Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 146 Tagen
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Autor

Beitrag

Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 1

Kiba Telay

Nach einem ruhigen Winter auf dem Plateau über den Wolken, begab sich das Rudel wieder ins Tal herab. Der Regen hatte hier noch lange Zeit gewütet, viele Stellen im Tal waren matschig und verschlammt, der See und Fluss waren ein wenig über das Ufer getreten. An wenigen Stellen hatten sich kleine Sümpfe gebildet. Und doch war es nicht das totale Chaos, überall ließ der Frühling seine Pflanzen wieder treiben und blühen. Graue Wolken standen zwar noch oft am Himmel, aber auch die Sonne schien den Kampf gegen das trübe Wetter wieder aufgenommen zu haben. Milde Temperaturen sprachen von einem schönen Frühling. Auch während dieser Zeit ar wieder ein neues Mitglied aufgenommen worden. Erith, eine irgendwo seltsame, 4-Jährige Wölfin. Aber bis auf Akara und Andraki, störte es niemanden sonderlich. Es war seit jeher so gewesen, dass keinem Wolf Zutritt in das Rudel verwehrt worden war. Was bis zu jenem Tag auch nie ein Fehler gewesen war ...

Blutgeruch lag an diesem schönen Frühlingsmorgen in der Luft. Das Rudel hatte sich im Nordwesten, zwischen Tear Mirrow und Daywish Wald verstreut. So war es nicht sonderlich auffällig gewesen, als Erith dem jungen Rüden Senedd gefolgt war.
Als Akara, Andraki, Ares und El’ Sombo de Feru bei den beiden ankamen, war Senedd längst tot und der Fang der Fähe blutverschmiert. Erzürnt über diesen Vorfall, den man ihrer Meinung nach leicht hätte verhindern können, wenn die Regeln des Rudels nicht so locker wären, wies Akara die anderen Drei an, Erith fest zu halten. Sie würde Kiba aufsuchen, die inzwischen auch den Blutgeruch aufgenommen hatte und auf das Geschehen zueilte.


Alle Jungwölfe bitte im Charakterbogen ihr Alter auf 1 Jahr editieren. Größenangaben und Gewicht ebenso anpassen – siehe Page.

22.11.2009 14:58




Akara Chitaru

Akara sah noch mal über die Anwesenden, die die Fähe am Gehen hindern sollten. Am liebsten hätte sie ihr sofort die Kehle durchtrennt und sie ins Jenseits befördert, so wie sie es mit Senedd getan hatte, doch vorher galt es, noch etwas wichtigeres zu klären. Es musste verhindert werden, dass so etwas je wieder passieren konnte. Zornig – und dass war vielleicht mehr an Gefühlsregung, als Akara je gezeigt hatte, seit sie die Reviergrenze zu diesem Revier übertreten hatte – trat sie der Leitwölfin entgegen. Sie wäre nicht sie selbst gewesen, hätte sie ihre Wut nicht unter Kontrolle gehabt, dennoch gab es nur noch zwei Möglichkeiten, wie dieser Tag zu Ende gehen würde. Entweder, sie würde sterben und nichts würde sie mehr stören, oder sie würde dieses Rudel führen!
Ein Knurren entfuhr ihrer Kehle, als sie Kiba schemenhaft in der Ferne auftauchen sah. Ihre Augen verengten sich. Es wäre ein leichtes gewesen, die Alphawölfin zu überfallen, aus einem Hinterhalt heraus, um sie dann nieder zu strecken. Doch danach stand Akara nicht der Sinn. Sie hatte noch nie einen unfairen Kampf gekämpft. Sie würden nun entscheiden, wer von ihnen beiden stärker war und danach musste die Verliererin die Konsequenzen tragen.
Angetrieben von ihrem Zorn, wurden die Schritte schneller und ihre Haltung stolzer. Provokanter, als sie je in ihrem Leben gewesen war. In ihrem Rudel kalten härtere Regeln, aber auch hier würde Kiba verstehen können, um was ihr Kampf in wenigen Sekunden gehen würde. Und dann stand sie ihr gegenüber.

“Sie hat Senedd getötet. Einen unschuldigen, jungen Rüden!“

Fuhr Akara ihre ehemalige Leitwölfin an. Die Bezeichnung für die Wölfin – ‚Sie’ – spie sie aus, als wäre es die schlimmste Beleidigung, die je im Maul eines Wolfs gelandet war. Und sie wusste auch, dass sie keinen Namen zu nennen brauchte, damit Kiba ihr folgen konnte. Ihre Lefzen kräuselten sich und entblößten ihre Zähne vollständig.

“Du hast dein Rudel dieser Gefahr ausgesetzt! Du hast sie wissendlich akzeptiert!“

Und damit war es genug der Worte. Sie brauchte nicht zu erklären, dass sie sie nun fordern würde. Kiba würde schon verstanden haben, oder es gleich begreifen. Akara jedenfalls ließ ihren Körper zurück federn, ehe sie nach vorne schnellte und versuchte, sich in Kibas Schulter zu verbeißen. Noch im Flug sah sie den schüchternen Senedd, wie er ihr begegnet war, als sie zum Rudel gestoßen war. Sie sah ihn neben sich, wie sie sich unterhielten. Er war seltsam gewesen, viel zu unsicher, aber sie hatte ihn gemocht, wirklich gerne gehabt. Und sie wünschte, sie wäre früher dort gewesen. Zerrissen hätte sie die Wölfin, augenblicklich. Aber nichts, nichts hätte verhindern können, dass sie gezwungen war zu tun, was sie nun tat. Sie musste Kiba besiegen und ihr die Augen öffnen. Man konnte nie ALLEN Wölfen vertrauen. Es gab, so traurig das auch war, einige unter ihnen, die mit Gewalt auf Freundlichkeit reagierten.


22.11.2009 15:20




Andraki

Der Frühling war ins Land gezogen und das Rudel ins Tal zurückgekehrt. Andraki hatte sich eingelebt, soweit es ihr möglich war in diesem seltsam sittenlosen Rudel. Akara war während dessen zu ihrer besten Freundin geworden, zumindest von Andrakis Seite aus, und hatte ihr damit beträchtlich geholfen sich in die Reihen der Rudelmitglieder einzugliedern. Gleiches traf auf Leikuna zu, obgleich die weiße Fähe eher das Gemüt eines Welpen oder Jungwolfes an den Tag legte. Desweiteren hatte sie Hilfe von einer vollkommen unerwarteten, wenn auch höchst willkommenen Seite erhalten: Yago. Als oberste Bezugsperson Leikunas hatten sie schnell einander näher kennen gelernt. Andraki war nicht sicher, ob sie ihre Beziehung zu Yago als "freundschaftlich" bezeichnen sollte - sie hatte sich bei einem Gefühl ertappt, wenn sie den schwarzen Beta betrachtete, dass sie zuvor nur einmal in Gegenwart eines Rüden gehabt hatte. Doch das war noch in ihrem heimatlichen Rudel gewesen, eine Zeit, die ihr bereits unendlich weit fern schien, obwohl sie nicht selten an ihre vergangene Familie dachte. Ein schönes Gefühl, aber eines, dass mit einem etwas bitteren Nachgeschmack behaftet war. Andraki hatte die Bilder nicht vergessen, die sie beim zweiten Spiegel von Kiba und Yago gesehen hatte, und so erschien es ihr sowohl unangemessen als auch hoffnungslos, solcherlei Gefühle für den Beta zu hegen. Sie durfte es nicht wagen, sich in die Beziehung zwischen der Alpha und dem Beta einzumischen. Auch nicht, obwohl Kiba eine unglaublich nachsichtige Alpha war und ihres Wissens nach noch nie irgendjemanden bestraft hatte. Aber irgendwo und irgendwann würde die Alpha sicherlich die Grenze ziehen, und sei es nur, wenn es um den Rüden ihrer Wahl ging...
Für solcherlei Überlegungen war an diesem Tag jedoch kein Platz. Der Wind hatte Blut zu ihnen getragen, und zu viert waren sie unverzüglich aufgebrochen, die Ursache dessen zu erkunden. Gefunden hatten sie ein schreckliches Szenario: Senedd lag tot zu den Pfoten der relativ neuen Fähe Erith, deren Maul noch vor dem Blut des jungen Rüden troff. Ihr Entsetzen hatte sich schnell in Zorn verwandelt, und sogleich hatten auf Akaras Geheiß hin die Mörderin umzingelt. Andrakis Ohren waren längst zurückgelegt, die Zähne gebleckt und ihre Rute buschig aufgestellt. Aus ihrer Kehle erklang ein dunkles Grollen, während sie die Fähe in ihrer Mitte fixierte und nur darauf wartete, dass jene auch nur eine falsche Bewegung machte. Am liebsten hätte sie sie sofort zur Strecke gebracht für ihre Tat, doch es war Sache der Alpha über das Schicksal der Mörderin zu entscheiden. Akaras Befehl hielt sie zusätzlich, sah sie ihre Freundin doch als ihr übergeordnet an. Akara selbst war der herannahenden Kiba nun entgegengelaufen. Zurerst glaubte die Zimtfarbene noch, Akara wolle nur Bericht erstatten, dann jedoch hörte sie sie schreien. An Erith vorbei wagte sie einen Blick in Richtung ihrer Freundin und der Alpha, registrierte sofort die provozierende, ja drohende Haltung Akaras und sah noch ihren Sprung, bevor ihre Augen zurück zu der umstellten Fähe huschten. Ihre Gedanken rasten. Akara griff Kiba an?! Sie hatte die Worte der Graubraunen nicht genau verstehen können, aber das war auch nicht nötig. Entweder war Akara ausßer sich vor Zorn und hatte nichtmehr alle Sinne beisammen, was Andraki ihr nicht zutraute, oder aber sie forderte Kiba heraus...


22.11.2009 18:26




Toboe Tear

Frühling. Endlich wieder im vertrauten Tal. Inzwischen war er ein Jahr alt, und es ging ihm mit jedem Tag besser. Toboe war nur noch mit einem breiten Grinsen auf den Lefzen an zu treffen. Es war herrlich! Zwar befanden sich jetzt in ihrem schönen Tal unzählige Matschfelder, aber darüber konnte er hinweg sehen. Er trabte mit leichtfüßigen Schritten voran, Teyrm immer einen Satz voraus. Er grinste seinem besten Freund zu, machte einen weiteren Schritt vor und lachte auf.

“Lahme Ente!“

Der Rüde schüttelte sein helles Fell, richtete die blauen Augen wieder nach vorn. Hier war es einfach am schönsten. Und je älter er wurde, desto weniger fühlte er sich an das Rudel gebunden. Natürlich liebte er seine Mutter, aber er war nun mal erwachsen. Das war etwas anderes. Jetzt war er auf jeden Fall mit seinem besten Freund unterwegs, wollte einfach mal testen, wer von ihnen der bessere Jäger war. Er hatte in letzter Zeit oft heimlich geübt, hatte auch seine Brüder immer wieder beobachtet, ob sie ihre Jagdkünste erprobten hatten. Natürlich immer versteckt und streng geheim. Immerhin konnte er sich vielleicht etwas von ihnen abgucken.. Und natürlich waren die zwei erfolgreich gewesen. Zusammen hatten sie ein Rehkitz erlegt. Er hatte nur im Gebüsch gelegen, geschmollt und die zwei beobachtet. Pah! Das konnte er auch alleine, sie würden schon sehen. Aber erst ein Mal wollte er noch üben.. nachher lachten sie ihn aus, wenn er im Dreck lag, verwirrt, weil seine Fänge nicht das gepackt hatten, was sie sollten. Und dann.. würde er es seinen Brüdern zeigen.
Ruckartig blieb der Graue stehen, drehte seine Ohren zur Seite und blickte Teyrm an. Er sollte stehen bleiben. Da war etwas. Eindeutig. Toboes Grinsen wurde noch ein wenig breiter, als er Teyrm kurz zunickte, sich duckte und auf den Busch zu robbte. Das musste nun merkwürdig aussehen.. aber wen er zu offensiv war, würde er keinen Erfolg haben. Die Ohren blieben aufgestellt, und er roch deutlich ein anderes Wesen. Vorsichtig steckte er die Nase in den Busch, blinzelte leicht zwischen den Blättern hindurch. Voller Vorfreude begann sein Herz schneller zu schlagen. Ein Hase! Na also!

“Guck mal, Teyrm!“

Er flüsterte, achtete darauf, dass dieses Tier nichts bemerkte. Das war seine Chance. Wenn das nicht klappte.. da würde er sich später Gedanken drüber machen. Der Graue drückte sich noch mehr auf den Boden, spannte alle Muskeln an und machte einen Satz nach vorn. Jetzt! Der Hase bemerkte ihn, noch bevor seine Fänge ihn erreicht hatten. Ein leises Aufknurren, als das Tier los sprang und ihm entwischte. Verdammt! Mit einer schnellen Bewegung drehte sich der Graue um sich selbst, hechtete dem flinken Tierchen nach. Er sprang an seinem Freund vorbei, auf das freie Feld. Der würde ihm nicht entkommen. Trotz des schlammigen Bodens erhöhte der Rüde sein Tempo, kam dem Hasen auch näher und.. rutschte aus. Mit einem leisen Auf jaulen schlug er auf den Boden und rutschte durch den Schlamm ein kleines Stück weiter. Mit genervtem Ausdruck hob er langsam den Kopf, von dem nun ein Haufen Schlick tropfte. Wunderbar. Er dachte gar nicht daran sich zu schütteln, betrachtete nur den Hasen, der in einiger Entfernung saß und schon wieder Gras mümmelte. So war das nicht geplant gewesen. Er sah Teyrm schon vor sich, wie er sich auf dem Boden kugelte und das alles ganz lustig fand.


22.11.2009 19:03




El' Sombo de Feru

Es war ein Fehler gewesen. Ein vermeidbarer und damit unverzeilich. Ihn hatte es, nachdem er sich in das Rudel einigermaßen integriert hatte, schon öfter einmal gewundert, wie schnell und leichtfertig man Neuankömmlinge aufnahm, aber er hielt nicht den Rang inne, seine Befürchtungen darüber zu äußern. Für den Schwarzen waren strikte Regeln an jene man sich zu halten hatte, manches Mal auch festhalten konnte um Sicherheit zu erlangen, ständige Begleiter gewesen und unabdingbar für ein zufriedenes, harmonisches und geschütztes Miteinander. Da durfte man diese auch nicht brechen. Das wusste er und hatte es so tief verinnerlicht, dass er über seine Bedenken und seinen Unmut ab irgendwann keine Gedanken mehr verschwendte.

Jetzt bereute es Sombo zutiefst, seinen Instinkten nicht vertraut und sich um die Belange des Rudels aus purer Konformität der Regeln nicht länger und intensiver gekümmert zu haben. Jetzt, da ihm der beisende Geruch von Blut in die Nase stieg. Jetzt, da er hier stand. Jetzt, da er einem Artgenossen, einem Rudelmitglied den Fluchtweg vor dem sicheren Tod mit zurück gezogenen Lefzen und einem tiefen, grohlenden Knurren zu verwehren. Jetzt, da sie einen Toten zu beklagen hatten. Jetzt, da es zu spät war.

Ein weiteres, wütendes Grollen verlies mit kräftiger, tiefer Stimme seine Kehle, während seine Muskeln zum Zerreisen gespannt waren und sein Nackenfell in struppigen Strähnen abstand. Der Schwarze wirkte noch größer als er ohnehin war und seine makellosen, weißen Fangzähne unterstrichen den Zorn, der in ihm aufkam. Doch, er war nicht nur zutiefst erbittert über die Fähe, die einen Artgenossen getötet hatte, sondern sein Hass, welcher aus seinen stahlblauen Augen funkelte, galt ebenso sich selbst. Wie sehr verabscheute er sich in diesem Moment, nicht einfach die Regeln und seinen Rang beiseite geschoben zu haben um seine Bedenken zu äußern. Der tote Wolf zu seiner rechten Flanke, der in seinem eigenen Blut lag und der allmählich die Gesundheitspolizei in Form von unzähligen Fliegen anlockte, könnte noch leben. Aber was ihn noch mehr bedrückte war, dass er wissen wollte, warum die Fähe den Rüden getötet hatte. Doch er stellte diese Frage nicht. Er blieb stumm und nur das unerbitterliche Knurren war von ihm zu hören, während sein Blick noch einmal kurz die Gestalt von Akara fixierte. Die Graue war wütend, sehr wütend, doch ihre Wut galt nicht der Gefangenen, sondern es erschien Sombo, als würde sich ihr Zorn ein anderes Ventil suchen. Eines, was das Rudel mehr betreffen würde, als alles jemals zuvor...

oO(Sie wird Kiba herausfordern.)Oo

Dieser Gedanke hatte sie urplötzlich bei ihm aufgedrängt, sodass ihn der Rüde nicht hatte bemerkt. Aber es ergab nur Sinn und war der natürliche Lauf der Dinge. Doch mit diesem Gedanken kamen auch wieder die Erinnerungen an eine Zeit auf, da er selbst Alpha eines Rudels gewesen war und dachte, niemand würde sich ihm jemals widersetzen und seine Träume anzweifeln, gar offen bekriegen. Es hatte ihn damals viel Kraft gekostet und die Wenigen, die diesen schrecklichen Vorfall überlebt hatten, sahen in Sombo nicht mehr den Wolf, der es wert war, von ihnen Rudelführer genannt zu werden. Sie gingen und mit ihnen alles, für was der Schwarze jemals gelebt hatte. Warum war er damals nicht mit den anderen gestorben, sondern musste sein Leben als einsamer Wanderer auf der Suche nach sich selbst fortsetzen?

Sein Knurren wurde tiefer, je länger er sich mit diesem Gedanken befasste. Dieses Mal würde es anders sein; nicht er war der Herausgeforderte, sondern Kiba, die sehr wahrscheinlich noch nichts davon ahnte und wenn doch, war sie Akara hilflos unterlegen. Ihre Verletzung war noch zu frisch, als dass sie beide gleich an Kraft und Ausdauer gewesen wären. Dieses Mal würde er sich anpassen und mit der alten, oder neuen Rudelführerin ziehen. Der Alphaposten war immer ein recht undankbarer und nur die Wenigstens konnten ihn zur Gänze ausfüllen und zerbrachen nicht an ihrer Aufgabe...


22.11.2009 22:48




Teyrm

Ein Jahr. Ein gesamtes Jahr dauerte inzwischen sein Leben an, doch der Rüde war sich sicher, wenn jemand seine geschichte und nur seine Geschichte hören würde, hätte dieser einen viel älteren Wolf vor Augen. Es war seltsam sich so erwachsen und gleichsam so jung zu fühlen, kam aber wohl mit diesem Alter. Er hatte aufgehört sich so welpisch zu fühlen und größer war er auch geworden. Und wahrscheinlich ähnelte er seinen Eltern viel mehr, als es manch jemand erwartet hatte.
Die Ohren des Jungwolfs schnippten geflissen zur Seite, während er locker hinter Toboe hertrabte, sollte der Kleine ruhig immer schön vorlaufen wenn es ihm gefiel. Dann fiel er eben auch als erstes auf die Nase wenn er in eines der doofen Schlammlöcher trat. Und er hatte was zu lachen! Auch dieses kleine Jagdduell war auf seinem Mist gewachsen, aber das gefiel ihm sogar, mal wieder was zu zweit unternehmen und vom Rudel wegkommen hatten etwas wirklich cooles. Er hatte auch schon mit den Gedanken gespielt Tearl mal wieder zu besuchen, war sich aber dann doch im klaren gewesen das ihre Eltern sie sicher nicht so schnell einfach wieder ziehen ließen. Also eben so, wieso auch nicht.
Als sein Freund stehen blieb, hielt auch der Aschfarbene inne. Stumm lehnte er den Kopf zur Seite, beobachtete mit einem leichten Grinsen was der Graue da fabrizierte. Es wirkte fast so als hätte er das jagen nur irgendwie beobachtet und nie beigebracht bekommen, dabei hatten sie Tearl so oft dabei geholfen. Und Adali hatte zumindest ihm auch noch ein paar Kniffe beigebracht. Belustigt folgte er seinem Freund leise durch das Gras, auf seine Worte antwortete er jedoch erstmal nicht.

Als sein Freund lossprang, trat Teyrm einen Schritt zurück und im nächsten Augenblick huschte auch schon das Häschen samt Toboe an ihm vorbei. Ruckartig wandte sich der Rüde um, gerade rechtzeitig um die Szene des Jahres vor sich zu sehen. Der Graue schlitterte über den Boden als wäre er auf einer Eisfläche ausgerutscht und mitten hinein in eines der eben noch bedachten Schlammlöcher. Der Aschfarbene biss die Fänge aufeinander um nicht laut loßzulachen, doch der Hase tat alles übrige um seinen besten Freund vollkommen zu verhöhnen. Da konnte er einfach nicht anders. Prustend lachte der Rüde los, versuchte das Zittern seiner Muskeln zu verhindern um nicht auch noch den Stand zu verlieren.

“Kannst du... kanns... kannst du das nochmal... machen?“

Sofort musste er wieder unterbrechen, von einem erneuten Lachkrampf geschüttelt, jedoch schaffte es der Jungwolf noch einige Meter auf seinen Freund zuzugehen.

“Ehrlich man, das sah... einfach genial aus!“

In einem Hecheln verebbte sein Lachen dann endlich. Und noch immer mit einem Grinsen auf den Lefzen betrachtete er seinen besten Freund. Nun stand er genau neben ihm, jedoch außerhalb der Pfütze und nicht mitten drin wie das Schlammmonster.

“Wisch dir mal die Matsche aus den Augen, dann zeig ich dir wie das richtig geht.“

Neckte er den Silbergrauen und fixierte den Hasen, der sein Schlammmonster so vorgeführt hatte.


24.11.2009 15:55




Kiba Telay

Eigentlich hatte sie nur ganz entspannt dagelegen. Eigentlich hatte sie die nur die sanften Sonnenstrahlen genießen wollen, die warme Luft, die so lange vermisst gewesen war. Ein bisschen zusehen, wie ihre Kinder mehr und mehr erwachsen wurden. Eigentlich hätte sie niemals mit dem gerechnet, was nun auf sie zukommen würde. Worauf sie selbst zukommen würde.
So schnell es der großen, silbergrauen Fähe möglich war, hetzte Kiba Telay durch den Wald. Ihre alte Verletzung schmerzte, doch auch diese Pfote musste auftreten. Blutgeruch in der Luft. Der Geruch von Wolfsblut und Tod. Die Gedanken der Leitwölfin überschlugen sich. Ein Unfall? Ein Kampf? Mord? In ihrem Rudel, dass seit nun mehr 3 Jahren friedlich miteinander lebte? Sie konnte und wollte es nicht glauben, war ihr doch ein solches Verbrechen seit je her unbegreiflich gewesen. Man musste dazu sagen, das die 5-Jährige Requistin niemals so etwas erlebt, nicht einmal direkt davon gehört hatte. Nicht von Wolf zu Wolf. Doch ihr Verstand flüsterte ihr die traurige Botschaft immer schärfer ein. Ebenso, wie der Blutgeruch an Schärfe zunahm.
Plötzlich sah Kiba Akara auf sich zurennen, in der ersten Sekunde war sie erleichtert. Wollte sie fragen, was geschehen war. In der Zweiten jedoch sah sie ihren Gesichtsausdruck. Und ihre Haltung.
Die Silbergraue hielt inne, spürte, wie sich langsam ihr Nackenfell sträubte und sie eine instinktive Anspannung ergriff. Ihre Gedanken ratterten immer noch, versuchten das Geschehene zusammen zu puzzeln. Und dann spie Akara ihr diese schreckliche Botschaft entgegen. Senedd. Der arme, kleine, ängstliche Senedd. Wie die Graubraune das „sie“ ausspuckte, ließ nur den Schluss zu, dass es Erith getan hatte. Sie hatte einen Mörder in ihren Reihen akzeptiert.
Akaras Nachricht traf sie so heftig, dass sie weder das, noch ihren Angriff schnell genug verarbeiten konnte. Geschockt wie sie war, sah sie die Braune nur noch auf sich zufliegen, dann spürte sie einen heftigen Schmerz in ihrer Schulter. Der Schwung riss Kiba halb mit, sie konnte sich nur mit einer verspäteten, dafür aber schnellen Reaktion retten; sie stämmte ihren Körper gegen Akaras Wucht. Zähne bohrten sich in ihr Fleisch, in eine alte Narbe, die sie seit je her immer an den Zusammenhalt untereinander erinnert hatte. Daran, dass sich die Wölfe halfen, selbst in größter Not. Keine Verletzung, hatte sie je aus Mutwilligkeit gesehen, oder gespürt. Und dieser Vertrauensbruch schmerzte weit mehr, als alles andere.
Doch leider wusste Kiba, dass sie jetzt keine Worte mehr sprechen brauchte. Das kein Klagen helfen würde, jetzt, wo es schon so weit war. Sie schnappte ihrerseits nach Akaras Nacken, bereits jetzt darunter leidend, dass das alles geschehen musste.


26.11.2009 17:15




Akara Chitaru

Akara spürte erst Fell, dann Fleisch zwischen ihren Zähnen und schließlich schmeckte sie Blut. Ihr erster Biss war ein mittelguter Treffer gewesen und so schloss sie die Kiefer fester. Aus dieser Position gab es viele Möglichkeiten, für eine Reaktion ihrer Gegnerin, aber im Reflex taten die meisten Wölfe immer dasselbe. Rücken oder Nacken. Es war keine Vorahnung, als sie ihren Körper aus der Reichweite zu bringen versuchte, nur Angewohnheit. Ein logischer Schluss. Und wenn sie ausweichen konnte, würde sie loslassen, damit ihr Gesicht keine Angriffsfläche bot. Es gab nie eine Garantie dafür, dass sie schnell genug war, dass kam auf ihre Gegner an. Kiba hatte sich entschieden, ihren Nacken zu packen, wie sie sogleich merkte und mit ihrer Bewegung verursachte Akara, dass die Leitwölfin Gelegenheit hatte, ihr ein bisschen Fleisch und eine Menge Fell auszureißen. Es war keine schlimme Verletzung, aber dennoch schockierend. Ihre Gegnerin hatte schnell pariert. Adrenalin flutete plötzlich den Körper der Graubraunen und mit diesem wurden Gefühle und Gedanken in ihr Bewusstsein geschleudert, die zwar zuvor bereits da waren, sie aber nicht bewusst wahrgenommen hatte. Es wurde Zeit, Kiba aus dem Gleichgewicht zu bringen, um sie auf Distanz zu halten. Vorerst. Akara wusste, was sie tat, nie wäre ihr eingefallen, blind die nächste Stelle zu packen, ohne sich einen Überblick über die Situation geschaffen zu haben.
Mit einem gewaltigen Stoß rammte sie die Leitfähe, um sie von sich zu entfernen, aus dem Gleichgewicht zu bringen, oder im besten Fall zu Boden zu werfen. Akaras Mimik war ausdruckslos, konzentriert, wachsam, aber keinesfalls erfreut, oder hitzig. Nicht einmal die riesige Wut spiegelte sich auch nur Ansatzweise in ihren Augen. Sie war nie eine Wölfin der vielen Worte gewesen. Gestik und Mimik bestanden bei ihr aus einer deutlichen Sprache, die man erst im Zusammenleben mit ihr erlernen musste. Innerlich verfluchte sie Kiba für ihre Naivität und Vertrauensseligkeit, die Senedd das Leben gekostet hatte und, obwohl sie sich nie hatte berufen gefühlt, ein Rudel anzuführen, war sie sicher, dass sie es tun musste. So etwas durfte nie wieder passieren, nie, nie wieder! Es überraschte sie, dass es überhaupt so lange gut gegangen war. Genau wusste sie natürlich nicht, ob je etwas Ähnliches passiert war. Sie hatte nur die vielen unterschiedlichen, unstrukturierten Wölfe gesehen und sie hatte akzeptiert, dass es, neben der Art, wie sie aufgewachsen war, auch Andere gab. Sie hatte versucht, damit zu leben, hatte sich gefügt und war stolz gewesen, dem Rudel eine Stütze zu sein. Nichts davon schien noch einen Gedanken wert zu sein. Sie hätte wissen müssen, dass es nicht funktionieren konnte! Sie hätte diese räudige Fremde beobachten müssen, dann wäre sie zur Stelle gewesen! Noch mehr Zorn flackerte in ihr auf und sie sah Kiba an, als Gegnerin. Es war seltsam. Bis vor wenigen Tagen hatte sie den Willen gehabt, dieser Wölfin zu dienen und jetzt fühlte sie sich berufen, ihr die Augen zu öffnen. In der Welt gab es tausende von Erith’s Sorte. Wenn sie einzeln auftraten, bestand darin eine geringe Gefahr. Man vertrieb sie und sorgte dafür, dass sie fern blieben. Und wenn sie im Rudel auftraten, dann musste man gewinnen, oder es ging zu Ende. Und ihr Leben hätte schon vor einiger Zeit zu Ende gehen müssen. Es gab keinen Grund und keine Entschuldigung für ihr Überleben. Sie hatte gekämpft, auf Leben und Tod. War es nun anders? Es fühlte sich anders an. Sie kämpfte gegen eine Gegnerin, nicht gegen eine Feindin. Es fühlte sich an, als müsse sie sich schämen, für das, was sie tat. Sie forderte IHRE Leitwölfin. Aber Kiba war nicht mehr ihre Alphafähe. Rückblickend betrachtet nicht mehr, seit sie Erith erlaubt hatte, zu bleiben. Es gab keinen Ausweg. Gutgläubigkeit war etwas, dass man als Rudelführerin ablegen musste. Experimente konnten Leben kosten, sie gefährdeten die Gemeinschaft.
Akara grollte, Kiba beobachtend, um die Chance wahrzunehmen, falls sie sie mit ihrem Stoß aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Wenn nicht galt es, den nächsten Schachzug zu planen, der aber von ihrer Gegnerin abhängig war. Die Graubraune würde nicht vorschnell handeln.


26.11.2009 18:16




Jeanne

Lächelnd streckte die Weiße das Gesicht der Sonne entgegen, atmete die frische Luft ein und ließ es sich einfach gut gehen. Jeanne hatte sich ein wenig vom Rudel entfernt, genoß einen Moment die Stille. Teyrm und Toboe hatten sich ebenfalls entfernt, aber langsam waren die zwei groß genug, um auf sich selbst auf zu passen. Sie brauchte sich keine Sorgen um die zwei Abenteurer zu machen. Allmählich war sie selbst auch über die Erlebnisse bei den Kristallen hinweg, auch wenn es ihr nicht mehr aus dem Kopf ging. Aber Danley war tot – und ihr Leben ging weiter. Der Frühling war für sie selbst wie eine Wiedergeburt, als würde nun ein neues Leben beginnen. Die Sonnenstrahlen waren ein herrliches Gefühl, auch wenn sie den Schnee auf dem Plateau gemocht hatte. Aber etwas beunruhigte sie, ließ sie immer wieder aufmerksam in die Richtung des Rudels blicken. Blutgeruch wurde zu ihr geweht, machte sie nervös. Sie spielte mit dem Gedanken, nach zu sehen, was passiert war, ob sie etwas tun konnte. Aber sie verlegte diesen, blieb dort, wo sie war, auch wenn sie hin und her gerissen war. Aber.. Es war von ihrer Position nicht zu zu ordnen, ob es sich um den Geruch von Wolfsblut, oder dem, eines erlegten Tieres handelte. Und ihr Instinkt sagte ihr, es war besser, wenn sie noch einen Moment blieb, nicht sofort zum Rudel stürzte.
Jeanne seufzte, ließ sich auf die Hinterläufe sinken und öffnete die dunklen Augen. Es lagen auch noch andere Gerüche in der Luft, die ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen. Fremde Gerüche. Sie entspannte ihren Körper, behielt den Blutgeruch aber im Hinterkopf. Es beunruhigte sie.. und doch blieb sie ruhig sitzen. Langsam drehte die Weiße den Kopf in die andere Richtung, blickte zum Horizont und atmete noch ein mal die frische Frühlingsluft ein. Hier hatte sie ihre Ruhe, und diese wollte sie einen Moment lang genießen. Würde sie doch schnell genug wieder genug Wölfe um sich haben, sich um die Jüngeren kümmern und helfen, wo sie nur konnte. Dieser Moment gehörte ihr und den warmen Sonnenstrahlen, die sanft ihr Fell wärmten und die Blumen blühen ließ.


26.11.2009 20:47




Kiba Telay

Die Silbergraue schmeckte zuerst Fell, dann Fleisch und schließlich Blut. Ihre Gefühle wollten Kiba daran hindern fester zu zubeißen, es widerstrebte ihr so sehr das Selbe zutun, was mit Senedd getan worden war. Nicht etwa, dass sie glaubte, einer von ihnen beiden würde hiernach nicht mehr aufstehen – sie hoffte, dass es nicht so sein würde – aber Kampf war Kampf. Es war immer ein Blutvergießen. Es war so traurig, dass es hierzu kommen musste. Traurig, enttäuschend. Hatte man sie je für ihre Güte verurteilt? Dafür, dass sie jedem Wolf gab, was er verdiente; eine Chance? Sicher, Erith hatte ihre Chance auf eine Weise vertan, die man hätte verhindern können. Sie wusste, es war ihre Schuld.
Akara stieß erneut gegen sie, ein Grollen verließ Kibas Kehle, als sie versuchte sich ab zu fangen und ein stechender Schmerz ihre Pfote durchzuckte. Dennoch hielt sich die große Wölfin auf den Beinen und schnappte drohend nach der Graubraunen. Rute und Ohren hatte sie aufgerichtet, sich dafür schämend, dass eine solche Situation abverlangte ihre Position deutlich zu machen. Sie war gewiss nicht dumm, wusste um ihren Nachteil wegen der Pfote. Kiba behielt Akara also fest im Auge, den Körper angespannt und zu jeder Reaktion bereit. Sie machte allerdings keinerlei Anstalten einen Gegenangriff zu starten. Nicht sie war diejenige, die kämpfen wollte.


26.11.2009 22:17




Yacáru

Ruhig und recht plattgedrückt lag die kleine, weiße Wölfin im hohen Ufergras des Tear Mirrow. Die Sonne beschien ihren dicken, strahlenden Pelz und die Jungfähe genoss es ein paar Momente lang einfach nur da zu sein. Da mit der Natur, mit Sonne und dem sanften Wind. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass es das Einzige war, was sie wirklich glücklich machen konnte. Sie wäre durchaus zufrieden, als kleiner Grashalm, der zwischen seinen Millionen Gefährten auf seinem angestammten Platz hin und her wog. Nicht allein, gemeinsam der Sonne entgegen wachsend. Vom Regen trinkend und sich im Winter zudecken lassend. Oder noch schöner, als Feder an einem kleinen Vogel, der sich durch die Luft tragen ließ. Hoch hinaus, sodass sie alles überblicken konnte, immer eins mit dem Wind.
Man konnte es nicht direkt „vertragen“ nennen, aber natürlich hatte Yacáru Ares nicht seit dem Streit auf dem Winterplateau gemieden. Das hätte sie nicht ausgehalten. Aber es hatte sich schon etwas geändert. Zumindest an ihr. Sie ärgerte ihren Dallan nicht mehr. Zumindest nicht mehr so, wie sie es als Welpe sorglos und frech getan hatte. Vielleicht mal eine spitze Bemerkung, aber mehr wagte sie einfach nicht mehr. Sie hatte auch nicht das Gefühl, dass es irgend etwas ändern würde.
Yacáru war natürlich gerne mit ihrer Schwester zusammen und ihr immer wieder dankbar dafür, dass sie da war. Manchmal fragte sich die Weiße, was wohl wäre, ohne Amayu. Die Wölfin, die sie zum Lachen bringen konnte, der sie die Nase in den Pelz stopfen konnte, wissend, dass sie willkommen war. Warm. Aber auch ihre Schwester hatte akzeptieren müssen, dass es sie immer wieder in Ares’ Nähe zog und sie ihren „Aufpasser“ nicht gerne teilte. Hin und wieder amüsierte sie sich auch gerne mal über Teyrms und Toboes Aktionen, sehr ernst nehmen konnte sie aber beide nicht. Nette Freunde, ein bisschen albern und durchgedreht. Und in Teyrms Fall etwas überheblich. Aber auf eine liebevolle Art und Weise. Nichtsdestotrotz fühlte sie sich einfach nicht wie die typische Jungwölfin und konnte sich nicht mit bloßen Albernheiten wohl fühlen. Lotus hatte schon damals gesagt, dass sie sich von anderen Welpen unterschied. Nun war sie jedenfalls kein Welpe mehr. So war die Schneeweiße manchmal eben auch ein paar stille Momente nur für sich, oder aber bei Ares. Waren ja auch stille Momente. Und fast genau so, wie mit sich allein sein.
Yacáru reckte ihren Kopf ein wenig aus dem Gras heraus, als lautes Lachen an ihre Ohren drang. Ihre blauen Augen erspähten Toboe, der nicht mehr Silber, sondern Braun aussah, und Teyrm, dessen Haltung sich vor Lachen schon krümmte. Die Jungspunde leise belächelnd lehnte die verhältnismäßig klein gebliebene Jungwölfin ihren Kopf gegen einen sonnengewärmten Stein.


26.11.2009 22:41




Ares

Ares beobachtete den Kampf schweigend. Man gewann sehr schnell den Eindruck, dass es ihm egal war. Er schien ein wahres Talent darin zu haben, Dinge einfach hinzunehmen und es auch hier wieder zum Ausdruck bringen zu wollen.
Als sie den bemitleidenswerten Senedd gefunden hatten, dem sie nicht mehr hatten helfen können, war der Schwarze ebenfalls ruhig geblieben, doch von einer gewissen Ernsthaftigkeit befallen worden, die sich von seiner sonstigen Ausstrahlung unterschied. Vielleicht Sorge? Ja, das konnte man beinahe so nennen. Kühle und dennoch berechtigte Sorge. Er hatte es in gewisser Weise vorhergesehen und nun war es tatsächlich so gekommen, wie es ja hatte kommen müssen. Hatte es das? Nein, wenn er ehrlich war, dann war er über die Reaktion der Fähe, den Verlauf des Gespräches, Kampfes, was auch immer, eher überrascht.

Es war unleugbar, Kiba hatte ihre Pflichten verletzt. Doch nicht nur sie. Es war nicht die Alpha, die einen Fehler begangen hatte, sondern das Rudel. Den Fehler, nicht wachsam genug zu sein, nicht genug Aufmerksamkeit denen gegenüber darzubringen, die es brauchten. Auch Ares fühlte sich in gewisser Weise schuldig. Nicht einmal so sehr wegen Senedd, sondern weil er wusste, dass auch er seine Pflichten vernachlässigte.
Yacáru war inzwischen groß geworden. Oder zumindest älter. Sie schien noch immer die kleine Welpin zu sein, jedenfalls in seinen Augen. Ja, nach außen hin schien sie das und ab und an verspürte der Schwarze den Drang, sie wieder am Nackenfell zu packen. Aber er folgte diesem schon lange nicht mehr, seit ihrem Streit auf dem Berg bereits nicht mehr. Ihre Konversationen waren noch spärlicher geworden, doch obgleich der Schwarze durchaus bemerkte, dass Yacáru ihn nicht mehr neckte und es ihm in gewisser Weise fehlte, hatte er doch einen Blick auf sie, beobachtete ihre Entwicklung, ihr Größerwerden. Und zog sich dabei immer weiter zurück.
Er wusste, dass es ein Fehler war. In gewisser Weise. Ein Teil von ihm wollte das nicht. Aber der andere Teil war stärker und beharrte darauf, dass es besser so war.
Ares wusste, dass er sich selbst belog, aber er wollte das in gewisser Weise auch glauben. Und jeden Mal, wenn er die kleine Weiße glücklich mit ihrer Schwester oder den anderen Jungwölfen sah, glaubte er es ein wenig gerner.
Er war eifersüchtig, aber er wusste, dass er kein Recht dazu hatte. Und deswegen zog er sich zurück.

Nun aber galt seine Aufmerksamkeit dem Kampf zwischen der Alpha und Akara. Es war ein recht einseitiger Kampf, wie er fand und etwas in ihm wollte sich einmischen, drängte dazu, sich einzumischen. Aber auch hier hielt er sich zurück. Es stand ihm nicht zu, das zu tun. Es war nun einmal so. zu gerne hätte er Kiba geholfen, zu gerne hätte er ihr zugerufen, sie sollte sich endlich wehren. Warum er auf ihrer Seite war? Weil sie diejenige war, die angegriffen worden war.
Aber er tat nichts. Er blieb, wo er war, sah zu, wurde innerlich immer unruhiger und spielte mit dem Gedanken, sich abzuwenden, aber am Ende gelang es ihm doch nicht.


26.11.2009 22:59




Shirái

Einem Schatten gleich – unsichtbar und vollkommen auf ihr Tun bedacht- bahnte sich die junge Fähe einen Weg durch das raue Geäst. Der Blick ihrer kühlen, türkisfarbenen Augen war dabei auf den Horizont gerichtet, ihr Ziel. Schon komisch wie schnell sich alles veränderte, ein stetiger Fluss und zugleich reißender Strom der Zeit. Ein leichtes, fast verklärtes Lächeln hatte sich auf den Lefzen der Silbernen abgezeichnet, ihre feinen, wachsamen Ohren schnippten nach vorne und mit einem missbilligenden Blick betrachtete sie den matschigen Untergrund zu ihren Pfoten. Veränderungen waren etwas alltägliches im Leben der Fähe, kein Grund zu zweifeln oder letztendlich sogar aufzugeben. Es ging immer weiter und weiter, solange bis sie das erreicht hatte, was zu hoffen sie kaum mehr wagte; die Beste- egal wohin sie auch kam ein stiller Ausruf der Ehrerbietung.
Ein ungewöhnlich scharfer Geruch ließ sie kurz innehalten. Blut und fremde Wölfe, doch kein Grund sie von ihrem Weg abzubringen- dem Weg der Gewinner. Stolz erhobenen Hauptes verließ sie die schützende Deckung des Waldes, offenbarte ihre Erscheinung und stellte sich einer weißen Fähe in den Weg. Es war nie klug die Wege fremder Wölfe zu schneiden und doch war sie stark genug diesen Schritt zu riskieren. Was hatte sie denn auch sonderlich groß zu verlieren? Ihr kühler Blick lag auf der fremden Wölfin, ihre Züge waren vollkommen ausdruckslos- vor allem aber furchtlos. Nein, Shirái war keine jener Persönlichkeiten die sich hilflos hinter den Rücken stärkerer versteckten. Sie war das Licht, all das was Andere zu sein nur erhofften und das wusste sie. Die Schönheit und Eleganz mit der sie sich fortbewegte war unverkennbar, der Stolz welcher in ihren Augen glimmte erstes Indiz unbezwingbarer Selbstachtung. Lächelnd hob sie den Kopf- die Rute locker herabhängend- und bedachte die fremde mit einem musternden Blick. Eine Fähe besten Alters mit freundlichen Zügen und offenen, ehrlichen Augen. Leicht zu täuschen und nur allzu gut für sich zu gewinnen.

„Sei mir gegrüßt, Wölfin.“

Das Lächeln auf den Zügen Shiráis wirkte nun ehrlicher, vor allem aber freundlicher. Ihr Haupt hatte sie leicht gesenkt, ihrer Haltung einen weniger forschen Anstrich verliehen. Ohja, sie konnte alles sein- wenn sie nur wollte. Zwielicht, wie man sie seit jeher nannte, war eine Künstlerin des Wandelns- ein Naturtalent wenn es darum ging andere Wölfe für sich zu gewinnen und so setzte sie nun erneut alle Hoffnung in dieses erste Gespräch. Es war mal wieder soweit, Veränderungen lagen in der Luft und wer wusste schon wie wichtig diese letztendlich für ihren späteren Werdegang waren? Jede Entscheidung bedeutete Verluste, aber auch den Gewinn einer neuen Chance. Ein leichter, frisch aufkommender Windstoß erfasste ihr helles, leuchtendes Nackenhaar und tanzte mit ihm den Tanz der Freiheit. Für einen kurzen Moment schloss Zwielicht die Augen, genoss das Spiel des Windes, ehe sie den Blick erneut auf ihre Gegenüber heftete. Ein neues Schicksal.


27.11.2009 08:36




Thiréa Edijna

Frohen Mutes verfolgte Thiréa ihren Weg durch die Berge. Der steinige Boden war zwar nicht die Art Terrain auf dem sie sich gerne bewegte, aber die Düfte eines Rudels wogen in ihrer Nase und lockten sie an. Die Fähe war ein Gesellschaftswesen, eine Wölfin auf der Suche nach einer Gruppe, der sie sich anschließen konnte. Nun, Erfahrungen über das Leben in einem wirklichen Rudel besaß sie nicht, aber die konnte man sich immernoch aneignen. Sie war eine Tochter von Streunern, eine kleine, familiäre Wanderergruppe. Aber das war nicht das, worin sie den Sinn des Lebens erkannte. Sie wollte Neues sehen, neue Gesichter kennenlernen und auf eigenen Pfoten stehen. Und dieser Wille und ein paar günstige Umstände brachten sie hierher - wenn auch der Weg recht unangenehm war.
Angefangen mit steinigem Terrain, hart und uneben floss ihr Weg auf matschigen Untergrund - das war auch nicht unbedingt, was sie sich als perfekt ausmalte. Aber immerhin brachte ihr Weg sie näher an die Gruppe von Wölfen, von denen sie glaubte, die Erlaubnis für eine Bleibe zu erhalten.
Es galt vermutlich als unschicklich einfach in das Rudel einzudringen, ihr Revier zu kreuzen und so ließ sie ein Heulen ihren Weg vorrausschreitend, das sie, den kleinen Schmetterling, ankündigte.
Bei ihrer Geschwindigkeit konnte es sich noch verzögern, bis sie letzten Endes tatsächlich auf Mitglieder des Rudels traf... immerhin ließ sie sich gerne von neuen Eindrücken ablenken. Und da hier alles neu für sie war, war auch alles interessant.
Ähnlich wie schon eine fremde Fähe zuvor traf auch Thiréa irgendwann ein - die erste Wölfin die sie sah... eine weiße. Sie konnte nicht genau abschätzen, ob die beiden sich bereits kannten und hielt einen Moment inne um die Körpersprache der beiden Wölfe zu beobachten. Als sie erkannte, dass die Weiße definitiv hierher gehörte gesellte auch sie sich zu ihnen, wenn auch etwas bedacht und verhalten. Sie wollte nicht übermütig wirken oder irgendwen von den beiden provozieren also blieb sie erst einmal in Hörweite stehen um nicht ungelegen in ein Gespräch zu platzen.


27.11.2009 14:47




Toboe Tear

Leise grummelnd lag der Graue im Schlamm, den Blick stur nach vorn gerichtet. Innerlich zählte er die Sekunden, die sein Freund brauchte, bis er begriff, was hier gerade geschehen war. Und schon wenige Augenblicke später hörte er ihn hinter sich, lachend. Oh ja, haha. Noch mal machen? Beleidigt drehte Toboe den Kopf zurück, funkelte den Grauen böse an.

“Nein!“

Und wieder lachte Teyrm los, während er selbst liegen blieb, um es nicht noch schlimmer zu machen. Unglaublich lustig. Jaja. Er ignoriert die Worte seines Freundes, auch als er bei ihm stand immer weiter auf ihm herum hakte. Okay, okay. Es war ein wenig schief gegangen, so war das nicht geplant gewesen. Aber wäre dieser Matsch nicht gewesen, hätte er den Hasen sicher erwischt. Er hatte einfach nicht damit gerechnet, dass jetzt noch etwas hatte schief gehen können. Der helle Blick richtete sich nach oben zu dem Dunklen, warf ihm per Blick stumme Drohungen zu. Er würde noch sehen, was er davon hatte, ihn hier bloß zu stellen. Toboes Ohren zuckten, er drehte den Kopf leicht in die andere Richtung. Yacáru lag in der Nähe, ihr Geruch lag deutlich in der Luft. Der Graue grinste und sah seinen Freund grinsend an. Aha, so war das also. Deswegen wollte er ihm zeigen, wie man das richtig machte. Jaja, schon klar. Toboe stemmte seine Pfoten gegen den matschigen Boden, rutschte noch ein Mal leicht weg, stand dann aber auf sicheren Pfoten. Jetzt bloß nicht bewegen. Sonst landete er wieder im Schlamm. Kurz, aber kräftig, schüttelte der Rüde den grauen Pelz, ohne Rücksicht auf seinen dunklen Freund. Grinsend machte er einen gaaanz vorsichtigen Schritt nach vorn, Teyrm nicht aus den Augen lassend.

“Na los, zeig ihr, wie toll du sein kannst.“

Er zwinkerte dem Schwarzen zu, machte einen Satz aus der Pfütze und drückte sich einen Augenblick später auf den Boden, als wolle er einen erneuten Angriff auf den Hasen starten, der ihnen schon längst den Rücken zugewandt hatte und in aller Seelenruhe weiter fraß. Toboe grummelte. Doofes Tier.


27.11.2009 16:51




Leikuna

Leikuna war froh, dass sie wieder im Tal waren. Hier waren keine gruseligen Spiegel, die einem Dinge zeigten die man nicht sehen wollte - hier war ein Yago, dem sie wierder ungehindert gegenübertreten konnte, hier waren Kiba, Andraki und Akara - ihre Freunde. Die gesamte Stimmung erschien ihr so viel leichter, seitdem sie hierher zurück gekommen waren - auch wenn das Revier ein wenig vom Wasser umgeformt worden war - aber vorallem kam der Frühling, und Leikuna konnte sich über jede neue Blüte im Revier freuen.

Jetzt allerdings hatte sie Wichtigeres zu tun, als Blütenblätter zu zählen - sie jagte! Und Yago begleitete sie, und erzählte ihr alles, was sie wissen musste. Jedes Wort war irgendwie vertraut - auch wenn Leikuna nicht eines im Voraus erahnen konnte. Hatte ihr das nicht schonmal jemand erzählt? Aber sie konnte sich nicht erinnern, und so lauschte sie umso interessierter, um ja alles zu verstehen. Gegen den Wind laufen, leise sein, nicht auf Äste treten, möglichst ein schwaches Tier auswählen...soweit sogut - leise liefen sie jetzt, und die Weiße klebte geradezu mit der Nase am Boden, sog geradezu gierig jede Geruchsspur ein - und folgte einer Fährte, die deutlicher als die anderen zu riechen war.
Nach einer Weile eiligen Hinterherschleichens, emsig pingelig darauf achtend auf ja keinen Ast zu treten, konnte sie ihn sehen - einen dicken Hasen, der genüßlich an ein paar Grahalmen herumkaute. Ein kurzer Blick zu Yago, eine Sekunde, in der sich ihr Körper spannte - und dann flog sie los, brach durchs Unterholz und hetzte dem Tier nach, das hakenschlagend vor ihr davon rannte. Mit weiten Sprüngen setzte sie ihm nach, musste immer wieder abstoppen um die Richtung zu wechseln - und hatte Glück, als der Hase sich an einem Busch verhakte, und stolperte - im nächsten Augenblick hing das Tier zappelnd zwischen ihren Fängen, und mit einem kräftigen Kopfschlackern tötete sie das Tier. Völlig ausser Atem, aber glücklich, sah sie hinter sich, um Yago ihre Beute zu präsentieren.


27.11.2009 17:42




Yllin

Ýllin hatte sich immer ein wenig zurück gezogen, was sie wirklich war,war beinahe Niemanden aufgefallen. Nur sehr selten hatte man ein Lächeln von der normaler weise damals fröhlichen Jungwölfin gesehen. Doch die Geschichte Leikunas in welcher die Geflügelten vorgekommen waren war ihr nie wirklich aus dem Kopf gegangen und oft hatte sie über ihre Worte nach gedacht.
Doch langsam blühte die Jungwölfin wieder auf und ihr kämpferischer Geist kam wieder zum Vorschein. Sie hatte sich damals vorgenommen ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und das hatte sie auch getan auch wenn die ganzen Verringerungen noch wie ein schwarzer Schatten über ihr hingen, löste sich dieser nun ganz allmählich auf.
Und Heute hatte sie so einen Tag an dem ihr Alles egal war, wo sie einfach nur sie selbst sein wollte ohne irgendwelche Hintergedanken und Erinnerungen. Die graue Jungwölfin sprang mit einem großen Satz in eine riesige Pfütze die auf ihren Weg zu See lag. Sie spürte das Wasser und des Matsch in ihrem Fell und es war ein gutes Gefühl das Wasser zu spüren. Nun rannte sie schnell, schneller und immer schneller als wolle sie den Wind überholen als wollte sie mit diesem rennen. Sie spürte den Wind der ihr das Wasser von dem Pelz wehte und spürte wie das Adrenalin in ihr sprudelte und sie zum weiter rennen bewegte. Leichtfüßig beinahe Flug gleich rannte Ýllin über die Ebenen zum See. Als sie jedoch Gestalten am See erkannte bremste sie scharf ab und kam jeh ins schlidern und wirbelte etwas Matsch auf.
Mit einem der seltenen Lächeln in letzter Zeit blickte sie zu den Anderen herüber und kam dann auf die Anderen langsam zu. Wenn sie sie nicht bei sich haben wollten würden sie dies sicherlich gleich zeigen.

„Guten Tag die Herren.“

Sagte sie leicht scherzend und lächelte abermals.


27.11.2009 21:03




Yago

Yago war froh, wieder im Tal zu sein. Tatsächlich hatte er die Kälte auf dem Hochplateau genossen, dennoch hatte es dort oben keine Rückzugsmöglichkeiten gegeben, alle waren sie aufeinander gesessen. Zudem waren Wölfe einfach keine Bergtiere, sie liebten den Wald und die Ebenen, dort oben hatte es zu viele unbekannte Gefahren gegeben, der sich ganz besonders Leikuna viel zu Schutzlos ausgeliefert gesehen hatte. Umso beruhigter war er jetzt, da er das Rudel in Frühlingssicherheit wusste und seine kleine adoptierte Schwester aufgeregt und glücklich neben ihm herlief. Er war ungemein erleichtert gewesen, dass sie ihm verziehen hatte. Wie so vieles hätte er es sich nicht verzeihen können, hätte Leikuna sich von ihm abgewandt, wegen einer so dummen Entgleisung seinerseits. Wegen ebenso dummer Spiegel. Sie mochten sehr weise auftreten, aber in Wirklichkeit waren sie auch nur eine Abbildung, die von irgendwem kam, der nicht in seinen Kopf schauen konnte. Er hatte es aufgegeben darüber nachzudenken, wie diese Bilder in diesen seltsamen Kristall gekommen waren. Es war so, unakzeptiert aber geschehen. Punkt, aus, fertig.
Jetzt widmete er sich einer viel wichtigeren Aufgabe, Leikuna musste Jagen beigebracht werden. Dass die Weiße noch nicht einmal die einfachsten Grundprinzipien der Jagd kannte, hatte ihn nicht einmal erstaunt, tatsächlich hatte es einfach gepasst. Und ein wenig freute er sich sogar, ihr das nun beibringen zu dürfen, eine sinnvolle Aufgabe, die irgendwann große Früchte tragen würde. Wenn Leikuna ein hohes Mitglied in diesem Rudel sein würde und Yago schon lange von dieser Welt verschwunden war. Darauf freute er sich. Zunächst galt es aber, Leikuna dazu zu bekommen, ein Langohr zu erwischen. Ihr Eifer war motivierend und als sie dann auf eine Spur stieß, spürte Yago schon die Erregung der Jagd an seiner Schülerin. Akribisch wurde auf alle Details geachtet, die Yago zuvor erklärt hatte, sodass der Schwarze nun den Mund hielt und stumm beobachtete, wie sich Leikuna anstellte. Ungefähr gleichzeitig entdeckten die beiden Wölfe den Hasen, sofort vibrierten Yagos Nasenflügel und auch er spürte kurz die Lust, haltlos loszuspringen, dann erinnerte er sich an seine Schülerin, erwiderte ihren Blick und wünschte ihr Glück. Als sie losflog und dem Hasen hinterherhetzte, folgte ihr der Blick des Schwarzen genau, wünschte sich ein paar schnellere Hackenschläge bei seiner Schülerin, wusste sicher, dass sie diese durchaus noch lernen konnte und zuckte leicht nach vorne, als der Hase stolperte und schon im nächsten Moment in der Schnauze der Weißen hing. Ein freudiges Wuffen entschlüpfte Yagos Schnauze – ja, dazu war er fähig – und schon lief er seiner erfolgreichen Schülerin entgegen.

“Das hast du großartig gemacht.“

Anerkennend stupste er die fette Beute an, lächelte dann tatsächlich und ehrlich und verpasste auch Leikuna selbst noch einen lobenden Stupser. Er war wirklich stolz, dass sie so schnell einen Erfolg feierten. Es gab sicher noch hier und da etwas auszubessern, aber das würde er jetzt nicht noch anführen, nächstes Mal. Nun galt es erstmal zu loben.

“Komm, lass uns zum Rudel gehen und Kiba, Akara und den anderen zeigen, was du geschafft hast. Deine erste eigenen Beute, ich bin stolz auf dich.“

Er war nicht gut im Loben und doch hatte Leikuna ihm beigebracht, wie das überhaupt ging. Wer hätte gedacht, dass dieses reine, weiße Licht etwas lehren konnte, gerade ihm, immerhin hielt er sich die meiste Zeit für Schlauer als alle anderen. Da gab es zwar ein paar Bereiche, in denen er wie ein Blinder im Dunkeln tappte, aber im zwischenwölfischen Umgang war er ein Meister. Und nun immer mehr. Mit einem Lächeln deutete er in die Richtung, in der sie das Rudel zurückgelassen hatten und forderte Leikuna stumm auf, ihm zu folgen.


27.11.2009 21:40




Adali

Der Winter war vorüber, den das Rudel auf dem Plateau verbracht hatte. Die helle, schneeweiße Landschaft hatte ein wenig Klarheit in die gequälte Seele der schwarzen Wölfin gebracht und die Wogen etwas glätten können. Der Schmerz, der sonst unangenehm in ihrer Brust bohrte und sie im Dunkeln quälte, hatte etwas nach gelassen und ermöglichte es Adali mehr und mehr nach zu denken, ohne dabei innerlich zusammen zu zucken.
Am meisten hatte die Fähe über ihren grauen Gesprächspartner und dessen Worte und Gesten nach denken müssen. Ob der Rüde die Fähigkeit hatte mit seinen Augen in die Seelen der anderen Wölfe zu blicken und zu spüren, dass sie litten? Konnte er es auch bei ihr erkennen und ließ sie deshalb in keiner Sekunde alleine? Der Grauwolf war zu einer stütze geworden und dennoch war er für Adali nicht selbstverständlich. Er war da, in ihrer Nähe und immer wenn sie ihn anblickte, hatte sie das Gefühl, dass langsam aber stetig der Dorn aus ihrer Pfote gezogen wurde, auf dass sie eines Tages wieder laufen konnte.
Die Rückkehr in das Tal verlief soweit ereignislos, Wölfe kamen und Wölfe gingen, so wie es von jeher der Fall gewesen war. Das Rudel in diesem Tal hieß jeden willkommen, band aber niemanden an dieses Revier, so dass alle Wandererherzen sich ihrem Gefühl und Bestimmung wieder hin geben konnten, wann immer ihnen danach war.
Das Landschaftsbild hatte sich durch den lang anhaltenden Regen etwas verändert, der See war über das Ufer getreten, noch immer war es matschig und rutschig, vor allen Dingen an Stellen, wo das Laub aus dem letzten Herbst noch lag oder die jungen Pflanzentriebe, die nach und nach aus dem schlammigen Boden sprossen, noch keinen Halt zu geben vermochten.
Dennoch nahmen die Bernsteine der Fähe zufrieden wahr, dass es spürbar Frühling wurde und die Sonne den Kampf mit den Regenwolken längst noch nicht aufgegeben hatte. Sie würde in absehbarer Zeit zurück kehren, dessen war sich die Schwarze sicher. Es würde alles gut werden. Bestimmt.
Auch für sich selber hoffte sie dies, weshalb sie sich an diesem Morgen zusammen mit Merlin auf den Weg gemacht hatte. Wohin genau wusste sie nicht. Es hatte sich praktisch dazu entwickelt, sie hatten sich wieder unterhalten und um dabei nicht immer an einem Ort sein zu müssen, waren sie ziellos los gelaufen und befanden sich nun ein Stück abseits des Rudels im Wald.
Die Wolken und die Äste der Bäume sorgten abwechselnd für Licht und Schatten, erhellten oder verdunkelten den Waldboden vor den Pfoten der beiden Wölfe, die Seite an Seite langsam ihren Weg suchten.

„Du hast wirklich Wort gehalten.“

Nur leise durchbrach die klare Stimme der Wölfin den Frieden des Waldes, ohne dessen Ruhe zu stören und dennoch versuchte sie den Gesprächsfaden aus den Bergen wieder auf zu nehmen.

„Du hast mich in der Tat nicht alleine gelassen und dafür bin ich dankbar.“

Nur kurz wanderte der Blick aus den Bernsteinen zu den Smaragden, ehe sie zurück auf den Boden vor ihnen blickte. Warum sie ihm dies sagte, obwohl er es doch selber wusste, konnte sie nicht klar sagen. Es war einfach der Wunsch ihm mit zu teilen, dass es ihr wichtig und vor allen Dingen nicht selbstverständlich war.


28.11.2009 07:21




Shanaro

Suchend stolzierte Shanaro durch das Rudel, während sein Blick von Zeit zu Zeit auf Mitgliedern der Gemeinschaft haften blieb, die allerdings nur wenige Sekunden seiner Aufmerksamkeit beanspruchten. Seine bersteingelben Augen huschten von einer Seite zur anderen und seine Ohren schnippten lauschend hin und her. Die Fähe die er suchte war nirgends zu sehen, wo war sie nur? Ungeduldig beschleunigte Shanaro seine federnden Schritte und witterte angeregt in der Luft. Endlich machte sich der Duft von Jeanne in der Atmosphäre bemerkbar und aufgeregt steuerte der junge Rüde auf den Ort zu, wo der Geruch herkam. Beunruhigt stellte er jedoch fest, dass auch ein anderer Geruch in der Luft lag: es war der wohlbekannte, eisenhaltige Geruch von Blut. Er würde niemals vergessen, wie diese rote Substanz des Schmerzens roch, hatte er doch viel zu früh ihre Bekanntschaft gemacht. Alarmiert warf er seinen Kopf in jene Richtung und witterte erneut. Er hielt inne in seinem leichtfüßigen Lauf und beschloss nur im letzten Moment, die Suche nach Jeanne fortzusetzen und den Blutgeruch zu ignorieren. Mit ein wenig Hartnäckigkeit schaffte er es, den beunruhigenden Gedanken aus dem Kopf zu zwingen und lief mit nur leicht getrübter Laune in die Richtung der Jotafähe. Nach wenigen Augenblicken kam sie in der Ferne in Sicht und Shanaro wunderte sich, wieso sie sich so weit von dem Rudel fernhielt. Bei ihr stand einer anderen Fähe, jemand Fremdes. Instinktiv sträubte sich das Fell des jungen Rüden. Mit raschen Schritten verringerte er den Abstand zwischen sich und der Weißen, bis er schließlich bei ihr war und vertrauensvoll seinen Kopf an ihre Seite schmiegte, der anderen Fähe schenkte er lediglich einen skeptischen Blick, er wusste nicht, wie lange sich die beiden schon unterhielten, doch es interessierte ihn auch nicht. Der Jungwolf merkte, dass auch Jeanne besorgt wirkte und schloss daraus, dass auch sie das Blut zur Kenntnis genommen hatte, vielleicht lag es auch an der fremden Fähe, aber das glaubte der Schwarze nicht.

“Wie geht es dir, Jeanne?“

Fragte er vorsichtig und blickte sie von der Seite aus an. Er hat in den letzten Tagen nicht so viel mit ihr gesprochen, doch lange hielt er es nicht aus, sich von ihr fernzuhalten. Sie war ein Teil seines Lebens, das nicht fehlen durfte.
Aufmunternd sah Shanaro sie an und tänzelte schließlich um sie herum, bis er auf ihrer anderen Seite stand. Dann vergrub er seinen Kopf abermals in ihrem Fell, bevor er sie wieder mit klaren, bersteinfarbenen Augen ansah. Erst nach einer ganzen Weile wanderte sein Blick wieder zu der grauen Fähe, die noch immer bei ihnen stand.

“Wer bist denn du? Und warum bist du hier?“

Fragte er grob und musterte die Fremde, die nur einige Zentimeter größer war als er selber. Dass sie ohne Ankündigung hier aufgekreuzt war und sich seine geliebte Jeanne als erste Gesprächspartnerin gewählt hatte, verschrieb ihr bereits ein Minuspunkt. Doch da Shanaro kein Wolf war, der sich auf zu frühe Beurteilungen einließ, beschloss er abzuwarten und fügte mit freundlicherer Stimme hinzu.

“Mein Name ist übrigens Shanaro, sei gegrüßt …“

Abwartend musterte er die Graue und blickte danach beinahe fragend zu Jeanne. Wie gut kannten sie sich bereits? Hatten sie sich schon lange unterhalten? Er wusste es nicht.
Bevor er jedoch irgendetwas anderes sagen konnte, steuerte erneut eine fremde Anwesenheit auf sie zu. Er witterte und blickte einer anderen Fähe entgegen. Wieso kamen so viele Fremde ins Tal? Missmutig blickte Shanaro sie and, wandte sich jedoch wieder an das Gespräch, das gerade im Gange war.


28.11.2009 14:50

11.03.2010 23:10
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367

Beitritt

23.07.2005

Seite 2

Jeanne

Noch ein Mal richtete die Weiße den Blick in die Sonne, blinzelte und atmete ruhig ein und aus. Und dennoch ging ihr nicht dieser Blutgeruch aus dem Kopf. Unentschlossen erhob sich die Weiße, schüttelte kurz den hellen Blick und wandte den Kopf dann in die Richtung des Rudels. Sie konnte nicht ruhig hier sitzen bleiben, als wäre nichts passiert. Jeanne seufzte leise, setzte gerade eine Pfote nach vorn, als einer der fremden Gerüche ziemlich stark wurde, sie den Kopf herum drehte und eine fremde, graue Fähe entdeckte. Sie lächelte, wirkte entspannt. Und auch auf Jeannes Lefzen zog sich ein leichtes Lächeln, als sie sich zurück zu der Grauen wandte. Es wäre unhöflich gewesen, sie nun einfach hier stehen zu lassen. Blutgeruch hin oder her. Auf ihre Worte hin nickte die Weiße sanft, behielt die Fähe ab im Auge.

Sei gegrüßt, Fremde. Willkommen in diesem Tal, mein Name ist Jeanne, ich bin die Jota des hier lebenden Rudels. Verrätst du mir deinen Namen?”

Sie störte sich nicht an der scheinbaren Freundlichkeit der Fähe, war sie es doch kaum anders gewohnt. Bis auf die ein wenig merkwürdig erscheinende Wölfin, die seit einiger Zeit bei ihnen war, kannte sie hauptsächlich freundliche Wölfe. Azrael war damals eine Ausnahe gewesen.. abdr edieser Rüde war einfach wieder verschwunden. Und kurz danach.. hatte sie Danley kennen gelernt. Die Weiße schloß kurz die Augen, atmete tief durch und blickte die Graue dann wieder an.

Bist du auf der Durchreise, oder auf der Suche nach einem Rudel?”

Kaum hatte sie die Frage beendet, trat ein anderer Wolf zu ihnen. Sofort verwandte sich ihr zartes Lächeln in ein Strahlen, als sie Shanaro erkannte, der auf sie zukam. Er war so unglaublich groß geworden, sie war immer wieder erstaunt, wie schnell aus den kleinen Welpen Jungwölfe wurden, und wie sie schließlich gänzlich dem jugendlichen Alter entwuchsen. Kaum bei ihr angekommen, lehnte der junge Rüde seine Schnauze in ihr Fell, und Jeanne stubste ihn zärtlich an. Die Fähe freute sich immer wieder, den Schwarzen bei sich zu haben. Sie wollte ihn vor allem Bösen beschützen, aber dazu musste er bei ihr sein. Er erkundigte sich nach ihrem Befinden, sprang um sie herum und wiederholte die Begrüßung auf der anderen Seite. Lächelnd schleckte sie ihm durch das dunkle Fell, blickte ihm in die hellen Augen. Als Antwort auf seine Frage lächelte sie nur und nickte ihm zu. Sie wollte nicht, dass sich die Graue von Anfang an ausgeschlossen fühlte, blickte sie also auch wieder an, als Shanaro sich vorstellte.
Aber schon im nächsten Augenblick trat eine andere Fähe in ihr Blickfeld. Jeanne drehte den Kopf zu ihr, lächelte auch der anderen ermutigend zu.

Komm ruhig zu uns, mein Name ist Jeanne.”

Da waren sie zurück im Tal, und schon kamen zwei Fremde an einem Tag zu ihnen. Sie seufzte, lehnte den Kopf leicht zu ihrem kleinen Shanaro und lehnte ihre Schnauze sein Ohr.

Schön, dass du hier bist.”

Mit diesen Worten richtete sich ihr Blick wieder auf die zwei Fremden.


28.11.2009 15:30




Shirái

Noch immer zeichnete sich jenes freundliche, doch zugleich von dimensem Stolz geprägte Lächeln auf den Lefzen der Silbernen ab, als sie mit federnden, lockeren Schritten etwas näher an ihre Gegenüber herantrat. Die Weiße war eine schöne Erscheinung, keine Frage und doch wirkte sie in ihrer offenkundigen Freundlichkeit so unheimlich...verletzlich. Unwichtig, belanglos- doch es galt den Schein zu wahren, wer wusste schon wie hoch diese Wölfin im Rang ihres Rudels stand. Gab es überhaupt ein Rudel und wer sagte ihr, dass diese närrische Weiße nicht vollkommen allein umherwanderte? Nein, die deutlichen Gerüche fremder Wölfe, welche unweigerlich an ihrem Pelz hafteten, waren Hinweis genug. Die Ohren der Silbernen schnippten interessiert nach vorne, ihre hellen türkisfarbenen Augen registrierten jede ihrer Bewegungen. Jota also – ein hoher Rang wenn sie sich recht erinnerte. Tja, so machten sich ihre Mühen eben immer wieder aufs Neue bezahlt.

"Freut mich sehr, Jeanne."

Shirái versuchte ihrer Stimme so viel Freundlichkeit zu verleihen, wie sie nur aufbringen konnte. Es war nie verkehrt den rechten Eindruck zu hinterlassen, obgleich das Zwielicht wusste das Fähen im allgemeinen recht pikiert auf ihre Erscheinung reagierten. Da war der Umgang mit Rüden doch um vieles leichter- vor allem aber lukrativer.
Die Gedankengänge der silbernen wurden unterbrochen als ein schwarzer kleiner Wirbelwind auftauchte und um die Schnauze ihrer Gesprächspartnerin herumwackelte. Innerlich begann sich ihre Geduld zu verbrauchen, nach Außen hin wahrte sie jedoch die von Fremden verlangte höfliche Distanz. Denn das war sie; eine Fremde auf der Durchreise, heimatloser Streuner. Noch und mit Sicherheit nicht allzu lange. Ein fast seliger Ausdruck legte sich auf ihre Züge, ehe sie die Lider hob und den Blick des Schwarzen erwiderte. Sie beide hatten das selbe gefragt- wenn auch anders formuliert- und langsam aber sicher wurde ihr Schweigen zu lang. Mit einem lautlosen Seufzen hob sie den Kopf, lächelte beiden Wölfen aufmerksam entgegen.

"Man nennt mich Zwielicht- und das schon eine geraume Zeit. Ich bin eine freie Seele, doch mit der Zeit lernt man die Freiheit fürchten und so erhoffe ich mir in dieser Lande eine Zufluchtsstätte zu finden; ein Rudel das sich an einer einsamen Wölfin wie mir bereichern ließe."

Viel zu schmeichlerische, entwürdigende Worte- wie sie es hasste. Trotzdem ließ sie ihren Worten ein freundliches Lächeln folgen- ja nickte dem unhöflichen, viel zu forschen Jungwolf sogar zu. Es kostete sie Überwindung, jedes Mal aufs Neue und doch war es das einzig Richtige für ihren Kampf gegen das Schicksal. Die alten Tage, ihre Vergangenheit und alles was jemals geschehen war musste jedes Mal aufs Neue in Vergessenheit geraten; für immer. Oh wie oft hatte sie sich diese Worte denken sehen, wie oft an Unmögliches hoffen. Es gab kein ‚Nichts’ – kein Anhalten, es ging immer weiter und weiter. Ohne Pause, ohne Rücksicht auf Verluste- vor allem aber ohne Glück. Kurz verzogen sich ihre Lefzen zu einem spöttischen Lächeln. Es würde nicht lange dauern dann wäre auch sie, das einzig wirklich gute in ihrer Welt, nur noch ein hämisches Lächeln wert. Irgendwann, doch nicht jetzt.
Das plötzliche Rascheln im Geäst, gefolgt vom frischen Geruch eines fremden Wolfes, ließ sie das Erscheinen einer weiteren, fremden Seele erahnen- trotzdem drehte sie sich nicht um. Der fremde würde sich schon nähern (von Jeannes freundlichen Worten angelockt) und dann würde Shirái sehen, welche Richtung diese Konversation einschlagen würde.


28.11.2009 16:29




Merlin lhein Cenedhril

Für Merlin bedeutete der Beginn des Frühlings einen kleinen Ortswechsel, aber an sich keine Stimmungsschwankung, keine Euphorie oder Wehmut. Für ihn war der Winter interessant und auch der Frühling, sowieso der Sommer und der Herbst. Der Graue wusste mit jeder Jahreszeit irgendwas anzufangen. Nicht immer bedeutete das, dass er sie wirklich zu schätzen wusste. Der Regen gefiel ihm zum Beispiel nicht unbedingt. Er war nass und kalt und vor allem feucht. Regen im Sommer oder Herbst war kalt, war nass, ja. Aber nicht feucht. Er klebte nicht noch Stunden im Fell und wurde klamm, eisig, frostig. Es war die Zeit, in der sich die Welt noch nicht ganz zwischen Winter und Frühling entschieden hatte. Es war die Zeit, in der das Leben noch gähnte, in der es noch nicht galt, etwas zu tun, in der nur geblinzelt wurde.
Und trotzdem genoss er die Tage, wie sie waren, andere gab es nun einmal in diese Tagen nicht. Deswegen waren es ja diese Tage. Der Graue fand es spannend, seine Umwelt zu betrachten. Sie hatte sich wirklich verändert, auch anderen, die so etwas weniger Aufmerksamkeit schenkten, musste das nun auffallen. Der Matsch färbte sein graues Fell an den Läufen ab und an braun, ein schöner Farbkleks, wie er fand, solange der nächste Regen ihn wieder abwusch. Auch das Grün gefiel ihm sehr, er hatte sich nach dem langen Winter doch ein wenig danach gesehnt. Schade, dass es keine grünen Wölfe gab und er konnte ja nicht ständig in seine eigenen Augen sehen. Eigentlich konnte er das im Winter gar nicht, hatte es jedenfalls in diesem Winter nicht gekonnt. Zugefrorenes Wasser war selten so glatt, dass es wirklich als Spiegel im trüben Licht der Wintersonne taugte und die Kristalle in der Höhle wollte er nicht nochmal sehen.

Allerdings hatte der Graue auch nicht unbedingt sehr viel Gelegenheit gehabt, nach grünen Wölfen Ausschau zu halten, denn seine Aufmerksamkeit war ganz bei Adali gewesen. Die schwarze Fähe brauchte ihn, sie brauchte jemanden, der ihr zuhörte und nicht aufgab, ihr neuen Mut zu machen. Merlin war froh, dass sie ihn bei sich duldete, denn er wagte sich beständig auf dünnes Eis. Bislang war er noch nie eingebrochen, hatte noch nie eine Abfuhr bekommen, obgleich er immer ein kleines bisschen zu weit ging. Das war notwendig, um Adali Stück für Stück aus sich herauszulocken, aber es war kein Argument dafür, dass die Fähe es dulden sollte. Und dennoch tat sie es.
Ihre Gespräche waren also bald sehr vertraut und er schätzte sie. Die Schwarze half ihm in gewisser Weise, wieder etwas zu leben. Zwar noch immer auf die falsche Art, denn er lief auch weiterhin vor sich weg, aber er konnte sich an ein anderes Leben klammern. Sein zweites Ich war in letzter Zeit sehr still geworden und obgleich Merlin es ab und an zu schätzen wusste, war er doch im Großen und Ganzen glücklich damit.
Dass sie auch jetzt unterwegs waren und Adali erneut zu sprechen begann, zeigte, dass auch der Frühling nichts geändert hatte an ihren Gepflogenheiten und dafür war der Graue dankbar. Denn ganz tief in sich wusste er, dass er große Probleme bekommen würde, wenn Adali plötzlich nicht mehr mit ihm sprach. Denn worauf sollte er sich dann stützen? Wie sollte er sein Dasein dann rechtfertigen?
Aber im Moment brauchte er darüber nicht nachzudenken, denn mit Wohlwollen sah er zu, wie seine “Patientin” langsam gesund wurde. Auf ihre Worte hin lächelte er warm.

Ich habe nicht arg viel mehr, das ich geben könnte, als mein Wort”, erwiderte er und fügte hinzu: ”Wir haben uns gegenseitig Gesellschaft geleistet. Und wir haben es beide nötig.”

Adali wusste nichts von dem, was in ihm vor sich ging. Der Rüde konnte es sehr gut verbergen, zumal es in ihrer Gegenwart ja auch in den Hintergrund rückte. Aber er wollte sich damit auch nicht belasten. Er wusste, wie leicht sie sich Vorwürfe machte. Es wurde besser, aber er wollte sie dennoch nicht damit belangen. Im Moment ging es ganz um sie und darum, dass sie wieder in die Welt zurückfand, sodass er seine Worte beinahe bereute. Oder jedenfalls bereut hätte, wenn er Gelegenheit gefunden hätte, darüber nachzudenken.
Doch eben in diesem Moment ertönte ein lautes Platsch! und zumindest für Merlin das unangenehme, kalte, feuchte Gefühl eines Vorderlaufes, der bis über die Pfote in Morast gelandet war. Der Drang, sofort zurückzuspringen, würde von der Überraschung und der Reaktion, überwogen, dass sich Merlins Nackenhaare aufstellten, was ihn aussehen ließ wie einen übergroßen, grauen Igel.
Von einem Schauder gepackt, zog er die Pfote aus dem Matsch, der leidenschaftlich an ihr zu kleben schien. Die Ohren sanken ob dieser peinlichen Situation und mit mäßiger Begeisterung betrachtete der Rüde das Kunstwerk der Natur.

~Du bist ne Nummer für sich.~
‚Danke.‘
~Sieh’s positiv, es hätte auch was Anderes sein können … ~
‚Meinst du nicht, DAS hätte ich vorher gerochen?‘
~So wie du auf Adali fixiert warst, hätte ich dir auch zugetraut, gegen einen Baum zu laufen, weil deine Augen ebenfalls gerade neben dir wandern.~
‚Danke für deine fachlich kompetente Meinung.‘
~Immer wieder gerne. ~


Seufzend versuchte er, den Matsch an einem frischen Grasbüschel abzuwischen, der sich in Reichweite befand. Aber anstatt dass das Gras sich als Wischmopp missbrauchen ließ, gab das Erdreich nach und die kleine Insel aus Grün kippte einfach mit samt den Wurzeln und einem Klumpen Erde buchstäblich aus ihrer Fassung und blieb liegen wie ein umgestürzter Baum.

~Du machst die Natur kaputt.~
‚Halt die Klappe.


Erneut seufzte der Graue und schob nun den Grasbüschel wieder in sein Loch zurück, trat ihn sanft fest und mied sorgfältig Adalis Blick. Wahrscheinlich war er nun ein wenig bunter, jedenfalls im Gesicht. Sicherlich glühte er bis in die Fellspitzen rot wie ein Glühwürmchen.


29.11.2009 00:38




Leikuna

Leikuna grinste übers ganze Gesicht, sogut ihr das mit dem Hasen im Maul nun eben gelang. Das angestupste Tier legte sie ersteinmal ab, um wieder freier atmen zu können - der kurze, aber rasante Lauf hatte sie ziemlich geschafft. Umso mehr freute sich sich über Yagos Lob - ihr war klar, dass er mit solcherlei Regungen nicht gerade verschwenderisch umging. Wedelnd und noch immer stark hechelnd hob sie den Kopf, grinste Yago entgegen und schmiß ihm in einer plötzlichn Bewegung die Zunge in - und durchs - Gesicht. Kichernd hüpfte sie zurück, und tänzelte gleich darauf wieder zu ihm hin - quietschvergnügt und sichtlich stolz auf sein Lob.

"Ja, und Toboe und Teyrm und Ýllin und allen!"

Ergänzte sie die Liste derer, denen sie ihre Beute zeigen wollte, und umrundete Yago einmal im Hüpfgang, blieb neben ihm stehen, und schob den Kopf an seiner Schulter entlang hoch.

"Danke dass du es mir beibringst."

Zufrieden lächelte sie zu ihm hoch, trat wieder vor, und las den dicken Hasen auf, der friedlich und unbewegt gewartet hatte wo sie ihn postiert hatte. Mit etwas Mühe hob sie nun den Kopf so hoch sie nur konnte - was mit dem Hasengewicht in der Schnauze längst nicht mehr so einfach war - und begann ein paar Schritte vorauszutänzeln, ehe sie wieder munter wedelnd auf Yago wartete, und - mühsam den Kopf in hoher Stellung behalternd - mit ihm zusammen weiterlief. Die Nackenschmerzen, die ihr diese sportliche Übung zufügen würde, erahnte sie jetzt schon - aber das war es wert. Immerhin hatte sie - glücklich, zugegeben - über dieses Tierchen thrimphiert, und das musste ja schließlich bekannt gemacht werden. Das Grinsen verlies ihre Leftzen keinen Moment lang, während sie dem Weg zurück zum Rudel folgten.

"Beffimt haben fie noff nieee fo eimem grofen Hafen gefehn!"

Scherzte sie, mit Fell auf der Zunge. Aber klein war ihre Beute wahrlich nicht.


29.11.2009 04:43




Akara Chitaru

Akara stand ruhig da und wartete, dass Kiba etwas tat. Es dauerte eine Weile, bis ihr einleuchtete, dass die Alpha nicht den ersten Schritt tun würde. Die Graubraune seufzte und baute sich zu voller Größe vor ihrer Gegnerin auf, die Rute hoch erhoben. Sie trat näher auf sie zu und sah ihr dabei direkt in den Augen. Wenn Kiba nicht kämpfen wollte, hatte Akara nichts einzuwenden. Doch sie konnte nicht weiter ihr Rudel führen und auf diesen Kampf verzichten.
Ein Knurren, tief aus ihrer Kehle erklang, während sie Schritt um Schritt näher trat, um die Unterwerfung zu fordern, die sie als Zustimmung brauchte. Keine Sekunde ließ sie den Blick von Kiba, blickte ihr in die Augen, weil sie wusste, dass sie darin sehen würde, wann die Leitwölfin angreifen würde, falls sie dies zu tun gedachte. Und noch einen Schritt näher. Und noch einen.
Damit war die Distanz überwunden, jeder Biss konnte treffen. Von ihr, von Kiba, ganz egal. Die Schnelligkeit ihrer Reaktionen würde entscheiden, wie tief er sitzen würde. Ihren Kopf hielt Akara zwar hoch, drückte ihn aber gegen ihre Kehle, um an dieser Stelle keine Angriffsfläche zu bieten.


29.11.2009 14:04




Kiba Telay

Die hellen Augen der Silbergrauen verfolgten jede Bewegung Akaras. Erkannte die Wut, hörte das Knurren. Sie selbst sah ihre Gegenüber nur scharf an, ohne mehr einen Ausdruck in ihrem Blick zu zulassen. Auch ihr Aufbauen entlockte ihr keine Regung. Es war wirklich traurig zu sehen, wie sich eine Wölfin, die sie eigentlich als charakterstark und vernünftig eingeschätzt hatte, von ihrer eigenen Wut verleiten ließ. Kiba senkte den Blick leicht, als Akara schließlich direkt vor ihr stand, um der etwas kleineren Wölfin in die Augen zu sehen. Auch sie hatte Kopf und Rute hoch erhoben, das Fell gesträubt. Sie war zu lange Leitwölfin, als das sie sich so leicht unterkriegen lassen würde. Auch wenn sie früher oft an sich gezweifelt hatte. Auch wenn sie wusste, dass sie große Schuld an der Misere trug. Ebenso wusste sie aber auch, dass sie im Nachteil stand, sollte Akara weiter kämpfen. Es hieß aber längst nicht, dass sie einfach so das Feld räumen würde. Das war sie ihrem Rudel ebenso schuldig.

29.11.2009 15:06




Thiréa Edijna

Immernoch umnebelt von den vielen Eindrücken, die auf sie niedergingen, dauerte es einen Moment, bis Thiréa auf Jeannes Worte reagierte. Verträumt wie die Graue war, war sie eben einzigartig. Sie schüttelte sanft den Kopf, scheinbar um sich wieder voll und ganz der Realität zuzuwenden und näherte sich den anderen, zu denen noch ein schwarzer Jungrüde getroffen war.
Sein Blick zu ihr deutete keinerlei Freude über das Erscheinen einer Fremden. Verständlich, wer mochte in jungen Jahren schon Veränderungen.
Es half ihr, sich alles schön zu reden und sich einfach um die Realität herumzudenken, bis sie auf der anderen Seite angelangte, an der es ein Paradies gab, das ausschließlich rosa war und in dem Milch und Honig flossen.

"Hallo... Jeanne."

Sie musterte die Weiße einen Augenblick lächelnd und verträumt, als würde sie wieder in ihrer ganz eigenen Welt versinken. Ihr Blick wanderte über den schwarzen Jungwolf zu der anderen Grauen. Sie hatte noch gehört was das Zwielicht gesprochen hatte. Sie starrte der Fähe in die Augen - also auch eine Fremde.
Irgendwas an der anderen Grauen passte nicht in ihre verquere bunte Welt. Allerdings ließ sie das erstmal auf sich beruhen und sammelte ihre Aufmerksamkeit um auch sich endlich mal vorzustellen.

"Meine Name ist Thiréa Edijna. Auch ich suche ein Rudel das gewillt ist eine Träumerin bei sich aufzunehmen."

Sie lächelte und schloss, tief durchatmend, die Augen. Es war ein herrliches Gefühl sich einfach allem schlechten entziehen zu können, einfach auf einer wattierten Wolke zu schweben, die einen hütete wie ein Hirte seine Schafe.


29.11.2009 15:07




Akara Chitaru

Ein Funken Feindseligkeit schlich sich in die Augen der Graubraunen, als die Alpha weiterhin regungslos vor ihr stand. Was glaubte Kiba in ihrer grenzenlosen Naivität? Dass Akara durch ihre Haltung plötzlich zur Vernunft kommen würde und sich entschuldigte? Oder vielleicht, dass sie aus diesem Traum aufwachen würde und alles wieder normal war?
Sie konnte sich nicht erinnern, wann man sie je so respektlos behandelt hatte. In diesem Rudel schien einfach nichts zu funktionieren, wie es funktionieren sollte. Die Reaktion, die ihr Kiba nun bot, war noch viel enttäuschender, als ihre Gutmütigkeit, die Senedds Leben gekostet hatte. Akaras Lefzen zogen sich wieder nach oben, die Augen noch ruhiger als zuvor. Ihr stand der Sinn nicht mehr nach einem fairen Kampf, den man ihr so dreist verweigert hatte. Sie wollte dieses Thema klären und abhaken. Es war ihr völlig egal, wie es ausgehen würde, nur so konnte und durfte es nicht stehen bleiben.
Ihr Fang schnellte nach vorne, ohne eine Reaktion zuzulassen. Zielte auf die unverletzte Schulter. Als hätte sie es sich plötzlich anders überlegt, brachte sie neuerlich einen geringen Abstand zwischen sich und ihre Kontrahentin, ehe sie zu ihrem eigentlichen Angriff überging. Dieses mal steuerten ihre Zähne direkt auf den hinteren Schenkel zu, während ihre Schulter gegen die bereits zugefügte Verletzung stoßen sollte.


29.11.2009 15:17




Kiba Telay

Als Akara blitzschnell nach vorne schnellte, zuckte Kiba ganz automatisch zurück. Ihr Kopf versuchte der weiteren Bewegung Akaras zu folgen, als diese nach ihrem Schenkel schnappte. Sie spürte schon die Zähne der Grauwölfin in ihrem Fleisch und bäumte sich in dieser Sekunde auf, indem sie sich mit den Vorderläufen vom Boden abstieß. Mit ganzem Gewicht warf sich die Silbergraue auf den Rücken ihrer Kontrahentin, nicht darüber nachdenkend, dass sie ihr den ganzen Schenkel aufreißen konnte. Sie jedenfalls schnappte nach dem Rücken Akaras.

Akara Chitaru

Akara verbiss sich in Kibas Schenkel, während sie die scharfen Zähne ihrer Gegnerin im Rückenfleisch spürte. Ihr Knurren wurde lauter, ohne dass sie Anstalten machte, wieder loszulassen. Ein Ruck ging durch die Kämpfenden, als die Graubraune erneut versuchte, Kiba aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie schob die Alpha zurück, ohne sie loszulassen, dann riss sie plötzlich den Kopf nach oben, ohne den Fang zu öffnen.

Kiba Telay

Ihre Zähne bohrten sich immer tiefer in Akaras Rückenfleisch. Es erschien ihr als die einzige Chance, die ihr blieb. Sie durfte die Wölfin nicht loslassen. Ihr Schenkel schmerzte, aber genau so würde ihrer Gegnerin wohl auch der Rücken schmerzen. Als sie diese jedoch wegschob und dann den Kopf hoch schmiss, ohne sie dabei los zu lassen, stürzte die Silbergraue nach hinten. Ein Aufjaulen vor Schmerzen unterdrückte sie, indem sie nur noch fester zubiss. Nicht loslassen. So riss Kiba Akara mit sich zu Boden, wurde aber halb von ihr begraben.



Shanaro

Der junge schwarze Rüde genoss die Aufmerksamkeit und den Zuspruch, der ihn trotz der Fremden Wölfe zuteil wurde. Er winselte leise und zufrieden, als Jeanne ihn sachte anstupste und mit ihrer warmen Zunge liebkoste. Kurz schloss er die bersteingelben Augen und versuchte den so simplen und doch so wunderbaren Moment auszukosten, so lang er anhielt.
Als Jeanne sich dann schließlich doch wieder an die Fremden wenden musste, öffnete er seine klaren Seelenspiegel und setzte erneut den skeptischen Blick auf, den er sich mit der Zeit angeeignet hatte, wenn Fremde im Spiel waren. Er stellte seine Ohren aufmerksam auf und richtete sich zu seiner vollen Größe auf, die doch schon annährend an die der beiden anderen Fähen heranreichte. Jeanne war noch um einiges größer, was ihm ein Gefühl der Sicherheit verlieh. Nicht, dass er sich fürchtete, doch für sein Gewissen und seinen Stolz war es doch eine Unterstützung. Er musterte die beiden Fremden, während er sich dicht an Jeannes Seite hielt. Schließlich begann die Graue zu sprechen, seine Ohren schnippten kurz bei dem Klang der freundlichen Stimme. Dennoch legte er aus Verwunderung seinen Kopf schief, denn trotz der Freundlichkeit gefiel ihm der Tonfall der Fähe nicht. Er konnte nicht sagen, was es war, was ihn störte, er wusste nur, dass sie ihm auf eine absurde Weise gerade wegen der Nettigkeit unsympathisch war. Shanaros Augen nahmen einen lauernden und beobachtenden Ausdruck an, während die ruhigen Worte verhallten. Ihm war gewiss nicht entgangen, dass sie es nicht für nötig gehalten hatte, ihren Namen preis zu geben und für eine kurze Zeit lang fragte er sich, ob sie zu arrogant war, um sich mit ihnen auf das gleiche Niveau zu stellen und den eigenen Namen zu nennen, so wie es bei einer gewöhnlichen Begrüßung üblich gewesen wäre. Ein wenig verachtend schüttelte er sein Haupt und sah das Zwielicht an. Während der Schwarze überlegte, sah er wieder zu Jeanne und fragte sich, ob es nicht ein wenig frech war, eine direkte Frage zu stellen, die auf diese lückenhafte Vorstellung abzielte. Nach einigen Augenblicken kam er zu dem Entschluss, dass er ihm ohnehin nie etwas ausgemacht hatte, unhöflich gegenüber Fremden zu sein und dass sich diese Einstellung noch nicht geändert hatte. Schließlich war sie hier der Eindringling, was sollte sie also sagen? Sie hatte nichts zu sagen. Scheinbar ruhig erhob Shanaro also seine Stimme begann zu sprechen

Freut mit, Zwielicht … Aber darf ich vermuten, dass du auch einen richtigen Namen hast? Darf ich wissen, warum du uns den nicht verraten möchtest, nachdem du unsere erfahren hast?”

Forderte er sie mit bestimmter, aber höflicher Stimme auf und blickte dann wieder zu Jeanne, in der Hoffnung, ihr keinen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben. Aber was sollte daran schon falsch sein? Früher oder später hätte man sie danach gefragt, wenn vielleicht mit anders gewählten Worten.
Dann wandte sich sein Blick der anderen Fremden zu, die sich als Thiréa Edijna vorgestellt hatte. Sie war ihm deutlich sympathischer, denn ihre Freundlichkeit schien irgendwie ehrlicher als die des Zwielichts. Zwielicht … wie der Name schon sagte. Shanaro war zwar nur ein junger Wolf, doch vielleicht lag es gerade daran, dass er den Unterschied zwischen diesen beiden Fähen bemerkte.
Er nickte Thiréa kurz zu und sein Blick wurde freundlicher, zum Zeichen, dass er sie zur Kenntnis genommen hatte. Den weiteren Verlauf dieses Gespräches würde sie der Weißen überlassen, wahrscheinlich hatte ohnehin bereits zu viel gesagt. Ein wenig entschuldigend blickte er Jeanne an und lehnte sich sachte gegen ihre Seite. In dieser Position verharrend wartete er ab, was weiter geschehen würde. Jeanne würde es sicherlich geregelt bekommen, sie konnte schließlich immer alles!


29.11.2009 22:42




Teyrm

Das Grinsen war noch nicht verebbt, als der Jungwolf den Kopf zur Seite wandte und einen vertrauten Geruch wahr nahm. Yacáru. Nun gut, wenn es eben schon wichtig gewesen war, dann war es jetzt noch um einiges wichtiger die Sache nicht zu vergeigen. Also brauchte es äußerste Konzentration... was mit einem braungesprenkelten Toboe neben sich nich gerade einfach war. Und auch Toboe schien die Beobachterin gemerkt zu haben, sein Grinsen verriet alles. Aber egal, sollte der doch denken was er wollte, ihn juckte das herzlich wenig, er tat ja sowieso was er wollte. Schnell machte der Aschfarbene einen Satz zurück, als sich sein bester Freund von dem Schlamm in seinem Fell zu entlidigen versuchte.

Pass auf wo du mit dem Zeug hinzielst!”

Meinte er belustigt und tappte einmal spielerisch nach der Schnauze des Anderen. Auf sein Zwinkern und Grinsen versuchte er möglichst nicht zu reagieren. Pah Das würde er auch, da brauchte er keinen Toboe zu! Teyrm kauerte sich, ebenso wie Toboe auf den Boden und fixierte das Tier, das sich inzwischen wieder vollkommen sicher fühlen zu schien. Na gut, das sollte jawohl nicht so schwer werden. Gerade als er losspringen wollte, hob das Hasenherz jedoch den Kopf. Und auch Teyrm hob grummend den Kopf.
Yllín die kleine graue Fähe die Tobs aufgelesen hatte stand hoch erfreut hinter ihnen und begrüßte sie für die Ohren des Hasen zumindest zu laut.

Yllín! Psst. Du verschreckst unsere Beute.”

Wisperte der Jungwolf halblaut. Okay, wegschicken konnte er sie wohl kaum, das würde Toboe wohl auch nicht zulassen. Also besser gleich kooperativ zeigen.

”Komm her und tu genau was wir machen!”

Und sofort wandte er den Kopf wieder herum und fixierte das kleine Säugetier erneut. Gut, er saß immer noch da, hatte sich von den Geräuschen nicht alzu sehr beunruhigen lassen. Die Sonne hatte ihn wahrscheinlich eingelullt. Der Wind stand auch ganz gut. Teyrm drückte sich weiter in das Gras und kroch so leise wie es ebend möglich war, näher an das kleine Geschöpf heran. Erneut wandte er den Kopf zur Seite, versuchte durch das höhere Gras am See Yacáru zu erspähen. Ob sie ihm zusah? Naja, blamieren kam ja so oder so nicht in Frage... einfach an das Denken was Tearl und Mutter ihm beigebracht hatten. Einfach seinen Instinkten vertrauen.Er war groß und stark. Flink wie ein Wiesel. Wie sollte ihn ein Hase auch austricksen können?
Sämtliche Muskeln angespannt sprang er plötzlich los. Das Ziel fixiert vor Augen. Und auch das kleine Tier sprang los, aufgeschreckt von den Geräuschen. Doch der Jäger war schneller, ließ sich nicht von den Haken schlagenden kleinen Läufen beeindrucken sondern hetzte ihm hinterher. Schneller und immer Schneller.


30.11.2009 09:42




Toboe Tear

Toboe verharrte ruhig auf den Boden gedrückt, den Blick starr auf den Hasen gerichtet. Sein Herz raste vor Vorfreude, dieses mal würde es klappen! Er machte ja nicht zwei mal den selben Fehler. Das eben war nur eine Art Test gewesen, wie gesund das Tier war. Alles Taktik. Kurz wandte sich der helle Blick zu seinem Freund, als dieser neben ihm auf den Boden sank. Aha, er wollte also doch ein bisschen vor Yacáru angeben. Hatte er doch Recht gehabt. Der Graue stellte die Ohren leicht auf, drückte sich im Gegensatz dazu ein wenig enger an den Boden. Er streckte den Kopf nach vorn, wollte gerade zum Sprung ansetzen, als der Hase und sein bester Freund die Köpfe hoben. Verwirrt blinzelnd drehte auch der Rüde den Kopf zurück und erkannte die graue Fähe, die auf dem Plateau zu ihnen gestoßen war. Seine Ohren schnippten durch die Luft, der Blick fixierte Ýllin. Ein Lächeln schlich sich sanft auf seine Lefzen, aber Teyrm hatte Recht. Wenn sie jetzt zu laut waren, war ihr Plan hinüber. Auch der Grauen zwinkerte er zu, begrüßen konnte er sie später immer noch. Also wandte er sich wieder nach vorn.

Von uns kannst du noch ganz viel lernen. Wir hatten den besten Lehrer.”

Teyrm machte sich neben ihm zum Angriff bereit, und auch Toboe bewegte sich langsam und vorsichtig vorwärts, allerdings in die andere Richtung als Teyrm. Zu zweit konnten sie ja noch viel weniger verlieren, und er selbst hatte den Hasen ja schon getestet. Zeitgleich mit dem dunklen Rüden sprang er los, hetzte nach vorn, einen kleinen Bogen um den Hasen machend. Wenn er nun nach vorn rannte, konnte er ihn einfach zu seinem Freund hetzen. Und wie geplant sprang das kleine Tier los, in wilder Panik, mit schnellem Atem. Toboe machte große Sprünge, schnitt den Weg des Hasen und schnappte nach ihm. Es war nicht sein Ziel, ihn zu verletzen, oder ihn zu fangen. Er sollte lediglich die Richtung wechseln. Und perfekter konnte es nicht sein, machte das helle Tier einen Haken, wechselte schlagartig die Richtung und rannte wieder zurück. Hach, er konnte ja so Angst einflößend sein! Aber sein Lauf verlangsamte sich nicht, konnte es doch möglich sein, dass er wieder die Richtung wechselte. Jetzt lag es an Teyrm, es nicht doch noch ganz zu vermasseln.


30.11.2009 13:17




Jeanne

Geduldig blickte Jeanne die zwei fremden Fähen an, das Lächeln noch immer auf den Lefzen. Es war ein wunderbares Gefühl, nicht nur herum zu sitzen, sich von der Sonne wärmen zu lassen und sich einfach ablenken lassen. So konnte sie nicht immer wieder in ihren eigenen Gedanken versinken, musste nicht immer wieder an Danley denken. Auf die Worte der Grauen hin nickte sie noch ein Mal bestätigend, folgte dann ihrem Blick zu Shanaro. Der Schwarze lehnte sich an sie, gab ihr den Halt, den sie in jeder Situation brauchte. Das Lächeln der Weißen wurde noch ein Mal wärmer, als sie den Blick schließlich wieder auf “Zwielicht” richtete, wie sie selbst sich nannte. Ein merkwürdiger Name für einen Wolf, aber darüber machte sie sich schon lange keine Gedanken mehr. Sie lauschte den Worten der Fähe bis zum Ende, und dachte einen Moment über eine Antwort nach. Aber noch bevor sie den Fang öffnen konnte, begann der Schwarze neben ihr zu sprechen. Jeanne drehte den Kopf zur Seite, blinzelte den Rüden an. Er war nicht unbedingt freundlich.. begrüßte die Fähe nicht so, wie sie es nun getan hätte. Aber so war er nun Mal. Sanft stubste sie gegen seine Schnauze, seufzte leise. Das würde sie schon wieder gerade biegen. Die Fähe hob den Kopf, blickte nun die andere Fähe an, die sich als Thiréa Edijna vorgestellt hatte. Auch sie bekam ein sanftes Lächeln und ein Nicken geschenkt. Zwielicht, ob dies nun ihr richtiger Name war, oder nicht, bekam einen entschuldigen Blick, ein um Verzeihung bittendes Lächeln. Sie konnte nur hoffen, dass sie Shanaros Misstrauen nicht gleich negativ empfing.

Ich denke, es ist nichts dagegen ein zu wenden, wen ihr hier bleibt. Folgt mir einfach, ich bringe euch zu Kiba Telay, unserer Leitwölfin.

Damit setzte sich die Weiße auf, gab dem Schwarzen neben sich noch einen kleinen Stubser und nickte in die Richtung des Rudels. Thiréa und Zwielicht konnten selbst entscheiden, ob sie ihr folgten oder nicht. Ohne es zu zu geben wollte sie auch wegen des Blutgeruchs zum Rudel. Sie wurde immer nervöser, und wenn sie sich nicht irrte, wurde noch ein anderer Geruch dazu gemischt. Zweifelnd wandte sie den Blick nach vorn, setzte sich langsam in Bewegung. Shanaro würde ihr sicher folgen, und die Welt war offen für die zwei Fähen. Sie selbst wollte nach dem Rudel sehen, nur sehen, ob alles in Ordnung war. Ihre Läufe zitterten leicht, aber das wußte sie gekonnt zu überspielen.


30.11.2009 13:46




Adali

Langsam suchten die dunklen Pfoten ihren weg auf dem nassen Waldboden, fanden ihn und wichen umsichtig unsicheren Stellen aus. Die Läufe, die Adali schon so lange trugen, hatten sie auch in ihrer Heimat stets sicher getragen, waren sie eine lange Zeit die einzige Sicherheit in ihrem Leben gewesen. Damals, als sie alles verloren hatte, ihre Heimat verließ und das Leben einer rastlosen Seele begann.
Welch Glück war es, dass sie hier her, in dieses Tal gefunden hatte. Obwohl die Wölfe mit dem Schicksal tanzen und ihre Tränen niemals versiegen würden. War es das Leben, war es ihr Leben, war es ihre Zukunft, ihr Schicksal.
Für Adali bedeutete dieses Tal ihr zu Hause, ein Ort der Zuflucht, den sie niemals mehr freiwillig verlassen wollte. Niemals.
Trotzdem hielten ihre Schuldgefühle sie gefangen. Es war ein einziges Trauerspiel, ein Spinnennetz, in welchem sie ich tagtäglich verflocht und die Traurigkeit ihrer Gedanken, die sie immer weiter einlullten. Die Schwarze war erleichtert, dass Merlin an ihrer Seite war und ihr eine stützende Schulter bot. Mit dem Grauen an ihrer Seite hatte sie das Gefühl, dass sie ein wenig freier atmen konnte. Der Knoten, der sonst ihre Kehle zu schnürte, lockerte sich nach und nach ein wenig mehr, ließ die klare, regenschwere Luft in ihre Lungen strömen. Es war nicht mehr das Gefühl, dass sie hilflos zu ersticken drohte. In seltenen Augenblicken fühlte es sich sogar so an, als würde sie aus den tiefen Seen ihres Schmerzes auftauchen.
Als eine größere Pause entstand, in denen beide Wölfe nur schwiegen, hob Adali den Blick, ließ die Bernsteine auf den Smaragden ruhen. Schon öfters hatte sich die Dunkle gefragt, was der Rüde wohl dachte. Was ging ihm durch den Kopf, was nahm er wahr, was nicht?
Gerade wollte sie ihn danach fragen, auch wenn es eine recht vertrauliche, schon intime Frage war. Immerhin waren die Gedanken der einzige Zufluchtsort, an dem sonst kein anderer Zutritt hatte und es war ein großer Schritt, nach so etwas zu fragen. Es war ein Schritt in eine andere Welt.
Ein Schritt, der unbewusst verhindert wurde, doch sogleich ging Adali von dem Gedanken ab. Merlin lächelte sein warmes Lächeln und nahm den Gesprächsfaden wieder auf.
Das Lächeln schien ansteckend zu sein, denn auch ihre Lefzen umspielte ein leichtes Schmunzeln.

Dennoch...”, kurz hielt sie inne, dachte über seine Worte näher nach. “Gemeinsam einsam, oder wie meinst du das?”

Die Antwort musste wohl noch etwas warten, denn mit einem schmatzenden Geräusch war der Rüde in den weichen Morast getreten und steckte fest. Sofort stellten sich die grauen Nackenhaare auf, die sich über den ganzen Rücken zogen. Das Schmunzeln wurde etwas breiter, wenn auch nicht hämisch.

Hoppla, vom Regen in die Traufe, was? Kann ich dir helfen?”

Doch Merlin zog seine Pfote mit einem ebenso schmatzenden Geräusch heraus, wie sie herein geraten war und versuchte den Schlamm an einem Grasbüschel abzuwischen, der samt Wurzeln förmlich umkippte, sogleich aber wieder fest getreten wurde.

Oh weh, ich denke, es war doch keine gute Idee hier entlang zu laufen...

Mit langen Schritten trat Adali zurück an Merlins Seite, stupste den Grauen aufmunternd an die Lefzen an.

Ärgere dich nicht, der Boden wird noch etwas trocknen müssen. Vielleicht sollten wir woanders entlang laufen?”


02.12.2009 11:13




Shirái

Die Naivität, diese Freundlichkeit mit der diese Fremde mit ihr sprach, ließ sie an Neyla denken, all die Dinge, die sie ihr angetan hatte. Ihrer eigenen Schwester. Augenscheinlich grundlos, doch nur, wer versuchte die verworrenen, ja fast wirren Gedankengänge der Silbernen zu verstehen, konnte hinter ihren Taten einen Grund erahnen, eine strikte, fesselnde Struktur. Shirái war kein Wolf der Einfachheit, in ihrer Einzigartigkeit kaum zu erklären und doch wagten sich viele an sie heran; zu viele. Ein zum scheitern verurteiltes Unterfangen. Ein leichtes Lächeln legte sich auf die Züge des Zwielichts, ihr Kopf war leicht gesenkt und doch strahlte in ihren Augen der Stolz. Sie war eine ungebrochene Seele, ein Freigeist der in seiner Individualität kaum zu ermessen war. Missverstanden und trotzdem nicht unglücklich in dem Leben, in das sie gewaltsam gedrängt worden war. Vielleicht war es dieses missverstehen, dieses ständige Rechtfertigen vor dem Nichts, das sie letztendlich zu dem gemacht hatte, was sie war. Eine einzige, unverständliche Scharade; eine Lüge die ihre eigenen Illusionen verachtete. Kompliziert und zugleich so unheimlich leicht zu verstehen. Paradoxe Realität. Auch die eben aufgetauchte Wölfin hatte sich mittlerweile vorgestellt. Der verklärte, fast träumerische Ausdruck ihrer Züge entging der aufmerksamen Shirái nicht und so schenkte sie Thiréa ein aufbauendes Lächeln. Sie kannte diese Sorte Wolf, Träumer wie sich die Braune selbst bezeichnet hatte- und wusste, das der Umgang mit diesen zuweilen viel angenehmer war als der der...Realisten? Illusionsliebende Wölfe waren offen für Verbotenes, nahmen verächtliche Dinge mit einem Lächeln hin und verstanden oft um so vieles Besser als der Rest. Ach, wer wusste das schon so genau.
Erst die Stimme des Jungwolfs durchschnitt die eben aufgeflammte Stille; ruckartig wandte sie den Blick, fixierte Shanaro und musterte ihn eingehend. Neugierde, Hinterfragen war nur gewöhnlich für Wölfe in seinem Alter und doch störte sie sich an seinem aufmüpfigen Ton. Wie viele Artgenossen hatten ihr diese Frage gestellt? In so unterschiedlichen Tonlagen. Liebevoll, bösartig, provokant, interessiert und...ängstlich. Nein, dieser schwarze Wirbelwind hier würde ihr Schweigen nicht brechen. Lächelnd hob sie den Blick, nickte dem zierlichen Rüden zu und setzte schließlich zu einer Antwort an.

"Ich biete meine Hilfe an, Unterstütze das Rudel so gut es geht- doch meine Freiheit, meine Vergangenheit gebe ich niemandem zum Pfand. Ich hoffe dich mit dieser Antwort nicht enttäuschen zu müssen..."

Die Stimme der Silbernen war vollkommen ruhig, ein freundlicher Ton lag darin verborgen. Wer konnte es diesem Jungtier auch schon verdenken? Fragen gehörten zum Leben dazu- ebenso wie das Erbringen gewisser Opfer. Den Verlust der Freiheit, zumindest für eine gewisse Zeit. Nein, in ihrem Innern würde sie immer eine freie Seele sein und auch bleiben. Frei und ungebrochen. Wie viele Verluste hatte sie für ihren Vater in Kauf genommen? Und wie viele zerstörte Herzen hatte es gekostet. Doch sie war ihm treu geblieben, ihm und seinen Idealen. Zwielicht war das Abbild einer Persönlichkeit, zu dem sie Andere gemacht hatten als sie ihr diesen Namen gaben. Undurchschaubar.
Mittlerweile hatte sich auch Jeanne wieder zu Wort gemeldet, ihre Züge waren freundlicher denn je, fast so, als entschuldigte sie sich für das Verhalten Shanaros. Shirái nahm diese Geste mit einem dankbaren Lächeln hin.

"Ich danke dir, Jeanne. Deine Freundlichkeit ist unermesslich...ich hoffe sie wird nicht irgendwann enttäuscht."

Ironie des Schicksals und doch ehrlich gesprochene Worte einer stolzen Fähe. Kiba Telay; noch war nichts entschieden und auch der Blutgeruch- welcher drohend über ihnen lastete, hatte an Intensität gewonnen.


02.12.2009 13:20




Merlin lhein Cenedhril

Für Merlin war es in der Tat nicht unbedingt leicht, sich mit der Umwelt vertraut zu machen, während er in Gedanken woanders weilte. Das Problem bestand darin, dass der Graue keinen Unterschied zwischen der Welt des Fühlens und der des Denkens machte, zwischen anfassbarer Realität und Gefühlen. Der Grund dafür war, dass es die Gefühlswelt für ihn nicht mehr gab. Sie war nicht mehr groß und individuell genug, als dass er dazu in der Lage gewesen wäre, sie wirklich zu vertraten und das war das Resultat; es fiel ihm nun schwer, Dinge wirklich zu trennen oder sich zu konzentrieren.
Ein eher banales, praktisches Problem, das sich sicherlich leicht vertuschen ließ und mehr zum Lachen gut war, als um sich Sorgen zu machen. Aber am Ende eben doch irgendwie ein Problem. Vielleicht.

Adalis Worte aber hallten noch in seinem Kopf. Gemeinsam einsam … Es passte sehr gut, in gewisser Weise und bedeutete doch, dass er es gerade nicht richtig machte. Sie sollten nicht gemeinsam einsam sein, viel mehr wollte er, dass Adali Schritt für Schritt darauf zu verzichten lernte, einsam zu sein. Auf ihn traf es da schon eher zu. Er suchte gezielt Gesellschaft, aber mit seinem Tun und seinem Sein war er allein und würde es immer bleiben. Der Rüde hatte nichts, das genug gewesen wäre, es zu teilen und dann noch etwas zu sein. Er war wie ein Geist in gewisser Weise. Wenn er das Wenige, das er hatte, teilte, dann blieb nicht mehr viel von ihm übrig.

Aber glücklicherweise blieb ihm die Antwort darauf vorerst erspart, denn der Zufall und die Peinlichkeit schlugen zu und er hatte mit dem Morast zu kämpfen. Unwillkürlich versuchte er, die Sache so würdevoll wie möglich hinzunehmen. Fakt aber war leider, dass es absolut nichts Würdevolles hatte, aus lauter Unachtsamkeit in ein Matschloch zu treten und hinterher auszusehen wie ein halber Schokoladenwolf.
Doch immerhin konnte Adali darüber lachen und auch er musste nach einem theatralischen Seufzer schmunzeln.

Du meinst, ehe ich im Moor ertrinke”, bemerkte er amüsiert.

Gut, dass er bereits rot war (so jedenfalls stellte er sich das vor), denn sonst wäre er es bei Adalis Berührung geworden. Er freute sich über die Nähe und die Tatsache, dass die Fähe wieder lachen konnte, aber das alles war doch schon ein wenig peinlich. Dennoch war Merlin niemand, der sich groß darüber geärgert hätte.
Wenn man von diesem ärgerlichen, klebenden Gefühl an seiner Pfote absah, gab es auch gar keinen Grund um sich zu ärgern und er versuchte, nun den Faden nicht mehr ganz so stark aufzunehmen, um die Ernsthaftigkeit nicht wieder zurück zu holen.

Na ja, aufgetaut ist der Boden ja immerhin schon”, meinte er und warf Adali einen vielsagenden Blick zu.

Nicht nur der Boden war aufgetaut, auch die Fähe war dabei, Schritt für Schritt wieder offener und lebensfreudiger zu werden. Noch brauchte sie dazu eine Stütze, aber bald schon würde sie wieder ohne sein können und das war es ja, was Merlin beabsichtigt hatte.
Sie schlugen nun einen anderen Weg ein, der sich zwar kaum vom vorigen Unterschied, aber irgendwie brauchte der Kopf das Gefühl, etwas anders zu machen als beim letzten Mal, egal ob das nun der Fall war oder eben nicht.


02.12.2009 15:56




Thiréa Edijna

Thiréa folgte dem Verlauf des restlichen Gesprächs mehr oder weniger aufmerksam, ihre verquere Welt drängte sich zwischen die und die Realität und ließ ihren Blick vom Geschehen in die Ferne abschweifen... so viele farbenfrohe, neue Eindrücke. Sie konnte gar nicht so viel verarbeiten, wie sie entdeckte.
Sie realisierte zwar das Gesprochene, schien abr kaum noch teil daran zu nehmen, bis der schwarze Jungwolf ihr ein Nicken schenkte. Dankbar über jede freundliche Geste schloss sie kurz die Augen und schenkte ihm ein Lächeln. Kurz darauf kam Bewegung in die kleine Runde. Jeanne hatte sich zum Gehen gewandt und die beiden Neuankömmlinge zum Bleiben eingeladen - zumindest vorerst. Aber allein das war schon ein gutes Zeichen. Erneut in ihrem frohen Denken bestätigt erhob sich die mischfarbene Fähe um der Weißen zu folgen.
Auf dem Weg zum Rudel entwich ihr Blick allerdings immer wieder entzückt auf die Umgebung. Es schien fast, als mangelte es ihr an Konzentration... Doch eben diese schärfte sich, asls auch der kleinen Träumerin der Blutgeruch durch die Nase säuselte und an ihrer Wachsamkeit sog.

.oO( Blutgeruch muss doch nicht immer etwas Schlimmes sein, oder? Er könnte schließlich auch von einem Beutetier stammen.)

Es war doch immerwieder schön, wie leichtfertig man sich um die Realität herumdenken konnte, bis man rasant von ihr eingeholt wurde und sie einen am Nacken packte um einen kräftig durchzuschütteln um zum genaueren Hinsehen zu zwingen. Ihr Leben war gespcikt von solchen Erlebnissen und trotzdem versuchte sie allem etwas Gutes abzugewinnen, egal wie groß die Enttäuschung war. Und genau das zeichnete die Graubraune aus, ihr Mut zum nächsten Schritt, der Wille weiterzumachen und immer wieder aufzustehen, ganz egal wie oft und schmerzhaft man hinfiel.
Das Leben war zu kurz, um es mit tristen Gedanken zu verschwenden.


02.12.2009 16:50




Shanaro

Stumm stand Shanaro neben Jeanne und blickte die beiden fremden Fähen an. Vor allem die graue, die sich als Zwielicht vorgestellt hatte, wurde weiterhin mit hohem Misstrauen und Skepsis betrachtet, die er jedoch gekonnt hinter seinem glasklaren Blick versteckte. Mit scheinbar unerschöpflicher Geduld blickte er sie an und wartete auf eine Antwort auf seine soeben gestellte Frage. Der schwarze Rüde erwartete keineswegs, dass sie ihren wahren Namen nennen würde, sollte sie denn wirklich einen haben, dennoch, ein Versuch war es immerhin wert gewesen. Als Jeanne ihn sachte anstupste, wusste Shanaro, dass er es wieder geschafft hatte, etwas zu tun, was sie niemals getan hätte. Er blickte sie ein wenig schuldbewusst an, machte jedoch keine Anstalten, sich beim Zwielicht zu entschuldigen. Sein Blick wanderte zurück zum Gespräch.
Eine halbe Ewigkeit schien vergangen zu sein, bevor sie ihren Fang öffnete. Ein wissendes Grinsen zog sich über Shanaros Lefzen, als die Fremde wie erwartet eine Antwort auf seine Frage verweigerte und stattdessen nur den Grund nannte, weshalb sie ihren Namen nicht preisgeben konnte oder wollte. Nachdem ihre Worte verhallt waren, blickte der Jungwolf sie noch immer an, versuchte abzuschätzen, was sie dachte. Da er jedoch noch unerfahren im Umgang mit Persönlichkeiten wie diesen war, musste er sich mit seiner Vermutung zufrieden geben, dass sie nicht so vertrauenswürdig und freundlich war, wie sie schien. Shanaro konnte sich nicht erklären, wie sie zu diesem Verdacht kam, da jedes Wort, das ihrem Fang entwich so freundlich und einlandend klang. Und doch, sie schienen von einer unnatürlichen Art untermahlt zu sein, die merkwürdigerweise schwer zu beschreiben war. Bedacht, dass er nicht abermals ein unhöfliches Verhalten zeigte, wählte er seine Worte mit Sorgfalt, bevor er zu sprechen begann.

Ich schätze ich muss die Antwort so hinnehmen. Natürlich musst du deine Vergangenheit nicht verraten, ich war nur neugierig”

Meinte er und unterzeichnete seine Stimme mit einem welpischen Unterton, um seine vorangegangene Unfreundlichkeit wieder auszugleichen. Nun wirkte er wieder jung und unerfahren, sein Blick verwandelte sich in pure Neugier und sein Kopf neigte sich zur Seite, um seine Wissbegierde zu betonen. In seinen Gedanken allerdings empfand er Abneigung gegenüber dieser Fähe, die jedoch durch sein noch sehr welpenhaftes Aussehen und Verhalten vertuscht werden konnten. Dennoch erlaubte er sich einige Zweifel, die er in der Ruhe seiner Überlegungen auskosten konnte. Shanaro konnte sich kein Bild von dem Zwielicht machen, doch beschloss er, freundlich zu sein, so lange auch sie es war. Ein kurzes Nicken folgte, bevor er zu Jeanne aufblickte, als wollte er sich erkundigen, ob er auch alles richtig gemacht hatte.
Während die Jotafähe dann zu sprechen begann, bedachte der schwarze Jungwolf Thiréa mit einem langen Blick, der seine Verwunderung über ihr Schweigen zum Ausdruck brachte. Während des ganzen Gespräches hatte sie sich, so weit er sich erinnern konnte nur ein einziges Mal geäußert. Ihre Beschreibung, dass sie selber eine Träumerin war, passte in der Tat zu ihr. Dennoch, sie weckte keine Antipathie in ihm, da sie eine natürliche und freundliche Art mit sich führte. So weit Shanaro es in seinem jungen Alter beurteilen konnte, waren diese beiden fremden Fähen von sehr unterschiedlichem Charakter.
Jeanne, die ihn sachte anstieß und dann in Richtung des Rudels ging erweckte seine Aufmerksamkeit. Mit einem zärtlichen Winseln wandte er sich um und blieb dicht an der Seite der weißen Fähe. Verspielt rannte er einmal um sie herum, bis er rechts neben ihr tänzelte und seine Schnauze zu ihrem Ohr empor reckte. Er schnappte danach, als würde er spielen wollen und ließ ein leises welpisches Knurren erklingen. Zwischen diesen Lauten versteckt murmelte er, sodass es wirklich nur Jeanne hören konnte

Findest du, man kann diesem Zwielicht wirklich vertrauen?”

Er zog noch eine Weile an ihrem Ohr, ohne zu den beiden anderen Wölfen zurück zu blicken. Dieses Misstrauen war sehr unbegründet und dennoch, er merkte es und vielleicht tat er dies auch nur, weil er genug Verrat und Schande erlebt hatte und mit einem Gespür dafür herangewachsen war.
Schließlich ließ er von Jeanne ab und bedachte sie mit einem warmen Lächeln, welches nur sie zu sehen bekam. Er wusste, er konnte all seine Sorgen und Gedanken mit ihr teilen, und auch Vermutungen waren da keine Ausnahme.
Während sie weitergingen sog er den Blutgeruch ein und fragte sich, ob es wirklich der richtige Zeitpunkt war, einen Zuwachs an Mitgliedern für das Rudel mit zu bringen.


02.12.2009 17:50




Jeanne

Mit leichten Schritten bewegte sich die weiße Fähe vorwärts, aber nicht zu schnell, sodass die anderen ihr folgen konnten. Ihre Ohren drehten sich leicht zurück, um mögliche Schritte wahr zu nehmen. Wie erwartet folgte ihr Shanaro, aber auch in den zwei Fähen hatten ihre Worte wohl Interesse geweckt. Die erste, die die Worte an sie richtete, war die Fähe, die sich Zwielicht nannte. Mit einem warmen Lächeln wandte die Weiße den Kopf zurück, ihr dunkler Blick ruhte auf den Augen der Fähe. Ihre Freundlichkeit enttäuschen. Hmm.. einen Moment schmunzelte Jeanne, ehe sie zu einer Antwort ansetzte, ihre Worte mit einem leichten Kopfschütteln unterstützte.

Vielen Dank für deine Worte.. Zwielicht. Ich.. gebe mir Mühe, es nicht so weit kommen zu lassen.

Nun wandte sich ihr Blick wieder auf die zweite Fähe, die lieber zu schweigen schien. Sie wirkte fast abwesend, wie sie so die Landschaft betrachtete. Sie selbst erinnerte sich an die Zeit, als sie hier angekommen war. Es hatte Schnee gelegen, und trotzdem hatte DiQmKar sie verzaubert. Dann war der erste Frühling gekommen, und hatte sie schließlich völlig in seinen Bann gezogen.

Dieses Tal ist wunderschön, oder?

Thiréa wurde angelächelt, und auch Jeannes Blick schweifte ein Mal über die Umgebung. Selbst mit diesen ganzen matschigen Stellen verlor es nicht an Schönheit.
Im nächsten Moment sprang Shanaro um sie herum, gab spielerische Geräusche von sich und schnappte schließlich nach ihrem Ohr. Er war nun ein Jahr alt, ein wunderbarer Jungwolf. Und dennoch sah sie in ihm noch immer den kleinen Welpen, der Schutz und Wärme bei ihr suchte. Seine Worte ließen sie dann jedoch einen Moment stutzen. Ob man ihr vertrauen konnte? Sie seufzte leise, schleckte dem Schwarzen dann sachte durch das Gesicht, als er ihr Ohr los ließ und sich ihr lächelnd zuwandte. Sie wollte die Antwort so formulieren, dass es nicht so wirkte, als wenn sie über die Silberne reden wollte. So brauchte sie sich nicht verstellen, nicht die Stimme senken.

Du kannst dem misstrauen, bei dem du es für richtig hälst. Das muss jeder für sich entscheiden. Aber wenn du jedem Wolf misstraust, der dir ein wenig merkwürdig erscheint, gehst du daran irgendwann zu Grunde. Wir Wölfe brauchen Vertrauen, etwas, an das wir uns halten können. Aber du musst das für dich ganz allein entscheiden.”

Sie lächelte zur Seite und stubste den Schwarzen noch ein Mal an.


02.12.2009 20:17




Yago

Leikunas Zunge, die ziemlich plötzlich, ziemlich unerwartet und ziemlich nass in seinem Gesicht landete, ließ Yago zwar kurz zurückzucken, zauberte ihm aber dennoch ein Lachen auf die Lefzen. Wenn er so darüber nachdachte … hatte ihn noch nie jemand derart abgeschleckt. Abgesehen davon, dass es nass und glitschig war, fühlte es sich warm an, warm, liebevoll und lebendig. Erwidern konnte Yago diese Geste zwar nicht, aber er schnappte liebevoll – wenn man es so nennen will – nach Leikunas Schnauze und betrachtete sichtlich vergnügt den Tanz seiner Schülerin. Ihre Begeisterung war ansteckend, auch wenn Euphorie sonst nicht Yagos hervorstechende Charaktereigenschaft war. Jetzt kam er aus dem Lächeln nicht mehr heraus und fragte sich stumm im Hintergrund wie so etwas Einfaches und alltägliches wie Jagen nun plötzlich so schön sein konnte. Das Geheimnis der Freude würde für den Schwarzen wohl immer im Dunkeln bleiben, ein wenig genießen konnte er sie ja zum Glück trotzdem. Auf ihre Aufzählung hin nickte er nur lächelnd und fügte in Gedanken noch Andraki hinzu, die sich erstaunlicherweise nicht nur mit Leikuna, sondern auch mit Yago selbst angefreundet hatte. Die zimtfarbene Fähe mochte manchmal ein wenig seltsam sein und ihre Vorstellung vom Zusammenleben im Rudel mochten auch nicht immer denen des Schwarzen entsprechen, aber in jeder anderen Hinsicht war Andraki eine nette Gesprächspartnerin und eine der wenigen, die von Yago nicht nach den ersten Worten in die Schublade “dumm/zurückgeblieben/dämlich/” geschoben wurde – das war schon etwas Besonderes. Leikuna natürlich ebenfalls, auch jetzt wieder, wie sie sich an seine Schulter schmiegte, ihn von unten herauf anlächelte und sich rührselig bedankte.

Ich bin doch dein großer Bruder, wer sollte das tun, wenn nicht ich?

Wieder wurde die Weiße sachte angestupst, dann ging es schon los, zum Rudel zurück. Er freute sich auf die Gesichter der anderen, denn auch wenn es an sich nicht gerade besonders war, einen Hasen zu erbeuten, wussten Leikunas Freunde doch sehr genau, dass für die Weiße ein solcher Erfolg nicht alltäglich war. Wie sie ihn jetzt trug, so hoch es ging, auch wenn das nach einer Verrenkung für ihren Nacken aussah, erinnerte sie ihn wieder so sehr an einen Welpen … nur einen, vor dem Yago nicht zurückscheute.

Bestimmt. Du hast den größten Hasen im ganzen Tal erbeutet und das beim aller ersten Versuch.

Er scherzte, noch so etwas, das er hier gelernt hatte. Aber er war einfach fröhlich, freute sich auf das Rudel und Kiba – ja, er hatte stumm akzeptiert, dass es immer wieder besonders schön war, sie zu sehen – und stellte vergnügt fest, dass sie es schon bald erreichen müssten. Den süßen Geruch des Hasenblutes in der Nase, merkte er nicht, dass auch aus der Richtung des Rudels der Duft von Blut zu ihnen wehte.


03.12.2009 14:48

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
14.03.2010 20:47
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23.07.2005

Seite 3

Akara Chitaru

Akara gab sich Mühe, ihr Fallen zu kontrollieren. Es missfiel ihr, dass sie nicht gänzlich bestimmen konnte, wie sie auf Kiba landete. Es war ein Fehler gewesen, ein Augenblick der Unachtsamkeit. Etwas, dass nicht passieren durfte. Darüber nachzudenken brachte nichts, sie musste so schnell sie konnte dafür sorgen, dass dieser Fehltritt keine negativen Konsequenzen mit sich trug. Am Besten wäre es natürlich, wenn sie die Situation ausnutzen und zum Positiven für sich selbst wenden konnte.
Sie lag nun auf ihrer Leitwölfin, hatte den Fang geöffnet und versuchte im Buchteil einer Sekunde herauszufinden, was für sie nun die taktisch klügste Handlung wäre. Ihr Kopf wirbelte herum, die Lefzen hochgezogen und das Gesicht angespannt und ein bisschen verkrampft. Nie würde ein Biss ihr einen Laut entlocken. Nicht mal, wenn er tödlich sein sollte.
Einen kurzen Augenblick starrte sie Kiba an, ehe sie ihr Gewicht gegen das Ziehen des Fangs der Alpha schleuderte. Schmerz durchzuckte einige Momente durch ihren Körper und füllte ihr Bewusstsein aus, dann schloss sich ihr Fang um die Kehle der grauweißen Gegnerin. Mit einem tiefen Knurren und fester werdendem Biss, sah sie Kiba ab. Die Augen waren drohend zu kleinen Schlitzen verengt und es gab nur eine Möglichkeit für die Wölfin, Akara davon abzuhalten, den Fang weiter zu schließen.


Kiba Telay

Die Wunde, die ihr Akara zugefügt hatte, brannte höllisch. Und eigentlich hatte Kiba erwartet, dass der Schmerz noch größer werden würde, doch die Graubraune hatte sie losgelassen. Weiterhin mit einem Blick, der nichts durchließ, sah die Silbergraue ihrer Kontrahentin entgegen, immer noch die Zähne in ihrem Rückenfleisch vergraben. Doch dann stieß sie so hart gegen sie, dass ihr gar nichts anderes übrig blieb, als los zu lassen. Weitere Schmerzen durchzuckten sie, am Kiefer, sie merkte, wie sich die Fähe auf ihrem Körper drehte. Akaras Fang schnellte auf sie zu, Kiba versuchte im selben Moment zu zupacken, dann aber spürte sie Zähne an ihrer Kehle. Sie selbst war nur noch wenige Zentimeter von Akaras Hals entfernt, sie hätten sich gut und gerne jetzt gegenseitig umbringen können.
Die Silbergraue ließ ab und sah die andere Wölfin an. Sie hatte die Zähne gefletscht, aber kein Knurren drang aus ihrem Hals.

Und nun willst du mich töten, wie Erith Senedd getötet hat?

Ein verurteilender Ton klang aus ihrer Stimme. Sie hätte Akara niemals so eingeschätzt. Sie hätte niemals gedacht, dass Akara keinen Deut besser sein würde, als die mörderische Wölfin.




Akara Chitaru

Akara sah Kiba schweigend an, bereit, fester zuzupacken, wenn es sein musste. Ihre Güte reichte nicht aus, um ihr eigenes Leben in Gefahr zubringen, nur, um Rücksicht zu nehmen. Sie war eigentlich davon überzeugt, dass die Leitwölfin sie als Siegerin anerkennen würde. Es gehörte zu den normalen Regeln eines Rudels. Es gehörte zum Wolfsein. Die Worte, die Kiba an sie richteten, zeigten ihr jedoch, dass es diese Gesetze hier nicht gab. Hier war einfach nichts richtig. Eine Welt, für die sie nicht geschaffen war und sie hätte es wissen müssen.
Akara seufzte, ließ von der Alpha ab und machte einige Schritte zurück. Ihr Blick lag wie eine stille Drohung auf ihrer Gegnerin.

Das Leben kann sehr einfach sein, Kiba. Um zu überleben, muss man kämpfen, immer wieder aufs Neue. Wenn man verliert, gibt man auf und macht einen Neuanfang. Wenn man gewinnt, lebt man eine Weile als Sieger weiter. Du kannst für deinen falschen Stolz sinnlos sterben, oder du gehst. Vergiss nicht, dass du in einem fairen Kampf immer die Wahl hast.

Beinahe emotionslos schickte sie diese Botschaft an die ehemalige Leitwölfin und wenn überhaupt ein Gefühl in ihrer Stimme mitschwang, dann war es Enttäuschung. Stechend lagen ihre ungewöhnlichen blauen Augen auf Kiba, ehe sich ihr Körper wieder anspannte.

Ich habe viele Kämpfe bestritten und nie einen Wolf töten müssen. Ich habe keine Ahnung von euren Gesetzen und Regeln, ich verstehe euer Verhalten und eure Eigenarten nicht. Ich sehe nur, was geschieht, wenn man zu vertrauensselig ist. Es hat nicht funktioniert. Du magst einen schönen Gedanken für dein Rudel gehabt haben, aber du lebst mit deinen idealistischen Vorstellungen fern jeder Realität. Es wird immer Wölfe geben, denen du mit aller Freundlichkeit der Welt begegnen kannst, ohne dass sie die geringste Notiz davon nehmen. Und dann werden sie ihre eigene Art von Kampf leben. Kämpfe, ohne Sinn und Verstand, um des Blutes Willen, oder um zu töten.

Soweit sie sich erinnern konnte, hatte sie nie viele Worte mit Kiba gewechselt. Vielleicht hatte sie damit einen großen Fehler gemacht. Es waren Adali, Senedd, Korrianke, Leikuna, Andraki und Jeanne, die für sie dieses Rudel bildeten. In ihrer ewigen Loyalität war sie einem ungültigen Kodex gefolgt. Respekt und Treue waren in ihrer Persönlichkeit so tief verankert gewesen, dass alles stumm hingenommen hatte. Doch wohin führte es, wenn man nur Folge leistete?

Ich werde dich töten, wenn du dich entscheidest, dass es so geschehen soll. Ich bin keine Samariterin. Aber behaupte nicht, ich wäre blind auf dich losgegangen, getrieben von irgendeiner Form von Hass, Wut oder sinnloser Liebe zur Gewalt. Den Kampf werde ich gewinnen, du entscheidest wie.

Akara blickte die weißgraue Wölfin an und wartete. Sie versuchte zu vergessen, was sie je über die Regeln in einem Kampf gelernt hatte, denn hier würde noch nie jemand davon gehört haben. Also lauerte sie, in der Erwartung auf eine Reaktion.


05.12.2009 23:59




Kiba Telay

Die Silbergraue lag da und rührte sich nicht. Kiba hätte nicht einmal sagen können, worauf sie eigentlich wartete. Vielleicht auf den Tod. Sie wusste nur, dass sie in diesem Moment keine Angst verspürte. Nur ein trauriges, schmerzvolles Ziehen in ihrer Brust. Gleichermaßen verwunderte es sie aber auch nicht, als Akara schließlich losließ und zurück trat. Sie sah die Wölfin an, die sie grade eben, auf eigenes Zulassen hin, besiegt hatte.
Die ehemalige Leitwölfin lauschte den Worten der Neuen und fand in ihnen nichts, außer einer traurigen Botschaft. Für Akara war das Leben ein Kampf, den es immer wieder aufs Neue zu bestreiten galt. Immer wieder wiederholte sie das Wort “Kampf”. Aber das war nicht ihre Welt, es war nicht die Welt, die seit Jahrhunderten fester Bestandteil dieses Tals gewesen war. Aber in den letzten Jahren hatte sich viel verändert. Genau genommen alles. Vielleicht hatte sie Recht und was damals endlose Ewigkeiten funktioniert hatte, galt nun nicht mehr. Denn immerhin war sie als Letzte übrig geblieben, von dem was war.
Kiba Telay richtete sich langsam wieder auf, ruhig, aber etwas schwankend. Zu der angeschlagenen Vorderpfote war nun noch ein stark verletzter Schenkel hinzugekommen, was ihr das Stehen sehr erschwerte. Sie richtete die eisblauen Augen auf ihre Kontrahentin, klar und durchdringend, gleichermaßen aber auch irgendwie traurig.

Es war nicht mein Gedanke. Ich führte mein Rudel nach dem Gesetz und nach den Regeln meines Vaters. So, wie er seinem Vater gefolgt war. Und dem davor. Ich führte es nach dem Gesetzt dieses Tals, ich muss dir also wiedersprechen, wenn du glaubst, dass es nicht funktioniert hat. Sonst hätte es nicht Hunderte von Wolfsleben überdauert. Aber das du davon nichts verstehst, weiß ich. Jetzt deutlicher, als zuvor. Wenn nun die Zeit für ein neues Gesetz sein soll, dann muss ich mich dem fügen. Ich habe verloren. Ich weiß auch, dass ich einen Fehler begangen habe. So, wie ihn jeder hier begangen hat.

Die große Wölfin hatte nicht einmal den Blick von Akaras Augen gewandt. Erst jetzt drehte sie sich langsam weg, den Kopf Richtung Wald gerichtet. Sie wusste, dass im Hintergrund ein Teil des Rudels harrte, sie witterte Ares, Andraki, Feru. Sowie Erith und den verstorbenen Senedd. Aber sie warf keinen einzigen Blick zu ihnen. Kiba hätte niemals ausdrücken können, wie Leid ihr das Ganze tat. Es würde sowieso nichts ändern, also versuchte sie es erst gar nicht.

Früher gab es hier keine fremden Wölfe ... wahrscheinlich wurde mir das zum Verhängnis. Ich werde gehen, ich habe hier nichts mehr verloren. Ich bin nicht wie du, wäre ich es, hätte ich eben dafür gesorgt, dass wir beide diesen Kampf nicht überleben. Nur eines noch, Akara:
Das Leben ist kein Krieg, den man gewinnen muss. Du würdest vor lauter Feinden am Ende nur dich selbst bekämpfen.


Aus den Augenwinkeln sah sie zu der Graubraunen zurück. Vielleicht würde sie die Bedeutung ihrer letzten Worte nie verstehen, genau so, wie sie die Lebensweise eines Rudels, dass ohne Kampf und Macht, in Frieden leben wollte, nicht verstehen würde. Jeder, der behauptete für den Frieden zu kämpfen, war ein Heuchler, da man diese zwei Begriffe niemals miteinander vereinbaren konnte. Aber diese Lebensweise, schien nun gestürzt zu sein. So wie sie.
Kiba verließ den Platz, an dem Akara sie gestürzt hatte und verschwand wieder im Wald. Ihre Schritte waren schleppend und schwer, trotzdem versuchte sie zügig zu sein. Sie glaubte nicht, dass Akara sie noch einmal hinterhältig angreifen würde, aber mit dem pochendem Schmerz in ihrer Brust breitete sich der immer stärker werdende Drang in ihr aus, schnell alles hinter sich zu lassen. Akara, Erith, den toten Senedd, ihr Rudel, ihre Freunde ... ihre Söhne. Oh Gott, ihre Kinder. Sie hatte sie alle verraten und im Stich gelassen. Kibas Kopf, der bis eben noch hoch erhoben gewesen war, sank tief zwischen die Schultern. Weder die Wunde an ihrem Schenkel, noch die am Hals, oder an der Schulter schienen von Bedeutung zu sein, obwohl sie schmerzten. Doch noch viel schmerzhafter war diese Erkenntnis. Und jetzt ließ sie alles ohne ein Wort hinter sich, weil ihr nichts anderes übrig blieb. Sie musste fort, denn sie wollte niemals die Enttäuschung in den Augen ihrer verbliebenen Jungen sehen. Die Silbergraue machte sich nicht einmal Gedanken darüber, wo sie nun hinwollte. In ihrem Kopf war kein Platz dafür, es schien so nichtig. Wie alles. Alles, wofür sie gelebt hatte, hatte sie nun verloren. Und es war ihr eigenes Verschulden. Dieses Wissen, wog schwerer, als die Wassermassen, die tonnenschwer auf den Grund des großen Sees drückten. Was würde ihr Vater wohl sagen? Sah er vom Himmel herab und schüttelte mit der selben Enttäuschung im Blick den Kopf?
Während sie darüber nachdachte und das Gefühl hatte immer kleiner zu werden, kamen ihr auch wieder die alten Geschichten und Legenden in den Sinn. Kiba wusste, dass sie das Tal nicht verlassen konnte. Sie würde sich irgendwo an seinen Rand zurückziehen müssen, um dort bis zum letzten Tag bleiben. Der Gedanke machte ihr gleichermaßen Angst. Angst, um ihr Rudel. Aber sie hatte ihre Chance vertan.
Die Gedanken in ihrem Kopf, schienen das Einzige zu sein, dass noch aktiv war. Den bohrenden Schmerz hatte sie ausgeblendet, den in ihrer Brust ebenso, wie den physischen.
Sie kam nicht sehr schnell voran, hatte aber doch schon eine gewisse Distanz zwischen sich und die Wölfe gebracht, da hörte sie links von sich leise Stimmen. Den Kopf wieder hebend suchte Kiba nach der Ursache jener Stimmen und sah zwischen Sträuchern, Bäumen und Blättern ungenau zwei Wölfe gehen. Dennoch erkannte sie sie sofort und es versetzte ihr einen weiteren, schweren Hieb in die Magengrube. Yago und Leikuna. Die Silbergraue spürte, wie sich ein dicker Kloß in ihrem Hals festsetzte, aber doch war es ihr unmöglich zu weinen. Auch die Zwei würde sie jetzt zurück lassen.

.oO( Leb wohl, kleine Leikuna. Leb wohl ... Yago. )

Sie schluckte, richtete den Blick starr wieder nach vorne und beschleunigte ihre schleppenden Schritte.


08.12.2009 22:22




Akara Chitaru

Akara schüttelte den Kopf über die letzten Worte, die Kiba an sie richtete. In all der Zeit, in der sie kaum ein Wort gebraucht hatte, um sich auszudrücken, schien sie verlernt zu haben, einem anderen Wolf etwas zu erklären. Mochte aber auch sein, dass die ehemalige Leitwölfin gar nicht verstehen wollte. Ob es eine Rolle spielte? Eigentlich nicht.

Kampf und Krieg sind nicht nur Worte, die du für physischen Kontakt gebrauchen kannst, Kiba. Kämpfen kannst du auch gegen die Schatten der Vergangenheit, oder deine eigenen Schwächen. Und wie in jedem Kampf kannst du eine Niederlage erleben, oder den Sieg davon tragen. Mir wurde das Kämpfen nicht gelehrt, um Krieg zu führen, sondern um mich und mein Rudel verteidigen zu können.

Mehr der Worte bedurfte es nicht. Akara wandte sich im selben Augenblick um, als Kiba sich zum gehen umdrehte. Es gab nichts mehr, was sie sich sagen mussten und doch so viel zu tun. Mit schneller werdenden Schritten machte sich die Graubraune auf den Weg zurück zu der Mörderin, die all das hier herauf beschworen hatte. Beim Laufen spürte sie ein unangenehmes Ziehen auf ihrem Rücken, doch darum konnte sie sich noch nicht kümmern.
Als sie zu Andraki, Ares, Feru und Erith zurückkehrte, hatte sich ihre komplette Haltung geändert. Sie wirkte ruhig, erhaben. Es bestand kein Zweifel daran, dass sie sich den Rang der Alpha genommen hatte, in dem sie den Sieg davon trug. Für sie gab es im Augenblick nur die Enttäuschung über den toten Senedd’s, ansonsten war sie zu frieden. Sie hatte sich mit einer fairen Wölfin gemessen und gewonnen. Es gab keinen Grund, Kiba zu misstrauen. Sie würde keine Gefahr für das Rudel darstellen und tun, was Leitwölfe tun mussten, wenn sie besiegt wurden. In diesem Moment hatte Akara schon wieder vergessen, dass hier nicht immer die gleichen Regeln galten, was nicht wirklich eine Rolle spielte.

Wer das Leben eines Rudelmitglieds raubt, soll das gleiche Schicksal erleiden müssen.

Ihre Schritte waren langsamer geworden und nun stand sie direkt vor den drei Wölfen, nickte zweien davon zu und trat schließlich vor ihre Feindin. Sie war sicher die Fähe wusste zu gut, dass keine von Kibas Schlag mehr vor ihr stand. Akara war bereit, ihren Pflichten als Alpha des Rudels nachzugehen und sprang mit kräftigen Sätzen auf die Mörderin zu. Und eben diesen Moment nutzte diese, um davon zu eilen. So schnell ihre Pfoten sie trugen, rannte Erith davon.
Akara tauschte zwei Blicke mit den drei anwesenden Wölfen aus und eilte ihr nach. Sie wusste nicht, ob die drei so schnell und ohne jegliche Erklärung bereit waren, einem Alphabefehl zu folgen, doch sie hoffte, dass sie zumindest um des Rudels Willen helfen würden.
So schnell sie konnte jagte sie hinter der fliehenden Mörderin her.


08.12.2009 22:27




Andraki

Andraki ertappte sich dabei, wie ihr Blick ständig zwischen der Mörderin und dem Kampf Kibas und Akaras hin und her flog. Sie wollte den Kampf beobachten, konnte andererseits jedoch nicht riskieren, dass Erith durch eine Unachtsamkeit ihrer Wächter zu fliehen versuchte. Also schwirrten ihre Augen beständig zwischen diesen beiden wichtigen Begebenheiten vor und zurück. Husch-husch. Kiba und Akara verbisen sich ineinander. Husch-husch. Die beiden Kontrahenten gingen zu Boden. Husch-husch. Die Gegnerinnen erstarrten, beide Fänge so dicht am Hals des jeweils anderen, dass Andraki von ihrer Position aus nicht zu sagen wusste, wer wen gepackt hielt. Dann lösten sich die beiden voneinander, und Worte schienen gewechselt zu werden. Selbst aus dieser Entfernung wurde Akaras domiante Haltung deutlich, wenn auch Kiba nicht wirklich nachgiebig erschien. Doch dann wandte die Alpha sich ab - und war nun nicht mehr Alpha. Andraki konnte fast schon körperlich spüren, wie sie von einem Augenblick zum anderen aufhörte in Kiba ihre Alpha zu sehen. Dafür legte sich dieses Denken nun über Akaras Anblick, die nun zu ihnen zurück schritt. Nocheinmal warf die Zimtfarbene einen Blick zu Kiba, die gerade zwischen den Bäumen verschwand, dann wandte sie ihre Augen bewusst ab und richtete ihre Aufmerksamkeit auf Akara. Sie verspürte keine Trauer ob Kibas Sturzes, nur ein ganz allgemeines Bedauern für sie. Es musste hart sein, nach Jahren als Alpha plötzlich allein dazustehen. Andraki ahnte, wie sie sich fühlen musste - zwar war sie nie Alpha gewesen, doch hatte auch sie ein Rudel verloren. Und dennoch hielt sich ihr Mitleid in Grenzen. Alphas wechselten, das war der Lauf der Dinge. Das Rudel jedoch blieb bestehen, und das war wichtiger. Wenn der Alpha zum Wohle des Rudels wechselte, dann war es gut so.
Akara erreichte die drei Wächter und die eingekreiste Mörderin. Andraki suchte den Blick ihrer Freundin, um dann demonstartiv die Augen niederzuschlagen und den Kopf zu senken und sich somit ihrer neuen Alpha zu unterwerfen. So einiges würde jetzt anders werden - so einiges würde jetzt mehr wie in ihrem Geburtsrudel werden! Ihr Herz begann vor Aufregung schneller zu schlagen. Mehr Struktur, mehr Ordnung, bestimmt. Ränge, die man sich erarbeiten konnte - die SIE sich jetzt erarbeiten konnte, weil sie sich würde beweisen können. Denn Akara würde auf soetwas achten, bestimmt.

'Und wer weiß.. vielleicht wird Yago dann ja frei für mi-'

Der Gedanke kam so plötzlich und unvermittelt, dass sie ihn erschrocken abbrach. Kurz lief eine heiße Welle durch ihr Innerstes, aber sogleich rief Andraki sich zur Ordnung. Es war viel zu früh für derartige Spekulationen, ersteinmal war abzuwarten, was genau Akara alles ändern würde. Besser, sie machte sich nicht zuviel Hoffnung, sagte sie sich selbst. Und wusste doch, dass es schon zu spät war. Die Hoffnugn war schon da.
Akaras Stimme ließ sie aufsehen und zu Erith blicken. Das Urteil war schnell gesprochen, und für Andraki war es hart, aber gerecht. Doch als Akara es vollstrecken wollte, wandte die Mörderin sich plötzlich um und brach durch ihre Reihen. Andraki fluchte innerlich, ihr Blick huschte zu der Alpha und fing ihren Blick auf. Ihre Pfoten reagierten wie von selbst auf den stummen Befehl und ließen sie ebenfalls hinter der Fliehenden herjagen. Euphorie flutete ihr Denken, das war schon viel mehr noch ihren Geschmack! Befehl erhalten, Befehl ausführen und sich verdient machen! Umso schöner, wenn kaum ein Wort dafür nötig war!
Die Zimtfarbene setzte zu einem Sprint an, um den Vorsprung Eriths zu verringern. es gelang ihr an Akara vorbeizuziehen und zu der Fliehenden aufzuholen. Sie schob sich seitlich an sie heran und versuchte nach den Hinterläufen Eriths zu schnappen, die daraufhin einen scharfen Haken in die andere Richtung schlug...


09.12.2009 10:04




El‘ Sombo de Feru

Damit war also die neue Ära eingeleitet. Kiba war geschlagen und damit musste sie ihren Posten räumen, wollte sie nicht den sicheren Tod erleiden. Es war der Lauf der Dinge; natürlich und absolut kein Grund sentimental ob des gefallenen Königs zu werden, egal wie gut oder schlecht er sein Rudel geleitet hatte. Aber dennoch, tief in Sombo machte sich ein Gefühl der Trauer breit. Ein bitterer und unnachgiebiger Schmerz hämmerte in seinem Herzen, als sein Blick noch lange an der braunen Rinde der Bäume haften blieb, als die Silbergraue schon längst nicht mehr zu sehen war. Er konnte erahnen, wie grauenvoll, leer und einsam sie sich fühlen musste. Auch ihn selbst ereilte dieses brennende Nichts den Schwarzen in einsamer Nacht, wenn die Erinnerungen zu pochen anfingen. Wie eitrige Wunden brachen sie immer wieder hervor und begruben ihn unter der Last, sodass es ihm manches Mal so erschien, als würde er den nächsten Morgen nicht mehr erleben. Immer in der Gewissheit, dass die Sonne erbarmungslos auch am nächsten Tag hinter dem Horizont auftauchen würde und Licht ins Dunkel brachte. Nur seine Seele erhellen, das konnte sie nicht.

Sombo stand immer noch übermächtig vor der Mörderin und fletschte die Zähne. Er befand sich wie in einer verwaschenen Zone zwischen bedingungsloser Aufmerksamkeit und einem Spaziergang mit sich selbst auf den inneren Pfaden, die seine Person ausmachten. Das Nackenfell gesträubt, die buschige Rute starr nach oben gerichtet und die Ohren zu dem sicheren Opfer geneigt, verlies ein mächtiges, tiefes Grohlen seine Kehle und ein dumpfes, bedrohliches Aufeinanderklappen seiner Reiszähne war zu vernehmen. Aber würde er sie töten? Hatte er jemals einen anderen Wolf getötet? Es entsprach nicht seiner Natur und schon gar nicht seinen Moralvorstellungen. Verhandlungen, Auseinandersetzungen, Verbannung - Das waren Entschlüsse, die er einst selbst als Alpha gefällt hatte, aber niemals sind durch seine Zähne andere Mitglieder, oder Fremde gestorben. Er war kein Mörder und, dass hätte ihn dereinst beinahe selbst das Leben gekostet.

Nur schemenhaft blickte der Schwarze in die blau-grünen Augen von Akara. Sie würde also die neue Alpha sein. Ob sie wusste, was auf sie zukam? Ob sie die Verantwortung tragen konnte? Gerecht, gütig und aufopferungsvoll dazu in der Lage war, über ihre eigenen Interessen hinaus alle Mitglieder zu Harmonie und Frieden zu verhelfen? Einen Kampf herauszufordern und zu gewinnen, war eine Sache, aber nun würde die wirkliche Arbeit auf sie warten. Nun würde sich zeigen, ob sie auch mental die Rudelführung übernehmen konnte.
Die erste Amtshandlung, die Akara vollbrachte, war der stumme Befehl, den sie den drei Wächtern zukommen lies. Ein Augenkontakt, dann rannte sie der Mörderin hinterher und mit ihr Andraki, die keine Fragen stellte und ihr jetzt schon treu ergeben zu sein schien. Aber Sombo war kein Wolf unüberlegter und zumal völlig übereilter Reaktionen. Und er tötete nicht! Ginge es nach ihm, dann hätte er die Wölfin ganz anders leiden lassen, sie anders verurteilt. Tiefer, verletzender, grausamer, als durch den Fang des Todes. Also blieb er stehen und seine Augen fixierten die immer kleiner werdenden Punkte, bis sie im Dickicht gänzlich verschwanden. Sicherlich würde bald die Kunde sie alle ereilen, dass Erith nicht mehr unter ihnen weilte und dieses Rudel hätte einen Mord zu verzeichnen und weil keiner zur Besserung, oder Einsicht ermahnt hatte, waren sie alle mitschuldig. Aber das weitaus schlimmste war, dass sie zwar eine Mörderin verurteilten und ihnen das Schicksal des Todes anhafteten, aber ebenso eine Mörderin als Alpha akzeptierten. Wer gab jemanden das Recht, Mord einmal als gut und einmal als böse zu deklarieren?

oO(Wo das wohl hinführen mag?)Oo,

fragte sich Sombo stumm und richtete seinen Blick zu Boden, den Geruch des Blutes und das Summen der tausenden Fliegen, die sich an dem Wolfskadaver zu schaffen machten, ignorierend. Er hatte sich dazu entschieden, die anderen aufzusuchen, um ihnen zu berichten, was geschehen war. Sie alle mussten informiert und zusammen gerufen werden, daran hatte Akara wohl in ihrem Rausch und in ihrer Wut nicht gedacht.
Ohne ein weiteres Wort verlauten zu lassen, was er vorhatte, gar warum er sich widersetzte und dem Befehl nicht nach kam, drehte er sich um und trottete langsam den Weg entlang, der den Schauplatz für den Kampf der beiden Kontrahäntinen dargestellt hatte. Ares würde selbst entscheiden können, was er zu tun pflegte und zur Zeit war ohnehin ein Umbruch in Gange. Eine kurze Phase, der Anarchie, die jenachdem wie gut es Akara verstand, sich durchzusetzen, länger oder kürzer andauern würde.


09.12.2009 19:09




Leikuna

Leikuna war zufrieden. Hasenblut zierte ihre weiße Schnauze, lief an ihr herab und geronn nur langsam in ihrem Fell. Ihr großer Bruder war, seit sie ins Tal zurück gekehrt waren, sehr viel fröhlicher - zumindest war sie sich sicher, dass er sich in diser Eigenschaft sehr gesteigert hatte. Einem anderen Wolf wäre dieser Wandel kaum aufgefallen - für einen Fremden lag Yago sicherlich noch unter der Frostgrenze. Tänzelnd bewegte sie sich vorwärts - dass brauchte zwar etwas länger, verlieh ihrer guten Laune aber erst den richtigen Ausdruck.
Hüpfend und springend bewegte sie sich voran, den Kopf jederzeit hoch erhoben, die Augen hielten Ausschau nach Bewegung. Immerhin wollte sie bei nächster Gelegenheit jemandem ihren Fang zeigen!
Und tatsächlich, da drüben lief - humpelte - Kiba entlang - blutverschmiert, langsam und mühsam. Jegliche Eleganz hatte die Graue abgelegt, und Leikuna glaubte zu träumen. Wie konnte dass sein? Kiba lief schwerverletzt fort, das Rudel im Rücken? Mit einem trostlosen Plumpsen fiel der Hase zu Boden, bevor Leikuna zum neuerlichen Sprint ansetzte, über Moos und Äste hinweg, bis sie vor Kiba stand, die Augen vor Entsetzen geweitet.

"...was...?"

Mehr brachte sie nicht heraus, und mehr instinktiv denn überlegt begann sie, Schulterwunde sauberzulecken - an jene am Hals wagte sie sich schlichtweg nicht heran. Hilfesuchend warf sie einen Blick hinter sich, wo sie wie selbstverständlich Yago erwartete. Für sie war das immernoch unreal, was hätte denn in der kurzen Zeit passiert sein müssen, um solch eine Kiba zu hinterlassen?! War sie nicht vielleicht doch nur ein Geist, ein Abbild einer Vorfahrin der Alpa? Unmöglich - das Blut schmeckte zu echt auf ihrer Zunge, die blauen Augen waren zu vertraut. Und doch konnte, wollte sie nicht glauben was sie sah. Wie konnte dass wahr sein?


10.12.2009 15:14




Kiba Telay

Es dauerte keine paar Sekunden, es schien, als hätte sie grade ihre leise Verabschiedung zuende gedacht, da stand auch schon eine völlig entsetzte, hilflose Leikuna bei ihr. Kiba blieb stehen und wünschte sich, sie hätte früh genug gewittert, dass sie auf Yago und die Weiße zulief, um einen Bogen zu laufen, der groß genug gewesen wäre. Jetzt war es zu spät, auch ihr großer, schwarzer Freund brach durch das Gebüsch und stand sofort neben ihr. Die Silbergraue biss sich auf die Lefzen und schmeckte dabei nur das Blut Akaras. Die Sorge und Hilfsbereitschaft rührte sie, aber sie war nicht mehr länger ihre Leitwölfin. Sie war jetzt die Ausgestoßene unter ihnen. Und das war ihr eigenes Laster. Vor allem Leikuna wollte sie nicht mit hineinziehen. Sie brauchte ein Rudel, dass sie beschützte. Und scheinbar konnte man ihr diesen Schutz unter ihrer Leitung nicht geben. Wenn sie Senedd und Leikuna verglich, hätte auch die liebenswürdige, unschuldige Weiße Erith zum Opfer fallen können. Es wäre ihr nicht gelungen, das zu verhindern.
Kiba spürte Yagos Kopf über sich, wachend und schützend. Er hätte es vielleicht geschafft. Die graue Wölfin schloss die Augen und ließ die Ohren hängen. Es tat weh.

Erith hat den kleinen Senedd getötet ... Ich habe in meiner Rolle als Alpha versagt. Akara wird fortan eure neue Leitwölfin sein, sie hat mich in einem Kampf besiegt.”

Die Worte lagen schwer auf ihrer Zunge und vor allem das “Versagen” schnitt sich tief in ihr Herz. Kiba lehnte sich nicht an Yago, obwohl er sich wie damals als Stütze anbot. Aber das konnte sie jetzt nicht mehr annehmen, auch wenn sie es nur zu gerne getan hätte. Und es würde alles nur noch schwerer machen.

Geht zurück zum Rudel ... dort wird man euch jetzt brauchen. Ich muss mich leider von euch verabschieden, ich kann nicht mehr hier bleiben. Gebt ... gebt ein wenig auf meine Söhne Acht und sagt ihnen, dass ich sie liebe.”

Kiba sah die beiden nicht an, sondern blickte starr auf den Weg vor sich. Auch jetzt noch musste sie stark bleiben. Von nun an war sie ganz und gar auf sich allein gestellt. Sie hatte nicht mehr das Recht irgendwelche Hilfe in Anspruch zu nehmen und wäre sich auch mehr als schlecht dabei vorgekommen. Die Silbergraue wünschte einfach, dass sie beide stumm akzeptieren würden, das wäre das Beste. Sie setzte eine Pfote nach vorne, zum Gehen bereit. Noch konnte sie halten, was sich über ihr zusammenbraute und drohte ein zu stürzen.

Es tut mir Leid ...”


11.12.2009 18:39




Adali

Ein leichtes Glimmen in den Augen, ein Zucken um die Lefzen kehrte zu der schwarzen Fähe wieder zurück. Es war nur spärlich, aber immerhin ein Anfang, wenn auch ein unbewusster und sehr seltsamer. Dennoch ein bedeutender Schritt in eine Richtung. Dennoch: das Lachen, das Funkeln in den Bernsteinen war noch längst nicht zurück, das Feuer erwärmte noch lange nicht ihre leere Seele, die einsam wie der Tod selber auf den Tag wartete.
Locker drehten sich die Ohren der Wölfin hin und her, während die Augen überlegend den Waldboden absuchten, um nach Möglichkeit im Vorfeld weitere Schlammlöcher und die damit verbundenen Matschbäder zu umgehen.
Der theatralische Seufzer ließ Adali wieder aufblicken, das leichte Schmunzeln kehrte zurück.

Kannst du schwimmen?”, gab sie auf seine Anmerkung zurück und deutete ein leichtes Zwinkern an.

Manch einer lernte in den Problemen und Tränen zu schwimmen, ein solches Sprichwort hatte sie schon ein Mal gehört, und ein anderer bevorzugte doch den Morast. Die Ironie des Zufalls.
Mit einem Seitenblick bemerkte sie nun auch eine leichte Farbabweichung in dem Gesicht des Grauen, hob überrascht die Augenbrauen. Ein heißes Gefühl wie Regen tropfte von ihrem Rücken über die Schultern und sickerte fast wie die Tropfen zu Boden – zumindest wünschte sie sich das, denn auf eine unerklärliche Art war es ihr peinlich.
Beschämt senkte sie die Lider, wollte sie Merlin doch nicht zu nahe treten und hatte es unbewusst wohl doch getan.

Tjah...”, stammelte sie, nicht wissend, was sie nun sagen sollte. Dinge wie: ‚Es kann nicht immer nur Winter sein’ erschienen ihr unpassend, auch wenn sie den unterschwelligen Ton in seinen Worten gehört und zwischen den Zeilen die versteckte Botschaft lesen konnte.

Nun...”, setzte sie ein zweites Mal an, doch ihre Gedanken kreisten zu schnell, als dass sie einen vernünftigen Gedanken fassen konnte. Daher war die schlammige Pfote das Einzige, was ihr einfiel und ihr aus dieser Situation helfen konnte. “Vielleicht sollten wir zum See gehen? Es wird zwar nicht viel bringen, immerhin ist es fast überall gleich schlammig, aber ich mag dein graues Fell und fände es schade, würde es unter einer schlammbraunen Kruste versteckt werden. Was meinst du?

Unsicher zuckte die Rutenspitze der Wölfin hin und her. Gut, diese Argumente holperten und waren auch nicht das Gelbe vom Ei, aber immer noch besser als nichts oder nur irgendeinen Blödsinn vor sich hin zu stammeln oder gar vor Scham doch noch zu versinken, war es alle male.


15.12.2009 17:33




Leikuna

Unbeirrt leckte die Weiße die Schulterwunde Kibas sauber, mit bebenden Glidern und vorsichtig, da sie fürchtete die Wunde mit zu groben Bewegungen noch zu vergrößern. Yago kam, und hilflos nahm sie seinen Blick auf, war doch zu irritiert um irgendetwas daraus zu entnehmen, irgendweine Regung zu erkennen. Ihr Blick fand zu Kiba zurück - ja, das war ganz sicher sie, kein Trugbild, kein Traum und kein Gespenst. Warum bloß nicht?
Die Worte der Grauen weckten die Weiße aus ihrer innerlichen Starre - und ließen vertraute, noch nie gesehene Bilder vor Leikunas Augen tanzen - Blutbesprenkeltes weißes Fell, das stumme Schreien einer zusammenbrechenden Fähe, der nachgebende Körper unter der Wucht eines Angriffs... So schnell sie kamen waren sie auch wieder fort, und hinterliessen einen bitteren Geschmack auf ihrer Zunge, die nach wie vor über die blutige Wunde glitt.
Eine verwirrte Leikuna drehte die Ohren zurück, stellte sich Kiba nun schräg gegenüber, die Schnauze unwillig verzogen.

"Aber wir können dich doch nicht so alleine lassen! So ist es doch nur eine Frage er Zeit bis du Senedd folgst!"

Denn so wie Kiba aussah, konnte sie nichtmal mehr einen Maulwurf erlegen, der ihr vor die Pfoten gekrabbelt kam. Die gelben Augen huschten unsicher zu Yago herüber, sie konnte sich nicht damit abfinden - andererseits hatte sie nichts zu sagen. Und Akara hin oder her, ordnete sie Kiba doch rein nach Gewohnheit doch nach wie vor über sich selbst ein. Wobei ihre Verwundung ihren Status natürlich aus rein instinktiver Sicht schon schwächte - wie dem auch sei.
Kiba setzte die Pfote vor, machte Anstalten zu gehen. Wieder irrte Leikunas Blick zu Yago herüber, bevor sie den Kopf ein wenig sinken lies, Kiba von unten her ansah.

"Willst du das wirklich?"

Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, von ihrer Fassungslosigkeit jeder Kraft beraubt. Wie sollte diese Wölfin alleine überleben, und wie sollte sie jemals guten Gewissens von ihr als Freundin sprechen können, wenn sie sie nun so sterben lies? Das konnte sie nicht, das war klar. Und wieder fand ihr Blick zu Yago, einer Entscheidung harrend, die sie weder fällen wollte noch konnte.


17.12.2009 18:36




Thiréa Edijna

Erneut wurde die Graue aus ihren Gedanken gerissen. Jeanne richtete kurz das Wort an sie. Thiréa ließ den Blick noch kurz träumerisch über die Landschaft schweifen, als bräuchte sie eine Bestätigung für die bereits vorhandene Antwort.

"Ja, es ist wirklich wunderschön. Es sind nur unglaublich viele Eindrücke auf einmal. Viel zu viele um sie alle auf einmal wahrnehmen und verarbeiten zu können."

Ein sanftmütiges Lächeln strich durch das warmherzige Gesicht der Fähe.
Ihr Blick ruhte auf dem herumtollenden Shanaro. Am liebsten wäre sie auch herumgesprungen, doch sie riss sich wohlwollend zusammen. Nicht immer war ihre jungspündische Art ansprechend.
Die kleine Frohnatur hatte den Gedanken an das Blut und den Geruch schon wieder vergessen und verdrängt. Ihr hingen ganz andere Düfte in der Nase, die wesentlich verlockender waren und ihre Neugier erregten.
Sie wollte ihren Pfoten befehlen stehen zu bleiben, damit sie sich in Ruhe umschauen konnte, doch ihre Beine ruhten nicht. Sie liefen herrscherlos weiter hinter der Weißen her. Thiréa hätte fast wieder vergessen, warum sie überhaupt hinter ihr herlief... langsam aber sicher sollte sie sich wohl Gedanken um die Priorität verschiedener Momente machen.

.oO( Warum muss auch alles so reizvoll und anziehend sein?..)


27.12.2009 20:26




Shanaro

Mit tänzelnden Schritten lief Shanaro neben Jeanne her, während er geduldig darauf wartete, dass ihre Aufmerksamkeit wieder ihm gehörte. Hin und wieder konnte er den lungernden Neid in seinem Körper spüren, wenn die weiße Fähe von anderen Wölfen beansprucht wurde. Das übertriebene Begehren nach Liebe und Aufmerksamkeit sprachen jedoch nicht für Defizite des jungen Rüden, sondern zeigten indirekt, dass ihm jegliche Art der Zuneigung in seiner Vergangenheit gefehlt hatte. Nun lebte Shanaro zwar schon eine ganze Weile bei dem Rudel, allerdings verschrieb ihm sein Instinkt, jeden Zuspruch zu schätzen. Und wie es für ein junges Tier so üblich ist, kommt zu dem noch der jugendliche Egoismus. Einem jungen Wolf wie ihm konnte man so etwas verzeihen, doch wenn er älter wurde, sollte es nicht so bleiben. Aus diesem Grunde zeigte Shanaro, bewusst oder unbewusst, diese Seiten nicht. Lediglich sein kühler Blick und seine Ignoranz dem Zwielicht gegenüber spiegelten diese Schwäche wieder. Allerdings würde nur ein geübtes Auge diese Mimik deuten können und für Wildfremde, die ihn das erste Mal sahen war es wohl schwer.
Doch dieses Mal wollte der Schwarze sich nicht in das Gespräch einmischen, Jeanne würde es sicher geregelt bekommen. Stattdessen warf er erneut einen Blick auf Thiréa, die nicht die Neigung zum Sprechen zeigte. Sie studierte die Landschaft, genauso wie Shanaro die beiden fremden Fähen studierte. Und doch lag etwas Sympathisches in ihrer Erscheinung, was genau es war, konnte der Jungrüde nicht sagen.
Nachdem Jeanne sich den beiden Fremden ausreichend angenommen hatte, wanderte ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn. Seine Rute begann leicht zu pendeln, während er weiter neben ihr hertänzelte. Zu seiner Verwunderung sprach sie ihre Antwort jedoch so aus, dass es für alle vernehmbar war. Verwirrt blickte er die Weiße aus seinen forschenden Augen an und hoffte, dass das Zwielicht in dieser recht neutral gehaltenen Antwort nicht doch etwas Angreifendes entdeckte. Mit schief gelegtem Kopf dachte der Schwarze über diese Worte nach. Hatte die Jotafähe Recht? War er vielleicht doch einfach zu misstrauisch? Nach einem kurzen Kampf mit seinen eigenen Gedanken kam er auf den Schluss, dass er erst einmal abwarten wollte. Er glaubte nicht daran, dass sein Einschätzungsvermögen von anderen Wölfen ihn betrügen würde, doch wohlmöglich fehlte ihm auch nur die Erfahrung im Umgang mit Fremden. Dennoch blieb Shanaro skeptisch, denn das Zwielicht war ihm schon deshalb unsympathisch, weil sie Jeanne so lange beansprucht hatte. Außerdem hatte sie eine unhöfliche Art, trotz ihrer Freundlichkeit. Kurz blickte er sie an, schenkte ihr ein kurzes Lächeln, welches jedoch nicht bis zu seinen Seelenspiegeln reichte. Dann wandte er seinen Blick wieder auf die weiße Fähe neben ihm.

Ja, du hast Recht, aber zu schnelles Vertrauen kann einen auch ins Verderben stürzen”

Meinte er nur, ohne seine Stimme zu senken. Diese Worte klangen kaum noch wie die sture Meinung eines Welpen, denn er sprach aus einer bitteren Erfahrung, die er nicht hätte machen sollen. Sein Blick blieb nachdenklich.


30.12.2009 18:25




Jeanne

Ruhig ruhte der dunkle Blick auf dem schwarzen Rüden, der neben ihr lief. Vertrauen. Sie war sich nicht sicher, ob dies ein Thema für sie war. Konnte sie dem jungen Wolf überhaupt etwas über wirkliches Vertrauen beibringen? Hatte sie selbst nicht schon oft genug Wölfen vertraut, und war hinterher enttäuscht gewesen? Aber sie hatte eine andere Antwort gewußt, also war es richtig. Die Weiße atmete tief ein, richtete den Blick dann auf die anderen zwei Fähen. Zwielicht schwieg, Thiréa antwortete auf ihre Frage. Jeannes Blick blieb an der hellen Fähe hängen, lächelte ihr sanft zu.

Ich bin schon viele Jahre bei diesem Rudel, und habe selbst doch das Gefühl, dass es noch unendlich viele Geheimnisse in diesem Tal gibt. Vor kurzem haben wir eine außergewöhnliche Höhle gefunden. Nicht ein Mal Kiba kannte diesen Ort. Die Wände bestanden aus klaren Kristallen, man hat sich selbst in ihnen gesehen. Es gab drei Kammern, jede Kammer hatte etwas Besonderes. In der ersten sahen wir unsere größte Angst. Die zweite Kammer..”

Jeanne schluckte. Sie wollte der Grauen gern erzählen, was sie vor einiger Zeit erlebt hatten. Welchen Wolf würde es nicht interessieren.. so etwas zu sehen? Aber.. schon alleine der Gedanke versetzte der Fähe einen kleinen Hieb. Kurz biß sie die Fänge aufeinander, dann legte sich ein Lächeln auf ihre Lefzen und sie blickte wieder nach vorn.

”.. Die zweite Kammer zeigte uns das Wichtigste in unserem Leben. Die dritte Kammer habe ich nicht betreten, aber das würde ich gerne nachholen.

Noch ein Mal richtete sich der dunkle Blick auf die Graue, ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder Shanaro zuwandte.

Du hast Recht, zu schnelles Vertrauen kann einem schaden. Man muss die gesunde Mitte finden. Aber man sollte immer seinem Gefühl vertrauen. Meistens täuscht es einen nicht.

Sie lächelte dem jungen Wolf ruhig zu, blieb dann aber stehen, als sie erkannte, dass ihn jemand entgegen kam. Wie ein Schlag ins Gesicht nahm sie nun den Blut Geruch strenger wahr. Das Gesicht des Schwarzen kam ihr bekannt vor. Sie glaubte seinen Namen zu kennen. El' Sombo de Feru, wenn sie sich richtig erinnerte. Sie selbst hatte mit ihm nicht gesprochen, nur seinen Namen aufgeschnappt. Skeptisch blickte sich die Weiße um, sah dann kurz zu den Wölfen, die bei ihr waren, und trat einen Schritt auf den Rüden zu.

Hallo. Verzeih mir bitte diese vorschnelle Frage.. aber dieser Blutgeruch verwirrt mich. Ist.. etwas passiert?

Sie wollte den Geruch des Blutes nicht zuordnen, nicht wissen, zu wem dieser Geruch gehörte. Ihr dunkler Blick glitt kurz an dem Schwarzen vorbei, und sie erstarrte. Dort.. lag ein Wolf. Der Gestank des Todes stieg ihr in die Nase, ihr Herz machte einige, schnelle Sprünge. Jeannes Blick richtete sich wieder auf den Schwarzen, bevor sie handelte, wollte sie auf eine Antwort warten. Sie wußte nicht, was sie denken sollte.


30.12.2009 20:10




Yago

Schon einen Herzschlag nachdem Yago an Kibas Seite gekommen war und Leikuna ihre leise Frage gestellt hatte, war dem Schwarzen klar geworden, dass etwas grundlegend anders, als bei allen anderen Verwundungsfällen war. Kiba nahm seine Hilfe nicht an. Kiba erwiderte keine Blicke. Kiba schien, als würde sie Yago und Leikuna weit weit fort wünschen. Sein erster Instinkt wollte seinen Kopf fort ziehen und einen Schritt zur Seite gehen - doch er wurde von der schweren, alles erdrückenden Traurigkeit zurückgehalten, die wie tausend hohe Berge auf Kibas Schultern zu liegen schien. Was auch immer geschehen war, es hatte der Leitwölfin den Boden unter den Pfoten weggezogen, ihr das Fundament geraubt, das sonst jeden Schicksalsschlag ausgehalten hatte. Wie versteinert wartete der Schwarze auf Kibas Antwort ohne zu wollen, dass dieser Moment seines Lebens weiter andauerte. Die bleiernen Worte, die schließlich aus der blutenden Schnauze der Leitwölfin kamen, begriff Yago zu nächst nicht einmal. Die biestig blickende Erith hatte den zurückhaltenden Senedd umgebracht – eine durchaus tragische Sache, die aber primär kaum für Kibas zahlreiche Wunden und ihre Trauer verantwortlich sein konnte. Der nächste Satz, als Alpha versagt. Nunja, Kiba hatte Erith gestattet, hier zu bleiben, auch wenn die Fähe nicht unbedingt freundlich oder vertrauenserweckend gewirkt hatte. Dennoch hatte die Graue deshalb nicht Senedd getötet oder bedurfte einer gründlichen Ganzkörperverletzung. Also, der letzte Satz … Akara war die neue Leitwölfin, sie hatte … Kiba im Kampf besiegt. Was so viel hieß wie: Akara hatte Kiba angegriffen, da diese Erith erlaubt hatte zu bleiben. Plötzlich hatte Yago einen bitteren Geschmack auf der Zunge, der sich nicht hinunterschlucken ließ. Zweifelsohne hatte Kiba einen Fehler begangen … und ebenso zweifelsohne war es kein bösartiger Vorgang Akaras, daraufhin Kibas Fähigkeiten als Leitwölfin anzuzweifeln. Nur … das Ergebnis schmeckte wie Galle auf seiner Zunge und die daraus folgenden Tatsachen waren bleischwer wie tausend hohe Berge. Und wie als hätte Kiba geahnt, dass Yago gerade mit Verstehen fertig war, sprach sie auch schon aus, wovor der Schwarze sich gefürchtet hatte. Sie würde nicht als niedriges – niedrigstes – Rudelmitglied bleiben, sondern das Feld räumen und somit zweifelsohne … sterben. Yagos Haltung versteifte sich, jetzt starrte er ausdruckslos knapp an Leikuna vorbei. Ihre zwar wahren, aber sehr hilflosen Worte schwammen wie dickflüssiges Sumpfwasser an seinen Ohren vorbei, ihr unsicherer Blick zu ihm verlor sich in seinen leeren Augen. Dann die nächste Frage, die für Yago fast schon naiv war. Was von diesem Irrsinn wollte Kiba schon?
In einer langsamen, fast wehmütigen Geste senkte Yago den Kopf zu seiner kleinen Schwester, berührte sie zunächst an der Nase, dann am linken Ohr, am rechten und fuhr ihr schließlich mit der Zunge über die Stirn.

Hast du gehört, Leikuna? Du musst auf Kibas Söhne Acht geben, so wie ich das immer bei dir getan habe. Pass auch auf dich gut auf und vergiss nicht, was ich dir über das Jagen beigebracht habe. Du musst die Tears of Destiny von nun an unterstützen und darauf achten, dass es ihnen gut geht.

Sachte stupste er sie in die Richtung, in die sie nun gehen sollte und setzte selbst seine Pfote neben die Kibas. Wie immer waren seine Gesten und Worte apodiktisch, ihm zu widersprechen würde einem Anrennen gegen eine Mauer gleichkommen.

Es ist sehr wichtig, dass du diese Aufgaben ernst nimmst, Leikuna. Ich verlasse mich auf dich.

Damit drehte er den Kopf weg von seiner kleinen Schwester und betrachtete emotionslos den Weg, der nun vor ihm lag. Ihnen würde sicher die Chance gegeben werden, das Revier in Kibas Tempo zu verlassen, also müssten sie nicht zu sehr eilen, dennoch würde es kein schöner Gang werden. Die ehemalige Leitwölfin trug viele Verletzungen und das Gebiet außerhalb des Reviers war ihnen beiden fremd – Yago hatte schon lange kein Schritt mehr hinausgesetzt.


03.01.2010 15:53

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
14.03.2010 21:30
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
Bildnachweis
Monty Sloan - wolfpark.org

Rang

Wächter

Alter

6 Jahre ∞

Geschlecht

Fähe

Größe

94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 4

Teyrm

Die Ohren des jungen Tieres waren wachsam aufgerichtet, das Fell vom Wind zerklüftet stand in alle Richtungen ab und doch konnte man in jenem Moment die pure Lebensfreude auf den Gesichtszügen des Rüden erkennen. Im selben Moment indem er Toboes Bewegung erkannte, wusste er um den Erfolg ihrer Aktion. Einzeln konnte man sie vielleicht schlagen, mit sehr viel Glück, aber zusammen waren sie unschlagbar. Zusammen konnten sie wahrscheinlich sogar jeglichen Berg versetzen, selbst wenn er noch so groß war. Selbstsicher wie er nun mal war, beobachtete er wie sein grauer Freund selbst wie ein Kaninchen um ihre Beute herum huschte und ihm von der anderen Seite her den Weg abschnitt.
Sehr gut.
Mit einem Knurren blekte der aschenfarbene Wolf die Fänge. Offenbarte hinter den Lefzen eine Reihe von scharfen weißen Zähnen. Und während er in die panischen Augen ihres Opfers starrte, setzte der Wolf zum Sprung an. Für Mitleid war hier kein Platz, gefressen oder gefressen werden, so war der Lauf des Schicksal und das Rad drehte sich unverzüglich und immerfort weiter. Und mit der Zeit wuchs auch der junge Wolf heran und wurde dem Kaninchen zum Feind. Ein erbitterter und gefährlicher Jäger. Mit einem Satz war er über dem Kaninchen, packte das kleine, braune Geschöpf hart am Nacken und Riss es hoch. Mit einem Krachen zerbrach das Genick des Geschöpfs noch im selben Moment wo die Läufe des Rüden wieder den Boden berührten. Noch einmal musste er seine Kraft aufbäumen um nicht auf dem glitschigen Boden die Balance zu verlieren. Doch schlussendlich hielt er das kleine Tier nun in den Fängen. Das Blut der Beute benetzte seine Zunge und tröpfelte sanft in seinen Rachen. Der Geruch und Geschmack von ihrer Beute ließ ihm das Wasser im Munde zusammen laufen. Tearl wäre stolz auf sie gewesen, ganz sicher. Stolz reckte der Dunkle den Kopf empor und zeigte seinem Freund ein schiefes Grinsen.

Tadaaaa, wrir habwens geschawfft!”

Rief er zwischen Fell und Fleisch hervor. Ehe er auf die Idee kam, dass es vielleicht um einiges einfacher werden würde, wenn er die Beute einfach mal runter ließ. Behutsam ließ Teyrm nun das Kaninchen zu Boden gleiten und bettete es auf eine scheinbar noch trockene Grasstelle, wo das Tier noch Minuten zuvor sorglos gegrast hatte.

So ist es besser. Wir müssen es den anderen zeigen! Achja und Yllín, du kannst nicht nur von unserem Lehrer ganz viel lernen, sondern auch von uns. Wir sind nämlich auch ziemlich gut, weißt du.

Auch die Silberne grinste er an. Dann stellte er ruhig die Ohren nach vorn und suchte weiter oben im Gras nach einem hellen Punkt. Nach Yacáru um genau zu sein, denn ihr wollte er als erstes ihre Beute zeigen.


04.01.2010 12:48




Toboe Tear


Während er diesem Geschöpf so nach sprintete, pulsierte wilde Freude in seinen Venen, schoß durch seinen Körper und ließ ihn fliegen. Er hatte nie verstanden, wieso die Erwachsenen ihrer Beute so lange hatten folgen können. Jetzt verstand er es. Die Jagd war etwas befreiendes, zumindest das, was er kannte. Toboe selbst war in der Situation gewesen, fast vor Hunger zu sterben, nur mit der Hoffnung, bald etwas zu erlegen. Aber solch ein Gedanke zählte jetzt nicht, immerhin durfte er nicht vergessen, dass der Hase noch nicht erlegt war. Toboe machte einen großen Satz, hielt den Kopf nach unten und ließ die Fänge hinter dem Tier aufeinander krachen. Für ihn war es nicht mehr als ein Spiel, eine Übung.
Und dann erklang vor ihm ein Knurren, Teyrm machte einen Satz und brachte es zu Ende. Das kleine Wesen hatte nicht die geringste Chance, den Fängen seines Freundes aus zu weichen. Ein Herzschlag verging, und das Kaninchen wurde in die Luft gerissen, Teyrm selbst schien ab zu heben. Toboe kam bei seinem dunklen Freund zum stehen, schüttelte noch ein Mal den hellen Pelz und reckte dann die Schnauze zum Himmel. Ein zufriedenes Seufzen entfloh seiner Kehle, als sein heller Blick sich wieder auf seinen Freund richtete. Gerade wollte er ihn ermahnen, dass man mit voller Schnauze nicht sprechen sollte, da legte der Schwarze den leblosen Körper ab. Na also. Seine Worte ließen ihn breit grinsen, und den Blick zu Ýllin wenden.

Nächstes Mal zeigen wir dir dann, wie man etwas größeres fängt. Vielleicht willst du uns dann ja auch helfen.

Er wäre ihr zumindest dankbar dafür. Je mehr sich an einer Jagd beteiligten, desto leichter war es, große Beute zu machen. Und irgendwie zweifelte er daran, dass sie alleine eine solche Beute erlegen konnten. Toboe streckte sich, blickte dann abwechselnd die zwei Wölfe an.

Jetzt, wo das erledigt ist.. was haltet ihr davon, wenn wir zum Rudel zurück gehen. Ich glaube, ich brauche eine Runde Schlaf.

Der Graue lächelte die zwei an, schüttelte dann erneut sein Fell und blickte den Weg zurück, den sie vor kurzer Zeit hier her gekommen waren.


04.01.2010 23:30




El‘ Sombo de Feru

Schwarz wie die Nacht war sein glänzendes Fell. Wie einzelne, entfernte Sterne funkelten seine Haarspitzen und die breiten Pfoten mit den dunklen Krallen suchten sich schwerfällig ihren Weg über den aufgeweichten und feuchten Waldboden. Seit sich der Rüde von dem Ort, der so unendlich schwer nach Tod, Verrat und Verachtung gerochen hatte, entfernte, war sein Blick starr zu dem braunen Geröll unter seinen Ballen gerichtet gewesen. Nicht einmal hatte er bislang aufgesehen, oder sich vergewissert, dass ihm jemand gefolgt war, außer den stumm schreienden Krähen und Singvögeln, die von Baumkrone zu Baumkrone sprangen und ihr Revier laut zäternd verteidigten. Ohne jeglichen Laut waren ihre Kehlen für den Sechsjährigen, der in der kurzen Zeitspanne, die er bereits auf Erden wandelte, einiges gesehen und erlebt hatte und für den doch noch so viel ungeahnt und unbegriffen geblieben ist.

Müde war er. Müde und längst tot. Nicht für jene, die ihn sahen, die ihn begleitet hatten und jenen er sich kurzfristig angeschlossen hatte. Für jene existierte er noch, aber leben? Leben bedeutete, Gefühle zu haben, doch diese hämmerten längst nicht mehr in seiner breiten Brust. Wie abgestorben erschienen sie Sombo, nur noch Schemen, die einst doch eine glorreiche und wunderschöne Gestalt hatten. Aber jetzt, wo er erneut Mitglied eines Rudels war, oder zumindest Akzeptanz erfuhr, wenn er sich auch noch lange nicht als einer der ihren fühlte, da brachen die eitrigen Wunden aus Schmerz und Erinnerung wieder auf, die niemals gänzlich verheilt gewesen waren, da er ihnen nie die Chance dazu gegeben hatte. Kiba war geschlagen, hatte ihren Posten räumen müssen und jenes Bild wollte sich nicht mehr aus dem Kopf des Rüden verschwinden. Es sorgte lediglich dazu, dass nun jeder sehen konnte, wie Tote zu Lebenden wurden, tanzten und dann wieder zu Boden gerungen waren.
Die Züge des Schwarzen wurden straff. Die Stirn in Falten gelegt, blieb er einen Moment lang stehen und richtete seinen Blick gen Himmel, der so düster und grau über ihnen allen hing und doch jeder sah ihn anders. Der aufgeweichte Dreck hing klebrig an seinem schwarzen Pelz und auch jedes Schütteln, sei es auch noch so beherzt gewesen, hätte ihn nicht von dieser Last befreit und sein Fell wieder glänzend und seidig werden lassen. Aber das kümmerte Sombo nicht. Er bemerkte es nach einiger Zeit nicht einmal mehr, dass sich die kühlende Nässe an seinen Bauch gehaftet hatte und langsam in seine Glieder zog. Völlig losgelöst von dieser Welt, blieb ihm auch die plötzliche Anwesenheit der anderen Wölfe verborgen, die von Jeanne angeführt worden. Wahrscheinlich machte er auf sie einen merkwürdigen, gar verrückten Eindruck, doch wie hätte er dies vermeiden sollen, wenn er sie nicht einmal bemerkte?

Die Worte der Jotafähe schienen an Sombo abzuprallen, denn immer noch richtete sich sein Blick nicht zu ihr, geschweige denn zu dem schwarzen Rüden, oder der anderen Fähe, deren Geruch er nicht kannte und sie demnach als Fremde einstufte. Selbst, als er sprach, wandt er seinen Blick nur ganz langsam zu der Weißen, deren dunkle Augen ihn ebenso wenig wirklich wahnzunehmen schienen, denn ihre Aufmerksamkeit galt dem Kadaver im Hintergrund.

"Erith hat ihn getötet und Akara und Andraki verfolgen sie. Kiba wird das Rudel verlassen, soweit ich es einschätzen kann, denn sie ist nicht mehr die Alphafähe.",

erklang Sombos tiefe Stimme nach unendlich langer Zeit, erinnerte jedoch eher an das herzlose und völlig rationale Geständnis eines unausweichlichen Beschlusses.


16.01.2010 15:54




Akara Chitaru

Akara hatte keine Zeit sich darum zu scheren, dass nur Andraki ihr folgte. Selbst wenn sie allein gerannt wäre, hätte sie versucht, die Mörderin einzuholen. Sie würde sich später darum kümmern, ihren Rang zu festigen und dafür sorgen, dass man dann ihren Bitten nachkam. Es würde sicher eine ganze Weile dauern, bis sie Ordnung in dieses Rudel gebracht hatte.
Viele Gedanken folgen an ihr vorbei, ohne dass sie langsamer wurde. Der Abstand zu Erith wollte nicht kleiner werden. Im Gegenteil. Nach dem die Wölfin ein paar Schritte durch einen Tümpel gemacht hatte, in dessen Brühe man ihre Pfoten nicht im Boden erkennen konnte, gewann sie sogar Zeit, den Abstand zu vergrößern, weil sich ihre Spur nicht sonderlich gut verfolgen ließ. Mit der Nase tief am Boden hatte Akara gesucht, bis sie wieder fündig geworden war.
Noch ein weiteres Mal gelang es Erith durch einen Trick mehr Abstand zu ihren Verfolgerinnen zu gewinnen und schließlich hatte sie das Revier verlassen. An der Grenze blieb Akara stehen. Es machte keinen Sinn mehr, weiter zu jagen. Die Mörderin würde nicht stehen bleiben und es würde schwerer und schwerer werden, ihrer Spur zu folgen. Zu oft mussten sie und Andraki bereits am Boden suchen. Der Wind schien sich gegen sie gewendet zu haben. Mit einem tiefen Grollen wandte sie sich in einer fließenden Bewegung um und sah ihre Freundin an.
Noch hatte es kein Gespräch zwischen ihnen darüber gegeben, was vorgefallen war, doch sie war sicher in der Zimtfarbenen eine Wölfin zu finden, die jenseits einer verschrobenen, traumtänzerischen Fantasiewelt lebte.

Sie wird sich hüten, zurück zu kehren, an einen Ort, an dem der Tod auf sie wartet.”

Es war nicht länger ihre Aufgabe, die Wölfin zu verfolgen. Das einzig wichtige war, ihr Rudel zu schützen und sich um die Wölfe dort zu bemühen. Akara lag es fern die Welt vor einer Killerin zu bewahren, sie hatte keine Superheldenambitionen.

Lass uns dafür sorgen, dass nicht das Chaos ausbricht. Hier weiß man nie, wie die Anderen reagieren.

Mit einem Nicken lief sie los und war sicher, dass Andraki ihr folgen würde. Vielleicht sogar auf dem Platz an ihrer Seite, der fortan frei sein würde, bis ihn sich jemand nahm. Einige Veränderungen würden das Rudel durcheinander wirbeln.
In zügigem Trab legte die neue Leitwölfin den Weg zu der Stelle zurück, an der Senedd hatte sterben müssen.


18.01.2010 12:44




Andraki

Ihre Verfolgung endete erfolglos. Irgendwie gelang es Erith immer wieder ihre Fährte zu verwischen, sodass sie schwerer zu verfolgen war, sobald der Sichtkontakt einmal abgebrochen war. Die Fähe war schnell, und leider auch clever, wie die Zimtfarbene im Stillen und mit einem Zähneknirschen zugeben musste. Scheinbar verstand die Mörderin sich auf Fluchten. Wie oft mochte sie schon den rachsüchtigen Zähnen anderer Rudel entkommen sein? Wie oft mochte sie demnach schon gemordert haben? Fragen, die auf ewig unbeantwortet bleiben würde, und nur den bitteren Gedanken daran zurück ließen, wieviel Leid diese Wahnsinnige wohl in Zukunft noch anderen Rudeln bringen mochte...
An der Grenze des Reviers brach Akara die Jagd ab. Eine weitere Verfolgung war aussichtslos, befand auch die Zimtfarbene.

"Ich hoffe, sie findet nie wieder irgendwo Aufnahme in ein Rudel",

kommentierte sie mit verbissener Miene und wandte sich dann um, Akara folgend. Zunächst lief sie hinter ihrer neuen Alpha, was ihr am natürlichsten erschien, immerhin hatte sie keinen höheren Rang inne. Einen Moment später traf sie die Erkenntnis, dass sie das vielleicht ändern konnte. Hier und jetzt. Sie musste sich den Platz an Akaras Seite nur nehmen, und später würde sich dann zeigen, ob sie ihn auch verteidigen konnte. Vielleicht war dafür dann nichteinmal ein Kampf nötig, vielleicht reichte es schon, Akaras befehle auszuführen und tatkräftig bei der Neuorganisation des Rudels zu helfen, damit die anderen Rudelmitglieder sie als... als Beta akzeptierten. Beta! Der Gedanke an diesen Rang ließ ihre Gedanken sofort zu einem bestimmten Rüden springen. Würde Yago seinen Rang behalten? Warum eigentlich nicht? Er war als Beta bereits akzeptiert, und ihr fiel niemand ein, der sich mit dem Schwarzen messen konnte (was auch daran lag, dass ihre Gedanken sich... im Besonderen für Yago zu interessieren begannen). Allein diese Vorstellung! Beta, gleichauf mit Yago! Bei den Ahnen, vielleicht hatte sie dann tatsächliche eine Chance!
Als Andraki aus diesen Gedankengängen wieder ins Hier und Jetzt fand, musste sie feststellen, dass ihre Pfoten sie bereits an Akaras Seite getragen hatten. Nicht gleichauf, natürlich nicht, sondern eine Kopflänge dahinter. Dennoch war die Bedeutung dieser Position unbestreitbar. Beta. Andrakis Herz pochte ihr schnell und laut in ihren Ohren. Noch nie hatte sie einen so hohen Rang inne gehabt! und die Reaktion Akaras würde gleich zeigen, ob ihrem Anspruch auf diesen Rang stattgegeben werden würde, oder ob die Alpha sie zurücktreiben und zurechtweisen würde.

"Eventuell müssen wir mit Widerstand rechnen. Kiba war beliebt, und die meisten werden sich an ihre.. Art der Rudelführung gewöhnt haben",

hörte sie sich sagen, und war selbst überrascht, wie ruhig ihre Stimme trotz ihres schnellen Pulses klang. Sogleich überlegte sie, ob sie sich mit ihrer Formulierung nicht zuviel herausnahm, und befand dann, dass dem nicht so war. Akara selbst hatte von "uns" gesprochen, also durfte sie den Widerstand durchaus auf sie beide beziehen. Ihre eigene Unsicherheit begann sie zu ärgern. Kibas Sitten - oder Unsitten - hatten sie durcheinander gebracht, und sie musste jetzt schnellstens wieder die Sicherheit zurückgewinnen zu wissen, wie die Dinge von nun an (wieder) laufen würden..


18.01.2010 17:52




Cílyn Nuray

Etwas lag in der Luft. Etwas lag in der Luft, und dieses Etwas gefiel der Braunen gar nicht. Sie hatte ein ungutes Gefühl gehabt, als sie sich alleine auf den Weg gemacht hatte, um ihrer Intuition nachzugehen. Sie wusste noch nicht was geschehen war, und doch wusste sie mittlerweile, das etwas geschehen sein musste. Es hing der sanfte Hauch von Wolfsblut in der Luft und das war kein gutes Zeichen. Wann hatte sie das letzte Mal diesen Geruch vernommen? Es war lange her.

Ihre Läufe trugen sie sicher durch den Wald, und sie wusste, dass sie sich dem Ort, an dem dieses "Etwas" geschehen war, unaufhaltsam näherte. Ihr Herz began einen Hauch schneller zu pochen, und ihre Läufe begannen einen Hauch schneller zu laufen. Sie wollte wissen, was passiert war, sie wollte es wissen. Eine Neugierde, die sie von sich selbst kaum kannte, hatte sie übermannt und vereinnahmt. Es war nahezu fanatisch. Sie musste es einfach wissen. Sie musste. Kein Weg würde daran vorbeiführen.
Doch etwas 'stellte' sich in ihren Weg. Cílyn Nuray wurde langsamer, als die Andraki und Akara erkannte. Beide waren zielsicher unterwegs. Erst jetzt erkannte sie den Geruch von Kampf an Akara. Es war eindeutig. Sie hatte gekämpft, ohne jeden Zweifel. Und erst dachte die sanfte Braune, dass es durch den Kampf bedingt war, dass Akara jetzt anders auftrat. Zuerst kam ihr der Gedanke in den Sinn, dass die Fähe sich verletzt haben musste, und sich nun anders verhielt - doch Akara schien nicht verletzt. Und doch hatte sich ihre Haltung verändert. Stolzer, beinahe schon die Haltung eines Alphas annehmend. Wie wagte sie es? Wenn Kiba das wissen würde... noch nie hatte sie gesehen, dass sich ein Rudelmitglied anmaßte, sich wie ein Leitwolf zu gebähren.

Bis es sie, beinahe wie eine Flutwelle überrrollte. Aber natürlich. Natürlich. Wie sollte es anders gewesen sein. Wie?
Mit einem Sprung näherte sie sich schnell den beiden, bis sie seitlich hinter den Fähen war und alamiert stehen blieb. Sie wusste nicht, was das wurde. Ein Anschlag auf das Rudel? Oder war es nur ein normaler Kampf gewesen? Wo war Kiba? Hatten Akara und Andraki sich verschworen? War es eine Intrige? Cílyn wusste nichts. Einfach nichts. Und doch war da diese Neugierde. Diese schreckliche Neugierde, die sie innerlich flutete. Sie musste es einfach wissen.
Ihre sanften Augen waren diesmal von hartem Ernst gefüllt. Sie blickte starr Akara an.

"Was ist geschehen?"


18.01.2010 18:33




Akara Chitaru

Akara entgegnete Andrakis Bemerkung mit einem Nicken. Wehmütig sah sie zu, wie einige Bilder ihrer Erinnerung an Senedd vor ihren Augen tanzten. Das Leben war ein harter Kampf, in dem nur die Stärksten überleben konnten. Ein Rudel war eigentlich dazu da, einen Jüngling zu beschützen. Akara wusste, dass er älter gewesen war, als man schließen konnte, wenn man nur sein Verhalten betrachtete. Es änderte nichts. Es war einfach, Kiba als Verantwortlichen die Schuld zu geben, aber sie hörte nicht auf, sie auch bei sich selbst zu suchen.
Wie sie, war wohl auch Andraki eine Weile in Gedanken gewesen und als Akara den Blick zu ihr zurückwenden wollte, musste sie nur ein kleines Stück nach hinten, in erster Linie aber neben sich, schauen. Voller Stolz schien sich ihr ganzer Körper zu erheben. Als neue Leitwölfin hatte sie nicht nur eine Freundin halten und die Beziehung vertiefen können, wie es schien hatte sie auch eine treue Beta gewonnen. Allein der gemeinsame Lauf sprach für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Sie war sicher, sich auf Andraki am Meisten von allen verlassen zu können.

Ein Rudel voller Streuner und voll von tausend Geschichten. Ich bin sicher, sie stammen nicht alle aus einer Traumwelt und haben durchaus in früheren Zeiten erfahren, wie es sich in einem richtigen Rudel zuzutragen hat. Mag sein, dass ihnen genau das am System von Kiba gefallen hat, ich bin aber zuversichtlich, dass sie lernen können, anders miteinander zu leben.”

Sanft und freundlich ruhte ihr Blick auf der Betawölfin. Akara dachte nicht über ihre Mimik nach, aber vielleicht wusste Andraki inzwischen, dass dies ihre Form eines liebevollen Lächelns war, dass sie für Freunde übrig hatte.
Ein Geräusch ließ die neue Leitwölfin aufhorchen und ihren Schritt verlangsamen. Sie brauchte nicht lange zu suchen, denn eine Wölfin, die sie als Cilyn identifizierte, näherte sich ihnen und Akara blieb schließlich stehen, um sich Zeit zu nehmen, die Frage der Fähe zu klären.

Kanntest du meine Meinung zu der Fremden? Erith?

Fragte sie, nicht sicher in ihrer Erinnerung, ob sie Cílyn damals vor Ort gesehen hatte.

Sie hat Senedd getötet und weil Kiba in ihrer Güte zu weit gegangen war, habe ich ihren Rang eingefordert. Ab heute werde ich das Rudel führen.

Sie blickte der Wölfin durchdringend in die Augen, natürlich in der Erwartung auf eine Reaktion. Akara stand in deutlich dominanter Haltung vor ihr. Ein Welpe würde wissen, was zu tun war! Es war das einfache Gesetz aller Wölfe. Wie viel davon hatten Leittiere wie Kiba in der Welt schon zerstört?
Cílyn selbst sah sie völlig ruhig und geduldig an. Sicher musste die Fähe erstmal das gesagte in ein Bild zusammensetzen und entscheiden, wie sie Stellung beziehen wollte.


18.01.2010 19:25




Teyrm

Gelassen folgte der aschenfarbene Wolf dem Blick seines Freundes. Blickte auf ihre Spuren zurück. Leicht geknickte Grashalme, sanfte Fellreste, ihr Geruch. Und nicht zuletzt der Fleck wo Toboe ausgerutscht und auf die Schnauze gefallen war. Ein erfahrer Wolf hätte sie wohl nur alzu leicht gefunden, vielleicht mussten sie daran noch etwas üben, wenn es schon mit dem jagen so gut klappte. Na gut, zumindest mit der Kleintierjagd. Zufrieden streckte der Rüde seine kribbeligen Glieder und versuchte die Spannung der Jagd aus ihnen zu vertreiben.
Sein Blick glitt über seinen Freund bis zur silbernen Fähe und hielt dann inne. An einer Stelle, an der keiner von ihnen stand, von der aber ein sanfter, nur leichter, aber bekannter Geruch herüber wehte. Der Geruch, den er gesucht hatte. Der Fang des Wolfes öffnete sich leicht, fast so als wollte er etwas sagen, ließ es dann jedoch bleiben. Wieso sollte er den beiden auch Anweisen ihm zu folgen, eigentlich war es ihm fast lieber sie würden es nicht tun. Und Tob wollte ja sowieso schlafen. Also. Doch neben dem Geruch der bekannten weißen Fähe, stieg ihm jetzt, wo ihm der Geruch des Hasen nicht mehr in der Nase hing, ein weiterer Geruch unangenehm in die Nase. Blut. Aber anderes Blut. Wölfisches. War etwas geschehen?
Wachsam blickte er zu seinem Freund und Yllín herüber. Hatten sie das schon gemerkt? Nein, scheinbar war dem nicht so, denn beide schienen davon kaum etwas wahr zu nehmen oder sich zu wundern. Hah, dann wollte er der erste sein der der Sache auf den Grund ging!

"Ich geh schonmal vor! Geh du ruhig schlafen du Trantüte."

Jappste er den beiden hastig vor und schon hatte er den Hasen geschnappt und war in Richtung der Gerüche davon gesaust. Es war kein weiter Weg, schnell hatte er die stille Beobachterin von vorhin im Blickfeld. Und noch schneller war er bei ihr und hatte den erbeuteten Hasen vor der Fähe abgelegt. Munter hatte der Rüde die Ohren aufgestellt.

"Hallo Yacáru. Wie gehts dir?"

Um sich nicht doof vor zu kommen ließ er sich vor ihr ins Gras sinken, ruhig ließ er die Schnauze im Wind gleiten, wurde aber zeitgleich wieder von diesem Geruch abgelenkt. Es ließ ihm keine Ruhe.

"Sag mal, ist dir dieser Geruch aufgefallen? Ob etwas passiert ist?"

Nein, die Ruhe war vollkommen aus ihm gewichen. Soeben hatte er sich erst hingesetzt, jetzt war der junge Rüde schon wieder auf den Pfoten. Doch er wollte Yacáru jetzt nicht nervös machen. Wahrscheinlich war das alles nur Unsinn. Vielleicht hatte sich irgendjemand an einem Blatt geschnitten oder so. Aber halt, Toboe war der einzige dem so etwas hätte passieren können und der war ja bei ihm gewesen. Aber irgendetwas war da. Diese Unruhe kam nicht einfach so. Er war eigentlich nicht so.

"Den Hasen haben übrigens Toboe und Ich gefangen. Weiß nicht ob du es gesehen hast. Also wenn du hunger hast, kannst du dir gern was nehmen."

Er fragte Toboe gar nicht erst ob sie durfte. Wenn sie wollte, durfte sie. Das konnte er auch schon ganz allein entscheiden.


18.01.2010 19:34




Kiba Telay

Kiba Telay hörte die Worte der kleinen Leikuna und konnte doch nichts auf sie erwidern. Ja, vielleicht würde es so sein. Vielleicht würde es wirklich nicht mehr lange dauern, bis sie Senedd folgte. Ihm und vielen davor. So spielte nun einmal das Leben. Die Silbergraue selbst fürchtete ihren eigenen Tod nicht, nur seine Auswirkungen. Es war dieses schlechte Gefühl, diese düstere Ahnung, wenn sie sich dabei an die alten Geschichten erinnerte. Aber wenn es das Schicksal so wollte, würde sie eh nichts daran ändern können.
Auf Leikunas letzte Worte drehte die Requistin dann doch noch einmal traurig den Kopf zurück.

Ich habe keine Wahl, Leikuna.”

Die Worte lagen schwer auf ihrer Zunge, sie hatten etwas Endgültiges. Sie würde hier und jetzt das Rudel verlassen, welches sie damals aus einem Haufen Wanderer geformt hatte, die sich in einem schlimmen Schneedesaster gegenseitig geholfen und füreinander gesorgt hatten. Ja, auch Shadow war dabei gewesen, doch die Wölfe als richtiges Rudel hatte sie nicht mehr erlebt. Vielleicht würde sie die Schwarze ja bald wieder treffen. Ob sie wohl genau so enttäuscht war, sie Kiba von sich selbst? Einige Jahre waren ins Land gezogen, so viele Wölfe waren gekommen und wieder gegangen. Nur ein kleiner Teil war immer dort geblieben. Und sie, ausgerechnet sie war die Nächste, die dieses Fundament verlassen würde. Es war jetzt nicht mehr ihr Rudel. Die Gedanken flossen zähflüssig dahin und holperten immer wieder an der Stelle, wo sie zu ihren Kindern kamen. Oh ja, vielleicht würde sie auch ein paar von ihnen wieder treffen, doch es wollte ihr Tränen in die Augen treiben, dass sie nun Saiyán, Aiyán und Toboe alleine ließ. Aber sie mussten hier bleiben, würden sie mit ihr kommen, wären sie höchst wahrscheinlich genau so verloren.
Die Silbergraue wandte grade den Kopf wieder nach vorne, wollte endgültig weitergehen, als sich plötzlich Yago neben ihr regte, der die ganze Zeit starr wie ein Fels dagestanden hatte. Und dann erzählte er Leikuna fast genau das, was sie ihr grade erzählt hatte. Entgeistert sah sie den Schwarzen an und wusste nicht, was sie davon halten sollte. Der schwarze Rüde klang ganz so, als sei es nicht sie allein, die das Feld räumen musste, sondern er gleich mit. Als stände gar keine andere Option zur Debatte. Sie überlegte, zu widersprechen; wenn Yago nun auch ginge, würden dann ihrem Rudel nicht sämtliche Grundmauern weggerissen werden? Sie wusste nicht, was Akara als neue Leitwölfin tun würde, immerhin verstand sie nichts von ihrer Art, damit würde also nichts mehr sein wie vorher. Kiba biss sich auf die Lefzen und schluckte den Widerstand hinunter. Prinzipiell stand Yago nun über ihr, sie konnte ihm nichts mehr vorschreiben. Andererseits ließ es ihr schweres Herz doch ein klein wenig leichter werden, dass er sie nicht alleine ließ. Da waren nur überall diese nagenden Zweifel und über allem stand die enorme Sorge um ihr Rudel. Aber wahrscheinlich war diese umsonst, die Wölfe würden sich schnell an ein neues System gewöhnen und es bald als so normal empfinden, wie Kiba es nie könnte. Und ihre Söhne hatten ja schon bewiesen, dass sie es auch ohne sie schafften.

Lebe wohl.

Noch einmal hob sie den schweren Kopf und berührte Leikuna sanft an der Stirn, ungeachtet dessen, dass ein roter Abdruck zurückbleiben würde. Dann wandte sich die ehemalige Leitwölfin ab und richtete noch einmal die Augen auf Yagos. Er würde tiefe Dankbarkeit in ihnen sehen könnten, doch genau so auch die Zweifel. Schließlich ging sie los, es gab kein Zurück mehr und jedes längere Warten würde alles nur noch unerträglicher machen.


18.01.2010 20:14




Andraki

Aus den Augenwinkeln bemerkte sie Akaras Kopfbewegung, und sogleich wandte sie sich ihrer neuen Alpha zu, Bestätigung oder Ablehnung ihres Ranganspruchs erwartend. Ihr Blick zeigte keinerlei Grimm oder Missbilligung, stattdessen lag da dieser weiche Hauch auf ihren Gesichtszügen, den die Zimtfarbene als Lächeln zu interpretieren gelernt hatte. Gleichzeitig straffte sich Akaras Haltung noch mehr als zuvor, jedoch mit keinerlei warnend dominanten Gesten ihr gegenüber. Ihre Augen strahlten Freude aus, und der letzte Rest Unsicherheit fiel von Andraki ab. Ohne jedes offizielle Wort war sie als Beta bestätigt worden. Der erste und wichtigste Schritt war getan, nun musste sie ihren Posten nur noch halten und ihm gerecht werden. Andraki spürte neue Kraft durch ihren Körper spülen. Sie fühlte sich zu allem bereit.
Sie nickte nur als Antwort auf Akaras Worte hin. Ein Teil von ihr flüsterte, dass noch vor kurzem Worte wie 'in einem richtigen Rudel' ihr einen leichten Stich versetzt hätten. Immerhin hatte auch sie Kiba gemocht, auch wenn sie sich in ihrem Rudel nie wirklich zurecht gefunden hatte. Sie schob das Stimmchen aus ihren Gedanken. Es brachte nichts, Kiba jetzt in irgendeiner Weise nachzutrauern. Ihre Zeit als Alpha war vorbei, und würde nie mehr zurückkehren. Und letztendlich begrüßte sie diese Entwicklung insgesamt schließlich. Ein fester Platz, eine verantwortungsvolle Aufgabe - genau das hatte sie sich gewünscht. Und nun hatte sie es, und bekam, mit etwas Glück, vielleicht noch etwas - jemanden - mehr...
Die Fähe Cílyn kam ihnen entgegen und verharrte schließlich bei ihnen. in ihrer Miene spiegelte sich so etwas wie Verwirrung wieder. Andraki konnte es ihr nicht verdenken, immerhin wusste kaum jemand, dass Senedd ermordert worden war, geschweige denn, dass ein Alphawechsel stattgefunden hatte. Und genau das mussten sie schnellsten ändern. Verwirrung und Ungewissheit, die auf ein ganzes Rudel übergriffen und farbenfrohe Gerüchte gebaren, waren extrem kontraproduktiv. Daher wandte sie sich an ihre Freundin und Alpha, während diese noch auf eine Reaktion Cílyns wartete.

"Ich rufe das Rudel zusammen, damit sie erfahren, was vorgefallen ist. Je eher sie bescheid wissen, desto besser."

Als Beta stand es ihr zu, eine derartige Entscheidung zu treffen. Das Geschehene würde dagegen Akara selbst verkünden, das war allein ihre Aufgabe in dieser Situation.
Also trat die Zimtfarbene ein paar Schritte von den beiden anderen Fähen fort, und hob den Kopf gen Himmel.

"An alle Rudelmitglieder, folgt diesem Ruf und versammelt euch! Dinge sind geschehen, die uns alle betreffen und die wir gemeinsam meistern müssen! Eilt euch!"

Vage und doch präzise, vor allem aber war der drängende Ton heraus zu hören. Andraki hoffte, dass wirklich alle kamen, und sei es nur aus Neugier, warum sie denn einen solchen Ruf hatte erklingen lassen. Bald würden sie alle bescheid wissen, würden Senedds Leiche sehen, die nur unweit von ihnen entfernt lag, und hören, wie sich ihr Leben von jetzt an ändern würde...


18.01.2010 20:32




Yacáru

Während Yacáru ein wenig vor sich hindöste und Jungwölfe Jungwölfe sein ließ, hatte sie ihre freine Nase in den Wind gestreckt, ließ sie streicheln und sich noch ein bisschen einlullen. Mit der warmen Sonne im Gesicht hätte es perfekt sein können, wäre da nicht dieser störende Geruch, der immer eindringlicher und schärfer zu werden schien. Schließlich war es einfach nicht mehr normal und die kleine, weiße Wölfin hob wachsam den Kopf. Blut. War etwas geschehen?
Yacáru richtete sich auf, um der Sache auf den Grund zu gehen, ohne vorher großartig darüber nach zu denken, ob es nicht ratsamer war einfach an Ort und Stelle liegen zu bleiben. Sofort war da auch eine gewisse Sorge, die ihre Gedanken zu Ares wandern ließen. Eigentlich konnte sie sich kaum vorstellen, dass dem Schwarzen etwas passiert sein sollte, andererseits konnte sie sich aber auch nicht vorstellen, dass überhaupt etwas passieren könnte. Hier, wo doch eigentlich alle so friedlich waren. Sie war grade am Losmarschieren, als sie eine fröhliche Stimme hinter sich wahr nahm. Die zum Lauf erhobene Pfote senkte sich zurück ins Gras und mit sofort aufgesetzten, leichten Lächeln wandte sich Yacáru zu Teyrm um. Ein anderer Blutgeruch ging jetzt von dem toten Hasen aus, den der Schwarze, viel größere Jungwolf direkt vor ihre Pfoten gelegt hatte. Sie wollte ihm grade mit dem obligatorischen “Gut, gut und dir?” als er aber schon munter weiterredete und immerhin auch den komischen Geruch bemerkt hatte. Er schien es allerdings nicht sonderlich wichtig zu nehmen, falls sein Herumgehibbel nicht gerade darauf hindeuten sollte. Yacáru lächelte artig weiter und verzog die Lefzen dann zu einem frechen Grinsen.

Ich habe zumindest gesehen, wie euch der Hase zuerst eine lange Nase gemacht hat. Toboe hat deswegen ja gleich einen Fellwechsel vorgenommen, du scheinst dem noch entgangen zu sein.

Sie betrachtete den toten Hasen kurz, Hunger hatte sie grade eigentlich nicht und auch sonst fand sie den Blutgeruch grade wichtiger.

Danke, vielleicht komme ich später auf das Angebot zurück. Aber ich habe den Blutgeruch auch wahr genommen und wollte mal nachsehen, was passiert ist ...

Etwas unschlüssig musterte sie den schwarzen Rüden. Einfach hier stehen lassen konnte sie ihn ja nicht.

Magst du mitk-

Genau in diesem Moment aber ertönte ein Ruf, der sie schon vor dem Abklingen völlig verwirrte. Die Stimme klang im Großen und Ganzen fremd, die Weiße meinte sie vielleicht schon mal gehört zu haben, aber jemand Wichtiges, jemand von den Ranghohen, konnte diese Wölfin nicht sein, sonst könnte sie sie doch zuordnen! Es musste also wirklich irgendwas passiert sein – logisch, davon sprach die Wölfin ja auch. Ohne noch auf eine weitere Regung Teyrms zu warten, rannte Yacáru los. Geschickt und schnell fegte sie durch das hohe Gras, direkt in den Wald hinein. Hier war der Blutgeruch schon enorm stark und bewirkte eine leichte Übelkeit in ihrer Magengegend. Ihre Schritte wurden langsamer, als schließlich drei Wölfinnen in Sichtweite kamen. Ja, gesehen hatte sie die alle schon einmal. Zugegeben hatte sie sich aber noch nie so sehr mit den Rudelmitgliedern auseinander gesetzt ... ihre Welt beschränkte sich irgendwie doch nur auf Ares, Amáyu und mal auf die zwei überschwänglichen Jungwölfe. Ares, Ares witterte sie auch. Aber – Gott sei Dank – nicht sein Blut. Dafür wurde ihr etwas anderes klar. Auch der schwache Geruch von Kibas Blut lag in der Luft. Und jetzt fielen ihr auch die blutigen Schlieren an Akara auf. Ihre Ohren legten sich scharf zurück und die kleine Jungwölfin blieb ganz stehen. Misstrauisch beäugte sie die drei Erwachsenen und sagte nichts.


18.01.2010 21:04




Cílyn Nuray

Es herrschte ein Moment der Spannung zwischen ihnen, den kaum einer übersehen konnte. Und doch war da nichts feindliches. Die rehbraunen Augen der Fähe musterten jede einzelne Bewegung Akaras - die jetzt doch viel würdevoller erschienen.
Auf ihre Worte hin nickte sie nur. Erith, ja. Es war als hätte diese Fähe das Rudel geteilt, wenn auch nur insgeheim. Doch die darauf folgende Enthüllung, die Akara preisgab ließ sie einmal Luft schnappen und nach Fassung ringen. Ihr Verdacht hatte sich also bestätigt - es hatte einen Kampf gegeben. Sogar zwischen Akara und Kiba selbst, und so offenbar wie es nur Möglich war konnte man es an der Fähe vor ihr sehen. Kiba hatte eindeutig verloren. Doch den Geruch des Todes konnte sie nicht vernehmen, jedenfalls nicht den von Kiba. Erst als Akara ausgesprochen hatte, was geschehen war, meinte sie den Gestank von einem toten Artgenossen vernehmen zu können - aber vielleicht war das auch nur Einbildung. Senedd war also tot. Der kleine Senedd, klein und hilflos. Akaras Reaktion war verständlich, wenn auch in den Augen von Cílyn vielleicht schon zu heftig. Aber wenn Kiba so leicht besiegt worden ist, was war sie dann für eine schwache Leitwölfin? Wieso hatten sich ihr dann alle unterworfen? Unter ihrer Führung war es ein leichts gewesen, für jemanden wie Erith. Sich einzuschleichen und heimtückisch einen Wolf aus eigenen Reihen umzubrigen. Mit jedem weiterne Gedanken verstand sie Akara besser und Groll gegen Kiba baute sich in der Braunen auf. Auch wenn sie scheinbar verschwunden war (was eigentlich ein Zeugnis von Feigheit war), so richtete sich doch der Zorn gegen die silberne Ex-Alpha. Sie war schuld an alledem.

Es waren wirklich viele Informationen auf einmal, die aufgenommen und verdaut werden mussten. Ihre Augen glitten dabei aber niemals von... der neuen Leitwölfin. Und mit dieser Erkenntnis bahnten sich tausend neue Gedanken an. Es war schrecklich verworren. Ihre Intuition hatte sie nicht getäuscht, Etwas war geschehen, etwas was ihr Leben und das des ganzen Rudels änderte. Ob zum Guten oder zum Schlechten, dass musste sie nun selbst entscheiden. Es war eine neue Chance. Sie konnten es besser machen als Kiba und niemand schlechtes mehr ins Rudel lassen. Sie hoffte so, dass Akara diese Ansichten teilte, doch aussprechen wollte sie es noch nicht. Noch nicht.
In ihrem Gehirn arbeiteten tausende von Zellen, und man sah es an ihren Augenbewegungen. Dann, mit einen direkten Blick in die Augen von Akara wusste sie einfach, was zu tun war.
Ohne noch weiter zu zögern, neigte sie ihren Oberkörper samt Kopf nach unten, ihre Rute klemmte sie leicht zwischen ihre Hinternbeine, um ihre Unterwürfigkeit zu demonstrieren. Langsam näherte sie sich Akara so. Sie wollte einen Neuanfang. Vielleicht war es das, was sie so lange gesucht hatte. Vielleicht wurde das Loch in ihr nun endlich gefüllt. Endlich.

"Ich folge dir."

Als Andraki ihre Stimme erhob suchten die rehbraunen Augen diese Fähe. Sie musterte sie sanft und ruhig, obwohl in ihrem Inneren ein Sturm tobte, aufgrund der Ereibgnisse, die heute geschehen waren. Für die einen war es ein dunkler, für andere ein strahlender Tag. Aufmerksam lauschte die Braune den Worten der anderen Fähe, die nun das Rudel zusammenrief.
Nur einige Sekunden später hörte sie schon ein Rascheln hinter sich im Gras, doch sie drehte sich nicht um.
Es war etwas im Gange. Etwa Großes würde heute Geschehen. War heute geschehen.


18.01.2010 22:35




Toboe Tear

Innerlich fühlte sich der Graue unruhig, konnte dieses Gefühl aber nicht definieren oder beschreiben. Es.. war merkwürdig. Vielleicht wollte er deswegen zum Rudel. Nachsehen, ob etwas passiert war. Diese Unruhe besiegen. Sein heller Blick glitt zurück zu Teyrm und Ýllin, als wolle er aus ihren Gedanken erkennen, ob es ihnen ähnlich ging. Toboes Ohren schnippten durch die Luft, als müsste er jedes Geräusch auffangen. Jede Bewegung wahrnehmen. Gerade als er das Wort an seinen schwarzen Freund und die SIlberne richten wollte, machte ihm Teyrm einen Strich durch die Rechnung, indem er sich mit dem Hasen auf und davon machte. Seine Worte entlockten dem Hellen nur ein Grinsen, mehr nicht. Denn da war der Schwarze schon weg, genau in Richtung Yacáru. Toboe wandte den Blick zu Ýllin, die lieber schwieg. Irgendwie verständlich. Er lächelte ihr zu, nickte dann in die Richtung des Rudels. Wenigstens ein mal nachsehen, mehr nicht. Es war sicher nichts schlimmes. Und der Blutgeruch.. das würde er ja gleich sehen.

"Na los, immer mir nach."

Mit einem Zwinkern wandte sich Toboe ab, trabte langsam in Richtung Rudel. Es waren nur wenige Schritte, ehe er abrupt stehen blieb und den Blick star nach vorn richtete. Ein Heulen drang an seine Ohren, warf seine Gedanken ein Mal durcheinander. Das ganze Rudel sollte sich versammeln. Er glaubte, die Stimme dieses Wolfes zu kennen. Aber.. Es war nicht seine Mutter, und auch nicht Yago. Wer also gab hier Befehle, Anweisungen? Toboe biß die Fänge fest aufeinander, wandte den Blick dann ein Mal zurück zu der Silbernen und rannte los. Es waren keine von Freude zeugenden Sprünge, die er vollführte. Jetzt ging es nur um Schnelligkeit. So schnell wie möglich beim Rudel sein. Toboe dachte nicht einen Moment daran, aus zu rutschen. Er rannte einfach. Die Strecke kam ihm unendlich lang vor, obwohl er sie sicher schon so oft entlang gelaufen war.
Auch als einige Wölfe in sein Sichtfeld traten, wurde er nicht langsamer, im Gegenteil. Seine letzten Kräfte zusammen nehmend sprintete er auf sie zu, erkannte Cílyn, Yacáru, Akara und Andraki. Der Blutgeruch war nun überdeutlich. Seine Sinne mussten ihn täuschen. Das Blut seiner Mutter. Schlitternd kam der Graue zum stehen, den Blick in die Runde schweifen lassend.

"Was ist passiert?!"

Die blauen Augen durchbohrten Akara. Sie war voller Blut. Das Blut seiner Mutter. Toboes Herz machte einige schnelle Sprünge, ehe er einen Schritt auf die Fähe zumachte. Kein Knurren, kein Drohen. Und doch war eine Stimme ungewöhnlich laut.

"Was habt ihr mit meiner Mutter gemacht?!"


18.01.2010 23:44




Akara Chitaru

Eine Weile ging keine Bewegung von der neuen Leitfähe aus, während die Augen sehr aufmerksam jeder Bewegung Cílyns folgten. Ihr Gegenüber zögerte nicht lange und akzeptierte, was unausweichlich war, wenn sie bleiben wollte. Akara spürte, wie sich Wärme in ihr ausbreitete, die sie zuvor nicht gekannt hatte. Der Stolz blieb und wuchs an, dennoch konzentrierte sie sich auf das wohlige Gefühl, ihren Platz gefunden zu haben. Nie hätte sie gedacht, so empfinden zu können. Sie wollte diesem Rudel mehr Sicherheit bieten, wollte es mit starker Pfote, Geduld und Güte führen, soweit die Theorie. Nie hatte sie gewagt darüber nachzudenken, welch andere schönen Gefühle es mit sich bringen konnte, die Leitwölfin zu sein. Das Vertrauen, dass die beiden Wölfinnen, die sich ihr bereits angeschlossen hatten, ihr entgegen brachten, ehrte sie. Und die aufgeflammte Hoffnung rührte sie so sehr, dass sie nicht vermochte, es in Worte zu fassen.
Akara war sicher, alle Schwierigkeiten meistern zu können, wenn das Band zwischen ihnen und den Anderen noch fester wurde. Ihre Betawölfin rief das Rudel zusammen, ergriff initiative, als würden sie schon seit Jahren im selben Team sein.
Ein anerkennendes Nicken und der Ausdruck auf ihrem Gesicht mochte Cílyn annähernd zeigen, was sie gerade empfand und dass sie sich geehrt fühlte, die Wölfin als Teil des Gesamten begrüßen zu dürfen. Und noch ehe sie von sich aus den Blick heben konnte, bemerkte sie, dass zwei Jungtiere bereits zu ihnen gestoßen waren. Da Toboe voller Besorgnis und Unsicherheit auftrat, wandte sie sich dem Jüngling zuerst zu.

Ich habe mit Kiba um den Rang der Alpha gekämpft und sie besiegt. Sie hat das Rudel verlassen und folgt damit den Gesetzen, denen alle Wölfe folgen.”

Mit diesen Worten nickte sie dem Kleinen zu. Es war sicher weniger leicht für ihn, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Er konnte keine Erfahrung mit dem Leben in einem wirklichen Rudel gemacht haben, so dass es ungemein viel schwerer sein würde, ihn zu integrieren. Was eigentlich jeder Welpe lernen musste, würde er nun beigebracht bekommen.
Um den Jungrüden in Ruhe nachdenken zu lassen, wandte sie sich Yacáru zu.

Komm nur näher, junge Wölfin.

Lud sie die Weiße ein, während ihr Blick suchend umher schweifte. Das Rudel sollte sich versammeln, damit sie nicht jedem einzeln erklären musste, was sich zugetragen hatte.


19.01.2010 12:33




Teyrm

Bei ihren Worten musste der Jüngling grinsen. Nebel seiner oblegatorischen hibbelei wippte er leicht mit den Ohren und nickte.

"Ja hat er. Stand ihm aber nicht so ganz."

Er selbst war dem natürlich entgangen, ging aber auch nicht weiter darauf ein. Wer der bessere Jäger von ihnen beiden war, schien sie ja demnach gesehen zu haben. Als sie von dem Blutgeruch zu sprechen kam, hielt er inne. Seine Ohren stellten sich wachsam auf, die Nackenhaare ebenfalls. Es machte ihn größer, stattlicher und ließ erahnen das er fast gar kein Welpe mehr war. Stumm richtete der Rüde den Blick in die Richtung aus welcher der Geruch kam, seine Nasenlöcher bebten, während er den markanten Geruch einsog. Ja, irgendetwas war passiert, sie hatte es also auch gemerkt. Es war keine Täuschung gewesen, kein Überbleibsel von der Jagd. Und ehe sie ihre Worte weiter sprechen konnte, war die Weiße auch schon davon gesaust.
Teyrm zögerte nicht lange. Sofort und so schnell ihn seine Pfoten trugen wetzte er der kleinen Wölfin hinterher, aus Absicht holte er ihren Vorsprung nicht auf. Zumindest redete er sich das in Gedanken ein, vielleicht war Yacáru auch einfach schneller als er, aber das war jetzt auch egal. Viel wichtiger war, wer hatte da das Rudel zusammen gerufen? es waren weder Kiba, noch seine Mutter oder sonst wer gewesen dessen Stimme er kannte. Kannte er die Hochrangigen dieses Rudels denn nicht alle? Hatte er jemanden übersehen? Mit zusammen gebissenen Zähnen hielt er auf die Stelle zu, an der sich der Geruch von Blut udn Tod noch verstärkte. War jemand gestorben? Ermordet worden? Das Fell des Wolfes stand nun in alle Richtungen ab, die Ähnlichkeit zu seinem Vater war nun geradezu riesig. Unsanft stieß er durch die letzten Sträucher und übersprang eine größere Grasfläche um schließlich bei einer noch kleinen schar Wölfe überstürzt stehen zu bleiben und gerade noch Akaras Worte an seinen besten Freund gerichtet zu vernehmen. Es juckte ihn gar nicht wer sonst noch da war. Sofort war der Aschfarbene an Toboes Seite.
Grimmig hob er den Kopf, zeitgleich legten sich die dunklen Ohren an.

"Was gibt dir das Recht sie einfach so zu verbannen?! Oder dir, das Rudel zusammen zu rufen?!"

Seine Stimme war zum zerreißen gespannt, er sprach einfach dazwischen als sich die Graue an Yacáru wandte. Sie sollte sie in Ruhe lassen! Sie sollte sie alle in Ruhe lassen, Kiba sollte wieder kommen, sofort! Sie konnte doch nicht weg sein. Nicht Kiba, nicht Tante Kiba.
Seine Worte warne ebenso an Andraki gerichtet. Er hatte beide, Akara und Andraki sowieso nie gemocht, aber das ging zu weit. Was nahmen die sich raus?
Unwirsch schüttelte der Rüde den Kopf.

"Wenn du dich schon Alpha nennst, dann hol sie zumindest zurück! Sie hat sich immer um alle gekümmert, was willst du also? Hol sie zurück."

Seine Stimme wurde vielleicht leiser, aber nicht weniger ernergisch. Am liebsten hätte er sie angesprungen, doch so sicher war er sich seiner Kräfte noch nicht. Er war hier im Rudel aufgewachsen, seine Familie wurde hier gegründet. Adali, Yosó, sie alle waren immer hier gewesen, so wie er.

"Wieso solltest du es wert sein, Alpha genannt zu werden."

Nur ein flüstern. Und doch vernehmbar für alle.


19.01.2010 13:44




Jeanne

Der Anblick des toten Körpers beunruhigte die Weiße zusehends. Was war bloß passiert? Die dunklen Augen ruhten auf dem Schwarzen, abwartend. Er jedoch sah sie nicht an, blickte nur star in den Himmel. Ob er sie überhaupt bemerkt hatte? Ihre Gedanken überschlugen sich, und dieser Moment wurde immer verrückter. Dort lag ein toter Wolf, langsam beschlich sie die Sicherheit, zu wissen, um wen es sich handelte. Aber was passiert war.. das konnte sie noch immer nicht verstehen. Jeanne biß leicht die Fänge aufeinander, als der Rüde den Blick langsam zu ihr wandte. Sie war nicht die Art von Wolf, die andere gern hetzte. Aber.. sie hätte nur zu gern gewußt, was geschehen war. Die tiefe Stimme des Rüden ließ sie ihren Körper einige Herzschläge anspannen. Seine Worte waren wie kleine Stiche, im ersten Moment wollte sie lächeln, ihn für diesen Scherz loben. Aber Senedds toter Körper.. es war kein Scherz. Jeanne schluckte, versuchte den bitteren Geschmack herunter zu schlucken, der sich ihr auf die Zunge legte. Kiba wird das Rudel verlassen. Sie verstand nicht. Was hatte Kiba mit dem Tod an Senedd zu tun?

"Ich verstehe nicht.. "

Ein Heulen unterbrach sie. Andrakis Stimme drang an ihre Ohren, ließ sie einen Moment stutzen. Sie sollten sich versammeln. Dinge, die sie alle betrafen. Mit einem Mal wurden die Gedanken der Weißen noch mehr durcheinander geschmissen, ließen sich nicht mehr ordnen. Sie wollte es verstehen. Die blauen Augen richteten sich wieder auf Feru.

"Vielen Dank."

Seine Auskunft hatte ihr eine kleine Information gebracht, aber das war noch nicht genug. Andrakis Ruf zu urteilen würden sie aber bald erfahren, was geschehen war. Die Fänge fester aufeinander beißend wandte die Weiße den Blick herum, sah Shanaro und die anderen zwei Fähen an. Für die zwei neuen würde es keine Bedeutung haben, aber der junge Rüde.. er mochte Kiba, dass wußte Jeanne. Kurz stubste sie den Schwarzen an, wandte sich dann mit einem letzten Nicken an Feru und bewegte sich in die Richtung Andraki und Akaras.
Noch vor ihr begaben sich Cílyn, Teyrm, Yacáru und Toboe zu den beiden Fähen. Ihr Blick hing einen Moment an dem grauen Rüden. Seine Mutter.. Nur Bruchstücke von Akaras Worten drangen zu ihr durch, aber es reichte. Mit schnellen Sätzen war die Weiße bei den Wölfen, trat neben Teyrm und stellte sich leicht vor ihn und seinen grauen Freund. Toboe sah verunsichert und verärgert zugleich aus. Sie seufzte leise. Sie konnte die Gefühle der beiden verstehen. Sie hatte Kiba geschätzt. als ihre Anführerin akzeptiert. Vom ersten Moment an. Das dies nun anders sein sollte..

"Teyrm, reiß dich bitte zusammen."

Leise flüsterte sie diese Worte in die Richtung des Dunklen, einen flehenden Blick in den Augen. Es.. würde sich schon alles klären, und seine Worte waren auch nicht unbedingt freudlich gewählt. Jeanne hob den Kopf, blickte nun von Andraki zu Akara, in den Augen die stumme Bitte um Erklärung. Das vor ihr ihre neue Alpha stehen sollte.. Sie glaubte nicht daran, sich an diesen Gedanken gewöhnen zu können. Aber sie musste es akzeptieren, oder dieses Tal verlassen.


19.01.2010 22:31




Leikuna

Leikunas Blick verschwomm in Tränen, die jedes Wort ihr nun entlockte. Wie betäubt nahm sie Yagos Stimme war, hörte jedoch klar und deutlich was er sagte. Sie sollte sich um Kibas Söhne kümmern. Konnte sie das überhaupt? Würden sie ihr überhaupt vertrauen? Soviele Fragen drangen auf sie ein, doch ihr war klar dass die Zeit sie zu stellen längst vorbei war. Sie sollte das Rudel unterstützen. Das klang...das klang fast nach...Verantwortung. Ein kalter Schauer rann ihren Rücken herab, dicht gefolgt von einem warmen - Leikuna hatte Angst vor Verantwortung, weil sie wusste was passierte wenn man Verantwortung besaß und versagte. Aber wenn Yago ihr diese Aufgabe gab, hieß das zugleich auch dass er es ihr zutraute. Welches größere Kompliment hätte ihr je jemand machen können?
Zögernd nickte sie, reckte den Kopf zu Yago und fuhr ihm mit der Zunge über die Schnauze. Sie wollte ihn nicht verlieren - aber Kiba würde ihn nun nötiger haben als sie selbst. Die gelben Augen wandten sich zu Kiba, noch immer tränenüberlaufen.
Natürlich wollte sie es nicht. Die Weiße senkte den Kopf, und spürte einem Windhauch gleich Kibas Berührung. Als sie den Blick wieder hob, hatten die beiden Wölfe bereits die ersten Schritte gesetzt.

"Lebt wohl"

Es war mehr ein Flüstern, und vielleicht würde der Wind es noch lange hinter den beiden Wanderern hinterhertragen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wandte Leikuna sich ab, ihre Ohren fingen Andrakis Ruf auf. Ohne Eile suchte sie nach ihrem Hasen, leckte dem toten Tier zärtlich über das Fell, und nahm ihn dann wieder zwischen die Zähne. Ihr Schritt beschleunigte sich, und als sie die Gruppe um Akara und Andraki erreichte, waren auch ihre Tränen längst versiegt. Einen Moment lang innehaltend trat sie schließlich vor, ließ den Hasen zu Boden fallen, und wand sich sogleich an Terym, dessen Worte sie so deutlich gehört hatte wie wohl jeder der Umstehenden.

"Sie wird nicht zurück kehren, ganz gleich ob du sie darum bittest"

Bestimmtheit und Bitterkeit trafen sich in ihrer Stimme, und ihre Augen verrieten dem Jungwolf dass sie das wohl besser wusste als jeder Andere. Und dass es ihr genauso wehtat wie ihm.
Die Weiße holte Atem, bevor sie sich an Akara wandte. Die Haltung ihrer Freundin war ihr nicht entgangen, und sie wiederstand dem Drang sich einfach so zu unterwerfen. Ihre eigene Haltung blieb aufrecht, jedoch ohne jede Herausforderung darin.

"Yago ist mit Kiba gegangen, und ich, als seine Schülerin, fordere nun seinen Platz"

Ihr Blick war fest und alles an ihr strahlte Entschlossenheit aus - und die Bereitschaft, alles zu leisten, was sie konnte. Sie hatte Aufgaben zu erfüllen. Für Yago und für Kiba.

"Kiba hat mir zudem aufgetragen für ihre Söhne zu sorgen"

Erklärte sie, und wand kurz den Kopf zu Toboe, versuchte seinen Blick aufzufangen, bevor sie sich wieder an Akara und Andraki wand - Antworten erwartend.

'...bist du stolz auf mich?'


20.01.2010 16:16




Andraki

Die ersten Rudelmitglieder trafen ein, kaum dass Cílyn sich Akara unterworfen hatte. Es waren die beiden Jungrüden Tyerm und Toboe, letzterer einer von Kibas Söhnen. Beiden war Misstrauen anzusehen, gefolgt von Wut, als sie erfuhren, was geschehen war. Yacáru kam zeitgleich hinzu, ebenso Jeanne. Sie wirkten wiederum nicht zornig, sondern eher verunsichert. Andraki seufzte innerlich. Das Rudel für die neue Ordnung zu gewinnen, würde nicht einfach werden.
Ihr Blick wanderte zu dem aschfarbenen Jungwolf. Er griff nicht nur Akara verbal an, sondern auch sie. Die Zimtfarbene wahrte ihre neutrale Miene.

"Kiba wurde nicht verbannt. Sie hätte bleiben können, aber sie entschied sich, dieses Rudel zu verlassen",

ergänzte sie die Antwort, die Akara zuvor Toboe gegeben hatte. Auf den Angriff gegen sich selbst ging sie nicht weiter ein. Ihr neuer Rang würde früh genug bekannt werden, zu dem hatte sie es nicht nötig, sich vor einem Jungrüden zu rechtfertigen, der nichts von diesen Dingen verstand und ohnehin zu aufgebracht war, um derzeit irgendetwas Neues zu akzeptieren.
Kurz darauf wurde sie ohnehin von der Ankunft Leikunas abgelenkt. Andraki ertappte sich dabei, wie ihr Blick automatisch zwischen die Bäume hinter der weißen Fähe glitt, auf der Suche nach der schwarzen Gestalt Yagos. Er und Leikuna waren selten unweit voneinander anzutreffen, sicherlich trat er gleich zwischen den Bäumen hervor. Sie spürte, wie ihr Herz einen erwartungsvollen Hüpfer macht -...
Und gleich darauf ins schier bodenlose abstürzte. Ihr Blick fixierte Leikuna, suchte nach der Lüge in ihren Augen, die sie der Weißen nie zugetraut hätte.
'Yago ist mit Kiba gegangen.'
Sie musste sich verhört haben. Warum nur hallten dann genau diese Worte ihr so schmerzhaft in den Ohren nach? Vor nur wenigen Momenten noch hatte sie sich neuen Hoffnungen hingegeben, die ihr neuer rang mit sich gebracht hatte. Zarte Träume, die nun allesamt erzitterten und zerplatzten.
Yago war fort. Er hatte das Rudel verlassen und war mit Kiba fortgegangen. Er hatte sogar Leikuna dafür zurückgelassen.
Andraki schluckte schwer und mühte sich, ihre Fassung zu bewahren. Ihre Ohren, die sich langsam zurück geklappt hatten, stellten sich wieder auf, jedoch nur unter Zwang. Ihr Herz pochte schwer und träge in ihrer Brust. Seltsam, denn eigentlich fiel es noch immer.
Ihr Blick hatte sich derweil auf Leikunas Pfoten herabgesenkt, nun hob er sich wieder zu ihren gelben Augen. Denn da war noch mehr gewesen als die Verkündung vom Fortgang des Betas. Da war auch der Anspruch, den Leikuna auf eben jenen Rang erhob. Nur war dieser auf seiten der Fähen schon besetzt. Andraki seufzte innerlich. Auf Leikuna als Herausforderin hätte sie als allerletztes gesetzt.
Die Zimtfarbene trat vor und ging auf die weiße Fähe zu. Ihre Miene war wieder völlig neutral, nur ihre Augen verrieten noch, dass nicht alles in Ordnung war.

"Ich glaube, du bist noch nicht bereit für einen solch hohen Rang, Lei. Du hast noch keinerlei Erfahrung darin, Verantworung zu übernehmen, geschweige denn gleich soviel, wie es für einen Betarang üblich ist. Es gibt andere Ränge, bei denen du besser lernen kannst, Pflichten zu übernehmen - Gamma zum Beispiel."

Sie blieb vor Leikuna stehen, so dicht, wie Freunde sich für gewöhnlich nah kamen. Denn Leikuna war ihre Freundin, und ihr Rat ebenso als solcher gemeint. Freundschaftlich.

"Aber wenn du auf deinen Anspruch bestehst... dann nehme ich die Herausforderung hiermit an, wie es als neue Beta meine Pflicht ist."

Sie zwang sich zu einem leichten Lächeln. Leikuna sollte wissen, dass sie noch immer Freunde waren, wenn die Weiße es denn zuließ. Die Zimtfarbe trat daraufhin ein paar Schritte zurück, brachte sich auf einen Abstand, wie Kontrahenten ihn zu Beginn des Kampfes zu halten pflegten.

"Ich will dir nicht weh tun müssen. Aber wenn es dir wirklich ernst ist... greif an!"

Andraki senkte den Kopf und setzte die Pfoten etwas weiter auseinander, um einen sichereren Stand zu haben. Ihre Augen fixierten ihr Gegenüber. Sie war bereit zu kämpfen, wenn Leikuna darauf bestand...


20.01.2010 21:29





Cílyn Nuray

Der Rest vom Rudel trudelte langsam, aber stetig ein. Cílyn hatte sich wieder aufgerichtet und wandte nun ihren Blick zur Seite um zu sehen, wer es war, der sich so aufregte. Es waren zwei Jungwölfe angekommen - Teyrm und Toboe.
Sie verblieb stumm, auch als Jeanne und Leikuna eintrafen. Es war interessant nur zu beobachten und die anderen so in einer gewissen Art und Weise zu analysieren. Teyrm war aufbrausend, warf mit Beschuldigungen um sich und würde die neue Rudelleitung wohl kaum akzeptieren... Toboe war auch wütend, während Jeanne eher zurückhaltend, bis verwirrt war. Leider musste sie sagen, dass sie alles nicht so entwickelte, wie sie es sich im ersten Moment vorgestellt hatte - nach dem ersten Schock, dass Kiba nun weg war und nichts mehr zu sagen hatte, hatten sich natürlich etliche Ideen in ihrem Kopf ausgebreitet, viele Ideen, wie es werden konnte. Was für einen Posten sie einnehmen würde, wie das Rudelleben weiter aussehen würde ... doch kaum hatten sie alle, oder noch nicht ganz alle, erfahren, dass es einen Wechsel im Alphaposten gegeben hatte, gab es schon erste Streitigkeiten bei der Einigung der Ränge - und es bahnte sich auch schon der erste Kampf an. Aufmerksam verfolgten die braunen Augen die Situation zwischen Andraki und Leikuna, die irgendwie verwandelt war. Anders. Nicht nur sie selbst, schien diesen Wechsel also als zweite Chance anzusehen, sondern auch einige andere. Sofort wurde um die neue Rangverteilung gebuhlt - ein natürliches Verhalten bei Wölfen.

Die Braune leckte sich mit der Zunge über die Lefzen und ließ sich auf ihre Hinterläufe nieder. Sie lauschte noch aufmerksam den vereinzelten Wortwechseln, doch selbst beteiligte sie sich nicht. Sie wollte sehen, wie sich alles entwickelte. Sie wollte erst beobachten, und dann ihre Chance nutzen - Leikuna war nicht die einzige, die einen hohen Posten anstrebte.


20.01.2010 22:37

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
14.03.2010 21:32
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23.07.2005

Seite 5

Akara Chitaru

Akara betrachtete Yacáru noch immer ruhig, ohne dass die junge Fähe sich rührte. Es blieb aber auch nicht mehr genug Zeit, zu warten, denn Teyrm tauchte plötzlich auf und ließ seinen Frust einfach so heraussprudeln. Die neue Leitwölfin merkte, wie sich ganz automatisch ihr Fell zu sträuben begann. Nicht einmal wenn sie nur Rudelmitglied gewesen wäre, hätte sie sich solch eine Frechheit bieten lassen.
Es dauerte eine Weile, bis sie sich selbst gut zugesprochen hatte, um ruhig und gelassen darauf zu reagieren. Sie musste immerhin berücksichtigen, dass der Jungrüde gar nicht wusste, was er da tat. Ein paar Regeln kannten sie sicher, aber nicht alle.
Mit einem Blick auf Andraki, die ihr mit einer Reaktion zuvor kam, kehrte die Sicherheit zurück, die sie nun brauchte. Auch ihre Beta war nachsichtig, trotz der Respektlosigkeit. Auch Jeanne, die gerade hinzugekommen war, wies den jungen Wolf voller Ruhe in seine Schranken und Leikuna kehrte mit der Botschaft zurück, dass sie versprochen habe, sich den Jungtieren anzunehmen. Die Idee, sie würde nun Beta und Andraki von ihrer Seite verdrängen, gefiel Akara nicht, obwohl sie sicher war, damit umgehen zu können, sollte es soweit kommen. Es war eine Angelegenheit, die die Wölfinnen unter sich klären sollten, aber nicht jetzt.
Mit bestimmten Schritten stellte sie sich zu den Beiden und sah sie nach einander an.

Klärt euren Rang bitte erst, wenn das Rudel darüber informiert ist, was sich zugetragen hat. Es kommt sonst zu noch größerer Verwirrung.”

Langsam füllte sich der Platz mit Wölfen. Shanaro, Thiréa und Shirái hatten sich zu Jeanne gesellt, während Ares und Feru, die zuvor noch bei Senedd gestanden hatten, ebenfalls dem Ruf Andrakis gefolgt waren. Ýllin hatte sich ebenfalls eingefunden.
Adali hatte sich mit Merlin vom Rudel entfernt und Korrianke war bislang dem Heulen nicht gefolgt.


Akara ließ nun wieder den Blick über die Anwesenden schweifen, um ihnen endlich die Erklärung zu liefern, die sie haben wollten und mussten. Sie wartete, bis es ruhiger wurde und behielt dabei alles im Auge.

Wie manche von euch wissen, war Erith eine Persönlichkeit, der man nicht über den Weg trauen konnte. Als hätte sie es nötig gehabt, dieses Misstrauen zu bestätigen, wurde sie heute zur Mörderin von Senedd, der ihr wohl schutzlos ausgeliefert war. Das Rudel hat in seiner Aufgabe, ihn zu schützen, versagt. Und ich habe Kiba gefordert, weil alles, was im Rudel geschieht, ihrer Verantwortung unterliegt.
Wir haben nicht lange miteinander gekämpft, die Verletzungen sind sicher nicht gefährlich. Die Regeln besagen aber, dass sich eine geschlagene Leitwölfin unterwerfen muss, wenn sie beim Rudel bleiben möchte. Kiba wusste das und hat sich dafür entschieden, uns zu verlassen. Yago ist mit ihr gegangen.”


Ihr Blick glitt erneut über jeden einzelnen Wolf. Störend waren vor allem die Gestalten, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Etwas länger als die Anderen, ruhte ihr Blick auf den beiden Wölfinnen, ehe sie weiter sprach.

Um zu verhindert, dass so etwas schreckliches noch einmal geschieht, möchte ich viel an der Struktur im Rudel ändern. Ich selbst stamme aus einer Familie, die ganz anders gelebt hat, als es hier der Fall ist. Versteht mich nicht falsch, Kibas Gedanke ist sehr schön, aber er funktioniert nicht immer. Manche Wölfe können nichts mit der Chance, ein neues, friedliches Leben zu beginnen, anfangen. Es wird immer Wanderer geben, die hier her kommen und uns schaden wollen.”

Wieder hing ihr Blick auf den beiden Unbekannten, auf die sie aber erst später eingehen wollte.

Zunächst möchte ich euch bitten, zukünftig darauf zu achten, dass sich kein Fremder im Revier herumtreiben kann. Ich werde immer zwei von euch damit beauftragen, den Pass im Auge zu behalten. Wölfe, die nicht zum Rudel gehören, werden sich erst bewähren müssen. Ob wir ihnen vertrauen können, oder nicht, entscheidet die Zeit.”

Sie machte eine kurze Pause, um die Worte auf das Rudel wirken zu lassen. Gedanklich fasste sie zusammen, welche Rüden das Rudel zählte und wie sie sich die Ränge vorstellte. Nichts wollte passen. Mit Yago war der letzte Rangwolf gegangen.

Außerdem wäre es mir lieb, wenn die leeren Ränge belegt werden würden. Neulinge, die mein Vertrauen nicht genießen, werden dort aber nicht geduldet. Für den Anfang muss ich auf diese Regeln zurückgreifen, bin aber sicher, dass wir bald aus unseren Reihen genug Rüden haben, die für das Rudel einstehen werden.”

Ohne dass sich ihre Mimik, die zweifelsohne sehr ernst war, änderte, betrachtete sie die jungen Rüden, von denen das Rudel wirklich mehr als genug hatte. Alle waren beherzt bei der Sache und vertrauenswürdig. Nur an Erfahrung fehlte es ihnen noch, was der Fehler Anderer gewesen war.

Zunächst möchte ich den Rang der Beta zweifach auf weiblicher Seite vergeben. Durch unsere momentane Fähenstärke halte ich dies für die logischste Handlung.”

Mit diesen Worten sah sie zu Leikuna und Andraki hinüber. Zwei gutherzige Wölfinnen, die sofort bereit gewesen waren, mit vollem Einsatz für das Rudel einzustehen. Besser konnte sie diesen Rang nicht vergeben. Danach blickte sie zu Cílyn, als suche sie nach einer Regung. Mehr als mit diesem nichts sagende Blick, würde sie der Fähe allerdings nicht entgegen kommen. Das war schließlich eine Entscheidung, die jeder Wolf aus sich heraus treffen musste.
Danach wandte sie sich wieder dem Rudel zu, erst einmal abwartend, wie die Reaktionen ausfallen würden. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass es nichts mehr am Geschehenen zu rütteln gab. Sie war nun die Leitwölfin, die jeder, der hier bleiben wollte, akzeptieren musste. Es gab Wölfinnen, die hinter ihr stehen würden, womöglich sogar uneingeschränkt. Sie und ihre Anhänger wollten das Beste für diese Gemeinschaft und forderten dazu einige Veränderungen.


23.01.2010 14:41




Yacáru

Yacáru hatte stumm beobachtet, was sich weiterhin zutrug. Zuerst kam Toboe auf den Platz gestürmt und blieb dann ziemlich nah vor Akara stehen. Sie verstand nicht, was sich zugetragen hatte, dem Grauen ging es da wohl genau so. Eines ihrer Ohren drehte sich leicht zurück, es erschien ihr dennoch nicht sonderlich klug, sich der Graubraunen halb an die Kehle zu schmeißen. Auch wenn sich die Weiße die selbe Frage stellte, wie Toboe. Und dann kam auch schon die erwartete Antwort. Kiba Telay war gestürzt. Yacárus Blick weitete sich etwas, lag voller Unverständnis auf Akara. Was? Warum? Was in aller Welt sollte es für einen Grund geben, diese gutherzige Wölfin zu stürzen? Und dann kam Teyrm an. Im Gegensatz zu Toboe stand ihm die Wut aber schon ins Gesicht geschrieben und er schrie die ... neue Leitwölfin an. Die dunkelblauen Augen wanderten zu dem Schwarzen und sie schüttelte leicht den Kopf. Das brachte doch nichts! Sie selbst war auch nicht begeistert, im Gegenteil, sie hatte Kiba und ihre Güte sehr geschätzt. Sie hatten doch immer ein schönes Leben hier gehabt und noch dazu hatte sie die Graue in Ares’ Obhut gegeben. Was hatte sich zugetragen?
Dann erschien Leikuna auf dem Platz, an sie erinnerte sich die kleine, weiße Wölfin noch. Sie hatte sie damals in der Höhle kennen gelernt und mochte sie. Über so etwas – mögen und nicht mögen – entschied Yacáru immer sehr schnell.
Nun schien jedoch erst das richtige Chaos aus zu brechen. Leikuna war Kiba begegnet, eindeutig, man sah Blut an ihrer Stirn und ein paar Stippen um die Nase. Und nicht nur Kiba war jetzt weg, auch der große, schwarze Beta!
Während Andraki und Leikuna anfingen sich miteinander zu beschäftigen – jetzt begannen auch schon die ersten Rangkämpfe, kaum das Kiba nicht mehr da war! – wollte sich Yacáru an Akara wenden und Fragen, was zum Teufel hier eigentlich los sei und warum man die silbergraue Leitwölfin gestürzt hatte, da trudelten plötzlich auch alle restlichen Wölfe auf dem Platz ein. Ares fiel ihr natürlich sofort ins Auge, wen sie nicht sah, war Amayu. Den Hals reckend suchte sie alles ab, aber ihre Schwester blieb fehlend. Wo war sie?
Dann aber begann endlich, die Erklärung, die sie haben wollte. Oder auch nicht haben wollte. Erith, mit dem Namen konnte sie wenig anfangen, vielleicht hatte sie sie nur einmal gesehen. Jemand grimmig Guckendes, oder so. Nachdem Akara geendet hatte, trat Yacáru ein paar schnelle Schritte nach vorne.

Weil Erith Senedd umgebracht hat und das Rudel ihn nicht beschützt hat, ist KIBA schuld? Also bitte! Wenn, dann sind wir alle Schuld, aber doch nicht Kiba! Oder hat sich irgend jemand beschwert, als Erith aufgenommen wurde? Hat irgendjemand konkret gegen ihre Aufnahme gesprochen?”

Sie kniff die Augen etwas zusammen und betrachtete die graubraune Fähe argwöhnisch.

Vielleicht habt ihr aber auch nur nach einer guten Begründung gesucht, um selbst an die Macht zu kommen?”

Das alles erschien ihr nicht einleuchtend. Es konnte doch nicht angehen, dass ein Dritter Schuld war, wenn sich Zwei an die Gurgel gingen! Das der arme Sen ... dings tot war, war eindeutig ziemlich schlimm, aber dann trug doch nicht jemand anderes dafür die Verantwortung!


23.01.2010 15:23




Leikuna

Leikunas Blick erhellte sich ein wenig, als Andraki zuerst auf sie zutrat. Sie erkannte eine Veränderung in ihrem Blick, konnte sie sich aber nicht gleich erklären. Natürlich, es war eine Zeit voller Veränderungen. Und Yago würde auch für Andraki einen Verlust darstellen - wenngleich die Weiße auch keine Ahnung hatte, was für einen... Die Ohren der Weißen schnippten nach vorne, als Andraki geendet hatte. Leikuna bewegte den Kopf in eine leichte Schrägstellung. Sie wusste genau was die Zimtfarbene meinte. Und sie hatte Recht.

"Ich weiß, Andraki. Ich war nie die Wölfin, der man einen solchen Rang gegeben hätte. Aber ich war auch nie die Wölfin der man seine Söhne anvertraut hätte"

Schloß sie, und hob die Schnauze, um Andraki kurz an den Leftzen zu berühren. Eine ruhige, aufmunternde Geste, die die Antwort auf Andrakis Lächeln war. Natürlich blieben sie Freundinnen.

"Ich war nie jemand, dem man Verantwortung übertragen hätte. Aber ich werde es sein"

Damit war auch die zweite Frage beantwortet, und Leikuna tat es Andraki gleich, und brachte Distanz zwischen sich und die Zimtfarbene. Sie hatte keine Ahnung vom Kämpfen. Sie hatte es noch nie versucht. Aber bis zum heutigen Tag hatte sie auch noch nie gejagt. Es hatte ihrem Erfolg keinen Abbruch gebracht.
Gerade wollte sie Andraki antworten, als Akara sich einschaltete. Die Weiße nickte bloß, und trat dann wieder zu Andraki hin, postierte sich neben ihr. Sie wollte ihrer Freundin nicht kämpferisch gegenüberstehen, wenn dafür noch nicht die Zeit war. So war es sichtlich angenehmer.
Mit aufgestellten Ohren lauschte sie nun Akara, nachdem ein Großteil des Rudels eingetrudelt war. Das Korrianke fehlte viel ihr auf, aber vielleicht war er einfach weiter entfernt im Wald unterwegs. Er würde schon wiederkommen.
Akaras Worte bezüglich des Betapostens warfen ein Lächeln auf ihre Leftzen - so musste sie nicht gegen Andraki antreten, und das war ihr deutlich lieber. Ihre Haltung straffte sich abermals ein wenig, und ihr Lächeln fand zu Andraki.
'So muss ich dir nicht weh tun' schien darin geschrieben zu stehen, und erst als Yacáru sich an Akara wandte, wandte auch sie selbst sich wieder dem Rudel zu. Die Weiße trat vor, schüttelte sacht den Kopf. Kibas Worte klangen in ihren Ohren nach. '..versagt..'. Es war so falsch und so richtig.

"Nein, Yacáru. Es geht darum dass Erith aufgenommen wurde, ohne Vorsichtsmaßnahmen. Hätte jemand den Auftrag gehabt sie zu beobachten, irgendetwas - wir hätten es verhindern können, jeder von uns. Aber Kiba hat ihr das Vertrauen geschenkt dass sie nicht verdient hatte. Das war Kibas Fehler"

Ihr Blick war ernst, aber nach wie vor mitfühlend. Sie hatte auch kein Leben ohne Kiba angestrebt. Jetzt war es so gekommen. Man konnte es nicht ändern - nur das beste daraus machen.
Leikuna schob die Nase in Richtung der kleinen Wölfin, bot ihr die Berührung an, ohne sie zu bedrängen.

"Niemand hier würde Kiba aus bloßem Machthunger herausfordern. Nicht Akara, nicht Andraki, nicht ich. Wir können nichts ungeschehen machen - aber wir können dafür sorgen dass soetwas wie mit Senedd keinem weiteren Wolf passiert"

Erklärte sie, und suchte hoffnungsvoll nach Verständnis in den blauen Augen ihres jungen Gegenübers.


23.01.2010 16:27


Toboe stand nur stock steif da, während hinter ihm der Rest des Rudels eintrudelte und Wort um Wort über den Platz flog. Schließlich, als Akara zum Punkt des Ganzen kam, und im Hintergrund Yacáru und Leikuna anfingen zu debattieren, fletschte er die Zähne, schnappte kurz nach Akara und beschimpfte sie als Verräterin. Postwendend drehte sich der junge Wolf um und preschte an den Wölfen vorbei, zurück in den Wald, um seine Mutter zu suchen. Jeanne an anderer Stelle, reagierte schnell, warf Akara einen entschuldigenden Blick zu und rannte dem Grauen hinterher. Sie würde versuchen ihn zu beruhigen.




Aiyán Tendes

Als der Ruf seine Ohren erreichte, war Aiyán grade irgendwo mit seinem Bruder und dessen kleiner Freundin unterwegs gewesen. Er konnte nicht grade sagen, dass er glücklich darüber war Saiyán nun immer mal wieder teilen zu müssen. Größtenteils nervte es ihn sogar, auch wenn Nashita ja eigentlich ganz in Ordnung sein mochte ... er teilte seinen Bruder nun mal nicht gern! Der Ruf aber, ließ das erst mal in den Hintergrund treten, denn es war eine – im Großen und Ganzen – völlig fremde Stimme, die sich dort das Recht heraus nahm Ankündigungen zu machen.
Und als sie schließlich da waren, hatte sich auch schon die ganze Meute um zwei Wölfinnen versammelt. A ... und noch mal A. Irgendwie so. Aber seine Mutter war nicht zu sehen! Nur das Blut. Und der Tod eines Wolfes. Aiyán drängte sich an ein paar Wölfen vorbei, um bessere Sich auf das Geschehen zu haben. Was? Rang einnehmen? Kiba würde nicht zurück kommen? Und dann folgte eine längere Erklärung von A1. So betitelte er sie jetzt zumindest mal. So kam also heraus, dass irgend eine Wölfin irgend einen Wolf umgebracht, das Rudel versagt und seine Mutter dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. WAS BITTE!? Yacáru sprach in diesem Moment wohl ziemlich passend seine Gedanken aus. Auch wenn er sich nicht wirklich schuldig sah. Was sollte er auch dafür können? Und was seine Mutter?

Mitsah hätte jetzt bestimmt gesagt, dass dieser Wolf selbst Schuld sei, wenn er sich nicht verteidigen kann ...”

Sagte er leise in Saiyáns Richtung. Nun, es mochte schon ziemlich traurig sein, wenn ein Wolf starb – davon hatte er sicher genug Ahnung – aber da er ihn nicht kannte, schmerzte es ihn persönlich nicht. Das war nun mal so. Und eine mitsahsche Ausbildung härtete auch ein wenig ab. Er biss die Zähne etwas fester aufeinander. Seine Mutter war weg, weil diese dämliche A1 also meinte, sie könnte es besser? Wegen dieser dummen Wölfin war ihm jetzt niemand mehr, außer seinem Bruder geblieben? Von irgendwo drangen leise Leikunas Worte an Yacáru zu ihm, doch sie machten nichts besser und erklärten auch nicht mehr. Sie meinten also, indem man Kiba los wurde, würde das nicht noch mal passieren? Lächerlich! Wenn man sich nur umguckte, sah man doch schon, dass jetzt erst Recht Chaos ausbrechen würde! Er wandte sich ganz zu seinem Bruder um. Er redete immer noch so leise, dass A1 und A2 ihn sicher nicht hören würden.

Ich will diese komische Wölfin nicht als Alpha haben. Andere sicher auch nicht. Wer ist sie schon? Ich weiß nicht mal, wie sie heißt. Wir könnten sie gemeinsam stürzen, wie sie es mit unserer Mutter gemacht hat!


24.01.2010 16:25




El‘ Sombo de Feru

Zeiten der Veränderung waren dem Schwarzen immer noch ein Dorn im Auge. Sie brachten Unruhe, nährten Wut, Verzweiflung, Angst und schließlich blanken Hass. Ob Akara wusste, wie schwer es eigentlich war ein Rudel, bestehend aus so vielen unterschiedlichen Charakteren und Altersklassen zu leiten? Welch imense Aufgabe auf der jungen Fähe lag, die zeigen würde, ob sie bereit war, die Verantwortung mit allen Konsequenzen zu tragen? Und während der Rüde den Worten der Jungwölfe lauschte, ebenso der Erklärung der neuen Alpha und schließlich ihrer ersten Verteilung der Ränge, beschlich ihn die Gewissheit, dass gerade die Jünglinge nicht besonders angetan von der Umwälzung waren. Vielleicht lag es an ihrem Alter, oder der bisherigen Erziehung, aber sie betraten Terrain, welches dafür sorgen konnte, dass Akara fiel und mit ihr die Idee, welche sie den Mitgliedern näher bringen wollte; vielleicht sogar mit Zwang und harten, straffen Regeln. Sombo selbst war besonnen genug, sich nicht mit irgendeinem Konkurrenten um einen besonderen Platz anzulegen. Es war eventuell sein Alter, welches ihn innehalten und weitsichtig hatte werden lassen, oder sein ohnehin ruhiges und abwartendes Gemüt, aber die Aggressivität, gerade unter den Fähen, war auch für den Columbian Wolf zu spüren, wenn er es auch nicht nachvollziehen konnte. Es war eine Sache, dass jeder, der sich schon immer zu mehr und höheren Taten berufen fühlte, diese Zeit nun nutzen würde, um sich einen klaren Vorteil heraus zu holen, aber was nütze Kraft allein, mit der man durchaus sämtliche Kontrahenten besiegen konnte, wenn die geistige Reife und die Erfahrung fehlte?

Sich auf der Hinterhand niederlassend, waren die Ohren Sombos gespitzt und starr auf Akara gerichtet. Zahlreiche Gedanken rasten durch seinen breiten Kopf und als sie erwähnte, dass dem Rudel erfahrene Rüden fehlten, die die Aufgabe der Wache übernehmen konnten, entfloh dem Schwarzen ein kurzes Grohlen. So leise, dass es wohl niemand hörte, aber er musste seinem Unmut Luft machen. Nein, die Aufgabe übernehmen wollte er nicht, geschweige denn würde er bereit sein, diese, sollte die neue Leitwölfin ihn dazu anhalten, jene zu übernehmen, dies auch auszuführen. Er konnte sich nicht einmal wirklich erklären, warum, aber die Abwehr staute sich in ihm. Er lies es nicht wirklich nach draußen dringen, aber er hatte mit diesem Rudel nichts gemeinsam. Keine Wurzeln, keine Verbindungen, die ihn dazu verpflichtet hätten, irgendwas in solch einer Richtung zu unternehmen. Wenn man es ihm gestattete, dann würde er hier einfach seine letzten Frühlinge in Ruhe verbringen wollen; zu mehr war er nicht bereit. Sombo hatte sich geschworen nie wieder Verantwortung zu übernehmen und wenn dies noch seine einzige Hoffnung war, dann würde er für jene einstehen.

Sich wieder erhebend, stand er noch einige Zeit bei den Wölfen, die dieses Rudel beheimatete, ehe er seine Läufe streckte und den Fang aufriss um herzhaft zu gähnen. Das Leben würde weitergehen, ob mit alter, oder neuer Führung war dabei für den Rüden völlig gleich. Die Zeit würde zeigen, was der Umbruch bedeutete, wieso also sollte er sich nun ins Geschehen mischen? Durchaus verstand er die jungen Wölfe, erst recht Kibas Söhne, aber er sprach ihren Unmut ihren wenigen Frühlingen zu, die sie erlebt hatten. Selbst, wenn sie ein gefährliches Potenzial boten. Aber das würde Akara sicherlich auch selbst bemerken und wenn nicht, dann war sie für den Platz an der Spitze eines Rudels nicht geschaffen.


24.01.2010 17:53




Thiréa Edijna

Obwohl es gegen ihr Wesen sprach, brachte die Graue das volle Maß ihrer Konzentration auf und setzte ihren Blick nicht länger der schweifenden Umgebung aus sondern fixierte sich auf die Abläufe und Handlungen, die um sie herum geschahen.
Die ganze Zeit über war sie der Weißen und dem Jungrüden gefolgt, schweigsam - nicht unüblich. Ein wenig in Unruhe versetzt spielte sie mit den Ohren und ließ die Rute leicht pendeln. Auch als das kleine Grüppchen zum Stehen kam, trat Thiréa von einer Pfote auf die andere.
Sie alle folgten einem markanten Rufen und neue Informationen wurden an sie herangetragen. Von diesem Geschehen konnte Thiréa sich allerdings beruhigten Gewissens distanzieren. Sie kannte die alte Alpha nicht, ihr würde es bedeutend leichter fallen sich an die "neue" Alpha zu gewöhnen - es war eine Tatsache, die sich aus einigen Gesichtern erlesen ließ.
Reaktion von Seiten der Graunen folgte erst wieder, als Jeanne plötzlich verschwand. Die ganze Zeit über hatte Thiréa an ihren Fersten gehaftet - und jetzt? Jetzt war ihre Geleiterin verschwunden und sie stand ziemlich allein in der Menge von Wölfen. Verunsichert ließ sie den Blick schweifen, blieb an der Alpha hängen und suchte etwas an ihr, das vertrauensvoll wirkte... Sie brauchte jemanden, den sie als Fixpunkt benutzen konnte, solange sie eine Fremde war. Und der zuvor gewählte Fixpunkt hatte sich ganz fix aus dem Staub gemacht.


24.01.2010 19:53




Andraki

Sie musste lächeln bei Leikunas Worten. Sie waren gut gewählt, und sie wurden mit Entschlossenheit vorgetragen. Es erstaunte die Zimtfarbene regelrecht, sie kannte Leikuna... anders. Nicht so selbstbewusst, sondern jemand, der allein nicht auf Dauer zurecht käme. Jetzt wirkte sie ganz anders, und Andraki fragte sich, ob das von nun an so bleiben würde. Sie hoffte es - es stand ihrer Freundin wahrlich besser zu Gesicht. Gleichzeitig beruhigte sie die sanfte Berührung der Weißen im Inneren. Auch wenn sie nun kämpfen mussten, sie würden einander nicht dafür böse sein. Ihre Freundschaft würde nicht daran zerbrechen, und das beruhigte die Zimtfarbene ungemein.
Leikuna ging ebenfalls in Angriffsposition, doch da trat Akara zwischen sie und bat um Aufschub des Kampfes. Andraki hatte dem Wort der Alpha nichts entgegen zu setzen, selbst wenn sie gewollt hätte, und entspannte sich sogleich.
Kurz darauf war der Großteil des Rudels eingetroffen und Akara begann ihre Rede - die mit der Ernennung zweier Betas endete. Andraki fing Akaras Blick auf und wandte sich sogleich zu Leikuna um, ihre Lefzen verzogen sich zu einem Lächeln. Sie selbst UND Leikuna als Betas! Sie würden überhaupt nicht miteinander kämpfen müssen! Dankbar kehrte ihr Blick zu Akara zurück, und leicht neigte sie den Kopf, um ihre Zustimmung und ihre Dankbarkeit auszudrücken. Zwei weibliche Rangwölfe waren nicht üblich, wenn auch in diesem Fall tatsächlich die logischste Wahl. An erwachsenen Rüden mangelte es diesem Rudel wahrlich.
Und die jungen Rüden schienen viel lieber Ärger machen zu wollen als sich für mögliche Ränge zu profilieren. Toboe beschimpfte Akara prompt als Verräterin und stürmte davon. Andraki sog scharf die Luft ein, während Jeanne sich schon des Jünglings annahm. Die beiden älteren Söhne Kibas flüsterten miteinander. Andraki konnte ihre Worte nicht verstehen, aber der Blick des Sprechers gefiel ihr gar nicht. Yacáru empörte sich, und Leikuna nahm sich ihrer an. Andraki überlegte, ob sie auch noch etwas erwidern sollte, entschied sich aber dagegen. Wohlmöglich vermochte Leikuna mehr erreichen, als sie oder Akara mit ihren Erklärungen. Die Weiße hatte Kiba deutlich näher gestanden als sie selbst oder Akara.
Vielleicht wurde die Neuorganisation des Rudels sogar noch schwieriger, als sie vermutet hatte. Nun, da mussten sie - und vor allem Akara - dann wohl durch. Zumindest die Erwachsenen schienen die Tatsachen zu akzeptieren, wie es sich für ein Rudel gehörte...


25.01.2010 22:05




Teyrm

Steine. Wie Steine brachten die Worte der Wölfe auf ihn herein und mit jedem weiteren Brocken drohte der Rüde zu fallen, doch er hielt sich aufrecht. Wut hielt ihn aufrecht. Vielleicht brachte das hier rein gar nichts, vielleicht war es vollkommen nutzlos, aber er konnte nicht anders. Der Aschfarbene hätte am liebsten seinen Kopf gegen einen der zahlreichen Bäume die hier standen geschlagen um seiner Wut luft zu machen. Akara verstand gar nicht was das bedeutete. Kiba war fort. Das war viel mehr als der Verlust einer Alphawölfin. Zumindest für Tob's und seine Brüder... und auch für ihn. Kiba war gegangen, wie Yosó. Und nun? Es blieb ihm so wenig... und er wollte sich die Reaktion seiner Mutter gar nicht erst vorstellen. Inständig hoffte der junge Rüde, das sie so weit vom Revier fort war, dass er noch Zeit hatte sich zu sammeln bevor sie wieder kam.
Ruhe bewahren war nun wichtiger. ER musste nun ruhe bewahren.
Und dann würde man weiter sehen. Doch er würde das nicht einfach so hinnehmen. Für Jeanne hatte er nur einen missbilligenden Blick übrig, der Blick er an Akara ging, schien töten zu können. Doch er ließ sie alle Ausreden ohne ein weiteres Wort. Vorerst. Leikuna und Andraki die beide Ränge haben wollten, Cílyn die einfach nur doof und akzeptierend da rum stand, sein bester Freund der wie versteinert war, Yacáru... und dann begann diese selbsternannte Alohawölfin auch noch zu sprechen an und versuchte das Ganze zu erklären. Teyrm senkte den Blick, murrend blickt eer zu Boden, während neben ihm ein Tumult ausbrach und sein bester Freund von der Bildfläche verschwand. Er hätte es ihm gerne gleich getan. Doch etwas in ihm verbot es ihm. Jeanne folgte Toboe. Das war schon gut so, sie wusste zumindest wie er sich nun fühlen musste.
Zwar waren nun auch die anderen Rudelwölfe eingetroffen, dazu sogar noch zwei Fremde die er nicht einmal vom sehen kannte, doch inzwischen war seine Aufmerksamkeit auf Akara gerichtet. Wachsam nahm er ihre Worte wahr, suchte nach einer Schwachstelle in ihrem ach so tollen Plan. In ihrer tollen Rudelstruktur und ihrer Feindseligkeit gegenüber Fremden.
Kurz blickte er zu Toboes Brüdern, Aiyán und Saiyán, herüber. Ihnen gefiel dies hier sicherlich überhaupt nicht.
Und dann fiel erneut ein Stein hinab, stärker als alle zuvor und ruckartig hob der Aschfarbene den Blick wieder an. Erneut machte er sich so groß wie er konnte. Ruhe bewahren. Stark sein. Yosó war nicht mehr hier, also musste er nun stark und klug sein. Er musste seine Mutter beschützen. Und er wollte auch Yacáru beschüzen. Und Toboe. Für ihn musste er nun auch stark bleiben.
Ach so schön wie sie ihre Ränge vergab, konnte man vielleicht darauf ausbauen. Der Blick aus den hellen Augen des Jungwolfes schien sich zu verdunkeln. Wachsam nahm er Yacárus Worte auf. Leikunas Antwort. Dabei war er sich gar nicht mal so sicher. Diese Graue war mit allen Wassern gewaschen. Er vertraute ihr kein Stück.

"Und wie willst du es bewerkstelligen das auch alle Rüen in diesem Rudel solche 'Rangwölfe' werden wie du es möchtest?"

Er versuchte seine Wut im Zaum zu halten. Versuchte erwachsen und nicht kindisch rüber zu kommen und seinen Worten unterklang zu verschaffen. Mutig trat er einen Schritt vor, sucht den Blick der neuen Leitwölfin.

"Vielleicht magst du dir deinen Rang ehrlich erkämpft haben. Vielleicht magst du mit deinem Handeln recht haben. Aber ich glaube das du weißt das du bei uns damit nicht weit kommst," kurz hielt er inne, suchte erneut nach den Blicken der anderen Jungwölfe, "Um zu erreichen das wir... oder zumindest ich dir folge, braucht es noch einiges. Ich denke du bist dir dessen bewusst."

In seiner Stimme hatte Respekt mitgeklungen. Jener Respekt der instinktiv in ihm saß wenn es um Leitwölfe ging. Seine Worte jedoch kamen einer Herausforderung gleich. Er hatte keinen Bedarf sie heraus zu fordern, jedoch sollte sie sich bewusst sein das er ihr nicht so einfach folgen würde nur weil sie einen besonderen Rang trug. Es war nicht einmal dieser Grund gewesen, aus dem er zu Kiba und ihrem Rudel zurückgekehrt war.


25.01.2010 22:05




Cílyn Nuray

Sie war momentan stumme Beobachterin. Beobachterin, die alles in sich aufsaugte, alles in sich aufnahm und analytisch versuchte die so gewonnen Informationen für sich zu nutzen. Was war nur mit ihr los, was war es nur? Sie kannte sich selbst nicht mehr. Heute hatte sich etwas verändert - etwas im Rudel und etwas tief in ihr selbst. Sie hatte es schon lange gespürt, lange Zeit schon, doch etwas hatte sie die ganze Zeit am Leben gehindert. Sie hatte sich nie frei entfalten können. Doch mit dieser Veränderung, mit diesem neuen Lebensabschnitte, bekam sie die Chance sich zu ändern, und somit ihr Leben. Sie hatte eine neue Chance! Und die würde sie nutzen. Sie hatte sich verändert, vom einen auf den anderen Moment. Doch es war ihr egal, denn diese Veränderung gefiel der sanften Braunen. Es gefiel ihr einfach. Sie hatte ein neues Leben geschenkt bekommen, schon vor langer Zeit und erst jetzt schien sie es richtig bemerkt zu haben.
Es war als hatte sie die ganze Zeit unter Wasser gelebt und mit dem Sturz von Kiba, einer neuen Ordnung, aufgetaucht war und neue, frische Luft geatmet hatte - und sie hatte nicht wieder vor abzutauchen.

Weiterhin hatte sie gespannt die Entwicklung des Rangkampfes zwischen Andraki und Leikuna verfolgt, der aber von Akara unterbrochen wurde, um dem Rudel, das nun fast zur Gänze aufgetaucht war, ein paar Ankündigungen zu machen. Und erstaunlicherweise, machte es weitere Beobachtungen am Kampf von den beiden Fähen überflüssig - denn deutlich gab die neue Leitwölfin zu verstehen, dass sie beide Wölfinnen in den höchsten Posten erhob. Beide wurden Beta. Es überraschte die Braune leicht, und ihre Augenbrauenwölbungen bewegten sich bei dieser Inneren Überraschung leicht nach oben. Natürlich, Akara hatte Recht - dieses Rudel hatte mehr Fähen als Rüden, und die Rüden die es gab waren unheimlich jung. Zu jung um wichtige Posten des Rudels zu übernehmen.

Der Blick von Akara, der kurz darauf auf ihr lag, entging den rehbraunen Augen Cílyns nicht - und sie hielt ihm standhaft entgegen. Etwas in ihrem Inneren war entfacht - war es Ehrgeiz? Es fühlte sich an, wie ein Innerer Drang, den sie bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht gespürt hatte. Sie wollte gefallen, wollte sich beweisen.
Der Blick der Fähe glitt an Akara vorbei, neben sich, zu Andraki. Sie nickte der Fähe zu, und da sie diejenige war, die ihr am nächsten Stand sprach sie zu ihr.

"Herzlichen Glückwunsch."

Ihre Stimme war leise und nur an Andraki gerichtet, kein anderer würde sie gehört haben, hätte er nicht verdammt gute Ohren. Anschließend ließ sie ihren Blick über die Jungrüden schweifen, die unausgenommen ALLE unbegeistert über die Entwicklung waren. Was verständlich war, schließlich war es ... bei den meisten, die Mutter, die vertrieben worden war. Ihr Blick glitt zu Teyrm und sie war selbst überrascht, dass sie das Wort erhob.

"Wer sagt, dass alle Rüden Rangwölfe werden? Wer sich seinen Respekt und Platz im Rudel verdient, verdient einen hohen Rang. Wer Rangwolf sein möchte, muss es sich erarbeiten..."

Sie wunderte sich wahrlich über sich selbst, und war sich ihrer Worte nicht mehr so sicher. Aber wenn sie nun schon einmal angefangen hatte zu Reden, so wollte sie auch noch das sagen, was sie zu sagen hatte.

"Teyrm, so ist das Leben. Dinge ändern sich und auch wenn sie einem nicht gefallen muss man manchmal einfach lernen mit ihnen zu leben."


26.01.2010 20:09




Akara Chitaru

Akara wandte sich zu Yacáru um und sah sie neutral an. Wie es ihre Art war lag in diesem Blick eine größere Gutmütigkeit, als wenn sie sonstige Wölfe anblickte, die sie nicht zu ihren Freunden zählte. Sie mochte Jungtiere und sie konnte geduldig sein. Vor allem aber gehörte sie nicht zu den Wölfen, die sich so einfach ihren Gefühlen überließen. Es musste schon viel geschehen, damit sie die Fassung verlor. Letztlich schüttelte sie also einfach nur den Kopf und sah die junge Wölfin durchdringend, aber nicht bedrohlich an. Noch ehe sie antworten konnte, übernahm Leikuna die einzig wahren Worte, die es dazu zu sagen gab.

Ich habe gegen ihre Aufnahme gesprochen.”

Ergänzte sie, mit leisen Worten, schmerzlich daran erinnert, dass sie, wäre sie hartnäckiger gewesen, Senedds Tod vielleicht hätte verhindern können. Tatsächlich trugen sie alle gemeinsam die Schuld, was nichts daran änderte, dass Kiba die Verantwortung hatte. Nun war es anders. Alles was im Rudel schief gehen würde, lastete auf Akaras Schultern und die Graubraune wusste das.

Es mag nicht der richtige Zeitpunkt sein, über all dies zu sprechen, aber glaub mir Yacáru, ich fand zu diesem Rudel und wollte nichts, als ihm treu zur Seite stehen unter Kibas Führung. Ihre Entscheidung bezüglich Erith stimmte mich nachdenklich, ohne dass ich etwas an meiner Loyalität änderte. Doch als Senedd getötet worden war, veränderte sich meine Sicht auf die Dinge ein wenig. Ich will nicht, dass je wieder ein Wolf die Gelegenheit bekommt, jemandem hier weh zu tun, oder ihn gar zu töten. Ich möchte dich und alle Anderen beschützen.
Wenn du möchtest können wir ein andermal in Ruhe darüber reden.”


Sie nickte der jungen Fähe zu, sah kurz mit Stolz und Wohlwollen zu Leikuna hinüber, wollte aber nun, da diese sich um Yacáru kümmerte, nichts weiter hinzufügen. Es musste erst wieder Ruhe einkehren, Alltag. Im Augenblick war alles neu, nicht nur für das Rudel, auch für die Wölfinnen, die sich der Führung angenommen hatten.
Akara wollte nach Andraki sehen, als Teyrm ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie glaubte nicht, dass Worte ihn in seinem Zorn erreichen konnten und auch Taten würden nicht helfen. In diesem Moment konnte man nicht vernünftig mit dem jungen Rüden reden. Dennoch war es ihre Aufgabe als Alpha, ruhig zu vermitteln und vor allem seine Fragen zu beantworten. Cílyn Stimme war die nächste, die Akara vernahm und sich sogleich umwandte, ehe sie das Gesagte ergänzte und sich allein an Teyrm wandte.

”Was stellst du dir denn darunter vor, wie ich mir einen Rangrüden wünsche, junger Teyrm? Wir sprachen bislang nie wirklich miteinander und vielleicht sollten wir dies nachholen? Ich bin bereit deine Fragen zu beantworten und dir zu erklären, wie ich dieses Rudel führen möchte. Aber Zusammenhalt ist ebenso wichtig wie der Wille jedes Einzelnen, für die Gemeinschaft einzustehen auch – und gerade – in schwierigen Zeiten. Dir liegt sicher viel an diesem Rudel, in das du geboren wurdest? Ich bin sicher du kannst uns eine große Stütze sein.”

Aufmerksam verfolgte sie die Worte, die Teyrm an sie richtete und nickte, ehe sie zur Antwort ansetzte.

”Ich danke dir, dass du mir die Chance einräumst, mich zu beweisen.”

Erneut nickte sie. Es lag ihr viel daran, zu einem späteren Zeitpunkt speziell mit den Jungwölfen erneut ins Gespräch zu kommen. Doch nun musste sie das gesamte Rudel im Blick haben, auch die Wölfe, die ihr still gelauscht hatten. Gerade die Stummen waren schwerer einzuschätzen und miteinzubeziehen. Der Rudelnachwuchs hatte sehr laut und ausführlich verlauten lassen, wie sie die Sache sahen. Manch anderer hielt sich zunächst zurück. Vielleicht um respektvoll zu sein.
Weil es wichtig war, die neuen Wölfinnen kennenzulernen, trat sie auf die Graubraune mit den grünen Augen zu. Es war schwer, mit den Fremden hier umzugehen. Sie musste einen Übergang finden, zwischen der Art von Führung die Kiba gelebt hatte und die sie als neue Alpha anstrebte. Ihre Haltung war unmissverständlich, aber gelassen, obwohl die Neue bereits mitten im Revier und im Rudel war.

”Ich grüße dich, Wanderin. Sicher hast du verfolgt, was ich dem Rudel zu sagen hatte. Noch ist es etwas chaotisch, ich würde dich aber bitten in meiner Nähe zu bleiben, in den nächsten Tagen und Wochen. Es wird viel für mich zu tun sein und sicher erleichtert es dir das Kennenlernen aller Mitglieder, wenn du mich stets begleitest.”

Selbstverständlich lag noch ein viel tieferer Grund hinter dieser Bitte. Es musste gewährleistet sein, dass niemand mehr die Gelegenheit bekam, ein anderes Rudelmitglied aus dem Hinterhalt anzugreifen. Immerhin war es nun sie, die die Verantwortung trug. Es war zwar nicht ausgeschlossen, jemanden in den Reihen zu haben, dem man vielleicht nicht trauen konnte, aber Akara war sich sicher, lernen zu können, allen zu vertrauen. Auch den Jungwölfen. Nun nahm sie die eine Fremde in ihre Obhut. Zeit sich dieser offiziell vorzustellen:

”Mein Name ist Akara, ab heute Leitwölfin dieses Rudels. Wie ist dein Name und was führte dich hier her?


26.01.2010 21:16




Yacáru

Frustriert sah Yacáru in die Runde und fand alles einfach nur irgendwie ungerecht. Und wenn sie alles sagte, dann meinte sie auch alles. Bevor aber die neue Alpha persönlich auf sie reagieren konnte, stand Leikuna vor der kleinen, weißen Wölfin und eigentlich war es ihr sogar ganz lieb, dass die nette Fähe mit den goldenen Augen versuchte ihr die Sache zu erklären. Auch, wenn sie letztendlich nicht fand, dass es mit Leikunas Erklärung großartig besser klang, oder die Sache überhaupt irgendwie besser machte. Aber Leikuna war immerhin schon etwas Vertrauter und damit erträglicher. Und ob Leikuna Recht hatte, würde sich auch erst zeigen. Yacáru aber sah ein, dass es nicht viel brachte einen Aufstand zu machen, so wie Toboe, der jetzt richtig unfreundlich wurde. Es brachte genau genommen gar nichts! Die Jungwölfin streckte ihre Schnauze nach vorne und stupste Leikuna gegen die angebotene Schnauze. Sie würde sich mit dem Stand der Dinge so weit begnügen müssen, auch wenn sie immer noch alles ziemlich ungerecht fand. Glaubte Akara wirklich sich anmaßen zu dürfen, unter ihrer Führung wäre ihr der Fehler nicht passiert? Sich anmaßen zu dürfen, besser zu sein als Kiba? Nun, Yacáru war nicht in diesem Tal geboren und hatte zu der Silbergrauen auch kein besonderes Verhältnis gehabt, aber geschätzt hatte sie sie. Und unter ihrer Leitung war es sehr angenehm gewesen. Wenn Akara das jetzt alles verändern wollte, wusste sie noch nicht, wie gut sie das finden sollte. Das man einen Leitwolf einfach so stürzte, war auch ihr befremdlich. Bei ihren Eltern hatte es nichts Vergleichbares gegeben, da sie immer nur im kleinen Kreise der Familie gelebt hatten ... und die Wölfe um Lotus hatten auch kein Rudel gebildet.
Yacárus blaue Augen huschten zu Akara, als diese das Wort an sie richtete. Die weiße Fähe drehte ein Ohr leicht zur Seite, beim Blick der Erwachsenen, hielt ihm aber stur stand.

Dann sollten wir wohl hoffen, dass du das Rudel wirklich so viel besser beschützen kannst.”, gab sie schließlich zurück, den kritischen Ton nicht verbergend. “Ich werde auf dein Angebot zurück kommen.”

Dann jedoch meldete sich auch schon Teyrm zu Wort. Yacáru drehte das Haupt zurück und zog die Augenbrauen zusammen. Mit einem Kopfschütteln behielt sie ihre Gedanken für sich und stapfte neben Leikuna, ließ sich auf die Hinterläufe sinken und sah unzufrieden von einer Seite zur anderen.


26.01.2010 23:24




Leikuna

Leikunas Blick fand zu Toboe, als der Rüde nach Akara schnappte, sie beschimpfte und davonstob. Einen Augenaufschlag später folgte ihm auch Jeanne, und Leikuna war dankbar dass ihnen die Weißen dieser Sache zu Hilfe kam. Es war eine zu große Aufgabe für sie vier plötzlich allein überall zugleich zu sein. Akara ergänzte ihre Ausführungen ein wenig, und das Lächeln kehrte auf Leikunas Leftzen zurück, als Yacáru ihre Schnauze sanft berührte. Es war die Bestätigung die sie sich gewünscht hatte, und sie strich der kleinen Wölfin über die Nase, bevor diese sich wieder an Akara wand, und sich dann neben ihr niederlies. Leikuna setzte sich selbst nun auch wieder, wand sich nocheinmal an die Weiße, der sie nun näherzukommen hoffte.

"Kiba ist nicht nur gegangen weil sie den Kampf verloren hat"

Erwiederte sie leise, und senkte den Kopf auf Yacárus Höhe. In ihren Augen lag die Ehrlichkeit zu lesen, in ihren Zügen noch etwas Wehmut.

"Sie selbst sagt das gleiche wie Akara - wir werden sie nicht wieder sehen -"

In diesem Moment erst wurde ihr das ganze Ausmaß ihrer eigenen Worte bewusst, und es traf sie wie ein Fels in der Lendengegend,

"- aber es würde sie sicher freuen wenn Akara Recht behalten würde und wir besser aufeinander aufpassen werden. Und um dieses Ziel zu erfüllen braucht es mehr als eine Alpha. Es braucht uns alle"

Erklärte sie, nach wie vor leise, aber nicht flüsternd. Ihre Worte würde jeder hören können der zuhörte, aber adressiert waren sie an Yacáru allein - wenngleich anscheinend auch die anderen Jungwölfe ihrer bedurften.

Leikunas Blick huschte zu Cílyn, die Andraki beglückwünscht hatte. Sie selbst fühlte sich dabei ebenso angesprochen, vorallem im Angesicht der Tatsache dass ihnen beiden der Kampf erspart worden war. Ihr entging nicht dass auch die Braune sich nun um Ordnung und Verständnis in Reihen der Jungwölfe bemühte - eine Tatsache die ihr Lächeln auffrischen lies. So sehr die Jungwölfe sich zu sträuben schienen, umso bemühter waren die Erwachsenen, zu helfen und ihnen verständlich zu machen was und warum es gerade passierte. Und dass gewiss nicht alles daran schlecht war, von Kiba und Yagos Verlust einmal abgesehen, der auch ihr nach wie vor zu schaffen machte. Bloß ihre Konzentration auf das Geschehen hielt die Traurigkeit noch zurück, die sie selbst in sich erneut erweckt hatte.
Wie zufällig fand ihr Blick zu ihrem Hasen, den sie vorhin abgelegt hatte. Sie erhob sich, nahm ihre Beute wieder auf und legte sie zwischen ihre Pfoten. Sie würde ihn teilen, aber nun sollte er nicht herumliegen wie ein verlorenes Spielzeug im Dreck.
Ihr gelber Blick flog zu Andraki, dann zu Akara, die von einer Erklärung zur nächsten überging. Es musste für sie noch weitaus anstrengender sein als für Leikuna selbst, aber sie nahm diese Aufgabe mit Bravour und lies sich weder Hektik noch sonstiges Unbehagen anmerken. Wenn das alles überstanden war würde sie wohl zuerst Akara etwas von ihrer Beute anbieten.
Leikuna sah zu Teyrm herüber, der noch immer sein Missfallen nur allzu offen präsentierte. Es gefiel ihr nicht dass er so unfreundlich zu Akara war, aber es würde ihn kaum überzeugen, wenn sie sich nun noch mit ihm über Förmlichkeiten streiten würden. Wieder versuchte sie Andrakis Blick aufzufangen, nach wie vor lächelnd.
'Wir schaffen das schon' stand in ihren Augen.


27.01.2010 15:49




Teyrm

Es war doch immer wieder lustig zu sehen was geschah, wenn jemand mit Macht winkte. Akaras Worte an Yacáru drangen nur leicht und wie durch Rauch an seine Ohren, obwohl er selbst darauf aus war, soviel wie irgend möglich mitzubekommen. Bei Cílyn Worten sträubte sich das Nackelfell des Rüden, sollte es auch nur irgendwie möglich sein, noch weiter. Sein Blick versteinerte auf der braunen Fähe, die es brachte, einfach so dazwischen zu reden, als wenn seine Worte an sie gerichtet gewesen waren.
In einem Moment waren die Züge des Wolfes kalt.

"So wie du es dir gerade versuchst zu erarbeiten, huh?"

Grimmig schnaufte der Jungwolf durch die Nase aus. Kaum änderte sich irgendwas, kaum gab es irgendwelche Ränge, irgendwelche Macht, standen sie alle Schlange und wedelten wie dumme Köter mit ihren Schwänzen um ein wenig davon ab zu haben. Es war so jämmerlich. Wenn man sich so einen Rang erarbeitete, konnte er dankend darauf verzichten.
Ihre nächsten Worte jedoch ließen den Rüden fast knurren. Etwas schien in seinen Augen aufzuflammen, ein Feuer, wie es in den Augen seiner Mutter bereits vor vielen Monden erloschen war. Was nahm sie sich heraus? Teyrm konnte sich nicht erinnern jemals viele Worte mit der Braunen gewechselt zu haben und jetzt sprach sie ihn an, als wären sie ihr Leben lang gute Freunde gewesen. Kse. Was wusste sie schon.

"Versuch mir nichts über das Leben zu erklären ohne mich zu kennen," noch immer hatte sich sein Blick keinen Zentimeter bewegt, "ich hab schon genug erlebt um zu wissen das das Leben keinesfalls fair ist und man nichts geschenkt bekommt. Also kümmer dich um dein eigenes und versuch nicht mir predigen zu halten die ich bereits kenne seit ich ein Welpe bin."

Er hatte zuvor nicht viel mit Cílyn anfangen können, nun jedoch hatte sie eine Antiphatie in dem jungen Rüden hervor gerufen. Es war ihm egal wie ihre Worte vielleicht gemeint waren, in seinen Ohren waren sie defintiv die Falschen gewesen. Was wusste sie schon? Feuer, Einsamkeit, Wanderschaft, Erdbeben. Seine Geschwister tot oder verschwunden. Sein Vater war fort. Seine Mutter würde nie wieder die selbe sein die sie einmal war. Sie würde ihr Feuer nie wieder zurück erlangen. Oh doch, er kannte das Leben nur zu gut. Er hatte schon früh gemerkt das er nun stark sein musste, das ihm nichts geschenkt wurde. Und er hatte es immer mit einem Lächeln auf den Lefzen durchgestanden. Was wollte sie ihm da also erklären? Sie wusste doch agr nichts.
Akara war es die seine Aufmerksamkeit erneut auf sich zog und ihn aus seinen Gedanken riss. Ihr gegenüber veränderte sich sein Blick, wurde weniger kalt und mehr wachsam. Er nahm ihre Worte wiederstandslos hin. Nickte nur leicht. Vielleicht war es wirklich gut wenn sie sich mal unterhielten. Vielleicht verstand si dann seine Beweggründe. Er war kein dummer Jungwolf. Das war sicherlich keiner von ihnen mehr. Nur würde er sehen wie es weiter ging. Kiba würde wahrscheinlich nicht zurück kommen. Soweit und wahrscheinlich noch um einiges weiter hatte er die Regeln eines Rudels lange begriffen. Seine Loyalität verschwand damit aber nicht. Seine Loyalität galt den Wölfen aus Kibas Rudel, jedoch noch nicht denen aus Akaras. Auch wenn es die selben waren. Die Zeit sich zu beweisen gab er ihr. Was sollte er auch anderes tun. Der Aschfarbene war sich bewusst, dass er jederzeit zu Tearl zurückkehren konnte wenn er es denn wollte. Doch umso mehr war er sich bewusst, das es zur Zeit einfach nicht ging. Der Tag an dem er dieses Rudel verlassen könnte, würde jener sein an dem er seine Mutter in Sicherheit und guten Pfoten wusste und er selber dies auch wollte. Beides war zur Zeit nicht der Fall. Er konnte also nichts weiter tun als abwarten.
Teyrm wandte den Blick von der neuen Leitwölfin ab, als diese sich einer der neuen Fähen zuwandte. Unruhig wandte er sich um, trat ein wenig aus dem Kreis der Wölfe heraus und ließ sich fallen. Ließ sich einfach nur nieder fallen, in einem geringen Abstand zu Leikuna und Yacáru.
Leikuna, weil sie Kiba getroffen hatte und ihre Worte auf seinen Geist wie ein milderndes Antiserum gegen das Gift seine Wut zu wirken schienen.
Yacáru, weil er sie mochte und beschützen wollte. Und wahrscheinlich noch viel mehr, weil ihre Anwesenheit und ihre Nähe in diesem Moment wie eine lebensnotwendige Stütze wirkte


28.01.2010 00:22




Thiréa Edijna

Ein wenig eingeschüchtert durch die vorherigen Worte der neuen Alpha trat sie einen Schritt zurück als diese sich näherte und zog die Rute zwischen ihre Hinterläufe, das Haupt leicht nach unten gesenkt. Dieses Mal richtete Akara ihre Worte bewusst und direkt an die kleine Träumerin und sie lauschte ihren Worten ruhig, ihre unterwürfige Haltung wahrend, und prägte sich ihre Worte ganz genau ein. Sie würde ihnen Folge leisten, immerhin war sie hierher gekommen um Teil eines Rudels zu werden. Und das würde sie sicherlich nicht, wenn sie sich dumm benahm.
Als Akara sich ihr vorstellte lockerte die Graubraune ihre Haltung ein wenig und suchte die zuvor verlorene Stimme.

"Mein Name ist Thiréa Edijna. Geführt hat mich hierher ein zielloser Weg und der Wille auf ein Rudel zu treffen, dem ich mich anschließen kann, da der Einzelkampf unmöglich zu überstehen ist auf große Dauer."

Wie immer lag in ihrer Stimme der sanfte, träumerische Unterton doch es schwang ein gewisses Maß an Unsicherheit darin mit. Sie wusste nicht genau, was von ihr erwartet wurde und die Ansprache der neuen Alpha schien nicht sonderlich begeistert über Neuankömmlinge; viel mehr gespickt von Misstrauen.

"Wenn es als dir als Richtige erscheint, dann soll es so sein. Ich werde an deinen Fersen haften und lernen, was zu lernen ist."

Sie hoffte inständig, dass sie die richtigen Worte gewählt hatte. Undenkbar war es, sich jetzt einen Fehltritt zu erlauben, schließlich war der erste Eindruck immer der wichtigste.


28.01.2010 14:35




EL‘ Sombo de Feru

Die Worte der verschiedenen Individuen hallten noch lange in den großen Ohren des schwarzen Rüden nach. Was versuchte Akara eigentlich? Dieses Rudel unter straffer Führung zu bedingungsloser Sicherheit zu führen, welche ohnehin niemals zu erreichen ist? Die absolute Sicherheit gab es nicht, das hatte auch Sombo einst lernen müssen; denn egal, welche Vorsichtsmaßnahmen man traf, niemals konnte man das Risiko gänzlich ausschließen. Was war Sicherheit wert, wenn sie verlangte, die Freiheit aufzugeben? War es das, was die neue Leitwölfin beabsichtigte? Noch hatte der Rüde kein genaues Bild über die Absichten der Fähe gewonnen, denn alles, was sie bisher erwähnt hatte war, dass sie das Rudel anders leiten wollte, als es Kiba getan hatte. Aber wie genau sah dieses anders aus? Was beinhaltete es und welche Konsequenzen hatte es für das Rudel und jedes seiner Mitglieder. Bislang konnte Sombo nur eins genau ausmachen: Die Ernennung zweier Beta-Fähen, die Akara wahrscheinlich sehr wichtig waren, lies den Rüden stutzen, wenn nicht sogar innerlich ein unsagbar beklemmendes Gefühl bescheren. Sicherlich, er kannte die meisten Wölfe hier nicht besonders lange, geschweige denn allzu gut, aber Betas allein aufgrund der eigenen Sympathie zu benennen, glich für Sombo einer Meuchelwirtschaft; hätte er denn dieses Wort gekannt.

Eine Zeit lang hatte sich der Rüde noch im Hintergrund aufgehalten, die Szenen, die sich zwischen der neuen Leitfähe und den Jungrüden abspielte, stumm beobachtet und sich seinen Teil gedacht. Aber nun, da sich Akara an die graue Wanderin mit der Bitte wandte, sie solle sie ab nun an bei jedem Schritt begleiten, wurde es dem älter werdenden Rüden zu bunt. Zwar wusste er durchaus, dass er sich ohne nennenswerten Rang nicht in die Entscheidungen des Alphas einzumischen hatte, aber es gab Momente, da selbst der sonst so bedachte Schwarze nicht mehr still sein konnte.

Mit sicherem Schritt schloss er die wenigen Meter, die ihn von Akara trennte, die vor der fremden Fähe stand und bedachte die neue Leitwölfin mit ernstem Blick. Keine Spur von Demut, oder gar heuchlerischem Verhalten. Er hatte nichts verbrochen, also musste er sich auch nicht in geduckter Haltung nähern. Seine Körpersprache zeugte von würdevollem Respekt, seiner, aber auch Akares Person gegenüber, denn er wollte sie nicht herausfordern, noch bedrohen. Völlig ruhig stand er seitlich von ihr und lies erst noch die Wanderin antworten, die sich scheinbar mit Akaras Bitte abgefunden hatte. Sie wollte schließlich Anschluss haben, da war es nur allzu verständlich.

"Verzeih mir, wenn ich mich einmische und damit durchaus auch deine Entscheidung in Frage stelle, aber...",

Sombo schwieg einen Augenblick, als müsste er erst noch einmal überlegen, was genau er zu sagen hatte, doch die Worte waren schon längst zurecht gelegt. Er lies der Grauen lediglich die Zeit, ihre Aufmerksamkeit auf ihn zu richten und sich auf ein paar Anmerkungen, oder Kritiken gefasst zu machen.

"...erachtest du es nicht als blanke Ironie sie an dich zu ketten in der Hoffnung, damit alle Unschlüssigkeiten und alle Zweifel, die in dir zu finden sind auszuradieren? Welche trügerische Sicherheit strebst du an, Akara? Kannst du dir wirklich jedes Mal absolut sicher ob deiner Entscheidungen sein? Denkst du nicht auch, dass ein Wolf mit der Absicht Unruhe, gar Tod und Verderben diesem Rudel zu bringen, dir etwas vormachen kann? Dich glauben lässt, er sei ein gutmütiger und herzenguter Zeitgenosse um dann, wenn es nur einen unbeobachtenden Moment gibt, zu zuschlagen? Du kannst nicht ständig Wache halten, noch können dies andere Rudelmitglieder für dich. Akara, verstehst du? Die absolute Sicherheit wirst du nicht finden. Keiner von uns wird sie jemals finden. Das, was du anstrebst, ist ein Trugschluss."

Dunkel drangen seine Worte an die Ohren der Fähe und sein Blick lag voller Entschlossenheit, dass die Leitwölfin verstand, was er ihr versuchte zu erklären, auf sie gerichtet. Dabei war Sombo völlig ruhig, fast beängstigend ruhig, als würden ihn seine eigenen Worte überhaupt nicht betreffen.

"Wenn du die gänzliche Sicherheit anstrebst, wirst du die Freiheit aufgeben müssen. Keine guten Voraussetzungen um ein Rudel auf die Dauer dir loyal gegenüber stehen zu lassen. Harmonie und Frieden sind nicht einfach da, noch kann man sie sich einfach erarbeiten. Sie kommen und gehen, wie sie wollen und auch du wirst daran nichts ändern können, selbst wenn du alles versuchen willst, was in deiner Macht steht."


28.01.2010 20:54




Akara Chitar

Innerlich spürte Akara Unsicherheit aufkeimen, was die Jungtiere betraf. Vor allem Teyrms Feindseligkeit schien nicht auf einer Verteidigung seiner ehemaligen Leitwölfin zu beruhen, sondern einer Abneigung gegen sie persönlich. Sie wusste nicht, was sie ihm getan hatte und somit auch nicht, wie sie mit dem Jungrüden umgehen sollte.
Sie hatte sich bereits abgewandt, als er Cílyn anfuhr und sie nahm sich vor, sein Verhalten nur noch dieses eine Mal zu tolerieren, ohne dazwischen zu gehen. Sie mussten lernen, miteinander umzugehen, ohne sich gegenseitig anzugreifen.
Wie es schien hatte der Jungrüde nicht nur mit Andraki und ihr ein Problem, nun weitete sich seine Feindseligkeit schon auf andere Wölfe aus.
Akara konzentrierte sich nun auf die neue Wölfin, die sich vorstellte und ihr Auftauchen begründete, wie es die Meisten hier taten. Die Augen der Leitwölfin sahen die Fähe freundlich an, ohne ein Bewusstsein dafür zu haben, ob man mit ihrer mangelnden Mimik etwas anfangen konnte. Sie nickte ihr anerkennend zu und setzte dazu an, ihr zu antworten, als einer der wenigen Rüden hinzu trat. Aufmerksam musterte sie ihn, der zuvor bei Senedd geblieben war.
Ruhig und gelassen sah sie Feru in die Augen, dachte über jedes seiner Worte nach und wartete darauf, dass sich in den vielen Sätzen abzeichnete, was er ihr mitteilen wollte. Ohne Erfolg. Sie hatte gehofft, hilfreiche Ansätze zu finden, in einer gut vorgetragenen Kritik, stattdessen bemängelte er lediglich ihre Entscheidung. Es mochte seine Art sein, so zu reagieren, sie kannte ihn nicht ausreichend.

Ständest du an meiner Stelle, wie würdest du verfahren?”

Fragte sie direkt heraus, ebenso aber überleitend, um noch etwas anzuhängen. Ihr Ausdruck blieb gleich, freundlich, geduldig, wenn man sich darauf verstand auf die Kleinigkeiten in ihren Zügen zu achten. Sie störte sich nicht daran, von ihm unterbrochen worden zu sein, nicht einmal an der Kritik selbst. Es schien ihr nur merkwürdig, wie er sie vortrug.

Findest du nicht, als Leitwölfin dieses Rudels, sollte ich jeden Wolf gut kennen? Ich habe viel nachzuholen und weiß nicht, wie viel ich verändern muss, damit die Gemeinschaft enger zusammen steht, aber ich muss jeden Wolf einschätzen können und für ihn bürgen.”

Sie glaubte aus seinen Worten eine gewisse Erfahrung herauszuhören, weshalb sie nicht genauer darauf einging, was sie meinte. Er würde wahrscheinlich verstehen.

Mir scheint du betrachtest meine Entscheidung als reines Misstrauen und Strafe, aber es ist eine Chance, für eine Wanderin in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden.”

Akara sah den Rüden an, sich fragend, wie er gelebt hatte, ehe er zum Rudel stieß. War sein Rudel strukturiert gewesen, wie das von Kiba? Konnte es so etwas überhaupt noch einmal geben? War es denn für jeden dieser Wölfe völlig normal, dass ein Rudel Streuner in seinen Reihen aufnahm? Dass widersprach doch nun wirklich jeder Regel und Vernunft.

Was ich anstrebe ist nicht Sicherheit, sondern die Sicherheit, die aus einer starken Gemeinschaft resultiert.


31.01.2010 12:15




Andraki

Die Zimtfarbene wandte den Kopf um, als sich Cílyn neben sie setzte, sie anlächelte und ihr freundlich gratulierte. Ein wenig überrascht erwiderte sie das Lächeln. Sie hatte nicht erwartet Glückwünsche ob ihres neuen Ranges zu hören zu bekommen, und das gewiss nicht von jemandem wie Cílyn, die Andraki eher als zurückhaltend und schweigsam kannte. Gerade deshalb verspürte sie kurz einen misstrauischen Stich - wollte auch die braune Fähe die Gunst der Stunde nutzen, indem sie sich mit den neuen Rangwölfen gutstellte? Die Zimtfarbene schob den Gedanken beiseite. Selbst wenn, sie konnte es ihr nicht verübeln - gerade sie nicht, hatte sie doch gerade erst selbst die Chance ergriffen, die sich ihr geboten hatte. Sie hatte Glück gehabt, den ersten Anspruch auf den Betarang erhoben und Akara zur Freundin zu haben, das durfte sie bei ihren Betrachtungen nicht außer Acht lassen. Sie war nun Beta, aber sie würde kämpfen müssen, um es zu bleiben. Durch Taten und vielleicht auch durch Rangkämpfe. Wäre sie in Cílyns Position, würde auch sie versuchen, sich mit der neuen Führung gut zu stellen.
Also sah sie ihre Gratulantin freundlich an, und ihr Lächeln wuchs.

"Ich danke dir, Cílyn",

erwiderte sie und ließ ihren Blick noch kurz auf der Braunen ruhen, ehe sie die gelben Augen zurück zu Akara wandern ließ, die sich noch immer mit dem widerspenstigen Teyrm befasste. Andraki konnte nicht umhin Akaras Ruhe und Sachlichkeit zu bewundern, war sie doch nicht sicher, ob sie selbst sich so lange diesem Verhör - und nichts anderes war es - hätte unterziehen können ohne die Geduld zu verlieren. Akara wandte sich auch einem der Neuankömmlinge zu, während Feru nun schließlich das Wort ergriff. Was er sagte, zeichnete ein sehr düsteres Bild, das Andraki als zu pessimistische Version der Zukunft empfand.

"Es geht nicht darum, etwas aufzugeben um der Sicherheit Willen",

entgegenete sie an den schwarzen Rüden gewandt.

"Es geht vielmehr darum an Gemeinschaft zu gewinnen, für mehr Sicherheit eines jeden Rudelmitglieds. Es geht nicht um Überwachung, sondern darum, dass wir als Rudel wieder mehr aufeinander achten. Wenn das bedeuten, Fremden gegenüber etwas misstrauischer zu sein als bisher, ist das nur ein geringer Preis. Es ist ja nicht so, dass Fremde keine Chance erhalten sollen. Aber sie sollen sich das Vertrauen das Rudels verdienen, und nicht aufgrund blinden Vertrauens Rudelmitglieder wie Wild reißen können. Sicherlich, einen guten Schauspieler zu enttarnen kann schwer sein, aber in Zukunft werden wir zumindest die Chance haben, einen solchen zu entlarven, bevor es zu spät ist."

Ihre Augen musterten Feru. War das alles wirklich so schwer zu verstehen? Senedd war tot, ermordet. Und trotzdem wollten so viele nicht den Fehler in Kibas Führungsweise sehen. Bei den Jungwölfen konnte sie das verstehen - sie schienen überhaupt kaum etwas von den allgemeingültigen Gesetzen des Rudellebens zu wissen. Aber ein erwachsener Rüde wie Feru?
Ihr Blick glitt an ihre Seite, zu Leikuna. Die Weiße lächelte sie an, schien ihr Zuversicht vermitteln zu wollen. Andraki erwiderte das Lächeln und deutete ein Nicken an. Ja, sie würden diese Schwierigkeiten gewiss meistern. Sie konnten alle nur daran wachsen.


31.01.2010 19:37




Shirái

Noch immer zierte ein freundliches, doch mindestens ebenso kaltes Lächeln die Lefzen der Fähe. Vertrauen. Ja, wer sehnte sich nicht nach einem Wolf, einem Gefährten, dem man dieses Privileg entgegen bringen konnte ? Dem man blind und vollkommen vertraute, für den man letztlich sogar seine Pfoten in brennendes Geäst halten würde – und; der einen nicht betrog, der diese offen zur Schau getragene Schwäche nicht zu seinem Vorteil nutzte. Diesen Wolf gab es- und würde es auch nie geben. Nicht für sie, nicht für Jeanne und niemanden sonst. Blindes Vertrauen war eine Täuschung, eine Illusion – ein Trugbild erzeugt von Verrätern. Es war egal wie lang man sich kannte, wie viele gemeinsame Erlebnisse, schöne wie auch schlechte, einen aneinander ketteten. Vertrauen konnte man letztlich nur sich selbst und das war auch gut so. Denn wer sich dieser Tatsache bewusst war, dieses kleine Gesetz verinnerlicht hatte, der lebte auf sicherem Fuße – auf dem besten Wege niemals Enttäuschungen zu erleben. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie sich das Misstrauen Shanaros nicht sonderlich zu Herzen nahm – ja, es sogar verstand. Trotzdem; ihren Plänen, Visionen standen die Zweifel des Jungtieres im Wege und so hatte die Beseitigung dieses kleinen...Problems äußerste Priorität. Langsam wandte sie den Kopf, versuchte den Blicken einiger Umstehender zu begegnen und ließ sich schließlich auf ihre Hinterläufe sinken. Jeanne hatte Recht behalten, das Tal jenen Rudels war schön, um nicht zu sagen umwerfend und würde ihren Aufenthalt hier zu einem spannenden und schönen Erlebnis machen. Man musste eben nur wissen wie – dann funktionierte der Rest von selbst.
Den Sturz der Leitwölfin, den Protest der alteingesessenen Rudelmitgliedern und die kurze Debatte der Verfechter des 'neuen Gesetzes' hatte Shirái mit wachsendem Interesse verfolgt. War das nicht eine jener Situationen, welche sich vortrefflich zu ihrem Nutzen wandeln ließen? Ein Umsturz bedeutete auch immer neue Regeln, Gesetze denen man Folge zu leisten hatte. Und; als wären die Gedankengänge der Silbernen nicht genug, verkündete die neue Alpha tatsächlich ihre 'Pläne der Zukunft'. Misstrauen. Passte das nicht perfekt in ihre eigenen Gedankenstränge? Wenn das nicht als Wink des Schicksals zu betrachten wäre. Noch immer lächelnd – und grazil wie je – kam die junge Fähe auf die Läufe, trat tänzelnden Schrittes auf ihre neue Alpha zu und senkte (noch immer distanziert lächelnd) das Haupt.

Akara.”

Wurde der Name der Angesprochenen genannt. Jedes Wort, jede Geste war mit Bedacht und vollkommen bewusst gewählt. Sie musste überzeugen, so, wie sie es immer tat. Den Namen der neuen Leitwölfin hatte sie aufgeschnappt, ebenso wie die ganze, verfahrene Situation. Auch Thiréa befand sich in der Nähe und wurde mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Diese Fähe stand im Weg ihrer Pläne, nunja, musste man eben improvisieren.

Auch ich bin fremd in dieser Gefilde, auch ich möchte mich euch als vertrauenswürdig beweisen.”

Schon wieder dieses leidige Wort. Vertrauen. Gift, es war Gift für ihre Fänge und doch brachte sie es ausdruckslos über die Lefzen. Nein, dieses Spiel würde sie nicht verlieren. Noch nie – noch nie ! - hatte sie eine Niederlage in Kauf nehmen müssen. ”Was ich anstrebe ist nicht Sicherheit, sondern die Sicherheit, die aus einer starken Gemeinschaft resultiert.” Nicht dumm, Akara war wahrlich nicht auf den Kopf gefallen und doch würde sie sich Mancherorts zu beweisen haben. Eine Tatsache die das unmutige Gebrabbel unzufriedener Rudelmitglieder bestätigte. Akara würde eine vertrauensvolle Seele brauchen. Und das war sie – selbstverständlich.

Zwielicht nennt man mich – verzeiht meine Unhöflichkeit.”

Noch immer lächelnd hob sie nun den Kopf, versuchte dem Blick der Grauen zu begegnen. Stechende, musternde und vor allem kluge, blaue Augen. Interessant. Die Haltung der Silbernen war demütig und dennoch von Stolz geprägt. Eine Fähe die sich gewisser Regeln bewusst war, sich aber dennoch nicht brechen ließ. Man sah es ihr an. Die restlichen Umstehenden, die eigentlichen Gesprächspartner ihrer Leitwölfin ignorierte sie gekonnt – und dennoch nicht unhöflich. Für Shirái nahm man sich Zeit.


03.02.2010 10:03




Yago

Yago sah nicht mehr zurück, auch wenn er das leise Flüstern Leikunas hörte und ihren Gruß erwidern sollte. Nur … es war ein Abschied, den nicht er entschieden hatte und ein Weggehen, welches er lieber vermieden hätte. Ihm blieb nichts anderes übrig, als Kiba zu begleiten, keine weitere Option stand ihm offen, also wehrte er sich auch nicht. Doch ein Abschiedswort konnte er nicht finden. Stumm und ohne seine kleine Schwester noch einmal anzusehen ließ er sie ziehen, hörte wie sie sich umwand und mit raschen Schritten gen Rudel zog. Er war sich der Aufgabe bewusst, die er ihr gegeben hatte und natürlich war ihm auch klar, dass die kleine Leikuna mit einem Mal Verantwortung zu tragen hatte. Vielleicht würde sie es nicht schaffen, aber wenn doch … dann würde sie nicht länger den ewigen Schutz Yagos brauchen. Und der glaubte an sie, an seine kleine, naive Schwester, dass ihrem Rücken Flügel entwachsen würden und sie etwas vollbringen würde, dass sie mit ihm an ihrer Seite nie vermocht hätte. Da ließ sich sogar ein Vorteil finden, warum Kiba und er nun gingen. Die kleine Leikuna würde nun zu einer großen Leikuna werden und vielleicht … ganz vielleicht würde Yago sie ja irgendwann wieder sehen und den Stolz eines großen Bruders, der seine erwachsene kleine Schwester sieht, spüren dürfen. Vielleicht.
Er erhaschte Kibas Blick nur aus dem Augenwinkel, fing ihre Dankbarkeit dennoch schwer und erdrückend auf. Auch wenn es wohl selbstverständlich war, dass sie ihm dankte, wollte er diesen Dank am liebsten ablehnen. Er konnte selbst noch nicht ganz greifen, warum er in letzter Konsequenz mit ihr ging, aber er tat es sicher nicht aus Güte. Er kannte diese oft so hoch gepriesene Eigenschaft nicht und wenn jemand ihn als gütig bezeichnen würde, würde Yago ihn als armen Irren bezeichnen. Nein, der Schwarze konnte nicht jeden Grund für sein Begleiten finden, aber er war sich sicher, dass er keinen Dank verdiente. Dennoch sollte er sich jetzt nicht über so etwas nichtiges wie seine Gefühlswelt Gedanken machen, sondern viel eher einen geeigneten Unterschlupf für Kiba und sich ausfindig machen. Sie befanden sich im Nordwesten des Reviers, wenn sie den Tear Mirrow zu ihrer rechten Seite lassen würden, müssten sie direkt auf den kleinen Bergpass zusteuern, über den sie das Revier verlassen könnten. Gleichzeitig lies sich dort oben sicher ein Unterschlupf finden, sofern sie nicht zu hoch steigen würden. Wenn sie es überhaupt bis dorthin schaffen würden … Kiba belastete nicht nur ihre zahlreichen Wunden, auch innerlich schien sie kurz vor einem Zusammenbruch. Doch Yago sah keinen anderen Weg, eigentlich hatten sie sogar enormes Glück, so nahe am Bergpass zu sein. Genauso gut hätte der Vorfall auch im Südosten geschehen können, dann hätten sie ein echtes Problem gehabt. Wobei man sich über die schwere von Problemen streiten konnte, angesichts der Tatsache, dass Kibas Überleben noch in keinster Weise gesichert war. Sollte sie sterben … abrupt und ohne Ausflüchte zu gestatten unterbrach Yago seinen Gedankengang und richtete seinen Blick auf die zusammengesunkene Fähe an seiner Seite.

Warum bist du nicht geblieben? Du hättest als niedrigstes Rudelmitglied weiterhin im Rudelleben können.”

Das war eine Frage, die er stellen musste. Auch wenn er nicht neugierig war und keine Anstalten machte, Kiba umzuüberzeugen … musste er doch wissen, warum sie den Weg des meisten Widerstandes gewählt hatte. Und er nun diesen Weg mit ihr zu gehen hatte. Er machte ihr keinen Vorwurf und ließ auch keinen Zweifel daran, dass er den Grund, den Kiba nennen würde, als legitim und richtig anerkennen würde. Er wollte ihn nur wissen.


04.02.2010 12:08

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
14.03.2010 21:33
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6 Jahre ∞

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Fähe

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94 cm

Beiträge

367

Beitritt

23.07.2005

Seite 6

El‘ Sombo de Feru

Die Antworten, die Sombo erhielt, waren auf gewisse Art und Weise durchaus nachvollziehbar. Er verstand, was Akara meinte, jedoch erachtete er es selbst als einen eher schmalen Grad, als etwas, dass man nicht so einfach erarbeiten konnte und schon gar nicht, wenn man es auf diese Weise versuchte.

"Du wirst immer das eine, oder das andere Rudelmitglied besser kennen und dennoch niemals gut genug um alle Zweifel ausradieren zu können. Zweifel und Unsicherheit gehören zum Leben dazu, wie der Tod.",

entgegnete der Schwarze gelassen um der neuen Leitfähe noch einmal seine Sicht vor Augen zu führen, da er bezweifelte, dass sie es wirklich verstanden hatte. Ihre Worte waren noch viel zu unerfahren in den blauen Iriden des Rüden, die sich voller Sorge auf die Graue gelegt hatten. Sie sprach von Bürgen, von etwas was man doch niemals für einen anderen unternehmen sollte. Zumindest für ihn selbst stellte dies eine nicht zu erreichende Hürde dar.

"Noch immer sehe ich nicht, wie du es erreichen willst. Es obliegt nicht meiner Entscheidung, was du tust, oder nicht, aber wie mir scheint, verstehst du mich nicht ganz. Der Sinn, der hinter deiner Bitte an die Wanderin steht, ist mir fremd. Niemals habe ich selbst so ein Verhalten angestrebt. Du fragtest mich, wie ich entscheiden würde und..."

Sombo schwieg für einen kurzen Moment und einzelne Falten bildeten sich auf seiner sonst so straffen Stirn. Er hasste es, an die Zeit erinnert zu werden, als er selbst noch Alpha eines Rudels war. Nicht von dieser Größe, sicherlich, wahrscheinlich hieß dies mehr Verantwortung und Sorge, aber insgeheim wusste er, dass es egal war, wie viele Mitglieder eine Gemeinschaft zählte. Die Lage war von jeher dieselbe.

"...ich muss dir sagen, dass mein Rudel unter meiner Führung Fremde im Revier geduldet hat. An den Grenzen gab es immer Wanderer und sie wurden von meinen Spähern beobachtet. Bei der Jagd, bei den Zeiten der Ruhe, solange, bis ich mich ihnen gezeigt habe. Manche kamen auch sofort und zielstrebig zum Rudel, aber niemals habe ich einen Fremden gezwungen, sich an mich zu heften. Die Gefahr der Schauspielerei ist zu groß. Er wurde aufgenommen, hielt den niedrigsten Rang inne und war ein Teil der Gemeinschaft. Er gliederte sich von Anfang ein, ohne großartige Beobachtung meinerseits. Alle Mitglieder hatten ein Auge auf ihn, wenn ich es so ausdrücken sollte, aber er lebte mit uns, denn dies, wenn die Zeit der Probe vorbei ist, muss jeder Neuankömmling. Er war von Anfang an ein Teil des Rudels."

Es fiel dem Schwarzen sichtbar schwer, darüber zu sprechen, auch wenn seine stolze Haltung sich nicht verändert hatte. Seine Augen sprachen von Schmerz und dunklen Erinnerungen, die sich in seinem Kopf und in seinem Herzen auftürmten und manifestierten. Die Rute hing locker zwischen seinen Hinterläufen, nur kurzzeitig zuckte einmal die Schwanzspitze, genauso unauffällig wie seine Ohren, als Andraki zu ihnen aufstieß und nun auch ihre, oder vielmehr eine Mischung aus Akaras und ihrer Meinung kundtat. Es beinhaltete nichts neues, viel mehr war es ein Nachreden der Worte der neuen Alphafähe. Hatten denn so wenige Rudelmitglieder eine eigene Meinung? Wo war da der Austausch, die Reiberein und Spannungen aus denen allein Reformen resultierten, oder Kritik?

"So? Eine Sicherheit, die aus einer starken Gemeinschaft resultiert?",

griff der Rüde die Worte der braunen Fähe kurzerhand auf. Wie ironisch es in seinen Ohren klang und kurz konnte er sich ein zynisches Lächeln nicht verkneifen. Es umspielte nur die Lefzenwinkel, war nicht abwertend, oder gar beleidigend gemeint. Aber auf eine bittere Art und Weise amüsierte es den Schwarzen, wie sehr beide von einer Utopie gefangen waren, die sie sogar glauben lies, dass man einen Schauspieler enttarnen konnte.

"Für mich schließt das eine, das andere aus. Wie soll eine Gemeinschaft auf einander aufpassen, die das nächste Rudelmitglied nicht sonderlich kennt, weil es die meiste Zeit an den Fersen der Alpha verweilen musste? Wie soll sich da ein Wolf ein eigenes Bild machen, wenn es kaum Möglichkeiten gibt, dieses zu erstellen, weil das neue Mitglied überhaupt nicht sonderlich bekannt ist und sich unter Umständen in Gegenwart des Alphas ganz anders verhält, als zu einfachen Wölfen? Habt ihr in Gegenwart Kibas nicht auch immer viel unterwüfiger reagiert, als wenn ihr es mit den Jungwölfen zu tun gehabt habt? War das nicht Schauspielerei? Wurde sie euch als solche angekreidet? Ich denke kaum und ich denke ebenso wenig, dass es nur deshalb war, weil Kiba oft nachsichtiger gewesen ist. Nein, es lag viel mehr daran, dass man die zwei Seiten von euch kannte. Die zwei, die ihr in euch tragt, die zu euch gehören. Weil man euch kannte!"

Sombo bezweifelte, dass sie wirklich verstanden, worum es ihm ging. Was er ihnen begreiflich machen wollte. Aber er hatte, seines Erachtens auch schon genug gesagt. Es würde sich zeigen, welcher der bessere Weg war. Früher, oder später offenbahrte sich alles und alles hatte seine Konsequenzen in diesem winzigen Leben. Jede Entscheidung schloss eine andere, vielleicht bessere, oder schlechtere aus. Die stahlblauen Iriden des Rüden fixierten plötzlich eine weitere Fremde, die sich als Zwielicht vorgestellt hatte. Etwas an dieser Grauen lies Sombo für einen Moment stutzen. Sie war stolzer und vor allem unbeugsamer als viele, die er in seinem Leben kennengelernt hatte. Aber gleichzeitig auch so viel tiefer, denn niemals hatte er solch ein Verhalten an einer Fremden gesehen. Sie war nicht unhöflich, sie wirkte eher kalt und berechnend. Vielleicht die perfekte Probe für Akara, oder diese Utopie, die sich die Beta und Alpha verschrieben hatten. Normalerweise war Sombo schon längst aus solchen Spielchen heraus gewachsen und eigentlich noch niemals ein Befürworter solcher im Allgemeinen gewesen, aber das konnte dennoch durchaus interessant werden. Also lies es sich der Rüde nicht nehmen, die junge Fähe zu fixieren. Ruhig, gelassen, aber ebenso stechend und tief lag sein Blick auf dem Gesicht der Grauen. Er selbst machte keine Anstalten, auch nur im Entfernsten sich vorzustellen. Die Wanderin legte augenscheinlich keinen Wert darauf und somit war es dem Rüden egal.


05.02.2010 16:46




Akara Chitaru

Akara richtete den Blick einen Moment lang auf Andraki, nickte, stimmte ihr im Grunde zu. Dennoch kommentierte sie die Worte ihrer Beta nicht und konzentrierte sich sogleich auf das, was Feru entgegnete, musste sich dann aber zunächst an die andere Fremde wenden, die sich nun einmischte. Die neue Leitwölfin vermochte nicht so genau zu sagen, ob den Regeln der Höflichkeit genüge getan wurde. Das Chaos schien ein paar Gesetze ein bisschen aufzuheben. Alles würde sich klären und sie würde deshalb sicher nicht die Ruhe verlieren. Auch wenn sie sich fühlte, als würden alle Wölfe auf einmal auf sie einreden. Es war einfacher, als sie entschieden hatte, wie sie der Reihe nach vorgehen würde. Mit einem kurzen Nicken entschuldigte sie sich bei Feru, mit der Absicht, sich gleich wieder an ihn zu wenden.

Zwielicht. Soll dass der Name sein, mit dem wir dich rufen werden?

Fragte sie, höflich, aber leicht skeptisch. Es war eben kein Name, sondern ein Wort. Aber wenn die Wölfin so genannt werden wollte, gab es nichts, was Akara einzuwenden hatte.
Ihre Augen suchten nach dem Blick Andrakis. Die Wölfin, die sich als Zwielicht vorgestellt hatte, würde in die Obhut der Betafähe gegeben werden. Als Leitwölfin würde sie sich zu einem späteren Zeitpunkt noch mal ausführlich mit ihr bekannt machen.

Bitte halte dich zunächst an Andraki. Ich werde später das Gespräch mit dir suchen.”

Sprach sie schließlich, an die Grauweiße gewandt und entschuldigte sich erneut mit einem entsprechenden Blick, als sie wieder zu Feru sah.

Ich habe nie von absoluter Sicherheit gesprochen. Ich halte es dennoch für töricht, sich absichtlich vermeidbaren Gefahren auszusetzen.”

Sie hielt kurz inne, sah ihn an. Es kam ihr so vor, als würden sie ähnliche Ansichten haben und dennoch darüber diskutieren, wer denn nun Recht hatte. Auf der anderen Seite hatte sie sich womöglich wirklich nicht klar ausgedrückt. Feru wusste nichts über sie und ihr Leben, wie sollte er da wissen, dass man sich, wenn man es richtig anstellte, auf sein Rudel verlassen konnte, wie auf sich selbst?

”Wir alle kennen nun die Art, wie Kiba mit Wanderern umging. Sie ließ sie gewähren, im Glauben daran, dass jeder Wolf seine zweite Chance zu nutzen weiß. Aber in Erith’ Fall war dieses Verfahren falsch. Wir kennen nun auch die Art, wie du mit Wanderern umgegangen bist. Du hast auf die Gemeinschaft gebaut, die zusammen stand. Diese müssen wir uns erst erarbeiten. Und um zu ergänzen, wie mein Rudel mit Wanderern umging, bleibt zu sagen, dass wir keine Fremden in unseren Reihen aufnahmen. Wir waren eine Einheit, vom Tag unserer Geburt, bis zu unserem Tod.
Nun müssen wir eine Lösung finden, die uns hilft die Zeit zu überstehen, bis wir stärker zusammen gewachsen sind und uns vernünftig organisiert haben. Solange werden die Wanderer in die Obhut der Rangwölfe gegeben.”


Ihr Blick ruhte fest auf Feru.

”Die beiden neuen Wölfinnen werden mit uns schlafen, jagen und leben. Sie sind ein Teil des Rudels, aber sie werden dort sein, wo wir ein Auge auf sie haben können. Es gilt, die Jungtiere zu schützen. Ich werde nicht so blauäugig sein und sie sich selbst überlassen. Sie müssen ausgebildet werden, damit sie sich im Leben behaupten können. Es soll einem jeden Wolf möglich sein, sich und seine Lieben zu verteidigen.”

Akara betrachtete den Rüden, sich fragend, was aus seinem Rudel geworden war. Sprach soviel Schmerz dafür, dass es ausgelöscht worden war? Konnte es so etwas überhaupt mehrfach geben? Es war nicht der Moment, nachzufragen. Die Diskussion brannte weiter, ein ewiger Tanz im Kreis herum.

”Wir reden immer noch von einer Übergangslösung. Von einer Kennenlernphase, die dem Schutz des Rudels dient. Es soll keine weiteren Toten geben. Und was das Verhalten gegenüber Leitwölfen angeht, so widert mich allein der Gedanke an, Unterwürfigkeit zu heucheln. Respekt zu schauspielern? Die Welt von der du sprichst ist finster. Ich halte mich nicht für naiv, eher für misstrauisch, aber soweit würde ich nicht gehen. Mein Misstrauen ist nichts Persönliches gegen die beiden neuen Wölfinnen. Ich möchte sie kennen lernen, beobachten, als Teil meines Rudels akzeptieren können. Ich will lernen, ihnen zu vertrauen. Sie werden Stück für Stück dieselben Freiheiten genießen, wie jeder Andere hier. Sie sind nicht meine Gefangenen.”

Sie schüttelte den Kopf. Was wollte Feru da miteinander vergleichen? Wollte er damit sagen, dass ein Jungtier mit der gleichen Würde behandelt werden musste, wie ein Leittier? Akara behandelte jeden mit Respekt, aber es gab einfach Regeln, die die Hierarchie bestimmten. Man verhielt sich Jungwölfen gegenüber doch nicht dominant, um ihnen ein Gefühl der Minderwertigkeit zu geben, sondern um sie zu erziehen?

”Nun gut Feru. Ich bin sicher, wir haben nun intensiv ausgetauscht, dass unsere Ansichten weit auseinander gehen und wir unterschiedliche Vorstellungen von allem haben. Ich hoffe, dies wird uns nicht im Weg stehen. Ich bin gerne bereit, mir noch öfter anzuhören, was du zu sagen hast und Ratschläge beherzigen. Ich würde gerne durch deine Erfahrungen blicken und von dir lernen. Aber ich eifere niemandem nach. Ich bin nicht unfehlbar und kann niemandem garantieren, dass mein Weg der Richtige ist, dennoch möchte ich nicht an den Zweifeln ersticken und deshalb auf den ersten Schritt verzichten. Wir werden immerhin nicht weise geboren und lernen, unser Leben lang.”

Mit diesen Worten verneigte sie sich leicht, so, wie es sich eine Leitwölfin erlauben konnte, in aller Würde und Höflichkeit, ehe sie sich wieder an die beiden neuen Wölfinnen wandte. Ein Lächeln zeigte sich auf ihren Lefzen, viel deutlicher als sonst. Es war eine bewusste Geste, weil sie sich darauf besinnt hatte, dass man ihre Augenkommunikation vielleicht zu schlecht zu deuten wusste.

”Scheut euch nicht, mir Kritik mit dem gleichen Mut entgegen zu bringen, wie Feru es getan hat. Ich will fair mit euch umgehen und hoffte, dass ich die gleiche Fairness erwarten kann. Mir liegt viel an den Wölfen hier und sie werden jeden Tag mehr an Bedeutung gewinnen.”

Ihr Auftreten hatte sich ein wenig verändert. Erst wurde es ihr gar nicht bewusst, doch schließlich spürte sie es deutlicher. Anfangs hatte Feru sie mit seinen Worten verunsichert und obwohl sie sicher war, dass sie nie die gleichen Ansichten vertreten würden, war die Unsicherheit verschwunden. Sie musste nicht seinen Weg gehen, sondern ihren. Und sie würde sich nicht der Arroganz hingeben, vorzugeben zu wissen, dass nur ihre Entscheidungen richtig waren. Sie konnte sich irren. Aber nur weil sie das Rudel besser schützen wollte, als Kiba es getan hatte, hieß dass noch lange nicht, dass sie zwanghaft ausschließen musste, Fehler zu begehen. Alles würde sich irgendwie ineinander fügen. Auch wenn es jetzt noch schwer war. Und vielleicht war das etwas, dass Feru ihr mit auf den Weg gegeben hatte.


06.02.2010 01:32




Farai

Um sich in einer fremden Umgebung zurecht zu finden, braucht man einen Ort an dem man sich zurückziehen kann, um die vielen, neu gewonnenen Eindrücke in Ruhe verarbeiten zu können. Inwiefern ein Ort “sicher” ist, hängt von den Bedürfnissen ab, allerdings auch von einer gewissen Zeitspanne. Wenn man jetzt von Oben einen Blick durch die Äste der Bäume warf, gelangte man geradewegs auf eine Lichtung, die ihren Namen auch nur deshalb verdiente, weil die Bäume hier jung und noch kaum bewachsen waren. Eine Rotbuche war wie ein Grashalm geknickt worden und lag quer über den Waldboden gestreckt. In seinem feuchten Schatten wuchsen der erste Klee, Waldmelissen und Schlüsselblumen, und ihre weißen Blüten wippten mit dem Wind hin und her. An der dunkelsten Stelle unterhalb des umgestürzten Baumes mochte selbst der kräftigste Sonnenstrahl nicht hingelangen. Hier roch es nach Moos und moderndem Holz, und der Boden bestand aus Laub und kühler, feuchter Erde. Dort lag zusammengekrümmt etwas, das man auf den ersten Blick vielleicht als einen Stein bezeichnet hätte, das sich auf den zweiten aber als Lebewesen entpuppte, und auf den dritten hin seine Augen vorsichtig öffnete. Objekt 15.2, oder Farai, wie sie sich heute nannte, hob vorsichtig den Kopf und lauschte. Ein Windzug stürmte über die Lichtung und wühlte die letzten Blätter des Herbstes raschelnd auf. Die Schlüsselblumen gingen in Deckung, und Farai kniff ihre Lider etwas zusammen, während sie sich von der kühlen Brise durch das taunasse Fell kämmen lies. Sie atmete einmal tief ein und stand dann langsam auf. Konsequent kontrollierte sie erst jede Himmelsrichtung, ehe sie sich aus ihrem Versteck traute, einmal kräftig schüttelte und dann ein wenig unschlüssig auf der Stelle verharrte. Nur ihre Ohrmuscheln drehten sich mechanisch wie Antennen, und ihre Läufe waren bereit dazu bei dem kleinsten, verdächtigen Geräusch zu loszusprinten. Aber da war nichts. Gut. Aber was nun?

Vor einem Tag war Farai durch eine Höhle hier her gelangt, die sie wohl unter normalen Umständen und bei Tageslicht betrachtet niemals betreten hätte. Die Panik und das Adrenalin waren wohl das einzige was sie dazu bewogen hatte, die scharfen Felsen, die Dunkelheit und den trommelnden Regen zu ignorieren. Niemals zuvor waren die Schreie, das Knattern der Motoren und die peitschenden Schüsse so nah gewesen. Niemals zuvor war sie sich so sicher, wieder zurück zu müssen in den wahr gewordenen Albtraum, sodass sich Kräfte in der jungen Wölfin mobilisierten, die ihr selbst bisher fremd waren. An den Weg durch die Höhle konnte sich Farai kaum erinnern, nur das sie sich irgendwann wieder unter freiem Himmel befand, ihr der Wind um die Ohren pfiff und der Regen auf sie einschlug. Anscheinend war sie dann hierher gelangt und vor Erschöpfung eingeschlafen. Das war ihr jetzt egal. Denn Sie waren nicht hier. Farai spürte, das die Hetzjagd der Nacht ihre letzten Reserven gekostet hatte. Als sie den Tau von den breiten Blättern eines Farnes leckte, machte ein trockenes Brennen im Hals unmissverständlich klar, das sie viel zu lange nichts mehr getrunken hatte.

Es musste Wasser ganz in der Nähe geben, und zwar mehr, als in ein Farnblatt passte. Ein weiteres Mal schüttelte sich die Fähe, als würde sie damit alle schlechten Erinnerungen ebenfalls abschütteln können, und schlug dann ihren Weg Richtung Süden ein.


21.02.2010 18:29




Kiba Telay

Ihre Schritte schmerzten, noch immer sickerte rotes Blut durch ihren silbergrauen Pelz und doch machte sich Kiba keinerlei Gedanken um ihre körperlichen Verletzungen. Sie erschienen ihr furchtbar nichtig und andererseits war sie sich nicht sicher, ob sie die Wunden nicht vielleicht sogar ein Stück weit verdiente. Wie viele Wölfe waren gestorben, seit es die Fremden in ihr Tal gezogen hatte? Seit sie die Tears of Destiny gegründet hatte? War es eine Überlegung wert, ob sich all die Katastrophen unter anderer – Beispielsweise Akaras – Leitung anders abgespielt hätten? Nein, eigentlich nicht. Rückgängig machen konnte sie eh nichts mehr und alles, was passiert war, würde immer genau so passiert sein. Die Vergangenheit ließ sich nicht ändern und so würde sie auch niemals ihre Fehler ausradieren können. Und das schmerzte irgendwie viel mehr, als diese Bisswunden, die wieder abheilen und Narben zurücklassen würden.
Kiba Telay machte sich nicht mehr die Mühe, den Kopf erhoben zu lassen, um Yago Stärke vor zu gaukeln, die ihr Rudel immer von ihr verlangt hatte. Als seine Frage ertönte, sah sie nur kurz zur Seite, musterte ihn aus erschöpften Augen. Warum sie nicht geblieben war? Als niedrigstes Mitglied bei dem Rudel, dass sie gegründet hatte? Das sie fast 3 Jahre lang geleitet hatte? Sicher hätte es große Schmach für sie bedeutet, aber es gab für sie noch einen wichtigeren Grund, dass Rudel hinter sich zu lassen.

“Es würde nicht funktionieren. Wenn sie eine neue Rudelleitung akzeptieren sollen, kann ich nicht auch dort bleiben. Ich habe keine Ahnung, was nun sein wird, wie Akara das Rudel leiten wird ... Vielleicht werden sie traurig sein, vielleicht erleichtert, dass ich weg bin. Auf jeden Fall müssen sie es hinnehmen. Aber wenn ich da bliebe, könnten sie es vielleicht nicht. Könnten es meine Söhne hinnehmen?”

Die Silbergraue sah wieder nach vorne, mehr jedoch auf den Waldboden, als den Weg vor sich zu fixieren. Im Grunde genommen, war es egal, wo sie jetzt hingingen.
Kiba hatte nicht viel Ahnung von fremden Rudelstrukturen, von Machtkämpfen und wie schnell sich die Wölfe auf eine neue Leitung einließen. Selten hatte sie jemanden davon sprechen gehört und eigentlich hatte vor Akara und Andraki auch nie jemand laut ihre Art das Rudel zu leiten, in Frage gestellt. Nur sie selbst hatte hin und wieder an sich selbst gezweifelt. Zu recht? Aber hatten es ihre Vorfahren nicht genau so gemacht?

“Vielleicht könnte ich es auch selbst nicht hinnehmen ...”,

fügte Kiba schließlich noch leise hinzu. Sie war sich nicht sicher, ob sie ertragen könnte, als niedrigstes Rudelmitglied zwischen ihren Wölfen weiter zu leben und plötzlich mit anderen, möglicherweise abschätzenden Blicken betrachtet zu werden. Sich in eine neue Struktur ein zu ordnen, die vielleicht gegen alles sprach, was sie vertreten hatte. Und sie hätte nicht mehr das Recht, irgend etwas dagegen zu sagen.
Kiba spitzte leicht die Ohren, als ihr eine fremde Witterung (Farai) entgegen flog. Nur kurz tasteten sich die eisblauen Augen an den umstehenden Bäumen entlang, bis sie sich wieder abwandte. Ein fremder Wolf im Revier – das war nicht länger ihre Aufgabe. Was würde Akara von nun an mit Fremden tun, die um einen Platz im Rudel baten? Wie wollte sie den Fehler verhindern, den sie begangen hatte? Vielleicht würde jener Fremde das Revier auch wieder verlassen müssen.


21.02.2010 20:29




Siam Laiva

Siam Laiva erinnerte sich noch gut an den Abschied von seinem Rudel. Er war nicht allzu traurig, aber er vermisste seine ‚Mutter’.
Er erinnerte sich auch, an die lange Strecke, die er seitdem bis hierher schon gelaufen war.
Oft lief er so schnell, wie seine Pfoten ihn eben tragen konnten, doch er ruhte sich auch öfter aus. Anfangs war er noch in ihm bekanntem Gebiet, doch danach kannte er so ziemlich nichts mehr.
Doch alles, alles aus seiner Vergangenheit war im Moment egal. Einfach unwichtig.
Er lief schon seit einiger Zeit ein wenig Bergan, doch jetzt kam er an einen Berg.
Langsam machte er sich Sorgen, ob er hier überhaupt noch ein Rudel finden würde. Unter seinen Pfoten spürte er die Kiesel, die sich zwischen seine Ballen schoben.
Er lief durch einen Bergpass, und danach, kam er auf eine riesige Fläche Gras.
Siam Laiva freute sich sehr, doch da erschnüffelte er eine Rudelsgrenze. Er wusste nicht genau, wie er sich Verhalten sollte. Also blieb er erstmal stehen, um Nachzudenken.
Dann, kam er zu dem Entschluss, dass es wohl besser wäre, stehen zu bleiben.
Er wollte nicht gleich ärger bereiten und so unhöflich sein.

Ja, was wollte er jetzt eigentlich sagen?

“Ich komme von weither. Darf ich.. darf ich zu euch kommen?”

Zwischendrin hatte er gestoppt. Er hörte sich doch zu dämlich an, was er gerufen hatte.
Nicht schlimm, entweder sie akzeptierten ihn, oder eben nicht.


22.02.2010 20:02




Thiréa Edijna

Thiréa verfolgte aufmerksam, was nicht unbedingt ihrer Art entsprach, dem Wortgefecht, das sich Akara und Feru lieferten. Sie wurde aus der Situation nicht schlau... Wie sollte sie auch? Sie kannte die Ursprünge und eingetroffenen Tiefschläge dieses Rudels nicht. Sicherlich würde sie der Alpha nicht widersprechen, es war ihre Entscheidung, wie sie Fremde handhabte. Und wenn dies ihr Urteil war, so würde sie sich diesem beugen.
Misstrauisch wanderte ihr Blick zu dem bereits 'bekannt' Zwielicht. Im Getummel hatte sie den Blick auf die andere Fremde verloren - was kein Verlust für sie gewesen war. Eigentlich verfolgte sie das Grundprinzip, jeden erstmal zu mögen, bis er ihr einen triftigen Grund lieferte, es nicht zu tun. Aber bei ihr... sie wurde einfach nicht grün mit dieser Fähe. Ihre Art... sie hatte etwas Unantastbares an sich. Sie glitt durch jede Lücke hindurch und wich konkreten Fragen gekonnt aus. Was auch immer sie wollte, sie verstand etwas, von dem was sie tat. Und die Antipathie, welche das Zwielicht ihr gegenüber an den Tag legte, blieb ihr trotz aller Höflichkeit nicht verborgen. Diese Abneigung teilte die Graubraune mit Vergnügen.
Ein Rufen drang an ihre Ohren und zog promt die Aufmerksamkeit der Träumerin auf sich. Alles schien ihre Aufmerksamkeit magisch anzuziehen - vermutlich etwas an ihr, das viele kritisieren würden.
Das unschuldige und scheinbar schüchterne, verunsicherte Rufen ließ sie lächeln. Allein die Stimme des Wolfes, wie er sich ankündigte machte eben diesen Wolf schon wesentlich ansprechender und sympathischer als das zuvor genannte Zwielicht.
Sie richtete sich wieder an Akara.

"Sofern es Kritik zu äußern gibt, wird sie auch an die Richtigen gewandt. Ich für meinen Teil kenne die Umstände unter denen das Rudel lebte nicht und weiß auch nicht was vorgefallen ist. Demnach beuge ich mich vor den Entscheidungen der scheinbar neuen Alpha. Auch wenn Worte vielleicht nicht dein Vertrauen erlangen, vor allem nicht so schnell, will ich noch einmal beteuern, dass ich hierherkam um einen Anschluss zu finden, um sesshaft zu werden und Ruhe zu finden. Ich bin nicht hierhergekommen um eine Gemeinschaft zu zerstören. Und das werde ich auch unter Beweis stellen."

Wesentlich aufrichter, weniger unterwürfig und erstaunlich fest für ihre sonst so zurückhaltende Art richtete sie ihre Worte an die Alphafähe und suchte ihren Blick. Abwarten... das war alles was sie tun konnte.


22.02.2010 21:30




Yacáru

Yacáru zog bei Leikunas Worten die Stirn kraus. Kiba war nicht nur gegangen, weil sie den Kampf verloren hatte? Welchen Grund hätte es noch geben sollen? Die Weiße sah ihre Gegenüber ein wenig skeptisch an, aber stellte die Frage nicht laut. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass die alte Leitwölfin ihr Rudel freiwillig verlassen hatte. Sie nickte einfach brav, als Leikuna fort fuhr. Ja, ja, würde schon alles toll und besser werden, nur sah Yacáru nicht, was je schlecht gewesen war. Abgesehen davon, dass der arme Senedd nun tot war. Aber hätte Akara das verhindern können, wäre sie Alpha gewesen? Vermutlich war die Wölfin selbst der Meinung: Ja, klar. Aber Yacáru war sich da nicht so sicher. Es erschien ihr arrogant, wenn Akara wirklich der Meinung war, sie wäre so berechnend jeden Wolf durchschauen zu können.
Die dunklen Augen huschten von der graubraunen Alpha zurück zu Teyrm, der selbst nun ziemlich arrogant klang. Aha, er hatte also schon die ganze Welt gesehen und wusste alles? Hmpf. Wenn der Schwarze wirklich so schlau und wissend war, dann – so fand sie – sollte er nicht unbedingt so unfreundlich mit ihrer neuen Leitwölfin reden, das erschien ihr ziemlich unklug. Er würde wohl kaum etwas daran ändern können, dass Kiba nun mal weg war und sie sich jetzt mit einer neuen Leitung abfinden mussten. Yacáru seufzte genervt. Typisch, dieser Jungwolf.
Die erste Neue stellte sich nun vor, sie sollte sich nun also an Akaras Fersen kleben. Wollte sie das nun mit allen so machen? Glaubte sie wirklich, wenn sie sich ihre Mitglieder bestmöglichst klein hielt, würde eine bessere Gemeinschaft entstehen, in der man sicherer war? Ein anderer Wolf sprach plötzlich genau diese Gedanken aus. Ein großer, schwarzer Rüde, der ihr etwas älter vorkam, als die Fähen bei ihr. Viele Worte wurden mit einem Mal gewechselt, es entstand eine richtige Debatte zwischen Akara und dem Schwarzen. Und während sie dieser lauschte, fiel dann eine wichtige Information. Der Schwarze hatte selbst einmal ein Rudel geleitet.

Wenn du schon mal Alpha warst, warum sicherst du dir nicht jetzt einfach einen hohen Rang? Immerhin haben wir nun keine ranghohen Rüden mehr.”,

fragte sie schließlich an den Dunklen gerichtet, der wohl Feru hieß. Zumindest hatte Akara ihn so grade genannt. Feru. Das klang sympathisch.
Ein entferntes Heulen ließ ihre Ohren kurz zucken. Eine junge Stimme, doch die Worte, die sie heulten besaßen nicht mehr Inhalt als die Frage, ob der Wolf zu ihnen kommen durfte. Der Stotterer klang fast ein wenig niedlich. Wie würde Akara darauf reagieren?


24.02.2010 19:06




Andraki

Ihr Blick wanderte von Feru zu der anderen Fremden, die nun vor trat und sich vorstellte. Sie wählte ihre Worte deutlich mit Bedacht, anscheinend und außerordentliche Höflichkeit bemüht. Vermutlich war sie verunsichert, wie sie mit dieser Situation, in ein fremdes Rudel direkt während eines Alphawechsels zu kommen, umgehen sollte. Desweiteren war ihr Name auffällig - eher ein Titel als wirklich ein Name. Wieder andere Sitten und Gebräuche, die da wohl hintersteckten. Hauptsache, sie passte sich an die hiesigen Gepflogenheiten an - was die Zimtfarbene bei allen Rudelmitgliedern hoffte. Es gab noch so viel Arbeit zu leisten.
Andraki fing Akaras Blick auf und nickte leicht, und wandte sich dann erneut Zwielicht zu. Auch ihr schenkte sie ein grüßendes Nicken.

"Willkommen",

fügte sie hinzu, ohne sie jedoch mit Namen anzusprechen. Sie wollte erst Zwielichts Antwort auf Akaras Frage bezüglich ihres Namens abwarten.
Kurz darauf huschte ihr Blick zu Feru zurück. Er hatte für ihre Worte nur mehr eine rhetorische Frage übrig, und Andraki seufzte enttäuscht.

"Du hast nicht zugehört",

entgegnete sie nur kopfschüttelnd und überließ es der Alpha, sich mit dem schwarzen Rüden in Worten zu messen. Nur an einer Stelle wurde ihre Aufmerksamkeit geweckt, und da war sie nicht die einzige. Auch Yacáru hatte ähnliche Gedanken wie sie.

"Vielmehr würde mich interessieren, wieso du dann hier bist. Wurde dein Rudel ausgelöscht, oder hat deine Methode am Ende nicht mehr funktioniert?"

Ihre Stimme klang interessiert, frei von irgendwelchen Spitzen. Andraki gab sich auch alle Mühe, ihre Mimik und ihren Tonfall neutral zu halten. Sie wusste, ihre Worte waren eine harte Spitze, sollte Zweiteres zutreffen, andererseits durfte sie ihr Gesicht nicht verlieren, wenn Ersteres der Fall gewesen war. Und so wagte sie den Weg der direkten Frage im sachlichen, neutralen Tonfall.
Ein ferner Ruf drang zu ihnen herrüber. Andraki wandte den Kopf in die entsprechende Richtung, damit auch Feru die Möglichkeit gebend, auf ihre Frage nicht zu antworten und dieses Thema durch diese Ablenkung einfach fallen zu lassen. Sie selbst würde jedenfalls kein zweites Mal danach fragen...


25.02.2010 20:49




Nashita R'ayah

Sie konnte gar nicht in Worte fassen, wie glücklich sie darüber war nicht mehr frieren zu müssen. Jedenfalls nicht so extrem. Der Winter war selbst ihr mit der Zeit auf die Nerven gegangen und der Matsch zu ihren Pfoten fühlte sich dadurch schon fast angenehm weich an. Nicht so hart und kalt wie der Schnee. Zwar immer noch nass, aber weniger kalt.
Fröhlich wie eh und je tappste die Braune, zusammen mit Aiyán, an Sais Seite. Sie wusste zwar nicht, wo genau sie eigentlich hinliefen, doch war ihr das im Prinzip eigentlich egal. Hauptsache, sie war nicht dazu verdammt irgendwo halbtot herumzuliegen und nichts zu tun. Schon bei der bloßen Vorstellung wurde ihr langweilig, die Augen schwer und sie musste sich schütteln um nicht der imaginären Trägheit zu verfallen. Außerdem gab es wichtigere Dinge, auf die sie sich konzentrieren musste. Sais Bruder zum Beispiel. Die ganze Zeit über hatte Nashi das Gefühl gehabt, er hätte sie lieber nicht dabei. Normalerweise wär ihr das egal gewesen, schließlich war sie durch ihre leicht nervende Art öfters mal unerwünscht, doch bei Famillienangehörigen eines Freundes war das so eine Sache. Leider hatte sie nur keinen Schimmer, wie sie Aiyán von ihrer....ihrem.... Wovon wollte sie ihn eigentlich überzeugen? Vielleicht sollte sie sich erst einmal überlegen, was speziell das Problem war, bevor sie sich den Kopf über die Lösung zerbrach.
Als sich Nashita grade komplett ihren Gedanken hingeben wollte, wurde sie von einer völlig fremden Stimme aus eben diesen herausgerissen.

oO(Wer war das? Und wenn ja, wie viele?)

Mit ihrem typischen verwirrten Eichhörnchenblick sah sie zu den anderen beiden. Sie schienen halbwegs zu wissen, was zu tun war, also tat sie dasselbe: dem fremden Ruf folgen. Auch wenn sie nicht genau wusste warum. Eigentlich war es doch bloß Kiba, der es vorbehalten war solche Ankündigungen zu machen. Und auch nur ihr hatten sie in solchen Fällen dann zu gehorchen. Warum also folgten sie doch gleich einer fremden Stimme?
Die junge Fähe hatte gar keine Zeit mehr, ihre Gedanken Kund zu tun, denn kaum hatte sich die Frage in ihrem Kopf ausformuliert, waren sie bereits bei einem riesen Haufen Wölfe angekommen. Allem Anschein nach dem ganzen Rudel und mittendrin zwei Fähen. Vielleicht war irgendetwas Tolles passiert.

OO(Dieser Geruch allerdings...)

Das war unverkennbar Blut.
Im nächsten Moment drang auch schon die Erklärung für dieses seltsame Szenario an ihre Ohren. Kiba war weg? Und die Fähe da vorne sollte ihren Platz einnehmen? Das klang selbst für Nashi mehr als fragwürdig und aus dem verwirrten Eichhörnchen wurde nun mehr ein skeptisches und ungläubiges Eichhörnchen. Die Wölfin erwartete doch nicht ernsthaft, dass das ganze Rudel einfach still folgen würde? Und genau da ging auch schon die hitzige Diskussion los. Sie hörte gar nicht richtig zu. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt zu überlegen, was sie von der ganzen Sache halten sollte. Sie kannte das Wesen da vorne nicht einmal. Wie sollte sie ihr dann bitte vertrauen? Waren es nicht genau ihre Worte, Fremden nicht mehr einfach so zu vertrauen? Wenn sie also wirklich Recht hatte, müssten sich jetzt alle, die sich kannten zusammenrotten und ein eigenes Rudel gründen. Oder soetwas in der Art. Sie schnaubte. Dämlich. Diese gesamte Argumentation, oder Rechtfertigung, oder was auch immer.

"So gesehen hatte doch eigentlich das... Opfer"

Ihr gefiel die Bezeichnung nicht, doch hatte sie die Namen der beiden Wölfe, die anscheinend Schuld an dem Dilemma waren, nicht so ganz mitgekriegt.

"..auf diese Wölfin aufgepasst. Also funktioniert das Konzept von ihr schon mal auch nicht...”

Sagte sie mehr laut denkend als wirklich sprechend. Sie mochte diese neue "Alpha" nicht. Sie wirkte so...distanziert. Irgendwie sachlich. Interessierte sie es denn gar nicht, was jetzt mit Kiba geschah? So völlig allein und verletzt im Nirgendwo?
Nur leise konnte sie hören, dass Aiyán etwas gesagt hatte. Allerdings nicht genau was. Irgendwas mit stürzen. Doch schon das Wort "stürzen" gefiel ihr. Irgendwie hatte die ganze Situation eine, ihr bisher unbekannte, rebellische Seite in ihr geweckt - und bei dem Gedanken sich gegen die Fähe dort aufzulehnen konnte Nashita nur breit grinsen.


01.03.2010 01:42




Yago

Yago nahm sich Zeit über Kibas Erklärung nachzudenken. Er war nicht darauf gekommen, aber es klang vernünftig. Kiba hatte immerhin noch drei Söhne und alle drei waren nicht direkt einfach. Yago hatte nie den Kontakt zu ihnen gesucht und war auch nie erpicht darauf gewesen, sie kennenzulernen, hatte aber stets am Rande mitbekommen, wie gerne sie Probleme verursachten. So waren Jungwölfe wohl, aber der große Schwarze konnte damit nichts anfangen. Deswegen war es ihm wohl auch nicht möglich, auf diese Art in ihre Köpfe hineinzusehen, doch Kiba musste Recht haben. Möglicherweise hätte sie mit ihrem Dableiben eine richtige Rebellion auslösen können und das wäre das Schlimmste, was den Tears of Destiny hätte widerfahren können. Eine Spaltung des Rudels, möglicherweise ein größerer Kampf, Tote auf beiden Seiten und am Ende die Einsicht über die Sinnlosigkeit des Lebens. Kiba mochte Schwächen haben, aber in den richtigen Momenten dachte sie in die richtige Richtung und zog damit Yagos Bewunderung auf sich, mit der der Schwarze sonst äußerst sparsam umging.

”Du hast Recht. Daran habe ich nicht gedacht. Du magst als Leitwölfin nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben, aber, Kiba, du bist eine große Wölfin. Vergiss das nie.”

Lob, auf diese Art von Yago ausgesprochen, war eine Ehre, die bisher noch keinem Wolf zu Teil wurde. Er mochte Leikuna für ihren Jagderfolg und Yari für seine Fortschritte im Sozialen gelobt haben, aber nie hatte er jemandem Ehre erboten. Noch nie hatte das jemand in seinen Augen verdient gehabt. Doch Kiba war jemand, den er immer geschätzt hatte, eine Wölfin, der er sich untergeordnet hatte und das hatte selbstverständlich seine Gründe gehabt. Er hatte immer um Kibas Schwäche gewusst, hatte sich oft genug als ihre Beschützer gefühlt und konnte auch jetzt Akara nichts vorwerfen, aber die geistige Größe Kibas und ihr Charakter waren stets gute Gründe gewesen, Kiba zu folgen. Auch jetzt würde er mit ihr gehen, auch wenn sie nicht länger Leitwölfin und Beta sondern nur noch zwei gleichgestellte Wanderer waren.
Die zweite Antwort, die die Grau weit aus leiser und weit aus trauriger vorbrachte, nahm Yago stumm zur Kenntnis. Natürlich war auch Kiba stolz, hatte auch sie Würde und Selbstachtung. All das war von Akara gezwungenermaßen in den Dreck gezogen worden und nun war es Yagos Aufgabe, Stolz und Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Nicht unbedingt seine Paradedisziplin, aber wenn es ihm gelingen würde, Kibas Überleben zu sichern, würde er auch mit allem anderen fertig werden. Irgendwie. Es hatte immer irgendwie geklappt.
Im gleichen Moment wie Kiba, nahm auch Yago die fremde Witterung auf. Unwillkürlich beschleunigte er seinen Schritt kurzzeitig, um ein wenig vor Kiba zu laufen, sie vor Blicken zu schützen, die ihr möglicherweise nichts Gutes wollten. Kurz dachte er nach, dann beschloss er, die Fremde nach Möglichkeit zu umgehen. Sie war sicher einer Wanderin auf der Suche nach dem Rudel, sie musste Kiba und ihm nicht über den Weg laufen. Es wäre sogar weit aus besser für alle drei, wenn sie sich nicht begegnen würden, sonst könnten nur seltsame Fragen auftauchen. Und Kiba würde es sicher auch nicht glücklicher machen, eine Fremde zu treffen und sie weder Willkommen heißen noch Fortschicken zu können.


01.03.2010 14:08




Farai

Mit federnden Schritten trabte Farai über die weiche Erde des Waldes. Wie ein Welpe hielt sie immer wieder an, um staunend einen der mächtigen, alten Bäume zu bewundern, die wie stumme Wächter ihren Weg kreuzten. Ihre Äste griffen wie lange Finger zum Himmel, an dem die Wolken langsam vorbeizogen. Doch je weiter sie kam, umso mehr schien sich die Umgebung zu verändern. Schlankere Bäume begannen die riesenhaften Eichen und Rotbuchen abzulösen. Der Wald lockerte auf und erlaubte einen unversperrten Blick auf das was vor ihr lag. Neugierig erkletterte Farai einen Hügel, der noch dicht unter einer Laubdecke vergraben war. Die alten, vertrockneten Blätter knirschten unter ihren Pfoten. Der Hügel flachte auf der anderen Seite sanft ab, um darauf gleich wieder leicht anzusteigen. Auf der Hügelspitze angekommen drehte der Wind und trug eine Vielzahl neuer Gerüche mit sich. Farai konnte Wasser riechen, Sand und Insekten.
Und Wölfe.

Die Fähe erstarrte. Sie wagte es nicht, auch nur einen Muskel zu rühren. Ihr Herz pochte so schnell, das sie ihren Puls schmerzhaft hinter der Stirn fühlen konnte. Wie aus Stein gegossen stand sie da, nur die Nasenflügel zuckten aufgeregt und saugten gierig jede Information auf, die sie aus der Luft filtern konnten.
Farai kannte keine Wölfe. Im Grunde konnte, durfte, sie diesem Wort gar keine Bedeutung zuschreiben, denn in ihrem Gedächnis gab es keine Erinnerung dazu.
Doch jetzt wurde ihr dieses Wissen durch eine bisher unbekannte Stimme zugeflüstert.
Es waren Wölfe.
Und es waren zwei.
Ein männlicher Wolf. Ein weiblicher. Farai zitterte, ihr ganzer Körper begann zu beben.
Auf einmal hatte sie schreckliche Angst vor dieser Entwicklung, vor der Entdeckung ihres Ureigenen Instinktes, der in ihrer DNA abgespeichert war und den kein Leben in künstlicher Isolation auslöschen konnte. Ihre Gedanken rasten. Was sollte sie tun? Sie wusste, dass es Wesen gab die so waren wie sie. Sie wusste es mit der selben bestimmten Sicheheit, so wie sie wusste das der Himmel blau und das Gras grün war, und diese Erkenntnis löste eine fremde, brennende Sehnsucht in ihr aus, ein Gefühl der Leere, so stark das es beinahe körperlich weh tat.
Farai war ein Wolf. Sie war nicht dafür gedacht, allein zu leben und ihr Körper versuchte ihr dies mit allen Mitteln klar zu machen. Die Stimme in ihrem Kopf schrie geradezu danach, der Witterung zu Folgen und den beiden anderen Wölfen zu begegnen. Doch die Fähe hatte keine Ahnung, was danach zu tun war.
Vielleicht waren die Fremden nicht begeistert von ungebetenem Besuch, vielleicht würden sie Farai auf der Stelle in Stücke reißen, vielleicht…
Doch ohne es zu bemerken, hatten sich die Läufe der jungen Wölfin bereits in Bewegung gesetzt. Der Instinkt fegte alle Zweifel wie trockene Blätter davon. Ihr Herz raste mittlerweile vor Anspannung, und als Farai die letzte Anhöhe hinaufstürmte, glaubte sie es würde zerspringen. Allerdings eher aus Vorfreude als aus Angst und Ungewissheit. Beherzt bremste sie auf der Hügelspitze ab und sah hinunter. Anders als die anderen Hügel fiel dieser nicht flach ab, sondern endete beinahe im Nichts. Unter Farai verlief die andere Seite im halsbrecherischen Winkel nach Unten.
Von hier aus sah sie aber auch die beiden Fremden. Es waren unglaublich imposante Tiere, die Farai um beinahe zwei Köpfe überragten. Der große, schwarze Rüde ging voran, und die Fähe folgte ihm. Ihre Schritte wirkten angestrengt, als sei sie verletzt, doch das vermochte Farai aus dieser Entfernung nicht zu sagen.
Und dann passierte es.
Die Krankheit, die in ihr nistete und mit dem sie ihren Körper teilte wie mit einem Feind, startete einen erneuten Versuch, Farai umzubringen. So schien es der Fähe jedenfalls, denn solche Dinge passierten immer dann, wenn sie es am wenigsten gebrauchen konnte.

Als ob ein unsichtbarer Puppenspieler an den Fäden seiner Marionette riss, schnellten plötzlich ihre Vorderpfoten nach vorne, während die Hinterläufe zusammenbrachen. Unter normalen Umständen wäre so ein Anfall nicht weiter schlimm gewesen. Und wäre der Boden trocken gewesen, hätte sie ihren Sturz auch abfangen können.
Doch jetzt viel sie wie ein Stein die steile Hügelwand hinunter. Es dauerte Ewig, bis endlich der Aufprall erfolgte. Danach drehte sich die Welt mehrmals um die eigene Achse. Farai konnte nicht sagen, wie lange der Absturz andauerte, es schien sich um kleine Ewigkeiten zu handeln. Ihre Muskeln verkrampften und erlaubten es nicht, sich auch nur irgendwie abzufedern.
Irgendwann war es vorbei.
Dreck und Blätter rieselten auf ihren Körper, und dann wurde es plötzlich gespenstisch still, sodass Farai es nicht einmal zu atmen wagte.


01.03.2010 21:21




Ýllin

Die Junge graue Fähe hatte sich ein wenig abseits niedergelassen um den Worten und Erklärungen zu lauschen, dabei achtete sie genau darauf Niemanden zu nah zu kommen, auch nach der ganzen Zeit war sie noch recht scheu und wollte von Niemanden die Nerven unnötig strapazieren. Genau lauschte sie den Worten der grauen Wölfin und ihr Fang klappte ein Stück weit auf und ihre Ohren Schnippten entsetzt ein Stück zurück.
Wild tobten ihre Gedanken, sie war zwar noch nicht lange bei dem Rudel gewesen, aber sie hatte Kiba sehr geschätzt

oO(Was? Nein damit….das kann ich nicht akzeptieren aber wieso, Es war doch nicht allein Kibas Aufgabe auf den Kleinen aufzupassen )Oo

Dachte die Junge Fähe wütend und merkte wie ihr ein Knurren die Kehle hochkam, vor Zorn über diese Nachricht, dass wollte einfach nicht in ihren Kopf ,das nun Akara statt Kiba die Alphafähe sein sollte. Ýllins Augen funkelten kurz, doch sich auch in die Gespräche einmischen traute sie sich nicht und versuchte stattdessen ihren Zorn einfach runter zu schlucken.
Ihr Blick viel rüber zu Toboe sie versuchte zu erkennen was grade in ihm los war. Doch sie konnte nicht recht erkennen, was grade in ihm vorging es musste für in schrecklich sein, die eigene Mutter gehen zu sehen , oder viel mehr zu wissen das sie fort war. Ja das war wirklich etwas grausames.

oO(Vielleicht sollte ich… versuchen ihn ein wenig …)Oo

Weite mit ihrem Gedanken kam Ýllin nicht, denn als sie grade einen Schritt auf Toboe zu gemacht hatte, war dieser schon auf Akara zu gerannt und hatte diese, mit nicht grade freundlichen Worten bedacht. Die Ohren der Jungen Fähe hatte sich uhrplötzlich etwas scheu zurückgelegt und mit ein wenig kritischen Blick und ein wenig eingeklemmter Route hatte sie Toboe nach gesehen als dieser dann davon preschte.

oO (An seiner Stelle hätte ich es genau so gemacht)Oo

Dachte sie und stellte ihre Route leicht wieder ein Stück auf und schnippte kurz ein wenig ungeduldig mit den Ohren bevor sie, wieder versuchte dem ganzen Vorgehen einigermaßen zu folgen und den Überblick wieder einigermaßen über das ganze Gewusel zu bekommen.


03.03.2010 15:21




Akara Chitaru

Akara spitzte die Ohren und augenblicklich machte sich ein Gefühl des Unwohlseins in ihr breit. Ein männlicher Wanderer kündigte sich mit einem Heulen an und bat um Einlass. Wütend darüber, dass hier ständig Wölfe ein und ausgingen, musste sie sich erst zur Ruhe aufrufen. War sie verpflichtet, weiterhin jeden Fremden aufzunehmen? Sie war nicht Kiba und das Rudel hatte ihre Entscheidungen zu akzeptieren. Auf der anderen Seite fühlte sie sich schuldig. Auch sie war als Wanderin aufgenommen worden, sonst wäre sie womöglich noch heute ohne Heimat.
In einer fließenden Bewegung hob sie den Fang und lud den Fremden ein, zu ihr zu kommen.
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie Yacáru, die sich zu Feru gesellte und diesem eine Frage stellte. Unwillkürlich sah sie den Rüden an, innerlich neugierig, nach außen sehr gefasst, dennoch sichtlich interessiert. Gerne hätte sie seine Hilfe und Unterstützung gehabt, gerade jetzt, wo ein fremder Rüde auftauchte. Allerdings schätzte sie, dass er sich nicht weiter um das Rudel zu kümmern gedachte. Nur treiben lassen, nicht mitwirken.
Ihr Blick glitt zu Leikuna, die Veränderung an ihr durchdenkend. In wessen Pfoten sollte sie den Fremden geben? Wer war gewillt, sie zu unterstützen, oder besser, nicht sie, sondern das Rudel? Gab es für die Wölfe hier überhaupt noch eine Unterscheidung darin, oder bedeutete, für das Rudel handeln, für sie agieren und somit die Verweigerung der Mehrheit?
Jeanne! Schoss es ihr durch den Kopf. Sie und Cílyn könnten gemeinsam auf den Rüden achten. Vielleicht auch einzeln, er klang jung, doch wie jung wusste sie nicht. Dies schien ihr eine gute Lösung, ohne dass sie wirklich wusste, ob sie sich auf die Wölfin verlassen konnte, mit der sie ein hauchdünner Faden der Freundschaft verband.
Später am Tag würde sie darüber erneut nachdenken. Zunächst widmete sie sich der Wölfin, die in nächster Zeit an ihrer Seite sein würde.

Nicht scheinbar, Thiréa. Bis jemand meinen Platz fordert, oder mein Leben sich mir entzieht, werde ich dieses Rudel leiten und alles dafür tun, die Wölfe zu schützen, die hier mit mir leben.”

Gab sie ohne tadelnde Strenge, aber mit Nachdruck zurück.

Ein junges Mitglied dieser Gemeinschaft wurde sinnlos getötet. Dass ist vorgefallen und soll in Zukunft versucht ausgeschlossen werden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen und ich freue mich, dass du dich beweisen möchtest.”

Mit einem Nicken wandte sie sich wieder an die umstehenden Wölfe. Sie glaubte, dass es besser sein würde, ihnen nun ein wenig Bedenkzeit einzuräumen.


04.03.2010 17:12




Siam Laiva

Siam Laiva hatte eine Zeit lang ganz still dagestanden. Er hatte sich nicht bewegt, nur ein wenig mit den Ohren gewackelt. Dann, ertönte endlich der Ruf, auf den er gewartet hatte. Er durfte kommen. Freude durchströmte ihn, bis er das Gefühl hatte, sie in jedem einzelnen Winkel seines Körpers wider finden zu können.
Ohne lange zu überlegen, sammelte er seine Kräfte und schoss vorwärts. Er lief so schnell, wie seine Beine ihn tragen konnten. Siam Laiva hatte das Gefühl zu schweben. Die Farben um ihn herum verwischten und seine Augen blickten starr geradeaus. Was ihn dort wohl erwarten würde? Er wusste es nicht. Siam wollte nicht an eine grausige Zukunft denken, wollte seine Gedanken aber auch von der Vergagenheit fortziehen.
Siam Laiva verlangsamte seine Schritte und ging nun eher gleichmäßiges Schritttempo. In einiger Entfernung konnte er einen See ausmachen, er wusste jedoch nicht, wie weit dieser entfernt sein würde. Er schnupperte in die Luft um die neuen Gerüche aufzunehmen und ging weiter.
Nach einer unbestimmten Anzahl von Metern, konnte er das Rudel sehen. Siam Laiva ging schneller, und rannte die letzten Meter noch, bis er schlitternd vor dem Rudel zum stehen kam. Er wusste nicht, zu wem er jetzt gehen sollte, also blieb er erstmal stehen und sah sich um, und begann zu sprechen:

"Hallo" Sagte er mit klarer Stimme. "Mir wurde erlaubt zu kommen."


04.03.2010 20:27




Leikuna

Leikuna hatte Teyrm gelauscht, und einen warmen Blick zu ihm geesandt. Seine Worte waren scharf und sie waren nicht angebracht - aber er würde diese Erkenntnis erst recht ablehnen wenn man es ihm jetzt vorwerfen würde. Man konnte nicht von einem Jungwolf erwarten dass er alles unkommentiert hinnahm und verstand. Dazu fehlte ihnen einfach die Erfahrung. So wie dir. Leikuna überging diese Spitze an sich selbst, und beantwortete Yacarús fragenden Blick mit einem aufmunternden Lächeln.

"Die Welt wird nur besser wenn du sie besser machst"

Meinte sie leise, und sah auf, als die leisen Worte von Nashita an ihre Ohren drangen. Sie warf Yacarú und Teyrm noch einen entschuldigenden Blick zu, und trabte dann zu Nashita und Aiyan und Saiyan herüber, wand sich erst an die junge Wölfin.

"Nein, denn Senedd war selbst noch ein Jungwolf"

Erklärte sie ruhig,

"Und gerade ihr Jungwölfe sollt so einer Gefahr nicht ausgesetzt werden. Du hast es vielleicht nicht mehr mitbekommen, aber das ist auch der Grund dafür dass Akara euch Jungwölfen das Kämpfen beibringen möchte"

Ein freundliches Lächeln erschien wieder auf ihren Leftzen, dann wand sie sich an die beiden Rüden.

"Eure Mutter hat mich mit dem Auftrag zurückgeschickt auf ihre Söhne Acht zu geben"

Erklärte sie, und musterte sie beide kurz.

"Ich werde euch nicht bedrängen - aber ich bin da wenn ihr mich braucht"

Mit einem aufmunternden Lächeln legte sie den Kopf schief, in erwartung einer reaktion von den drei Jungwölfen. Sie warf kurz einen Blick zurück - Andraki und Akara kümmerten sich um Thiréa und Zwielicht, führten ihre Diskussion mit Feru fort, und Akara erlaubte zudem einem weiteren Besucher sich zu nähern. Soweit doch alles in Ordnung. Chaotisch zwar, aber in Ordnung. Ihr Blick fand zu den Jungwölfen zurück, als auch schon ein weißer Rüde auf sie zugerannt kam. Mit einem Lächeln für ihre drei Gegenüber trat sie auf den Jungrüde zu, entfernte sich dabei jedoch nicht weit von ihnen.

"Willkommen Fremder. Ich bin Leikuna, Beta dieses Rudels"

Beta. Es fühlte sich so fremd an auf ihrer Zunge. Und ihre Gedanken waren augenblicklich wieder bei Kiba und Yago - irgendwo, tief im Wald...

"Am Besten stellst du dich gleich erstmal bei unserer Alpha vor, Akara, sie ist dort drüben"

Schlug sie lächelnd vor, und deutete mit der Schnauze in Richtung ihrer grauen Freundin. Es ging. Sie hatte keine Angst mehr, und sie wusste, dass es gehen konnte. Alles würde so gut werden wie es eben konnte, ohne ihre Freundin und ihren Bruder. Alles würde wieder gut. Oh ja.


06.03.2010 01:26




Kiba Telay

Kiba Telay hob den Kopf ein wenig, als Yagos Worte an ihre Ohren drangen. Ihr Blick war ein wenig verwundert, während ihr bewusst wurde, dass sie Yago noch nie hatte loben hören. Eine große Wölfin, nannte er sie. In ihrer momentanen Verfassung, als geschlagene und gestürzte Wölfin, die den Tod eines Rudelmitglieds verantworten musste, die es schon in den Jahren zuvor nie geschafft hatte, alle Leben ihrer Wölfe zu schützen und deren System letztendlich versagt hatte, konnte sie dieser Aussage nicht viel abgewinnen. Hatte sie doch auch immer an sich gezweifelt. Aber so was von ihm zu hören, löste irgendwo unter all der Schuld und dem Schmerz ein sehr warmes, angenehmes Gefühl in ihr aus, dass sogar ein schwaches, vielleicht etwas melancholisches Lächeln auf ihre Lefzen brachte.

Danke, mein Freund.”

Zaghaft schob sie ihre Schnauze nach vorne und drückte sie ein paar Herzschläge lang in das Fell des großen, schwarzen Rüden, dann wandte sie sich wieder nach vorne. Yago hatte ebenfalls die fremde Witterung aufgenommen und lief nun etwas vor ihr. Durch dieses Handeln wurde ihr erst bewusst, was für ein leichtes Ziel sie nun darstellte, mit all den Verletzungen und dadurch, dass sie sich nur schwerfällig bewegen konnte. Sie war nie sonderlich misstrauisch gewesen und hatte immer sofort an das Gute eines Wanderers geglaubt, aber letztendlich war ja genau das ihr Fehler gewesen. Weder ihr Kopf, noch ihr Herz wollten verstehen, warum jemand einen anderen einfach angreifen, gar töten könnte, aber dass es so passieren konnte, wusste sie nun. Ohne Yago an ihrer Seite wäre sie in der Tat ziemlich verloren.
Sie warf einen Blick an dem Schwarzen vorbei, weil die Witterung – nicht grade zu ihrem Glück – doch schon ziemlich nah war und konnte dann grade noch sehen, wie etwas Graues auf einem Abhang oberhalb ihres Weges stand und dann einfach so hinunter stürzte. Wie ein Stein, von unsichtbarer Hand geschubst. Kiba blieb stehen, ihre Augen hatten sich geweitet und geschockt verfolgte sie, wie der fremde Wolf aufschlug, noch etwas weiterkullerte und schließlich wie tot liegen blieb. Oh Gott! Augenblicklich waren Zweifel und Vorsicht wieder vergessen; so schnell wie möglich ging sie an Yago vorbei auf den Wolf zu. Beim Näherkommen erkannte sie eine Fähe, eine kleine Fähe in dem Alter ihrer Söhne. Es ließ ihr das Herz zusammenkrampfen.
Humpelnd kam sie bei der Wölfin an, ignorierte die Schmerzen in ihren Gliedern und senkte den Kopf zu ihr herab.

Hey ...

Ganz vorsichtig stupste sie die Graue an, suchte nach einem Lebenszeichen ... und fand leider keines. Hilflos, sich nun fast etwas panisch fühlend, drehte sie den Kopf zu Yago herum.

“Sie atmet nicht.”

Ein so junges Ding! Fiel einfach vor ihnen den Abhang hinab, einfach so! Eine Wölfin, die ihre Tochter sein könnte! Wenn das Schicksal sein sollte, dann wollte sie am Liebsten zusammen brechen.


07.03.2010 12:03




Akara Chitaru

Akara nahm die Bewegung eines Fremden aus den Augenwinkeln war und löste sich von ihren bisherigen Gesprächspartnern, um den Rüden zu begrüßen. Ein Jungtier. Dass erleichterte die ganze Sache enorm. Konnte ein Jungtier Gedanken an Mord hegen? Sie wollte nicht daran glauben, aber sie konnte es auch nicht ausschließen.
Mit ruhigen Schritten trat sie auf ihn zu und gesellte sich dicht neben Leikuna.

”Ich grüße dich, junger Fremder. Mein Name ist Akara und ich mit die Leitwölfin dieses Rudels, seit heute. Der Zeitpunkt mag etwas ungünstig sein, den du dir ausgesucht hast, aber zunächst bist du willkommen. Ich bitte dich, in Leikuna’s Nähe zu bleiben. Nach Möglichkeit.”

Sie blickte zu ihrer Beta hinüber, die sich den Jungtieren des Rudels angenommen hatte und gab ihr nun zusätzlich die Verantwortung für den fremden Jüngling. Ihre Art war dem Rüden gegenüber sehr viel gelassener, als den ausgewachsenen Fähen. Sie wollte ihn unter den Schutz der Gemeinschaft stellen und dennoch erst im Auge behalten.

”Wie heißt du, junger Wanderer? Und wieso bist du allein unterwegs? Welches Ziel verfolgst du?


08.03.2010 11:31




Yago

Jetzt lag Yagos Blick aufmerksamer auf Kiba, auch wenn er den Weg vor sich nicht außer Acht ließ. Er wollte wissen, wie sie seine Worte aufnahm, auch um beurteilen zu können, was es brauchte um der Grauen wieder genug Selbstachtung und Freude am Leben zu geben, sodass sie sich nicht über ihren Tod freuen würde. Ungeahnte Gedankengänge in Yagos Kopf und auch nicht unbedingt Überlegungen, die der Schwarze gerne anstellte, aber er hatte den Weg an ihrer Seite gewählt, also musste er sich mit den dazugehörigen Tatsachen anfreunden. So freute es ihn auch ehrlich, als er das Lächeln auf ihren Lefzen erkannte, zusammen mit ihrem leicht verwunderten Blick schienen seine Worte genau das ausgelöst zu haben, was sie sollten. Auch wenn er eigentlich erst im Nachhinein genau darüber nachgedacht hatte, welche Aufgabe er nun hatte und dass er sie durch Lob möglicherweise erfüllen konnte. Er erwiderte das Lächeln und schloss ganz kurz die Augen, als sich die Graue für einen Herzschlag lang an seine Schulter schmiegte. Mit der Geste schien auf eine seltsame Weise ein Packt besiegelt, die kleine Gemeinschaft von ihnen bestätigt. Von jetzt an waren sie Weggefährten und waren für das Leben des anderen verantwortlich. Auch wenn Yago vorerst weit aus verantwortlicher für Kibas Leben sein würde, was jedoch ohnehin die bessere Verteilung war.
Lange konnte sich der Schwarze nicht mit diesem Moment beschäftigen, denn die gewitterte Fremde schien genau in diesem Moment den Entschluss gefasst zu haben, etwas sehr Dummes zu tun. Hätte sie das irgendwo anders getan, wäre es kein Problem gewesen, leider suchte sie sich jedoch genau den kleinen Fleck im Revier aus, auf dem sich Kiba und Yago gerade befanden. Sie stürzte sich einen Abhang hinunter. Um genau zu sein, den Abhang, der zur linken Seite von den beiden Wölfen lag und der sie somit praktisch in die Pfoten Yagos warf. Leider nicht ganz, was bedeutete, dass sie eine unsanfte Landung hinlegte, ein wenig weiterrollte und dann leblos liegen blieb. Vielleicht könnte man Yago als kalt bezeichnen, denn in diesem Moment wollte er tatsächlich nur schnellstmöglich an der gestürzten Fähe vorbei. Ihr Schicksal mochte tragisch sein, aber auch Kibas war kein Zuckerschlecken und manchmal war es an der Zeit, an sich selbst zu denken. Doch natürlich machte ihm Kiba einen Strich durch die Rechnung, womit der Schwarze sowieso gerechnet hatte. Sie humpelte zu der zierlichen Grauen und begann sie zu untersuchen. Yago war erstmal stehen geblieben und überlegte, wie er sich verhalten sollte. Was konnten sie denn für diese arme Fähe tun? Weder wäre es intelligent, sie zum Rudel zu bringen, noch es herbei zu rufen. Noch immer schien ihm Einfach-Weitergehen als die sinnvollste Möglichkeit, doch dann drehte Kiba den Kopf zu ihm, der Blick panisch und teilte ihm mit, dass die Fähe nicht mehr atmete. Es war weniger die Tatsache, dass die Graue damit wohl so gut wie tot war, als der Tonfall Kibas und ihre Verzweiflung, die Yago dazu brachten an die Seite der Gestürzten zu treten. Leicht senkte er den Kopf, hielt inne und hörte dann ganz eindeutig einen Herzschlag. Er raste sogar dahin, was wohl ein gutes Zeichen war.

”Sie lebt.”,

stellte er knapp fest und warf Kiba einen Blick zu. Was wollte sie denn nun tun? Fast fühlte sich Yago überfordert, auch wenn er sich das natürlich nicht anmerken ließ. Schließlich entsann er sich ein paar sinnvollen Vorgehensmaßnahmen in Fällen einer möglichen Verletzung und schob seine Schnauze unter die der Fremden. Vorsichtig zog er ihren Kopf nach vorne, sodass der Hals leicht gestreckt war und quetschte dann seine Nase zwischen ihre Zähne, sodass sich ihr Maul öffnete und die Zunge hinaus ins Gras fiel. Wieder wartete er ab, dann registrierte er ganz deutlich ein Atmen.

”Sie atmet.”,

bemerkte er ebenso knapp und blieb mit dem Blick wieder auf Kiba liegen. Eine Aufforderung, das zu tun, was sie nun tun wollte und dann doch möglichst schnell das Weite zu suchen.


09.03.2010 11:4




Farai

Wie eine verdrehte Gliederpuppe lag die kleine Wölfin im Dreck, ein Spielzeug, das von einem zornigen Kind entsorgt worden war. Unter ihrem Fell konnte Farai viele, aufgescheuchte Insekten spüren, die aufgeregt durcheinander krabbelten, während sich die Äste über ihr sanft im Wind bogen. Der Anfall war vorbei, doch Farai rührte sich nicht. Im Augenblick genoss sie einfach nur das Geräusch ihres eigenen Herzschlages. Wieder überlebt. Jetzt hieß es abwarten, bis sich die Sinne der Fähe an ihre Aufgaben zurückerinnerten.

Zuerst gewannen die blassen Farben der Umgebung an Kraft zurück, dann erst wich langsam das dumpfe Gefühl aus ihren Ohren, bis schließlich der unverfälschte Geruch des Waldes zurückkehrte. Die Wirklichkeit kam in großen Schritten zurück, schneller, als es ihr lieb war. Plötzlich vibrierte der Boden, schwach, dann immer stärker. Erst war nur ein Rascheln über ihrem Kopf zu hören, aber dann berührte etwas ihre Wange. Farai sog scharf die Luft ein und riss ihren Körper in einer einzigen, flüssigen Bewegung nach oben. Kaum hatte sie der Schreck hochfahren lassen, konnte die Fähe sich nur noch mit großer Anstrengung auf den Beinen halten, als ob die Erde sämtliche Energie aus dem Körper saugen würde. Natürlich hatte Farai die beiden fremden Wölfe nicht vergessen, doch ihr Geist taumelte noch auf der dünnen Grenze zwischen Realität und Bewusstlosigkeit, was ihren Körper zu dem eines Seiltänzers werden lies, der mit rudernden Armen gegen den Absturz ankämpfte. Energisch blinzelte sie die bunten Flecken auf ihrer Netzhaut davon und versuchte fieberhaft ihren Stand zu verbessern, aber schon den Kopf zu heben kostete soviel Anstrengung, als habe man ihr einen Felsbrocken um den Hals gebunden. Obwohl sie sich bewusst war was für ein jämmerliches Bild sie in dieser Situation abgeben musste, versuchte Farai immerhin ansatzweise für einen kurzen Moment ihre Chancen abzuwägen. Jetzt, wo die beiden Wölfe genau vor ihr standen, merkte die Fähe erst richtig wie groß sie eigentlich waren. Selbst die Wärter aus Zelle achtunddreißig vermochten es nicht, eine solche Autorität alleine durch ihr Erscheinungsbild auszustrahlen, und sie waren noch weit aus größer gewesen. Diese beiden jedoch verstanden es einfach, durch ihre Haltung, den Stand und nicht zuletzt durch die Vorstellung, was sie alles anrichten könnten, eine Furcht in Farai auszulösen, die sie so bisher noch nie gespürt hatte.

Der einzige Grund, weshalb sie nicht ihre letzten Kraftreserven zusammennahm und davonlief, war der Ausdruck in ihren Gesichtern. Während die Fähe –Farai erkannte erst jetzt, das sie tatsächlich verletzt war- mit einer Mischung aus Sorge und Verwirrung auf sie herabsah, so war der Ausdruck im Gesicht des Rüden für die kleine Wölfin nicht zu deuten. Sie schienen beide nicht aggressiv, doch das konnte auch auf ihre Überraschung zurückzuführen sein. Vielleicht würden sie sich in den nächsten Sekunden wieder fangen, Sekunden, die Farai nutzen konnte um zu fliehen. Es wäre in diesem Moment die beste aller Entscheidungen gewesen, doch sie entschied sich dagegen. Der Reiz, der von diesen Fremden ausging, die zwar so waren wie Farai, aber dennoch völlig anders, war einfach zu groß. Sie presste ihre Ohren fest an den Hinterkopf und wartete ab.


10.03.2010 14:36

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Seite 7

Siam Laiva

Siam Laiva war verwirrt. Er wusste nicht warum, aber es war so. Erst war er bei einer Fähe namens Leikuna, und dann sollte er zu dieser Akara und ehe er sich versah, wurde er schon etwas gefragt. Wer bist du, warum bist du alleine und welches Ziel verfolgst du?
Naaa toll. Wenn er wüsste welches Ziel er verfolgte würde er sofort antworten. Doch er wusste es nicht. Dann mussten wohl erstmal die anderen Fragen beantwortet werden. Die erst war einfach.

Ich bin Siam Laiva. Ich komme aus einem Rudel, dass weit hinter den Bergen lebt. Mein Vater hasst mich. Er hat mich beschuldigt, dass ich an dem Tod meiner Mutter schuld wäre.”

Bei dem Gedanken an seine Mutter stiegen ihm Tränen in die Augen.

Ich hielt es nicht mehr aus” Erzählte er weiter. “und deswegen bin ich geflohen. Ich habe immer noch das vor Zorn verzerrte Gesicht meines Vaters vor Augen. Weshalb ich alleine bin? Ich weiß es nicht. Ich wollte eine Zeit lang alleine sein. Abgeschnitten von all den anderen.”

Nun, jetzt waren schon mal zwei Fragen beantwortet. Die letzte Frage war echt schwer. Siam Laiva dachte angestrengt nach. Was sollte er sagen? Dann, auf einmal schoss ihm eine Antwort durch den Kopf.

“Ich suche einfach nach einem neuen Rudel. Nach Wölfen, die mich verstehen und nicht hassen. Ich möchte nichts mehr, als so etwas wie eine Familie zu haben.”

Verzweifelt stoppte er. Hielt die Fähe ihn jetzt für vollkommen übergeschnappt? Nein, oder?
Er war doch noch so jung…


10.03.2010 21:21

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Ihr Herz hatte wieder angefangen schnell und schmerzhaft gegen ihre Brust zu pochen, während Kiba Yago ansah, als könne er irgend etwas dagegen tun, dass die kleine Wölfin zu ihren Pfoten nicht mehr atmete. Das Ganze war so makaber, dass es der Silbergrauen fast unreal erschien. Vielleicht war das die Verbildlichung ihres eigenen Sturzes gewesen. Und wie er endete. Ein Zittern zog sich durch den Körper der angeschlagenen Fähe, dann sah sie wieder zu der jungen Wölfin hinab. Warum? Warum musste das passieren und warum ausgerechnet an dieser Stelle? Es war aberwitzig. Wie geplant. Yago war schließlich an ihrer Seite angekommen und sein fehlendes Mitgefühl machte er mit klarem Verstand wieder wett. Er tat das Einzige, was der grauen Jungwölfin – und ihrem eigentlich eh schon zerstörten Seelenheil – noch helfen konnte. Der Schwarze überprüfte ihren Herzschlag und öffnete dann ihr Maul, damit sie nicht an ihrer Zunge erstickte. Ein kleines Bisschen fühlte sich Kiba erleichtert, als ihr Freund ihr mitteilte, dass die Jungfähe noch lebte. Doch damit tat sich eine andere Frage auf. Was sollten sie jetzt machen? Doch bevor sie weiterdenken konnte, erlitt die Silbergraue einen halben Herzinfarkt, als die halb tote Wölfin ganz plötzlich auf ihre Pfoten sprang, als wäre sie bloß gestolpert und hingefallen. Kiba selbst stolperte einen Schritt zurück, da sie so dicht vor der Grauen gestanden hatte, dass sie sogar den Luftzug beim schnellen Aufstehen gespürt hatte. Ihre verletzte Flanke machte sich bemerkbar, ließ sie etwas einknicken, doch in diesem Moment kümmerte sie sich nicht um ihre Schmerzen.
Die junge Wölfin vor ihnen schwankte bedrohlich und fast fürchtete Kiba, sie würde gleich einfach wieder umfallen. Das Bild, was sie abgab, zog das Herz der Mutterwölfin zusammen, die ihre Kinder zurück lassen musste und ihnen nie eine richtige Mutter hatte sein können.

Hast du dich verletzt?“,

fragte die Silbergraue besorgt und im gleichen Moment wurde ihr klar, wie dämlich es klingen musste, wenn sie das fragte, deren Fell blutbeschmiert war. Die blauen Augen wanderten musternd über den zerzausten, dreckigen Pelz der Fähe, eine blutende Wunde konnte sie so jedoch nicht ausmachen. Dafür sah sie allerdings total verstört aus und Kiba konnte nicht erraten, ob das an dem Sturz lag.
Die 5-Jährige wandte den Kopf zurück zu Yago, der ziemlich so aussah, als wolle er einfach nur schnell weiter. Aber was sollten sie mit der Kleinen machen? Sie konnten sie unmöglich zurück zu ihrem ... nein ... Akaras Rudel bringen. Sie mussten fort, wie ihr wieder schmerzlichst bewusst wurde. Sie konnten die Graue höchstens dort hin schicken. Aber konnte sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren? Einfach eine junge Wölfin stehen lassen, die grade ziemlich gefährlich gestürzt war?

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Yagos Blick lag auf Kiba, deren Emotionen wie so oft wild auf ihrem Gesicht tanzten. Es war dem Schwarzen unbegreiflich, wie die Graue in ihrem Zustand eine solche Sorge für die gestürzte Fremde aufbringen konnte. Es gab momentan weit aus größere Probleme in Kibas Leben und Yago fand, dass diese Vorrang hatten. Kiba fand das offensichtlich nicht. Sie schaute verzweifelt abwechselnd von der Fähe zu ihrem Begleiter und schien sich keinen Schritt von der Stelle rühren zu wollen. Innerlich seufzte der Schwarze und erinnerte sich daran, dass er diese Eigenschaft an Kiba zu schätzen gelernt hatte, auch wenn er sich in diesem Moment nicht mehr daran erinnerte, warum. Es wurde ihm auch keine Gelegenheit gegeben, weiter darüber nachzudenken, denn die gestürzte Fähe erwachte ziemlich abrupt wieder zu vollem Leben. Als sie so plötzlich auf die Läufe sprang wich Yago keinen Schritt zurück, zuckte nur kurz mit den Ohren. Hatte er doch geahnt, dass er der Fähe weniger schlecht ging, als es schien. Kiba war weniger vorbereitet gewesen und knickte nun ganz leicht ein. Sofort machte der Schwarze einen Schritt zur Seite und begann sie wieder zu stützen. So stand er mal wieder stumm da, den Blick auf die Fremde gerichtet und sie in Gedanken verscheuchend. Sie könnte zum Beispiel einfach wegrennen. Das würde beweisen, dass es ihr einigermaßen gut ging und es würde Kiba die Möglichkeit nehmen, sich um sie zu kümmern – hinterher rennen war ausgeschlossen. Leider starrte die Fremde sie nur aus großen, ängstlichen Augen an und sagte kein Wort. Kiba fragte nach einer Verletzung und Yago ließ das mal so stehen, auch wenn er bezweifelte, dass die Fähe mehr als ein paar Kratzer abbekommen hatte. Gerne hätte er etwas gesagt, dass die Fremde verscheuchen könnte, aber er wusste, dass Kiba dadurch nicht direkt glücklicher werden würde. Also hielt er mal wieder den Mund und verkniff sich eine Art „Uehm“, was tiefe Missbilligung ausgedrückt hätte. Viel eher glitt sein Blick hinter die Fähe, die ersten richtigen Steigungen hinauf und dort oben irgendwo zu dem Ende des Reviers. Der Frühling war recht warm, es lag auf den unteren Gipfeln kein Schnee mehr – ein Glück für sie. Kälte und die Gefahr des Abrutschens konnten sie nun wirklich nicht gebrauchen. Auch die fremde Fähe war nicht gerade nützlich, aber tatsächlich weit aus einfacher zu bewältigen. Man könnt ihr mitteilen, dass hier ein freundliches Rudel lebte und sie doch einfach nach Süden gehen sollte. Kurz überlegte er sich, genau das zu tun, schwieg aber weiterhin. Er wollte nicht unfreundlich wirken, das passte nicht zu ihm.

26.03.2010 09:58
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15.02.2010

Die Stimme der silbergrauen Fähe riss Farai in die Wirklichkeit.
Als habe man ihrem Körper ein stummes Signal gegeben, meldeten sich sogleich ihre betäubten Muskeln und Sehnen zurück. Zwar fühlte sie sich wie von einer Ochsenherde überrannt worden zu sein, doch glücklicherweise schien sie sich nichts gebrochen zu haben.
Farai lies einige Sekunden verstreichen und versuchte die Situation zu erfassen.
Der Ausdruck im Gesicht der fremden Wölfin spiegelte eindeutig Sorge wieder, sogar in einem Maße die Farai ein wenig überraschte. Der Rüde dagegen blieb vollkommen ungerührt und schwieg auch weiterhin. Feindseligkeit suchte sie aber auch in seinen Augen vergeblich. Gut.

„Nein, ich denke nicht“

Sie war sich wirklich nicht sicher. Zwar hatte sie keine schweren Verletzungen, doch das Adrenalin wich nur langsam aus ihrem Körper. Wahrscheinlich würde sie die zahllosen blauen Flecken und Schnitte erst nach einigen Stunden wirklich spüren.

„Es tut mir leid wenn ich euch erschreckt habe. So was passiert mir…manchmal.“

Das klang selbst in ihren eigenen Ohren schal. Aber wie sollte sie auch etwas erklären, was jahrelang eine Selbstverständlichkeit war?
In Zelle achtunddreißig hatte sie sich oft vorgestellt jemandem zu haben mit dem man seine Ängste, Gedanken und Wünsche teilen konnte. Ihr erstes Treffen mit einem anderen Wolf….Farai hatte sich diese Situation so oft ausgemalt, das sie beinahe schon selbst nicht mehr daran glauben wollte. Nun, da ihre Phantasie grade begann wahr zu werden, fühlte sich Farai wie gefangen in dieser unwirklichen Situation. In ihr lag der brennende Wunsch, nicht plötzlich aufwachen und feststellen zu müssen, dass nichts davon der Wirklichkeit entsprach. Endlich jemanden zu finden mit dem sie etwas verband, und sei es nur die ähnliche Anzahl von Genen, erfüllte sie mit einer melancholischen Freude. Sie war nicht allein. Nicht mehr.

01.04.2010 15:00
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Während Kiba auf eine Antwort der Jungwölfin wartete und sich doch ein wenig fragte, ob sie eine bekommen würde, spürte die Silbergraue plötzlich wieder Yago an ihrer Seite. Stützend, so wie er es in letzter Zeit schon oft hatte tun müssen. Für einen Moment kam ihr der Gedanke, ob sie vielleicht gegen Akara hätte bestehen können, wäre sie kräftiger gewesen und ihre Pfote komplett unverletzt. Und hätte sie sich nicht dagegen gesträubt, überhaupt zu kämpfen. Doch für solche Gedanken war es längst zu spät und dieses Wenn und Aber machte nichts an ihrer Situation besser. Eher wollte es sie mit Verzweifelung übermannen.
Schließlich öffnete die graue Fähe doch ihre Schnauze und sagte wenigstens, dass sie sich wohl nichts getan hatte. Was sie hinzufügte, ließ Kiba jedoch kurz die Stirn kräuseln. Gestern hätte die Silbergraue noch nachgefragt was ihr denn manchmal passierte, dass man einfach so manchmal Klippen runter fiel, klang doch etwas seltsam. Jetzt nahm sie es aber einfach hin und sagte nichts weiter dazu. Es war im Grunde genommen nicht mehr ihre Aufgabe, sich um die Jungwölfin zu kümmern. Sie musste sich nicht mal dazu zwingen, die ehemalige Leitwölfin in sich ab zu stellen. Da war nur noch Resignation. Endgültigkeit. Und doch wartete Kiba nur darauf, dass ihr das ganze Ausmaß ihrer Lage richtig klar wurde und wie eine ertränkende Welle über ihr zusammen brach.
Resignation.

Schon gut ... du bist wahrscheinlich auf dem Weg zum Rudel?“

Sie versuchte sie ein wenig in die richtige Richtung zu lenken. Jetzt, wo Kiba wusste, dass sich die Fremde nichts getan hatte und wohlauf war, brauchte sie sich keine Sorgen mehr machen. Zumindest schob sie diese beiseite. Und auch vom schweigenden Yago ging spürbar der Wunsch aus, schnell weiter zu gehen. Kiba wollte ebenso nur schnell alles hinter sich lassen. Keinen Blick zurück werfen.

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02.04.2010 18:04
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Rudel? Was ist ein Rudel?

Farai bereute die Worte schon, ehe sie ausgesprochen waren. Am liebsten hätte sie sich auf die Zunge gebissen. Ihre Unerfahrenheit war eine gravierende Schwäche, mehr noch, ein wunder Punkt, an dem sie verletzlich und schutzlos war. Sie kannte diese Fremden erst wenige Augenblicke, und auch wenn zumindest die Fähe Anschein erweckte, sich ernsthaft Sorgen um Farai zu machen, so war keines falls gewiss das sie ihnen trauen konnte. Dennoch, ihre Neugierde überwog das Misstrauen und die Vorsicht.

Das, was diese Wölfe kannten, womit sie groß geworden waren und was für sie eine Selbstverständlichkeit bedeutete, all das war so neu und fremd für sie wie die Welt, in der sie unvorbereitet hineingeworfen worden war. Wie ein neugeborener Welpe, sehend, aber trotzdem blind. Ohne die Wärme einer Mutter jemals gespürt zu haben, brannte in Farai nichts sehnlicher als der Wunsch dass jemand ihr die vielen Fragen erklärte, die sich in den wenigen Tagen der Freiheit aufgetan hatten. Und ein kleiner Funke in ihr, der sich wohl Hoffnung schimpfen durfte, eine kleine Flamme glaubte daran, dass sie vielleicht hier endlich Antworten erhalten konnte. Behutsam setzte sich Farai auf die Hinterhand. Vieles hätte sie jetzt sagen können, aber es hätte die Situation wohl nur noch mehr verschlimmert. Innerlich mahnte sich Farai zur Ordnung, in Zukunft eher über ihre Worte nachzudenken, bevor sie sie aussprach.

11.04.2010 21:19
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23.07.2005

Kiba hatte eigentlich gehofft, dass ihr die junge Wölfen bestätigen würde, dass sie eigentlich nur zum ansässigen Rudel wollte. Sie hätten sie in die richtige Richtung schicken und weiterziehen können. Doch statt dessen stellte ihr die Graue eine ganz unerwartete Frage. "Was ist ein Rudel?" Was ist ein Rudel? In die getrübten, eisblauen Augen Kibas trat ein Funke Verständnislosigkeit, gemischt mit Verwirrung. Wie sollte ein Wolf nicht wissen, was ein Rudel war? Wie konnte es so etwas geben, schließlich musste die Kleine doch irgendwo her kommen? Oder hatte sie etwa bei ihrem Sturz ihr Gedächtnis verloren? Die Silbergraue warf Yago einen nicht ganz definierbaren Blick zu. Es gefiel ihr immer weniger hier rumstehen zu müssen, immer noch in dem Revier, dass sie nie wieder betreten durfte. Das eigentlich immer ihr Revier gewesen war. Und nun war hier diese Fähe und mit ihrer Aussage, schien das Ganze noch komplizierter zu werden. Grade jetzt konnten sie so etwas doch nicht gebrauchen. Seufzend wandte sie sich wieder der grauen Fähe zu.

"Ein Rudel ist eine Gemeinschaft aus vielen Wölfen. Sie leben zusammen, jagen zusammen. Man ist eine Familie. Meistens … werden sie von einem Alphapaar angeführt."

Ihre Zunge fühlte sich schwer an, die Worte kamen ihr nur schwer über die Lefzen. Sie schmerzten, vor allem der letzte Satz.

"Hier lebt ein sehr großes Rudel … dort solltest du hingehen, man wird sich gut um dich kümmern.",

fügte sie leise, erschöpft hinzu. Hätte sie sich noch wenige Stunden zuvor nur zu gerne um die kleine Wölfin gekümmert, so wollte sie jetzt einfach nur noch fort und nicht mehr an ihre ehemaligen Pflichten erinnert werden.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
15.04.2010 09:53
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Yago hatte stumm die Unterhaltung – wenn man diesen Austausch so nennen konnte – verfolgt und aufmerksam beide Gesprächspartner betrachtet. Die fremde Fähe war verschüchtert, ängstlich und irgendwie ein bisschen durch den Wind, was man ihr nach einem solchen Sturz eigentlich auch nicht verübeln konnte. Dennoch war der Schwarze ein wenig genervt, er hatte sich ihren Abgang ein wenig anders vorgestellt. Unbedarften Fähen die Welt zu erklären konnte er jetzt nicht als grundsätzlich schlecht verurteilen, schließlich hatte er bei Leikuna nichts anderes gemacht, aber die Fremde hatte sich einen enorm schlechten Zeitpunkt ausgesucht. Außerdem war sie nicht Leikuna und Yago bezweifelte es, dass jemals wieder eine Fähe den Status erreichen konnte, den Leikuna bei ihm inne hatte. Dafür hatte es die ganze damalige Situation gebraucht, heute war eine gänzlich andere und die sprach gegen die Fremde.
Das alles im Kopf empfing Yago den Blick Kibas und stellte zufrieden fest, dass sie langsam aber sicher seine Meinung teilte. Auch sie wollte das Revier verlassen – verstand sich von selbst – und musste nun bemerken, dass sich die Abgestürzte nicht so einfach loswerden ließ, wie sie zuvor angenommen haben musste. Ihr Tonfall klang bei der Erklärung, was ein Rudel sei, auch weit aus weniger salbungsvoll und freundlich. Als sie hinzufügte, wo sich die Fremde nun hinbewegen sollte, fühlte Yago den Zeitpunkt seines Erwachens aus der Starre gekommen und nickte.

“Genau. Im Südosten werden sie dich erwarten. Scheu’ dich nicht, es sind sehr freundliche Wölfe.“

Er machte eine kurze Pause und schickte seinen Worten ein Lächeln hinterher, welches weder von Herzen noch der Situation angepasst war, aber dennoch auf seine Yagoart nicht unecht wirkte und wandte sich – Kiba ganz leicht mitschiebend – in die entgegengesetzte Richtung.

“Wir werden dich leider nicht begleiten können, wir müssen nach Nordwesten. Leb wohl, Fähe.“

Damit hatte er den Schlussstrich gezogen und trat die ersten Schritte Richtung Bergpass. Er hoffte auf seine große, selbstsichere und unerschütterliche Art, die meist sogar ohne viele Worte sehr überzeugend war. Doch gerade bei Fähen wie die Fremde oder Leikuna wirkte sie nicht, weil sie sie kaum erkennen konnten. Oder weil sie ganz anders damit umgingen, das hatte Yago noch nicht durchschaut. Es war nur zu hoffen, dass die Fremde sie nun in Ruhe ließ.

17.04.2010 11:45
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15.02.2010

Glücklichweise schien sich Farais Misstrauen als unbegründet herauszustellen. Die beiden Fremden wollten ihr tatsächlich nichts böses, im Gegenteil.
Aufmerksam hörte sie sich ihre Erklärungen an und sah am Ende in die Richtung, in der sich das Rudel aufhalten sollte.
Das Rudel. Die Familie.
Ihre Familie?
Es klang verlockend, gewiss. Vor ihrem inneren Auge sah sich Farai in einer Gemeinschaft, die sie so akzeptierte wie sie war. Die sie aufnahm und freundlich und liebevoll behandelte, ihr die Dinge lehrte die es zu wissen galt in einer Welt, in der hinter jedem Baum eine tödliche Gefahr lauern konnte, wenn man so unerfahren war wie sie. Diese Vorstellung löste im ersten Augenblick eine so starke Sehnsucht aus, dass ein Teil in ihr am liebsten auf der Stelle losgerannt wäre, um das Rudel zu suchen. Aber dann lies ein süßlicher Kupfergeruch ihren Verstand wieder ernüchtern. Das Blut das im Fell der fremden Fähe klebte stammte von einer frischen Verletzung, die keinen Tag alt sein konnte. Außerdem waren sie und auch der Rüde zwar sehr freundlich, aber es war nicht zu übersehen, das sie schnell ihren Weg fortsetzten wollten. Und zwar in die genau entgegen gesetzte Richtung.

"Aber wo wollt ihr denn hin, wenn es dieses Rudel hier gibt, das sich um jeden kümmert?"

Farai sah die Fremde Fähe an, und in ihrem Blick lag ehrliche Sorge.

"Du bist verletzt."

Und du gehst nicht zu ihnen, obwohl sie dir helfen könnten. Farai sprach den letzten Satz nicht aus, lag darin doch der offene Vorwurf, eben dieses Rudel könnte für die Verletzunen verantwortlich sein. Aber wenn dies der Wahrheit entsprach, so widerlegte es ihre Aussagen.

18.04.2010 18:11
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23.07.2005

Letztendlich hatte auch das gute Zureden nichts geholfen; die junge Wölfin Farai hatte für sich entschieden, dass sie vorerst nicht das hiesige Rudel aufsuchen wollte. Zielstrebig lief sie hinter den zwei älteren Wölfen her. Zum aller ersten Mal war sie auf Artgenossen getroffen, sie wollte nicht gleich wieder alleine bleiben. Der Gedanke an das große Rudel war zwar verlockend, aber auch etwas beängstigend. Vor allem, da die Silbergraue scheinbar von ihnen verletzt worden war.
Nach einem halben Tag hatten Kiba und Yago – die Jungfähe immer noch im Schlepptau – die Reviergrenze erreicht. Doch anstatt das Tal ganz zu verlassen, suchten sie sich in stummer Übereinkunft einen Weg durch das Geröll, zu einem Platz in der Bergkette, an dem sie erst einmal bleiben konnten.

You are not alone in your life although you might think that you are

So sorry your world is tumbling down
I watch you through these nights
Rest your head and go to sleep
Because my child,
this is not our farewell
02.05.2010 15:17
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