den Boden unter ihren Pfoten. Nur die Hitze des Feuers und der Glut, die ihre Ballen verbrannt hatte. Ihre Pfoten schmerzten bei jedem Schritt den sie tat, erinnerten sie stets daran, was sie getan, oder viel mehr was sie nicht getan hatte. Die Ohren waren teilnahmslos zur Seite geklappt, die Haltung zusammen gesunken. Adali wollte nicht mehr. Ihr Lebensfunke war erloschen. Wie sollte sie ihn wieder finden, wo doch die kalte Schuld ihn erstickte? Sie wollte nur noch bei ihrer kleinen Träumerin sein. Dabei hatte sie doch hier eine Verpflichtung, sie gehörte zu dem Rudel, musste es weg führen, dafür sorgen, das es den anderen gut ging. Oder? Sie war eine gute Mutter, ganz gewiss. Und dennoch hatte sie Yumé einfach sterben lassen. Sie hatte es einfach so zu gelassen. Tränen wollten sich ihren Weg bahnen, doch flossen sie nicht. Ein Kloß steckte in ihrer Kehle, erschwerte ihr das Atmen und ihre Lungen brannten von dem Rauch. Trocken schluckte und würgte die Fähe, es wurde allerdings nicht besser. Sie fühlte sich miserabel, müde, ausgelaugt, leer. Sie wollte schlafen, wollte dem Schmerz entkommen, doch gab es für sie kein entfliehen. Niemals! Keine Gnade für dieses unheilvolle Wesen. Nicht für sie. Keine Erlösung, keine Vergebung. Darauf konnte sie lange warten. Wollte sie lange warten? Ihre Läufe knickten urplötzlich ein und der schlanke Körper fiel schlaff zu Boden, die Augen leer und starr geöffnet. Nein, sie wollte nicht lange warten. Sie wollte schlafen, sich ausruhen. Langsam schloss sie die Augen und für einen Augenblick war es, als könne sie die Stimme Yumés hören, die sie rief. Sie wollte zu ihr, zu ihrer Kleinen. Sie hatte sich auf den Weg gemacht. Ihre Kleine...Die Läufe wollten sie nicht mehr tragen, bebten leicht von der Anstrengung. Es hatte sie unglaublich viel Kraft gekostet und der seelische Schmerz um den Verlust gab ihr den Rest. Es war wieder etwas geschehen, was sie so aushöhlte. Davon würde sie sich nicht so schnell erholen. Langsam schlossen sich die leeren Augen. Die Nachtflamme war erloschen, kalt. Wie ein Stern war sie vom Himmel gefallen, der Morgenstern des Untergangs.

"Yumé..."

Ein raues, heiseres Flüstern erklang aus ihrer Kehle, kam nur schwer über ihre Lefzen.

"Yosó...Ich liebe dich."

Unbemerkt von den Anderen blieb sie im Gras auf halbem Weg liegen, noch immer mit dem Fellbüschel in ihrem Fang. Ihre kostbare Fracht, die sie für immer verloren hatte.


06.08.2007 22:42




Khaz


Khaz war schon lange Zeit unterwegs und hatte nihts gefunden, was ihn ansprach oder Einlied dort zu bleiben. Entweder es war zu 'feundlich' oder 'langweilig', einfach nicht das, was Khaz sich von einem Rudel versprach. Was das aber genau war, wusste er auch nicht so genau, er würde es dann rst wissen, wennes soweit sein würde.

In Gedanken versunken tapste er durch Wälder. Ein paar Vögel folgtem ihm, da er ein Stück Alts Fleisch mit sich rum trug, er wollte schließlich nicht immerwieder jagen gehen. Als einer der Vögel einen Angriff startete, wurde Khaz erst bewusst, wo er sich befand. In der Nähe einesRevieres. Eines Wolfrevieres.

" Endlich...Mal sehen, ob ich hier das finde, was ich suche..."

Er beschleunigte seine Schritte und hängte die Vögel ab. Den Eingang in diesen Felsen-Kreis fand er schnell und strebte darauf zu, es war eine Höhl, schmal und dunkel. Ohne zu zögern durchschritt er sie. Es dauerte nicht lange, jedoch war es unheimlich einfach in ein Revier einzudringen. Es roch etwas verbrand hier, es konnte aber auch nur einbildung sein. Als er die Höhle 'bezwungen' hatte, setzte er das Fleisch ab und setzte sich. Er atmete tief durch und ließ seinen Blick über das riesie Tal gleiten, welches vor ihm lag.
Doch da! Graue Wolken, welche vom Boden hinauf zum Himmel glitten. Feuer? Also war der Geruch von Russ keine Einbildung? Khaz blickte sich weiter um und stand hektisch auf, seine Ohren gespizt. Was sollte er tun? Aus lauter Verzweiflung stieß er ein Heulen aus, jedoch waren seine Kräfte schwach und er bezweifelte, das man ihn hören konnte. Sein Blick glitt zu dem Bergpass. Er beschloss, diesem zu Folgen und setzte seine Reise fort.


12.08.2007 22:08




Seal


Der Rüde lächelte herzlich, sog gierig den Duft ihres Felles ein. Einen Moment schloss er sogar die Augen. Er war so glücklich, sie endlich wieder bei ihm zu haben. Seal würde seine Tochter nie wieder gehen lassen. In ihrer Gegenwart könnte er nicht glücklicher sein, er fühlte sich freier denn je.

„Ich werde dich immer ein Stückchen mehr lieben. Immer.“

Es war so wie früher. Genau derselbe Dialog. Ich liebe dich. Ich dich auch. Ich dich aber mehr. Eigentlich völlig kitschig, so etwas entstand sonst nur in Liebesbeziehungen, wie zwischen Danley und Jeanne. Und dann auch nur, wenn beide viel zu sentimental sind. So wie er. So war Seal schon immer gewesen, es war keine Folge des Alters oder der Gebrechlichkeit, dass er die Welt als schönsten Platz des Universums sah. Verblümt und vielleicht sogar etwas naiv, das war seine Weltanschauung. Das Leben fiel einem so doch viel leichter, als wenn alles nur schwarzweiss wäre. Für manche gab es noch nicht einmal ein hellgrau. All diese traurigen, düsteren Farben hatte Seal aus seinem Vokabular gestrichen. Bunte Blumen, grünes Gras, blauer Himmel, weisser Schnee. Er konnte nicht verstehen, wie einem so etwas vorenthalten bleiben konnte.
Jeanne hatte Recht, wie so oft.

„Ja, wir sollten gehen.“

Er machte ein paar Schritte, spürte plötzlich wieder, wie schwach er inzwischen doch war. Egal, redete er sich ein, er liess sich nicht von ein bisschen Rauch klein kriegen. Und von der Pfote noch weniger. Als er wusste, dass sie ihm folgte, musste er einfach fragen. Es brannte ihm schon lange auf der Zunge.

“Wie lange kennen du und Danley euch eigentlich schon? Habt ihr irgendwelche Pläne?“

Er wollte doch ums Verrecken wissen, wer dieser Danley war. Seal war nie ein Rüde, der sich vom ersten Eindruck hatte täuschen lassen, auch wenn dieser sehr gut war und Jeanne sich nie einen Rüden angeln würde, der ihr schadete. Dazu war sie einfach zu vernünftig. Man könnte ja meinen, dass sie denselben Fehler begangen hatte wie er damals bei Shalina, aber Seal wusste, dass er keinen Fehler gemacht hatte. Sie hatte ihm die beste und schönste Tochter der Welt geschenkt.


14.08.2007 14:57




Jeanne


Das gewohnte Lächeln lag auf den dunkel umrandeten Lefzen der weißen Fähe, deren Schritte locker vollführt wurden, sie schien fast schon zu fliegen. Das Feuer war fast vergessen, es lag hinter ihnen, und wenn sie den See erreichten würde es sie nicht mehr einholen können. Aber die ganze Sache war eben nur fast vergessen, was wäre sie für eine Wölfin gewesen, die die vergaß, die noch immer in den Flammen waren. War es egoistisch, das sie sich Sorgen machte, das sie fürchtete, das Danley nie wieder an ihrer Seite sein würde? Es ging um das Wohl eines anderen, also war dies wohl kaum egoistisch. Die Stimme ihres Vaters ließ sie aufschrecken, mal wieder war sie in Gedanken versunken. Lächelnd zwinkerte die Weiße ihrem Vater zu.

“Das weiß ich doch. Ich probiere ja schon nichts mehr dagegen zu sagen.“

Tief atmete die Schneeweiße ein, richtete den Blick zum Himmel. Wolken. Keine kleinen Wölkchen(***.***), die freundlich wirkten, sondern dunkle, fast schon brutal wirkende Wolken. Diese Wolken bedeuteten nie etwas gutes, ob sie nun weiß oder wie jetzt grau waren. Sie hatten angehalten und standen nun da, sie den Blick zum Himmel gerichtet, jedoch sah sie nicht, was ihr Vater tat. Erst als seine Stimme in ihr Ohr drang, richtete sich wieder an ihn, nickte kurz aber lächelnd. Wäre er nicht, wäre sie jetzt allein, ohne Danley. Wahrscheinlich wäre sie ohne ihren Vater schon längst in den Wald gerannt, wäre vielleicht schon einem Baum oder dem Feuer zum Opfer gefallen. Allein der Gedanke daran machte sie fast schon krank. Mit kurzen Sätzen war sie wieder an der Seite Seal’s. Einige stille Moment vergingen, ehe er sprach. Etwas verdutzt über diese Frage blinzelte sie ihrem Vater entgegen. Wie kam er den nun darauf? Kurz biß sie die Fänge aufeinander. Danley.

“Du bist gar nicht neugierig oder? Ich weiß auf jeden Fall von wem ich diese Neugierde habe. Wir kennen uns nun etwas über 2 Monate und Pläne? Du bist doch noch jung, du hast noch lange genug Zeit um Opa zu werden, also mach dir da mal keine Gedanken.“

Erneut lächelte sie ihrem Vater entgegen, schüttelte kurz das weiße Fell um sich von Staub zu befreien. Der Weg schien unendlich lang, und der Tag neigte sich dem Ende. Es wurde Zeit, das das Rudel beim See ankam und die beiden, die noch im Wald waren ebenso...


16.08.2007 11:24





Yari


Der Schwarze hatte Recht. Sie mussten sich nun überlegen, wohin die anderen geflohen sein konnten. Yari hätte auch gut weiter als einsamer Einzelgänger durch die Wälder streifen können, es hätte ihm nichts ausgemacht. Aber da waren noch der Schwarze neben ihm, die verschwundene Fähe und seine höchstwahrscheinlich unbegründete Sorge um Yago.

„Ich weiß es nicht, Ares. Aber ich denke, es stimmt, was du sagst, wir sollten aufbrechen, sobald wir wieder genügend Kraft haben.“

Doch das konnte nach Yaris Einschätzung noch dauern. Sein Gegenüber sah noch immer sehr mitgenommen aus, seine Stimme klang brüchig und er selbst fühlte sich ebenfalls kraftlos. Doch sie brauchten zumindest eine Stärkung, sie konnten hier nicht mehr lange verweilen. Er sah hinauf zum Himmel, in dem noch immer dunkle Rauchschwaden das reine Blau verdrängten und den Tag in einen düsteren Schleier hüllten. Wie lange mochte es schon Tag sein? Und wie lange hatten sie geschlafen? Womöglich mehrere Tage? Sie waren beide nahe dem Tode gewesen, unwahrscheinlich war es nicht, dass sie für einen langen Zeitraum erschöpft im Gras gelegen waren.

„Ich schätze, wir brauchen Wasser. Wir müssen einen Bach suchen. Besser, wir gehen zu zweit, bevor wir uns verlieren. Schaffst du es, dich aufzurichten?“

Plötzlich voller Tatendrang versuchte auch Yari, sich auf den Beinen zu halten. Es gelang ihm – dank seiner Muskeln und seinem Körperbau hatte er wohl noch einen letzten Rest an Kraftreserven, den er durch den Erschöpfungsschlaf mobilisiert hatte. Er sah zu dem anderen Rüden. Er würde es sicher auch schaffen, er sah kräftig aus – zwar nicht in seinem momentanen Zustand, aber allgemein betrachtet. Außerdem wusste Yari auch nicht, welchen Eindruck er selbst erweckte, sicherlich sah auch er erbärmlich aus. Wieder sah er auf zu Ares. Wäre dieser mit seinem Vorschlag einverstanden? Wenn sie jetzt gingen, kamen sie wahrscheinlich nicht mehr zurück, sie würden danach direkt das Rudel suchen gehen.


„Wahrscheinlich treffen wir unterwegs auf die Fähe. Vielleicht hat sie sich auch schon auf die Suche nach Wasser gemacht.“

Yari war sich zwar absolut nicht sicher, ob es diese Fähe wirklich gab, doch darüber sollte er sich besser keine Gedanken machen. Sein Gegenüber jedenfalls sprach oft von ihr …


17.08.2007 10:57




Ares


Ares nickte zuerst bei Yaris Worten. Der Schwarze hatte eben sehr viel gesagt und Ares hatte Mühe gehabt, seine Gedanken danach zu ordnen. Aber er spürte, wie sich sein Körper allmählich mit der Last abfand und das Nicken war für ihn selbst etwas wie ein Schlussstrich. Wie das Niederkämpfen, das Niederschlagen der letzten, protestierenden Gedanken. Als hätte er die Schmerzen angefahren und sie sich nun wimmernd in eine Ecke verzogen.
Sicher, er spürte noch immer jede Faser seines Körpers. Schmerz, da war überall der Schmerz. Aber er hatte keine Zeit, sich auszuruhen.

Er ließ den Blick über die Wiese schweifen, dann wandtere er kurz zu Himmel. Es war kein angenehmes Gefühl, sich so zu bewegen, doch er tat es trotzdem. Die Wolken waren dunkel. Er vermutete, dass es keine normalen Wolken, dass es Rauch war, doch er stand mit dem Rücken zum Wald. Seine Nase war noch immer voller Ruß und Rauch und er nahm kaum eine Witterung war. Doch er konnte auch kein Wasser sehen.
Ja, er war durstig und es kam ihm nun vor, als brenne er von innen heraus. Doch wo sollten sie Wasser finden?

Langsam neigte er den Kopf und sprach zu Yari:

„Ich kenne dieses Revier nicht. Und ich…“

Er zögerte. Es kostete ihn viel, seine Schwäche zuzugeben, doch was half es, sie zu verbergen suchen? Yari war nicht blind und nun war Ares auf ihn angewiesen, wie der Rüde wohl nun auf ihn. „ … und ich bin gerade nicht wirklich dazu in der Lage, Wasser zu wittern“, räumte er schließlich ein.

Er schwieg einen Moment und lauschte. Das Knistern der Flammen war hämisch. Wie in einem Solo rammten sie alles nieder und für einen Moment glaubte Ares, wieder von ihnen umgeben. Doch es waren nicht mehr, als Erinnerungen und er stellte fest, dass er gerade gar nichts hörte. Tacet.

„Lass uns aufbrechen, und nach Wasser suchen. Du hast Recht, das Rudel wird dort sein“

, meinte er schließlich und ging einige Schritte weiter und dann an Yari vorbei, wobei er schließlich gen Westen sah, zu den hohen Bergen.
Er drehte sich noch einmal um. Die weiße Fähe war nicht zu sehen und allmählich glaubte er tatsächlich, er habe einen Geist gesehen. Dann fiel sein Blick noch einmal auf Yari, ehe er noch ein, zwei Schritte weiter ging. Er hatte bemerkt, wie stark er zitterte, wenn er stehen blieb und so war ihm das Laufen willkommen, so schmerzhaft es auch war.
Stolz war tödlich. Aber war nicht alles auf seine Weise tödlich?


18.08.2007 16:42




Mitsah


Mit ruhigen, kraftvollen Zügen war er voran gestrichen, seine Pfoten berührten den Boden länger als sonst, zumindest kam es ihm so vor. Die schwarze Asche unter seinen Pfoten, einst Leben gewesen, gab ihm ein mächtiges Gefühl. Er hatte sie, da war er sich sicher, diese zweite Seele, die er von seinem Großvater erhalten hatte. Lautlos bewegte er sich fort, spürte hin und wieder ein verkohltes Stück Baum unter seinen Pfoten, doch knackte es nicht, und wenn es geknackt hätte, man hätte es nicht gehört, denn das Feuer war laut, es übertönte jegliches Geräusch. Der Graue hatte sich dieser Seele bemächtigt, sie sich angeeignet, doch kontrollierte sie ihn, oder konnte er sie beeinflussen, er konnte sich selbst kontrollieren. Hinter sich hörte er einen einst lebendigen Baum ächzend zu Boden gehen, ein Zittern legte sich über seinen Körper, mehr war es eine Art Gänsehaut, ein Gefühl, welches er nicht beschreiben konnte, es beruhigte ihn, selbst wenn er nicht getötet hatte, so tötete nun das Feuer und diese Erkenntnis befriedigte seine gierende Seele. Obwohl er eigentlich schnell vorankam, so hatte er das Gefühl, dass er nicht von der Stelle kam, erst jetzt erkannte er die Einöde des Reviers, alles sah gleich aus, Bäume und Wiesen. Sie existierte, tief in ihm, Pyry Phirun trug sie doch auch mit sich, oder war sie nur eine Täuschung, war sie nur eine Illusion? Seine Schritte wurden langsamer, bis der Körper des Raubtieres zum stehen kam, die grauen Ohren legten sich tief nach vorne, ein Gelüst schlich sich seine Kehle hoch, es war ein Verlangen, welches er schon lange unterdrückt hatte, fast erschreckt hörte er sich selbst Knurren, spürte seine Krallen in der dunklen Erde und wusste, er musste umkehren. Geschaffen um ihn zu beschützen, um ihn zu stärken, ihn stärker zu machen, als jeden anderen, ihm die Kraft zu geben, zu morden und sein Gewissen nicht zu belasten, gerufen um ihn rebellieren zu lassen, gegen die Unterdrückung, um ihn kämpfen zu lassen. Was sollte er nun tun, umkehren und seinen Sohn nun doch zur Strecke bringen, sein eigenes Schicksal zu besiegeln? Gefühllos – kalt - unnahbar, so wie er nun war, so konnte man ihm nichts anhaben, auf der emotionalen Ebene war er im Grunde unerreichbar. Nur war die Frage, wie lange er noch unerreichbar bleiben würde, denn in seinem Unterbewusstsein, wurde ihm klar vermittelt, dass er sie nicht besaß, dass er von einer Illusion geleitet wurde, eine Illusion die er irgendwann geschaffen hatte, um sich selbst zu schützen, um stark zu werden, stärker als jeder andere. Mitsah hatte sich etwas geschaffen, was übernatürlich war, was eine Wirkung auf ihn hatte, wie er es in seinen kühnsten Träumen - die er nie gehabt hatte- sich nie hätte erträumen können. Damals schien ihm seine Entscheidung zum Leben wichtig zu sein, was er erst heute wusste, er hatte sich damals so entschieden, weil er stärker werden wollte, weil er sich rächen wollte, weil er sich seine Freiheit nicht nehmen lassen wollte. Dieser Gedanke hätte ihm früher ein Lächeln auf die Lefzen gezaubert, das er sich von einer Wahnvorstellung leiten ließ, sich wegen ihr von Grund auf änderte und zu Morden begann. Aber jetzt war er so an seine Einstellung gewöhnt, dass er sie nicht mehr hätte ablegen können, selbst wenn ihm nun bewusst wurde, dass er sein Leben lang an eine Illusion geglaubt hatte.

Sein Körper schrie, Feuer das Leben verschlang, und er sollte zu 'seiner Familie', zu seinem Rudel, er hatte es nicht getan, er hatte seinem Sohn das Leben zum zweiten Mal geschenkt, er hatte nicht gemordet, obwohl Mitsah sich danach so sehr sehnte. Aber nun stand er hier, er konnte umdrehen, niemand würde es mitbekommen, er würde den Welpen packen, ihm das Genick brechen, ihm die Kehle aufreißen und seinen Leib verbrennen lassen. Und doch wusste er, es würde ihn zwar befriedigen, aber nur für den Moment, es würde ihm nicht über die Länge hinaus ein erhabenes Gefühl geben. Später, erst später, wenn er erwachsen sein würde, dann würde er ihn niederstrecken und es würde ihm gefallen, oder sein Sohn würde ihn niederstrecken. Sein Körper wehrte sich, doch er war wieder zu Verstand gekommen, sein Kopf hatte sich schon entschieden, nur der Körper wollte ihm nicht gehorchen. Erst einige Augenblicke später, konnte er seine Pfoten wieder kontrollieren und setzte seinen Weg fort, in Richtung des Rudels. Er hatte nicht gemerkt, dass er mittlerweile das Feuer weit hinter sich gelassen hatte und die Rudelmitglieder schon wach zu erkennen waren und auch sie. Von Außen her, sowie von Innen, schien er so wie immer, nichts hatte sich verändert, oder doch? Für jeden würde er normal wirken, höchstens er selbst, hatte die winzige Veränderung wahrgenommen, wenn er sie nicht ignorierte.


23.08.2007 22:42





Die Wölfe entfernten sich immer weiter vom Feuer und schließlich spürten sie, wie ab und an etwas Kaltes in ihren Fellen hängen blieb, oder auf die Schnauzen fiel. Langsam setzte ein sanfter Nieselregen ein, verschleierte die Landschaft auf eine mystische Art und Weise. Heilend machte er sich daran die Flammen zu dämpfen, zerstören würde er sie noch nicht so schnell können. Trotzdem sorgten die leichten Tropfen dafür, dass nicht noch mehr vom Tal zu Asche wurde.

Die grauen Wolken zogen weiter, in der Ferne konnte man sehen, dass der Himmel sich noch weiter verdunkelte. Ein etwas stärkerer Regenschauer würde also nicht lange auf sich warten lassen.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
01.09.2010 16:03
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Cave of Mind
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Wächter

Alter

6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 13




Saiyán Tendes


Saiyán spürte den Biss seines Zwillingsbruders in seiner Rute kaum. Viel zu viele Eindrücke strömten auf den kleinen Welpen und zudem immer mehr Schmerz, weitaus schlimmerer als der mühsame Biss Aiyáns. So bemerkte er es auch nicht, als er wieder losgelassen wurde, eigentlich bekam er erschreckend wenig von seinem Bruder mit, obwohl er sich doch immer enger an ihn drückte. Der Rauch begann ihm zu Kopf zu steigen, seine Welt schwankte ein bisschen, wobei man sowieso kaum mehr etwas erkennen konnte. Vielleicht hatte Aiyán ja wirklich Recht und sie sollten lieber schnell verschwinden. Aber wohin denn? Da war doch nur das rote Monster und ganz viel Rauch und Hitze. Er konnte seinen Zwillingsbruder kaum verstehen, aber ein paar Worte sickerten zu ihm durch … vernichten … auffressen … jetzt konnte auch er ein angstvolles Fiepen nicht mehr unterdrücken. Er wollte noch nicht sterben, warum war das Monster so böse zu ihnen? Vorhin hatte es noch so nett gewunken, ihnen zugelacht, einladend vor sich hin gewippt. Es war zum Heulen. Und ihre Familie ließ sie so eiskalt im Stich! Wie sollten sie es denn alleine schaffen, vor dem Monster zu fliehen? Ihre Mutter musste sie retten und sie tat es nicht! Irgendwo zwischen der Angst und der hilflosen Trauer spürte der kleine Schwarze Wut, aber die wurde jetzt noch von zahlreichen Instinkten unterdrückt.

“Aaaaaaaaaaaaiyán …“

Heulte er auf.

“… ich will noch nicht sterben!“

Mit einem hilflosen Geräusch, was fast wie das schmerzhafte Miauen einer Katze klang, vergrub er seine Schnauze im Fell des Bruders und schmiegte sich noch enger an ihn. Es war so unerträglich heiß und das Monster kam immer näher … er blinzelte, ja, sie mussten weg, nicht hier sitzen bleiben … aber wohin? Sein Blick huschte hin und her, aber überall waren nur Flammen und Rauch. Er wollte einen Ausweg suchen, aber er traute sich nicht weg von seinem Bruder, ohne ihn würde ihn das Monster sofort bekommen. Und er konnte ihn doch auch nicht alleine lassen, er brauchte ihn doch auch.

“Wohin? Wohin? Wohin?“


Seine Augen wurden hektischer, trotzdem sah er kaum etwas, verthränt und blind vom Rauch. Aiyán sollte einen Ausweg finden, aber er durfte ihn nicht alleine lassen, er musste bei ihm bleiben. Zusammen würden sie nicht sterben, sie durften nicht sterben.


02.09.2007 16:04





Aiyán Tendes


Mit weit aufgerissenen Augen starrte der kleine Welpe in die züngelnden Flammen, die immer näher zu kommen schienen und wollte zurück weichen. Gleichzeitig wollte er aber auch nicht von seinem Bruder weg und in seiner Angst klapperten ihm schon fast die Zähne. Als Saiyán dann plötzlich auch noch aufheulte, entglitt Aiyáns Kehle ein verängstigter Schrei. Er hatte das Gefühl verrückt zu werden, verrückt von dem beißenden Rauch, vom Feuer, von seinem Bruder, den inzwischen auch kalte Panik gepackt hatte. Den eisblauen Blick wieder direkt in die Flammen gerichtet, stand ihm das Fell zu Berge. Warum wollte diese Bestie sie töten? Sie hatten ihm doch gar nichts getan! Der schwarze Welpe stellte sich genau die selbe Frage wie er; wohin? Wohin nur? Überall um sie herum war das brennende Monster und tötete. Und hinter ihnen? Er traute sich gar nicht zu gucken und selbst wenn dort ein Ausweg war, würde er seinen Zwilling dazu bewegen können ihm zu folgen? Nein, er sollte ihm gar nicht folgen, er sollte gleich neben ihm bleiben! Aiyán wollte, dass Saiyán dicht bei ihm blieb, damit sie sich nicht verloren, damit er ihn bei sich spüren konnte und nicht ganz so viel Angst hatte. Nun traute er sich doch und war einen Blick über die Schulter. Hinter ihnen lag immer noch die Ebene, vom vielen Rauch unklar und nebelig, aber trotzdem war dort noch kein Feuer. In einer hektischen Bewegung wandte Aiyán den Kopf wieder zu seinem Bruder herum und drückte ihn mit dem Kopf zur Seite.

Umdrehen! Wegrennen! Renn Saiyán!“,

rief er und musste anschließend husten. Jetzt stand der Kleine halb vor ihm und versuchte noch einmal ihn mit dem Kopf nach vorne zu drücken.

Sieh das Monster nicht mehr an und komm!“


02.09.2007 23:15





Die Zwillinge rannten endlich los und flüchteten von der Bergwiese und dem Feuer fort, panisch in irgend eine Richtung. Unterwegs gabelten sie auch noch Pyry Phirun und Schwester Naíra Telay auf, trotzdem waren sie nicht auf dem Weg, den auch das Rudel eingeschlagen hatte. Wie erwartet wurde der Regen stärker und machte sich daran die Flammen zu bekämpfen. Als es schließlich Nacht geworden war, flackerten nur noch sehr niedrige und schwache Flammen an den Feuerstellen im Tal. Der schwarze Rauch vereinte sich mit den düsteren Wolken am Himmel und tauchte Wolves Destiny in eine tiefe Dunkelheit, begleitet vom monotonen Geräusch des Regens. Das Rudel war inzwischen am Waldsee angekommen, konnte endlich rasten, verdauen und vielleicht sogar trauern ...



Adali


Der Regen fiel vom Himmel, perlte den Wölfen über die Schnauzen und tropfte schließlich zu Boden. Genau wie ihre Tränen. Adali hatte sich irgendwann mit Hilfe des Diamanten doch aufgerappelt, war mit dem Rudel zum See gegangen. Sie hatte ihre Tochter verloren, aber sie wollte nicht schon wieder verlieren. Nicht noch ein Mal. Sie hatte sich nicht genügend angestrengt. Es war ihre Schuld gewesen, das Yumé tot war. Hätte sie sich mehr bemüht eine gute Mutter zu sein, wäre dies gar nicht passiert. Traurig glitt der bernsteinfarbene Blick über die anwesenden Rudelmitglieder, die sie in der Dunkelheit nur schemenhaft ausmachen konnte. Diese Finsternis passte wunderbar zu der düsteren Stimmung und der Rauch hüllte alles in einen unwirklichen Trauerschleier. Wie lange stand die Flamme wohl schon so im Regen? Sie hatte keine Ahnung. Die Zeit war für sie stehen geblieben, als das Feuer ihre kleine Träumerin verschlang. Welch bittere Ironie, da eben jenes Feuer nun in ihren Augen fehlte. Leer und gebrochen war der Blick der Fähe, die trotzdem alles in ihrer Machtstehende tat, um den anderen zu helfen. Ihr Blick fiel auf die Welpen. Sie mussten furchtbare Angst gehabt haben. Erst das Gewitter, etwas völlig Neues und Fremdes, dann das Feuer und dann auch noch der Verlust von bekannten Gesichtern. Sie hatten es auch nicht einfach. Bei einer braunen Fähe erblickte der Morgenstern ihren Sohn Aidan und dessen kleine Freundin Shijarú. Langsam schritt die Schwarze auf Liaryl zu. Dankbar verzog sie die Lefzen zu einem Lächeln.

"Ich danke dir, das du meinen Sohn mitgenommen und auf ihn aufgepasst hast."

Den Kopf zu dem kleinen Schwarzen senkend, berührte sie die kleine Flamme an der Stirn und leckte ihm vorsichtig über den Kopf. Auch Shijarú strich sie über die Stirn. Nein, solche kleinen Lebewesen hatten es wirklich nicht leicht. Ein leises Seufzen entglitt ihrer Kehle, als sie im Hintergrund die Rauchschwaden sehen konnte, die träge über das Tal hinweg zogen, wie der Atem des Ungetüms, das hier alles zu verantworten hatte. Langsam wandte sie sich von den dreien ab, lief zwischen den Wölfen hindurch, auf die große, silberne Alphafähe zu. Bei ihr angekommen klappte sie die Ohren zurück und berührte Kiba sanft an der Schnauze. Ihre Augen ruhten auf den hellen Augen, in denen so viel Kummer steckte, wie in ihren eigenen. Erst wusste sie nicht richtig, was sie sagen sollte, vermochte nicht die richtigen Worte zu finden. Doch dann gab sie einfach dem Gefühl in ihrer Brust nach, das immer weiter anschwoll, strich der Requistin mit der Schnauze durch das Fell und lehnte schließlich tröstend ihren Kopf gegen die Schulter. Sie versuchte trotz allem ein wenig Trost zu spenden, das Leid ihrer Freundin ein wenig zu lindern, auch wenn sie dies nicht konnte. Was hatte die Graue schon alles erdulden müssen, bevor sie in dieses Tal kam? Zwischen dem nachwachsenden Pelz konnte die Phönixwölfin eine Narbe ausmachen und wollte die Antwort auf ihre Frage nun gar nicht mehr wissen. Stumm schloss sie die Augen und senkte ein wenig den Kopf. Wieso würden ihre Tränen niemals mehr aufhören zu fließen?


03.09.2007 05:24




Aidan Daray


Matt hatte sich der kleine Schwarze ins Gras sinken lassen. So ein verdammter Mist. Seine Zunge schien fast am Boden zu kleben, so sehr hechelte er. Kein wunder. Er hatte mit der braunen Fähe schritt halten müssen und diese konnte weitaus größere Schritte machen, als er. Also war er fast die ganze Strecke gerannt oder war im Stechschritt hinterher. Nun war er ein bisschen aus der Puste. Ein bisschen viel, um ehrlich zu sein. Hechelnd lag sein Blick auf der kleinen Grauen, die Liaryl getragen hatte. Gerne würde er sie ansprechen, doch noch fehlte ihm der Atem dazu. Also begnügte er sich vorerst damit herum zu sitzen und nach Luft zu schnappen. Seine Mutter erschien irgendwann noch aus dem Dunkel der Nacht und dem Schleier des Rauches und berührte ihn an der Stirn. Nachdenklich runzelte Aidan die Stirn, als Adali wieder verschwunden war. Seltsam. Sonst hatte er immer das Flimmern in ihren Augen sehen können, hatte es immer bewundert und war stolz darauf eine ähnliche Augenfarbe zu haben wie sie. Doch jetzt war da...nichts gewesen. Warum waren ihre Flammen erloschen? Das es am Tod seiner jüngeren Schwester lag, konnte er nur ahnen und dennoch konnte er es nicht realisieren. Zu sehr war er mit Luft schnappen, verarbeiten beschäftigt und seine Aufmerksamkeit legte sich wieder auf Shijarú. Außer Atem leckte sich Aidan über die Lefzen, trat noch etwas näher an die Graue heran, stupste sie vorsichtig an.

"Hey, Shijarú. Ist…geht es dir gut?"

.oO( Du Blödmann! Natürlich ist nicht alles in Ordnung und es wäre schon mehr als makaber, wenn es ihr gut gehen würde. Also was redest du dann da für einen Schwachsinn?)Oo.

Besorgt musterte er die kleine Fähe und sah dann zu der Braunen auf.

"Auch ich muss dir danken, das du Shijarú gerettet hast."

Vorsichtig strich er der Kleinen mit der Schnauze über den Rücken, ehe ein Blick auf den See fiel, an dem sie sich ja nun befanden.

.oO(Abkühlung!!)Oo.

Ein wenig zittrig auf den Läufen taumelte Aidan auf das Gewässer zu, bis seine Beine von Wasser bedeckt waren. Weiter traute er sich nicht hinein. Immerhin konnte er noch nicht schwimmen und ertrinken wollte er gnz sicher nicht.


03.09.2007 05:42




Sheyna Ayáru


Wimmernd hatte sich Sheyna zusammen gerollt. Sie hatte keine Ahnung, bei wem sie sich gerade befand, war völlig orientierungslos. Nur gefangen in ihrer Angst. Das Monster...Das Monster hatte getobt, hatte sie in Angst und Schrecken versetzt, hatte sie verschlungen, hatte getötet. Sie wusste es nicht mit Bestimmtheit, aber konnte sie es sich denken, konnte es ganz tief drinnen fühlen, konnte es an der Stimmung der anderen bemerken. Sie fühlte es, genauso wie sie spürte, das auch sie ein Monster war. Ängstlich rollte sie sich noch mehr zusammen, legte die Ohren ganz dicht an. Was wäre, wenn sie eines Tages auch so werden würde? Wenn sie, das braune Monster, das so anders war wie die anderen, auch solche schrecklichen Dinge tat Was wäre dann? Dann würde man sie hassen und verachten, sie würde einsam und gequält töten. Womöglich auch noch die, die sie so sehr lieb hatte.

"Papa...Mama...Aidan…"

Ihre zitternde, dünne Stimme war kaum vernehmbar. Kein Wunder. Sie hatte sich so eng zusammen gerollt und die Schnauze zwischen ihren Pfoten begraben, als fürchte sie, das Monster in ihr könne daraus hervor brechen. Ein Schluchzer schüttelte die Kleine, die sich daraufhin nur noch mehr zusammen kauerte. Warum? Sie hatte so große Angst. Wenn doch bloß ihr Bruder bei ihr wäre. Aber der hatte sie bestimmt auch nicht mehr lieb, wie in ihrem Traum vom Morgen. Weshalb war sie bloß so anders, so abstoßen? Hatte ihr Vater sie denn dann angelogen? Er hatte doch gesagt, das er sie lieb habe und ihr folgen würde, egal wo sie hin gehen würde. War das alles eine Lüge gewesen? Traurig kniff sie die Augen zusammen, unterdrückte nur schwer die Schluchzer, die aus ihr heraus wollten.

"Mama...Papa..."


03.09.2007 05:51




Kiba Telay


Schweigend hatte es die silbergraue Wölfin schließlich geschafft, die übriggebliebenen Wölfe zum Waldsee zu führen. Hier waren sie sicher und die Gefahr war vorbei. Doch zu welchem Preis? Der Gedanke an die, die sie hatte zurück gelassen ließ ihr schlecht werden. Die Welt drehte sich um und ließ Kiba Telay fast ersticken. Sie konnte nicht mehr. Der Regen würde diesen Schmerz nicht wegwaschen, niemals.
Die Leitwölfin hatte ihren Sohn Toboe bei seinem Freund Teyrm abgesetzt und war wortlos zum Ufer des Sees gegangen. Sie wollte jetzt mit niemandem reden, denn niemand würde verstehen, wie sie sich fühlte. Die Schuld lastete so tonnenschwer auf ihren Schultern, erdrückte sie fast. Sie wusste gar nicht genau, wie viele von den erwachsenen Wölfen fehlten, sie wusste nur, welche Gesichter sie nicht gesehen hatte. Yago, Shaiya, Slayer, Danley und … und … Silence Tear. Ein leises Schluchzen verließ ihre Kehle. Aber das waren noch längst nicht alle. Von den insgesamt Vierzehn Welpen waren nur noch Sechs da. Acht fehlten. Mehr als die Hälfte waren also verschwunden, vielleicht tot. Darunter auch Sechs von ihren eigenen Welpen. Aiyán, Saiyán, Naíra, Takaru, Araí und Talví. Gott, wie konnte die Welt nur so grausam sein? Was hatte sie denn getan, dass man ihr immer wieder die nahm, die ihr etwas bedeuteten, die sie liebte?!
Die Silbergraue senkte ihren Kopf und wieder mischten sich Tränen in den Regen, der auf ihren Wangen haftete. Vielleicht würde es niemand sehen, es waren bloß Regentropfen. Leer und gebrochen starrte Kiba auf den See, betrachtete reglos die Kreise, die das Himmelswasser auf der Oberfläche zeichnete. Sie hob den Kopf auch nicht, als die Graue hörte, wie sich ihr jemand näherte. Sie erkannte Adali an ihrem Geruch, beachtete sie aber gar nicht, so als wäre sie zu einer Salzsäule erstarrt. Aber auch ihre schwarze Freundin sagte kein Wort. Kiba Telay zuckte nicht einmal, als die Phönixwölfin sie an der Schnauze berührte. Sie ... sie hatte ihre eigenen Welpen im Stich gelassen. Das war unverzeihlich. Nun war die Requistin nicht nur eine schlechte Leitwölfin, sondern auch noch eine grausame Mutter! Erneut lief eine Träne ihre Wange hinab, vermischte sich mit dem nassen Pelz. Als Adali schließlich den Kopf an den ihren lehnte, legte die Silbergraue die Ohren zurück und schloss die eisblauen Augen.

Warum nur ...? Warum die Kinder? Ich habe sie alle im Stich gelassen ... Vielleicht sollte ich meinen Rang abgeben, zum Wohle des Rudels ...“

Ihre Stimme klang müde, ausgelaugt, erschöpft und leise. Sie hatte das Gefühl all dem nicht mehr standhalten zu können. Das Einzige, was sie nun noch hatte, waren Shijarú und Toboe. Und natürlich Adali, ihre Seelenschwester. Sie war ihr so dankbar, dass die Schwarze nun hier war um sie zu trösten, dennoch konnte sie das nicht zeigen und ihre Freundin nicht einmal ansehen. Sie starrte einfach nur durch den Regen, auf den See – oder noch eher, in das Nichts.


03.09.2007 17:05




Adali


Still stand die Schwarze da, den Kopf gegen die Schulter Kibas geschmiegt. Noch immer fielen Regentropfen auf die Wölfe nieder, vermischte sich mit den Tränen, die heimlich geweint wurden. Eine weile hatte Adali die Augen geschlossen, spürte nur den Schmerz in ihrer Seele, in ihrem Herzen und wusste, das es nicht nur ihr eigener, sonder auch der Schmerz ihrer Freundin war. Es war nicht zu beschreiben, was die beiden Fähen verband und doch fühlte sich das Flammenkind mit der Silbernen stark verbunden. Sanft strich sie mit der Schnauze über den Kopf und den Nacken der Alpha, die ungerührt da stand und genau wie sie kein Wort sagte. Worte waren etwas fehl am Platze, waren überflüssig. Adali spürte all das Leid, als wäre es ihr eigenes und zudem noch ihren eigenen Verlust. Es tat so schrecklich weh, die Tatsache versagt zu haben, jemand Geliebtes verloren zu haben. Sie hatte ihre Träumerin verloren, ihre kleine Tochter. Wie musste sich Kiba nun fühlen, die viele ihrer Kinder, einige Rudelmitglieder und obendrein auch noch ihren Gefährten nicht in Sicherheit wusste. Durch welche Hölle mochte die Graue gerade schreiten, gequält, aber doch nicht einsam. Nein. Die Ohren schützend nach hinten angelegt, reckte die Nachtflamme den Kopf etwas höher und leckte vorsichtig über den grauen Nasenrücken und strich ihr dann das Wasser, unklar ob es sich um Regentropfen oder um Tränen handelten, von den Augen weg. Sie würde ihre Freundin gewiss nicht im Stich lassen, auch nicht in solch einer Situation. Aufmerksam lauschte sie den leisen Worten, die schließlich erklangen. Verständnis lag in ihrem Blick, als den Blick auch auf den See richtete.

"Wen die Götter lieben, den lassen sie jung sterben... Du musstest eine Entscheidung fällen: Deine Familie oder dein Rudel. Du hast dich für dein Rudel entschieden. Eine ehrbare Entscheidung, die nicht jeder gefällt hätte."

Einen Augenblick verfiel sie wieder in Schweigen, blickte stumm auf den See hinaus, ehe sie den Blick auf Kiba heftete.

"Kiba...Sieh mich an. Das Rudel braucht dich jetzt. Mehr als sonst. Es kann dir keiner einen Vorwurf machen. Nicht jeder hätte so entschieden, wie du es getan hast. Du bist eine wundervolle Alpha, sonst gäbe es nicht so viele, die dir folgen würden. Und du hast ein gutes Herz, das jetzt leidet, gerade weil du eine gute Alpha bist und dein Rudel nicht im Stich lassen wolltest. Willst du es jetzt hängen lassen, nachdem du dein Opfer schon gebracht hast?"

Sanft war ihre Stimme, in der trotz des ruhigen Tones der Schmerz und die Trauer, all die Qual heraus zu hören war. Adali litt nicht nur wegen ihrem Verlust, wegen Kibas Verlust, sonder auch, weil ihre Seelenschwester litt.


03.09.2007 18:42




Liaryl


Sie war einfach gelaufen. Der Boden war schwarz – oder eher ein nichts. Trotzdem war sie der Leitwölfin schweigend gefolgt, die kleine Graue im Fang tragend. Immer wieder hatte sie zurück geblickt. Einmal, um nach dem Schwarzen zu sehen, der tapfer das Tempo hielt, und zum Zweiten, weil sie sehen wollt, wie hoch die Flammen noch schlugen. Es war nur ein Wimmern in ihrem Herzen, bloß ein kleiner Stern, der sie zurückhalten wollte. Doch sie hatte hier eine Aufgabe, man brauchte sie und das konnte sie unglaublich stark machen. Und als es zu regnen beginn, starb auch das letzte Fünkchen Hoffnung in ihr, sich doch noch in die Flammen stürzen zu können. Sie war etwas wert, sie konnte helfen. Nur das zählte. Ihre Pfoten liefen einfach nur noch über den nassen Boden, zwar langsamer als gewöhnlich, aber doch in einem Tempo, dass man vielleicht einen schnellen Schritt nennen konnte.
Jetzt saß sie am See bei den beiden Welpen und betrachtete sie durch ihre schweigsamen Augen. Die Dunkelheit um sie herum spiegelte ihr leeres Innere, das schon lange kein Fundament mehr hatte, auf das es etwas aufbauen können. Wie oft hatte sie es versucht, dort wieder etwas sicheres zu errichten, wo einst die Liebe ihrer Familie gestanden hatte. Das war das einzige, worauf sie etwas basieren konnte und genau das war nicht mehr da. Da war gar nichts, nichts, nur eine schwarze Leere. Das Ruder ihres Lebens war ihr aus der Hand geglitten und niemand war da, der sie wieder aus dem Wasser ziehen konnte. Ein blasses Lächeln huschte über ihre Lefzen, ein kleiner Hoffnungsglanz. Ja, sie wollte hoffen, dass dieses Gewitter keine Familien auseinander gerissen hatte. Sie wollte hoffen, dass die Welt dieser Welpen noch nicht zerstört worden war. Leicht zuckten ihre Ohren, als sich eine Fähe näherte. Vielleicht war es die Mutter, vielleicht wollte sie ihre Welpen abholen. Freundlich sah sie die Schwarze an, doch ihr Lächeln verstarb, als sie die leeren Augen erblickte. Diese Fähe würde sich nicht freuen, dass die kleine Sängerin die beiden gerettet hatte. Das feine Licht in ihrem Herzen wurde von einer kalten Windböe der Wahrheit vernichtet. Es waren doch Familien zerstört worden – oder? War sie dann überhaupt etwas wert gewesen? Hatte sich das Ganze dann gelohnt? Das Lächeln der Fähe zeigte Dankbarkeit und war doch nur gefüllt von Leere und Trauer. Ihre Stimme kam der Braunen ebenso monoton vor. Trotzdem zog sie ihrerseits die Lefzen leicht in die Höhe.

„Es war meine Pflicht...“

gab sie zurück und nickte ihr freundlich zu. Dann war die Mutter auch wieder verschwunden. Liaryl sah ihr eine ganze Weile hinterher. Sie war überhaupt nicht gut im Trösten, nein, dazu war sie einfach zu viel mit sich selbst beschäftigt. Die Schwarze hatte bestimmt ihre Freunde hier, die konnten ihr mehr helfen als so eine fremde Fähe, die nichts zu tun hatte und ihrem eigenen Seelenschmerz unterlag. Lautlos seufzte sie, schmiegte die dichte Rute an ihren Körper und sengte ihren Blick wieder auf die beiden Welpen. Faszinierend wie sich der kleine Rüde um seine Freundin kümmerte, obwohl er selbst kaum noch Kraft hatte. Für einen kurzen Moment ließ es sie an ihrem Weltbild zweifeln, aber dieser Moment war nur wirklich ziemlich kurz. Das Bild, was sich ihr bog, bewegte ihr Herz, aber es fühlte sich so weit weg an, als wäre es nicht real. Die beiden hatten einander. Das Rudel hatte sich und sie hatte niemanden, denn solange sie niemand brauchte, war sie bloß ein Geist und für die meisten unsichtbar. Sie war eben nicht wichtig. Ja, dieser Gedanke fraß sie innerlich auf, machte alles zu Nichte und holte die Erinnerungen wieder zurück, die Bilder, die Worte. Es war seltsam, dass man im Inneren so verzweifelt sein und äußerlich so ruhig oder in Gedanken versunken wirken konnte. Manchmal wünschte sie sich, ihre Maske würde nicht so perfekt sein. Doch es war ihr Schutz vor weiteren Schlägen auf ihr geschundenes Herz.
Der Rüde fing ihren Blick auf und bedankte sich auch bei ihr. Ein Tropfen auf eines heißen Stein – und doch brauchte es ein ja vielleicht sogar herzliches Lächeln auf ihr Gesicht.

„Wie gesagt, es war meine Pflicht und selbstverständlich. Ich muss dir danken, dass du so tapfer gelaufen bist...“

Vielleicht würde er ihr Danksagung nicht verstehen. Sie hätte sich Vorwürfe gemacht, wenn er in den Flammen zu Grunde gegangen wäre. Sie hätte sich selbst dafür schuldig erklärt. Niemand konnte sie verstehen... Nicht einmal der Regen. Als der Schwarze zum Wasser lief, sah sie ihm noch hinterher, ehe sich sein dunkles Fell der Nacht anpasste. Dann schloss sie die Augen und reckte ihr Haupt ein Stück gen Himmel. Sie spürte das leise Trommeln der Tropfen auf ihrem Fang und atmete tief ein. Gut, jetzt konnte man sie wieder wegwerfen. Gewöhnt war sie es ja sowieso schon. Die Bilder kamen zurück.

.oO( „Du lügst, Lia! Hör auf so zu sprechen!“ )

Das Grollen ihres Bruder donnerte wieder in ihren Ohren, als würde er vor ihr sitzen und seine Worte schlugen auf sie ein wie Peitschenhiebe. Ihr Herz fing an zu rasen.

.oO( Oh Gott, lass mich sterben, bitte, lass mich sterben... )

Sie riss ihre Augen auf und brauchte eine Sekunde, bis sie wusste, wo sie war. Es war alles in Ordnung. Er war nicht hier, nur Fremde waren hier. Ihr Atem beruhigte sich langsam, während sie sich ins Gras zu der grauen Fähe sinken ließ. Blass aber zauberhaft lächelte sie die Welpin an, ehe sie ihr Haupt auf die breiten Pfoten gleiten ließ. Dann lauschte sie in die Nacht, hörte Dinge, die sie nicht hören wollte und kam sich wieder so überflüssig vor. Sie würde hier bleiben, bis man sie wieder brauchte.


03.09.2007 19:07




Saiyán Tendes


Saiyán fühlte sich mies. Seine rechte Vorderpfote brannte, jede Bewegung tat weh. Sein Hals kratzte als hätte er Holz verschluckt und sein ganzer Körper kribbelte irgendwie, als würden tausend Ameisen über ihn krabbeln. Der schwarze Welpe schlug die Augen auf und sogar das tat irgendwie weh. Sie thränten und was sie nach einigem Blinzeln dann erblickten war auch nicht sehr schön. Was vorher mal seine Pfote gewesen war, schimmerte jetzt rosa-rot, zumindest der Pfotenrücken. Nach kurzer Zeit des Betrachtens wandelte sich dann aber seine Meinung, schwarzes Fell war zwar irgendwie stylischer, aber das da hatte einen sehr außergewöhnlichen Charakter. Insgesamt konnte das seine Laune, die wirklich am Tiefpunkt angelangt war, aber nicht wirklich heben. Wo war er überhaupt? Sie waren geflohen, vor dem Monster, aber eigentlich ein wenig übertrieben panisch, das hätte ihnen ja gar nichts gemacht. Und dann mussten sie einfach irgendwo liegen geblieben sein. Von ihrer Familie weit und breit keine Spur, aber die waren sowieso blöd, sollten sie doch weg bleiben, hatten sie im Stich gelassen. Jetzt wurde er allerdings auf die zwei anderen Welpen aufmerksam, sie waren ja gar nicht alleine. Ein Grauer, den hatte er irgendwo schon mal gesehen, aber eigentlich war er ihm vollkommen egal und ihre Schwester. Was machte die hier? Konnte die nicht bei den anderen dämlichen Geschwistern bleiben, da, wo sie hingehörte? Blöde Schnepfe. Er richtete sich auf und verzog dabei leicht das Gesicht, irgendwie tat ihm alles weh. Es blinzelte zu Aiyán und stupste ihn dann leicht in die Seite. Er hatte zwar keine Ahnung, wo er hin wollte aber bei diesen beiden komischen Gestalten wollte er nun auch nicht bleiben.

“Komm Aiyán, wir gehen. Ich hab Durst. Hier ganz in der Nähe muss doch der komische Gebirgsbach sein.“

Er warf den beiden anderen einen feindseligen Blick zu, sie sollten ja nicht auf die Idee kommen, mitzugehen. Ein bisschen sinnlos stand er nun vor seinem Zwillingsbruder im Regen, aber der kühlte immerhin seine Haut, die sich schon etwas besser anfühlte. Die ganze Situation ging ihm richtig auf die Nerven. So verängstigt er vor einigen Stunden gewesen war, so vollkommen hatte er sich nun wieder gewandelt. War wieder der Coole, der so ganz anders ist als die anderen. Jetzt war es dunkel und es regnete, es tat alles weh und er hatte keine Ahnung, was sie nun machen sollten. Zum Rudel wollte er nicht zurück, aber was sollten sie denn sonst so machen? Beschissene Situation, er hätte am liebsten den komischen grauen Welpen dafür angefaucht, aber er war nicht so cholerisch wie manch anderer und beließ es deshalb lieber bei einem missmutigen Blick zu ihm. Dann wandte er sich wieder Aiyán zu und sah hoffentlich ungeduldig aus. Wasser war eine gute Idee von ihm gewesen. Seiner kratzigen Stimme würde das gut tun und die Wunde brannte wirklich, sie zu kühlen konnte auch nicht falsch sein.


04.09.2007 17:53




Pyry Phirun


Er wusste nicht wie, er wusste nicht wann, er wusste nicht warum, doch irgendwann war er auf diese zwei Schwarzen getroffen, Zwillinge, so wie es schien, denn beide waren von tiefschwarzem Fell und hellblauen Augen, wenn er sich nicht irrte, waren es die Welpen der Alpha. Fast hätte er gesagt, dass er sie beneidete, um des schwarzen Fells Willen, es gab ihnen ein kühles Aussehen, welches er zwar auch besaß, doch sein graues Fell machte ihn weichlich, so empfand er es zumindest. Eigentlich war Pyry Phirun Einzelgänger, doch dies war eine Ausnahmesituation, es war die einzige Richtung gewesen, in der er laufen konnte, sonst hätte ihn das zischende Monster verschlungen. Schwer konnte er nachvollziehen, um was es sich bei diesem Zeug handelte, seine Pfotenballen brannten, doch am schlimmsten hatte es seine Rutenspitze getroffen, sie war leicht angesenkt worden. Schmerz - er musste sagen, er verachtete ihn keines Wegs, dieses Monster bereitete einem Schmerz, es strahlte eine Wärme aus, die von Macht sprach, es war die pure Macht und er hatte sich ihr unterworfen und dafür hatte sie ihm Schmerzen bereitet. Doch er achtete nicht darauf, es interessierte ihn nicht, viel mehr war es die Tatsache, dass er immer noch bei diesen seltsamen Zwillingen war und der anderen Welpin, anscheinend war es ihre Schwester. Der Graue kannte die Welpen des Coniugo, (die Stelle bitte nicht ernst nehmen, ihr kennt Pyry, der ist nun mal scheiße!! ^^’’’) dass es sich um eine Tochter der Alpha handeln musste, die hatte sich eh mit dem schwarzen Silence vermehrt, wie Hasen. Wie viele Welpen sie nun hatten, wusste er selbst nicht genau, er blickte da nicht mehr ganz durch. Ihm reichte schon seine eine Schwester, verrückt, schwächlich und nutzlos, sie war ihres Lebens nicht wert. Aber ihm sollte es doch egal sein, ihm war alles egal.
Lange Zeit hatten die vier Welpen da gelegen, die anderen schienen zu schlafen, doch der Rüde konnte kein Auge zu tun, wenn er daran dachte, dass sein Vater ihm das Leben gelassen hatte, verdammt, wieso hatte dieser dreckige Rüde ihn nicht getötet?! Ständig machte er alles falsch, wozu hatte er ihn? Was war daran so schwer gewesen, er hatte ihn gedemütigt, wie viel wollte Mitsah noch, ein einfacher Biss und Pyry wäre erlöst gewesen, von seinem verdammten Schicksal. Und was hatte er damit gemeint "wenn ich dich jetzt nicht töte, wirst du mich eines Tages töten"? Er, Pyry Phirun, würde seinen Vater eines Tages töten? Meinte er das ernst, würde er sein größtes Ziel erreichen? Ein sachtes Lächeln zog sich um seine Lefzen, verschwand jedoch sofort, als er merkte, dass einer der Zwillinge aufwachte und sich erhob. Lange Zeit hatte der Graue da gelegen, aufrecht lag er da, den Kopf auf den Vorderpfoten gebettet, die Hinterläufe angewinkelt, die Rute an den Körper gezogen. Jedoch jetzt hob er das Haupt, die goldig gelben Augen auf dem ihm noch Fremden gerichtet. Aufmerksam betrachtete er den Schwarzen, er schien sich verletzt zu haben an seiner Pfote, er hatte ihn nun am liebsten ausgelacht, auch er hatte etwas abbekommen, aber heulte er deswegen rum? Nein! Vielleicht übertrieb er nun auch gerade, aber er war aufs Äußerste gereizt, suchte fast schon Streit.

"Was für'n scheiß...wo bin ich hier gelandet...was für ein Schwächling..."

Die Worte murmelte er leise vor sich hin, die Stimme kalt aber mit einem abfälligen Unterton, vielleicht hatte er es gehört, vielleicht auch nicht, es war ihm egal. Nur leise vernahm er das monotone Geräusch des Regens, die Nacht war hereingebrochen und es war dunkel geworden, doch wirklich interessieren tat es den Grauen nicht, es gefiel ihm so, so sahen sie zumindest nicht seine Schwanzspitze.


05.09.2007 17:23




Naíra Telay


Naíra Telay legte gähnend ihre silbernen Ohren an, musterte mit ihren eisblauen Augen ihre beiden Zwillingsbrüder und dann noch den fremden, grauen Welpen, der bei ihnen war. Sie seufzte leise in sich hinein, lag ruhig auf dem Boden, den kleinen Kopf auf die Vorderpfoten gelegt. Ihr war langweilig, gab es hier nicht ein wenig Action ? Für ihr Temperament war die ganze Situation hier eindeutig zu ruhig, so hob sie ihren Kopf um zu Worte zu kommen.

"Wie lange wollen wir hier noch rumlümmeln ? Wenn ihr mich fragt könnten wir uns mal langsam auf machen und nach dem restlichen Rudel suchen !"

Ja, einer musste doch mal was unternehmen. Es war eindeutig lahm hier, zumindest dachte die Silberne dies. Sie brauchte immer Unterhaltung, so war sie doch ein kleiner Wirbelsturm des Feuers. Ihre Miene wurde ernst, als sie sich daran machte, den anderen grauen Welpen zu mustern.

"Und was suchst Du eigentlich hier ?"

Fragte sie ein wenig grimmig und ließ ihre Ohren nach oben schnellen, während sie wachsam zu dem Grauen lauschte. Sie war auf seine Antwort gespannt, zumal ihr Ton alles andere als freundlich gewesen war. Vielleicht würde es was bringen einen Streit anzuzetteln, dann würde wenigstens ein wenig Schwung in das Ganze kommen. Langsam richtete sich die kleine Welpin auf um sich die Läufe ein wenig zu vertreten. Der Regen, der unaufhörlich auf ihr silbernes Fell prasselte, ließ sie ein wenig schaudern. Ihr Magen knurrte und sie ließ sich wieder auf ihre Hinferläufe sinken. Ruhigen Blickes betrachtete sie einen der Zwillinge, Aiyán, der scheinbar keine Anstalten machte irgend etwas Interessantest von sich zu geben.

"Ich habe Hunger..."

Flüsterte die Graue in den kalten Wind und jaulte leise vor sich hin. Spätestens jetzt musste sie den schwarzen Zwillingen und dem grauen Welpen auf die Nerven gehen. Naja, war ihr eigentlich alles egal. Hauptsache sie bekam bald etwas in ihren Leeren Magen, zudem war ihr kalt.

"Und ich friere... und überhaupt... ihr seid stink langweilig !"

Fauchte sie die anderen Welpen an und legte wieder grimmig ihre silbrigen Ohren an. Wahrlich, ihr stinkte gerade alles. War sie vielleicht eine kleine Zicke, war ihr eigentlich auch egal. Jedenfalls schwätzte sie wie ein Buch und es war alles andere als Interessant, was sie von sich gab. Eher nervig, wie sie so rummotzte. Wieder richtete sich die Graue auf und näherte sich den nun den beiden Schwarzen, bei denen sie dann stehen blieb. Schweigend musterte sie die beiden. Oh, wie ihr doch langweilig war.

~Ich wünschte, Mama und Papa wären hier...~

Dachte sich die Kleine und starrte dann wieder ihre beiden Brüder an, ehe ihr zornig werdender Blick wieder zu dem Grauen wanderte. Alles öde... sie seufzte nochmals leise und ließ sich dann neben ihren schwarzen Brüdern auf die Hinterläufe sinken, starrte schweigend in die Ferne. Wenigstens war sie dann mal für ein paar Minuten still.


05.09.2007 21:03




Aiyán Tendes


Benommen hatte der schwarze Welpe erst auf der Seite gelegen und versucht hin und wieder den Kopf zu heben. Aber irgendwie schwankte alles so komisch und er schmeckte noch immer diesen ekligen Rauch in der Kehle. Aiyán blinzelte und schüttelte ein paar Mal das Haupt ein wenig hin und her. Langsam setzte sich die Welt wieder in ihre Fugen und tanzte nicht mehr so spöttisch vor ihm herum. Der Schwarze drehte die Ohren etwas zurück. Naja ... immerhin hatten sie es geschafft dem bösen Monster zu entkommen! Und Unterwegs hatten die Zwillinge dann auch noch einen Welpen aus einem anderen Wurf aufgegabelt. Wessen Wurf eigentlich noch mal? Er wusste es gar nicht, oder doch – dieser grimmige Welpe von der weißen Wölfin. Und sein Vater war dann dieser komische, graue Klotz, der immer weg war? Auch egal. Ihre Schwester war jetzt nämlich auch noch da und machte wieder einmal das, was sie am Besten konnte. Reden. Aiyán hörte ihr aber gar nicht richtig zu, sondern ließ den eisblauen Blick zu seinem Bruder wandern, der jetzt auch wieder normal war. Der Kleine seufzte leise. Er konnte jetzt Saiyán die Schuld an diesem Desaster geben, aber bringen tat es ihm auch nichts. Sie hatten den Anschluss zum Rudel verloren, es regnete, sie hatten wohl alle Hunger und ach, irgendwie war alles grade ziemlich scheiße. Sein Zwilling äußerte nun ja auch schon, dass er durst hatte. Vorsichtig sah Aiyán ihn von der Seite an. War es klug weiter zu gehen? Wie sollten sie denn das Rudel wiederfinden, wenn sie kreuz und quer durch das Revier liefen? Aber irgendwas mussten sie tun und er hatte ehrlich gesagt auch schrecklichen durst. Der Schwarze sah auch, wie Saiyán den anderen zwei Welpen böse Blicke zuwarf, aber das konnten sie nun wirklich nicht machen! Sie mussten wohl oder übel zusammen bleiben und sich dazu aufzuraffen war schon ein starkes Stück, da Aiyán nicht die geringste Lust hatte sich die ganze Zeit irgendwelche Keifereien zwischen den anderen Welpen anzuhören. Missmutig legte er die Ohren an und seufzte.

Okay ... und dann sollten wir das Rudel suchen, Hunger hab’ ich nämlich auch.“

Nun erhob sich Aiyán auch ganz und nickte seiner Schwester zu, während er Pyry nur mit einem kurzen, nicht grade freundlichen Blick bedachte. Die eisblauen Augen wanderten wieder zu Saiyán, wo sich seine Ohren leicht zurück legten und er seinen Zwillingsbruder entschuldigend gegen die Schnauze stupste.


07.09.2007 18:50




Saiyán Tendes


Saiyán hatte langsam das Gefühl in den Boden einzusinken, die Erde war von dem Regen schon ein wenig aufgeweicht und wie es aussah, könnte sie bald zu richtigem Matsch werden. Saiyán mochte es, wenn sein Fell brauner wurde und er irgendwie verdreckt aussah. Dann sah er nicht nur total anders als Aiyán aus, sondern auch einfach nicht so idiotisch gepflegt, wie alle hier immer an ihrem Fell herumputzten. Anders eben … perfekt. Aber noch war es nicht so weit, dafür musste es etwas mehr regnen und sowieso hatte er gerade anderes im Kopf. Bevor er jedoch noch einmal quengeln und seinen Bruder zum Aufbruch anstacheln konnte, mischte sich der graue Fellwisch ein. Was hatte der da gelabert? Schwächling? Meinte er nun ihn oder Aiyán? Egal, niemand beleidigte seinen Zwillingsbruder und ihn auch nicht.

“Ey, hast du irgendein Problem? Hau doch einfach ab. Renn zu deiner Mami, die mag dich ja vielleicht.“

Er kräuselte leicht die Nase und knurrte noch eine Beleidigung, dann wandte er sich von ihm ab und musste gleich in das Gesicht von seiner blöden Schwester schauen. Die laberte wieder irgendeinen Müll dahin, was Saiyán fast aggressiv werden ließ, er hasste es, wenn jemand viel und laut und Schwachsinn redete. Besonders, wenn dieser Jemand auch noch ein Welpe war, die hatten immer so grässliche Stimmen. Seine Stimme war da anders, sie war schon ein wenig tiefer und er brüllte mit ihr auch nicht immer so dämlich herum. Dann jaulte Naíra auch noch, was Saiyán mit einem leisen Knirschen kommentierte, bis er es schließlich nicht mehr aushielt, sie anknurrte und dann fast wie eine Katze fauchte.

“Halt’s Maul!“

Eher symbolisch fuhr er sich mit beiden Vorderpfoten gleichzeitig über die Ohren und verharrte einige Sekunden so mit zugekniffenen Augen. Er wollte weg hier. Die waren ihm zu beschränkt und außerdem zu laut. Sein Bruder hatte sich mittlerweile auch aufgesetzt, sah aber auch nicht sehr glücklich aus. Saiyán hatte das Bedürfnis, ihn lächeln zu sehen, hätte gerne etwas gemacht, damit er lachen musste, aber nicht vor diesen blöden Welpen und nicht bevor er die Wunde ins Wasser tauchen konnte. So versuchte er ihm nur ein freundlicheres Gesicht zu zeigen und tappte dann bedeutungsvoll schon mal los.

“Das Rudel suchen? Naja … mal sehen …“


Ayián sah zu unglücklich aus, da wollte er nicht sagen, dass er nicht mehr zum Rudel zurückwollte. Aber später würde er mit ihm reden, die hatten sie im Stich gelassen, vielleicht sogar extra. Vielleicht wollten sie sie loswerden, weil sie zu anders waren, nicht so blöd wie die anderen Welpen. Und zu so was wollte er dann noch zurück? Nein … aber darüber sollte er später nachdenken, jetzt versuchte er erstmal den Gebirgsbach zu orten.


07.09.2007 20:48




Pyry Phirun


Mit jedem Augenblick wurde seine Laune schlechter, die Schwester der Zwillinge schien hellwach geworden zu sein, ihre verfluchte Stimme dröhnte in seinen Ohren, sie schien nicht aufzuhören mit dem Gerede. Ein kaum hörbares Grollen entwich seiner Kehle, die goldig gelben Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, aber er schwieg, biss sich auf die Lefzen und hielt sich zurück. Auch als sie ihn ansprach und auch ihre bösen Blicke ließen ihn nicht den Stand verlieren, im Gegenteil, es lies ihn immer ruhiger werden, kühler werden, er sollte sich von so etwas nicht aufregen lassen. Sie war jung, dumm, naiv und furchtbar nervig, wenn er ehrlich war, war Pyry alles andere als ruhig, in ihm türmte sich eine riesige Wut auf, aber er wusste, er durfte es nicht einfach rauslassen, das machte man nicht, wenn man unnahbar und kühl war. Die hellen Ohren legten sich leicht zurück, sein Blick huschte zu dem zweiten Zwilling, der mittlerweile aufgewacht war und irgendetwas von Rudel laberte. Er, Pyry Phirun würde ums Verrecken nicht zurückgehen! Endlich war er von dem gesamten, beschissenen Rudel weg, da sollte er wieder zurück, nur weil sie durstig und hungrig waren, wehleidig und schwächlich, diese verdammten Ratten der Alphawölfe? Nein, nicht mit ihm, dann würde der Rüde eben alleine weiter gehen, aber nichts sollte ihn dorthin wieder zurückbringen. Am liebsten hätte der Graue etwas erwidert, doch dann reagierte der andere Zwilling auf seine Worte, schien so, als ob er sie gehört hätte. Ohne, dass Pyry es wollte, stellten sich seine Nackenhaare auf, ein tiefes Grollen - zumindest kam es tief aus der Kehle, seine Stimme war zwar nicht hell, aber nicht so tief, wie die eines erwachsenen Wolfes - verließ seine Kehle, langsam stand er auf, versuchte sich ein bisschen größer zu machen, als er war, aber nur so viel, dass es nicht auffiel. Er fixierte den Schwarzen mit dem Blick, versuchte ruhig zu bleiben, doch der gesamte Tag hatte an seinen Nerven gezerrt und ihn aggressiv gemacht.

"Hey, Schwächling. Dein Brüderchen hat Hunger, geht lieber zum Rudel zurück, du schaffst es doch nicht mal einen Tag ohne deine Mami auszuhalten und vor allem nicht hier draußen, Heulsuse. Und nimm deine nervige Schwester mit, das hält ja der stärkste Rüde nicht aus..."

Ein kaum bemerkbares Lächeln schlich sich um die dunklen Lefzen, es befriedigte ihn wahrlich einen Streit zu beginnen und zu führen, die gelben Augen funkelten leicht, doch schnell verhärtete sich sein Gesichtsausdruck wieder und er betrachtete den Dunklen mit derselben Gleichgültigkeit, mit der er sonst auch immer andere betrachtete. Seine Stimme war scharf gewesen, mit einem leicht gehässigen Unterton, ohne es wirklich mitzubekommen, hatte der Rüde den Schwarzen herausgefordert und der Einsatz stand schon fest, es ging um Stolz, um Ehre, um Recht, um Selbstständigkeit. Mit diesen Worten drehte er sich halb zur Seite und machte sich auf, in eine andere Richtung. Er war lieber auf sich allein gestellt und hatte keine Lust, mit solchen Schwächlingen gesehen zu werden, vor allem würde sie jemand suchen kommen, keiner interessierte sich für ihn, Mitsah würde nichts dafür tun, dass sein Sohn wieder nach Hause kommen würde, aber die Alpha würde ihre Welpen suchen lassen, da war er sich sicher, also war es nur eine logische Schlussfolgerung, je schneller er von hier verschwand, desto größer waren die Chancen, dass man ihn nicht finden würde. Und der Regen, sowie die Dunkelheit der Nacht würden es ihm erleichtern, nicht gefunden zu werden, zu sicher war er sich, dass er einfach so wegkommen würde, von den drein.


07.09.2007 22:15




Naíra Telay


Der Regen prasselte weiterhin unaufhörlich auf den Boden und das Fell der Silbergrauen war inzwischen patschnass. Grimmig beäugte sie ihre beiden Brüder und diesen komischen fremden Rüden, der sich wohl für was Besseres hielt. Naíra war mehr als schlecht gelaunt, am liebsten hätte sie sich einfach irgendwo in ein Erdloch verkrochen und sich nie mehr blicken lassen. Vielleicht waren auch dann ihre Zwillingsbrüder und der kleine Graue zufrieden, denn anscheinend ging sie den dreien ziemlich auf die Nerven. Aber das war Naíra eigentlich gleichgültig. Leise knurrend legte sie ihren Kopf auf die viel zu großen Vorderpfoten und musterte mit finsteren Blicken Pyry, der damit begann ihren Bruder anzufauchen. Auch sie beleidigte er noch mit, was ihr überhaupt nicht passte. Dennoch "setzte sie sich erst einmal auf ihre Schnauze", sagte also nichts und starrte nur abwechselnd die beiden Zwillinge und dann wieder den Grauen an. Schließlich wurde es ihr doch zu doof und sie hob ihren kleinen Kopf, zuckte mit ihren silbrigen Ohren und knurrte Pyry an.

"Mir stinkt's. Ich weiß zwar nicht, was Du für ein Problem hast, aber hüte Dich mich und meine Brüder doof anzumachen. Sieht so aus als wären wir in der Überzahl, Kleiner !"

Ihre Stimme klang spitz und sehr gereizt, sie knurrte hinterher noch einmal so tiefkehlig wie es ihre Welpenstimme zuließ und legte dann wieder ihren Kopf auf die Pfoten. Dann betrachtete sie Aiyán und Saiyán. Anscheinend wollte der eine der Schwarzen sich aus dem Staub machen. Das bedeutete, dass der andere Zwilling folgen würde. Schließlich waren die beiden kaum zu trennen. Als sie dann auch noch sah, wie Pyry sich angeblich verziehen wollte regte sie sich ganz gewaltig auf. Sollte sie denn hier ganz alleine liegen bleiben ? Missmutig blickte sie zu ihren Brüdern und wimmerte leise in sich hinein.

"Wo wollt ihr denn alle hin ? Ihr könnt mich doch nicht einfach hier allein lassen !"

Winselte sie und sah verwirrt zu Saiyán. Wenn sie jetzt wirklich alle gehen würden, würde sie alles ihrer Mama erzählen, damit sie auch alle gehörigen Ärger bekamen. Doch allmählich glaubte Naíra Telay nicht mehr daran, so bald ihre Mama wieder zu sehen. Vielleicht würde sie vorher sogar noch verhungern oder an dieser verfluchten Kälte sterben. Ihr war kalt, sie hatte Hunger, dieser Graue regte sie einfach nur auf, ihre beiden Brüder wollten abhauen... da konnte man doch einfach nur schlechte Laune haben. Und der Gedanke an ihre Eltern ließ die Stimmung der Silbernen immer trüber werden. Was, wenn sie sie niemals mehr sah ?
Das war ein wenig zu grausam, dass sie diesen Gedankengang weiterführen wollte. Statt dessen starrte sie wieder die anderen Welpen an und wieder stand dieser grimmige Blick in ihren eisblauen Augen. Anscheinend wurde sie sowieso ignoriert, also konnte sie dahinlabern, was sie wollte. Würde sowieso niemand drauf eingehen. Naja, wenigstens hatte Aiyán zugegeben, dass er auch Hunger hatte. Aber das war's dann auch schon gewesen, von Saiyán war sie dann auch noch angefaucht worden. Nun denn, wenn sie eben alle so zickig waren, sollten sie es an jemand anderem auslassen. Langsam richtete sich die Welpin auf, sah sich um und merkte, dass die Landschaft ebenso trüb wie ihre Laune aussah. Sei seufzte leise.

"Also wenn ihr mich fragt, ich will jetzt das Rudel suchen. Mir egal, was ihr macht, aber das ist mir doch zu doof hier rumzuliegen und nichts zu tun."

Bestimmt hob die Silbergraue ihren Kopf und legte einen kurzen Augenblick ihre Ohren an, sah sich dann nochmals um und war irgendwie ziemlich unschlüssig, in welche Richtung sie los gehen sollte. Sie wimmerte wieder ganz leise und senkte ihren Kopf. Dann begann sie zu schnuppern. Nirgends schien es nach Wolf zu riechen, außer den anderen Welpen witterte sie rein gar nichts. So ein Mist. Der Regen machte es aber auch schwer für so eine Welpennase, irgend etwas zu schnuppern. Trotzdem, nur um den anderen Welpen zu zeigen, dass sie es ernst meinte, tappte sie in eine Richtung los. Allerdings sehr langsam, in der Hoffnung, die anderen Welpen würden ihr folgen. Mit Ausnahme des kleinen Grauen natürlich, den konnte sie nämlich nicht leiden. Warum, das wusste sie gar nicht so genau, hatte er ihr doch eigentlich nichts getan. Dennoch... anscheinend hatte er sowieso was anderes vor. Langsamen Schrittes also entfernte sich die Silberne von den anderen Welpen, spürte wie ihre zu großen Pfoten im Schlamm versanken. Wartete darauf, dass ihre Brüder ihr folgen würden... sie hatte keine Lust, allein nach dem Rudel zu suchen.


08.09.2007 12:24




Aiyán Tendes


Aiyán Tendes’ Blick flog hin und her, zwischen seinem Zwillingsbruder und dem grauen Arschloch, zwischen seiner Schwester, die auch nur noch am Rummaulen war, und der Wiese ... ah! Verdammt noch mal, warum mussten die sich jetzt alle gegenseitig beleidigen und ankeifen?! Was Saiyán noch grade zu ihm gesagt hatte, überhörte der schwarze Welpe alles. Ihm reichte es jetzt nämlich. Sollten die doch alle machen, was sie wollten! Er hatte keinen Bock mehr sich das alles anzuhören, sollten die sich doch an die Gurgeln gehen! Aiyán zog die Augenbrauen ein wenig zusammen und guckte die Drei böse an. Ein Knurren verließ dann seine Kehle und er drehte die Ohren zurück.

Ihr seid alle scheiße!“,

fauchte der Welpe sie an und drehte sich ruckartig um. Mit großen, fast schon stampfenden Schritten ging er an Saiyán vorbei und lief einfach in die Richtung, in die sein Bruder eh schon hatte gehen wollen. So, das hatten sie nun davon. Jeder hatte jeden einmal angeschnauzt, beleidigt, jeder hatte schlechte Laune und alle wollten irgendwo lang gehen. Und er, er würde jetzt keine Rücksicht mehr nehmen, er war nämlich total sauer. In so einer Situation brachte es doch wirklich nichts zu streiten! Aiyán würde ganz systematisch vorgehen; erst zu diesem blöden Gebirgsbach um was zu trinken und den ekligen Rauchgeschmack loszuwerden, dann würde er nach dem Rudel suchen. Grade in diesem Moment sehnte er sich fürchterlich nach seiner Mama würde so gerne zu ihr kriechen und die anderen nicht mehr hören, aber sie war ja nicht da. Und er glaubte nicht, dass sie ihn einfach im Stich gelassen hatte, nein, nein, das würde Kiba niemals tun. Da war er sich Hundertprozentig sicher.
Jetzt musste Aiyán sich auch langsam zwingen nicht nach hinten zu schauen, in Wirklichkeit wollte er ja gar nicht von Saiyán weg, aber er wollte auch nicht hören, wie er sich mit dem Grauen anlegte und womöglich noch anfing zu prügeln. Er war taktisch und hoffte, dass durch sein losgehen auch Saiyán hinterher kommen würde. Pyry würde ihnen ganz sicher nicht folgen, also gäbe es dann auch keinen Streit mehr. Nur, was war denn mit seiner Schwester? Die konnte er ja auch nicht einfach zurücklassen, also hoffte er, dass auch sie hinterher kam. Seinem Zwillingsbruder würde das sicher nicht gefallen, aber irgendwie hatte er auch schon eine Idee, wie er ihn umstimmen konnte. Wenn man den Tick seines Bruders kannte, war das vielleicht gar nicht so schwer. Nun, er würde sehen. Jetzt galt einfach – durchhalten, nicht umdrehen und weitergehen!


08.09.2007 15:58




Saiyán Tendes


Saiyáns Nase schnupperte angestrengt. In dem Regen Wasser zu wittern war eine Kunst für sich, die er natürlich nicht beherrschte. Dennoch versuchte er es verbissen. Nach Fisch musste es riechen, leicht säuerlich und irgendwie ungenießbar, wobei es ja Wölfe geben sollte, die Fisch fraßen … Saiyán hielt das für absolut bescheuert, aber er wollte sich nicht schon wieder ablenken lassen. Der Bach … wäre es Tag gewesen und wären die Wolken nicht so tief gehangen, hätte er sich vielleicht an der Sonne oder an den Sternen orientieren können, aber so … er hatte keinen blassen Schimmer. Nur sein Instinkt, sagte ihm, er solle es einfach mal da lang versuchen … da lang, also zwischen den zwei dicken Baumstämmen hindurch und dann weiter, am Rande einer kleinen Lichtung entlang. Er wäre ja sofort losgestapft, aber ohne seinen Bruder würde er sich nicht von der Stelle rühren, und der hatte sich noch immer nicht zu ihm bequemt. Zu spät, schon plusterte der graue Stinkstiefel sich auf und beleidigte ihn. Aha, er hatte ihn also verärgert. Lustig, mit ein paar Keifereien waren sie alle sofort auf Hundertachtzig … verachtenswert, alle gleich, immer und überall dasselbe. Der Graue ihm nun unverholen, sie waren ungefähr gleich groß, aber Saiyán hatte eine schwächlichere Statur … dennoch, Angst hatte er vor dem rumprollenden Welpen nicht und auf das Knurren ging er gar nicht erst ein.

“Was willst du eigentlich von uns? Such dir Wölfe, die auf deinem Niveau herumkriechen und lass uns in Ruhe. Wir werden uns nicht zu dir herabbegeben.“

Ein Glück wandte sich der Welpe wieder ab und schien sie tatsächlich in Frieden lassen zu wollen. Viel Spaß alleine im Regen. Vollhonk. Und dann schaltete sich auch schon wieder ihre beschränkte Schwester ein. Warum hatte der dämliche Wolfsgott, sollte es denn einen geben, so viel Dummheit über ihr Rudel gebracht? Ah, eine sich selbst beantwortende Frage … wie konnte ein beschränkter Gott unbeschränkte Wölfe erschaffen? Aber einerlei, hatte er nicht schon oft genug gesagt, wo er hin wollte? Warum fragte sie es dann schon wieder? Und warum immer in dieser quäkigen Heulstimme? Es war zum Kotzen. Aber hey, vielleicht hatte jener Gott gerade Erbarmen mit ihm, jedenfalls ließ er Naira aufstehen und in eine andere Richtung stapfen … zumindest ein paar Schritte. Saiyán grinste zum ersten Mal, was aber schnell wieder verschwand. Aiyán beleidigte sie alle und rannte dann weg … immerhin da lang … also zwischen den zwei dicken Baumstämmen hindurch und dann weiter, am Rande der kleinen Lichtung entlang.

“Aiyán!“

Aber hey … das war taktisch klug gewesen. So wurden sie die beiden ganz schnell los. Mit hastigen Sprüngen folgte er seinem Bruder, wäre beinahe ausgerutscht, fing sich aber wieder und brachte sich dann auf gleicher Höhe mit dem Schwarzen. Auf zum Gebirgsbach, weg von den Deppen!


10.09.2007 22:09




Pyry Phirun


Er hätte Lachen wollen, doch seine Kehle verließ kein Ton, Lachen war mehr als nur unter seiner Würde, es war ein Gefühl und das war Schwäche. Lachen, er hatte noch nie wirklich gelacht, noch nie wirklich gelächelt, eben, da hätte sich am liebsten ein Lächeln um seine Lefzen gezogen, doch seine Mimik war unverändert geblieben. Was dachte sich dieser verdreckte Zwilling nur? Sie veranstalteten solch ein Affentheater, die Schwester hatte wieder nur rumgemault und die Zwillinge versucht, in eine Richtung zu lenken, doch einer der Zwillinge, der Stillere und scheinbar Intelligentere war davon gelaufen, wohl zum Fluss und sein anhänglicher Bruder war gefolgt. So dumm, so naiv, sie hingen aneinander, wie Kletten, er hatte sie hin und wieder gesehen, jedoch waren sie ihm jedes Mal nur zu zweit aufgefallen, niemals getrennt. Die Worte des Schwarzen beachtete er gar nicht, der Schwächling besaß noch nicht einmal ein Niveau, er wusste nicht einmal, was das bedeutete. Doch rumjammern und seinem Bruder alles gleich zu tun, war kein Niveau, es war pure Dummheit.
Erst jetzt spürte er, wie der Regen sein gesamtes Fell durchnässt hatte und es schwer an ihm herabhing, durch Schütteln seines Pelzes verspritze er das aufgefangene Wasser, doch viel bringen würde es nicht, der Regen hielt an und würde ihm wieder ein nasses Fell verpassen. Ein leises Grummeln verließ seine Kehle, doch erstickte es schnell, wenn er zugeben musste, so dumm war die Idee nun auch nicht, welche der Jämmerling hatte, etwas Trinken würde seiner Kehle nicht schaden und ihm ein tiefes Grollen wieder erlauben. Ja, er musste zugeben, auf eine seltsame Art und Weise hatte sich seine Laune etwas gehoben, er konnte nicht viel mit dem Gefühl in sich anfangen, was er nicht wusste, es war der normale Drang eines Welpen, mit einem Artgenossen zu spielen, zu kabbeln und herauszufinden, wer der Stärkere war, doch diesem Drang würde er natürlich nicht nachgeben, er war ja kein Schwächling.
Was wohl seine Mutter, die dämliche Schwester und Mitsah machten? Pyry wusste, dass es ihnen gut ging, der Graue hätte nie zugelassen, dass ihnen etwas geschehen würde, das wusste der Welpe, leider. Höchst wahrscheinlich hatte sein Vater sich schon längst wieder verkrochen und seine Mutter würde immer weiter verbittern, vielleicht war aber auch dieser seltsame Rüde bei ihr, auf den sein Vater so reagiert hatte. Sein Onkel sollte das sein, solch ein Vollidiot? Tse, da dachte er, er hätte es schlimm erwischt, mit solch einem inkompetenten Vater, aber solch ein Onkel...na klasse, in was für eine Familie war er da nur geraten? Um sich von den Gedanken abzubringen, zog er das Tempo an und lief etwas schneller, die Pfoten versanken leicht in den aufgeweichten, matschigen Boden, doch seine Krallen boten ihm einen guten Halt. Das helle Fell des Rüden erinnerte kaum noch an einen silbern schimmernden Welpen, mehr an einen Dreckklumpen, auf vier Pfoten, der recht schmal war. Aber sie sahen wohl alle so aus, bei dem Wetter war es auch kein Wunder. Jedoch scherte Pyry sich kein bisschen um das Fell, denn nun musste er feststellen, dass der Weg zum 'Fluss' in die Richtung verlief, in der die Zwillinge gelaufen waren, wenn er Pech hatte, würden sie sich in der Mitte treffen. Noch einmal zog er das Tempo an, er wollte eher da sein als die zwei Schwarzen und sich dann verstecken, damit ihn niemand nach Hause holen würde. Mit schnellen Schritten suchte er sich seinen Weg durch den Wald, achtete darauf, nicht zu viele Geräusche zu machen, doch das monotone Prasseln des Regens verschluckte seine verursachten Geräusche und ließ ihn fast 'unsichtbar' dahin gleiten. Schon konnte er den Fluss erkennen, hörte das leise Rauschen und machte einige große Sätze bis zum Fluss.

"Scheint wohl so, als sei ich erster..."

Seine Stimme erklang gleichgültig und kalt, so leise, dass es nur für ihn vernehmbar war. Mit diesen Worten trat er an den Flussrand heran.


11.09.2007 21:22




Naíra Telay


Naíra sah zornig ihre beiden Brüder an, sah dann aber kurz darauf dem Grauen nach, der im Schatten der Bäume verschwand. Na super, wollten sie sich jetzt alle aus dem Staub machen ? Um nicht alleine da zu stehen folgte die Silbergraue einfach ihren Brüdern, allerdings mit etwas Abstand, denn sie hatte keine Lust ein weiteres Mal angekeift zu werden. Sie wollte nicht allein dort bleiben, wo sie alle eben noch gewesen waren. Und etwas zu trinken war vielleicht auch keine schlechte Idee, jedenfalls musste sie dann nicht alleine irgendwo sitzen bleiben. Wachsam verfolgten die eisblauen Augen der Silbernen den Weg ihrer beiden Zwillingsbrüder. Sie hoffte, dass sie bald auf das Rudel treffen würden. Es stank ihr nämlich ganz gewaltig mit diesen ganzen Welpen, wollte sie doch so gern ihre Mutter und ihren Vater wieder sehen. Die im Gegensatz zu ihrem restlichen Körper viel zu großen Pfoten sanken leicht im Matsch ein, ein paar Mal drohte sie auszurutschen, konnte sich aber gerade noch auf ihren Läufen halten. Vorsichtig verfolgte die Graue ihre beiden Brüder, betrachtete dabei immer aufmerksam die Umgebung. Trüb war das Wetter, der Regen, der selbst durch das Blätterdach der Bäume auf ihr Fell fiel und es mehr und mehr durchnässte. Dicke, schwarze Wolken hingen am Himmel und Naíra Telay hätte es sich gewünscht, mit ihrer Familie in einer trockenen Höhle zu sein. Das war auf jeden Fall besser als in diesem blöden Mistwetter herum zu stapfen.
Als sie sich weiterhin umsah, fiel ihr auf, dass sich der Graue wohl eindeutig entfernt hatte. War ihr eigentlich auch ganz recht, irgendwie war der Welpe seltsam und ihr eindeutig unsympathisch. Wenn es nicht sein musste, würde sie sich wahrscheinlich auch gar nicht mehr mit ihm abgeben. Was fiel ihm eigentlich ein, einfach sie und ihre Brüder blöd anzufauchen ? Naja, jedenfalls war er weg, was Naíra wenigstens ein bisschen zufrieden stimmte. Trotzdem passte ihr das alles nicht. Krampfhaft zog sich ihr Magen zusammen, hungernd, fast schon schmerzhaft. Ein leises, kurzes Jaulen verließ die Kehle der kleinen Welpin. Wo waren eigentlich die ganzen anderen Wölfe hin verschwunden ? Nicht mal die Fährte eines Wolfes lag in der Luft, war es bei diesem schüttenden Regen ohnehin schon schwer, überhaupt etwas zu wittern. Vielleicht war das Rudel aber auch einfach genervt von den Welpen, wollte die kleine Rasselbande los werden. Aber nein, sowas konnte sich Naíra kaum vorstellen. Ihre Mutter würde doch niemals sie und ihre Geschwister aussetzen. Oder doch ? Fragen über Fragen... und die Pfoten der kleinen Fähe wurden allmählich müde.

~Wann sind wir denn endlich da ? Mir tut alles weh... und es ist so kalt... Mama...~

Dachte die Kleine und legte missmutig ihre Ohren an, während sie weiterhin durch den Wald stapfte. Jetzt erst fiel ihr auf, als sie aus ihren Gedanken heraus fand, dass sie die Spur zu ihren beiden Brüdern verloren hatte. Na klasse. Jetzt war sie ja doch wieder alleine. Und im Schlamm konnte sie die Spuren der beiden Zwillinge auch nicht mehr erkennen. Was nun ? Grummelnd ließ sich die Silberne auf ihre Hinterläufe sinken. So ein Mist, jetzt war sie hier völlig allein, hilflos diesem grausigen Wetter ausgesetzt. Dass sich aber auch immer alles zum Schlimmsten wenden musste. Knurrend starrte die kleine Wölfin mit ihren eisblauen Augen in den Wald. Nichts, niemand. Nur diese blöden Bäume überall.
Sie hob ihren Kopf und stieß ein lautes Jaulen aus, was die Brüder sicher noch hören mussten.

"Wo seid ihr denn alle hin ?"

Rief die helle Stimme der Welpin laut in den Wald. Langsam richtete sie sich wieder auf und lief noch ein paar Schritte. Echt, so dämlich konnte auch nur sie sein, den Anschluss zu verlieren. Hoffentlich kam jetzt nicht der kleine Graue und ging ihr auf die Nerven. Naja, zumindest war sie dann nicht mehr allein. Still blickte Naíra in den Wald, ohne auch irgend eine Ahnung zu haben, wo sie lang laufen könnte. Schließlich konnte sie bei diesem blöden Regen nichts wittern und Spuren sah sie wie gesagt auch nicht im schlammigen Boden. Hoffentlich fand sie das Rudel bald, dann war sie nicht mehr allein und konnte sich endlich in das Warme Fell ihrer Mutter und ihres Vaters kuscheln.


12.09.2007 15:52

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
01.09.2010 16:23
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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 14




Yago


Yagos Blick war aufmerksam in den dunklen und von überall her tropfenden Wald gerichtet. Vor einiger Zeit waren Shaiya und er endlich vom Gebirgsbach aufgebrochen um das Rudel zu suchen. Zuvor hatten sie sich unterhalten, bis in die Nacht hinein. Bis sie schließlich überzeugt davon waren, dass jedes Feuer erloschen war und sich das Pflichtbewusstsein bei dem Schwarzen einschaltete. Er war Beta des Rudels und Kiba Telay vertraute ihm in dieser Rolle, er hatte jetzt beim Rudel zu sein. So hatten sich die beiden Wölfe wieder in den Wald aufgemacht, das Rudel schon bald gewittert und daraufhin zielstrebig den Waldsee angesteuert. Jetzt waren sie so gut wie da und Yago versuchte, die ersten Wölfe zu erkennen. Die Nacht machte es ihm nicht leicht, die Wolken, die man jetzt zwar nicht mehr sehen konnte, die jedoch noch immer leichten Regen schenkten und dadurch ihre Anwesenheit verrieten, verbargen jeden Stern und auch den leuchtendsten Vollmond. Immerhin begann sich der Wald zu lichten, sie hatten den See erreicht und langsam ließen sich einzelne Schemen ausmachen, die auf Wölfe schließen ließen. Yago musste sich eingestehen, dass er das Rudel zu schlecht kannte, um zu wissen, ob jemand fehlte. Diese Erkenntnis, zusammen mit jener, die er schon beim Ausbruch des Feuers gewonnen hatte – dass er als Beta eigentlich in einer solchen Situation beim Rudel sein sollte – hätte er nun wohl Reue empfinden sollen. Dass er das nicht tat lag keines Falls an Desinteresse, das er dem Rudel entgegenbringen könnte oder einem einfach miesen Charakter … viel eher das Übliche, die von Hass überlagerte Seele, die nicht fähig war, andere Gefühle zu spüren. Dennoch kannte Yago natürlich die äußeren Anzeichen der Reue, welche er pflichtbewusst zeigen würde, wenn er die Leitwölfin gefunden hatte. All zu lange dauerte das nicht, zusammen mit Adali stand sie am See, die beiden Fähen schienen traurig. Der Schwarze stoppte auf halbem Weg zu ihnen, innerlich nur ein kurzes Zögern, ausgelöst von seinem guten Gespür für die Gefühle anderer, wandte sich an Shaiya und sagte dann aber nur mit ruhiger Stimme:

“Entschuldigst du mich kurz? Ich muss mit Kiba reden.“

Wie auf Knopfdruck erschien das leichte Lächeln auf seinen Lefzen, dann drehte er sich um und kam mit langsamen aber sicher gesetzten Schritten auf die Leitwölfin zu. Seine Ohren klappten leicht zurück und perfekt funktionierend senkte sich auch sein Blick. Er kam vor den beiden Fähen zum stehen, nickte Adali leicht zu und richtete seinen Blick dann auf Kiba. Aus seinen Augen sprach Ruhe und Gelassenheit, schon nach diesem kurzen Blick drehten sich seine Ohren wieder nach vorne und er stand in aufrechter Haltung da, in dieser Situation war kein winselnder, um Vergebung heischender Beta angebracht, abgesehen von der Tatsache, dass diese Rolle zu spielen sogar ihm schwer gefallen wäre.

“Verzeiht mir, Kiba, dass ich, als das Feuer ausgebrochen ist, dir bei der Flucht nicht beigestanden habe. Ich hoffe, es konnten sich dennoch alle in Sicherheit bringen? Gibt es Verletzte oder Vermisste? Muss man sich auf die Suche machen?“

Er sprach keine Sorge oder Angst um das Rudel aus seiner Stimme, dennoch waren seine Worte ehrlich. Er trug zumindest ein wenig Verantwortung für diese Wölfe hier, sie zu schützen und ihnen zu helfen waren damit seine Aufgaben, die er erfüllen wollte.


21.09.2007 22:41




Kiba Telay


Schweigend, aber ihrer Freundin dennoch zuhörend, wandte Kiba Telay den Blick nicht um. Nein, sie konnte die Schwarze nicht ansehen, niemanden konnte sie grade ansehen, am Liebsten hätte sie auch niemanden gehört, sondern wäre gestorben und müsste nicht mehr leiden. Aber natürlich wusste die Silbergraue, dass das nicht möglich war. Okay, natürlich war es möglich, aber helfen würde es nichts. Im Gegenteil. Dennoch fühlte sie sich, als hätte man sie zu Boden getreten und zu Tode geprügelt. Ihr Herz tat so weh, total zerstückelt, weil so viele Teile, die sie einst verschenkt hatte, verloren gingen. Sie konnte sich nicht ganz auf Adalis Worte konzentrieren, viel zu benommen fühlte sich die Leitwölfin. Trotzdem kam es irgendwie an, zustimmen konnte sie ihr trotzdem nicht. Sie hatte sich nicht zwischen Familie und Rudel zu entscheiden, denn beides war das Selbe. Es gab keinen Unterschied und selbst wenn, so hatte sie beides im Stich gelassen. Immer mehr verschwand und ging, bis irgendwann nichts mehr übrig blieb. Irgendwann würde jeder gegangen sein.

Meine Familie ist mein Rudel und mein Rudel ist meine Familie. Es gibt da keinen Unterschied.“

Noch immer sah Kiba ihre Seelenschwester nicht an. Die ausgelaugten, eisblauen Augen gingen irgendwo im Nichts, ob ihr Blick nun vom Regen oder ihren Tränen verschleiert war, konnte sie nicht sagen. Und irgendwo tief drinnen wusste sie, dass sie noch nicht alles überstanden hatte, das machte ihr Angst. Dieser Schmerz ... konnte er überhaupt noch gesteigert werden? Oder kam sie irgendwann zu einem Punkt, indem die Schmerzgrenze überschritten wurde und nur Taubheit zurück blieb? Wenn ja, was wäre ihr lieber? Es tat so unendlich weh, schlimmer noch als jeder Todesschmerz. Jener wäre eher eine Erlösung für sie. Sie hatte das Gefühl, als befände sich die Welt im Taumel, jeder Schritt konnte sie von den Pfoten reißen und von dem, was sie zu schützen versuchte, entfernen. Die Silberne konnte nichts dagegen tun, sie war dem traurigen Schicksal ausgeliefert, der Bestimmung ihres Rudel. Schicksalstränen ... Noch einmal schlossen sich die trüben Seelenspiegel der Wölfin und sie schluckte leise. Ob es ein Versuch war, ihr Leid hinunter zu spülen, zu vergraben? Nein, es würde ja doch nicht funktionieren.
In einem Punkt hatte Adali Shiney recht – das Rudel brauchte sie nach wie vor. Kiba Telay musste die Starke mimen, die sie längst nicht mehr war. Sie war zerstört von der Gewalt des Schicksals und dennoch noch nicht ganz zu Tode getreten, auch wenn es sich so anfühlte. Die Erde drehte sich weiter, der Regen kam und löschte die Flammen, doch heilen würde er ihre Wunden nicht. Und trotzdem ging es immer weiter. Jetzt, wo sich ihre hellen Augen wieder öffneten, sah sie Adali zum ersten Mal wieder an. Jedoch konnte sie nichts zeigen, außer diesem winzigen Funken Dankbarkeit. Viel zu groß war der Schmerz, der alles übertünchte und ihre Kraft schien nur für ein kleines Nicken zu reichen. Dann jedoch drang eine weitere, recht vertraute Stimme an ihre müden Ohren und schließlich wandte sich die Alpha ganz um. Yago. Und weiter hinter ihm konnte sie Shaiya entdecken. Kiba spürte eine kleine Welle der Erleichterung, und auch wenn sie sofort wieder unterging, sie war da gewesen. Zwei Verlorene waren unversehrt zurück gekommen, waren nicht vom Feuer hingerichtet worden. Ja ... solange es nur den kleinsten Funken, für den es sich lohnte zu leben gab, würde sie weiterexistieren. Die Silbergraue durfte kein Feigling sein und sich verstecken, auch wenn sie es im Moment gerne getan hätte. Yagos Worte trafen sie dennoch wieder wie ein Stich ins Herz. Nein, es konnten sich nicht alle in Sicherheit bringen. Ja, es gab Vermisste, ja sicherlich gab es auch Verletzte und ... ganz bestimmt auch Tote. Sie wollte sich die weiteren Gedanken verbieten, aber sie konnte es nicht, schließlich war eine Antwort gefragt. Lautlos nahm die Wölfin einen tiefen Atemzug, bevor sie anfing zu sprechen – das Zittern, was ihre Stimme mit Sicherheit begleiten würde, musste vertrieben werden.

Ich ... also ... es ist okay. Hauptsache dir und Shaiya geht es gut ... Aber leider ... Nein, es konnten sich nicht alle in Sicherheit bringen. Und wir werden es nicht nur mit Verletzten zutun haben. ... Es ... es fehlen 8 von insgesamt 13 Welpen und von einer weiß ich, dass sie tot ist ...“

Kurz glitt ihr Blick zu Adali, dessen Tochter Yumé vor ihren Augen ums Leben gekommen war. Die Silbergraue war nicht die Einzige, die litt, wie viele im ganzen Rudel mussten wohl nun leiden? Schnell huschte ihr Blick noch hinüber zu Liaryl, die Shijarú in Sicherheit gebracht hatte. Sie würde sich noch bei ihr bedanken ... das war wirklich von Nöten. Kurz verweilten ihre eisblauen Augen auch auf ihrer Tochter, kurz aber doch gründlich. Wie ging es ihr? War sie wirklich unversehrt? Jetzt aber hatte sie erst andere Dinge zu erledigen, sie konnte den Schwarzen schließlich nicht einfach stehen lassen. Die Silbergraue wandte sich also wieder ihm zu.

Außerdem fehlen 4 weitere Wölfe ... Slayer, Danley Lanés ... Yari ... und Silence Tear.”


Die letzten beiden Namen kamen nur schwer über ihre Lefzen, vor allem den ihres Gefährten sprach sie leise aus und konnte den Schmerz nicht aus ihrer Stimme verbannen. Zudem wusste sie, dass der schwarze Rüde Yari Yagos Freund war. Es war einfach grausam, wen das Schicksal wählte. Wie mochte es Jeanne gehen, dessen Gefährte ebenso wie der ihrer verschwunden war? Ihre Gedanken drehten sich, verursachten ein Schwindelgefühl und trotzdem blieb sie stehen, versuchte den Blick fest auf ihrem Beta zu lassen. Dabei wäre sie augenblicklich lieber ... weggerannt.


23.09.2007 21:27




Adali


Ruhig und monoton tropfte der Regen an der Schnauze der schwarzen Wölfin hinab. Es tat so weh...Es tat so schrecklich weh. Hatte sie sich jemals so schrecklich gefühlt? Oh ja, hatte sie. Fast ihr ganzes Leben war auf diesem Schmerz aufgebaut, ihr ganzes Leben drehte sich einzig und alleine um Verluste jeglicher Art. Und doch war sie noch nicht schwach genug, einfach liegen zu bleiben. Was musste denn noch alles passieren, bis es endlich genug war? Was musste passieren, bis es vorbei war? Fragen und keine Antworten. Schmerzen und keine Erlösung. Wieder in Schweigen versunken betrachtete Adali durch den Regenschleier – oder waren es ihre eigenen Tränen? , wohl eher nicht- den See, auf den auch die Silberne hinaus blickte. War geteiltes Leid nicht halbes Leid? In diesem Sinne wohl eher nicht. Nein, niemand konnte diese Wunden heilen, die diese beiden Fähen erlitten hatten. Die Zeit hatte es wohl geschafft, ihre alten Wunden zu schließen, auf das sie Narben auf dem Herzen trugen, aber nicht, das sie heilten. Heilen, erlösen konnte man sie wohl nicht mehr. Nie mehr. Sie spürte das weiche Fell unter ihrer rechten Pfote. Sie hatte doch irgendwann registriert, das dies das einzige Andenken an ihre kleine Träumerin war, hatte es aus dem Maul genommen und unter ihrer Pfote geschoben, die sie nun schützend über dem Fellknäul hielt, so wie sie ihre Tochter hätte beschützen müssen. Yumé...Es war schrecklich und schmerzte so sehr. Adali fühlte sich hilflos, ausgelaugt, als hätte man ihr die Seele entzogen. Wahrlich, ihre Augen waren leer, das Feuer, die sanfte Wärme war verschwunden, erloschen. Leer blickten die bernsteinbraunen Augen schließlich in Richtung der Grauen neben ihr, die irgendwann doch antwortete. Betroffen schwieg sie. Was sollte sie darauf antworten? Sie hatte es sich zu einfach gemacht, hatte versucht, die Schuld von den Schultern ihrer Freundin zu nehmen, sie nicht alleine zu lassen und hatte es was gebracht? Mit dem Fang biss sie sich auf die Lefzen, was es aber auch nicht besser machte. Der Druck in ihr wuchs immer weiter an, sie drohte zu zerbersten, zu zerbrechen, in viele tausende Scherben, die man nie wieder zusammen fügen konnte. Ihre Augen suchten für einen Augenblick den Diamanten, aber sie konnte ihn in der Dunkelheit nicht ausmachen. Wie musste Kiba sich da fühlen, die ihren Gefährten nicht bei sich wusste? Und zudem einige ihrer Kinder verloren hatte und Mitglieder des Rudels. Ein dunkler Schatten trat auf sie zu, als sie den Kopf wandte erkannte sie, dass es Yago war, lauschte sie erst dessen Worten, die ihr Herz noch mehr zersplittern ließen und dann Kibas Antwort. Es war, als würde man unendlich viele Nadeln in sie hinein stechen. Böse Kinder mussten bestraft werden, aber was hatte sie getan? Was hatte sie getan, das man sie so sehr strafte? Unbemerkt schnappte sie nach Luft. Sie erstickte. Erstickte an ihrem Kummer, ertrank an ihren Tränen, die noch immer nicht flossen. Was musste erst noch passieren? Wieso nur? Warum nur immer sie, die sie liebte, an denen ihr Herzblut hing? Warum gingen ihre Liebsten fort, fort aus ihrem Leben, kamen nicht mehr zurück? Wieso drehten sie ihr den Rücken zu, ließen sie alleine im Regen stehen, gingen einen anderen Weg, verließen diese Welt. Sahen sie denn nicht, das die Phönixwölfin darunter litt? Langsam senkte sich der Kopf der Schwarzen ein Stück, ihr Blick hing in der Ferne, halb auf dem Boden, irgendwo vor Yagos Pfoten. Sie hatte nichts zu sagen. Egal was sie tat, ob sie versuchte das zu schützen, was ihr lieb war, es wurde ihr doch wieder weg genommen. Eine unüberwindbare Mauer vor die Läufe gestellt, die sie niemals überwinden konnte. Und Flügel zum Fliegen hatte sie nicht, hatte sie niemals gehabt. Sachte berührte sie mit der Schnauze das weiche Fell, das sich unter ihrer Pfote befand, schloss die Augen, kämpfte die Tränen nieder, die sich wieder ihren Weg bahnen wollten, dann hob sie wieder ein Stück weit den Kopf. Wenigstens zwei Vermisste waren wohlbehalten wieder zurück. Wenigstens. Doch auch dies konnte nicht den Schmerz zweier trauernden Mütter nehmen, die zum zweiten Mal das verloren, an dem sie mit Leib und Seele hingen.

23.09.2007 22:18




Jeanne


In ihren Gedanken versunken starrte die Weiße auf die Oberfläche des Sees, die von vielen kleinen Regentropfen in tausende von Bildern geteilt wurde. In ihren Augen waren die Trauer und die Sorge, die sich in ihr breit gemacht hatten zu lesen. Sie stand nur da, leicht über das kühle Nass gebeugt. Das sonst so hübsche, weiße Fell war zerzaust, immer wieder tropften einzelne Regentropfen aus dem schneeweißen Pelz zu Boden. Jeanne achtete nicht auf ihre Umwelt, wahrscheinlich hätte sie jemand ansprechen können und sie hätte nicht ein Mal reagiert. Erst eine ganze Zeit später drehte die Weiße den Kopf zur Seite, schaute zu Kiba, Adali und Yago. Eine Weile musterte sie die drei Wölfe, nicht sicher ob sie mit ein paar tröstenden Worten für Kiba und Adali zu ihnen gehen sollte. Mit einem ruhigen Kopfschütteln wandte sie sich wieder ab. Sie hatten bestimmt besseres zu tun, als sich nun auch noch Tröstversuche von ihr anzuhören. Nachdenklich holte sie tief Luft, richtete den Blick zum Himmel. Keine Sterne, kein Mond. Nichts was den Wölfen Licht spenden konnte.

.oO( Reiß dich zusammen, Kiba hat heute mehr verloren, als du in deinem ganzen jämmerlichen Leben. )Oo.

Erneut musste sie den Kopf schütteln. Sie hatte noch ihren Vater, ihr fehlte nur ihr Gefährte. Kräftig biss Jeanne die Fänge aufeinander, Kibas Gefährte fehlte ebenso, und wenn dieser nicht zurück kam, würde dann das Glück der kleinen Gruppe zerbrechen? Nein, das durfte nicht passieren. Silence würde wiederkommen, genau wie Danley. Keiner der beiden durfte tot sein. Mit einem tiefen Luftzug versuchte die zierliche Fähe einen klaren Kopf zu bekommen.

"Papa? Glaubst du das alles wieder gut wird?"

Sie sprach leise, sie wusste nicht ein Mal, ob ihr Vater in der Nähe war und dennoch sprach sie diese Worte aus. Jeanne war naiv, natürlich würde alles wieder gut werden, die Verschollenen würden zurück kommen und sie würden als ein Rudel zurück zu der Wiese wandern. Anders konnte und wollte sich die Fähe diese Situation nicht zu Ende denken. Ihre Pfoten zitterten, die Angst und die Sorge machten sie fast verrückt. Leise seufzend ließ sie sich auf den Boden nieder, bettete den Kopf auf den Pfoten, während sie die blauen Augen schloss. Alles würde gut werden, ganz sicher...


23.09.2007 22:38




Aiyán Tendes


Tatsächlich war eingetroffen, was er bezweckt hatte und Saiyán lief schon ein paar Sekunden später wieder neben ihm her. Trotzdem war Aiyán immer noch böse und schaute ihn deshalb nicht an. Noch nicht. Nach einer weiteren, schmollenden Minute wandte der Schwarze schließlich den Kopf seinem Zwillingsbruder zu.

Warum müsst ihr immer streiten, dass hilft uns ja wohl auch nicht weiter, ihr seit voll blöd!“

Nach diesen Worten zog er das Tempo ein wenig an, schließlich wollte er schnell am Gebirgsbach sein. Plötzlich aber hörte er das Jaulen seiner Schwester zwischen den Bäumen und blieb ruckartig wieder stehen. Mist, Naíra hatte er ja fast vergessen. Leicht mit den Ohren zuckend drehte er den Oberkörper herum und blickte unsicher in den Wald hinein. Saiyán hatte mit Sicherheit etwas dagegen, wenn er die Silberne jetzt in die richtige Richtung rief, aber sie konnten sie ja wohl kaum einfach zurück lassen! Falls sie jemals wieder zum Rudel kamen ... was würde ihre Mutter dann dazu sagen? Nein, dass ging nicht! Vorsichtig blickten Aiyáns eisblaue Augen wieder seinen Bruder an. Er hatte sich da ja was überlegt.

Saiyán, wir müssen sie mitnehmen. Ansonsten sind wir genau so, wie die anderen. Genau so gemein.“

Und jetzt durchziehen, egal ob er sauer sein würde. Es waren eh schon alle sauer und außerdem wusste der schwarze Welpe ganz genau, dass sein Zwilling es hasste, anderen in irgend einer Weise zu ähneln ... womit er es als ein Zwilling ja eigentlich schon ziemlich schlecht getroffen hatte, naja. Er machte sich da nie großartige Gedanken drüber.
Saiyán noch kurz vorsichtig im Blick behaltend hob Aiyán den Kopf empor und öffnete die noch recht kurze Schnauze.

Naíra, wir sind hier, du musst meiner Stimme folgen!“

Das Heulen das jungen Welpen klang noch ein wenig schief und seltsam, deshalb schloss er den Fang auch recht schnell wieder und blinzelte kurz zu Saiyán herüber. (Ein Blinzeln, das Sympathie wecken muss ;D)
Ohne ein weiteres Wort, setzte sich Aiyán dann wieder in Bewegung, lief weiter in die Richtung, wo langsam Wasserrauschen hörbar wurde. Schließlich trat der Bach auch in sein Sichtfeld, ebenso wie eine kleine, graue Gestalt. Na toll, dieser blöde Pyry war also auch schon da. Ach scheiße, jetzt ging das Gezeter bestimmt gleich weiter. Fast auf Knopfdruck wurde der Schwarze langsamer und legte die Ohren an. Am Liebsten wäre er jetzt wieder umgedreht, aber er hatte immer noch durst ... also stapfte er einfach weiter, ohne den Grauen eines Blickes zu würdigen. Ein fast schon verzweifelter Versuch, ihn einfach zu ignorieren.


23.09.2007 23:03




Yago


Yagos Blick lag ruhig auf der Leitwölfin, geduldig wartete er auf eine Antwort, schien anteilnahmslos und nicht empfänglich für den Schmerz und die Trauer, die so deutlich in der Luft hingen und die beiden Fähen wie dichte Nebelschwaden einhüllten. Doch auch hier war es nur Schein wie wohl das meiste an dem Schwarzen. Kiba versuchte stark zu sein, so wie es eine Leitwölfin zu sein hatte, aber entweder schaffte sie es noch nicht, oder sie vertraute sowohl Adali als auch ihm genug, um ihnen ihre Schwäche zu zeigen. Der Rüde vermutete zweiteres, denn die Graue war schon lange genug Leitwölfin um jene Regeln erlernt zu haben. In nächster Konsequenz hätte er vielleicht darauf reagieren sollen, eine tröstende Berührung, ein verständnisvoller Blick, aber das waren nicht Yagos Stärken, jedenfalls nicht, wenn jenes Trösten ehrlich gemeint sein sollte. Und sein Anstand verbot ihm, in diesem doch erstaunlich vertrauten Moment, Mitleid zu heucheln. Ein Schritt hin zu einem besseren Wolf. Er würde sehen, wie sich das weiterführen ließ, schon die Freundschaft zu Shaiya, oder was auch immer das war, hatte ihn einen neuen Weg geführt, vielleicht konnte man ihn ja weiter gehen. Trotz dieser für Yago fast revolutionären Gedanken, ließ er sich von ihnen nicht ablenken, die Grau antwortete ihm, die Stimme nicht ganz vom Zittern befreit, die Worte getränkt von Schmerz. Dennoch regte sich in seinem Gesicht weder Bestürzung, noch Sorge oder ein ähnliches Gefühl … natürlich, Tote, Vermisste, gerade Welpen … es war furchtbar. Der schnelle Blick von Kiba verriet ihm auch den sicher toten Welpen, Adalis Gefühlswelt war ausgebreitet auf ihrem Gesicht, ein Welpe von ihr musste gestorben sein. Auch jetzt wäre wohl Anteilnahme gefragt gewesen. Yago nickte leicht, setzte zum Reden an, doch Kiba kam ihm zuvor. Außerdem fehlen 4 weitere Wölfe ... Yari ... Die Worte trafen ihn wie ein dumpfer Schlag auf den Hinterkopf. Sein Herz schien sich zusammen zu ziehen und für wenige Sekunden war ihm, als würde es stillstehen. Yari …
.oO(Versager, Yago, elender, erbärmlicher, verachtenswerter Versager! Egal, was du auch tust, es wird immer das Falsche sein!)
Hass auf sich selbst jagte wieder durch seinen Körper. Er hatte eine Aufgabe übernommen, er hatte jemandem helfen wollen … und was geschah? Derjenige war möglicherweise tot … Yari, das gehetzte Tier, wild und aggressiv, auf ihn angewiesen … wie hatte er nur jemals gedacht, er könnte dem Schwarzen helfen? Schon bei seiner Geburt hatte er alles falsch gemacht, jeder Schritt auf dieser grausamen Welt war einer zu viel gewesen … wie hatte er so egoistisch sein und Verantwortung für ihn übernehmen können? Nein, mehr noch, ihm helfen wollen! Ausgerechnet er! Yago, der niemandem helfen konnte, nicht mal sich selbst. Neue Schichten von Hass lagerten sich über sein Herz, ließen jeden Gedanke an einen neuen Weg vergessen. Es gab nur den Hass auf sich selbst, zu mehr war ein Mörder wie er auch nicht fähig. Nach Außen hin war vielleicht ein kurzes Zucken der Ohren, ein für wenige Herzschläge lang über die Mauer zu seiner Seele gesprungenes Gefühl, Schrecken und Hass, zu sehen, aber seine gelassene Haltung blieb. Er versuchte von den Gedanken weg zu kommen, wollte sie nicht noch weiterführen und dann wieder zu jenem Punkt kommen, an den er in seinem Selbsthass immer gelangte … Tod, Erlösung, warum nur? Mit einem leichten Nicken kommentierte er Kibas Worte, als hätte sie von der Schönheit des Waldes erzählt. Was die anderen drei betraf, war es ihm auch egal, Slayer konnte sterben, er war die Schande des Rudels gewesen – mit ihm zusammen -, Danley Lanés war irgendwer und Silence Tear … der Leitwolf, auch wenn Yago noch nie ein Wort mit ihm gewechselt hatte. Er war ein seltsamer Wolf, aber er war der Gefährte Kibas, was noch ein wenig mehr erklärte. Yago klammerte sich an solche Gedanken, auch wenn er am liebsten einmal aufgeschrieen hätte, nicht nur waberte das ganze Rudel um ihn herum, er war auch Beta und hatte nun eine schlaue Antwort zu geben. Er ließ sich jedoch Zeit damit, nicht nur, um angebrachte Worte zu finden, auch um sicher zu gehen, dass seine Stimme ganz genauso klingen würde, wie zuvor.

“Es tut mir sehr leid, das zu hören, Kiba. Dennoch sollten wir nun nicht trauern, sondern jene suchen, bei denen noch Hoffnung bleibt, sie lebend wieder zu finden. Besonders die Welpen.“

Er klang nüchtern und vernünftig, das Bedauern schien echt wie immer und auf Yari keine Reaktion. Perfekt. Und doch so erbärmlich, dass er sich am liebsten umgedreht hätte und davon gerannt wäre. Weder Kiba, noch Adali noch er wollten nun irgendwen suchen, aber das war zweitrangig. Vernünftig. Wenn er schon alles falsch gemacht hatte, vielleicht würde er ja wenigstens einen verlorenen Welpen finden. Aber im Prinzip war es ihm egal, es war ihm alles egal.
.oO(„Du hast sie getötet, du hast deinen Vater und mich ins Unglück gestürzt, du hast das Rudel vergiftet … du hast alles kaputt gemacht!“)


24.09.2007 17:36




Kiba Telay


Die silbergraue Fähe wandte den Blick kurz zu Adali um, die sich nun durch Anteilnahmslosigkeit und Trauer auszeichnete ... aber taten sie das nicht alle, irgendwie? Nun, auf jeden Fall sagte sie nichts mehr. Kiba seufzte leise und sah schließlich wieder zu Yago auf. Dafür, dass sein Freund auch verschwunden war und womöglich sogar tot, schien es ihm recht wenig auszumachen. Zumindest wirkte es so. Aber entsprach das auch der Wahrheit? Sie wusste es nicht, womöglich hatte sie hier einfach einen Wolf vor sich, der seine Gefühle und sich selbst besser kontrollieren konnte, wie auch immer. Auf seine Worte hin nickte sie schließlich nach leichtem Zögern. Er hatte Recht, vom Abwarten und Rumsitzen kam auch nicht mehr Gewissheit über den Verbleib der anderen. Es machte sie nur noch verrückter und verzweifelter. Noch immer fühlte sich die Leitwölfin ausgelaugt und müde, die Wanderung bis zum Waldsee war auch nicht grade ein kleiner Spaziergang gewesen, aber solange es noch ein bisschen Hoffnung gab, Lebende zu finden, war es ihr das wert. Yago und Shaiya waren das beste Beispiel dafür, dass es möglich war.

Du hast Recht ... also kann ich darauf hoffen, dass du mich bei dieser Suche begleiten wirst? Vielleicht finden wir auch Yari.“

Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es dem Schwarzen egal war, was mit seinem Freund geschehen war. Nun drehte sich Kiba langsam zu Adali um und musterte sie einen traurigen, schweigenden Moment. Nein, es war besser, wenn sie hier blieb. Es war besser so für sie und auch für die Welpen.

Adali, bitte bleibe du hier und hab’ ein gutes Auge auf die verbliebenen Welpen ... Ich vertraue dir.“

Die Silbergraue führ der Phönixwölfin kurz mit der Schnauze durch das Halsfell und erhob sich schließlich ganz. Einen kurzen Augenblick fixierten ihre eisblauen Augen noch Yago, dann trat sie ein paar vorsichtige Schritte nach vorne. Das Rudel wirkte so erschöpft ... aber sie hoffte trotzdem auf wenigstens ein paar Helfer.

Wieder einmal hat uns eine Katastrophe in ein tiefes Loch gejagt und einige werden jemanden verloren haben, der ihnen wichtig war. Ihr werden müde von der langen Wanderung sein, trotzdem würde es mich freuen, wenn sich ein paar dazu aufraffen könnten, mir bei der Suche nach Verbliebenen zu helfen. Es ist noch nicht alle Hoffnung verloren.“

Es viel ihr schwer mit völliger Überzeugung zu sprechen, denn sie selbst hatte ja schon das Gefühl, dass alles verloren sei. Aber es war nicht fair den Welpen gegenüber, die nun irgendwo da draußen herum irrten und nicht wussten, was geschehen war. Kiba biss sich leicht auf die Lefzen. Sie musste sie finden und zurück bringen, wenigstens das war sie ihnen schuldig. Und die Silbergraue würde nicht einmal von ihnen verlangen, ihr zu verzeihen ... sie hatte gewiss einen zu großen Fehler gemacht, für den andere bezahlen durften. Unschuldige. Das war nicht zu verzeihen. Mit einem fast schon flehenden Blick wanderte ihr Blick über einige der Rudelmitglieder, vor allem über die Rüden. Ein paar mussten gewiss auch hier bleiben, Adali konnte nicht alleine auf die Welpen Acht geben. Aber es würde sicher schon irgendwie klappen.


24.09.2007 23:23




Mitsah


Mit einem letzten Zug hatte er das Rudel erreicht, sein Körper wirkte keines Wegs ausgelaugt und müde, im Gegenteil zu sonst, wirkte er eher hellwach, es schien, als hätte ihm diese kleine Wanderung gut getan, um aufzuwachen. Schon längst hätte er zum Rudel stoßen können, doch er hatte sein Tempo stets gleichmäßig gehalten, so langsam, dass ihn ein größeres Stück vom Rudel trennte, er wusste nicht, wie er Akarúi gegenübertreten sollte, denn er hatte Pyry nicht bei sich und konnte auch nicht sagen, was nun mit ihm war. Wie sollte er anfangen? Er hatte versucht Pyry zu töten, ihm dann das Leben gerettet und ihn in sein Verderben laufen lassen? Leicht schüttelte der Rüde den Kopf, es sollte ihm egal sein, was die Weiße dazu sagen würde, er würde sich sicherlich nicht dafür entschuldigen, oder auf irgendeine Weise Reue zeigen. Dieser verdammte Welpe war selbst schuld, was trat er auch in sein Leben, was war er der Erbe Phiruns? Aber im Grunde konnte Pyry doch nichts dafür, nein, er hatte ihn auf diese Welt gebracht, und warum? Weil er einmal in seinem Leben ein echter Rüde gewesen war, der sich einem Trieb hingegeben hatte, den er sonst nie verspürt hatte. Nun, ob es wirklich ein Verlangen war, bezweifelte er, es war einfach so aus der Situation heraus passiert und mittlerweile bereute er es. Alles. Zu diesem Rudel gestoßen zu sein, alle hier kennen gelernt zu haben, besonders die Weiße, ihm wurde dieses Tal mehr und mehr verhasst und er konnte nichts dagegen tun, außer diese Gefühle zu verbergen, aber sie würden eh nie die Oberpfote in ihm ergreifen, immer würde er sie unterdrücken.
Das Rudel hatte den Waldsee endlich erreicht, Mitsah verlangsamte sein Tempo dramatisch und trat mehr auf Akarúi zu, die dort stand, mit ihrer Tochter. Die sandbraunen Augen zeigten kein Mitleid, keine Reue, keine Fürsorge, gar nichts, er sah sie einfach nur an, blieb neben ihr stehen und musterte sie. Die beiden schienen das alles recht gut überstanden zu haben, so ähnlich wie er. Einzig auf seinem Rücken zeichnete sich etwas dunkler Schmutz ab, das Fell war niedergedrückt, doch kümmerte ihn das herzlich wenig. Und nun stand er da, was sollte er sagen, sollte er etwas sagen? Sie sah ja, dass er ihren Sohn nicht mithatte, was sollte er denn da noch erklären? Er wollte sich nicht rechtfertigen. Der Graue wandte den Blick ab und ließ ihn über das Rudel wandern, das sichtlich erschöpft schien. Erst an der Alphawölfin blieb sein Blick hängen und ein fragender Ausdruck legte sich auf seine Gesichtszüge, war etwas geschehen? Sie wirkte so schwach, so zerbrechlich, so gebrechlich. Seine Ohren zuckten leicht, ehe er den Blick wieder abwandte und seine Gefährtin anblickte, während er Kibas Worte vernahm. Genau zur richtigen Zeit, er würde gehen, er konnte nun eh nichts mit der Weißen anfangen und hatte auch wenig Lust, sich irgendwie die Schuld geben zu lassen, für etwas, woran er nicht schuld war.

"Ich werde mit Kiba gehen und die Zurückgebliebenen suchen..."

Keiner konnte wissen, wie sich die Stimme eines Toten anhörte, doch wenn man den Braunen so sprechen hörte, könnte man denken, er war tot, seine Stimme so kalt und gefühllos, völlig ohne Ausdruck. Es hab zu viele Tage, an denen hatte er sich gewünscht, tot zu sein, wahrscheinlich dachte sein Körper bereits, dass er tot war, nur sein Kopf wusste, dass er noch lebte. Er lebte in ewiger Trance, in einem Dauerzustand, in dem er unerreichbar war, in dem er keine Gefühle kannte und in diesem Zustand wollte er sich ewig befinden. Ohne zu wissen, woher dieses Gefühl kam, fuhr er nur einen kurzen Augenblick mit seiner Schnauze durch das Fell an der Schulter der Weißen, sah sie nicht mehr an, sondern trat mit langsamen Schritten von ihr, in die Richtung, in der die Alpha stand. Irgendetwas hatte ihm gesagt, er musste dies nun tun, sie berühren, vielleicht war es eine Art Entschuldigung, doch davon wusste er nur in seinem Unterbewusstsein etwas, er selbst würde sich nie entschuldigen, er war es ihr einfach nur schuldig gewesen.
Für ihn war es furchtbar komisch, zwischen den ganzen Wölfen hindurch zu gehen und auf Kiba zuzutreten, er, der sonst die Gegenwart von anderen mied, begab sich mitten unter das Rudel, blieb einige Meter vor Kiba stehen und sah sie einfach nur an. Die Ohren waren aufmerksam nach vorne gerichtet, die Rute hing zwischen seinen Hinterläufen, das Fell war durchtränkt vom Regen, mit der üblichen Ruhe blickte er die Fähe an.

"Ich werde dich begleiten..."

Warum er das nun tat? Einmal, um aus dieser misslichen Lage zu geraten, Akarúi gegenüberstehen zu müssen, außerdem, was sollte er hier, zwischen all den geschwächten Wölfen? Er fühlte sich nicht verbunden, er wollte keine Verantwortung für das Rudel übernehmen, er wollte ihr nicht helfen. Jedoch wusste er, was seine Aufgabe war und solange er zu diesem Rudel gehörte, würde er seine Aufgabe erfüllen, das war der einzig wahre Grund. Auch wollte er Pyry nicht finden, es war einzig seine Loyalität, die ihn dazu zwang.


25.09.2007 19:48




Ares


Ares und Yari waren eine ganze Weile schweigend gewandert. Ob es nun wirklich eine Weile war, das vermochte der Schwarze nicht zu sagen, denn er hatte jedes Zeitgefühl verloren. Für den Moment jedenfalls. Seine Glieder schmerzten und jeder Schritt fiel ihm schwerer, als der letzte. Sie hatten den Wald und die Flammenhölle schon weit hinter sich gelassen und soweit Ares es beurteilen konnte, waren sie auf der weiten Ebene schon ein gewaltiges Stück Richtung Bergkette gekommen.
Für Ares war dieses Revier fremd und selbst wenn er alle seine Sinne beieinander gehabt hätte, wäre es ihm nicht leicht gefallen, sich hier zu orientieren.
Die weiten Ebenen, auf denen sie liefen, waren keinesfalls eben. Jedenfalls nicht im Sinne von flach. Sie stiegen zu den Bergen hin an und das machte die Sache des Laufens nicht einfacher.

Immer wieder hob Ares den Kopf und versuchte, irgendetwas zu hören oder zu sehen, doch da war nichts. Anhalten wollte er nicht, denn er wusste nicht, ober weitergehen konnte, wenn er erst einmal stehen geblieben war.

Allmählich kam sein Geruchssinn zurück und er konnte neben dem beisenden Rauch auch die frischen Wiesen wittern. Bald trat ihm auf der Geruch von Wölfen in die Nase. Viele Wölfe, dich er konnte nicht sagen, wie alt dieser war, wie viele es waren oder wohin sie gegangen waren. Es konnte nicht allzu lange her sein, denn er konnte nur starke Witterungen wahrnehmen, so musste diese also stark sein.

Bald fiel der Weg unter ihnen doch etwas ab und Ares meinte, vor sich in der Ferne die Punkte von Wölfen sehen zu können. Wasser war dort auch, so glaubte er, aber beides hielt er im ersten Moment für eine Täuschung und so sagte er vorerst nichts.
Als er aber erneut hinsah und meinte, es immer noch sehen zu können, hielt er an.

„Siehst du das da vorne auch?“

Er fragte leise, beinahe flüsternd, denn seine Kehle war trocken. Aber er meinte schon, dass Yari neben ihm ihn gehört haben musste.


29.09.2007 15:20




Akarúi


Ohne große Reaktion hatte Akarúi die Worte des Grauweißen hingenommen, nur ein kurzes Blinzeln hatte gezeigt, dass sie seine Worte zur Kenntnis genommen hatte, ehe sie den Blick ihrer hellbraunen Augen wieder nach vorne gewandt hatte. Trotz allem spürte sie den Blick des Rüden neben sich auf sich ruhen, liebevoll, freundlich und ehrlich, sie dazu drängend ihm und seinen Worten doch Glauben zu schenken. Doch sie ignorierte es, versuchte es zu ignorieren auch wenn es langsam aber sicher einer Herausforderung gleich kam ihm nicht in die Augen zu schauen, die ihren eigenen irgendwie so ähnlich waren. Es war jedoch nicht ihre Art aufzugeben, und in dieser Situation war es reiner Stolz oder ihre Sturheit dem Grauweißen nicht in die Augen zusehen, oder einfach nur Angst vor dem was passieren würde, dass doch noch mehr von ihrer leiblichen Familie lebten, als ihre ältere Schwester. Die Weiße verengte die Augen, als die Erinnerung an ihre ältere Schwester hochkam, die sie mehr als alles andere in ihrem Leben hasste, die das Einzige war, das sie hasste. Es war nicht nur rein Oberflächlich wie etwa bei einer Charaktereigenschaft, ihre Schwester war diejenige die ihre Kindheit zur Hölle gemacht hatte und dabei auch noch Spaß hatte, ihr Vater und ihre Mutter hatten nichts getan um das zu ändern, zu verhindern. Auch ihr Bruder hatte sich herausgehalten, hatte sich lieber um seine Angelegenheiten gekümmert, dabei hatte sie ihn bewundert, er war schließlich ihr einziger Bruder gewesen und ihren Vater hatte sie nie bewundern können.Die Weiße seufzte leise, während sie immer weiter lief, Kiba folgte wohin sie das Rudel auch führte. Monoton trafen ihre Pfoten auf den vom Regen feuchten Boden und bewegten ihren Körper und den ihrer zierlichen Tochter, die sie immer noch zwischen ihren Fängen hielt vorwärts, das weiße Fell klebte an ihrem Körper. Ihr war nicht einmal richtig bewusst gewesen, dass die Dunkelheit sich inzwischen wie ein Tuch ausgebreitet hatte und die letzten Rauchreste in der Nacht schon kaum noch zu erkennen waren, zu sehr war sie mit ihren Gedanken beschäftigt gewesen. Als sie endlich den Waldsee erreichten, verweilte sie erst noch für einen Augenblick ehe sie den Kopf neigte und langsam und vorsichtig die kleine Weiße auf den Boden vor sich setzte. Saft fuhr Akarúi ihrer Tochter mit der rauen Zunge über den Kopf, froh darüber das mit ihr nichts passiert war. Gleichzeitig versuchte sie das übrig gebliebene Rudel mit Blicken nach ihrer Schwester Lotus Haná abzusuchen. Die Worte, die sie ihr entgegengeschleudert hatte, bevor sie ihr den Rücken zugewandt hatte, hatte sie nicht vergessen und sie würde ewig Schuldgefühle haben, wenn sie nicht mit Lotus reden, ihr alles erklären und sich entschuldigen konnte.Aus dem Augenwinkel heraus sah sie etwas Graues auf sich zutreten und wandte den Kopf, hellbraune Augen trafen auf sandbraune Augen. Ohne jegliche Regung ließ sie die Musterung ihres Gefährten über sich ergehen, während sich im Inneren etwas zusammenbraute. Er musste nichts sagen, sie sah mit eigenen Augen, dass der Mistkerl, der sich ihr Gefährte schimpfte, ihren Sohn nicht dabei hatte. Gern hätte sie ihm entgegengeschleudert, dass sie ihn hasste, aber es war ja nicht so, sie war nur so unsagbar enttäuscht und ein tiefer Schmerz über den Verlust ihres Sohnes machte sich in ihr breit, den sie die Fänge hart aufeinander pressen und den Blick abwenden ließ. Der Graue sollte nicht sehen, was in ihr vorging, eigentlich sollte dies niemand und den Grauen interessierte es sowieso nicht wie sie sich fühlte, also konnte er auch gehen.

“Geh doch … ist mir egal.“

Ihre Stimme war völlig gleichgültig, eine passende Ergänzung zu seiner kalten und gefühllosen Stimme und genauso gleichgültig wie ihre Stimme war, so nahm sie seine Berührung hin, als er mit seiner Schnauze durch das Fell an ihrer Schulter fuhr. Mit ausdruckslosen Augen sah sie ihm hinterher, als er ging, als er auf die graue Alpha zutrat, die mit flehendem Blick nach Freiwilligen suchte, die die Verbliebenen mit halfen zu suchen. Die Weiße war müde und ausgelaugt, wie alle anderen auch, ihre Tochter saß vor ihr, ihr Sohn war unauffindbar, irgendwo unterwegs oder sogar schon in der Hitze der Feuer zu Asche verbrannt und scheinbar hatte sie plötzlich wieder einen Bruder, der sich früher kaum etwas um sie geschert hatte. Die Weiße schloss verzweifelt die Augen, sie fühlte sich von der Menge an Dingen erschlagen, die auf sie eindrangen, nie zuvor hatte sie sich so klein und hilflos gefühlt … und sie hasste diese Gefühle. Langsam öffnete sie die Augen und starrte für eine kurzen Augenblick ins Nichts, bevor ihr Blick auf Kiba fiel. Die anderen zu suchen würde sie ablenken von ihren unnützen Gefühlen und sie würde etwas Sinnvolleres tun, als hier zu warten auf das, was noch geschehen würde. Ihr Kopf senkte sich leicht, ihre hellbraunen Augen richteten sich auf die kleine Weiße vor ihr, die völlig verstummt zu seinen schien oder sich einfach in ihre Traumwelt geflüchtet hatte, die sie all dies besser überstehen ließ. Akarúi seufzte, als sie ihre Tochter näher betrachtete, denn es entsprach tatsächlich der Wahrheit, dass diese die Augen geschlossen hatte. Langsam hob sie wieder den Kopf, während sie sich suchend nach dem Grauweißen umsah. Er hatte ihr die ganze Zeit über gesagt, er wäre ihr Bruder, hatte während der Wanderung zum Waldsee Anspielungen gemacht, sollte er sich nun beweisen, in dem er auf die Kleine aufpasste. Einige Meter entfernt von ihr sah sie ihn mit einem Welpen Kibas. Vorsichtig nahm sie die kleine Weiße hoch und trug sie zu dem Grauweißen, wo sie die Kleine sanft wieder auf den Boden absetzte. Liebevoll sah sie auf Námida hinunter, die immer noch nichts tat außer ruhig zu atmen, bevor sie Ténshi mit einem teils prüfenden teils aufmerksamen Blick musterte.

“Ténshi … Ich weiß immer noch nicht, ob ich dir wirklich Glauben schenken oder dich einfach für einen totalen Spinner halten soll. Ich weiß es wirklich noch nicht, aber irgendetwas muss es ja sein, dass dich so sicher macht, dass ich deine Schwester wäre. Ich gebe zu, unsere Augen ähneln sich und du erinnerst mich an etwas, aber das muss nichts heißen. Doch ich gebe dir eine Aufgabe um mir zu zeigen, dass du deine Worte ernst meinst … Ich möchte, dass du eine Weile auf Námida aufpasst, während ich mithelfe die anderen zu suchen. Wenn wir wieder da sind, werden wir uns unterhalten. Aber ich warne dich, wenn Námida etwas passiert …“

Ihre hellbraunen Augen lagen auf dem Grauweißen, den warnenden Unterton in ihrer Stimme konnte man nicht überhören. Dann nickte sie ihm zu, warf noch einen letzten Blick auf ihre kleine Tochter, bevor sie sich umwandte und mit langsamen Schritten auf Kiba zu trat. Einige Meter von ihr entfernt blieb sie stehen, der Blick ihrer Augen war müde, doch ihre Stimme war völlig ruhig.

“Auch ich werde dich bei der Suche begleiten …“

Sie ignorierte ihren Gefährten, während dieser Worte, sollte er doch machen was er wollte und sie tat was sie wollte, so lange es ihrer Familie nicht schadete, Námida war wie sie jedenfalls hoffte gut versorgt. Aber irgendetwas musste sie tun, sonst würde sie hier noch verrückt werden.


29.09.2007 23:02




Yago


Yago ließ seine Gedanken nicht mehr wandern, sondern unterdrückte sie mit aller Kraft, nicht zu seiner „Familie“, nicht zu Yari und eigentlich auch nicht zu sich selbst. Er sollte über … die Suche nachdenken. Ja, die Suche. Wie fand man einen Haufen Welpen, die entweder panisch waren, oder vielleicht sogar ohnmächtig? Der Regen verschluckte jeden Geruch und selbst wenn, die kleinen Wölfe würden lediglich nach Rauch und Asche riechen, so wie der ganze Wald wohl. Sie würden rufend und lärmend durch den Wald gehen müssen … eine Vorstellung, die Yago zuwider war. Die Idee war dumm gewesen, vielleicht vernünftig für einen Beta, aber nicht das Wahre für ihn. Auch Kiba schien nicht vor Freude zu sprudeln, dennoch war sie sich ihrer Verantwortung wohl bewusst. Und er sich ebenso seiner, sie begleiten würde er in jedem Fall. Der zweite Satz, den sie an ihre Frage hängte, ließ Yagos Blick wieder für wenige Herzschläge versteinern, ein Ohrschnippen, ein kurzes Stocken des Atems, dann nickte er ruhig.

“Selbstverständlich werde ich dich begleiten.“

Yari finden … darüber hatte er sich keine Sekunde Gedanken gemacht, aber jede Hoffnung, die dadurch aufkeimen könnte, wurde erstickt. Es war Yago, der nach ihm suchen würde, Yari war jetzt schon verloren, sollte er nicht sowieso tot sein. Und er war es mit Sicherheit. Yago war ein Versager, wenn er jemanden beschützen wollte, so misslang es, es war gar nichts anderes möglich, als dass Yari tot war. Verdammt! Er wollte schreien, aber stattdessen brach kurz sein Blick zusammen, ruhte gebrochen auf seinen Pfoten, nur um gleich darauf wieder gelassen und stumme Stärke ausstrahlend auf Kiba zu liegen. Sie sagte noch ein paar Worte und setzte sich dann in Bewegung. Yago folgte ihr, brachte sich neben sie und passte sich ihren Schritten an. Als sie zum Rudel sprach fiel ihm Shaiya ein, er suchte sie, zauberte dann ein beruhigendes Lächeln auf die Lefzen und gab ihr mit seinem Blick zu verstehen, dass er mit Kiba mitgehen würde, sie aber ebenfalls kommen könnte. Kurz darauf trat Mitsah auf die beiden zu und schloss sich ihnen an, auch wenn er, anstatt wirklich den Anschein zu machen, mitzugehen, etwas sinnlos vor ihnen herumstand. Yago kannte den Grauen nicht wirklich, aber auch er war ein seltsamer Rüde. Mit der Rute zwischen den Hinterläufen wirkte er nicht wie ein Gamma, Yago missfiel es, dass der Graue nun keine wirkliche Stärke zeigte, da ihre Alpha doch so schwach war. Er sagte jedoch nichts, nickte ihm nur leicht zu und wartete geduldig ab. Eine Fähe gesellte sich zu ihnen, blieb ebenfalls etwas unnütz in der Landschaft stehen, aber immerhin waren sie nun schon zu viert. Der Schwarze ließ seine Gedanken sicher bei der Suche ruhen und drehte den Kopf leicht zu Kiba.

“Ich würde vorschlagen, zunächst zum Rudelplatz zu gehen. Von da aus müssen wir weitersehen. Eine Witterung aufzunehmen wird jedoch schwierig werden.“

Er sah sie mit klarem Blick an und schaffte es dabei sich ganz und gar auf diese Überlegung zu konzentrieren. Er wollte nun nicht über Yari nachdenken und das Rudel brauchte ihn, nicht über Yari nachdenkend. Selbstkontrolle.


30.09.2007 15:38




Námida é Syáná


Námida war das alles zuviel geworden und wie sie so ängstlich in der Schnauze ihrer Mutter hing, hatte sie manchmal die Augen geschlossen und wollte das alles einfach nicht mehr wahrhaben. Sie wollte für immer fort von dieser Welt und nur mit ihrer Mutter allein sein. Es war doch egal, ob andere dabei waren oder nicht, nur ihre Mutter war ihr wichtig und konnte ihr ein Gefühl von Wärme und Liebe schenken. Dennoch war im Moment alles sehr kompliziert für die kleine Welpin und sie fiepte ab und zu noch leise in der Schnauze ihrer Mutter. Námida hielt die Augen geschlossen, weil es zuviel war. Die Welt rannte an ihr vorbei und hinterließ einen traurigen Eindruck. Der Schmerz war riesig und Námida verstand einfach nicht warum. Außerdem hatte sie jetzt wirklich nur noch ihre Mutter, alle anderen waren fort und das verstand sie nicht. Sie waren doch eine Familie gewesen, auch wenn Námida immer nur Angst gehabt hatte, fehlte etwas in ihrem Leben jetzt. Aber vielleicht kam dieses etwas ja zurück und war nur für kurze Zeit fort? Das war wohl egal. Die kleine Welpin öffnete wieder einmal die Augen und versuchte sich umzusehen. Ihr Nackenfell war nass und klebrig, sie hing schon lange in der Schnauze ihrer Mutter und fühlte sich wie eine Last, aber sie wollte nichts sagen. Es würde keinen Sinn machen. Es hätte ihr nichts gebracht, wenn sie gesagt hätte, dass man sie zurück lassen soll, denn ihre Mutter hätte es nicht zugelassen und natürlich war Námida froh, bei ihrer Mutter zu sein. So nah und sie wusste, dass ihre Mutter sie niemals nur loslassen würde in diesen Minuten. Sie konnte sich auf die wunderschöne weiße und große Fähe verlassen und das Gefühl von Liebe war in diesen Sekunden größer als alles andere. Aber dennoch. Námida fürchtete sich.
Sie schloss wieder die Augen und versuchte sich in einer Traumwelt zu verstecken, die die Welt schöner machen würde. Vielleicht war es hier wirklich toll? Sie würde groß werden in dieser Traumwelt und vielleicht war sie dann ja auch einmal so schön und groß wie ihre Mama? Würde sie dann auch lernen zu lieben und vielleicht frei wie der Vogel von damals sein? Und noch hinzu – würde sie dann eine Familie um sich herum haben, die sie liebte und vor der sie sich nicht fürchten musste? Einen Vater, dem sie schwer vertrauen konnte und der ihr dasselbe gab wie es ihre Mutter tat? Und ein Bruder, der seinem Vater ebenfalls ähnelte, aber dieses Mal ebenfalls lieb war und mit dem sie sich verstand? Vielleicht war sie dann auch nicht mehr die kleine zerbrechliche Fähe wie jetzt, würde sich wohl fühlen und von ihrer Mutter loslassen. Aber das konnte sie nicht und das musste ihrer Mutter doch Schaden zufügen. Sie hing unendlich an ihr, wollte niemals von ihrer Seite weichen, so würde sie niemals groß und stark werden. Sie war dieses kleine hässliche Entlein, das sich quälte und nicht verstand, warum sie auf der Welt war. Wie armselig. Aber Námida gab es auf, eine Antwort auf die Fragen zu finden. Mit einem leisen Seufzen öffnete sie wieder die Augen.
Sie lag auf dem Boden und um sie herum war es ein wenig Schwarz. Waren sie nun endlich am Ziel angekommen? Die Zunge ihrer Mutter fuhr sanft über ihren Kopf und Námida sah hinauf zu ihrer Mutter. Müde und angespannt. Dann legte sie sich platt auf den Boden, wie ein Stück Nichts und dann versank sie endgültig in ihrer Traumwelt. Námida schlief ein und fühlte sich nun erniedrigt. Sie bekam nicht viel mit. Sie schlief zwar nicht tief und fest, sondern nur leicht um einige Sekunden abzuschalten, aber dennoch bekam sie erst nicht mit, dass ihre Mutter sie erneut hochnahm und bei einem anderen Wolf absetzte. Námida erwachte erst als sie spürte, dass etwas fehlte. Ihr Schutz fehlte und sie blickte sofort auf. Sie lag vor einem Rüden von grauem Fell, aber es war nicht ihr Vater. Nicht ihr Bruder, denn der war kleiner aber ihre Mutter war nicht hier. Ein Fremder?

„Mama…“

Flüsterte die Kleine ängstlich und rollte sich zitternd zusammen. Sie wollte weg von diesem Rüden, sie wollte nicht bei ihm sein. Sie fiepte.


02.10.2007 14:57




Liaryl


Sie schwieg. Sie schwieg die ganze Zeit. Das einzige, was sich von ihr bewegte, war ihr Brustkorb, der sich langsam und ruhig hob und senkte. Es war, als wäre sie ein Zauberwesen, gefangen in einem Schlaf. Ein Wesen, das geweckt werden musste, damit es etwas tat. Ja, sie hatte nichts zu tun. Ihre Augen hatte sie nach einigen Momenten geschlossen, nachdem sie die kleine Graue ausführlich betrachtet hatte. Dann hatte sie die Ohren nach vorne gedreht und war in ihre Starre verfallen. Wie ein brauner Fels lag sie dort und wartete ab, egal auf was, es sollte nur etwas passieren, sodass sie etwas machen konnte. Das war eine Bitte, ein Flehen in ihrem Herzen. Der Regen war zu einem monotonen Ton in ihr übergegangen, war nun belanglos, kein Bote des Friedens mehr. Ihr Fell war getränkt von den blassen Tränen des Himmels. Glanzlos klebte es nun an ihrem starken Körper und verhüllte ihn vor der kalten Welt.
Erst als die Alphawölfin ihren Ruf über das Rudel schickte, trat Bewegung in die Fähe. Sie hob rasch ihr Haupt, drehte es zu der Stimme und lauschte ihrem Klang. Die anderen suchen. Es war noch nicht alle Hoffnung verloren. Nein? War sie das nicht? Für die Braune schon. War diese Silberne dort jemand, der nicht schnell aufgab? Vielleicht, nein, wahrscheinlich. Sollte sie sie darum beneiden? Sollte sie sie für etwas beneiden, was sie früher einmal besessen hatte? Hoffnung... Was einmal Hoffnung gewesen war, war nun Leere. Sie vermisste sie nicht mehr, denn längst hatte sie vergessen, was es hieß, wahre Hoffnung mit sich zu tragen.
Schweigend beobachtete sie diejenigen, die dem Aufruf folgten. Ob sie alle wohl schon lange in diesem Rudel waren? Ob sie Vertraute Kibas waren? Bestimmt... Sie hatte da also überhaupt nichts zu suchen. Sie war eine Fremde und jetzt nach der Katastrophe trat die Normalität wieder ein und man musste Fremden nicht mehr vertrauen. Sie war überflüssig, kannte ja noch nicht mal die, die es zu suchen galt. Wie konnte sie da helfen? Gar nicht, so sehr sie es sich auch wünschte. Nein, ihre Pfoten würde in dieser Nacht keine Spuren verfolgen. Doch da war noch etwas, was sie davon abhielt, zu der Silberfarbenen zu stoßen. Ein Rüde, aber nicht irgendein Rüde, sondern ein Schwarzer. Wenn sie ihn an sah, dann spürt sie die Flamme des Hasses in ihrem müden Herzen auflodern. Sie konnte nicht verstehen, wie man so einem vertrauen konnte – sie hatte es getan und war bitter enttäuscht worden. Sie wollte Abstand zu dem Fremden, erkannte, dass, wenn es zu einer Begegnung kam, diese nur im Streit enden würde und das konnte das Rudel wahrscheinlich nicht mehr auf den Schultern tragen. Sie wollte nicht mehr zerstören, sie wollte keine Fehler machen. Und genau deshalb richtete sie sich bloß auf, den wachsamen Blick noch mal auf die graue Welpin gerichtet, die scheinbar schlief. Nein, sie wollte bleiben und die unterstützen, die ebenfalls bleiben würden. Sie würde schon etwas finden, ja, ganz bestimmt. Ihr Optimismus überraschte sie selbst – oder war es bloß ein Versuch, die Gedanken von den Bildern der Erinnerung zu nehmen? Wohl eher. Lautlos seufzte sie, schlag die Rute um den braunen Körper, ließ den warmen Blick wieder für einige Augenblicke auf der Grauen ruhen, ehe sie sich abermals umsah, um bloß nichts zu verpassen. Ob wohl die Mutter des Schwarzen hierbleiben würde? Sie würde es sehen, jetzt brauchte sie Geduld. Und so blieb sie einfach sitzen und ließ die Zeit verstreichen. Angespannt war sie, jeder Zeit bereit irgendetwas zu machen und wenn es bloß die kleinste Aufgabe machen – es würde ihr das Gefühl geben, gebraucht zu werden, das Einzige, was sie im Moment noch am Leben hielt.


03.10.2007 17:51




Naíra Telay


Naíra hörte die Stimme des Bruders und setzte sich langsam aber sicher in Bewegung. Sie versuchte seiner Anweisung zu folgen und sich an seiner Stimme zu orientieren, was allerdings bei diesem Regenprasseln gar nicht so leicht war. Das durchnässte Fell der Silbernen tropfte inzwischen schon und die Kleine senkte immer mehr ihren Kopf. Irgendwie hatte sie einfach nur noch Pech. Was, wenn sie ihre Brüder nicht finden würde ? Würde sie vom Rudel vielleicht gefunden werden ? Etwas unsicher drehten sich die silbrigen Ohren und die kleine Welpin sah mit ihren eisblauen Augen in den Wald. Ihr zierlicher Körper zitterte leicht, ja, es war ihr tierisch kalt. Doch schon gleich gab es einen Hoffnungsschimmer, denn Naíra konnte ihre beiden Brüder erkennen. Hastig tapsten die grauen Pfoten über den matschigen Waldboden, ein erleichtertes Lächeln schlich sich auf die zarten Züge der Fähe.

"Endlich hab ich euch gefunden !"

So froh sie eben noch gewesen war, ihre Laune verschlechterte sich gleich wieder, als sie den Grauen sah. Na super, war der auch schon wieder hier. Wahrscheinlich auch nur um sie und ihre Zwillingsbrüder doof anzukeifen. Naja, das war jetzt irgendwie alles auch egal. Hauptsache sie war wieder bei ihren Brüdern und konnten bald aufbrechen um nach dem restlichen Rudel zu suchen. Schnell trat Naíra Telay an die Seite ihrer beiden schwarzen Brüder und musterte diese mit ruhigem Blick.

"Werden wir gleich nach den anderen suchen ?"

Fragte sie ruhig und sah dann zu Pyry. Irgendwie war ihr dieser Wolf schon ganz schön unsympathisch. Nun ja, man konnte eben nicht alle Wölfe mögen. Dass der Welpe anscheinend ebenfalls dem Rudel angehörte war eine Tatsache, die Naíra überhaupt nicht passte, sie aber wohl oder übel akzeptieren musste. Schließlich blieb ihr nichts anderes übrig.
Etwas ungeduldig tapste die Graue von einer Pfote auf die andere. Sie konnte es kaum erwarten die Suche nach dem restlichen Rudel anzugehen. Schließlich wollte sie ihre Eltern so schnell wie möglich wieder sehen und sich in deren warmes Fell kuscheln.


03.10.2007 19:25




Lotus Haná


Der Blick von Lotus lag noch lange Zeit auf dem schwarzen Rüden, aber dann wandte sie sich ab, denn etwas kam auf sie zu. Es waren Wölfe. Und zwar nicht irgendwelche Worte, sondern es war das Rudel und Lotus lächelte leicht. Das Feuer, das ausgebrochen war, hatte die Wölfe sicherlich alle sehr geschwächt, aber nun waren sie in Sicherheit, hier am See konnte nichts geschehen. Die weiße Fähe ließ ihren Blick über die Gruppe schweifen und nickte. Viele waren da, aber es fehlten sicherlich welche. Doch sie kannte die Truppe noch nicht so gut, als dass sie das nun wirklich bemerkt hätte. Dass, was ihr am Wichtigsten war, war hier. Ihre geistige Schwester Akarúi. Aber Lotus wusste nicht, wie sie nun mit ihr umgehen sollte. Sie waren in einem Streit auseinander gegangen, aber Lotus hatte nun eingesehen, dass es dumm von ihr gewesen war und Akarúi ihr niemals etwas Böses gewollt hätte. Doch das hatte sie ihr nie sagen können. Wäre es jetzt nicht angebracht? Wäre es nicht gut, wenn auch sie helfen würde und wenn sie dabei die Chance hätte, mit ihrer Schwester wieder zusammen zu kommen?
Sie beobachtete Akarúi. Sie hatte ihre Welpin dabei. Aber diese gab sie gerade in die Obhut eines anderen Wolfes. Hatte sie kein Vertrauen in ihrer Freundin?

oO(Nein, hör auf dir so etwas einzureden Lotus…Akarúi liebt dich als Freundin und Schwester so wie du es bei ihr tust. Vertrau ihr…)Oo

Akarúi hatte sie sicherlich noch nicht gesehen, also war es doch kein Problem. Sie würde sich einfach versuchen, anzuschließen und lauschte deshalb ebenfalls den Worten von Kiba. Ihre Alphafähe, die sehr bedrückt klang, brauchte Hilfe und Lotus wollte endlich mehr in diese Gemeinschaft hinein kommen. Sie wollte Anschluss finden und Freunde. Denn das hier war ein Rudel und sie durfte sich nicht einsam fühlen. Entschlossen trat sie auf den Kreis zu, blickte ihre Alpha aufrichtig und hilfsbereit an und nickte.

„Auch ich helfe dir!“

Lotus lächelte leicht, wollte Kiba aufmuntern und ihr Hoffnung machen, was sicherlich schon jeder hier tun würde. Aber egal. Lotus blickte sich um und sah dann zu ihrer Schwester Akarúi. Mit einem nachdenklichen Auge, aber am Liebsten wollte sie nun mit ihr reden und die Dinge klären.

„Akarúi…“

Die weiße Fähe senkte schuldig den Kopf, sie war sich in ihren Taten niemals sicher gewesen und vielleicht war es eine schlechte Idee, das ganze nun zu klären, aber es half, um wieder ins Reine zu kommen. Und Akarúi wusste sicherlich, dass es Lotus Leid tat. Oder nicht?


03.10.2007 20:43




Ténshi Kurái


.oO(Bin ich jetzt Babysitter oder was?!?)

Am liebsten hätte der graue Rüde geknurrt, hätte die Nackenhaare aggressiv aufgestellt, die Ohren nach hinten gelegt und die Lefzen nach oben gezogen. Aber das ging jetzt alles nicht. Sie ging. Liess ihn hier mit dem einen Vieh, das er vorhin die längste Zeit herumschleppen musste, und dem weissen Knäuel, das sich kaum Wolf schimpfen durfte, allein. War wohl ihre Tochter, die Kleine. Wie niedlich, Námida. Innerlich rollte Ténshi mit den Augen. Welpen...
Natürlich sah man ihm das alles nicht an. Als die zwei erwachsenen Wölfe gestoppt hatten, liess er den Welpen zwischen seinen Zähnen erst mal zu Boden, in der Erwartung, er würde gleich losdüsen, ab zu seiner Mama. So hob er die eine Pfote ein bisschen, hielt das Balg quasi fest, sodass es sich nicht befreien konnte. Es würde ihm natürlich nicht weh tun. Dann hob er den Kopf wieder, sah Akarúi etwas enttäuscht in die Augen, als sie sagte, sie würde den anderen suchen helfen. Das wäre so eine schöne Gelegenheit für ihn gewesen, Punkte zu sammeln, wenn er tatsächlich jemanden im Wald finden würde. Noch schöner, wenn dieser Jemand nicht mehr leben würde. Zerquetscht von einem Baumstamm oder so. Fast hätte der Hüne gelächelt. Doch er nickte nur seine Schwester zu und beliess es auch dabei; er konnte warten. Er hatte alle Zeit der Welt. Kurz liess er seinen Blick sinken, beobachtete die weisse, zerbrechliche Welpin vor ihm. Sie starrte ihn an. Hatte sie etwa Angst? Vor ihm? Er lächelte, liess sich auf die Hinterläufe sinken.

„Bleib bitte hier, die Alpha geht die anderen suchen“,

wandte er sich mit einem Hauch Strenge in der Stimme an den anderen Welpen. Er hatte inzwischen von ihm abgelassen, aber die Alphafähe würde ihm den Hals umdrehen, würde dem Kleinen etwas passieren. Dann legte er sich hin, endlich, war doch ziemlich erschöpft von der ganzen Freude und Aufregung, die im Augenblick wohl nur ihm allein gehörte. Jetzt war Ténshi jedoch eher mies gelaunt, ziemlich sogar. Das Schöne war vorbei, und er durfte nicht mal auf Kadaversuche gehen. Eine Gemeinheit war das. Der Graue rückte noch ein Stück näher an die Welpin, kam ihr natürlich nicht zu nahe. Sie fiepte. Da war es wohl an der Zeit, sich als den guten Onkel auszugeben. Vorsichtig schleckte er ihr mit der Zunge über den Kopf, flüsterte ihr die folgenden Worte zu.

„Sie kommt sicher bald wieder. Hab’ keine Angst, Námida. Ich bin ihr Bruder.“

Das sollte wohl gleich noch heissen, dass er ihr nie etwas tun würde. Selbst wenn das Verlangen in ihm noch so gross war.


09.10.2007 20:02




Adali


Was war es, was die Fähe nun ausfüllte? War es das Nichts, die völlige Gefühllosigkeit? Sie konnte es nicht beschreiben, fühlte sie sich nur noch wie betäubt. Taub, kraftlos, wie ein Welpe, ein Spielball des Schicksals, das es nie richtig gut mit den Wölfen hier gemeint hatte. Kaum hatten sie eine Hürde genommen, waren dafür entlohnt worden, brach auch schon das nächste Unheil über sie herein. Wann hörte dieser Kreislauf wohl auf? Er würde niemals enden, nicht solange hier eine Seele lebte. Aber niemand dachte daran, einfach fort zu gehen. Niemals. Dieses Tal war zu ihrem zu Hause geworden, nur aus diesem Grunde würde sie nicht von ihr verschwinden und mochte es noch so schwer sein. Zitternd atmete Adali tief durch. Auch wenn es noch so schwer war, in der Zukunft noch schwerer wurde, sie würde alles, egal was noch kommen mochte, mit ihrer Freundin durch stehen, die sie noch ein mal sanft berührte. Schweigend richtete sich ihre Aufmerksamkeit dann auf Yago, der sich trotz des Verschwindens seines Freundes gefasst gab, aber war er es wirklich? Diese eisige Gefühlskälte hatten der Schwarzen noch nie so recht gelegen. Sowohl in ihrem alten Rudel, in dem sie geboren worden war, das seit Generationen im Krieg lebte, als auch hier. Eigentlich war sie eine warme, herzliche und tolerante Persönlichkeit, Schmerz und Kummer hatten sie ihrer Wärme, ihr Feuer bestohlen, hatten eine betäubte Seele zurück gelassen. Den Wortwechsel zwischen Yago und Kiba nahm sie zur Kenntnis, aber was sollte sie dazu sagen. Kiba bat sie, hier zu bleiben. Nun gut. Aber sie folgte ihren Worten nur, weil sie die Alpha war. Ansonsten hätte sie ihre Freundin nicht alleine gelassen, auch wenn Yago mit dabei war.

"Passt bitte auf euch auf..."

Leise murmelte sie diese Worte und fing schon Mal an zu hoffen, dass sie die beiden wohlbehalten wieder sehen durfte. Ihr Blick glitt über die Teile der Umgebung, die sie durch den Regenschleier erkennen konnte. Viel war zerstört worden und das Tal würde niemals mehr so werden, wie es einst gewesen war. Ruhig blickte sie sich um, ehe sie sich in Bewegung setzte. Erst langsam, zögerlich, dann immer sicherer, fiel sie in einen gleichmäßigen Gang, das Fellbüschel wieder sicher in der Schnauze. Sie wusste, was sie zu tun hatte. Schnell hatte sie sich von dem Rudel entfernt, auf das sie eigentlich acht geben sollte, aber es würde nicht schlimm sein, wenn sie einen Augenblick alleine wäre. In der Einsamkeit traf sie die Schuld wie ein Schlag, dennoch ging sie weiter. Vor ihrem geistigen Auge tanzten die Bilder ihrer kleinen verlorenen Träumerin. Sie hatte verloren, was ihr lieb und teuer war. Sie hatte versagt, sie hatte bereut. Und tat dies noch immer. Aber wer bereut, muss auch irgendwann wieder nach vorne sehen, nicht wahr? Damit die gleichen Fehler nicht noch ein Mal passieren. Sie hatte einen schweren Fehler gemacht, der sich gewiss nicht wiederholen würde. Nicht noch ein Mal. Nie mehr würde sie jemanden geliebten verlieren. Sie würde besser Acht geben, besser aufpassen, sie alle ganz vorsichtig berühren, damit sie nicht in ihrer Pfote zerbrachen, mit der sie eigentlich beschützen wollte. Endlich war sie da angelangt, wo sie hin wollte. Nun, eine genaue Vorstellung hatte sie nicht gehabt, aber dieser etwas alleine stehende Baum war schon in ihrer Vorstellung gewesen. Wie als würde sie einen alten sehr Weisen besuchen, senkte sie ein wenig den Kopf. Die bernsteinfarbenen Augen betrachteten die dicken und dünneren Äste, den kräftigen Stamm und die leicht verzweigten Wurzeln. Ein idealer Platz. Vom Rudelplatz aus konnte man nicht sehen, was sie tat, man konnte es sich höchstens denken, wenn man ihre mit Erde beklebten Pfoten sah. Nun war sie für immer fort. Ihre Kleine. Hier würde das, was sie hatte retten können und wenn es nur ein bisschen Welpenpelz gewesen war, das zwischen ihren Fängen hängen blieb, ruhen können. So wie sie einst Talons Kopf vergraben hatte, hatte sie nun das bisschen Fell vergraben. Stumm stand die schwarz da, blickte hinauf in das Geäst. Der Regen perlte an ihrer Schnauze hinab und wer genau hinsah, der konnte ihre silbernen Tränen bemerken, die sich unter die Wassertropfen mischten. Ein Kloß saß ihr unangenehm in der Kehle, ihr Magen und alles Innere hatte sich bis aufs Äußerste verkrampft. Aber es ging weiter. Egal was auch kam, was noch kommen würde, es würde weiter gehen. Und sie würden sich wieder sehen, da war sie sich sicher. Nicht in dieser Zeit, an diesem Ort. Irgendwo würde sie Yumé wieder treffen. Daran glaubte sie. Schließlich schloss Adali die Augen, nun weinte sie nicht mehr, nur eine einzelne Träne glitt noch zu Boden, versank und verschwand in diesem. Ohne sich noch ein Mal umzublicken, wandte sich die Phönixwölfin von diesem Ort ab. Nie würde jemand auch nur erfahren, dass dort der einzige minimale Überrest ihrer kleinen Tochter vergraben lag. Das Regenwasser überall wusch sodann auch die letzten Spuren, die Erde an ihren Pfoten ab. So trat sie wieder auf den Rudelplatz, als wäre nichts gewesen. Sachte leckte sie sich über die Lefzen, dann ließ sie sich auf die Hinterläufe sinken, mit Blickwinkel zum Rudel. Noch ein Mal würde so eine Tragödie gewiss nicht passieren. Hoffte sie zumindest...


15.10.2007 21:13




Torán


Torán senkte den Blick. Er hatte stumm zugehört. Aber er hatte nicht viel Lotus Worten gelauscht. Mehr seinem Herzen. Um sie herum herrschte eine Weile, es flachte sicher allerdings ab, und letzten endlich traf das gesamte Rudel, in welchem Lotus lebte, auf dem kleinen sicheren Platz ein. Als Lotus sich erhob und zu einer Wölfin lief. Torán schätze sie als die Freundin, von der sie ihm erzählt hatte. Ein fades Lächeln schlich sich auf seine schwarzen Lefzen. Seine Lotus war hier zu Hause. Er nicht. Hatte sich nicht einmal bei der Alphawölfin angemeldet, war einfach so in das Revier eingedrungen. Und so einfach würde er wieder gehen.
Wie er Lotus so sah, merkte er, dass ihr etwas fehlen würde, wenn sie mit ihm ginge, und ihm würde etwas fehlen, wenn er hier bliebe. Die Sehnsucht.
Die Sehnsucht zu reisen, ferne Gebiete zu erforschen, andere Wölfe kennen zu lernen, einfach ein Wolf zu sein, der wandert, und nur auf seinem eigenen Weg geht. Ja natürlich, er war nicht derjenige, der viel redete und so unterhaltsam war. Aber er war ein guter Zuhörer und lauschte gerne den Geschichten anderer. Wie gerne würde er mit Lotus weiterreisen, bei einem fremden Rudel in der Nacht sitzen und ihre Rudelgeschichte hören. Am nächsten Morgen wären sie weitergewandert, und so ginge es den ganzen Tag, bis sie wieder dort ankamen, wo sie geboren wurden. Und dort starben. Ja, so stellte sich Torán sein leben vor. Doch hier war ihm das nicht möglich. Lotus hatte hier Freunde, er nicht. Hier gab es nichts was ihn halten würde, außer Lotus, doch sie würde ihn gehen lassen, wenn sie wüsste, wie er fühlte. Allerdings konnte er ihr das nicht erzählen. Er konnte eigentlich mit niemanden über sich selbst reden.

~Werde glücklich hier Lotus. Du musst deinen Weg gehen. Aber ich werde nicht dein Gefährte sein. Ich liebe dich, aber ich gehöre nicht zu dir. Kümmere dich um deine Freunde, bleib dir selber treu und lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter. Denn nur so, kannst du leben.~

Alle Ereignisse zogen an ihm vorbei. Er beachtete seine Umwelt nicht. Innerlich verabschiedete er sich bei Lotus. Und das für immer.
So stand er auf, drehte sich um und setzte einen Lauf nach den anderen auf die Erde und ging. Er würde aus ihrem Leben gehen, aus diesem Revier, und aus ihrem Herzen.


19.10.2007 20:10

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
01.09.2010 16:40
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